Auf nach Mainz

Es ist früh am Morgen und es ist bitterkalt. Um kurz vor sechs geht es los in Richtung Mainz – noch eine Woche arbeiten. Kurz vor der Autobahn gibt es im Radio lauter Horrormeldungen, Glatteis, Unfälle… Eigentlich hatte ich gedacht, der Winter sei weitgehend vorbei. Schließlich sind wir sogar schon zweimal mit den Mopeds unterwegs gewesen. Wie dem auch sei, es gibt Dinge im Leben die kann man nicht ändern. Statt im Stau herum zu stehen entschließe ich mich für den Weg am Rhein entlang. Etwa 120 Kilometer Landstraße, linksrheinisch! Tief in meinem Innersten trägt mich die Hoffnung auf einen zauberhaften Sonnenaufgang an der Lorelei. Die neue Nikon P7000 liegt schussbereit auf dem Beifahrersitz.

Bei Koblenz gibt es den üblichen Morgenstau. Die Brücke über die Mosel ist seit Jahren eine einzige Großbaustelle, ob die hier jemals fertig werden?

Aber dann ist es geschafft. Beim Abzweig in Richtung Bacharach steuere ich eine Tankstelle an. Kurz zuvor ein letzter Blick auf die Verbrauchsanzeige meiner Dieselrakete. Mit einem Schmunzeln muss ich feststellen, dass aus den 85 Kilometer „Restlaufzeit“ auf dem Weg von Bonn nach Koblenz 105 Kilometer geworden sind. Stadtverkehr ist nichts für Bordcomputer… Die Schleicherei auf freien Landstraßen wirkt sich wirklich positiv auf den Spritverbrauch aus. Etwa 6,5 Liter/100Km habe ich verbraucht. Das mit einem recht schweren Auto mit 2.7 Liter Turbodiesel! Nicht schlecht…

Während der Diesel in den Tank gluckert und ich fröstelnd von einem Bein auf das Andere steige überlege ich, was die Faktoren für diesen günstigen Spritverbrauch sein könnten. Es ist -4°C, die Luft ist also bitter KALT und wenn Luft kalt ist hat sie ein geringeres Volumen, das müsste zu einer besseren Füllung der Zylinder führen – aber spürt man das? Die Kälte könnte das Gummi der Reifen etwas härter werden lassen, ist dann vielleicht der Rollreibungswiderstand geringer? Als der Tank schließlich voll ist sind meine Überlegungen genauso ergebnisoffen wie die Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der EU. Schnell zahlen und dann die Heizung auf 23°C einstellen – brrr….

Auf den nächsten Metern denke ich an die Amerikaner die während des letzten Schneesturmes ohne Sprit ihn ihren Autos festsaßen. Einige von ihnen hat es das Leben gekostet. Gut zu wissen, dass es in good old germany sowas von dicht besiedelt ist, dass man selbst bei einer kapitalen Panne nicht am Rheinufer wird erfrieren müssen.

Die Hoffnung auf einen grandiosen Sonnenaufgang schwindet mit den Kilometern. Es wird wieder einfach nur „hell“. Schade! Hinter Bingen geht es auf die A60, kurz vor Mainz dann 45 Minuten Stau an der „ewigen Baustelle“. Seit nunmehr 11 Jahren – in Worten – ELF JAHREN – wird dort an der Autobahn gewerkelt. Ob die jemals fertig werden? Vielleicht ist sogar die Moselbrücke in Koblenz eher fertig? Wie sang Nena einst so schön „Wunder geschehen ich hab’s gesehen…“

Der Tag birgt wenig Überraschungen in sich und als ich um 19h in meinem Appartement einlaufe, freue ich mich auf einen Käseteller im besten Hotel der Welt. Danach ein Glas Rotwein, noch ein wenig die Route planen und dann mit einem der vielen USA-Reiseführer in der Hand einschlafen. Was für ein Tag 🙂

