Mono Lake

Nach der Ankunft in Bishop packen wir erst einmal unsere Sachen aus. Kurz bloggen, damit die daheim gebliebenen Bescheid wissen und sich keine Sorgen machen müssen. Danach stopfen wir ein paar unserer Anziehsachen in die beiden Waschmaschinen der Guest Laundry. Anschließend geht es rüber zu Denny’s. Ich ordere ein Club Sandwich. Es ist gut, aber nicht so gut wie im Heiliggeist in Mainz! Irgendwie habe ich so recht auch gar keinen Hunger, die verbliebene Hälfte lasse ich mir einpacken. Das ist hier durchaus üblich und so habe ich ggf. später am Mono Lake noch etwas zu Essen dabei. Allerdings werde ich dort so im Fotofieber sein, dass ich das halbe Sandwich wieder mit zurück bringen werde – aber wer weiß das denn schon im Voraus?

Nachdem wir bezahlt haben und Sandra sich verabschiedet hat, geht es wieder ungefähr 100 Kilometer zurück zum Mono Lake. Sandra geht derweil shoppen und erkundet Bishop.

Der Weg zum Mono Lake ist auch in der Gegenrichtung einfach atemberaubend. Diesmal sind die verschneiten hohen Berge links neben mir, rechts ist die Wüste, ein abwechslungsreiches Land 🙂

Hier habe ich ein paar Fotos die ich heute mit der Nikon D300 und der Nikon D2x gemacht habe. An der D300 war das 70-200mm Telezoom und später das Tokina 12-24mm Weitwinkel. An der D2x war die meiste Zeit das 2.8/17-55mm samt B&W Polfilter.

Hier ein paar Fotos die zwischen Mono Lake und Bishop entstanden sind.

Nach etwa einer Stunde komme ich dann am Mono Lake an. Die letzten paar Kilometer geht es auf gut befahrbaren Schotterpisten voran. Einen Allrad-Antrieb braucht man hier nicht, ich komme mit unserem hässlichen weißen Dodge ganz gut vorwärts. Ich fahre erst einmal zum westlichen Ufer des Sees. Dort muss aber ein kleiner Bach überquert werden, kurz vorher steht auf einem Schild „Flooded“. 100 Meter später sehe ich den Salat. Da will ich mit dem Dodge nicht stecken bleiben, also zurück zum südlichen Zipfel des Sees. Nach etwa 10 Minuten bin ich dann an einem gut ausgebauten Parkplatz. Es gibt Toilettenhäuschen, einen Info-Stand, Picknick-Tische und eine Säule mit Permits für die ganz ganz braven Besucher. Ich bin heute mal nicht brav und spare mit die paar Dollar.

Das ist mein erstes „Übersichtsbild“, es ist mit der D2x am Parkplatz entstanden. Ich habe mich dazu auf einen der Picknick-Tische gestellt.

Hier habe ich eine schöne abstrakte Spielerei die mit der D300 und dem 70-200 bei 200mm Brennweite entstanden ist.

Nach den ersten Testbildern geht es bepackt mit vier Kameras hinunter an den See. Dabei habe ich die D300 samt 70-200mm Telezoom, die D2x mit 17-55mm Weitwinkelzoom, die F80 mit einem Fuji Velvia 50 und die neue Nikon P7000, mit der ich ein paar kleine Filmsequenzen aufzeichnen möchte.

Nach einer halben Stunden kommt ein nettes Pärchen dazu. Sie knipsen mit Canon Kameras und benutzen diverse bunte Cokin-Filter. Jeder Jeck ist anders… Ich bin etwa drei Stunden beschäftigt. Dann ist die Sonne in den Wolken über den hohen Bergen völlig unspektakulär verschwunden. Ich mache mich auf den Rückweg. Nun ein paar Bilder aus D2x und D300 in gemischter nicht chronologischer Folge.

Bei meiner Abfahrt in Bishop hat das Thermometer 23°C angezeigt, bei der Ankunft am Mono Lake dann 13°C, jetzt wo die Sonne weg ist sind es nur noch bitterkalte 3°C. Und es ist höllisch windig, scharfe Bilder sich auch mit Stativ kaum noch zu realisieren. Gut, dass ich ein paar warme Jacken dabei habe!

