Pimp my Laptop

An den 30.April 2007 erinnere ich mich noch sehr gut. Es war ein Montag und statt nach Düsseldorf zur Arbeit zu fahren, habe ich meinen Peugeot nach St. Augustin gelenkt, zu meiner „Heimat-Geschäftsstelle“. „Ansgar, was machst Du denn heute hier?“ „Ich will kündigen!“ „Was?? So einfach geht das aber nicht!“ „Doch so einfach geht das, denn heute ist der letzte Tag meiner Probezeit!“ „Ein paar Stunden später war ich dann arbeitslos und zugleich irgendwie befreit. Die Aussicht vielleicht noch mehrere Jahre jeden Tag von Bonn vorbei an Köln zu meinem Projektstandort nach Düsseldorf zu fahren, waren frustrierend. Zweimal am Tag im Stau, oder alternativ zwischen lärmenden Schulkindern in U-Bahn und Interregio, das war keine glückliche Perspektive.

Ein paar Tage später war ich dann meine eigener Chef. Wirklich cool, endlich konnte ich meine KPMI (Keep-Performance-Management-Interview) mit mir selbst führen. Meine Bonus-Vereinbarung konnte ich mit mir allein abstimmen, eine feste Anzahl von Urlaubstagen gab es nicht mehr und ein „Project De-Briefing“ stand auch nicht mehr auf der Tagesordnung! Statt dessen gab es eine kräftige Starthilfe der Agentur für Arbeit und gleich ein neues Projekt in Berlin. Berlin? Ja, Berlin, das ist zwar viel weiter weg als Düsseldorf, aber es ist ungleich cooler in einem Projekt im Herzen Berlins zu arbeiten als in Düsseldorf in einem halbfertigen Industriegebiet in Sichtweite des Flughafens zu versauern. Als mein eigener Chef war ich im neuen Projekt nun auch für meine eigene IT-Ausstattung zuständig. Also musste ein neues Notebook her. Letztlich habe ich mich für ein DELL INSPIRON 9400 mit Intel Centrino Core Duo entschieden. Zweimal 2 GHz, 2GB Speicher und eine 500GB Festplatte ein 17″ Display mit 1920 x 1200 Pixeln Auflösung, einen leistungsstarken Akku, einem Dual-Layer-DVD-Brenner und und und… Der ganze Spaß hat mit Software knapp 3.000 Euro gekostet. Was für eine Höllenmaschine!

Das neue Notebook

Das Projekt in Berlin ließ sich mit diesem Arbeitsgerät perfekt bestreiten. Gearbeitet habe ich in einer VM-Ware-Instanz mit Windows XP und Microsoft Visual Studio .NET 2005 – genau so wie der Kunde es auch hatte. Das neue Notebook boot eine nativen Support für virtualisierte Computer – meine VM-Ware „Kiste“ lief problemlos! Am Ende des Tages liefen dann sogar eine Windows XP Workstation und ein Windows 2003 Server parallel in zwei virtuellen Maschinen auf meinem neuen Notebook, so konnte ich ein komplettes Client-Server-System entwickeln, simulieren und debuggen. Perfekt!

Im Anschluß an das Projekt in Berlin ging es in Mainz in ein neues Projekt. Dort wurde an fertig installierten Computern des Auftraggebers gearbeitet. Meine große schwere Höllenmaschine geriet langsam aber sicher ein wenig in Vergessenheit.

Im Jahr 2010 dann der Schritt zur Softwareentwicklung für das iPad und das iPhone. Ein MacBook musste her. Dieses schön gemachte Ding erwies sich als wirklich brauchbar. Leider ist im Apple-Universum vieles anders. So hat dieses schöne MacBook auf der Tastatur keine Klammern wie diese hier [ ] { } oder einen |… Doch all das braucht man wenn man in C++, C# oder Objective-C programmieren will. Klar gibt es diese Sonderzeichen auch auf dem Mac, aber es ist umständlich. Auch gibt es keine „richtigen“ Funktionstasten. Dort wo eine „Windows-Tastatur“ eine Reihe von Funktionstasten hat, macht man beim MacBook das Display heller/dunkler, den Ton lauter/leiser usw. An die Funktionstasten kommt man nur in Verbindung mit der Taste Fn. Will man also ein Programm das in einer virtuellen Maschine auf dem Mac läuft mit Alt+F4 beenden, dann muss man zusätzlich immer noch Fn drücken. Irgendwie geht das schon, aber wenn man „tagsüber“ an einem Windows-Rechner arbeitet und abends auf dem Mac, dann kommt man durcheinander und irgendwie nervt das dann.

Warum also nicht die gute alte „Höllenmaschine“ mal wieder beleben?

