Nikon D800E – Fazit nach dem ersten Jahr
Als Nikon im Vorfeld der CES in Las Vegas im Februar 2012 die neue Nikon D4 und die D800 bzw. D800E ankündigte hat dies die Nikon-Welt ziemlich durchgerüttelt. Die Nikon D4 ist mit 11 Bildern/Sekunde DIE pfeilschnelle Maschine für alle Sportfotografen dieser Welt. Nie zuvor hat es eine derart schnelle digitale Spiegelreflexkamera gegeben. Mit der D4 entgeht einem geübten Sportfotografen nun praktisch (fast) nichts mehr.
Im Vergleich zur D4 sind die 4 Bilder/Sekunde der D800/D800E eher “gemächlich” – aber diese Kamera hat andere Qualitäten. Befürchtungen, dass die Dynamik des neuen Chips aufgrund der winzigen Pixel sichtbar gering ausfallen könnte, haben sich nicht bestätigt. Und die ISO-Performance liegt auf dem Niveau der bereits sehr guten Nikon D700. Verkleinert man die Bilder aus der D800 auf das Format der Fotos die man mit einer D700 machen kann, so hat die D800 bei der ISO-Performance sogar die Nase vorn.
Haben anfangs noch viele Fotografen, die mit sündhaft teuren Mittelformatkameras arbeiten, die Nase über die neue D800 bzw. D800E gerümpft, so nehmen viele von ihnen diese neue Kamera inzwischen sehr ernst. Zwar kann auch die D800E trotz aller Innovation nicht mit einem 10-fach teureren Mittelformat-Rückteil mithalten, aber für die allermeisten Produktionen liefert sie genau die Auflösung die für einen überaus detailreichen hochwertigen Fine-Art-Print im Format bis etwa 150x100cm notwendig ist.
Selbst der international renommierte Fotograf Tom Till aus Moab in Utah lässt inzwischen seine Großformat-Kamera daheim und geht mit einer Nikon D800E und einigen Objektiven auf Fototour.
Ich selbst habe meine Nikon D800E im Februar 2012 im Bonner Cityfotocenter bestellt und musste tatsächlich bis zum Juni 2012 warten, bis das gute Stück endlich lieferbar war. Wer es noch nicht kennt, der kann in diesem Video sehen, welche Freude mir der “Tag der Abholung” dieser tollen neuen Kamera gemacht hat.
Sehr cool war es, als ich am letzten Samstag wieder einmal im Bonner Cityfotocenter stand und plötzlich einer der anderen Kunden zu mir sagte “Hallo, Du kennst mich nicht, aber ich kenne Dich!”. So habe ich Dominic aus St. Augustin kennengelernt. Er hatte das Video gesehen, das ich oben verknüpft habe und war im Cityfotocenter um sich mal eine Nikon D800 “live” anzuschauen. Leider war kein Exemplar vorrätig, denn angesichts der harten Konkurrenz von amazon, ebay & Co. macht es in Verbindung mit dem rasanten Preisverfall für die meisten Fotogeräte keinen Sinn sie “auf Halde” zu kaufen. Dominic muss sich also ein “Ansichtsexemplar” erst bestellen. Aber was soll ich sagen, ich musste ja auch viele Monate warten
Heute ist der 24. Mai 2013 und ich habe diese Kamera jetzt fast ein Jahr lang viel intensiv genutzt. Und wie lautet mein Urteil?
Die Nikon D800E ist für mich die “ultimative Fotografiermaschine”. Nie zuvor hatte ich eine Kamera in der Hand deren Software und Bedienung so durchdacht und so praxisnah ist. Die Verarbeitungsqualität ist über alle Zweifel erhaben und die Bildqualität lässt meiner Meinung nach keine Wünsche offen. Diese Kamera ist einfach gut und macht echt viel Spaß!
Wenn mich jemand fragt welche Kamera ich ihm empfehlen würde, dann kommt meist sehr schnell das Gespräch auf die D800 bzw. die D800E. Diese Kameras kann ich uneingeschränkt jedem Fotofan empfehlen, der mit 4 Bildern/Sekunde leben kann. Wer eine schnelle Kamera braucht, der ist im preiswerten Segment mit der Nikon D7000 bzw. der neueren Nikon D7100 sehr gut bedient. Wenn es “unbedingt Vollformat sein soll”, dann sind auch die D600 und auch die ältere D700 wirklich großartige Kameras. Die absolute Powermaschine für Action und hohe ISO-Werte ist jedoch weiterhin die Nikon D4. Aber diese Kamera ist eben auch extrem teuer und Hand auf’s Herz – für die meisten Fotoamateure ziemlich “Over the top”.
Womit wir beim wichtigsten Thema sind. Nicht jeder Fotoamateur braucht eine reinrassige Profikamera. Die wenigsten Amateure fotografieren ständig bei Kunstlicht ein Basketballspiel mit ISO 6400 und wer muss schon einen Redakteur oder Galeristen tagtäglich mit atemberaubenden Fine-Art-Prints beglücken?
Alle jene die damit klarkommen mit einer “kleinen Amateurkamera” durch die Gegend zu wandern können überlegen, ob sie nicht einen preiswerteren Kamerakorpus erwerben und das gesparte Geld in sinnvolles Zubehör investieren. Dann ist noch die Frage DX oder FX zu klären. Schaut man sie die Bildqualität der Nikon D7100 genau an, so lässt auch diese Kamera praktisch keine Wünsche offen. Sie kann alles was man sich wünschen kann und das zu einem sehr moderaten Preis. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Preisdifferenz zwischen DX und FX Objektiven. Zum Preis einer Nikon D4 mit EINEM AF-S 2.8/24-70mm bekommt man eine Nikon D7100 mit perfekten Objektiven zwischen 8 und 400 Millimetern Brennweise, dazu mehrere SB-910, Softboxen, Stative, Fotorucksäcke und ein schönes Notebook ist auch noch drin… Würde man all das in Profiqualität inkl. einer D4 erwerben, so kostet diese Fotoausrüstung schnell bis zu 20.000 Euro und mehr.
Besonders für Fotoamateure die gerade in dieses Thema einsteigen ist eine gute DX-Ausstattung meiner Meinung nach mehr als sinnvoll. Mit dem gesparten Geld kann man Workshops bezahlen, sich in Fotostudios einmieten, Models engagieren, schöne Fotoreisen machen und letztlich die besseren Fotos schießen. Für alle die nicht gerade im Geld schwimmen ist eine komplette teure Profiausrüstung aufgrund der finanziellen Belastung eher ein Fluch als ein Segen – meine Meinung.
Während der Zeit in der ich der Lieferung meiner Nikon D800E entgegen gefiebert habe hatte ich die Hoffnung, dass diese neue Kamera “mein Leben verändern wird”. Heute fast ein Jahr später muss ich sagen, dass ich die Erwartungen an diese neue Kamera überbewertet habe. Mein Leben ist auch mit der D800E eigentlich genauso wie zuvor. Meine Fotos sind nicht wirklich anders oder besser geworden und der Spaß am Fotografieren verharrt auf dem gleichen (hohen) Niveau. Klar ist die D800E eine “Überkamera” aber kann ich ihr Potential wirklich ausschöpfen?
Damit ich mich mit meiner Nikon D800E so richtig austoben kann, habe ich ein neues Notebook gekauft, dann noch etliche neue externe Festplatten um die gewaltigen Datenmengen speichern zu können. Außerdem neue größere stabile Stative, neue Objektive, das alles war echt kostspielig und spätestens seit dem Kauf der Fuji X100 bleibt diese teure schwere Ausrüstung immer wieder daheim zurück, während ich mich mit einem 23mm Objektiv und einem Chip im APS-C Format vergnüge.
Wenn Ihr also gerade so drauf sein solltet wie ich vor einem Jahr:
Bleibt ruhig und lasst Euch von der tollen Werbung nicht verrückt machen! Gute Fotos entstehen seit fast 200 Jahren und diese Bilder entstehen weniger in einer Kamera, als vielmehr in einem kreativen Kopf.
Die Bildqualität der D800E
Für all jene die ich jetzt noch nicht verschreckt habe, gibt es nun einige Testfotos aus meiner D800E in voller Auflösung – einfach die Vorschaubilder anklicken (und warten bis die 10MB großen Bilder geladen werden…).
Hier eine “Videokostprobe” aus meiner Nikon D800E. Das Intro stammt aus einem HTC Desire HD Smartphone, die Szenen im Schmetterlingsgarten und bei der Paisaje Lunar habe ich mit der D800E gefilmt. Alles andere ist mit einer Panasonic HC-X909 gefilmt oder mit einer auf Infrarot 830nm umgebauten Nikon D300 fotografiert.
Fazit
Die Nikon D800E ist derzeit kaum zu schlagen. Abgesehen von der Serienbild-Geschwindigkeit, kann sie alles was man sich wünschen kann.
Doch trotz allem hat diese Kamera mein Leben viel weniger geändert als erwartet. In den 11 Monaten die ich diese Kamera benutzen durfte, habe ich wieder Spaß an der Benutzung billiger einfacher “Knipskisten” gewonnen. Statt die “Überkamera” einzupacken war oft die wunderbare Fuji X100 in einer sehr kleinen Fototasche. Machmal waren sogar meine geniale Nikon Fm3a oder die schnuckelige Nikon FA dabei. Aktuell freue ich mich auf eine ausgiebige Fototour mit meiner neuen Nikon F6!!!
Halten wir fest:
Für gute Fotos braucht man nicht unbedingt eine Nikon D800E. Aber wenn man eine hat, dann kann man damit wirklich gute Fotos machen. Doch diese Fotos entstehen nicht allein wegen der tollen Kamera, sondern genau dann wenn gutes Licht, interessante Motive und kluge Köpfe zueinander finden.
Ach ja, seit heute habe ich übrigens auch eine Nikon 1
Teneriffa 2013 – Das Video
Foto: Pico del Teide – Ostseite – Nikon D800E – AF-S 2.8/24-70 – HD-Format
Aktuell ist das Wetter ein Deutschland nach einem Temperatursturz um fast 10°C wieder einmal recht frostig. Da tut es gut wenn man sich an den Bildern der letzten Reise etwas aufwärmen kann. Die vielen deutschen Auswanderer die auf Teneriffa leben kann ich zu gut verstehen. Während in den beiden Wochen seit unserer Rückkehr fast alle Arbeitskollegen krank und schniefend durch die Gegend schleichen, genießen die Menschen auf Teneriffa das milde Meeresklima ohne Pollen und andere Dinge die hierzulande den Allergikern so sehr zu schaffen machen.
Die letzten Tage war ich wieder viel unterwegs und ich habe die Zeit abends im Hotel genutzt um auf dem frisch reparierten Mac mit Final Cut Pro X ein 19 Minuten langes Video zur letzten Reise zu erstellen. Eigentlich wollte ich noch ein paar kurze Kommentare aufnehmen, aber dann gefiel mir die Musik so gut, dass ich es gelassen habe. Anhand der kurzen Einblendungen sollte klar werden worum es in den einzelnen Sequenzen geht. Wer mehr wissen will, der kann die Schlagworte aus den Einblendungen auch hier in meinem BLOG im Suchfeld eingeben und wird dann viele Artikel und weitere Infos zu diesen Locations finden.
Ok Freunde, dann lehnt Euch mal zurück, schaltet auf FULL HD um und genießt die schönen Bilder. Ach ja, über einen “Daumen nach oben” oder den einen oder anderen Tweed bei Twitter oder ein Like bei Facebook und Co. würde ich mich natürlich sehr freuen
Teneriffa 2013 – Tag 7 – Über den Wolken
Als Tag 7 beginnt bin ich ein wenig wehmütig, denn schon sehr bald werden wir diese grandiose Insel wieder verlassen müssen. Nach dem Frühstück entschließen wir uns erneut hinauf zum Pico del Teide zu fahren, wieder einmal. Diese Location zieht mich seit vielen Jahren immer wieder magisch an. Wahrscheinlich ist alles längst “abfotografiert” aber ich habe diesmal meine auf Infrarot 830nm umgerüstete Nikon D300 dabei. Die Klarheit der damit erzielbaren schwarz-weißen Infrarot-Fotografien zieht mich in ihren Bann und diese Kameras begeistert mich aktuell mehr als die supergute Nikon D800E. Klar ist die D800E moderner und besser. Sie filmt und ist noch immer der absolute Auflösungskönig. Aber eine Kamera wie die D800 oder die D800E wird schon bald zu Standardausrüstung gehören. Noch zwei Jahre und man wird kaum einen ambitionierten Fotoamateur sehen der keine Nikon D800 oder ein ähnliches Werkzeug benutzt.
Mich reizt seit jeher das Ungewöhnliche. Ich bin auf der Suche nach dem “anderen Foto”. Ich träume davon Landschaften die vielleicht schon millionenfach fotografiert wurden, anderes als alle anderen Fotografen vor mir zu fotografieren. Und aktuell ist meine umgebaute Nikon D300 dafür genau richtig.
Starten wir unsere kleine Infrarot-Serie mit meinem Favoriten dieses tollen Tages.
(Alle Bilder sind 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)
Meine Freundin Sandra hat sich regelrecht in das Vanguard Alta Pro 263 AGH und den GH-100 Kugelkopf verliebt. Das ist für mich sehr praktisch, denn so kann ich viel Platz in meinem Koffer sparen, da Sandra das Stativ transportiert. Auch heute haben wir das Alta Pro dabei und ich benutze es als Videostativ. Das klappt wirklich gut, denn auch ohne Fluidneiger gelingen mit diesem Stativ in Verbindung mit dem GH-100 Kameraschwenks wie aus dem Bilderbuch.
An einem der Aussichtspunkte haben wir eine tolle Sicht auf Gran Canaria. In Verbindung mit der Infrarot-Kamera kann ich diese Insel trotz Dunst und der riesigen Entfernung ganz klar abbilden.
Nach einer ausgiebigen Mittagspause und einem total leckeren Mittagessen landen wir schließlich am südlichen Hang des Teide. Hier bin ich vor etwa einem Jahr auf dem Wanderweg 17 durch eine atemberaubende vulkanische Landschaft gewandert. Heute entschließen wir uns gegen eine Wanderung, denn die Sonne brennt unbarmherzig auf uns nieder. Wir haben bereits einen satten Sonnenbrand und da wir bereits am nächsten Tag abreisen müssen, sind weder Sonnencreme noch zwei Hüte als Sonnenschutz im Gepäck. Also gibt es nur ein paar schnelle Fotos bevor wir uns wieder auf den Weg machen.
Zwischendurch laufe ich noch schnell in den mit Asche gefüllten Krater eines alten Vulkankraters hinein. Von dort aus habe ich eine perfekte Sicht auf die beiden Vulkane von La Palma. Erneut bildet die Infrarotkamera diese wirklich weit entfernte Insel außergewöhnlich klar ab.
Auf dem Rückweg zum Auto habe ich für Euch noch einen letzten Blick über die grandiose ungewöhnliche “Waldlandschaft” dieses schönen National Parks festgehalten. Wer genau hin schaut kann den Wanderweg 17 (Sendero 17) und die Straße erkennen, die sich durch die jungen erst etwa 100 Jahre alten Lavafelder windet.
Hier noch ein farbiges Foto aus der Nikon D800E. Ich mag hier ganz besonders den langen schmalen Wolkenstreif der aussieht als würde der Gipfel des Pico del Teide Rauch in den Himmel blasen. Während ich dieses Foto aufgenommen habe, hat Sandra mit der Nikon D5100 und dem AF-S VR 55-300mm versucht einige der vielen Schwalben abzulichten. Aber trotz Sportprogramm war die Ausbeute nur sehr klein. Diese Vögel sind einfach zu klein und zu schnell um sie in der freien Wildbahn wirklich schön fotografieren zu können.
Für alle die sich für das oben gezeigte Stativ interessieren, habe ich hier einen Link herausgesucht.
Teneriffa 2013 – Tag 6 – Buenavista Infrarot
Am 6. Tag unserer Reise bin ich von der Wanderung zur Pisaje Lunar noch ein klein wenig angeschlagen. Mir ist eher nach einem ruhigen Urlaubstag als nach der nächsten Wanderung. Sandra und ich halten nach dem Frühstück einen kurzen “Kriegsrat” und machen uns dann auf zu einem Restaurant das ich bislang nur aus der fotocommunity kenne. Letztlich landen wir in Buenavista del Norte im Restaurant El Burgado direkt am Meer. Das Restaurant liegt wirklich ganz famos nah am Wasser. Gleich nebenan sind ein schönes Schwimmbad und der toll angelegt Golfplatz. Rechts neben dem Restaurant ist ein kleiner Wasserfall, das Wasser fließt dann durch eine Öffnung in der Wand in ein großes Wasserbecken innerhalb des Restaurants. Dann wieder über einen kleinen Wasserfall in einen kleinen künstlich angelegten Bachlauf durch das Restaurant und schließlich zwischen den Tischen hindurch über die wunderschön gelegenen Terrasse.
Wir bestellen uns zwei Steaks mit Fritten und Salat und sind von Preis und Qualität der Speisen mehr als angetan. Hier gefällt es uns und hier kann man ganz herrlich die Seele baumeln lassen.
Hier nun einige Fotos die ich mit der auf Infrarot umgebauten Nikon D300 und dem Nikon AF-S VR 16-85mm aufgenommen habe. (alle Fotos sind 1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken)
Hier jetzt ein Foto das ich besonders beeindruckend finde. Es ist ein echtes Infrarot-Bild und es zeigt keinerlei Bewegungsunschärfe. Die Gischt der sich direkt neben dem Restaurant brechenden Welle ist bis in das letzte Tröpfchen scharf abgebildet. Mit einer herkömmlichen Kamera und einem Infrarotfilter wären diese ultrakurzen Belichtungszeiten niemals erreichbar.
Hier einer meiner Favoriten dieser Serie. Der Horizont ist gerade wie mit dem Lineal gezogen. Und die beiden Bäume bilden einen tollen Kontrast zum blauen Himmel – der im Infrarot-Bereich natürlich fast Schwarz dargestellt wird.
Und hier noch etwas Farbe für Eure mittlerweile “grauskalierten Augen”. Diese Fotos sind mit der Nikon D800E und dem superguten Nikon AF-S 2.8/24-70mm aufgenommen. Lieder habe ich hier nicht genug Speicherplatz um alles im Original hochzuladen. Aber vielleicht glaubt Ihr mir auch so, dass diese gewaltig großen Fotos irre fiele Details haben und hübsch groß gedruckt sehr gut aussehen würden.
Teneriffa 2013 – Tag 5 – Paisaje Lunar
Mein Mac läuft wieder und so kann ich Euch noch kurz etwas zu den letzten Tagen der ersten Reise des Jahres 2013 schreiben – also los…
Nachdem ich am Vortag hochgeschreckt bin und dachte, dass ich verschlafen habe, ist für den Mittwoch der Handywecker gleich mehrfach gestellt. Sandra hat ihr Handy auch auf Alarm getrimmt und so kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Ich bin ein ganz ganz schlechter Frühaufsteher, es bereitet mir regelrecht körperliche Qualen. Im Gegenzug kann ich meist nicht auf Kommando einschlafen, so dass es abends oft sehr spät wird. Am Abend VOR dem frühen Aufstehen ist das wieder einmal so. Die Nacht ist kurz und unruhig – “Bloß nicht verschlafen” geht es mir immer wieder durch den Kopf. Dann werde ich wach, draußen ist es noch dunkel und ich schaue prüfend auf die Uhrzeit an meinem Handy – ich bin 2 Minuten VOR der Weckzeit wach geworden!
Sandra will ich nicht unbedingt wecken also schleiche ich mich leise ins Badezimmer. Als ich dort fertig bin steht Sandra in der Küche. “Du weißt schon, dass Du eine Stunde zu früh bist?” Ohje, diese Zeitzonen und Sommer- und Winterzeiten machen mich echt fertig. Da habe ich bei meinem Handy alles richtig eingestellt – dachte ich. Doch irgendwas ist wieder falsch. Zwar kommt jetzt die korrekte Uhrzeit vom Netzbetreiber und die Zeitzone sollte auch korrekt sein aber die Option “Automatisch auf Sommerzeit umstellen” ist nicht aktiviert. Also bin ich irgendwie wieder falsch. Aber wie sagt man so schön “Better safe than sorry”…
Ich lege mich noch für 45 Minuten auf das Sofa im Wohnzimmer unserer tollen Hotelsuite. Wirklich schlafen kann ich nicht, zu groß ist die Angst wieder zu verschlafen – obwohl ich schon komplett startklar bin. Das wäre wirklich zu blöd…
Um 6h kommt dann Sandra aus dem Schlafzimmer und fragt mich ob ich denn nicht langsam mal los will. Ich will noch nicht, denn ich bin ja schon komplett angezogen und zum Abmarsch bereit. Da sollte es reichen um 6h30 aufzubrechen um pünktlich um 7h bei Wolfgang aufzuschlagen. Ich drehe mich auf dem Sofa um, aber zähle irgendwie doch die Minuten. Ziemlich genau um 7h bin ich dann bei Wolfgang. Er ist gerade beim Frühstück und wir können schon kurz darauf aufbrechen. Wir nehmen die Autobahn von Puerto de la Cruz in Richtung La Laguna. Bei Tacoronte verlassen wir die Autobahn und es geht über Agua Garcia und La Esperanza hinauf in die Canadas del Teide. Während ich den Mietwagen durch die zahllosen Kurven dirigiere geht bereits die Sonne auf. Insgeheim bin ich ziemlich enttäuscht. Ich hätte eine Stunde eher hier sein können, aber hätten wir das so ausgemacht, ich hätte es wahrscheinlich nicht geschafft. Als wir unseren ersten Fotospot erreichen ist die Sicht grandios, aber die Sonne steht schon recht hoch am Himmel.
