Nikon D800 – Unabhängige Tests und Videos

Etwas überspitzt könnte man titeln „Die Nikon D800 nimmt langsam Fahrt auf!“ aber in der Tat sind die ersten Glücklichen die eine D800 ihr Eigen nennen dürfen durch die Bank weg sehr zufrieden mit dieser Kamera. Schaut man sich bei amazon.com um, so findet man (Stand heute den 21. Mai 2012) bereits 38 unabhängige Reviews die Kunden geschrieben haben. Davon sind 31 Reviews mit 5 Sternen versehen. Die übrigen 7 Reviews verteilen sich auf 1 bis 4 Sterne. Der Reviewer dem die D800 nur einen Stern wert war, hat sie meiner Meinung nach entweder gar nicht gehabt oder sie nicht in Ruhe ausprobiert. Stattdessen lobt er die Canon 5D Mark III über den grünen Klee. Hier zeigt sich wieder, dass auch unabhängige Test eigentlich niemals wirklich objektiv sein können. Niemand der lange Monate auf seine D800 gewartet hat und sein letztes Hemd für diese Kamera gegeben hat würde sie bei amazon oder anderswo schlecht bewerten, dessen bin ich mir recht sicher.

Nikon D800 Reviews auf www.amazon.com

Testberichte in Zeitungen bei denen Canon, Nikon und die restlichen „üblichen Verdächtigen“ allmonatlich für kräftige Umsätze durch Anzeigen sorgen würden eine solche Kamera auch nicht schlecht reden/schreiben. Dafür sind die Einnahmen durch ganzseitige Anzeigen auf den Innen- und Rückseiten der Magazine viel zu wertvoll.

Wer sich unabhängig und objektiv informieren möchte muss dies berücksichtigen und versuchen aus allen verfügbaren Informationen das herauszufiltern was für ihn persönlich wichtig ist und was ihm plausibel erscheint. Man muss also ein wenig zwischen den Zeilen lesen. Bei aller Euphorie bleibt die D800 letztlich nur ein Fotoapparat der schon bald von der D4x in den Schatten gestellt werden könnte. Irgendwann wird es eine D900 geben und der ganze Hype wird sich wiederholen. Zeitschriften, Testberichte, YouTube-Videos und Artikel von BLOGgern wie mir werden dazu beitragen 🙂

Doch das liegt noch in weiter Ferne und derzeit können wir uns auf den aktuellen Hype konzertieren, die Welt ist manchmal so einfach!

Bei YouTube findet man einige recht gut gemachte Videos die einzelne Profis und Fotoamateure erstellt haben weil sie ihr neues Spielzeug lieben und sich auf das Feedback der Gemeinde freuen.

Einige Beispiele habe ich hier für Euch zusammen gestellt.

Der heise Verlag ist eigentlich eher bekannt für seine Publikationen wie c’t und iX aber inzwischen gibt es hier auch recht gute Testberichte und Beispielbilder. Hier findet Ihr einige ISO-Vergleichsbilder aus der D800.

Sucht man nach Informationen zur D800 darf der „Chuck Norris der Fotografie“ natürlich nicht fehlen. Ken Rockwell hat hier einen schönen Artikel zur D800 veröffentlicht.

Thom Hogan hat zur Nikon D800 seine ganz eigene Meinung 🙂

Und hier habe ich noch einen sehr schön gemachten Vergleich der beiden „ewigen Gegner“:

Nikon D3s – Professionelle Videos produzieren

Bevor sie in den Ramschkorb wandert und bei eBay für 700 Euro verhökert wird, möchte ich Euch noch schnell ein paar ausgesuchte Videos zur Nikon D3s vorstellen. Wer darüber nachdenkt bei wenig Licht ein umfangreiches Video zu produzieren das schöne Hintergrundunschärfe bei wenig ISO-Rauschen zeigt, der liegt auch heute noch mit einer billigen gebrauchten D3s gar nicht so sehr daneben.

Hier einige Beispiele die mit einer Nikon D3s produziert wurden.

