USA-2014 – Tag 1 – Valley of Fire

Als ich um 9h43 aufwache ist es draußen noch dunkel. Ach ja, 9 Stunden Zeitverschiebung – ich bin in Las Vegas und hier ist es noch mitten in der Nacht. Trotz allem bin ich irgendwie fast ausgeruht und weiß nicht wie ich noch bis zum Morgengrauen weiterschlafen soll. Also schnappe ich mir mein iPad und schaue mir die letzten Folgen von „The Pacific“ an. Als ich mit der traurigen letzten Folge durch bin geht draußen über den Bergen am Horizont die Sonne auf. Schnell hole ich mein HTC ONE hervor und nehme ein kleines Knipsbildchen auf. Die scheinen sind total verdreckt, aber es ist mir egal, Ihr seht auch so wie der Morgenhimmel aussah 🙂

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Um kurz nach 8h bin ich frisch geduscht beim Frühstück. Es ist nichts Großartiges, aber man kann satt werden. Es gibt Waffelteig und man kann sich seine Waffeln selbst frisch backen und mit allen möglichen Süßigkeiten belegen. In einem kleinen Kühlschrank steht Yoghurt, es gibt frisches Obst, Säfte, Muffins, Croissants, eigentlich ist es gar nicht so schlecht, wenn nur diese Kaffee-Becher aus Styropor nicht wären… Nach dem Frühstück checke ich schnell aus und bringe meine vielen Sachen zum Auto. „Normale Leute“ gehen ins Fitness-Studio, ich trage Koffer mit Kameras und Objektiven – auch nicht schlecht 🙂 Vom Motel geht es auf der East Craig Road ein paar hundert Meter nach Osten, dann ist schon der große Walmart auf der rechten Seite. Der Parkplatz ist fast leer, es ist noch wirklich früh. Auf dem Parkplatz stelle ich die Maßeinheiten meines großen GMC-Trucks auf „Metrisch“ um und muss jetzt die Temperaturen nicht mehr mühsam umrechnen. Das Thermometer zeigt schon 27°C – ich bin in der Wüste! Im Walmart kaufe ich mir allerlei Getränke und Knabbereien die zur Note mal ein paar Tage im Auto überleben können. Also nichts mit Schokolade oder ähnlichem, statt dessen gibt es trockene Kräcker und feinste Leibnitz Butterkekse aus „Europa“.

In der Getränkeabteilung staune ich nicht schlecht, als ich dort ein eigenes Regal finde in dem ausschließlich Erzeugnisse des Weingutes Fetzer aus Kalifornien angeboten werden. Also schnell das Handy zücken und für meine Sandra ein Knipsbild schießen 🙂

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An der Kasse gibt es eine witzige Unterhaltung mit der Kassiererin. Meine Einkäufe kosten 109,- $ und als ich ihr meine brandneuen Dollarnoten in die Hand drücke fragt sie mich woher ich komme. Erst beim dritten Mal versteht sie „Germany“ und entgegnet „Ahhh – you’re from Europe!“ Es sind keine anderen Kunden da und so können wir einen kurzen Smalltalk halten. Sie fragt mich was ich alles fotografieren möchte und kann gar nicht verstehen, dass mir das allein Spaß bereitet. Als ich ihr dann erkläre, dass es auch Vorteile hat wenn niemand im Auto wartet, kalte Füße hat, hungrig ist und dringend zur Toilette muss beginnt sie zu verstehen…

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Vom Walmart geht es ganz gemütlich auf der Interstate 15 in Richtung Norden. Nach rund 30 Minuten sind der Lake Mead und das Valley of Fire ausgeschildert. Es geht rechts ab und die Straße wird schmaler. Hier war ich 2011 zuletzt und ich freue mich jetzt auf die vielen roten Felsen. Am westlichen Eingang des Park muss ich 10$ Eintrittsgebühr bezahlen und bekomme einen kleinen Kassenzettel von innen an die Windschutzscheibe geklebt. Ein paar hundert Meter zuvor habe ich kurz angehalten und meine GoPro innen an der Windschutzscheibe befestigt. Nun ist sie eingeschaltet und ich drehe eine kleine Runde durch das Valley of Fire. Das Thermometer zeigt inzwischen 32°C und für eine Wanderung ist es mir definitiv zu warm. Außerdem habe ich viele Lebensmittel im Auto und zumindest die Bananen werden eine Wanderung wohl kaum heil im Auto überstehen. Vom Valley of Fire sind es nur ein paar Kilometer in Nord-Östlicher Richtung bis Overton. Dort gibt es das niedliche North Shore Inn Motel.

Ich miete mich hier für zwei Nächte ein, das kostet pro Nacht 89,90 Dollar, also umgerechnet ca. 67 Euro. Es gibt ein kostenloses WLAN, einen Kühlschrank, eine Mikrowelle, eine Klimaanlage, Getränkeautomaten, Eismaschine, Pool und ein reichhaltiges Frühstück von 6h bis 9h. Ganz witzig ist es, dass der Inhaber Verwandtschaft in Bonn hat – die Welt ist manchmal doch ein Dorf…

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Mein Zimmer ist im Obergeschoß mit Blick in Richtung Lake Mead. Wirklich sehen kann man in allerdings nicht, denn ich bin etwa 25 Kilometer weit weg im grünen Moapa Valley.

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Wegen der umliegenden Berge gibt es hier immer wieder „Flash Floods“, also Sturzbäche. Als ich mit meinem Auto das Tal ein wenig erkunde finde ich immer wieder Stellen an denen vor nicht allzu langer Zeit gewaltige Wassermassen alles weggespült haben was sich ihnen in den Weg gestellt hat. Da diese aber selten vorkommt, scheint man hier gelassen damit umzugehen. Brücken unter denen jahrelang nur Staub ist hat man sich gespart. Wenn es mal regnet, dann darf das Wasser die Straßen überfluten. Damit man eine Orientierung hat, gibt es seitlich neben den typischen Stellen Markierungen mit Angaben zum Wasserstand: 3 – 4 – 5 – 6 Foot – also bis ca. 180 cm kann dort das Wasser mal stehen. Wahrscheinlich geschieht das aber nur einmal in 100 Jahren. Ansonsten ist das Tal recht grün, während rundherum nur Staub und Felsen sind. Es gibt kleine Farmen und überall stehen Pferde auf den Wiesen. An einer ganz witzigen Kirche halte ich kurz mal an und nehme ein Foto meines riesigen Autos auf.