Der Rückweg nach Bishop geht wie im Flug, aber es ist sehr windig und es weht mich ein paar mal fast von der Straße. Höllisch stürmisch kann das hier werden. Und die Polizisten stehen hinter allen Sträuchern. Auf dem Rück weg sehe ich DREI Polizeiautos die sich den Verkehr anschauen! Man sollte sich hier an die 65 Meilen pro Stunde (mph) halten!

Im Motel ist Sandra dann schon da. Sie hat gute Laune, war den ganzen Tag unterwegs. Ich kopieren meine „Beute“ auf die externe Festplatte und bin danach sehr gespannt wie die Bilder so geworden sind.

Bereits die drei ersten Fotos aus der genialen kleinen Nikon P7000 gefallen mir richtig gut, aber sehr selbst. Einfach mal die Bilder anklicken, dann sieht man sie in der 1000 Pixel breiten Auflösung.

Hier sind alle Bilder zusammen als Diashow:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Hier habe ich noch den Track des Tages in der Google-Earth Ansicht.

Wer mag, kann sich den Track des Tages auch hier herunterladen und dann mit Google-Earth die Route virtuell abfliegen.

Walker to Bishop

Sandra weckt mich um 8h30, sie hat Hunger und ist schon eine Weile wach. Also schnell anziehen und dann mal schauen wo wir ein Frühstück bekommen. Doch das wird sofort eine Fehlanzeige! Frühstück gibt es in Walker heute nicht, nirgendwo!! Also entschließen wir uns es mit dem Frühstück und Mono Village zu versuchen, das sind etwa 100 Kilometer. Der Weg dorthin ist einfach nur famos. Um uns herum verschneite Berge, kleine Bäche, ein toller Wolkenhimmel, einfach nur schön!

Zwischen durch bedrängt uns eine rote Limousine. Als es dann zweispurig wird kann er endlich überholen. Wir fahren 65 mph, mehr ist nicht erlaubt. Das rote Auto wird am Horizont schnell kleiner. Statt zu rasen genießen wir die Landschaft und tuckern brav mit 65 mph dahin. Ein paar Minuten später sehen wir den roten Blitz dann am Straßenrand stehen, dahinter ein Auto der Highway Patrol, der Beamte steigt gerade aus. Uns wirft er nur einen sehr prüfenden Blick zu, dann wendet er sich dem eiligen Autofahrer zu. Das wird teuer!

Als wir in Mono Village ankommen müssen wir feststellen, dass es dort einfach gar nichts außer ein paar Wohnhäusern gibt. Wir fahren weiter und hoffen auf eine kleines Restaurant. Der nächste „Ort“ ist nur ein paar Minuten entfernt. Der Blick auf den Mono Lake ist hier famos, aber es hat auch hier einfach alles geschlossen! Der kleine General Store ist offen, dort gibt es Kaffee und belegte Brötchen, das ist doch was!

Draußen ist es windig und etwa 11°C kalt, wir bleiben im Auto und frühstücken mit Blick auf den See, auch nicht übel. Danach versuchen wir es mit einem Motel, das etwa 8 Kilometer weiter westlich des Highway 395 liegt. Aber bereits 100 Meter nach dem Abbiegen in die Zufahrtsstraße ist auch diese wieder geschlossen. Also befragen wir das Navigationssystem, wo es das nächste Motel gibt. In Bishop scheint es was zu geben und das sind auch nur etwa 100 Kilometer. Also los, die Straße ist wieder grandios! Wir kommen uns vor wie im Skiurlaub in den Alpen – wenn wir nach rechts schauen! Schauen wir nach links sind wir in der Wüste, wirklich cool!

Als wir in Bishop eintreffen sehen wir auf der rechten Seite ein Best Western. Es gibt ein ruhiges Zimmer mit WLAN, Kühlschrank, Mikrowelle und zwei Betten. Es kostet 104$ plus Steuern pro Nacht. Ich buche erst einmal zwei Nächte, aber wir werden wohl verlängern. Zu schön ist es hier. In Bishop gibt es alles was man braucht und ich kann zum Fotografieren an den Mono Lake und die anderen Seen fahren. Die nette Dame bei der Rezeption erzählt uns, dass es in diesem Jahr besonders viel Schnee gibt und dass er sich mit großer Sicherheit bis Juni halten wird!

Derweil kann Sandra es sich am Pool gemütlich machen. Draußen scheint die Sonne, es sind hier warme 22°C, die Sonne scheint, hier ist „Deutscher Hochsommer“ – ich mache mich gleich wieder auf in den Winterurlaub. Das ist das was ich hier so liebe, das Land ist riesig, es ist vielfältig und die Menschen sind egal wo bislang zu uns immer wunderbar freundlich.