Nikon D4 – Neue Firmware gesichtet

Nikon D4 - Neue Firmware gesichtet?

Den Experten von www.nikonhumors.com scheint ein neuerlicher genialer Coup gelungen zu sein. In einem bislang nicht offiziell bestätigten Artikel wurden dort vor wenigen Minuten Hinweise auf eine mögliche Revolution bei der Firmware der Nikon D4 veröffentlicht. Einmal mehr zeigt sich hier wie gut schonungsloser investigativer Journalismus gepaart mit excellentem Know-how harmonisieren.

Aufs neue stellt sich auch hier die Frage „Was wäre unser Leben ohne die Arbeit engagierter Blogger und Forums-Experten?“ Ich denke es wäre unverändert, nur langweiliger 🙂

Negative Scannen mit Nikon ES-1

In der letzten Woche habe ich Euch den Nikon Slide Copying Adapter ES-1 vorgestellt. In den Tagen danach haben mich einige E-Mails erreicht in denen Ihr mich gefragt habt, ob man mit dem ES-1 auch Negative scannen bzw. abfotografieren kann. Grundsätzlich müsste das schon gehen aber der ES-1 ist eigentlich für gerahmte Dias gemacht. Um damit Negative ordentlich abfotografieren zu können müsste man eine Art „Filmbühne“ haben. Nur wo nimmt man die her? Die letzten Tage habe ich in Otzenhausen im Saarland verbracht und dort gab es viel Gelegenheit über dieses Problem nachzudenken.

Und mir ist eine Lösung eingefallen die ich gleich heute ausprobieren musste!

Zuerst habe ich mir ein altes Diarähmchen aus meinem Archiv gesucht. Dann habe ich die Gläser entfernt und mit einer kleinen Hobby-Bohrmaschine und einem Schleifvorsatz die Seiten des Rähmchens so abgeschliffen, dass ich ein Stück Filmmaterial hineinschieben kann. Damit habe ich dann ein wahllos ausgesuchtes uraltes SW-Negativ aus der Hinterlassenschaft meines Vaters mit meiner Nikon D7000 und dem AF-S 2.8/40mm DX Macro abfotografiert. Als ich das zugehörige RAW-Bild fertig konvertiert hatte war ich wirklich überrascht welch wunderbare kleine Perle ich da erwischt habe. Aus einer bewegten Menge heraus schaut ein Junge in die Kamera meines Vaters, eine alte Zeiss Ikon. Alle Personen sind verwischt und kaum zu erkennen und dann dieser scheue Blick – ich finde es großartig! Mein Vater fand es wahrscheinlich blöd weil „ja alles total unscharf ist“. Der Film war mit anderen Filmen zusammengerollt in einer alten Filmdose verpackt. Das Ganze lag einige Jahrzente in einem Schuhkarton auf dem Dachboden und später im Keller meines Elternhauses. Irgendwann hat meine Mutter mir diese Kiste in die Hand gedrückt. Ich bin nun fast ein wenig aufgeregt und freue mich schon sehr auf die Entdeckung der übrigen Fotos.

Wenn man bedenkt, dass Nikon keine Scanner mehr herstellt und die Scan-Software nicht weiterentwickelt, ist es gar keine schlechte Lösung vorhandene traditionell aufgenommene Fotos mit der beschriebenen Ausrüstung abzulichten. Das Ergebnis ist nicht viel schlecht als mit einem Coolscan V ED und es geht sooo viel schneller…

Wie das alles aussieht und was ich genau gemacht habe, könnt Ihr in diesem Video sehen, das ich eben extra für Euch erstellt habe – hoffentlich gibt es mal ein Lob dafür 🙂 Wer nicht loben will kann ja auch bei YouTube mal den „Gefällt mir“ Knopf drücken…

Und jetzt – FILM AB…

Hier ist das Bild aus dem Video.

