Teneriffa 2013 – Das Video
Foto: Pico del Teide – Ostseite – Nikon D800E – AF-S 2.8/24-70 – HD-Format
Aktuell ist das Wetter ein Deutschland nach einem Temperatursturz um fast 10°C wieder einmal recht frostig. Da tut es gut wenn man sich an den Bildern der letzten Reise etwas aufwärmen kann. Die vielen deutschen Auswanderer die auf Teneriffa leben kann ich zu gut verstehen. Während in den beiden Wochen seit unserer Rückkehr fast alle Arbeitskollegen krank und schniefend durch die Gegend schleichen, genießen die Menschen auf Teneriffa das milde Meeresklima ohne Pollen und andere Dinge die hierzulande den Allergikern so sehr zu schaffen machen.
Die letzten Tage war ich wieder viel unterwegs und ich habe die Zeit abends im Hotel genutzt um auf dem frisch reparierten Mac mit Final Cut Pro X ein 19 Minuten langes Video zur letzten Reise zu erstellen. Eigentlich wollte ich noch ein paar kurze Kommentare aufnehmen, aber dann gefiel mir die Musik so gut, dass ich es gelassen habe. Anhand der kurzen Einblendungen sollte klar werden worum es in den einzelnen Sequenzen geht. Wer mehr wissen will, der kann die Schlagworte aus den Einblendungen auch hier in meinem BLOG im Suchfeld eingeben und wird dann viele Artikel und weitere Infos zu diesen Locations finden.
Ok Freunde, dann lehnt Euch mal zurück, schaltet auf FULL HD um und genießt die schönen Bilder. Ach ja, über einen “Daumen nach oben” oder den einen oder anderen Tweed bei Twitter oder ein Like bei Facebook und Co. würde ich mich natürlich sehr freuen
Teneriffa 2013 – Tag 7 – Über den Wolken
Als Tag 7 beginnt bin ich ein wenig wehmütig, denn schon sehr bald werden wir diese grandiose Insel wieder verlassen müssen. Nach dem Frühstück entschließen wir uns erneut hinauf zum Pico del Teide zu fahren, wieder einmal. Diese Location zieht mich seit vielen Jahren immer wieder magisch an. Wahrscheinlich ist alles längst “abfotografiert” aber ich habe diesmal meine auf Infrarot 830nm umgerüstete Nikon D300 dabei. Die Klarheit der damit erzielbaren schwarz-weißen Infrarot-Fotografien zieht mich in ihren Bann und diese Kameras begeistert mich aktuell mehr als die supergute Nikon D800E. Klar ist die D800E moderner und besser. Sie filmt und ist noch immer der absolute Auflösungskönig. Aber eine Kamera wie die D800 oder die D800E wird schon bald zu Standardausrüstung gehören. Noch zwei Jahre und man wird kaum einen ambitionierten Fotoamateur sehen der keine Nikon D800 oder ein ähnliches Werkzeug benutzt.
Mich reizt seit jeher das Ungewöhnliche. Ich bin auf der Suche nach dem “anderen Foto”. Ich träume davon Landschaften die vielleicht schon millionenfach fotografiert wurden, anderes als alle anderen Fotografen vor mir zu fotografieren. Und aktuell ist meine umgebaute Nikon D300 dafür genau richtig.
Starten wir unsere kleine Infrarot-Serie mit meinem Favoriten dieses tollen Tages.
(Alle Bilder sind 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)
Meine Freundin Sandra hat sich regelrecht in das Vanguard Alta Pro 263 AGH und den GH-100 Kugelkopf verliebt. Das ist für mich sehr praktisch, denn so kann ich viel Platz in meinem Koffer sparen, da Sandra das Stativ transportiert. Auch heute haben wir das Alta Pro dabei und ich benutze es als Videostativ. Das klappt wirklich gut, denn auch ohne Fluidneiger gelingen mit diesem Stativ in Verbindung mit dem GH-100 Kameraschwenks wie aus dem Bilderbuch.
An einem der Aussichtspunkte haben wir eine tolle Sicht auf Gran Canaria. In Verbindung mit der Infrarot-Kamera kann ich diese Insel trotz Dunst und der riesigen Entfernung ganz klar abbilden.
Nach einer ausgiebigen Mittagspause und einem total leckeren Mittagessen landen wir schließlich am südlichen Hang des Teide. Hier bin ich vor etwa einem Jahr auf dem Wanderweg 17 durch eine atemberaubende vulkanische Landschaft gewandert. Heute entschließen wir uns gegen eine Wanderung, denn die Sonne brennt unbarmherzig auf uns nieder. Wir haben bereits einen satten Sonnenbrand und da wir bereits am nächsten Tag abreisen müssen, sind weder Sonnencreme noch zwei Hüte als Sonnenschutz im Gepäck. Also gibt es nur ein paar schnelle Fotos bevor wir uns wieder auf den Weg machen.
Zwischendurch laufe ich noch schnell in den mit Asche gefüllten Krater eines alten Vulkankraters hinein. Von dort aus habe ich eine perfekte Sicht auf die beiden Vulkane von La Palma. Erneut bildet die Infrarotkamera diese wirklich weit entfernte Insel außergewöhnlich klar ab.
Auf dem Rückweg zum Auto habe ich für Euch noch einen letzten Blick über die grandiose ungewöhnliche “Waldlandschaft” dieses schönen National Parks festgehalten. Wer genau hin schaut kann den Wanderweg 17 (Sendero 17) und die Straße erkennen, die sich durch die jungen erst etwa 100 Jahre alten Lavafelder windet.
Hier noch ein farbiges Foto aus der Nikon D800E. Ich mag hier ganz besonders den langen schmalen Wolkenstreif der aussieht als würde der Gipfel des Pico del Teide Rauch in den Himmel blasen. Während ich dieses Foto aufgenommen habe, hat Sandra mit der Nikon D5100 und dem AF-S VR 55-300mm versucht einige der vielen Schwalben abzulichten. Aber trotz Sportprogramm war die Ausbeute nur sehr klein. Diese Vögel sind einfach zu klein und zu schnell um sie in der freien Wildbahn wirklich schön fotografieren zu können.
Für alle die sich für das oben gezeigte Stativ interessieren, habe ich hier einen Link herausgesucht.