Hier habe ich einen Google-Streetview – wer sich um 180° dreht sieht, dass unser liebstes Frühstücksrestaurant genau auf der anderen Straßenseite liegt – wunderbar!!

Virginia City

Am Morgen gibt es ein Frühstück im Diner auf der anderen Straßenseite. Wir sind die einzigen Gäste! Der Wirt und seine Frau kümmern sich rührend um uns. Sie wollen wissen woher wir kommen, warum wir hier sind, einfach alles. Während sie das Frühstück zubereitet quatsche ich die ganze Zeit mit ihrem Mann an der Bar.

Beide sind sich einig, wenn Bodie wegen des Schnees nicht erreichbar ist, dann sollten wir nach Virginia City fahren. Das Frühstück kostet etwa 18 Dollar und es gibt im Anschluss noch eine paar schöne Kunstdrucke von Bodie zu sehen. Alle fix und fertig im Passepartout. Die Preise liegen bei 80$ für ein Format von etwa 40x60cm. Zu Abschied bekommen wir noch den Tipp mit auf den Weg, doch eine kleine Rundreise zu machen und auf dem Rückweg die SR95 zu fahren.

Wir packen kurz unsere Sachen zusammen und los geht es. In Carson City Valley halten wir bei einer Bank an. Unser Bargeld ist fast aufgebraucht. Ich haben in den ersten beiden Wochen schon fast 1300$ ausgegeben. Wirklich gekauft habe ich nichts, alle Tankfüllungen und alle Übernachtungen habe ich mir der Kreditkarte bezahlt. Aber Frühstück, Abendessen, Eintritt hier und da, es kommt doch mehr zusammen als man denkt! Ich kann meine Kreditkarte mit 500$ belasten, kein Problem. Sandra tauscht ihre Travellerschecks gegen Bargeld ein. Ganz witzig sind die Reaktionen der Angestellten auf unsere deutschen Personalausweise. „This is a valid german passport!“ Sie schaut ein wenig ungläubig aber dann akzeptiert sie ihn.

Es geht weiter in Richtung Carson City. Wir biegen wir nach Nord-Osten ab und fahren hinauf in die Berge. Es geht hoch bis auf etwa 1500 Meter, dann sind wir in Virginia City. Einst ein blühende Metropole zur Zeit des großen Goldrausches, heute ein wenig so wie Phantasialand in Köln Brühl. In den vielen leicht alten Holzhäusern sind Casinos, Geschäfte, Restaurants, diese Stadt lebt und trotz dem Verfall. Positiv mag sein, dass sie einfacher zu erreichen ist und näher an der nächsten größeren Stadt gelegen ist. Wen man bedenkt, dass Bodie im März noch nicht erreichbar ist, was würde man dort von November bis Mai machen? Das Bodie eine Geisterstadt werden würde, war meiner Meinung nach bereits bei der Gründung vorprogrammiert. Auf dem Weg nach Virginia finden wir dann dieses Schmuckstück 🙂

Hier sieht man sehr schön, dass es kräftig bergauf geht und Virginia City schon recht hoch im Gebirge gelegen ist.

Am Ortseingang scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Wunderbar die Erdtöne, alles leuchtet in goldenem Gelb. Hier kann man sich sehr bildhaft vorstellen, dass es hier mal Gold gegeben haben muss.

In Virginia besuchen wir ein kleines Museum. Es gibt viele Fotos der Minenarbeiter und man bekommt einen guten Einblick in das harte Leben der Menschen hier vor über 150 Jahren. Morgens beim Frühstück haben wir erfahren, dass in Bodie viele Kinder während der langen harten Winter erfroren sind und dass der Friedhof oben in den Bergen ein ganz besonderer Ort sei. In Virginia verschlägt es uns in ein altes Hotel. Der Hauch der Geschichte ist dort noch spürbar. Wenngleich ich denke, dass es damals keine Teppiche gab. Auch sehen die bronze-farbenen Platten der Deckenverkleidung aus wie farbiges Styropor, aber der Gesamteindruck ist durchaus schlüssig.

