USA-2014 – Von Lone Pine nach Lee Vining

IMAG0688

Nach der Nacht am Mobius Arch sichte ich noch kurz die Beute und schreibe ich im Motel noch schnell meinen Artikel des Tages. Gegen 8h geht es dann schon los nach Lee Vining am Mono Lake. Mein Weg wird mich über Bishop führen, ein sehr niedlicher kleiner Ort mit urigen Geschäften und einem wirklich großen Supermarkt namens „KMART“. Der Weg ist nicht so richtig weit, heute stehen nur ein paar hundert Kilometer auf dem Programm.

IMAG0708

In Bishop angekommen steuere ich gleich den KMART an. Irgendwie habe ich wieder einmal viel zuviel Zeugs dabei, aber eine Sache fehlt und das ist blöd, ich habe kein Mini-USB Kabel. Statt dessen habe ich versehentlich ZWEI Micro-USB Kabel eingepackt. Nun kann ich meine GoPro HD HERO 3+ nur im Auto aufladen, das funktioniert mit der Stromversorgung für mein Garmin Colorado 300 sehr gut. Aber eigentlich würde ich gern mal das anschauen was ich inzwischen mit meiner GoPro alles aufgenommen habe. Aber das geht derzeit entweder gar nicht oder nur umständlich über eine lokale WLAN-Verbindung.

Im KMART gibt es alle Arten von Kabeln, nur nicht das was ich suche. Als ich den Laden verlasse habe ich vier frische Batterien für meine Taschenlampe dabei, außerdem eine Packung „WetOnes“, also feuchte Tücher die man für alles Mögliche benutzen kann. Wenn also die Finger mal wieder nach Benzin riechen, nach dem Schälen einer Apfelsine alles klebt oder tausend tote Fliegen die GoPro beim Blick auf die Straße behindern, dann sind diese feuchten Tücher manchmal einfach Gold wert!

Im KMART gibt es eine umverschlüsseltes WLAN mit dem schönen Namen „Guests“. Dort logge ich mich kurz mit meinem Telefon ein, akzeptiere die Bedingungen und finde in meinen E-Mails einen GPS Wegpunkt der für mich den Tag bestimmen wird. Diesen Wegpunkt übertrage ich schnell in mein GPS und schon geht es wieder los. Der Wegpunkt gehört zu einer bislang noch relativ wenig bekannten Location. Es ist eine alte Malerei von indianischen Ureinwohnern. Das Kunstwerk ist in einem Gewirr aus Felsblöcken versteckt und wurde schon mehrfach von hirntoten Vandalen heimgesucht. Aber es hat nicht nur ein paar hundert Jahre überstanden, es hat auch diese Hirntoten überstanden – bis jetzt!

Dieses schöne Kunstwerk wird unter USA-Fans als „Skyrock“ gehandelt und es liegt nördlich von Bishop, fast auf meinem Weg nach Lee Vining am Mono Lake. Nach etwa 30 Minuten habe ich den Ausgangsort meiner kleinen Wanderung erreicht. Bewaffnet mit meiner Nikon D800E und einzig dem AF-S 2,8/14-24mm geht es steil eine Felsenklippe hinauf. Meine Wanderstöcke habe ich blöderweise mal wieder im Auto gelassen, warum habe ich sie eigentlich dabei??

Der sandige steile Aufstieg ist ziemlich kräftezehrend und ich bin froh als ich endlich oben angekommen bin. Nun geht die Suche nach den Petroglyphen los. Laut GPS stehe ich direkt davor, aber das sind nur voll große Felsblöcke. Auf einem dieser Blöcke muss es sein, nur auf welchem?

Es kostet mich fast eine halbe Stunde bis ich ihn gefunden habe. Nur stehe ich da auf einem noch höheren etwas entfernen Felsbrocken. Also geht es wieder hinunter und als ich vor dem „richtigen“ Felsbrocken stehe komme ich einfach nicht hinauf. In der Umgebung liegen überall lose handliche Bruchstücke von Felsen herum. Daraus baue ich mir eine kleine Treppe und dann komme ich schließlich auch hinauf. Wow, das sieht echt gut aus…

Sky Rock - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

Nach meiner Fotosession muss ich von dem Ding allerdings wieder hinunter. Vorsichtig versuche ich auf dem Hintern herunter zu robben, aber das klappt nicht so wirklich. Schließlich entschließe ich mich zu einem beherzten Sprung und dank des weichen Sandes unterhalb geht das ohne Verluste von statten – uff…

Meine Fahrt führt mich nun hinauf ins Gebirge, ich bin östlich der noch immer mit Schnee bedeckten Sierra Nevada Mountains. Es geht höher und höher, schließlich lande ich in Lee Vining bei 2067 Metern über dem Meeresspiegel. Es ist windig und das Thermometer zeigt nur noch 13°C – gestern im Death Valley dem tiefsten Ort der Vereinigten Staaten waren es bis zu 37°C. Dazu kommt jetzt der enorme Höhenunterschied, als ich letztlich in Lee Vining eintreffe bin ich völlig am Ende. Sicher liegt es auch daran, dass ich wieder die ganze Nacht nicht geschlafen habe. Zunächst einmal muss ich tanken. Doch das Benzin ist hier echt teuer, eine Gallone des billigsten Benzins kostet sage und schreibe 4,99 $ – so kommen weit über einhundert Dollar für die komplette Tankfüllung zusammen. Die Zeiten in denen das Benzin und den USA wirklich billig war sind lange vorbei…

Gleich nebenan ist ein Motel das einen ganz vernünftigen Eindruck macht. Ich bekomme Zimmer 20 und zahle für zwei Nächte 141$, also etwas über 100 Euro, das ist ganz ok. Nachdem alles ausgepackt ist schaue ich kurz meine Fotos an und wandere hinüber zum einzigen Restaurant das derzeit geöffnet hat. Dort gibt es ein sehr leckeres Sandwicht mit Käse, Tomate, Salat, geröstetem Schweinebraten und French Fries. Dazu zwei Flaschen Corona und einen Kaffee und schon sind wieder 25$ weg…

Auf dem Rückweg zum Motel mache ich mit meinem HTC ONE für diesen Artikel schnell ein paar Knipsbilder. Als erstes sehen wir hier das Yosemite Gateway Motel. Im Internet wird es gelobt weil es zwar alt aber doch gut geführt und ganz urig ist.

IMAG0717

IMAG0718

IMAG0719

Dann entdecke ich eine Tankstelle bei der ich viel billiger hätte tanken können…

IMAG0721

Gleich nebenan steht diese schöne alte Zapfsäule.

IMAG0722

Mein Motel ist nicht hübsch aber ganz ok. Hier sehen wir, dass es auch ganz anders geht…

IMAG0723

Gleich neben meinem Zimmer parken diese drei Monstertrucks, dagegen ist mein GMC Yukon SLX ein Kleinwagen…

IMAG0724

Ich habe Zimmer 20, gleich unten rechts auf der Ecke. Beim Anblick der schönen BMW weiter hinten werde ich sofort ganz kribbelig. Aber man kann nicht alles haben, jetzt gibt es USA und Fotos der Milchstraße – in ein paar Wochen eine Motorradtour mit meiner Sandra. Alles immer schön nacheinander…

IMAG0726

Hier noch ein nicht ganz ernst gemeinter Größenvergleich zweier Objektivdeckel. Also „Vollformat“ versus Micro-Four-Thirds…

IMAG0727

Wie es morgen weitergeht weiß ich derzeit noch nicht. Mal schauen, vielleicht zum Sonnenaufgang zu den South Tuffs, also den südlich gelegenen Felsen aus Tuff-Stein die dem Mono-Lake einen unverwechselbaren Charakter geben. Danach vielleicht hinauf nach Bodie, auf fast 3.500 Metern Höhe!! Die Straße soll seit kurzem geöffnet sein. Übermorgen könnte ich dann einen Tag im Yosemite Nationalpark verbringen und dann weiter zum Lake Tahoe fahren. Dort hoffe ich auf eine schöne Abendstimmung an der wunderbaren Emerald Bay. Später will ich dann noch die Ponderosa besuchen und dann weiter nach Sun Valley – was für eine anstrengende Reise 🙂

USA-2014 – Tag 4 – Mobius und Lathe Arch

Mobius Arch - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

Als ich wach werde zeigt die Uhr 23h43 – es passt mir eigentlich gar nicht aber es ist schon wieder Zeit um aufzustehen, das Fotografenleben ist manchmal anstrengend und ungerecht. Ein paar Minuten später sitze ich schon im Auto, waschen kann ich mich ich noch nach der Fotosession. Am Abend zuvor habe ich auf dem Rückweg mein GPS (Garmin Colorado 300) eingeschaltet und so hat es den Rückweg zum Hotel aufgezeichnet. Nun hängt es an der Windschutzscheibe und weist mir den Weg durch die echt dunkle Nacht. Während ich vor mich hin fahre trennen sich irgendwann die Linien, ich habe eine Abbiegung verpasst! Also zurück und ein paar Minuten später bin ich auch schon am Parkplatz in der Nähe von Mobius und Lathe Arch.

Schnell den Fotorucksack schnappen und los geht es. Mit dabei sind diesmal meine gute helle Taschenlampe, das HTC ONE, zwei Äpfel, ein Brötchen und eine kleine Flasche Wasser. Im Rucksack ist fast nichts mehr drin. Am Vortag habe ich beschlossen, dass man für den Mobius Arch nur ein Weitwinkel-Objektiv benötigt und mehr nicht. Während ist den kleinen Trampelpfad zum Arch laufe kommt es mir in den Sinn, dass ich in der ganzen Zeit die ich jetzt schon in den USA bin noch kein einziges Foto mit der Panasonic GH3 gemacht habe. Auch habe ich an der D800E noch immer das gleiche Objektiv das ich in Deutschland daran gesetzt habe. Ich habe wirklich bislang ausschließlich mit dem AF-S 2,8/14-24mm fotografiert…

Am Mobius Arch angekommen kann ich am Himmel ganz wunderbar die Milchstraße erkennen, was für ein Schauspiel. Schnell ist die Kamera aufgebaut und nach ein paar Testschüssen mit allerhöchster ISO-Einstellung habe ich die Kamera in der völligen Dunkelheit so eingestellt, dass der kleine Arch sehr fotogen herüber kommt. Immer wenn eine „Szene“ abfotografiert ist wechsle ich wieder zu Blende 2,8 und ISO-HI2. So dauert ein Testfoto nur ca. 8-4s und das in der totalen Finsternis…