Teneriffa 2013 – Tag 6 – Buenavista Infrarot
Am 6. Tag unserer Reise bin ich von der Wanderung zur Pisaje Lunar noch ein klein wenig angeschlagen. Mir ist eher nach einem ruhigen Urlaubstag als nach der nächsten Wanderung. Sandra und ich halten nach dem Frühstück einen kurzen “Kriegsrat” und machen uns dann auf zu einem Restaurant das ich bislang nur aus der fotocommunity kenne. Letztlich landen wir in Buenavista del Norte im Restaurant El Burgado direkt am Meer. Das Restaurant liegt wirklich ganz famos nah am Wasser. Gleich nebenan sind ein schönes Schwimmbad und der toll angelegt Golfplatz. Rechts neben dem Restaurant ist ein kleiner Wasserfall, das Wasser fließt dann durch eine Öffnung in der Wand in ein großes Wasserbecken innerhalb des Restaurants. Dann wieder über einen kleinen Wasserfall in einen kleinen künstlich angelegten Bachlauf durch das Restaurant und schließlich zwischen den Tischen hindurch über die wunderschön gelegenen Terrasse.
Wir bestellen uns zwei Steaks mit Fritten und Salat und sind von Preis und Qualität der Speisen mehr als angetan. Hier gefällt es uns und hier kann man ganz herrlich die Seele baumeln lassen.
Hier nun einige Fotos die ich mit der auf Infrarot umgebauten Nikon D300 und dem Nikon AF-S VR 16-85mm aufgenommen habe. (alle Fotos sind 1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken)
Hier jetzt ein Foto das ich besonders beeindruckend finde. Es ist ein echtes Infrarot-Bild und es zeigt keinerlei Bewegungsunschärfe. Die Gischt der sich direkt neben dem Restaurant brechenden Welle ist bis in das letzte Tröpfchen scharf abgebildet. Mit einer herkömmlichen Kamera und einem Infrarotfilter wären diese ultrakurzen Belichtungszeiten niemals erreichbar.
Hier einer meiner Favoriten dieser Serie. Der Horizont ist gerade wie mit dem Lineal gezogen. Und die beiden Bäume bilden einen tollen Kontrast zum blauen Himmel – der im Infrarot-Bereich natürlich fast Schwarz dargestellt wird.
Und hier noch etwas Farbe für Eure mittlerweile “grauskalierten Augen”. Diese Fotos sind mit der Nikon D800E und dem superguten Nikon AF-S 2.8/24-70mm aufgenommen. Lieder habe ich hier nicht genug Speicherplatz um alles im Original hochzuladen. Aber vielleicht glaubt Ihr mir auch so, dass diese gewaltig großen Fotos irre fiele Details haben und hübsch groß gedruckt sehr gut aussehen würden.
Teneriffa 2013 – Tag 5 – Paisaje Lunar
Mein Mac läuft wieder und so kann ich Euch noch kurz etwas zu den letzten Tagen der ersten Reise des Jahres 2013 schreiben – also los…
Nachdem ich am Vortag hochgeschreckt bin und dachte, dass ich verschlafen habe, ist für den Mittwoch der Handywecker gleich mehrfach gestellt. Sandra hat ihr Handy auch auf Alarm getrimmt und so kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Ich bin ein ganz ganz schlechter Frühaufsteher, es bereitet mir regelrecht körperliche Qualen. Im Gegenzug kann ich meist nicht auf Kommando einschlafen, so dass es abends oft sehr spät wird. Am Abend VOR dem frühen Aufstehen ist das wieder einmal so. Die Nacht ist kurz und unruhig – “Bloß nicht verschlafen” geht es mir immer wieder durch den Kopf. Dann werde ich wach, draußen ist es noch dunkel und ich schaue prüfend auf die Uhrzeit an meinem Handy – ich bin 2 Minuten VOR der Weckzeit wach geworden!
Sandra will ich nicht unbedingt wecken also schleiche ich mich leise ins Badezimmer. Als ich dort fertig bin steht Sandra in der Küche. “Du weißt schon, dass Du eine Stunde zu früh bist?” Ohje, diese Zeitzonen und Sommer- und Winterzeiten machen mich echt fertig. Da habe ich bei meinem Handy alles richtig eingestellt – dachte ich. Doch irgendwas ist wieder falsch. Zwar kommt jetzt die korrekte Uhrzeit vom Netzbetreiber und die Zeitzone sollte auch korrekt sein aber die Option “Automatisch auf Sommerzeit umstellen” ist nicht aktiviert. Also bin ich irgendwie wieder falsch. Aber wie sagt man so schön “Better safe than sorry”…
Ich lege mich noch für 45 Minuten auf das Sofa im Wohnzimmer unserer tollen Hotelsuite. Wirklich schlafen kann ich nicht, zu groß ist die Angst wieder zu verschlafen – obwohl ich schon komplett startklar bin. Das wäre wirklich zu blöd…
Um 6h kommt dann Sandra aus dem Schlafzimmer und fragt mich ob ich denn nicht langsam mal los will. Ich will noch nicht, denn ich bin ja schon komplett angezogen und zum Abmarsch bereit. Da sollte es reichen um 6h30 aufzubrechen um pünktlich um 7h bei Wolfgang aufzuschlagen. Ich drehe mich auf dem Sofa um, aber zähle irgendwie doch die Minuten. Ziemlich genau um 7h bin ich dann bei Wolfgang. Er ist gerade beim Frühstück und wir können schon kurz darauf aufbrechen. Wir nehmen die Autobahn von Puerto de la Cruz in Richtung La Laguna. Bei Tacoronte verlassen wir die Autobahn und es geht über Agua Garcia und La Esperanza hinauf in die Canadas del Teide. Während ich den Mietwagen durch die zahllosen Kurven dirigiere geht bereits die Sonne auf. Insgeheim bin ich ziemlich enttäuscht. Ich hätte eine Stunde eher hier sein können, aber hätten wir das so ausgemacht, ich hätte es wahrscheinlich nicht geschafft. Als wir unseren ersten Fotospot erreichen ist die Sicht grandios, aber die Sonne steht schon recht hoch am Himmel.