Nach ein paar Stunden geht es weiter in Richtung Süd-Osten auf den alten Highway 95. Die Landschaft ist typisch für Nevada, um uns herum sind spärlich bewachsene Hügel und an allen Himmelsrichtungen sehen wir verschneite Gebirgsketten. Besonders krass sehen die Berge aus die wir gestern überquert haben. Heute möchte ich dort nicht sein. Mehrmals kommen uns Schneeräumfahrzeuge entgegen. Ob man heute dort oben vielleicht Schneeketten braucht?

Dann ist auf der rechten Seite ein herrlich vergessenes Autokino. Ich halte an und mache ein paar Fotos. Plötzlich reißet die schwere Wolkendecke auf und für einige wenige Augenblicke scheint mir die Sonne ins Gesicht. Ich bin wie elektrisiert und schieße eine Bild nach dem Anderen. Dieser Ort hat für mich etwas magisches.

Auf dem Rück weg halten wir an einem kleinen Generalstore und kaufen uns noch etwa für den Abend. Einige Meter weiter spiegelt sich dann der schwere blaue Gewitterhimmel in diesem wunderbaren See. Ich springe noch einmal aus dem Auto, auch wenn Sandra inzwischen genervt ist und innerlich nur noch mit dem Kopf schüttelt. Die Bilder sehen auf dem Kameradisplay schon gut aus, ich bin gespannt was sie später auf dem Mac hermachen.

Es geht weiter in Richtung Walker. Wir müssen wieder die Grenze von Nevada nach Kalifornien überqueren. Die Polizistin mit den langen lockigen blonden Haaren des Vorabends hat auch heute Dienst. Sie erkennt uns wieder uns winkt uns freundlich zu. Wir sind in Kalifornien. Dann sehen wir am Straßenrand ein großes Rudel mausgrauer Rehe. Eigentlich sieht Sandra sie, sie ist irgendwie darauf geeicht Rehe zu entdecken. Ich hätte sie nicht gesehen, es geht auf die Bremse, Seitenfenster hinunter und gaaaanz langsam rückwärts. Die Rehe schauen nur aufmerksam zu uns hinüber, aber so lange wir nicht aussteigen laufen sie auch nicht weg. Sandra macht ein Bild nach dem Anderen, ich sitze auf der falschen Seite und habe auch keine Kamera griffbereit, schade.

Mit hereinbrechender Dunkelheit treffen wir beim Andruss Motel in Walker ein. Dieses Motel ist wirklich eine kleine Perle und ich verstehe gut, warum die Menschen die dieses Motel im Internet bewertet haben alle 5 Sterne gegeben haben. Es ist einfach schön hier. Die Zimmer sind sauber und gemütlich, es gibt ein praktisch lautlose Gasheizung, einen nicht ratternden Kühlschrank, eine Mikrowelle, Fernsehen mit 500 Kanälen und zwei schöne große Betten. Herz was willst Du mehr?

Morgen wollen wir die rund 100 Kilometer in Richtung Süden zum Monolake. Dort werde ich mal schauen ob wir nicht ein ähnlich nettes Motel finden. Da werden wir dann wohl zwei Tage bleiben. Der Monolake hat viele Facetten und ein Tag ist für die wirklich schönen Fotos sicher viel zu wenig.

Heute ist Montag, Sandra muss am Sonntag in Las Vegas ihre Rückreise antreten, wir haben also noch ein paar Tage.

Aus dem Bauch heraus würde ich sagen wir machen es vielleicht so:

– Dienstag & Mittwoch: Monolake

– Donnerstag & Freitag: Death Valley – Reloaded

– Samstag & Sonntag: Las Vegas 2011

Klingt das nach einem Plan? Na, ich denke schon 🙂

Leider klappt es hier im Motel mit dem Internetzugang via Satellit nicht so recht. Bis heute morgen ging es noch, dann ist es irgendwie ausgefallen. Daher kann ich nur „offline“ bloggen und muss diesen kleinen Artikel noch ein wenig aufheben. Ich bin gespannt wann wir wieder einen Zugang zum Internet finden…

Update um 22h30

Nun scheint es wieder zu klappen mit dem Internet…

Yosemite

Endlich, heute soll es nach Yosemite gehen! Als ich im Frühjahr 2009 meine Reise in die USA geplant habe, ging es an einem Samstag zu Globetrotter in Köln um das Garmin Colorado 300 zu kaufen. Damals habe ich mir auch eine wirklich gute sehr detaillierte Karte zum Yosemite Nationalpark gekauft. Später wurde mir dann klar, dass der Weg von Page am Lake Powell in Arizona nach Yosemite in Kalifornien kein Katzensprung ist. Seit dieser Zeit lag die Karte dann daheim im Bücherregal und hat auf ihre große Stunde gewartet. Darauf wartet sie leider immer noch, denn ich habe sie daheim vergessen! Zu weit weg war der Gedanke jemals nach Yosemite zu kommen. Doch heute war es dann doch so weit!