Während ich Bild um Bild vor mich hin fotografiere tauchen zwischen den Felsen Lichter auf. Ein paar Minuten später treffe ich dann auch ein sehr nettes Paar aus Philadelphia. Sie haben Kopflampen und sind überhaupt sehr gut ausgestattet. Sie fotografiert mit einer Nikon D7100 und dem AF-S VR 16-85mm. Außerdem hat sie noch eine Kamera im Gepäck die sie sich auf Infrarot hat umbauen lassen. Diese Frau ist mir sofort sehr sympathisch 🙂 Wir zeigen uns auf den Displays unserer Kameras was wir bislang so fotografiert haben. Anschließend zeigt sie mir noch wo der Lathe-Arch zu finden ist. Er ist derart klein und niedlich, dass ich ihn am Vortag glatt übersehen habe.

Lathe Arch - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

Will man durch den Arch hindurch auf den 4421 Metern höchsten Berg Kaliforniens schauen, so wird es ganz schön eng. Aber dafür kann man Mount Whitney dann auch sehr schön am Horizont sehen. Hinter dem Lathe Arch ist es zudem noch abschüssig, hier muss man mit seinem Stativ umgehen können, denn einfach aufstellen klappt hier nicht. Ich ziehe ein Bein komplett aus die beiden anderen Bein spreize ich im Winkel von 90° nach vorne ab. So liegt das Stativ direkt vor dem kleinen Arch auf dem Fels und die Kamera hat eine ganz ordentliche Position. Mit meiner superhellen Taschenlampe beleuchte ich den Arch aus nächster Nähe, dann kann ich ihn sogar im Sucher sehen und der Autofokus funktioniert. Nachdem alles korrekt scharf gestellt ist, schalte ich den Autofokus aus. Anschließend nehme ich echt viele Fotos mit unterschiedlichen Belichtungszeiten und ISO-Werten auf. Bei den ganz langen Belichtungszeiten beleuchte ich den kleinen Arch mit meinem Smartphone. Weil der Arch so nach ist, muss ich dabei das Telefon hin und her schwenken damit der kleine Arch auch gleichmäßig ausgeleuchtet wird.

Zuletzt nehme ich noch ein Foto mit einer Belichtungszeit von 10 Minuten bei Blende 5,6 und ISO 400 auf. Es ist ein Geduldsprobe, denn die Rauschunterdrückung benötigt genau so lange wie die Belichtung. 20 Minuten lang auf ein einziges Foto warten und das zusammengekauert auf einem kleinen Felsvorsprung eingeklemmt zwischen zwei Felswänden, das kann auch nur mir passieren.

Mobius Arch @ Dawn - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

Gegen 5h fällt mir wieder auf wie sich die Fotos plötzlich zu verändern beginnen. Es ist schon etwas Morgenlicht auf den Foto, aber mit dem Auge ich es kaum wahrnehmbar. Ich positioniere mich wieder am Mobius Arch um für die ersten Sonnenstrahlen gewappnet zu sein. Der Lathe Arch wird von der Felswand die etwa 2 Meter hinter ihm ist so abgeschattet, dass er erst sehr später echtes Sonnenlicht abbekommt.

Während die ersten Sonnenstrahlen die Zipfel der Sierra Nevada Mountains noch schön rot aufleuchten lassen ist diese ganze Herrlichkeit dann irgendwann einfach vorbei. Der Himmel hinter mir hat schlichtweg zu viele Wolken, da schafft es die Sonne nur die Szenerie zu erhellen, aber wirklich fotogen ist das alles nicht mehr. Also packe ich meine Sachen zusammen und bin um kurz nach 6h wieder im Hotel. Dort werden schnell die Fotos auf Festplatte kopiert und dann geht es runter zum Frühstück. Hier gibt es Rührei, Cornflakes, Orangensaft und eine Tasse Kaffe. Ok, Tasse ist übertrieben – es ist wieder einer dieser fiesen Becher aus Styropor.

Gleich geht es dann weiter zum Mono Lake, schauen wir mal was mich dort erwartet 🙂

USA-2014 – Tag 3 – Mobius Arch & Lone Pine

D800E_5434

Es ist der 4. Mai und der dritte „richtige“ Tag beginnt wieder einmal sehr früh am Morgen. Mein Jet-Lag habe ich noch nicht verarbeitet und so bin ich auch heute wieder um 3h43 wach und kann nicht mehr schlafen. Aber egal ich will eh früh raus, da passt das ganz gut. Weil ich viel Zeit habe lasse ich alles ganz langsam angehen und schaue erst einmal bei Facebook und in meine E-Mails hinein. Eines der beiden Fotos mit der Milchstraße im Hintergrund geht gerade bei flickr.com und 500px.com so richtig ab. Es wurde in mehrere Gruppen eingeladen und im Minutentakt werde ich benachrichtigt, dass es „gelinked“ oder „gefaved“ wurde. Zwischendurch gibt es neue „Follower“, so macht das wirklich Spaß. Und es ist auch der Beweis dafür, dass Fotos die zu ungewöhnlichen Tageszeiten entstehen zumindest derzeit noch ganz gut ankommen. Vielleicht wird ja ein Trend daraus und in ein paar Jahren wird dann nur noch nachts fotografiert, wer weiß das schon…