Ich bin einfach nicht für Sonnenaufgänge gemacht. Wenn ich sie wirklich fotografieren will, dann muss ich an den Locations übernachten. Alles andere klappt bei mir einfach nicht, traurig aber wahr… Hier eines dieser Fotos das ich im Jahr 2005 nach einer langen kalten Nacht im Gebirge mit meiner Nikon D2x aufgenommen habe.
Im Wechsel fotografiere ich mit der auf Infrarot umgebauten Nikon D300 und der famosen Nikon D800E. Später werde ich feststellen müssen, dass die D300 von der Timelapse-Aktion des letzten Abends noch auf ISO-1000 eingestellt ist. Die Fotos sind deutlich verpixelt, das hätte nicht sein müssen. Und wieder habe ich eine Lektion gelernt: Vorbereitung ist alles!

Wir fahren weiter vor einem Aussichtspunkt zum nächsten. Es entstehen viele hundert Fotos des immer gleichen Motives. Dieser Vulkan zieht Wolfgang ebenso in seinen Bann wie er es auch bei mir schafft. Eigentlich würden ein paar Fotos ja ausreichen, aber wir versuchen uns immer wieder an diesem Motiv, denn es sieht immer wieder anders und stets majestätisch aus.
Irgendwann machen wir eine Pause und widmen uns den beiden Lunchpaketen. Später bei der Kaffeepause sehen wir dann die beiden Erlkönige wieder, von denen ich gestern schon berichtet habe.
Während wir unseren Kaffee trinken überlegen wir wie es weitergehen soll. Eigentlich habe ich hier schon alles vielfach abfotografiert, doch die Weiße Mondlandschaft, die Paisaje Lunar habe ich zuletzt im Jahr 2005 besucht. Dort könnten wir noch einmal hinfahren.
Eine Stunde später sind wir am Abzweig zur Paisaje Lunar. Die Offroad Piste ist inzwischen in recht gutem Zustand und man kann sie ohne schlechtes Gewissen mit einem Mietwagen recht gut befahren. Nach etwa 9 Kilometern endet die Huckelpiste an einem Campingplatz mitten in den Wäldern oberhalb des Dörfchens Vilaflor. Bei den Waldbränden sind vor einigen Jahren die Holzhütten zerstört wurden. Die neuen Häuser sind ins tollem Zustand und die Kinder eine großen Jugendgruppe beziehen gerade laut johlend ihre Hütten. Wolfgang und ich machen uns derweil fertig für den Aufstieg zur Paisaje Lunar. Vorsichtshalber nehme ich mein GPS mit und markiere den Standort unseres Autos mit einem Wegpunkt. Im Gepäck habe ich neben einer kleinen Flasche Wasser diesmal nur die Nikon D800E mit dem famosen AF-S 2.8/24-70mm und einem B&W Polfilter. Alles ist auf ein großes leichtes BENRO Carbonstativ montiert. Dieses Stativ habe ich Euch vor einigen Wochen in einem Video vorgestellt.
Wir starten unsere kleine Wanderung am rechten Ausgang des Parkplatzes und folgen kleinen Blechschildern die immer wieder an die herumliegenden Felsbrocken geschraubt sind. Hin und wieder gibt es auch einmal einen grünen Punkt. Sehr grob folgen wir dem Verlauf einer Wasserleitung und es geht fast stetig bergauf. Die Wanderung bringt mich an den Rand meiner Leistungsfähigkeit. Mein Asthma macht mir schwer zu schaffen und ich muss immer wieder kleine Pausen einlegen. Wolfgang ist etwa 19 Jahre älter als ich und er geht hier hinauf wie eine Bergziege. Für mich ist das frustrierend und anspornend zugleich. Dieser Kerl gibt mir immer wieder die Hoffnung auf ein entspanntes Leben als Rentner. Gemeinsam mit seiner Frau geht er jeden Donnerstag ein paar Stunden wandern, reist viel, lebt gesund und genießt das Leben in vollen Zügen. Für mich ein wirklich erstrebenswertes Ziel.
Nach etwa zwei Stunden Aufstieg hören wir plötzlich Stimmen. Irgendwer johlt und jauchzt da im Wald. Wir gehen weiter und es kommen die ersten Ausläufer der Paisaje Lunar in Sicht. Etwas später ist dann klar wer hier den Trubel veranstaltet. Es ist eine Gruppe von vier Frauen und zwei Männern. Alle sind scheinbar jenseits der 60 und benehmen sich trotzdem wie kleine Kinder. Ob ich auch einst so sein werde?
Als sie endlich weg sind wird es wirklich ruhig und wir können endlich unsere Fotos in aller Ruhe komponieren. Letztlich werde ich mit fast den gleichen Fotos zurückkehren die ich bereits im Jahr 2005 aufgenommen habe. Nur sind sie jetzt 300% größer. Na ja, wer’s braucht…
Der Rückweg ist nicht weniger anstrengend. Zwar geht es fast nur bergab, aber das lose Geröll erfordert alle Aufmerksamkeit. Wolfgang hat sich bereits vor mehr als einem Jahr von allen schweren Spiegelreflexkameras getrennt und fotografiert nur noch mit einer leichten Bridge-Kamera von Panasonic. Diese liefert immer wieder beeindruckende Bildergebnisse und ich habe den Eindruck, dass diese Fotoausrüstung sehr dazu beiträgt, dass er so unbeschwert die Berge hinauf und hinab wandern kann. Ich habe derweil die D800E von Stativ getrennt und versuche an den ganz abschüssigen Stellen den fehlenden Wanderstab so gut wie möglich mit dem Stativ zu ersetzen.
Immer wenn ich Wolfgang wieder ein Foto machen sehe bin ich ein wenig neidisch. Ich habe mehr als doppelt so viele Pixel, aber braucht man das? Der “Unbeschwerten Leichtigkeit des Seins” ist meine Fotoausrüstung jedenfalls nicht zuträglich…
Als wir zurück am Auto sind brennt die Sonne mächtig stark auf uns herab. Weil ich ziemlich geschafft bin wählen wir für den Rückweg die Autobahn. Das dauert fast genauso lang wie die tausend Kurven, aber es fährt sich etwas entspannter. Als wir bei Wolfgang und Karin eintreffen sind unsere Frauen auch schon dort. Ihre Laune ist gut, sie hatten einen tollen Tag auf Manolos kanarischem Reiterhof etwas oberhalb von Santa Ursula.
Später beim Versuch die Fotos des Tages auf meine neue externe Tunderbolt-Festplatte zu kopieren wird mir dann mein MacBook verrecken. Aber das ist ja jetzt auch schon wieder alles Geschichte. Was bleibt – zumindest bist zum nächsten Festplattencrash – sind die Fotos dieses schönen Tages. Hier eine kleine Auswahl… (1000 Pixel hoch oder breit – einfach anklicken…)
Teneriffa 2013 – Tag 4 – Auditorio und Taganana
Als ich durch ein Geräusch hochschrecke scheint schon das erste Tageslicht in unser Schlafzimmer. Ich zucke zusammen und frage mich ob ich vielleicht verschlafen habe. Irgendwas wildes habe ich geträumt, was genau kann ich nicht mehr sagen, aber es muss wirklich wild gewesen sein. Mein Handy das mich wecken sollte, ist nicht auf der kleinen Kommode neben meinem Bett. Ob ich es überhört habe? Wie elektrisiert springe ich halb schlaftrunken aus meinem Bett und wanke ins Wohnzimmer. Wo ist das Handy, wo ist es bloss. Schließlich finde ich es in meinem Fotorucksack. Es ist im Flugmodus und es zeigt als Uhrzeit 8h51 – Oh Mist – Mist – Mist – ich habe verschlafen, ich wollte um 7h oben bei Wolfgang und Karin sein und dann wollte ich gemeinsam mit Wolfgang hinauf in die Canadas del Teide fahren um den höchsten Berg Spaniens im ersten Morgenlicht zu fotografieren.
Ziemlich hektisch versuche ich das Telefon zu entriegeln. Endlich klappt es, schnell den Wolfgang anrufen und fragen ob er schon los ist oder ob er noch auf mich wartet. Es klingelt, und klingelt und klingelt – es klingelt ziemlich lang und dann ist Wolfgang dran. Mit sonorer Stimme sagt er „Guten Morgen!“ Ich lege sofort los „Hallo Wolfgang, Du es tut mir total leid, aber ich habe irgendwie verschlafen und jetzt ist es schon fast 9h. Ich ziehe mich schnell an und komme dann zu Euch hoch, ok?“ Am anderen Ende eine kurze Bedenkpause, das muss Wolfgang erst einmal sacken lassen. Und als er sich sicher ist, dass ich ihn nicht zum Narren halten will sagt er: „Mittwoch Ansgar, Mittwoch, wir wollen uns am Mittwoch treffen, das ist MORGEN! Komm leg‘ Dich wieder hin!“ Ich bin sprachlos, wie konnte ich mich so vertun. Ok, ich bin jetzt 49 Jahre alt, da lässt das Hirn langsam nach, aber um einen ganzen Tag? Das ist mir lange nicht passiert. Ich entschuldige mich kurz für meinen “Weckruf” und wanke samt Telefon zurück ins Schlafzimmer.
Sandra schaut mich an: „Was hat Dich denn gebissen, Du bist ja eben aus dem Bett gesprungen als hätte Dich eine Tarantel gebissen!“ Ich erzähle ihr wie ich mich vertan habe. Danach synchronisieren wir unsere Handy-Wecker. Mein Telefon ist so eingestellt, dass es die aktuelle Uhrzeit NICHT vom Telefon-Provider übernimmt. Das ist ein Fehler, denn es nicht kurz vor 9h wie gedacht sondern erst kurz vor 7h. Wolfgang muss mich für komplett verrückt halten. Na ja, morgen können wir das klären…
Also wieder rein ins Bett und noch ein bisschen weiterschlafen. Das ist auch gut, denn nach diesem Schreck bin ich ziemlich fertig mit den Nerven!
Später gibt es dann Frühstück und gegen 11h sind wir endlich startklar. Keine Ahnung warum wir morgens immer so unglaublich lange brauchen bis wir endlich startklar sind, aber wir sind ja nicht auf der Flucht sondern haben Ferien! Unser Ziel ist das Auditorio in der Hauptstadt Santa Cruz. Dieses schöne Opernhaus hat es mir angetan und ich war schon einmal dort um es zur blauen Stunde zu fotografieren. Heute will ich mal versuchen einige abstrakte Details zu finden und das Spiel aus Licht, Schatten und geschwungenen Formen mit meiner auf Infrarot 830nm umgebauten Nikon D300 festzuhalten.
Gleich neben dem Auditorio finden wir einen Parkplatz und sind nicht schlecht überrascht, dass das große schöne angelegte Schwimmbad gleich neben dem Auditorio fast leer ist.
Am Opernhaus angekommen nehmen wir uns viel Zeit für unglaublich viele Fotos. Dieses Gebäude ist wirklich einzigartig. Zu meinem Erschrecken muss ich aber feststellen, dass sich auch hier die ersten baulichen Mängel zeigen. Scheinbar ist das hier so üblich. Die Mehrzahl der Häuser wird billig gebaut und dann versucht man sie teuer zu verkaufen. Findet sich ein Dummer, so wundert er sich nicht schlecht wenn er nach wenigen Jahren mit umfangreichen Sanierungsarbeiten beginnen darf. Beim Auditorio scheint das nicht anders zu sein. Mich stimmt das jedenfalls nachdenklich…
Nach unserer Fotosession geht es zurück zum Parkplatz. Dort ist der kleinste MacDonalds den wir je gesehen habe. Er gleicht ein wenig einer Wurstbude auf einem Weinfest oder einer Kirmes. Aber die Burger sind ganz frisch und schmecken lecker. Zwei Burger später geht es dann mit dem total aufgeheizten Mietwagen in Richtung Norden.
Am Morgen sind wir bei etwa 22°C gestartet, inzwischen sind die Temeraturen weitergeklettert. Die Klimaanlage läuft auf höchster Stufe, trotzdem schwitzen wir im Auto vor uns hin. Wenn man bedenkt, dass in Deutschland aktuell nachts noch Bodenfrost herrscht, dann ist das schon ein krasser Unterschied. Vorbei an den Hafenanlagen fahren wir in Richtung Playa de las Teresitas. Kurz vorher weist dann ein Schild nach links in Richtung Taganana. Die Straße ist toll ausgebaut und während ich unseren Opel Astra durch die Kurven schwinge wünsche ich mir hier mal ein paar Wochen Urlaub mit einem Motorrad zu machen. Bis Taganana sind es etwa 16 Kilometer. Eigentlich wollen wir auch gar nicht nach Taganana sondern etwas weiter bis nach Benijo. Dort gibt es schöne einsame Strände und hier könnte Sandra etwas schwimmen gehen während ich am nächsten Strand ein paar Fotos mache.
Gesagt getan, zwischen Taganana und Benijo setze ich Sandra am Strand ab und fahre ein paar Minuten weiter nach Benijo. Dort finde ich tatsächlich sofort einen Parkplatz, was dort wegen der super engen Straßen gar nicht selbstverständlich ist. Bepackt mit mehreren Objektiven, Kameras und einem großen Stativ geht es die vielen Stufen hinab bis zum felsigen „Strand“. Es ist heiß wie die Hölle und während mir die Sonne das Hirn grillt versuche ich ein paar vernünftige Fotos auf die Reihe zu bekommen. Bewegen kann ich mich kaum denn ich bin so verschwitzt, dass die Hose an den Beinen klebt.
Hier dreimal das gleiche Motiv. Einmal mit Nikon AF-S VR 16-85mm, dann mit Lens Baby II und dann mit Nikon AF-D 2.8/10,5mm Fisheye!
Nach etwa einer Stunde gebe ich auf und sammle Sandra wieder am Strand ein. Beide haben wir einen Sonnenbrand. Bei mir ist es mal wieder die Nase, bei ihr der Rücken, Schultern, eigentlich ist fast die halbe Frau rot von der intensiven Sonne. In einem der vielen Restaurants gibt es ein großes Glas Bier mit Sprite – lecker! So gestärkt fahren wir die gefühlten 1.000 Kurven zurück zum Hotel. Am Mirador oberhalb von Las Mercedes springe ich kurz mit der D300 aus dem Auto um quer über die Insel hinweg ein Foto meines Lieblingsberges zu schießen. In den letzten Tagen und Wochen hat sich der Gute häufig in Wolken versteckt, nun ist er endlich einmal sehr schön klar zu sehen. Ein wenig dunstig ist es rund herum, aber die Infrarot-Kamera vermag das zu einem guten Stück zu durchdringen, so dass letztlich doch zwei ganz brauchbare Fotos entstehen.
Alles in allem war es ein sehr schöner Tag, auch wenn die ungewohnt starke Sonne und heute ziemlich zugesetzt hat. Aber das wollten wir ja auch. Kalt und grau könnten wir es ja auch in Deutschland haben
Obwohl ich die Videokamera und die Nikon D800E mit im Gepäck hatte, habe ich fast ausschließlich mit der ultracoolen Infrarot-Kamera fotografiert. Heute habe ich diese D300 mit langen Teleobjektiven benutzt (erstes Foto ganz oben), es war eine “Loreo Lens in a Cap” Lochblende mit Plastiklinse montiert, ich habe mit einem Lens Baby II experimentiert und nicht zuletzt habe ich am Auditorio etliche Infrarot-Fotos mit dem Nikon AF-D 2.8/10,5mm Fisheye geschossen.
Dieser Umbau hat sich für mich zu 100 Prozent gelohnt. Dass ich bei jedem Foto einige Staubkörner wegstempeln muss, die sich scheinbar zwischen dem neuen Infrarotfilter und dem Chip befinden, das ist lästig, aber man kann damit leben. Das geniale ist eben, dass ich nun Infrarot-Fotos mit praktisch allen Objektiven aufnehmen kann die sich an das Nikon F-Bajonett ansetzen lassen. Ob Lochblende oder Fisheye, es klappt so ziemlich alles an dieser Kamera und das hebt die Infrarot-Möglichkeiten auf ein vollkommen neues Niveau!
Hier noch drei Fotos die ich mit der Nikon D800E gemacht habe. Irgendwie ist sie auch ziemlich cool
Mein “Bild des Tages” ist dieses hier. Es ist mit der D800E und dem Nikon AF-S VR 4/16-35mm aufgenommen. Bei der Schwarz-Weiß-Konvertierung habe ich das Preset “Infrarot” verwendet. Damit bekommt das Bild einen ganz ähnlichen Touch wie die Bilder aus der D300. Nur sieht es für mein Empfinden noch etwas edler aus. Was mir hier ganz besonders gut gefällt sind die vielen diagonalen Linien die fast perfekt in den Bildecken auslaufen. Ich hätte es noch korrigieren können, aber ich wollte Euch auch mal ein Bild zeigen, bei den ich nur die Farben durch Graustufen ersetzt habe und das ansonsten unbearbeitet ist.
Fazit
Beide Kameras machen Spaß, aber man kann eben nicht wirklich mit mehr als einer Kamera gleichzeitig fotografieren. Und morgen werde ich versuchen nicht zu verschlafen und ganz pünktlich um 7h bei Wolfgang vor der Türe zu stehen. Ob es geklappt hat, das könnt Ihr morgen Abend lesen
Teneriffa 2013 – Tag 1 – Infrarot mit der Nikon D300
Eigentlich hatten wir für meinen Geburtstag eine Tour mit dem Cabrio in den sonnigen Süden geplant. Wir wollten uns treiben lassen und mal schauen wohin es uns verschlägt. Erst einmal den Rhein hinauf, dann durch die Schweiz, vielleicht nach Italien oder Österreich? Doch dann kam alles anders…
(Alle Fotos 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)
Am vorletzten Wochenende soll der dunkelste und kälteste Winter der letzten Jahre endlich zu Ende gehen. Doch ein Hochdruckgebiet im Norden blockiert die warmen Luftströme die aus dem Norden Afrikas über Spanien hinweg warme Luft nach Deutschland bringen könnten. Statt dessen bläst ein unerbittlicher kalter Wind und obwohl es fast Ostern ist erfrieren den Bauern die Kartoffeln auf den Feldern. Keine guten Voraussetzungen für eine entspannte schöne „Oben-Ohne-Tour“ mit dem Cabrio. Als mir dies am Samstagabend klar wird, schläft meine Freundin Sandra neben mir bereits tief und fest. Was wäre eine schöne Alternative? Ich schaue hier und da, wende die Weltkarte bei Google-Earth hin und her und komme letztlich zu keinem Ergebnis.
Statt der Tour mit dem Cabrio könnte es auch eine schöne Reise sein, kurz und knackig sollte sie sein, nicht zu teuer und ganz spontan zu buchen. Es sollte etwas sein wofür es keine Impfung braucht, kein Visum und keinen Reisepass, denn der ist wieder einmal nicht mehr dort wo ich ihn glaubte zuletzt sorgfältig abgelegt zu haben.
Irgendwann lande ich wieder bei den Kanarischen Inseln. La Palma wäre eine Option, vielleicht auch mal La Gomera, oder Gran Canaria? Das Angebot der Last-Minute-Reisen ist gewaltig. Es gibt 7 Tage All-Inclusive für bspw. 347,- Euro pro Nase. Aber schaut man genauer hin, so kommen entweder weitere Gebühren hinzu oder die Hotels haben zusätzlich zu den zwei Sternen (Landeskategorie) noch mehrere hundert durchwachsene bis schlechte Bewertungen. Wenn schon eine Geburtstagsreise in die Sonne, dann nicht in einen alten verschimmelten Hotelbunker aus den 70er Jahren, da muss nicht sein… Und wie das immer ist, ich finde nichts obwohl das Angebot riesengroß ist. Die Nacht ist unruhig und am nächsten Morgen halten meine Freundin und ich „Urlaubs-Kriegsrat“. Am Ende sind wir der Meinung, dass es nichts schändliches ist nur einige Wochen nachdem wir zuletzt auf Teneriffa waren erneut dorthin zu fliegen. Gleiches Hotel, Halbpension, Air Berlin, Abflug von Köln Bonn und alles zusammen kostet für zwei Personen 1.400,- Euro. Beschlossen verkündet und gebucht – kaum zwei Wochen später geht es wieder einmal nach Teneriffa und wieder einmal in das Las Aguilas in Puerto de la Cruz. Bei Cicar habe ich einen „Neuen Opel Astra“ gebucht. Der kostest für 8 Tage 174,- Euro – All Inclusive – das ist drastisch billiger als daheim bei uns in Deutschland…
Als die Reise vor der Türe steht bin ich irgendwie unruhig. Zwar fliege ich seit vielen Jahren beruflich und privat durch die Gegend, doch das Reisefieber kommt immer wieder auf wenn es eine Reise ist bei der man nichts vergessen sollte. Und ich habe schon wieder einiges vergessen. Der Reisepass ist nicht aufzufinden, sicher steckt er noch in einem Fotorucksack oder eine Notebooktasche, ich werde ihn finden, dessen bin ich mir sicher, aber wann wird das sein? Mein schönes kompaktes kleines Manfrotto Carbonstativ – es ist verschollen. Habe ich es meiner Freundin geliehen, liegt es in meinem Appartement in Mainz, im Auto im Kofferraum, wo nur? Alles nichts weltbewegendes, aber ich bin doch unruhig. Der Flieger geht am Samstagmorgen um 4h30 und als ich am Vorabend versuche um 20h wie auf Kommando einzuschlafen, klappt das natürlich nicht. Sandra kann das irgendwie, ich nicht. Während sie an der Matratze lauscht sitze ich in meinem Wohnzimmer und höre via Kopfhörer Musik. Auf dem Wohnzimmertisch liegt seit dem letzten Wochenende das Notebook meines Sohnes. Es ist irgendwie hingefallen, vorne links ist das Plastik etwas beschädigt und die Buchse für den Stromanschluss ist so geschickt herausgebrochen, dass sie beim Versuch das Ding mit Energie zu versorgen im Inneren dieses DELL Notebooks verschwindet. Mein Sohn war ratlos und da ich ja eigentlich alles kann, habe ich sein Notebook natürlich schnell mal zerlegt. Fast bis auf die letzte Schraube, denn erst dann kann man diese Buchse mit Klebstoff fixieren. Das habe ich gemacht und der Klebstoff hatte eine Woche lang Zeit wirklich gut auszuhärten. Ob ich dieses China-Plastik-Dings jemals wieder zusammen bekomme?
Nach einer Weile beschließe ich doch etwas gegen meine Schlaflosigkeit zu unternehmen und siehe da, eine Stunde später funktioniert nach dem zweiten Anlauf das Notebook meines Juniors wieder ganz vorzüglich. Es sind drei kleine Schrauben übrig, aber gefühlte 100 Schrauben habe ich wieder zurück geschraubt. Und trotz aller Sorgfalt kann ich die Gewinde nicht finden in die ich diese drei Schrauben drehen könnte. Die Uhr rückt langsam weiter, während ich auf dem Sofa Musik höre und darauf warte endlich einzuschlafen ist es dann plötzlich schon 1h am Morgen. Zeit aufzustehen, wirklich geschlafen habe ich indes nicht. Unter der Dusche versuche ich langsam wach zu werden. Eine Stunde später sind wir mit dem Auto unterwegs zum Flughafen. Es ist eine introvertierte ruhige Fahrt. Am Flughafen Köln/Bonn stellen wir das Auto kurz ab, wir sind mehr als gut in der Zeit. Schnell die Koffer raus und etwa 50 Meter weiter ist schon der Check-In von Air Berlin – das ist mehr als praktisch! Kurz darauf sind unsere Koffer aufgegeben, ich parke mein Auto im Parkhaus 3, Sandra bewacht unterdessen meine Fotoausrüstung, meinen Mac und meine Videokamera. Was Männer alles mitschleppen…
Vom P3 zum Terminal sind es ein paar hundert Meter Fußweg, das geht schnell und als wir pünktlich um 4h30 abheben kommt langsam die Müdigkeit in mir auf. Auf meinem iPad habe ich die komplette zweite Staffel von Game Of Thrones. Aber ich schaffe nicht einmal eine Folge, da fallen mir schon die Augen zu. Als ich wach werde hänge ich total verdreht zwischen den engen Sitzen. Alles tut weh und die Leute die neben mir auf dem Gang darauf warten, dass sie endlich die Toilette benutzen dürfen versuchen zu überspielen, dass sie sich darüber amüsiert haben, dass ich mit offenem Mund neben ihnen in meinem Sitz wahrscheinlich lautstark geschnarcht habe.
Das Hochdruckgebiet im Norden hat heute endlich einen positiven Effekt, wir sind fast 30 Minuten schneller als geplant – Rückenwind ist ein effizientes Energiesparmittel. Warum baut Porsche nicht einfach Autos mit Rückenwind, die wären schneller und würden weniger Benzin verbrauchen…
Am Flughafen Teneriffa Süd angekommen bin ich ziemlich neben der Spur. Die Schultern tun weh, ich kann einfach nicht im sitzen schlafen. Während sich Sandra um die Koffer kümmert organisiere ich den Mietwagen. Alles klappt wie immer problemlos und zügig. Unser neuer Opel Astra ist dann aber ein paar Jahre alt, auf dem Tacho stehen 78.000 Kilometer. In Deutschland wäre dieses Auto längst ausgemustert, aber wir sind rein geografisch gesehen in Afrika und das Ding kostet eben für 8 Tage ganze 174 Euro! Also los zum Hotel. Den Weg fahre ich schon wie im Schlaf, das ist auch gut so denn langsam beginne ich gegen selbigen anzukämpfen. Als wir nach etwa einer Stunde am Hotel eintreffen ist es gerade mal 9h am Morgen. Unser Zimmer ist noch nicht fertig. Kein Problem, wir können die Koffer im Büro hinter der Rezeption abstellen. Es geht zum Frühstück und das ist eine Wucht. Während wir auf das Tal von La Orotava schauen bin ich froh, dass wir hier am Morgen bei 18°C draußen sitzen und gemütlich einen Kaffee trinken können. Diese Insel ist begnadet, das denke ich mir immer wieder. Gegen 11h ist das Zimmer fertig und wir beziehen unser neues Zuhause. Diesmal sind wir auf der anderen Seite, unser Balkon weist nicht nach Nord zum Meer, sondern nach Süden auf die Berge. Kein Problem, hier ist es wärmer, denn in diese Zimmer scheint den ganzen Tag die Sonne. Im Hochsommer eher ein Nachteil, so ist es im Frühjahr hier einfach etwas wärmer. Auf den Einbau einer Heizung wird auf den „Inseln des ewigen Frühlings“ gern verzichtet. Mich stört das nicht so sehr, aber vielen Frauen ist es hier im Winter dann oft doch ein wenig zu kalt. Im Dezember hatten wir im Zimmer auf der anderen Seite des Korridors einen kleinen Heizlüfter den uns mein Freund Wolfgang ausgeliehen hatte.
Derlei Gerät ist im April auf der Südseite des Hotels nicht mehr von Nöten. Während ich mein Notebook anwerfe nimmt meine Panasonic Videokamera bereits die erste kleine Zeitraffersequenz auf. Das macht sie wirklich gut und es ist soooo einfach. Nichts klappert, nichts klickt und nichts muss nachbearbeitet werden. Einfach im Menü einstellen, dass man eine Zeitraffersequenz aufnehmen möchte, das Zeitintervall einstellen und los geht‘s – sehr praktisch diese kleine Kamera!
Das WLAN wurde scheinbar umgebaut oder aufgestockt, auf dem Balkon klappt es sehr gut und 24 WiFi-Zeitstunden kosten 5 Euro. Surft man täglich 3 Stunden lang im Web, so kommt man damit eine Woche lang über die Runden. Damit kann ich gut leben. Im letzten Jahr haben 5 Tage WiFi in Hotel Rigiblick in der Schweiz 69,- Euro gekostet! Das ist hier deutlich preiswerter und sorgt für weniger Verdruss.
So gegen 12h machen wir uns auf den Weg ins Einkaufszentrum auf der anderen Seite der Autobahn unterhalb des Hügels auf dem unser Hotel thront. Im „Alcampo“ besorgen wir uns Shampoo, Kekse, Wasser, Bier und was man sonst noch alles braucht. Danach geht es zur Finca San Juan zu Jo Schlichting. Wir waren nun schon ein paar Wochen nicht mehr dort und irgendwie haben wir „Heimweh“. Natürlich interessiert es uns auch wie es dort mit der Bewirtung des Restaurants weiter geht. Auf der Finca angekommen ist die Freude groß als wir Jo und seine Frau Karo dort antreffen. Zusammen mit Koch Helmut schmeißt sie jetzt dort den Laden. Und der geht scheinbar richtig gut. Heute sind mehrere Gesellschaften dort, alles zusammen fast 75 Gäste. Am letzten Sonntag waren es 150 Gäste – Qualität zahlt sich aus und wir hoffen sehr, dass wir noch oft zum Brunchen oder Abendessen auf dieser tollen FInca sein dürfen. Gegen 15h verabschieden wir uns wieder und ich habe endlich Zeit ein par Fotos mit der auf Infrarot umgebauten Nikon D300 aufzunehmen. Später im Hotel bin ich dann echt hingerissen von den Ergebnissen. Und alles ist so einfach! Nichts Stativ, Filter ab – dran – ab – dran – ab – 30 Sekunden belichten – Rauschunterdrückung trallala – einfach ISO-200 einstellen, Blende 8 und „Klick“. Bei einer 1/250s gelingen scharfe Infrarot-Fotos aus dem Handgelenk – das ist mehr als cool!!
Während ich mich an den tollen Infrarot-Fotos freue und überlege warum ich mich mit der D800E und all den Objektiven abschleppe, holt die mich die vergangene Nacht dann doch noch ein.
Als Sandra mich weckt ist es fast 18h. Ich habe etwa zwei Stunden geschlafen – endlich – geholfen hat es allerdings nur begrenzt. Ich fühle mich als hätte mich ein Pferd getreten. Etwas später wandern wir durch die weitläufigen Außenanlagen des Hotels und ich versuche langsam wieder wach zu werden. Um, kurz vor 19h gibt es dann ein echt tolles Abendessen. Die Qualität der Speisen hat sich seit meinem ersten Besuch im Jahre 2008 sehr gebessert. Es gibt eine riesige Auswahl und das Angebotene schmeckt zumeist sehr gut. Bei Spanferkel mit Reis und Kürbis-Gemüse genieße ich ein großes Glas kaltes frisches Bier. Ich bin angekommen!
Gegen 20h sind wir wieder im Hotel. Ich kann nun mit dem Mac im Bett sitzen, neben mir ein Radler aus dem Alcampo und im Geiste lasse ich einen langen schönen Tag Revue passieren. Diese Insel hat mich in ihren Bann gezogen und ich werde wohl zu Weihnachten wieder hier sein. Es ist einfach zu schön hier. Die Menschen sind freundlich und das Leben als Urlauber ist hier mehr als unkompliziert. In der Werbung würde man es „I am loving it“ nennen
Zum Abschluss noch ein Foto mit dem 10,5mm Fisheye vom Balkon unserer Suite. Das sieht übrigens wilder aus als es ist. Schließt man die Türen ist es ziemlich ruhig hier oben.
Gute Nacht liebe Freunde, morgen geht der Wettstreit “neu fett und teuer” gegen “alt abgewetzt und cool” weiter. Was für ein Wettstreit soll das denn sein fragt ihr euch jetzt vielleicht? Ganz einfach, es ist der Wettstreit – nehme ich die D800E oder die umgebaute D300 mit? Wie er ausgeht – wir werden es sehen…
Nikon D300 – Fotosafari in Utah
Im Sommer 2007 habe ich meine famose Nikon D2x mit einer Nikon D300 ergänzt. Der zusätzliche MB-D10 Batteriegriff und der ebenfalls zusätzliche Nikon BL-3 Adapter ermöglichten die Nutzung des riesigen EN-EL4 Akkus sowohl in der D2x als auch in der D300. Schnell war noch ein weiterer EN-EL4 gekauft und los ging es mit zwei Kameras. Weil sie etwas besser bei der Auflösung feinster Details ist und im Gegenzug bei ISO-100 die etwas besseren Bilder liefert, war die D2x meist mit AF-S 2.8/17-55mm Midrange-Zoom bestückt. Die “normale” ISO-Empfindlichkeit der D300 ist mit ISO-200 doppelt so hoch wie bei der D2x und die Bildfolge ist im 12-Bit RAW-Modus mit angesetztem EN-EL4 mit satten 8 B/s wirklich schnell. Daher hatte ich die D300 meist mit dem famosen Nikon AF-S VR 2.8/70-200 bestückt. Als es dann im Frühjahr 2009 für ganze sechs Wochen im Südwesten der USA ging, musste die D2x aber trotzdem daheim bleiben. Zusätzlich zur D300 hatte ich damals noch eine Nikon S600, eine Nikon F5 und eine Nikon F100 im Gepäck. Es war ein ziemlicher Wahnsinn, die Fotoausrüstung wog fast mehr als der Rest meines Gepäcks, da war für die D2x einfach kein Platz mehr.
Am Ende der Rückreise habe ich mein Gepäck noch schnell mit der Nikon S600 abgelichtet und so sah das damals aus…
Diese Zeiten sind inzwischen vorbei, damals habe ich gemerkt, dass man eh nicht parallel mit mehreren Kameras fotografieren kann. Zusätzlich zur D300 noch einmal fast jedes Motiv parallel auf Fuji VELVIA-50 oder Kodak EKTAR-100 abzulichten, das erspare ich mir mittlerweile. Heutzutage geht es entweder komplett “analog” auf Tour oder eben nur mit einer digitale Kamera im Rucksack.
Wenn es das nächste mal in die USA geht, wird die D800E im Fotorucksack sein und zusätzlich die sehr gute Panasonic HC-X909 Videokamera. Dann noch ein paar Objektive und fertig. Mehr braucht man im Jahr 2013 eigentlich nicht mehr. Auch bei den Objektiven werde ich ausdünnen, das AF-S VR 5/16-35, das AF-S 2.8/24-70 und das AF-S VR 2.8/70-200 werde ich einpacken.
Im Jahr 2009 war das noch anders und ich habe damals sehr lange hin und her überlegt was ich mitnehmen soll. Rückblickend wäre ich allein mit der Nikon D300 sehr gut ausgerüstet gewesen. Diese Kamera ist schnell und robust, sie ist flexibel und die Bildqualität läßt zumindest bei niedrigen ISO-Werten kaum Wünsche offen. Läßt man den MD-D10 Batteriegriff im Auto, so spart man Gewicht und die Kamera macht trotzdem noch gute Fotos…
“Never hike alone” – diesen Hinweis findet man im Südwesten der USA immer wieder. Ich war meist mit meiner D300 ganz allein auf abgelegenen Pfaden unterwegs und immer wenn ich mal wieder ein verendetes totes Tier fand hatte ich ein ungutes Gefühl. Passiert ist mir letztlich nichts, ich war auch nicht besonders wagemutig und habe nach einigen Wochen begonnen mich jeden Tag an Rezeption abzumelden und auf einem Zettel zu hinterlassen wohin es gehen soll.
Die schönen Foto-Locations im Südwesten der USA sind teilweise sehr einfach zu erreichen, wie beispielsweise der Horse-Shoe-Bend bei Page in Arizona. vom Parkplatz aus läuft man ein paar hundert Meter über eine Sanddüse und schon sieht man diese mächtige Schlucht in der man den Kölner Dom gleich mehrfach verschwinden lassen könnte…
Rund um Page hat Arizona mit The Wave, White Pocket, Lake Powell, Antelope Canyon usw. viele tolle Fotomotive zu bieten. Trotzdem zog es mich nach einiger Zeit in Richtung Utah. Monument Valley, Arches National Park, Canyonlands National Park das sind einige der Highlights die von der Mehrzahl der Touristen besucht und systematisch abfotografiert werden. Doch besonders abseits der Touristenströme gibt es viele tolle Sachen zu entdecken. Mein Freund Wolfgang hat mich damals für ein paar Tage in den USA besucht und gemeinsam haben wir einige Touren in der Nähe von Escalante in Utah unternommen. Dort gibt es die wunderbare “Hole in the Rock Road” oder auch HITRR genannt. Diese Off-Road Piste ist eine harte Prüfung für jeden Pneu der vielen Geländewagen die dort tagtäglich ihre langen Staubfahnen hinter sich her ziehen.
Gleich zu Beginn der HITRR gibt es auch der rechten Seite ein Areal mit dem schönen Namen Devils Garden. Dort gibt es viel zu sehen und man kann sich dort schon mal einen Tag oder länger aufhalten.
Etwas weiter in Richtung Nord-Osten haben wir damals geparkt und sind den Wegpunkten auf Wolfgangs Garmin Colorado 300 gefolgt. Unser Ziel waren die Moqui-Marbles etwas oberhalb des Zebra-Canyons und natürlich auch dieser wunderschöne Canyon selbst.
In den darauf folgenden Wochen ging es mehrere tausend Meilen weit kreuz und quer durch den Süd-Westen. Immer auf der Suche nach schönen Locations war die Nikon D300 mein stetiger Begleiter. Wenn ich mir rückblickend die Fotos anschaue die ich damals mit dieser Kamera aufgenommen habe, so bin ich immer wieder erstaunt über den Tonwertumfang und das was sich mit einigen wenigen Klicks aus den RAW-Dateien herausholen läßt.
Hier noch einige weitere Beispiel-Fotos die ich 2009 in Utah aufgenommen habe.
Fazit
In den letzten 6 Jahren habe ich mit der Nikon D300 viele Reisen und zig tausend Fotos bestritten. Sie war bis heute nicht ein einziges Mal zur Reparatur und nach dem Umbau auf Infrarot 803nm (Nanno-Meter) werde ich sie wohl noch viele Jahre mit Begeisterung benutzen. Die neue Nikon D800E liefert bei dreifacher Auflösung und besserem ISO-Rauschverhalten eine nochmals drastisch bessere Bildqualität. Aber man muss auch den Preis dieser Kamera bedenken. Wer ein preiswertes zuverlässiges robustes Arbeitsgerät sucht und selten Prints anfertigen läßt die größer als 60×90 cm sind, der ist auch im Jahr 2013 mit der Nikon D300 oder der etwas neueren Nikon D300s noch sehr gut bedient.
Nikon D300 – Umrüstung auf Infrarot 830nm
Die Infrarotfotografie reizt mich schon seit geraumer Zeit. Wirklich neu ist sie nicht, bereits für etwa 100 Jahren wurden die ersten Versuche mit der Infrarotfotografie unternommen. War es in den Kindertragen dieser besonderen Spielart der Fotografie noch etwas ganz besonderes, so ist es im Zeitalter der digitalen Spiegelreflexkameras recht einfach geworden. Der Sensor einer handelsüblichen digitalen Spiegelreflexkamera ist in einem weiten Spektrum des sichtbaren und nicht mehr sichtbaren Lichtes empfindlich. Kurzwelliges für unsere Augen nicht mehr wahrnehmbares UV-Licht kann ebenso abgebildet werden wie langwellige Wärmestrahlung.
Nachtsichtgeräte machen sich diesen Umstand schon seit vielen Jahren zunutze. Besonders die warmen Körper von Menschen und Säugetieren lassen sich nachts im infraroten Bereich noch einfangen, selbst wenn unsere Augen längst nur noch tiefe Dunkelheit wahrnehmen können. Doch der Chip einer Digitalkamera soll eigentlich Bilder aufzeichnen die dem entsprechen was unser Auge im Moment der Fotografie wahrgenommen hat. Hier schlägt nun die Stunde der AA-Filter. Diese Anti-Aliasing-Filter sind aus außergewöhnlich hochwertigem Glas gefertigt und erfüllen mehrere Zwecke. Zum einen wirken sie wie ein leichter Weichzeichner um die Bildung unschöner Moiré-Effekte zu vermeiden. Diese ergeben sich durch die gleichmäßige Anordnung der Pixel auf einem herkömmlichen Sensor in Verbindung mit Motiven die feine Mustern und geometrische Strukturen enthalten. Bei einem Stück Film ist das anders, dort sind die lichtempfindlichen Kristalle relativ zufällig verteilt, so dass hier kaum Moiré-Effekte entstehen können.
Eine weitere Aufgabe des AA-Filters ist es, die Bereiche des Lichtspektrums die wir Menschen nicht sehen können vom Chip fern zu halten, damit sie das Bildergebnis nicht verfälschen. Bei Kameras wie der Fuji X100 ist das ein wenig anders. Diese Kameras verwenden AA-Filter die deutlich weniger in das “Bildgeschehen” eingreifen und zusätzlich sind die lichtempfindlichen Pixel ein wenig unregelmäßig verteilt. Damit können diese Kameras eine ganz außergewöhnlich hohe Vielfalt an kleinsten Details abbilden und man kann sie sogar in Verbindung mit einem handelsüblichen Infrarotfilter (720nm) für die Infrarotfotografie einsetzen. Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Farbdarstellung dieser Kameras manchmal nicht so präzise ist wie es sich mancher Techniker in seinem Labor wünschen würde.
Hier habe ich ein Beispielfoto für Euch, das im letzten Jahr in der Schweiz entstanden ist. Ich habe es mit der Fuji X100 und einem HAMA IR72 aufgenommen.
Aber man kann Farbverschiebungen in Verbindung mit einem kleinen Trick Rechnung tragen und Kameras mit dünnem oder gar fehlendem AA-Filter so auf die Sprünge helfen, dass sie eine korrekte Farbdarstellung liefern. Hierzu braucht man lediglich ein paar passende ICC-Profile und einen RAW-Konverer wie Adobe Camera-RAW. Wie das geht habe ich in diesem Video gezeigt.
Schaut man sich die beiden Fotos weiter oben etwas genauer an, so fällt auf, dass die Wolken relativ viel Bewegungsunschärfe zeigen. Woran liegt das? Besonders die Nikon D800E ist als hochauflösende Studiokamera konzipiert und der AA-Filter lässt fast kein Infrarotlicht passieren. Setzt man nun einen Infrarotfilter vor sein Objektiv, so muss man selbst an sonnigen Tagen bei ISO-100 bis zu 30s und länger belichten. Das Ergebnis sind besonders bei der D800E Fotos, die aufgrund der langen Belichtungszeit sehr mit Bildrauschen zu kämpfen haben. Um das Bildrauschen zu verringern könnte man jedes Bild VIERMAL aufnehmen und später in Photoshop mit schwindender Deckkraft “übereinander legen”. Doch das wird eine zeitraubende Angelegenheit, weil man 4x 30s belichten muss, 4x 30s warten muss bis die Rauschunterdrückung fertig ist und dann noch eine längere Zeit mit Photoshop verbringen muss.
Bei der Nikon D700 ist das Bildrauschen weniger stark, aber auch diese Kamera verwendet einen sehr dichten AA-Filter. Wer die Nikon D700 für die Infrarotfotografie in Verbindung mit einem IR-Filter vor dem Objektiv nutzen möchte, der muss wie bei der D800 ständig den Filter an und wieder abschrauben. Das ist nicht nur lästig, da besteht auch immer die Gefahr, dass man beim Hantieren mit dem Infrarotfilter das Objektiv stärker als erlaubt berührt und die eingestellte Fokussierung versehentlich verstellt.
Hier ein Beispielfoto das ich mit meiner Nikon D700 gemacht habe. Für dieses Foto habe ich ein altes manuell fokussiertes Nikon AiS 2.0/35mm in Verbindung mit einem HAMA IR-72 verwendet, das recht unempfindlich gegenüber versehentlicher “De-Fokussierung” ist.
Einerseits ist die Bewegungsunschärfe dieser Fotos ja sehr schön, aber die Entstehung dieser Bilder ist abgesehen von der genialen kleinen Fuji X100 meist sehr mühsam.
Daher habe ich mich lange gefragt ob es nicht irgendwie einfacher geht? Und siehe da, das Problem lässt sich lösen. Schauen wir uns die Sensor-Einheit der Nikon D300 einmal genauer an. Auf dem folgenden Foto sieht man sehr schön den eigentlichen Chip der Nikon D300 und den Halter für den AA-Filter. Um an diese Baugruppe zu kommen, muss man die D300 sehr weitgehend zerlegen. Keine einfache Aufgabe, aber für einen geübten Servicetechniker durchaus machbar. Danach kann der AA-Filter entfernt und durch einen Filter ersetzt werden, der nur noch langwellige Wärmestrahlung passieren lässt.
Ich habe mich vor 5 Wochen entschlossen die ältere meiner beiden Nikon D2x entsprechend umbauen zu lassen. Leider gab es ein technisches Problem, daher habe ich mich entschieden meine Nikon D300 zu “opfern” und sie zu einer Wärmebildkamera umbauen zu lassen. Der Umbau hat 529,- Euro gekostet und mit dem Ergebnis bin ich relativ zufrieden. Ein Problem bei extrem dichten Infrarotfiltern ist, dass sich in der Schmelze aus Glas und Blei winzige Klumpen bilden können. Hat man einen solchen Filter weit weg vom Sensor vor dem Objektiv so ist das alles völlig unkritisch. Baut man einen solchen Filter nun aber direkt vor dem Sensor der Kamera statt des AA-Filters ein, so werden selbst allerfeinste “Miko-Klumpen” als dunkle Flecken auf den Bildern sichtbar. Je dichter ein Infrarotfilter ist, umso größer ist das Risiko, dass diese “Klumpen” auftreten. Besonders bei “echten” Infrarotfiltern mit 830nm ist das Risiko groß. Daher müssen diese Filter einzeln selektiert werden und oft bemerkt man erst nach dem Zusammenbau der Kamera, dass der Filter nicht geeignet ist. Dann hilft nur eines, das ganze Ding muss wieder zerlegt werden und es muss ein zweiter Versuch gestartet werden. Zusätzlich kann beim Umbau noch allerfeinster Staub zwischen Sensor und Chip gelangen. Dieser lässt sich später nicht mehr entfernen und man muss die “Fehlstellen” entweder in jedem seiner Fotos immer wieder manuell mit Photoshop und dem Kopierstempel entfernen oder man arbeitet grundsätzlich im RAW-Modus und verwendet Nikon Capture für die RAW-Konvertierung. Hier kann man dann ein Staubreferenzbild verwenden um die Schatten der Staubkörner automatisch aus den Bildern zu entfernen.
Bei den ersten Testbildern musste ich leider feststellen, dass auf meiner teuer umgebauten Nikon D300 nicht nur 2-3 kleine “Klumpen” zu sehen sind, sondern etwa 20 winzig kleine dunkle Fehlstellen. Angesichts des Umbaupreises in Höhe von 529,- Euro ist das wirklich frustrierend! Wie sehr sie im “echten Leben” aber wirklich stören werden, dass wird sich zeigen.
Hier habe ich nun mein erstes Test-Foto mit der umgebauten Nikon D300. Jeder der daheim ein Ceran-Kochfeld hat weiß, dass diese Dinger fast schwarz sind und dass man die Heißspiralen nur sieht, wenn sie tief drinnen im Kochfeld rot aufglühen. Mit der umgebauten Nikon D300 kann man nun durch dieses “Glas” hindurchschauen. Und das Krasse ist, dass dies bereits bei ISO-800, Blende 2.8 und 1/30s funktioniert – also freihändig ganz ohne Stativ!
Schaltet man eines der Kochfelder für etwa 10s ein, so wird es im Bild wie im folgenden Fotos dargestellt. Die sich langsam erwärmende Heizspirale wird weiß abgebildet. Lässt man das Kochfeld eingeschaltet bis man mit bloßem Auge die Heizspirale sehen kann, so überstrahlt dieses eine Kochfeld im Testbild schnell das gesamte Foto. Die Nikon D300 kann also “Wärme” nach dem Umbau sehr gut differenzieren!
Hier nun das Kochfeld vorne links im Detail. Es war etwa 15s lang eingeschaltet und schon sehen wir, dass man mit sehr kurzen Belichtungszeiten arbeiten kann und dass die Wärmestrahlung zu weißen Bildbereichen führt während der Rest des Kochfeldes ist tiefer Dunkelheit versinkt.
Nun ein Test im Schneetreiben an der Bonner Museumsmeile mit ISO-200, 1/125s und Blende 5,6 ohne Stativ. Als Objektiv habe ich das Nikon AF-S 2.8/17-55 verwendet.
Das Bild zeigt überraschend viele feine Details und lässt für das Frühjahr auf schöne Landschaftsfotos mit der D300 hoffen. In der kalten Winterzeit sind Infrarotfotos meist relativ langweilig weil nur wenige Bildelemente wirklich warm sind. Blühen aber erst einmal die Pflanzen und produzieren die Blätter der Bäume wieder ordentlich viel Chlorophyll, so werden mit der umgebauten Nikon D300 Infrarotfotos wie dieses hier ganz einfach möglich sein und darauf freue ich mich jetzt schon ganz besonders
Nikon D800E – The Great Battle
Update:
In der ersten Version war ein fieser Pfeifton zu hören den ich leider nicht bemerkt habe, weil meine “alten Ohren” sehr hohe Frequenzen inzwischen leider nicht mehr wahrnehmen können
Wer sein Gehör testen will, der schaut/hört sich mal die erste Version an und konzentriert sich auf einen hohen Pfeifton. Wer diesen Ton wie ich nicht bemerkt, der hat wie ich eine ausgeprägte Hochtontaubheit. Daran kann man leider nicht wirklich etwas ändern. Frequenzen die ein “kaputtes Ohr” nicht mehr wahrnehmen kann, die kann man mit einem Hörgerät verstärken wie man will, hören wird man sie dadurch trotzdem nicht mehr. Für mich ist dies die traurige Erkenntnis dieser Woche
Um den Pfeifton weg zu bekommen habe ich an einer “stillen Stelle” ein “Noise-Sampling” aufgenommen und dies in den Noise-Filter von MAGIX Video Deluxe 2013 eingebunden. Zusätzlich habe ich über den Equalizer alle Frequenzen oberhalb von 10.000 Hertz um 12 dB abgesenkt.
Mein letztes Video habe ich aus einigen “Überbleibseln” des vorletzten Videos zusammengestellt, es war in gewisser Weise also eine Resteverwertung gewesen. Bei YouTube kam dann eine Beschwerde eines Zuschauers, der mangelnden Informationsgehalt bemängelt hat und in einem Kommentar dies hier geschrieben hat:
Akkordinator
Also ich mag deine Videos ja eigentlich wirklich sehr (vor allem die History-Serie) aber das war leider eher kein Vergleich. Bis auf die Serienbildgeschwindigkeit bist du hier ja auf vieles nicht eingegangen. Was vor allem wichtig wär wären z.B Auflösung, Bildrauschen, und auch im Zusammenhang mit der Serienbildgeschwindigkeit die AF-Geschwindigkeit uvm.
Diesen Kommentar habe ich mir zu Herzen genommen und für Euch ein Video erstellt in dem ich nun mein Augenmerk auf die Bildqualität meiner fünf Kandidaten gelenkt habe.
Gegen Ende des Videos habe ich mein “Testobjekt” mit allen Kameras fotografiert und jeweils das ISO-100 Foto auf eine Höhe von 1080 Pixeln verkleinert. Damit passt es ohne Skalierung auf einen “normalen” FULL HD-Fernseher (1920×10890 Pixel). Wer sich diese Bilder in aller Ruhe ganz genau anschauen möchte, für den habe ich sie hier nochmals verknüpft. Die Bilder habe ich nur vom RAW-Format in das JPG-Format konvertiert und dabei versucht Weißabgleich, Helligkeit und Kontraste so anzupassen, dass sie möglichst ähnlich aussehen. Mal ganz ehrlich, wenn es nicht darunter stehen würde, könntet Ihr erkennen welches Foto mit welcher Kamera aufgenommen wurde?
Lediglich bei den beiden Bildern aus der D800E und der D700 ist die Tiefenschärfe etwas geringer weil ich hier ein 60mm Macro statt eines 40er Macro-Objektives wie bei den DX-Kameras verwendet habe. Daran könnte man es vielleicht noch erkennen. Aber ansonsten das Foto aus der nun schon fast 8 Jahre alten D2x kaum vom Bild aus der fast noch nagelneuen D800E zu unterscheiden.
Fazit:
Wer eine Kamera sucht mit der er Fotos machen möchte um sie bei flickr & Co zu zeigen oder auch mal eine eBay Auktion zu illustrieren, der kann mit einer relativ einfachen preiswerten Kamera Fotos erstellen die sich von Fotos aus der D800E nicht unterscheiden lassen. Diese teureren neueren Kameras können ihre Stärken erst dann ausspielen wenn es um höhere ISO-Werte geht und richtig große hochwertige Fine-Art-Prints gemacht werden. Für den “normalen” Fotoalltag sind alle im Video gezeigten DX Kameras mehr als ausreichend. Hier sollte man sich nach seinen persönlichen Vorlieben richten. Soll die Kamera klein und leicht sein und auch filmen können, dann eine D7000. Wer nur fotografieren will und etwas sucht was voll fett und überaus robust ist, der nimmt eine D2x. Wer eine höhere Bildwiederholrate haben will, der nimmt eine D700 oder eine D300.
Alternativ kann man sich auch noch die neue D600 anschauen, die zum überschaubaren Preis auch praktisch alles kann. Und in einigen Wochen wird dann auch eine neue Nikon DX Kamera erscheinen die sowohl die D7000 als auch die D300s ersetzen wird.
Wem das alles noch zu teuer ist, der bekommt derzeit ganz preiswert eine neue Nikon D5100 und hat damit die gleiche Bildqualität wie bei der D7000. Wer unbedingt 24 Megapixel will und wenig Geld hat, der nimmt die nagelneue Nikon D5200. Das Leben kann so einfach sein
Hier nun die 1080er Fotos…
Für alle Leser die meine beiden vorherigen Videos noch nicht kennen habe ich sie hier nochmals verknüpft.
Teneriffa 2012 – Das große Video
Tagelang habe ich kopiert, geschoben, geschnitten und vertont. Endlich ist es fertig, mein Video zur Reise nach Teneriffa im Dezember 2012. Unendlich viel Material ist der digitalen Schere zum Opfer gefallen und dennoch hat das Video satte 37:40 Minuten. Es ist also wieder einmal ein ausführliches “Special Interest Video” geworden. Damit ist es nichts für den schnellen Konsum auf dem Handy in der Straßenbahn, ich hoffe ihr könnt Euch entspannt zurücklehnen und die Bilder dieser tollen Insel genießen.
Das Video ist zu wesentlichen Teilen mit der wirklich superguten Panasonic HC-X909 gefilmt. Zwischendurch habe ich immer mal wieder die Nikon D800E verwendet. Schaut mal genau hin, seht Ihr den Unterschied? Bei den Gorillas war der Akku der Panasonic am Ende und daher habe ich diese Sequenz mit der D800E und dem alt ehrwürdigen Nikon AF-D VR 80-400mm Telezoom gefilmt. Das Ding ist ein wenig sperrig, aber schafft man es richtig zu fokussieren, so kann man damit großartige Videosquenzen erstellen.
Die Panasonic HC-X909 gibt es aktuell bei amazon.de bereits für etwa 800,- Euro. Mein Exemplar hat noch 950,- Euro gekostet!
Geschnitten habe ich das Video mit Apple Final-Cut-Pro-X (FCPX). Die Musik habe ich mit Garageband erstellt, da gibt es eine Funktion “Magic-Song”. Damit kann man Vorlagen für Musikstücke für verschiedene Stilrichtungen erzeugen. Man kann zwischen jeweils 5-6 verschiedenen Instrumenten wechseln, dies separat für Melodie, Schlagzeug, Bass, erste Gitarre, zweite Gitarre, Klavier usw. Damit ergeben sich je Stilrichtung etwa 6x6x6x6x6 Variationen für einen Song, schon cool! Und man kann diese Vorlagen dann in Garage-Band oder sogar in Logic-Studio weiter bearbeiten. Das ist es was Apple von Microsoft so deutlich unterscheidet. Diese Software gibt es auf dem Mac kostenlos und sie ist genial. Bei Microsoft hat man traditionell eher die Geschäftsanwender im Fokus, denen würde man so herrlich kreative Software wohl niemals an die Hand geben. Sie würden nur noch im Büro sitzen mit Garageband Musik machen und mit iMovie YouTube-Vidoes schneiden
Damit ihr einen Eindruck von der Arbeit mit FCPX bekommt, habe ich hier ein paar Screenshots für Euch eingebunden. Im ersten Screenshot seht Ihr die komplette Timeline. Oben links sind einige importierte Clips zu sehen. Dort sieht man auch was verwendet wurde und was nicht. Oben rechts der Einstellungsbereich. Hier kann man Bild und Ton sehr weitreichend beeinflussen. Unten rechts sind die Übergänge zu sehen. Diese zieht man einfach per Drag & Drop zwischen zwei Clips und schon hat man einen Übergang. Anschließend kann man weitere Parameter einstellen.
Hier sehen wir jetzt oben rechts den Einstellbereich für die Farben. Ich habe fast nichts korrigiert weil die Kameras es meistens richtig machen. Aber wenn man doch einmal etwas korrigiert, dann kann man diese Einstellungen sehr einfach auf andere Clips übertragen, so dass sich ein homogenes Gesamtbild ergibt. Unten rechts sind die Optionen für den “Look” einzelner Clips zu sehen. Auch diese zieht man einfach per Drag & Drop auf den gewünschten Clip.
Zu guten Schluss noch der Präzisionseditor für den Video-Schnitt. Hier kann man wirklich sehr präzise auf der Ebene einzelner Bilder arbeiten. Rechts seht ihr den Bereich für die Titel-Vorlagen. Diese zieht man einfach dahin wo der Titel erscheinen soll. Man kann sie zwischen den Clips oder oberhalb der Clips einrasten. Sind sie oberhalb, so werden sie in den Clip eingeblendet. Durch Ziehen an den Enden und Schieben kann man Dauer und Position des Titels sehr einfach ändern. In der Vorschau macht man einen Doppelklick auf den Titel und kann dann dort den Text ändern. Zusätzlich hat jeder Titel einen Einstellbereich, dort kann man die Texte und weitere Einstellungen bearbeiten.
Über Verbesserungsvorschläge und konstruktive Kritik freue ich mich wie immer sehr. Ich wünsche Euch einen guten Start ins Jahr 2013, gutes Licht und viele schöne neue Filme
Nikon D600 – Weg mit dem Sensordreck
Erst seit wenigen Wochen ist die neue Nikon D600 auf dem Markt und schon beschweren sich die ersten User über Probleme mit Staubpartikeln auf dem Chip der Kamera. Seit etwa einer Woche geistert nun ein Video durch die Gemeinde das in einer Zeitraffersequenz zeigt, wie sich langsam aber sich mehr und mehr Staub auf dem Chip der Kamera niederschlägt. Bei einem Auto würde man sagen: “Ok, nach den ersten 10.000 Kilometern ist es eingefahren und braucht dann einen Ölwechsel damit der erste mechanische Abrieb ausgespült wird!” Das versteht jeder und niemand hat ein Problem damit seinen neuen Porsche nach ein paar Wochen mit frischem sauberen sauteuren Motoröl befüllen zu lassen. Bei einer Nikon ist man nicht so tolerant, da ist man eher frustriert.
Doch woher kommt all der Staub? Böse Stimmen haben ja schon gemutmaßt, dass es nach den vielen Katastrophen der letzten Monate und dem hohen Erfolgsdruck in den Nikon-Produktionsstätten etwas zu staubig sein könnte. Das glaube ich eher nicht. Ich kann mir gut vorstellen, dass es sich bei diesen Staubpartikeln um den ersten Abrieb der Spiegelmechanik handelt, auch eine Kamera muss man “einfahren” werden. Außerdem saugt praktisch jedes Objektiv fiesen Staub in das Innere eines DSLR-Kameragehäuses. Und bei jedem Objektiv-Wechsel kann neuer Staub eindringen. Dieser wird dann bei jedem Spiegelschlag immer wieder aufgewirbelt. Besonderes bei Zeitraffersequenzen mit vielen Einzelbildern ein großes Problem. Noch größer wird dieses Problem wenn die Einzelbilder bei wenig Licht aufgenommen werden und der Verschluss relativ lange Zeit geöffnet bleibt. Dann ist bereits nach kurzer Zeit Staub auf dem Sensor einer jeden digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR) vorprogrammiert. Das war vor 10 Jahren bei meiner Nikon D100 so, das Problem hat sich über D1x, D2x und D300 bis zur D800E fortgesetzt. Auch die Kameras meiner Bekannten und Freude hatten schon oft mit diesem Problem zu kämpfen. In meinem Leben habe ich schon viele Chips vom lästigen Staub befreit und muss feststellen, das ist keine Raketenwissenschaft! Ein Unglück hat es dabei noch nicht gegeben, der Vorgang ist manchmal lediglich etwas zeitraubend weil man häufige mehrere Anläufe benötigt bis das Ergebnis zufriedenstellend ist.
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass meine fast nagelneue Nikon D800E bereits nach etwa 200 Auslösungen gereinigt werden musste und dass jetzt etwa 2000 Bilder später der Chip schon wieder eingestaubt ist! Man könnte sagen: “Wohl dem, der in der Lage ist den Chip seiner Kamera professionell selbst zu reinigen”.
Wie man den Chip in seiner Kamera richtig säubert habe ich in diesen beiden Videos gezeigt:
Also keine Sorge, das ist kein Einzelschicksal von Besitzern einer Nikon D600 bei einer Canon, Sony oder Olympus gibt es die gleichen Sorgen. Statt zu fluchen sollte man sich ein Reinigungsset bestellen und sich damit abfinden, dass der Staub der sich früher auf Dias und Negativen niederschlug genetisch mutiert ist und sich nun bevorzugt auf CMOS-Sensoren absetzt. Das Leben ist manchmal sehr ungerecht
Hier habe ich noch einige Zeitraffersequenzen die ich mit meiner Nikon D7000 erstellt habe. Auch diese Kamera kann den Chip mit Ultraschall schütteln und die Werbung verspricht, dass man damit allem Staub den Garaus machen kann. Wer sich das Video genau anschaut, der sieht mitten drin einen fiesen großen dunklen Fleck. Das ist “Zeitraffer-Sensordreck” – möglicherweise ist dieser hier sogar genetisch mutiert!!
Nikon D800 – Eine Wertanlage?
Zugegeben, der Titel dieses Artikels hat das Niveau der “Bild-Zeitung”. Eine moderne digitale Spiegelreflexkamera kann NIEMALS eine wirkliche Wertanlage sein, das ist klar oder? Bei einzelnen historischen Fotogeräten mag das funktionieren, aber dazu müsste es eine Nikon F sein die von der NASA mit ins Weltall genommen wurde und die man inklusive eines Zertifikats über diesen Einsatz erworben hat. Das war es dann aber auch schon, jede andere “normale” Nikon-Kamera wird langfristig im Wert fallen. Leser die eine Canon besitzen werden sich jetzt die Hände reiben, aber auch hier gibt es “Bad News” - bei Canon, Sony, Olympus & Co, ist es leider ganz genauso.
Doch wenn die Kameras schon keine Wertanlage darstellen, so kann man vielleicht vom Preisverlauf der Kameras profitieren und sein ganz persönliches Exemplar zum richtigen Zeitpunkt kaufen und so ein wenig Geld sparen? Wie bei Problemen mit Potenz und Inkontinenz hält auch hier, das Internet hält alle notwendigen Informationen bereit. Eine diesbezüglich recht interessante Ressource ist http://www.nikonpricewatch.com.
Schaut man sich dort nach Kameras um die schon eine Weile am Markt sind, so gibt es bei einigen Modellen sehr interessante Charts welche die Preisentwicklung der Kameras während der letzten Jahre widerspiegeln. Schauen wir uns doch mal die Nikon D3x an. Noch vor zwei Jahren war sie das heißeste Eisen dass man sich als Nikon Fan wünschen konnte. Die deutsche Preisempfehlung lag bei 7.500 Euro und in den USA wurde sie zu einem Äquivalent von etwa 7.500$ angeboten.
Dann kam im März 2011 der Tsunami nach Japan und führte zur Reaktorkatastrophe in Fukushima. Die Produktion hochwertiger Spiegelreflexkameras aus Japan kam zum Erliegen. Weltweit stiegen die Preise und die Nachfrage nach der D3x als Topmodell im Nikon-Programm stieg ebenfalls. Mit der Nachfrage stieg auch der Preis. Aber nur für einen Zeitraum von etwa 12 Monaten. Kaum waren Fukushima und die anschließende Hochwasser-Katastrophe in Thailand überwunden, da kündigte Nikon im Februar 2012 die D800 sowie die D800E an. Der Preis der D3x fiel sofort um einige hundert Dollar. Doch dann musste man feststellen, dass es viele Monate dauern würde bis diese neuen Top-Kameras wirklich lieferbar sein würden. Der Preis stieg sofort wieder an. Im Juli 2012 war Nikon dann in der Lage die weltweite Nachfrage zu befriedigen und prompt ging der Preis der D3x in den Keller. Aktuell kann man sie noch neu kaufen und wird kaum mehr als 5.000 Euro dafür bezahlen müssen. Warten wir noch 2-3 Jahre ab und auch die D3x gehört zum alten Eisen. So wie ihre Vorgängerin die D2x und deren Vorgängerin die D1x…
Werfen wir einen Blick auf den Preisverlauf der Nikon D700. Diese Kamera wurde anfangs zum Preis von etwa 3.000$ bzw. 3.000€ angeboten. Kurz nach der Ankündigung zahlten ungeduldige wohlhabende Amateure kurzzeitig sogar noch ein paar hundert Euro zusätzlich um sich frühzeitig als Besitzer dieser neuen Kamera rühmen zu können. Ich erinnere mich noch sehr gut wie ich damals in den USA unterwegs war und von einigen Amateuren mit meiner D2x und der D300 belächelt wurde. Krass waren zwei Typen aus Südafrika die eigentlich zur Photokina nach Deutschland wollten und einen kleinen Umweg über Las Vegas in Kauf genommen haben um eine Nikon D3 inkl. 14-24, 24-70 und 70-200 einzukaufen. Wie die D700 war die D3 damals noch ein wirklich heißes Eisen!
Hier warten die beiden zwischen ihren teuren neuen Kameras auf den Sonnenuntergang an der Second Wave.
Doch dann fiel auch hier der Preis der D700. Während der langen Zeit des Wartens auf den Nachfolger hielt er sich erstaunlich gut bei ca. 2.000 Euro. Nach der Serie von Katastrophen in Japan stieg er sogar wieder an. Kaum war im März 2012 die D800 angekündigt, fiel der Preis der D700 gleich um mehrere hundert Euro.
Wie war der Preisverlauf bei der “kleinen” Nikon D7000? Schauen wir doch mal genauer hin. Anfangs lag diese Kamera relativ lange und relativ stabil bei der Nikon Preisempfehlung. Die Nachfrage war groß, schließlich war die Kamera deutlich preiswerter als eine D3s und lieferte eine höhere Auflösung. Das waren die Argumente die bei den Kunden zählten. Im August 2012 wurde dann klar, dass die D7000 eingestellt wird und der Preis fiel prompt von 1.500$ auf etwa 1.000$. Aktuell ist deine neue Nikon D7000 in Deutschland schon ab ca. 750 Euro erhältlich.
Eine Kamera ist also niemals eine Wertanlage. Aber lohnt es sich im Gegenzug zu warten bis der Preis gefallen ist? Auf diese Frage gibt es keine wirkliche Antwort. Fällt der Preis so ist ein Nachfolger in Sichtweite und sobald dieser lieferbar ist fällt der Preis noch weiter. Man muss sich selbst fragen was man will. Ist man charakterlich gefestigt oder braucht man einen “Ego-Verstärker” in Form einer 6.000 Euro teuren Nikon D4? Die Nikon D7000 wird in den Händen der meisten Amateure die gleichen Ergebnisse erzielen, kostet aber nur einen Bruchteil einer D4. Soll man warten bis die D7100 lieferbar ist, oder soll man jetzt eine D7000 kaufen und damit einfach viele schöne Fotos machen?
Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich selbst war während der vergangenen Jahre oft sehr ungeduldig und habe die D2x ganz kurz nach der Vorstellung zu einem horrenden Neupreis erworben. Heute ist sie ein Stückchen Alteisen, aber fotografieren kann man damit noch so gut wie am ersten Tag. Heute bereue ich meine Ungeduld aber ich habe auch draus gelernt. Nur weil man eine neue Kamera hat macht man nicht automatisch bessere Fotos. Wenn ich heute bestaunt werden möchte und die “Zuschauer” denken sollen ich seit der super Profi, dann ziehe ich mit einer alten Hasselblad in den “Krieg der Eitelkeiten”. Wenn ich Kontakt zu lustigen Leuten suche, dann packe ich meine alte zweiäugige Rolleiflex 3.5f ein, mit keiner anderen Kamera lernt man schneller andere Menschen kennen.
Wenn ich einfach nur fotografieren will, dann packe ich ein was mir gerade in die Hände fällt. Da ist es egal ob es eine D2x, D700, D7000 oder D800E ist. Alle diese Kameras sind nur Werkzeuge und das Foto macht immer noch der Fotograf.
Wem seine Bildergebnisse wichtiger sind als die neidischen Blicke anderer, der sollte mit kühlem Kopf überlegen welche Fotos er machen will und mit welcher Kamera sich das realisieren lässt. Schnell wird man dann einsehen, dass man dafür keine Nikon D4x oder ein sonstiges teures Fotogerät braucht. Kreativität und Können kann man nicht kaufen, das muss man mühsam selbst entwickeln. Und dabei ist es letztlich egal mit welcher Kamera man das tut. Einige der besten Fotos aller Zeiten wurden mit einer Polaroid SX-70 geschossen. Und ein Andreas Gursky würde ein Foto das für mehrere Millionen Euro verkauft wird ganz sicher nicht mit einer Nikon D4 aufnehmen.
Letztlich kommt es immer auf das Ergebnis an. Und wenn das Ergebnis nicht im Mittelpunkt steht, dann sollte der Weg das Ziel sein. Wer also nur Spaß an der Fotografie haben will und von den Ergebnissen nicht leben muss, der ist mit einer preiswerte Ausrüstung sehr gut bedient. Kann er doch das gesparte Geld nutzen um die eine oder andere wunderbare Reise zu unternehmen.
Wer von den Ergebnissen seiner Fotos leben muss, der ist meist ein armes Schwein. Zu wenig sind gute Fotos heute noch wert und zu kurz ist die Verweildauer der Augen der Betrachter auch bei herausragenden Arbeiten. Auch hier funktionieren die Regeln von Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage nach Bildmaterial ist während der letzten Jahre enorm gestiegen. Aber im Gegenzug macht heute fast jedes Smartphone Fotos die annähernd auf dem Niveau sind, das Fotografen im Jahr 1964 mit einer Nikon F erreichen konnten. Doch werden sie auch in ähnlicher Weise wie die Arbeiten eines Robert Capa gewürdigt? An den Fotos dieser Welt verdienen derzeit weniger die Fotografen als vielmehr die Unternehmen die mit diesem Bildmaterial handeln.
Fazit
Richtig schlechte Kameras gibt es heute nicht mehr. Alle Modelle haben vor und Nachteile, tolle Bilder kann man mit Kameras schießen die weniger als 500 Euro kosten. Wer mehr Geld für eine Kamera ausgibt sollte Kosten und Nutzen genau abwägen. Ich rate dazu im Zweifel lieber einen einfacheren Kamera-Body zu kaufen und das gesparte Geld in sinnvolles Zubehör und gute Objektive zu investieren.
Hier habe ich noch ein Foto das ich 2009 in Norwegen mit meiner Rolleiflex 3.5f Baujahr 1960 auf Fuji Velvia 50 aufgenommen habe. Rein qualitativ kann sich das große “Original” auch heute noch mit einem RAW-Bild aus der Nikon D800E messen. Allerdings muss man es dann auch mit einem Trommelscanner digitalisieren
(Anklicken für 1000×1000 Pixel Auflösung)
Nikon D800E – At Low Light
Heute habe ich mein erstes Video für Euch. Es ist bereits vor einigen Wochen an einem schönen Sommerabend spät abends südlich von Mainz entstanden. Alle Videosequenzen habe ich mit einem Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm aufgenommen. Die D800E stand dabei auf einem kleinen leichten Manfrotto-Stativ. Beim Starten und Stoppen der Aufzeichnung hat dieses kleine leichte Ding ordentlich gewackelt, daher musste ich bei jeder Sequenz einige Sekunden an Anfang und Ende wegschneiden. Die letzten Szenen sind teilweise voll in die Sonne “geschossen”. Hier habe ich den Belichtungsmesser krass korrigiert, teilweise um -3.0 EV. So wurden die Wolken schön dramatisch dunkel und die Sonne ist noch halbwegs ordentlich konturiert.
Von der Qualität des Videos bin ich begeistert. Die D800E hat teilweise mit ISO 1600 gearbeitet und dennoch sieht das Ergebnis wirklich gut aus.
Warum ISO1600, das mag sich jetzt der eine oder andere fragen. Der Typ hat doch ein Stativ benutzt, da kann er doch auch ISO100 einstellen?? Die Lösung dieses kleinen Technikrätsels ist ebenso einfach wie einleuchtend. Fotografiert man mit der D800E und hat ein Stativ, so kann man praktisch immer mit ISO 100 arbeiten und hat so einfach die beste erzielbare Qualität. Filmt man jedoch mit der D800E, so liegen die Dinge etwas anders! Hier müssen zwischen 24 und 30 Bilder je Sekunde aufgezeichnet werden. Da wird klar, dass die kürzeste Belichtungszeit eben 1/30s sein muss. Hat man zu wenig Licht um bei 1/30s noch ein brauchbares Bild zu erhalten, so muss man die Empfindlichkeit des Chips erhöhen, sprich das gelieferte Signal kräftig verstärken. Eine andere Wahl hat man leider nicht. Und genau das ist das Problem mit dem Kameras zu kämpfen haben, die im Gegensatz zur D800E nur einen winzig kleinen Chip verwenden. Filmt man beispielsweise mit einem Handy im letzten Abendlicht, so kann man sich drehen und wenden wie man will, das Ergebnis wird immer nach einem Handy-Video aussehen.
Die Nikon D7000 liefert bei wenig Licht schon recht brauchbare Ergebnisse. Wer mag kann sich einige meiner letzten Unboxings auf meinem YouTube-Kanal anschauen. Sie sind zum Großteil mit einer D7000 bei normalem Lampenlicht aufgenommen.
Im direkten Vergleich setzt die D800E hier nochmals “kräftig einen oben drauf”. In der Werbung heißt es, die D800 würde Videos in “Broadcast Quality” liefern und ich weiß nun, das ist nicht gelogen! Wer ganz krass drauf ist, der kann sogar den unkomprimierten Video-Stream am seitlichen HDMI-Ausgang abgreifen und versuchen die Datensintfluten irgendwie aufzuzeichnen. Inzwischen gibt es dafür Lösungen die mit pfeilschnellen SSD-”Festplattten” arbeiten. Diese Dinger kosten allerdings etwa 1 Euro je Gigabyte. Will man damit etwa 10 Minuten Full-HD Video in unkomprimierter Form aufzeichnen, so sind das etwa 256 Gigabyte. Die anfallenden Kosten wären damit bei 256 Euro, das sind etwa 25 Euro je Minute Videofilm!
Angesichts dieser kleinen Schätzung ist man dann doch froh, dass die D800E den “Video-Wahnsinn” serienmäßig und ohne weiteres Zutun in komprimierter Form auf einer billigen SDHC-Karte zu speichern vermag.
Letztlich bleibt die unkomprimierte Speicherung derzeit etwas für die absoluten Profis. Wer mit der D800 einen professionellen Videofilm, vielleicht einen Werbespot oder ein Musikvideo produzieren möchte, der wird vielleicht eine unkomprimierte Speicherung erwägen. “Normale” Menschen werden mit dem serienmäßigen Ergebnis aber sehr zufrieden sein.
Für alle die es noch nicht kennen habe ich hier mein Unboxing zur Nikon D800E, das ich mit einer Panasonic HC-X909 aufgezeichnet habe.
Hier ein Tutorial das ich mit der D7000 aufgenommen habe.
Zum Vergleich hier eine ähnliche Lichtsituation und ein Video aus einer Nikon P7100 deren Chip etwa 25% der Fläche des Chips der Nikon D800 misst. Die Bildqualität ist sichtbar schlechter!
Nikon D800E – Dias kopieren mit Nikon ES-1
Bereits vor einigen Monaten habe ich Euch in diesem Artikel “Nikon D7000 mit Slide Copying Adapter ES-1” gezeigt, wie man mit der Nikon D7000, dem AF-S 2.8/40mm Micro Nikkor in Verbindung mit dem Nikon ES-1 Dias abfotografieren kann. Aufgrund der vielen Anfragen könnte man den Eindruck gewinnen, das einige unter Euch trotz des übermächtigen “Digitalbooms” noch immer analog fotografieren. Andere haben sicherlich noch viele analoge Schätze in ihren Archiven. Dieses Material zu digitalisieren kann extrem zeitaufwändig sein. Verwendet man beispielsweise einen Nikon Coolscan V ED so benötigt ein wirklich guter Scan schon mal 15 Minuten und mehr. Das liegt nicht daran, dass der Scanner so langsam wäre. Für ein perfektes Ergebnis sind oft mehrere Testscans notwendig. Inklusive der praktisch immer notwendigen Nachbearbeitung kann man mit dem Scannen seiner Bilder schnell mehrere Wintermonate verbringen.
Aber das muss nicht sein, bewaffnet mit dem Nikon ES-1 und einer großen Dose Druckluft bekommt man einen 36er Film in ca. 30 Minuten abgelichtet. Inklusive einiger Nacharbeiten ist man damit deutlich schneller als mit einem Scanner. Und die Resultate können sich durchaus sehen lassen. Mit der D7000 und dem AF-S 2.8/40mm Macho Objektiv kann man im Live-View sehr schön das Dia perfekt ausrichten und dann mit voller Autofokusunterstützung ablichten.
Heute wollen wir mal schauen ob die Nikon D800E gegenüber der D7000 noch einen Vorteil bringt. Die Frage ist, ob die D800E noch mehr Details aus den Dias herauszuholen vermag.
Für meinen Test habe ich das geniale Micro Nikkor AiS 2.8/55mm nebst zugehörigem Zwischenring an die D800E montiert. In das 52mm Filtergewinde passt perfekt der Nikon ES-1 Slide-Copying Adapter. Beim Versuch mit dem AF-S 2.8/40mm fällt auf, dass dieses Objektiv für den kleineren Bildkreis der D7000 gerechnet ist und das Dia zwar scharf und vollständig auf dem Chip der D800E abbildet, aber eben nur auf etwa der halben Fläche des Chips. Damit hat das Ergebnis etwa die gleiche Auflösung wie bei der D7000. Es ist also keine optimale Kombination.
Gern hätte ich es mal mit dem sauguten AF-D 2.8/60mm versucht, aber dieses Objektiv hat ein 62mm Filtergewinde. Hier passt der ES-1 daher nur mit einem Filteradapter (den ich leider nicht habe).
Aber das 2.8/55mm macht auch mit dem ES-1 eine gute Figur. Um den perfekten Fokuspunkt zu finden, wählt man Blende 2.8 und bringt die D800E in den Live-View-Modus. Dann fokusiert man grob vor, wählt den Ausschnitt indem man den ES-1 hin und her schiebt. Man fokussiert nach, optimiert den Ausschnitt, schiebt, fokussiert usw. Passt der Ausschnitt betätigt man den + Knopf und zoomt in das Live-View-Bild hinein. Möglichst an einer Stelle mit vielen Details. Hier kann man nun die Fokussierung optimieren. Anschließend wählt man bei ISO-100, mit Zeitautomatik Blende 8 oder 11 und hält die Kamera vor eine gleichmäßig ausgeleuchtete Lichtquelle. Klickt und schon ist man (fast) fertig…
Beim Wechseln der Dias muss man neu fokussieren, denn meist verschiebt man den Tubus des ES-1 ungewollt ein wenig, schließlich sitzen die Dias ziemlich stramm. Nach den ersten Testbildern habe ich auch festgestellt, dass der Tonwertumfang der Dias oft bedenklich groß ist. Hier die geeignete Belichtung zu finden ist gar nicht so einfach. Um es mir leichter zu machen habe ich jeweils eine 3-fach Belichtungsreihe mit 1.0 EV Unterschied aufgenommen. Später bei der RAW-Konvertierung kann man sich dann das Bild mit der am besten geeigneten Belichtung aussuchen. Manchmal bietet es sich sogar an ein HDR zu erstellen. Das ist zwar sehr zeitaufwändig, aber so kann man das was in den guten alten Dias “steckt” wirklich perfekt herausarbeiten.
Hier habe ich nun ein Testbild für Euch. Dieses Bild habe ich im Jahr 2005 im Tierpark Hagenbeck mit einer Nikon F100 und dem Nikon AF-D VR 80-400mm Objektiv auf Kodak Extra-Color 100 aufgenommen. Dieses Teleobjektiv ist zwar leicht, kompakt und preiswert, ist allerdings bei der Abbildungsqualität eher durchschnittlich. Verkleinert man das riesige Bild aus der D800E nach der RAW-Konvertierung auf 1000 Pixel (lange Seite) so wirkt das Ergebnis scharf und detailreich. (Anklicken für 1000er Auflösung!)
Doch schauen wir nun ob die hohe Auflösung der D800E uns echte Vorteile bringt…
Hier habe ich einen 1:1 Ausschnitt bei einer Auflösung von 36 Mega-Pixeln. Das Filmkorn wird hier recht gut abgebildet, aber das Ergebnis ist insgesamt eher mäßig.
Nun schauen wir mal wie ein 1:1 Ausschnitt bei 24 Mega-Pixeln aussehen würde.
Nun eine Variante die auf 12 Mega-Pixel verkleinert ist.
Und jetzt eine Version die auf lediglich 6 Mega-Pixel eingeschrumpft ist…
Schaut man sich diese Ergebnisse an so kommt man schnell zur Einsicht, dass die D800E hier einfach “too much” ist. Sie liefert riesige Bilddateien, aber im Dia steckt gar nicht das drin was die Kamera herausholen könnte. Letztlich wäre man mit einem “Scan” aus einer Nikon D70 aus dem Jahre 2004 auch gut bedient. Dieses Kamera löst zwar nur 6 Mega-Pixel auf, aber mehr steckt eben in dieser Vorlage nicht wirklich drin. Mit etwas Finetuning bei der Fokussierung usw. ließe sich vielleicht noch etwas mehr erreichen. Und ein Nikon Coolscan V ED würde vielleicht noch ein klein wenig mehr aus der Vorlage heraus kitzeln. Aber wenn wir ganz ehrlich sind, dann bringt das alles nicht wirklich viel und der Aufwand ist unverhältnismäßig groß.
Mein Fazit
Ja, es geht, aber es ist nicht wirklich sinnvoll! Der Speicherplatzbedarf der “Scans” ist gewaltig. Und in den Bildern ist einfach eine Menge “Luft”. Hat man ein wirklich perfektes Diapositiv, so reichen eine Nikon D2x oder eine noch viel preiswertere Nikon D60 für die Digitalisierung völlig aus. Bildinhalt die in einer Vorlage nicht enthalten sind, lassen sich auch mit einer Nikon D800E nicht “erkaufen”. Nicht zuletzt ist das Handling ohne Autofokus wirklich unpraktisch. Ich werde meine Dias künftig mit der D2x abfotografieren. Sie hat (ähnlich der D800E) ein sehr gemäßigt arbeitendes Tiefpassfilter und zeigt für eine Kamera mit “nur” 12 Mega-Pixeln außergewöhnlich viele Details. In Verbindung mit dem AF-S 2.8/40mm und dem ES-1 wird die D2x sinnvolle Resultate liefern.
Für alle “Pixelpeeper” habe ich hier noch einen unbearbeiteten “Scan” im JPG-Format aus der D800E in Originalgröße abgelegt. Einfach hier klicken. (Achtung: 19,3 MB)
Wer Fragen hat oder weitere Beispielfotos sehen möchte, der kann einfach die Kommentarfunktion verwenden.
Zu kaufen gibt es dieses preiswerte und wirklich nützliche Zubehörteil beispielsweise hier.
Nikon D800E – Available Light mit AF-S 1.4/50mm
Unter dem Begriff “Available Light” versteht man das Fotografieren bei vorhandenem Licht. Ein dezenter Aufhellblitz kann schon mal sein, ist aber eher verpönt. Hartgesottene “Available Light Fotografen” lieben diese Spielart der Fotografie und sind stets auf der Suche nach interessanten vorhandenen Lichtsituationen. Ein korrekter Weißabgleich ist hier oft weniger wichtig. Besonders bei der Fotografie bei Kerzen- und Glühlampenlicht neigen viele Fotografen zu einem eher warmen Weißabgleich. Wer die jeweilige Lichtsituation so präzise wie möglich festhalten möchte, der sollte ggfs. auf den X-Rite Colorchecker Passport zurückgreifen. Wie man dieses Tool verwendet habe ich in diesem Artikel beschrieben.
Um bei vorhandenem, meist schwachem Licht, noch brauchbare Ergebnisse zu erzielen, sind lichtstarke Objektive und hohe ISO-Werte sehr wichtig – sofern man kein Stativ verwenden möchte. Lichtstarke Objektive bieten in der Regel ein schönes weiches Bokeh (Hintergrundunschärfe) und laden damit dazu ein, gezielt mit dieser Hintergrundunschärfe zu spielen.
Geht all das mit der Nikon D800E und dem AF-S 1.4/50mm? Die Pixel des Chips dieser Kamera sind deutlich kleiner als beispielsweise bei der Nikon D4. Im Gegensatz zur D4 sind die D800 bzw. die D800E keine “ISO-Monster”. Doch wie krass sind die Probleme wirklich und lässt sich das Nikon AF-S VR 1.4/50mm sinnvoll bei offener Blende einsetzen? Na schauen wir mal – Alle Bilder sind wie immer 1000 Pixel breit oder hoch. Wer will, klickt sie einfach an oder öffnet sie in einem neuen Reiter. Die Ausschnittsvergrößerungen können nicht vergrößert werden, sie sind 590×590 Pixel groß und zeigen bis auf eine Ausnahme einen 100% Ausschnitt.
Die folgenden Bilder habe ich am 1. September auf dem Mainzer Weinmarkt aufgenommen. Getreu dem Motto “Weniger ist mehr” habe ich ausschließlich die D800E ohne Batteriegriff mit dem Nikon AF-S 1.4/50mm verwendet.
Beginnen wir mit dem Spiel mit der Vorder- bzw. Hintergrundunschärfe. Die beiden folgenden Fotos sind bei ISO-200, 1/30s und Blende 2.8 aufgenommen. Beide Bilder sind detailreich und scharf, die Vignettierung des Objektivs ist gering und lässt sich im Rahmen der RAW-Konvertierung sehr einfach korrigieren. Man beachte die Mutter mit ihren beiden Kids im Vordergrund.
In der zweiten Version dieser Aufnahme habe ich im Modus “AF-S” auf die drei Zuschauer fokussiert, den Auslöser festgehalten, den Ausschnitt verändert und dann die Kamera ausgelöst. Nun ist die Band unscharf abgebildet und die drei Zuschauer heben sich sehr schön ab. Das Bokeh ist größtenteils “ok”, aber besonders im Bereich der gelben Scheinwerfer ziemlich unansehnlich. Aber, bereits bei Blende 2.8 ist sogar bei diesen recht großen Distanzen eine gezielte Bildgestaltung durch die geeignete Wahl von Blende und Fokussierung möglich, sehr schön!
Ist man näher an seinem Motiv, so wird es schon schwierig wie hier bei Blende 1.8 im Profil beide Augen scharf abzubilden. Die Hintergrundunschärfe lässt jedoch bei Blende 1.8 und einer Entfernung zum Motiv von etwa einem Meter kaum Wünsche offen.
Schauen wir uns die Auflösung von Details, das Bokeh und das Rauschen bei ISO-400 und Blende 1.8 mal genauer an. Hier das verkleinerte Bild mit “Original-Ausschnitt”.
Hier jetzt ein 100% Ausschnitt. Es ist bereits ganz leichtes Bildrauschen erkennbar, aber wirklich störend ist es nicht. Angesichts der Belichtungszeit von 1/80s geht auch die Anzahl der Details in Ordnung. Achtet man auf die hellen Lichter im Bildhintergrund, so sind diese noch schön rund. Ecken – bedingt durch die einzelnen Blendenlamellen sind nicht erkennbar, das sieht wirklich sehr schön aus.
Hier habe ich ein weiteres Beispiel für das Spiel mit der offenen Blende. Diesmal haben wir Blende 1.8, ISO-400 und 1/20s. Auf den ersten Blick ist die rechte Kugel aus dem “Viererpack” des Bildzentrums sehr schön scharf abgebildet.
Schauen wir es uns genauer an. Hier ist das Bildrauschen ebenfalls ganz leicht erkennbar.
Hier habe ich das Bild nun auf die Dimensionen der Nikon D4 verkleinert. Das Bildrauschen ist nun kaum noch sichtbar.
Machen wir einen weiteren Test bei ISO-1600. Die D800/D800E lädt im Live-View-Modus geradezu dazu ein sie hoch über die Köpfe der anderen Zuschauer zu halten. Der Autofokus ist nun etwas langsam aber er funktioniert aufgrund der hohen Lichtstärke des Objektivs auch bei wenig Licht noch wirklich gut. Sehr schön hier auch die Vordergrundunschärfe.
Nun ein 100% Ausschnitt bei ISO-1600. Im Bild ist leichtes Bildrauschen deutlich erkennbar. Aber abgesehen von den extrem hellen Bildbereichen ist das Ergebnis scharf und ok. Man beachte hier besonders die Saiten der Bassgitarre im Bereich der Tonabnehmer! Würde man auch dieses Bild auf das Format der D4 verkleinern, so wäre das Bildrauschen sichtbar geringer und das Ergebnis noch mehr als brauchbar.
Hier nun ein freihändiger “Schuss” bei 1/8s und ISO-1600. Das Ergebnis ist ok, aber schaut man es im Detail an, so erkennt man schnell, dass ein Stativ oder eine noch höhere ISO-Einstellung mit fortschreitender Dunkelheit angesagt wäre.
Hier jetzt ein Bild mit 1/400s bei ISO-1600 und Blende 2.0. Das Ergebnis ist auf den ersten Blick scharf und detailreich und selbst mit den extremen Kontrasten der Lichterkette kommen die D800E und das AF-S 1.4/50mm sehr gut zurecht!
Hier jetzt ein 100% Ausschnitt. Ganz deutlich ist die Struktur des Druckes auf der Kunststofffahne erkennbar. Dieses Bild zeigt wie wichtig kurze Belichtungszeiten sind! Wer das perfekte scharfe Bild sucht, der sollte bei der D800E sehr auf kurze Belichtungszeiten achten oder eben ein Stativ verwenden!
Bei vielen Fotografen gehören Zoom-Objektive mit teilweise sehr großem Zoombereich zur “Grundausstattung”. Meist werden diese Objektive nur nach der Größe des Zoombereichs beurteilt, je mehr, desto besser! Doch es ist ein Irrglaube, dass ein Objektiv mit einem Zoombereich von 18-300mm das perfekte Objektiv ist! Diese Dinger sind meist nur nicht viel mehr als ein “fauler Kompromiss” – zumindest an der D800E. Und gerade bei der Fotografie bei vorhandenem Licht spielen qualitativ sehr hochwertige Festbrennweiten ihr ganzes Können aus!
Schauen wir uns mal diesen Schnappschuss an. Während wir auf unsere Kartoffelpuffer warteten, fiel mit diese Frau auf die trotz aller Hektik zu jedem Kunden sehr freundlich war und ihren sicher nicht besonders angenehmen Job höchst professionell ausgeübt hat.
Hier nun ein sehr starker Ausschnitt bei ISO-800, Blende 2.8 und 1/400s. Das Bild ist nicht großartig aufbereitet, einfach nur Ausschnitt aus einem konvertierten RAW-Bild. Die Vordergrund- und Hintergrundunschärfe sieht sehr gut aus, die Dame ist scharf abgebildet und hebt sich sehr schön aus der umgebenden Szenerie heraus. So sollte es sein und das geht mit dem AF-S 1.4/50mm wirklich gut!
Hier habe ich nun den Fokuspunkt auf die rechte Hand des Koches gelegt. Die Kartoffelreste an seiner Hand sind perfekt scharf abgebildet. Der Schärfeverlauf der Kartoffelpuffer lenkt das Auge auf die Hand und die Gabel. Hier wird durch die Wahl der Blende eine Bildsituation erreicht, die das Auge des Betrachters sofort dorthin lenkt wo der Fotograf es haben möchte!
Jetzt noch ein Portrait bei ISO-800, Blende 2.8 und 1/200 Sekunde. Das breite Grinsen meines Freundes Hermann ist scharf und detailreich abgebildet. Meine Freundin Sandra stand direkt neben ihm und ihr Gesicht verschwimmt bereits so stark, dass auch hier der Blick des Betrachters auf das “Hauptmotiv” gelenkt wird.
Zum Abschluss noch ein 100% Ausschnitt. Obwohl wir durch ein Brillenglas schauen sind die Wimpern klar und deutlich erkennbar. Mehr kann man sich eigentlich nicht wünschen.
Ich hoffe dieser Artikel hat Euch gefallen. Wer noch Fragen oder Anmerkungen hat kann mir jederzeit gern einen entsprechenden Kommentar hinterlassen oder eine E-Mail schreiben.
Nikon D800E – Sportfotografie mit AF-S VR 70-200mm
Heute habe ich für Euch eine Reihe von Fotos die ich vor zwei Wochen bei einem Reitturnier in Ebersheim bei Mainz aufgenommen habe. (Alle Bilder sind 1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken)
Meine Ausrüstung habe ich an diesem Tag ganz bewusst reduziert und ausschließlich eine D800E und das Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm verwendet. Kein Teleconverter, kein Stativ, keine Supertele, keinen doppelten Boden! Ich wollte sehen wie sich die D800E im Vergleich zur heiß geliebten Nikon D700 mit MB-D10 und großem EN-EL4 Akku schlägt. Ich wollte den neuen 3D Autofokus testen und schauen wie praxistauglich das recht kurze 70-200mm Telezoom bei der Sportfotografie ist.
Bildfrequenz
Verwendet man den großen Akku EN-EL4 Akku in der D700 in Verbindung mit einer schnellen Speicherkarte, so ist diese Kamera schon ziemlich flott. Geschlagen geben muss sie sich eigentlich nur gegenüber der D3s und der neuen Nikon D4. Mit ihren 4 Bildern/Sekunde ist die D800E im Vergleich eher ein “lahmer Esel” als ein “Rennpferd”. Aber vielleicht ist es ja möglich auch mit “nur” vier Bildern pro Sekunde einige packende Momente einzufangen die für den Reitsport so typisch sind? Nach der Sichtung der Bilder muss ich sagen, dass ich mir durchweg mehr “Speed” gewünscht hätte. Bei Sportarten wie Fußball, Hockey und so weiter sind Spielverlauf und Spielzüge kaum vorhersehbar. Fotografiert man hingegen beim Dressur- oder Springreiten, so versuchen sich alle Sportler am gleichen Parcours. Beobachtet man einige Durchläufe ganz genau, so findet man schnell gute Aufnahmepositionen und weiß an welchen Stellen des “Programms” sich die dramatischen Situationen ergeben werden. Auch kommt man beim Springreiten in der Regel recht nah an die Sportler heran und das 70-200 ist damit keine schlechte Wahl. Ok, es könnte ein wenig “mehr” sein, aber angesichts der enormen Auflösung der D800E sind Ausschnittsvergrößerungen kein großes Problem. Selbst wenn nur 50% den ursprünglichen Bildes verbleiben, so hat man noch die 18 Megapixel einer Nikon D4. Doch was man nicht hat sind die Reserven für die “ungeplanten Momente”. Ein Pferd verweigert vor einer Hürde, den Reiter hebt es aus dem Sattel und er ist kurz vor dem Absturz, das sind die Momente die oft zu den besten Aufnahmen führen. Und gerade hier ist die D800E gegenüber einer D4 oft im Nachteil. Aufgrund der gigantischen Datenmengen ist nicht nur die Bildfrequenz deutlich geringer, es ist auch der interne Pufferspeicher der Kamera eher voll. Während der Kollege mit der D4 noch mit 11 B/s vor sich hin “ballert” steht man mit seiner D800 oder D800E deutlich früher und öfter am Rand des Geschehens und wartet darauf, dass der Inhalt des Pufferspeichers auf die Speicherkarte übertragen wird und die Kamera bereit für neue Aufnahmen ist.
Wer sich mit der D800E in der Sportfotografie versucht, sollte daher noch genauer planen was, wann, wo und wie abgelichtet wird und mit dem Finger auf dem Auslöser so sparsam wie möglich umgehen. Was nutzen 36 Megapixel wenn die Kamera im entscheidenden Moment nicht auslösebereit ist, weil gerade mal wieder mehrere hundert Megabyte Bildmaterial verarbeitet und auf die Speicherkarte transferiert werden müssen?
Hier einige Beispiele für den “entscheidenden Moment”. Die Pferde verweigern vor einer Hürde und die Reiterinnen verbleiben nur mit viel Glück im Sattel. Wäre es zu einem Sturz gekommen, so hätte man diesen mit der D800 festhalten können, aber eine D4 hätte im “Dauerfeuer” einfach mehr Bilder geliefert. Die Chance den exakt passenden Augenblick der dramatischen Szenerie zu treffen wäre dadurch signifikant größer.
Hier habe ich zwei Aufnahmen aus Serie von vier Fotos. Die Zeitspanne zwischen den Bildern beträgt nur Bruchteile von Sekunden und dennoch sind sie völlig unterschiedlich. Je mehr Bilder man bei dramatischen Szenerien aufnehmen kann umso höher ist die Chance auf ein perfektes Foto!
Autofokus
Der Autofokus ist in der Sportfotografie ein wirklich wichtiges aber dennoch häufig überschätztes Feature moderner Kameras. Wer beim Springreiten auf den “ultimativen Schuss” an einer ausgesuchten Hürde lauert, der braucht den Autofokus oft aber gar nicht! Einmal auf die Hürde fokussiert, gelingt Bild um Bild. Hier würde im Zweifel auch das Autofokussystem einer Nikon F4 aus den 80er Jahren gute Resultate liefern. Ganz anders bei bewegten Szenerien. Nehmen wir das Dressurreiten, hier sind Pferd und Reiter ständig und Bewegung, die Distanz zwischen Kamera und Motiv ändert sich ständig. Die “Good News”, hier steht nichts im Weg das den Autofokus irritieren könnte. Hier liefert der 3D Autofokus der D800E tolle Resultate. Man fokussiert mit dem mittleren Autofokus-Messfeld auf Ross und Reiter, hält den Auslöser halbgedrückt. So kann man wunderbar im Sucher verfolgen wie durch das Zusammenspiel der neuen 3D-Belichtungsmessung und des neuen Autofokusmoduls das aktive Messfeld durch den Sucher “wandert”. Bewegt sich das verfolgte Motiv nicht aus dem Bereich der verfügbaren AF-Sensoren heraus, so gelingt fast jedes Bild wie von Geisterhand. Natürlich muss für scharfe Bildergebnisse das Licht stimmen und die Kombination aus Zeit, Blende und ISO-Empfindlichkeit passen.
Ganz anders beim Springreiten. Hier ist der Blick auf das Motiv immer wieder durch Hürden und andere Dinge versperrt. Hier kommt der moderne sehr gut funktionierende 3D Autofokus immer wieder durcheinander und die Verfolgung des Motivs bricht ab. Gelegentlich findet das Autofokussystem zum Motiv zurück, aber das ist eher selten. Immer wieder muss man den Finger vom Auslöser nehmen, neu ansetzen und hoffen, dass nicht wieder etwas “dazwischen” kommt. Wirklich brauchbar ist das nicht! Hier ist es besser sich die gewünschte Szenerie genau zu überlegen, vorab im Modus AF-S scharf zu stellen und ggfs. die Taste für AF/AE-Lock zu verwenden.
Hier zwei Beispiele, im ersten Bild habe ich das Motiv mit aktivem 3D-Autofokus verfolgt, es gibt keine Hindernisse und völlig freie Sicht auf das Motiv. Zudem bewegt sich das Motiv mit relativ niedriger Geschwindigkeit und zudem mehr oder weniger parallel zur Kamera.
Hier nun ein Versuch Ross und Reiter mittels des kontinuierlich arbeitenden 3D-Autofokus abzubilden (AF-C). Grundsätzlich ist das Bild ok, aber schaut man es ganz genau an so sieht man, dass der Kopf des Pferdes bereits in Unschärfe verschwimmt, während der aufgewirbelte Staub hinter dem Pferd perfekt scharf dargestellt ist. Bei Fotos wie diesem ist der exakte Punkt für die Schärfe entscheidend. Bewegt sich ein Pferd im Galopp auf die D800 zu und sind zudem noch störende Hürden im Weg, so ist der 3D Autofokus überfordert. Hier sollte man von AF-C auf AF-S wechseln, auf einen Punkt am Boden kurz vor der Hürde fokussieren, die AF/AE-Lock Taste drücken und im richtigen Augenblick auslösen.
Brennweite
Das mit 70-200mm Brennweite recht kurze Telezoom ist im FX-Format “ok”, aber es könnten durchaus 100 bis 200mm “mehr” sein. Klar kann man im Nachhinein einen geeigneten Ausschnitt wählen, aber der größte Vorteil der D800 bzw. D800E – die hohe Auflösung – ist damit wieder verloren. An einer D4 wäre das 70-200 allerdings für viele Situationen deutlich “zu kurz”. Mit 18 Megapixeln hat auch die D4 Reserven für einen Ausschnitt, aber diese sind deutlich geringer als bei der D800E. Das 70-200 ist meiner Meinung nach dann recht gut geeignet, wenn man sehr nah an das Geschehen herankommt. Sobald man das Geschehen von einer Tribühne oder dem Rand eines Fußballfeldes verfolgen muss wird es mit dem 70-200 zumindest schwierig. Hier sollte man sich bspw. beim Fußball so nah wie möglich hinter einem Tor positionieren und hoffen, dass sich hier packende Zweikämpfe ergeben werden.
Hier ein “Rohbild” und ein später gewählter Ausschnitt aus der gleichen Aufnahme:
ISO-Emfpindlichkeit
Will man schnelle Bewegungen ohne Bewegungsunschärfe festhalten, so sind kurze Verschlusszeiten extrem wichtig. Doch für kurze Verschlusszeiten braucht man entweder sehr viel Licht oder eine hohe ISO-Empfindlichkeit. Wer seine Sportfotos in einer Halle oder bei einem abendlichen Fußballspiel aufnehmen will, der kommt schnell in Bereiche in denen ISO 1.600 und mehr erforderlich sind. Dies ist nicht mehr die Domäne der D800E, allerdings ist es weniger schlimm als gemeinhin befürchtet wird! Beim ISO-Vergleich zwischen D4 und D800 sollte man die Bilder der D800 auf die Abmessungen der Bilddateien einer D4 reduzieren. Das gefürchtete “ISO-Rauschen” ist nach der Halbierung der Dateigröße weniger stark sichtbar. Doch wie man sich auch dreht und wendet, die D4 ist hier aufgrund der größeren RGB-Pixeln und der größeren Abstände zwischen den Pixeln immer noch klar im Vorteil. Einige der weiter unten angehängten Bilder habe ich bei ISO-400 aufgenommen. Ein wirklich sichtbarer Qualitätsverlust ergibt sich dadurch nicht. ISO-800 wäre auch noch ok, bei höheren ISO-Werte wird das ISO-Rauschen dann sehr deutlich sichtbar. Hier hilft nur noch die beschriebene Verringerung der Dateigröße. Für den Abdruck in Zeitschriften wird die Bildqualität der D800 aber selbst bei ISO 3.200 oder 6.400 noch mehr als ausreichend sein. Doch bei großformatigen Prints im Format von vielleicht 100x150cm wird der kritische Betrachter das Bildrauschen deutlich wahrnehmen.
Zusammenfassung
Mit 4 B/s ist die D800 bzw. D800E für die Sportfotografie brauchbar, aber nicht optimal. Auch hätte ich mir mehr Bilder in Folge, also einen noch größeren Pufferspeicher gewünscht. Selbst die Verwendung einer teuren Sandisk 64GB UDMA CF-Karte in Kombination mit einer 10x SDHC-Karte bringt hier kaum Vorteile. Ist der Pufferspeicher voll, so macht die Kamera eine Pause. Lediglich die Länge dieser Pause lässt sich mit schnellen Speicherkarten etwas verkürzen. Hier sind die D700 oder gar die D4 ganz klar im Vorteil. Den perfekten Moment durch”draufhalten und Dauerfeuer” zu erwischen ist hier einfacher. Bei der D800E muss man den Kopf häufiger einschalten und sehr viel differenzierter mit dem Auslöser umgehen. Auch damit sind dann tolle Bilder möglich, aber es ist eben deutlich schwieriger und macht braucht zusätzlich eine Portion “Glück”.
In der Folge habe ich für Euch eine kleine Auswahl der Bildergebnisse zusammengestellt.
Résumé
Die D800E hat sich im Zusammenspiel mit dem AF-S VR 2.8/70-200 recht gut geschlagen. Die leichten Randunschärfen des Objektivs fallen hier kaum ins Gewicht, da sich das Hauptmotiv meist im Bildzentrum befindet. Bedingt durch die verwendeten großen Blenden-Werte gehen die leichten Randunschärfen in der Regel in der Hintergrundunschärfe “verloren”. Oft ist das 70-200 ohnehin etwas zu “kurz”, so dass ein leichter Ausschnitt erforderlich wird. Damit werden unscharfe Randbereiche entfernt. Wer damit nicht leben kann und will, der sollte sich unbedingt die neuere Version dieses Objektives kaufen. Hier ist die Randunschärfe weniger stark ausgeprägt.
Wer mit seinen Sportfotos Geld verdienen muss, der wird eher zu einer Nikon D4 greifen. Sie ist mit 11 statt 4 Bildern pro Sekunde ganz klar im Vorteil und die Chance auf das ultimative Sportfoto das es auf die Titelseite eines Magazins schafft ist damit deutlich größer. Für die Titelseite eines Magazins ist eine Auflösung von 6 Megapixeln in der Regel mehr als ausreichend. Damit bietet auch die Nikon D4 genügend Reserven für eine entsprechende Ausschnittsvergrößerung und ist damit letztlich das besser geeignete “Werkzeug”.
Aber die Bilder zeigen, dass man die D800 auch für actionreiche Fotografie gebrauchen kann! Wer übrigens die befürchteten Moiré-Artefakte der D800E findet, der darf sie gern behalten
Nikon D800E – AF-S 2.8/70-200mm + AiS 2.8/55mm
Nach ein paar Tagen mit schlechtem Wetter scheint endlich mal die Abendsonne. Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang wird die D800E mit einigen Objektiven eingepackt. Im obigen Video habe ich diese Linsen einzeln vorgestellt. Mein Ziel ist ein Feld mit farbenfrohen schönen Blumen. Mein Auto kann ich direkt neben dem Feld abstellen und es kann sofort losgehen. An die D800E setze ich eines meiner Lieblingsobjektive, ein etwa 20 Jahre altes AiS 2.8/55mm Micro Nikkor. Ein altes Macro-Objektiv ohne CPU und ohne Autofokus, es ist komplett aus Metall gebaut und funktioniert auch nach vielen Jahren noch wie am ersten Tag. Nach etwa 100 Bilder geht es zurück zum Auto, das 55er Macro muss dem AF-S VR 2.8/70-200mm weichen. Etwa 50 Bilder später geht es auf die andere Straßenseite. Dort lockt ein einsamer Baum am Horizont. Auf dem Feld davor liegen die letzten runden Strohballen. Vielleicht wurde der Bauer vom Regen überrascht und lässt sie nun auf dem Feld trocknen? Wie dem auch sei, sie bieten sich an das langweilige Stoppelfeld ein wenig zu strukturieren. Es ist etwa 30 Minuten vor Sonnenuntergang und die Strohballen werfen im letzten Abendlicht schöne lange Schatten.
Schauen wir uns die Ergebnisse im Detail an. Hier habe ich einige Bilder für Euch ausgesucht und eine JPG-Version in Originalgröße auf meinem Webserver abgelegt. Einfach auf die kleinen “Vorschaubilder” klicken und etwa 10MB später könnt Ihr Euch die großen Varianten anschauen.
Schaut man sie diese Bilder im Detail an, so fällt die immense Auflösung der D800E erneut auf. Keine andere FX-Kamera löst derzeit annähernd viele feinste Details au Probleme mit fiesen Moiré-Mustern gibt es wie erwartet nicht. In der Natur ist dieses Problem auch wirklich höchst selten. Die verwendeten Objektive machen an der D800E eine wirklich gute Figur. Durch den recht großen Chip klappt auch das gezielte Spiel mit der Hintergrundunschärfe. Das Bokeh beider Objektive ist sehr brauchbar. Bei den Bildern mit dem 55er Macro-Objektiv kommt der eingebaute kleine Blitz zum Einsatz. Das Objektiv ist wunderbar schlank und so wirft es keinen Schatten auf das Motiv. Einmal mehr zeigt sich wie praktisch es doch ist diesen kleinen “Notblitz” immer dabei zu haben! Besonders im Nahbereich hilft er allerfeinste Unschärfen zu Vermeiden die sich durch die Bewegung des Motivs oder der Kamera ergeben könnten. Die geringe Lichtleistung des Blitzlichts ist im Nahbereich durchaus ausreichend.
Da das AiS 2.8/55mm keine eingebaute CPU hat, kann die D800E (meiner Meinung nach) die sehr genaue iTTL Blitzbelichtungsmessung nicht benutzen. Die Ergebnisse sprechen trotzdem für sich. Und mir ist bei einem korrekt belichteten Bild letztlich ziemlich gleichgültig wie dieser Belichtungswert ermittelt wurde. Alles was zählt ist das Ergebnis
Bei der Durchsucht der Bilder fällt auch auf, dass sich nach nur etwa 1000 Auslösevorgängen bereits Staubkörner auf dem Chip der D800E angesammelt haben. Es ist ein echtes Ärgernis und einmal mehr zeigt sich, dass bei hartnäckigen Staubpartikeln die “Ultraschall-Reinigung” des Chips einfach nicht funktioniert. Meiner Meinung nach kann dieses “Gimmick” eine gute gemachte Chipreinigung einfach nicht ersetzen. Und je höher die Auflösung des Chips ist, desto störender sind auch allerfeinste noch so winzige Staubpartikel. Verglichen mit einer D700 erscheinen gleich große Partikel in der 100% Ansicht in der dreifachen Größe!
Auf Euer Feedback bin ich gespannt!
Nikon D800E – Landschaftsfotografie mit Teleobjektiven
Für die Mehrzahl der Fotografen ist die Landschaftsfotografie unmittelbar mit der Nutzung von Weitwinkelobjektiven verknüpft. Auch wird die Mehrzahl der Landschaftsfotografien weltweit mit weiten- oder gar ultraweiten Winkeln erstellt. Sehr kurze Weitwinkelobjektive haben die Eigenschaft, Objekte die sich sehr nah vor dem Objektiv befinden überproportional groß abzubilden. Das ist auch der Grund, warum Weitwinkelobjektive in der Portraitfotografie meist nicht zu gebrauchen sind, sie machen eben “Knollnasen”. Setzt man sie hingegen zur Sonnenuntergangszeit am Meer ein, so kann man den Schaum der Brandung fast bis in das Objektiv hinein fließen lassen. Bei Brennweiten von 20mm und weniger lassen sich bereits bei Blende 8 bis 11 unter Berücksichtigung der Hyperfokaldistanz ganz erstaunliche Effekte mit nahezu unendlicher Tiefenschärfe erzielen.
Bei Teleobjektiven ist das grundlegend anders. Sie haben einen deutlich engeren Blickwinkel, die Tiefenschärfe ist viel geringer und in der Landschaftsfotografie wirken die Bildergebnisse “kompakter”. Durch den engen Blickwinkel werden die Proportionen der Objekte deutlich weniger stark verzerrt und die Proportionen oft weitgehend beibehalten. Vor vielen Jahren habe ich mal in einem Buch gelesen, das Teleobjektiv würde den “Raum verdichten”. Damals musste ich bei dieser Formulierung grinsen, aber es ist doch etwas dran.
Hier habe ich vier Beispiele für Euch, die ich vor ein paar Tagen zur Sonnenuntergangszeit im Süden von Mainz aufgenommen habe. Es war schrecklich schwül und die Mücken haben mich übel zerstochen. Und auch der erhoffte grandiose Abendhimmel wollte sich nicht einstellen. Alles in allem war diese kleine Exkursion eher ein Fehlschlag. Aber als Demobilder taugen einige der Ergebnisse dennoch.
Alle Bilder habe ich in Originalgröße auf meinem Webserver abgelegt. Einfach die kleinen Vorschaubilder anklicken.
Beginnen wir mit einem Blick über einen Weinberg auf einen kleinen Turm der viele hundert Meter weit weg war. Der Turm ist gut erkennbar und bildet den Angelpunkt der Bildgestaltung. Durch die verwendete kleine Blende ist die Tiefenschärfe ausreichend groß. Damit die Bildkomposition funktioniert braucht man einen erhöhten Standpunkt. Ich habe mich hier für einem kleinen Aussichtspunkt entschieden. Will man im Abendlicht mit einem Teleobjektiv bei kleiner Blende ein Bild mit größer Tiefenschärfe aufnehmen, so ist ein Stativ absolute Pflicht! Wenn die Kamera es ermöglicht, sollte man unbedingt die Spiegelvorauslösung verwenden!
In diesem Beispiel habe ich das Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm verwendet. Über dieses Objektiv habe ich im letzten Artikel schon geschrieben. Bei den dort verlinkten Testbildern war eine ausgeprägte Randunschärfe sichtbar. Schaut man sich diese Bilder in der Originalgröße an, so ist hier der Schärfebereich homogener, weil das Objektiv nicht im Nahbereich eingesetzt wurde. Wer ganz genau hinsieht, wird aber dennoch an den Bildrändern einen deutlichen Schärfeabfall erkennen. Wer dies vermeiden will kann bspw. eine der Festbrennweiten einsetzen die ich im letzten Artikel schon vorgestellt habe.
Kommen wir zum nächsten Beispiel. Hier wir ein Dilemma der Landschaftsfotografie mit Teleobjektiven deutlich, der Dunst! Gerade an warmen Tagen flimmert die Luft in der Hitze des Sonnenlichts. Kommt noch Feuchtigkeit hinzu ergeben sich trübe Luftschichten die es meist fast unmöglich machen Objekte in großer Entfernung mit einem Teleobjektiv scharf abzubilden.
Aus diesem Grund schlägt die Stunde der Landschaftsfotografien mit langen Teleobjektiven meist sehr früh an kühlen Sommermorgenden oder sogar während der klaren kalten Wintertage. Der weiße Fleck im Bild ist übrigens ein Jogger mit weißem Hemd, spätestens jetzt wird klar, ein Stativ ist PFLICHT!
Kommen wir zu einem anderen wichtigen Kapitel der Fotografie, zum Tonwertumfang der Kamera. Meist wird dies auch als Dynamik bezeichnet. Je kleiner die Pixel des Sensors einer Digitalkamera sind, umso geringer ist die Dynamik, also der maximal abzubildende Kontrastumfang eines Motivs. Blickt man mit einem Objektiv direkt in die Sonne, so ist das für den Chip einer Digitalkamera so ziemlich die härteste aller Prüfungen. Schlimme Reflektionen an den Oberflächen der Linsen, die so genannten “Lensflares” sind für diese Aufnahmesituation oft sehr charakteristisch. Vermeiden kann man sie indem man den “Fingertrick” verwendet, den ich in einem meiner Artikel in der Rubrik “Photoshop” schon beschrieben habe.
Das hier verwendete Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm Objektiv zeigt in dieser krassen Gegenlichtsituation praktisch keine sichtbaren Lensflares. Dies zeigt wie gut die Entspiegelung und der optische Konstruktion dieses Objektives ausgeführt sind. Und entgegen aller Befürchtungen ist der Dynamikumfang der D800E gar nicht so eng wie befürchtet.
Doch trotzdem ist der Vordergrund sehr dunkel und weist nur mäßig viel Zeichnung auf. Wie kann man das ändern? Ein sehr einfacher Trick ist die Erstellung einer Belichtungsreihe. Im folgenden Beispiel habe ich im Abstand von nur wenigen Sekunden drei identische Fotos mit einem Unterschied von jeweils einer Blendenstufe aufgenommen. Aus diesen drei Bildern habe ich dann das folgende Bild zusammengefügt. Es ist kein HDR! Statt dessen ist der Vordergrund aus dem hellsten Bild entnommen. Für den mittleren Bereich wurde das dunkelste Bild verwendet, der oberer Bereich stammt aus dem “normal” belichteten Foto.
Das Ergebnis ist homogener, aber irgendwie auch etwas “blasser” als vorherige Beispielbild. Was einem letztlich gefällt ist dem persönlichen Geschmack überlassen. Mir persönlich gefällt es gut, wenn es keine “Tonwertabrisse” gibt, also Bildbereiche die entweder komplett schwarz oder weiß sind. In diesem Bildbereichen ist jedwede Zeichnung verloren und beim genauen Hinsehen sind sie meist wirklich unschön.
Schaut Euch die Bilder in der Originalgröße an und urteilt selbst
Nikon D800E – 200mm Brennweiten im Vergleich
Nachdem ich vor einigen Tagen verschiedene 300mm Brennweiten an der Nikon D800E miteinander verglichen habe, gibt es heute einen Vergleich verschiedener 200mm Brennweiten. Diese Objektive stehen diesmal auf dem Programm. Es ist eine Mischung aus teils uralten extrem preiswerten 200mm Festbrennweiten, einem modernen Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm Zoom, einem 18-200mm Superzoom im DX-Format und einem 150mm Zeiss-Objektiv das eigentlich für Hasselblad-Kameras gedacht ist. Dieses große schwere Zeiss-Objektiv lässt sich in Verbindung mit einem recht preiswerten Adapter sehr gut an der D800E und vergleichbaren Kameras nutzen.
Testkandidaten
Hier die Testkandidaten, anklicken für Originalgröße…
Von links nach rechts
- Nikon MF Ais 4/200mm
- Tokina MF 3,5/200mmm
- Nikon MF Ai 4/200mm
- Zeiss / Hasselblad 4/150mm
- Nikon MF AiS 4/80-200mm
- Nikon MF AiS 5.6/100-300mm
- Sigma EX 3.5/180mm Macro
- Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm
- Nikon AF-S VR 18-200mm DX (Nicht abgebildet)
Auch wenn nicht alle Objektive genau bei 200mm Brennweite liegen, so ist der Vergleich dieser Linsen doch spannend. Der extrem hochauflösende Chip der D800E sollte hier jede noch so kleine Schwäche unerbittlich enttarnen. Aus dem RAW-Bildern habe ich mit Nikon Capture sehr hochauflösende ca. 12MB große JPG-Dateien erstellt. Alle Dateien wurden mit den gleichen Einstellung im Batch-Verfahren konvertiert.
Testaufbau
DX-Objektive an der D800E
Dieses Bild habe ich mit dem Nikon AF-S VR 18-200mm Superzoom aufgenommen. Ein Objektiv, dass von Forums-Experten gern mal als “Deppenzoom” bezeichnet wird, das aber trotzdem unter Nikon Fans im DX-Format sehr beliebt ist. Dieses Bild zeigt sehr schön, dass man mit diesem Objektiv durch aus auch an der D800E arbeiten kann, aber man muss das Ergebnis kräftig beschneiden, so dass letztlich nur etwa 18 Megapixel übrig bleiben. Für viele Anwendungen ist das noch halbwegs ok und man hat ein kleines kompaktes Objektiv im Gepäck. Will man aus seiner D800E jedoch das Maximum herausholen, so ist diese Kombination nicht empfehlenswert.
Testergebnisse
Diese Original-Dateien habe ich auf meinem Webserver für Euch abgelegt (Jeweils ca. 12MB).
- Sigma EX 3.5/180mm Macro
- Nikon MF Ai 4/200mm
- Nikon MF AiS /200mm
- Tokina MF 3,5 / 200mmm
- Nikon MF AiS 4 / 80-200mm
- Nikon MF AiS 5.6 / 100-300mm
- Zeiss / Hasselblad 4 / 150mm
- Nikon AF-S VR 18-200mm DX
Diskussion der Ergebnisse
Auflösung bei Blende 11
Schauen wir uns die Ergebnisse im Detail an. Beginnen wir mit dem Auflösungvermögen bei Blende 11. Bei dieser Einstellung liefern diesen Objektiven die beste Auflösung. Ausgesucht habe ich einen Ausschnitt aus dem unteren Bildbereich. Dort ist die Anforderung an die Auflösung extrem hoch. Wirklich überraschend ist hier, dass abgesehen vom 18-200mm “Deppenzoom” alle Objektive sehr ähnliche Ergebnisse liefern. Schaut man ganz genau hin, so liefert das Sigma EX 3,5/180mm die beste Qualität, bei geringer Verzeichnung und hohem Kontrast. Das moderne Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm schlägt sie recht gut, zeigt allerdings eine deutliche Verzeichnung. Auch ist beim 70-200 eine leichte Randunschärfe deutlich sichtbar. Das alte billige AiS 80-200mm Schiebezoom schlägt sich hier sichtbar besser.
Das Zeiss-Objektiv bietet neben gutem Kontrast und hoher Auflösung eine praktisch verzeichnungsfreie Abbildung. Eine Vignettierung ist auch bei offener Blende praktisch nicht erkennbar. Diese Objektive verdienen Ihren guten Ruf durchaus. Und in Verbindung mit einem professionellen Mittelformatrückteil werden sie an einer Hasselblad perfekte Ergebnisse produzieren. Die Nutzung an einer Kleinbild-Spiegelreflex ist mittels eines Adapters zwar möglich, aber doch irgendwie esoterisch. Das Objektiv ist einfach sehr groß und schwer und wenn man mit einem kleinen, leichten sehr billigen Nikon AiS 4/200mm sehr ähnliche Ergebnisse erzielt, warum sollte man sich dann mit dem großen Zeiss/Hasselblad-Objektiv abmühen?
Auflösung am Bildrand bei Blende 11
Ein Blick in die obere linke Ecke zeigt, dass alle Kandidaten bei Blende 11 praktisch keine sichtbare chromatische Aberration produzieren. Den Ausschnitt des 18-200mm DX-Objektivs habe ich entsprechend vergrößert. Schaut man sich das Sigma bzw. das Zeiss-Objektiv im direkten Vergleich an so wird klar, dass ein DX Objektiv an der D800E nicht vielmehr als eine Notlösung darstellt. Beim AF-S VR 2.8/70-200 ist die Verzeichnung gut sichtbar. Und auch hier schlägt sich das alte 80-200mm Schiebezoom erneut wirklich gut. Interessant finde ich, dass das uralte von mir selbst auf Ai umgebaute Nikon 4/200 (aus der Ära der Nikon F) sich im Vergleich zu den deutlich moderneren Objektiven sehr gut schlägt. Das Ergebnis ist praktisch identisch und zeigt mir einmal mehr, dass der gute Ruf der Nikon-Objektive seit mehr als 60 Jahren mehr als berechtigt ist.
Einschränkungen
So spannend wie dieser Vergleich auch sein mag, man sollte bedenken, dass alle Bilder im Nahbereich mit einem Abstand von etwa 2-3 Metern aufgenommen wurden. Besonders das Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm zeigt in diesem Nachbereich bei offener Blende nicht das was es eigentlich kann. Schaut man die Bilder im Detail an, so wirken sie bei Blende 2,8 und 4 irgendwie unscharf und verwackelt. Mich hat das zunächst irritiert. Daher habe ich sie mehrfach neu aufgenommen. Aber stets mit gleichem Ergebnis. Dieses Objektiv arbeitet in Nahbereich nicht optimal. Sobald man auf ein Motiv fokussiert, das 5-10 Meter und weiter entfernt ist, verschwindet dieser Effekt, zumindest bei meinem Exemplar. Wer sich für das Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm interessiert sollte daher ggfs. mit “seinem” Modell einige Testaufnahmen machen.
Fazit
Dieser kleine Vergleich zeigt erneut, dass die alten manuell fokussierten Objektive nicht zu unterschätzen sind. Man bekommt sie sehr preiswert und falls man sie bei Blende 8/11 verwenden kann, liefern sie durchweg brauchbare Ergebnisse.
Das Nikon AF-S VR 2.8/70-200 zeigt eine deutlich sichtbare Verzeichnung und ausgeprägte Randunschärfe. Im mittleren Bildbereich ist die Auflösung. mit der oben beschriebenen Einschränkung, sehr gut. Damit empfiehlt es sich eher als lichtstarkes “Supertele” für DX Kameras. Hier wird es sichtbar bessere Ergebnisse liefern als das Nikon AF-S VR 18-200 Superzoom Objektiv. Aber man muss auch den vierfachen Preis und etwa das dreifache Gewicht einkalkulieren.
Wer sehr genau auf jeden Cent achten muss, der hat mit dem Tokina 3,5/200mm ein sehr kompaktes sehr preiswertes kleines Teleobjektiv, für das man bei den diversen Onlineplattformen kaum mehr als 50-100 Euro bezahlen wird. Wer nicht unbedingt zoomen will, der könnte sich als Alternative zum Nikon 70-200 das Sigma 3,5/180mm Macro kaufen. Es bietet bei ähnlicher Brennweite eine wirklich hervorragende Bildqualität und kostet neu kaum mehr als 500 Euro. Ein echter Preistipp!
Nikon D800E – 300mm Teleobjektive im Vergleich
Schaut man sich die Liste der Teleobjektive an bei Nikon innerhalb der letzten 50 Jahre konstruiert wurden so wird schnell klar, dass dies eine heimliche Leidenschaft der Nikon-Ingenieure sein muss. Nikon Kameras werden von vielen Profis eingesetzt und diese Profis sind oft bei Sportveranstaltungen oder dort wo es Promis zu sehen gibt unterwegs. Eine ganz andere Fotografen-Spezies ist weltweit unterwegs und lauert auf das ultimative Tierfoto. All diesen Fotografen gibt Nikon seit vielen Jahren zu teils exorbitanten Preisen hervorragende Teleobjektive an die Hand.
Geht man an einem schönen sonnigen Tag mal in einen Zoo, so sieht man viele Amateure mit ihren “langen Tüten” zwischen den Gehegen umherstreifen, auch sie sind auf der Suche nach dem ultimativen Tierfoto. Die Mehrzahl der Fotoamateure träumt insgeheim vom einem ultimativen Teleobjektiv so wie sie es in den Nachrichten auf den Stativen der Profis zu sehen bekommen. Doch wirklich leisten können sich das nur wenige. Erst vor einigen Tagen hat Nikon ein neues 800mm Supertele vorgestellt, dieses dicke Ding wird soviel kosten wie ein Kleinwagen. Außerdem wird es schwer sein wie ein Stück Blei und man wird damit auf allen Flugreisen ein Problem wegen der Größe und des Gewichts dieses Objektivs haben.
Welche Teleobjektive an der D800 bzw. der D800E was können, was sie wiegen und kosten, das will ich heute ein wenig ausloten.
Beginnen wir mit einem Nikon AF-S VR 4/200-400mm. Dieses Ding kostet runde 6.500 Euro und liegt damit an der Obergrenze dessen was ein “normaler” Fotoamateuer investieren kann. Dieses Telezoom ist nicht nur teuer, es ist auch groß und schwer. Bei meinen letzten Reisen hatte ich mit diesem Monstrum regelmäßig Probleme mit dem Handgepäck. Aber, es liefert auch geniale Ergebnisse und der 2-fach Zoombereich gibt einem die in der Tierfotografie oft notwendige Flexibilität. In Verbindung mit den Video-Features ist es an der D7000 oder auch der D800E gibt, ist es ein tolles Gerät für die Beobachtung von Tieren. Gelegentlich verwende ich es auch mit dem Nikon TC17-E II Teleconverter. Damit funktioniert der Autofokus noch, das Sucherbild ist ausreichend hell und der Vergrößerungsfaktor gewaltig. Nutzt man es mit einer DX-Kamera hat man ein halbwegs bezahlbares und transportables Supertele mit dem man sich nirgendwo zu schämen braucht
Hier eines meiner Beispielvideos.
Zurück zu meiner kleinen Testreihe, so sieht dieses Telefobjektiv an der D800E aus. Ein echt “dicker Brummer”, gell?
Wenn die enormen Abmessungen und das Gewicht des großen Teleobjektivs nicht “tragbar” sind, nehme ich in der Regel das Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm und den 1.7er Teleconverter mit. Damit hat man ein kompaktes relativ lichtstarkes Objektiv mit sehr guten Abbildungseigenschaften. Diese Kombination ist neu für etwa 2.300 Euro zu haben.
Auf dem Gebrauchtmarkt bekommt man mit ein wenig Glück für etwa 1.000 Euro das schon recht betagte Nikon AF-D VR 80-400mm. Der 1.7er Teleconverter funktioniert mit diesem Objektiv allerdings nicht und es hat keinen AF-S Motor, also keinen eingebauten Ultraschallantrieb für den Autofokus. Das Fokussieren muss also ein Motor in der Kamera übernehmen. Viele preiswerte Nikon DSLR-Modelle verfügen inzwischen nicht mehr über diesen Motor, so dass man genau hinschauen muss, ob dieses Objektiv für die eigene Kamera geeignet ist oder nicht.
Wer noch weniger Geld hat, der bekommt für etwa 150 Euro auf dem Gebrauchtmarkt Objektive wie das Nikon AiS 5.6/100-300mm zu kaufen. Es ist ein Schiebezoom mit sehr brauchbarer Abbildungsqualität. Es ist recht leicht und sehr kompakt. Damit könnte es für all jene interessant sein, die ein Teleobjektiv weniger für die Tier- als vielmehr für die Landschaftsfotografie suchen. Wer Landschaften fotografiert muss oft lange Wanderungen über weite Distanzen zurücklegen um zur ultimativen Fotolocation zu gelangen. Mit einem kleinen leichten Teleobjektiv wie diesem hier, fallen solche Wanderungen spürbar leichter aus.
Ok, schauen wir uns an was diese Objektive leisten. Ich habe hier eine Testreihe für Euch und jeweils von der größten Blende bis Blende 22 ein kleines Testchart im Format DIN A3 abfotografiert, dass ich mit einem EPSON STYLUS PRO R2880 auf Fotopapier gedruckt habe. Das Papier hat leider keine perfekt matte Oberfläche, daher reflektiert bei einigen Bildern die Oberfläche das einfallende Tageslicht. Alle Bilder sind bei etwa 300 Brennweite entstanden. Die D800E stand auf einem Stativ und wurde mit der Spiegelvorauslösung so erschütterungsfrei wie irgend möglich ausgelöst.
Versuchsaufbau
Mein Versuchsaufbau sah etwa so aus. Damit Ihr einen Eindruck von der Größe des Testcharts bekommt, habe ich mal einen einfachen Gliedermaßstab davor gestellt. Das Testchart ist mit Tesafilm an einem alten Karton befestigt und diesen habe ich auf ein Regal gestellt um das Testchart ablichten zu können.
Liste der Testbilder
Hier habe ich Euch die konvertierten Testbilder in voller Auflösung bereitgestellt. Wer ein Original-RAW-Bild haben möchte, der muss sich einfach melden. Aber, diese Dateien sind pro Stück etwa 45MB groß!! Um die Bilder in der vollen Größe zu öffnen, einfach auf die Links klicken. Sie sollten in neuen Fenstern oder neuen TABs geöffnet werden. Damit kann man sie dann sehr einfach miteinander vergleichen.
- Nikon AF-S VR 4/200-400mm
- Nikon AF-D VR 5.6/80-400mm
- Nikon AiS 5.6/100-300mm
- Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm & TC17-E II
Diskussion der Bildergebnisse
Schaut man sich die Bilder an so fällt schnell auf, dass alle Objektive bei vollständig geöffneter Blende eine sichtbare Vignettierung zeigen. Blendet man die Objektive um 2-3 Stufen ab, so verschwindet die Vignettierung fast vollständig und die Abbildungsqualität erreicht das Maximum. Bei Blende 16 und Blende 22 ist keine Zunahme der Abbildungsqualität mehr erkennbar. Ganz im Gegenteil, nun kommen die Beugungseffekte an den Blendenlamellen ins Spiel und die Abbildungsqualität nimmt sogar ab!
Schauen wir einmal ins “Zentrum” der vier Testkandidaten bei offener Blende.
Der gleiche Ausschnitt bei Blende 11
Nun die obere linke Ecke bei Blende 11
Auch wenn die Testumgebung sicher nicht perfekt und die Ausleuchtung verbesserungswürdig ist, so zeigt diese Gegenüberstellung doch die exorbitant gute Bildqualität des Nikon AF-S VR 4/200-400mm Objektivs. Die Bilder sind sehr scharf und man kann fast die Papierfasern erkennen. Im Vergleich fallen die drei anderen Objektive sichtbar ab. Beim AF-D 80-400mm hat man den Eindruck, dass dieses Objetkiv den krassen Chip der D800E einfach nicht mehr adäquat mit Bildmaterial versorgen kann.
Trotz Teleconverter liefert das AF-S VR 2.8/70-200mm noch brauchbare Ergebnisse. Ohne Teleconverter wäre es auf dem Niveau des 200-400mm Objektivs. Das uralte billige 100-300mm Schiebezoom schlägt sich gar nicht so schlecht. Wenn man bedenkt, dass man es auf dem Gebrauchtmarkt sehr sehr preiswert kaufen kann, ist es durchaus eine Empfehlung wert, wenn das Geld für eine der teuren Linsen nicht ausreicht.
Die Hersteller Tamron, Sigma und Tokina haben ebenfalls sehr brauchbare Objektive im Angebot. Welches Objektiv nun perfekt ist, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Wer einen guten Fotohändler in der Nähe hat sollte fragen, ob er die 2-3 Objektive die er in der engeren Auswahl hat für ein paar Stunden ausleihen kann um sich eine eigene Meinung zu bilden.
In meinem Shop findet ihr ggfs. ein Testchart im Format 60x90cm. Es ist richtig matt, spiegelt also nicht wie diese kleine ”Testvariante” und weil es auch viel größer ist, spielt die Struktur des Papiers bei der Diskussion der Bildergebnisse eine untergeordnete Rolle. Allerdings braucht man für den Test eines Teleobjektives mit einem großen Testchart auch wirklich viel Platz! Ich hatte ihn heute nicht, daher habe ich mein kleines DIN A3 Testchart verwendet. Will man bei 60x90cm ein 400mm Teleobjektiv testen, so sollte man einen Raum haben der etwa 8 – 10 Meter breit oder lang ist. Notfalls kann man auch in den Garten ausweichen und das Testchart beispielsweise an die Hauswand hängen.
Hier der Link zum Testchart in meinem Shop.
Nikon D800E – Das perfekte Weitwinkel
Während der kommenden Wochen werde ich einige Objektive an der D800E genauer unter die Lupe nehmen. Hier eine kleine Auswahl der Objektive die ich Euch vorstellen werde.
Wer sich für den Kauf der Nikon D800E entscheidet ist in der Regel in der Landschaftfotografie unterwegs, denn dort ist die Gefahr unerwünschter Moiré-Effekte verschwindend gering und hier kann die D800E ihre Stärken voll ausspielen. So sehr wie die Tierfotografie mit langen Teleobjektiven verbunden ist, gehört zur Landschaftsfotografie das Weitwinkelobjektiv. Doch gerade Weitwinkelobjektive sind im digitalen Zeitalter gar nicht so einfach zu konstruieren. Das Problem sind die Randbereiche der Chips. Fallen die Lichtstrahlen dort schräg ein, so ist dies mit unerwünschten Farbsäumen verbunden, außerdem leidet an den Rändern meist die Abbildungsqualität.
Heute möchte ich Euch drei Weitwinkelobjektive für die D800E vorstellen die preislich in sehr unterschiedlichen Regionen angeordnet sind und alle ihre Stärken und Schwächen haben.
Der Kandidat Nr. 1 ist das Nikon AF-S VR 4/16-35mm. Dieses Objektiv besticht durch seine sehr gute Abbildungsleistung und den sehr gut funktionierenden VR. Damit sind unverwackelte scharfe Bilder aus der Hand bis zu 1/60s an der D800E sehr gut realisierbar. Falls möglich sollte man jedoch den VR abschalten und ein Stativ verwenden. Das Objektiv ist dann in der Regel besser zentriert und die Abbildungsqualität über das gesamte Bild hinweg homogener. Dieses Objektiv ist für etwa 1.000 Euro im Fachhandel erhältlich. Das Filtergewinde hat einen Durchmesser von 77mm, damit kann man relativ preiswerte Polfilter usw. an diesem Objektiv verwenden. In Verbindung mit Adapterringen passen diese Filter an praktisch allen kleineren Objektiven.
Kandidat Nr. 2 ist das Nikon AiS 4/18mm. Ein Objektiv aus der Ära der Nikon F3. Auf dem Gebrauchtmarkt bekommt man sehr gut erhaltene Exemplare zwischen 200 und 300 Euro. Verglichen mit dem AF-S VR 16-35mm ist es also fast ein Schnäppchen. Allerdings ist das 86mm Filtergewinde wirklich unüblich und Filter in dieser Größe sind schwer zu bekommen und außerdem extrem teuer. Dafür ist das Objektiv sehr leicht und kompakt.
Kandidat Nr. 3 ist das SAMYANG 2.8/15mm Weitwinkel, das auch von Foto Walser und anderen Händlern unter verschiedenen Labels vertrieben wird. Das SAMYANG gibt es mit und ohne CPU, der Preis liegt je nach Ausführung etwa zwischen 280 und 330 Euro. Das SAMYANG hat gar kein Filtergewinde. Wie beim Nikon 14-24mm scheidet die Nutzung von Polfiltern usw. damit leider aus. Aber das Ding ist klein und leicht und ermöglicht mit 15mm Brennweite einen fantastischen weiten Blickwinkel.
Schauen wir uns drei Testbilder im Vergleich an, die ich eben bei Blende 8 und ISO 100 aufgenommen habe.
Hier nun einige Ausschnitte im direkten Vergleich. Beginnen wir mit der Bildmitte.
Hier sehen wir, dass das SAMYANG bedingt durch die kürzere Brennweite alles etwas kleiner abbildet. Verglichen mit den beiden Nikon Objektiven ist ein deutlicher Unterschied in der Schärfe erkennbar. Das alte AiS 18mm schlägt sich recht gut, die Abbildungsqualität in der Bildmitte ist durchaus mit der des teuren neuen AF-S VR 4/16-35mm vergleichbar.
Schauen wir uns nun die kritischen Bildränder an.
Hier sehen wir, dass das Nikon AiS 4/18mm trotz Blende 8 an den Bildrändern deutlich abfällt. Das neue AF-S Zoom ist bis in die Bildecken sehr scharf. Das SAMYANG zeigt an den Bildrändern ebenfalls einen sehr deutlichen Schärfeverlust. Hier habe ich einen Ausschnitt gewählt, der mit unseren beiden anderen Testkandidaten übereinstimmt. Hier ist das SAMYANG noch wirklich gut. An den äußersten Bildrändern zeigt es eine deutlich verringerte Auflösung, ganz ähnlich wie das Nikon AiS 4/18mm.
Fazit
Das neue schwere und teure Zoomobjektiv schlägt sich im Vergleich zu den beiden Festbrennweiten sehr gut und liefert in diesem Test bei Blende 8 die beste Auflösung. Der Randabfall ist gering, doch das Objektiv ist auch groß, schwer und teuer. Allerdings ist das 77er Filtergewinde überaus praktisch. Wer es sich leisten kann und bereit ist das schwere Ding zu schleppen, dem würde ich dieses Objektiv uneingeschränkt empfehlen.
Das kompakte kleine Nikon ist in der Bildmitte ebenfalls sehr gut, doch der Schärfeabfall ist zum Rand hin deutlich sichtbar. Das Objektiv verzeichnet sichtbar weniger stark als das SAMYANG. Auch ist die Verzeichnung beim SAMYANG etwas wellenförmig und kann mit Photoshop oder ähnlichen Programmen nur sehr schwer korrigiert werden. Ist beim SAMYANG der Horizont nicht in der Bildmitte, so ist er krumm wie eine Banane und es ist schwierig dies zu korrigieren.
Die Verzeichnung ist beim AiS 4/18mm gleichmäßig und sichtbar geringer, auch kann sie mit Photoshop sehr einfach entfernt werden.
Wenn das Geld nicht für das 16-35 reicht, ist die Entscheidung nicht ganz einfach. Hier helfen nur weitere Tests. Diese drei Testbilder sagen beispielsweise noch gar nichts über die Gegenlichtempfindlichkeit oder Vignettierungen oder die Bildqualität bei offener Blende aus. Aber das werde ich beizeiten nachliefern.
Auf euer Feedback und Eure Wünsche für weitere Testaufnahmen bin ich sehr gespannt. Schickt mir eine E-Mail wenn Ihr Fragen habt.
Nikon D800E – Fotografieren mit AF-D 2.8/10,5mm
Wer vom DX-Format auf Nikon Kameras wie D600, D700 oder gar die D800 umsteigt hat vielleicht noch das eine oder andere DX Objektiv im Schrank stehen. Im Rahmen meines Unboxings zur neuen Nikon D800E habe ich Euch bereits das kleine 10,5mm Fisheye gezeigt. Dieses Objektiv ist klein und leicht und lädt dazu ein es einfach mal in die Hosentasche zu stecken. Aber wie schlägt es sich an der Nikon D800E?
Hier habe ich ein Beispielbild, dass ich vor einigen Tagen in der Nähe von Bell in der Eifel aufgenommen habe.
Beginnen wir mit dem unbearbeiteten Original. Man sieht ganz deutlich, dass dieses Objektiv nicht für Kameras wie die D800 konstruiert wurde. Es leuchtet nur etwa die Hälfte des Bildkreises dieser “Vollformat-Kamera” aus. Die Ränder sind nicht nur leicht abgedunkelt, nein sie sind sogar richtig schwarz. Das ist nicht bei allen DX-Objetkiven der Fall. Beispielswiese das Tokina AT-X Pro 4/12-24mm kann man bis zu einer Brennweite von etwa 20mm noch an einer D800 verwenden. Allerdings ist die Randunschärfe dabei relativ stark ausgeprägt. Aber Nikon hat in die D800E einen extrem hochauflösenden Chip eingebaut. Schauen wir doch mal welche Reserven dieser Chip für den Beschnitt des Bildes bietet.
Das große Original habe ich hier im JPG-Format für Euch abgelegt.
Hier findet Ihr das beschnittene Original im JPG-Format.
Schaut man sich die beschnittene Fassung des Bildes an, so sind noch etwa 12 Megapixel übrig geblieben. Das ist nur etwa ein Drittel der ursprünglichen Größe. Aber das Ergebnis kann sich dennoch sehen lassen. Für einen Print in 60×90 cm würde die Qualität noch ausreichen. Hätte ich beim Beschnitt das Seitenverhältnis beibehalten, so könnte man das Ergebnis mit einem Bild aus der Nikon D7000 sehr wahrscheinlich nicht unterscheiden.
Fazit
Auch wenn die Gesamt-Auflösung durch den notwendigen Beschnitt des Bildes stark leidet, so bleibt doch immer noch eine Bilddatei übrig mit der sich allerhand anfangen lässt. Man kann also auch mit den kleinen leichten DX Objektiven an der D800 oder D800E fotografieren. Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass bei Verwendung dieses Objektivs das Sucherbild genauso abgeschattet wird wie man es im ersten Bild sieht. Was man im Sucher zu sehen bekommt ist etwa der Bildinhalt des Suchers einer normalen DX Kamera. Ganz ehrlich, wer hätte etwas anderes erwartet?
Nikon D800E – Mohnblumen mit AiS 2.8/55mm
Eigentlich wollten wir heute sehr früh aufbrechen und zum Wildpark in Hellenthal fahren. Dort wollte ich die D800E mit diesen Objektiven testen:
- Nikon AF-D 80-400
- Nikon AF-S VR 4/200-400 + NikonTC-17 E-II
- AF-S VR 2.8/70-200 + NikonTC-17 E-II
- Sigma 3.5/180mm Macro
Doch das Wetter hat heute wieder einmal alle guten Vorsätze zur Nichte gemacht. Also ging es einfach nur ein wenig mit dem Auto am Rhein entlang. Dann in der Nähe der Brombeerschenke ein Getreidefeld mit wirklich schönen Mohnblumen!! Schnell anhalten, die D800E aufbauen und einige Fotos mit dem Micro-Nikkor AiS 2.8/55mm machen. Doch nach einigen wenigen Fotos kommt schon wieder ein Regenschauer. Manchmal ist es wie verhext. Da hat man ein neues Motorrad oder eine tolle Kamera und der Sommer verdient seinen Namen einfach nicht. Das ist echt frustrierend!
Auch wenn die Ausbeute nicht ist war möchte ich Euch trotzdem zwei der Bilder des heutigen Tages zeigen. Beide Bilder sind mit der D800E und dem AiS 2.8/55mm Micro-Nikkor fotografiert. Die RAW-Konvertierung habe ich mit Nikon Capture NX Version 2.3.2 durchgeführt. Damit Ihr die Abbildungseigenschaften des Objektivs selbst beurteilen könnt, habe ich beide Bilder in Originalgröße mit den kleinen Vorschaubilder verlinkt.
Bild 1 – Blende 2.8, ISO-100 (Anklicken für Originalgröße)
Bild 2 – Blende 11, ISO-100 (Anklicken für Originalgröße)




























































































































































































































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