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Der Pastor hat hier Kirschbäume anpflanzen lassen und sie haben vor nicht allzu langer Zeit in voller Blüte gestanden, ein wenig sieht man es noch. Ganz ehrlich, das hätte ich hier nicht erwartet!

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Wir haben hier jetzt 13:45 und in Deutschland bricht gleich schon wieder eine neuer Tag an. Mein Jet-Lag hat mich noch ganz gut im Griff und draußen ist es mit jetzt eh viel zu warm. Also schlafe ich jetzt ein bisschen und mache mich dann heute Abend auf zum Valley Of Fire. Am Rock Arch möchte ich ein wenig mit meinem Nikon AF-S 2,8/14-24mm experimentieren. Vielleicht kann man die Kamera unterhalb des Bogens aufstellen und am Himmel darüber die Milchstraße erkennen. Das wäre doch mal was…

USA-2014 – Anreise mit Hindernissen

 Airport-Shuttle mit Önder

Der Check-In am Vorabend hat ganz wunderbar geklappt, aber dennoch bin ich etwas aufgeregt. Eine Reise in die USA die dann gleich noch einen ganzen Monat dauert, bei der ich die ersten Woche ganz allein bin und bei der es praktisch keine Planung gibt, das ist auch für jemanden der wie ich eigentlich immer nur unterwegs ist, nicht ganz alltäglich. Um die Nerven ein wenig zu beruhigen schaue ich mir einige Folgen der 4. Staffel von Californication auf meinem Smart-TV an. Während ich das schreibe muss ich innerlich grinsen, denn in meinem aktuellen Projekt gibt es fast nichts mehr was nicht irgendwie „Smart“ ist… Das ist als ein Joke für Insider…

Während sich auf dem Fernseher die Intrigen immer wieder neu zuspitzen und stets in heillosem Chaos mit toten Millardären, Drogen, Alkohol, Sex und Knast münden, stellt sich bei mir langsam aber sicher die Vorfreude auf dieses coole Land ein. Ich werde zwar nicht wie Hank Moody mit einem vergammelten schwarzen Porsche und einer Schreibmaschine auf dem Rücksitz reisen, aber das Feeling das dieses Fernsehserie rüberbringt gefällt mir wirklich gut.

Doch die Aufregung kann ich nicht vollständig kompensieren und so bin ich am Abreisetag um 7h wach und alles andere als ausgeschlafen und reiselustig. Aber es hilft ja nichts… Schnell unter die Dusche, den Müll rausbringen, noch schnell hier und da nach dem Rechten sehen und schnell den lieben Nachbarn eine kleine Aufmerksamkeit vor die Türe stellen. Schließlich nehmen sie ständig irgendwelche Pakete für mich entgegen 🙂

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Auf die Sekunde pünktlich um 9h steht dann auch schon Önder Tuncer mit seinem schönen Taxi vor der Türe. Önder ist DER Mainzer-Taxifahrer der bei uns im Projekt den allerhöchsten Sympathie-Bonus hat. Während andere Taxifahrer oft griesgrämig und schlecht gelaunt sind, ist Önder immer gut drauf und so macht es einfach viel mehr Spaß mit ihm zu fahren. Auf der Fahrt zum Flughafen quatschen wir die ganze Zeit und sind beide etwas traurig, dass unser Benjamin am Vortag seinen letzten Tag in Mainz hatte. Die Zeit vergeht wie im Flug (wer hätte das gedacht) und keine 30 Minuten später stehe ich schon am Terminal 1 im Abschnitt C. Auf der großen Anzeigetafel steht mein Flug um 11h35 mit Gate C1. Wegen des Check-Ins am Vorabend steht auf meinem Ticket noch kein Gate. Als ich am Gate C1 eintreffe staune ich nicht schlecht, dass ich dort vollständig allein bin. Ok, ich bin sehr zeitig hier aber als ERSTER? Das kommt mir doch komisch vor und so frage ich beim Condor Schalter 751 lieber mal nach… Und siehe da, es ist Gate C4!! An der Infotafel steht das Gate nicht vollständig, die 1 bezieht sich auf das Terminal!!

Auf dem Weg zum Gate C4 stehe ich dann auch einige Augenblicke später in einer locker 50 Meter langen Schlange. Weit vorn kann ich die Mitarbeiter des Sicherheitspersonals sehen. Aber abgefertigt wird dort niemand. Mich macht das alles ziemlich stutzig (wieder ein Witz für Insider) und damit bin ich nicht allein. Aber nach etwa 15 Minuten setzt sich die Schlange dann doch noch in Bewegung. Hinter der Sicherheitskontrolle muss ich nochmals meinen Pass vorzeigen, gleich neben dem Schalter steht eine Wage für Handgepäckstücke. Ganze 6 Kilogramm sind erlaubt, mein kleiner Koffer voller Kameras und Objektive wiegt knapp 16 Kilogramm, ist also fast dreimal so schwer wie erlaubt. Während ich noch in der Schlange stand kam ein Condor Mitarbeiter und hat sich alle Handgepäckstücke angeschaut. Da auf meinem schweren kleinen Fotokoffer nur eine winzig kleine Notebook-Tasche steht fällt der Koffer nicht weiter auf und beide Gepäckstücke bekommen ein weißen Bänden angeklebt. „Cabin Baggage Approved“ ist drauf zu lesen. Als ich an der Waage vorbei bin fällt mir ein Stein vom Herzen (noch so ein Insider…) und nun beginnt langsam die Reiselaune.

Weil ich nichts gefrühstückt habe bekomme ich langsam Kopfweh und mein Magen knurrt. Da trifft es sich gut, dass man in einem kleinen Laden noch Snacks und Getränke kaufen kann.

Im Flieger steuere ich zielsicher Platz 6G direkt am Fenster an. Einige Minuten später staune ich aber nicht schlecht, als mich jemand darauf aufmerksam macht, dass ich wohl auf dem falschen Platz sitze.