HEAVY RAIN

Seit ein paar Wochen hat Kollege Fabian eine SONY Playstation PS3. Er als eingefleischter XBox 360 User war zunächst ja seeehr kritisch. Aber die zwei haben sich dann doch noch miteinander angefreundet. Beim Frühstückskaffee gab es dann eine Weile wenig andere Themen. Zocken mit der PS3 oder der XBox – was ist besser? Wenn man Fabian glauben darf, dann gibt es für die XBox einfach die besseren Spiele. Dennoch nutzt er die PS3 als eine Art Mediacenter. Meine PS3 ist schon etwas älter, sie ist größer und macht deutlich mehr Radau. Er hat ne 320GB Platte, ich nur ne 40er… Dafür habe ich fast das Doppelte bezahlt – aber ich habe das Ding ja auch schon ne ganze Weile…

Eigentlich hatte ich mir die PS3 gekaut, weil es damals der preiswerteste BluRay-Player am Markt war. Bis heute habe ich die Entscheidung auch nicht bereit. Gemacht habe ich schon so allerhand mit dem Ding, aber eben nicht das wofür sie doch eigentlich gedacht ist. Bis mir Fabian dann vor einigen Monaten von HEAVY RAIN vorgeschwärmt hat. „Ein interaktiver Spielfilm – der coolste Titel den es für die PS3 gibt“ – da bin ich dann doch irgendwann weich geworden.

Während der letzten Monate habe ich am Wochenende immer mal ne halbe Stunde geopfert und mir HEAVY RAIN gegeben. Ganz witzig war der gemeinsame Abend mit Kumpel Anastasios – da hatten wir wirklich ne Menge Spaß!! Nur kann ich mit diesem Controller-Dings nicht wirklich umgehen. Ständig bekommt man bei HEAVY RAIN gesagt man solle R1, L2, R2 dann das X den O und was nicht alles drücken. Dazu kommen diverse Schüttelgesten und was weiß ich nicht alles. Ständig drücke ich auf die falschen Knöpfe und so sterben mir in allen brenzligen Situationen des Spiels die Charaktere weg, einer nach dem anderen…

Heute ist dann das große Finale! Eines der 20 möglichen Enden liegt zum Greifen nahe. Doch ich schaffe es nicht, dass der Vater dessen Sohn verschwunden ist sich vor der Polizei retten kann. Er kommt in den Knast und erhängt sich. Dann die Schießerei des Privat-Detektivs, ich erwische nicht alle und er wird angeschossen. Später gehe ich in ein falsches Zimmer und der Gute landet zusammen mit einer der netten weiblichen Figuren in einem Auto auf dem Boden eines Hafens. Ich muss den Controller schütteln, irgendwas drücken, schütteln, klicken, drücken R1, L2, langsam drehen, schütteln – ich bin zu blöd – der weibliche Charakter – ich glaube ihr Name war Laureen – ertrinkt während sich der Detektiv retten kann. Später vernichtet er alle Beweise und sitzt still vor einer brennenden Papiertonne. Wie dem auch sei, am Ende sind eigentlich alle tot. Auch der Sohn dessen Leben ich die ganze Zeit zu retten versucht habe ertrinkt. Was für ein trauriges Ende. Zwischendurch ein kurzes Telefonat mit Fabian, ich gebe eine kurze Wasserstandsmeldung durch wer gerade alles gestorben ist. Fabian ist entsetzt und prophezeit mir das traurigste Ende, das bei HEAVY RAIN möglich ist.

Und so soll es dann auch kommen…

Als es sich anbahnt muss ich einfach mal kurz die Pause drücken und meine neue P7000 auf ein Stativ stellen. Den letzten traurigen Rest will ich für einen kurzen Kameratest nutzen.

Hier ist das Video in einer Auflösung von 720P.

Hier gibt es eine Demo, die sehr schön zeigt wie es innerhalb des Spiels abgeht – schön gemacht!!

Hier gibt es noch ein paar Erläuterungen der Macher – sehr gut!

