Tuba City

Als der Wecker um 6h (Arizona Time) neben wir Radau schlägt wird mir klar, was ich am Vorabend vergessen habe. Egal, mir ist eh kalt, abends habe ich die ratternde Heizung abgeschaltet, einen Tod muss man hier sterben. Beim Zähneputzen kommt mir die Idee einfach heute nach Tuba City zu fahren. Da war ich 2009 mit Wolfgang und dort gibt es ein paar tolle Sachen die man sich anschauen kann. Ein weiteres Argument ist, dass Tuba City  in der Nähe von Monument Valley liegt, also ein Abstecher zum Abendlicht kein Problem darstellt. Außerdem gibt es ein Quality Inn, diese Motel Kette habe ich in Las Vegas sehr zu schätzen gelernt – mal abgesehen von der defekten Tür, waren die Zimmer wirklich gut ausgestattet.

Um langsam aber sich nach Las Vegas zurück zu fahren ist Tuba City auch nicht schlecht gelegen, ich könnte auch zum North- oder South-Rim des Grand Canyons fahren.

Hier habe ich ein paar „alte“ Fotos vom 2009er Trip.

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Das ist meine Route:

Update um 12h30 (Arizona time)

Nach einer wirklich entspannten tollen Fahrt durch eine grandiose Landschaft bin ich eben wie geplant im Quality Inn in Tuba City eingetrudelt. Es waren nur noch zwei Raucherzimmer frei, 132 und 134. Ich konnte sie allein anschauen und habe mich entschieden Zimmer 134 zu nehmen. Es riecht zwar ein wenig fies nach alten Zigaretten, aber es ist erträglich. Ich kann das Fenster öffnen und das Zimmer ist nicht zur Straße raus, es sollte also ok sein. Außerdem ist es soweit ganz nett. Noch klappt es auch mit dem Internet problemlos, die Frage ist – Wie lange noch?

UND DA BIN ICH AUCH SCHON WIEDER MAL OFFLINE!

Aber es gibt einen Autosave – und so ist nicht alles weg 🙂

Ok Leute, jetzt gibt es einen Kaffee!

Update am 28. März morgens um 7h30 (Arizona Time)

Irgendwie ist es schon komisch, da bin ich jetzt in Arizona im Quality Inn und an der Rezeption (Front Desk) hängt eine Uhr die Utah Time anzeigt. Warum nur? Beim Check-In werde ich sogar explizit darauf hingewiesen, dass dieses Motel „Utah Time“ hat. Check-Out ist also morgen um 10h nicht um 11h. Wollen die ihre Gäste verulken oder gibt es vielleicht so etwas wie „Micro-Timezones“ – könnte ja sein 🙂

Aber egal, ich bin von der langen wunderbaren Fahrt ziemlich geschafft und der Kaffe tut gut. Ein bisschen ausruhen, einen Burger beim McDonalds nebenan und schon bin ich wieder unterwegs. Es geht heute in ein Areal das mit Wolfgang im März 2009 gezeigt hat. Von diesem Trip habe ich noch den kompletten Track den ich damals mit meinem GPS aufgezeichnet habe. Diesen Track habe ich mir am Vorabend auf dem Mac in Garmin Basecamp geladen. Da wir damals von Page aus dort hingefahren sind, habe ich die Wegpunkte zwischen Page und Tuba City aus dem Track gelöscht, ebenso wie den gesamten Rückweg. Das was dann „übrigblieb“ konnte ich mit der Funktion „Route aus Track erstellen“ innerhalb von BaseCamp in eine recht genaue Route mit etwa 50 einzelnen Wegpunkten umwandeln. Diese Route kann man dann innerhalb von BaseCamp per Drag&Drop auf das GPS „werfen“ und schon ist man wieder im Spiel. Das Leben kann so einfach sein…

Ok, nach dem Burger nehme ich mein GPS und wähle „Ziel auswählen -> Route -> BlueCanyon“. Es geht los – aber das ist eine andere Geschichte! Daher ist hier jetzt Schluß 🙂

Hier noch drei Bilder des Weges von Kanab nach Tuba City. Wirklich famos ist es das Gebirge genau in der Mitte der Tour zu kreuzen. Leider sind gerade für den schönsten Abschnitt des Weges die Bilder bei Google-Earth die schlechtesten – das Leben kann auch grausam sein!

Hier die Übersicht:

Hier das Gebirge – es geht hoch bis auf knapp 2500 Meter – die Temperaturen lagen knapp über dem Gefrierpunkt – im Sommer eine famose Motorradstrecke!!

Hier der Abschnitt am Marble Canyon – dort war ich am Vortag zusammen mit Allan Vasenius. Die alte Brücke die bei Lee’s Ferry den Colorado River kreuzt war damals eine technische Sensation!

Für alle „Routenflieger“ habe ich die zugehörige KML-Datei wieder hier abgelegt. Einfach downloaden und dann mit Google-Earth öffnen.