Im Juni 2011 ist das Ding schon fast 5 Jahre alt, aber so gut wie neu, nur einige wenige Wochen in Berlin benutzt. Als ich es mal wieder anwerfe, installiert das Windows Vista Ultimate 32-Bit zunächst hunderte von Updates, das Ding rödelt mehrere Stunden vor sich hin und startet immer wieder. Als es dann endlich auf dem aktuellen Stand ist meldet ein kleines Programm, dass der Akku langsam aber sicher den Geist aufgeben wird. Hm, was tun? 3.000 Euro einfach bei eBay für wenig Geld verkaufen, es einem lieben Menschen schenken oder es vielleicht Pimpen? Bei MTV habe ich mal gesehen, wie die Jungs von Pimp-My-Ride alten Autos neues Leben eingehaucht haben, das wäre doch mal was, oder?

Neue Komponenten

Ein paar Tage später bin ich zusammen mit Sandra bei Conrad-Elektronik in Bonn. Die Festplatte aus der „Höllenmaschine“ habe ich dabei und einen der Speicherriegel auch! Als wir den Laden verlassen habe ich 4GB neuen Speicher in der Tasche, eine DVD mit Windows 7 in der 64-Bit Version und ein Bestellzettel für eine 256GB SSD (Solid-State-Disk). Der ganze Spaß kostet etwa 600 Euro, dafür könnte man bereits ein neues Notebook kaufen, aber das hätte kein geniales riesiges 17″ Display, keine pfeilschnelle SSD und sicher auch nicht so ein cooles Retro-Design…

Als ein paar Tage später die SSD mit der Post geliefert wird startet die Aufrüstung des guten alten fast neuen DELL Laptops. Die 500GB Festplatte ist in wenigen Minuten gegen die neue 256GB SSD ausgetauscht. Die Speicherriegel sind unter einer kleinen Abdeckung die nur mit zwei Schrauben verriegelt ist. Zweimal macht es ganz leise „Klick“ und schon ist der verfügbare Speicher verdoppelt. Ganz einfach war das! Dann der große Moment, das Ding wird zum ersten Mal eingeschaltet. Alles kein Problem, die SSD wird gleich erkannt und der neue Speicher funktioniert auf Anhieb. Also rein mit der Windows 7 Installations-DVD. Aber zuvor schnell im Setup die AHCI-Funktion aktivieren, denn schließlich soll das Ding ja später mal abgehen wie eine Rakete! Doch da ist keine AHCI-Option!! Oh Mist, ich habe etwas wirklich essentielles vergessen, dieses Notebook ist Baujahr 2007, da gab es weder AHCI noch SSD-Platten. Mist! Auf der DELL Homepage finde ich ein aktualisiertes BIOS, aber das hat auch noch kein AHCI 😦

Einen Tag später bestelle ich via amazon.de noch einen neuen Akku. Er kommt zwei Tage später via Hermes und kostet inkl. Versand gerade mal 29,- Euro. Interessant wäre zu wissen, was ein vergleichbarer Akku für ein MacBook Pro kosten würde…

Die Installation

Ich ignoriere, dass es kein AHCI gibt und starte einfach eine Windows 7 Installation im SATA-Modus. Das ist wird zwar nicht so schnell sein wie erhofft, aber letztlich vielleicht doch ganz brauchbar sein. Die Installation dauer nur etwa 10 Minuten, dann lebt das neue Windows 7. Leider wurde die Grafikkarte nicht als ATI Radeon X1400 erkannt. Also schnell einen Treiber herunterladen. Zwei Stunden später muss ich feststellen, den gibt es bei DELL nicht und auf den Web-Seiten des Herstellers der Grafikkarte auch nicht – Baujahr 2007 – fast neu und doch uralt?

Ich will das nicht einfach so akzeptieren und suche weiter. Im BLOG eines Computer-Freaks finde ich ein RAR-File das einen geeigneten Treiber enthalten soll. Also downloaden, lokal speichern. Dann ersteinmal 7-Zip installieren, dann das RAR-File entpacken. Über den Geräte-Manager wähle ich für die Grafikkarte „Treiber aktualisieren“ und lasse ihn das Verzeichnis durchsuchen in dem ich den Treiber gerade entpackt habe. Und siehe da, es klappt! Nach einem Neustart habe ich die native Auflösung und Windows-Fenster mit herrlich transparenten Rändern – Herz was willst Du mehr 🙂

Treiber für die Soundkarte und alle weiteren Systemkomponenten finde ich auf der DELL-Seite. Diese Treiber sind zwar eigentlich für Windows Vista, aber sie funktionieren auch mit Windows 7. Am Ende des Tages kann ich sagen „Die Kiste läuft“.

