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Fotoschule Teil 9 – Reisefotografie III

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Im Vergleich zum Winter des letzten Jahres kann man diesen Winter eigentlich gar nicht so wirklich ernst nehmen. Der Grund ist ebenso einfach wie plausibel: Kalt ist woanders

Und weil sich auch beim Wetter im alles fein auszugleichen versteht, müssen gerade die Menschen in den USA und Russland heftig frieren während die dort nach Süden wandernden extrem kalten Luftmassen reichlich warme Luft von Nordafrika hinauf zu uns nach Europa drücken. Trotz des milden Wetters habe ich aktuell wieder einmal fieses Halsweh und die meiste Zeit des Wochenendes mit Tee und warmen Decken auf dem Sofa verbracht. Und weil das so extrem langweilig ist, habe ich von den schon auf Teneriffa vorbereiteten Videodateien ein neues Video zum Thema Reisefotografie für Euch bei YouTube hochgeladen.

 

Bereits gestern habe ich ein Video hochgeladen, das am gleichen Tag mal schnell zwischendurch entstanden ist. Es hat zwar mit der Fotografie nur wenig zu tun, aber vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen unter Euch wie sich der SONY HDR-MV1 im Soundcheck gegen eine GoPro HD HERO 1080 schlägt.

 

Für alle die es noch nicht kennen in hier der zweite Teil zum Thema “Reisefotografie”.

 

Damit alles rund ist, habe ich hier noch den ersten Teil für alle die ihn noch nicht gesehen haben.

 

Ich hole mir jetzt eine Tasse heißen Tee aus der Küche und hoffe, dass ich pünktlich zu Beginn der neuen Woche wieder fit bin.


Teneriffa 2013 – Tag 1 – Infrarot mit der Nikon D300

Eigentlich hatten wir für meinen Geburtstag eine Tour mit dem Cabrio in den sonnigen Süden geplant. Wir wollten uns treiben lassen und mal schauen wohin es uns verschlägt. Erst einmal den Rhein hinauf, dann durch die Schweiz, vielleicht nach Italien oder Österreich? Doch dann kam alles anders…

(Alle Fotos 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Am vorletzten Wochenende soll der dunkelste und kälteste Winter der letzten Jahre endlich zu Ende gehen. Doch ein Hochdruckgebiet im Norden blockiert die warmen Luftströme die aus dem Norden Afrikas über Spanien hinweg warme Luft nach Deutschland bringen könnten. Statt dessen bläst ein unerbittlicher kalter Wind und obwohl es fast Ostern ist erfrieren den Bauern die Kartoffeln auf den Feldern. Keine guten Voraussetzungen für eine entspannte schöne „Oben-Ohne-Tour“ mit dem Cabrio. Als mir dies am Samstagabend klar wird, schläft meine Freundin Sandra neben mir bereits tief und fest. Was wäre eine schöne Alternative? Ich schaue hier und da, wende die Weltkarte bei Google-Earth hin und her und komme letztlich zu keinem Ergebnis.

Statt der Tour mit dem Cabrio könnte es auch eine schöne Reise sein, kurz und knackig sollte sie sein, nicht zu teuer und ganz spontan zu buchen. Es sollte etwas sein wofür es keine Impfung braucht, kein Visum und keinen Reisepass, denn der ist wieder einmal nicht mehr dort wo ich ihn glaubte zuletzt sorgfältig abgelegt zu haben.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Irgendwann lande ich wieder bei den Kanarischen Inseln. La Palma wäre eine Option, vielleicht auch mal La Gomera, oder Gran Canaria? Das Angebot der Last-Minute-Reisen ist gewaltig. Es gibt 7 Tage All-Inclusive für bspw. 347,- Euro pro Nase. Aber schaut man genauer hin, so kommen entweder weitere Gebühren hinzu oder die Hotels haben zusätzlich zu den zwei Sternen (Landeskategorie) noch mehrere hundert durchwachsene bis schlechte Bewertungen. Wenn schon eine Geburtstagsreise in die Sonne, dann nicht in einen alten verschimmelten Hotelbunker aus den 70er Jahren, da muss nicht sein… Und wie das immer ist, ich finde nichts obwohl das Angebot riesengroß ist. Die Nacht ist unruhig und am nächsten Morgen halten meine Freundin und ich „Urlaubs-Kriegsrat“. Am Ende sind wir der Meinung, dass es nichts schändliches ist nur einige Wochen nachdem wir zuletzt auf Teneriffa waren erneut dorthin zu fliegen. Gleiches Hotel, Halbpension, Air Berlin, Abflug von Köln Bonn und alles zusammen kostet für zwei Personen 1.400,- Euro. Beschlossen verkündet und gebucht – kaum zwei Wochen später geht es wieder einmal nach Teneriffa und wieder einmal in das Las Aguilas in Puerto de la Cruz. Bei Cicar habe ich einen „Neuen Opel Astra“ gebucht. Der kostest für 8 Tage 174,- Euro – All Inclusive – das ist drastisch billiger als daheim bei uns in Deutschland…