Hier sind noch ein paar Handy-Fotos des Zimmers im Quality Inn in Tuba City:

Dann habe ich hier noch ein paar Fotos die zeigen wie der Tahoe nach der „Schlammschlacht“ am Vorabend jetzt aussieht. (Nikon P7000)

Der erste Blick aus dem Zimmer am letzten Tag in Kanab

Gut, dass es hier in Tuba City gleich neben den Motel eine Waschanlage gibt :-]

Noch etwas in eigener Sache:

Eben sind mir wieder ein paar Tippfehler aufgefallen. Ich bin leider oft spät in der Nacht während ich den BLOG schreibe ziemlich am Ende und ich habe auch keinen Lektor – also lest bitte großzügig darüber hinweg – ich hoffe ihr versteht trotzdem was ich beschreiben möchte, ok? :-]

Coyote Buttes South – Reloaded

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Es ist wieder kalt, es ist wieder morgen aber es gibt keinen Schnee. Als ich mit Dusche & Co. fertig bin und das Auto gepackt ist haben wir 6h30 – Arizona Time – also 7h30 Utah Time. Es geht los, die Temperaturen liegen knapp über dem Gefrierpunkt, es ist wirklich kalt hier. Aber heute liegt kein Schnee und ich bin wirklich flink. Bei der Ranger Station angekommen, ist das Tor schon geöffnet. Es stehen auch schon zwei Autos davor, ich bin Nr. 3. Wenn das so bleibt, würde ich einen Permit bekommen, aber mal abwarten.

Und es kommt wie es immer kommt, ein Auto nach dem anderen trudelt ein. Letztlich sind es wieder 46 Personen die einen Permit haben möchten. Mein Formular von gestern wird wieder hervor geholt und es bekommt jetzt die Nummer 2. Vielleicht nicht so verkehrt, die Nummer 2 hat gestern einen Permit gewonnen!

Nach etwa 30 Minuten steigt wie jeden Morgen die Spannung. Die erste Nummer ist nicht die 2 sondern die 5. Ahhhhhhh, warum habe ich nur eine neue Nummer bekommen, warum nur… Es geht weiter, meine 2 ist nicht dabei. Dann wird eine Nummer gezogen, zu der sich 5 Personen angemeldet haben. Sie jubeln vor Freude. Jetzt gibt es noch 3 Permits für den morgigen Tag. Ich balle die Fäuste in den Hosentaschen, das muss doch klappen!! Aber wieder nichts, die 2 ist eine Lusche – jedenfalls heute… Es gibt jetzt noch EINEN Permit – die Rangerin erklärt, dass wenn ein Antrag gewinnt auf dem mehr als zwei Personen stehen, diese unter sich aushandeln müssen, wer gehen darf!

Und wieder kurbelt der Jerry – so heißt der nette Ranger – an der kleinen Lostrommel. Es ist wieder nicht die 2 – ahhh…

Aber es ist ein Antrag mit zwei Personen! Sie werden gefragt ob sie sich einigen können. Es gibt eine kurze Diskussion bei einem älteren Ehepaar. Dann sind sie wirklich großzügig und geben den gewonnenen Permit zurück, sie wollen zusammen oder gar nicht zu Wave – sehr nobel!

Jerry dreht die Trommel, ich balle die Fäuse und habe den Eindruck, als würden über 30 Leute gleichzeitig den Atmen anhalten!

Wieder nicht die 2 – ahhhhhh

Wieder ein Antrag mit 2 Personen, wieder eine Diskussion, wieder eine Rückgabe.

Jerry dreht die Trommel, ich balle die Fäuste, mehr als 30 Leute sind schon fast erstickt vor Spannung.

Wieder nicht die 2 – ahhhhhhhhhhhhhhh – es hat die 14 gewonnen – EINE Person – jemand jubelt, ich bin gefrustet…

Ich frage nur kurz ob es am Samstag und Sonntag auch eine Lotterie gibt. „We are always open!“ – ok, ich kann also morgen einen dritten Anlauf wagen! Leicht gefrustet verlasse ich die Ranger Station und starten den V8 in meinem Thaoe. Mein Abenteuer beginnt, kann ich diese riesige Kiste über Felsen und tiefen Sand zu den Coyote Buttes South lenken? Werde ich mich im tiefen Sand festfahren? Wird es ein langes teures kaltes sandiges Drama geben?

Es geht los. Meine Multimedia-Zentrale ist mein HTC Telefon. Es zeichnet Tracks auf, es spielt Musik, es navigiert, es zeigt E-Mails an, es ist cool! Und jetzt gibt es laute Gitarrenlehrer-Musik… Es geht nach Westen (Links), nicht wirklicht weit, da ist dann schon die House-Rock-Road. Diese Dirt-Road ist heute wirklich gut zu befahren, keine Ahnung warum die alle so einen Stress haben! Sogar der Buckskin-Wash ist komplett trocken, trotz Schnee und Regen in den letzten Tagen. Es geht mit fast 50 mph in Richtung Süden (unten).

Am Wave-Parkplatz bin ich sehr dankbar, dass es dort ein neues Toilettenhäuschen gibt! Es geht weiter, die Straße ist super!! Kurz nach dem Wave-Trailhead halte ich an und mache mit der guten alten Nikon D2x ein Bild dieser famosen Landschaft.

Einige Meilen weiter ist rechts ein Corral. Eine Verladestation für Rinder. Kaum zu übersehen, aber ich rausche trotzdem fast daran vorbei, eine sehr sehr staubige Vollbremsung rettet die Situation! Nun wird die Straße sofort deutlich schlechter, es ist felsig und es gibt viel tiefen Sand. Aber der Tahoe steckt das alles weg als wäre es nichts, bravo! Dieses riesige Auto begeistert mich, die Automatik greift so sanft ein, da dreht auch im tiefen Sand kein Rad durch, da gräbt sich nichts ein, da geht es einfach vorwärts. Die Werbeleute von Chevrolet haben nicht übertrieben, mit dem Tahoe kommt man wirklich fast überall durch. Super das Ding!