Nach einem echt guten Western-Frühstück, etwa 3oo Meter die Straße hinauf, geht es dann auf dem Highway 120 in Richtung Yosemite. Abends zuvor habe ich mir alles in Ruhe via Google-Earth angeschaut. Aber diese Straße ist noch viel besser als in der virtuellen Welt. Hier mit dem Moped entlang cruisen, ein echter Traum! Die Straße windet sich über etwa 30 Kilometer zwischen hohen Bergen an einem wunderbaren kleinen Fluss entlang. Es gibt Stromschnellen und zwischen durch ein paar mutige Kajak-Fahrer. Am Eingangshäuschen halte ich kurz meinen 80$ teueren „Annual National Park Pass“ und schon sind wir drin!

Es geht von einem Wasserfall zum anderen. Es liegt noch Schnee und trotzdem haben wir etwa 15°C. Gleich am ersten Wasserfall muss ich mal ein bisschen näher ran, also heißt es an einem Gebirgsbach entlang über dicke Felsbrocken zu kraxeln. Das mit der Nikon P7000 um den Hals und der D300 samt  2.8/18-55mm auf dem Stativ in der rechten Hand. Keine leichte Übung! Zweimal rutsche ich aus, kann mich aber noch fangen und lande nicht zusammen mit allen Kameras im kalten klaren Wasser. Voller Euphorie und reichlich verschwitzt bin ich eine Stunde später wieder am Auto. Wunderbar ist es hier.

Dann geht es weiter. Innerhalb des Tals gabelt sich die Straße und es gib zweispurige „Rundwege“. Rechts darf man schleichen und gucken, links geht es mit 35 mph voran – kein schlechte Lösung. Dann muss Sandra aufs Klo! Aber es gibt nur Plumpsklos und die gehen gar nicht, jedenfalls für Sandra. Schließlich finden wir ins Yosemite Village eine Art Einkaufszentrum mit wirklich vielen Menschen. Die Toiletten sind eigentlich gesperrt, sie müssen dringend gereinigt werden. Aber Sandra kneift die Augen ganz fest zu und ist danach viel entspannter. Wir verfahren uns in dem ganzen Durcheinander. Das Navigationssystem zeigt zwar lauter tolle Straßen, aber es sind Einbahnstraßen oder sie sind für die Öffentlichkeit gesperrt.

Schließlich schaffen wir es doch hinaus. Dann kommt auch schon der nächste Wasserfall. Wir parken das Auto und los geht es.

Sandra ist es am Wasserfall zu kalt, sie geht schon mal wieder zurück zum Auto. Ich habe meine Mühe ein Foto hinzubekommen. Es ist windig, die Kamera wackelt auf dem Stativ und die Gischt schlägt sich auf dem Polfilter vor dem Objektiv nieder. Immer wieder muss die Streulichtblende runter und ich muss den Filter trocken legen. Als die Fotos dann auf der Speicherkarte sind geht es zurück zum Auto. Sandra ist total unterzuckert, sie zeigt mir ihre zitternden Hände. Aber sie hat schon einen Schokoriegel, Salzstangen und Chips an einem Automaten gekauft. Als es wieder besser geht fahren wir weiter. Es geht über den HWY 41 hinauf zum Tunnel View. Auf diesen Aussichtspunkt freue ich mich seit 2009.

Ich komme mir einem jungen Amerikaner ins Gespräche, er will noch eine Stunde warten bis die Schatten länger und das Licht weicher ist. Ich mache ein paar Fotos und danach fahren wir die Straße weiter hinauf. Unten im Tal stand, dass alle Straßen und dieses Passstraße geöffnet seien. Mal sehen, ich würde gern zum Glacier Point fahren. Von dort hat man eine tolle Sicht auf den Half-Dome. Das habe ich mir alles schon bei Panoramio angeschaut. Doch dann landen wir mitten in einem Skigebiet. Der Pass ist zwar offen, aber nicht passierbar! Es geht genau bis hierhin, weiter könnten wir nur mit dem Lift fahren. Diese Straße ist nur von Mai bis November geöffnet! Also kehren wir um und fahren zurück zum Tunnel View.

