Kampf dem Chaos II

Auch wenn die Schlacht verloren scheint, es gibt Lichtblicke! So auch heute in den späten Morgenstunden… Es ist schon witzig, da liege ich im Bett und träume von der letzten USA-Reise. Im Gegensatz zu „Inception“ sind meine Träume „eindimensional“ – es läuft also nichts in Zeitlupe ab – ich wurde ja auch nicht von Leonardo di Caprio „traumatisiert – egal – ich träume vom Einkauf beim „Walmart“ in Page. Ich träume von der neuen Notebooktasche – ich träume von der alten Notebooktasche und ich träume davon, wie ich sie kurz vor dem Rückflug im Mai 2010 zu meiner „Techniktasche“ umfunktioniert habe. Als ich wach werde ist der Traum nohc irgendwie präsent – so wie bei „Inception“. Die Augen sind noch ein wenig verklebt und der Hals ist von der lauten Schnarcherei ganz trocken. Während ich versuche wach zu werden wandert mein Blick links am Bett entlang hinüber zum Sideboard. Links daneben steht sie, die alte Notebooktasche. Gefühlte 120 Sekunden später durchzuckt es meinen Körper, noch ein wenig schlaftrunken springe ich aus dem Bett, greife mir das Ding, lege auf das „Fußende“, öffne den Reißverschluss und traue meinen Augen nicht. Da ist er, der Autoscheibenhalter für mein Garmin Colorado 300 – da ist er ja!!!

Hm, warum hatte ich diesen Traum nicht ein Woche eher? Ich hätte 39 Euro gespart!! Nun habe ich drei Ladekabel und zwei Autoscheibenhalter für EIN GPS – was soll da noch schiefgehen? Etwas später beim Telefonat mit Sandra überblickt sie die Situation blitzartig – weibliche Intuition – jetzt wo ein Halter übrig ist passt der doch sicher auch ganz prima an ihr Colorado 300 – so ergibt in dieser schönen Welt doch immer wieder alles einen Sinn 🙂

Gegen 10h bin ich dann halbwegs klar, es gibt ein kleines Frühstück im Bett, dazu einen letzten Kaffee aus eigener Herstellung. Ich schalte mal den Fernseher ein – einmal im Jahr kann man das mal für 90 Minuten ertragen. Es läuft die Lokalzeit bei West 3 – es gibt neues aus Bonn. Das halbfertige Kongresszentrum, das mir nach meinem „Rückzug“ im Juni 2009 irgendwann mal beim Blick aus dem  Schlafzimmerfenster aufgefallen ist, soll nach dem Willen der Grünen zwangsversteigert werden. Hier ist was los! Erst fallen sie alle Reihenweise auf einen obskuren „Investor“ herein, der setzt sich dann mit der Kohle ab und als die Baustelle halb fertig ist steckt der Staatsanwalt die halbe Baufirma in den Knast. Klar, dass die Stadt Bonn als Bürge eingetreten ist und dann jahrelang nicht weiß wie sie aus dieser Nummer wieder herauskommen soll. Aber davon habe ich keine Ahnung, das ist Lokalpolitik. Und  der einzige Bonner Politiker den ich kenne ist ja jetzt meist in Berlin…

Ich greife zur Fernbedienung und switche mal durch Fernsehkanäle. Plötzlich bin ich bei „Switch“ auf Pro 7. Gar nicht schlecht wie sie hier den Stoiber, den Jauch, den RTL und andere Skurrilitäten durch den Kakao ziehen. Irgendwann frage ich mich jedoch, ist das jetzt noch „Switch“ oder schon die Werbepause? Es könnte auch eine Realsatire sein – ich bin verwirrt und schalte den Krams einfach ab.

Zwischendurch macht mir meine Mama am Telefon noch ein wenig Mut. Sie will genau wissen mit welcher Airline wir fliegen und wann genau wir wo starten. „Damit ich bei einem Absturz weiß ob Ihr dabei wart“ Aber so sind Mütter eben – man kann 46 Jahre alt sein, man bleibt doch immer das Kind seiner Eltern 🙂 Als ich erwähne, dass wir in Reihe 6 sitzen, bekomme ich erklärt, dass die Passagiere die ganz vorn sitzen bei einem Unglück immer zuerst sterben.

Nach diesem mentalen Aufbauprogramm brauche ich erst einmal einen zweiten Kaffee. Während die Kaffeemaschine brummt räume ich ein wenig die Küche auf. Als das Mahlwerk ein zweites mal läuft werde ich „ziemlich stutzig“ – ein Blick nach hinten offenbart das Ausmaß meiner Unachtsamkeit. Die Maschine ist noch im „Doppelmodus“ – überall läuft der Kaffe herunter, was für eine Sauerei. Als alles wieder sauber ist, hat sich der Kaffee soweit abgekühlt, dass man ihn mit gutem Gewissen in den Ausguss gießen kann…

Während die „Ersatztasse“ gebrüht wird behalte ich den Vorgang im Auge…

Um kurz nach 12 wird ganz kurz was für das BLOG geschrieben und dann geht es unter die Dusche und mit voller Kraft an das Packen des Koffers. Sechs Wochen wird es dauern bis ich das nächste Mal in diesem Bett schlafen werde. Was für ein Vagabundenleben 🙂

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