Kritisch gesehen – I’m still here

Ich erinnere mich noch gut wie ich im Jahr 2008 bei einem Freund zur Einweihung des genialen großen Gasgrills eingeladen war und den ganzen Abend über Musik von Johnny Cash lief. Und ich erinnere mich auch noch gut an den Film „Walk the Line“ in dem Joaquin Phoenix genau diesen Johnny Cash auf großartige Weise verkörpert hat und später mit einem Oscar belohnt wurde

Und auch an den Hype um seine Ankündigung nach diesem Film künftig keine weiteren Film mehr drehen zu wollen um sich ganz auf seine Karriere als Musiker zu konzentrieren erinnere ich mich auch noch.

Vor ein paar Tagen fiel mit dann eine Blu-Ray in die Hand, welche auf der Titelseite genau diesen Joaquin Phoenix mit Sonnenbrille in total verwahrlostem Zustand zeigt. Irgendwas hatte ich gehört von einem „Filmischen Experiment“, von einem Versuch die Gnadenlosigkeit zu zeigen mit der Hollywood und die Medien des 21. Jahrhunderts jeden Star auf Schritt und Tritt verfolgen und mit Spott und Häme jeden noch so peinlichen Ausrutscher kommentieren und ausschlachten.

Gestern war dann ein wenig Zeit mir dieses Experiment endlich anzuschauen. Und ich muss ganz offen gestehen, ich habe zwischendurch auf den schnellen Vorlauf der Fernbedienung gedrückt. Es ist schon ziemlich unerträglich diesen genialen Schauspieler so fett und aufgedunsen, ungewaschen und unrasiert dabei zuzuschauen wir er die Brüste von Nutte begrabbelt, sich Drogen reinpfeift, in einem Club eine Schlägerei anfängt um sich danach auf der Herrentoilette lustvoll und ausdauernd zu übergeben.

Als diese Doku endlich überstanden ist, schaue ich mal in das Bonusmaterial und nun wird mir vieles Klar. Dieser Typ hat sich für dieses Experiment fett gefressen, sich so richtig gehen lassen um sich ganze zwei Jahre lang bei seinem vermeintlichen Niedergang in fast jeder Stunde seines Lebens dabei filmen zu lassen. Was für eine krasser Scheiß…

Nachdem ich ihn im Bonusmaterial frisch gestylt und mit durchtrainierter Figur sehe muss ich noch einmal in den Film zurück zappen. Nun wird mir vieles klarer, nun macht dieses Experiment irgendwie Spaß. Er klebt David Letterman ein Kaugummi unter die Tischkante und erzählt Produzent Sean Combs alias P Diddy, dass er eine epische Bohamian Rhapsodie des HipHip mit ihm produzieren möchte. Dieser steht dem verwahrlosten Fettwanst ein wenig fassungslos gegenüber und sagt nur. „Oh ja, episch ist gut! Episch ist episch!“

Rückblickend wird dieser Film irgendwie immer besser. Kennt man die Hintergründe kann man das Gesicht von Ben Stiller genießen wie er versucht den übel riechenden Zottel zu einem neuen Film zu überreden und der einfach nur Desinteresse heuchelt.

Alles in allem ein äußerst ungewöhnlicher Streifen der mich mehr an Jackass als an „richtige Filme“ wie „Walk the line“ erinnert. Er ist anstrengend und hat seine Längen. Auch fällt es schwer die Motivation hinter diesem Projekt nachvollziehen zu können. Doch vielleicht ergeben sich gerade aus dieser Absurdität des Streifens seine subtilen Höhepunkte.

Wer Filme mag die sich einem nicht auf den ersten Blick erschließen, der sollte sich „I’m still here“ vielleicht in einer ruhigen Stunde mal anschauen.

Hier ein kurzer Ausschnitt aus seinem Auftritt bei David Letterman. Dieser war in das Experiment nicht eingeweiht und versucht hier fast 10 Minuten lang diesen Kaugummi kauenden Waldschrat aus der Reserve zu locken. Bis dieser ihm schließlich sein Kaugummi unter die Tischkante klebt.