Um 7h bin ich mit dem Frühstück fertig, verabschiede mich schnell beim wirklich netten und sehr zuvorkommenden Personal und mache mich auf den Weg nach Lone Pine in Kalifornien. Mein Freund Lothar hat mir den Tipp gegeben doch mal bei den Alabama Hills vorbeizuschauen und vielleicht den Mobius Arch zu fotografieren. Das liegt auf dem Weg nach Bishop und dem Monolake sehr schön am „Wegesrand“ und die Location ist sicher einen Besuch wert. Vor mir liegen fast 300 Meilen und rund 5 Stunden mit dem Auto, da trifft es sich gut, dass mein riesiger Geländewagen wie von allein fährt und zu den entspanntesten Autos gehört die man sich vorstellen kann.

Bildschirmfoto 2014-05-04 um 15.50.33

Als ich in Beatty einen kleinen Zwischenstopp einlegen möchte muss ich leider feststellen, dass es das sehr gute kleine Mexikanische Restaurant nicht mehr gibt. Also tanke ich nur um die Ecke schnell mein Auto voll. Es ist das erste mal mit diesem Auto und ich muss zuerst schauen wo denn überhaupt der Sprit hineinkommt. Es ist die linke Seite – sehr gut! An der Zapfsäule klappt es mit meiner Kreditkarte nicht, also gehe ich schnell rein und sage kurz Bescheid. Die nette Dame fragt mich für wie viele Dollars ich denn tanken möchte. Hm, ich würde gern volltanken, aber was das kosten wird weiß ich nicht. Sie will wissen wie viel Benzin noch drin ist. Ich sage ihr, dass der Tank noch zu etwa einem Viertel voll ist. Sie lehnt sich über ihre Kasse, schaut das Auto prüfend an und sagt dann „60 Dollar!“. Das ist ein Wort, also bucht sie 60 Dollar ab, falls das zuviel sein sollte bekomme ich ggfs. etwas zurück. An der Zapfsäule stehe ich anschließend wieder einmal mehr als ratlos da. Wie war das noch gleich…

In Deutschland gibt es für jede Sorte Benzin eine eigene Zapfpistole, hier gibt es nur eine Zapfpistole für alle Sorten Benzin – verkehrte Welt… Ich stecke die Zapfpistole in den Tank und ziehe den Tankhebel hoch, aber nichts passiert, stattdessen piepst die Zapfsäule nur. Was muss ich tun? Oft steht im Display „Lift Lever“ – da muss man dann einen Hebel hochheben in dem die Zapfpistole normalerweise ruht. Aber hier ist kein Lever. Nach einer Gedenkminute habe ich es dann endlich geblickt. Es gibt pro Sorte Benzin einen Start-Knopf. Ich drücke auf „Regular“ und schon klappt es mit dem Benzin. Kurz bevor die 60 Dollar erreicht sind wird die Pumpe immer langsamer und stoppt exakt bei 60 Dollar – perfekt!

Als ich den Motor starte zeigt die Tanknadel ganz nach rechts – die alte Dame an der Kasse hat es echt drauf! Es geht weiter…

An der Zapfpistole war Benzin und jetzt riechen meine Finger ganz komisch danach, sehr unangenehm. Als ich schließlich den Eingang des Death Valley National Parks erreiche halte ich kurz am Parkplatz an und hoffe, dass es auf der Toilette etwas Wasser gibt, aber das ist eine Fehlanzeige. Als ich enttäuscht die Toilette gleich wieder verlasse steht jemand vor mir und fragt mich ob alles ok sei? Wir kommen ins Gespräch und tauschen schließlich unsere Visitenkarten aus. Die Amerikaner sind ein tolles Volk, ich fühle mich hier so gut aufgehoben, das glaubt man nicht…

Während ich mich der Talsohle des Death Valley Nationalparks nähere klettert das Thermometer von 25°C langsam aber sicher nach oben. Als ich Stovepipe Wells erreiche sind es schon 35°C. Etwas später fahre ich einen 5000 Fuß hohen Pass hinauf. Auf umgerechnet ca. 1.600 Metern sind es nur noch 22°C. Danach geht es wieder bergab und schon sind es wieder über 30°C. Die Klimaanlage in meinem Auto weiß gar nicht mehr was sie noch machen soll, aber es ist trotzdem im Auto ganz erträglich. Beim Panamint Springs Resort geht es wieder bergauf und die Temperatur fällt erneut. Weil die Straße so unglaublich schön ist, lasse ich über viele Kilometer meine GoPro mitlaufen. Diese Straße mit einer gut gemachten Harley fahren, das wäre echt was feines!!

Als ich in Lone Pine ankomme tun mir trotz allem doch die Beine und der Hintern weh. Also halte ich beim erstbesten Motel an, es ist ein Comfort Inn. Es gibt ein Zimmer zum Preis von 105,- $ und ein kleines Frühstück. Im Ort selbst gibt es preiswertere aber auch teurere Motels. Ich mag nicht lange suchen und für umgerechnet 75 Euro ist das schon ok. Billig wohnen kann ich in den kommenden Wochen immer noch, jetzt soll es einfach nur schnell gehen. Das Zimmer ist ganz nett, es gibt einen kleinen Balkon und einen schnellen Internet-Anschluß. Außerdem hängt ein sehr großer LCD-Fernseher an der Wand, es gibt eine Mikrowelle, Kaffeemaschine, Kühlschrank usw. Hier kann man es schon aushalten.