Mit der kleinen P7000 filme ich fast die gesamte Strecke bis zum Trailhead. Wer soll sich das bloß jemals alles anschauen 🙂 Ach egal, ich habe die Aufnahmen erst einmal und später kann ich immer noch etwas daraus zusammen zaubern.

Am Trailhead angekommen ist schon ein anderes Auto dort! Ich packe ich meine Sachen, alles was überflüssig ist bleibt im Auto. Es geht los, auf zur Chess-Queen. Die finde ich sofort, ich war ja schon mal bei ihr zu Besuch 🙂 Auch die vielen kleinen Tiere und Gruselmonster drum herum kenne ich schon. Trotzdem klappert der Spiegel der D300 unaufhörlich. Es geht weiter zur nächsten Formation. Ich knipse und knipse und habe plötzlich einen Wanderer in einer blauen Jacke auf einem Foto.

„Are you the guy with the other car at the trailhead?“ „Hi“ „Hi“ „Were are you from?“ „I’m from germany“ sagt er. Super, dann können wir unsere Muttersprache nutzen. Es ist Karlheinz aus Bayern. Er hat sich nach der verlassenen Ranch nicht weiter getraut und seinen kleinen SUV dort stehen lassen. Es ist eine echt weite Strecke durch tiefen Sand zu Fuß gelaufen! Wir reden kurz, ich empfehle ihm die Chess Queen, wir verabreden uns für 14h am Parkplatz.

Ein Sturm zieht auf, es gibt Regen, Schnee, Sonne, Wind, alles gleichzeitig im Wechsel und dann wieder nach Sonnenschein. Ich kann das Wave-Areal sehen. Die armen Wanderer die gestern einen Permit gewonnen haben kriegen dort heute richtig nasse Füße!! Hier im Süden scheint mehr die Sonne, als dass es regnet. Fast wie im richtigen Leben 🙂

Um 13h50 bin ich am Auto. Es ist inzwischen kalt. Ich habe 60 Dias gemacht und zwei Speicherkarten zu 16GB und 8GB gefüllt. Das sollte ausreichen für heute. Und ich habe HUNGER! Karlheinz ist noch nicht da. Ich packe in Ruhe meine Sachen und setze mich schon einmal ins Auto. Drinnen ist es wirklich warm, die Sonne hat sogar meine beiden Dr. Pepper aufgewärmt. Die schmecken nun ganz grauenhaft…

Ich drücke ein paar mal auf die Hupe. 5 Minuten kommt Karlheinz aus dem Unterholz hervor. Ich räume kurz den Beifahrersitz frei, es gibt ein kaltes klares Wasser und los geht es! Karlheinz ist mit SUV und Zelt unterwegs. Die Nacht will er beim White Pocket verbringen. „Das wird aber echt kalt!“ Er weiß es, er hat schon etliche Nächte hier verbracht und sich bestimmt ganz ordentlich einen abgefroren.“

Wir tauschen E-Mail-Adressen und es geht wieder weiter. Ich filme ein wenig mit der Nikon P7000. An einer felsigen Ecke halte ich mal an, laufe mit Stativ und P7000 etwa 100 Meter voraus und stelle sie neben der „Straße“ auf. So kann ich mich mal selbst beim Off-Road-Driving filmen.

Als ich auf Höhe der Kamera bin, sammle ich sie ein und will sie irgendwie samt Stativ auf der Fahrerseite ins Auto stellen. Plötzlich hupt da etwas. Habe ich das echt richtig gehört, eine HUPE hier mitten im Nichts??? Ja, es ist richtig, direkt vor mit stehen drei große SUVs mit eine ganzen Horde fotosüchtiger Touristen. Die extrem coolen Tourguides tragen extrem coole Sonnenbrillen! Wie lange sie mich wohl schon beobachten? Ich fahre zur Seite und lasse sie passieren. Danach geht es zurück nach Kanab, alles ohne große Probleme. Der Tahoe ist genau das richtige Auto für diese Strecken!

Im Hotel in Kanab angekommen wechsle ich ein paar Dollar und befülle dann zwei Waschmaschinen mit weißer und bunter Wäsche. Eine Maschine kostet hier 1$, 30 Minuten Trockner ebenfalls jeweils 1$. Für 75 Cent gibt es Waschpulver am Automaten. Alles wird mit 25 Cent Stücken bezahlt und ist wirklich einfach.

Wo wir gerade beim Thema sind – ich schaue jetzt mal nach der Wäsche…

– PAUSE –

So, die beiden Waschmaschinen waren fertig, nun laufen die Trockner um die Wette. Mal schauen welcher gewinnt 🙂

Jetzt sichte ich mal die Fotos und packe ein paar Bilder hier zum BLOG dazu.

Upate um 20:15 (Arizona Time)

Die Wäsche ist fertig und danach gab es gerade bei McDonalds etwas zwischen die Zähne. Die gesamte alberne Dorfjugend von Kanab kenne ich jetzt auch. Warum sind Jugendliche eigentlich immer so aufgedreht und laut?