Ich bin einfach nicht für Sonnenaufgänge gemacht. Wenn ich sie wirklich fotografieren will, dann muss ich an den Locations übernachten. Alles andere klappt bei mir einfach nicht, traurig aber wahr… Hier eines dieser Fotos das ich im Jahr 2005 nach einer langen kalten Nacht im Gebirge mit meiner Nikon D2x aufgenommen habe.
Im Wechsel fotografiere ich mit der auf Infrarot umgebauten Nikon D300 und der famosen Nikon D800E. Später werde ich feststellen müssen, dass die D300 von der Timelapse-Aktion des letzten Abends noch auf ISO-1000 eingestellt ist. Die Fotos sind deutlich verpixelt, das hätte nicht sein müssen. Und wieder habe ich eine Lektion gelernt: Vorbereitung ist alles!

Wir fahren weiter vor einem Aussichtspunkt zum nächsten. Es entstehen viele hundert Fotos des immer gleichen Motives. Dieser Vulkan zieht Wolfgang ebenso in seinen Bann wie er es auch bei mir schafft. Eigentlich würden ein paar Fotos ja ausreichen, aber wir versuchen uns immer wieder an diesem Motiv, denn es sieht immer wieder anders und stets majestätisch aus.
Irgendwann machen wir eine Pause und widmen uns den beiden Lunchpaketen. Später bei der Kaffeepause sehen wir dann die beiden Erlkönige wieder, von denen ich gestern schon berichtet habe.
Während wir unseren Kaffee trinken überlegen wir wie es weitergehen soll. Eigentlich habe ich hier schon alles vielfach abfotografiert, doch die Weiße Mondlandschaft, die Paisaje Lunar habe ich zuletzt im Jahr 2005 besucht. Dort könnten wir noch einmal hinfahren.
Eine Stunde später sind wir am Abzweig zur Paisaje Lunar. Die Offroad Piste ist inzwischen in recht gutem Zustand und man kann sie ohne schlechtes Gewissen mit einem Mietwagen recht gut befahren. Nach etwa 9 Kilometern endet die Huckelpiste an einem Campingplatz mitten in den Wäldern oberhalb des Dörfchens Vilaflor. Bei den Waldbränden sind vor einigen Jahren die Holzhütten zerstört wurden. Die neuen Häuser sind ins tollem Zustand und die Kinder eine großen Jugendgruppe beziehen gerade laut johlend ihre Hütten. Wolfgang und ich machen uns derweil fertig für den Aufstieg zur Paisaje Lunar. Vorsichtshalber nehme ich mein GPS mit und markiere den Standort unseres Autos mit einem Wegpunkt. Im Gepäck habe ich neben einer kleinen Flasche Wasser diesmal nur die Nikon D800E mit dem famosen AF-S 2.8/24-70mm und einem B&W Polfilter. Alles ist auf ein großes leichtes BENRO Carbonstativ montiert. Dieses Stativ habe ich Euch vor einigen Wochen in einem Video vorgestellt.
Wir starten unsere kleine Wanderung am rechten Ausgang des Parkplatzes und folgen kleinen Blechschildern die immer wieder an die herumliegenden Felsbrocken geschraubt sind. Hin und wieder gibt es auch einmal einen grünen Punkt. Sehr grob folgen wir dem Verlauf einer Wasserleitung und es geht fast stetig bergauf. Die Wanderung bringt mich an den Rand meiner Leistungsfähigkeit. Mein Asthma macht mir schwer zu schaffen und ich muss immer wieder kleine Pausen einlegen. Wolfgang ist etwa 19 Jahre älter als ich und er geht hier hinauf wie eine Bergziege. Für mich ist das frustrierend und anspornend zugleich. Dieser Kerl gibt mir immer wieder die Hoffnung auf ein entspanntes Leben als Rentner. Gemeinsam mit seiner Frau geht er jeden Donnerstag ein paar Stunden wandern, reist viel, lebt gesund und genießt das Leben in vollen Zügen. Für mich ein wirklich erstrebenswertes Ziel.
Nach etwa zwei Stunden Aufstieg hören wir plötzlich Stimmen. Irgendwer johlt und jauchzt da im Wald. Wir gehen weiter und es kommen die ersten Ausläufer der Paisaje Lunar in Sicht. Etwas später ist dann klar wer hier den Trubel veranstaltet. Es ist eine Gruppe von vier Frauen und zwei Männern. Alle sind scheinbar jenseits der 60 und benehmen sich trotzdem wie kleine Kinder. Ob ich auch einst so sein werde?
Als sie endlich weg sind wird es wirklich ruhig und wir können endlich unsere Fotos in aller Ruhe komponieren. Letztlich werde ich mit fast den gleichen Fotos zurückkehren die ich bereits im Jahr 2005 aufgenommen habe. Nur sind sie jetzt 300% größer. Na ja, wer’s braucht…
Der Rückweg ist nicht weniger anstrengend. Zwar geht es fast nur bergab, aber das lose Geröll erfordert alle Aufmerksamkeit. Wolfgang hat sich bereits vor mehr als einem Jahr von allen schweren Spiegelreflexkameras getrennt und fotografiert nur noch mit einer leichten Bridge-Kamera von Panasonic. Diese liefert immer wieder beeindruckende Bildergebnisse und ich habe den Eindruck, dass diese Fotoausrüstung sehr dazu beiträgt, dass er so unbeschwert die Berge hinauf und hinab wandern kann. Ich habe derweil die D800E von Stativ getrennt und versuche an den ganz abschüssigen Stellen den fehlenden Wanderstab so gut wie möglich mit dem Stativ zu ersetzen.
Immer wenn ich Wolfgang wieder ein Foto machen sehe bin ich ein wenig neidisch. Ich habe mehr als doppelt so viele Pixel, aber braucht man das? Der “Unbeschwerten Leichtigkeit des Seins” ist meine Fotoausrüstung jedenfalls nicht zuträglich…
Als wir zurück am Auto sind brennt die Sonne mächtig stark auf uns herab. Weil ich ziemlich geschafft bin wählen wir für den Rückweg die Autobahn. Das dauert fast genauso lang wie die tausend Kurven, aber es fährt sich etwas entspannter. Als wir bei Wolfgang und Karin eintreffen sind unsere Frauen auch schon dort. Ihre Laune ist gut, sie hatten einen tollen Tag auf Manolos kanarischem Reiterhof etwas oberhalb von Santa Ursula.
