Nikon D800E – Sind 72 Megapixel möglich?

Eigentlich wollte ich gestern im Anschluss an meine Fotos mit unterschiedlichen Objektiven nur schnell eine ISO-Testreihe mit dem Micro-Nikkor AiS 2.8/55mm fotografieren. Aber als ich dann eben das erste Bild dieser Serie anschaute begann ich mich zu fragen, wie dieser „Schuss“ wohl in doppelter Auflösung aussehen würde? Also habe ich in Photoshop CS5 den Wert für die lange Bildseite als neuen Wert für die Anzahl der Pixel der kurzen Bildseite verwendet. Damit wird das Bild sofort doppelt so groß. Als 8-Bit Bild belegt es damit in Photoshop mehr als 220 MB internen Arbeitsspeichern, wohlgemerkt bei nur EINER Ebene!

In Zahlen ausgedrückt sind das 11028 x 7360 Pixel = 81.166.080 Bildpunkte! Berücksichtigt man noch das RGB-Farbmodell kommen wir damit auf 243.498.240 „Bildinformationen“. Das ist eine Menge Holz, nun ist die Frage wie das wohl aussehen wird? In der 100% Ansicht wirkt das Bild jetzt sichtbar „grober“ als zuvor, aber irgendwie ist es trotzdem noch ganz ok. Als einzigen Filter wende ich „Smart Sharpen“ an und dies mit recht unauffälligen Parametern. Als Ergebnis habe ich nun eine 51,3 MB große Bilddatei und es ist wohlgemerkt ein komprimiertes JPG mit „nur“ 8-Bit Farbtiefe!

Scrollt man in dieser großen Datei „herum“ sieht man am Horizont auf der etwa 20 Kilometer entfernten anderen Rheinseite einen Funkturm. Er ist noch so eben klar erkennbar. Scrollt man ganz nach rechts sieht man das bunte Häuschen auf einem Kinderspielplatz. Es ist sauber konturiert, Farbsäume gibt es keine und bei den Häusern nebenan kann man fast noch lesen was auf den Klingelschildern steht.

Das hätte ich nicht erwartet. Klar ist mir bewusst, dass das Micro-Nikkor AiS 2.8/55mm auch mehr als 33 Jahre nach seiner Markteinführung noch ein geniales Stück „Wertarbeit“ ist, aber dieses Ergebnis hätte ich nicht erwartet. Dieses Objektiv verwendet lediglich 6 Linsen in 5 Gruppen, im Vergleich dazu neue AF-S VR 105mm Micro Nikkor ganze 14 Linsen in 12 Gruppen. Meiner Meinung nach beweist das alte 55er Micro-Nikkor, dass es auch anders geht und dass die Ergebnisse ganz exquisit sein können. Sicher haben die vielen Linsen des neuen Exemplars irgendwelche Vorteile, sie verwenden eine neue Art der optischen Vergütung, es gibt einen hochwirksamen VR und bei offener Blende wird die Randabschattung ggfs. geringer sein als beim uralten 55er Pendant. In der Landschaftsfotografie braucht man aber in der Regel keinen VR und zwischen Blende 5,6 und Blende 11 leuchtet das alte Objektiv den Chip der D800E auch vollständig und gleichmäßig aus. Vignettierungen sind in diesem Blendenbereich kaum wahrnehmbar. Nicht zuletzt liegt der aktuelle Preis des 105er Macros bei 800 Euro, das alte 55er bekommt man manchmal schon für unter 100 Euro. Wer sich dieses Ding nicht zusätzlich in seine Fototasche steckt ist eigentlich selbst schuld…

Hier nun das unscheinbare „Pixelmonster“ – Einfach anklicken und das mehr als 50MB große „Original“ herunterladen!

Nikon D800E mit 72 Megapixeln - Micro-Nikkor AiS 2.8/55mm

Angesichts dieser Dateigrößen bin ich gespannt was auf uns zukommt wenn die Leute erst anfangen mit der D800E Kugelpanoramen zu fotografieren…

 

Nikon D800E – Erste Testbilder im Detail

Die ersten Testbilder aus der D800E sind inzwischen online verfügbar. Die Bilder sind je nach Komprimierungsstufe selbst als JPG-Datei größer als 20 MB. Daher kann ich sie nicht ohne weiteres in diesem BLOG hosten und habe sie daher auf meinem Web-Server abgelegt.