Nach einer Stunde habe ich meine Sachen fein säuberlich im gesamten Zimmer verteilt und wundere mich wie ich das immer wieder in so kurzer Zeit fertig bringe.

Es geht los zum Mobius Arch. Im Internet habe ich mehrere teilweise sehr schön bebilderte Wegbeschreibungen gefunden. Außerdem habe ich einige GPS Koordinaten und die gebe ich schnell in mein Garmin Colorado 300 ein. Mit den Koordinaten habe ich den Parkplatz auch schon nach etwa 20 Minuten gefunden. Weil es draußen schon wieder 31°C warm ist drehe ich aber noch eine kleine Orientierungsrunde.

Irgendwann so gegen 14h bin ich dann am Mobius Arch. Das Ding ist etwa zwei Meter hoch und sieht wirklich gut aus. Hätte man die Koordinaten nicht und gäbe es keinen ausgeschilderten Weg, man würde dieses kleine Schmuckstück wohl nicht so einfach finden. Am Arch treffe ich zwei Griechen die jetzt in Kalifornien leben. Wir machen viele Fotos und tauschen wieder unsere Visitenkarten aus. So macht es einfach sehr viel Spaß allein zu reisen. Egal wen man hier trifft, alle Leute sind wirklich nett, offen und stets zuvorkommend.

D800E_5351

Zurück im Motel probiere ich mal die Eismaschine aus und bin überrascht wie schnell die Eiswürfel heraus purzeln. Mit einem kleinen Eimer voller Eis bewaffnet kann ich meine lauwarme Dr. Pepper in Windeseile auf angenehm kühle Trinktemperatur herunter kühlen. Ach was tut das gut…

Als ich in meine E-Mails schaue geht der Run auf die Fotos der Milchstraße schon wieder weiter. Das macht echt Spaß und freut mich ganz arg, ist es doch die Bestätigung, dass sich diese Reise ein wenig ausgezahlt hat. In finanzieller Hinsicht natürlich nicht, nur ideell – versteht sich! Rein finanziell gesehen ist diese Reise das reine Desaster. Linienflüge hin und zurück für zwei Personen (Sandra kommt bald nach), Taxikosten, der irre teure Mietwagen, die Hotels, das Benzin, Eintritt hier und dort, Trinkgeld, so kommen in 4 Wochen annähernd 10.000 Euro zusammen. Wenn man noch einrechnet, dass man in der ganzen Zeit keinen Cent verdient, so wird einem ganz schnell ziemlich übel. Stellt man dieser Rechnung vielleicht 10 gelungene Fotos gegenüber, so hat rein rechnerisch jedes dieser Bilder irgendwas um die 2.000 Euro gekostet. Sehr traurig ist es dann, wenn man versucht solche Fotos heutzutage zu verkaufen. Hochwertig gedruckt und extrem edel eingerahmt kostet allein das Material im Format 60x90cm rund 350,- Euro. Doch selbst das ist heutzutage praktisch jedem Fotofreund zu teuer.

Wenn überhaupt, werden die meisten Fotos auf dem heimischen Drucker auf billiges Papier gedruckt und mit Heftzwecken an der Wand befestigt. Wer es mit Anspruch tut gönnt sich einen rahmenlosen Bilderhalter aus dem Baumarkt für 20,- Euro… Es sind harte Zeige um mit Fotografie Geld zu verdienen. Jeder der glaubt man könne von solchen Reisen leben oder gar seine Fotoausrüstung davon bezahlen ist komplett auf dem Holzweg. Schuld am Dilemma ist leider niemand so wirklich und doch wir alle zusammen. Geiz ist geil und das hat inzwischen die Hochzeitsfotografen dieser Welt ebenso erreicht wie alle jede die auf der Jagd nach dem ultimativen Landschaftsfoto um die halbe Welt reisen, Unsummen ausgeben und letztlich mit ein paar „Linkes“ und „Faves“ entlohnt werden…

Ok Freunde, genug geheult, ich muss von der Fotografie nicht leben und das ist auch gut so denn sonst wäre ich unglücklich und bettelarm 🙂

Heute werde ich mir Lone Pine noch mal etwas näher anschauen, dieser Ort ist wirklich niedlich. In der Nacht und am frühen Morgen gibt es dann einige „erst gemeinte“ Fotos des Mobius Arch. Danach wird im Hotel ausgeheckt und es geht weiter zum Mono Lake. Unterwegs in Bishop werde ich anhalten und schauen was ich gegen Mücken finde. Die beiden Griechen die ich heute getroffen habe wurde dort gestern komplett zerstochen und hatten sogar die Arme blutig. Das muss ja nicht sein und für ein paar „Faves“ und „Likes“ sowieso nicht 🙂