Später beim Versuch die Fotos des Tages auf meine neue externe Tunderbolt-Festplatte zu kopieren wird mir dann mein MacBook verrecken. Aber das ist ja jetzt auch schon wieder alles Geschichte. Was bleibt – zumindest bist zum nächsten Festplattencrash – sind die Fotos dieses schönen Tages. Hier eine kleine Auswahl… (1000 Pixel hoch oder breit – einfach anklicken…)
Teneriffa 2013 – Tag 4 – Auditorio und Taganana
Als ich durch ein Geräusch hochschrecke scheint schon das erste Tageslicht in unser Schlafzimmer. Ich zucke zusammen und frage mich ob ich vielleicht verschlafen habe. Irgendwas wildes habe ich geträumt, was genau kann ich nicht mehr sagen, aber es muss wirklich wild gewesen sein. Mein Handy das mich wecken sollte, ist nicht auf der kleinen Kommode neben meinem Bett. Ob ich es überhört habe? Wie elektrisiert springe ich halb schlaftrunken aus meinem Bett und wanke ins Wohnzimmer. Wo ist das Handy, wo ist es bloss. Schließlich finde ich es in meinem Fotorucksack. Es ist im Flugmodus und es zeigt als Uhrzeit 8h51 – Oh Mist – Mist – Mist – ich habe verschlafen, ich wollte um 7h oben bei Wolfgang und Karin sein und dann wollte ich gemeinsam mit Wolfgang hinauf in die Canadas del Teide fahren um den höchsten Berg Spaniens im ersten Morgenlicht zu fotografieren.
Ziemlich hektisch versuche ich das Telefon zu entriegeln. Endlich klappt es, schnell den Wolfgang anrufen und fragen ob er schon los ist oder ob er noch auf mich wartet. Es klingelt, und klingelt und klingelt – es klingelt ziemlich lang und dann ist Wolfgang dran. Mit sonorer Stimme sagt er „Guten Morgen!“ Ich lege sofort los „Hallo Wolfgang, Du es tut mir total leid, aber ich habe irgendwie verschlafen und jetzt ist es schon fast 9h. Ich ziehe mich schnell an und komme dann zu Euch hoch, ok?“ Am anderen Ende eine kurze Bedenkpause, das muss Wolfgang erst einmal sacken lassen. Und als er sich sicher ist, dass ich ihn nicht zum Narren halten will sagt er: „Mittwoch Ansgar, Mittwoch, wir wollen uns am Mittwoch treffen, das ist MORGEN! Komm leg‘ Dich wieder hin!“ Ich bin sprachlos, wie konnte ich mich so vertun. Ok, ich bin jetzt 49 Jahre alt, da lässt das Hirn langsam nach, aber um einen ganzen Tag? Das ist mir lange nicht passiert. Ich entschuldige mich kurz für meinen “Weckruf” und wanke samt Telefon zurück ins Schlafzimmer.
Sandra schaut mich an: „Was hat Dich denn gebissen, Du bist ja eben aus dem Bett gesprungen als hätte Dich eine Tarantel gebissen!“ Ich erzähle ihr wie ich mich vertan habe. Danach synchronisieren wir unsere Handy-Wecker. Mein Telefon ist so eingestellt, dass es die aktuelle Uhrzeit NICHT vom Telefon-Provider übernimmt. Das ist ein Fehler, denn es nicht kurz vor 9h wie gedacht sondern erst kurz vor 7h. Wolfgang muss mich für komplett verrückt halten. Na ja, morgen können wir das klären…
Also wieder rein ins Bett und noch ein bisschen weiterschlafen. Das ist auch gut, denn nach diesem Schreck bin ich ziemlich fertig mit den Nerven!
Später gibt es dann Frühstück und gegen 11h sind wir endlich startklar. Keine Ahnung warum wir morgens immer so unglaublich lange brauchen bis wir endlich startklar sind, aber wir sind ja nicht auf der Flucht sondern haben Ferien! Unser Ziel ist das Auditorio in der Hauptstadt Santa Cruz. Dieses schöne Opernhaus hat es mir angetan und ich war schon einmal dort um es zur blauen Stunde zu fotografieren. Heute will ich mal versuchen einige abstrakte Details zu finden und das Spiel aus Licht, Schatten und geschwungenen Formen mit meiner auf Infrarot 830nm umgebauten Nikon D300 festzuhalten.
Gleich neben dem Auditorio finden wir einen Parkplatz und sind nicht schlecht überrascht, dass das große schöne angelegte Schwimmbad gleich neben dem Auditorio fast leer ist.
Am Opernhaus angekommen nehmen wir uns viel Zeit für unglaublich viele Fotos. Dieses Gebäude ist wirklich einzigartig. Zu meinem Erschrecken muss ich aber feststellen, dass sich auch hier die ersten baulichen Mängel zeigen. Scheinbar ist das hier so üblich. Die Mehrzahl der Häuser wird billig gebaut und dann versucht man sie teuer zu verkaufen. Findet sich ein Dummer, so wundert er sich nicht schlecht wenn er nach wenigen Jahren mit umfangreichen Sanierungsarbeiten beginnen darf. Beim Auditorio scheint das nicht anders zu sein. Mich stimmt das jedenfalls nachdenklich…
Nach unserer Fotosession geht es zurück zum Parkplatz. Dort ist der kleinste MacDonalds den wir je gesehen habe. Er gleicht ein wenig einer Wurstbude auf einem Weinfest oder einer Kirmes. Aber die Burger sind ganz frisch und schmecken lecker. Zwei Burger später geht es dann mit dem total aufgeheizten Mietwagen in Richtung Norden.