Da haben sich inzwischen viele viele ambitionierte Fotografen eingefunden. Es ist gar nicht leicht noch einen Platz für mein Stativ zu finden. Aber es klappt dann doch. Ich komme mir einem netten Ehepaar ins Gespräch. Ihm fällt auf, dass ich immer genau 7 Fotos mache und er sieht, wie das Display der Nikon D2x sie der Reihe nach aber mit unterschiedlicher Helligkeit anzeigt. Daraus wird eine Lebhafte Diskussion über HDR und den Fingertrick. Er ist begeistert und will es später auch mal versuchen. Aber für heute hat er seine Kamera an seine Frau abgetreten.

Während rund 50 fotobegeisterte Leute auf das perfekte Abendlicht warten, harrt Sandra im Auto aus. Ihr ist kalt und sie hat Kopfweh. Eigentlich möchte sie zurück ins Motel, in die Badewanne und dann schnell ins Bett. Ich habe ein wirklich schlechtes Gewissen, aber genau hierauf habe ich schon ein paar Jahre gewartet.

Der Abend hält dann nicht das was sich alle erhoffen. Es wird langsam dunkel, einfach so, die Sonne verschwindet hinter den Wolken, eine tolles rotes Glühen von Half Dome und El Capitan gibt es nur in den Köpfen der Fotofreaks. Aber das gehört eben dazu, man kann nicht jeden Tag Glück haben.

Als es kalt und dunkel ist, treten wir den Heimweg an. Mit gefühlter WARP-Geschwindigtkeit geht es über den HWY 120 in Richtung Mariposa. Dort wo 55 Meilen erlaubt sind fahre ich auch 55 Meilen. In der Dunkelheit und in einigen Kurven kommt einem das in unserem schaukelnden „weißen Toastbrot“ ziemlich schnell vor! Aber wir schaffen es um etwa 19h beim Miners Inn in Mariposa zu sein. Es gibt Corona und Burger mit Fritten, genial! Was für ein Tag 🙂

Morgen soll es weitergehen zum Mono Lake. Leider habe ich bei meiner Planung nicht bedacht, dass die meisten Straßen die das Gebirge durchqueren das zwischen und und dem Mono Lake liegt im Winter geschlossen sind. Wir werden als einen Umweg von etwa 170 Meilen in Kauf nehmen müssen. Wir fahren morgen also einfach mal los und schauen wie weit wir kommen. Sind wir müde machen wir es uns am Lake Tahoe für einen Tag gemütlich. Aber mal sehen wie es wird.

Hier ist die Webseite auf der man die aktuellen Straßenzustände abrufen kann.

http://www.dot.ca.gov

Man kann dort dann die Nummer eines Highways eintragen und sieht ob er geöffnet oder geschlossen ist. Sehr praktisch!

Hier sind die Straßenzustände der State Routes die wir nehmen könnten – leider sind sie alle geschlossen 😦

SR 120
[IN THE CENTRAL CALIFORNIA AREA & SIERRA NEVADA]
IS CLOSED FROM CRANE FLAT TO 5 MI WEST OF THE JCT OF US 395 /TIOGA PASS/
(TUOLUMNE, MONO CO) – FOR THE WINTER – MOTORISTS ARE ADVISED TO USE AN
ALTERNATE ROUTE

IS CLOSED FROM 2 MI EAST OF THE JCT OF US 395 TO 6 MI WEST OF THE
JCT OF US 6 (MONO CO) /MONO MILLS RD/ – FOR THE WINTER – MOTORISTS ARE
ADVISED TO USE AN ALTERNATE ROUT

SR 4
[IN THE CENTRAL CALIFORNIA AREA]
IS CLOSED FROM 0.5 MI EAST OF THE JCT OF SR 207 /MT REBA TURNOFF/ TO THE
JCT OF SR 89 /EBBETTS PASS/ (ALPINE CO) – FOR THE WINTER – MOTORISTS ARE
ADVISED TO USE AN ALTERNATE ROUTE

SR 108
[IN THE CENTRAL CALIFORNIA AREA & SIERRA NEVADA]
IS CLOSED FROM 7.2 MI EAST OF STRAWBERRY TO 5.3 MI WEST OF THE
JCT OF US 395 /SONORA PASS/ (TUOLUMNE,MONO CO) – FOR THE WINTER – MOTORISTS
ARE ADVISED TO USE AN ALTERNATE ROUTE

Weiter im Norden könnten wir die SR88 nehmen, sie scheint geöffnet zu sein:

SR 88
[IN THE CENTRAL CALIFORNIA & SIERRA NEVADA]
NO TRAFFIC RESTRICTIONS ARE REPORTED FOR THIS AREA.

