La Palma – Tag 4

Wie an den Tagen zuvor schlafen wir nicht wirklich gut, die Umgebung ist ungewohnt und es ist uns beiden einfach alles viel zu warm. Mit eingeschalteter Klimaanlage gibt es am nächsten Morgen Kopfschmerzen, ohne Klimaanlage ist es stickig und warm, mit geöffneter Balkontüre blenden die Lampen der Beleuchtung des Gehweges vor unserem Zimmer. Kurzum, wir sind zwei richtig deutsche Miesepeter 🙂

Nach dem ausgiebigen Frühstück brechen wir dann aber doch auf in Richtung Los Llanos. Diesmal sind wieder alle Kameras dabei, das volle Programm. Und die kleine GoPro HD Hero 1080 klebt seitlich am Auto. Eigentlich wollen wir über die westliche Flanke hoch zum Observatorium fahren. Kurz hinter Los Llanos müssen wir dazu eine recht beeindruckende Schlucht durchqueren. Doch in Los Llanos holt uns das ein was hier hier bislang eher vermisst haben, dort gibt es städtisches Leben! Und es gibt natürlich Verkehrschaos und selbiges bricht so unerwartet über uns herein, dass wir irgendwann in einem etwas ranzigen Stadtteil landen. Wir sind total falsch, statt den Barranco zu durchqueren, sind wir  deutlich überhalb zwischen ziemlich heruntergekommenen Häusern in einer engen Gasse. Da hilft nichts, nun muss das GPS doch noch ran… Gefühlte 5 Minuten später klebt mein Garmin Colorado 300 an der Frontscheibe. Und einige Minuten später hat es von Königswinter bei Bonn auch schon den Weg nach Los Llanos gefunden!!! Mit Unterstützung durch das GPS geht es recht zügig weiter. Wir fahren immer weiter auf der LP1 in Richtung Norden. An einer Gabelung geht es rechts ab auf etwas abenteuerlichen Pfaden bis hinauf zum Observatorium. Dort staunen wir nicht schlecht, dass es dort einen Schlagbaum gibt und dass ein Schild gleich daneben verkündet, dass hier gegen 20h am Abend Schluss ist! Danach gehören diese eindrucksvollen Hügel den Wissenschaftlern und Sternguckern und die wollen keine „Lichtverschmutzung“ durch Autoscheinwerfer – kann man ja auch verstehen….

Am Roque de los Muchachos auf etwa 2.400 Metern angekommen, finden wir einen kleinen Parkplatz. Die Sonne brennt mit satten 30°C auf unsere Hirne nieder. Da ist es gut, dass ich mir vor der Abreise noch schnell ein witziges kleines weißes Hütchen gekauft habe.

Mit der auf Infrarot 830nm umgebauten Nikon D300 erkunde ich etwas die Gegend rund um diesen tollen Aussichtspunkt. Es gibt sogar noch zwei weitere Aussichtspunkte. Die Wege sind sehr gut befestigt und es macht wirklich Spaß hier oben auf Motivsuche zu gehen. Auch kann ich endlich einmal so richtig von oben in die Caldera de Taburiente hineinschauen. Wer dies tut versteht sofort, warum es dort an vielen Stellen auf der Landkarte weder Straßen noch Wanderwege gibt. Diese Caldera ist ein gewaltiges Loch das über die Jahrtausende hinweg von Wind und Wetter ausgespült wurde. Früher war hier mal ein mächtiger Vulkan, übrig geblieben sind jedoch nur schroffe Felswände mit interessanten Details. Für Geologen sollte das ein echtes Eldorado sein.

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Nach einigen Fotos mit dem Nikon AF-D 2.8/10,5mm tausche ich es gegen das supergute AF-S VR 16-85mm. Und weiter geht es…

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In der Ferne kann man Teneriffa und den Pico del Teide sehen. Mit der D800E geht er fast völlig im Dunst unter, aber die Infrarot-Kamera arbeitet hier erstaunlich viele Details heraus!

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Nach meiner infraroten Fotosession geht es zurück zum Auto. Endlich wird auch die tolle Nikon D800E mal ausgepackt. Ein kleines wackliges altes Stativ habe ich auch im Kofferraum. An der D800E ist das famose AF-S 2.8/24-70mm. Ich schraube noch schnell einen Polfilter daran und schon geht es los. Immer wieder stelle ich die D800E hier und da auf und laufe anschließend daran vorbei. So entstehen einige kleine Video-Schnipsel die ich nach der Reise gern in meinem Reise-Video verarbeiten möchte. Später werde ich feststellen, dass ich davon eigentlich nichts werde verwenden können, weil ich in den letzten Monaten einfach entsetzlich dick geworden bin. All das Kantinenfutter und die doppelten morgentlichen Schoko-Croissants haben deutlich sichtbare Spuren hinterlassen und das sieht einfach nur schrecklich aus… Viele Fotos entstehen allerdings auch nicht, denn das schöne AF-S VR 2.8/70-200 ist noch im Kofferraum unseres Mietwagens und ich mag einfach nicht ständig hin und her laufen um der Reihe nach unterschiedliche Objektive zu holen. Wie einfach ist das doch das Leben mit der kleinen süßen Nikon 1V1…