Ein paar Monate später wurde der ganze Spaß dann erneut bei David Letterman aufgeklärt – irgendwie auch ganz witzig…

Sehr schön auch zu sehen, wie die „Generation Handykamera“ auf die fingierte Prügelei hereinfällt und diese Videos sensationslüstern bei YouTube zeigt. Dies hier ist KEIN Filmausschnitt 🙂

Letztlich ist es für mich ein Streifen der mir im Gedächtnis bleiben wird. Ob er es wert war sich zwei Jahre lang gehen zu lassen und sich bewusst dem öffentlichen Spott auszusetzen, das muss jeder für sich selbst entscheiden 🙂

Driving into the sunset

Gestern habe ich ja schon kurz geschrieben, dass ich mir die Wartezeit bis die Nikon D800E endlich lieferbar ist mit schönen „Männerdingen“ zu verkürzen suche. So ist gestern nach langer Zeit endlich mal wieder ein kleiner „Fahrfilm“ entstanden. Unterwegs am Rhein auf der B42 zwischen Königswinter und Rüdesheim habe ich meine kleine GoPro mitlaufen lassen. In meinem Appartement angekommen hatte ich so wieder fast drei Stunden Video-Material eingesammelt aus dem ich kurz vor Mitternacht noch schnell eine kleines Video für Euch geschnitten habe.

Für die Schnitt habe ich diesmal Final Cut Pro X auf meinem 17″ Mac Book verwendet. Der Core i7 bewegt Final Cut auf diesem Notebook recht zügig. Der Import der riesigen Videodateien ging viel viel schneller als mit iMovie und mit den Schneidefunktionen habe ich mich inzwischen auch angefreundet. Man muss einige wenige Tastatur-Kürzel kennen und so schaltet man schnell zwischen den einzelnen Modi für „Markieren“, „Schneiden“ usw. um. Hat man die Tastaturkürzel „drauf“, so geht die Arbeit mit Final Cut Pro X recht zügig von der Hand.

Damit YouTube nicht wieder einen blöden Content-ID Treffer produziert habe ich bei der Musik ein wenig in der Mottenkiste gekramt und ein paar Musik-Schnipsel ausgegraben die ich in den letzten Wochen auf dem iPad mit Garage-Band zusammen gefummelt habe. Den kurzen Gitarrenriff habe ich auf einer Gitarre gespielt die aussieht wie eine Fender Telecaster. Aber sie stammt von der Firma Young Chang aus Korea und wird unter dem Label „Fenix“ vertrieben. Young Chang ist der größte Hersteller für Musikinstrumente weltweit. Vieles was man für gut und teuer hält kommt aus diesen Fabrikationsstätten. Die Qualität ist durchaus ordentlich und meine „Tele-Copy“ ist mir eine liebe Gitarre geworden. Aber sie ist auch ein wenig modifiziert. Allein dazu könnte ich vielleicht mal einen eigenen Post erstellen.

Na ich erzähl‘ Euch kurz was ich mit diesem Ding angestellt habe…

Also, die „Basis-Gitarre“ hat mich vor vielen Jahren etwa 200 Mark gekostet. Den Hals habe ich sauber abgerichtet, die Bundstäbchen schön rund gefeilt und poliert. Dann habe ich zwei Seymour Duncan Tonabnehmer eingebaut. Am Hals ist ein Jeff Beck Junior, eine Humbucker der so groß ist wie ein Single-Coil. Am Steg ist ein Custom-Custom mit keramischen Magneten. Auch ein Humbucker in der Größe eines Single-Coils, aber mit mächtig viel „Bumms“. Das Ding ist ordentlich laut und produziert fantastische Obertöne! Unter dem schönen neuen Perlmutt-Pickguard ist ein Batteriefach und es gibt einen kleinen Audio-Verstärker der das Signal eines Piezo-Pickups, den ich an der dünnsten Stelle mit Zwei-Komponentenklebstoff auf das Holz geklebt habe, aufbereitet. Damit ist das Sound-Spektrum dieser Gitarre riesig groß. Die Wolken-Ahorn-Decken sehen schön aus und das Teil spielt sich wirklich gut.