Hier habe ich noch den Track des heutigen Tages – einfach Anklicken um das Bild in der nativen Auflösung zu sehen.

Für alle die mal einen Routenflug durch Yosemite machen möchten, habe ich den Track hier als KML-Datei abgelegt.

Unsere Route für morgen wird dann etwa so aussehen:

San Francisco Bay

Nachdem unser Zimmer hier in Sausalito verlängert ist, gibt es in der Lobby des Hotels ein recht gutes Frühstück. Ok, das mit dem „Besten Frühstück der Welt“ habe ich hier ja schon oft geschrieben. Und ein „Bestes Frühstück der Welt“ kann man eben nicht toppen, denn das wäre ebenso ein Paradoxem wie der gestern von Sandra geprägte herrliche Ausdruck, das „WLAN-Kabel“ – der ist gut, gell? 🙂

Die nette Dame an der Rezeption fragt uns ob wir Schirme mitnehmen wollen, gleich neben dem Ausgang steht eine ganze Batterie. Ihr schiere Anzahl legt meine Stirn in Falten. Wenn hier immer die Sonne scheinen würde, dann hätten sie nicht so viele Regenschirme. Ob die ganzen alten Songs meiner Kindheit die ständig von der Sonne in San Francisco schwärmen alle eine einzige große Lüge waren? Ein Teil der Nachkriegspropaganda, eine Verhöhnung der armen Schweine die in Deutschland in Kälte und Regen ausharren müssen? Hm, wer Verschwörungstheorien mag hätte hier vielleicht ein weites Feld. Wenn ich genau darüber nachdenke, wahrscheinlich haben wir heute einfach nur ein wenig Pech mit dem Wetter…

Ok, es geht ins Auto und dann an der Küste entlang zum Nord-Östlichen Fußpunkt der Golden-Gate-Bridge. Ehe wir es uns versehen, sind wir dann auch schon unten hindurch gefahren, ist ganz einfach! Ein paar Minuten später sind wir oben am gegenüberliegenden Aussichtspunkt. Es ist schrecklich windig, es regnet und das Thermometer zeigt auch nur ganze 11°C. Eigentlich kein Fotowetter. Ich gehe trotzdem mal den Touristenpfad hinauf zum Aussichtshügel. Oben staune ich nicht schlecht, als ich die umfangreichen Überreste der alten Befestigungsanlagen sehen kann. Hier wurde in den 30er Jahre alles hergerichtet, was man damals glaubte zur Verteidigung der teuren neuen Brücken zu brauchen. Krass sieht das aus!

Ich mache ein paar schnelle Schüsse mit der neuen Nikon P7000. Später bin ich wirklich komplett überrascht wie supergut sie geworden sind. Scharf, detailreich, einfach gut. Wenn man sie auf die 1000 Pixel herunter verkleinert die eine Bild in der fotocommunity haben darf, so sieht man keinen unterschied zu einem Bild das mit der mehr als zehnmal so teuren Nikon D2x gemacht wurde. Der Hammer das kleine Ding!

Aber sie hat auch einen Nachteil! Das Objektiv ist sehr ungeschützt, es fährt immer hinein und heraus und bei Regen und Sand ist es sehr anfällig. Inzwischen hat das kleine Ding hier so viel Sand abbekommen, dass die kleinen Klappen die das Objektiv schützen sollen, sich manchmal nicht öffnen. Da muss man die Kamera mehrfach aus- und wieder einschalten, irgendwann klappt es dann. Ich brauche vielleicht mal eine Dose Druckluft. Vorsichtig und gezielt eingesetzt kann es helfen. Aber, man kann das Ding damit auch schnell ruinieren! Also Kids, don’t do this at home!

Nach den obligatorischen Brückenfotos geht es durch die Marin Highlands. Es sieht fast alles aus wie im Anaga-Gebirge auf Teneriffa. Überhaupt sieht hier fast alles aus wie auf Teneriffa, nur erscheint es 10.000 mal größer. Wir halten die Augen auf und finden dann doch noch ein paar schöne Motive.