Na egal, ich versuche jetzt mal die Bilder in den BLOG zu hängen. Das ist hier massiv schwierig, weil die Internet-Anbindung immer wieder für lange etliche Minuten ausfällt. „Pingt“ man hier http://www.google.de an bekommt man solche Ergebnisse:

64 bytes from 74.125.227.18: icmp_seq=2846 ttl=49 time=96.753 ms
64 bytes from 74.125.227.18: icmp_seq=2847 ttl=49 time=176.560 ms
64 bytes from 74.125.227.18: icmp_seq=2847 ttl=49 time=177.204 ms (DUP!)
64 bytes from 74.125.227.18: icmp_seq=2848 ttl=49 time=70.952 ms
64 bytes from 74.125.227.18: icmp_seq=2849 ttl=49 time=68.949 ms
64 bytes from 74.125.227.18: icmp_seq=2850 ttl=49 time=85.300 ms
64 bytes from 74.125.227.18: icmp_seq=2851 ttl=49 time=88.319 ms
Request timeout for icmp_seq 2852
Request timeout for icmp_seq 2853
Request timeout for icmp_seq 2854
Request timeout for icmp_seq 2855

Das ist massiv frustrierend. Da hat mein einen langen Artikel geschrieben und kann ihn nicht veröffentlichen. Man kann keine Videos uploaden, keine Bilder integrieren, alles geht nur im Schneckentempo, wenn überhaupt…

Kanab Canyon

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Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang habe ich mich endlich von meinem „Mittagsschläfchen“ erholt, als sich der Hunger meldet. Ich habe Appetit auf einen richtig schlabbrigen Burger, so wie daheim bei McDonalds. Rettung ist in Sicht, ein der „Mäc“ ist nur ein paar hundert Meter entfernt. Die fahre ich natürlich mit dem Auto – „It’s cold outside“

Das Big Mac Menü in normaler Grüße kostet etwa 10$ und schmeckt wie daheim, nur dass es hier Dr. Pepper gibt 🙂

Gleich nebenan ist eine Tankstelle. Zwar hat der Tahoe noch Sprit für etwa 300 Kilometer, aber besser ist besser. Hier in Utah kann ich auch wieder problemlos mit meiner deutschen Kreditkarte tanken. Einfach „Pay Outside“ wählen, Karten rein und wieder raus – „Remove Nozzle and begin fueling“ – ist ganz einfach – ach ja – die Sorte muss man noch wählen. Der Tahoe läuft auch mit Bananensaft – 85 Oktan sind für ihn ok – fast ein Diesel…

Als die Zapfpistole „Klack“ macht, ist der Tahoe voll, wirklich richtig randvoll, so voll, dass schon mal wieder Sprit heraustropft. Es ist nicht viel, aber immerhin. Ich fahre schnell los um ein wenig Sprit zu verbrauchen, damit noch noch mehr rausläuft. Wer weiß wie warm oder kalt der Sprit ist, ist er kalt, dehnt er sich im Tank aus und dann läuft noch mehr über. Um einen halben Liter zu verbrauchen muss man mit dem Tahoe nicht weit fahren. Doch mich verschlägt es zur Moqui Cave. Sie ist natürlich geschlossen, es ist ja auch schon fast dunkel. Aber nett ist es hier trotzdem, ich war lange nicht mehr hier und hatte fast vergessen, dass es hier auch abseits der große Attraktionen wie „The Wave & Co“ viel schöne Landschaft zu entdecken gibt.

Ein paar Fotos sind mit der kleinen P7000 schnell gemacht. Ich habe mich schon fast daran gewöhnt, dass ich die kleinen Plastikkappen vor dem Objektiv mit den Fingerspritzen aufschieben muss…

Nach der kleinen Fotosession schaue ich mich noch ein wenig im Kanab Canyon um. Hier gibt es eine nette Ranch in der man sich einmieten kann. Die haben hier viele Tiere und ich denke man könnte hier auch einen schönen Urlaub mit vielen Tagen im Sattel buchen. Nach etwa 2 Kilometern beginnt ein Dirt-Road. Aber sie ist gut in Schuss und ich schaue mal was ich im letzten Licht der blauen Stunde noch so finde.

Und tatsächlich, da ist noch was 🙂

Morgen geht es dann wieder ganz früh los zur Ranger-Station. Mein zweiter Versuch bei der „großen Lotterie“. Egal was ist, danach werde ich mal versuchen zu den Coyote Buttes South zu kommen. Einen Permit habe ich ja schon heute gekauft. Dann muss ich ggf. morgen nicht so lange warten und kann gleich los.

So sehen die Permits hier aus – sie haben DREI Teile! Der untere Abschnitt verbleibt in der Ranger-Station. So wissen sie genau wer mit einem Permit unterwegs ist. Einer der beiden anderen Abschnitte kommt auf das Armaturenbrett und der dritte an den Rucksack. So kann man von weit weg mit einem Fernglas sehen, ob der Wanderer einen Permit hat oder nicht. Die Ranger sind hier ganz pfiffig und ich denke sie wissen warum sie den ganzen Aufwand betreiben.

Death Valley Reloaded

Der Wecker klingelt um 5h am Morgen. Eigentlich hatte ich ihn gestellt, weil ich zum Sonnenaufgang am Dante’s View ein Foto zum Sonnenaufgang über dem Bad Water Basin machen wollte. Die Nacht war bitterkalt und ich habe die ganze Zeit gefroren. Immer wenn die ratternde Heizung ansprang war ich wieder wach.  Das geht hier echt gar nicht, warum haben die hier keine „normalen“ Heizungen? Diese ratternden Klimaanlagen sind echt die Hölle. Wie dem auch sei, als der Wecker läutet, stehe ich auf und schaue aus dem Fenster. Man sieht nicht viel, aber es sieht auch nicht gut aus. Ich bin hundemüde und gehe einfach wieder ins Bett. Wahrscheinlich ist da fotografisch eh nichts zu holen.

