Es ist Sonntag, das Wochenende war sommerlich warum und Sandra und ich sind wirklich schöne Strecken mit den Motorrädern kreuz und quer durch die Eifel gefahren. Doch nun heißt es Wäsche waschen, Koffer packen und wieder aufbrechen. Sandra ist schon Mittags zur Abreise bereit. Um 13h geht es los nach Hause. Ihr Pferd wartet und es gibt noch so viel zu tun!
Ich selbst habe auch noch so vieles zu erledigen. Ein Brief an das Finanzamt und was noch alles… Um kurz nach 16h bin ich dann endlich startklar. Ich sitze in meiner Dieselrakete und starte den Bi-Turbo. Die Kolben des großen Selbstzünders klappern um die Wette und im Display steht schon wieder einmal „Fehler im Abgassystem“ – ja hört das denn nie auf? Wie oft haben die jetzt den Fehlerspeicher schon ausgelesen und zurück gesetzt? Danach der zweite Piepser „Einparkhilfe Defekt“ – mein Peugeot hat doch erst 95.000 Kilometer gelaufen und nun beginnen schon wieder die vielen kleinen fiesen Fehler? Ich ignoriere alle Meldungen, er war je erst vor ein paar Tagen in der Werkstadt und beim TÜV. Knapp 1.000 Euro hat das gekostet und den „Fehler im Abgassystem“ haben sie angeblich repariert…
Auf der Autobahn gibt es dann neugierige Blicke rüber zu den anderen Autos. Eine ganze Weile konnte ich mich ja schon daran freuen, dass dieses Auto völlig unauffällig seine Dienste versah, aber ist nun ein neues Auto fällig? Mit seinem Vorgänger ging es auch eine Weile gut und dann war er nur noch in der Werkstatt. Der Citroen davor hatte von Anfang an seine Probleme. Über die Jahre habe ich eine Allergie gegenüber Autos entwickelt die immer wieder ein Zipperlein haben und dann von ratlosen Monteuren für viel Geld nicht so repariert werden können wie man es beim Anblick der Rechnungen eigentlich erwarten könnte. Brauche ich ein neues Auto? Hm, ich schalte den Tempomaten ein und gleite mit 140 km/h dahin. Lange geht das nicht gut, vielleicht 1000 Meter weit, dann zieht ein Sonntagsfahrer mit 80 km/h auf die Überholspur – ich bremse – der Tempomat schaltet sich ab – gut so! Als sich der Opa vor dem überholten LKW einfädelt drücke ich das Knöpfchen am Tempomaten um ihn wieder zu aktivieren. Doch es passiert einfach nichts. Ich drücke erneut, wieder nichts, im Display blinkt [ —— km/h ] Was hat er jetzt schon wieder? Tempomat aus, an, aus an, drücken, Reset, an, aus, nix – ahhhh Brauche ich eine neues Auto?? Nach ein paar Kilometern versuche ich es erneut, und siehe da, es klappt perfekt – bis zum nächsten Sonntagsfahrer – bremsen und das war es dann wieder. Ein paar Minuten später klappt es wieder, dann wieder nicht mehr… Was ist denn da wieder los? Ob ich irgendwann doch einen VW fahren muss, weil da einfach alles so funktioniert wie es soll?
Hey Leute – welches Auto fahrt Ihr eigentlich und was nervt Euch da am meisten? Gibt es überhaupt ein Auto über das man sich NICHT ständig ärgern muss? Stimmt es, dass deutsche Autos grundsätzlich besser funktionieren als Autos aus Frankreich? Hier würde mich Eure Meinung wirklich mal interessieren!
Wie dem auch sei, ich komme nach vielen nervtötendem Staus in den späten Abendstunden in Stuttgart Möhringen am Hotel Gloria an. Ich bin trotz allem noch einer der Ersten und bekomme eines der renovierten Zimmer!! An der Rezeption erfahre ich auch, dass einige Kollegen schon da sind und ein paar Meter die Straße hinauf im „Olivenbaum“ auf mich warten. Ein komischer Name für ein Restaurant denke ich noch und dann kommt mir auf der Straße auch schon Roland entgegen! Der Olivenbaum ist wirklich nicht weit weg. Tobias und Hauke sind schon da, Tobias hat dicke weiße Bohnen in Tomatensauce auf dem Teller – das sieht gut aus! Ich ordere das auch – und es ist lecker! Aber, es ist eine Vorspeise! Ich bin eigentlich schon satt, aber egal eine Portion Chevapchichi passt immer noch hinein! Der Abend wird noch lustig, nach und nach trudeln weitere Kollegen ein.
Am Montag geht es nach einem ganz guten Frühstück dann mit der Straßenbahn zum Seminar in Stuttgart Vaihingen. Ein Ticket zu ziehen ist gar nicht so einfach! Auf dem Plan am Automaten muss man schauen bis wohin man fahren möchte. Vaihingen hat die Nummer 230 – das tippt man dann ein. Danach drückt man noch die 1 – keine Ahnung warum, vielleicht weil man EIN Ticket kaufen möchte? Egal, für zwei Euro druckt der Automat ein Ticket! Die Straßenbahn erstaunt uns alle, sie ist UNGLAUBLICH SAUBER! Wir sind im Land der Schwaben! Während viele Amerikaner denken, Deutschland bestünde aus „Bayern und Sachsen“ denken viele Deutsche, dass es nur den „Westen“ und „Dunkeldeutschland“ gibt. Mir wird an diesem Tag klar, dass ich im Baden Württemberg bin und dass dies das Land der Perfektionisten von Mercedes und Porsche ist. Und genauso sieht es hier aus! Alles ist hübsch sauber, keine Obdachlosen auf dem Bahnsteig, keine zerkratzten Scheiben, keine fiesen Graffitis, diese Straßenbahn ist geradezu klinisch rein! So muss es in der Kantine bei Mercedes aussehen… Und das beste, die Leute sind freundlich! Ok, sie sprechen komisch, aber sie können eben alles – außer Hochdeutsch…