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Die Sitzplätze in der Boing 767 sind wie folgt verteilt (dachte ich…)

6A 6B      6C 6D 6E     6F 6G

Aber irgendwie habe ich das auch nur gedacht, denn beim zweiten Hinschauen sieht es so aus:

6A 6B      6E 6F 6G     6H 6K

Ich sitze also wieder auf dem Platz für Leute denen ständig mit dem Getränkewagen gegen das rechte Knie gefahren wird – urgs… Und so kommt es auch… Weil ich direkt hinter dem Vorhang zur Comfort Class sitze und der Vorhang immer schön geschlossen bleiben muss, sehen die Flugbegleiter mein rechtes Knie stets sehr spät und so donnern sie immer wieder dagegen. Auf diesem Platz zu schlafen, das kann man komplett vergessen…

Aber die Menükarte sieht ganz vielversprechend aus. Auch wenn es sich wirklich gut liest, so ist das Essen eher „okay“ als „superlecker“. Aber was will man in einem Flugzeug schon erwarten, irgendwie bin ich trotz allem sehr froh, dass es überhaupt etwas zu essen gibt. Und ganz ehrlich, alles was die Flugbegleiter auftischen kann man auch essen.

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Der Flug erscheint mir fast endlos lang. Nach 10 Stunden weiß ich einfach nicht mehr wie ich noch sitzen soll, aber trotz allem muss ich die neue Ausstattung des Flugzeugs auch loben. Alle riecht noch nach frischen Teppichen und neuem Leder. Und an jedem Sitzplatz gibt es jetzt einen Tablet-Computer. Vorn in der Comfort-Class sind die Displays etwas doppelt so groß wie in der „Holzklasse“, aber ein deutlicher Fortschritt sind sie allemal. Über den Tablet-Computer kann man zwischen vielen verschiedenen aktuellen Kinofilmen und Fernsehserien wählen. Es gibt ein reichhaltiges Musik-Angebot und Infos zur Fluggesellschaft. Da macht es Spaß diese Vielfalt zu erforschen.

Leider sitze ich direkt hinter der Wand zur Comfort-Class und hier sind die drei Displays so hoch angebracht, dass sich die Deckenbeleuchtung darin spiegelt. Wirklich viel sehen kann man so nicht. Hier hat jemand nicht nachgedacht… Eine Reihe weiter hinten sind die Displays in die Sitze integriert und können geschwenkt werden. So lassen sich Reflexionen besser kontrollieren und man hat letztlich mehr Spaß am Unterhaltungsprogramm. In der Premium-Economy hat man Zugriff auf das volle Angebot. Wer einige Reihen weiter hinten sitzt hat nicht nur 15 Zentimeter weniger Beinfreiheit, er muss auch zusätzlich 7 Euro für das Entertainment berappen…

Ich schnappe mir letztlich dann doch mein iPad Mini und genieße auf dem sagenhaften Retina Display den Rest der ersten Staffel von „BOSS“ und die erste Hälfte von „The Pacific“. Beides  habe ich in de Offline-Modus der Watchever-APP heruntergeladen. So geht die Zeit dann doch schnell vorbei und als wir in Las Vegas landen hat das iPad noch 50% Akkuleistung und der unglaublich gute BOSE QC-20 zeigt auch noch grünes Licht!

Einreiseformalitäten

Als ich das Flugzeug verlasse werde ich von einige jungen Leuten überholt die im Laufschritt die Passkontrolle ansteuern. Kurz drauf weiß ich auch warum! Es gibt 28 Schalter an denen man die Einreise-Formalitäten hinter sich bringen kann. Aber weniger als die Hälfte sind auch besetzt. Und nun steht die gesamte Halle voll und alle wollen einreisen. Gefühlte 1.000 Fluggäste von mehreren Flügen drängen durch einen Irrgarten aus Stützen und Absperrungen. Doch niemand wird abgefertigt? Nach einer Weile kommt dann doch Bewegung in die Menge und nach etwa 30 Minuten Wartezeit bin ich schließlich an der Reihe.

Die einzelnen Finger muss man inzwischen nicht mehr scannen. Man legt die vier langen Finger der rechten Hand auf den Scanner, dann den rechten Daumen, danach die linke Hand und den linken Daumen. Anschließend setzt man seine Brille ab und entfernt Kopfhörer usw. aus dem Hals-Bereich. An einem beweglichen Arm ist eine kleine Logitech Web-Cam montiert und damit wird man schnell fotografiert. Die Einreiseerklärung sollte man unbedingt schon im Flugzeug vollständig und fehlerfrei ausfüllen. Wer nicht genau weiß was wo anzukreuzen ist, der sollte die Flugbegleiter fragen!

Auf die Frage warum man einreisen möchte antwortet man einfach nur mit „Vacation“. Sein Telefon sollte man ausgeschaltet lassen und Fotos macht man hier auf keinen Fall! Auch ist man nicht witzig oder macht Späße. Dies Einreise ist eine ernste Sache und so wollen die Mitarbeiter es auch verstanden wissen. Selbst die leicht angetrunkenen Spaßvögel die unmittelbar vor mir abgefertigt werden sind plötzlich ganz ganz ernst und sehr konzentriert.

Als ich an der Reihe bin nimmt der Beamte meinen fast 10 Jahre alten Reisepass hoch und schaut mich sehr eingehend und prüfend an. „Your hair has become ligther!“ Das ist charmant ausgedrückt, er hätte auch sagen können „Eh Alter, Du bist schwer grau geworden…“ Aber hier geht es eben sehr korrekt und sehr professionell zu…

Einige Augenblicke später bin ich dann fertig. Die kleine grüne Karte die ich in den letzten Jahren bekam und sie wie meinen Augapfel hüten musste, gibt es scheinbar inzwischen nicht mehr, jedenfalls bekomme ich kein Exemplar. Als ich bei der Gepäckausgabe eintreffe kommt auch schon mein Koffer auf dem Förderband daher, so lasse ich mir das gefallen…

Ein paar Meter später gibt es dann die zweite Kontrolle. Hier wird nochmals geprüft ob man wirklich keine Lebensmittel, lebende Tiere oder andere verbotene Dinge mit sich führt. Und auch hier werde ich wieder mit eindinglichen Blicken gemustert. „Your hair has become lighter…“ Ja ja, den Witz kenne ich schon und erzähle auch hier, dass der Pass ja schon fast 10 Jahre alt ist und es im nächsten Jahr ein neues Foto mit grauen Haaren geben wird 😦