Starten wir mit Bild Nummer 1 – einfach anklicken um das große JPG zu öffnen.

Testbild - Nikon D800E mit AF-S VR 4/16-35mm und HAMA IR-72

Öffnet man das große JPG und schaut es sich in der 100% Ansicht an, so fallen kleine weiße Punkte auf, die über das gesamte Bild verstreut sind. Das Bild ist 30 Sekunden lang belichtet und die rechenintensive „Entfernung des Bildrauschens bei Langzeitbelichtungen“ war bei diesem Bild abgeschaltet. Man kann diese Punkte ganz leicht mit der Funktion „Remove Dust & Scratches“ aus Photoshop entfernen, aber ich habe sie drin gelassen, damit Ihr sehen könnt wie die Aufnahme in „Echt“ aussieht.

Kommen wir zu Bild Nummer 2  – einfach anklicken um das große JPG zu öffnen.

Beispielfoto - Nikon D800E mit Nikkor AF-S VR 2.8/70-200mm

Dieses Foto ist ein einfacher „Mitzieher“ der an der Nürburgring Nordschleife bei Adenau fotografiert ist. Das Foto ist nach dem Rennen entstanden und es sind einfach nur zwei Streckenposten die nach Hause fahren. Nichts spektakuläres, aber es zeigt sehr schön die Stärken den Nikkor AF-S VR 2.7/70-200mm. Das VR System in diesem Objektiv erkennt Schwenkbewegungen und kompensiert dieses so gut es geht. Hat man ein wenig Übung, so kann man bei Blende 16, ISO-50 oder ISO-100 mit einer Belichtungszeit von etwa 1/15 Sekunde schöne „Wisch-Effekte“ erzielen. Das sieht oft richtig dynamisch aus und ist eigentlich recht einfach zu fotografieren. Leider wurden an der gesamten Nordschleife in den letzten Jahren hohe Fangzäune aufgestellt. Diese versperren eigentlich überall den freien Blick auf die Fahrzeuge, daher ist auch hier der blöde Zaun im Bild. Aber es ist wie gesagt ja nur ein Beispiel-Foto!

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass die hohe Auflösung der D800E hier eher hinderlich ist, weil die Kamera „nur“ 4 Bilder/Sekunde schießt und wenn man einige Bilder in Serie geschossen hat, gelegentlich eine Weile blockiert ist bis der kamerainterne Pufferspeicher auf die Speicherkarte ausgelagert ist. Man kann mit der D800E also durchaus solche Fotos schießen, aber mit der D700 oder auch gar der D4 wird man eine deutlich höhere Trefferquote erzielen!

Kommen wir zum Beispiel Nr. 3  – einfach anklicken um das große JPG zu öffnen.

Beispielfoto - Nikon D800E mit Nikkor AF-S VR 2.8/70-200mm

Hier sehen wir ein Fahrzeug dessen Bewegung durch eine kurze Belichtungszeit „eingefroren“ wurde. Das Foto ist bei Blende 5.6 und ISO-400 mit 1/1600s fotografiert. Das Ergebnis ist sehr statisch und wenig aufregend. Es ist scharf, aber mehr auch nicht. Wirklich scharf ist es auch nur, weil das Auto relativ langsam gefahren ist. Wäre es mit 100 km/h oder mehr an uns vorbei gefahren, so hätte die 1/1600s sicher nicht ausgereicht um es scharf abzubilden. Dann wäre eher 1/4000s notwendig geworden. Das würde bei gleicher Blende aber bedeuten, dass ISO-400 nicht ausreichen sondern eher ISO-800 oder mehr notwendig gewesen wären. Damit kommt die D800E dann in Bereiche in denen sie ihre volle Auflösung nicht mehr ausspielen kann, weil diese mit steigenden ISO-Werten langsam aber sicher im Bildrauschen verloren geht. Auch hier ist eine D4 im Vorteil!