Je mehr ich damit fotografiere umso mehr verfluche ich das Gewicht der D800E mit allen Objektiven und weiterem Schnickschnack. Ok, sie erzeugt drastisch gutes Bildmaterial bei 3,6-facher Auflösung im Vergleich zur Nikon 1V1. Aber mal ganz ehrlich, brauchen tut man diese gewaltigen Bilddateien nur in den seltensten Fällen. Fotografiert man intensiv mit der D800 bzw. der D800E so ist die Bewältigung der enormen Datenmengen die diese Kameras produzieren eine echte Herausforderung. Und in den meisten Fällen, wird man die erzielbare Bildqualität gar nicht brauchen.

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Ich selbst präsentiere den überwiegenden Teil meiner Fotos ausschließlich im Internet. Gelegentlich verkauft sich mal ein Foto in einem Format, für das man 12 Megapixel oder mehr benötigt. Aber das sind echte Ausnahmen. Für mich selbst habe ich schon lange keine großen Prints mehr angefertigt, denn inzwischen sind einfach alle Wände zugepflastert, so dass da einfach kein Platz für neues extrem hochauflösendes Bildmaterial mehr ist.

Nach der Heimkehr werde ich mir wohl noch ein oder zwei weitere Objektive für die Nikon 1V1 kaufen und mich auf den nächsten Fototouren am geringen Gewicht und der trotzdem brauchbaren Qualität dieses Kamerasystems erfreuen. Vielleicht dürfen dann auch mal wieder die tolle Nikon Fm3a oder eine Hasselblad in den Fotorucksack. Im heimischen Kühlschrank liegt ja noch soooo viel Filmmaterial 🙂

Nach etwa zwei Stunden ist unsere Fotosesssion beendet. Nicht weil wir alles fotografiert hätten, sondern weil es wegen der Hitze und der Sonneneinstrahlung einfach nicht mehr geht. Eine Stunde länger und wir beide hätten an allen unbedeckten Hautpartien einen Sonnenbrand der sich gewaschen hat. Hier oben sollte man viel Sonnencreme verwenden und sie ordentlich dick auftragen.

Für den Rückweg wählen wir die LP2 die uns hinab nach Santa Cruz im Osten der Insel führt. Zwischendurch lade ich mit dem 12-Volt Adapter, der eigentlich für das Garmin GPS gedacht ist, die schlappe Batterie in meiner GoPro wieder etwas auf. Nach ca. 30 Minuten ist die GoPro dann relativ fit und schafft es tatsächlich fast den kompletten Heimweg zu filmen. Am Ende des Tages werde ich mehr als 28 Gigabyte Videomaterial mit der GoPro eingesammelt haben. Dazu etwa 300 Infrarot-Fotos aus der D300. Zusätzlich noch etwa 30 Fotos aus der D800E und einige Video-Sequenzen die ich mit der D800E und der Panasonic HC-X909 aufgenommen habe.

Zurück im Hotel bin ich ziemlich erledigt und kann mir nur schwer vorstellen eine solche Mördertour gleich am nächsten Tag erneut zu starten. Auch muss ich sagen, dass der Süden der Insel im Vergleich zur „Mitte“ und dem „Norden“ aus fotografischer Sicht eher langweilig ist. Doch um die guten Motive im Norden der Insel zu finden ist eine tägliche Anreise von unserem Hotel eine echte Strapaze. Sollten wir diese schöne Insel irgendwann ein weiteres Mal besuchen, so werden wir uns vielleicht ein anderes Hotel aussuchen, das für Exkursionen zu den guten Foto-Locations günstiger gelegen ist.

Auf Teneriffa ist das eigentlich kein Ding, dort kann man fast überall wohnen und ist in der Regel relativ schnell dort wo man gut fotografieren kann. Im Unterschied zu La Palma wird dies auf Teneriffa aber durch den sehr gut ausgebauten Autobahnring möglich. Hier auf La Palma gehen die Uhren hingegen gründlich anders. Wer hier vom äußersten Süden in den fotografisch reizvolleren Norden der Insel will, der muss sich auf eine lange kräftezehrende Tour mit vielen hundert Kurven einstellen!

Auch ist der Hochsommer wohl keine wirklich geeignete Jahreszeit für schöne Fotos. Der Himmel ist meist langweilig blau, es ist heiß und schöne Sonnenaufgänge und Untergänge sind eher der Ausnahme.

So werden wir wohl in ein paar Tagen mit schwarz verkohlten Nasenspitzen und einer sehr überschaubaren fotografischen Ausbeute zurück kehren. Aber vielleicht sind wir im Gegenzug perfekt erholt und total relaxt – schauen wir mal. Morgen werden wir wohl einen faulen Tag am Pool verbringen und nicht wieder acht Stunden mit dem Auto durch nicht enden wollende Kurven fahren.

La Palma – Tag 3

Am nächsten Morgen frühstücken wir zweimal. Das erste Frühstück gibt es auf einer Art offener Terrasse im „Haupthaus“. Der Boden ist aus Holz und wenn einer der anderen Gäste elefantengleich an uns vorbei stampft droht der Kaffee in den Tassen überzuschwappen. Als wir halbwegs gesättigt sind beschließen wir das Frühstücksangebot für Langschläfer auszuprobieren. Hier können wir herrlich draußen im Schatten sitzen. Es gibt viel frisches Obst und ein Glas Sekt. Wir können auf das Meer schauen und das kleine weiße Segelboot am Horizont bewundern. Es ist fast wie in einem Film und es ist wirklich schön.

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Während wir den Sekt in kleinen Schlucken in uns einfüllen besprechen wir das Programm des Tages. Dabei wird klar, dass wir beide keine Lust haben erneut in der sengenden Sonne durch hunderte Kurven die Berge hinauf und hinab zu fahren. Wir entschließen uns einen ruhigen Tag in dieser gewaltigen Hotelanlage zu verbringen. Eigentlich ist es kein Hotel, sondern schon fast eine kleines Urlaubsdorf.

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Auch sind wir uns einig, dass der Vortag aus fotografischer Sicht eher langweilig war. Hier gibt es zwar viele tolle Locations und diese Insel hat für den ambitionierten Fotografen viel zu bieten. Aber diese Locations muss man im Grunde alle erwandern. Viele Wanderungen erstrecken sich über mehr als 6 Stunden und es gilt meist mehr als 400 Höhenmeter zu überwinden, wohlgemerkt rauf und wieder runter! Also versuche ich mich mit der Nikon 1V1 mal auf dem Gebiet der „Blümchenfotografie“ 🙂

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Nach dem langen dunklen Winter und den vielen Monaten ohne Bewegung und Kantinenfutter ist meine Kondition nicht nur am Nullpunkt angelangt, es fühlt sich an als läge sie sogar darunter. Es fällt mir derzeit schon schwer von unserem Zimmer nur hinauf zum Abendessen zu laufen. An eine mehrstündige Wanderung in sengender Sonne bei 30°C und mehr ist überhaupt nicht zu denken. Die tolle D800E und die coole Infrarot-Kamera (Nikon D300) hätte ich eigentlich auch daheim lassen können. Bei meinem aktuellen gesundheitlichen Zustand bin ich ihrem krassen Gewicht und den steilen Wanderwegen auf dieser schönen Insel leider überhaupt nicht gewachsen. Ein bittere aber wahre Erkenntnis, zumindest als Fazit nach den ersten beiden Tagen. Aber schauen wir mal was sich in den nächsten Tage noch ergeben wird. Große Hoffnungen habe ich allerdings nicht.

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Aus fotografischer Sicht ist es hier derzeit wirklich langweilig. Der Himmel ist von morgens bis abends einfach nur langweilig blau. Dekorative kleine Wolken sind nicht in Sicht und so  sehen die meisten Landschaftsaufnahmen hier eher trostlos aus. Wer hier in diesen Tagen auf spektakuläre Sonnenuntergänge hofft wird bitter enttäuscht werden. Die Sonne nähert sich abends dem Horizont und dann schwupp ist sie  weg und es wird dunkel. Das hatte ich mir anders gewünscht, aber so ist das eben bei uns Landschaftsfotografen. Wirklich gute Motive muss man sich erarbeiten und die wirklich schönen Locations oft mehrfach besuchen bis man dort irgendwann vielleicht das ultimative Foto aufnehmen kann.

Das vergessen viele Amateure immer wieder. Schaut man sich in der Galerie von Tom Till in Moab/Utah um, so sieht man dort ein exzellentes Foto neben dem Anderen. Fast alle Fotos sind rund um Moab entstanden. Ich selbst habe dort schon mehrere Wochen verbracht, aber noch nicht ein Bild aufnehmen können das sich qualitativ mit den Arbeiten von Tom Till messen könnte. Warum ist das so? Ich denke es liegt eben daran, das Tom Till dort lebt, die Locations kennt und oft viele Monate oder Jahre auf den absolut perfekten Moment wartet. So schafft er es dann die False Kiva in tollem Licht zu fotografieren oder den Balanced Rock mit einem Gewitterblitz darüber.

Hier auf La Palma ist das nicht anders. Wer hier die ultimativen Fotos machen möchte, der muss sich auskennen, zur richtigen Jahreszeit hier sein und er braucht eben viel viel Kondition für die langen kräftezehrenden Wanderungen zu den mitunter einzigartigen Locations. Da wir all das nicht haben, werden wir von dieser Reise wohl nur mit einigen netten Knipsbildern zurückkehren. Das ist ein wenig traurig, wird aber wohl doch die Wahrheit bleiben.

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Den Rest des Tages verbringen wir also am Pool. Alle 30 Minuten wird es mir zu bunt und es geht ins Wasser. Die vielen Pools haben zusammen eine enorme Fläche und so verteilen sich die Gäste ganz wunderbar. Meist haben wir einen großen Pool sogar für uns ganz allein. Am späten Mittag gibt es einen ganz brauchbaren Hamburger mit Fritten. Sandra genehmigt sich eine Pizza mir Meeresfrüchten. Zusammen mit einem großen Bier und einer Flasche Wasser kostet das hier gerade einmal 18,- Euro!

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Und auch an dieser Tag endet wie die Tage zuvor mit einem wirklich unspektakulären Sonnenuntergang. Dank des RAW-Modus und des recht brauchbaren Tonwertumfanges der kleinen Nikon 1V1 lässt sich daraus noch ein recht stimmungsvolles (allerdings schwer geschöntes) Foto zaubern 🙂

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La Palma – Tag 2

Rundreise-LaPalma-South

Am Morgen ist mir nicht ganz klar warum ich mich so beschissen fühle. War es die Klimaanlage die während der Nacht kalte Luft auf unsere leblosen Körper geschaufelt hat oder habe ich einen Kater wegen der Mojitos des Vorabends? Ist aber auch egal, ich fühle mich echt mies und draußen sind es schon wieder 28°C. Wir wollten ja dem nasskalten deutschen Mistwetter entfliehen aber irgendwie ist es hier auch nicht so mein Ding. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu Deutsch und habe allein aufgrund meiner Gene ständig etwas zu meckern. Aber vielleicht ist auch einfach nur der Kontrast zu heftig.

Nach dem Frühstück geht es langsam besser. Sandra und ich laden in der Lobby unsere Artikel des Vortages hoch und beschließen eine kleine Rundreise um den südlichen Zipfel dieser doch überraschend großen Insel zu unternehmen.

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Zu Beginn fahren wir über die kleine Küstenstraße nach Süden. Hier reiht sich schier endlos eine Bananenplantage an die Nächste. Wer soll bloß all diese Bananen jemals essen, frage ich mich? Ein paar Minuten später finden wir eine kleine Bucht mit einigen Tauchern und Fischerbooten. Das sieht alles noch sehr idyllisch aus und lädt dazu ein das eine oder andere Knipsbildchen aufzunehmen. Meine Nikon D800E und die auf Infrarot umgebaute D300 liegen noch immer unbenutzt im Handgepäckkoffer im Kofferraum unserer schwarzen Dieselrakete. Dieses Auto ist hier ganz praktisch denn der relativ drehmomentstarke kleine Dieselmotor lässt das Auto ganz entspannt die vielen Steigungen hinauf krabbeln.

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Es geht weiter und wir finden einen schönen alten Leuchtturm. Er ist etwas verwüstet, offensichtlich wird der seit der Fertigstellung seines neuen Pendants nicht mehr genutzt. Ein paar Fotos ist er uns dennoch wert.

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In der Nähe des Leuchtturms liegt der Vulkan Tenerguia. Zuletzt ist er 1971 ausgebrochen und es gibt viele Fotos die zeigen wie die Lava aus dem Schlot dieses Vulkans heraus gespritzt ist. Dementsprechend gibt es auch viele sehr junge Lavafelder die es für uns mit dem Auto zu durchqueren gilt. Ähnlich sieht es auf Teneriffa unterhalb des Pico del Teide aus. Aber hier liegt der letzte Ausbruch viel länger zurück und das Lavafeld ist hoch oben in den Canadas fast 2.000 Meter hoch über dem Meer. Hier unterhalb des Teneguia ist man dem Meer sehr nahe und es sieht an einigen Stelle aus, als wäre die heiße Lava sogar ins Meer geflossen. An einer Stelle steht am Ende eines dieser Lavaströme eine winzig kleine „Kapelle“ mit einer kleinen Madonna im Inneren die kaum größer als eine Barbe-Puppe ist. Für mich sieht es aus, als hätten die Bewohner dies aus Dankbarkeit erreichtet, weil ihre kleine schnuckelige Bucht von der Lava verschont geblieben ist.

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Es geht weiter zur Hauptstadt Sandra Cruz. Zwischendurch machen wir oberhalb des Flughafens eine kleine Pause und wundern uns nicht schlecht als wir nur eine kleine Propellermaschine am Terminal sehen. La Palma ist eben eher eine Insel abseits des Massentourismus. Sicher ist das auch der Grund warum bei unserer Anreise viele gut trainierte „Power-Rentner“ mit Anderschuhen im Trekking-Outfit im Flieger waren. Auf dem Weg nach Teneriffa wird man eher von alten Menschen begleitet die kurz vor Pflegestufe 3 sind. Mehrfach haben wir auf dem Weg nach Teneriffa erlebt, dass jemand am Gate kurz vor dem Abflug zusammen geklappt ist oder bei der Landung mit einem Krankenwagen abgeholt werden musste. Das scheint hier auf La Palma grundlegend anders zu sein!

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In der Inselhauptstadt Santa Cruz finden wir in einer kleinen Seitenstraße einen Parkplatz und können ein wenig diese schöne Stadt erkunden. Alles ist hier sehr strukturiert, ordentlich und aufgeräumt. Es erinnert mich ein wenig an La Laguna auf Teneriffa. In einer kleinen netten Tappas-Bar gibt ein leckeres Chicken-Curry mit Basmatireis. Sandra lässt sich Hühnchen mit Gemüse aus dem Wok schmecken. Das alles spülen wir mit einem Radler (Chandy) herunter. Zum Abschluss  gibt es noch einen leckeren Barraquito mit „Kanarischen Vitaminen“.

Unsere Reise führt uns weiter quer über die Berge auf die andere Seite der Insel. Unser Ziel ist Los Llanos. Die Straße die uns den Berg hinaufführt ist fast wie eine Autobahn ausgebaut, aber man kann hier nicht wirklich schnell fahren, denn die Kurven sind mitunter etwas abenteuerlich. Diese Straße wäre ein Eldorado für Motorradfahrer.  Etwas unterhalb des Felskammes geht es durch einen knapp 1100 Meter langen Tunnel auf die andere Seite. Hier können wir nach Rechts die südliche Wand der großen Caldera de Taburiente sehen. Viele Kurven später landen wir in Tazakorte, einem niedlichen kleinen Örtchen direkt am Meer. Hier gibt es ein leckeres Eis und einen Schluck kalte Cola. Die Cola wird mit zwei großen Eiswürfeln serviert. Ich bin bei diesen Dingen meist sehr skeptisch, doch es geht alles gut, wir verderben uns die Mägen nicht.

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Über die wunderschöne Küstenstraße geht es ganz entspannt zurück zum Hotel. Nach dem Abendessen bin ich von der vielen Sonne und den unendlich vielen Kurven völlig erledigt. Der Kopt schmerzt und ich mag einfach nicht mehr. Ich will nur noch ins Bett. Vor dem Abendessen haben wir die Klimaanlage auf die höchste Stufe gestellt und eine unserer Karten im Zimmer stecken lassen. So ist es nach dem Essen dort angenehm kühl.  Im Fernsehen gibt es hier 5 deutsche Sender, auf VOX läuft ein Streifen mit Kurt Russel und Steven Segal. Als wir „einsteigen“ hängt gerade ein schwarzer Tarnkappenbomber unter einer Boeing 747. Es geht einiges schief und der gute Steven Segal ist so schnell wie er in unser Leben getreten ist auch schon wieder fort – das ist ja noch einmal gut gegangen 🙂

Der Schlaf ist unruhig und ich träume wirres Zeug. Irgendwann werde ich wach, nass geschwitzt, die Klimaanlage ist aus, die Türe geschlossen und die Luft stickig. Irgendwas macht einen höllischen Lärm. Es brummt und dudelt vor sich hin, was ist das bloß? Ziemlich schlaftrunken wanke ich durch das dunkle Zimmer und suche den Verursacher dieser nächtlichen Attacke. Eine Weile später ist er ausgemacht, es ist unser Zimmertresor. In der Dunkelheit versuche ich ihn zu öffnen, das klappt aber erst als Sandra auch wach wird und das Licht einschaltet. Als die Kiste endlich geöffnet ist liegt dort mein Telefon und macht einen mörderischen Radau. Es ist der nächtliche Alarm den ich zwei Tage zuvor aktiviert habe, damit wir unseren Abflug nicht verpassen. Ich habe vergessen ihn wieder zu deaktivieren. Als endlich wieder Ruhe einkehrt öffne ich die Balkontüre. Davor ist ein Fliegengitter, was hier mehr als sinnvoll ist. Wieder im Bett muss ich aber feststellen, dass nun da die Vorhänge geöffnet sind die Lampen des Weges vor unserem Zimmer selbiges nahezu taghell erleuchten. So kann ich nicht schlafen, Mist… Also wieder raus aus dem Bett und die Vorhänge zu gezogen. Doch nun kommt kaum noch Luft durch das Fliegengitter. Es ist zum die Wände hoch gehen, es ist mir einfach alles viel zu warm und ich bin zu deutsch um das nicht doof zu finden. 🙂

Nikon 1 V1 – HDR Fotos mit Trick 17

Grundsätzlich hätte das Konzept der Nikon 1 das Potential den „kleinen“ digitalen Spiegelreflexkameras aus dem Hause Nikon das Wasser abzugraben. Damit das nicht passiert, haben die „Software-Chefs“ den Programmierern offenbar einige Beschränkungen auferlegt, so dass sie mehrere tolle Features der „erwachsenen Kameras“ nicht einbauen durften. Das ist an einigen Stellen mehr als ärgerlich, zumal das Nikon 1 System nicht ganz preiswert ist. Neben vielen kleinen Beschränkungen vermisse ich an der Nikon 1 V1 besonders die Belichtungsreihen – auch Bracketing genannt.

Sogar der Nikon P7000 und ihren Nachfolgern wurde ein 5-fach Bracketing mit variabler „Schrittweite“ spendiert. Dass man dieses coole Feature bei der Konzeption der Nikon 1 ausgelassen hat ist wirklich ärgerlich.

Aber mit einem kleinen Trick und etwas Fingerspitzengefühl, kann man auch mit der Nikon 1 sehr schöne HDR Fotos erstellen.

Der Trick besteht darin, die Kamera auf ein möglichst stabiles Stativ zu stellen, sie mit dem ML-L3 Infrarot-Auslöser zu bedienen und bei mehreren „identischen“ Fotos die Belichtungszeiten ganz vorsichtig zu variieren. Dabei darf man natürlich die Kamera möglichst gar nicht bewegen. Das ist die Herausforderung!!

Zwar bietet die Nikon 1 die Möglichkeit eine Belichtungskorrektur über das rückwärtige Wählrad vorzunehmen, aber dazu muss man drücken und drehen. Das macht es sehr schwer beispielsweise 9 Fotos zu erstellen die perfekt deckungsgleich sind. Aber es gibt einen einfacheren Weg!!

Hier die Schritte in Kurzform:

  1. Kamera auf stabiles Stativ montieren
  2. Via Menü RAW-Modus, ISO-100 und Zeitautomatik einstellen
  3. Bildausschnitt wählen und VR abschalten
  4. Automatisch fokussieren, dann AF abschalten -> MF
  5. Blende über Wählrad fest vorwählen. (Möglichst 8 oder 11)
  6. Über „Wippe“ oben rechts ca. 1/2000s einstellen
  7. Erstes Foto mit ML-L3 auslösen
  8. „Wippe“ zweimal vorsichtig nach unten drücken
  9. Nächstes Foto aufnehmen
  10. Schritte 8-9 so oft wiederholen bis auf dem Display ein leicht überbelichtetes Foto zu sehen ist.

Nikon 1V1 - HDR

So lässt sich eine Belichtungsreihe erstellen die sich hinter der Nikon D800 nicht verstecken muss! Fotografiert man direkt in die Sonne, so kann man bei 1/4000s und Blende 1 mit ISO-100 starten. Als einziger Parameter wird die Belichtungszeit verlängert. Blende und damit Schärfe usw. bleiben gleich! Der VR sollte unbedingt abgeschaltet werden, da das bewegliche Linsensystem den Bildausschnitt minimal verändern kann.

Die besten HDR-Bilder gelingen bei kurzen Brennweiten, da hier allerkleinste Verschiebungen durch das Betätigen der „Wippe“ nur wenig auffallen. Ein HDR mit 100mm Brennweite (umgerechnet also 270mm im Kleinbild-Format) ist so nicht ohne weiteres möglich. Mit einem extrem stabilen Stativ kann das auch klappen, aber das benötigt sehr viel Fingerspitzengefühl!! Die besten Ergebnisse erzielt man irgendwo zwischen 10 und 20mm Brennweite! Natürlich kann man auch das neue 6,7-13mm Weitwinkel-Zoom oder die 18,5mm Festbrennweite benutzen…

Hier nun einige Belichtungsreihen die ich in der letzten Woche mit der Nikon 1 V1 bei Mettenheim am Rhein etwas südlich von Mainz aufgenommen habe.

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Bei der Aufbereitung meiner kleinen Test-Fotosession musste ich feststellen, dass bei mehreren Belichtungsreihen nicht alle Bilder perfekt deckungsgleich waren. Die Ursache ist im Untergrund zu suchen auf dem ich mein Stativ aufgestellt habe. Auf weichem Boden oder Gras funktioniert das Verfahren nicht immer so wie man es sich wünscht. Achtet also darauf, dass Euer Stativ wirklich gut steht und dass der Kugelkopf usw. korrekt fest justiert ist!

Wenn doch mal etwas „verunglückt ist“, so kann man die Belichtungsreihe „retten“ indem man alle Bilder in Photoshop in mehreren Ebenen übereinander legt. Dann schaltet man der Reihe nach jeweils die Hintergrundebene und ein der anderen Ebenen ein. Die jeweils einzelne obere Ebene stellt man auf ca. 50% Deckkraft und verschiebt dann das Bild pixelweise bis es perfekt mit der durchschimmernden Hintergrundebene zusammen passt. Dann stellt man die Deckkraft wieder auf 100% und speichert alles zusammen als JPG-Datei für die spätere HDR-Verarbeitung. Das macht man mit alles Bildern des „Ebenen-Stapels“ bis alle Teile der Belichtungsreihe perfekt passen.

Bei diesem Verfahren muss man allerdings noch berücksichtigen, dass durch das Verschieben schmale Ränder entstehen, an denen keine Bildinformationen sind und die Hintergrundebene ggfs. zu 100% sichtbar ist. Hier hilft es, wenn man nachdem man den Ebenen-Stapel in Photoshop aufgebaut hat, über die Drop-Funktion alle Bilder ganz ganz leicht an allen vier Seiten beschneidet. Alternativ kann man dies natürlich auch beim „fertigen“ HDR machen.

Hier nun ein Beispiel aus der oben gezeigten Session. Den Weißabgleich habe ich ganz bewusst falsch gewählt um die unwirkliche Färbung des Himmels zu erzielen. Früher hätte man einen Cokin-Filter mit violettem Verlauf verwendet, heute man man das mit dem Weißabgleich 🙂

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Hier nun ein Beispiel bei dem ich direkt in die Sonne fotografiert habe. Auffällig ist die sehr gute optische Qualität des 10-30mm Kit-Objektivs. Trotz der extremen Gegenlichtsituation sind fast keine „Lensflares“ also Reflektionen an den Oberflächen der Linsen zu sehen.

HDR mit Nikon 1 V1

Die Bilder 4570 bis 4578 habe ich mit Photoshop CS6 zu einem HDR verarbeitet. Alternativ könnte man auch Photomatix Pro oder ähnliche Programme benutzen.

Hier das fertige Bild mit 1920 Pixeln Seitenlänge – einfach anklicken…

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Nicht alle Lichtsituationen erfordern eine Belichtungsreihe und einen aufwändigen Workflow wie diesen hier. Oft reicht es auch völlig aus, wenn man zwei identische aber unterschiedlich belichtete Fotos in zwei Ebenen übereinander legt und dann mit einem sehr weichen Pinsel oder einem Lasso mit sehr weicher Auswahlkante aus jeder Ebene das „nimmt“ was man braucht.

Hier ein Beispielfoto, das ich aus nur zwei Einzelbildern der oben verwendeten Belichtungsreihe zusammengefügt habe. Auch hier habe ich spasseshalber einen falschen Weißabgleich gewählt 🙂

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Weitere Infos zum Thema HDR findet ihr in diesen Artikeln

Nikon 1 V1 – Fotografieren nicht knipsen

Nach den heißen Tagen ziehen seit gestern Stürme und Unwetter durch das Land. Für Landschaftsfotografie ist dies eine sehr lohnenswerte Zeit. Der Himmel ist nicht einfach nur langweilig blau sondern hält immer wieder neue Lichtspiele bereit, die mitunter von Minute zu Minute wechseln. Weil das Wetter schön ist, geht es am späten Morgen mit dem Cabrio und der wunderbaren kleinen Nikon 1 V1 über die B9 am Rhein entlang. Immer wieder nerven Touristen die mit offenem Mund und weniger als der Hälfte der erlaubten Höchstgeschwindigkeit die Straßen blockieren. Wenn sie endlich anhalten um ein Foto zu knipsen, kann man kurz durchatmen und hängt einige Augenblicke später hinter der nächsten Sight-Seeing-Blockade…

Da helfen nur starke Nerven, oder man tut es ihnen gleich und hält selbst immer mal hier und dort an, um das eine oder andere Foto zu schießen. Ganz witzig ist es dabei die Touristen zu beobachten. Oft zählen weniger das Motiv und das fertige Foto als viel mehr die Bequemlichkeit. Man hält dort an wo es sich anbietet, steigt kurz aus, zückt die Kamera und ist schon wieder weg. Die Fotos bei solchen Stopps entstehen sehen dann meist aus wie dieses hier: (Alle Bilder sind 1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken)

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Das Foto ist korrekt belichtet und scharf ist es auch. Wer eine solches Foto seiner Oma zeigt wird dort viel Lob ernten und eine Geschichte aus der Zeit zu hören bekommen, als die Oma selbst mal dort war. Würde man nur einige wenige Schritte auf das Motiv zugehen und ein paar schöne Objekte für die Vordergrundgestaltung suchen, so muss die Burg nicht einmal scharf abgebildet sein um ein Foto zu erhalten das keines der üblichen „Knipsbilder“ ist.

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Eine andere Variante der Bildgestaltung wäre es, abzuwarten bis sich eine interessante Wolkenformation gebildet hat. Hier haben wir eine Wolke die mich an Norwegen erinnert, direkt über unserem Fotomotiv. Damit die Farben schön knallig werden, verwenden wir einen Polarisationsfilter und stellen an der Kamera den RAW-Modus ein. Später kann mit einem passenden RAW-Konvertierungsprogramm alles aus seinem Foto herausholen und wird nicht selten erstaunt sein was selbst eine einfach kleine Kamera wie die Nikon 1 V1 zu bieten hat! Wer noch abwartet bis das Motiv nicht mehr im Schatten einer Wolke ist, wird übrigens zusätzlich belohnt 🙂

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Viele Motive sehen auch sehr schön aus, wenn man sein Foto im Portrait-Format aufnimmt. Im folgenden Beispiel habe ich zusätzlich einen Grauverlaufsfilter verwendet um den oberen Bildbereich etwas abzudunkeln und die Farbe des Weinbergs unterhalb der Burg zu betonen.

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Fahren wir weiter zur nächsten Burg, hier am Mittelrhein gibt es ja reichlich davon…

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Statt das kleine Örtchen unterhalb der Burg mit auf das Foto zu nehmen, habe ich hier die aufsteigende Kante des „Bergrückens“ als Diagonale in das Bild integriert. Alles ist auf das Notwendigste reduziert und die schweren Wolken am linken Bildrand sehen aus, als würde es sie auch gleich nach rechts schieben. Wieder habe ich darauf gewartet, dass die Weinberge schön im Licht liegen. Geduld wird in der Landschaftsfotografie belohnt – fast immer!

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Doch der Rhein hat hier noch eine weitere Attraktion zu bieten. Für dieses Foto bin ich die Uferstraße etwas hinaufgelaufen und schon ergeben beide Objekte einen ganz passablen Bildaufbau.

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Etwas weiter die nächste Burg. Der kleine Chip der Nikon 1 macht es leicht mit Teleobjektiven zu fotografieren. Aber das ist hier gar nicht notwendig, das „serienmäßige“ 10-30mm Objektiv leistet hier gute Dienste. In das 40,5mm Filtergewinde habe ich einen Polfilter geschraubt. Er war wirklich preiswert und verrichtet seine Arbeit ganz ordentlich. Im nächsten Foto dann wieder ein „Hochformat“, das sieht angesichts der schönen Wolkenformation auch hier gar nicht schlecht aus.

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Auf Höhe der Lorelei treffen wir auf die nächste Burg. Auch hier ist der Ausschnitt so gewählt, dass die Burg das Bildgeschehen bestimmt und die gewaltigen Wolken verleihen dem Foto seinen besonderen Reiz.

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Viele Motive sehen auch in Schwarz-Weiß sehr gut aus. Hier habe ich jetzt ein Foto bei dem ich mir ein paar Sträuche am Ufer gesucht habe die ein ausgeprägtes V bilden. Das Hauptmotiv habe ich oberhalb des V positioniert. Das gegenüberliegende Rheinufer bildet das „Fundament“ des Bildaufbaus und ist daher weit unten im Bild positioniert, so wie es sich für ein Fundament gehört 🙂

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Mit ein wenig Beschnitt lässt sich die gesamte Szenerie auch in ein Motiv für eine Panorama-Postkarte verwandeln, die man am Kiosk auf der anderen Straßenseite neben dem Bratwurststand kaufen könnte.

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Fazit

Hirn und Geduld tragen oft mehr zu schönen Bildern bei als eine teure Kamera. Meine kleine Nikon 1 V1 ist für nur 279,- Euro ein wirklich schöner Begleiter für die Reise. Der 1900 mAh starke EN-EL15 Akku bietet viel Reserve für lange Fototouren. Sehr praktisch ist es, wenn man zusätzlich mit einer „erwachsenen“ Kamera wie einer Nikon D7000 oder einer Nikon D800 unterwegs ist. Endlich hat man mal einen Akku der in mehreren Kameras ein gute Figur macht, darauf habe ich lange gewartet.

Die Bildqualität der Nikon 1 V1 ist für ein paar Erinnerungsfotos wirklich mehr als ausreichend. Die 10 Megapixel bieten sogar noch Reserven für die eine oder andere Ausschnittsvergrößerung. Wer eine leistungsstarke unkomplizierte Kamera für eine Reise sucht und im Anschluss seine Fotos auf dem heimischen Fernseher anschaut, ein Fotobuch machen lässt oder einzelne Fotos im Format bis 60x90cm ausdrucken lässt der ist mit der Nikon 1 V1 sehr gut bedient.

Das kleine 10-30mm Objektiv ist kein klassischer „Superzoom“ – aber dafür kann es mit sehr guter Abbildungsqualität punkten. Im Gegensatz zu vielen anderen Kameras hat es den Vorteil, dass sich das 40,5mm Filtergewinde mit einem Polfilter oder Grauverlaufsfiltern usw. bestücken lässt. Das ist wirklich praktisch und in Verbindung mit einem oder mehreren Filteradaptern wie 40,5 -> 52mm und 52 -> 77mm kann man so ziemlich alle Filter an der Nikon 1 V1 nutzen, die man vielleicht schon zusammen mit den „großen“ Kameras in der Fototasche hat. Außerdem sind die kleinen Filter wirklich außerordentlich preiswert zu haben!

Doch wo viel Licht ist, das ist auch Schatten. Ein Nachteil der Nikon 1 V1 ist, dass es keine Belichtungsreihen gibt. Aber mit einem kleinen Trick gelingen trotzdem schöne HDR-Fotos. Wie das geht, das zeige ich Euch im nächsten Artikel 🙂