Der Mietwagen

Ein paar Meter weiter bin ich dann auf dem Gehweg vor dem Terminal und auf einer großen Leuchtanzeige steht in freundlichen grünen Buchstaben: Car Rental Shuttle – hier bin ich richtig – auch wenn es mir komisch vorkommt weil ich ganz allein bin… Aber mit der Zeit gesellen sich andere Reisende dazu und ich erkenne einige Gesichter aus dem Wartebereich des Frankfurter Flughafens wieder. Nach etwa 10 Minuten kommt dann auch der Buss und hält direkt vor meinen Koffern. Als sich die Türe öffnet ist dort ein drahtiger Indianer der in Windeseile alle Koffer in seinem Bus verstaut, der hat echt was in den Armen… Es geht los zum Car Rental Center in der Gillespie Street. Die Fahrt dauert etwa 10 Minuten und ich bin ganz froh, dass der Bus schön klimatisiert ist. Draußen sind es nämlich satte 33°C, das fühlt sich an wie bei uns im Hochsommer… An der Car Rental Station drücke ich dem Fahrer schnell zwei Dollar-Noten in die Hand und mit einem Grinsen stellt er meine beiden Koffer zu Allererst vor seinen Bus – Danke! Als ich alles sortiert habe gebe ich Gas und bin als zweiter bei der ALAMO Autovermietung. Direkt vor mir ist eine der Flugbegleiterinnen aus „meinem“ Flieger – die Welt ist klein… Während sie hektisch auf dem Boden ihren Koffer nach den notwendigen Unterlagen durchsucht winkt sie mich vorbei, ich muss gar nicht anstehen, diese zwei Dollar für den Busfahrer haben sich gelohnt! Während sich hinter mir eine Schlange aufbaut, hält mir die ALAMO-Mitarbeiterin ein Blatt mit Abbildungen einzelner Fahrzeuge vor die Nase. Sie zeigt auf einen Jeep Cherokee (Kein schlechtes Auto) – das wäre der Fullsize-SUV den ich gebucht habe. Sie hätte aber ein Upgrade für mich auf einen Chevrolet Suburban oder ein baugleiches Fahrzeug. Ich bin entzückt, ein Upgrade nehme ich doch immer gern… Dann bietet sie mir wieder einmal eine Liability an. Eigentlich hatte ich gedacht sie wäre in meiner Buchung enthalten gewesen, aber ich kann mich selbst überzeugen, dass diese erweiterte Haftpflicht nicht enthalten ist. In Nevada ist eine Liability sogar Pflicht, in anderen Bundesstaaten geht es auch ohne. Die gesetzliche Deckungssumme ist lächerlich gering und für den Fall der Fälle ist ein erweiterter Schutz gar nicht so verkehrt, also willige ich ein. Ein GPS brauche ich nicht und den zusätzlichen Pannenschutzbrief brauche ich auch nicht. Ich muss unglaublich oft hier und dort meine Initialen eintragen und letztlich den Vertrag unterzeichnen. Das geht alles sehr schnell und eigentlich weiß ich noch gar nicht was das Auto nun kosten wird. Auf meine Frage erhalte ich dann die Antwort, dass mich dieser Mietwagen für einen Monat nun 4.150 Dollar kosten wird. Was???? Bei der Reservierung via Internet von Deutschland aus waren es etwas mehr als 1.300 Dollar, also rund 1.000 Euro. Nun soll der Spaß umgerechnet fast 3.000 Euro kosten?

Sie haben es also wieder einmal geschafft! Das Upgrade ist kein Upgrade aus purer Menschenliebe, sondern weil ich das Auto für einen längeren Zeitraum gemietet habe und weil sich damit viel Geld verdienen lässt wenn man dem Kunden jeden Tag ein paar Dollar extra „aus dem Kreuz leiert“. Ich bin schwer geschockt aber hinter mir steht eine lange Schlange, ich habe schon alles unterschrieben und das Auto steht auch schon bereit – urgs…

Nach einem kurzen Telefonat wird mir versichert, dass das Auto gleich für mich bereit ist. Es wird gerade noch gewaschen, ich soll oben beim Schalter hinter der Schiebetüre kurz warten, dann wird mir das Auto zugewiesen sobald es wieder sauber ist. Als ich dort oben eintreffe kommt mir auch schon ein ALAMO Mitarbeiter entgegen. Gleich um die Ecke steht ein riesiger GMC, eine gewaltige Kiste mit irre großen Rädern und schweren Ledersitzen die sich anfühlen wie die Sitzecke im Wartezimmer eines erfolgreichen Anwalts. Als ich den Motor starte stehen etwas über 24.000 Meilen auf dem Tacho. Diese Kiste ist also auch nicht ganz neu. Aber egal, sie ist irgendwie schon cool. Ein paar Meter weiter muss ich bei der „Endkontrolle“ halten. Ich gebe meinen Führerschein und den Vertrag ab. Die nette Dame kommt aus ihrem Häuschen heraus und geht mit prüfenden Blicken um mein Auto herum. Sie sucht nach Beschädigungen usw. Das Auto nebenan hat eine Beule und dort macht eine andere Mitarbeiterin schnell noch ein Foto davon.

„Meine“ Mitarbeiterin gibt mir nun zu verstehen, dass die Zulassung meines Autos schon am 14. April abgelaufen ist und dass sie mich damit nicht mehr fahren lassen kann. Sie telefoniert und versucht neue Kennzeichen oder ein anderes Auto zu bekommen.

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Hinter meinem Auto stellt sie eine Rot-Weiße Säule auf und alle Autos die schon hinter mir stehen müssen auf einen der anderen Schalter ausweichen. Ich fange schon mal an mein Gepäck wieder zusammenzupacken. Die Halterung für mein Handy hatte ich vergeblich gesucht und deshalb schon beide Koffer geöffnet.

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Der Dame ist das alles etwas peinlich und sie telefoniert erneut. Danach sagt sie, dass ich 50 Dollar Rabatt auf das Auto bekomme und es mit leerem Tank zurück geben soll, na das ist ja auch was wert… Etwa 30 Minuten später trifft dann ein weiterer ALAMO-Mitarbeiter ein und bringt mir eine identische Version dieses riesigen Automobils. Ich packe schnell alles um und bin auch schon kurz drauf unterwegs zu meinem Motel.

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Navigieren in den USA

Die USA sind das Mutterland des GPS, wo wenn nicht hier kann man sich nach einem GPS richten? Da mir Las Vegas doch noch etwas fremd ist, starte ich an meinem neuen HTC ONE die APP Copilot in der Version 9. Leider habe ich für diese Version nur Kartenmaterial für die USA, daher konnte ich diese APP noch nicht ausprobieren. Und das rächt sich auch prompt. Irgendwie geht da einfach gar nichts… Also halte ich kurz hinter der Car Rental Station in einer Nebenstraße an und beschäftige mich mit meinem tollen GPS. Es dauert einen Augenblick, aber dann ist der Groschen gefallen, das GPS ist gar nicht aktiviert! Dann kann das ja auch nicht gehen… Mit der APP GPS-TEST kann ich sehr schön verfolgen wie mein Telefon nach und nach die Satelliten am Himmel entdeckt.

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Als alle Satelliten entdeckt sind klappt es auch mit meiner Navigations-Software 🙂 Auf der Interstate 15 ist wieder einmal die Hölle los und so dauert es fast 45 Minuten bis ich am Motel eintreffe.

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Das Einchecken ist kein Thema, ich habe ja bereits via HRS reserviert. Ich bekomme Zimmer 311 und bin überrascht wie groß und geräumig dieses Zimmer zum Preis von knapp 100 Dollar ist.

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Ganz witzig sieht es aus, als ich das Netzteil meines MacBooks mit einem Adapter in die Steckdose „stecke“. Es ist mehr ein „Hängen“ als eine „Stecken“ – aber es funktioniert…

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Ok liebe Freunde, ich schlafe jetzt ein wenig und morgen überlege ich dann wie es weitergeht 🙂

McCarran Airport

So sah der Dodge bei der Abreise in Bishop aus, heute ist es ein Koffer weniger aber das Bild ist doch ganz ähnlich 🙂

Kurz vor 11h habe ich endlich alles beisammen. Beladen wie ein Packesel geht es durch die inzwischen reparierte Türe hinaus auf den Parkplatz. Am Tahoe angekommen finde ich wieder die Autoschlüssel nicht, wo habe ich sie nur hin gesteckt? Der schwere Fotorucksack nervt, ich stelle ihn neben dem rechten Hinterrad ab. Während ich ihn abstelle denke ich noch „den bloß nicht vergessen und später mit dem Auto drüber hinweg fahren…“ Da ist der Schlüssel, endlich. Das Auto öffnet sich fast wie von selbst und ich wuchte den Koffer hinein. Aber ich habe ja noch so viel vergessen… Die Wanderschuhe sind im Auto, also erst einmal die Schuhe tauschen. Dann sind da meine Wanderstöcke, ich habe sie in diesem Jahr nicht ein einziges benutzt! Auf dem Rücksitz liegt immer noch das SB-900 – auch nicht ein einziges Mal benutzt – im nächsten Jahr sollte ich es daheim lassen…

Als endlich alles im Koffer ist zeigt die Uhr 10h57 – um 11h ist Check-Out Time! Also schnell rüber zur Rezeption und den Schlüssel abgeben. Dort klappt alles problemlos, aber es dauert eine Weile weil noch zwei Leute vor mir ihren Check-Out erledigen wollen. Etwa 10 Minuten später bin ich wieder beim Auto. Neben dem Auto steht eine ältere Lady mit zwei kleinen Hunden an der Leine. „I had an eye on your luggage! You should take care next time!!“ Ohje, bei all dem hin und her habe ich nun tatsächlich fast eine Viertelstunde lang meinen kompletten Fotorucksack ganz offen neben dem Tahoe stehen lassen. Aber die alte Dame hat ihn bewacht! „Oh yes, I’ll do!! Thank you so much…“ Es ist mir echt ein wenig peinlich und ich zweifle an mit selbst. Als dann alles im Auto ist meldet sich der Hunger. Ich gehe zu Fuß rüber zu Denny’s, das geht fast schneller als mit dem Auto.

Dort ist es richtig voll, es ist Wochenende! Ich darf allein an einem der letzten Tische platz nehmen. Ich bestelle sofort etwas zu trinken und zu essen, ich kenne die Karte ja inzwischen auswendig. Der Kaffee kommt sofort aber das Essen dauert heute richtig lange. Während ich Gedankenverloren aus dem Fenster starre denke ich dann doch über den Zeitplan nach. Ich muss noch essen, zurück zum Auto laufen, zum Rental-Car-Center fahren. das Auto abgeben, mit dem Bus zum Terminal, einchecken, die Sicherheitskontrolle passieren und dann zum Gate laufen. Als um 11h45 das Essen kommt bin ich ganz kribblig, der Flieger geht in drei Stunden! Ich schaufle mir schnell das Essen rein, gebe reichlich Trinkgeld und bin auch schon wieder weg.

Im Tahoe klicke ich ein letztes Mal das Telefon in die Autoscheiben-Halterung die eigentlich für eine iPhone gedacht ist. Aber mein HTC Desire HD passt da auch ganz perfekt hinein! Das Audiokabel benutze ich heute nicht, es ist schon im Koffer. Der Weg zur Rental-Car-Station ist dann völlig problemlos. Die Ansagen sind klar rechtzeitig und präzise und ich kenne den Weg – eine gute Kombination! Bei der Car-Rental-Station öffne ich alle Fenster und fahre dann an das Ende der ganz linken Schlange. Ein Mitarbeiter der Autovermietung steht schon bereit. Dann fällt mir auf was ich noch alles in diesem Auto habe! Ein Ladegerät, diverse Batterien, Waschmitteln, Getränke, Kekse, Cracker, davon könnte man glatt noch einen Tag leben, schlechtes Timing!

Während der Mitarbeiter das Auto von vorn bis hintern intensiv nach Schäden absucht, packe ich alles was ich noch finde in den Koffer. Als ich ihn aus dem Auto wuchte ist er so schwer, dass ich bezweifle, dass das „nur“ 23 Kilogramm sein sollen. Mal sehen ob ich einen Zuschlag zahlen muss! Nachdem am Auto keine offensichtlichen Schäden festgestellt wurde bekomme ich meine Quittung und kann gehen.