Bilder wie dieses müssen übrigens nicht langweilig sein! Findet man eine Stelle an einer Kurve die über eine Kuppe führt und kann mit einem tiefen Kamerastandpunkt den Rennautos quasi „in Gesicht schauen“, dann kommen kurze Belichtungszeiten oft wirklich gut! Wenn das Auto dann noch in Schräglage ist und die kurveninneren Räder  einige Zentimeter hoch in der Luft schweben, dann ist es perfekt! Für diese Bilder braucht man auch keinen Autofokus. Man stelle den Fokuspunkt fix ein und löst in dem Augenblick aus, in dem das Motiv im Schärfebereich ist. Hier ist nun auch wieder ein Nutzer der D4 im Vorteil, weil er pro Sekunde fast die dreifache Bildmenge in den Pufferspeicher seiner Kamera „laden“ kann. Mit der D800E sind diese Aufnahmen ggfs. doppelt so groß oder detailreicher, aber die Ausbeute ist wahrscheinlich spürbar geringer.

Kommen wir zum Beispielfoto Nr. 4  – einfach anklicken um das große JPG zu öffnen.

Beispielfoto - Nikon D800E mit Nikkor AF-S VR 2.8/70-200mm

Hier haben wir jetzt Blende 8 bei ISO-400 und 1/1000 Sekunde. Die Brennweite war hier mit 105mm relativ kurz, so dass die gesamte Szenerie scharf abgebildet ist, von selektiver Schärfe ist hier keine Spur und auch hier stört der blöde Zaun. Die beiden Feuerlöscher geben dem Bild ein wenig Dramatik, irgendwie bleibt es trotzdem langweilig. Doch es ist ein gutes Beispiel für das was man mit der D800E ohne Stativ bei ISO-400 mit dem Nikkor AF-S VR 2.8/70-200mm hinbekommen kann.

Nun Beispiel Nr. 5 – Hier geht es um das Auflösungsvermögen des Nikkor AF-S 1.4/50mm – Anklicken für Originalgröße.

Beispielfoto - Nikon D800E mit Nikkor AF-S 1.4/50mm

Das Licht war relativ fies und hier konnte auch die RAW-Konvertierung das Ergebnis nicht retten. Aber darum geht es hier auch gar nicht. Es geht um die Auflösung des „Normal-Objektivs“ das Ihr in meinem Video zur D800E schon gesehen habt. Das AF-S 1.4/50mm ist mit etwa 350 Euro ein halbwegs preiswerter Kandidat und der leise schnelle AF-S funktioniert sehr gut. Es ist eine „universelle scharfe Linse“. Schaut Euch das Bild mal in der 100% Ansicht an, da kann man jeden Baumwipfel abzählen!

Kommen wir zum nächsten Beispiel Nr. 6 – ein schneller Schuss aus der freien Hand mit dem 70-200mm Telezoom. Anklicken für Originalgröße.

Beispielfoto - Nikon D800E Nikkor AF-S VR 2.8/70-200mm

Bei 200mm Brennweite und 1/800s ist es bei Blende 5,6 noch so eben scharf. Hier sehen wir einen 100% Ausschnitt:

100% Crop - Nikon D800E Nikkor AF-S VR 2.8/70-200mm

Schaut man genau hin sieht man, dass ich hier schon kräftig am „Schärferegler“ drehen musste und dass das Bild dadurch etwas pixelig aussieht. Aber man muss auch sehen, das ist die 100% Ansicht! Würde man dieses Foto in dieser Auflösung drucken, so wäre es 150x100cm groß – also ein echt riesiger „Lappen“. Wenn der dann im Detail noch so scharf ist wie in diesem Beispiel, dann wäre das immer noch gut! Aber das Beispiel zeigt auch, dass die D800E ihre Stärken eher bei gutem Licht, niedrigen ISO-Werten und unter Verwendung von Stativ und Spiegelvorauslösung ausspielt.

Die „alte Regel“ dass die kürzeste Belichtungszeit dem Kehrwert der Brennweite entsprechen sollte, kann ich hier nicht mehr so ganz unterschreiben. Sollen die Bilder wirklich absolut scharf sein, sollte man mindestens die halbe Belichtungszeit oder weniger wählen. Aber Achtung, hier kommt man schnell wieder in die „ISO-Falle“ und gibt die wirklich guten Ergebnisse an die Kollegen mit der D4 ab!

Kommen wir zum nächsten Beispiel. Es ist eine ganz ähnliche Situation, nur steht hier die D800E auf einem Stativ, der VR ist ausgeschaltet, die Spiegelvorauslösung ist aktiviert. Bei ISO-100 und Blende 8 kann nun mit 1/30s fotografiert werden ohne dass das Bild nennenswert verwackelt ist. Das Ergebnis knallt so richtig. In der 100% Ansicht sieht man jeden einzelnen Stein von Schloss Drachenburg.

Beispiel Nr. 6 – anklicken für Originalgröße und dann die Steine abzählen. Wer genau hinsieht erkennt, dass im Weinberg Burgunder-Trauben angepflanzt werden!

Beispielfoto Nikon D800E mit Nikkor AF-S VR 2.8/70-200mm

Kommen wir zu Beispiel Nr. 7 – anklicken für Originalgröße

Beispielfoto - Nikon D800E mit Micro-Nikkor AiS 2.8/55mm

Hier ein 100% Ausschnitt:

100% Crop - Nikon D800E Micro-Nikkor AiS 2.8/55mm

Schaut man sich dieses Bild an, so gibt es keine sichtbare chromatische Aberration. Die Baumrinde ist scharf abgebildet, die hellen und dunklen Bildbereiche haben noch reichlich Zeichnung. Ausgedruckt in 100x150cm wäre es extrem detailreich und würde viele Betrachter einfach nur wegen der Details beeindrucken. Hingegen ist das Motiv eher alltäglich und ziemlich langweilig. Wäre hier noch etwas Nebel und eine Rotte Wildschweine zu sehen, dann könnte es gefallen. Aber es ist eben nur ein Beispiel für die Abbildungsqualität eines 20 Jahre alten Nikon Objektivs. Ich denke, dass ein 10-fach teureres Zeiss Objektiv an der D800E bei Blende 8 keine besseren Ergebnisse liefern würde. Das 55er Micro-Nikkor ist auch an der D800E wirklich gut, aber bei offener Blende sind die Bildränder sichtbar abgedunkelt und bei Blende 4 habe ich bei einigen Bildern einen sichtbaren Hotspot in der Bildmitte ausmachen können. Bei Blende 8 ist es jedoch ein echter Traum.

Sehr ähnlich geht es auch Nutzern des inzwischen etwas betagten AF-S 2.8/28-70mm. Es ist zu einer Zeit konstruiert worden, als es noch keine digitalen Kameras gab. Es ist für Film wirklich perfekt. Aber der Chip einer Digitalkamera reagiert an den Rändern Seher empfindlich auf schräg eintreffende Lichtstrahlen. Und genau mit diesem Problem hat dieses Objektiv zu kämpfen, wenn auch nicht sehr ausgeprägt. Bei offener Blende ist es relativ „weich“, bei Blende 8 jedoch sehr scharf. Allerdings ist trotzdem ein leichter Qualitätsabfall an den Bildrändern festzustellen. Wer sich Beispiel Nr. 6 ganz genau ansieht, wird diesen Effekt allerdings auch beim AF-S VR 2.8/70-200 feststellen können. Es ist nicht wirklich schlimm aber dennoch sichtbar.

Die D800E verzeiht den Objektiven eben nicht, absolut gar nichts! In den nächsten Tagen werde ich Euch weitere Fotos zeigen die mit dem AF-D 2.8/20mm und diversen anderen Objektiven gemacht sind. An den großen Originalbildern könnt Ihr Euch dann alles im Details selbst anschauen.

Für alle die es noch nicht kennen, hier mein Video zur D800E. In der zweiten Hälfte gibt es auch einige Objektive zu sehen.

Nikon D800E versus Leica S2-P

Die ersten RAW-Bilder aus meiner D800E sind entwickelt und es gibt bald einen neuen Artikel mit diesen Bildern. Wer sich die Zeit bis zu diesem Artikel verkürzen möchte, dem sei dieser Artikel mit dem Vergleich einer Leica S2-P mit einer Nikon D800E empfohlen. Soviel vorab, der Fotograf schreibt in seinem Fazit, dass er die D800E statt der Leica S2-P verwenden wird. Die Leica ist einfach zu teuer und die D800E liefert mit guten Zeiss Objektiven ein sehr ähnliche Bildqualität. Die Zeiss-Objektive haben übrigens keinen Autofokus und einige ausgewählte Nikon AiS Objektive sind qualitativ auf einem ähnliche hohen Niveau.

Nikon D800E versus Leica S2-P
Quelle: http://blog.mingthein.com

Nikon D800E – Der erste Praxistest

Es ist Samstag und meine D800E ist nun schon einen Tag alt. Zeit für einen ausgiebigen Praxistest. Wie wird sich das Pixelmonster anfühlen, werden zwei Akkus reichen, komme ich mit einer 64GB Speicherkarte aus, welche Objektive packe ich ein? Gegen Mittag sind wir in der Eifel. An einer kleiner Kapelle am Wegesrand halten wir an, Zeit für ein paar Infrarot-Bilder!

An die D800E setze ich das Nikon AF-S VR 4/16-35 mit einem HAMA IR-72. Die ersten Versuche sind ernüchternd. Bei der kleinen feinen Fuji X100 funktioniert mit diesem Filter manchmal sogar noch der Autofokus. Und auf dem Display der X100 kann man sein Motiv so richtig schön komponieren. Bei der D800E sieht man einfach gar nichts! Auch die Menüzeilen kann man im grellen Sonnenlicht kaum erkennen. Schließlich stelle ich die Helligkeit des Displays von Auto auf Manuell und dann +5. Nun kann man halbwegs etwas erkennen. Das ist bei der Fuji X100 besser! An der D800E wähle ich das Farbprofil für Schwarz-Weiß, steigere krass den Kontrast und öffne die Blende. Nun kann ich ein total verpixeltes blasses Bild auf dem rückwärtigen Display erkennen. Nicht schön, aber  es reicht um die Kamera halbwegs auszurichten. Nur wie scharf stellen? Also Filter ab, Autofokus an, scharf stellen, Autofokus aus, IR-Filter wieder drauf. Das ist lästig!

Als ich mit meiner Session fertig bin schaue ich mir im abgedunkelten Auto meine Ergebnisse an und bin frustriert. An der Kamera war versehentlich der 1.2 Crop-Faktor eingestellt. Nun weiß ich auch was diese Anzeige auf dem oberen Display sollte! Im Sucher selbst sieht man es nicht wirklich. Ist die Kamera in einem Crop-Modus, so werden anderen Rahmen in das Sucherbild eingespiegelt. Eigentlich hatte ich gehofft, dass die Teile des Sucherbildes die NICHT auf das Bild kommen abgedunkelt werden. Aber das war leider eine unbegründete Hoffnung…

Also wieder raus aus dem Auto, Stativ aufbauen, Filter runter, AF an, scharf stellen, AF aus, Filter drauf, auslösen und warten. Wenigstens habe ich bei der ersten Serie gelernt, dass die Belichtungsautomatik der D800E mit aufgeschraubtem IR-Filter keine brauchbaren Ergebnisse liefert. Bei ISO-100, Blende 11 und 30 Sekunden Belichtungszeit sieht das Histogramm relativ vielversprechend aus. Und hier ist es nun, mein erstes gelungenes Infrarot-Foto aus der Nikon D800E. Für die Konvertierung habe ich übrigens Adobe Camera RAW 6.7 auf dem Mac verwendet. (Alle Fotos sind wieder 1000Pixel breit oder hoch, einfach anklicken) Die RAW-Bilder großen Versionen der Bilder liefere ich noch nach.

Nikon D800E - Beispielfoto mit Infrarot-Filter HAMA IR-72

Nach der ersten ernüchternden Erfahrung geht es weiter zum Nürburgring. In Adenau ist die Hölle los und als wir nach einer Tasse Kaffee schließlich an der Nordschleife stehen ist das Rennen gerade vorüber. Das eine oder andere teure Stück Schrott wird noch abtransportiert, die Jungs vom TÜV sammeln noch was ein, mehr gibt es hier nicht mehr zu sehen, schade!

Nikon D800E - Beispielfoto mit AF-S VR 2.8/70-200mm

Nikon D800E - Beispielfoto mit AF-S VR 2.8/70-200mm

Nikon D800E - Beispielfoto mit AF-S VR 2.8/70-200mm

Wir machen uns auf den Weg zur Nürburg, vom Turm dieser Burg hat man einen tollen Ausblick und ich erhoffe mir einige schöne Perspektiven, der krasse Wolkenhimmel könnte sein übriges dazu tun. Als wir an der Burg angekommen und gerade aussteigen sagt uns eine junge Frau, dass der „Wächter“ die Burg gerade abschließt, es ist 17h – Mist – schon wieder zu spät!

Es geht weiter zum kleinen Örtchen Bell. Dort gibt es ganz in der Nähe auf einem der vielen „Berge“ der Eifel einen schönen alten Turm der mit diversen Mobilfunk-Antennen gespickt wurde. Von dort hat man einen schönen Ausblick auf Mayen und die östlichen Ausläufer der Eifel. Während Sandra sich ein wenig sonnt und mit dem Handy RPR-1 anhört wandere ich den Berg hinauf. Oben angekommen bin ich ziemlich verschwitzt, der Fotorucksack ist  in keiner Weise atmungsaktiv…

Auf dem Turm fotografiere ich noch einige Infrarot-Bilder. So richtig will aber kein Spaß aufkommen. Ich denke, dass ich künftig lieber bei der Fuji X100 bleiben werde wenn es um Infrarot-Fotos geht! Als der IR-Filter verstaut ist setze ich alle Objektive die ich heute dabei habe der Reihe nach an die Nikon D800E. Es gibt das SAMYANG 2.8/15mm, das Nikon AF-D 2.8/20mm, das Nikon AF-S VR 4/16-35mm, das AiS 3.5/35-70mm, das AiS 2.8/55mm, das AF-D 2.8/10,5mm und das AF-S 1.4/50mm. Die Zeit vergeht und das Licht ist nicht schön, außerdem wartet Sandra unten am Auto. Ich beeile mich so gut es geht und als ich zurück am Auto bin scheint sie ziemlich verärgert zu sein. Sagen tut sie aber nichts. Mit geöffnetem Dach geht es vorbei am Kloster Maria Lach hinab zum Rhein und auf der B9 zurück nach Bonn. Kurz vor Bonn noch ein schneller Schuss von „Schloss Drachenfels“, kurz darauf sind wir wieder daheim.

Spaß hat es ja gemacht und die Bildergebnisse sind auch recht überzeugend. Aber die D800E hat auch ihre Schwächen. Das Fotografieren von Infrarot-Bildern ist damit genauso umständlich wie mit den anderen Nikon-Kameras mit denen ich es bislang probiert habe. Das Display ist mir zu dunkel und eigentlich mag ich es lieber, wenn ich den Modus des AF-Systems so wie bei der D2x mit zwei Hebeln bedienen kann. Bei der D800E muss ich wie bei der D7000 einen Knopf drücken und an zwei Rädchen drehen. Sicher werde ich mich daran gewöhnen, aber wenn es schnell gehen soll kostet es mich derzeit wertvolle Zeit. Die wenigen coolen Autos die zum Schluss noch auf dem Nürburgring unterwegs waren habe ich deshalb zum Teil verpasst. Recht überzeugend fand ich hingegen den entfesselten AF-Modus. Die Verfolgung der Motive klappt damit nach vielen Jahren endlich ziemlich gut. Bei der Nikon F5 hat man diese Feature zuerst eingeführt. Aber sei hatte nur 5 AF-Meßfelder, wie will man damit ein Motiv schon wirklich „verfolgen“? Kann das Motiv vom 3D-Matrix-Belichtungsmesser der D800E identifiziert werden, so klappt die „Übergabe“ der AF-Meßfelder inzwischen sehr gut! Allerdings ist das System mit einem schnell fahrenden Auto auch im Jahr 2012 noch überfordert. Aber für Bilder beim Fußball, Leichtatlehtik oder Reiten wird es vielleicht recht gut funktionieren. Das werde ich bei Gelegenheit noch genauer untersuchen.