In Verbindung mit dem Apogee JAM und einem krassen Preset aus Mainstage kann man damit richtig schönen „Krach“ machen. Mainstage ist ein Programm das zum Lieferumfang von Logic Pro auf dem Mac gehört. Man hat damit Zugriff auf alle Gitarreneffekte und virtuellen Musikinstrumente die Logic Pro mit sich bringt. Eine wirklich tolle Sache wenn man live Musik machen möchte und keine Synthesizer und anderen Krams schleppen will. Einfach einen kleinen Mac, eine USB-Midi-Keyboard anschließen und ab geht die Post. Als Gitarrist nimmt man sich vielleicht noch einen Apogee Jam und einen MIDI-Footswitch und schon hat man alle Gitarrenverstärker dieser Welt auf seinem MacBook dabei. Wirklich cool ist das!

Meine kleines Video findet ihr hier – es ist von 180 Minuten auf etwa 4 Minuten eingedampft und mit dieser Gitarre und diversen kleinen Musik-Apps auf dem iPad „vertont“. Alles in allem nicht wirklich schön, aber eben selten.

Wer mag kann sich ja mal an einem „richtigen“ Soundtrack versuchen. Das Video schneide ich gern auch noch einmal neu 🙂

Freud und Leid mit iTunes Match – Teil 2

Vor ein paar Tagen habe ich Euch in diesem Artikel Freud und Leid mit iTunes Match mein Leid im Bezug auf die Nutzung der Apple iCloud-Dienste in Verbindung mit selbsterstellten Kopien der eigenen Schallplattensammlung geklagt. Darauf hin haben mich mehrere Leser angemailt und gefragt warum ich denn nicht einfach je Schallplatte zwei MP3 Files erstelle die man dann schön am Stück hören kann.

Eigentlich gar keine schlechte Idee und tatsächlich funktioniert es! Bei den Schallplatten die ich lediglich in A und B Seite unterteilt habe gab es keinen Treffer seitens iTunes Match. Die Files wurden brav in die Cloud hochgeladen und ich kann sie jetzt auf allen meinen Cloud-fähigen Geräten hören und zwar ganz genau so wie ich sie aufgezeichnet habe. Wirklich cool! Und die Unterscheidung der einzelnen Titel vermisse ich auch nicht wirklich, früher habe ich die Schallplatten ja auch immer nur am Stück gehört. Wie die meisten Songs hießen wußte ich gar nicht, ich wußte nur, es ist „das zweite Lieder der B-Seite“. Eine Information die vor 30 Jahren ausgereicht hat und auch heute noch ok ist, jedenfalls für mich 🙂

Bei den letzten Schallplatten habe ich mir auch gar nicht mehr die Mühe gemacht die Songs zu taggen usw. Auf dem Mac kann man mit dem Quicktime-Player die Stereo-Tonspur vom USB-Plattenspieler aufnehmen und anschließend sogar an Anfang und Ende komfortabel beschneiden (Trimmen). Danach ist ein Export in einem komprimierten MP3 ähnlichen Format möglich. Das spart Platz auf der Festplatte, es klingt gut und iTunes kann es auch verarbeiten.

Kurzum, so ist das ok und bei „zwei Titeln“ pro Schallplatte spart man auch wertvollen Platz in seiner Cloud. Denn da haben ja „nur“ 25.000 Titel Platz. Auf den ersten Blick scheint das irre viel zu sein, aber ich musste schon viele Titel löschen weil ich diese Grenze deutlich überschritten hatte. Aber ok, es war auch ne Menge Schrott in meiner Cloud, da war es gar nicht so verkehrt mal ordentlich aufzuräumen!