USA-2014 – Tag 2,5 – Nachts am Elephant Rock

Während meiner ersten Nacht im Valley of Fire war es noch angenehm warm, doch im Laufe des Tages entwickeln sich aus den lauen 21°C bis zur Nachmittagszeit satte 38°C. Zur Mittagszeit überlege ich, ob ich mal bei den Mouse-Tanks im Valley of Fire ein wenig wandern soll um mir die schönen Petroglyphen aus alter Zeit anzuschauen. Aber als ich den ersten Fuß vor die Türe setze kehre ich gleich wieder um, es ist mir definitiv zu heiß für jegliche Outdoor-Aktivität. So verbringe ich fast den ganzen Nachmittag im Bett, chatte via Facebook mit meinen daheim gebliebenen Freunden und hole ein wenig von dem Schlaf nach der mir seit der langen Nacht noch fehlt. Etwa 60 Minuten vor Sonnenuntergang mache ich mich dann aber doch noch auf den Weg. Mein Ziel ist der Stewart’s Point am Lead Mead. Dieser Stausee wird vom Colorado River gespeist seit im Jahr 1935 der Hoover Damm erreichtet wurde. Neben dem etwas größeren Lake Powell der ein paar hundert Kilometer weiter Flussaufwärts liegt, zählt der Lake Mead zu den schönsten Wassersport- und Naherholungsgebieten in der Umgebung.

Evening Mood @ Suarts Point - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24m

Am Stewart’s Point angekommen ist dort nicht wirklich viel zu sehen. Es gibt reichlich trockene Erde, viel Wind und Staub. Ein paar Camper haben es sich unten am Ufer gemütlich gemacht. Das sieht so aus als könnte das wirklich Spaß bereiten. Wenn es zu warm wird, einfach kurz im See schwimmen gehen und die Welt ist wieder in Ordnung. Vielleicht sollte ich so etwas auch mal machen, hier gibt es wenigstens keine Bären die zu nachtschlafender Zeit an die Lebensmittel wollen…

The Freedom We Love - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

Vom Stewart’s Point geht es ein paar Kilometer weiter zur Echo Bay. Als ich dort eintreffe verschwindet die Sonne gerade hinter den Bergen oberhalb dieser schönen Bucht. Es ist alles wie ausgestorben, nur in einigen Wohnwagen brennt noch Licht. Schöne Fotos gelingen mir leider keine mehr, auch ist der See nach dem heißen Tag extrem dunstig und die Fernsicht ist mehr als schlecht. Den wunderbaren Sonnenuntergang über den Bergen verpasse ich leider auch, weil ich unten an der Marina der Echo Bay herumschleiche – Man kann nicht immer gewinnen…

Von der Echo-Bay geht es zurück in Richtung Overton. Es ist immer noch extrem warm, von den 38°C bei meiner Abfahrt sind etwa 30 Minuten nach Sonnenuntergang noch 33°C übrig. Auf halber Strecke biege ich links ab und fahre ein letztes Mal ins Valley of Fire. Mein Ziel ist der versteinerte Elefant gleich rechts am Straßenrand kurz hinter der Self-Register Station.

Die Felsformation ist ganz einfach zu erreichen und nach einigen Versuchen klappt es dann auch mit diesem geilen Foto…

Climbing up that hill - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

Für die Ausleuchtung habe ich mein HTC ONE verwendet – wieder einmal. Außerdem fuhr praktischer Weise noch ein Auto gleich nebenan auf der Straße entlang. So ergibt sich genau die richtige Lichtmischung für ein schönes Foto. Kurz darauf macht dann auch der Akku schlappt der schon die halbe vorherige Nacht durchgehalten hat. Ich habe noch zwei Akkus in Reserve, aber die sind auch leer…

Also packe ich zusammen und mache mich auf den Weg zurück zum Hotel. Als ich dort um 22h eintreffe sind es noch sagenhafte 30°C – hört das denn nie auf? Im Pool neben dem Hotel ist noch was los, die Kinder sind so froh, dass sie dort baden können. Am Liebsten würde ich auch kurz hinein springen…

Morgen geht es dann los in Richtung Mono Lake. Im Internet habe ich gelesen, dass die wunderschöne Tioga Pass Road seit wenigen Stunden geöffnet ist. Also kann ich mit ein wenig Glück vom Mono Lake in Richtung Westen über die Sierra Nevada Mountains ins Yosemite Valley fahren. Das klingt nach einem Plan! Ich will es bis zum Nachmittag nach Beatty schaffen, dort bei dem coolen Mexikaner neben dem Reifenhändler etwas zum Mittag essen und dann vorbei an Bishop weiter zum Mono Lake fahren. Dort gibt es mehrere kleine Motels die jetzt die Winterpause beendet haben. Mit ein bisschen Glück bekomme ich dort ein Zimmer für 2-3 Tage. So könnte ich eine Nacht am Mono Lake herumschleichen, einen Tag im Yosemite Valley verbringen und am dritten Tag versuchen mich zur wundervollen Geisterstadt Bodie durchzuschlagen.