Als ich dann schließlich wirklich aufstehe, ist es kurz nach 7h. Schnell duschen, anziehen, es ist wirklich kalt hier. Um 7h30 die kurze Überlegung ob ich in Ruhe Frühstücken soll, aber es hält mich dann doch nichts. Ich bin rastlos und will einfach los. Im Kofferraum liegen jede Menge Getränke, ich habe ein Baguette und eine Dose Philadelphia-Käse mit Zwiebeln und Schnittlauch – das sollte ausreichen. Ein paar Äpfel und Orangen habe ich auch noch dabei, also los!

Eine weile später bin ich am Kiosk-System an dem man sich für den Eintritt in den Park registrieren muss. Vor drei Wochen war ich hier schon einmal. Diesmal versuche ich es mit meinem tollen Annual National Park Pass. Das klappt natürlich überhaupt nicht. Ich hasse diese Maschinen! Mehrmals schiebe ich meine Karte ein, hin her, hin her, rein, raus, nichts passiert. Nach eine paar Minuten ziehe ich weiter, ohne den Zettel auf dem Armaturenbrett.

Kurz danach geht es links ab zu Dante’s View. Was dort steht ist eigentlich schon fast keine Überraschung mehr – ROAD CLOSED. OK, gestern war ein heftiger Sturm, heute könnte die Straße vielleicht wieder befahrbar sein. Ich fahre um die Absperrung herum. Die Laune ich gut, das Wetter auch, die Temperatur ist von 7°C bei der Abfahrt schon auf 9°C gestiegen. Am Vortag habe ich es noch geschafft, den krassen Chevrolet auf metrische Einheiten umzustellen. Nun muss ich nicht mehr von Fahrenheit nach Celsius umrechnen, sehr praktisch!

Ein paar Kilometer weiter ist der Traum vom Dante’s View dann auch schon wieder ausgeträumt – ROAD CLOSED – nur gut, dass ich nicht um 5h aufgestanden bin. Ich kehre um und fahre in Richtung Furnace Creek Resort. Dort angekommen geht es links hinein in das weite Tal, dass ich eigentlich im Morgenlicht fotografieren wollte.

Ich fahre kreuz und quer durch das Tal und schaue mir an was es dort so gibt. Beim Abzweig zum Trail-Canyon mache ich einen ersten Off-Road-Test mit dem schweren großen Chevrolet Tahoe. Er schläft sich gut, aber die Straße ist ein besserer Feldweg der mit losen Kieselsteinen gepflastert ist. Das macht alles keinen Spaß. Also schnell ein paar Fotos und zurück.

Die Umrundung des Tals dauert mehrere Stunden. Die westliche Seite ist nur über eine Schotterpiste zu befahren. Erst am südlichen Zipfel kommt man wieder auf eine asphaltierte Straße die mich dann an der östlichen (rechten) Seite wieder nach Norden (oben) bringt. Kurz bevor ich wieder in Furnace Creek bin mache ich noch einen kleinen Abstecher zum Artist’s Drive – hier sehen die Berge ein wenig aus die Farben auf der Palette eines Malers.

Es geht weiter in Richtung Stovepipe Wells. Dort gibt es eine Tankstelle und etwas zu essen. Ich habe bislang nur zwei kleine Flaschen Dr. Pepper und zwei Flaschen Mineralwasser intus. Essen wäre nicht schlecht! Als ich dort ankomme, sind die Zapfsäulen ausgefallen, ich kann aber drinnen zahlen. Es gibt Sprit, nur die Kartenleser sind defekt. Ich zahle 30$ in Bar und im Voraus. Alles in der Hoffnung, dass auch Sprit für 30 Liter hinein passt in das weiße Ungetüm. Es passt, was auch sonst! Es würde sogar noch mehr hineinpassen, das Ding schluckt 13,9 Liter auf 100 Kilometern!

Es geht ein Stück zurück und dann über Scotty’s Road in Richtung Scotty’s Castle. Diese Straße kenne ich auch schon. Heute ist sie aber anders, heute sehe ich wie am Horizont ein krasser Sturm aufzieht. Ein paar Minuten später klatschen riesige Regentropfen auf das Auto, das habe ich noch nicht erlebt. Aber es hat auch was gutes, die salzig braunen Krusten die seit den Pfützen am Badwater Basin überall am Auto kleben werden abgewaschen!

Als ich am Ubehebe-Krater eintreffe, ist das Auto wieder relativ sauber. Aber das soll nicht lange so bleiben… Es geht rechts ab zum Racetrack, noch 27 Meilen Off-Road-Strecke, dann bin ich endlich am berühmten Race-Track. Ein trockener Strand an dem sich Steine wie von Geisterhand geschoben Millimeterweise fortbewegen. Einige Millimeter pro Jahr – was für ein Rennen 🙂

Als ich dort ankomme steht die Sonne schon so tief, dass es eigentlich perfekt für tolle Fotos wäre. Aber ich kenne die Location nicht und muss leider feststellen, dass der Berg an der westlichen Seite (links) so viel Schatten wirft, dass fast der gesamte Race-Track-Playa bereits im Schatten liegt. So kann man die „Bremsspuren“ der Steine gar nicht sehen, denn das Licht kann sie nicht „modellieren“ – ohne ihre Schatten sind sie praktisch unsichtbar. Auch finde ich kaum große Steine. Das was da herumliegt wiegt vielleicht ein Kilogramm, wenn überhaupt. Von den Fotos die ich kenne dachte ich, dass es wirklich große Felsbrocken sind die sich hier weiter bewegen. Falsch gedacht! Ok, nachdem ich eine Weile auf der echt großen topfebenen Tiefebene herumgelaufen bin, find ich auch ein paar etwas größere Felsbrocken. Aber mir wird klar, dass die Größe auf den Fotos durch die verwendeten Weitwinkelobjektive entstanden ist. Also mehr ein Trick der Fotografen, damit die Bilder auch wirklich cool aussehen. Meine Fotos dieser Steine sind uncool – ich bin einfach 60 Minuten zu spät – MIST!

