Mit der Nikon D7000 am Rhein entlang





Kurz bevor die Peugeot Werkstadt in Mainz Hechtsheim schließt, flitze ich vom Büro rüber zu meinem kleinen Peugeot 207 SW. Beim Starten des Motors vergesse ich wieder die Kupplung zu treten, an eine Automatik gewöhnt man sich wirklich schnell… Beim zweiten Versuch klappt es dann auf Anhieb 🙂 Kurz drauf bin ich bei der Werkstadt. Der Kofferraumdeckel bei meinem 407 Coupé läßt sich nun wieder öffnen, es musste ein Teil des Kabelbaumes ersetzt werden. Am Vorabend habe ich ein wenig gegoogelt, was die Ursache sein könnte und bin auf mehrere Diskussions-Threads gestoßen, innerhalb derer andere Peugeot-Fahrer vom gleichen Problem berichtet haben. Eigentlich ist es ein Konstruktionsfehler, wenn man ein Stück Kabelbaum von der festen Karosserie zum Kofferraumdeckel führen muss. Aber egal, jetzt klappt es wieder und die Reparatur liegt mit 228 Euro noch halbwegs im Rahmen.

Als ich losfahren will meldet sich ersteinmal wieder der Bordcomputer „Einparkhilfe defekt“… ich ignoriere das mit aller Tapferkeit und fahre in Richtung Autobahn. Der Motor ist noch kalt und die Dieselrakete ruckt immer mal wieder „Fehler im Abgassystem“ – irgendwann ist das Abgasrückführungsventil wohl doch noch fällig…

Auf der Autobahn geht dann gar nichts. Im Radio wird durchgesagt, dass bei Mainz Finten Gegenstände auf der Fahrbahn liegen, ich fahre irgendwann entnervt wieder runter in Richtung Innenstadt. Das ist auch nicht viel besser, aber ich schaffe es schließlich auf die andere Rheinseite. Es geht auf der B42 am rechten Ufer des Rheins entlang. Immer wieder sehe ich im krassen Gegenlicht die ein oder andere Burg am gegenüberliegenden Ufer. Dann hält mich nichts mehr, ich fahre an den Straßenrand, krame die neue D7000 aus dem Kofferraum, montiere das AF-S 2.8/70-200 samt B&W Polfilter und schieße einen ganzen Haufen RAW-Bilder diverser Burgen.

Daheim angekommen ist es dann auch schon fast 20h, was für ein Tag!

Beim Kaisers gibt es noch ein letztes Roggenbrot. Fingerdick mit Nutella bestrichen ist das der Hammer schlechthin – sowas von lecker!

Dann kommt die D7000 auf ein Stativ und nun darf sie den Posttower filmen wie er sich langsam vor dem blauen Nachthimmel schlafen legt. Während desssen schaue ich mir meine Beute an. Es ist nicht viel dabei, das Gegenlicht war wirklich fies, die Farben sind flau es gibt kaum Kontraste – es war definitiv kein Fotowetter. Aber in den RAW-Bildern stecken doch noch allerlei Reserven. Was Nikon Capture da noch herausholt ist überaus erstaunlich!

Aber seht selbst – hier ein JPG sowie es die Kamera geliefert hat und gleich danach ein konvertiertes RAW-Bild.

Hier drei der vielen schönen Burgen die man im „Westen“ zu sehen bekommt.

Hier habe ich noch ein HDR, das vorgestern an der Mainzer Theodor-Heuss-Brücke zusammen mit Tobias entstanden ist.

Und nun schaue ich mir mal die Videos an, die ich parallel mit der D7000 während des Sonnenuntergangs aufgenommen habe. 🙂

Kloster Eberbach

Es ist 18h und die „Externen“ haben langsam Hunger. Wie sieht die Abendplanung aus? Wir stimmen uns kurz ab, um 18h30 sitzen wir in meinem Mietwagen, ein Peugeot 207 SW. Es geht in Richtung Kloster Eberbach. Für einige Kollegen ist es noch neu und auf dem Weg durch die Weinberge gibt es heimlich den einen oder anderen staunenden Blick – Deutschland ist schön 🙂 Als wir am Kloster Eberbach eintreffen, steht die Sonne tief, aber es sind noch lässige 22°C. Morgen soll sich das Wetter wenden, es soll erst krass warm und dann schlagartig kalt werden. Also geniessen wir den schönen Sommerabend. Das Essen ist super und die Themen deftig wie das Essen. Man merkt sofort, wenn keine Kolleginnen zugegen sind – Nicoletta Du fehlst…

Als es dunkel wird geht es gut gesättigt mit dem kleinen Peugeot zurück nach Mainz. Was für ein schöner Tag 🙂

Fotoquatsch mit den Bierflaschen der „anderen“ 🙂

Während meine Dieselrakete in der Werkstatt auf einen neuen Kabelbaum wartet, fahre ich mal Peugeot 207 SW – eigentlich kein schlechtes Auto. Er hat Platz, ist komfortabel und braucht laut Bordcomputer etwa 6,5 Liter Super auf 100 Kilometern. Witzig ist, dass er wirklich hagelneu ist. Bei der Abfahrt stand der Tacho bei 163 Km. Irgendwann habe ich den Scheibenwischer betätigt – vielleicht das erste Mal? Der 1.4 Liter Motor ist nicht die Offenbarung wenn es um Beschleunigung geht, aber das Auto fährt damit und wenn man ganz ganz ehrlich ist, braucht man eigentlich auch nicht mehr…

HDR mit der Nikon D7000

Es ist wieder ein langer Tag im Büro. Draußen ist es sonnig warm und nach der Arbeit geht es mit den Kollegen zum Mosch Mosch, einer wirklich guten Japanischen Nudelsuppen-Bar in der Mainzer Innenstadt. Nach der Nudelsuppe gibt es noch ein Eis am Schillerplatz. Danach fällt uns das Laufen nicht mehr so leicht wie noch eine Stunde zuvor. In der Tiefgarage angekommen will Tobias etwas aus dem Kofferraum meiner Dieselrakete holen. Während er die 0 im 407 drückt um den Kofferraum zu öffnen, drücke ich versehentlich zeitgleich auf den Entriegelungsknopf an meiner Fernbedienung. Wir sind nicht schlecht erstaunt, als sich die Klappe danach gar nicht mehr öffnen lässt. So ein Mist, nun muss ich morgen schon wieder mal zur Werkstadt. Wieder mit dem Taxi hin und her fahren, wieder spät im Büro sein, wieder ärgern. Es geht mir langsam auf den Keks, dieses Auto kommt nach 5 Jahren nun langsam aber sicher in die Phase in der die viele kleinen fiesen Probleme beginnen. Aber mal abwarten, vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm…

Nachdem wir eine Weile ratlos vor dem verschlossenen Heck meines Peugeot stehen kommt mir die Idee, wie ich doch noch an den Fotorucksack kommen kann um ein paar HDRs mit der neuen D7000 zu machen. Es geht los zum östlichen Ufer der Theodor-Heuss-Brücke. Dort angekommen klappen wir die Rücksitzbank um und fischen den Fotorucksack samt Stativ aus dem Kofferraum. Es kann los gehen. Tobias und ich wandern ein wenig an der Strandbar entlang und suchen einen geeigneten Punkt für ein paar nette Fotos. Der Abendhimmel sieht ganz schön aus und wir probieren mal aus, was die D7000 so hergibt.

Schnell fällt auf, wenn man sie mit dem Infrarot-Auslöser (ML-L3) bedient, macht sie im Gegensatz zur P7000 tatsächlich eine Belichtungsreihe. Während man bei der P7000 bis zu 5 unterschiedliche Bilder machen kann, sind es bei der D7000 nur 3 Bilder, aber immerhin… Man drückt den Auslöser dreimal nach einander, kurz warten, die D7000 piepst und schon löst sie aus. Für die Wahl des Ausschnittes verwenden wir den praktischen Live-View. Scharfstellen tun wir manuell in der vergrößerten Live-View-Ansicht.

Wir nehmen etliche Bilder mit Blende 11, ISO 100, 3-fach Bracketing und 1.0 EV Schrittweite auf. Irgendwann wechseln wir das neue 16-85 VR gegen mein geliebtes 2.8/17-55, denn dafür habe ich einen 8x Graufilter und einen Polfilter. Als es dann so dunkel ist, dass der Live-View praktisch nichts mehr anzeigen kann, nehmen wir die beiden Filter wieder runter.

Während der Live-View aktiv ist drücke ich mal die Info-Taste und bin ganz überrascht, dass die D7000 dann einen künstlichen Horizont anzeigt. Drückt man nochmals bekommt man ein Gitter zu sehen, drückt man erneut, wird ein 16:9 Ausschnitt für Video-Aufzeichnungen angezeigt – alles wirklich durchdacht und praktisch. Beim Wühlen in den vielen Menüs finde ich dann auch den Menüpunkt für die Feinabstimmung des Autofokussystems. Prima, das geht also auch!!

Später in meinem Appartement zaubere ich an meinem MacBook mit Photomatix Pro 4.0 schnell ein paar kleine HDR-Bilder aus den kleinen JPGs die wir aufgenommen haben. Das geht blitzschnell und die Qualität ist für die fotocommunity & Co. völlig ausreichend.

Hier nun meine ersten drei HDR-Fotos mit der D7000…

Hier zum Vergleich ein konvertiertes RAW-Bild aus der 3-er Belichtungsreihe.

Hier habe ich das gleiche Bild in einer anderen Version. Es ist nicht ganz so krass und das Wasser ist mit einem Bewegungseffekt „glattgebügelt“. Auch habe ich einen anderen Weißabgleich gewählt.

Man sieht hier wieder einmal sehr schön „HDR ist nicht HDR“ – es kommt einfach darauf an, was man mit der HDR Software anstellt. Setzt man sie dezent ein, ist das Ergebnis oft sehr ansprechend. Meist merkt dann niemand, dass es überhaupt ein HDR ist. Macht man es wie Jimi Hendrix einst mit der „Britischen Einstellung“ bei seinen Gitarren-Verstärkern (Die flache Handkante von oben auf die Drehregler legen und dann langsam nach rechts streichen – ggf. wiederholen!!), dann erhält man oft unwirkliche zumeist polarisierende Ergebnisse. Ich persönlich mag das eigentlich ganz gern, eben weil es polarisiert. Derart „krassifizierte“ Fotografien sind ja eher eine besondere Spielart der Bearbeitung. Klar war das Ausgangsmaterial mal eines oder mehrere Fotos, aber was daraus wird wäre im analogen Zeitalter ohne Scanner usw. eben nicht möglich gewesen.

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Entwicklerseminar

Es ist Sonntag, das Wochenende war sommerlich warum und Sandra und ich sind wirklich schöne Strecken mit den Motorrädern kreuz und quer durch die Eifel gefahren. Doch nun heißt es Wäsche waschen, Koffer packen und wieder aufbrechen. Sandra ist schon Mittags zur Abreise bereit. Um 13h geht es los nach Hause. Ihr Pferd wartet und es gibt noch so viel zu tun!

Ich selbst habe auch noch so vieles zu erledigen. Ein Brief an das Finanzamt und was noch alles… Um kurz nach 16h bin ich dann endlich startklar. Ich sitze in meiner Dieselrakete und starte den Bi-Turbo. Die Kolben des großen Selbstzünders klappern um die Wette und im Display steht schon wieder einmal „Fehler im Abgassystem“ – ja hört das denn nie auf? Wie oft haben die jetzt den Fehlerspeicher schon ausgelesen und zurück gesetzt? Danach der zweite Piepser „Einparkhilfe Defekt“ – mein Peugeot hat doch erst 95.000 Kilometer gelaufen und nun beginnen schon wieder die vielen kleinen fiesen Fehler? Ich ignoriere alle Meldungen, er war je erst vor ein paar Tagen in der Werkstadt und beim TÜV. Knapp 1.000 Euro hat das gekostet und den „Fehler im Abgassystem“ haben sie angeblich repariert…

Auf der Autobahn gibt es dann neugierige Blicke rüber zu den anderen Autos. Eine ganze Weile konnte ich mich ja schon daran freuen, dass dieses Auto völlig unauffällig seine Dienste versah, aber ist nun ein neues Auto fällig? Mit seinem Vorgänger ging es auch eine Weile gut und dann war er nur noch in der Werkstatt. Der Citroen davor hatte von Anfang an seine Probleme. Über die Jahre habe ich eine Allergie gegenüber Autos entwickelt die immer wieder ein Zipperlein haben und dann von ratlosen Monteuren für viel Geld nicht so repariert werden können wie man es beim Anblick der Rechnungen eigentlich erwarten könnte. Brauche ich ein neues Auto? Hm, ich schalte den Tempomaten ein und gleite mit 140 km/h dahin. Lange geht das nicht gut, vielleicht 1000 Meter weit, dann zieht ein Sonntagsfahrer mit 80 km/h auf die Überholspur – ich bremse – der Tempomat schaltet sich ab – gut so! Als sich der Opa vor dem überholten LKW einfädelt drücke ich das Knöpfchen am Tempomaten um ihn wieder zu aktivieren. Doch es passiert einfach nichts. Ich drücke erneut, wieder nichts, im Display blinkt [ —— km/h ] Was hat er jetzt schon wieder? Tempomat aus, an, aus an, drücken, Reset, an, aus, nix – ahhhh Brauche ich eine neues Auto?? Nach ein paar Kilometern versuche ich es erneut, und siehe da, es klappt perfekt – bis zum nächsten Sonntagsfahrer – bremsen und das war es dann wieder. Ein paar Minuten später klappt es wieder, dann wieder nicht mehr… Was ist denn da wieder los? Ob ich irgendwann doch einen VW fahren muss, weil da einfach alles so funktioniert wie es soll?

Hey Leute – welches Auto fahrt Ihr eigentlich und was nervt Euch da am meisten? Gibt es überhaupt ein Auto über das man sich NICHT ständig ärgern muss? Stimmt es, dass deutsche Autos grundsätzlich besser funktionieren als Autos aus Frankreich? Hier würde mich Eure Meinung wirklich mal interessieren!

Wie dem auch sei, ich komme nach vielen nervtötendem Staus in den späten Abendstunden in Stuttgart Möhringen am Hotel Gloria an. Ich bin trotz allem noch einer der Ersten und bekomme eines der renovierten Zimmer!! An der Rezeption erfahre ich auch, dass einige Kollegen schon da sind und ein paar Meter die Straße hinauf im „Olivenbaum“ auf mich warten. Ein komischer Name für ein Restaurant denke ich noch und dann kommt mir auf der Straße auch schon Roland entgegen! Der Olivenbaum ist wirklich nicht weit weg. Tobias und Hauke sind schon da, Tobias hat dicke weiße Bohnen in Tomatensauce auf dem Teller – das sieht gut aus! Ich ordere das auch – und es ist lecker! Aber, es ist eine Vorspeise! Ich bin eigentlich schon satt, aber egal eine Portion Chevapchichi passt immer noch hinein! Der Abend wird noch lustig, nach und nach trudeln weitere Kollegen ein.

Am Montag geht es nach einem ganz guten Frühstück dann mit der Straßenbahn zum Seminar in Stuttgart Vaihingen. Ein Ticket zu ziehen ist gar nicht so einfach! Auf dem Plan am Automaten muss man schauen bis wohin man fahren möchte. Vaihingen hat die Nummer 230 – das tippt man dann ein. Danach drückt man noch die 1 – keine Ahnung warum, vielleicht weil man EIN Ticket kaufen möchte? Egal, für zwei Euro druckt der Automat ein Ticket! Die Straßenbahn erstaunt uns alle, sie ist UNGLAUBLICH SAUBER! Wir sind im Land der Schwaben! Während viele Amerikaner denken, Deutschland bestünde aus „Bayern und Sachsen“ denken viele Deutsche, dass es nur den „Westen“ und „Dunkeldeutschland“ gibt. Mir wird an diesem Tag klar, dass ich im Baden Württemberg bin und dass dies das Land der Perfektionisten von Mercedes und Porsche ist. Und genauso sieht es hier aus! Alles ist hübsch sauber, keine Obdachlosen auf dem Bahnsteig, keine zerkratzten Scheiben, keine fiesen Graffitis, diese Straßenbahn ist geradezu klinisch rein! So muss es in der Kantine bei Mercedes aussehen… Und das beste, die Leute sind freundlich! Ok, sie sprechen komisch, aber sie können eben alles – außer Hochdeutsch…

Das Seminar ist lang und anstrengend, ein Vortrag reiht sich an den anderen aber die Mittagspause in der Kantine sorgt für ein wenig Abwechslung. Als wir abends mit allen Vorträgen durch sind, geht es zurück zum Bahnhof. Die Straßenbahn kommt noch bevor ich den richtigen Code für das Ticket ermitteln kann, ich steige ohne Ticket ein und bin dann überrascht, dass es in diesen Zügen keine Fahrkartenautomaten gibt. Das im Bonner „Telekom-Express“ anders. So schmierig er auch ist, ein Ticket bekommt man da! Ist hier doch nicht alles perfekt? Wie dem auch sei, mein schlechtes Gewissen ist grenzenlos und ich muss daran denken, dass wir am Wochenende in der Polizeikontrolle unser blödes Reifengutachten nicht dabei hatten. Als wir in Möhringen ankommen bin ich wirklich froh, dass mir eine überaus peinliche Kontrolle der Fahrkarte erspart geblieben ist…

Das großartige Dessert – und ein farblich perfekt abgestimmter Fabian!

Im Hotel geht es gleich in den kleinen netten Biergarten. Ein paar Gläser Bier und ein Abendessen später bin ich dann in meinem Zimmer. Es gibt eine Flasche Wasser – gratis. Das Essen war so gut gewürzt, da ist Wasser nicht verkehrt. Ich lasse die halb volle Flasche neben meinem Bett stehen und schalte das Licht aus. Die Nacht ist stickig und unruhig. Irgendwann drehe ich mich um und erwische mit der Hand die Flasche. Was für eine Getöse, nun sind sicher alle wach. Und der Teppich steht auch unter Wasser… Ich bin viel zu verschlafen und schaffe es nur die Flasche wieder aufzurichten, es ist nichts passiert – hoffentlich…

Am nächsten Morgen ist der Teppich unter den nackten Füßen dann doch unangenehm feucht… Unter der Dusche ist das schnell vergessen…

Frühstück, Straßenbahn, Vorträge, Kantine, Vorträge, Straßenbahn, Bier, Abendessen, Ramazotti, Ramazotti, Ramazotti, Ramazotti, Wasser, rumms alles wieder nass – täglich grüßt das Murmeltier (Groundhog Day)…

Am Mittwoch dann der letzte Tag! Zusammen mit Fabian geht es im Auto durch die verstopften Straßen von Stuttgart. Fehler im Abgassystem, Einparkhilfe defekt – wieder ein „Groundhog Day“…

Nachmittags sind dann alle froh als wir es geschafft haben. Es geht zusammen mit Fabian nach Mainz. Wir wollen schlau sein und die vielen langen ewigen Baustellen umfahren. Also soll es über Heilbronn und die A6 nach Mainz gehen. Das Navi in meiner Dieselrakete funktioniert, kurz vor Heilbronn empfiehlt es eine Stauumfahrung. Wir geben nach und quälen uns hinter einem LKW im Schritttempo bei hochsommerlichen Temperaturen durch eine eigentlich sehr schöne Landschaft. Immer wenn wir die Autobahn sehen können fließt dort alles prima. Ob die Navigon-Programmierer auch mal ein Entwicklerseminar brauchen? Als wir endlich wieder auf der Autobahn sind, dann ein herrlicher Stau, er wird sogar im Radio angesagt als wir schon mitten drin stehen. Fehler im Abgassystem… Während Fabian mit der Müdigkeit kämpft und immer wieder bedrohlich nach vorn nickt, quäle ich mich von einem Stau in den nächsten. Irgendwas läuft falsch, wir haben die Baustellen auf der A8 gegen eine endlose Baustelle auf der A6 getauscht… Als wir in Mainz ankommen setze ich Fabian daheim ab und fahre erst einmal in die Waschanlage in der Nähe. Mein Auto ist voller Blütenstaub und eine Familie offensichtlich ausgewachsener Vögel hat das Dach meines Autos drei Tage lang als Toilette missverstanden. Gut, dass es kein Cabrio ist…

Im Appartement angekommen gibt es eine 5-Minuten Terrine – Spaghetti Bolognese – das Beraterleben kann so schön sein…

Danach dann an den Mac und mal schauen was die USA-Dias noch so hergeben, die seit langem drauf warten in ein Magazin einsortiert zu werden.

Und siehe da, ich finde sogar etwas 🙂

Fuji Velvia 50 & Nikon Coolscan V ED – was für eine tolle Kombination!

Tour Eif(f)el

Es ist Freitag, die Sonne scheint und Sandra und ich haben einen gemeinsamen freien Tag. Als die Mopeds gesattelt sind können wir es kaum noch erwarten. Es geht wieder los… Ein wirkliches Ziel haben wir nicht, aber darauf kommt es beim Biken auch nicht an, hier ist der Weg das Ziel! Es geht über die B9 am Rhein entlang. Sandra fährt vor, unser Ziel ist Bad Breisig. Kurz hinter Bad Breisig biegen wir dann rechts ab und genießen die vielen Kurven. Das TomTom haben wir nicht dabei, nach der Routenplanung habe ich es im Wohnzimmer auf dem Tisch liegen lassen. Aber es geht heute auch mal ohne. Es geht kreuz und quer durch die Eifel, die meisten Orte hatte ich mir vorher schon bei Google-Maps angeschaut, vieles kenne ich auch schon recht gut. Am Nürburgring machen wir am Burg-Café direkt unterhalb der Nürburg eine kleine Pause. Es gibt etwas kaltes zu trinken und für die Ohren die Geräusche des Porsche Sport Cups ein paar hundert Meter weiter westlich auf der Grand Prix Strecke.

Nach unserer kleinen Mittagspause wollen wir weiter über Adenau in Richtung Café Fahrtwind – wieder einmal! Weit kommen wir aber nicht. Nach wenigen hundert Metern steht ein Polizist mitten auf der Straße. „Mist!!“ es durchzuckt mich, muss ich ein schlechtes Gewissen haben, waren wir zu schnell, ist etwas nicht ok?? Der Polizist winkt uns auf einen unbefestigten kleinen Platz neben der Straße. Dort stehen mehrere Polizeifahrzeuge und eine ganze Reihe seiner Kollegen. „Allgemeine Verkehrskontrolle, Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte!“ Ich nehme den Helm ab und krame alles aus der Geldbörse hervor. Gut, dass ich vor vor einigen Tagen die Fahrzeugscheine der beiden Motorräder eingesteckt habe! Im letzten Jahr sind wir immer ohne Papiere gefahren, aber auch nie angehalten worden! „Mein“ Polizist hat keine Ahnung, ich erkläre nur kurz, dass beide Mopeds mir gehören und dass wir eine kleine „Feierabendtour“ machen. Der Polizist der sich die weiße BMW anschaut auf der Sandra heute wieder unterwegs ist, ist ein wenig gründlicher. Dass beide Motorräder einen Superbike-Lenker haben bemerkt er nicht, aber die 190er Hinterreifen fallen ihm auf. Beide Reifen wurden zum letzten Saisonende im Motorradhaus Senger in Rüsselsheim frisch montiert. Für die Reifen habe ich ein Gutachten, eingetragen sind bei beiden Motorrädern die schmaleren 180er Serien-Reifen.

Der Polizist triumphiert, er hat etwas gefunden! Und wir haben das Gutachten nicht dabei. Später fällt mir ein, dass ich sie mal fotokopiert und zur Bedienungsanleitung gesteckt habe. Vielleicht ist beides zusammen unter der Sitzbank? Aber im Angesicht der Polizei fällt mir das nicht ein. Es gibt eine kurze Demonstration der Allmacht der Polizisten. Als sie ihren Spaß gehabt haben werden sie wieder ganz nett und lassen uns weiter fahren. Beim nächsten Mal sollen wir darauf achten, dass wir das Gutachten dabei haben. Uff, das ging ja noch einmal gut. Während mir die alten Zeiten mit der frisierten 50er und der ständigen Angst vor der Polizei durch den Kopf gehen, machen wir uns wieder abfahrbereit. Da werden auch schon drei Biker mit gelben Kennzeichen heraus gewunken – Holländer! Na, dann viel Spaß…

Es geht weiter über Adenau bis wir schließlich wieder einmal im Café Fahrtwind landen. Zwischendurch sehen wir die Polizei noch mehrfach. Ist heute der Tag der „offenen Polizeikelle oder was“?? Egal, es ist heiß, die Sonne scheint und es gibt etwas kaltes zu trinken, Benzingespräche und ein  Stück Apfelkuchen – vom Chef persönlich gebacken – lecker! Wieder daheim freuen wir uns auf die Dusche, der Sommer ist schon da und es ist erst Anfang Mai!! Später zaubert Sandra Rouladen aus Putenschnitzeln mit weißem und grünem Spargel. Dazu gibt es kleine Pellkartoffeln, lecker!!

Am nächsten Tag scheint die Sonne noch ein wenig heller und es ist noch ein wenig wärmer. Sandra ist aber noch k.o. vom Vortag. Aber egal, sie würde mitfahren und so kann ich dann auch mal wieder meine weiße K1200 bewegen, die blaue Schwester bleibt zurück in der dunklen kühlen Garage, wie ich sie später darum beneiden werde…

Heute habe wir mein TomTom Urban Rider dabei. Aber die aktive Halterung an der BMW war vorher zwei Jahre lang an meinem „alten“ 850er Boxer montiert. Zusammen haben sie viele Tage und Nächte unter freiem Himmel, bei Schnee, Regen und Sonne verbracht. Das hat Spuren hinterlassen. Einer der vier kleinen vergoldeten Stifte scheint ein wenig korrodiert zu sein und steckt inzwischen so tief innen im Halter, dass das TomTom während der Fahrt nicht mehr geladen wird. Egal, die interne Batterie ist voll und ich schalte es einfach gar nicht erst ein. Für den Fall der Fälle haben wir es dabei, aber auch heute wird es komplett ohne Navi funktionieren.

Es geht in Richtung Bad Godesberg, dann weiter in Richtung Meckenheim. In Pech biegen wir links an und fahren über Berkum. Es geht vorbei an der Radarstation und weiter in Richtung Remagen. Im Wald dann wieder rechts in Richtung Straußenfarm, vorbei am Golfplatz, immer weiter in Richtung Süden… In Ahrweiler biegen wir heute mal nicht in Richtung Römervilla ab, sondern eine Ausfahrt später. Es geht kurz durch die Stadt, dann vorbei am Kletterpark und ab in den Wald. Die Straße ist grandios, vor uns ist ein Biker mit einer BMW R1200. Wir fahren ihm einfach hinterher. Er hat es auch nicht eilig und so schwingen wir uns gemeinsam durch die Kurven, was für ein Spaß.

An jedem Abzweig fahren in in Richtung Nürburg-Ring bis wir am Abzweig „Ahrbrück“ ankommen. Mir kommt die Polizei wieder in den Sinn und mir kommt auch in den Sinn, dass wir auch heute kein Gutachten für die 190er Hinterreifen dabei haben! Also warum nicht mal wieder über Ahrbrück zum Café Fahrtwind? Gedacht, geblinkt, es geht durch schöne Wälder und es ist wunderschön. Sandra ist eine tolle Beifahrerin. Sie achtet auf die Straße und ahnt immer ob wir gleich bremsen werden oder nicht. Beim Bremsen stützt sie sich vor meinem Bauch am Tank ab. So muss ich nicht immer beide „Oberkörper“ stemmen. Beim Beschleunigen krallt sie sich so gut fest, dass ich sie auch dann nicht verliere wenn wir die 163 Pferde mal richtig laufen lassen. Super!

Auf dem Rückweg fahren wir mal durch Bonn Röttgen und über den Venusberg, Abwechslung muss sein! Abends gibt es wieder Spargel. Dazu Hähnchenfilet – lecker!

Am nächsten Tag ist das Wochenende dann schon fast Geschichte. Es ist Sonntag und ich muss nach Stuttgart. Für Montag bis Mittwoch steht ein Entwicklerseminar auf dem Programm. Den Sonntag verbringen wir also damit die Wohnung ein wenig aufzuräumen, Wäsche zu waschen, Hemden zu bügeln und den Koffer zu packen. Um 13h macht sich Sandra auf den Heimweg. Ich schreibe noch kurz diesen kleinen  Artikel und freue mich nachträglich noch an den beiden schönen Tagen in der Eifel.

Am nächsten Wochenende wird es ein Reitturnier  im Ruhrgebiet geben. Endlich mal wieder „richtig“ fotografieren. Was dabei herauskommt, wir werden es sehen 🙂