Dann könnte es weitergehen zum Lake Tahoe. Dort reizt mich die Emerald Bay im Süden des Sees und die aus Bonanza bekannte Ponderosa im Norden. Vorbei an Reno kann es dann nach Sun Valley gehen. Dort möchte ich mich mit Angenie und Peter treffen. Sie sind allerdings nur noch bis zum 12 May daheim. Danach wird es auch sie nach Utah ziehen. Aber schauen wir mal was so geht…

 

 

 

USA-2014 – Tag 2 – Unterwegs auf der Milchstrasse

Las Vegas to Overton

Nach meiner Ankunft in Overton bin ich wegen der unruhigen Nacht ziemlich müde. Nachdem ich den Artikel für meinen BLOG geschrieben habe geht es gleich ins Bett. Neben mir auf dem Nachttischchen liegt mein Telefon und dort tickt heimlich ein Wecker vor sich hin. In drei Stunden will ich aufstehen und zum Sonnenuntergang im Valley of Fire sein. Als sich der Wecker dann um 18h meldet geht aber eigentlich gar nichts. Nur mit Mühe schaffe ich es den kleinen Quälgeist abzustellen und drehe mich wieder herum. Als ich schließlich von allein wach werde sind mehr als fünf Stunden vergangen. Zwar habe ich den Sonnenuntergang verschlafen aber ich bin jetzt endlich mal ausgeruht und fühle mich gut. Ich schaue kurz in meine E-Mails und melde mich per Facebook Chat bei meiner Sandra. Wegen der Zeitverschiebung ist es in Deutschland kurz vor 9h und die meisten meiner Facebook-Freunde sitzen gerade mit einer Tasse Kaffee und lesen Zeitung oder die Updates bei Facebook & Co.

Screenshot_2014-05-03-00-10-22

Der Wetterbericht für die nächsten Tage sagt teilweise hohe Temperaturen voraus. Bei 36°C mag ich nicht tagsüber in der prallen Sonne herumlaufen und fotografieren. Also muss ich entweder die Nächte abwarten oder in den kühleren Norden fahren.

Screenshot_2014-05-03-00-10-54

Kurz vor Mitternacht bin ich zum Abmarsch bereit. Meine Panasonic GH-3 und alle Objektive lasse ich im Motel. Bei dieser Kamera ist der Sensor relativ klein und bei ISO-6400 macht sich die Nikon D800E einfach besser. Wirklich viele Objektive nehme ich nicht mit und am Ende der Session werde ich feststellen, dass ich wieder einmal nur mit einem einzigen Objektiv fotografiert habe 🙂

D800E_5095

Durch die dunkle Nacht geht es zurück ins Valley of Fire. Der Weg ist nicht weit, die Straße gut ausgebaut und ich bin komplett allein. Am Elephant Rock fahre ich versehentlich vorbei. Es ist so stockfinster, dass ich den kleinen Parkplatz komplett übersehen habe. Als ich realisiere wo ich eigentlich bin, sehe ich auf der linken Seite schon das Hinweisschild zu den Beehives. Das sind uralte Felsformationen die ein wenig wie Bienenstöcke aussehen und daher ihren Namen haben.

Meinen großen SUV stelle ich auf dem Parkplatz ab und mache mich mit Stativ, Nikon D800E und AF-S 2,8/14-4mm Superweitwinkel an die Arbeit. Einen Kabelauslöser habe ich noch dabei und natürlich habe ich meine tolle neue Taschenlampe im Motel vergessen. Aber das ist nicht weiter schlimm, für mein HTC ONE habe ich einen dicken Zusatzakku und der hat so unglaublich viel Power, dass ich stundenlang mit der Taschenlampe des Telefons hantieren kann. Eigentlich vermisse ich meine „richtige“ Taschenlampe daher nicht so wirklich.

Gern möchte ich Fotos der Milchstraße aufnehmen, die Randbedingungen sind sehr gut. Es ist eine klare Nacht und vom Mond ist nichts zu sehen. Wo ist der heute eigentlich?? Neben dem Auto muss ich mich ein wenig an die Dunkelheit gewöhnen. Mit dem Kompass der in meine Armbanduhr eingebaut ist schaue ich wie die Himmelsrichtungen sind. Die Beleuchtung des Zifferblattes ist hier ganz hilfreich. Danach schaue ich mal via Smartphone und der APP Google Skymap wo denn eigentlich welche Planeten zu sehen sind.

Screenshot_2014-05-03-04-28-35

Meine Kamera stelle ich auf ISO HI-2, der Autofokus wird abgeschaltet, das Objektiv manuell auf „Unendlich“ fokussiert, die kürzeste Brennweite eingestellt und der Belichtungsmodus auf „M“ wie Manuell gestellt. Bei 8 Sekunden und Blende 2,8 kann ich so in kurzer Zeit ein paar Probeschüsse aufnehmen. Zwar sind die Bilder total verrauscht, aber ich will ja nur wissen ob der Bildausschnitt stimmt, denn durch den Sucher sieht man einfach gar nichts… Immer wenn mir der Ausschnitt gefällt stelle ich eine niedrigere ISO-Empfindlichkeit ein, meist ISO-1600. Bei Blende 2,8 oder 4 gelingen dann bei Belichtungszeiten von ca. 30 Sekunden ganz ordentliche Fotos. Teilweise stelle ich auch mal ISO-400 ein und belichte mittels Kabelauslöser mehrere Minuten lang. Aber die Ergebnisse gefallen mir nicht wirklich. Zwar ist das Bildrauschen jetzt sichtbar geringer, aber die Sterne haben nun soviel Bewegungsunschärfe, dass der Himmel aussieht als wäre er „verwackelt“.