In den kommenden Monaten werden also meine Schallplatten nach und nach in die Cloud wandern und dann vielleicht gänzlich im Keller verschwinden. Na schauen wir mal…

Hier habe ich noch zwei audiophile Kostproben für Euch…

Nikon D800E – In Deutschland immer noch nicht lieferbar

Als ich im Februar beim Fotohändler meines Vertrauens mein ganz persönliches Exemplar der Nikon D800E geordert habe, stand als Lieferdatum der 16. April im Raum. Heute ist Pfingstmontag und wir sind schon wieder fünf Wochen weiter. Von der D800E ist aber noch keine Spur zu sehen. Bei den „üblichen Verdächtigen“ wie amazon & Co. gibt es mit ganz viel Glück inzwischen eine D800 zu kaufen, die D800E kann jedoch in Deutschland bislang nur vorbestellt werden!

Braucht man überhaupt eine D800E, tut es nicht auch eine D800? Diese Frage habe ich mir während der vergangenen Wochen mehrfach gestellt.

Ken Rockwell, auch bekannt als der Chuck Norris der Fotografie, hat hier beide Kameras einander gegenüber gestellt. In seiner bekannt trockenen Art empfiehlt er die D800E nur denjenigen Fotografen die ihre Bilder mit der Lupe nach Details absuchen. Eigentlich gehöre ich nicht zu dieser Spezies, aber ich habe bereits eine D700 und diverse andere Nikon Kameras, Angst vor Moiré muss ich also nicht haben und wenn es mal „schnell gehen muss“, dann kann ich die D700 einsetzen. Ich mag schöne größe Prints auf tollem Papier in hochwertiger Rahmung. Wenn ich solch ein Bild erstelle und allein die Materialien mit 300 Euro und mehr zu Buche schlagen, dann denke ich mir derzeit „Wenn schon – Denn schon“. Je mehr Details ein hochwertiger Print in 60 x 90 cm zu bieten hat, desto besser ist das (aus meiner Sicht). Wird das Bild gar in 100 x 150 cm oder größer gedruckt, so kann die D800E einfach mehr Details liefern und daher sind mir die Mehrkosten zur D800 derzeit nicht wichtig.

Bei panobilder.de findet man diesen sehr schön gemachten Vergleich der Nikon D800 mit der D800E. Im Fazit kann man dort nachlesen, dass sich die Bilder der D800 im Rahmen der elektronischen Bildverarbeitung so hinbiegen lassen, dass sie aussehen als wären sie mit einer D800E gemacht. Hierbei wird jedoch nicht drauf eingegangen wie ein identisches Bild aus einer D800E bei identischer Bildaufbereitung aussehen würde.

Ich denke derzeit „Mehr ist Mehr“ und selbst wenn die D800 mit einigen EBV-Tricks der D800E nahe kommt, so wird diese (je nach Motiv natürlich) die Nase vorn behalten.

Sucht man das Internet ein wenig nach Artikeln rund um die neue Nikon D4 bzw. die D800 ab, so findet man auch erste negative Stimmen. So wird vielfach berichtet, dass sowohl die D4 als auch die D800 gelegentlich „einfrieren“ und sich auch durch Entfernen des Akkus nicht reanimieren lassen. Nikon empfiehlt derzeit die Anzeige von Spitzlichtern nicht zu verwenden um diesen Effekt zu vermeiden. Scheinbar gibt es hier doch noch Probleme mit der Firmware dieser Kameras.

Vor diesem Hintergrund ist eine gewisse Wartezeit vielleicht gar nicht so verkehrt. Wenn man als Kunde damit ein vollständig funktionierendes Exemplar erhält, dann warte ich gern noch eine Weile und nutze die Zeit für ein paar schöne Touren mit dem Motorrad oder dem Cabrio. Das Leben kann auch ohne die D800E wirklich schön sein. Auch wenn das die Nikon-Marketingabteilung sich nicht gern hören mag 🙂

Hier zwei Beispiele für „männliches Leben ohne die Nikon D800E“

Bis die D800E endlich lieferbar ist werde ich mit der D7000 sicher noch eine Menge Spass haben, so wie in diesem Video das vor ein paar Monaten mit der D7000 auf Teneriffa entstanden ist.