Am Morgen sind wir bei etwa 22°C gestartet, inzwischen sind die Temeraturen weitergeklettert. Die Klimaanlage läuft auf höchster Stufe, trotzdem schwitzen wir im Auto vor uns hin. Wenn man bedenkt, dass in Deutschland aktuell nachts noch Bodenfrost herrscht, dann ist das schon ein krasser Unterschied. Vorbei an den Hafenanlagen fahren wir in Richtung Playa de las Teresitas. Kurz vorher weist dann ein Schild nach links in Richtung Taganana. Die Straße ist toll ausgebaut und während ich unseren Opel Astra durch die Kurven schwinge wünsche ich mir hier mal ein paar Wochen Urlaub mit einem Motorrad zu machen. Bis Taganana sind es etwa 16 Kilometer. Eigentlich wollen wir auch gar nicht nach Taganana sondern etwas weiter bis nach Benijo. Dort gibt es schöne einsame Strände und hier könnte Sandra etwas schwimmen gehen während ich am nächsten Strand ein paar Fotos mache.
Gesagt getan, zwischen Taganana und Benijo setze ich Sandra am Strand ab und fahre ein paar Minuten weiter nach Benijo. Dort finde ich tatsächlich sofort einen Parkplatz, was dort wegen der super engen Straßen gar nicht selbstverständlich ist. Bepackt mit mehreren Objektiven, Kameras und einem großen Stativ geht es die vielen Stufen hinab bis zum felsigen „Strand“. Es ist heiß wie die Hölle und während mir die Sonne das Hirn grillt versuche ich ein paar vernünftige Fotos auf die Reihe zu bekommen. Bewegen kann ich mich kaum denn ich bin so verschwitzt, dass die Hose an den Beinen klebt.
Hier dreimal das gleiche Motiv. Einmal mit Nikon AF-S VR 16-85mm, dann mit Lens Baby II und dann mit Nikon AF-D 2.8/10,5mm Fisheye!
Nach etwa einer Stunde gebe ich auf und sammle Sandra wieder am Strand ein. Beide haben wir einen Sonnenbrand. Bei mir ist es mal wieder die Nase, bei ihr der Rücken, Schultern, eigentlich ist fast die halbe Frau rot von der intensiven Sonne. In einem der vielen Restaurants gibt es ein großes Glas Bier mit Sprite – lecker! So gestärkt fahren wir die gefühlten 1.000 Kurven zurück zum Hotel. Am Mirador oberhalb von Las Mercedes springe ich kurz mit der D300 aus dem Auto um quer über die Insel hinweg ein Foto meines Lieblingsberges zu schießen. In den letzten Tagen und Wochen hat sich der Gute häufig in Wolken versteckt, nun ist er endlich einmal sehr schön klar zu sehen. Ein wenig dunstig ist es rund herum, aber die Infrarot-Kamera vermag das zu einem guten Stück zu durchdringen, so dass letztlich doch zwei ganz brauchbare Fotos entstehen.
Alles in allem war es ein sehr schöner Tag, auch wenn die ungewohnt starke Sonne und heute ziemlich zugesetzt hat. Aber das wollten wir ja auch. Kalt und grau könnten wir es ja auch in Deutschland haben
Obwohl ich die Videokamera und die Nikon D800E mit im Gepäck hatte, habe ich fast ausschließlich mit der ultracoolen Infrarot-Kamera fotografiert. Heute habe ich diese D300 mit langen Teleobjektiven benutzt (erstes Foto ganz oben), es war eine “Loreo Lens in a Cap” Lochblende mit Plastiklinse montiert, ich habe mit einem Lens Baby II experimentiert und nicht zuletzt habe ich am Auditorio etliche Infrarot-Fotos mit dem Nikon AF-D 2.8/10,5mm Fisheye geschossen.
Dieser Umbau hat sich für mich zu 100 Prozent gelohnt. Dass ich bei jedem Foto einige Staubkörner wegstempeln muss, die sich scheinbar zwischen dem neuen Infrarotfilter und dem Chip befinden, das ist lästig, aber man kann damit leben. Das geniale ist eben, dass ich nun Infrarot-Fotos mit praktisch allen Objektiven aufnehmen kann die sich an das Nikon F-Bajonett ansetzen lassen. Ob Lochblende oder Fisheye, es klappt so ziemlich alles an dieser Kamera und das hebt die Infrarot-Möglichkeiten auf ein vollkommen neues Niveau!
Hier noch drei Fotos die ich mit der Nikon D800E gemacht habe. Irgendwie ist sie auch ziemlich cool
Mein “Bild des Tages” ist dieses hier. Es ist mit der D800E und dem Nikon AF-S VR 4/16-35mm aufgenommen. Bei der Schwarz-Weiß-Konvertierung habe ich das Preset “Infrarot” verwendet. Damit bekommt das Bild einen ganz ähnlichen Touch wie die Bilder aus der D300. Nur sieht es für mein Empfinden noch etwas edler aus. Was mir hier ganz besonders gut gefällt sind die vielen diagonalen Linien die fast perfekt in den Bildecken auslaufen. Ich hätte es noch korrigieren können, aber ich wollte Euch auch mal ein Bild zeigen, bei den ich nur die Farben durch Graustufen ersetzt habe und das ansonsten unbearbeitet ist.
Fazit
Beide Kameras machen Spaß, aber man kann eben nicht wirklich mit mehr als einer Kamera gleichzeitig fotografieren. Und morgen werde ich versuchen nicht zu verschlafen und ganz pünktlich um 7h bei Wolfgang vor der Türe zu stehen. Ob es geklappt hat, das könnt Ihr morgen Abend lesen
Teneriffa 2013 – Tag 3 – Mein Geburtstag
Vor vielen Jahren habe ich mal einen Afrikaner aus Kenia kennengelernt. Sein Name war Cliff und wir haben uns irgendwann einmal darüber unterhalten wie er in Kenia früher seinen Geburtstag „begangen“ hat. Cliff hat mir damals erzählt, dass die Menschen in seinem Dorf ihren Geburtstag als einen Tag der Einkehr begangen haben. Dass sie allein hinaus in die Natur gegangen sind um dort diesen Tag allein mit ihren Gedanken zu verbringen. Mir war das damals sehr fremd, für mich gehörten eine Party und viele tolle Geschenke zu einem Geburtstag einfach dazu.
Inzwischen ist das bei mir grundlegend anders. Parties mag ich nicht mehr so richtig und als ich im Jahr 2010 meinen Geburtstag auf dem Weg nach Las Vegas erleben durfte und dieser unter Berücksichtigung der Zeitverschiebung mehr als 30 Stunden lang war, da setzte ein Umdenken ein. Inzwischen ist mir der Gedanke sehr vertraut an einem Tag im Jahr mal über das Leben, das Universum und den ganzen Rest nachzudenken. Heute hätte es so ein Tag werden können, aber dann kam alles ganz anders…
Nach dem ausgedehnten Frühstück erreiche ich meinen Freund Wolfgang am Telefon. Er sitzt unten in La Paz dem deutschen Stadtteil von Puerto de la Cruz bei „Pepito“. Dort treffen sich jeden Montag einige deutsche Residenten um den neuen Spiegel zu lesen und die politischen Ereignisse in aller Welt zu diskutieren. Als wir telefonieren löst sich die Runde gerade auf. Wir verabreden uns für 13h am Plaza de Charco, dem zentralen Platz im Herzen von Puerto de la Cruz. Von dort aus geht es zu einem sehr netten kleinen Thailändischen Restaurant. Später gibt es auf der Plaza eine tolles leckeres Eis und einen Barraquito con Vitaminas – lecker!!
Ich habe heute alle Kameras im Hotel gelassen, lediglich die um Infrarot umgebaute Nikon D300 mit dem 16-85mm Objektiv darf mit. „Less is More“ wie Ludwig Mies van der Rohe bereits im letzten Jahrhundert postulierte… Wir parken unser Auto am Playa de Jardín und schießen dort die ersten Fotos.
(Alle Fotos 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)
Unsere Frauen entschließen sich gemeinsam hoch zum Manolos Reiterhof zu fahren. Wolfgangs Frau Karin gibt dort eine Stunde Reitunterricht für ein kleines Mädchen. Sandra ist sowieso Feuer und Flamme für diesen Reiterhof und freut sich sehr die vielen Pferde wieder zu sehen. Also trennen sich kurz unsere Wege. Sandra, Karin und Wolfgang fahren schon einmal vor und ich nutze den Weg zum Auto für einige Infrarotfotos.
Während sich unsere Mädels mit den Pferden beschäftigen, tun Wolfgang und ich etwas Vernünftiges, wir genießen den schönen warmen Tag bei Kaffee und Keksen auf seiner Terrasse mit Blick auf den höchsten Berg Spaniens, den Pico del Teide. Leider müssen wir heute wegen der dichten Wolken raten wo er gerade ist, aber er bewegt sich extrem langsam und daher steht er auch heute noch dort wo er bereits seit einigen tausend Jahren steht. Die Wolken sind also kein Problem, er ist ja da, wir wissen es…
Als Karin und Sandra vom Reiten zurück sind plauschen wir noch ein Weile. Sandra und ich verabschieden uns gegen 19h und fahren rüber zum Monasterio in Los Realejos. Das ist ein schönes alten Kloster von dem ich hier schon oft berichtet habe. Ein deutscher Wirt hat hier eine Reihe toller Restaurants mit leckerem Essen und gutem Service etabliert.
Als wir „unserer Restaurant“ betreten werden wir von Oberkellner D. Juan mit einem Handschlag begrüßt. Man kennt sich inzwischen und er scheint sich zu freuen, dass wir ihm und seinen Mitarbeitern immer wieder einen Besuch abstatten. Zuletzt waren wir dort an Heiligabend zu unsrem großen Weihnachtsessen. Heute gibt es gegrillte Fisch-Filets mit Kanarischen Schrumpelkartoffeln sowie roter und grüßer Mojo-Sauce. Das schmeckt supergut und wir spülen mit einem großen Radler nach, das man hier Shandy nennt.
Am den Nachbartischen sitzen mehrere deutsche Paare. Ich bekomme nur das Gehabe mit, verstehen tue ich bei all den Umgebungsgeräuschen fast nichts. Und das ist vielleicht auch besser so. Sandra spitzt jedenfalls die Ohren, verdreht die Augen und hat Mühe zu fassen wie sehr sich manch deutscher Tourist im Ausland daneben zu benehmen vermag. Zoff wegen der Bestellung am einen Tisch, am anderen Tisch eine Flasche Wein die er probiert, für gut befindet, die sie aber nicht trinken will weil sie der Meinung ist der Wein schmecke nach Kork. Ihm ist die Show irgendwie peinlich, er geht rüber zum Kellner und bittet um einen anderen Wein. Dieser kommt sofort aber dann lässt er sie kosten. Die Rache des kleinen Mannes könnte man es nennen. Ihr scheint das ein wenig peinlich zu sein, aber sie überspielt es so gekonnt, dass selbst wir es nicht bemerken. Erst riecht sie intensiv am Korken, dann am Wein im Glas, dann nochmals am Korken, dann wird der Wein hin und her geschwenkt, zweimal riechen, dreimal, viermal, ein Schlückchen, schlabbern zwischen den Backentraschen, schlucken riechen, ein neuer Schluck, riechen, dann das erlösende „Oh ja, der ist ganz ok!“ Au Backe denke ich nur und bin froh, dass ich nur das Gehabe erleben durfte und die passende Konversation nicht in voller Schönheit verfolgen musste.
Manchmal ist es gar nicht so verkehrt wenn man nicht alles hören kann
Nach dem leckeren Essen geht es zurück ins Hotel. In der Stadt hat Sandra eine Flasche Ramazotti organisiert. Der ist hier schwer zu kriegen und ich bin froh, dass ich beim BLOGgen einen leckeren Schluck zu mir nehmen kann.
So einfach kann ein Geburtstag auch sein. Keine unzufriedenen Schwiegermütter, keine streitenden Kinder, alles erläuft in Harmonie und Frieden. Vielleicht war dieser Tag dem was mein Freund Cliff damals beschrieben hat gar nicht so unähnlich.
Ok, Freunde, jetzt werde ich mich meiner Geburtagspost widmen. Neben all den Anrufen habe ich fast 100 E-Mails, Grußkarten, Facbook-Messages usw. bekommen. An dieser Stelle schon einmal meinen ganz herzlichen Dank an meine Familie und Freund, sowie an alle treuen Leser und alle die mir bei meinen Reisen und Artikeln so oft mit Rat und Tat beiseite gestanden haben.