SW-Scan mit Nikon D7000, Nikkor AF-S 2.8 40mm und Nikon ES-1

Kurzer Nachtrag

Gestern habe ich von meiner Mutter erfahren was ich da eigentlich gefunden habe. Es sind Fotos von der Hochzeit meiner Eltern. Die Braut rechts im Bild ist meine Mutter in jungen Jahren, der Mann in der Mitte welcher der Kamera gerade den Rücken zudreht ist mein Vater. Die Fotos hat eine Freundin meiner Eltern mit der alten Zeiss Ikon meines Vaters gemacht. Ob heutige Hochzeitsbilder in 50 Jahren von Euren Kindern „gefunden“ werden? Alles was nicht gedruckt oder ausbelichtet ist, könnte irgendwann im digitalen Nirvana verschwinden. Aber schauen wir mal, vielleicht überleben ja die Bilder unserer Generation bei flickr und facebook, so dass unsere Kinder und Enkel sie in 50 Jahren noch anschauen können 🙂

100.000 Kilometer mit der Nikon D300

100.000 Kilometer mit der Nikon D300 – So würde die Schlagzeile eines Dauertests lauten wenn die D300 ein Auto wäre und ich hier für die Auto-BILD schreiben würde. Auch wenn es nicht ganz passend erscheint, passt diese Schlagzeile meiner Meinung nach doch sehr gut. Im Jahr 2005 habe ich mir nach mehreren Jahren mit der Nikon D100 und diversen analogen Kameras eine D2x für damals sagenhafte 4.800 Euro gekauft. Diese Kamera hat mich ein lange Zeit begleitet und ich habe sie noch heute. Im Jahr 2007 kam dann eine deutlich preiswerte Nikon D300 dazu. Die Software der D300 ist im Vergleich zur D2x eine Generation weiter und das Display ist deutlich größer geworden. Aber die D2x ist auch heute noch eine gute Kamera. Wer im RAW-Modus bei ISO-100 fotografieren kann, der wird auch im Jahr 2012 mit einer D2x noch viel Spaß haben können.

Mit beiden Kameras war ich dreimal im Südwesten der USA und ungezählte Male auf den Kanaren, in Norwegen, der Schweiz und anderswo. Mit diesen Kameras habe ich die fotografisch gesehen vielleicht wichtigste Zeit meines Lebens verbracht und die Ergebnisse   sind auch heute noch mehr als ansehnlich. Ist ein Einsatz unter perfekten Bedingungen möglich, so spielt auch die D2x noch heute ihre Stärken aus. Der Detailreichtum der Bilder ist großartig und ein gut konvertiertes RAW-Bild ist von einem identischen Pendant aus der D300 praktisch nicht zu unterscheiden. Gut gebrauchte Modelle der D300 oder auch der D2x bekommt man heute bei den diversen Online-Plattformen für 700 Euro und weniger.

Wer die durch den kleinen Chip bedingte kompakte Baugröße der Objektive für diese Kameras zu schätzen weiß, kann im Jahr 2012 für wenig Geld sehr leistungsfähige überaus robuste Kameras erwerben für die es gute Weitwinkel und kompakte Teleobjektive gibt.

Vor einigen Tagen hat mich via Facebook der Martin angefunkt und mich gefragt ob ich ihm als Ersatz für seine Nikon D90 eher eine D300s oder eine D7000 empfehlen würde. Das will ich hier kurz beantworten…

Also: Wer eine große schwere robuste Kamera mit schneller Bildfolge sucht die via 9-fach Bracketing tolle HDR-Bilder ermöglicht, der ist bei D2x und D300 genau richtig. Wer zusätzlich filmen möchte, der könnte auch zur D300s greifen. Wer wenig HDR macht, eine etwas höhere Auflösung such und mit gleichzeitig leider leichtverringerter Dynamik leben kann und in 1080p mit 23,95 B/s filmen möchte, der sollte zur D7000 greifen.

