Fly me to the moon

Es ist der vorletzte Tag der vorletzten Woche bevor es für eine lange Zeit in die USA geht. Die Mittagskarte der Kantine ist nicht so mein Fall. Auch Fabian hat kein Lust auf Kohlrouladen, also gehen wir gemeinsam zum La Rustica und lassen es uns dort gut gehen.

Doch mein Salat bekommt mir nicht wirklich. Eigentlich kann ich alles essen, Bratwurst, Burger, Fritten, danach Crème brûlée – alles kein Thema – aber mit Salat hat mein Körper keinen Vertrag. Kaum zurück im Büro geht die Rennerei schon los. Es gärt und brodelt und ich fühle mich richtig krank. Kurz nach 17h geht es gar nicht mehr, ich will nur noch nach Hause. Aber mein Zuhause ist weit weg. Also geht es zu Fuß zum Appartement gleich neben dem besten Hotel der Welt. Ich freue mich auf einen Jägermeister, vielleicht hilft das.

Während ich die Treppenstufen zum Rhein hinunter stapfe fliegt ein Flugzeug nach dem anderen über meinen Kopf hinweg. Am Himmel lacht mich ein fast voller Mond an. Groß und schwer hängt er am Himmel, das letzte Abendlicht färbt den Himmel leicht violett und der Mond erinnert mich an das Gesicht eines lächelnden Chinesen.

Auf den letzten Metern ist plötzlich das Grummeln im Bauch fast vergessen. Schnell rein und die Kamera klar machen. Ich schnappe mir die D300, dran kommt der 1.7er Teleconverter und das famose AF-S 2.8/70-200. Ich stelle auf Zeitautomatik, Blende 5.6 und ISO-320. Danach geht es schnell die Treppe wieder hinauf. So habe ich freue Sicht auf den Himmel, den Mond und die Flieger die ein paar Minuten später in Frankfurt am Main landen wollen.

Etwa 30 Minuten später ist es zu dunkel für scharfe Fotos. aber ich habe ein paar nette Fotos machen können. Zurück am Mini-Mac wird dann die Beute gesichtet. Es gibt einen Jägermeister und etwas Schokolade. Gut auch, dass noch reichlich Toilettenpapier da ist…

 

Die erste Tour 2011

Nachdem das ganze Team wochenlang unter Hochdruck an einer wirklich guten Version unserer neuen Software gearbeitet hat, ist am Samstagnachmittag die zweite Produktivstellung auch geschafft. Nach all den Tagen in Mainz ist es mal wieder Zeit ein paar Maschinen Wäsche zu waschen. Am späten Nachmittag trudelt Sandra ein, sie war noch zu Besuch bei Verwandten im Saarland. Wir packen unsere Autos und es geht für ein paar Stunden nach Bonn.

Nun darf auch der Projektleiter nach Hause...

Später läuft dann die Waschmaschine, wir bestellen uns Pizza und schauen uns einen Film von John Carpenter an, bei dem ich mir vor 28 Jahren fast vor Angst in die Hose gemacht habe – DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT – Am nächsten Morgen hat Sandra dann fast gar nicht geschlafen, ein Albtraum hat den nächsten Albtraum abgelöst…

Wie schön sind da die ersten Sonnenstrahlen des Jahres. Ich springe kurz unter die Dusche, dann geht es schnell zum Bäcker, um 11h bin ich bei meinen Mopeds in der Garage. Ob sie nach der langen Pause wohl anspringen? Und wie sie anspringen! Meine alte R80-RT musste ich eigentlich IMMER via Auto mit Starthilfe & Co. zu neuem Leben erwecken. Meist war nach der Winterpause auch die Batterie hinüber. Während ich die Mopeds für die Haustür fahre freue ich mich wie ein kleiner Schneekönig, dass es endlich wieder los geht und das ganz ohne Probleme – Genial!

So ähnlich sah das heute Morgen aus – nur mit etwas mehr Sonne 🙂

Eine Stunde später sitzen wir auf den Mopeds und es geht ganz vorsichtig via Godesberg und Wachtberg auf die Autobahn. Ein paar Minuten später sind wir schon bei Grafschaft, es geht durch die Ausläufer der Eifel zum Café Fahrtwind. Da ist recht wenig los, es sind nur ein paar hartgesottene Biker dort die ihre Mopeds das ganz Jahr über angemeldet haben 🙂 Es gibt Cappuccino und wir sind froh, dass wir uns ein wenig aufwärmen können. In Bonn waren es 13°C, hier in den Bergen ist es deutlich kälter.