Improvisiertes Shooting

Es ist Mittwoch und in ein paar Tagen geht es in die USA. Also ich ins Büro komme ist Kollegin Steffi schon da. Zwischendurch quatschen wir über Fotos, Portraits, Posen, Schminke usw. In der Kaffeepause geht es zusammen mit Fabian weiter. Wir machen für den Abend ein kleines improvisiertes Shooting aus.

Später bei Steffi ist nicht viel Platz, aber es gibt weiße Wände und sie hat eine dunkle Decke die wir über die Wohnzimmertür hängen können. Ich schraube das famose AF-S 2.8/17-55mm an meine D300 und los geht es. Auf den Blitzschuh wird ein SB-900 gesteckt. Die Posen müssen sich an den Gegebenheiten des kleinen Wohnzimmers orientieren. Ich stelle den Reflektor des Blitzlichts auf ein Äquivalent von 200mm Brennweite, also einen ganz schmalen scharfen Lichtkegel. Schaut Steffi nach rechts drehe ich die Kamera so, dass das Blitzlicht gegen die rechte Wand blitzt. Schaut sie nach links, drehe ich die Kamera um 180° und blitze gegen die andere Wand. Während dessen muss ich immer aufpassen, dass man im Hintergrund nur die dunkle Decke sieht und nicht den Türrahmen oder andere nicht gewollte Details.

Dann gibt es noch ein bisschen Fotoquatsch. Fabian in Steffi albern ein wenig herum, die Bilder sind witzig, aber nur für den privaten Gebrauch geeignet 🙂

Als ich zwei Stunden später die Bilder sichte, kommt Kollege und Nachbar Tobias dazu, Er ist überraschst was man mit einem Kopierstempel so alles anstellen kann. Auch die Möglichkeiten zur Schwarz-Weiß-Umsetzung via Kanalmixer usw. lösen den einen oder anderen AHA-Effekt aus. Fotografieren macht schon Spaß, vor allem wenn man nicht davon leben muss 🙂

 

 

Fly me to the moon

Es ist der vorletzte Tag der vorletzten Woche bevor es für eine lange Zeit in die USA geht. Die Mittagskarte der Kantine ist nicht so mein Fall. Auch Fabian hat kein Lust auf Kohlrouladen, also gehen wir gemeinsam zum La Rustica und lassen es uns dort gut gehen.

Doch mein Salat bekommt mir nicht wirklich. Eigentlich kann ich alles essen, Bratwurst, Burger, Fritten, danach Crème brûlée – alles kein Thema – aber mit Salat hat mein Körper keinen Vertrag. Kaum zurück im Büro geht die Rennerei schon los. Es gärt und brodelt und ich fühle mich richtig krank. Kurz nach 17h geht es gar nicht mehr, ich will nur noch nach Hause. Aber mein Zuhause ist weit weg. Also geht es zu Fuß zum Appartement gleich neben dem besten Hotel der Welt. Ich freue mich auf einen Jägermeister, vielleicht hilft das.

Während ich die Treppenstufen zum Rhein hinunter stapfe fliegt ein Flugzeug nach dem anderen über meinen Kopf hinweg. Am Himmel lacht mich ein fast voller Mond an. Groß und schwer hängt er am Himmel, das letzte Abendlicht färbt den Himmel leicht violett und der Mond erinnert mich an das Gesicht eines lächelnden Chinesen.

Auf den letzten Metern ist plötzlich das Grummeln im Bauch fast vergessen. Schnell rein und die Kamera klar machen. Ich schnappe mir die D300, dran kommt der 1.7er Teleconverter und das famose AF-S 2.8/70-200. Ich stelle auf Zeitautomatik, Blende 5.6 und ISO-320. Danach geht es schnell die Treppe wieder hinauf. So habe ich freue Sicht auf den Himmel, den Mond und die Flieger die ein paar Minuten später in Frankfurt am Main landen wollen.

Etwa 30 Minuten später ist es zu dunkel für scharfe Fotos. aber ich habe ein paar nette Fotos machen können. Zurück am Mini-Mac wird dann die Beute gesichtet. Es gibt einen Jägermeister und etwas Schokolade. Gut auch, dass noch reichlich Toilettenpapier da ist…