Ich versuche auch mal eine Doppelbelichtung, aber wegen der langen Zeit die bei der Rauschunterdrückung drauf geht sieht man auf den Fotos anschließend jeden Stern genau 3x – das ist auch nix

Also versuche ich einen Kompromiss zwischen ISO-Rauschen, Blende und Bewegungsunschärfe zu finden. Letztlich werde ich die meisten Fotos bei Blende 2,8 zwischen 15 und 30 Sekunden lang belichten und durch Einstellen der ISO-Empfindlichkeit steuern wie „hell“ die Fotos letztlich werden.

An einer Stelle etwas unterhalb neben den Beehives ist ein recht großer Felds, dessen Höhe ich auf etwa 30 Meter schätzen würde. Hier gibt es einen fotogenen Spalt und im Hintergrund sieht man sehr schön die Milchstraße und den mit Licht verseuchten Himmel über Las Vegas. Diese Komposition gefällt mir sehr gut und nach einigen Versuchen gelingt dann ein sehr ansprechendes Foto.

Milkyway over Valley of Fire - Nikon D800E - AF-S 2,8/14-24mm

Damit die Felsen nicht nur schwarze Silhouetten sind, leuchte ich sie mit meinem Smartphone aus. Dabei ist die kleine APP „Taschenlampe“ ganz nützlich, weil sich hier die Helligkeit der eingebauten weißen Leuchtdiode in drei Stufen regeln läßt. Bei Belichtungszeiten von 30 bis 60 Sekunden beleuchte ich die Felsen etwa 10 Sekunden lang. Im Ergebnis ergibt sich so eine sehr schöne Mischung zwischen der Helligkeit der Milchstraße und der Helligkeit des Vordergrundes.

Hier habe ich noch ein Foto das etwas eher noch oben auf dem Parkplatz neben dem Auto entstanden ist. Hier gibt es keine tollen Felsen im Vordergrund, aber es gibt einen schönen farbigen Wolkenschleier. Wie schon die Designer die das Logo der „Deutsche Bank“ entworfen haben weiß auch ich, dass Linien die nach rechts oben aufstreben irgendwie besser aussehen als wenn sie „herunterfallen“. Daher habe ich das Foto gespiegelt, die Bildaussage gefällt mir damit sehr viel besser. Leider kann man die Milchstraße nicht einfach von der anderen Seite fotografieren, denn dazu müsste man unseren Planeten verlassen. Also halte ich dieses stilistische Mittel für legitim.

Milkyway over Valley of Fire #2

Während ich still und leise vor mich hin fotografiere entferne ich mich Schritt um Schritt immer weiter von meinem Auto. „Wenn jetzt die Taschenlampe ausfällt bin ich aufgeschmissen“ geht es mir durch den Kopf. Aber dann fällt mir auf, dass auf den Bildern die Milchstraße plötzlich mehr und mehr verschwindet. Als nach einem „Testfoto“ vergesse die ISO-Empfindlichkeit wieder zu reduzieren habe ich plötzlich ein Foto das aussieht als wäre es in den frühen Morgenstunden aufgenommen. Und tatsächlich, es ist jetzt schon nach 5h und ich fotografiere jetzt schon rund 5 Stunden lang… Die Zeit verging echt schnell und wegen des lauen Windes und der lässigen 21°C war es auch nicht unangenehm. Lediglich feste Schuhe hätte ich anziehen sollen, so spüre ich nämlich jeden Stein unter den Füßen. Und so beschließe ich, morgen meine die Wanderschuhe anzuziehen.

Etwa 30 Minuten später kann ich die Konturen der umliegenden Felsen schon recht gut erkennen und der Weg zum Auto ist jetzt auch ohne Taschenlampe ganz einfach zu finden. Da der Himmel in den tollsten Farben zu leuchten beginnt, klebe ich schnell meine GoPro HD HERO 3+ von innen an die noch recht saubere Windschutzscheibe und mache mich auf den Rückweg. In 30 Minuten gibt es im Hotel schon Frühstück und irgendwie bin ich nun hungrig. Am Abzweig nach Overton kommt es mir dann in den Sinn schnell noch mal zum Overton Beach zu fahren. Dort hat man vielleicht einen tollen Blick über den Lake Mead und das könnte jetzt zum Sonnenaufgang wirklich schön aussehen. Aber als ich auf die Zubringerstraße abbiegen will ist sie leider geschlossen. Also geht es ohne weitere Umwege direkt zurück zum Hotel.

D800E_5193

Nachdem ich meine Sachen ins Zimmer getragen habe schaue ich mal was es zum Frühstück gibt. Es ist etwas mehr als im Comfort Inn in Las Vegas, aber mit dem besten Frühstück er Welt das ich fast 5 Jahre lang im Quartier 65 in Mainz genießen durfte, hat das wirklich nichts zu tun. Aber ein erstklassiges Gourmet-Frühstück wie im Quartier 65 darf man hier auch nicht erwarten. Also gibt es ein paar Cornflakes mit Milch, etwas Kaffee und einen Becher Orangensaft. Dazu backe ich mir mal eine frische Waffel, die verziert mit etwas Honig gar nicht schlecht schmeckt.

Die „verlorene Zeit der Nacht“ kann ich nun nachholen und am Nachmittag schauen wir mal es hier weitergeht.

Gute Nacht allerseits 🙂