Kurze Fotopause

Als wir wieder aufbrechen kommt es mir in den Sinn den Rest der Tour mit meinem Handy „aufzuzeichnen“. Es geht zurück zum Café Ahrwind, dann rechts ab und hinter einem Porsche Turbo 4 gemütlich durch die Berge. Wir geniessen das Gefühl der Freiheit in vollen Zügen. In Ahrweiler angekommen entschließen wir uns zu einem kleinen Umweg der uns hinunter zum Rhein führen soll. Als wir auf der B9 das Siebengebirge passieren scheint die Sonne und es ist einer der schönsten Momente des noch so jungen Jahres. Hier habe ich ein Bild, das im vorletzten Jahr bei ähnlichem Wetter oben auf dem Turm der Godesburg entstanden ist.

Ein Blick von der Godesburg rüber zum Siebengebirge

Hier noch ein schöner Blick von Wachtberg rüber zum Siebengebirge auf der anderen Rheinseite.

Blick von Wachtberg hinüber zum Siebengebirge

Kaum daheim geht es an die Vorbereitungen für die nächste Woche in Mainz. Um 8h soll es dort wieder spannend werden wenn wieder viele hundert Anwender die Arbeit mit dem völlig neuen System beginnen. Da heißt es dann wieder Konzentration, Fehler analysieren, Korrekturen erstellen und vor allem keine „Verschlimmbesserungen“ einchecken…

Hier noch eine schöne Morgenstimmung die ich schon vor längerer Zeit mal vom Schlafzimmerfenster aus geknipst habe.

Ein neuer Tag erwacht

Drei Wochen liegen noch vor uns – dann am 27. Februar geht es wieder los – LAS VEGAS – wie ich mich drauf freue…

Hier noch schnell die mit „My Tracks“ auf dem HTC Desire aufgezeichnete Route.

Hochwassertourismus

Es ist Sonntag und die Folgen der Kiefer-OP gehören langsam zu meinem alltäglichen Leben. Bei n-tv würde man sagen “Ansgar versucht trotz aller Schmerzen zur Normalität zurück zu kehren.”

Nach dem Frühstück geht es mal wieder vor die Türe, ganz vorsichtig, bloß den Blutdruck nicht pushen damit die Wunde nicht wieder zu bluten beginnt. Das Wetter ist durchwachsen, aber der Winter macht eine Pause. Wäre da nicht dieses “Melonengesicht” – man könnte fast ne Runde mit dem Moped drehen. Einmal Café Fahrtwind hin und zurück – das wäre großartig – aber frisch operiert ist das nicht wirklich angesagt.

Statt dessen gehen wir im Gänsemarsch runter zur Rheinaue um mal zu schauen wie dort die Hochwassersituation ausschaut. Ich habe meine kleine 99 Euro Hosentaschenkamera dabei und mache ein paar langweilige Knipsbilder mit mehr oder weniger dokumentarischem Charakter.

Später am Mac spiele ich ein wenig damit herum und es gefällt mir ganz gut, wenn man einen Gausschen Weichzeichner in eine zweite Ebene über das Bild legt. Danach die Farbsättigung absurd erhöhen und die Deckkraft auf 20% stellen. So ergibt sich ein fast impressionistischer Look. Mir gefällt’s 🙂

Wo im letzten Sommer die sportiven Bonner abends Volleyball gespielt haben ist heute ein kleiner See mit direktem Zugang zum Rhein – krass…

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Der obere Fußweg am Rhein steht unter Wasser, der unsere Weg ist komplett verschwunden. Man sieht keine Bänke, keine Mülltonnen, es ist einfach alles weg.

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Das Kassenhäuschen der Bonner Personen Schiffahrt unterhalb des Posttower ist ebenfalls weitgehend in den Fluten verschwunden…

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Vorbei am 1992 aufgeschwommenen “Schürmannbau” der heute die Deutsche Welle beherbergt geht es dann wieder heim.

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Am Schürmannbau gibt steht der große Frühjahrsputz noch bevor…

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Arbeiten tun heute scheinbar nur die umweltbewussten Fahrrad fahrenden Mitarbeiter 🙂

Ein wenig später stehen wir dann vor dem früheren Abgeordneten-Hochhaus. Im Hintergrund der neue Plenarsaal von Günther Benisch. Ich bin überrascht, was sich hier alles tut. Den Kran sehe ich immer vom Küchenfenster aus und eigentlich hätte ich gedacht er würde zur still liegenden Baustelle des Bonner Congress Center gehören. Aber falsch gedacht! Am gegenüber liegenden Congress Center hat sich viel getan, es sieht inzwischen aus als würde es doch noch fertig. Aber mit Großprojekten in Schräglage kennt sich die Stadt Bonn ja aus. War nicht auch der Schürmannbau nach dem Hochwasser über Jahre hinweg eine verlassene Großbaustelle?

Später daheim heißt es dann Koffer packen. Morgen geht es wieder an die Arbeit, trotz Veilchen und dicker Lippe.

Sechs Wochen noch – dann soll es wieder nach Las Vegas gehen. Ich bin gespannt ob mein kaputter Zahn diese Reise noch übersteht…

Ich werde berichten 😉

Die zweite Woche 2011

Das Wochenende war wieder viel zu kurz aber trotzdem schön. Am Samstag wird ausgeschlafen und dann geht es ein wenig zu Fuß am Rhein entlang. Sandra und ich sind überrascht wie viel Wasser der Rhein schon führt. Auf der Rheinuferstraße fehlen ein paar Zentimeter und sie steht unter Wasser. Dennoch parken viele Einkäufer dort ihre Autos. ich frage mich: “Sind die sorglos, dumm oder wissen sie es besser?”

Vielleicht wissen sie es besser, mir macht das jedenfalls Sorgen und so parken wir lieber in einem höher gelegenen Parkhaus – besser ist das – bevor uns das Auto vor der Nase wegschwimmt…

Ich habe meine kleine 99 Euro Hosentaschenkamera dabei (Nikon S3000) und so kann ich ein paar dokumentarische Fotos schießen.

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Hier sieht man wie bedrohlich hoch das Wasser am Fußweg stand. Und die Straße ist ein wenig tiefer gelegen. Ist es eine gute Idee dort sein Auto zu parken?

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Ganz interessant sieht die ewige Baustelle an der Kennedy-Brücke aus.

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In der Stadt finde ich dann einen Laden mit knallig knallig bunt dekorierten Schaufenstern.

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Bei einem von mehreren Experimenten reiße ich die Hosentaschenkamera während ich den Auslöser drücke krass nach oben. Der Wischeffekt sieht cool aus. Mit etwas verstärkten Kontrasten ergibt sich schönes abstraktes Farbenspiel.

Nach Shopping & Kaffee geht es weiter nach Rheinbach. Dort wollen wir uns mit einem Studienkollegen treffen. Es ist so etwas wie unser “Jahrestreffen”. Seit Ende des Studiums trennen uns mehrere hundert Kilometer. Doch die Schwiegermutter wohnt in Rheinbach und die Jungs besuchen über Weihnachten immer mal die Oma. Jahr für Jahr ein guter Zeitpunkt für ein Treffen.

Auf der SD-Karte findet sich noch ein Knipsbild vom Silvesterabend in Puerto de la Cruz auf Teneriffa. Dort wurde eindringlich vor den vielen Polizeikontrollen gewarnt. Also gab es ein “Cerveza Sin Alcohol” – und das war ziemlich furchtbar…

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Aber die Sangria von Karin und Wolfgang war auch nicht besser 🙂

Am Sonntag schreiten dann die die Planungen für die nächste USA-Reise schreiten ein wenig voran. Auf einer Webseite finde ich eine richtig detaillierte topografische Karte für Kalifornien.

Öffnet man diese Karte mit Garmin Mapsource und schaut sich Los Angeles in der höchsten Detailstufe an kriegt als Kleinstädter wie ich einen mittleren Schock… Wer die Karte größer sehen möchte kann sie mit einem Klick öffnen.

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Da tut es richtig gut zu sehen, dass es in Nevada rund um Las Vegas echt viel Patz gibt.

LasVegas

Na jedenfalls habe ich jetzt alles Kartenmaterial für das Colorado 300 beisammen. Nun brauche ich nur noch ein größere SD-Karte und dann passt auch alles was ich an Kartenmaterial habe drauf.

Am frühen Nachmittag heißt es dann schon wieder die Koffer zu packen. Sandra macht sich im letzten Abendlicht auf den Weg. Während sie den Rhein überquert sieht der Himmel über dem Posttower richtig gut aus.

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Hier ein Handyknipsbild mit dem HTC-Desire HD.

Ok liebe Freunde, es ist jetzt 18h18 – Zeit für die Abreise…

Der erste Arbeitstag 2011

Es ist 7h als der Wecker klingelt. Eigentlich mag ich nicht aber es muss ja sein – aufstehen – waschen – anziehen – das Auto packen und wieder los nach Mainz. Es ist kalt und es liegt Schnee. Als ich das Auto vom Schnee befreit habe und los fahren will blockieren die Bremsen, sie sind nach fast drei Wochen Schnee und Regen einfach festgerostet. Ich gebe mehr gas, der kalte Dieselmotor nagelt und dann mit einem kräftigen Ruck bewegt sich mein Peugeot doch noch!

Ich versuche mich zur Autobahn durch zu schlagen. Die Straße sind nicht wirklich frei, an vielen Stellen ist der festgefahrene Schnee holprig und rutschig. Als ich fast bei der Autobahn bin die Durchsage im Radio, dass bei Koblenz ein PKW-Transporter auf eisglatter Straße quer steht und einige Autos verloren hat. Das tut mir in doppelt der Seele weh, wegen der Vollsperrung und wegen der zerstörten Autos… Ich mache also kehrt und will statt der A61 die A3 nehmen. Als ich nach etwa 20 Minuten wieder etwa dort angekommen bin wo ich gestartet bin, höre ich im Radio, dass auf der A3 eine LKW brennt und dort auch nichts geht. Das neue Jahr fängt ja gut an, also auf die B9 – am Rhein entlang nach Mainz. Im Sommer X-fach ausprobiert – immer wieder schön – aber mit dem Auto bei Schnee und Eis?

Egal ich fahre weiter. Bis Koblenz geht es sogar recht gut voran, danach ist die Straße vielfach heftig zugeschneit. Später wird es wieder besser und dann geht die Sonne auf. Wie schön ist das denn? Und ich habe keinen Fotoapparat dabei. Schnell krame ich mein neues Handy raus und halte es beim Fahren mit der rechten Hand links neben den Rückspiegel. Je weiter ich fahre umso schöner wird es. Sonnenaufgang an der Loreley – wunderbar! Die ersten Arbeitstage sind lang und anstrengend. Spät am Abend sitze ich dann mit meinem Mac im Bett und versuche aus dem Handy-Video ein Youtube-Filmchen zu machen.

Das geht mit iMovie auf dem Mac erst einmal nicht. Dann die Idee, dass Video mit der Vorschau öffnen und im iPhone-Format nach iTunes exportieren, von dort kann man es dann auch in iMovie importieren. Und wieder muss ich ein wenig mit dem Kopf schütteln wenn ich daran denke wie  diese toll gestylten dynamisch sportiven Apple-Verkäufer ihre Computer als das genialste seit der Erfindung des Transistors anpreisen. Für einen Computer der alles kann und das vor allem voll automatisch und ganz von allein gibt es in der schönen Mac-Welt doch immer wieder erstaunlich einfache Probleme die sich nur mit einer komplexen Lösung erschlagen lassen.

Aber egal, nach etwa 20 Minuten ist das Video dann in iMovie. Ich versuche es ein wenig zu kürzen, aber mir gefällt die ganze Strecke so gut. Schließlich sind es 7 Minuten und zwei Songs von Acoustic Alcemy im Hintergrund. Dann Hochladen bei Youtube. Der Spaß dauert fast zwei Stunden – so wird es jedenfalls hoch gerechnet. Ein guter Zeitpunkt um das Licht aus zu knipsen.

Am nächsten Morgen hat das dann alles nicht funktioniert, weil das Notebook zwischendurch in den Standby geschaltet hat. Es ist eben ein genialer Mac der alles allein und automatisch macht – manchmal wünsche ich mir aber doch einen PC mit Windows 95 🙂

Während ich dusche versucht es der Mac am nächsten Morgen ein zweites Mal. Selbst nach dem Frühstück ist er noch nicht fertig, also gehe ich mal  zur Arbeit während das MacBook eingeschaltet neben dem UMTS-Router zurück bleibt – am Ladegerät natürlich – was bei Android-Handys gut ist, ist auch bei MacBooks gut!

Als ich abends nach einem langen Tag im Appartement ankomme ist das MacBook sogar fertig! Tirili, nur anschauen kann ich das Filmchen nicht – es enthält Content von UMG und ist in meinem Land nicht verfügbar. Es ist zum Mäuse melken, also bei Youtube einloggen und schauen was man machen kann. Es gibt dort GEMA-freie Musik. Die kann man nehmen, nur die klingt blöd. Nach einer Weile finde ich dann etwas das halbwegs harmlos ist. Ein kurzer Klick und auf der Youtube-Serverfarm wird mein Film mit einer neuen Tonspur versehen. Das dauert eine Weile, zwischendurch kann ich einen Jägermeister trinken, mit Sandra telefonieren, die Zähne putzen und und und – eine Cloud ist nicht grundsätzlich schnell!

Aber es klappt dann doch noch und so schlecht sieht es gar nicht aus.

Ich hoffe es gefällt Euch trotzdem – hier ist es: