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Panasonic GH3 – Schönes Bokeh mit kleinem Sensor

Bokeh Test #9 - Nikon D800E - AF-D 1,4/85mm @F1,8

Die Hintergrundunschärfe wird auch als Bokeh bezeichnet. Bei hartgesottenen “Lens-Nerds” wird das Bokeh eines Objektives oft höher gehandelt als die Abbildungsqualität. Weil man für Kameras mit kleinen Sensoren auch Objektive mit kürzeren Brennweiten benötigt, wird die Hintergrundunschärfe größer je kleiner der Sensor wird. Das mag paradox klingen, es ist aber so :-) Dies ist wohl auch der Grund warum echte Profis auch heute noch mit Kameras wie der Mamiya RZ-67 Pro II fotografieren. Dort ist die Fläche die belichtet wird satte 6x7cm groß. Daher hat bei einer solchen Mittelformat-Kamera ein kleines Portrait-Teleobjektiv schon rund 200mm Brennweite. An einer Kamera wie der Panasonic GH3 bekommt man einen sehr ähnlichen Blickwinkel schon mit etwa 45mm Brennweite hin. Der Unterschied im Bildeindruck ist dadurch jedoch gewaltig.

Spätestens seit der Vorstellung der Nikon D600 ist ein ausgeprägter Trend weg von Kameras mit Sensoren im APS-C Format, hin zum doppelt so großen 35mm Kleinbildformat auszumachen. Alle jene die bei diesem Wechsel sehr tief in die Tasche greifen haben wohlmöglich Haus und Hof verpfändet weil sie in einer Fotozeitung gelesen haben, dass man nur im “Vollformat” ein tolles Bokeh hinkriegt und dass Fotos ohne Bokeh grundsätzlich schlecht sind. Hier gibt es viel Hysterie seitens der Kunden und in den Marketing-Abteilungen manch eines Kameraherstellers wird dies mit fetten Bonuszahlungen honoriert.

Schauen wir uns heute mal am Beispiel einiger Objektive an wie es mit dem Bokeh bei der Panasonic GH3 bestellt ist. Diese Kamera hat einen relativ kleinen Sensor der etwa ein Viertel der Fläche hat die es bspw. bei der Nikon D800 gibt. Ganz oben habe ich ein Foto eingefügt, dass ich eben draußen im Garten mit meiner Nikon D800E und dem “Weltmeister des gepflegten Bokehs” dem Nikkor AF-D 1,4/85mm bei Blende 1,8 aufgenommen habe.

Der Hintergrund ist in diesem Foto fast verschwunden. Im Gegenzug reicht die Tiefenschärfe aber kaum von der Nase bis zu den Ohren meines kleinen “Foto-Bären”. Die Hintergrundunschärfe ist also recht ausgeprägt aber die gesamte Auflösung des Bildes leidet offensichtlich unter der fast vollständig geöffneten Blende.

Da der Micro-Four-Thirds Standard von mehreren Kameraherstellern gemeinsam entwickelt wurde, lassen sich Olympus Objektive sehr schön an der Panasonic GH3 nutzen. Schauen wir uns mal im Vergleich die Panasonic GH3 mit dem Olympus Zuiko 1,8/45mm an. Dieses Objektiv entspricht einem 90mm Objektiv bezogen auf das 35mm Kleinbild (Vollformat).

Das Foto habe ich bei vollständig geöffneter Blende aufgenommen. Im Vergleich zum obigen Foto ist der Hintergrund deutlich klarer erkennbar, aber der kleine Bär wird trotzdem sehr schön vom Hintergrund abgehoben und im Vergleich zum Nikon-Portraittele ist hier die Nase des Bären sehr scharf abgebildet. Die Sache hat auch einen Vorteil, wer etwas ungeübt ist wird mit einer Micro-Four-Thirds Kamera also bei Portraits eine etwas höhere Trefferquote erzielen.

Bokeh Test #2 - Olympus Zuiko 1,8/45mm

Ein weiterer Vorteil sind Preis und Gewicht. Das Olympus 1,8/45mm kostet gerade einmal 279,- Euro und wiegt einen Bruchteil des Nikon-Pendants.

Schauen wir uns nun ein LEICA 2,8/45mm Macro-Objektiv an. Dieses Objektiv wurde weniger für schönes Bokeh als vielmehr für allerhöchste Auflösung konstruiert.

Bokeh Test #1 - LEICA MACRO ELMARIT 2,8/45mm

Man sieht einen ganz deutlichen Unterschied zum Olympus-Objetkiv. Auch hier ist der preisliche Unterscheid sehr groß, das LEICA 2,8/45mm ist mit einer Preisempfehlung in Höhe von 799,- Euro fast dreimal so teuer wie das winzige Pendant von Olympus.

Schauen wir uns nun an wie es um das Bokeh bestellt ist wenn man das gleiche Foto mit einem Panasonic 3,5-5,6/14-42mm Objektiv bei 42mm Brennweite und Blende 5,6 aufnimmt.

Bokeh Test #3 - Panasonic 3,5-5,6/14-42

Die Strukturen im Hintergrund sind jetzt noch deutlicher zu erkennen. Aber das Foto wäre dennoch recht brauchbar. Hier wird auch schnell klar, dass man die  längste Brennweite man bei Kameras mit kleinem Sensor für eine gelungenes Portrait-Foto verwenden sollte.

Megazoom Objektive sind zwar bei “Lens-Nerds” sehr verschrieben, aber dennoch mehr als praktisch. Ich fotografiere beispielsweise sehr gern mit dem Panasonic 3,5-5,6/14-140mm Megazoom. Schauen wir mal wie unser Bär bei ca. 42mm Brennweite mit diesem Objektiv bei vollständig geöffneter Blende aussieht.

Bokeh Test #4 - Panasonic 3,5-5,6/14-140mm V2

Im direkten Vergleich zum 12-42mm “Kit-Objektiv” ist hier die Hintergrund-Unschärfe sogar ein wenig ausgeprägter. Dies liegt daran, dass Blende 5,6 bei dieser Linse erst bei 140mm Brennweite erreicht wird. Es ist bei mittleren Brennweiten also ein wenig lichtstärker als das Kit-Objektiv.

Nun treten wird ein paar Schritte zurück und fotografieren unseren Bären mal bei 140mm Brennweite mit dem 10-fach Zoomobjektiv bei vollständig geöffneter Blende, also bei F/5,6.

Bokeh Test #5 - Panasonic 3,5-5,6/14-140mm @140mm

Der Ausschnitt ist jetzt etwas anders, mein Garten ist einfach zu klein. Aber wir sehen schon, dass der Hintergrund jetzt recht schön verschwimmt. Und aufgrund des engeren Blickwinkels wird unser kleiner Bär auch viel stärker betont, weil das Objektiv wegen der langen Brennweite – die einem 280mm Objektiv im Vollformat entspricht – sehr viele weniger “Hintergrund sieht”.

Jetzt merken wir uns die Spitze des kleinen Bäumchens das da rechts im Bild etwas unscharf zu sehen ist. Danach montieren wir ein 100-300mm Telezoom an die Panasonic GH3 und fotografieren genau die Spitze dieses kleinen Baumes bei 300mm Brennweite – also 600mm im Vollformat!

Bokeh Test #6 - Panasonic 100-300 @300mm

 

Hier sehen wir nun sehr schön wie jetzt der Hintergrund völlig verschwimmt. Wer sagt, dass man mit Kameras die einen kleinen Sensor haben kein schönes Bokeh hinbekommt, der ist also ein Lügner oder hat einfach keine Ahnung. Aber vielleicht hat er auch nur die falschen Objektive…

Alle Beispielfotos habe ich für Euch in voller Größe bei flickr.com hochgeladen. Schauen wir uns nun dieses Bild in voller epischer Schönheit an. Nun fällt schnell auf, dass wir jetzt in Regionen vordringen in denen wir zwar eine schöne Hintergrundunschärfe erzielen können, aber die Tiefenschärfe im Gegenzug nur noch einige wenige Zentimeter beträgt. Also blenden wir dieses Objektiv jetzt auf Blende 11 ab und schauen wie es dann aussieht.

Bokeh Test #7 - Panasonic 100-300 @300mm F/11

Die Hintergrundunschärfe ist noch immer sehr ausgeprägt und in der 100% Ansicht kann man sehen, dass die Abbildungsqualität enorm zugelegt hat. Nun machen wir ein kleines Experiment und fotografieren die Spitze unseres kleinen Bäumchens mit einem alten Nikkor AiS 2,8/55mm das wir mit einem Novoflex-Adapter an die Panasonic GH3 montieren. Bei Blende 5,6 erhalten wir damit dieses Foto:

Bokeh Test #8 - Nikkor AiS 2,8/55mm @ F5,6

Das Bokeh und etwas “härter”, aber grundsätzlich ist auch dieses Objektiv an einer Micro-Four-Thirds Kamera sehr brauchbar, sogar wenn es um zwei Stufen abgeblendet wird um Abbildungsqualität und Tiefenschärfe zu erhöhen.

Fazit

Eine schöne Hintergrundunschärfe kann auch bei Micro-Four-Thirds Kamera sehr leicht erreicht werden. Allerdings muss man hier stärker auf den Bildaufbau achten als bei der Nutzung einer 35mm Kleinbild oder gar Mittelformat-Kamera. Wer für ein Portrait sein Modell schön vom Hintergrund abheben möchte, der muss dafür sorgen, dass der Hintergrund etwa doppelt so weit weg ist wie es bei einer 35mm Kamera notwenig wäre. Ist es nicht möglich diese Distanz zu erreichen, so kann man eine längere Brennweite verwenden. Bei 140mm Brennweite gelingen mit einer Panasonic GH3 Fotos deren Bokeh recht nah an dem ist was sich mit dem Nikkor AF-D 1,4/85mm erreichen lässt.

Wer ein solches Objektiv nicht hat oder sich nicht so weit von seinem Model entfernen kann, weil beispielsweise das Studio zu klein ist, der kann näher an sein Modell heran gehen und so das Bokeh etwas weicher gestalten. Hat man etwas Zeit, so empfiehlt es sich mit unterschiedlichen Blenden-Einstellungen zu fotografieren. Ein weiches Bokeh ist nicht alles. Was nutzt das tolle Bokeh wenn die Gesichter eines Models nicht wirklich scharf abgebildet wurden?

Hier muss man seinen Mittelweg zwischen Bokeh und Auflösung finden. Wer Kosten und Gewicht nicht scheut, der kann natürlich weiterhin zu größeren Sensor-Formaten greifen. Damit lässt sich das Bokeh leichter steuern, aber auf Reisen sind diese großen schweren Ausrüstungen eben auch oft ein Hindernis.

Noch ein Tipp: Mit einem neutralgrauen Filter kann man überschüssiges Licht “wegfiltern” und so auch tagsüber bei hellem Sonnenlicht mit weit geöffneter Blende fotografieren. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit 4x Filtern gemacht. Sie dunkeln das Sucherbild in akzeptablem Maße ab und haben bei viel Licht noch keinen wirklich negativen Einfluss auf die Funktionsweises des Autofokus-Systems.

Abschließend kann ich das kleine preiswerte Olympus 1,8/45mm Objektiv allen empfehlen die gern Portraits fotografieren und denen ein schönes Bokeh dabei wichtig ist.

 

 


Nikon D800s – Was bringt das Update

Ein kleiner Spaß mit Photoshop

Der Konkurrenzkampf unter den Kameraherstellern unterscheidet sich kaum vom Rest der Elektronik-Branche. Kaum hat beispielsweise HTC das Modell M7 vorgestellt, zaubert auch schon Samsung ein Modell mit neuen technischen Leckereien aus dem Hut und just einige Wochen später ist das M7 schon wieder alt und HTC zieht mit dem M8 gleich. Bei Nikon, Canon & Co. ist das nicht anders. Es ist ein ewiger Wettlauf um die Gunst der Käufer die ihr Produkt nicht mit dem Bauch sondern allein anhand der technische Daten auswählen.

Um nicht bei den Verkäufen hinter den Erzrivalen Canon zurückzufallen werden auch bei Nikon die Zyklen für neue Modelle immer kürzer. Doch aller Hysterie zum Trotz hat man bei Nikon in der Vergangenheit zwischen den “Major-Releases” jeweils ein “Minor-Release” eingeschoben. Also ein vermeintlich neues Kameramodell, bei dem jedoch die Modellpflege im Vordergrund stand und nahezu alle wesentlichen Baugruppen beibehalten wurden.

So gab es kurz nach dem Erscheinen der Nikon D1 mehrere Upgrades mit höherer Auflösung, schnellerer Bildfolge und erweitertem Speicher. So wurde auch die sehr gute D2x bereits ein Jahr nach der Vorstellung von der Nikon D2xs abgelöst. Die Neuerungen waren übersichtlich und man konnte jede D2x über ein Firmware-Update auf den Stand der D2xs bringen. Auch die D3 erhielt knapp zwei Jahr nach ihrer Vorstellung mit der D3s einen leicht verbesserten Nachfolger.

Im Frühjahr 2012 wurden die D4 und die D800/D800E vorgestellt und auch für diese Kameras ist nun die Zeit der Modellpflege gekommen. In den nächsten Wochen wird eine leicht modifizierte Nikon D4s in die Läden kommen und eine D800s wird wohl im Herbst zur Photokina 2014 folgen. Kurz darauf werden sich alle DX-Freude über eine Nikon D7200 freuen können.

Um bei all den Modellen die Übersicht nicht zu verlieren habe ich hier für Euch eine Liste der digitalen Nikon Kameras zusammengestellt.

Modell Einführung Mega-Pixel B/s Sensor UVP
D1 Okt. 1999 2,74 4,5 23,7×15,6 DM 7.615
D1H Feb. 2001 2,74 5 23,7×15,6 DM 5.000
D1X Feb. 2001 5,47 3 23,7×15,6 DM 6.500
D100 Juli 2002 6,1 3 23,6×15,8 € 2.800
D2H Juli 2003 4,1 8 23,1×15,5 € 4.000
D70 Mär. 2004 6 3 23,6×15,8 € 1.100
D2X Juli 2005 12,5 5 23,7×15,7 € 5.000
D2Hs Nov. 2005 4,1 8 23,1×15,5 € 3.500
D50 Okt. 2005 6,1 2,5 23,6×15,8 € 750
D70s Apr. 2005 6 3 23,6×15,8 € 950
D200 Nov. 2005 10,2 5 23,6×15,8 € 1.700
D2Xs Juli 2006 12,5 5 23,7×15,7 € 5.069
D80 Sep. 2006 10,2 3 23,6×15,8 € 969
D40 Okt. 2006 6,24 2,5 23,6×15,8 € 649
D40X Mär. 2007 10,2 3 23,6×15,8 € 859
D3 Dez. 2007 12,1 9 bei 12 mp
11 bei 5 mp
36×23,9 € 4.849
D300 Aug. 2007 12,3 6
8 mit Batteriegriff
23,6×15,8 € 1.829
D60 Mär. 2008 10,2 3 23,6×15,8 € 749
D700 Juni 2008 12,1 5
8 mit Batteriegriff
36×23,9 € 2.599
D90 Sep. 2008 12,3 4,5 23,6×15,8 € 1.189
D3X Dez. 2008 24,5 5
7 im DX-Modus
36×23,9 € 6.999
D5000 Mai  2009 12,3 4 23,6×15,8 € 859
D3000 Aug. 2009 10,2 3 23,6×15,8 € 539
D300s Aug. 2009 12,3 7
8 mit Batteriegriff
23,6×15,8 € 2.369
D3s Okt. 2009 12,1 9
11 im DX-Mode
36×23,9 € 4.999
D3100 Aug. 2010 14,2 3 23,1×15,4 € 649
D7000 Sep. 2010 16,2 6 23,6×15,6 € 1.399
D5100 Apr. 2011 16,2 4 23,6×15,6 € 809
D4 Jan. 2012 16,2 10
11 im DX-Mode
36×23,9 € 5.929
D800 Feb. 2012 36,3 4
6 im DX-Mode
36×23,9 € 2.899
D800E Feb. 2012 36,3 4
6 im DX-Mode
36×23,9 € 3.219
D3200 Apr. 2012 24,2 4 23,2×15,4 € 599
D600 Sep. 2012 24,3 5,5 36×23,9 € 2.149
D5200 Nov. 2012 24,1 5 23,5×15,6 € 809
D7100 Mär. 2013 24,1 6 23,5×15,6 € 1.179
D610 Okt. 2013 24,3 6 36×23,9 € 1.949
D5300 Okt. 2013 24,2 5 23,5×15,6 € 809
Df Nov. 2013 16,2 5,5 36×23,9 € 2.999
D3300 Jan. 2014 24,2 5 23,2×15,4 € 549
D4s Feb. 2014 16,2 11 36×23,9 € 6.150
D800s Sep. 2014 36,3 5
6 mit Batteriegriff
36×23,9 € 3.000
D4x Sep. 2014 36,3 8 36×23,9 € 7.000
D7200 Sep. 2014 24,1 7 23,5×15,6 € 1.300

Was die Nikon D800s bringen wird kann man sich bereits jetzt an 5 Fingern abzählen:

  • Leicht erhöhte Bildfolge
  • Verbessertes Aufofokus-System wie bei D4s
  • Etwas geringeres Bildrauschen bei hohen ISO-Werten
  • Expeed 4 Bildprozessor
  • Zusätzliche Modi für Video-Aufnahmen

Was sie nicht haben wird ist auch klar:

  • Eingebautes GPS und WLAN
  • Programmierbare AF-Punkte für Video
  • 4k Auflösung für Video
  • Klappdisplay
  • Touchdisplay
  • Hybridsucher

Damit schnell deutlich, dass sich Besitzer einer D800 oder D800E nicht zu grämen brauchen. Sie haben nach wie vor eine sehr gute Hochleistungskamera zur Verfügung und es gibt keinen Grund für einen Wechsel. Wer noch vor der Überlegung steht ob es eine D800 werden soll, der kann sich entweder über günstige “Auslaufmodell” ohne das magische S freuen oder noch ein paar Monate warten und dann zum neuen Top-Modell greifen. Allerdings sollte nicht zuletzt beim Blick auf die oben aufgeführte Liste klar sein, dass die Nikon D800s sehr wahrscheinlich bereits im Jahr 2016 von einer D800x oder der D900 abgelöst werden wird.

Wie auch in der Automobilbranche setzt man bei Nikon auf Evolution statt auf Revolution. Die Automobilhersteller sind stets darauf bedacht ihre Modellpalette sanft weiterzuentwickeln und die Kunden nicht mit allzu großen technologischen Revolutionen zu verunsichern. Hier hat man aus der Vorstellung des damals revolutionären NSU Ro80 gelernt. Dieses Auto war zu seiner Zeit ein absolutes technisches Highlight und bedeutete dennoch den Niedergang seines Herstellers. Der Markt war einfach noch nicht bereit für Wankelmotoren und extrem stromlinienförmige Karroseriebauformen.

Schaut man sich einen Golf 1 neben dem aktuellen Modell an, so sind die Unterschiede indes gewaltig. Vergleicht man allerdings die einzelnen Modelle miteinander, so waren die Unterschiede stets überschaubar.

Wer im Jahr 2014 eine Nikon D1x mit einer Nikon D4 vergleicht wird man ähnliches feststellen. Die grundsätzliche Bauform ist gleich geblieben und alle wesentlichen Bedienelemente sind noch am gleichen Platz. Doch bei der Bildqualität hat sich ein klarer Quantensprung ergeben. Doch wie bei einem VW Golf III und Golf IV sind die Unterschiede zwischen Nikon D3 und D4 ebenfalls überschaubar und mit beiden Kameras kann man im übertragenen Sinne angenehm von A nach B fahren.

Fazit

Der Vorstellung der Nikon D800s können wir gelassen entgegen sehen. Die Unterschiede werden marginal ausfallen und die D800 gehört noch lange nicht zum alten Eisen. Statt sich über den Wertverlust auf dem Gebrauchtmarkt zu ärgern sollte man sich an der unglaublichen Bildqualität der D800 bzw. D800E erfreuen. Über eine Erweiterung seines Kamerasortimentes braucht man frühestens im Jahr 2016 nachzudenken wenn der Nachfolger der D800s vorgestellt wird.

Aufgrund der leicht erhöhten Bildfrequenz könnte die D800s für jene Sportfotografen interessant sein, bei denen die D800 bislang aufgrund der moderaten Bildfrequenz mit 4 B/s ausgeschieden ist. Über den zu erwartenden Preisverfall werden sich die Schnäppchenjäger freuen.

Für alle die es noch nicht kennen habe ich hier ein Video das ich in weiten Teilen mit meiner Nikon D800E aufgenommen habe.


Nikon D800E – Nachts fotografieren

Frankfurt Panorama - Nikon D800E & Rokinon 3,5/24mm Shift & Tilt

Bereits seit fast einem halben Jahr verabredet, konnte ich mich in der letzten Woche mit einer früheren Arbeitskollegin treffen um die Frankfurter Skyline im Abendlicht zu fotografieren. Im Vorfeld haben wir gemeinsam überlegt welche Stelle geeignet erscheint und ich habe ein wenig bei Google-Maps und in der Wikipedia recherchiert. Dabei bin ich auf Fotos gestoßen, bei denen die Frankfurter Skyline oberhalb einer schön beleuchteten Brücke fotografiert worden war. Das gefiel mir gut und so war die Position für unsere erste Fotosession schnell gefunden.

Frankfurt Downtown - Nikon D800E & AF-S 2,8/24-70mm

Gern hätten wir auch von der Aussichtsplattform des nahe gelegenen Hotel Lindner fotografiert, aber diese darf man nur nach Voranmeldung in Begleitung eines Angestellten für 30 Minuten zum Preis von 30 Euro betreten. Mit ein wenig mehr Planung können wir dies in ein paar Wochen nochmals in Angriff nehmen. Während meine Begleitung mit ihrer Nikon D5200 und dem AF-S VR 18-105mm fotografiert hat, war in meinem Fotorucksack die ganz große Kampfausrüstung. Wirklich verwendet habe ich letztlich nur zwei Objektive, das ROKINON 3,5/24mm Shift & Tilt sowie das Nikon AF-S 2,8/24-70mm. Wieder einmal hat sich auch bewahrheitet, dass man nur mit einer Kamera gleichzeitig fotografieren kann und so sind meine kleinen neuen Panasonic Kameras allesamt im dunklen Fotorucksack geblieben.

Der richtige Zeitpunkt

Viele Fotoamateure denken immer wieder, dass man eine irre teure Kamera braucht und die dann schon dafür sorgen wird, dass die Fotos ein echter Hingucker werden. Dies ist aber völlig falsch! Die wichtigste Zutat für wirklich schöne Nachtaufnahmen ist wirklich schönes Licht! Die Kamera ist dabei weniger wichtig, was zählt ist letztlich der richtige Zeitpunkt!

Was stimmen muss ist das Verhältnis der Beleuchtung der Fenster der Hochhäuser und dem Umgebungslicht. Ist man zu früh, wirken die Fassaden flach und langweilig, ist man zu spät ist der Himmel tiefschwarz und leblos. Perfekt sind meist die 30 Minuten nach Sonnenuntergang. Wann genau die Sonne untergehen wird, lässt sich beispielsweise via Smartphone mit kleinen Apps ermitteln.

Selbst mit einer uralten Nikon D1x hätte man Fotos die diese hier aufnehmen können, nur wären sie eben etwas kleiner geworden. Ausgedruckt im Format 30x45cm würde man kaum einen Unterschied sehen. Ihre Stärken kann die Nikon D800E erst bei wirklich großen Prints ausspielen. So war es letztlich auch nicht verwunderlich, dass bei unserer “Nachbesprechung” in einer nahe gelegenen Tapas-Bar im Format mit 1920 Pixeln Kantenlänge die Ergebnisse der Nikon D5200 fast genauso gut aussahen wie bei der Nikon D800E. Voraussetzung ist natürlich, dass man im RAW-Format fotografiert und die Bilder aus beiden Kameras einer identischen Nachbearbeitung unterzieht!

Frankfurt Sundown - Nikon D800E & AF-S 2,8/24-70mm

Bei der Planung ist es auch sehr hilfreich sich die Begebenheiten bspw. via Google-Maps in der Draufsicht anzuschauen. Im Hochsommer geht die Sonne ziemlich genau “links” also westlich (“21 Uhr”) des zu fotografierenden Motivs unter. Im Winter liegt diese Position eher zwischen “19 und 20 Uhr”. Bei der Planung sollte man berücksichtigen, ob man sein Motiv als Silhouette im Gegenlicht abbilden möchte, oder ob das letzte Abendlicht beispielsweise seitlich einfallen soll.

Planung-Shooting

Bewegungsunschärfe

Wer lange belichten will der muss oft auch in den Abendstunden noch zu einem Trick greifen. So hat sich meine Begleitung beispielsweise gewundert, dass trotz Blende 22 und ISO-100 bei  einer Belichtungszeit von 30 Sekunden die Ergebnisse hoffnungslos überbelichtet waren. Hier hilft nur eines, man muss die Menge des Lichts das auf den Chip der Kamera fällt zusätzlich zur kleinen Blende beschränken. Dies erreicht man mit einem geeigneten Graufilter. Dieser sollte hochwertig und möglichst “neutral-Grau” sein, um die Farben nicht unnötig zu verfälschen. Für die oben gezeigten Fotos habe ich einen HAIDA 8x Graufilter verwendet. Da der Himmel von der bereits untergegangenen Sonne dennoch erleuchtet wird und die Wolken viel zu hell waren, habe ich zusätzlich noch einen Graufverlaufsfilter benutzt. Mit zwei Filtern auf dem Objektiv werden aber die Bildecken leicht abgedunkelt. Um dies zu vermeiden habe ich bei der Aufnahme des zweiten Fotos an meinem 24-70mm Zoom-Objektiv nicht den “ganz weiten Winkel” sondern nur 29mm eingestellt.