Einen Tag und etliche Updates später ist auch ein Office 2007 inkl. Outlook installiert, meine Postfächer sind eingerichtet, es gibt ein Photoshop CS4, Nikon Capture, Irfan-View, Acrobat Reader, Adobe Flash Player, iTunes, Quicktime, VLC, Windows-Live-Essentials inkl. Virenscanner, Firefox, Safari, Chrome, Skype, Web-Cam, Visual Studio .NET 2010 Express, SQL-Server 2008 Express, Subversion, Tortoise…

Display kalibrieren

Eigentlich fehlt nur noch die Kalibrierung des Displays. Also schnell den Colorvision Spyder in einen USB-Port stecken. Ah ja, die Software fehlt, schnell runterladen, installieren, starten – alles gar kein Problem. Dann die Frage nach dem Lizenzschlüssel! Hm, wo habe ich den schon wieder? Nach einer ausgedehnten Suche in den Schränken und Ablagefächern meines Arbeitszimmers ist er immer noch nicht gefunden! Da fällt mir ein, dass ich diese Situation schon einmal hatte. Damals habe ich eine E-Mail an den Hersteller geschickt und einen Lizenzschlüssel bekommen. „Heben Sie diese E-Mail bitte gut auf, nocheinmal machen wir das nicht!!!!“

Der Rechner läuft nun schon einge ganze Weile und die eingebaute Volltextindizierung hat schon die Inhalte aller lokalen Postfächer abgearbeitet. Also einfach die Windows-Taste drücken und „Datacolor“ eintippen. Schwupps, da ist auch schon die E-Mail aus dem Jahr 2009 mit dem lange gesuchten Lizenzschlüssel – gut wenn man Mails nicht gleich löscht sondern auf dem Server aufhebt! Das Display ist schnell kalibriert und nun sehen auch die Farben meiner Bilder etwa so aus wie ich es mir vorstelle.

Alles gut nur wie ist die Performance?

Nach etwa drei Tagen läuft das Ding wieder, der neue Akku ist eingebaut, die teure alte Kiste ist fast wie neu. Und die Performance ist auch ok. Die ausführbaren Dateien der 64-Bit Version von Windows 7 sind in der Regel doppelt so groß wie bei der 32-Bit Version, aber dennoch startet das Notebook mit der neuen SSD deutlich schneller als das 32-Bit Windows Vista von der alten 500GB Festplatte mit 5400 U/min.

Der kompletter Neustart benötigt bis zum Login-Screen etwa 20 Sekunden. Nach dem Login dauert es etwa nochmals 20 Sekunden dann ist das Ding startklar.

Ich arbeite viel mit Photoshop CS4 – diese komplexe Software startet jetzt in etwa 3 Sekunden. Ich kann riesige Scans öffnen die mehr als 1 GB groß sind. Hier kann die 64-Bit Version von Photoshop ihre Vorzüge wirklich ausspielen! Ein kleines C# Testprojekt mit Visual Studio 2010 komplett neu zu übersetzen und zu starten geht richtig flott.

Letztlich bin ich mit der Performance wirklich zufrieden. Ok, mit AHCI wäre das alles noch einen Tick schneller, aber so ist es schon ganz ok. Dieses alte DELL Notebook ist nun spürbar schneller als mein recht neues MacBook Pro. Das Display ist riesig, die Lautsprecher klingen gut, die externe Logitech Web-Cam liefert spürbar bessere Bilder und besseren Ton als beim MacBook. Die Bedienelemente für Lautstärke usw. an der Vorderseite des Gehäuses sind praktisch. Und ich habe alle Funktionstasten und Sonderzeichen genau dort wo ich sie gewohnt bin. Alles ist gut, nur das große Touchpad meines MacBooks vermisse ich. Man kann Windows 7 auch mit dem eingebauten kleinen Touchpad bedienen, aber auf dem Mac ist das wirklich besser. Daheim in einer Schublade habe ich noch ein Apple Magic-Trackpad. Es gibt auch Treiber für das Ding, aber unter Windows 7 werden die ganzen Gesten mit zwei, drei oder vier Fingerm nicht erkannt, damit ist das Ding unter Windows relativ witzlos, leider!

Zusammenfassung

Mit einem Zeitaufwand von etwa drei Nachmittagen zum Preis von etwa 600 Euro habe ich ein Notebook das bei Apple aktuell etwa 2.500Euro kosten würde. Es sieht nicht so geil aus wie ein 17″ MacBook, es hat keinen topaktuellen i7 Prozessor und keinen schicken „Unibody“ aus Aluminium. Aber der Nutzwert für die tägliche Arbeit ist dennoch hoch. Ich kann darauf Software entwickeln, Bildmaterial verarbeiten und alles tun was man sich von einem Notebook sonst noch wünscht. Dieses DELL INSPIRON 9400 ist allerdings ein großer schwerer Klotz. Aber das ist mir egal, denn für die Reise habe ich ja noch das kleine MacBook 🙂

Kurzum, ich würde sagen – Mission accomplished!

Und so sieht das Ding jetzt aus – nicht anders als früher 🙂

Mein Leben mit dem iPad

Manch einer mag es vielleicht schon einmal gedacht haben, ausgesprochen wird es jedoch nur höchst selten. Aber ich will es dennoch hier schreiben – Steve Jobbbbs is GOD – So, nun ist es raus! Dieser Man hat es tatsächlich geschafft, vielen Millionen Männern einen Teil ihrer Kindheit zurück zu geben! Endlich können sich erwachsene Menschen wieder wie Kinder fühlen. Statt der Märklin Lokomotive gibt es endlich einen adäquaten Ersatz, das iPad! Was wäre unser Leben ohne diese Produkte, kaum mehr als ein trauriges dunkles Jammertal 🙂

Heute ist dann endlich der Tag der Tage, mein neues iPad II ist da!! Brauchen tue ich es eigentlich nicht, aber dennoch bin ich gespannt auf das kleine flache Zauberding. Ob da nun ein Wecker drin ist, der mich künftig zuverlässig wecken kann? Ob ich damit Excel Sheets werde öffnen können, ob ich meine Magic Maus werde verbinden können, ob es mit meiner Apple Tastatur funktionieren wird – 1000 Frage stehen im Raum, diese gilt es nun zu beantworten.

Also rein ins Auto und ab zu UPS. Wieder daheim schnappe ich mir die P7000 und die D7000 um ein kleines Video zu erstellen. „Unboxing the iPad II“ – das wird ein Spaß! Eine Weile Später ist das Video dann auch schon fertig geschnitten und auf die Festplatte meines kleinen MacBooks exportiert. Ich habe es mal in einer Auflösung von 720p aufgenommen. Das Video hat 17 Minuten und ist 1,46GB groß – hui…



Über meinen „Hausfrauen-DSL“ – so nennen das die meine Arbeitskollegen – versuche ich das Ding dann bei YouTube zu veröffentlichen. Damit es besser klappt nehme ich den Java-Uploader. Der soll zuverlässiger funktionieren. Etwas sechs Stunden später sind sogar schon 25% dieses kleinen Videos auf den Google-Servern angekommen. Als Restzeit werden 1047 Minuten angezeigt – hallo? Eine weitere Stunde später sind es immer noch 25% – das kann echt nicht wahr sein. Diese 720p Auflösung macht mich fertig, was wenn man in voller HD Auflösung arbeiten will? Dann gehen sicher das Notebook und alles was daran hängt völlig in die Knie. Mich beschleicht der Eindruck, dass dieser ganze Krams noch in den Kinderschuhen steckt.

Ich breche den Upload also ab, das wird eh nichts mehr – auch nicht mit einem kleinen Java-Applet – oder vielleicht gerade deshalb?

Ich starte also einen neuen Versuch, diesmal direkt via iMovie. Diesmal komme ich nicht sehr weit. Mein Film ist länger als 15 Minuten, daher verweigert iMovie den Upload an Youtube… Okay… Also exportiere ich den Film ein zweites Mal in der zweitkleinsten Auflösung. Schauen wir mal ob das vielleicht bei YouTube publiziert werden kann. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Telekom die Anschlüsse der Youtube-nutzenden Kunden drosselt? Mich beschleicht da fast so ein Gefühl, gelesen habe ich während der vergangenen Tage viel darüber..

Nach mehreren fehlgeschlagenen Upload-Versuchen ist es am Samstag um 11:11 dann endlich geschafft – mein Unboxing-Video ist online! Zwar nur in einer krass reduzierten Auflösung, aber mehr kriege ich einfach nicht durch die heimische Leitung „gepumpt“ – I’m so sorry…

Ok, ich hoffe Ihr erkennt meine überschwängliche Freud ob dieses neuen Spielzeugs – sorry, es ist ein ‚Gadget‘ (englisch für Apparat, technische Spielerei oder auch Schnickschnack). Leute dieses Gerät wird Euer Leben verändern! Es weckt zwar immer noch nicht, das mit der Maus war ein Fehlschlag und es hat schon die ersten Schrammen auf der Unterseite – aber es ist so unendlich cool. Nun gehe ich noch zu meinem Augenoptiker und kaufe mir ein Sonnenbrille, die man besonders gut im Haar tragen kann. Danach melde ich mich im örtlichen Fitnessstudio an und suche kurz ein Sonnenstudio auf. Eines ist sicher, dann bin ich endlich auf dem richtigen Weg zu einem wahren Apple-User, fast so cool wie die Verkäufer in diesen Tempeln des Apple-Designs. Wow, was für ein Leben, nun wird alles gut – endlich – danke Steve Jobbbbs!!

Erwähnen sollte ich vielleicht noch, dass alle 71 iPad Anwendungen die sich im iTunes meines Notebook verborgen hatten aktualisiert werden mussten. Via iPad klappte das nur für einige wenige Anwendungen – sorry – die Dinger heißen ja jetzt APPs. Danach hagelte es erst einmal Fehlermeldungen. Ich konnte die APPs aber via iTunes aktualisieren und dann erneut auf das iPad kopieren. Ist alles doch ganz einfach und klappt immer wie von selbst – eben Apple – eben (fast) perfekt – wie so vieles im Leben…

Ach sorry ich habe doch noch etwa vergessen, meinen alten Peugeot sollte ich noch gegen einen schicken Mini Cooper eintauschen der in einer modernen Trendfarbe lackiert ist, sonst passt das alles nicht zum fabelhaften neuen iPad…

Aber vorher geht es noch schnell zur Erstkommunion meiner kleinen Nichte Nina 🙂

Es gibt noch so vieles zu entdecken…

Unboxing the Nikon D7000

Kaum zurück wird die neue D7000 erst einmal unter die Lupe genommen. In der Verpackung findet sich ein Ladegerät, ein Akku, ein Tragegurt und die Kamera selbst. Der Akku kommt erst einmal für ein paar Stunden in das Ladegerät, die Speicherkarten hat Herr Severin versehentlich auf dem Tresen liegen lassen. Also kurz anrufen, er schickt sie mir mit der Post. Aber ich habe noch eine 16-GB Micro SD-Karte, die ursprünglich in meinem HTC Desire gesteckt hat. Mit einem kleinen Adapter passt sie prima in die D7000. Beim ersten Einschalten muss man wie gewohnt die Sprache wählen, die Uhr einstellen usw. Danach gehe ich kurz die Menüpunkte durch und möchte als Default für die Dateinamen D7000 einstellen, damit die Bilddateien D7000_0001.nef heißen. Aber das ist zu lang, es sind nur drei Zeichen möglich – also nehme ich D70 – das klingt so seltsam vertraut 🙂 Später fällt mir dann auf, dass ich scheinbar den Bildzähler aus Versehen auf irgendwas über 5158 eingestellt habe. So heißt mein erstes Bild dann auch gleich D70_5158.nef – ein wenig verwirrt mich das schon… Ob die Kamera schon mal ausgepackt war? Ein Vorführmodell?? Hm…

Egal, die neue D7000 fühlt sich gut an, auf den ersten Blick erinnert sie sehr an die D300, sie ist aber ein wenig kleiner. Die Augenmuschel und mein Winkelsucher sind austauschbar, das passt prima. Der Zusatzknopf mit dem ich bei der D300 immer das Bracketing einschalte ist jetzt an anderer Stelle, er hat seine Position mit dem Knopf für das probeweise Schließen der Blende getauscht. Das Rädchen links oben ist jetzt ein wenig komplexer, die D7000 hat nun Motivprogramme. Eigentlich mag ich die nicht, aber egal. Irgendwie fehlt mir der Batteriegriff. Ist schon blöd, da habe ich den MB-D300 und er passt nur an die D300 und die D700. Aber das ist sicher alles Absicht der Konstrukteure, denn das schafft neue Umsätze… Auch die Batterie hat mal wieder ein anderes Format. Inzwischen habe ich einen Zoo verschiedener Ladegeräte, Nikon F2, F3, F5, D2x, D300, P7000, D7000 – hört das denn nie auf? Am Hebel für den Autofokus fehlt mir die Unterscheidung zwischen S und C. Ich nutze das sehr ob um schnell zwischen kontinuierlichem Autofokus für bewegte Objekte (C) und einfachem Autofokus (S) für statische Motive umzuschalten. Die D7000 kennt nur Ein und Aus – schade eigentlich. Diese Umschaltung erfolgt nun unter der Haube, wenn man bspw. vom Portrait-Programm zum Sport-Programm wechselt. Wie gesagt, das brauche ich nicht und ich mag es auch nicht, weil die Kamera dann nur JPGs schießt. Für mich als RAW-Shooter sind diese ganzen Szenenprogramme eher eine Behinderung als eine Bereicherung.

Aber egal, darum geht es jetzt nicht – Ich setze mal das neue 14mm Objektiv an die D7000 und das SB-900 samt Yoghurtbecher oben drauf. Damit knipse ich mal aus Spaß ein Bild, das ich vor 11 Jahren gemalt habe – wie schnell doch die Zeit vergeht…

Anschließend öffne ich das RAW-Bild mit Nikon Capture NX 2.2.6 – das klappt prima! Ein Versuch mit Photoshop CS4 schlägt jedoch prompt fehl. Hier brauche ich ein Update. In Nikon Capture korrigiere ich kurz Weißabgleich und Randabschattungen die beim Blitzen mit dieser extrem kurzen Brennweite trotz des Yoghurtbechers kaum zu vermeiden sind. Danach wird das Bild mit Photoshop geöffnet. Nun versuche ich mal ob sich die sehr ausgeprägt tonnenförmige Verzeichnung korrigieren lässt. Schwierig wird es immer, wenn eine Verzeichnung nicht gleichmäßig, sondern wellenförmig ist. Dieses Objektiv verzeichnet recht linear, so lässt sie der „dicke Bauch“ ziemlich einfach in Photoshop korrigieren. Nikon Capture kann das leider nicht, weil dieses Objektiv keine CPU hat und daher in den Bilddateien keine Infos zum Objektiv abgelegt werden können.

Urteilt selbst, hier sind die beiden Varianten – einfach anklicken, dann sieht man sie in der Original-Größe.

Danach montiere ich mal das neue AF-S VR 16-85 an die D7000 und fotografiere eines meiner anderen selbst gemalten Bilder. Dieses Objektiv hat eine eingebaute CPU, daher kann die D7000 das Objektiv erkennen und diese „Erkenntnis“ an Nikon Capture weiterreichen. Damit ist Nikon Capture dann in der Lage Vignettierungen UND Verzeichnungen automatisch zu korrigieren, wenn man diese Option entsprechend einschaltet!!

Hier sind die unkorrigierte und die korrigierte Fassung des ersten Testbildes mit dem neuen AF-S VR 16-85:

Hier die Version bei der die Verzeichnung des Objektivs automatisch in Nikon Capture korrigiert wurde. Beide Bilddateien habe ich nach der Konvertierung NICHT nachbearbeitet. Alle weiteren Infos findet Ihr in den EXIF-Infos.

Wer sich die Bilder genauer anschauen möchte, klickt sie einfach an und kann sie sich dann in Originalgröße sehen. Sobald ich mehr Zeit habe, reiche ich ein paar Testreihen mit einem ISO-12233 Testchart nach.

Lange Abende mit iMovie

Es ist Dienstag der 11. April, eigentlich bin ich hundemüde, der Tag am Schreibtisch war lang aber ziemlich erfolgreich. Um 18h15 war ich zusammen mit Hauke im Kino „Ich bin Nummer 4“ – naja – man muss ihn nicht gesehen haben – aber das Poppkorn war super! Danach stehen wir kurz vor einer verschlossenen Cocktailbar, Tobias & Tobias sind auch nicht dort. Was tun? Ok, zurück ins beste Hotel der Welt, zurück zum Quartier 65. Herr Schreeb hat noch ein Tannenzäpfle für uns zwei. Ich mache eine neue Version unserer beliebten „Teamfotos an der Bar“, danach geht es rüber ins Appartement. Endlich schlafen. Doch dann meldet sich der Becher Coca Cola aus dem Kino – 1,5 Liter waren das – ich bin putzmunter – zuviel Zucker und Koffein auf einmal…

Also ran an das MacBook, die externe 1,0 TB Festplatte mit den 2011er USA-Bildern habe ich diese Woche dabei. Ich schaue ein wenig was ich da noch so habe und es fallen mit diverse kleine Filmschnipsel meines Besuches am „Hole in the Rock“ in die Hände. Eine Stunde später ist der kleine Film fertig, nun kann ich auch schlafen. Das Warten auf den modernsten aller Computer macht mich immer wieder sehr sehr schläfrig. Noch den Upload nach YouTube anstoßen, das Display dunkel stellen, die Tastaturbeleuchtung abschalten und dann neben dem Mac einschlafen. Das hätte mir vor zwei Jahren mal jemand erzählen sollen…

Ok, hier ist es nun mein neues Meisterwerk:

Angesichts der vielen Stunden Videomaterial das ich noch habe, werde ich sicher noch die ein oder andere Nacht in ähnlicher Weise mit meinem Mac verbringen. Aber das ist ok, dieser Mac ist ja kalorienneutral 🙂

Carmel by the Sea

Nach unserem ausgiebigen Frühstück in Big Sur packen wir wieder alles zusammen. Ich gehe noch schnell mit dem Mac rüber zum Restaurant und publiziere auf der Bank vor dem Restaurant meinen aktuellen Artikel. Danach mache ich unten am Fluss noch ein paar Fotos.

Um 11h sind wir dann abmarschbereit. Auf einem der vielen Plakate mit schönen Fotos aus der Umgebung ist mir der Pfeiffer Beach ins Auge gesprungen, das scheint wirklich lohnenswert zu sein. Also fahren wir ein paar Kilometer zurück nach Süden und biegen dann in eine winzig kleine Seitenstraße ein. Bis zum Pfeiffer Beach sind es noch 3 Meilen. Oben an der Straße sind ein paar Briefkästen montiert. Nun sehen wir auch die Häuser dazu. Die Straße ist so eng, es passt eigentlich nur ein Auto drauf und jedes mal wenn uns ein Auto entgegen kommt habe ich einen Schweißausbruch. Aber es passt dann doch immer irgendwie.

Kurz vor dem Strand ist dann wieder ein Bezahl-Häuschen, wie fast überall in den USA. Der Zugang zum Strand kostet 5$, pro Tag! Wir bezahlen und 200 Meter weiter ist dann schon der Parkplatz. Es gibt sogar ein Häuschen mit Plumpsklos…

Der Weg ans Meer ist nicht weit und der Strand hat es wirklich ins sich! Es ist superschön dort, aber auch windig. Der Sand schlägt uns in die Augen uns in alle Ritzen der Kameras. Ich habe echt Sorge, dass dadurch nicht doch einmal etwas wirklich krass beschädigt wird. Bislang ging es immer gut und die Objektive knirschen nun halt ein wenig. Später kann ich dann Entwarnung geben, sie haben es überlebt 🙂 Ich laufe ein paar Mal hin und her und hole mir andere Kameras mit unterschiedlichen Objektiven aus dem Auto. Als ich zurück will sehe ich dann zwei Typen die jeweils eine Tachihara Großformat-Kamera dabei haben. Wenn man mal hier schaut, sieht man was die Dinger kosten.

Einer der beiden Fotografen hat ein Tuch an der Kamera befestigt, damit er in Ruhe scharf stellen kann. Während ich ihm zuschaue kommt dann eine krasse Windböe, der Stoff bläht sich auf und fliegt dann weg. Der Fotograf springt nach hinten um ihn festzuhalten, in diesem Augenblick wirft dann der Wind die ganze Kamera um. Was für ein Desaster. Es erinnert mich dran, wie mir im letzten Jahr im Double-Arch bei Moab meine Hasselblad SWC umgekippt ist. Mir tut das Unglück mit der Tachihara echt in der Seele weh. Aber es ist eben wirklich unfreundliches Wetter.

Hier ist noch ein Bild dieses „magischen Lochs“, das ich mit meiner P7000 unmittelbar danach fotografiert habe.

Zurück am Auto gibt es ein paar Kekse und dann fahren wir wieder zurück. Nach einem kurzen Stopp bei einem Postoffice geht es nun in Richtung Norden, nach Carmel. Der Weg dorthin ist einfach grandios. Alle 5 Minuten muss ich anhalten und Fotos machen, zu genial ist hier die Küstenlandschaft. Als wir dann bei den ersten Ausläufern von Carmel eintreffen nehmen wir eine kleine Straße die uns durch eines der Villenviertel von Carmel führt. Hier kann man es aushalten, aber auch hier hat die Finanzkrise ihre Spuren hinterlassen. An vielen Häusern hängen Schilder von Immobilienmaklern.

Nachmittags treffen wir dann in Stadtkern von Carmel by the Sea ein. Es ist nicht weit von Monterey entfernt. Bis San Francisco sind es vielleicht noch 200 Kilometer. Es gibt viele viele kleine Geschäfte und eine Menge teurer Autos. Den Menschen hier scheint es so schlecht nicht zu gehen.

Sandra hält eine Ausgabe des „Room$aver“ in Händen. Diese kleine „Zeitung“ gibt es beispielsweise bei Denny’s. Es stehen eine Menge preiswerter Motels darin und wir sind froh, dass wir sie endlich einmal griffbereit haben! Mit Unterstützung der Copilot-Software auf meinem neuen Telefon finden wir dann tatsächlich das Sea Breeze Inn. Die Übernachtung um Zimmer mit zwei Kingsize-Betten soll hier 85$ plus Steuern kosten, das geht eigentlich, dafür sind wir ganz nah am Meer, haben ein schönes großes Zimmer und direkt neben an ist ein tolles Vietnamesisches Restaurant.

Wir beziehen Zimmer 128. Sandra macht sich daran ein paar Kleidungsstücke zu waschen. Ich sichere mal die Fotos die ich mit der D300 im Laufe des Tages gemacht habe, denn die 16GB Speicherkarte ist schon fast wieder voll. Danach ziehe ich dann allein los um ein paar Fotos des Sonnenuntergangs zu machen. Die Küste hier ist zerklüftet und wirklich einzigartig. Es weht ein steife Brise bei etwa 15°C und ich bin froh, dass ich meine Wanderjacke samt Kapuze angezogen habe! Als die Sonne weg ist, drehe ich noch eine Kleine Runde über die Küstenstraße und laufe gegen 19h wieder im Motel ein. Sandra schreibt inzwischen fleissig an ihrem BLOG und bastelt an ihrer Homepage.