Vor dem Car-Rental-Center nehme ich diesmal den LINKEN Bus zum TERMINAL 2 – besser ist das – 2009 bin ich versehentlich in den Bus zum Terminal 1 eingestiegen. Dort starten nur die Inlandsflüge und ich musste mit zwei Koffern, Rucksack und Notebook quer über den halben Flughafen laufen. Das sollte man sich ersparen!

Der Bus ist schon da und wir sind nur zu dritt. Der Bussfahrer wartet eine Weile und dann fahren wir auch schon los. Es rüttelt wie die Hölle, diese Straße sollte man mal reparieren. Mit dem Telefon mache ich ein kleines Video und bis sehr gespannt ob einem später beim Anschauen übel wird oder nicht.

Die Fahrt zum Terminal dauert etwa 6 Minuten, als ich das Terminal betrete ist direkt vor mir der Schalter meiner Fluggesellschaft Condor. Der Check-In hat schon begonnen. Ich bin froh, dass es erst kurz vor 1h ist. Es ist noch viel Zeit. Bei der Sicherheitskontrolle gibt es inzwischen einige Ganzkörper-Scanner. Aber nicht überall! ich stelle mich an er Schlange an, die vor dem guten alten „Türrahmen“ ist. Nach den Schilderungen von Sandra bin ich da jetzt vorsichtig! Meinen Laptop packe ich ganz allein in eine einzelne Schale. Die Schuhe und alles andere in zwei weitere Schalen. Dann werde ich gefragt ob in diesem Rucksack Kameras sind. „Yes, two cameras!“ „Digital?“ „Yes!“ „Ok!“ Nun verstehe ich warum gefragt wurde! Ich hole die transparente Tüte mit meinen Filmdosen heraus und erkläre, dass meine F80 im Koffer ist und frage ob sie vielleicht diese paar Filme manuell kontrollieren können. „What’s the speed?“ „ISO 100!“ „Ok, come on, these machines  are approved until 800!!“… Mit mulmigem Gefühl lasse ich meine Filme durchleuchten, mal sehen ob es ihnen schadet oder nicht…

Als ich am Gate 2 angekommen bin ist es kurz nach 1h. Ich habe noch gut 90 Minuten bis zum Boarding und das offene WLAN am Airport für diesen kleinen Artikel nutzen – auch ganz nett 🙂

Ok, da war die Durchsage, das Kinder unter 5 Jahren und die First-Class-Passagiere zuerst einsteigen dürfen. Danach wird der Flieger von hinten nach vorn gefüllt. Ich steige also fast ganz zuletzt ein, weil ich in der ersten Reihe der gehobenen Holzklasse sitze…

Update am Montag um 12:15 (am):
Der Flug war lang, anstrengend und ein wenig holprig aber ich bin nun schon fast zu Hause. Noch bis Freitag Geld verdienen und dann wird endgültig der Koffer angepackt. Aber nicht für lange Zeit, am nächsten Montag bin ich dann schon wieder unterwegs und ein Jahr älter werde ich dann auch schon wieder sein. Auch das ist Gleichberechtigung für alle Menschen 🙂

Ok, jetzt duschen, umziehen und dann mal schauen ob sie mich im Büro noch wiedererkennen…

Leaving Las Vegas

Das Zimmer 219 im Comfort Inn ist im Erdgeschoss. Die Fenster sind mit Schrauben fixiert, vielleicht aus Angst vor Einbrechern. So ist es ohne Klimaanlage heiß und stickig, mit Klimaanlage unerträglich laut. Einen Tod muss man also sterben, ich entscheide mich gegen den Krach. Als ich am nächsten Morgen aufwache ist es 7h – Arizona Time – habe ich gestern bei der Anreise nochmals geprüft!!

Im Bett mit den Mac auf den Beinen schaue ich in meine E-Mails und kann nun auch endlich mal eine neues YouTube-Video veröffentlichen. Diesmal ist es das Video, dass ich am White Mesa-Arch gemacht habe.

Dieses Video ist dann auch schnell in den zugehörigen Post eingebunden. Danach versuche ich mich mal an dem kleinen Coffe-Maker. Nach einer Weile riecht es sehr gut nach frischem Kaffee. Ich packe also einen dieser seltsamen Styropor-Becher aus und will mir einen Kaffee einschenken, aber was ist denn das? Die Kanne ist fast leer! Hm? Ich schaue mal in den Wassertank, er ist auch leer, wo ist der Kaffee hin? Ein nicht ganz ernst gemeinter Blick auf den Boden bringe auch keinen Hinweis auf den Verbleib des Kaffees. Wo ist er? Kurz nachdenken, dann finde ich ihn er ist genau dort, wo eigentlich nur der Kaffeefilter sein sollte. Der Beutel mit dem Kaffee schwimmt oben drauf. Was ist denn das? Dann verstehe ich das Problem. Scheinbar hat jemand mal die passende Kaffeekanne zerbrochen und es wurde eine neue Kanne in die Maschine gestellt. Diese ist aber etwa einen Zentimeter zu niedrig um das Ventil unterhalb des Kaffeefilters zu öffnen. Der Trick besteht nun darin, die Kaffeekanne anzuheben und gegen das Ventil zu pressen. Nun läuft der Kaffee in die Kanne und zusammen mit ein wenig Coffe-Creamer schmeckt er gar nicht schlecht.

Eigentlich könnte ich ja unten im Hotel ein kleines Frühstück bekommen, aber dafür müsste ich mich komplett anziehen und vor 9h dort sein. Egal, ich gehe gleich ein letztes Mal hinüber zum Denny’s und stelle mir meinen eigenen „Grand-Slam“ zusammen. Eier, Würstchen, English-Muffin, Fruits – das ist immer wieder lecker!