Die meisten Objektive erreichen ihre maximale Abbildungsqualität wenn man sie um 2-3 Stufen abblendet. In Verbindung mit einem Graufilter ist es nun möglich lange Belichtungszeiten zu erzielen und am Objektiv eine mittlere Blende einzustellen. So lässt sich einerseits eine maximale Abbildungsqualität mit vielen Details erzielen und andererseits beispielsweise fließendes Wasser herrlich weich abbilden. Bei Belichtungszeiten ab ca. 10 Sekunden sind fahrende Autos, Busse, Straßenbahnen und Fahrradfahrer praktisch verschwunden. Alles was von ihnen bleibt sind dekorative “Lichtspuren”. Während unserer Fotosession sind immer wieder Straßenbahnen über die “Alte Brücke” gefahren und haben mit ihrem Licht das Wasser des unter der Brücke fließenden Mains beleuchtet. So wird die Brücke selbst als Schatten auf der Wasseroberfläche abgebildet.

Nachbearbeitung

Bei langen Belichtungszeiten stellt sich bei digitalen Kameras trotz niedriger ISO-Empfindlichkeit Bildrauschen ein. Dieses lässt sich verringern, indem man die Kamera bei identischen Einstellungen bis zu 5 mal nacheinander auslöst und die Bilder bspw. in Photoshop in mehreren Ebenen übereinander legt. Dabei reduziert man die Deckkraft der Ebenen. Die Hintergrundeben stellt man auf 100% Deckkraft, die weiteren Ebenen beispielsweise auf 75%, 50%, 25% 12%. Da das Bildrauschen meist zufällig verteilt ist, lässt es sich mit diesem kleinen Trick sehr effizient reduzieren ohne viele Details zu verlieren. Bei Kameras die eine Mehrfachbelichtung mit automatischem Abgleich der Belichtung ermöglichen, kann man diesen Trick bereits in der Kamera ausführen und erhält damit sehr gute Ergebnisse ohne großen Aufwand bei der Nachbearbeitung treiben zu müssen.

Kontraste in den Griff bekommen

Besonders nachts sind die Kontraste zwischen beleuchteten Elementen und der dunklen Umgebung sehr hoch. Hier besteht die Herausforderung darin die Bilder so zu belichten, dass möglichst wenig Bildinformation verloren geht. Mein Tipp ist hier das Histogramm bei der Kamera einzublenden und auch die Spitzlichter zu kontrollieren. Sind die Bilder überbelichtet, so blinken bei Anzeige der Spitzlichter weite Bereiche des Bildes auf. Diese Bildelemente haben in der Regel keine Zeichnung mehr und sind somit für jegliche weitere Bearbeitung “verloren”. Wer nicht komplett manuell blickten möchte, dem rate ich an der Kamera die Zeitautomatik zu aktivieren. Meist wird diese mit dem Buchstaben A gekennzeichnet, was für Aperture-Priority (Blenden-Priorität) steht. Bei der Blenden-Priorität wählt man die Blende am Objektiv vor. Dies tut man im Idealfall so, dass das Objektiv um 2-3 Stufen abgeblendet ist. Passend zur fest vorgegebenen Blende wählt die Kamera die passende Belichtung ganz automatisch. Blinken nun im Display fiese Spitzlichter auf, so hilft die Belichtungskorrektur. Bei den meisten aktuellen Kameras gibt es dafür ein +/-  Knöpfchen. Dieses hält man gedrückt und dreht an einem der Einstellrädchen der Kamera. Wie die Belichtung korrigiert wird kann man meist in einem der Displays der Kamera ablesen. Hier rate ich dazu schrittweise vorzugehen und immer wieder ein Testbild aufzunehmen. Die Belichtung ist dann korrekt korrigiert wenn nur noch ganz winzige Bereiche als Spitzlichter markiert werden.

Würde man die Belichtung so stark korrigieren, dass im Kameradisplay gar keine Spitzlichter mehr angezeigt werden, wäre das Bild in der Regel stark unterbelichtet. Man müsste nachträglich die Helligkeit stark anheben und hätte im Ergebnis mit heftigem Bildrauschen zu kämpfen.

Falls die Kamera es ermöglicht, sind Belichtungsreihen ein sehr einfaches Mittel um auch allergrößte Kontraste komplett einzufangen.

Bracketing

Das Zauberwort heißt “Bracketing”, ein Feature vieler Nikon Kameras das die Aufnahme von Belichtungsreihen ermöglicht. Meist kann auch noch die Schrittweite in Blendenwerten (EV-Exposure-Value) eingestellt werden. Aus den unterschiedlich belichteten Fotos lässt sich später mit etwas Liebe ein Foto zaubern in dem selbst helle Bereiche noch Zeichnung haben und in den dunklen Bereichen Strukturen zu sehen sind, ohne dass fieses Bildrauschen sichtbar wird. Damit sich diese unterschiedlich belichteten Fotos später problemlos zu einem einzigen Foto verarbeiten lassen sollte man den Autofokus nur vor der Aufnahme der Belichtungsreihe zur Ermittlung der korrekten Schärfe verwenden und danach abschalten. Ändert man die Brennweite, so ist es immer ratsam neu zu fokussieren. Die Blendenprorität, meist Zeitautomatik genannt hilft dabei, dass Tiefenschärfe und Bildeindruck über alle Bilder der Belichtungsreihe hinweg konstant bleiben.

RAW-Konvertierung

Bei der RAW-Konvertierung ist es wichtig den durch gezielte Einstellung der Kamera erzielten hohen Tonwertumfang für die folgende Bildbearbeitung zu erhalten. Ich stelle daher häufig im RAW-Importer von Photoshop CS6 das Kameraprofil “Neutral” ein. Damit erscheinen die Kontraste zunächst etwas flach und das Bild sieht blass aus, aber man kann die Kontraste später immer noch anheben, Verlorene Bildinformationen lassen sich nicht zurückgewinnen!

Viele RAW-Konverter bieten die Möglichkeit die hellen Bereiche des Bildes etwas abzudunkeln und die dunklen Bildbereiche aufzuhellen. Dieses Feature ist besonders bei Nachaufnahmen wirklich sinnvoll. Wer Belichtungsreihen aufgenommen hat, der kann beispielsweise mit dem RAW-Konverter von Photoshop CS6 eine dunkle, eine mittlere und eine helle Variante eines Fotos öffnen, die mittlere Variante so korrigieren wie es gefällt und dann die vorgenommenen Änderungen via “Select All” und “Synchronize” auf die anderen Bilder übertragen.

Synchronize-Pictures

DRI Verarbeitung

Wer eine “echte HDR Verarbeitung” nicht mag oder die passenden Programme nicht hat, für den ist die DRI-Technik (Dynamik-Range-Increase”)  eine sehr elegante Möglichkeit um ein “Ausgangsbild” zu erstellen in dem wirklich alle Tonwerte enthalten sind und das sowohl in hellen als auch in dunklen Bildbereichen noch Zeichnung aufweist. Der DRI-Tick besteht darin, auf ein “normal” belichtete Variante eine dunkle und eine helle Variante zu legen. In der hellen Variante selektiert man die dunklen Bildbereiche und in der dunklen Variante die hellen Bildbereiche. Das mag zunächst paradox klingen, ist aber völlig richtig! Die Selektion heller oder dunkler Bildbereiche kann man in Photoshop CS6 automatisch ausführen lassen. Dazu klickt man im Menü “Select” auf “Color Range” und wählt im Dialog der sich dann öffnet “Highlights” oder “Shadows” aus.

Select-Color-Range

Anschließend erstellt man via “Select -> Modify -> Feather” mit einem Wert irgendwo zwischen 30 und 100 eine weiche Auswahlkante.

Feather

Anschließend klickt man noch ganz unten rechts auf das kleine helle Rechtecht mit dem dunklen Kreis in der Mitte. Diese Funktion erstellt aus der Selektion eine Ebenenmaske.

Create-Layer-From-Selection

Über die Transparenz dieser Ebenen kann man nun sehr elegant die Spitzlichter und die Helligkeit der dunklen Bereiche steuern. Hat man alles wie gewünscht eingestellt, kann man die Ebenen selektieren und via Command + E zu einer Ebene zusammenfassen und sich der weiteren Bearbeitung widmen.

Das Endergebnis könnte dann beispielsweise so aussehen…

_D804298

Zusammenfassung

Aufgrund ihres großen Chips eignet sich die D800E (wie alle anderen Vollformatkameras auch), sehr gut für die Fotografie bei wenig Licht. Wer eine Kamera verwendet die einen kleineren Chip hat, der kann mit Mehrfachbelichtungen und anderen Tricks Ergebnisse erzielen die sich abgesehen von der Größe der Dateien von den Ergebnissen aus der Nikon D800E kaum unterscheiden. Entscheidend für den Erfolg ist die Verwendung eines stabilen Stativs und der Einsatz eins Kabel-, Funk- oder Infrarot-Auslösers. Wer noch die Spiegelvorauslösung verwendet und das Okular korrekt verriegelt hat so ziemlich alles getan was möglich ist.

Besonders bei Belichtungsreihen ist darauf zu achten, dass der Autofokus abgeschaltet ist und sich die Kamera im Modus “A” (Zeitautomatik) befindet. Bei einigen Kameras heißt die Zeitautomatik übrigens auch “T” wie “Time-Variant”.

Mit ein wenig Mühe bei der Bildbearbeitung lassen sich letztlich wirklich schöne Ergebnisse erzielen. Damit die Fotos ihre Freunde finden fehlen noch gute Motive und der richtige Augenblick. Letzteres kann man nicht erlernen, aber bekommt es kostenlos, wenn noch ein Prise Glück im Spiel ist…

Hier ist noch eine Variante die ich mit dem Rokinon Shift & Tilt 3,5/24mm und einem Polfilter aufgenommen habe. Das Foto habe ich via Photoshop CS6 und NIK HDR Efex Pro aus 5 RAW-Dateien erstellt. Die Bearbeitungszeit betrug nur etwa 5 Minuten.

Blue Hour - Frankfurt - Nikon D800E & Rokinon Shift & Tilt 3,5/24mm

Wer noch Fragen hat, kann mit gern eine E-Mail schreiben oder einfach die Kommentar-Funktion dieses BLOGs verwenden.


Nikon D800 – Filmen mit der DSLR

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Als ich im Jahr 2009 meine ersten Gehversuche mit einer winzigen Nikon S600 gemacht habe, war ich froh mit VGA Auflösung in Farbe filmen zu können. In meiner Jugend hatte ich eine wunderbare Doppel-8 Filmkamera die ich bis heute in Ehren halte, für die es aber leider kein Filmmaterial mehr gibt. In den Zeiten in denen es diese Filme noch gab waren sie astronomisch teuer und ich konnte mir von meinem schmalen Taschengeld nur einige wenige Minuten pro Jahr leisten. Besonders aufregend waren die Momente wenn der entwickelte Film mit der Post zurück kam und ich erst einmal den Heurtier P6-24B Filmprojektor mein Vaters von Super 8 auf meinen älteren Doppel-8 Standard umbauen musste. Das war nicht wirklich schwierig, es mussten nur die Zahnräder für den Filmtransport und die Filmbühne gewechselt werden. Danach konnte ich mit meinen Film anschauen. Wenn ich mich recht erinnere lief er bei 18 Bildern/Sekunde nur etwa 3 Minuten. Diese drei Minuten kosteten mich damals das Taschengeld für einen ganzen Monat und so sind leider nicht viele Filme während dieser Zeit entstanden.

Angesichts dieser “Vorgeschichte” war ich im Jahr 2009 regelrecht euphorisch mit einer kleinen Kamera ganz problemlos in deutlich besser Qualität filmen zu können, als es mit meiner alten Doppel-8 Kamera jemals möglich gewesen wäre. Doch wenn ich mir heute meinen ersten Film aus dem Jahr 2009 ansehe muss ich wirklich schmunzeln, aber seht selbst…

 

Zwei Jahre später konnte ich unsere USA-Reise schon mit einer Nikon P7000 dokumentieren und war wirklich happy mit der Bildqualität dieser Kamera. Im Vergleich zur Nikon S600 ein echter Quantensprung.

 

In den letzten Monaten habe ich viel gelesen und mir Videos angeschaut in denen es darum geht wie man mit einer DSLR oder einer Systemkamera schöne Videos aufnehmen kann. Einige der wichtigsten Botschaften waren dabei für mich, dass man

  • ein Stativ verwendet wann immer es möglich ist
  • freihändig nur mit einem Schwebestativ filmt
  • den Autofokus und die Belichtungsautomatik abschaltet
  • mit möglichst lichtstarken Objektiven bei weit geöffneter Blende filmt
  • als Belichtungszeit die “halbe Bildfrequenz” wählt
  • überschüssiges Licht nicht mit kurzen Belichtungszeiten oder kleinen Blenden sondern mit Graufiltern kontrolliert
  • flaue Kontraste und geringes Nachschärfen an der Kamera einstellt
  • Sättigung und Kontrast erst später beim Videoschnitt festlegt

Vor ein paar Wochen habe ich auf Teneriffa im Jungle Parque fast ausschließlich mit der Nikon 1 V2 und dem Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm gefilmt. Oft habe ich die ohnehin krasse Brennweite noch mit einem Telekonverter verlängert. Mit dem Ergebnis bin ich schon recht zufrieden und wenn man es sich auf einem Internet-fähigen Fernseher in voller HD Auflösung anschaut sieht es wirklich gut aus. Was ich an der Nikon 1 V2 ganz besonders schätze, ist der tolle elektronische Sucher der beim Filmen mit der Kamera wirklich mehr als hilfreich ist.

Zwar kann meine Nikon D800E in brillantester Qualität filmen, aber eben nur mit hochgeklapptem Spiegel und dann sieht man eben im Sucher nichts mehr. Bei hellem Tageslicht kann man damit alles was sich bewegt eigentlich nicht mehr filmen. Was geht sind statische Motive die man im “normalen Modus” durch den Sucher der D800E “anpeilt” und scharf stellt. Danach stellt man den Autofokus aus, aktiviert den Live-View und startet, nachdem man die korrekte Belichtung eingestellt hat, endlich die Aufnahme.

Das alles ist oft mehr als umständlich und daher gibt es viel Zubehör mit dem man seine DSLR Schritt für Schritt zu einer “richtigen” Videokamera ausbauen kann. Dass das nicht immer sehr teuer sein muss zeigen viele Videos bei YouTube oder auch Vimeo. Doch der Umbau einer DSLR wie der Nikon D800E zu einer “richtigen” Filmkamera ist zeitaufwändig und es ist ein ziemliches “Gefummel”.

Weil Nikon mit der Nikon 1 V3 einfach nicht um die Ecke kommt habe ich mich entschlossen für die nächste große Reise eine Nikon D800E mit 3 leichten Objektiven einzupacken und damit zu fotografieren. Für das “gepflegte Urlausvideo” gibt es jetzt eine Panasonic GH3 und ein wunderbar schlanke Panasonic GX7 nebst Novoflex-Adapter für das Nikon F Bajonett und einige “native” Objektive für das wunderbar kompakte Micro-Four-Thirds Format. Weil diese Kameras noch ganz neu in meiner Sammlung sind, schaue ich derzeit immer mal was andere Leute mit diesen Kameras so auf die Beine gestellt haben. Dabei ist mir heute ein wirklich ganz großartig gefilmtes Video unter die Hände gekommen, das mit genau diesen drei Kameras gefilmt wurde die ich für die nächste Reise in den Südwesten der USA ausgesucht habe.

Aber seht selbst…

Leah Zeger “The Man I Love” from Merge Production on Vimeo.

vocalist violinist Leah Zeger’s beautiful rendition of the classic song The Man I Love.

Filmed using the Panasonic GH3, GX7, and Nikon D800 for steadicam shots. 
Post Production in FCP x. 10.1

Dieses Video habe ich jetzt schon mehrfach angeschaut und es haut mich einfach immer wieder um was man im Jahr 2014 nur 35 Jahre nach meinen ersten Filmerfahrungen mit aktuellem Amateur-Equipment auf die Beine stellen kann. Noch vor nicht allzu langer Zeit mussten sich “Filmschaffende” ihre professionellen Kameras noch tageweise ausleihen und teilweise horrende Mietgebühren entrichten. All das ist inzwischen Vergangenheit mit einer Kamera für 1.000 Euro und 2-3 lichtstarken Objektiven lassen sich inzwischen Videos produzieren bei denen kein Auge trocken bleibt. Und wer in diesen Zeiten noch verwackelte unscharfe falsch belichtete Videos erstellt, der sollte an sich arbeiten, denn am Equipment liegt es inzwischen meist nicht mehr.

Fazit

Die Video-Fähigkeiten moderner Kameras haben in den letzten Jahren einen echten Quantensprung hingelegt und mit guten Ideen und schönen Motiven kann nun jeder der es will sein eigener Filmemacher werden. Was früher nur einer gewissen “elitären Elite” vorbehalten war ist im Jahr 2014 eine neue Form der Gleichberechtigung für alle denen Fotos zu langweilig sind und die nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten für ihre Kreativität suchen. Es ist ein Paradis für alle die Ideen haben die sich vor 10 Jahren noch gar nicht umsetzen ließen.

Vor diesem Hintergrund freue ich mich derzeit sehr auf die nächste Reise und kann es kaum abwarten neben schönen Fotolocations auch nach Motiven für eine unterhaltsame Reisedokumentation zu suchen.

Dabei werden mir Kurzfilme wie dieser hier im Gedächtnis bleiben. Dieser Film wurde übrigens mit einer Panasonic GX7 und vier verschiedenen Objektiven gefilmt. Ich finde ihn sehr cool und mag ihn wirklich. Das Jahr 2014 könnte das Jahr der uneingeschränkten Kreativität werden :-)

Early Paris Thoughts from emeric on Vimeo.


Nikon D800E – Filmen mit dem SAMYANG 2,8/14mm

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Eines der beliebtesten Objektive für das Nikon FX-Format (Vollformat) ist zweifellos das überragende Nikkor AF-S 2,8/14-24mm. Leider ist dieses Objektiv aber extrem teuer und aufgrund der Tatsache, dass man keine “normalen” Filter verwenden kann in der Nutzung etwas eingeschränkt. Ich habe mich daher entschieden mir das Nikkor AF-S VR 4/16-35mm zu kaufen und es mit dem sehr preiswerten SAMYANG 2,8/14mm zu ergänzen. Zwar ist das SAMYANG nicht genau genauso leistungsfähig wie das um ein vielfaches teurere Nikkor AF-S 2,8/14-24mm, aber Blickwinkel und Abbildungsqualität sind trotzdem sehr ähnlich und damit ist dieses billige Objektiv letztlich mehr als brauchbar.

Vor ein paar Wochen hatte ich auf Teneriffa die Gelegenheit mich ein paar Stunden lang mit der Nikon D800E, dem SAMYANG 2,8/14mm und meiner Nikon 1 V1 samt AF-S VR 10-100mm PD im Abaco bei Puerto de la Cruz zu vergnügen. Aus dem an diesem Tag eingesammelten Filmmaterial habe ich gestern für Euch ein kurzes Video erstellt. Die Hintergrundmusik ist sehr authentisch, sie stammt von einer kleinen Volklore-Truppe die im Innenhof des Abaco eine Aufführung dargeboten hat. Dort habe ich eine Weile zugeschaut und das bunte Treiben mit meiner Nikon 1 V1 und aufgestecktem Nikon ME-1 Mikrofon gefilmt. Für das Intro im Mietwagen habe ich meinen SONY HDR-MV1 Audio-Recorder verwendet.

Alle Kamera-Schwenks habe ich mit dem SIRUI M3204 und dem SIRUI K-30X Kugelkopf improvisiert. Dieser Kugelkopf ist eigentlich für die Fotografie und weniger für bewegte Bilder gedacht. Und man merkt es auch ganz deutlich, denn es ist gar nicht einfach damit einen wirklich ruckfreien “sauberen” Schwenk hinzubekommen. Bei den Kamerafahrten, die ich im Garten des Abaco aufgenommen habe, hätte ich besser den kontinuierlichen Autofokus abgeschaltet und alles mit Blende 22 und Ausnutzung der Hyperfokaldistanz aufgenommen. Aber hinterher ist man immer schlauer und daher ist es etwas ärgerlich, dass der Autofokus deutlich sichtbar nachjustiert. Aber letztlich ist es für Euch ein gutes Anschauungsobjekt und wenn Ihr später einmal eine ähnliche Kamerafahrt aufnehmen wollt, erinnert Ihr Euch vielleicht an diese Zeilen :-)

Hier nun das Video aus dem famosen Abaco. Es ist wirklich kurz denn ich habe viele Einstellungen beispielsweise aus der liebevoll dekorierten Küche weggelassen damit es Euch nicht langweilig wird.

Hier noch einige Fotos für jene unter Euch die sie noch nicht kennen.

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Hier noch ein Foto das ich einige Tage zuvor mit dem SAMAYANG 2,8/14mm mitten in der Nacht bei Vollmond und ISO-1600 oben im Gebirge am Fuße des Pico del Teide aufgenommen habe.

El Teide with transient Lake after a huge storm - Nikon D800E & SAMYANG 2,8/14mm


Panasonic GH3 – Was leistet das 1.7/20mm Pancake?

First Test shot with Panasonic GH3 & 1.7/20mm Pancake

In den letzten Tagen konnte ich nicht NEIN sagen und kann nun meine ersten Gehversuche mit einer Panasonic GH3 unternehmen. Bereits nach den ersten Fotos war klar, diese Kamera fühlt sich nicht nur fast wie eine Nikon D7000 an, sie liefert auch eine vergleichbare Bildqualität. Im Gegensatz zur Nikon D7000 beträgt der Verlängerungsfaktor 2,0. Das liegt daran, dass der Chip der GH3 der Micro-Four-Thirds Spezifikation genügt und damit etwa 1/4 der Größe eines 35mm Kleinbildes hat. Stolze Besitzer von Kameras wie der Nikon D3, D4, D600, D610, D700, oder D800 sprechen gern vollmundig vom “Vollformat” und rühmen das große Sucherbild und die eng begrenzte Tiefenschärfe ihres Kamerasystems.

Wenn sie ganz ehrlich sind, ist es aber immer noch das 35mm Kleinbildformat das wir seit vielen Jahrzehnten kennen. Echtes “Vollformat” bieten meiner Meinung nach nur Kameras wie bspw. die Mamiya RZ-67 oder die Vertreter des berühmten Hasselblad V-Systems. Mit 6 x 7 cm und einer daraus resultierenden Bildfläche von 42 cm²  ist die Mamiya einer der “Weltmeister” im Mittelformat. Beim Filmformat von 6 x 6 cm einer Hasselblad ergeben sich 36 cm² Bildfläche. Ein Vollformatchip einer “Vollformatkamera” bringt es mit rund 24 x 36 mm gerade einmal 8,64 cm².

Der DX-Chip einer Nikon D7000 hat 23,6 x 15,6 mm und damit eine Bildfläche von 3,68 cm². Der Micro-Four-Thirds (MFT) Chip der Panasonic GH3 misst 17,3 x 13mm und erreicht damit nur noch eine Bildfläche von 2,249 cm². Aus dieser geringen Sensorgröße ergibt sich zwangsläufig, dass die ISO-Empfindlichkeit nicht so gut sein kann wie bei einer “Vollformatkamera” mit identischer Auflösung. Für Fotos in dunkler Umgebung ist eine MFT-Kamera wie die Panasonic GH3 also grundsätzlich etwas weniger gut geeignet als beispielsweise eine Nikon D4 mit vergleichbaren 16 Megapixeln auf der 3,84-fachen Sensorfläche. Da beisst die Maus keinen Faden ab – würde man in Hamburg sagen. Eine etwas unbequeme Wahrheit über die stolze Besitzer einer Systemkamera wie der Panasonic GH3 nur ungern diskutieren.

Aber wo viel Licht ist, da ist auch Schatten! So sind die Objektive mit denen man eine Nikon D4 oder gar D800 wirklich ausreizen kann exorbitant teuer und in der Regel schwer wie Blei. Wer auf Reisen fotografiert und das im “Vollformat” erledigen möchte steht regelmäßig vor dem Problem, dass die Fototasche zu schwer für das Handgepäck im Flugzeug ist und dass man von all den schönen tollen Objektiven letztlich nur 3-4 Exemplare mit auf die Reise nehmen kann weil alles andere zu Problemen mit dem Handgepäck führt. Wer auf Reisen dann noch weite Wanderungen zu erlesenen besonders coolen Fotolocations unternehmen muss, der wird seine geliebte schwere “Vollformatkamera” und all ihr Zubehör irgendwann verfluchen.

Ich selbst bin ein Vertreter dieser “Vollformat-Spezies”. In den letzten Jahren konnten die Chips meiner Kameras gar nicht groß genug sein und meine Maxime beim Objektiv-Kauf war stets “Mehr ist Mehr”. Doch spätestens seit den extrem guten Erfahrungen mit den wunderbar kompakten Kameras des Nikon 1 Systems hat bei mir ein Prozess des Umdenkens eingesetzt. Im Mai soll es für knapp 5 Wochen in die USA gehen und ich überlege schon seit Wochen hin und her was diesmal mit in die Fototasche darf. Bei der letzten Reise nach Teneriffa sah meine Fototasche noch so aus wie in diesem Video hier:

Am Ende dieser Reise musste ich feststellen, dass ich mehr mit den kleinen Nikon 1 Kameras als der großen schweren Nikon D800E fotografiert habe. Allerdings habe ich mit der D800E die mit Abstand besten Fotos all meiner Teneriffa-Reisen aufgenommen.

Hier ein Beispiel:

El Teide with transient Lake after a huge storm - Nikon D800E & SAMYANG 2,8/14mm

Für die nächste Reise plane ich daher meine D800E mit nur zwei oder maximal drei Objektive einzupacken und alle schweren großen Objektive daheim zu lassen. Statt der beiden Nikon 1 und der auf Infrarot 830nm umgerüsteten Nikon D300 werde ich die Panasonic GH3 und einige der wunderbar kompakten MFT-Objektive mitnehmen.

Eines der wichtigsten Argumente der “Vollformat-Fans” ist die erzielbare geringe Tiefenschärfe. Eigentlich ist es eine etwas paradoxe Diskussion, denn noch vor einigen Jahren haben viele “Kleinbild-Fotografen” noch alles getan um ein Höchstmaß an Tiefenschärfe und Abbildungsqualität zu erzielen. Aber das Marketing der großen Kamerahersteller hat seine Wirkung nicht verfehlt und so schaut man derzeit mehr auf das Bokeh, also die Hintergrundunschärfe einzelner Objektive. Sieht man sich die für das MFT-System lieferbaren Objektive an, so sind sie meist relativ lichtschwach, dafür aber kompakt leicht und relativ preiswert. “Lichtriesen” sind im MFT-System eher die Ausnahme. “Lichtriesen” sind Objektive mehr hoher Lichtstärken deren Offenblende zwischen 1,8 und 1,2 liegt. Hier gilt die alte Regel, je höher die Lichtstärke, desto ausgeprägter ist die Hintergrundunschärfe und desto teurer sind meist die Objektive.

Eine Ausnahme dieser Regel bildet das Panasonic 1.7/20mm Pancake Objektiv. Der Preis ist moderat, die Abbildungsqualität überragend, die Verzeichnung kaum wahrnehmbar und Baugröße und Gewicht wirklich gering. Dieses winzige und sehr praktische Objektiv konnte ich gestern erstmals in Ruhe ausprobieren. Hier habe ich eine Werbe-Puppe die im Eingang zum Bonner City Foto Center steht mit offener Blende fotografiert. Es ist kein Kunstwerk aber es zeigt die Abbildungsleistung dieses Objektivs bei vollständig geöffneter Blende und das schöne Bokeh. Man beachte hierzu die Abbildung der Lampen im Hintergrund.

F1.7 Test shot - Panasonic GH3 & 1.7/20mm Pancake

Und weiter geht die kleine Entdeckungsreise mit vollständig geöffneter Blende und 20mm Brennweite die an einer “Vollformatkamera” einem 40mm Objektiv entsprechen würden. Sehr cool sind hier die Spiegelungen in den Gesichtern dieser verchromten Schaufensterpuppen! Man beachte auch, dass diese folgenden Fotos durch eine Schaufensterscheibe hindurch aufgenommen wurden und das eben bei vollständig geöffneter Blende!

F1.7 Test shot through window - Panasonic GH3 & 1.7/20mm Pancake

Sehr schön ist im nächsten Foto die Spiegelung in einer der vielen Oberflächen des abgewinkelten Schaufensters. Das kleine Kind an der Hand der Mama sieht aus als hätte es wie ich gerade ebenfalls diesen coolen “Geist” entdeckt.

Can you see that ghost mom?

Hier zwei etwa 50cm hohe Figuren die etwa 50cm hinter dem Schaufenster aufgestellt waren. Auch hier ermöglicht es das kleine Pfannkuchen-Objektiv (Pancake) das Hauptmotiv sehr schön vom Hintergrund abzuheben.

F1.7 Test shot through window - Panasonic GH3 & 1.7/20mm Pancake

F1.7 Test shot through window - Panasonic GH3 & 1.7/20mm Pancake

Hier ein Foto das direkt vor dem Bonner City Foto Center entstanden ist. Trotz offener Blende ist es knackscharf, nicht sichtbar vignettiert und zeigt keinerlei Verzeichnung. Alle Häuserwände stehen wirklich bolzengerade, das ist beeindruckend!

F1.7 Test shot - Panasonic GH3 & 1.7/20mm Pancake

Hier noch ein Blick auf eine der Kostbarkeiten im Schaufenster des City Foto Centers, ebenfalls bei vollständig geöffneter Blende!

F1.7 Test shot through window - Panasonic GH3 & 1.7/20mm Pancake

Besonders im Nahbereich ist mit diesem Objektiv ein sehr ausgeprägtes Spiel mit der Unschärfe im Vorder- und Hintergrund möglich.

F1.7 Test shot - Panasonic GH3 & 1.7/20mm Pancake

Zum Schluss noch ein Bild das bei Blende 4 und 1/125s entstanden ist. Hier sieht man das genaue Gegenteil, alles ist scharf bis in die letzte Ecke, das geht also auch :-)

Test shot - Panasonic GH3 & 1.7/20mm Pancake

Fazit:

Mit dem 1.7/20mm “Pancake” ist Panasonic ein großer Wurf gelungen. Dieses Objektiv ist extrem leicht und kompakt und lässt unter optischen Aspekten keine Wünsche offen. Dank des im wesentlichen von Panasonic und Olympus entwickelten Micro-Four-Thirds Standards passt dieses Objektiv an vielen hervorragenden Systemkameras und ist damit ein echter Kauftipp!

Alles was mir bei den Kameras den Nikon 1 System fehlt hat bringt die Panasonic GH3 von Haus aus mit.

  • Schwenkdisplay
  • Touchdisplay
  • Braketing (Belichtungsreihen)
  • WiFi
  • Batteriegriff
  • Standard-Blitzschuh
  • OLED-Displays
  • Powerzoom via WiFi und Touch-Display
  • Anschluss für Kabelauslöser

Schaut man in den Sucher der Panasonic GH3 so sieht man ein helles scharfes Sucherbild, das mit einer “Vollformatkamera” durchaus mithalten kann. Dank der OLED-Technologie verbrauchen Sucher und Display der GH3 sehr wenig Energie, so dass der Strom der Akkus für viele hundert Bilder ausreicht. Verwendet man bspw. den Novoflex Objektivadapter für das Nikon F Bajonett, so kann an der Panasonic GH3 wirklich jedes Objektiv mit Nikon Bajonett angeschlossen und genutzt werden. Auf Autofokus und Bildstabilisator muss man dann allerdings verzichten! Besonders bei Video-Aufnahmen ist dies aber kaum ein Nachteil.

Zusammenfassend könnte man sagen, dass die Panasonic GH3 alles kann was ich mir von einer Nikon 1 V3 wünschen würde. Im Gegensatz zur Nikon 1 V3 ist sie allerdings seit einem Jahr zum Preis von ca. 950 Euro (Body mit Akku und Ladegerät) lieferbar. Angesichts der Qualitäten dieses Systems fällt es mir also nicht schwer ausnahmsweise einmal “Fremd zu gehen” und in meiner Fototasche Dinge unterzubringen die nicht in goldenen Pappkartons geliefert werden :-)


Teneriffa 12-2013 – Tag 4

Last Daylight @ Pico del Teide - Nikon D800E

Noch ziemlich verschlafen geht es am vierten Tag zum Frühstück. Ich habe meinen neuen SONY HDR-MV1 dabei und nehme damit beim Frühstück ein wenig der Atmosphäre des Speisesaals auf. Nur Ton ohne Video, da sollte sich niemand beschweren können und später kann ich es vielleicht geschickt in mein nächstes Reisevideo integrieren. Zurück in unserem Zimmer höre ich mir das Ergebnis über Kopfhörer an und bin völlig erstaunt wie genial doch die Soundqualität dieses kleinen Gerätes ist. Man hört wie rechts an der Türe zur Terrasse gerüttelt wird, weiter hinten klappert jemand mit den Tellern, die Gäste am Nachbartisch unterhalten sich über ihre gesundheitlichen Probleme. So machen Audio-Aufnahmen wirklich Spaß.

Um 10h30 laufen wir bei Karin und Wolfgang ein. Unsere Frauen wollen oben im Gebirge ausgiebig walken gehen, so richtig mit Wanderstöcken usw. Wolfgang und ich beschließen wieder etwas „vernünftiges“ zu tun und fahren mit meinem Mini-Van in die Nähe von Candelaria auf der anderen Seite der Insel. Dort haben Karin und Wolfgang vor einigen Monaten ein kleines Dörfchen entdeckt das wirklich niedlich ist. Etwas oberhalb des Ortes steht ein großer Dieselgenerator für die Stromversorgung des Ortes. Das deutet darauf hin, dass hier alles illegal gebaut wurde und dass der Ort daher nicht an das öffentlich Stromnetz angeschlossen wird. Dementsprechend sieht es in diesem Örtchen auch aus, die Häuser sind zum Teil reichlich heruntergekommen und die Stürme des letzten Monats haben schwere Schäden hinterlassen. Aber das kleine Dorf hat dennoch seinen Charme.

Hier wäre es sicher lohnenswert zum Sonnenaufgang auf Motivsuche zu gehen. Ich habe wieder meine Nikon 1V1 dabei. Es ist gerade das 6,7-13mm Weitwinkel montiert, ich lasse alles wie es ist und schraube die Kamera auf mein kleines Manfrotto Schwebestativ. Es ist noch ziemlich neu und ich bin auf die Ergebnisse sehr gespannt. Daheim in Deutschland habe ich auch ein „richtiges“ Schwebestativ, aber das ist für Kameras mit ca. 3 Kilo „Lebendgewicht“ ausgelegt und für die leichte Nikon 1 eher nicht zu gebrauchen. Außerdem hätte es damit nur Ärger bezüglich des Gewichts unserer Gepäckstücke gegeben. Also habe ich es daheim gelassen und versuche mich jetzt mit dem relativ leichten Pendant von Manfrotto. Als wir uns später die Ergebnisse anschauen wackelt es trotz allem noch recht kräftig. Das liegt daran, dass ich ich das Stativ noch korrekt ausbalanciert habe. Der untere Teil des Stativs lässt sich öffnen und dort findet man dann mehrere Metallplatte die als Gegengewicht zur Kamera fungieren. Damit das Stativ im Gleichgewicht ist muss ich zwei dieser Platten entfernen. Danach ist es aber relativ aufwändig das System so auszubalancieren, dass die Kamera gerade ist und weder nach oben oder unten kippt. Weil es einfach nicht gelingen will lege ich schließlich wieder eine Metallplatte zurück in das „Gegengewicht“. Jetzt „schwebt“ die Kamera zwar nicht mehr so wie sie soll, es ist mehr ein langsames taumeln, aber ich kann sie kontrollieren und das ist mir gerade wichtiger.

Als wir uns später auf Wolfgangs Computer die kurzen Video-Clips anschauen, sieht man diese taumelnden Bewegungen des Stativs noch ganz deutlich, aber es ist auch sichtbar besser als ganz ohne dieses einfach Schwebestativ. Letztlich ist dieses System ein ganz ordentlicher Kompromiss der auf Reisen recht gute Dienste leistet. Gern würde ich für Euch einen kurzen Test-Clip hochladen, aber die Internet-Anbindung des Hotels gibt das leider nicht her. Hier muss ich Euch also auf den Januar 2014 vertrösten :-( Nach unser Besichtigung des kleinen Fischerortes geht es weiter zum neuen Teil der Promenade von Candelaria. Hier gibt es eine feine Eisdiele und wir schaffen es tatsächlich uns mit unseren äußerst rudimentären Kenntnissen der spanischen Sprache zwei leckere große Eisbecher zu bestellen. Die Dinger sind der Hammer und ich bin total verzückt. Mit Blick auf das Meer sitzen wir bei etwa 23°C im Schatten und essen ein Eis und dies am 17. Dezember 2013 – das Leben kann so schön sein…

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Während wir unser Eis genießen kommt ein kleiner Lieferwagen. Die Lieferzone ist komplett voll geparkt, also stellt er sich halb auf die Straße und halb auf den Gehweg. Er kramt hinten im Auto herum und läuft dann mit irgendwelchen Tüten hin und her. Es schaut aus als würde der Obst für die Eisdiele anliefern. Zwischen durch kommt das eine oder andere Auto vorbei. Die Fahrer gehen vom Gas, machen einen langen Hals und fahren vorsichtig an diesem Hindernis vorbei. Plötzlich ist da auch ein Fahrzeug der lokalen Polizei. Sie halten, schauen und stellen ihr Auto ein paar Meter weiter ab. Nach dem Aussteigen rücken sie ihre Uniformen zurecht und schauen sich an welche Autos hier im Parkverbot abgestellt sind. Zuerst wird der Lieferant gebeten sein Fahrzeug weg zu stellen. Dann kommt ein kleiner dicker Mann mit Glatze aus der Pizzeria nebenan und fährt nach einem kurzen Wortwechsel mit den Polizisten sein Auto weg.

Nach etwa 10 Minuten ist nur noch ein schwarzer Audi TT übrig. Er steht mitten in der Ladezonen eines Kreisverkehrs und das Armaturenbrett ist sogar mit einem Sonnenschutz abgedeckt. Einer der Polizisten fühlt mit der Hand ob die Motorhaube warm ist. Das wäre ein Indiz dafür, dass das Auto erst seit ein paar Minuten dort steht. Aber die Haube ist kalt und ein Fahrer ist nicht in Sicht. Das wird jetzt also ziemlich teuer. Die untere Schallgrenze für Verkehrsverstöße liegt hier inzwischen bei 100,- Euro. Die Polizisten notieren sich das Kennzeichen und klemmen wenig später einen kleinen gelben Zettel hinter den Scheibenwischer. Kurz nachdem sie verschwunden sind füllt sich die Ladezone dann auch schon wieder mit neuen Autos. Eigentlich könnte man sich als Polizist hier im Verborgenen aufhalten und hätte ein echte Gelddruckmaschine. Aber die Polizei auf Teneriffa scheint aktuell doch relativ entspannt zu sein.

Als wir am Nachmittag wieder bei Karin und Wolfgang eintrudeln sind unsere Mädels auch schon im Anflug. Als sie gut gelaunt eintreffen ist es kurz vor 15h und beiden knurrt der Magen. Wir verabschieden uns und steuern wieder einmal das schöne Monasterio in Los Relejos an. Im Innenhof des etwas höher gelegenen Restaurants finden wir ein schönes Plätzchen. Als ich von der Herrentoilette zurück bin steht schon ein Bier auf dem Tisch und ein Kellner fragt mich was ich denn essen möchte. Eigentlich bin ich noch relativ zufrieden denn der Eisbecher war riesig und so habe ich mir auch noch keine Gedanken gemacht was ich denn schon wieder essen möchte. Also schlage ich die Karte auf und nehme das erstbeste was mir in den Sinn kommt. Etwa 10 Minuten später wird mir dann ein halber Meter hausgemachte Bratwurst mit Zwiebeln und ein Teller mit handgeschnittenen frittierten Kartoffeln serviert. Uff, das ist eine echte Männerportion! Sandra bestellt sich das Fisch-Filet „Monasterio“ und los geht’s… Ich schaffe von der total leckeren Bratwurst weniger als die Hälfte und als Sandra sich nach dem Fischfilet über die Bratwurst hermacht bin ich ganz froh, weil es dann nicht ganz so peinlich ausschaut und wir nicht die halbe Portion zurück gehen lassen müssen. Unser Essen kostet übrigens etwa 30,- Euro, in der Eisdiele habe ich für die Eisbecher und zwei Kaffee 18,- Euro bezahlt.

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Als wir im Hotel eintreffen ist es schon 16h und eigentlich bin ich ziemlich müde. Aber der Schnee oben am Pico del Teide wird sich nicht mehr lange halten und heute ist der erste Tag nach den schweren Stürmen an dem die Straße von La Orotava hinauf zum den Canadas del Teide wieder geöffnet ist.

Also raffe ich etwas hastig so gut es geht alles zusammen und mache mich gegen 16h30 auf den Weg hinauf ins Gebirge. Mit dabei habe ich die Nikon D800E, vier Objektive von 15 – 200mm, die Nikon D300-IR und die Nikon 1 V1 nebst Zubehör. Außerdem zwei Stative und meinen SONY HDR-MV1. Speicherkarten, Akkus, Kabelauslöser, es sollte alles vollständig sein. Unten am Hotel stehe ich dann im allabendlichen Monsterstau. Die paar Meter bis zur Autobahn kosten mich fast 30 Minuten. Eigentlich habe ich schon fast keine Lust mehr mir oben am Teide den Hintern abzufrieren und überlege ernsthaft wieder umzukehren. Aber dann ist es doch geschafft.

In La Orotava geht es wieder quälend langsam vorwärts. Mein OPEL Meriva hat keine richtige Handbremse mehr, das geht inzwischen alles elektrisch. Grundsätzlich ist das ja nicht verkehrt aber wenn man 15 Minuten lang an eine steilen Straße im Stau steht und immer wieder anfahren und nach zwei Metern bremsen muss ist das wirklich nervtötend. Oberhalb von La Orotava geht es nervtötend weiter. Erst ist vor mit ein alter Geländewagen der mit Tempo 30 den Berg hinauf zuckelt und mich in gewaltige Rußwolken hüllt. Als dieses Ding endlich weg ist versperrt ein rostiger LKW die freie Fahrt. Ich schaue immer mal wieder auf die Uhr, es ist etwa 17h30 und in 30 Minuten beginnt das schöne Schauspiel oben in den Bergen. Da biegt der LKW nach rechts ab, endlich geht es vorwärts… Doch einige hundert Meter weiter ist da ein undefinierbarer kleiner Traktor mit einer Ladefläche. Er zuckelt extrem langsam den Berg hinauf. Ich nehme mir ein Herz und will ihn überholen, also runter schalten, blinken und los… Als ich fast auf seiner Höhe bin biegt das Ding urplötzlich hart nach links ab und steht praktisch quer vor mir. Ich hacke hart in die Bremse und bin nach einer kurzen Schrecksekunde froh, dass nichts passiert ist. Der Trecker hat nicht geblinkt und nicht gebremst, nichts, einfach nur ein Ruck nach links… Wahrscheinlich konnte der Fahrer mich gar nicht sehen und ich mag mir gar nicht vorstellen was bspw. einem Motorradfahrer beim Versuch mal schnell auf der linken Seite an uns vorbeizuschiessen passiert wäre…

Pico del Teide & Los Roques - Nikon D800E

Als ich oben in den Canadas del Teide eintreffe ist es schon deutlich nach 18h. Auf der nördlichen Seite ist der majestätische Vulkan noch komplett verschneit, aber dort schein nie die Sonne hin und dort nutzt der Schnee aus fotografischer Sicht daher nur wenig. Auf der Straße durch die Canadas versperren dann wieder überwältigte Touristen den Weg. Sie sitzen mit offenem Mund in ihren Mietwagen und vergessen dabei auf das Gaspedal zu treten, das nervt total. Im Auto vor mit sitzen drei Personen. Das Auto hält immer wieder kurz an in der Mensch auf der Rücksitzbank hält sein Smartphone aus dem Fenster um ein Foto zu machen. Kurz darauf setzt sich das Auto dann wieder in Bewegung, leider muss der Fahrer erstmal das gerade entstandene Handy-Foto begutachten und kann sich daher erst nach quälend langen Wartezeiten wieder auf den Verkehr konzentrieren.

Schließlich sind alle Touristen auf einen der Parkplätze abgebogen und ich habe freie Fahrt. Außen an meinem Mini-Van hängt jetzt meine GoPro und filmt die Szenerie. Weit links neben der Straße sieht man den verschneiten Kraterrand im letzten Licht der Abendsonne. Ich hoffe nur, dass es nicht zu spät ist und dass die kleine GoPro mehr als nur fieses ISO-Rauschen aufzeichnet. Kurz hinter den Los Roques sehe ich dann unten in der Tiefebene einen kleinen See und drei Fotografen mit ihren Stativen. Ich bin wie elektrisiert, zuletzt habe ich hier oben vor etwa vier Jahren nach einem großen Sturm einen kleinen See gesehen. Schnell parke ich mein Auto auf dem Seitenstreifen und raffe hastig meine Sachen zusammen. Die Sonne ist schon fast untergegangen und der verschneite Pico del Teide leuchtet in wunderbarstem Abendrot. Während ich zwischen Sträuchern und Felsbrocken durch den tiefen Sand haste fällt mir auf, dass ich mein warmen Wanderstiefel daheim im Hotel vergessen habe. Alles was ich an den Füßen trage sind zwei dünne Turnschuhe, eher unpassend für eine nächtliche Fotosession.

Pico del Teide Reflections #1 - Nikon D800E

Als ich etwa zwei Stunden zuvor am Hotel gestartet bin, zeigte das Thermometer in meinem Mietwagen noch satte 28°C, jetzt sind es nur noch 5°C und die Tendenz ist fallend weil die Sonne gerade eine Pause einlegt. Es ist also bitterkalt und ich habe nicht nur meine Wanderschuhe sondern auch mein Halstuch und meine warme Mütze vergessen. Außerdem habe ich den total versauten Chip meiner D800E noch immer nicht gereinigt und ich frage mich ob ich überhaupt einen Akku in der Kamera habe?

Pico del Teide - Guajara - The Moon - Nikon D800E

An diesem phantastischen kleinen See angekommen baue ich hastig mein Stativ auf, ich bin spät dran und die Show ist eigentlich schon fast vorüber. Als ich endlich meine D800E starklar habe schaffe ich es nicht das Bracketing (BKT) zu aktivieren. Überhaupt verhält sich die Kamera komisch irgendwie anders als gewohnt. Egal ich will noch ein paar schnelle Schüssen landen. Also korrigiere ich den Belichtungsmesser hin und her und schaffe es noch einige Fotos dieses famosen seltenen Schauspiels aufzunehmen. Wäre ich nur 30 Minuten eher losgefahren und wäre ich nur besser vorbereitet gewesen, es die fotografische Beute wäre sicher sichtbar fetter ausgefallen :-(

Transient Lake @ Canadas del Teide - Nikon D800E

Als die Show vorbei ist will ich mich auf den Heimweg machen. Es ist bitterkalt und ich habe nasse Füße weil ich mit meinen leichten Turnschuhen im feuchten Sand direkt am See gestanden habe. Doch die drei anderen Fotografen gehen auch noch nicht. Also schaue ich mich ein wenig um und finde immer wieder neue Perspektiven. Die Kraterwand der Canadas del Teide ist irgendwie mystisch angeleuchtet und schein in einen leichten Nebel gehüllt zu sein. Ich frage mich was das wohl ist? Aber egal, es sieht echt gut aus! Von der anderen Seite des kleinen Sees spiegelt sich die mystisch beleuchtete Kraterwand in der Wasseroberfläche. Inzwischen ist es auch nicht mehr so windig wie kurz vor Sonnenuntergang und die Wasseroberfläche ist jetzt relativ glatt.

Das Nikon AF-S 2.8/24-70mm tausche ich jetzt gegen das SAMYANG 2.8/14mm und variiere die Höhe meines Stativs. Hier machen 50cm einen großen Unterschied. Etwas näher ans Wasser, wieder etwas weiter weg, die Kamera noch tiefer, alles hat Auswirkungen auf die Spiegelungen in der Wasseroberfläche. Als ich irgendwann auf die Uhr schaue ist es schon fast 20h. Inzwischen bin ich völlig durchgefroren. Unter meiner relativ warmen Trekking-Jacke habe ich leider nur ein dünnes Sommerhemd, den den Tag über war es ja auch sommerlich warm. Doch jetzt kriecht die Kälte in alle Ritzen. Auch war es gar nicht einfach den Reißverschluss meiner inzwischen fast 10 Jahre alten Trekking-Jacke zu schließen. Ganz am Anfang klemmt er einfach wie die Hölle und ich konnte meine Jacke erst nach vielen Anläufen schließen. Das muss ich mir vor der nächsten Fotosession unbedingt genauer anschauen.

Während ich überlege ob ich zurück zum Hotel fahren soll geschieht dann ein beeindruckendes Naturschauspiel. Hinter dem Guajara, einem der mehre hundert Meter hohen Berge der Kraterwand, geht ein gleißend heller Vollmond auf. Es ist als würde jemand eine irre große Taschenlampe einschalten. Plötzlich ist alles in ein unwirkliches Licht gehüllt. Und mir ist jetzt auch klar wie die unwirkliche Beleuchtung der Kraterwand etwa 30 Minuten zuvor zustanden kam, es war der für uns noch nicht sichtbare Vollmond!

Sombrero & Venus - Nikon D800E

Wieder bin ich wie elektrisiert und laufe schnell auf die andere Seite des kleinen Sees der von Stunde zu Stunde kleiner wird. Mit dem 14mm Objektiv bekommt man sowohl den verschneiten Pico del Teide aus auch den Vollmond und seine Spiegelung in der Wasseroberfläche auf ein Bild. Ich bin verzückt und schieße eine Bild nach dem anderen. Inzwischen habe ich auch die Ursache für das seltsame Verhalten meiner D800E entdeckt. Ich hatte wohl einige Wochen zuvor den eingebauten HDR-Modus ausprobiert. Ist der HDR-Modus aktiv kann man keine Belichtungsreihen aufnehmen!

Irgendwann komme ich dann mit den drei andere Fotografen ins Gespräch. Es sind drei Freunde aus Gran Canaria die sich immer wieder treffen und sich gezielt einzelne Motive vornehmen. Sie recherchieren im Internet nach den guten Foto-Locations, warten auf das richtige Wetter und ziehen dann gemeinsam los. Einer der drei zeigt mir auf seinem Smartphone einige der Fotos die er während der letzten Jahre aufgenommen hat und ich bin wie aus dem Häuschen. Diese drei Canarios sind wirklich begeisterte fortgeschrittene Fotoamateure. Was sie machen sind nicht nur Fotos, bei ihnen ist jedes Bild ein durchdachtes sauber komponiertes Kunstwerk. Ich bin wirklich schwer beeindruckt. Mittlerweile ist es etwa 21h und ich zittere vor Kälte. Die drei Canarios verabschieden sich, sie wollen noch bei den Los Roques einige Fotos aufnehmen.

Zurück im Auto versuche ich langsam wieder aufzutauen. Mir kommt in den Sinn doch schnell einen neuen Teil für „Ansgars kleine Fotoschule“ mit meinem SONY HDR-MV1 aufzunehmen. Nach einer kurzen Testsequenz wird klar, dass die Innenraumbeleuchtung meines OPELs ganz ok ist und ein halbwegs brauchbares Video ermöglicht. Also erzähle ich etwas 20 Minuten lang was mir zum Thema „Nachts fotografieren“ in den Sinn kommt. Wirklich überlegt und strukturiert ist es leider nicht, es ist mehr eine Momentaufnahme, authentisch und durchgefroren. Der zentrale Bestandteil dieses kurzen Videos ist „Leute bereitet euch besser vor als ich! Nehmt warme Kleidung mit und überlegt euch gut was ihr eigentlich fotografieren wollt!“ Als ich mit meinem Video fertig bin mache ich mich auf die Rückreise, ich wende mein Auto und los geht die Fahrt. 5 Minuten später bin ich bei den Los Roques und kann meine drei Freunde mit ihren Kopflampen und Laserpointern sehen. Instinktiv reiße ich das Lenkrad herum und mache mich auch daran nicht einige Fotos vom „Finger Gottes“ mit dem verschneiten Pico del Teide im Hintergrund im Licht des klaren Vollmonds aufzunehmen. Immer wieder komme ich mit Victor und seinen Freunden ins Gespräch, wir zeigen uns unsere „Beute“, erzählen was von Objektiven und haben trotz der Kälte unseren Spaß.

Roque Chinchado & El Teide - Nikon D800E

Auf dem Display meiner D800E sehen die Fotos fast aus als wären sie bei Tageslicht aufgenommen. Nur sind die Farben ungleich intensiver und man kann am Himmel einzelne Sterne erkennen! Unsere gemeinsame Fotosession dauert bis 23h. Die Szenerie ist irgendwie gespenstisch und es kommen immer wieder warm eingepackte Leute die sich diese unwirkliche Szenerie ohne einen Fotoapparat in Ruhe anschauen. Es sieht aus als ließen sie alles auf sich wirken um die Fotos dann gespeichert in ihrem Kopf mit heim zu nehmen. Während ich mit Victor die Vorzüge einer Nikon D300 erläutere krame ich schließlich meine D300 heraus die ich mir auf Infrarot 830nm habe umbauen lassen. Nur zum Spaß und um Victor zu zeigen wir es ausschaut nehme ich noch ein Foto des “Finger Gottes” (Roque Cinchado)

Roque Chinchado & El Teide - Nikon D300 - Infrared 830nm

Nach dem ich mich von Victor und seinen Freunden verabschiedet habe mache ich mich auf die lange einsame Fahrt hinab zum Hotel. Die Heizung steht auf Maximum und das Gebläse schaufelt ordentlich warme Luft in den Innenraum. Aber die Luft ist dadurch auch stickig und trocken. Die unendlich vielen Kurven im fahlen Licht der Scheinwerfer machen mich langsam aber sicher fertig. Mir wird so richtig übel, ich muss ein Fenster öffnen sonst halte ich es nicht aus. Immer wieder überlege ich ob ich anhalten und etwas frische Luft schnappen soll, aber das Thermometer zeigt inzwischen nur noch 2°C ich fühle mich wie ein großer Eiszapfen. Es hilft alles nichts, ich muss die Zähne zusammenbeißen und langsam aber sicher den Berg hinabrollen.

Als ich am Hotel eintreffe ist es fast 1h in der Nacht. Mit letzter Kraft schleiche ich voll beladen wie ein Packesel durch das Foyer. Der Nachtportier grüßt freundlich und grinst nur als er mit mich meinen mit Schlamm verschmierten Schuhen, Hose und Stativ an sich vorbei schleichen sieht. Im Zimmer angekommen brennt noch etwas Licht. Meine Sandra schläft längst. Im Kühlschrank ist eine neue Flasche Ramazotti, meine Sandra ist ein Engel. Einen Schluck später beginnt mein Magen sich zu beruhigen. Eigentlich würde ich jetzt gern heiß baden oder duschen. Aber es läuft kaum Wasser aus dem Hahn. Oh je denke ich und putze mir nur schnell die Zähne. Nach einer kurzen traumlosen Nacht weckt mich meine Sandra an nächsten Morgen gegen 7h30. Sie will mit Karin reiten gehen und wir müssen zeitig zum Frühstück. Im Bad bin ich noch wie benommen und aus dem Wasserhahn tröpfelt es nur. Mit ungewaschenen Haaren sitze ich eine Weile später halbtot beim Frühstück. Sandra ist schon ganz aufgekratzt und freut sich auf den Ausritt in das Gebirge oberhalb von La Orotava. Ich selbst hänge noch ziemlich in den Seilen. Zurück auf dem Zimmer beschließen wir dann, dass Sandra sich mal darin versucht unseren OPEL Meriva selbst zu steuern und ich den Rest des Tages gemütlich allein im Hotel verbringe.


Nikon D800 – Das perfekte Midrange-Zoom

Lenstest-Tamron

Dass Objektivtests nicht immer langweilig sein müssen beweisen einige Videos auf YouTube sehr eindrucksvoll. Dass am Ende eines Vergleichstests jedoch die unterlegenen Testkandidaten mit einem Baseball-Schläger von einem Barhocker geputzt werden, das sieht man eher selten. Auch ist es sehr erfrischend wenn in einem Review witzige Einfälle für den Video-Schnitt eingebaut werden.

Lenstest-Dialog

Wirklich cool ist ich auch die etwas schlüpfrige Szene mit dem Bleistift und dem Anspitzer :-)

Auch wenn der Showeffekt im Video sehr gelungen ist, beschleicht mich doch der nachhaltige Eindruck, dass dieses Video von Tamron gesponsert wurde. Ebenfalls würde ich niemals ein Objektiv mit einem Baseballschläger zertrümmern, nicht einmal eines von Canon…

Wenn ich im Vollformat unterwegs bin habe ich meist das AF-S VR 4/16-35, das AF-S 2.8/24-70 und das AF-S VR 2.8/70-200 dabei. Den VR vermisse ich beim 24-70 nicht wirklich, denn wenn ich filme, dann habe ich meine Kamera nicht wie im obigen Video gezeigt auf der Motorhaube. Ansonsten liefern meine Panasonic HC-X909 oder die kleine Nikon 1 sehr gute Ergebnisse falls man wirklich einmal freihändig ohne Stativ filmen muss. Auch stelle ich immer wieder fest, das 24-70mm eine sehr praxisnaher Zoombereich ist. Die Mehrzahl meiner “Vollformat-Fotos” entsteht daher in einem Zoombereich zwischen 24 und ca. 85mm.

Das obige Video zeigt auch sehr schön, dass die vier Testkandidaten in der Mitte nahezu identisch sind. Lediglich am aller äußersten Bildrand sieht man leichte Unterschiede. Die dabei sichtbaren Farbsäume lassen sich automatisch mit Nikon Capture entfernen. Interessant ist, dass das Nikon 2.8/24-70 im Test auch am äußersten Bildrand fast keine sichtbaren Farbsäume liefert. Ein Manko des Tests ist allerdings, dass hier die vier Linsen bei gleicher Blende und gleicher Brennweite verglichen werden. Damit ist dieser Test auch nicht so ganz ernst zu nehmen.

Wer das beste Zoom-Objektiv für seine Nikon D800 oder D800E sucht, der liegt mit dem AF-S 2.8/24-70 garantiert nicht daneben. Allerdings hat ein Freund in den letzten Wochen sehr negative Erfahrungen mit dem 24-70 gemacht. Erst beim VIERTEN Exemplar liess sich der Zoomring gleichmäßig weich bewegen und dies auch erst nach einem Besuch der Nikon Service-Niederlassung in Düsseldorf. Perfekte Abbildungsqualität ist eben nicht alles, das Objektiv als solches muss auch perfekt gefertigt sein.

Aktuell gibt es bei Nikon bis zu 200,- Euro Cashback auf viele Objektive und Zubehör.

Nikon-Cashback

Mein Fazit

Wer damit leben kann, dass die alleräußersten Bildränder ein wenig unscharf sein können, der ist mit dem preiswerten Sigma oder auch dem Tamron mehr als gut bedient. Wer drastisch mehr Geld ausgeben kann und will, dem sei das aktuelle Nikon AF-S VR 2.8/24-70 empfohlen.

Alternativ zu einem extrem teuren und schweren Midrange-Zoom kann man sich auch mehrere sehr gute Festbrennweiten anschaffen. Diese verzeichnen weniger und sind für den jeweiligen Brennweitenbereich perfektioniert. Allerdings muss man hier deutliche Einbussen beim Komfort in Kauf nehmen. Aber mal ganz ehrlich, wer sich eine Nikon D800E kauft dem sollte der Komfort weniger wichtig sein.

Hier eine Empfehlung für alternative Festbrennweiten:

Wer den Komfort eines praxisnahen Zoom-Objektivs wünscht und sich das extrem teure und schwere AF-S 2.8/24-70 nicht leisten kann, für den könnte auch das etwas weniger lichtstarke AF-S VR 24-85mm eine willkommene Alternative sein.

Weitere Infos findet Ihr hier:


Fotoschule – Teil 5

Die Sommerpause ist beendet und ich nutze derzeit die dunklen kalten Winterabende für das eine oder andere YouTube-Video. Gleichzeitig wird natürlich wieder viel experimentiert. Dieses Video habe ich nach längerer Zeit mal wieder mit meiner Panasonic HC-X909 aufgenommen, also mit einer “richtigen” Videokamera. Als Mikrofon habe ich wieder ein Ansteck-Mikrofon des Herstellers König verwendet, das es bei amazon.de für schlappe 4,20 Euro zu kaufen gibt.

Mit diesem kleinen billigen Mikrofon gelingen überraschend gute Tonspuren und dies ohne weiteres Zutun. Ich habe lediglich das Mikrofonkabel mit einem zweiten Kabel verlängert. Die Tonspur  die ihr im Video hört ist völlig unbearbeitet und ich finde sie gar nicht schlecht!

Im direkten Vergleich zum letzten Video muss ich sagen, dass mir die Video-Qualität der Nikon 1 V1 deutlich besser gefällt. Allerdings ist die Panasonic HC-X909 Videokamera sehr viel flexibler und einfacher zu bedienen. Besonders der dreh- und schwenkbare Monitor macht es äußerst einfach die Kamera korrekt aufzustellen. Außerdem ist die Bedienung mit der kleinen Infrarot-Fernbedienung ist traumhaft einfach. So kann man ohne großes Tam Tam immer wieder schnell die Perspektive wechseln und einzelne Details schön groß aufnehmen. Das macht wirklich Spaß und man ist mit dieser Kamera um Größenordnungen schneller am Ziel als beim Einsatz einer “Fotokamera die auch filmen kann”.

Das im Video erwähnte kleine Filterset gibt es hier:

Hier habe ich noch ein Foto der Nikon 1 V1 das ich eben mit der Nikon D700 und dem alten Ai 2,0/85mm in Verbindung mit einem einfachen Zwischenring aufgenommen habe. Dieses Foto zeigt sehr schön, dass sich die alten Objektive durchaus an modernen Kameras verwenden lassen.

Nikon_1V1_FT1_AiS_14_50mm_1920px

Meiner Meinung nach spielen diese alten Linsen besonders bei Videoproduktionen ihren wahren Stärken aus. Durch die butterweich laufenden Fokusringe gelingen mit alten Ai und AiS Objektiven gefühlvolle “Schärfefahrten” die mit aktuellen Objektiven wegen der meist etwas “hakeligen” Fokusringe und der geringen Wege kaum möglich sind.

Hier nochmals die Unterschiede der Objektive:

  1. MF – Objektive: Sie wurden ab ca. 1959 mit “Hasenohren” angeboten und passen nur an sehr wenigen aktuellen digitalen Spiegelreflex-Kameras.
  2. Ai – Objektive: Zeichnen sich durch den etwas “zerklüfteten Blendenring” aus und können an allen aktuellen Kameras verwendet werden.
  3. AiS – Objetkive: Man erkennt sie an einer gefrästen kleinen “Delle” auf der Rückseite des Objektive. Sie sind meist einige Jahre aktueller und können wie die Ai Objektive an praktisch allen aktuellen Kameras verwendet werden.
  4. AF – Objektive: Sie benötigen Kameras mit eingebautem Autofokus-Motor. Der Autofokus ist meist etwas langsamer und mit lauteren Geräuschen verbunden. Sie können umgekehrt an allen traditionellen Kameras ohne Autofokus benutzt werden die keine “Hasenhohren” benötigen.
  5. AF-D Objektive: Das “D” steht für “Distance” und ermöglicht besser Belichtungsergebnisse im Blitzlicht-Betrieb sofern das Blitzlicht D-TTL oder iTTL beherrscht.
  6. AF-S Objektive: Haben einen einbauten “Silent Wave” Antrieb für den Autofokus (Ultraschall-Motor) und funktionieren an vielen digitalen Nikon Spiegelreflexkameras wie u.a. F6, F5, F4, F100, F90, F90, F75
  7. G-Typen: Objektive ohne Blendenring, funktionieren an alten Kameras wie Nikon F4 oder F801 nur eingeschränkt. Am besten mit der Programmautomatik die ggfs. geshtiftet werden kann.
  8. VR-Objektive: “Vibration Reduction” für die Vermeidung von Verwacklungsunschärfen bei etwas längeren Belichtungszeiten. Je nach Konstruktion werden zwei bis vierfach längere Belichtungszeiten möglich. Bei der Arbeit mit Stativen sollte man den VR abschalten damit die Objektive korrekt zentriert sind.
    Achtung: Der VR verbraucht viel Strom und saugt schnell den Akku leer wenn der Autofokus häufig aktiviert aber kein Foto aufgenommen wird.

Die meisten MF-Objektive können auf Ai umgebaut werden. Dazu muss man den Blendenring entfernen und eine Kerbe einfeilen. Die Position der Kerbe entnimmt man nach Möglichkeit einem AiS-Objetkiv mit gleicher Lichtstärke.

Mit den folgenden Objektive habe ich bei der Nutzung an modernen Spiegelreflex-Kameras sehr gute Erfahrungen gemacht:

  • AiS 2,8/55mm Micro-Nikkor
  • AiS 1,4/50mm
  • AiS 1,8/50mm
  • Ai 2,0/50mm
  • MF 1,2/50mm (Ai-Umbau)
  • AiS 2,0/85mm
  • AiS 2,0/105mm
  • AiS 2,8/135mm
  • AiS 2,8/20mm
  • AiS 2,0/35mm
  • AiS 2,8/18mm
  • AiS 2,8/28mm
  • AiS 2,8/24mm
  • AiS 3,5/35-70mm
  • AiS 4/80-210mm

Fotoschule – Teil 4 – Objektive

Autumn Colors #2 - Nikon 1 V2

(Beispiel-Foto: Nikon 1V2 mit AF-S 1,2/32mm und zwei ‘gekreuzten’ Polfiltern)

Im vierten Teil meiner kleinen Fotoschule geht es um das richtige Objektiv und irgendwie auch um die passende Kamera. Dabei muss die Kamera nicht nur zum Objektiv passen und umgekehrt, es muss beides auch zum persönlichen Geldbeutel passen. Was nutzt eine sündhaft teure Profikamera wenn man anschließend nächtelang bei eBay nach dem ultimativen Objektiv-Schnäppchen suchen muss?

Mein Rat:

  • Think BIG start small

Also, bedenkt beim Kauf Eurer Kamera die Folgekosten!

Hier ein Rechenbeispiel für ein High-End Ausrüstung im DX-Format:

  1. Nikon D7100: 1049,- Euro
  2. Nikon AF-S DX 2.8/17-55mm: 1146,- Euro
  3. Nikon AF-S VR FX 2.8/70-200mm: 1829,- Euro
  4. Nikon AF-S DX 10-24mm: 749,- Euro
  5. Nikon TC-17E II: 453,- Euro
  6. Nikon AF-S DX 2.8/40mm Macro: 210,- Euro
  7. Nikon AF-S DX 1.8/35mm: 163,- Euro
  8. Nikon SB-910: 369,- Euro
  9. Vanguard Alta Pro 263 AGH: 180,- Euro
  10. Vanguard Skyborne 53: 217,- Euro
  11. B&W Polfilter 77mm: 115,- Euro
  12. B&W Graufilter 77mm: 128,- Euro
  13. ML-L3 Infrarot Auslöser: 14,50 Euro
  14. HOYA Infrarot-Filter 77mm: 108,- Euro
  15. Filteradapter 49-77mm: 15,- Euro

SUMME: 6.745,50 Euro

In dieser Liste sind noch keine Cokin-Filter, Speicherkarten, externe Festplatten, Zusatzakkus usw. enthalten und trotzdem liegen wir bei fast 7.000 Euro. Wer nun wirklich Geld sparen will, der kann statt des 2.8/70-200mm ggfs. das AF-S DX 55-300mm aus dem folgenden Video kaufen. Statt des 10-24mm könnte man auch das sehr gute Tokina ATX 110-17mm nehmen. Das 2.8/17-55 könnte ggfs. durch das AF-S VR DX 16-85mm ersetzt werden.

Durch die Wahl dieser Objektive lässt sich der Gesamtpreis für eine hochwertige Fotoausrüstung im DX-Format um ca. 2.500 Euro senken und dies bei geringen Einbußen in der Bildqualität. Wer sich für eine solche Variante entscheidet sollte schauen welches Objektiv den größten Filterdurchmesser hat und sich daran orientieren, so kann man nochmals etwas Geld sparen.

Wie man sich aber auch dreht und wendet, es bleibt einfach sehr teuer!

In der Welt der Nikon 1 J2 scheint dagegen aktuell die Sonne, hier bekommt man für unter 1.000 Euro eine Kamera, mit 2 Akkus, 4 Objektiven, Blitzlicht, Filtern und Fototasche.

Wer das Pendant zur oben genannten DX-Ausrüstung im FX-Format auf Basis der Nikon D800 mit hochwertigen Objektiven erwerben will, der liegt sehr schnell bei deutlich über 10.000 Euro für eine komplette Ausrüstung. Hier sollte man in jedem Fall zwischen Kosten und Nutzen abwägen. Was nutzt eine solche Ausrüstung, wenn der ungeliebte Nachbar von der anderen Straßenseite mit seiner Nikon D7000 und dem 18-200mm “Deppenzoom” 8 Wochen lang durch Australien tourt, während Ihr daheim im kalten Deutschland Überstunden schiebt um euch das neueste High-End Objektiv leisten zu können?

All dies und noch viel mehr ist heute das Thema im vierten Teil meiner kleinen Fotoschule:


Fotoschule – Teil 3

Aktuell geht es Schlag auf Schlag – kaum ist Teil 2 von “Ansgar’s kleine Fotoschule” fertig, da habe ich schon den dritten Teil für Euch :-)

Hier habe ich ein Fotos das ich eben mit der Nikon 1 V2 und dem tollen Nikon  AF-S 1.2/32mm von der Nikon 1 V1 gemacht habe. Mit der Nikon 1 V1 und dem hier gezeigten Sigma EX DC 1,4/35mm habe ich in Verbindung mit dem Nikon FT-1 Adapter das aktuelle Video aufgenommen. Die großartige Nikon D800E steht nur als Dekoration im Hintergrund. Das liegt daran, dass die Nikon 1 einfach so wunderbare Fotos und Videos liefert.

Nie zuvor habe ich ein Kamerasystem derartig unterschätzt. Wäre sie nicht in den letzten Monaten so stark im Preis gefallen, ich würde mich wohl noch immer mit vielen schweren Objektiven und der Nikon D800E abschleppen. Aktuell bin ich mit der Nikon 1 V2 und dem AF-S 1,2/32mm wirklich ziemlich glücklich.

Nikon 1 V1 & FT1 & Sigma EX DC 1.4/35mm

Hier habe ich mal die ganzen kleinen Kartons abgelichtet. Ihr könnt schon sehen, ich habe mir inzwischen fast das gesamte Programm zusammengekauft. Aktuell bin ich wirklich sehr gespannt was die Nikon 1 V3 bringen wird :-)

LEGO was Yesterday...

Hier habe ich das Beispielfoto aus dem obigen Video für Euch in voller Auflösung bei flickr.com hochgeladen. Schaut es mal in Originalgröße an und fragt Euch ganz kritisch ob Ihr dieses Ergebnis einer billigen kleinen Kamera mit einem Sensor im CX Format zugetraut hättet?

Nikon 1 V2 & Nikkor 1.8/18.5mm - Full Resolution - Sample

Wer eine Kamera sucht um Fotos für eBay Aktionen und ein paar Urlaubsbilder aufzunehmen, der ist mit den Kameras und Objektiven des Nikon 1 Systems wirklich gut bedient.  In den kommenden Woche werde ich mich in einem speziellen Video eingehend den einzelnen Kameras und Zubehörteilen dieses wehre coolen Systems widmen.

Ich bin sehr gespannt auf Euer Feedback zu diesem Video. Wer mag darf natürlich gern den YouTube-Daumen nach oben drücken oder diesen Artikel oder das Video bei Facebook oder Google+ teilen :-)


Fotoschule – Teil 1

In meinem letzten Artikel habe ich Euch ja schon angekündigt, dass ich plane in den kommenden Monaten in lockerer Folge einzelne Videos und Artikel zum Thema “Ansgar’s kleine Fotoschule” zu erstellen. Heute ist der erste Teil schon fertig. Mein etwas ungehobelter Kumpel Arnulf Schmadtke hat mir im Vorfeld in seiner einzigartigen Manier einige Fragen per Video-Botschaft zukommen lassen. Diese Fragen habe ich zum Anlass genommen um Euch ein wenig zum Thema “Kennt man eine, kennt man alle” zu erzählen.

Warum dieses Thema? Ganz einfach, seit ich mit 12 Jahren Jahren meinen ersten Fotoapparat bekam hat sich an den meisten Themen der Fotografie fast nichts geändert. Es gibt einige wenige Zutaten die ein Bild aus rein technischer Sicht ausmachen. Diese Zutaten sollte man kennen und beherrschen. Es ist ein wenig wie das Lesen von Noten. Wer einst ein Konzertpianist werden will, der sollte damit beginnen des Notenlesen zu lernen.

Kommt man mit den Noten erst einmal zurecht so garantiert dies aber noch lange nicht, dass man einst als gefeierter Beethoven-Interpret auf einem Steinway-Flügel musiziert oder vielleicht stattdessen daheim vor einer etwas verstaubten Heimorgel gemeinsam mit den Enkelkindern Volkslieder übt. Das Notenlesen ist das Handwerkszeug der Musiker und was man daraus macht hängt von den eigenen Fähigkeiten ab und mehr noch davon wie hartnäckig man seine Ziele verfolgt.

Bei der Fotografie ist es ganz genauso. Wer seine Kamera nicht beherrscht (Noten lesen kann) der sollte sich keine Hoffnungen auf eine große Karriere als gefeierter Starfotograf machen. Daher mein Appell an alle die ernsthaft in die Fotografie einsteigen wollen:

  • Lernt zuerst Noten zu lesen und versucht danach schöne Lieder zu komponieren!

Für die Erstellung meines Videos habe ich insgesamt drei Kameras verwendet. Mein Ziel war ein schöner abwechslungsreicher Multi-Cam-Edit. Aber leider habe ich immer wieder meine Beispiel-Fotoapparate vor der “Detail-Kamera” zu hoch gehalten und die alternative Einstellung war letztlich nicht zu gebrauchen weil Kamera #3 keinen vollständig aufgeladenen Akku hatte. So sind letztlich nur zwei Spuren übrig geblieben. Wundert Euch also nicht wenn ich im Video immer mal wieder recht freundlich einen imaginären Fremden anlächle, das war Kamera #3…

Kamera #1 (Hauptkamera) war diesmal meine Nikon D800E mit dem AF-S VR 2.8/24-70mm Objektiv bei 1/30s, Blende 5,6 und ca. ISO-400. In der D800E war KEINE SPEICHERKARTE eingelegt, daher konnte ich ein cleanes Videosignal über HDMI ausgeben und erstmals mit meinem neuen Atoms Ninja 2 aufzeichnen. Leider war auch die D800E nicht perfekt vorbereitet. So war auch hier zwischendurch die Batterie am Ende und zusätzlich hatte ich vergessen sie so einzustellen, dass sie den Live-View tatsächlich beibehält. Statt ein ununterbrochenes Videosignal zu liefern hat sie sich alle 10 Minuten abgeschaltet. Dabei bekommt man natürlich die Krise wenn man mit drei Kameras gleichzeitig zu filmen versucht.

Sehr doof ist es auch wenn man sein eigener Tontechniker, Moderator und Kameramann sein muss. Wie fokussiert man eine Kamera auf das eigene Gesicht wenn man hinter der Kamera steht? Dementsprechend sind im zweiten Teil die Kameras auf dem Tisch schön scharf abgebildet, mein Gesicht hat allerdings einen kräftigen Weichzeichner :-(

Auch hatte ich ein wenig Hoffnung in den WU-1b WLAN Adapter an meiner Nikon 1V2 (Detailkamera) gesetzt. Aber die kostenlose Nikon APP ist wirklich noch primitiver als in den diversen Schmähschriften im Internet beschrieben. Zwar kann man damit via WLAN den Live-View auf das Handy oder ein iPad auslagern, aber eine Video-Aufnahme lässt sich damit nicht starten!! Hier habe ich mich echt gefragt wie dumm man sein muss wenn man zu diesen tollen Kameras und dem grundsätzlich guten WLAN-Adapter eine so primitive Software konzipiert…

Dann gab es auch noch Probleme mit dem Ton. Im ersten Teil habe ich das eigentlich recht gute Audio Technika ATR-3350 verwendet. Dieses Mikro hat einen kleinen Vorverstärker der mit einer winzigen LR44 Batterie betrieben wird. Und wie immer war diese kleine Batterie leer, was ich aber erst nach dem ersten Moderationsanlauf bemerkt habe. Mit einer neuen Batterie ging es dann eine Weile ganz gut bis nach einer der vielen Unterbrechungen wieder kein Audio-Signal mehr im Atoms Ninja 2 ankam – Arg… Also bin ich auf ein echt primitives passives Ansteckmikrofon ausgewichen das es bei amazon.de für sage und schreibe 3,95 Euro zu kaufen gibt. Und was soll ich sagen, die Tonspur ist damit sogar besser geraten!

Wundert Euch also nicht wenn etwa in der Mitte des Videos die Tonqualität wechselt, das ist das zweite Mikrofon!

Arnulf Schmadtke hat seine kleine Fragerunde übrigens mit einer Nikon 1 V2 und dem 1.2/32mm bei Blende 1,8 ISO-400 und 1/100s aufgenommen. Außerdem hat der den Portrait-Autofokus mit Gesichtserkennung verwendet. Ich war von der Qualität einer kurzen Frage-Einwürfe mehr als überrascht. Ich hample mit einer großen Profikamera herum und er nimmt seine Fragen einfach schnell mal in der Küche auf :-)

Später beim Videoschnitt habe ich erst spät einige Clips gefunden die sich doch noch für ein Multicam-Edit eignen. Da war das Video aber schon fast fertig geschnitten. Also habe ich die ursprüngliche “einfache” Videospur in Final Cut Pro X deaktiviert und eine zweite Spur “darüber” gelegt bei der ich immer mal zwischen den beiden Kameras (Nikon D800E und Nikon 1V2) gewechselt habe. Als dann nach vielen Stunden endlich das 37 Minuten lange Video fertig für den Upload bei YouTube war, gab es beim Export immer wieder Fehlermeldungen. Das hat mich fast zum Wahnsinn getrieben. Letztlich hat eine lange Recherche im Internet geholfen. Auch andere Nutzer haben seit dem letzten Update dieses Problem. Nachdem ich alle Render-Dateien (die für die Vorschau benötigt werden) gelöscht und meinen Mac zwei Stunden lang erneut vor sich hin habe arbeiten lassen, ließ sich das Video dann endlich im Format 1080p exportieren. Die stark komprimierte Videodatei war immer noch 2,89 Gigabyte groß und dementsprechend hat der YouTube Upload ganze 6 Stunden gedauert!

Und so sieht mein schwer zusammen gefummeltes Video-Projekt aus…

Bildschirmfoto 2013-11-17 um 22.23.40

Wer diesen Screenshot anklickt muss ich nicht über die Größe wundern, das liegt an der irre hohen Auflösung des 15″ Retina-Displays an meinem neuen kleinen Mac :-)

Ich hoffe das Video macht Euch trotz aller Widrigkeiten ein wenig Spaß. Ich freue mich auf Euer Feedback!


Bildgestaltung für Dummies – Teil IV

Heute geht es in meiner kleinen Serie zum Thema Bildgestaltung um zwei wichtige Themen:

  • Die Ausdauer
  • Der richtige Zeitpunkt

Zu den Rezepten erfolgreicher Landschaftsfotografen gehört es, Motive sorgfältig auszusuchen und zu überlegen wann und wie diese Motive am besten aussehen. Die echten Profis knipsen nicht einfach etwas ab, sondern sie widmen sich einem Motiv, manchmal über Monate und Jahre hinweg. Irgendwann ist der Zeitpunkt perfekt und dann haben sie das ultimative Foto.

Das geht natürlich nicht wenn man nur für ein paar Tage im Urlaub die Gelegenheit hat schöne Fotos zu machen. Aber man kann mit ein wenig Ausdauer, Wissen und Übung auch im Urlaub gute Fotos schießen. Auch wenn diese Fotos nicht irgendwann das Foyer der Commerzbank in Frankfurt schmücken werden, es können trotzdem Bilder sein die für einen selbst mehr als nur einen Schnappschuss darstellen. Hat man ein wirklich gelungenes Foto aufgenommen, so macht es Spaß davon einen schönen Print anfertigen zu lassen und es in der eigenen Wohnung an die Wand zu hängen. So erinnert man sich immer wieder an die Reise und alles was man dort erlebt hat. Sicher würde das auch mit einem Schnappschuss klappen, aber bei einem Bild in dem “Herzblut” steckt sind die Emotionen einfach grundsätzlich stärker ausgeprägt.

Am Wochenende wollte ich meiner Freundin ein wenig zeigen wie man mit einem Stativ umgeht. Wir haben uns dafür eine Stelle gesucht an der man einen schönen Blick über Rhein auf das Siebengebirge und den Posttower hat. Der Himmel war sehr bedeckt und das Licht nicht wirklich schön, so sah denn unser erstes Testbild auch ziemlich langweilig aus.

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Eigentlich ist auf dem Bild alles drauf, wir sehen den Posttower, das Siebengebirge, sogar Moby Dick kommt auf uns zu geschwommen. Wer genau hinsieht erkennt sogar das Gästehaus auf dem Petersberg. Doch die Tannenzweige die rechts in Bild hineinragen sind voll daneben. Auch steht der Posttower etwas schief und die flachen Kontraste machen das Bild richtig langweilig. Hier möchte man eher weg- als hinschauen.

Nach diesem Foto war meine Sandra kurz davor alles einzupacken und wieder heim zu fahren, schließlich hatten wir ja unser Foto “im Kasten”. Es war gar nicht einfach sie dazu zu überreden noch ein wenig neben der Kamera stehen zu bleiben und auf besseres Licht zu hoffen. Während wir auf besseres Licht warteten kamen alle möglichen Schiffe, Vögel, Autos, Menschen usw. bei uns vorbei. Gern hätte Sandra immer mal wieder schnell ihre Kamera gezückt, aber sie stand ja auf dem Stativ und wartete auf besseres Licht.

Wir haben dann noch ein paar Fotos gemacht, doch sie hat schließlich die Lust verloren. So ging sie daran das Weinlaub neben unserem Aussichtspunkt abzulichten und sich nach weiteren Motiven umzusehen. Während dessen habe ich meine Nikon 1 V1 mit dem 10-100mm Objektiv auf ein zweites Stativ gestellt und immer mal wieder mit dem kleinen Infrarot-Auslöser das eine oder andere Foto aufgenommen. Das Licht änderte sich von Minuten zu Minute. Und plötzlich riss über uns die zusammenhängende Wolkendecke etwas auf und der Horizont begann rötlich zu leuchten.

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Die Zipfel der Tannenzweigen habe ich nicht wegretuschiert um Euch zu zeigen, dass sie wirklich stören. Leider konnte ich die Kamera nicht so aufstellen, dass die Zweige bei diesem Blickwinkel nicht im Bild sind. An dieser Stelle daher mein Appell an Euch, versucht störende Äste, Zweige, Gräser, was auch immer zu vermeiden, sie sind in den seltensten Fällen ein Gewinn für den Bildaufbau!

Kommen wir zum nächsten Foto, wir stehen jetzt seit fast 45 Minuten auf der gleichen Stelle. Meine Freundin wird langsam ungehalten, ihr tun die Füße weh und sie hat einfach keine Lust weiter auf das richtige Licht zu warten.  Schaut man bei diesem Foto genau hin stellt man fest, dass im Posttower schon einige Büros beleuchtet sind. Doch das Schiff auf dem Rhein ist scharf abgebildet, also ist es noch relativ hell und die Mischung zwischen der Beleuchtung des Bürogebäudes und dem natürlichen Licht der Umgebung passen noch nicht so zusammen wie ich es mir vorstelle.

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Weil es meiner Sandra langsam aber sicher so richtig langweilig wird, packen wir unsere Sachen zusammen. Meine kleine Nikon 1 V1 lasse ich während dessen aber auf dem Stativ stehen und löse sie immer mal wieder mit dem kleinen ML-L3 Fernauslöser aus. Schließlich haben wir fast 90 Minuten gewartet und es ist etwa 30 Minuten nach Sonnenuntergang. Die “Mischung “sieht jetzt viel besser aus. Meine kleine Kamera muss jetzt mehrere Sekunden belichten, so verschwimmt die Bewegung des Frachtschiffes sehr stark. Auch die Wellen der Wasseroberfläche sind nicht mehr wirklich zu erkennen. Würde man jetzt noch einen Polfilter oder einen leichten Graufilter verwenden, so könnte man bereits Belichtungszeiten von ca. 30s erreichen. Damit wäre das Wasser glatt wie ein Spiegel und die Wolken hätten sogar ein wenig Bewegungsunschärfe. Doch ich habe heute keine Filter für meine Nikon 1 dabei :-(

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Also gebe ich mich mit dem Fotos zufrieden, schließlich sind sie nur als Beispielbilder für diesen Artikel gedacht.

Schauen wir uns das nächste Foto an. Hier sehen wir einen tollen Sonnenuntergang über La Gomera  (Punta de Teneo, Teneriffa). Während meine Freundin versuchte sich im Auto aufzuwärmen fieberte ich dem besten Moment für dieses Foto entgegen. Man muss es ihr immer wieder hoch anrechnen wie geduldig sie mit mir ist! Aber irgendwie ist man trotz allem immer im Zweitdruck wenn jemand wartet und man nicht allein oder mit zu 110% Gleichgesinnten unterwegs ist.

Blue Hour #1 - Nikon D700

So war ich ein Jahr später wieder an ähnlicher Stelle und diesmal ganz allein. So hatte ich alle Zeit der Welt und konnte mir in Ruhe den besten Platz für mein Foto suchen. Und ich hatte Glück, denn an diesem Tag war der Sonnenuntergang ungewöhnlich spektakulär und die Fotos übertreffen die Bilder des Vorjahres bei weitem.

La Gomera Sunset - Nikon D800E - Full Size

Ich hoffe meine heutige Botschaft wird damit klar. Nur wer sich darauf einlässt mehrere Stunden auf den richtigen Augenblick zu warten und sich möglichst einige Tage zuvor mit den Gegebenheiten vertraut macht wird letztlich mit Fotos heimkehren die mehr als ein Knipsbild sind. Besonders in der Landschaftsfotografie lassen sich viele Motive sehr gut planen. Mit Google Earth und gutem Kartenmaterial lässt sich der beste Punkt für eine Fotosession unter freiem Himmel finden. Je nach Jahreszeit geht die Sonne aber nicht exakt im Osten auf und im Westen wieder unter, das sollte man berücksichtigen. Für alle Smartphones gibt es kleine nützliche Programme die den Stand der Sonne an einem bestimmten Tag des Jahres berechnen können. Hilfreich sind auch kleine APPs die ausrechnen wann die Sonne auf- und wieder untergehen wird.

Meiner Erfahrung nach ist etwa 30 Minuten nach oder vor Sonnenuntergang das Licht für stimmungsvolle Landschaftsfotos ideal. Aber das ist keine allgemein gültige Regel. Wer nicht den Abendhimmel im Westen sondern die Schatten der Abendsonne in Richtung Osten fotografieren möchte, für den gelten andere Regeln. Generell ist man in der blauen Stunde am Morgen oder Abend immer auf der sicheren Seite wenn man einige zusätzliche Minuten einkalkulieren kann. So hat man Zeit um sein Stativ in Ruhe aufzustellen und einen Punkt zu suchen an dem eben keine störenden Zweige ins Bild hineinragen.

Stress kann man vorbeugen indem man seinen Mitreisenden klar macht wie sehr man auf diese Fotos erpicht ist. Wenn ich eine Reise mache, dann reise ich nicht weil das Essen toll, der Pool so klar oder die Sonne so warm ist. Wenn ich verreise dann will ich fotografieren, denn das ist für mich die beste aller Möglichkeiten um entspannt heimkehren zu können. Andere lesen ein Buch, ich sitze am liebsten einsam in der Wildnis und warte auf den perfekten Moment. Jeder der schon einmal mit seiner Angel einen Köder ausgeworfen hat wird das verstehen.

Wer schöne Landschaftsfotos machen möchte hat somit etwa drei Möglichkeiten:

  • Ihr reist allein und könnt tun und lassen was Ihr wollt
  • Ihr gebt den Mitreisen ausreichend viel Geld für ein schönes Abendprogramm ohne Euch
  • Ihr schenkt den Mitreisenden eine Fotoausrüstung und versucht Eure Begeisterung an sie zu vermitteln

Für den Anfang könntet Ihr natürlich auch allgemein bekannte Fotospots wie den im nächsten Foto besuchen. Dort am Horse Shoe Bend in der Nähe von Page in Arizona treffen sich jeden Abend viele Fotofans und warten gemeinsam auf den perfekten Augenblick. Wenn Ihr nicht allein seid, stärkt diese Gemeinschaft die Ausdauer Eurer Mitreisenden ganz enorm, es sei denn sie sind noch im Kindergartenalter… Solche Shtootings haben manchmal etwas magisches und gelegentlich entstehen dabei die besten Freundschaften mit Menschen die man dort ganz zufällig trifft.

Shooting Horse Shoe Bend - Nikon D300 & Tokina AT-X Pro 4/12-24mm

Das folgende Foto stammt von Alan Vasenius aus Los Angeles. Ich habe ihn im Jahr 2011 beim Versuch einen Permit für die Wanderung zur Wave kennen gelernt. Alan hat mir damals gesagt, dass ich etwa eine Woche später im Monument Valley sein sollte um dort ein seltenes Schauspiel zu fotografieren. So haben wir uns dann einige hundert Kilometer entfernt etwa eine Woche später wieder getroffen. Es war ein toller Abend und wie haben gemeinsam auf den richtigen Moment gewartet.

The Vasenius Shadow at Monument Valley

Diese Foto kann man so nur an zwei Tagen im Jahr aufnehmen und auch nur wenn die Wolken günstig stehen. Damit kommen wir zur Einleitung zurück. Der richtige Zeitpunkt ist nicht nur 30 Minuten nach Sonnenuntergang, sondern vielleicht auch ein einziger Tag des Jahres. Wer eine Sonnenfinsternis oder den “Supermond” fotografieren hat sogar ein noch viel weiter gespanntes enges Zeitfenster.

Das Geheimnis der Profis ist, dass sie diese “Events” kennen oder gezielt im Internet danach suchen. Sie planen für dieses Event eine Location und sind oft schon Stunden oder Tage vorher zur Stelle. Sie kennen ihr Equipment in und auswendig und so überlassen sie im wichtigen Moment nichts dem Zufall. Letztlich entstehen dann echte Kracher die vielen Leuten ein Staunen ins Gesicht treiben so wie beispielsweise dieses Foto von Michael Fatali.

Michael-Fatali-Teapot

(Bild: Michael Fatali)

Zum Abschluss noch ein Foto auf das ich im Juni 2013 auf La Palma ganze 12 Tage lang hingearbeitet habe. Ich war ständig auf der Suche nach schönen Locations und habe auf gutes Wetter gehofft. Am vorletzten Abend ist dann endlich dieses Foto gelungen. Für mich ist dieses eine Foto eines der Highlights der gesamten Reise.

La Palma Sunset - Nikon D800E

Fazit

Stimmungsvolle Landschaftsfotografien entstehen nicht einfach von ganz allein. Für ein gutes Foto muss man auch schon mal ein paar Stunden Wartezeit auf sich nehmen, eine weitere Wanderung machen und wenn man einen magischen Ort gefunden hat, ihn ggfs. so oft besuchen bis man seine Bildidee endlich umgesetzt hat. Gute Planung und Vorbereitung sind hier die halbe Miete. Die großen Helden der Landschaftsfotografie wie bspw. Ansel Adams haben ihre Fotos NIEMALS im Vorbeigehen aufgenommen. Sie haben sich stets mit viel Aufwand und Liebe zu Detail an die Umsetzung konkreter Bildideen begeben und waren damit letztlich überaus erfolgreich.

Damit ihr Euch während ihr auf den richtigen Augenblick wartet nicht ärgert weil ihr andere Motive und Situationen verpasst, solltet ihr ggfs. einfach eine zweite Kamera dabeihaben!

Mein Tipp für den gepflegten Schnappschuss zwischendurch:

Stellt an der “Zweitkamera” das Sportprogramm ein oder alternativ den kontinuierlichen Autofokus und die ISO-Automatik. So seid ihr auf den meisten Situationen gut vorbereitet. Auch wenn wegen der ISO-Automatik einige Fotos letztlich vielleicht ein wenig verrauscht sein sollten, ein leicht verrauschtes Foto ist immer noch besser ein Foto das total verwackelt ist weil man unbedingt mit ISO-100 fotografieren wollte…


Nikon DF – Systemkamera mit Vollformatsensor

Wer während der letzten Monate den internationalen Fotomarkt etwas beobachtet hat, dem sind sicher mehrere neue spiegellose Systemkameras ins Auge gesprungen. Sony hat zunächst mit der RX1 eine Kamera mit fest montiertem Zeiss Objektiv zum exorbitanten Preis von weit mehr als 3.000 Euro ins Rennen um die Käufergunst geschickt. Diese Kamera liefert bestechend gute Bildergebnisse, nur das Objektiv lässt sich nicht wechseln und selbst einen Sucher muss man separat erwerben.

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Kaum war die RX-1 auf dem Markt, hat SONY nur acht Monate später die grundsätzlich baugleiche RX1r nachgelegt. Damit es den unentschlossenen Käufern nicht langweilig wird ist nun gleich eine Triumvirat neuer Kameras Alpha-Serie in der Pipeline die mehr in Richtung Spiegelreflexkamera zielen, ohne indes einen Spiegel zu verwenden.

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Wirklich lieferbar sind sie noch nicht aber man kann sie bereits vorbestellen.

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Und einen toll gemachten Werbespot gibt es auch schon zu sehen.

Auch bei Olympus hat sich in den letzten Wochen einiges getan und mit der OM-D E-M1wurde ein spiegellose Systemkamera im Retro-Design vorgestellt die sehr an die großen SLR Klassiker OM-1 und OM-2 aus dem 80er Jahren erinnert.

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Wie schon in den 80er Jahren legt man bei Olympus großen Wert drauf zu unterstreichen, dass die neue Kamera deutlich kleiner und kompakter als die Systeme der Wettbewerber ausfallen.

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Quo Vadis Nikon

Bei Nikon überschlagen sich derzeit die Neuvorstellungen ebenfalls. Wie bei der SONY RX1 wurde die sehr gute Nikon D5200 vor einigen Tagen bereits nach weniger als einem Jahr von der Nikon D5300 abgelöst. Wegen der vielen negativen Stimmen zum Problem mit feinsten Öltropfen die den Sensor verschmutzen können, hat Nikon mit der Nikon D610 die sehr gute Nikon D600 bereits einige Monate nach der Vorstellung schon wieder aus dem Programm genommen.

Aktuell sieht das Nikon DSLR-Angebot etwa so aus:

Bildschirmfoto 2013-10-27 um 12.20.43

Auch im Segment der kleinen Nikon Kameras tut sich was, hier wurde jüngst die weltweit erste wasserdichte Systemkamera mit Wechselobjektiv und Blitzlicht vorgestellt, die Nikon 1 AW1.

Nikon1_AW1_Silver

Doch wie sieht es mit einem Pendant zu den neuen spiegellosen DSLR-ähnlichen Systemkameras von Sony und Olympus aus?

Mit den beiden Videos “Nikon – Pure Photography” verunsichert man aktuell die gesamte Fangemeinde. Woher kommt dieses Verschlussgeräusch am Ende der Videos, aus einem Lautsprecher oder ist es echt? Eine Kamera ist in beiden Videos indes nicht wirklich zu sehen und so werden wieder einmal gezielt Spekulationen befeuert und Kunden verunsichert. Vielleicht ist die neue Generation noch nicht ganz fertig und bevor Kunden zu Sony oder Olympus abwandern könnte man ihnen die schon fast getroffene Entscheidung so schwer machen, dass sie warten bis klar ist was letztlich hinter diesen Videos steckt.

Aber seht selbst:

Im zweiten Video hält der Schauspieler eine Kamera in der Hand deren Objektiv sehr an die legendären AiS Objektive ohne Autofokus erinnert. Dies verleitet die Nikon Fangemeinde aktuell wieder einmal zu wilden Spekulationen. Die einen hoffen, dass eine neue Kamera im Design der legendären Nikon F3 auf den Markt kommen wird, die andere hoffen auf einen digitalen Nachfolger der Nikon FM3a.

Ich habe mir heute mal den Spaß erlaubt eine Symbiose aus Nikon Fm3a der Fuji X100 und der Nikon F75 zu erstellen. Ein neues extrem lichtstarkes Objektiv habe ich auch gleich dazu entworfen, wenn Mythos dann echter Mythos :-)

Nikon DF - Silver - Top - Prototype

Ach ja, der rote “Video-Button” stammt von der Nikon 1…

Über die Gestaltung der Rückseite habe ich auch nachgedacht :-)

Nikon-DF-Back-Silver-2014

Wie dem auch sei, so oder so ähnlich könnte die neue Nikon aussehen. Ob die Typenbezeichnung allerdings wirklich Nikon DF sein wird, das bleibt abzuwarten.

Aktuell kursieren im Internet bereits mehrere Interpretationen der neuen Typenbezeichnung:

  • Nikon DF – Digital Fusion
  • Nikon DF – Discontinued Filmcamera
  • Nikon DF – Discrete Finance
  • Nikon DF – Digital Flop

Vor ein paar Tagen machte bei Facebook dieser schöne Cartoon die Runde:

Bildschirmfoto 2013-10-27 um 12.43.32

Da steckt viel Wahrheit drin! Wer in diesem Tagen in die Fotografie einsteigen möchte und überlegt welche Kamera er kaufen sollte, dem würde ich zu einer gebrauchten DX Kamera in guten Zustand raten. Wer mit der Kamera filmen möchte, der nimmt eine D5100 oder die D7000. Wer eine schöne große Profikamera sucht, der ist mit der D2x oder der D2xs immer noch sehr gut beraten. Auch die Nikon D300 oder die D300s sind durchaus noch mehr als zeitgemäß und liefern wirklich tolle Bilder. Aber auch mit den Kameras der anderen Hersteller kann man sehr gute Fotos machen.

Noch immer gilt die alte Weisheit:

Das Bild macht nicht die Kamera sondern der Fotograf

Also Freunde, lasst Euch nicht total verrückt machen von all den neuen schönen Dingen die immer besser toller, weiter, höher und schneller sind. Kauft Euch einfach eine erprobte Kamera für kleines Geld und achtet dabei mehr darauf wie sie in der Hand liegt und ob Euch die Bedienung zusagt.

Ein perfektes Foto das mit einer Nikon D70 für 100 Euro aufgenommen wurde ist immer noch 10.000 mal besser und wertvoller als eine verwackelte Gurke die aus einer Nikon D4x mit AF-S VR 1.8/500mm EX-IId oder sonst was stammt.

Mein Tipp:

Nicht mehr in Internet-Foren nach der besten Kamera mit den feinsten Pixeln stöbern und auch nicht 5 Stunden am Tag ein Werbevideo nach dem anderen bei YouTube anschauen. Schnappt Euch eine gebrauchte Kamera die technisch gut in Schuss ist und geht hinaus in die Welt und macht geile Fotos. Was nutzt die konkrete Utopie mit 24,37 Megapixeln und 2.013 statt 1.879 Linienpaaren solange ihr dieses teure Ding weder versteht, noch korrekt bedienen könnt und außerdem keine Erfahrung im Umgang mit Motiven habt?

Viele wichtiger als die Kamera mit den allerletzten technischen Gimmicks ist eine eigene Bildsprache! Geht einfach fotografieren und versucht bei dem was ihr da macht mit jedem Mal ein wenig besser zu werden. Irgendwann ist es dann Zeit für die teure Profikamera und dann ist sie bei Euch auch in guten Händen. Und statt viel Geld für immer neue Kameras auszugeben habt ihr dann ein paar Jahre lang viel fotografiert, seid in der Welt herumgekommen und könnt über die Frage Nikon D7000 oder Nikon 7100 nur noch müde lächeln.

Ich für meinen Teil packe jetzt meine Sachen und gehe raus um mir ein paar schöne Motive zu suchen :-)

Update vom 01.11.2013

Die Leute vom Nikon Marketing bauen ihren Werbefeldzug schrittweise aus und nun gibt es weitere Details zu sehen. Die neue Nikon DF wird wie eine Mischung aus D800 und F3 aussehen. Aber warten wir es mal ab, bis zur offiziellen Vorstellung sind es nur noch einige wenige Tage…

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Vanguard – The Heralder in 140s

 

Weil ich an diesem Rucksack so viel Spaß habe, gibt es heute statt eines Unboxing-Vidoes ein kleines “Einpacking”. Außerdem habe ich ein wenig mit den Vorlagen von iMovie gespielt. Ich habe einen fast leeren Trailer mit dem iMovie-Thema “Übernatürlich” erzeugt, es im Format 1080p gerendert und und dann in Final Cut Pro X importiert. Dort habe ich aber nur einige Soundeffekte und die ersten Sekunden des Anfangs und das Outro verwendet. Irgendwie macht diese ganze Videobearbeitung viel Spaß und es ist mit Final Cut Pro X wirklich sehr einfach. Um eine kurze Zeitraffer-Sequenz zu erzeugen schneidet man mit zwei Mausklicks das was schneller ablaufen soll einfach aus dem Video-Stream heraus, klickt es an und drückt “Command + R”. Auf dem Mac heißt die Taste links neben der Leertaste “Command-Taste”.  Nachdem man das gemacht hat wird über dem markierten Videoschnipsel ein grüner Balken angezeigt. Den schiebt man mit der Maus hin und her, ganz so wie es einem gefällt. So kann man Zeitlupen oder Zeitraffer erzeugen, es ist ganz einfach!

Sobald man die Maustaste losgelassen hat wird der geänderte Videoschnipsel gerändert, es wird also eine Vorschau erzeugt die man ganz flüssig anschauen kann. Das geht meistens ganz fix.

Das Rohmaterial für dieses nur 140s lange Video ist ganze 15 Minuten lang!! Der Videoschnitt hat etwa 30 Minuten gedauert. Die Ausgabe als Video in Full-HD braucht dann etwa 15 Minuten und nach weiteren 15 Minuten ist das Video dann bei YouTube verfügbar. So macht das wirklich Spaß!

Sehr cool finde ich mein neues Ansteckmikrofon. Dieses kleine Ding habe ich bei amazon.de zum Spaßpreis von nur 4,95 Euro gefunden. Beim hinzufügen zum Einkaufskorb hatte ich das Gefühl, dass das nicht geklappt hat und habe mehrfach geklickt. Aber es hat geklappt, sogar mehrfach. Ich habe ein paar Tage später nicht schlecht gestaunt als ich plötzlich VIER kleine Ansteckmikros in der Post fand…

Man könnte sie zurückschicken, aber bei diesem Preis ist es auch ok sie einfach zu behalten. So habe ich ein Mikro für die YouTube-Videos, eines kann ich in die Notebooktasche stecken, eines kommt zur Nikon D800E in den neuen Rucksack und das vierte Mikro lege ich in die kleine Fototasche zu den beiden Nikon 1. So kann ich künftig immer und überall schnell mal in sehr brauchbarer Qualität ein wenig Ton aufnehmen :-)

Sehr cool ist auch, dass dieses Mikro mit einem kleinen Trick am Zoom H2 und Zoom H2n funktioniert. An diesen Geräten muss man lediglich via Menü die Option “Plug-In Power” aktivieren und dann funktionieren die Mikros sehr gut. So kann man sich bspw. den kleinen Zoom H2 in die Hosentasche stecken und das Mikro an den Hemdkragen klipsen. Damit kann man sich völlig frei bewegen und hat später eine sehr brauchbare Tonspur. Ich freue mich schon drauf das auf der nächsten Reise ausgiebig zu nutzen!

Hier habe ich noch ein Fotos der beiden ZOOM Geräte:

zoom_h2n_zoom_h2

Und zum Abschluss noch Links zu Mikrofon und dem sehr coolen ZOOM H2n:


Angetestet – Vanguard The Heralder 46

Bildschirmfoto 2013-10-22 um 18.48.49Bildschirmfoto 2013-10-22 um 18.48.22

Mein Fotorucksack ist inzwischen ziemlich in die Jahre gekommen und so habe ich mich in den letzten Wochen nach einer Alternative umgesehen. Dabei ist mir der Vanguard “The Heralder 46″ ins Auge gesprungen. Und weil dieser Rucksack pfiffig gemacht und sehr durchdacht ist, gibt es heute ein ausführliches Review dazu.

 

Sehr cool ist die laufende Sonderaktion “My ABEO PRO“. Wer sich bis zum Jahresende ein Stativ des Typs ABEO Pro 283 CGH bestellt, der bekommt vom Hersteller einen “The Heralder 46″ Fotorucksack geschenkt. Wer sich nicht sicher ist ob das ABEO Pro das richtige Stativ für ihn ist, der kann sich als kleine Entscheidungshilfe meine beiden Videos zu diesem Stativ anschauen.

Hier gibt es den kurzen 90s Teaser:

 

Und hier habe ich das vollständige Review:


Nikon 1 V1 – Objektive für Videofilmer

Die kleinen Modelle aus dem Hause Nikon haben es mir mittlerweile wirklich angetan. Sie sind klein und preiswert und man kann trotzdem tolle Videos und schöne Fotos damit machen. Sehr cool ist die Einbindung in das wirklich große Nikon Objektiv-Sortiment in Verbindung mit dem FT-1 Adapter

Nikon_1V1_FT1_AFS_VR_18_200

Da die nächsten Reisen schon wieder fast vor der Türe stehen habe ich mir heute mal die Mühe gemacht die Nikon 1 V1 mit drei verschieden Objektiven bezüglich der Video-Tauglichkeit zu checken. Schließlich ist das Gewicht des Handgepäcks bei Flugreisen streng limitiert und man will ja auch keinen total überflüssigen Krempel mitschleppen.

Also habe ich heute das Nikkor AF-S VR 18-200mm und das Nikkor AF-S VR 2.8/70-200mm mit einem Objektiv verglichen das speziell für den kleinen Chip der Nikon 1 Serie gerechnet wurde. Dieses Objektiv hört auf den Namen Nikkor AF-S VR 10-100mm PD und ist wie gesagt für das CX-Format bestimmt. Bei den ersten Tests fällt schnell auf, dass der Autofokus wirklich vollständig nur mit dem 10-100mm Objektiv funktioniert. Eine Einschränkung die sehr schade ist und von der ich hier schon mehrfach berichtet habe. Aber dank der letzten Firmware-Updates funktionieren die beiden „erwachsenen“ Objektive an der Nikon 1 recht ordentlich.

Nikon_1_V1_1_Nikkor_VR_10-100_PD_BK

Überraschend gut ist das 18-200mm Objektiv zu gebrauchen. Wenn man als Ergänzung eine zweite Nikon 1 mit dem famosen 6.7-13mm Weitwinkel-Zoom verwendet, so muss man eigentlich keine Objektive wechseln und hat einen echt großen Brennweitenbereich komplett abgedeckt. Diese Kombination ist zudem recht spannend weil man beide Kameras in Abhängigkeit der verwendeten Brennweite unterschiedlich einstellen kann. Beim lichtschwachen Allround-Zoom sind meist kürzere Belichtungszeiten gewünscht, so dass man hier des öfteren die ISO-Automatik bemühen wird. Das kurze Weitwinkel hat sogar einen VR eingebaut und liefert bei 1/15s aus der freien Hand noch respektable Ergebnisse. Hier ist also ISO-100 die ISO-Empfindlichkeit der Wahl.

Fazit

Mein kleiner Test hat ergeben was ich mir schon fast gedacht hatte. Das AF-S 2.8/70-200mm liefert knackscharfe Bilder und man kann damit sogar in Verbindung mit dem kleinen CX-Sensor der Nikon 1 mit selektiver Schärfe spielen. Allerdings wird aufgrund der 2,7 fachen Brennweitenverlängerung des CX-Sensors das Einsatzgebiet dieses Objektivs stark eingeschränkt. Es ist in Verbindung mit der Nikon 1 eher ein sehr lichtstarkes 540mm Supertele, als ein „Universal-Objektiv“.

Das AF-S VR 18-200mm ist eigentlich für die DX-Sensoren konzipiert und für die Nutzung an der Nikon D2x, D300, D7000 usw. gedacht. Dank des brauchbaren Weitwinkelbereichs von 18mm (Entspricht 48,6mm im Kleinbildformat) kann man es an der Nikon 1 recht universell einsetzen.

Das Nikon 10-100mm PD (entspricht 27 – 270mm im Kleinbildformat) ist im Vergleich zu den anderen Objektiven der Nikon 1 Serie ein echt dicker Brocken. Man kann nicht manuell zoomen und auch nicht manuell fokussieren. Das schränkt das Objektiv etwas ein. Es ist primär für die Nutzung der Nikon 1 als Videokamera konzipiert. Dort macht es auch eine recht gute Figur. Allerdings fällt etwas negativ auf, dass dieses Objektiv keine durchgängige also konstante Lichtstärke hat. Das führt bei Zoomfahrten dazu, dass der Belichtungsmesser der Kamera nachregeln muss oder die Video-Sequenzen im Telebereich stets etwas dunkler sind. Wer genau hinschaut sieht bei den Zoom-Fahrten mit diesem Objektiv daher ein ganz leichtes Flackern.

Die Entscheidung was mit auf die nächste Reise darf und was nicht ist für mich heute aber trotzdem gefallen. Ich werde das 10-100 PD einpacken weil ich mit der Nikon 1 auf der nächsten Reise primär filmen möchte. Das 2.8/70-200 ist ein tolles Universaltele und es kommt auch mit, aber ich werde es hauptsächlich an der Nikon D800E benutzen.

Das AF-S VR 18-200mm wird wohl zuhause bleiben. Denn ich werde das famose AF-S VR 16-85mm in Verbindung mit meiner Nikon D300 Infrarot-Kamera in den Rucksack packen. Wenn ich mal bei einem Video manuell fokussieren oder zoomen will, kann ich dieses Objektiv auch an der Nikon 1 verwenden. Und für die Nutzung im Tierpark oder Schmetterlingsgarten usw. wird die Nikon 1 des öfteren mit dem 2.8/70-200mm kombiniert werden.

Auf die Ergebnisse bin ich schon sehr gespannt :-)

Nikon_1J2_ReflexNikkor_8_500mm

Sehr krass sind auch die Ergebnisse die sich mit einer Nikon 1 in Verbindung mit einem Reflex-Nikkor 8/500mm Spiegeltele erzielen lassen. Ich habe es heute Nachmittag aus Spaß mal versucht und die Qualität dieses uralten Spiegel-Objektivs haut mich echt um. Aber seht selbst – einfach anklicken und dann im HD-Format öffnen.

Nikon 1 J2 - Reflex Nikkor 8/500mm = 1350mm

Ein kleines Testvideo zu dieser Kombination habe ich für Euch auch noch erstellt.


Nikon D800 – Videos professionell produzieren

Atomos Ninja 2

Moderne Kameras wie die Nikon D800 bzw. D800E ermöglichen neben qualitativ hochwertiger Bildaufzeichnung auch Videoaufzeichnungen. Doch jeder der schon einmal versucht hat eine etwas längere Video-Sequenz mit einer DSLR aufzunehmen kennt das Problem der kurzen Aufzeichnungsspannen dieser Kameras. Ich selbst habe mich beispielsweise bei den Videos zum Thema “Nikon History” schon oft darüber geärgert, dass meine Nikon D7000 nach 20 Minuten die Videoaufzeichnung einstellt und man keinen entsprechenden Hinweis erkennen kann, solange man VOR der Kamera steht.

Das ist oft wirklich störend besonders wenn man gerade im Fluss ist und einige komplexe Sachverhalte schön auf den Punkt gebracht hat. Die Enttäuschung ist dann immer wieder groß wenn man feststellen muss, dass große Teile der Moderation nicht aufgenommen wurden.

Wer sich fragt warum es diese Begrenzungen gibt und ein wenig bei google & Co. auf die Suche geht findet schnell heraus, dass dies eine bewusste Beschränkung ist, die von den Kameraherstellern in die Software der Kameras integriert wurde. Für eine DSLR die Videos aufzeichnen kann die länger als 30 Minuten laufen, werden nämlich zusätzliche Abgaben fällig.

Ich selbst habe mich beim Filmen mit der Nikon D7000 oder meiner D800E auch schon oft darüber geärgert, dass man auf dem Display bei hellem Sonnenlicht praktisch nichts erkennen kann. Man muss ich mit Lichtschächten und Lupen behelfen die auf das Display geklebt werden, wirklich schön ist das alles nicht.

Wenn ich allein bin und bspw. ein YouTube-Video erstellen möchte, so habe ich auch immer das Problem, dass ich während der Aufnahme gar nicht sehen kann ob ich im Bild bin oder nicht. Aus diesem Grunde habe ich mir im letzten Jahr die wirklich tolle Panasonic HC-X909 angeschafft. Dieses Gerät ist ein spezielle Videokamera die sowohl über ein Schwenkdisplay als auch über eine Infrarot-Fernbedienung verfügt. Damit gelingen wirklich brauchbare Videos aber die Kamera hat auch ein paar Einschränkungen. So kann ich beispielsweise keine Objektive tauschen. Zwar verfügt die HC-X909 über drei getrennte Bildsensoren, doch sind diese Sensoren sehr klein ausgelegt, denn nur so ist ein kompakte Bauform erreichbar. Die geringe Größe der Sensoren führt bei schwacher Ausleuchtung schnell zu sehr störendem Bildrauschen. Für ein wirklich hochwertiges YouTube Video brauche ich also stets eine “komplette Festbeleuchtung”.

Hier habe ich ein Beispiel, dass ich vor einigen Wochen zusammen mit meinem Freund Fabian alias “Rainer Schauder” aufgenommen habe. Dabei kam nur die Panasonic HC-X909 zum Einsatz. Den Ton haben wir ausschließlich mit einem preiswerten Nikon ME-1 Mikrofon aufgenommen, das über ein billiges Verlängerungskabel an den Panasonic angeschlossen war. Für die Ausleuchtung haben wir zwei spezielle recht lichtstarke Video-Lampen verwendet. Die Qualität ist meiner Meinung nach ganz brauchbar und vor allem konnten wir uns während der Aufnahmen kontrollieren und alles in einem Take aufnehmen.

Wer bereits ein Nikon D800 oder eine ähnliche TOP-Kamera sein eigen nennen darf, wird sich vielleicht auch schon über die beschriebenen Einschränkungen geärgert haben. Für alle die nicht gleich zu einer separaten “richtigen” Videokamera greifen wollen, bietet der australische Hersteller Atomos mit dem Ninja 2 einen HDMI Recorder zum Preis von ca. 600 Euro an. Mit dem Ninja 2 können Videos über viele Stunden aufgezeichnet werden. Das Gerät beherrscht unterschiedliche Codecs für die Kompression des Bildmaterials. Zeichnet man beispielsweise mit ProRes 422 auf, so hat man ein Format das bspw. Final Cut Pro X sehr gut und ohne Einschränkungen direkt verarbeiten kann. Zwar sind die Videodateien dann etwa zehnmal so groß wie sie innerhalb der Kamera auf eine Speicherkarte aufgenommen würden, aber die Qualität ist wegen der geringeren Kompression auch sichtbar besser.

Der Qualitätsgewinn hängt allerdings stark von den gefilmten Motiven ab. Bei einem YouTube-Vortrag in dem man recht still vor der Kamera steht und sich fast nur die Lippen bewegen wird man keinen Unterschied feststellen können. Aber bereits bei einem zügigen Kameraschwenk sind besonders an den Kanten des gefilmten Motivs deutliche Unterschiede erkennbar. Sehr cool ist auch, dass der Ninja 2 eine eigene Stromversorgung über zwei Akkus hat, die sogar während des laufenden Betriebs gewechselt werden können. Ein weiterer großer Pluspunkt ist, dass man im Gegensatz zu HDMI-Recordern die ihre Signal unkomprimiert aufzeichnen mit einfachen 2,5″ Festplatten auskommt. Statt mehrere tausend Euro für eine ganze Batterie von SSDs ausgeben zu müssen, reicht hier eine flotte 2,5″ 1-TB Festplatte (ca. 80 Euro) um mehr als 20h Videomaterial in toller Qualität speichern zu können.

Zum Ninja 2 Lieferumfang gehört ein kleines Gehäuse samt einer Docking-Stating mit USB 3.0 Anschluss. So kann man das Video-Material sehr schnell für den Videoschnitt verfügbar machen.

In diesem Video wird die Arbeit mit dem Atomos Ninja 2 sehr schön präsentiert und die Vorzüge des Systems werden sehr gut erläutert.

Ob die eigene Kamera den Atomos Ninja 2 unterstützt sollte man vor dem Kauf allerdings klären, hier wird man via google & Co. schnell fündig werden.

Bei amazon.de ist der Ninja 2 derzeit in kleinen Stückzahlen verfügbar.

Hier habe ich noch ein Beispiel-Video das mit einer Nikon D800 aufgenommen wurde. Dabei kamen auch externe HDMI-Aufnahmegeräte zum Einsatz. Wer sich dieses Video aufmerksam anschaut wird schnell die tolle Bildqualität bemerken. Einen Video-Clip in dieser Qualität wird keine Sendeanstalt ablehnen. Und dieses Video ist der beste Beweis, dass bereits mit einer relativ preiswerten DSLR professionelle Videoaufnahmen möglich sind.

Hier ist das Making of…


Nik Color Efex Pro – Teil 3

Nikon D800E - SAMYANG 2.8/14mm

(Foto aus dem Beispiel-Video – Anklicken für HD-Auflösung)

In den beiden letzten Artikeln habe ich Euch bereits einige Features der Bildbearbeitungsprogramme NIK Color Efex und NIK HDR Efex vorgestellt. Gestern hatte ich zu fortgeschrittener Stunde endlich die Möglichkeit meine neue Hauppauge HD-PVR2 auszupacken und zwischen mein Apple TV und meinen Fernseher zu hängen. Die Verkabelung ist recht einfach. Vom HDMI-Ausgang des Apple-TV geht es in den HDMI-Eingang der HD-PVR2. Von dort dann mit einem zweiten HDMI Kabel direkt in den Fernseher. Die Hauppauge HD-PVR2 hat noch einen USB-Anschluß. Dort wird ein recht langes USB-Kabel eingesteckt über das das Video-Signal aufgenommen werden kann.

Für die Aufnahme gibt es vom Hersteller sogar eine Software die auf meinem MacBook Pro sehr gut funktioniert. Um für einen ersten Test ein Signal zu haben das sich via HD-PVR2 aufzeichnen lässt, habe ich einfach bei einem neuen MacBook das Airplay via Apple-TV aktiviert. Das MacBook kann man so konfigurieren, dass es automatisch die Auflösung des Fernsehers übernimmt. So hatte ich ein schönes FULL HD Signal, das ich gleich wieder mit dem Notebook aufgenommen habe das dieses Signal eigentlich produziert hat.

Das war gewissermaßen “von hinten durch das Auge geschossen” – aber es sollte ja auch nur ein kleiner Test sein. Beim Anschauen des Test-Videos kam mir dann die Idee, daraus ein kleines Tutorial zu machen. Final Cut Pro X war gerade frisch installiert und so konnte ich gleich schauen wie sich diese Software mit dem extrem hochauflösenden Retina-Display (2880 x 1800 Pixel) schlägt. Die Tonspur habe ich übrigens mit meinem t.bone USB Mikrofon aufgenommen. Hier habe ich einen Screenshot der Video-Bearbeitungssoftware in voller Retina-Auflösung – das ist schon cool! (Einfach anklicken…)

Bildschirmfoto 2013-09-26 um 00.03.21

Hier nun das fertige YouTube-Video in voller HD-Auflösung:

Sowohl Photoshop CS6, als auch die Tools der NIK Collection und Final Cut Pro X funktionieren mit dem Retina Display wirklich gut. Überraschend gut funktioniert auch die Skalierung des Retina Displays. Aufgrund der extrem hohen Pixeldichte kann man endlich auf in Auflösungen arbeiten die von der nativen Auflösung des Displays abweichen. Bei “normalen” LCDs wird dann meist alles Unscharf und unschön, ganz anders beim Retina Display. Dieses Display ist das mit großem Abstand allerbeste Display das ich in den letzten 30 Jahren benutzen durfte!!

Einige Leser haben mich gefragt ob die NIK Tools denn auch mit Aperture von Apple funktionieren? Um dies zu testen habe ich eben eine etwas ältere Version von Apple Aperture installiert (Version 3.1.4). Wohlgemerkt habe ich Aperture NACH den NIK Tools installiert. Und siehe da, die NIK PlugIns sind trotzdem auf Anhieb verfügbar – Super!

Bildschirmfoto 2013-09-26 um 18.22.13

Bisher habe ich Euch nur die Color Efex und HDR Efex vorgestellt. Hier habe ich jetzt noch einen Screenshot der Silver Efex, die wirklich tolle Möglichkeiten für die Schwarz-Weiss Konvertierung digitaler Fotos bieten. Wer mehr über die einzelnen Komponenten der NIK Collection wissen möchte, der sollte sich die Videos anschauen, die ich im letzten Artikel verknüpft habe.

Bildschirmfoto 2013-09-26 um 18.22.49

Fazit

Es funktioniert alles zusammen wirklich gut. Das neue MacBook verrichtet seine Arbeit in jeder Beziehung ganz ausgezeichnet. Das AirPlay via FritzBox klappt mit einer Verzögerung von etwa 0,5s ganz vorzüglich. Die Skalierung auf das Format des Full-HD Fernsehers klappt automatisch und das Abgreifen des Signals via Hauppauge HD-PVR2 ist sensationell einfach. Es ist eine passende Software für OS-X verfügbar und mit einem speziellen HDMI-Kabel kann ich auch viele digitale Kameras an die HD-PVR2 anschließen.

In den nächsten Wochen werde ich mal schauen wie sich diese Features für die Erstellung von Reviews usw. einsetzen lassen. Endlich kann man bspw. APPs für das iPad in guter Qualität vorstellen und durch die Menüstrukturen einer Nikon D800 navigieren ohne das Geschehen mit einer zweiten Kamera vom Display der D800 abfilmen zu müssen. Für den Winter bin ich also gerüstet und es wird mir während der langen kalten dunklen Nächte die uns sehr bald bevorstehen werden nicht langweilig werden :-)

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich mich im Video etwas vertan habe. Das SAMYANG-Objektiv hat natürlich 14mm nicht 15mm Brennweite – wie konnte ich das nur vergessen…


Nikon D800E – Sonnenuntergänge fotografieren

Die Sonne ist der Quell des Lebens und Sonnenuntergänge mit kräftigen Farben ziehen tagtäglich viele Millionen Menschen in ihren Bann. Ganz gleich wo man sich in Gesellschaft anderer Menschen einen Sonnenuntergang anschaut, es zückt immer wieder der eine oder andere ein Handy, eine Kompaktkamera oder anderes fotografisches Gerät um den Moment festzuhalten. Gleiches gilt natürlich auch für Sonnenaufgänge, nur ist man dort meist “unter Gleichgesinnten” weil sich kaum ein Urlauber früh am Morgen aus dem Bett quält um einen Sonnenaufgang zu fotografieren.

Leider versauert die Mehrzahl dieser Fotos später auf den Festplatten dieser Welt. Die Gründe sind vielfältig, doch oft sehr ähnlich – die extremen Kontraste sind zu heftig, es gibt fiese Lensflares, die Farben sind blass, das Bild ist hoffnungslos unterbelichtet usw. Dass es mit einfachen Mitteln auch anders geht, das will ich Euch heute zeigen.

Der Zeitpunkt

Hier habe ich nun ein Beispielfoto in voller 36 MPix Auflösung für Euch. Es ist im letzten Dezember am westlichsten Zipfel von Teneriffa entstanden und zeigt einen Sonnenuntergang über La Gomera.

La Gomera Sunset - Nikon D800E - Full Size

Welche Zutaten braucht man für ein solches Foto? Ich denke zuallererst braucht man eine ordentliche Portion GLÜCK. Denn ohne eine “lockere Bewölkung” ist die Mehrzahl der Sonnenuntergänge völlig langweilig. Dann braucht man ein Gespür für den richtigen Zeitpunkt. Meist ist etwa 15 bis 20 Minuten NACH dem Untergang der Sonne das Licht ganz wunderbar, die Kontraste sind mild und die Farben kräftig. Hat man das Gespür für den richtigen Moment noch nicht, so kann man es sich mit etwas Zeit erarbeiten. Man stellt sich etwa 30 Minuten VOR Sonnenuntergang an eine zuvor ausgesuchte Position und nimmt dann etwa 90 Minuten lang alle 5 bis 10 Minuten eine kleine Belichtungsreihe auf, falls die verwendete Kamera dies hergibt.

Später schaut man sich die Fotos in aller Ruhe an und findet so anhand des “Zeitstempels” der Fotos heraus welche Zeit für ein eindrucksvolles Foto wirklich perfekt war. Bei der nächsten abendlichen Fotosession versucht man nun genau diesen Moment abzupassen. Wer einfach ein paar Bilder schießt und “gleich wieder abhaut” ist meistens selber schuld! Das Spiel von Licht und Farbe verändert sich während eines Sonnenuntergangs oft im Minutentakt. Für ein wirklich gelungenes Foto braucht man also auch etwas Geduld!

Der Sonnenaufgang

Es stellt sich nun die Frage, ob diese Regeln auch für einen Sonnenaufgang gelten? Meiner Meinung nach kann man dies mit einem klaren JA beantworten. Allerdings sind die Randbedingungen oft ganz anders. Nach einer kalten Nacht kann es schon mal ein mehr als frostiges Vergnügen sein irgendwo in der Wüste auf einen Sonnenaufgang zu warten. Da ist die wohlige Wärme am Ende eines langen Sommertages oft deutlich angenehmer. Aber, bis auf die Tatsache, dass das Licht von der “anderen Seite” kommt, sind die Regeln identisch. Man sollte allerdings beachten, dass viele Motive nur morgens oder eben nur abends gut aussehen.

Hier habe ich zwei Fotos die ich im Jahr 2009 am sehr exponiert gelegenen Dead Horse Point aufgenommen habe. Man sieht sehr schön, dass das Foto bevor die Sonne herauskam schönere und deutlich kräftigere Farben zeigt.

La Sal Sunrise 1 - Nikon D300

Doch der Zeitpunkt wenn die Sonne so gerade eben zu sehen ist hat manchmal etwas magisches. Will man hier ein Foto mit schönen kräftigen Farben erzielen, so ist der richtige Zeitpunkt von allergrößter Bedeutung. Hier entscheiden einige wenige Minuten über die Qualität des Bildes. Wer auf Nummer sicher gehen will, der schießt in kurzer Folge Belichtungsreihen. Dabei sollte man den RAW-Modus aktivieren, den Autofokus abstellen, Blende 8 oder 11 wählen, die Zeitautomatik aktivieren und die Kamera auf einem Stativ positionieren. Auch einen ggfs. vorhandenen VR sollte man deaktivieren. So passen später alle Fotos perfekt deckungsgleich übereinander und man kann sich ggfs. aus zwei oder mehr Bildern via DRI-Technik das nehmen was man braucht. Alternativ kann man auch ein HDR bspw. mit Photomatix Pro erstellen.

Im folgenden Beispiel habe ich in Photoshop einfach nur zwei Bilder übereinander gelegt, bei denen die Belichtung einen Unterschied von etwa zwei Lichtwerten aufwies. Also ein “dunkles Bild” mit bspw. 1/500s und ein “helles Bild” mit 1/125s Belichtungszeit. Beide Bilder legt man nach der RAW-Konvertierung bspw. in Photoshop übereinander und erstellt mit dem Verlaufswerkzeug eine einfache Ebenenmaske. Im folgenden Beispiel habe ich das “helle Bild” über das dunkle Bild gelegt und via Verlaufswerkzeug und Ebenenmaske den unteren Teil des “hellen Bildes” sichtbar gemacht.

La Sal Sunrise 2 - Nikon D300

Das Motiv

Eine weitere Zutat für ein gelungenes Foto sind Objekte im Vordergrund des Bildes. Ist hier ein schönes Tal mit Weinbergen, eine alte Burg, ein Leuchtturm oder ähnliches zu sehen, so wertet dies die meisten Fotos ungemein auf. Wer seine Sonnenuntergänge so fotografiert, dass man nur knallig bunte Wolken sieht, der muss sich über langweilige Ergebnisse nicht wundern.

Hier habe ich ein Beispielfoto das ich im Jahr 2010 am Horse Shoe Bend nahe der Stadt Page in Arizona aufgenommen habe. Am Rande einer mehrere hundert Meter tiefen Schlucht kann von oben auf den Colorado River sehen, der später durch den Grand Canyon fließen wird. Der Horse Shoe Bend ist eher eine “Evening-Location” – die besten Fotos macht man dort also eher zum Sonnenuntergang. Im Frühling geht die Sonne nahezu in der Mitte über dieser gewaltigen Gesteinsformation unter.

Hier braucht man nun wieder eine Portion Glück und einen schönen Wolkenhimmel. In Verbindung mit dem richtigen Augenblick, dem Wissen um die perfekte Einstellung seiner Kamera und ein wenig Erfahrung mit der digitalen Bildbearbeitung lassen sich so beeindruckende Fotos erstellen.

Auch dieses Bild habe ich aus zwei unterschiedlich belichteten Bilder zusammengefügt. Der obere Bildbereich ist wieder etwa 2 Lichtwerte geringer belichtet als der untere Bildbereich. Die “Naht” verläuft ganz knapp unter dem Horizont und sie wurde ganz einfach mit dem Verlaufswerkzeug und einer Ebenenmaske erstellt. Alternativ könnte man auch einen dichten Grauverlaufsfilter einsetzen. Dieser sollte aber nach Möglichkeit verschieben lassen, wie bspw. ein Cokin-Filter. Nur so lässt sich ein Teil des Bildes gezielt abdunkeln ohne dass man beim Bildaufbau den Filter berücksichtigen muss.

Horse Shoe Bend Sunset - Nikon D300

Der Bildaufbau

Die Sonne ist meist auch der Mittelpunkt unseres Lebens und das mag der Grund sein warum viele Fotofreunde bei Sonnenaufgängen oder Sonnenuntergängen wenig über den Aufbau ihrer Bilder nachdenken und die Sonne einfach in der Bildmitte anordnen. Hier habe ich ein Foto das ich im Jahr 2009 im Canyonlands Nationalpark direkt vor dem sogenannten MESA Arch aufgenommen habe. Es war Winter und die Sonne geht in dieser Jahreszeit sehr weit “rechts” auf. Würde man an gleicher Stelle etwa 4 Monate später das gleiche Foto versuchen, so wäre die Sonne bei gleicher Perspektive etwa in der Bildmitte.

Seine Spannung schöpft dieses Bild genau daraus, dass die Sonne NICHT in der Bildmitte sondern im rechten Drittel des Bildes angeordnet ist. Doch was dem Bildaufbau zuträglich ist, quittiert praktisch jedes Objektiv mit starken Spiegelungen und Reflektionen an den Linsenoberflächen. Diese so genannten “Lensflares” sehen nicht nur blöd aus, sie reduzieren auch drastisch den Bildkontrast und führen zu flauen Farben.

Um dennoch ein  brauchbares Ergebnis zu erzielen habe ich bei diesem Bild den “Fingertrick” benutzt und bei manuell eingestellter Zeit & Blende zwei Belichtungsreihen mit jeweils 9 Bildern mit 1.0 EV (Ein Lichtwert) Unterschied bei der Belichtung aufgenommen. Wie der “Fingertrick” funktioniert, das könnt ihr HIER nachlesen.

Mesa Arch - La Sal Sunrise

Die andere Seite

Meiner Meinung nach wir die “andere Seite” der Sonnenuntergänge viel zu häufig sträflich vernachlässigt. Denn erst im milden letzten Abendlicht zeigen sich viele Motive von ihrer schönsten Seite. Hier habe ich ein Foto des Delicate Arch im Arches Nationalpark in Utah, das ich im Jahr 2009 mit meiner Nikon D300 aufgenommen habe. Die Sonne war längst weg und das weiche  Licht verleiht der Szenerie etwas unwirkliches.

Arches NP #6 - Nikon D300

Das nächste Beispielfoto habe ich ebenfalls im gleich Jahr am Dead Horse Point aufgenommen. Es stammt aus der gleichen Fotosession wie die beiden Sonnenaufgangsfotos weiter oben. Allerdings ist es etwa 15 Minuten nach Sonnenaufgang entstanden. Zeigen will ich Euch damit, dass es sich durchaus lohnen kann nachdem das Schauspiel vorbei ist Ausschau nach Motiven zu halten die im ersten Morgenlicht gut aussehen. In diesem Bild ist sind besonders der Schattenwurf an den Klippen des Colorado River interessant. Wegen des weichen Lichts kommt dieses Foto ohne weitere technische Tricks aus.

Canyonlands Sunrise - Nikon D300

Und man sieht auch hier, dieses Motiv ist eher eine “Morning-Location”.

Zum Abschluss habe ich hier noch ein Foto das ich im Juli  2013 im Süd-Westen von La Palma aufgenommen habe. Der Himmel war mehr als langweilig, aber der Gesteinsbogen im Vordergrund hat mich sehr fasziniert. Wirklich cool waren die beiden Jungs die sich mit kleinen Surfboards im warmen Wasser des Atlantiks vergnügt haben. Der Boden war glitschig, die Hitze immens und es fielen  immer wieder kleine Steine von der Felsenklippe auf mich hinab. Trotzdem war dies einer der schönsten Momente dieser Reise.

Nikon D800E - Nikkor AF-S VR 4/16-35mm

Um den Gesteinsbogen komplett abbilden zu können, habe ich für das Foto eine sehr kurzen Brennweite verwendet. Dadurch wird die Sonne nur noch als winzig kleiner heller Punkt abgebildet. Dieser Umstand verringert die Bildung störender Lensflares ganz enorm. Man könnte sagen, je kürzer die Brennweite ist, umso einfacher lässt es sich direkt in die Sonne fotografieren.

ABER: Wer mit sehr kurzen Brennweiten direkt in die Sonne fotografiert, der muss meist sehr kurz belichten und am Objektiv eine sehr kleine Blende einstellen. Dies führt bei extremen Weitwinkelobjektiven dazu, dass selbst kleine Staubpartikel oder Wassertropfen auf der Frontlinse deutlich sichtbar werden. Die Schärfentiefe eines extremen Weitwinkel-Objektives sollte man nicht unterschätzen! Wer wirklich schöne Ergebnisse erzielen will muss hier also sehr penibel auf eine saubere Frontlinse achten!

Fazit

In der Landschaftsfotografen ist das Licht die wichtigste aller Zutaten für gelungene Fotos. Mit ein wenig Planung und Glück lassen sich tolle Fotos erzielen, aber man muss auch wissen was man tut. Einfach die Kamera in die Sonne zu halten und abzudrücken, das reicht für wirklich stimmungsvolle Fotos nicht aus.

Im Vorteil ist, wer die Location kennt und seine Motive planen kann. Hilfreich ist hier auch die kostenlose Software “Google Earth”. Wer sich ein wenig damit beschäftigt wird schnell die Simulation des Sonnenstandes zu schätzen lernen. Für aktuelle Smartphones gibt es außerdem hilfreiche APPs mit denen sich der Winkel des einfallenden Lichts in Abhängigkeit von Jahreszeit, Uhrzeit und Geo-Location bestimmen lässt. Mit diesen kleinen Hilfsmitteln muss man sich auseinander setzen, aber wenn man den Knoten erst einmal durchtrennt hat, so gelingen immer wieder stimmungsvolle Fotos die vielen Betrachtern ähnliche Laute wie beim Anblick eines schönen Feuerwerk zu entlocken vermögen. Und genau das ist es ja was wir Fotografen suchen, den WOW-Effekt bei den Betrachtern unserer Fotos :-)

 


La Palma 2013 – Das Video

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Im Jahr 2003 habe ich Teneriffa das erste Mal besucht und diese Insel ist mir seit dieser Zeit ganz besonders ans Herz gewachsen. Jahr für Jahr habe ich dort viel Zeit verbracht und so ist diese Insel inzwischen fast wie ein zweites Zuhause. Zwischendurch habe ich auch Gran Canaria einen Besuch abgestattet, auch eine schöne Insel – aber Teneriffa gefällt mir besser. Doch das sollte meine Freundin Sandra und mich nicht davon abhalten in diesem Sommer nach langer Zeit wieder einmal eine andere Kanareninsel zu erforschen.

So haben wir zwei Wochen auf La Palma verbracht und diese Insel von ihrer schönsten Seite kennengelernt. Rückblickend muss ich aber sagen, dass unser Hotel etwas ungeschickt gewählt war. Weit im sonnigen Süden gelegen war der für Wanderungen und Fotos prädestinierte Norden fast unerreichbar weit entfernt. Zwar sind es nicht wirklich viele Kilometer, aber die Straßen sind eng und kurvig. So wird auch für eine kleine Wanderung im Norden der Insel schnell eine mehrere Stunden dauernde Anfahrt fällig und das wollten wir uns nicht antun. So haben wir diese Insel nur einmal umrundet und uns ansonsten zumeist im Süden der Insel vergnügt. Wenn wir irgendwann ein zweites Mal nach La Palma reisen, werden wir wohl ein Hotel buchen das weit im Norden gelegen ist.

Am Ende unserer Reise habe ich dennoch viele hundert Fotos und mehrere Stunden Video-Material mitgebracht. Aus diesem Fundus die schönsten Szenen zu extrahieren war schwerer als gedacht und vor allem sehr zeitraubend. Immer wieder habe ich die unzähligen kurzen Video-Schnipsel angeschaut und überlegt wie man daraus einen halbwegs kurzweiligen Film erstellen könnte. Viele Abende habe ich nach passender Musik gesucht, Szenen aufgebaut, verworfen, umgestellt und immer wieder verändert. Letztlich habe ich  gestern mein Video zu dieser Reise für “fertig” erklärt, es gerendert und bei YouTube hochgeladen. Auf einen Audio-Kommentar und “Info-Tafeln” usw. habe ich verzichtet, es ist also kein Info-Video geworden sondern eher ein ruhiges Chill-Out-Video mit entspannter Musik und ruhigen Bildern.

Also lehnt Euch zurück und genießt knapp 17 Minuten auf der sonnigen Insel La Palma.

Wer mehr über diese Reise wissen möchte, der findet hier alle Artikel zu dieser Reise:


La Palma – Tag 13

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Am nächsten Morgen spüre ich alle Knochen. Zwar habe ich mein Bett etwas umgerüstet und schlafe seit drei Tagen AUF der Wolldecke die ich zwischen Laken und Matratze platziert habe, aber dennoch tut mir alles weh. Auf dem ersten Weg ins Bad fühlen sich Beine und Füße noch ganz unbeweglich an, ich bin noch gar nicht wach…

Später nach dem Frühstück entschließt sich Sandra erstmals allein mit unserem Mietwagen zum Laden für Handwerkskunst weit oben in Los Canarios hinauf zu fahren. Ich gebe ihr noch eine kurze Beschreibung mit auf den Weg, so dass sie unser Auto auch findet. Derweil sichte ich meine Beute des Vorabends und freue mich schon sehr darauf bei korrekten Lichtverhältnissen an einem kalibrierten Monitor die besten Fotos auszusuchen und dann in aller Ruhe auszuarbeiten.

(Die Fotos aus der Nikon D800E sind auf 1920 Pixel Seitenlänge verkleinert, einfach anklicken)

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Gegen 13h ist Sandra zurück und hat lauter Tüten dabei. Sie hat etwas zu trinken gekauft. Das ist oben im Supermarkt alles mehr als 50% billiger als im Laden hier in der Hotelanlage. Die Fahrt mit dem kleinen Diesel hat gut geklappt und sie ist ganz überrascht mit wie viel Kraft dieses Auto die Berge hinaufzieht. Drehmomentstarke Dieselmotoren sind auf dieser Insel auf der es eigentlich fast nur auf und ab geht wirklich genau in ihrem Element. Hier zählen weniger die Endgeschwindigkeit als vielmehr Kraft und Durchzugsvermögen. Wer also vor der Wahl steht hier einen Benziner oder einen Diesel zu mieten, ich würde hier zu einem Diesel raten!

Aktuell kostet ein Liter Diesel hier etwa 1,06 Euro/Liter, man ist mit einem Diesel also nicht nur recht preiswert unterwegs, die Autos haben auch eine große Reichweite, was beim weniger dichten Tankstellennetz auf der Insel darüber hinaus sehr praktisch ist.

Daran einen BLOG-Artikel zu veröffentlichen ist aktuell leider nicht zu denken. Es gab am Morgen mehrere kurze Stromausfälle und nun funktioniert der WLAN-Accesspoint aus irgendeinem Grund nicht mehr. Ich habe jetzt für 19 Euro Internet-Guthaben gekauft und kann es nicht nutzen weil es kein WLAN gibt :-(

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Ich versuche mich nicht weiter darüber zu ärgern und während Sandra mit dem Teleobjektiv Jagd nach Libellen und Eidechsen macht, streife mich mit der Nikon D800E auf dem BILORA-Stativ durch die Anlage.

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An der D800E ist das Rokinon 3,5/24mm Shift & Tilt Objektiv, das ich vor ein paar Wochen in den USA bestellt habe. Vor ein paar Tagen habe ich es erstmals abends am Strand des kleinen Fischerdörfchens im Süden der Insel ausprobiert. Heute will ich mal einige Testfotos machen bei denen es darauf ankommt, dass alle vertikalen Linien so gerade und senkrecht wie möglich sind. Am kleinen Wasserfall kann ich ein kleines Demo-Video drehen das zeigt wie sich der Unterschied zwischen einer Belichtungszeit von 1/500s und 1/25s auf das Video auswirkt. Bei vollständig geöffneter Blende lässt sich mit dem Shift-Objektiv ein ausgeprägter „Miniatur-Effekt“ erzielen.

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Sehr praktisch ist auch, dass man das Rokinon-Objektiv in zwei Ebenen um 90° drehen kann. So ist auch ein “senkrechter” Miniatur-Effekt in Verbindung mit dem Querformat möglich!

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Aber da die Blende geöffnet ist, kann auch viel mir Licht auf den Chip fallen. Dadurch muss die Kamera jedes Bild des Videos sehr kurz belichten. Im Ergebnis werden die Tropfen des Wasserfalls 25-mal pro Sekunde knackscharf „eingefroren“ was im Endergebnis aber nicht wirklich schön aussieht. Blendet man das Objektiv langsam ab, so zieht die D800E die Belichtung sehr schön nach. Irgendwann bin ich bei Blende 22 angekommen. Die Blende ist jetzt vollkommen geschlossen und es kommt kaum noch Licht am Chip an. Die D800E belichtet jetzt jedes Einzelbild mit 1/25s. Bei dieser recht langen Belichtungszeit ergibt sich ein schöner „Fließ-Effekt“. Die einzelnen Wassertropfen bewegen sich während der 1/25s und produzieren so bei jedem Einzelbild eine ganz leichte Bewegungsunschärfe. Das Ergebnis sieht deutlich besser aus als bei vollständig geöffneter Blende. Aber nun ist der auch der „Miniatur-Effekt“ verschwunden, die Tiefenschärfe ist bei Blende 22 so groß, das trotz des leicht nach unten gekippten Objektives alle Bildbereiche scharf abgebildet werden.

Was lernen wir daraus? Ganz einfach, wer flüssige Bewegungen in seinen Videos habe möchte, der sollte versuchen die Einzelbilder relativ lang zu belichten. Optimal ist in der Regel die Hälfte der Bildwiederholfrequenz. Also bei 25 Bildern/s wären das 1/50s Belichtungszeit, bei 30 Bildern/s analog dazu 1/60s.

Will man mit dem Shift & Tilt Objektiv lange belichten UND einen Miniatur-Effekt haben, so braucht man einen passenden neutralen Graufilter mit einem 82mm Filtergewinde. Nachmöglichkeit hat man diese Filter gleich in unterschiedlichen Dichte-Werten. Also 2x, 4x, 8x, 10x usw. Damit kann dann unter fast allen Bedingungen die optimale Belichtungszeit je Einzelbild erzielt werden. Allerdings sind diese Filter wegen des großen Filterdurchmessers nicht ganz billig!

Ach übrigens, wer auf die Idee kommt bei einem Video mit 25 Bildern/s jedes Einzelbild beispielsweise 1/8s zu belichten (um einen noch stärkeren Fließeffekt zu erzielen), der hat in Mathe nicht aufgepasst und sollte nochmals die Schulbank drücken :-)

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Alle Demo-Videos zu diesem Objektiv werde ich hier posten sobald ich wieder eine vernünftige Internet-Anbindung habe. Dann gibt es einzelne Bilder aus als Original-RAW-Datei für alle die genauer hinsehen möchten, was das Rokinon-Objektiv an der Nikon D800E leistet. Hier habe ich noch einige Beispielbilder für Euch, bei denen ich versucht habe eine perspektivisch korrekte Darstellung zu erzielen. Es gibt hier also ganz bewusst keinen “Miniatur-Effekt”!

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Am späten Nachmittag starten wir einen neuen Anlauf und hoffen, dass wir heute bei der Bodaga „Casa del Volcán“ mehr Glück haben. Als wir dort einige Minuten nach 18h eintreffen ist die Eingangstüre einladend weit geöffnet.

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Unseren Mietwagen können wir sehr gut auf der breiten Zufahrtsstraße zum Volcan San Antonio abstellen. In der Bodega finden wir ein sehr einladendes Ambiente und eine überaus zuvorkommenden und netten Inhaber vor. Ein Tisch direkt am Fenster mit Blick auf den zur Bodega gehörenden Weinberg ist frei. Ein paar Minuten später haben wir von der sehr gut sortierten Karte den filetierten Barsch mit Kanarischen Schrumpelkartoffeln und einem kleinen Salat bestellt. Als Vorspeise gibt es einen typischen Kichererbsenseintopf (Garbanzas). Dieser Eintopf schmeckt uns wirklich gut und Sandra hat ihn daheim in Deutschland schon oft für uns zubereitet. Man könnte also sagen, dass wir uns mit Garbanzas auskennen und daher sehr gespannt sind was wir hier bekommen. Und was soll ich schreiben, diese Garbanzas sind wirklich ganz ausgezeichnet. Besser können wir das selbst nicht, es schmeckt einfach  ganz exzellent.

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Auch der Fisch ist wirklich großartig aber ganz besonders schmeckt und der Wein aus eigenem Anbau. Es ist ein sehr milder fruchtiger Weißwein, fast keine Säure und einfach nur richtig gut! Ein wirklich zauberhafter Weißwein den man daheim in Deutschland in dieser Qualität nur sehr schwer bekommen wird.

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Spannend ist auch, dass es diesen außergewöhnlichen Wein in einer kleinen 0,5l Flasche gibt! Das ist nicht zuviel und passt gut zu einem Essen für zwei Personen. Zum Nachtisch gibt es für Sandra noch ein leckeres kleines Schnäpschen und für mich einen exquisiten Barraquito mit „Kanarischen Vitaminen“ :-)

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Auf dem Rückweg überlege ich ob ich heute noch einmal zur Location des Vortages fahren soll. Aber heute gibt es keine Wolken, es ist einfach trüb und die Sicht ist wirklich schlecht. Außerdem sind es fast 28°C und die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Ich beschließe daher mich mit den Fotos des Vortages zu begnügen und mich seelisch auf die Abreise einzustellen.

Morgen werden wir noch einen sehr ruhigen Tag auf dieser tollen Insel verbringen. Für das Wochenende wird hier eine echte Hitzewelle erwartet. Vielleicht ist es ganz gut, dass wir dann schon ein leckeres Kaltgetränk in einem deutschen Biergarten genießen können.

La Palma ist eine wirklich großartige schöne Insel. Es gibt unerwartet viel zu sehen, aber die echten Highlights muss man erwandern. Und genau das ist hier wirklich anspruchsvoll. Heute morgen hat im Hotel eine TUI-Mitarbeiterin über die Möglichkeiten hier zu wandern informiert. Und dabei kam immer wieder die Sprache auf den Gesundheitszustand. Büroschlaffis wie meine Sandra und ich sollten hier gar nicht erst an einer großen Wanderung versuchen. Erst gestern hat Sandra ein abgekämpftes Paar getroffen die sich über die Wanderung des Tages unterhalten haben. Er war völlig fertig und als sie ihm gesagt hat, es seien doch nur 5 Kilometer gewesen, da sagte er spontan „Es kommt mir aber vor als wären wir 15 Kilometer weit gelaufen!“

Man sollte sich hier also nicht überschätzen. Und nun ist uns auch klar warum die alten Leute mit Pflegestufe 3 alle nach Teneriffa fliegen, während man hier auf La Palma nur die fitten Power-Rentner antrifft. Es wäre spannend zu wissen zu welcher Gruppe wir uns einst zählen werden.


La Palma – Tag 12 Reloaded

In meinem letzten Artikel habe ich geschrieben, dass wir planen vielleicht den Vulkan „San Antonio“ zu besuchen. Irgendwie kam dann doch alles anders und wir haben ihn schon wieder achtlos beiseite liegen lassen. Am Vortag hat Sandra sich in einem kleinen Laden für „Handwerkskunst“ ein paar schöne Kleidungsstücke gekauft. Und wie das bei Mädchen so ist, da gibt es noch mehr! Und das lässt ihr einfach keine Ruhe :-) Als wir an dem kleinen Laden ankommen ist es etwa 13h und der Laden hat geschlossen – Mittagspause! Also fahren wir weiter in Richtung Los Llanos, heute wollen wir mal den viel gepriesenen Italiener besuchen.

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Neulich waren wir ja schon dort, hatten dann aber ausgerechnet am Sonntag den Ruhetag erwischt. Kurz vor dem Ortsausgang halte ich kurz rechts an um meine GoPro Actioncam auf der Windschutzscheibe zu positionieren. Danach geht es über den von mir präferierten Teil der LP-2 in Richtung Los Llanos. Das Wetter ist für die Jahreszeit eigentlich zu kühl und heute ist der Himmel bewölkt. Das merkt man besonders hoch oben auf der Ringstraße die uns auf etwa 750 Metern Höhe nach Norden führt. Wir sind ganz knapp unterhalb der Wolken und das Spiel aus Sonnenlicht und Nebel sieht wirklich gut aus. Endlich kann ich das mal mit meiner GoPro einfangen.

Als wir in Los Llanos eintreffen hat sich der Nebel gelichtet. Die Sonne scheint bei lässigen 25°C und uns geht es richtig gut.

Die Einfahrt zum Restaurant ist etwas „ungewöhnlich“. Es geht auf einer kleinen „selbstgebauten“ Betonpiste extrem steil bergauf bis wir nach ein paar Metern am Parkplatz sind. Dort stehen schon einige Autos und als wir das Restaurant betreten ist es dort schon recht gut besucht. Aber die Terrasse ist noch leer und nach einem kurzen Nicken der Kellnerin dürfen wir dort Platz nehmen.

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Die Aussicht ist grandios, wir sehen die Berge und das Meer, hier kann man wirklich weit schauen. Aber zunächst schauen wir mal in die Speisekarte. Sie ist auf spanisch und deutsch, es gibt allerlei Gerichte die für ein italienisches Restaurant typisch sind. Wir entscheiden uns beide für ein Steak. Diesmal ist es wirklich ein Rindersteak, Sandra bestellt die Variante mit Knoblauch, ich entscheide mich für das Pfeffersteak.

Dazu gibt es kaltes Bier aus einem eisgekühlten Bierkrug. Beim ersten Zug kommt mir eine kleine Eisscholle aus gefrorenem Bier vom Grund des Kruges entgegen – cool!

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Nach dem Essen gibt es noch eine Portion Erdbeeren mit Sahne (Frecas con Nata) – lecker!!!

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Nach einer kleinen Fotosession mit der Nikon 1 geht es zurück zum Hotel. Diesmal ganz ohne GoPro und anderen „Kinderkrams“ :-) Auf halbem Weg mitten in den Bergen meldet sich dann die Sahne welche in großen Mengen die Erdbeeren umgab. Hui, ich habe echte Bauchkrämpfe und hier kann man weder anhalten, noch ist hier irgendwo eine Toilette in Sicht. So schnell es geht sausen wir zum Hotel. Schnell parken und dann los, bis zum Zimmer schaffe ich es nicht mehr und bin wirklich froh, dass es an der Bar neben der Rezeption eine wunderbar saubere und geräumige Toilette gibt – ich bin gerettet!! Das ist noch einmal gut gegangen – uffff…

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Zurück im Zimmer muss ich mit ein wenig erholen, in meinem Bauch gluckst und grummelt es. So etwa zwei bis drei Stunden später bin ich wieder fit. Meine Fotosachen sind noch im Auto, also schnappe ich mir den Autoschlüssel und los geht es erneut zu der kleinen Bucht die etwa 1.500 Meter nördlich des Hotels gelegen ist. Dort verheißt ein Hinweisschild wenig gutes: „Playa Closed“

Ich sondiere kurz die Lage und entscheide dann, dass man selbst oben von der Klippe noch einen tollen Blick auf Strand und Meer hat. Also geht es voll bepackt wie ein Lastesel  zur abendlichen Fotosession. Mit dabei habe ich die Nikon D800E, vier „erwachsene“ Objektive, die Nikon D300, die Panasonic HC-X909 Videokamera und zwei Stative. Diese beiden Stative werden sich beim Aufstieg später noch als äußerst hilfreich erweisen!

Wie bei der Bucht nebenan gibt es auch hier eine Treppe die von der Klippe etwa 30 bis 40 Meter hinab an den Strand führt. Diese Treppe ist allerdings deutlich älter und am Ende der Treppe wird mir dann auch klar warum dieser Strand aktuell eigentlich geschlossen ist.  Der letzte Teil der Treppe, so etwa 20 Stufen sind komplett weggebrochen und liegen in einem Winkel von etwa 45° einige Meter von ihrer ursprünglichen Stelle entfernt. Voll bepackt mit Fotorucksack, Kameratasche und zwei Stativen ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit hier herunter zu kommen. Aber dann findet ich eine Stelle an der ich auf dem Hosenboden auf einem Betonvorsprung sitzen kann. Dort ziehe ich beide Stative komplett aus und benutze sie als Stützen um den etwa einen Meter hohen Absatz zu nehmen. Dort ist alles voller Staub und Geröll und ich muss schwer aufpassen mich dort nicht auf die Nase zu legen.

Am Strand angekommen bin ich dort vollkommen allein – super!! Als Erstes stelle ich die Videokamera auf das kleine Stativ. An der Kamera ist der Filteradapter von 49 auf 52mm angeschraubt und darin steckt ein Polfilter. In den Polfilter schraube ich den Filterhalter für meine Cokin-Filter. Danach wird der Filter mit einem neutral grauen Verlauf eingeschoben. Nun kann ich alles drehen, den Polfilter und den Cokin-Filter. Außerdem lässt sich der Cokin-Filter im Gegensatz zum Vortag nun herauf und herab schieben. So gelingt dann eine schöne Videosequenz dieses tollen Sonnenuntergangs am schwarzen Lavastrand.

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Nach einigen Einstellungen schalte ich die Videokamera in den Zeitraffermodus – alle 10s nimmt sie jetzt ein Bild auf. Später habe ich eine schöne Sonnenuntergangssequenz die etwa 10s dauert und die sich scher schön als letzte Einstellung für meinen Reisebericht eignen wird, super!

Während die Videokamera sich tapfer gegen Wind und Wetter wehrt und eifrig ein Bild nach dem anderen aufnimmt bin ich mit dem größeren neuen BILORA XedriLux white und der Nikon D800E unterwegs. Auf der linken Seite der Bucht gibt es einen Durchbruch in der schwarzen Felsenklippe. Dahinter baden zwei Jungs mit kleinen Surfboards im recht ruhigen Meer. Es ist wieder Ebbe und so ist der Durchbruch unter der Klippe recht gut erreichbar. Allerdings sind die Felsen schwer glitschig und man muss gut aufpassen hier nicht zu stürzen. Das könnte üble Folgen haben, denn man muss hier auf dicken glitschigen Steinen balancieren, wer hier abrutscht hat sich schnell einen Fuß verstaucht oder gar gebrochen. Damit dann die vielen Treppenstufen hinauf zu klettern, das wäre nicht wirklich witzig! Also Vorsicht!!

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Die Sonnen hat den ganzen Tag über die schwarzen Lavawände und den schwarzen Lavastrand aufgeheizt. Durch die unmittelbare Nähe zum Meer ist es unerträglich heiß und schwül. Nach kurzer Zeit habe ich meine Kleidung komplett durchgeschwitzt und das Wasser tropft mit von der Stirn. Es ist wirklich nicht witzig und es fällt schwer sich immer wieder zu bücken und hinter die Kamera zu kauern. Bei Belichtungszeiten von bis zu 30s muss man still und regungslos hinter der Kamera verharren und den Kabelauslöser ruhig in der Hand halten, keine einfache Aufgabe! Aber es entsteht eine Belichtungsreihe nach der Anderen und insgeheim freue ich mich schon darauf meine „Beute“ zu sichten.

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Die fast euphorische Stimmung wird allerdings jäh unterbrochen als mich ein Stein an der Schulter trifft. Er ist vielleicht so groß wie eine Wallnuss und hat meine Schulter dort getroffen wo sie durch den dicken breiten Gurt meines Fotorucksacks geschützt ist, aber es tut trotzdem höllisch weh. Hätte ich diesen Stein auf den Kopf bekommen, so hätte es wohl zu einer Platzwunde geführt.

Es wird mir direkt unterhalb der Klippe zu gefährlich und ich deute diesen Stein als Hinweis der Götter, mich dort schnellstens zu verziehen. Bislang habe ich alle Fotos des Abends mit dem Nikon AF-S VR 4/16-35mm aufgenommen, nun versuche ich mich mal mit dem Nikon AF-D 2.8/10,5mm Objektiv. Eigentlich ist es ja für das kleinere DX-Format gerechnet, aber an der D800E bleiben trotzdem noch satte 18 Megapixel übrig, man kann das Ding also wirklich gut einsetzen. Die Kamera habe ich so eingestellt, dass sie DX-Objektive automatisch erkennt. Im Sucher sieht man zwar „nur die Hälfte“ aber wenn man das echt coole Liveview-Feature verwendet, kann man auf dem rückwärtigen Display der Kamera sehr schön sehen was man fotografieren wird. Richtig cool sehen viele Einstellungen dann aus, wenn die Kamera mit diesem Objektiv sehr nah am Boden ist. Aber dann muss man sich immer wieder hinter der Kamera ganz ganz klein machen und das ist echt anstrengend wenn man mit den Füßen im Wasser steht und noch einen schweren Fotorucksack auf den Schultern hat. Aber ich will nicht klagen, andere Menschen besuchen Fitness-Studios – ich gehe eben ab und zu mal fotografieren :–)

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Während ich so vor mich hin fotografiere vergesse ich die Welt um mich herum. Als ich irgendwann zur Treppe an der Klippen schaue, kann ich sie kaum noch sehen, es ist fast dunkel. Auch meine Panasonic Videokamera kann ich nur noch schemenhaft erkennen. Ich mache mich also auf den Rückweg, doch da fällt mir eine kleine Höhle am Fuß der schwarzen Felsenklippe auf. Am Eingang hat jemand ein paar größere Steine aufgeschichtet, so dass es wie eine kleine Mauer ausschaut. Instinktiv muss ich an meine Besuche bei der False Kiva im Canyonlands Nationalpark in Utah denken.

Der Unterschied ist, dass man in der False Kiva ganz bequem stehen kann, diese kleine schwarze Lava-Höhle ist nur etwa 1,5 Meter hoch und wird nach hinten immer enger. An der D800E ist noch das kleine 10,5mm Fisheye montiert. Damit kann ich den Strand, die Felsen draußen im Meer UND den kompletten Rand der Höhle abbilden. Der Liveview der D800E kommt langsam an seine Grenzen, im Display sieht man das was man „fotografiert“ nur noch schemenhaft. Bei Belichtungszeiten zwischen 15 und 30s entstehen aber tatsächlich Fotos auf denen man das Meer noch schön erkennen kann. Nur ist der Eingang zur Höhle nur ein schwarzer Rand, mehr nicht. Ich überlege kurz und dann habe ich eine Idee. Die D800E hat doch ein eingebautes kleines Blitzlicht mit Leitzahl 12. Das sollte ausreichen um dieses Höhle etwas aufzuhellen. Doch die ersten Testbilder sehen ziemlich komisch aus. Das Problem ist der enge Winkel in dem das Blitzlicht arbeitet. Es ist für die Nutzung leichter Weitwinkelobjektive gedacht, nicht für ein extremes Fisheye! So leuchtet das Blitzlicht nur den mittleren Teil des Bildes aus und dementsprechend sind die Ergebnisse mehr als unbefriedigend. Doch dann habe ich die wirklich zündende Idee. In meiner Hosentasche habe ich ein kleines weißes Stofftaschentuch. Derartige kleine Tücher habe ich fast immer dabei, sie sind sehr hilfreich wenn man mal einen Filter trockenlegen oder eine Frontlinse putzen muss.

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Als ein Teil des Taschentuchs um das kleine Blitzlicht geschlungen ist, wird das Licht so schön gestreut, dass auch der Rand der Höhle „etwas abbekommt“.

Einige Bilder später ist es fast stockfinster und ich muss abbrechen auch wenn ich noch gern weitermachen würde. Vorsichtig taste ich mich aus der Höhle heraus, nun nicht den Kopf stoßen! Meine Videokamera kann ich allerdings nicht mehr sehen. Sie muss aber da draußen irgendwo stehen. Es dauert nicht lange und sie ist gefunden, ich bin einfach meinen Fußspuren an diesem einsamen Strand gefolgt – geht doch!

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Nun kommt die größte Herausforderung des Abends, ich muss wieder hinauf auf diese Treppe und das erweist sich als gar nicht so einfach. Nach zwei vergeblichen Anläufen schaffe ich es dann an einer etwas anderen Stelle hinauf auf den Rest der Treppe. Meine beiden Stative sind dabei eine große Hilfe. Ohne sie hätte ich wohl auf allen Vieren auf den Treppenabsatz hinauf klettern müssen.

Endlich oben am Auto angekommen bin ich so ziemlich am Ende meiner Kräfte angelangt. Meine Hose und mein Hemd sind so nass, dass man sie auswringen könnte. Zwischen den Füßen und meinen Trekking-Sandalen haben sich lauter kleine Steine eingenistet, ich bin echt fertig. Schnell die Fotosachen verstauen und dann einen Schluck Wasser. Das Wasser war den ganzen Tag im Auto und es ist lauwarm, aber ich bin trotzdem dankbar dieses Wasser trinken zu können.

Zurück am Hotel gibt es überhaupt keine Parkplätze mehr. Die Leute parken einfach überall, auf durchgezogenen Linien, auf Sperrflächen, ganz egal, Hauptsache es ist nah am Hotel. Als Zeichen meines stillen Protestes fahre ich noch etwa 100 Meter weiter und stelle meinen Mietwagen als EINZIGES Fahrzeug auf dem leeren Parkplatz ab. Nun muss ich zwar ein paar Meter laufen, aber das wird mir nicht schaden, ich habe eh meist zu wenig Bewegung.

Als ich in unserem Zimmer ankomme ist Sandra schon fast eingeschlafen. Es geht nur schnell unter die Dusche und dann ab ins Bett. Meine stinkenden Sandalen und die verschwitzen Anziehsachen lasse ich einfach in der Badewanne liegen und schließe die Tür des Badezimmers mit aller Sorgfalt.

Endlich im Bett kann ich dann doch nicht schlafen. Mein Puls ist noch immer bei 120 und ich würde mir am Liebsten sofort die Fotos anschauen. Aber es ist schon sehr spät und Sandra möchte gern schlafen. Schließlich erinnere ich mich an alte Zeiten als ich Abends immer mit einem Kopfhörer Musik gehört habe. Meine Kopfhörer ist gleich neben mir in der Schublade und mein Telefon auch. Auf dem Telefon gibt es viele hundert Alben und mehrere tausend Songs. Ich höre mich noch ein wenig durch diese große transportable Mediathek bis ich irgendwann dann doch so müde bin, dass ich mit einem letzten Reflex den Kopfhörer ausschalte und das Handy beiseite lege.

Was für ein Tag….


La Palma – Tag 11

Als der elfte Tag beginnt bin ich endlich mal ausgeruht und fit für das Frühstück. Auf dem Weg zur Futterkrippe habe ich meine kleine Nikon 1V1 dabei, so kann ich beginnen mein aktuelles Fotoprojekt umzusetzen. Ich habe mir vorgenommen einige der am frühen Morgen bereits mit Handtüchern, Handtaschen und anderen Accessoires reservierten Liegen zu fotografieren und daraus eine kleine völlig menschenleere Kollage zu erstellen.

Nach dem Frühstück geht es ganz allein in aller Ruhe mit dem gemieteten Opel Astra den Berg hinauf. Ein echtes Ziel habe ich nicht, ich lasse alles auf mich zukommen und will mal sehen wo ich lande. Sandra will heute mal den Bus ausprobieren und schauen ob sie in dem kleinen Örtchen oberhalb des Hotels nicht ein paar kleine nette Läden findet und vielleicht mal einen Tag ohne tausend Kurven verbringen kann.

Auf etwa 600 Höhenmetern geht es von der Hauptstraße rechts ab zum Teneguia. Das ist ein Vulkan der den Südzipfel der Insel sehr geprägt hat. Bei seinem letzten Ausbruch im Jahr 1971 sind viele ausgedehnte neue Lavafelder entstanden die vom Hotel sehr einfach zu erreichen sind. Am Tag nach unserer Ankunft waren wir schon einmal kurz in der Nähe dieses Vulkans, aber letztlich konnte ich ihn nicht genauer unter die Lupe nehmen. Das soll sich heute endlich ändern!

Nach wenigen Metern geht der gute Asphalt in losen Schotter über. Mit dem Motorrad wäre es schwierig, aber mit dem Auto ist es eigentlich kein Problem. Die extrem spitzen Steine sollte man umfahren, ein geplatzter Reifen ist hier nicht witzig und kann einem den kompletten Tag ruinieren. Nach einigen wenigen Kilometern kann ich den Teneguia schon sehen. Immer wieder halte ich kurz an und während die kleine GoPro rechts am Auto eifrig alles filmt, nehme ich mit meiner Panasonic HC-X909 einige Videosequenzen auf und schieße mit der Nikon D800E einige Fotos.

(Alle Bilder sind 1920 Pixel breit – einfach anklicken um sie größer zu sehen…)

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Ganz in der Nähe des Teneguia kann man sein Auto abstellen und die letzten paar hundert Meter bis zum Vulkan zu Fuß zurücklegen. Der Weg ist sehr einfach zu begehen, ich habe nicht einmal Wanderschuhe an. Die liegen seit der Ankunft ungenutzt im Kofferraum. Alles was ich hier gelaufen bin, habe ich bisher in ganz normalen robusten Trekking-Sandalen erledigt. Die Dinger sind schon ein paar Jahre alt und abends riechen sie meist etwas streng. Da ist es gut wenn man sie weit weg vom Bett oder sogar auf der Terrasse oder dem Balkon auslüften lassen kann.

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Von der Spitze des Teneguia hat man eine tolle Aussicht und es wird schnell klar, dass hier die Lava nicht nur aus einem Schlot heraus gebrodelt ist, sondern dass es mehrere Öffnungen gab. Erst von der Spitze des Vulkans wird mir das wahre Ausmaß der Lavafelder bewusst. Mit meiner schönen neuen Timex Armbanduhr prüfe ich die Himmelsrichtung und siehe da, hier wäre sicher ein genialer Aussichtspunkt um sowohl Sonnenaufgänge als auch Sonnenuntergänge zu fotografieren. Wer dies tun will sollte sich allerdings eine gute Taschenlampe und vielleicht doch festes Schuhwerk und Wanderstöcke mitnehmen. Hier in der Dunkelheit auf- oder abzusteigen könnte ansonsten recht schwierig werden. An einigen Stellen ist der Weg sehr eng und wer hier abrutscht der wird sich schwere Hautabschürfungen und vielleicht auch Knochenbrüche zuziehen. Es ist also etwas Vorsicht angezeigt!

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Auf dem nächsten Foto kann man die beiden Leuchttürme und die wunderbare Saline sehen. Bei diesem Foto wird auch klar warum die Betreiber der Saline nach dem Ausbruch des Teneguia am Ende des Lavastroms, der direkt vor ihrer Saline halt gemacht hat, aus Dankbarkeit eine kleine Kapelle errichtet haben.

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Nach meiner ausgedehnten Fotosession auf dem Vulkan geht es weiter. Jetzt kenne ich den Weg, es ist die kleine Straße die ich vor ein paar Tagen gemeinsam mit Sandra hinauf gefahren bin. Unten an der Hauptstraße entschließe ich mich ganz spontan nach rechts abzubiegen und dem schönen alten Leuchtturm und seinem neuen Pendant einen erneuten Besuch abzustatten. Als ich das erste Mal hier war ist es bei einem kleinen Spaziergang um den Leuchtturm geblieben, heute fahre ich die Straße ein paar Meter weiter und finde dort ein kleines nettes Fischerdörfchen. Am Strand liegen zwei junge Mädchen in der Sonne und als ich meine Panasonic Videokamera startklar mache kommt ein Fischer mit einem kleinen blauen Holzboot in die Bucht gerudert. Am Strand wartet bereits einer seiner Freunde. Auf den letzten Metern holt der Fischer mit den Rudern kräftig Schwung und lässt das Boot auf den schwarzen Lavastrand gleiten. Sein Freund ist sofort zur Stelle und gemeinsam schieben sie das Boot den Strand hinauf. Später kann ich dann sehen wie er mit einer großen Kiste auf der Schulter den morgendlichen Fang in das Auto seines Freundes verlädt. Das ist wirklich „fangfrisch“. Einen Augenblick später sind sie dann auch schon verschwunden.

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Ich verbringe an diesem idyllischen Örtchen fast eine ganze Stunde. Während meine Panasonic eine kleine Zeitraffer-Sequenz aufzeichnet schieße ich mit meiner Nikon D800E einige Fotos. Zwischendurch wird dann auch immer mal wieder mit der D800E gefilmt. Das angesetzte Objektiv ist ein 16-35mm Weitwinkel und Videoaufnahmen sehen damit schon ziemlich beeindruckend aus. Irgendwie ist es eine gute Kombination, für die weichen Zoomfahrten und alles wo ich einen wirklich guten Bildstabilisator brauche verwende ich die Panasonic. Soll es sehr scharf, sehr hochauflösend und kontrastreich sein, dann ist die Nikon D800E mein Freund. Eigentlich könnte ich auch mit der Nikon 1V1 filmen, aber sie zeichnet mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Die Panasonic und die D800E filmen hingegen mit 25 Bildern pro Sekunde. Später beim Videoschnitt wäre es aufwändig die Sequenzen aus der Nikon 1V1 korrekt zu integrieren. Daher ist sie meine Kamera für den schnellen Schnappschuss aus dem Handgelenk.

Kurz nach diesem Foto habe ich die beiden Fischer auf dem Schlauchboot mit der Panasonic-Videokamera mit langer Tele-Einstellung verfolgt. Bei der Anlandung am Ufer hat es einen der beiden jungen Männer voll verrissen und er ist kopfüber im Wasser gelandet. Später ist der dann bei der Bergung des Bootes nochmals ausgerutscht, es war heute nicht sein Tag. Für mich war es cool, so habe ich einen echt lustigen “FAIL” dokumentiert.

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Gegen 15h30 entschließe ich mich heute keine große Inselrundfahrt mehr zu unternehmen und statt dessen meinen Magen und meine Nerven zu schonen. Die kleine GoPro klebe ich diesmal mit reichlich Spucke mitten auf den oberen Rand der Windschutzscheibe. Mit laufender Kamera geht es die paar letzten Kilometer durch die menschenleeren Bananenplantagen zurück zum Hotel.

Als ich dort mein Auto geparkt habe kommt der Chef der Hotel Security auf mich zu und erzählt mir etwas, das mir irgendwie „spanisch“ vorkommt. Ich verstehe nur das Wort „Reception“. Scheinbar soll ich irgend etwas an der Rezeption mit ihm besprechen. Während ich in aller Ruhe meine vielen Fotosachen einpacke beäugt er mich ganz argwöhnisch. Als ich dann startklar bin schnappt er mich und schiebt mich in Richtung Rezeption. Dort ist eine Mitarbeiterin die recht gut übersetzen kann. Er hat die Kamera oben auf meinem Mietwagen gesehen und hat Sorge, dass ich irgendwelche Persönlichkeitsrechte verletzt haben könnte. Scheinbar will er als Chef der Security verhindern, dass vor dem Hotel irgendwelche Gäste gefilmt werden und man das später bei YouTube zu sehen bekommt. Wahrscheinlich ist ihm nicht klar, dass meine D800E in Verbindung mit einem langen Teleobjektiv die 100 mal besseren „Spionagefotos“ liefern könnte. Aber deshalb steht er ja auch den ganzen Tag vor dem Hotel und sorgt für Sicherheit während ich hier Urlaub machen darf :-)

Irgendwann ist dann endlich geklärt, dass ich mit der GoPro oben am Teneguia und am Leuchtturm gefilmt habe. Gern würde er sich das auf der Kamera zeigen lassen, aber meine GoPro hat eben kein Display oder ähnliches. Es gibt einen Knopf zum Einschalten und einen um die Aufnahme zu starten. Das ist alles was es an Bedienelementen gibt. Ich werde noch gefragt ob ich das professionell machen würde. Das kann ich mit sehr gutem Gewissen verneinen. Wenn ich von meinen Fotos und Videos leben müsste, dann würde ich versuchen Promis vor Hotels und in prekären Situationen zu fotografieren. Da ich mein Geld zum Glück aber ganz anders verdienen kann, können meine Videos und Fotos ein ausgedehntes teures Hobby bleiben!!

Als ich schließlich im Hotelzimmer eintreffe ist von Sandra keine Spur zu sehen. Ich versuche sie anzurufen, es meldet sich immer wieder nur die Mailbox. Mein Magen knurrt und es wäre ja schön gemeinsam etwas essen zu können. Auch könnte ich sie oben im Ort abholen, dann müsste sie nicht mit dem Bus fahren. Aber auch meine SMS bleibt scheinbar ungelesen. So sitze ich jetzt hier im abgedunkelten Hotelzimmer an meinem Notebook. Um mich herum sind lauter Fotogeräte und um das mein Überleben abzusichern steht da auch noch eine kleine Flasche Mineralwasser :-)


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