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Als die Reise vor der Türe steht bin ich irgendwie unruhig. Zwar fliege ich seit vielen Jahren beruflich und privat durch die Gegend, doch das Reisefieber kommt immer wieder auf wenn es eine Reise ist bei der man nichts vergessen sollte. Und ich habe schon wieder einiges vergessen. Der Reisepass ist nicht aufzufinden, sicher steckt er noch in einem Fotorucksack oder eine Notebooktasche, ich werde ihn finden, dessen bin ich mir sicher, aber wann wird das sein? Mein schönes kompaktes kleines Manfrotto Carbonstativ – es ist verschollen. Habe ich es meiner Freundin geliehen, liegt es in meinem Appartement in Mainz, im Auto im Kofferraum, wo nur? Alles nichts weltbewegendes, aber ich bin doch unruhig. Der Flieger geht am Samstagmorgen um 4h30 und als ich am Vorabend versuche um 20h wie auf Kommando einzuschlafen, klappt das natürlich nicht. Sandra kann das irgendwie, ich nicht. Während sie an der Matratze lauscht sitze ich in meinem Wohnzimmer und höre via Kopfhörer Musik. Auf dem Wohnzimmertisch liegt seit dem letzten Wochenende das Notebook meines Sohnes. Es ist irgendwie hingefallen, vorne links ist das Plastik etwas beschädigt und die Buchse für den Stromanschluss ist so geschickt herausgebrochen, dass sie beim Versuch das Ding mit Energie zu versorgen im Inneren dieses DELL Notebooks verschwindet. Mein Sohn war ratlos und da ich ja eigentlich alles kann, habe ich sein Notebook natürlich schnell mal zerlegt. Fast bis auf die letzte Schraube, denn erst dann kann man diese Buchse mit Klebstoff fixieren. Das habe ich gemacht und der Klebstoff hatte eine Woche lang Zeit wirklich gut auszuhärten. Ob ich dieses China-Plastik-Dings jemals wieder zusammen bekomme?

Nach einer Weile beschließe ich doch etwas gegen meine Schlaflosigkeit zu unternehmen und siehe da, eine Stunde später funktioniert nach dem zweiten Anlauf das Notebook meines Juniors wieder ganz vorzüglich. Es sind drei kleine Schrauben übrig, aber gefühlte 100 Schrauben habe ich wieder zurück geschraubt. Und trotz aller Sorgfalt kann ich die Gewinde nicht finden in die ich diese drei Schrauben drehen könnte. Die Uhr rückt langsam weiter, während ich auf dem Sofa Musik höre und darauf warte endlich einzuschlafen ist es dann plötzlich schon 1h am Morgen. Zeit aufzustehen, wirklich geschlafen habe ich indes nicht. Unter der Dusche versuche ich langsam wach zu werden. Eine Stunde später sind wir mit dem Auto unterwegs zum Flughafen. Es ist eine introvertierte ruhige Fahrt. Am Flughafen Köln/Bonn stellen wir das Auto kurz ab, wir sind mehr als gut in der Zeit. Schnell die Koffer raus und etwa 50 Meter weiter ist schon der Check-In von Air Berlin – das ist mehr als praktisch! Kurz darauf sind unsere Koffer aufgegeben, ich parke mein Auto im Parkhaus 3, Sandra bewacht unterdessen meine Fotoausrüstung, meinen Mac und meine Videokamera. Was Männer alles mitschleppen…

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Vom P3 zum Terminal sind es ein paar hundert Meter Fußweg, das geht schnell und als wir pünktlich um 4h30 abheben kommt langsam die Müdigkeit in mir auf. Auf meinem iPad habe ich die komplette zweite Staffel von Game Of Thrones. Aber ich schaffe nicht einmal eine Folge, da fallen mir schon die Augen zu. Als ich wach werde hänge ich total verdreht zwischen den engen Sitzen. Alles tut weh und die Leute die neben mir auf dem Gang darauf warten, dass sie endlich die Toilette benutzen dürfen versuchen zu überspielen, dass sie sich darüber amüsiert haben, dass ich mit offenem Mund neben ihnen in meinem Sitz wahrscheinlich lautstark geschnarcht habe.

Das Hochdruckgebiet im Norden hat heute endlich einen positiven Effekt, wir sind fast 30 Minuten schneller als geplant – Rückenwind ist ein effizientes Energiesparmittel. Warum baut Porsche nicht einfach Autos mit Rückenwind, die wären schneller und würden weniger Benzin verbrauchen…

Am Flughafen Teneriffa Süd angekommen bin ich ziemlich neben der Spur. Die Schultern tun weh, ich kann einfach nicht im sitzen schlafen. Während sich Sandra um die Koffer kümmert organisiere ich den Mietwagen. Alles klappt wie immer problemlos und zügig. Unser neuer Opel Astra ist dann aber ein paar Jahre alt, auf dem Tacho stehen 78.000 Kilometer. In Deutschland wäre dieses Auto längst ausgemustert, aber wir sind rein geografisch gesehen in Afrika und das Ding kostet eben für 8 Tage ganze 174 Euro! Also los zum Hotel. Den Weg fahre ich schon wie im Schlaf, das ist auch gut so denn langsam beginne ich gegen selbigen anzukämpfen. Als wir nach etwa einer Stunde am Hotel eintreffen ist es gerade mal 9h am Morgen. Unser Zimmer ist noch nicht fertig. Kein Problem, wir können die Koffer im Büro hinter der Rezeption abstellen. Es geht zum Frühstück und das ist eine Wucht. Während wir auf das Tal von La Orotava schauen bin ich froh, dass wir hier am Morgen bei 18°C draußen sitzen und gemütlich einen Kaffee trinken können. Diese Insel ist begnadet, das denke ich mir immer wieder. Gegen 11h ist das Zimmer fertig und wir beziehen unser neues Zuhause. Diesmal sind wir auf der anderen Seite, unser Balkon weist nicht nach Nord zum Meer, sondern nach Süden auf die Berge. Kein Problem, hier ist es wärmer, denn in diese Zimmer scheint den ganzen Tag die Sonne. Im Hochsommer eher ein Nachteil, so ist es im Frühjahr hier einfach etwas wärmer. Auf den Einbau einer Heizung wird auf den „Inseln des ewigen Frühlings“ gern verzichtet. Mich stört das nicht so sehr, aber vielen Frauen ist es hier im Winter dann oft doch ein wenig zu kalt. Im Dezember hatten wir im Zimmer auf der anderen Seite des Korridors einen kleinen Heizlüfter den uns mein Freund Wolfgang ausgeliehen hatte.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Derlei Gerät ist im April auf der Südseite des Hotels nicht mehr von Nöten. Während ich mein Notebook anwerfe nimmt meine Panasonic Videokamera bereits die erste kleine Zeitraffersequenz auf. Das macht sie wirklich gut und es ist soooo einfach. Nichts klappert, nichts klickt und nichts muss nachbearbeitet werden. Einfach im Menü einstellen, dass man eine Zeitraffersequenz aufnehmen möchte, das Zeitintervall einstellen und los geht‘s – sehr praktisch diese kleine Kamera!