D*A*N*K*E
Teneriffa 2013 – Tag 2 – Infrarotfotografie im Paradies
Als ich wach werde schmerzen die Schultern wie die Hölle. Das Hotel ist wirklich gut, aber die Matratzen hart wie das Grün auf einem Billardtisch. Und dann die Kopfkissen, sie sind schmal und lang, dafür ziemlich dünn, alles nichts für Seitenschläfer. Dementsprechend bin ich beim Frühstück noch ziemlich zerknittert. Das Hotel ist ziemlich voll, beim Frühstück kommt es mir vor als wäre es nahezu ausverkauft. Wegen des etwas kühlen Wetters sitzt aber niemand draußen auf der Terrasse. Vielleicht traut sich auch niemand. Da es im Speisesaal brechend voll ist, machen wir den ersten Schritt und setzen uns raus unter die Wolken
Vor uns liegt das Tal von La Orotava und ganz oben am Rand des Gebirgszuges kann ich die weißen Türme der Sternwarte sehen. Sandra nennt sie immer die Wetterstation. Ich muss jedes Mal grinsen, was haben Teleskope mit dem Wetter zu tun? Irgendwann sprechen wir darüber und jetzt ist es auch für mich nur noch die „Wetterstation“.
(Alle Fotos sind 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)
Da es gegen 10h nur etwa 19°C warm ist, beschließen wir mit unseren Kameras zum Schmetterlingsgarten in Icod de Los Vinos zu fahren. Natürlich fahren wir nicht wirklich mit unseren Kameras, sondern mit unserem Mietwagen, die Kameras liegen nur im Kofferraum – nur dass hier keine Missverständnisse passieren und Legenden geboren werden. „Ach der Ansgar, das ist doch der der immer mit seiner Nikon durch die Gegen fährt…“
In Icod angekommen fahren wir immer in Richtung „Drago Millenario“. Das ist ein mehrere hundert Jahre alter Drachenbaum der hier auf der Insel sehr verehrt wird. Kurz vor dem „Parque del Drago“ ist auf der linken Seite ein sehr modernes Parkhaus in den Felsen gebaut. Dort stellen wir unser Auto ab und laufen ein paar Meter zum „Mariposario“. Der Eintritt ist nicht teuer und in dem großen warmen Raum erwarten uns viele hundert wunderschöne Schmetterlinge. Eine Jacke braucht man hier nicht, die Schmetterlinge lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von etwa 27°C – Es ist also endlich warm – fast ein wenig zu warm – aber uns Deutschen kann man es ja eh nicht recht machen
Statt zu fotografieren filme ich fast ausschließlich mit der Nikon D800E, dem AF-S VR 2.8/70-200mm und dem TC-17E II Telekonverter. Die Hintergrundunschärfe ist mit dieser Objektiv-Kombination noch bei Blende 8 wirklich schön. Und man kommt sehr nah an die Schmetterlinge heran. Das korrekte Fokussieren ist etwas schwierig und ich würde mir einen Getriebeneiger wünschen. Aber mit dem FLM 38FT Kugelkopf klappt es trotzdem recht gut. Als Stativ habe ich ein recht großes BENRO Carbonstativ dabei. Zum Stativ und Kugelkopf gibt es bei YouTube ein Video das ich vor einigen Wochen aufgenommen habe. Diese Kombination ist schön leicht, trotzdem stabil und funktioniert sehr gut.
Lediglich saubere Kameraschwenks sind damit schwierig oder gar nicht zu realisieren. Auch kann man nicht zoomen oder am Fokusring drehen ohne, dass die jeweilige Video-Sequenz völlig verwackelt ist. Hier wären einige Hilfsmittel angesagt, oder gleich eine „richtige Videokamera“.
Im Schmetterlingsgarten halten wir uns wirklich lange auf und als die Füße langsam weh tun und die Akkus fast leer sind geht zurück zum Auto. Die Parkgebühr beträgt 4,10 Euro, das ist ganz erträglich. Von Icod de Los Vinos geht es weiter in Richtung Buenavista del Norte. Dort zweigen wir dann in Richtung Masca ab und machen am Mirador oberhalb von Masca eine schöne Mittagspause. Es sind schwere Wolken am Himmel und es fällt das eine oder andere einsame Regentröpfchen traurig zwischen die noch eingedeckten Tische. Wir setzen uns trotzdem hinein, draußen ist es etwas windig und kühl. Bei Kanarischen Schrumpelkartoffeln und leckerem Bier lassen wir es es uns gut gehen. Zum Abschluss gibt es noch ein Eis von „Kalise“ – das schmeckt wie ein Magnum Mandel – sooo lecker…
Frisch gestärkt wandern wir durch Masca. Der kleine Ort ist nach den schweren Brände vor einigen Jahren wieder völlig hergestellt. Nur die schwarzen Stämme der vielen Palmen erinnern noch an das Inferno. Nach unserer kleinen Wanderung genießen wir auf der Terrasse eines der Restaurants bei einem leckeren Barraquito con Vitaminas lassen wir es uns so richtig gut gehen.
Mit vielen Zwischenstopps geht es über Santiago del Teide über die Serpentinen an den südlichen Hängen hinauf in die Canadas del Teide. Kurz vor Sonnenuntergang sind wir dort. Es ist jetzt etwa 19h und die Sonne wird in etwa 60 Minuten untergehen. Wenn wir das abwarten bekommen wir im Hotel nichts mehr zu Essen. Außerdem haben wir dort auf 2.300 Metern im Schatten nur noch 4°C und und uns bläst ein strammer Wind ins Gesicht. Also gibt es nur noch wenige Zwischenstopps, wir geben Gas und fahren den weniger kurvenreichen weg über La Esperanza, Agua Garcia und Tacoronte zurück nach Puerto de la Cruz. Im Hotel angekommen bin ich froh als ich das Auto endlich abstellen kann. Wir sind nun seit fast 10 Stunden unterwegs und ich bin die vielen Kurven leid. Der Kopf tut weh und ich habe irgendwie ziemlich heftige Zahnschmerzen. All das kommt mir vor als wäre ich von der Fliegerei des Vortages noch etwas angeschlagen.