Daheim entpuppt sich das Kopieren des Bildmaterials via Nikon Transfer auf dem Mac als mittlere Katastrophe. Bis die Kamera endlich erkannt ist und die Software die Bilder ermittelt hat die man übertragen könnte, vergehen viele langweilige Minuten. Da schafft man es locker eine Tasse Kaffee aufzubrühen und leer zu trinken! Das war „früher“ alles schneller. Dass das „modernste Betriebssystem der Welt“ mit USB 3.0 nicht vernünftig umgehen kann nervt zusätzlich. Zusätzlich nervt es, dass man den Inhalt der beiden Speicherkarten in zwei separaten Arbeitsschritten übertragen muss! Morgen werde ich mich mal an einem PC unter Windows 7 mit USB 2.0 versuchen. Derzeit denke ich über einen schnellen Kartenleser nach! An diesem Tag sind nur wenige Fotos entstanden, aber allein diese RAW-Bilder haben zusammen 23 GB. Das Kopieren auf den Mac dauert via USB 2.0 mit einem HAMA Kartenleser fast eine Stunde!

Abschließend hat es dennoch eine Menge Spaß gemacht die D800E zu erforschen. Sie ist eine Nikon durch und durch. Kennt man D300, D700 oder D7000 kann man die D800/D800E praktisch sofort bedienen. Wie bei ihren Schwestern neigt sie dazu die Bilder etwas zu reichlich zu belichten. Meist hatte ich den Belichtungsmesser um -0.7 Lichtwerte korrigiert. Die Arbeit mit den guten alten AiS Objektiven funktioniert sehr gut. Beim AiS 2.8/55 ist mir bei Blende 2.8 allerdings eine sichtbare Vignettierung der Bildränder aufgefallen. bei Blende 4 gab es einen „Hotspot“ in der Bildmitte. Bei Blende 8 und 11 war alles perfekt. Diese guten alten „Dinger“ haben eben auch ihre Eigenarten und man muss wissen wie man sie einsetzt um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Hier haben Nano-Versiegelungen und speziell auf digitale Kameras ausgelegte Objektive sicher durchaus ihre Stärken. Aber sie sind eben auch ziemlich teuer!

Ok, das war es für heute. Morgen gibt es dann die großen Bilder für die Pixel-Peeper 🙂

Nikon D800E – Die erste Fototour

Nikon D800E - Bereit für die erste Fototour

Es ist Samstag und es soll der einzige halbwegs schöne Tag des Wochenendes werden. Dieser Sommer schickt sich schon wieder an genauso verregnet zu sein wieder der letzte „Sommer“, den ich schon seit einiger Zeit versuche aus meinem Gedächtnis zu streichen. Heute ist keine Fuji X100, keine AW-100 und auch keine D7000 oder Panasonic HC-X909 dabei, nein heute sind nur die D800E und einige Objektive im Fotorucksack. Schauen wir mal was am Ende des Tages übrig bleiben wird und ob es sich lohnen wird einige Fotos hier in diesem BLOG zu posten. Die ersten RAW-Bilder bin ich Euch ja noch schuldig. Aber keine Sorge, die kommen schon noch! Nur sollten sie auch etwas nett sein und nicht nur ein paar langweilige Blätter an einem Strauch auf der anderen Straßenseite zeigen. Nach schauen wir mal was geht, später mehr!

Nikon D800E mit AF-D 2.8/20mm