So, jetzt packe ich mal wieder meinen Koffer und starte eine kleine Reise mit viel männlichem Spaß ohne die D800E. Im Gepäck werde ich die Fuji Finepix X100 haben. Sie „trägt nicht auf“ und liefert tolle Bilder.

Update um 23h55

Die Fahrt über die B42 am Rhein entlang war wieder einmal richtig gut und ich habe während der Fahrt ein wenig mit der kleinen GoPro HD HERO 1080 „ins Blaue hinein fotografiert“. Dinge die man mit einer D800E niemals tun würde weil man viel zu viel Angst hätte, dass da was dran kommt…

Aber ich muss sagen, die winzige GoPro liefert wirklich spannende 5 Megapixel große Bilder. Für den „schnellen unbemerkten Schuss aus der Hüfte gibt es nur wenig besseres. Hier ein Beispiel das so um ca. 21h in der Nähe der Lorelei entstanden ist. Das Dach war geöffnet und ich habe die GoPro ohne Unterwassergehäuse mal hierhin und mal dorthin gehalten. Ein Display hat sie ja nicht…

Zweiter Nachtrag

Das „Video des Tages“ ist jetzt auch fertig…

Freud und Leid mit iTunes Match

Mit der Einführung seiner Cloud-Dienste sorgte Apple bereits vor einigen Monaten für Furore. Ein witziges Detail, die gesamte Apple-iCloud basiert auf Microsoft Azure-Systemen! Um die eigene Cloud schnellt an den Start bringen zu können hat man sich bei Apple entschieden einen Pakt mit den bösen Microsoftlern einzugehen. Ich bin mir sicher, dass einige Apple-Manager sich mit dieser Entscheidung schwer getan haben 🙂

Dies wird wohl auch der Grund sein, warum die iCloud mehr eine „Spaß-Cloud“ als eine „Worker-Cloud“ ist. Vergleicht man die iCloud beispielsweise mit den Cloud-Diensten der IBM so fällt schnell auf, dass IBM deutlich mehr Funktionalität bereitstellt. Kunden der IBM können komplette Server-Systeme in die  IBM-Cloud auslagern um müssen sich danach nicht mehr um die unterbrechungsfreie Stromversorgung und andere Themen kümmern die so manchem Leiter eins Rechenzentrums immer mal wieder den Angstschweiß auf die Stirn treiben.

Damit wäre klar, die iCloud ist eine „Medienwolke“ und damit diese relativ schnell ist und nicht bereits nach einigen Wochen aus alle Nähten platzt haben sich die Apple-Programmierer den Cloud-Dienst „iTunes Match“ ausgedacht. Eigentlich eine pfiffige Geschichte dieses „Match“. Hat man beispielsweise auf seinem lokalen PC einige alte mp3 Dateien in mieser Qualität, die man seiner  lokalen iTunes-Installation hinzu fügt und startet danach den Abgleich mit seiner eigenen kleinen Wolke, so werden viele Titel durch die Match-Alogrithmen erkannt und gar nicht erst in die Cloud hochgeladen. Statt dessen wird dort vermerkt, dass man „Eigentümer“ der betreffenden Songs ist und eigentlich wird lediglich in einer Datenbanktabelle ein „Häkchen“ gesetzt. „Ja, der Ansgar hat auch diesen Song“. Löscht man danach die lokalen Dateien und lädt sie wieder aus der iCloud herunter, so bekommt man nicht das was man hatte, sondern die Dateien welche ein Käufer dieser Songs via iTunes downloaden würde. In der Regel wird man also fast ein „Schnäppchen“ machen und die Songs in besserer Audio-Qualität bekommen.

Anders sieht die Sache aus, wenn man sicherstellen möchte, dass man genau SEINE Songs in der iCloud hat. Das ist nämlich nicht vorgesehen.