Ich will schnell das Kopieren der vielen neuen Fotos anstoßen und während der Mac dann alles kopiert wollen wir nebenan was essen gehen. Also rein mit der Karte aus der D300 in den Kartenleser. Es ist ein Ordner 116ND300 auf der Speicherkarte, ein Ordner mit gleichem Namen und den Bildern die ich schon gesichert habe ist bereist auf der externen Festplatte. Also klicke ich den Ordner auf der Speicherkarte an, drücke CMD+C, wechsle dann zum Ordner auf der externen Festplatte und drücke CMD+V. Der Mac fragt nun „Ordner ersetzen, Ordner beibehalten, Abbrechen“. Ich bin es von der jahrelangen Arbeit mit Windows so gewohnt, dass bei der gleichen Aktion die neuen Dateien dem Zielordner hinzugefügt werden falls es diesen schon gibt. Also klicke ich auf „Ersetzen“ um fast noch im selben Augenblick mit Entsetzen festzustellen, dass das (laut Apple-Werbung) modernste Betriebssystem der Welt den bereits vorhandenen Ordner löscht, ihn dann neu anlegt und die neuen Bilder hinein kopiert. Haaaaallltttt…

Doch es ist zu spät. Zwar kann ich das Kopieren der neuen Bilder nach etwa 10 Bildern abbrechen, doch die vielen schönen Fotos der Fahrt von Big Sur nach Carmel sind weg. Und sie sind wirklich weg! Das modernste Betriebssystem der Welt hat sie nicht in den Papierkorb gelegt und ein „Ersetzen rückgängig machen“ gibt es auch nicht. Wirklich ärgerlich! Bevor der Schreck verdaut ist gehen wir erst einmal rüber zum Abendessen. Ich bestellt mir ein paar California- und Tuna-Rolls. Sushi hatte ich schon lange nicht mehr und es ist wirklich richtig gut!

Zurück im Motel versuche ich dann mein Glück in diversen Mac-Foren und finde Beiträge aus dem Jahr 2004 in denen sich Anwender über dieses bescheuerte Verhalten beklagen. Apple hatte also mindestens 7 Jahre Zeit um das zu ändern und was haben sie gemacht, nichts…

Es werden verschiedene Datenrettungstools angeboten, aber die scheinen nur dann zu funktionieren wenn das Dateisystem auch HPFS ist. Meine externe Platte ist aber mit FAT32 formatiert, weil der tolle Mac kein Windows-NTFS beschreiben sondern nur lesen kann. Es ist zum Mäuse melken, letztlich versuche ich es dann mal mit einem Tool für Windows 7, dass ich in meiner virtuellen Windows 7 Instanz laufen lasse. Ob das wohl klappt?  Na jedenfalls dauert das alles wirklich lange… Als nach zwei Stunden noch nicht wirklich etwas passiert ist, breche ich den ganzen Datenrettungsversuch einfach ab. Es fehlen genau 421 Fotos! Das kann ich deshalb so gut nachvollziehen, weil die D300 immer wenn 9999 Bilder gemacht wurden den Namen des Ordner in dem sie gespeichert werden hoch zählt. Irgendwann am Morgen waren mal wieder 9999 Bilder geschafft und genau da hat die D300 zusätzlich zum Ordner 115ND300 einen Ordner 116ND300 angelegt.

Das erste Bild des heutigen Sonnenuntergangs auf der Speicherkarte  hat die Nummer 0422 – also sind die Bilder 0000 bis 0421 verloren. Was für eine frustrierende Situation. Wenn mir nun auch die Festplatte noch kaputt geht wäre ALLE Fotos weg. Urgs, ob ich mir in San Francisco eine Backup-Platte kaufe?

Nach einigem Hin- und Her entschließe ich mich dann den Datenverlust hin zu nehmen. Morgen werde ich noch einmal auf dem Highway No. 1 von Carmel zurück nach Big Sur fahren und alles „neu“ fotogafieren was ich heute verloren habe. Vielleicht kann ich dann auch bis zum Abend bleiben und dieses magische Loch im Fels am Pfeiffer Beach im abendlichen Gegenlicht fotografieren. Ein ähnliches Bild gibt es hier in alle Kunstgalerien und es ist überall der Hingucker überhaupt.

Sucht man bspw. über die Google Bildersuche nach Pfeiffer Beach, findet man immer wieder Fotos wie dieses hier.

Ich weiß jetzt genau wo der Ort für dieses Foto ist, der Eintritt wird wieder 5$ kosten und die Chancen, dass die Sonne wirklich genau so in das kleine Loch schein stehen vielleicht 50:50. Aber ich werde es versuchen!

Ok, hier nun einige der nicht versehentlich gelöschten „Bilder des Tages“ – auch wenn es Sandra total nervt und sie immer den Kopf schüttelt, es ist nicht so blöd wenn man mit mehreren Kameras fotografiert und parallel immer mal ein traditionelles Dia fotografiert 🙂

Hier sind ein paar Bilder die heute zum Sonnenuntergang am Nord-West-Ufer in der Nähe des „Lighthouse“ entstanden sind.