Das Seminar ist lang und anstrengend, ein Vortrag reiht sich an den anderen aber die Mittagspause in der Kantine sorgt für ein wenig Abwechslung. Als wir abends mit allen Vorträgen durch sind, geht es zurück zum Bahnhof. Die Straßenbahn kommt noch bevor ich den richtigen Code für das Ticket ermitteln kann, ich steige ohne Ticket ein und bin dann überrascht, dass es in diesen Zügen keine Fahrkartenautomaten gibt. Das im Bonner „Telekom-Express“ anders. So schmierig er auch ist, ein Ticket bekommt man da! Ist hier doch nicht alles perfekt? Wie dem auch sei, mein schlechtes Gewissen ist grenzenlos und ich muss daran denken, dass wir am Wochenende in der Polizeikontrolle unser blödes Reifengutachten nicht dabei hatten. Als wir in Möhringen ankommen bin ich wirklich froh, dass mir eine überaus peinliche Kontrolle der Fahrkarte erspart geblieben ist…

Das großartige Dessert – und ein farblich perfekt abgestimmter Fabian!

Im Hotel geht es gleich in den kleinen netten Biergarten. Ein paar Gläser Bier und ein Abendessen später bin ich dann in meinem Zimmer. Es gibt eine Flasche Wasser – gratis. Das Essen war so gut gewürzt, da ist Wasser nicht verkehrt. Ich lasse die halb volle Flasche neben meinem Bett stehen und schalte das Licht aus. Die Nacht ist stickig und unruhig. Irgendwann drehe ich mich um und erwische mit der Hand die Flasche. Was für eine Getöse, nun sind sicher alle wach. Und der Teppich steht auch unter Wasser… Ich bin viel zu verschlafen und schaffe es nur die Flasche wieder aufzurichten, es ist nichts passiert – hoffentlich…
Am nächsten Morgen ist der Teppich unter den nackten Füßen dann doch unangenehm feucht… Unter der Dusche ist das schnell vergessen…
Frühstück, Straßenbahn, Vorträge, Kantine, Vorträge, Straßenbahn, Bier, Abendessen, Ramazotti, Ramazotti, Ramazotti, Ramazotti, Wasser, rumms alles wieder nass – täglich grüßt das Murmeltier (Groundhog Day)…
Am Mittwoch dann der letzte Tag! Zusammen mit Fabian geht es im Auto durch die verstopften Straßen von Stuttgart. Fehler im Abgassystem, Einparkhilfe defekt – wieder ein „Groundhog Day“…
Nachmittags sind dann alle froh als wir es geschafft haben. Es geht zusammen mit Fabian nach Mainz. Wir wollen schlau sein und die vielen langen ewigen Baustellen umfahren. Also soll es über Heilbronn und die A6 nach Mainz gehen. Das Navi in meiner Dieselrakete funktioniert, kurz vor Heilbronn empfiehlt es eine Stauumfahrung. Wir geben nach und quälen uns hinter einem LKW im Schritttempo bei hochsommerlichen Temperaturen durch eine eigentlich sehr schöne Landschaft. Immer wenn wir die Autobahn sehen können fließt dort alles prima. Ob die Navigon-Programmierer auch mal ein Entwicklerseminar brauchen? Als wir endlich wieder auf der Autobahn sind, dann ein herrlicher Stau, er wird sogar im Radio angesagt als wir schon mitten drin stehen. Fehler im Abgassystem… Während Fabian mit der Müdigkeit kämpft und immer wieder bedrohlich nach vorn nickt, quäle ich mich von einem Stau in den nächsten. Irgendwas läuft falsch, wir haben die Baustellen auf der A8 gegen eine endlose Baustelle auf der A6 getauscht… Als wir in Mainz ankommen setze ich Fabian daheim ab und fahre erst einmal in die Waschanlage in der Nähe. Mein Auto ist voller Blütenstaub und eine Familie offensichtlich ausgewachsener Vögel hat das Dach meines Autos drei Tage lang als Toilette missverstanden. Gut, dass es kein Cabrio ist…
Im Appartement angekommen gibt es eine 5-Minuten Terrine – Spaghetti Bolognese – das Beraterleben kann so schön sein…
Danach dann an den Mac und mal schauen was die USA-Dias noch so hergeben, die seit langem drauf warten in ein Magazin einsortiert zu werden.
Und siehe da, ich finde sogar etwas 🙂

Fuji Velvia 50 & Nikon Coolscan V ED – was für eine tolle Kombination!


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