Ganz im Süden (unten) sehe ich ein Auto. Auf der Karte die ich bei mir habe ist eine Passstraße hinüber zum Highway 190 eingezeichnet. Damit könnte ich viel Zeit sparen. Auf der Karte die ich habe steht aber, dass dieser Pass im Winter ggf. geschlossen ist. Nach den Erfahrungen der letzten Woche glaube ich das nur zu gern. Als ich dort ankomme, steht dort ein geländegängiger kleiner LKW mit einer Art Wohnwagen auf der Ladefläche. Davor zwei Stühle und ein wirklich nettes Paar das gerade Fotos macht. Ich halte mal an, der Himmel ist grandios! Wir schießen ein Foto nach dem anderen und unterhalten uns über Fotografie.

Als das Spektakel vorüber ist, bekomme ich noch eine E-Mail-Adresse. So kann ich den beiden Baldwins aus Bishop in California meine „Beute“ des gemeinsamen Abends zugänglich machen. Das Internet ist doch sowas von praktisch 🙂

Danach geht es zurück. Vor mit liegen 27 Meilen Buckelpiste und noch eine wirklich lange Straße bis zum Hotel. Später kann ich bei der Track-Auswertung sehen, dass ich noch 192 Kilometer fahren muss – oh je…

Es ist inzwischen stockfinster als mir ein Fahrzeug entgegen kommt. Ich bin seit fast einer Stunde allein auf den Straßen von Death Valley und vergesse fast das Fernlicht abzublenden. Als das Auto kurz vor mir ist sehe ich blaue und rote Warnlichter aufleuchten. Mist Polizei! War ich zu schnell? Suchen die jemanden, gibt das jetzt Stress? Wo ist der Mietvertrag für das Auto, haben ich meinen Führerschein dabei… Ich trete voll in die Bremse und fahre auf den geschotterten Streifen neben der Fahrbahn. Anhalten Radio aus, Motoraus, warten. Das Polizei-Fahrzeug macht aber keine Kehrtwende wie sonst üblich. Statt dessen rollt es Rückwärts auf meine Höhe, was ist denn das? Mit großer Erleichterung stelle ich fest, dass es ein Ranger ist! Er erklärt mir, dass es eine Sturzflut (Flash-Flood) gegeben hat und dass weiter vorn jede Menge Geröll auf der Straße liegt und dass er es noch nicht komplett beseitigen konnte. Ich soll vorsichtig sein.

Ich wußte es, die Amerikaner sind doch die nettesten Menschen der Welt!

Als ich um Hotel eintreffe bin ich ziemlich am Ende. Aber die Fotos muss ich doch noch anschauen. Und da ist die Überraschung groß, man sehen die cool aus! Gewitter und Stürme haben hier ihren ganz eigenen Charakter.

Um Mitternacht bin ich dann allein in der Lobby des völlig stillen fast 100 Jahre alten Hotels. Der offene Kamin glimmt noch und es riecht so alt und muffig wie am Tag zuvor. Dann sind da noch drei junge Amerikaner. Ein Typ und zwei Mädels. Sie wundern sich, dass ich hier nachts mit meinem Mac ganz allein sitze und etwas schreibe. Sie wollen wissen, ob ich noch arbeiten muss. Nein muss ich nicht, ich schreibe nur meine täglichen BLOG. Für die Familie und die Freunde. So sind sie informiert und Sohneman, Mama und Freundin müssen sich keine Sorgen machen – alles ist gut.

Wohin ich als nächstes will möchten sie wissen. Ja wohin? Mit den Baldwins habe ich das vorhin auch diskutiert. Ich denke es wird morgen in Richtung Page gehen. Ich werde mal versuchen einen Permit für die Wave zu ergattern. Vielleicht klappt es ja. Ab Morgen haben wir wieder abnehmenden Vollmond. The Wave im Mondlicht, das wäre doch mal was! Die Mädels kennen die Wave nicht! Ich zeige ihnen kurz den Banner meines BLOGs. Sie sind erstaunt. Ja so ist das. Da wissen viele Menschen aus Korea, Japan, Frankreich oder Deutschland ganz genau wo welche coolen Fotolocations sind, die selbst die Menschen die hier leben gar nicht kennen. 🙂

So, nun hänge ich noch schnell ein paar Fotos des Tages an und dann geht es ab ins Bett. Leider ist die Internet-Anbindung hier wirklich langsam….

Hier mein persönliches „Bild des Tages“:

Videos, weitere Bilder, die Track-Auswertung – das gibt es alles wenn ich wacher bin und die Internet-Anbindung schneller ist – ok?

Frustrating Day

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Die Nacht war ruhiger als befürchtet. Spät am Abend hatten meine multiple Nachfragen dann doch Erfolg. Der Mitarbeiter an der Rezeption im Comfort Inn begleitet mich die paar Meter und ich kann ihm die defekte Tür des Nebeneingangs zeigen. „Oh yeah, I’ll fix it!!“ Zwei Stunden später hat er dann den Türschließer so eingestellt, dass die Tür praktisch gar nicht mehr schließt. Aber sie kracht auch nicht mehr mit einem gewaltigen Rumms gegen die Wand. Prima, nun haben wir nur noch den Straßenlärm. Heute Morgen bin ich dann ganz gut ausgeruht, Sandra leider nicht wirklich. Ich denke sie freut sich auf ihr Bett daheim, endlich mal wieder in Ruhe schlafen!

Um 9h beginnen wir unsere Sachen zusammen zu packen. Dann geht es kurz rüber zu Denny’s um 10h30 checken wir aus. Ja, und was jetzt? Ich bin ein wenig ratlos. Sandras Flieger geht erst abends um 18h35 ab Mac Carran International. Wir fahren einfach mal in Richtung Hoover Damm, vielleicht können wir da ja noch ein paar schöne Fotos machen. Es sind laut Navigationssystem 42 Kilometer. Als wir nach etwa 30 Kilometern in Boulder City eintreffen ist vor dem Ort ein gewaltiger Stau. Nach etwa 30 Minuten sind wir am Abzweig den wir laut Navi nehmen sollten. Aber da kriechen alle lang und da geht eigentlich gar nichts. Also werden wir einen gezielten Blick auf das Navi, wir können auch durch Boulder hindurchfahren und dann später auf den Highway zurück. Alles kein Problem, also los. Am Ortsausgang können wir dann den Lake Mead schon sehen und den langen Stau der sich bis zum Hoover Dam leider auch… Eigentlich geht da unten gar nichts, der Stau erscheint uns schier endlos. Wir schauen uns tief in die Augen, dann wende ich das Auto.

In Boulder finden wir ein kleines Café, dort gibt es für jeden einen großen Becher frisch gebrühten heißen Kaffee. Das tut gut, aber die Stimmung ist ziemlich im Keller. Das Wetter ist fies, draußen stürmt es und es ist kalt. Ich weiß immer noch nicht was ich die nächsten Tage unternehmen soll und Sandra ist frustriert, weil sie allein nach Hause fliegen muss. Als der Kaffee dann leer ist geht es wieder zurück in Richtung Las Vegas. Zwischendurch verpasse ich wieder einmal grandios eine Ausfahrt, trotz Navigationssystem! Die Ausfahren sind hier irgendwie anders als bei uns in Deutschland. Hier sind die Straßen oft 5 oder 6-spurig. Zwei Spuren biegen nach Osten ab, zwei nach Western, in der Mitte geht es geradeaus weiter – leider ist das nicht immer so. Ist man gerade ganz links und stellt dann fest, dass man eigentlich auf eine der rechten Spuren müsste, hat man oft ein Problem. Hier in den USA darf man links und rechts überholen wie man will. Gerade das ist für mich hier oft ein Problem. Grundsätzlich ist es ja ok, dass man Schleicher rechts überholen kann, aber wenn ich der Schleicher bin, dann ist es hochgradig verunsichernd wenn man über vier oder fünf Fahrspuren hinweg wechseln soll und da rechts lauter Autos und LKWs an einem vorbeiflitzen.

Im Zweifel bleibe ich dann lieber auf der Spur auf der ich bin und wende an der nächsten Ausfahrt. So auch heute mal wieder, anders wäre es ja auch langweilig 🙂

Als wir am Flughafen ankommen ist es noch viel zu früh, nicht einmal 14h. Sandra hat am Vorabend beim Roulette 20$ auf Schwarz gesetzt und auch prompt verloren, das war ihr letztes Bargeld. Im Café habe ich ihr 5$ gegeben, mehr wollte sie nicht. Nun hat sie noch fast 5 Stunden bis der Flieger abhebt und sie hat nur 5$ in der Tasche. Als wir dann vor dem Terminal in der Pick-Up-Zone stehen, also da wo man nur kurz zum Ein- und Aussteigen halten darf, erscheint mir Sandra zutiefst gefrustet. „Und ich dachte Du kommst noch mit hinein?“ Man sollte mehr mit einander sprechen, ich kann da nicht mit hineinkommen, auch wenn ich es wirklich gern würde. Es gibt noch einen Abschiedskuss und dann muss ich auch schon wieder los.

Im Rückspiegel sehe ich Sandra noch mit ihrem Gepäck im Terminal verschwinden. Wie es für sie jetzt wohl alles werden wir? Während ich so dahin grüble nehme ich wieder den falschen Weg. Statt links herum direkt zur Ausfahrt fahre ich zum Terminal 1 – da wo die „Domestic Flights“ starten. Dort ist auf vier Fahrstreifen die Hölle los. Leute steigen ein und aus, überall Fußgänger, es geht da eigentlich gar nichts. Aber irgendwann ist auch das geschafft.

Mein Weg führt mich quer durch Las Vegas in Richtung Osten. Beim Casino „New York New York“ biege ich links auf den „Strip“ ab. Ich will nach Süden bis zum Highway 160 und dann in Richtung Death Valley fahren. Beim Kaffee haben wir noch kurz darüber gesprochen. In Death Valley regnet es eigentlich fast nie, warum nicht die beiden nächsten „Regentage“ dort ohne Regen verbringen? Kurz bevor ich zum Highway 160 komme sehe ich auf der rechten Seite FRY’s – einen gewaltigen Techniksupermarkt – etwa doppelt so groß wie das was wir so als MediaMarkt kennen. Also rechts auf den Parkplatz. Doch ich bin wieder eine Auffahrt zu früh und muss über den ganzen riesigen Parkplatz, alle 20 Meter ist dort eine hübsch gelb gestrichene Bodenwelle. In eine langen Schlange schaukeln wir zu FRY’s. Plötzlich habe ich eine junge Frau mit gewaltigem Hinterteil direkt vor meinem Auto, wo kommt die denn her? Und wie sieht die denn aus? Während ich ungläubig auf ihren dicken Hintern starre, scheint sie meine Gedanken zu lesen und zeigt mir prompt den längsten Finger ihrer rechten Hand. Nicht alle Amerikaner sind immer nur freundlich!

Im FRY’s finde ich dann nicht wirklich etwas, ich bin irgendwie auch viel zu gefrustet von unserem dann doch so schnellen Abschied.

Ich finde eine 256GB SSD im externen Gehäuse mit USB 3.0 für 576$, die interne Version kostet genau so viel. Aber das kann ich auch in Deutschland kaufen. Dann ist da noch ein kleine 2,5″ Festplatte mit 1,5TB für 179$ – mit USB 3.0 und Firewire 800 – ach egal… Bei den Kameras kommt vielleicht die Nikon D7000 in Frage, aber warum? Ich habe die D300, die D2x und die P7000 dabei – ach ja – die F80 auch noch. Also verlasse ich den Laden und kaufe einfach gar nichts.

Etwa eine Stunde später bin ich dann in Pahrump – so wie vor fast genau drei Wochen. Im gleichen Supermarkt gehe ich ein wenig Einkaufen. Es gibt 24 kleine Flaschen Wasser, 8 Flachen Doctor Pepper, Kekse, Kräcker, Chips, Obst, was man so braucht. Bier habe ich natürlich vergessen, das bemerke ich aber erst an der Kasse, ach egal – ist sowieso ein blöder Tag und ich habe noch drei Corona im Kofferraum.

In der Schreibwarenecke kaufe ich mir noch zwei schöne große beschichtete weiße Pappkartons. Eigentlich sind sie zum Malen da! Aber ich werde sie später im Hotel verwenden um Staub-Referenzfotos mit der D2x und der D300 zu machen. Diese Dateien mit der Endung *.NDF kopiert man eigenfach zu den Bildern die man mit den gleichen „Staubkörnern“ gemacht hat. Öffnet man dann die RAW-Bilder mit Nikon Capture, so erkennt das Programm diese NDF-Referenzdatei und retuschiert den Staub automatisch weg. Kein schlechtes Feature! Nur hatte ich die ganzen Tage nirgendwo eine ebenmäßige weiße Fläche die man für das Staubreferenzbild benötigt. Nun habe ich sie und sie hat nur 1,99$ gekostet!

An der Kasse werde ich wieder mal gefragt ob ich eine Kundenkarte habe. Habe ich nicht, ich komme aus Deutschland und bin hier nur auf der Durchreise. Die Verkäuferin ist toll, sie zückt ihre Karte und ich spare etliche Dollar. Die Mehrzahl der Menschen hier ist doch supernett!

Es geht weiter in Richtung Death Valley. Bei der Death Valley Junction gibt es das Amargosa Hotel. Ein uraltes Gebäude, das seit vielen Jahren mit dem Verfall kämpft. Aber es liegt recht günstig und via Internet habe ich gesehen, dass es dort Zimmer für etwa 70$ gibt. Bedenkt man, dass die erste Nacht direkt um die Ecke im Furnace Creek Resort 340$ plus Steuer ohne Internet und Frühstück gekostet hat, ist das fast ein Schnäppchen!

Als ich dort ankomme ist noch ein Zimmer mit zwei großen Betten für zwei Tage frei. Das Zimmer hat sogar eine Dusche und kostet 75$ pro Nacht plus Steuern. Ich willige ein. Es ist ein witziger Check-In. Der Chef hat eine Weile in Bitburg gelebt. „Bitte ein Bit“ – „Over there you can get a Frühstück tomorrow in the morning.“ Spontan fühle ich mich an den witzigen Sprachmix bei Jo und Caro auf Teneriffa erinnert.

Das Zimmer ist dann eher ernüchternd. Ok, aber ich muss hier nur schlafen. Dafür ist die Lobby ganz nett und gegen eine Spende von 15$ bekomme ich das Kennwort für das WLAN. Es ist nicht schnell, aber ich kann für Familie und Freunde meinen BLOG weiterführen. Also Leute, dieser Artikel kostet 7,50$ 🙂

Bei meinem kleinen Rundgang durch die Lobby habe ich eben gelernt, dass dieses Hotel wirklich schon uralt ist und zu Zeiten gebaut wurde, als hier im Death Valley noch Borax abgebaut wurde. Es blickt auf eine sehr bewegte Vergangenheit zurück! Im Jahr 1967 hatte dann die Künstlerin Marta Becket hier eine Reifenpanne. Aus diesem unfreiwilligen Stop wurde eine viele Jahre währende Liebesbeziehung mit diesem Fleckchen Erde. Martha Becket hat hier gleich nebenan ein kleines Opernhaus gegründet und viele Jahre lang ein wenig Kunst an den trockensten und lebensfeindlichsten Ort der USA gebracht. Vor diesem Hintergund ist auch der Zustand der Zimmer ok 🙂

Hier gibt es weitere Informationen zu diesem ganz witzigen Örtchen:

http://en.wikipedia.org/wiki/Marta_Becket