Der Koffer ist schnell gepackt. Fast die Hälfte der Wäsche ist noch sauber und riecht auch no so. Diese Guest-Laundrys sind massiv praktisch! Es geht unter die Dusche. Das ist hier jedes mal ein kleines Abenteuer. Dieser Duschkopf hat eigentlich die Möglichkeit 4 unterschiedliche Varianten zu wählen. Aber es haben schon Generationen unverständiger Gäste daran herum gedreht, das Wasser kommt einfach nur irgendwie heraus. Man wird nass! Ok, viel mehr will ich ja gar nicht 🙂

Beim Waschen der Haare fallen mir massiv viele Beulen am Kopf und im Nacken auf. Am Hole in the Rock waren diverse kleine fiese Moskitos und die haben sich in meinen verschwitzten Haaren offensichtlich wirklich wohl gefühlt. Am linken Arm haben sie mich auch erwischt, was für eine Beule. Na ja, ich habe Systral dabei und nach der Behandlung sind die Haare schmierig und die Tube fast leer. Egal, das spart Gewicht 🙂

Mit dem Kaffee in der Hand wird der BLOG aktualisiert während der Mac im Hintergrund das Hochgeschwindigkeits-Video des gestrigen Tages an YouTube überträgt. 139 MB sind es und es soll 17 Minuten dauern. Da ist also noch Zeit um den Fotorucksack zu checken und für eine ausgeglichenes Gewichtsverhältnis der Gepäckstücke zu sorgen. Die F80 und zwei Objektive müssen im Koffer mitreisen. Damit ihnen nach Möglichkeit nichts „zustößt“ packe ich die F80 OHNE Objektiv, dafür mit Gehäusedeckel in meine blaue Fleece-Mütze. Die Objektive werden in dicken (sauberen!!) Wollsocken verstaut. Alles zusammen in die Mitte des Koffers. Das Stativ demontiere ich heute mal nicht. Es passt auch Quer in de den Koffer. Vielleicht ist das auch keine schlechte Idee, so wird dieser doch sehr labbrige Koffer ein wenig stabilisiert.

Alles was noch an Seife, Shampoo, Duschgel, Äpfeln usw. da ist lasse ich hier neben der Mülltonne stehen.

Das Taschenmesser welches mit vielleicht am Blue Canyon vor dem verschlossenen Tahoe das Leben gerettet oder zumindest einige echt wirklich unangenehme „Erfahrungen“ erspart hat kommt UNBEDINGT in den Koffer. Dann ist da noch ein Feuerzeug, das MUSS hier bleiben. Seit einiger Zeit dürfen Feuerzeuge nicht mehr mit ins Flugzeug!

Mein Abschleppseil (für alle Fälle, besser ist das) kommt auch in den Koffer. Die dicken Wanderschuhe habe ich nicht oft gebraucht, ich werde sie gleich aus dem Auto holen, dann anziehen und die Trekking-Schuhe in den Koffer packen. Ja dann wäre eigentlich alles gesagt oder besser geschrieben. Ein wenig wehmütig bin ich schon. Die Zeit hier war so lang, dass ich schon Probleme habe alles aufzuzählen wenn mich jemand fragt wo ich überall war – und das wird man hier oft gefragt! Andererseits gäbe es noch so viel zu sehen. Ich bin täglich an irgendwelchen Gebirgen vorbei gefahren die ich gern mal erkunden würde. Colorado, New Mexico, Wyoming… Der Grand Canyon und und und… All das muss warten bis zum nächsten Mal.

Das Fotografen wie Tom Till und Michael Fatali hier so geniale Fotos in ihren Galerien haben liegt zum einen daran, dass sie ihr Handwerk beherrschen. Zum Anderen liegt es aber auch daran, dass sie eben hier leben. Ich möchte nicht wissen wie oft Tom Till zur False Kiva gewandert ist bis er DAS Foto dieser tolle Höhle geschossen hat! Sucht man über die Google-Bilder such nach „Tom Till False Kiva“ findet man alle Fotos die von den „üblichen Verdächtigen“ dort gemacht wurden. Alle versuchen sich an diesem Motiv, aber meiner Meinung nach ist das „Original“ von Tom Till bislang ungeschlagen.

Ähnlich ist es mit vielen anderen Fotos. Überhaupt ist es interessant wie viele Amateure ständig versuchen perfekte Bilder der „Ikonen“ mit ihrer eigenen Kamera zu kopieren. Eigentlich ist es schon fast eine Verletzung des Urheberechtes, andererseits ist es eigentlich langweilig. Ok, ich neige ja auch dazu. Warum sonst habe ich die False Kiva, Golden Gate und so weiter fotografiert? Es ist eben alles schon einmal fotografiert worden, aber eben nicht von jedem!

Sehr interessant waren in diesem Zusammenhang die langen Gespräche mit Allan Vasenius. „I dont’t need to take pictures just to show I was there!“ In diesem Satz liegt viel Wahrheit. Vielleicht ist er mit seinen 70 Jahren so entspannt, weil er aufgehört hat ständig zu versuchen die Fotos der großen Meister zu kopieren. Er macht sein eigenes Ding. Allan plant seine Fotos und überlegt wie er ein Bild erstellen kann „that works“. Sicher wird er am Ende des Tages oft ganz ohne Fotos zurück kehren, aber nur so kann etwas wirklich neues entstehen. Das ist genau das, was Tom Till und die anderen Ikonen des „Business“ machen. „They don’t need to take pictures just to show they were there!“

Ich werde das künftig auch mal versuchen, auch wenn es ungleich schwieriger ist damit jeden Tag wenigstens ein halbwegs nettes Foto zu haben, dass man in seinem BLOG zeigen kann. Aber vielleicht sind es ja dann die Geschichten der Suche nach dem „Perfect Shot“ die ihre Leser finden?

Ok, nach all diesen vielleicht langweiligen aber hoffentlich nicht überflüssigen Gedanken ist auch mein Video des Tages bereit um es anzuschauen 🙂

Ich packe jetzt ein und mache mich auf den Weg.

Wie würde es Allan Vasenius sagen: „Tschuess“

Going home

Nachdem ich ausgeschlafen habe, alles zusammen gepackt und im Auto verstaut ist geht es kurz um die Ecke zum Best Western. Nach der Rückkehr vom „Hole in the Rock“ ging einfach gar nichts mehr und ich habe nur noch die paar Fotos auf meine externe Festplatte kopiert und bin dann gleich eingeschlafen. Nun sitze ich im Auto und schreibe meinen Artikel des vorherigen Tages. Ist auch mal ganz witzig. Hier ist er.