Dieses Foto ist unserer Freundin Edith E. aus Teneriffa gewidmet 🙂

Wir nehmen wieder den Highway 101 und umrunden die San Francisco Bay. Lange Straßenabschnitte führen durch Wattenmeer und wir kommen uns vor wie in Holland. Wenn man nur anhalten könnte… Kurz vor Oakland sehen wir dann links einen Radio-Shack. Da gibt es Festplatten! Als wir den Laden verlassen habe ich für etwa 45€ eine externe 2,5″ 500GB Festplatte von IOMEGA. Sandra hat sich für etwa 75€ eine 3,5″ Festplatte mit 1.5TB gekauft, ebenfalls von IOMEGA. Keine schlechten Preise. Was wir beide nicht bedacht haben, bei Sandras Festplatte ist ein Netzteil dabei. Es funktioniert zwar von 100 bis 240 Volt, aber der Stecker ist für die amerikanischen Steckdosen! Später im Motel findet sie dann bei eBay für 2,98€ einen passenden Adapter. Alles wird gut…

Es geht weiter und schließlich landen wir in Oakland, östlich von San Francisco. Dort gibt es bei Denny’s ein leckeres verspätetes Mittagessen. Danach geht es rauf auf die riesige Bay Bridge die Oakland und San Francisco verbindet. Diese krasse Brücke ist Maut-pflichtig, wir zahlen einem teilnahmslos wirkenden Inder 4$ und los geht der Spaß. Leider im Nieselregen. Aber ich lasse trotzdem die ganze Zeit die kleine Nikon P7000 unseren Weg filmen. Mal sehen wie das später wirkt. Das gute ist, wir fahren in der „richtigen Richtung“ – so sind wir nämlich OBEN und nicht im Untergeschoss. Bei Google-Streetview hatte ich es mir zuvor angeschaut und bin ganz froh, dass wir unsere Runde so herum geplant haben!

Am Ende der Brücke geht es dann rechts ab und wir nehmen einen kleinen Abstecher durch die Innenstadt von San Francisco. Sandra staut fast erschrocken die vielen Hochhäuser an. Es ist kurz nach 15h und es ist so dunkel, dass die Straßenlaternen eingeschaltet sind. Das Sturmtief hat diese Stadt im Griff!

Später im Gables Inn in Sausalito schaue ich meine Fotos an, es sind nur ein paar wenige…

Um kurz nach 17h sieht es draußen relativ freundlich aus. Sandra hat keine Lust mehr, also mache ich mich allein auf den Weg. Es geht wieder zum Aussichtspunkt oberhalb der Golden Gate Bridge. Es ist sehr feucht und nicht wirklich gutes Wetter. Aber besser als gar nichts. Oben angekommen montiere ich das Tokina 4/12-24mm an meine D2x und mache die ersten Probeaufnahmen. Immer wieder kommen Horden von Touristen und alle machen das gleich Foto wie ich. Wirklich frustrierend das alles, aber es hat auch etwas witziges. Von einer Gruppe mache ich dann mit P7000 ein kleines Video. Sie brauchen echt lange, denn jeder hat eine Kamera dabei und jeder möchte ein Gruppenfoto auf SEINER Kamera haben!

Irgendwann falle ich auf und sie bitten mich ein Fotos zu machen. Kein Problem! Als es fertig ist bekomme ich den nächsten Fotoapparat in die Hand gedrückt, so geht das dann eine Weile weiter. Schließlich sind sie alle glücklich und machen sich auf den Weg zu ihrem Bus, auf zur nächsten Attraktion.

Hier ist mein kleines Video:

Nach meiner Rückkehr hole ich Sandra im Hotel ab und wir gehen zu Fuß rüber ins „Horizons“ – ein Restaurant das 1898 auf Holzstützen erreichtet wurde. Der Ausblick in die San Francisco Bay ist grandios und es gibt leckeres Essen. Inkl. Steuern und Trinkgeld  kosten ein Nudelgericht mit Hummer, ein Filet-Steak mit Ofenkartoffel und Karotten zusammen mit drei Corona 80,- $. Kein ganz billiges Vergnügen, aber lecker ist es.

Hier findet Ihr das Restaurant: http://www.horizonssausalito.com

Hier mein Bild des Tages mit der Nikon D2x und dem Tokina 4/12-24mm:

Hier ist das Making-Of: (Ca. eine Stunde zuvor mit Nikon P7000)