Wenn ich losziehe und „nur“ fotografieren will und dabei das Gewicht der Kamera keine Rolle spielt, dann packe ich eine D2x oder eine D700 mit Batteriegriff ein. Die D700 falls ich wenig Licht erwarte, die D2x wenn das Licht gut ist und ich ggfs. den Drop-Faktor für Bilder mit einem 400er Teleobjektiv nutzen will. (Das dann fast wie ein 600er wirkt) Steht eine anstrengende Wanderung auf dem Programm, dann die D300 oder die D7000 ohne Batteriegriff. Klein, handlich kompakt…

Wenn ich hauptsächlich oder auch nur nebenbei filmen will, dann ist die D7000 mein Freund.

Sobald die D800E da ist, wird sich das alles verschieben und ich werde wahrscheinlich ausschließlich die D800 benutzen. Aber warten wir es mal ab…

Hier einige Beispiele zur Nikon D2x, D300 und D7000.

Beginnen wir mit einem Video das ich komplett mit der D7000 erstellt habe. Wer es schon kennt scrollt einfach weiter 🙂

Hier nun einige Bespiele aus der D300 und der D2x. (Alle Bilder sind 1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken)

Nikon D300 - Upper Antelope Canyon

Nikon D300 - La Sal Sunrise

Nikon D2x - Storm over Canyonlands

Nikon D2x - Storm over Canyonlands II

Nikon D300 - Bryce Canyon Sunrise

Nikon D2x - Monument Valley Sunrise

Nikon D2x - La Sal Morning I

Nikon D2x - La Sal Morning II

Nikon D300 - Second Wave

Nikon D2x - Alstrom Point

Nikon D2x - Alstrom Point II

Nikon D300 - Hiking the Wave

Nikon D2x - Balanced Rock

Nikon D300 - False Kiva

Nikon D300 - Horse Shoe Bend

Nikon D2x - Arches NP - Window Section

Nikon D2x - Arches NP - Navajo Arch

Nikon D300 - Lonesome Wave Photographer

100.000 Kilometer mit der Nikon D300 – wie lautet das Fazit? In der Autowelt würde man jetzt Benzinverbrauch, Drehmoment, Beschleunigung, Verbrauch und Unterhaltskosten einander gegenüberstellen. All das fällt weder bei der D300 noch bei der D2x an. Die D2x ist mir im Jahr 2010 bei einem Sturz im Arches NP einen Abhang hinunter gekugelt. Das Gehäuse war an der Unterseite gebrochen und der Autofokus hat nicht mehr funktioniert. Ich hatte sie abgeschrieben, aber sie konnte für etwa 900 Euro repariert werden. Leider musste ich sie dreimal einschicken bis alles wieder korrekt funktioniert hat. Aber jetzt arbeitet alles wieder wie am ersten Tag!

Auch die D300 hat inzwischen viele tausend Auslösungen hinter sich, alles ohne Probleme. Während meine Fuji Finepix X100 gleich nach einigen Tagen eine Weile in die Werkstatt musste, haben alle Nikons vom ersten Tag an wunderbar funktioniert. Ich habe alle Firmware-Updates eingespielt, wirklich notwendig waren sie indes nicht.

Wer seine Bilder im Internet publiziert und Prints bis zu einem Format von 60x90cm in bester Qualität braucht, der ist sowohl mit der D2x, als auch der D300, D700 oder D7000 bis heute gut bedient.

Die Nikon D4 oder auch die D800 bzw. D800E werden vieles ändern, vor allem aber den Preis der älteren Modelle auf dem Gebrauchtmarkt. Wer ohne Pixelwahn leben kann und nicht unbedingt in HD filmen muss, für den ist sicher eine gebrauchte D300s mit einigen guten Objektiven in den kommenden Monaten eine gute Wahl. Viele Kunden der D800 werden ihre „alten“ Kameras preiswert verscherbeln um sich die neue Nikon D800 leisten zu können.

Hier findet derzeit so etwas wie eine „Wachablösung“ statt. Jeder der sich bislang keine dieser Kameras leisten konnte kann in den nächsten 6 Monaten kräftig in die Hände schlagen und versuchen eine dieser Kameras preiswert bei eBay & Co zu ergattern.

Meine D300 hat die ersten 100.000 Kilometer gut überstanden, ich denke sie schafft auch die 200.000 Kilometer 🙂