Nach etwa 90 Minuten bin ich total durch gefroren. Es ist immer noch sehr kalt, auch wenn einem die Sonne warm ins Gesicht scheint. Alles was im Schatten ist bleibt oder wird kalt, heute sind es ganz besonders meine Füße 😦 Ich fahre also irgendwann am Vormittag los in Richtung Süd-Westen. Etwa eine Stunde später komme ich wieder am Zion-Canyon an. Es gäbe auch eine andere schnellere Route, aber die hier ist einfach sensationell. Ganz witzig sind die vielen alten Schrottautos die ein Autohändler anbietet. Die meisten Autos rosten dort seit vielen Jahren vor sich hin.

Für alle Fans wirklich ausgefallener Oldtimer die man ggf. mit viele Liebe und Mühe wieder aufarbeiten könnte:

http://www.classicautoprojects.com

Kurz vor dem Zion Canyon steht da wieder dieser alte grüne, sicherlich schon tausendfach fotografierte alte Chevy. Und auch heute ist er mit wieder ein paar Fotos wert.

Am Kassenhäuschen muss ich zum „Annual-National-Park-Pass“ wieder meinen Personalausweis vorzeigen (ID-Card). Der Ranger vergleicht aber nur die Unterschriften und wünscht mit dann einen schönen Tag. Eine Karte usw. brauche ich nicht. Nun sehe ich den Zion Canyon auch mal zur frühen Mittagszeit, auch sehr schön! An ein paar Stellen muss ich einfach anhalten und mit der kleinen Nikon P7000 ein paar Fotos knipsen. Später werde ich von der Qualität dieser Bilder sehr beeindruckt sein. Zu dumm, dass der Verschluß-Mechanismus vor dem Objektiv sich nicht mehr richtig öffnen will und ich ständig daran herumfingern muss 😦

Nachdem ich wieder eingestiegen bin hole ich nach einiger Zeit mal wieder Sandras Autoscheiben-Stativ aus der Mittelkonsole und nehme ein kleines Video der restlichen Fahrt durch diesen traumhaften Nationalpark auf. Obgleich ich schon so oft hier war, gesehen habe ich nur sehr wenig. In diesem Park braucht man Wanderstiefel, Kondition und wirklich viel Zeit. Ich denke man könnte problemlos zwei Wochen hier verbringen, ohne dass es langweilig wird.

Am Abzweig 112 von der Interstate 15 fahre ich kurz raus und überlege ob ich noch den Abstecher zu „Hoblins Playground“ machen soll. Aber es ist irre stürmisch, der Sand fliegt waagerecht, es sind 33°C und ich habe höllisches Kopfweh. Ich entschließe mich, mir das aufzuheben und weiter in Richtung Las Vegas zu fahren. Auf der Interstate geht es relativ flott zu. Viele Autos sind mit 80 teilweise 90 MePH unterwegs. So komme ich dann sehr zügig nach Las Vegas. An der Abfahrt 48 bin ich kurz unentschlossen ob es die richtige Abfahrt ist, nein ist es nicht – es ist Abfahrt 46! Diese Abfahrt ist nur 2 Meilen weiter im Süden. Die Abfahrten sind nicht nummeriert sondern richten sich hier nach den Wegstrecken! Eine ganz praktische Idee wie ich finde, da hat vor vielen Jahren jemand nachgedacht. Und ganz praktisch ist auch, wenn mal irgendwo eine neue Abfahrt gebaut wird braucht man nichts neu zu nummerieren oder zu ändern. Besser und sinnvoller geht es also eigentlich nicht 🙂

Einige wenige Meter nach Abfahrt 46 ist dann schon das Quality Inn auf der rechten Straßenseite. An der Rezeption ist der gleiche Mitarbeiter der sich neulich abends um die klappernde defekte Tür gekümmert hat. Er erkennt mich gleich wieder und wir halten ein kleines Schwätzchen. Als er fragt ob es wieder 2 Personen sind und ich ihm sage, dass ich heute allein bin wird er neugierig. Er fragt ob es Streit gab und meine Freundin mich verlassen hat. Ich stelle das klar, sie hatte leider nur drei Wochen Urlaub. Er grinst und sagt dann, dass es manchmal ganz cool sei wenn man Urlaub „…without these female problems…“ machen kann. Ich lasse das jetzt mal unkommentiert…

Jedenfalls bekomme ich Zimmer 219. Es ist deutlich kleiner und schlechter ausgestattet als das Zimmer vor zwei Wochen. Ich bin entsprechend überrascht, denn ich hatte etwas ganz anderes erwartet. Aber ich will hier nur ein wenig ausruhen, das schnelle WLAN nutzen und bin ja morgen um 10h schon wieder weg.

Womit wir schon beim Thema wären:

Flugnummer: DE-7083
Abflug LAS: 14:25
Ankunft FRA: 10:20
Flugdauer: 10:55h

Bei der Flugdauer wird uns zugute kommen, dass sich uns die Erde entgegen dreht. Ich werde den gleichen Platz haben wie Sandra vor zwei Wochen 6a. Das bedeutet, dass ich kurz nach dem Start nach Norden schauen kann und nicht von der Sonne geblendet werde. Damit sind vielleicht ein paar schöne Fotos mit der kleinen Nikon P7000 möglich. Gut ist auch, dass ich vor der Tragfläche sitzen werde. Es ist also nichts im weg und die heißen Abgase der Turbinen werden auch nichts verschleiern. Hoffentlich hat niemand von außen einen Kaugummi an mein Fenster geklebt!!

Hier habe ich noch ein paar Fotos die eben auf dem kleinen Spaziergang rüber zum Denny’s mit dem HTC Telefon entstanden sind.

Hier ein wirklich übliches Bild. Manchmal hängt hinter dem Boot noch ein Geländerwagen oder ein Anhänger mit Quads (ATV) oder einem Snowmobile. Man sieht hier sofort, warum die Tankstellen hier größer sind und warum so viele Leute hier einfach größere Autos fahren. Das ist einfach sehr praktisch!

Hier gefiel es mit sehr gut, wie das McDonald’s Schild ganz gang klein und ganz weit hinten unter „RESTAURANT“ zu sehen ist 🙂

Hier mal eine übliche Tankstelle. Man beachte die dicken Betonklötze vor den Zapfsäulen!! Safety first!!

Hier ist ein Blick auf die andere Straßenseite rüber zum Denny’s. Direkt dahinter verläuft die Interstate 15.

Hier nun die Route des Tages:

Und der schönste Teil quer durch den Zion Canyon: