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Nikon DF – Der erste Prototyp

Seit mehreren Wochen geistern nun schon Gerüchte durch das Internet und die neue Nikon DF wird inzwischen allerorts mit großer Spannung erwartet. Daher habe ich Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt um Euch als erster Deutscher ein Exemplar der neuen Nikon DF präsentieren zu können. Heute hat ein Bote von JP-Expresss das lang ersehnte Stück endlich liefern können. Leider ist es noch ein Vor-Serienmodell mit der Nummer #00000003 und es hat auch schon einige Gebrauchsspuren. Möglicherweise wurde diese Kamera bei der Produktion der Teaser-Videos verwendet.

In der neutral grauen Verpackung habe ich noch ein Ladegerät, einen Akku und eine Kopie einer Bedienungsanleitung in japanischer Sprache gefunden. Eine Typenbezeichnung hat diese Kamera leider noch nicht, möglicher Weise ist dies der frühen Seriennummer geschuldet.

Nikon DF & AF-D 1.8/50mm

Die ersten Fotos sind mehr als vielversprechend, Detailreichtum und Farbwiedergabe scheinen unvergleichlich.

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Ein erstes Testbild mit dem neuen AF-S VR 1.2/57mm EX IIe konnte ich auch schon aufnehmen. Das Bild zeigt nur eine überaus geringe Vignettierung und ein ganz fantastisches Bokeh. Dieses Objektiv wird das neue Kameramodell zusätzlich mehr als aufwerten!

DSC_0763

Der Tonwertumfang des neuen Sensors beträgt 13,24 EV. Dies ist ein ganz ausgezeichneter Wert und die ersten Testbilder lassen außergewöhnliche Ergebnisse selbst bei extrem kontrastreichen Motiven erwarten.

DSC_0494

Hier ein Testfoto das den schier unglaublichen Detailreichtum von Fotos aus der Nikon DF dokumentiert.

Nikon D800E mit Micro-Nikkor AIS 2.8/55mm 100% - Sample

Der neue Filmmodus Super-Fine-Grain liefert plastische Abbildungen und hebt selbst allerfeinste Strukturen deutlich hervor.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Endlich habe ich eine Kamera mit der man wirklich fotografieren kann, eine Kamera die mein Leben verändern wird. Statt purer Langeweile verspricht diese Kamera nun pure Freude, danke Nikon!!

Ansgar

Fazit

Mit der Nikon DF ist endlich der unübertreffliche Profibolide verfügbar auf den wir alle so lange gewartet haben und der das Leben vieler Fotografen nun mehr als nachhaltig verändern wird. Diese Kamera hat das Potential aus Knipsern echte Fotografen zu machen. Hersteller von EBV Softwareprodukten werden sich jetzt ganz warm anziehen müssen, denn dank der noch geheimen neuen Technologie “Image From Brain” kann diese Kamera über Mikro-Sensoren, die in das Gummi des Handgriffes eingearbeitet sind, die Wünsche der Fotografen automatisch erkennen und automatisch umsetzen. Allerdings scheint dieses Feature nur im JPG-Modus verfügbar zu sein. Wer weiterhin im RAW-Modus fotografiert wird weiterhin lange Stunden vor seinem Computer verbringen müssen.

Doch trotz dieses kleinen Wermutstropfen werden mit diesem Profiwerkzeug endlich langweilige Motive selbst bei schlechtem Licht zu ausdrucksstarken Kunstwerken.

Mein Fazit: Das Warten hat sich gelohnt!!

Update vom 4.11.2013

Die Katze ist jetzt aus dem Sack und hier gibt es viele schöne Fotos der neuen Nikon Df.

Nikon-Df-blakc-and-silver


Bildrauschen reduzieren mit Mehrfachbelichtungen

Im Jahr 2010 bin ich an einem Tag wirklich früh aufgestanden um mir den Sonnenaufgang über den La Sal Mountains nahe Moab in Utah anzuschauen und natürlich zu fotografieren! Während ich mit meiner Nikon D2x diverse Varianten aufgenommen habe, hat meine Nikon D300 einsam und verlassen auf einem Stativ gestanden und alle 10 Sekunden ein Foto aufgenommen. Aus der so entstandenen Bilderserie will ich irgendwann einmal eine schöne Zeitraffer-Sequenz erstellen.

Heute will ich diese vielen nahezu identischen Fotos aber nutzen um Euch zu zeigen, wie man mit Mehrfachbelichtungen das Bildrauschen in einem einzelnen Foto reduzieren kann. Aber schauen wir uns zunächst ein Foto an, das aus lediglich einer Bilddatei entstanden ist. Es ist nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Besonders  um die Sonne herum sieht diese Version sehr arg nach einer Photoshop-Bearbeitung aus.

Sunrise over La Sal Mountains - Single Shot

Schauen wir uns im Vergleich die neuere Version an, hier sehen die ersten Sonnenstrahlen hell und klar aus. Auch sind die Farben und der Detailkontrast sichtbar besser. Der Grund dafür ist aber nicht die Mehrfachbelichtung sondern, dass ich aufgrund des verringerten Anteils an digitalem Rauschen deutlich mehr Freiheiten bei der Bildbearbeitung hatte.

Sunrise over La Sal Mountains - Noise Reduction

Das Prinzip

Schießt man in relativ kurzer Folge etwa 5 praktisch identische Fotos so wird jedes Bild für sich besonders bei hohen ISO-Werten ein gewisses Bildrauschen aufweisen. Dieses Rauschen ist oft eher störend und die kritischen Pixelpeeper aus den diversen Internet-Foren stürzen sich immer wie die Geier auf ein Bild das ein wenig Bildrauschen aufweist. Dabei gehört das eigentlich zur Fotografie dazu wie das Salz in der Suppe. Was wären traditionell erstellte ausdrucksstarke Schwarz-Weiss-Fotos ohne ein gewisses Filmkorn?

Eines der Hauptversprechen der Hersteller mit dem sie immer wieder neue Kameras verkaufen ist, dass das neue Modell weniger “rauscht” als sein Vorgänger. Einst irrsinnig teure Profimaschinen werden dann in den Fotografie-Foren dieser Welt schlecht geredet und ihr Preis fällt in den Keller. Eigentlich sind das gute Zeiten für alle die gern die Vorzüge einer robusten Profikamera genießen wollen, sich aber kein ganz neues Modell leisten können.

Wer gern Landschaften fotografiert die ja meistens relativ gut still halten, der kann auch mit einer etwas betagten sehr preiswerten gebrauchten Kamera tolle Fotos machen, solange er weiß wie er es anzustellen hat!

Wie schon gesagt ist das böse Bildrauschen relativ zufällig über die Bilddateien verteilt. Nimmt man nun etwa 5 Bilder gleichen Inhaltes und legt sie bspw. in Photoshop übereinander, so kann man durch entsprechende Wahl der Transparenzwerte der einzelnen Ebenen das Bildrauschen sehr schön reduzieren.

Das Beispiel

Hier haben wir nun eine Serie nahezu identischer Fotos. Aus dieser Serie picken wir uns 5 Bilder heraus und öffnen sie bspw. mit Photoshop CS6:

Bildschirmfoto 2013-10-27 um 21.49.09

Dann korrigieren wir beispielhaft eines der Fotos und übertragen die Bearbeitungsschritte auf die vier anderen RAW-Dateien unserer Serie. Danach öffnen wir alle 5 Bilder und erstellen einen Stapel mit insgesamt 5 Ebenen. Dazu wählen wir eines der Bilder aus mit CMD+A dann CMD+C und schließen es mit CMD+W (unter Windows CTRL + F4). Nachdem wir zum Bild gewechselt haben auf das wir die 4 anderen Bilder stapeln wollen, betätigen wir CMD+V (oder CTRL + V unter Windows). Das wiederholen wir noch dreimal und haben unseren Bilderstapel beisammen.

Jetzt beginnen wir mit der Änderung der Transparenz der einzelnen Ebenen. Die Hintergrundebene setzen wir auf 100%. Sie ist also nicht transparent!

  • Hintergrund 100%
  • 1. Ebene 50%
  • 2. Ebene 33%
  • 3. Ebene 25%
  • 4. Ebene 20%

So sieht das dann aus:

Bildschirmfoto 2013-10-27 um 21.54.08

Eigentlich sind wir jetzt schon fertig. Wer keine weiteren Änderungen an seinem Foto vornehmen möchte, der kann es nun speichern und sich den nächsten Fotos widmen.

Schauen wir mal wie gut wir mit dieser Aktion das Rauschen reduzieren konnten. Dazu habe ich hier einen direkten A/B Vergleich in 100% Originalauflösung.

AB-Vergleich-100Prozent

Hier sieht man sehr schön, dass dieser einfache Trick mehr bringt als eine neue Kamera jemals leisten könnte. Alle feinen Strukturen bleiben erhalten, nur das störende Bildrauschen verschwindet wie von Geisterhand. Wer denkt er könnte mit weiteren Ebenen das Bildrauschen noch weiter reduzieren, der macht sich viel Arbeit und wird nur eine leichte Verbesserung erzielen können. Die Erfahrung zeigt, dass 5 Ebenen einen guten Kompromiss zwischen “Kosten und Nutzen” darstellen.

Wem das noch vorhandene Rauschen noch zu stark ist, der wird mit dem Filter Nik Define sicher einen besseren Effekt als mit weiteren Ebenen erzielen, aber seht selbst… (Einfach anklicken und auf 100% vergrößern)

Bildschirmfoto 2013-10-27 um 22.01.55

Ich habe nach der Rauschreduzierung via Nik Define noch den Filter Nik Viveza angewendet.

Bildschirmfoto 2013-10-27 um 22.01.15

Der Nik Viveza Filter ermöglicht mittels der Kontrollpunkte sehr schön eine partielle Nachbearbeitung einzelner Bildbereiche. So kann man das Blau des Himmels ein wenig kräftiger einstellen, das Rot der Morgensonne ein wenig farbiger und die Schattenpartien im unteren Bildbereich etwas aufhellen, so dass dort keine Strukturen verloren gehen.

Wer mag kann abschließend noch einen HDR Filter anwenden oder andere Bearbeitungsschritte durchführen. Kurz vor Schluss wird das Bild dann als unkomprimierte TIFF-Datei gespeichert. Wer seine Arbeit im Web bei flickr.com oder ähnlichen Portalen präsentieren will, der kann die Bilddatei beispielsweise über ein selbst erstelltes Photoshop-Makro auf 1920 Pixel Kantenlänge verkleinern. Bevor das Bild dann endgültig mit “Save for Web & Devices” gespeichert wird, kann es noch mit dem Nik Sharpener leicht nachschärfen.

Bildschirmfoto 2013-10-27 um 22.09.18

Werte zwischen 20% und 25% liefern hierbei in der Regel ein sehr brauchbares Ergebnis ohne, dass die Bilddatei “überschärft” aussieht.

Fazit

Wer will kann die Mehrfachbelichtungen auch direkt in der Kamera ausführen. Das vereinfacht den Workflow sehr stark, denn man hat nur Eine an Stelle mehrerer Bilddateien. Aber einzelne Bilddateien haben auch ihren Charme. Zwar ist der Aufwand bei der Bildbearbeitung höher, aber die Möglichkeiten für den nachträglichen Eingriff sind auch deutlich umfangreicher. So kann man mit den Transparenzwerten der einzelnen Ebenen sehr schön experimentieren und ist nicht davon abhängig nach welchem Algorithmus die Kamera die Einzelbilder zusammenfasst.

Das Ergebnis kann sich in jedem Fall sehen lassen solange man ein stabiles Stativ und einen Kabel- oder Infrarotauslöser verwendet. Die Belichtungsautomatik sowie den Autofokus sollte man natürlich abschalten, damit die Fotos so gut wie möglich zueinanderpassen.

Mit diesem kleinen Trick kann man mit einer 8 Jahre alten digitalen Kamera wie beispielsweise der Nikon D2x auf im Jahr 2013 noch wirklich verblüffend gute Ergebnisse erzielen. Wer den Aufwand nicht scheut kann auch so mit hohen ISO-Werten fotografieren und das viele gesparte Geld in gute Objektive, Literatur oder eine schöne Fotoreise investieren.

Letztlich gilt auch hier:

  • Nicht die Kamera macht das Bild sondern der Mensch der sie bedient. 

Fotografieren im Museum

Museum Koening #12

(Alle Fotos sind 1920 Pixel breit – einfach anklicken)

Während in den USA die Touristen selbst mit Blitzlicht in den Museen knipsen können soviel sie wollen, gibt es in deutschen Museen oft rigide Beschränkungen. Vor ein paar Jahren habe ich mal versucht einige Fotos meiner Freundin Sandra mit einer FAZ im Bonner Kunstmuseum aufzunehmen. Dabei habe ich eine schöne alte Hasselblad benutzt und wir wollten uns ein wenig am Slogan “Hinter jeder FAZ steckt ein kluger Kopf” orientieren. Doch schon nach den ersten Fotos kam eine aufgeregte Mitarbeiterin des Bonner Kunstmuseums wild gestikulierend auf uns zu um uns unsere kleine Session zu untersagen. Ich habe damals nicht sofort verstanden warum. Schließlich haben wir in einer menschenleeren Ecke ohne Blitzlicht fotografiert. Später wurde mir dann klar, dass der Architekt eine art Copyright auf das Gebäude hat. Es geht im Bonner Kunstmuseum also gar nicht um den Schutz der Gemälde vor bösen Blitzlichtern, es geht schlicht um die Kunst des Architekten und die Art und Weise wie er den Umgang damit regeln möchte.

Sandra-FAZ

Nicht weit entfernt ist das Bonner Museum Alexander Koenig. Als ich dort vor ein paar Jahren mal eine kleine Fotosession machen wollte wurde ich auch des Hauses verwiesen. Ich hatte eine Nikon D2x dabei – damals das heißeste Eisen das man für Geld kaufen konnte – und natürlich ein Stativ. Beim Rauswurf wurde mir damals auf der Straße erklärt, dass man in diesem Museum zwar fotografieren darf, aber eben nur zu privaten Zwecken und ohne Blitzlicht und ohne Stativ! Ich habe damals gefragt “Und wie soll ich hier ohne Blitzlicht und ohne Stativ vernünftige Bilder hinbekommen?” Die Antwort war “Eben darum geht es ja! Wir wollen nicht, dass hier ohne unsere Einwilligung Fotos gemacht werden die später eine kommerziellen Verwertung zugeführt werden können.”

Das ist natürlich ein Wort und ganz ehrlich gesagt habe ich für den Verbot von Blitzlicht und Stativ auch volles Verständnis. Wenn man erst einmal damit anfängt, kommen irgendwann die Leute mit einem großen Berlebach-Stativ, riesiger Fototasche und stehen den “normalen” Besuchern ständig im Weg.

Auch hier gilt wieder einmal: “Wehret den Anfängen!”

Museum Koening #1

Aber die Zeit geht weiter und die Kameras sind in den Jahren seit 2005 stetig kleiner uns leistungsfähiger geworden. So habe ich gestern einen neuen Anlauf gewagt und statt einer großen Kamera nur die kleine Nikon 1V1, die Nikon 1J2 und einige Objektive eingepackt. Zusätzlich hatte ich noch ein kleines Mini-Stativ und einen Nikon ML-L3 Infrarot-Auslöser  in der Tasche. Beim Kauf der Eintrittskarten habe ich noch kurz nach gefragt ob sich an den Regeln etwas geändert hat. Nein, für private Zwecke ohne Blitz und Stativ ist es erlaubt. Prima!

Museum Koening #2

Also habe ich zunächst mit meiner Nikon 1V1 und dem kleinen 30-110mm Teleobjektiv freihändig fotografiert. Bei ISO 1600 und 1/20s waren die Ergebnisse aber deutlich weniger gut als erhofft. Also habe ich meine kleine etwa 10cm große “Stehhilfe” ausgepackt und unter die Nikon 1 geschraubt. In Verbindung mit dem Infrarot-Auslöser sind bei abgeschaltetem VR, elektronischem Verschluss  und ISO-100 nun tolle Fotos möglich. Im ersten Bild ganz oben könnt Ihr den Aufbau des Museums sehr gut erkennen. Auf der umlaufenden Sitzbank lässt sichdie kleine Kamera sehr schön hier und dort aufstellen und mit dem kleinen “Infrarot-Knipser” auslösen. So stört man niemanden, man braucht kein Blitzlicht und man wird auch nicht aus dem Museum geworfen – Super!!

Museum Koening #8

Parallel zur Nikon 1V1 habe ich mit der Nikon 1J2 und dem grandiosen 6.7-13mm Weitwinkel einige freihändige Fotos aufgenommen. Damit die Fotos nicht verwackeln habe ich die ISO-Automatik für den Bereich ISO 100-3200 aktiviert. Hier ist es nun der Kamera überlassen den ISO-Wert so weit zu erhöhen wie es für ein unverwackeltes Foto notwendig ist. Später bei der Sichtung der RAW-Bilder musste ich dann feststellen, dass der Plan funktioniert. Die Kamera hat je nach Ausleuchtung der Objekte ISO-Werte zwischen 800 und 1.600 gewählt. Bei ISO 1600 ist dann auch ein leichtes Bildrauschen erkennbar. Aber mit dem echt coolen Photoshop Plugin “Nik Define” ist dieses Bildrauschen mit einigen wenigen Klicks eliminiert und die Bilder können sich durchaus sehen lassen.

Museum Koening #20

Fazit

In vielen Museen ist das Fotografieren mit einigen Einschränkungen erlaubt. Im Zweifel sollte man kurz anrufen und sich entsprechend rückversichern. Eine kleine Kamera und ein echtes Mini-Stativ werden in der Regel toleriert denn den kleinen Knipskisten traut eh niemand eine professionelle Bildqualität zu – was ehrlich gesagt ein Fehler ist :-) Dass man sich mit seiner Kamera unauffällig verhält und den anderen Besuchern nicht auf den Geist geht versteht sollte selbstverständlich sein. Wer sich an die Regeln hält wird wird dann auch viele Stunden lang mit seiner Kamera die mitunter wirklich schönen Exponate aus vielen unterschiedlichen Perspektiven fotografieren können.

Wenn es mit dem Stativ nicht klappt, kann man seine Kamera oft auch an der einen oder anderen Ecke auflegen. Hier ist ein kleiner Bohnensack ggfs. auch sehr hilfreich um die Kamera korrekt ausrichten zu können. Muss man nicht aus der freien Hand fotografieren so ist ein Fernauslöser ist ratsam. Alternativ kann man auch den Selbstauslöser verwenden. Im RAW-Modus bei niedrigster ISO-Empfindlichkeit entstehen so die die besten Bilder. Ein Teleobjektiv sollte man dabei haben, so kann man einzelne mitunter einige Meter entfernte Details sehr schön aus dem Kontext des Ausstellung isolieren. Mancher Betrachter wird dann schnell vergessen wo diese Fotos aufgenommen wurden.

Für eine gute Ausbeute sollte man sich Zeit lassen und sich bei einem ersten Rundgang durch die Ausstellung einen Überblick verschaffen und Bildideen entwickeln. Wenn man “seine Bilder” im Kopf hat kann es losgehen, aber mit etwas Bedacht und Rücksicht natürlich!

Wer unerwünschte Passanten aus den Bildern entfernen will, der braucht ein Stativ. Nach Möglichkeit stellt man den Autofokus und die Belichtungsautomatik ab und benutzt einen Fernauslöser. In den meisten Museen ist die Beleuchtungssituation konstant, so dass man einfach immer wieder das gleiche Foto machen kann, die Besucher aber immer wieder an anderen Stellen stehen. Später legt man mehrere dieser eigentlich identischen Bilder bspw. in Photoshop in mehreren Ebenen übereinander und blendet mittels einiger geschickt gemalter Ebenenmasken die unerwünschten Besucher einfach aus. Das funktioniert sehr gut und erfordert keine große Einarbeitungszeit in Photoshop. Alternativ kann man auch kleine Software-Helfer verwenden die zu genau diesem Zweck entwickelt wurden. Diese Programme funktionieren aber nur bei relativ gleichmäßigem Hintergrund wirklich gut!

Hier habe ich ein Foto meiner kleinen Ausrüstung für unauffällige Fotos und Videos im Museum. Meine Nikon 1J2 ist übrigens nicht drauf, denn mit ihr und dem 11,5-27mm Objektiv habe ich dieses Foto aufgenommen :-)

Nikon 1 V1 - ME-1 - Tripod - Lenses - Filters

Last but not least habe ich für Euch 24 Bilder des gestrigen Tages in ein Album auf flickr.com hochgeladen. Die Bilder können als Diashow im Vollbild abgespielt werden.


Bildbearbeitung mit Nik Color Efex Pro 4.0

Vor ein paar Tagen habe ich mein inzwischen etwas betagtes 13″ MacBook gegen ein aktuelle Höllenmaschine mit 16GB Arbeitsspeicher, einer 512GB SSD und einem famosen Retina-Display ersetzt. Wie bei jedem Tausch eines Rechners war daher auch diesmal eine ziemliche “Installationsorgie” notwendig. Nachdem alles installiert war habe ich das neue Display ein wenig mit Photoshop CS6 auf die “Probe” gestellt. Dabei kam mir die Idee endlich die Nik Color Efex Pro 4.0 zu kaufen und auf diesem tollen neuen Notebook zu installieren. Zu kaufen gibt es diese Software online via Google Nik Collection zum Preis von 149,- $ (ca. 112,- €). Der Kauf ist sehr einfach und der Kaufpreis kann bequem bspw. via Paypal bezahlt werden.

Bildschirmfoto 2013-09-22 um 20.11.38

Die Nik Color Efex Pro 4.0 sind eine Sammlung diverser Tools für die Bildbearbeitung. Nach der Installation hat sich diese Software sehr elegant in Photoshop CS6 integriert, hier gibt es also keinen “Medienbruch”. Für die Nutzung ist kein Wechsel zu einer separaten Software notwendig, alle Arbeitsschritte können innerhalb von Photoshop erfolgen. Bereits nach den ersten “Testbildern” ist mir diese Software sehr an Herz gewachsen. Gezielt eingesetzt kann man seine Bilder damit sehr subtil aufbessern. Aber es sind auch krasse Bearbeitungen wie im folgenden Bild möglich.

Hier habe ich für Euch ein relativ langweiliges Bild das im Jahr 2011 auf dem Weg nach Walker in Kalifornien entstanden ist.

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Die zu diesem Bild gehörende RAW-Datei habe ich mit Photoshop CS6 geöffnet und anschließend mit den Tools “Color Efex Pro” und danach “HDR Efex Pro” bearbeitet. Dabei habe ich einfach einige der vielen Voreinstellungen verwendet. Die gesamt Bearbeitungszeit für dieses Foto betrug kaum eine Minute und das Ergebnis ist ein echter Hingucker. Auch wenn das Ergebnis mit einer Fotografie nicht mehr wirklich viel zu tun hat und es sieht mehr nach einem Gemälde oder einer gerenderten künstlichen Landschaft aussieht, es hat was – meine ganz persönliche Meinung.

(Alle Beispiele sind 1920 Pixel breit, einfach anklicken und via flickr.com in Originalgröße anschauen)

Supernatural California - Nikon D300

Weniger stark übertrieben ist der Einsatz beim folgenden Foto ausgefallen. Hier sehen wir einen im Original etwas langweilige Szenerie aus den Nevada Mountains die Kalifornien und Nevada trennen. Auch hier war die Bearbeitungszeit nicht wirklich lang und das Ergebnis gefällt mir wirklich gut. Um der Bildwirkung Rechnung zu tragen habe ich diese Fotos bei flickr.com im Album “Supernatural Landscapes” abgelegt.

Supernatural California #2 - Nikon D300

Hier habe ich noch ein alt bekanntes Motiv, das ich zuerst im Jahr 2005 mit einer Nikon D2x und dem Nikon AF-D 80-400mm aufgenommen habe. Fast 6 Jahre später habe ich das gleiche Motiv mit einer Nikon D700 und dem Höllentele Nikkor AF-S VR 4/200-400mm aufgenommen. Dieses Foto habe ich mir erneut vorgeknöpft und das RAW-Bild mit den Nik Color Efex bearbeitet. Hier fällt die Bearbeitung nun deutlich dezenter aus und das Ergebnis gefällt mir wirklich gut.

La Casa de Dios

Kommen wir zu einem Foto das vor etwas acht Wochen während einer Motorradtour mit der Nikon 1 J2 entstanden ist. Die Gegenlichtsituation war schwierig und der kleine Chip schien zunächst deutlich überfordert zu sein. Die JPG-Datei zeigte besonders in den hellen Bereichen nahezu keine Zeichnung mehr. Umso mehr war ich erstaunt was die Nik HDR Efex in diesem Bild sichtbar machen konnten.

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Hier ein zweites weitere Beispiele die während dieser Motorradtour entstanden sind.

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Hier habe ich noch einen direkten A/B Vergleich zwischen einer JPG-Datei so wie sie meine Nikon D300 geliefert und hat und einer etwas übertriebenen Bearbeitung mit den NIK Filtern.

Supernatural-California #3 - Nikon D300

Supernatural-California-3-Original

Fazit

Wer einen Weg zur überaus effizienten Nachbearbeitung seines Bildmaterials sucht und wie ich in der Landschaftsfotografie einen etwas “übernatürlichen” Look seiner Fotos mag, der kommt für ca. 112,- Euro mit den Tools der Nik Collection sehr schnell ans Ziel. Doch der Leistungsumfang dieser Software geht weit über die hier gezeigten Beispiele hinaus. Die enthaltenen Tools für das gezielte “Nachschärfen” und Schwarz-Weiß Konvertierungen werde ich in den kommenden Wochen näher unter die Lupe nehmen und für Euch immer wieder entsprechend markierte Beispielfotos bei flickr.com posten.

Wer mag kann mich auch bei facebook adden und dort mit mir alle Themen der Fotografie diskutieren.


Snapseed – Fotos einfach und effizient bearbeiten

Viele Amateure scheuen noch immer davor zurück ihre Kamera im RAW-Modus zu verwenden. Die möglicherweise langwierige RAW-Konvertierung scheint hier zu schrecken. Aber das muss gar nicht sein. Es gibt da beispielsweise eine Software mit dem schönen Namen “Snapseed” die eigentlich für die Nutzung auf dem Smartphone entwickelt wurde. Vor diesem Hintergrund war die möglichst einfache Nutzung bei der Entwicklung sehr wichtig. Diese Software möchte ich Euch hier heute kurz vorstellen und zeigen, dass es nicht immer große teure Pakete wie beispielsweise Photoshop CS6 sein müssen. Zwar kann man mit Snapseed auch Bilder im JPG-Format bearbeiten, aber in den RAW-Bildern steckt einfach “mehr drin” und bei extremen Einstellungen treten Clipping-Effekt deutlich später auf. Abgeschnittene und damit “verlorene” Tonwerte sind dadurch seltener und die “Freiheiten” bei der Bearbeitung von RAW-Bildern erstaunlich größer.

Wer einen Mac verwendet, der kann Snapseed über den Apple App-Store zum Kampfpreis von 17,99 Euro erwerben. Als Windows-User kann man eine passende Version online über die Snapseed-Webseite beziehen.

Snapseed im Apple App Store

Bei Snapseed wurde versucht alles so einfach wie möglich zu gestalten. Auf den ersten Blick sieht Snapseed nicht nach einer ernst zu nehmenden Software zur Bildbearbeitung aus. Aber schauen wir mal genauer hin. Hier habe ich ein Foto das ich vor ein paar Tagen in der Flugzeugausstellung bei Hermeskeil mit einer Nikon D800E und dem SAMYANG 2.8/15mm aufgenommen habe.

Flugausstellung in Hermeskeil - Nikon D800E

Öffnen wir das RAW-Bild zu diesem Foto doch mal in Snapseed. Auf den ersten Blick fällt auf, die Benutzeroberfläche ist denkbar einfach gestaltet. Aber die wenigen verfügbaren Effekte haben es wirklich in sich!

Beispiel - Nikon D800E - Snapseed

Bearbeiten wir das Foto mal in der Effekt-Kategorie “Drama”…

Snapseed - Nikon D800E

Mit einigen wenigen Klicks lässt sich hier die Bildwirkung sehr drastisch verändern. Wer mag, kann das Ergebnis später noch in einer anderen Software nachbearbeiten. Um diese zu zeigen habe ich hier eine störende Begrenzungs-Schnüre mit dem Photoshop-Kopierstempel digital entfernt.

Snapseed - Nikon D800E

Das Ergebnis ist ein Bild das den aktuellen Publikumsgeschmack recht gut trifft. Es ist kein HDR, aber es könnte ein HDR sein. Die Kontraste sind heftig und die durch das krasse Weitwinkel stark verzerrte Perspektive verändern die Proportionen des Flugzeugs derart stark, dass die meisten Zuschauer im ersten Moment überrascht sein werden. Wer sich mit den Möglichkeiten von Snapseed auseinander setzt, der findet schnell gefallen daran und angesichts des wirklich niedrigen Kaufpreises ist diese Software eine echte Empfehlung.

Hier noch einige RAW-Bilder die ich für Euch mit Snapseed konvertiert habe. Um die jeweiligen Effekte stark hervorzuheben, habe die Einstellungen bewusst etwas krasser gewählt als man es normaler Weise tun würde.

Dieses Beispielfoto habe ich bei ISO-200 und 1/125s mit dem Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm bei weit geöffneter Blende aufgenommen. Die selektive Schärfe habe ich mit Snapseed bewusst verstärkt und eine leichte Vignette verwendet.

Snapseed - Nikon D800E

 

Hier nun ein Detail einer Flugzeugturbine das ein NASA-Foto von 1968 sein könnte. Neben einem “Grunge-Effekt” habe ich hier Schärfe und Details stark betont. Dies wie gesagt nur als Demonstration, normalerweise wäre man hier ein wenig zurückhaltender :-)

Snapseed - Nikon D800E

Im letzten Beispielfoto möchte ich Euch zeigen was man unter “Tonwert-Abrissen” und “Clipping” versteht. Dieses Foto ist bei krassem Gegenlicht entstanden. Die Sonne wurde zwar vom hinteren Leitwerk dieses Jumbos verdeckt, aber die Wolken waren weiß und überstrahlt. In solchen Situationen hilft einzig die Korrektur des Belichtungsmessers. Korrigiert man in solchen Situationen die Belichtung um etwas -1.0EV oder mehr, so behalten die hellen Bildbereiche noch etwas Zeichnung. Meist ist in dem dann viel zu dunkel geratenen Foto aber in den dunklen Bereichen noch genügend Zeichnung vorhanden um diese dunklen Bereiche so aufzuhellen, dass sich noch eine zufrieden stellende Tonwertverteilung ohne Abrisse ergibt. Perspektive und Wolkenhimmel sind hier zwar ziemlich cool, aber durch die Überbelichtung ist das Bild eigentlich “zerstört” und kann selbst mit Snapseed oder anderen Programmen nicht mehr gerettet werden.

Snapseed - Nikon D800E


Nikon AW-100 – Schöne Fotos mit wenig Aufwand

Bereits vor einigen Monaten habe ich mir eine Nikon AW-100 gekauft um auf meinen Motorradtouren eine Kamera dabei haben zu können die ordentlich was einstecken kann und trotzdem gute Bilder liefert. Diese Rechnung ist aufgegangen und meine AW-100 ist in den letzten Wochen mit einem guten Freund sogar um die halbe Welt bis zu den Kapverdischen Inseln gereist. Einige Beispielbilder und Videos dieser Reise wird es in Kürze hier zu sehen geben.

Dann hat mich vor einer Weile eine E-Mail von Stefan Wulfert erreicht. Stefan hat auch eine AW-100 und war sich nicht ganz sicher ob er sich einen Polfilter kaufen soll. Ich habe ihm dazu geraten und er hat mir kurze Zeit später einige Beispielbilder per E-Mail geschickt. Diese Bilder hatten keine schönen Farben, sahen blass aus und ihnen fehlte “eigentlich alles”. Stefan war gefrustet, er hatte sich erhofft durch den Polfilter automatisch gute Bilder hinzubekommen. Seinen Frust konnte ich ein wenig zerstreuen. Denn ein Polfilter kann nicht zaubern! Die Fotografie ist “Malen mit Licht” – hat man kein gutes Licht, so gibt es auch keine schönen Farben und damit letztlich keine schönen Fotos!

Stefan hat sich das zu Herzen genommen und die ersten Beispielfotos erneut mit der AW-100 fotografiert, diesmal bei schönem Wetter und blauem Himmel. Den Polfilter hat er bei allen Bildern verwendet. Jedes der drei Beispiele hat er einmal mit eingebautem HDR-Modus und einmal ohne HDR fotografiert. Hier sind seine neuen Beispiel-Fotos: (Anklicken für 1000er Größe)

Motiv 1 – Polfilter mit HDR

Motiv 1 – Polfilter ohne HDR

Motiv 2 – mit Polfilter mit HDR

Motiv 2 – Polfilter ohne HDR

Motiv 3 – Polfilter mit HDR

Motiv 3 – Polfilter ohne HDR

Schaut man sich diese Fotos an so fällt sofort auf, dass der HDR-Modus deutlich kräftigere Farben bewirkt. In Verbindung mit dem Polfilter ist eigentlich schon alles so wie man es sich wünschen würde. Wer sich vom HDR-Modus der AW-100 jetzt aber HDR-Wunderbilder erhofft wie man sie aus den diversen Foto-Portalen kennt, der wird enttäuscht werden. Der Chip der AW-100 ist sehr klein, daher ist die erzielbare Dynamik-Umfang nicht sehr hoch. Helle Bildbereiche sind schnell überstrahlt und ohne Zeichnung. Hier hilft der HDR-Modus um diese kleine konstruktionsbedingte Schwachstelle zu umgehen. Ich denke die Bilder zeigen, dass der HDR-Modus gut funktioniert und durchaus befriedigende Ergebnisse liefert.

Zum Polfilter: Auf allen drei Motiven sieht man eine Wasserfläche die in einem spitzen Winkel fotografiert ist. Die Stärke eines Polfilter besteht darin, dass man Reflektionen die nicht metallischen Ursprungs sind wegfiltern kann. Damit das funktioniert muss man den Polfilter drehen können. Im Idealfall kann man so in das Wasser hineinschauen, kann Schaufensterscheiben “auflösen” und Menschen in ihren Autos fotografieren, ohne dass die Windschutzscheibe stört. Dafür muss man den Polfilter aber in die richtige Stellung drehen!

Ich denke, dass bei den drei Beispielbildern die Farben sichtbar intensiver abgebildet worden wären, wenn Stefan den Filter ein wenig mehr in die “ideale” Position gedreht hätte.

Schauen wir uns Motiv 3 etwas näher an. Hier fällt auf, dass die Häuser ein wenig schief zu stehen scheinen. Der Horizont ist sehr nah bei der Bildmitte und der wolkenlose eigentlich sehr schöne “Frühjahrs-Himmel” sieht etwas langweilig aus.

Ein ganz alter Spruch besagt:

  • Amateurs worry about equipment.
  • Professionals worry about money.
  • Masters worry about light!

Das sieht man hier sehr schön. Das Motiv ist eigentlich nicht uninteressant aber das Licht war an diesem Tag zwar “schön” aber eher für einen Spaziergang als für ein beeindruckendes Foto. Hier wäre mein Tipp, dieses Motiv in einer frühen Morgen- oder Abendstunde mit Polfilter und HDR zu “erarbeiten”. Damit es nicht verwackelt ist sollte man ein kleines Stativ verwenden und den Selbstauslöser verwenden. Den VR würde ich abschalten, denn mit Stativ und Selbstauslöser braucht man ihn nicht und ohne VR ist das Objektiv mit hoher Sicherheit korrekt zentriert, was man bei aktivem VR nie mit Sicherheit sagen kann.

Hier nun eine Version von Motiv 3 bei der ich das Bild ganz leicht gedreht und einen etwas anderen Bildausschnitt gewählt habe. Eine simple Korrektur die man sogar ausführen kann BEVOR man das Foto aufnimmt!

Hier ist nun eine Variante bei der ich das Bild in Photoshop geöffnet habe. Dann habe ich die aktive Ebene mit Strg-A, Strg+C und Strg+D in die Zwischenablage kopiert. Anschließend habe ich in Photoshop eine leichtes HDR-Toning angewendet und die “original” Ebene via Strg+V darüber gelegt. Mit einer Ebenenmaske habe ich dann den zu krassen “HDR-Himmel” gegen den ursprünglichen Himmel ausgetauscht. Die Bearbeitungszeit betrug etwa 30 Sekunden!

So ist es schon etwas spannender, weil es klare diagonale Linien gibt die das Auge des Betrachter mitten ins Stadtzentrum lenken. Auch die Farben sind schön kräftig, fast schon zu bunt.

Doch wirklich zufrieden kann man mit dem Ergebnis immer noch nicht sein. Also habe ich erneut das Originalbild geöffnet. Dann habe ich Perspektive, Horizont und Verzeichnung des Objektivs korrigiert. (Dialog Lens-Correction) Anschließend habe ich (da es ja nur ein Beispiel ist) einen beliebigen Sonnenuntergang ausgesucht und ihn mit einer Ebenenmaske über den langweiligen blauen “Original-Himmel” gelegt. Danach habe ich die Ebenen zusammengefasst und den Photo-Filter “Warm” angewendet. Via Lens-Correction habe ich danach eine ausgeprägte Vignette erzeugt um dem Bild einen etwas altmodischen Stil zu geben. Zuletzt habe ich es noch ganz leicht über den Hochpassfilter nachgeschärft. Das Ergebnis ist nicht wirklich überzeugend, da der Schattenwurf der Häuser usw. völlig falsch ist. Aber es ist ja auch nur als Demo gedacht um zu zeigen wie sich der Stand der Sonne bei solchen Bildern auf das Ergebnis auswirkt. Das schöne ist, dass man gutes Licht völlig kostenlos bekommen kann, man muss nur Zeit haben und einen “guten Tag” abwarten können.

Zum Abschluss habe ich hier noch eine Schwarz-Weiß Variante, bei der ich einen dichten Rotfilter simuliert habe. (Image -> Adjustments -> Black & White -> Preset: Red Filter)

Um es besser vergleichen zu können habe ich für Euch hier nochmals das Ausgangsbild eingefügt.

Ich hoffe, dieses kleine Tutorial zeigt Euch worauf es ankommt.

  • Suche den besten Standort und mache dir Gedanken zum Bildaufbau
  • Verwende eine Stativ und den Selbstauslöser und den niedrigsten ISO-Wert
  • Schalte den VR aus
  • Stelle den Polarisationsfilter optimal ein
  • Achte darauf, dass die Kamera korrekt ausgerichtet ist
  • Versuche den perfekten Moment zu erwischen
Beherzigt man all das, so sind die folgenden Arbeitsschritte in Photoshop nicht mehr wirklich wichtig. Denn das was wichtig ist hat man ja schon, ein gutes Ausgangsbild! Aus einem guten Foto kann man mit Photoshop ein perfekte Bild zaubern. Aus einem verwackelten, blassen Foto mit langweiligem Motiv wird man niemals mit Photoshop ein Bild machen könen das Beachtung findet und von seinen “Betrachtern” länger als eine Sekunde beäugt werden wird.
So, nun bin ich gespannt auf Euer Feedback :-)

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Endlich gibt es ein sinvolles Beauty-Produkt das uns Fotografen künftig das Leben leichter machen könnte. Statt nach einer Fotosession viele Stunden mit Portrait-Retusche und einem aufwändigen Post-Processing-Workflow zu verschwenden könnten unsere Models dieses revolutionäre neue Produkt verwenden. Wer braucht da schon eine Nikon D4 und eine Visagistin…

Fotoshop by Adobé – Natürlich schön!

Fotoshop by Adobé from Jesse Rosten on Vimeo.


Tutorial – Portrait Retusche bei Männern

Heute habe ich für Euch eine kleines Tutorial zum Thema “Portrait Retusche” erstellt. Diesmal haben wir ein Männergesicht als Vorlage und wollen mal sehen ob wir mit einer sanften sehr unauffälligen Nachbearbeitung aus einem langweiligen schlecht komponierten Bild ein authentisches Portrait zaubern können.

Dieses Tutorial habe ich auf meinem MacMini im Format 1920×1080 Pixel aufgezeichnet. Neu gelernt habe ich in der letzten Woche, dass man mit dem Quicktime Player auf dem Mac nicht nur abspielen sondern auch aufzeichnen kann!! Und das geht sogar supergut, da fragt man sich, warum ich mir vor ein paar Wochen die Software Screenium gekauft habe. Ok, Screenium hat ein paar Features mehr, aber eigentlich kann man auch mit dem Quicktime Player alles machen was man für solch ein Tutorial benötigt. Warum gibt es in den “Windows-Bortmittlen” eigentlich kein Pendant dazu?

Dieses 32-Minuten lange Tutorial braucht auf der Festplatte meines MacMini gerade einmal 600 MB und das in voller HD-Auflösung und ohne irgendwelche XVID-Kompressoren oder andere Plug-Ins. Das ist wirklich super und nach dem Upload bei YouTube ist es noch richtig scharf und man kann es auch mit etwas langsameren Leitungen in voller HD Auflösung anschauen. Das rockt! Leider ist der MacMini ein wenig überfordert, wenn gleichzeitig noch eine Tonspur via USB von meinem ZOOM H2 Audiorekorder aufgezeichnet werden muss. Ich habe es versucht und es gibt immer kleine “Kratzer” im Ton wenn Photoshop rechnet oder andere Aktionen ausgeführt werden müssen. Daher habe ich den Ton ohne USB Verbindung direkt mit dem ZOOM H2 aufgenommen. Zum Schluss konnte ich die Tonspur dann via USB auf den Mac kopieren und per Drag & Drop vom Finder direkt in iMovie “werfen”.

Für die Synchronisation mit dem Film habe ich versucht beide Aufzeichnungen zeitgleich zu starten und habe mich später an den kleinen leisen Mausklicks orientiert, eigentlich ganz einfach. Da sich in iMovie eine Video mit separater Tonspur nicht so einfach schneiden lässt, habe ich beides zusammen erst einmal exportiert was gut zwei Stunden gedauert hat. Dann habe ich es wieder in iMovie importiert, das hat ca. 20 Minuten gedauert. Anschließend konnte ich es schneiden, mit Intro und Outro versehen und wieder exportieren. Dieser Export hat wieder etwa 2 Stunden benötigt. Insgesamt hat der Mac also etwa 5 Stunden an diesem Video “gearbeitet”. Hier würde ich mir einen Dual-Quadcore mit 8x 3GHz wünschen. Aber den gibt es mit OS-X leider nicht für 850 Euro :-(

Der Upload in Richtung YouTube hat leider auch erst beim zweiten Mal geklappt – Bloggen ist Schwerstarbeit!

Über Anmerkungen und Anregungen würde ich mich wie immer sehr freuen. Nun aber “Film ab” und viel Spaß beim Nachmachen :-)


Nikon P7100 – Dynamikumfang erweitern

Es ist Samstag und mein Freund Anas hat sich mit uns für 13h verabredet. Zusammen mit Sandra fahren wir hoch zur Margaretenhöhe im Siebengebirge, unser Ziel ist der Oelberg. Die höchste Erhebung im Siebengebirge. Bei schönem Wetter kann man bis nach Köln schauen, heute ist es leider sehr diesig und wir können kaum den Bonner Posttower sehen. Während die Wanderer kommen und gehen lassen wir es uns bei Rehkeule mit Klößen gut gehen.

Als sich der Tag dem Ende entgegen neigt müssen wir aufbrechen wenn wir noch bei Tageslicht am Auto eintreffen wollen. Doch es ist noch Zeit für einen schnellen Schuß mit der neuen Nikon P7100. Ein Stativ und einen Infrarotauslöser habe ich nicht dabei, schade denn das Abendrot ist wirklich schön.

Der Kontrast ist so heftig, man bekommt den tollen Sonnenuntergang einfach nicht auf den kleinen Chip gebannt. Entweder ist der Himmel fast weiß oder die Felsen im Vordergrund versinken in tiefem Schwarz.

Was tun, ein Stativ habe ich nicht und ohne selbiges läßt sich kein wirklich schönes HDR erstellen. Eine typische Situation die tausende Fotografen tagtäglich erleben. Man könnte einen Grauverlaufsfilter verwenden, das würde ein wenig helfen, aber die P7100 hat kein Filtergewinde, jedenfalls nicht ohne Zubehör.

Wie wäre es denn mit einer Belichtungsreihe – ich könnte versuchen die Kamera einfach still zu halten und das Motiv so zu wählen, dass ich später aus zwei Fotos mit ggfs. leicht unterschiedlichem Bildausschnitt ein einziges Foto zusammen zu setzen. Kaum gedacht auch schon geknipst…

Später am Computer suche ich mir aus der 5-fach Belichtungsreihe zwei Bilder heraus die zusammen passen könnten. Einmal ist der untere Bildbereich ok, beim zweiten Bild ist der Himmel schön strukturiert und nicht überstrahlt.

Mit Nikon Capture passe ich die beiden Bilder so an, dass sie den gleichen Weißabgleich usw. verwenden. Danach öffne ich sie in Photoshop und lege das dunklere Bild in einer Ebene über das hellere Bild. Anschließend füge ich eine Ebenenmaske hinzu und gebe dieser einen Farbverlauf von weiß nach schwarz. fertig ist meine Montage – na jedenfalls fast fertig. Das der Ausschnitt nicht so ganz korrekt ist stelle ich die Deckkraft des oberen Bildes auf 50%, drücke das V und verschiebe es dann mit den Cursortasten bis die Ruine auf dem Drachenfels deckungsgleich ist. Danach ändere ich die Deckkraft wieder auf 100% und beschneide das Bild so, dass es keine Räder gibt die wegen der nicht präzisen Überdeckung der beiden Bilder entstanden sind.

Anschließend via Makro auf 1000 Pixel Seitenlänge verkleinern und ab in die fotocommunity damit :-)

War doch ganz einfach und sieht gar nicht übel aus, oder? Alles ganz ohne HDR und ohne Tonemapping!

 

 


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