Gestern Abend habe ich beispielsweise eine Schallplatte, die ich mir vor etwa 30 Jahren gekauft habe, auf den neuen DUAL USB-Plattenspieler gelegt, auf dem 17″ MacBook mit Quicktime aufgezeichnet. Danach mit Waveburner geschnitten, mit iTunes in MP3 konvertiert und mit ID3-Tags versehen. Alles kein Problem, nur umständlich wie die Hölle! Aber letztlich war ich mit dem klanglichen Ergebnis der konvertierten Schallplatte sehr zufrieden, es hat aber fast drei Stunden gedauert!

Heute Morgen habe ich dann mein kleines 13″ MacBook genommen, iTunes gestartet und testweise die neuen Songs aus der iCloud auf heruntergeladen. Beim Abspielen via Apple-TV ist mir dann die sehr unterschiedliche Lautstärke und Klangqualität aufgefallen. Nach einigen Augenblicken war mir dann auch klar was die Ursache ist – der Match-Algorithmus hat mich „veräppelt“! Er hat einige der neuen Songs identifiziert aber eben nicht alle! Und so sieht das derzeit in iTunes aus:

Schaut man in die Spalte „Art“ sieht man dort die Ursache des Übels. Es gibt „Passende AAC-Dateien“, „AAC-Audiodateien“ und MPEG-Audiodateien. Ursprünglich waren es alles MP3 Dateien (also MPEG-Audidateien).

Der Algorithmus von iTunes Match hat nun einiges erkannt, anderes hochgeladen. Das Ergebnis ist eine völlig unbefriedigende Kopie meines nächtlichen Arbeitsergebnisses und das ist mehr als frustrierend.

Eine Lösung könnte sein die ID3 Tags so zu ändern, dass die Songs nicht mehr anhand der Tags erkannt werden können. Aber dann findet man sie vielleicht via Apple-TV nicht mehr wieder. Oder man müsste sich eine Konvention einfallen lassen, bspw. das „a“ durch das „@“ zu ersetzen. Damit würde aus den Namen der Band „R@inbow“ statt „Rainbow“. Doch ob das hilft bleibt ungewiss. Dienste wie „Shazam“ beweisen auf den Smartphones dieser auf beeindruckende Art und Weise, dass man Musik auch einfach nur anhand eines kurzen Audioschnipsels erkennen kann.

Wie der Match-Algorithmus genau funktioniert wird Apples Geheimnis bleiben. Aber ich werde später mal versuchen ihn über veränderte ID3-Tags „auszutricksen“. Aber ich habe ehrlich gesagt nur wenig Hoffnung, dass man seine mühsam kopierten Schallplatten wirklich unverändert in der iCloud ablegen kann. Damit kann man sie nicht via Apple-TV bequem aus der iCloud hören, sondern muss sie lokal auf einem iPod, iPad, iPhone, MacBook oder einem Windows-PC mit iTunes lagern. Damit kann man sie via Airplay über das Apple-TV abspielen und das in der Qualität die man selbst vorgegeben hat.

Das eigentlich sehr schön gemachte Menü der „Homepage“ des Apple-TV hat man damit dann allerdings ausgebootet, was wiederum schade ist denn zeigt die oft gehörte und neu der iCloud hinzugefügte Musik sehr schön übersichtlich an und ist sehr einfach zu benutzen.

Irgendwie scheinen meine Erfahrungen symptomatisch für die Nutzung der Apple-Produktpalette zu sein. Solange man seine Musik brav bei Apple via iTunes einkauft ist alles gut und funktioniert bestens. Verlässt man diesen „Pfad der Tugend“ und kauft seine Musik beispielsweise bei Amazon, so gelten sofort andere Regeln. iTunes-Käufe blähen die Cloud nicht auf, Amazon-Downloads hingegen sehr wohl. Hier schützt Apple ganz bewusst seine eigenen Umsätze.

Geht man noch einen Schritt weiter und versucht digitalisierte Teile seiner eigenen Plattensammlung in der iCloud abzulegen, so ist das Ergebnis unvorhersehbar. Extrem exotische Schallplatten wird Match nicht finden und sie werden dann brav in die iCloud hochgeladen. Doch sobald eine Schallplatte eine wenig populärer ist, erscheint das Ergebnis wahllos und das macht keinen Spaß!