Das WLAN wurde scheinbar umgebaut oder aufgestockt, auf dem Balkon klappt es sehr gut und 24 WiFi-Zeitstunden kosten 5 Euro. Surft man täglich 3 Stunden lang im Web, so kommt man damit eine Woche lang über die Runden. Damit kann ich gut leben. Im letzten Jahr haben 5 Tage WiFi in Hotel Rigiblick in der Schweiz 69,- Euro gekostet! Das ist hier deutlich preiswerter und sorgt für weniger Verdruss.

So gegen 12h machen wir uns auf den Weg ins Einkaufszentrum auf der anderen Seite der Autobahn unterhalb des Hügels auf dem unser Hotel thront. Im „Alcampo“ besorgen wir uns Shampoo, Kekse, Wasser, Bier und was man sonst noch alles braucht. Danach geht es zur Finca San Juan zu Jo Schlichting. Wir waren nun schon ein paar Wochen nicht mehr dort und irgendwie haben wir „Heimweh“. Natürlich interessiert es uns auch wie es dort mit der Bewirtung des Restaurants weiter geht. Auf der Finca angekommen ist die Freude groß als wir Jo und seine Frau Karo dort antreffen. Zusammen mit Koch Helmut schmeißt sie jetzt dort den Laden. Und der geht scheinbar richtig gut. Heute sind mehrere Gesellschaften dort, alles zusammen fast 75 Gäste. Am letzten Sonntag waren es 150 Gäste – Qualität zahlt sich aus und wir hoffen sehr, dass wir noch oft zum Brunchen oder Abendessen auf dieser tollen FInca sein dürfen. Gegen 15h verabschieden wir uns wieder und ich habe endlich Zeit ein par Fotos mit der auf Infrarot umgebauten Nikon D300 aufzunehmen. Später im Hotel bin ich dann echt hingerissen von den Ergebnissen. Und alles ist so einfach! Nichts Stativ, Filter ab – dran – ab – dran – ab – 30 Sekunden belichten – Rauschunterdrückung trallala – einfach ISO-200 einstellen, Blende 8 und „Klick“. Bei einer 1/250s gelingen scharfe Infrarot-Fotos aus dem Handgelenk – das ist mehr als cool!!
Während ich mich an den tollen Infrarot-Fotos freue und überlege warum ich mich mit der D800E und all den Objektiven abschleppe, holt die mich die vergangene Nacht dann doch noch ein.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Als Sandra mich weckt ist es fast 18h. Ich habe etwa zwei Stunden geschlafen – endlich – geholfen hat es allerdings nur begrenzt. Ich fühle mich als hätte mich ein Pferd getreten. Etwas später wandern wir durch die weitläufigen Außenanlagen des Hotels und ich versuche langsam wieder wach zu werden. Um, kurz vor 19h gibt es dann ein echt tolles Abendessen. Die Qualität der Speisen hat sich seit meinem ersten Besuch im Jahre 2008 sehr gebessert. Es gibt eine riesige Auswahl und das Angebotene schmeckt zumeist sehr gut. Bei Spanferkel mit Reis und Kürbis-Gemüse genieße ich ein großes Glas kaltes frisches Bier. Ich bin angekommen!

Gegen 20h sind wir wieder im Hotel. Ich kann nun mit dem Mac im Bett sitzen, neben mir ein Radler aus dem Alcampo und im Geiste lasse ich einen langen schönen Tag Revue passieren. Diese Insel hat mich in ihren Bann gezogen und ich werde wohl zu Weihnachten wieder hier sein. Es ist einfach zu schön hier. Die Menschen sind freundlich und das Leben als Urlauber ist hier mehr als unkompliziert. In der Werbung würde man es „I am loving it“ nennen :-)

Zum Abschluss noch ein Foto mit dem 10,5mm Fisheye vom Balkon unserer Suite. Das sieht übrigens wilder aus als es ist. Schließt man die Türen ist es ziemlich ruhig hier oben.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-D 2.8/10,5mm

Gute Nacht liebe Freunde, morgen geht der Wettstreit “neu fett und teuer” gegen “alt abgewetzt und cool” weiter. Was für ein Wettstreit soll das denn sein fragt ihr euch jetzt vielleicht? Ganz einfach, es ist der Wettstreit – nehme ich die D800E oder die umgebaute D300 mit? Wie er ausgeht – wir werden es sehen…


Teneriffa 2012 – Tag 15

Der kleine Waldspaziergang

Am Tag nach meiner schlaffen Vorstellung oben am Pico del Teide soll es eine kleine Wanderung in den Wäldern oberhalb von El Sauzal geben. Wir wollen uns um 10h am Mirador de Humboldt oberhalb von La Orotava treffen.

Ausblick vom Mirador Humboldt

Sandra fühlt sich am Morgen gar nicht gut und beschließt im Hotel zu bleiben. Ich greife mir nach den Erfahrungen des Vortages nur die kleine leichte Videokamera, das kleine Manfrotto Carbon-Stativ und einige kleine Tüten mir Fruchtsaft. Nach dem reichhaltigen Frühstück fahre ich dann allein hinüber zum Lieblingsplatz des Alexander von Humboldt. Wenig später treffen dann auch meine Wanderfreunde ein. Es geht ein Stück über die Autobahn in Richtung Norden bis wir ins El Sauzal abbiegen und steil den Berg hinauf fahren. Die Straßen sind ein wenig abenteuerlich aber das kenne ich inzwischen und es ängstigt mich hier fast nichts mehr. Nach einer Weile erreichen wir bei 935 Höhenmetern mitten in einem Waldstück einen dieser großen Grillplätze die für Teneriffa so typisch sind. Hier treffen sich die Familien am Wochenende um gemeinsam zu grillen und den Tag zu genießen.

Ausblick vom Mirador Humboldt

Wir grillen auch heute nichts sondern machen eine kleine Wanderung. Es ist mehr ein Spaziergang durch abwechslungsreiche urige dichte Wälder. Etwa zwei Stunden später kehren wir in einem Lokal in der Nähe von Agua Garcia ein. Dort sind frittierte Champignons mit einer speziellen Avocado-Creme die Spezialität des Hauses. Dazu gibt es große Kalbsschnitzel und ein leckeres kaltes Bier – genial!

Zum Dessert fahren wir den Berg hinab zu der tollen Eisdiele die am Mittwoch geschlossen hatte. Es ist ein Italiener aus Venedig der hier Eis in guter Qualität mit einem überwältigenden Ausblick serviert. So kann man es aushalten!

Nach diesem Dessert trennen sich dann wieder unsere Wege, bis zum nächsten Jahr!

Es geht zum Hotel, dort wartet meine Freundin Sandra schon. Es geht ihr etwas besser, sie hat wieder Hunger – das ist ein gutes Zeichen. Gemeinsam mit meinen beiden Freunden Alexandra und Walter, die gestern hier eingetroffen sind, besuchen wir erneut unser Lieblingsrestaurant, das Monasterio. Nach einer kleinen Besichtigungsrunde gibt es für uns noch etwas zu Trinken. Sandra gönnt ihrem strapazierten Magen eine gesunde Hühnersuppe.

Ausblick vom Mirador Humboldt

Gegen 20h sind es hier noch 19°C. Wir sitzen etwas geschützt fast unter freiem Himmel. Walter erwähnt gelegentlich, dass wir morgen Weihnachten haben und dass es deutlich wärmer als in Deutschland ist. Auch Alexandra kann es kaum glauben. Gestern bei meiner Abreise zum Pico del Teide zeigte das Thermometer um 7h in der Frühe bereits 19°C. Während der Fahrt hinauf zum Pico del Teide fiel das Thermometer auf 200 Höhenmetern jeweils um 1°C. Als ich an der unteren Station der Seilbahn eintraf waren es noch 9°C. Oben knapp unterhalb des Gipfels waren es im Schatten zunächst etwa 2°C. In der Sonne hat es sich allerdings nicht so kalt angefühlt.

Monasterio - Los Realejos - Tenerife - Teneriffa

Wirklich fotografiert habe ich heute nicht. Nach der Erfahrung des Vortages wollte ich mir die schöne Wanderung mit der schweren Fotoausrüstung nicht vermiesen. Die Fotos in diesem Artikel habe ich mit der Panasonic HC-X909 am Mirador Humboldt aufgenommen.


Teneriffa 2012 – Tag 6

Sterne fotografieren im Gebirge

Der sechste Tag bricht an und die Reise hat schon fast ihren Zenit erreicht. Nach den üblichen Ritualen und einem leckeren Frühstück verabreden wir uns mit Karin und Wolfgang um 13h an der Plaza de Charco in der Altstadt von Puerto de la Cruz. Karin und Wolfgang kennen wir nun schon seit vielen Jahren. Wolfgang habe ich über die Fotocommunity kennengelernt. Wir haben dort viel über die schönsten Locations auf Teneriffa diskutiert. Im Jahr 2007 haben wir uns dann endlich persönlich kennen gelernt. Seit dieser Zeit haben wir mehrmals Weihnachten und Sylvester gemeinsam verbracht. Wenn meine Freundin mit seiner Frau einen Ausritt ins Gebirge unternimmt, treffen wir uns regelmäßig und machen etwas „vernünftiges“ – wie Wolfgang das immer nennt :-)

Heute treffen wir uns zum Mittagessen und es geht zu einem kleinen Thai-Resturant. Es liegt unterhalb des Busbahnhofs ganz in der Nähe des Hotel Marte. Dort habe ich 2005 gewohnt und kenne diesen Teil von Puerto de la Cruz sehr gut. Aber dieses Restaurant ist seltsam neu. Wolfgang kennt auch hier die Lösung des Rätsels, es ist der Koch. Er ist von seinem „Lieblings-Thai“ hierher gewechselt. Und Wolfgang hat nicht zuviel versprochen, das Essen schmeckt wirklich großartig und es ist trotzdem preiswert. Einmal mehr wird mit klar, man kann hier richtig gut leben, wenn man sich nicht selbst das Leben schwer macht.

(Um den Text etwas aufzulockern habe ich einige Bilder meiner “Beute des Tages ” aus der Nikon D800E eingestreut. Die Bilder sind 1000 Pixel breit, also bei Bedarf einfach in einem neuen TAB öffnen.)

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Vom Hotel zur Plaza de Charco sind Sandra und ich zu Fuß gelaufen, es ist ein ziemlich weiter Weg und daher sind wir froh, dass Karin und Wolfgang uns nach dem Essen mit ihrem Auto „zurück auf unseren Berg“ bringen.

Um etwa 17h mache ich mich dann auf den Weg zu meiner „Männer-Fototour“. Es geht über La Orotava hinauf zu den Canadas del Teide, wieder einmal! Diesen Weg kenne ich schon auswendig und ich habe in den letzten Jahren schon so manche Nacht dort oben verbracht. Im Kofferraum ist ich alles was ich an warmer Kleidung dabei habe. Sobald die Sonne untergegangen ist, kann es hier oben empfindlich kalt werden. Später werde ich die warme Kleidung noch brauchen, denn das Thermometer wird auf 6°C fallen!

Eigentlich ist der Sonnenuntergang laut „Garmin Colorado GPS“ um 18h11. Aber hier oben auf mehr als 2500 Metern Höhe gibt es eine kleine „Reserve“. Hier geht die Sonne etwa eine halbe Stunde später unter. So bleibt mir genug Zeit um einen meiner bevorzugten Aussichtspunkte anzusteuern. Dort wird schnell die kleine Panasonic Kamera aufgestellt. Sie filmt eine Zeitraffersequenz mit einem Raster von 10s. Das ist ein sehr guter Wert wenn man bei etwas Wind Wolken so darstellen möchte, dass sie schnell dahin zu ziehen scheinen. Parallel fotografiere ich mit der D800E und dem AF-S VR 4/16-35mm Weitwinkelzoom einige Belichtungsreihen aus denen ich später einige HDR-Fotografien erstellen möchte. Hier ein Fotos das mit dem billigen SAMYANG 2.8/15mm Weitwinkel entstanden ist.

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Nach etwa 30 Minuten staune ich nicht schlecht als sich plötzlich links oberhalb der Spitze des höchsten Bergs Spaniens der Mond mit einer wunderschönen Sichel zeigt. Wie genial sieht das denn aus? Die Kamera knipst Bild um Bild, als es für die Panasonic zu dunkel wird, tausche ich sie gegen die Nikon D7000 aus. Sie habe ich hier bislang noch gar nicht benutzt. Nun klappen die Spiegel zweier Kameras um die Wette. Gern würde ich auch mit der D800E eine Serie von Intervall-Bildern aufnehmen. Aber das Intervall lässt sich einfach nicht starten. Während es um mich herum dunkle Nacht wird, stehe ich ratlos vor meiner schönen neuen Kamera. Was mache ich bloß falsch? Ich blicke nicht durch und nehme sie mit ins Auto. Dort ist es deutlich wärmer und ich habe etwas Licht. Einige Augenblicke später fällt es mir dann auf, der Drehknopf oben links an der Kamera steht am rechten Anschlag, es ist die Spiegelvorauslösung aktiviert! Damit klappen scheinbar keine Intervall-Aufnahmen. Ich stelle den Knopf auf S wie „Single-Shot“ und schon bin ich wieder im Spiel. Danach wird die D800E mit 2.8/15mm SAMYANG Weitwinkel wieder in die Nacht gestellt. Sie soll 100 Fotos machen und das alle 5 Sekunden. Später im Hotel werde ich nicht schlecht staunen, dass ich damit mehrere Flugzeuge auf ihrem Weg vom Flughafen Teneriffa Nord zur Insel „La Palma“ fotografiert habe. Zeitraffer-Fotografie ist schon cool aber nicht immer kalkulierbar. Was letztlich geschieht und wie die Sequenz aussehen wird ist immer mit einer kleinen Portion Zufall verbunden. Zwischendurch wechsle ich an der D800E immer wieder die Objektive. Mal das 4/16-35, mal das 2.8/24-70 und dann auch mal das gute alte AF-D VR 80-400mm. Eigentlich habe ich es aus Versehen mitgenommen. Bei der Entscheidung was im Tresor bleibt und was mit auf die Reise geht habe ich mich “vergriffen”. Statt des knackscharfen schnellen AF-S VR 2.8/70-200 habe ich versehentlich das 80-400 eingepackt. Es ist ein durchaus brauchbares Objektiv, aber es kann den Chip der D800E nicht wirklich ausreizen. Damit gelingen durchaus gute Bilder, aber das AF-S VR 70-200 ist mit insbesondere in Verbindung mit dem 1.7er Teleconverter irgendwie lieber.

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Gegen 21h ist mir echt kalt und es geht mit WARP-Geschwindigkeit den Berg hinauf zurück zum Hotel. Das ist ein echter Männerspaß, in tiefer Nacht 2500 Höhenmeter im dritten Gang mit bis zu 100 km/h den Berg hinab fegen, das kann Mann nur allein. Während ich den Mietwagen um die Kurven zirkle, dass die Reifen quietschen und die Bremsen verbrannt riechen kommt mir immer wieder in den Sinn, wie eine Beifahrerin panisch rufen würde „Muss das sein, Du rast hier runter wie ein Vollidiot! Gleich bringst Du uns noch beide um! Ahhhhh….“ Aber ich kenne die Strecke, ich habe ein GPS und ich sehe die Spitzkehren lange bevor ich sie erreiche. Die Fahrt ist daher nicht wirklich gefährlich, zumal es hier keine Rehe oder Kühe gibt die plötzlich auf der Straße auftauchen könnten.

Als die Zivilisation mich wieder hat, dreht sich auch mir so langsam der Magen um. Ich muss kurz anhalten, sonst gibt es gleich ein Unglück.

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An der frischen Luft neben dem Auto ist es etwas wärmer. Das Thermometer im Auto zeigt jetzt 11°C. Und mir fällt auf, dass es hier genau so riecht wie in Page-Arizona im letzten Winter. Hier wird mit Holz geheizt und das ich auch wirklich notwendig. Ich bin noch etwa 800 Meter über dem Meer und hier ist es nicht nur nachts wirklich kühl.

Wer mit dem Gedanken spielt sich hier auf Teneriffa ein Haus zu kaufen oder zu mieten der sollte sich genau informieren wie die Lebensbedingungen dort sein werden. Es gibt Siedlungen die sind so hoch gelegen, dass man besonders im Winter viele Wochen mit Nebel und tief hängenden Wolken wird leben müssen. Je tiefer man hinab ans Meer kommt umso wärmer wird es. Aber sehr nah am Meer kann es auch wiederum sehr feucht werden. Eine guter Bereich ist zwischen 100 und 300 Metern über dem Meer. Wer hier also im Hochsommer eine nette kleine Finca anschaut die auf 900 Metern gelegen ist und ein preisgünstiges Schnäppchen zu sein scheint, der sollte unbedingt im Dezember zurück kommen und schauen ob das „kleine Paradies“ halten kann was der geldgierige Verkäufer im Sommer versprochen hat.

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Zurück im Hotel liegt Sandra eingewickelt in eine warme Decke auf dem Sofa vor dem Fernseher. Die Augen sind geschlossen, das Programm ist offensichtlich nicht wirklich spannend. Nachdem sie das auch erkannt hat, habe ich das Wohnzimmer für mich allein. Der Fernseher ist aus, Sandra schläft nebenan und ich schaue mir meine „Beute“ des Tages an. Und die macht mir so richtig viel Spaß. Manchmal ist es genau richtig auf eigene Faust loszuziehen. Nur so kann man abwarten und hin und her probieren wie es einem in den Sinn kommt. Niemand ist genervt, friert, hat Hunger oder schweren Druck auf der Blase. Einfach nur „Du und das Universum“ – das ist schon cool. Leider werden das nur Männer verstehen können. Ich bin mir fast sicher, Frauen fehlt das „Timelapse-Gen“ :-)

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Hier noch ein Bild aus der Nikon D7000 mit dem AF-S 1.4/50mm “Normal-Objektiv”.

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Die letzten Stunden in Deutschland

Es ist Freitagmorgen als ich um 9h mit einem irren Brummschädel wach werde. Was ist das nur wieder, ich werde echt nicht jünger. Den ganzen Tag schleiche ich in der Bude herum, suche meine sieben Sachen zusammen und packe so mehr schlecht als recht meinen Koffer.

Kurz vor 18h dann schnell in die Stadt um Sandra am Bahnhof abzuholen. Sie ist nur ein Schatten ihrer selbst. Als letzte Amtshandlung des Jahres hat sie noch an der Verabschiedung einiger Kollegen teilgenommen und sich dabei ganz heftig den Magen verdorben. Die Fahrt mit dem Zug nach Bonn war ihre kleine private Hölle. Als wir dann endlich um kurz nach 18h im Auto sitzen wollen wir nur noch weg. Raus aus dem ganzen erkälteten fiesen Matsch und Schnee. Man kann es kaum in Worte fassen wie wir uns auf Jo und Caro freuen. Zwei Wochen Sonne, Meer, Gebirge, Wandern und Fotografieren, Yeah!!

Einmal noch schlafen, dann geht es los zum Flughafen. Hoffentlich geht es Sandra morgen wieder besser. 2008 bin ich auf dem Weg nach Teneriffa kurz vor dem Start im Flieger ohnmächtig geworden. Gleiches Ding, Abends noch schnell zum McDonalds auf einen Burger mit Fritten und Mayo. 60 Minuten später dann Durchfall, Kotzen bis zur totalen Erschöpfung – was ätzend.

Hoffentlich geht es Sandra morgen wieder besser.

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Hier noch eine kleine Urlaubsvorfreudenimpression – der Pico dle Teide mit Weitwinkel :-)

März 2010 – Hasselblad SWC und Fuji Velvia 50

 

Moment, einen habe ich noch – weil es so schön ist :-)

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