Da kommt es gerade recht, dass meine liebe Sandra mit mit einer Kopfschmerztablette beiseite steht. Es werde noch kurz einige Fotos dieses tollen Tages gesichtet und schon bin ich im Reich der Träume. Während ich dort bin träume ich von vielen weiteren Infrarot-Fotos mit der umgebauten Nikon D300. Anfangs war ich etwas skeptisch, aber nachdem ich neue IR-Filterglas vor dem Chip einer gründlichen Reinigung unterzogen habe, bleiben je Foto aktuell vier kleine Staubkrümel die immer wieder weggestempelt werden müssen. Das ist etwas lästig, aber damit kann man andererseits auch recht gut leben.
Denn derart krasse Infrarot-Fotografien wären in dieser Einfachheit und diesem enormen Tempo anders nicht möglich. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich das erste Foto ganz oben mit dem Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm gemacht habe. Alle anderen Fotos habe ich mit dem famosen Nikon AF-S VR 16-85mm aufgenommen. Dieses Objektiv eignet sich für Infrarot wirklich ganz vorzüglich. Lediglich bei direktem Fotografieren in die Sonne sieht man sehr viele Lichtreflexe auf den Oberflächen der vielen Linsen. Hier ist ggf. ein Lensbaby oder etwas ähnlich primitives im Vorteil.
Fazit
Der Umbau der D300 war mit 529,- Euro nicht ganz billig, aber es war dennoch eine mehr als lohnenswerte Investition. Der Kamera merkt man nicht an, dass sie umgebaut wurde. Das gesamt Handling ist praktisch unverändert. Lediglich die Belichtungsmessung funktioniert nun etwas anders. Bei hellem Tageslicht muss man den Belichtungsmesser um +2EV korrigieren. Dann ist fast alles korrekt belichtet. Für die Kontrolle der Bilder habe ich mir die Kamera so eingestellt, dass sie eine Schwarz-Weiss-Konvertierung macht. Das Active-Delithing ist abgeschaltet, der Kontrast voll aufgedreht. Damit ergeben sich Vorschaubilder die dem “erstrebten Ziel” schon recht nahe kommen.
Hier noch einige Fotos dieses wunderbaren Tages…
Teneriffa 2013 – Tag 1 – Infrarot mit der Nikon D300
Eigentlich hatten wir für meinen Geburtstag eine Tour mit dem Cabrio in den sonnigen Süden geplant. Wir wollten uns treiben lassen und mal schauen wohin es uns verschlägt. Erst einmal den Rhein hinauf, dann durch die Schweiz, vielleicht nach Italien oder Österreich? Doch dann kam alles anders…
(Alle Fotos 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)
Am vorletzten Wochenende soll der dunkelste und kälteste Winter der letzten Jahre endlich zu Ende gehen. Doch ein Hochdruckgebiet im Norden blockiert die warmen Luftströme die aus dem Norden Afrikas über Spanien hinweg warme Luft nach Deutschland bringen könnten. Statt dessen bläst ein unerbittlicher kalter Wind und obwohl es fast Ostern ist erfrieren den Bauern die Kartoffeln auf den Feldern. Keine guten Voraussetzungen für eine entspannte schöne „Oben-Ohne-Tour“ mit dem Cabrio. Als mir dies am Samstagabend klar wird, schläft meine Freundin Sandra neben mir bereits tief und fest. Was wäre eine schöne Alternative? Ich schaue hier und da, wende die Weltkarte bei Google-Earth hin und her und komme letztlich zu keinem Ergebnis.
Statt der Tour mit dem Cabrio könnte es auch eine schöne Reise sein, kurz und knackig sollte sie sein, nicht zu teuer und ganz spontan zu buchen. Es sollte etwas sein wofür es keine Impfung braucht, kein Visum und keinen Reisepass, denn der ist wieder einmal nicht mehr dort wo ich ihn glaubte zuletzt sorgfältig abgelegt zu haben.
Irgendwann lande ich wieder bei den Kanarischen Inseln. La Palma wäre eine Option, vielleicht auch mal La Gomera, oder Gran Canaria? Das Angebot der Last-Minute-Reisen ist gewaltig. Es gibt 7 Tage All-Inclusive für bspw. 347,- Euro pro Nase. Aber schaut man genauer hin, so kommen entweder weitere Gebühren hinzu oder die Hotels haben zusätzlich zu den zwei Sternen (Landeskategorie) noch mehrere hundert durchwachsene bis schlechte Bewertungen. Wenn schon eine Geburtstagsreise in die Sonne, dann nicht in einen alten verschimmelten Hotelbunker aus den 70er Jahren, da muss nicht sein… Und wie das immer ist, ich finde nichts obwohl das Angebot riesengroß ist. Die Nacht ist unruhig und am nächsten Morgen halten meine Freundin und ich „Urlaubs-Kriegsrat“. Am Ende sind wir der Meinung, dass es nichts schändliches ist nur einige Wochen nachdem wir zuletzt auf Teneriffa waren erneut dorthin zu fliegen. Gleiches Hotel, Halbpension, Air Berlin, Abflug von Köln Bonn und alles zusammen kostet für zwei Personen 1.400,- Euro. Beschlossen verkündet und gebucht – kaum zwei Wochen später geht es wieder einmal nach Teneriffa und wieder einmal in das Las Aguilas in Puerto de la Cruz. Bei Cicar habe ich einen „Neuen Opel Astra“ gebucht. Der kostest für 8 Tage 174,- Euro – All Inclusive – das ist drastisch billiger als daheim bei uns in Deutschland…
Als die Reise vor der Türe steht bin ich irgendwie unruhig. Zwar fliege ich seit vielen Jahren beruflich und privat durch die Gegend, doch das Reisefieber kommt immer wieder auf wenn es eine Reise ist bei der man nichts vergessen sollte. Und ich habe schon wieder einiges vergessen. Der Reisepass ist nicht aufzufinden, sicher steckt er noch in einem Fotorucksack oder eine Notebooktasche, ich werde ihn finden, dessen bin ich mir sicher, aber wann wird das sein? Mein schönes kompaktes kleines Manfrotto Carbonstativ – es ist verschollen. Habe ich es meiner Freundin geliehen, liegt es in meinem Appartement in Mainz, im Auto im Kofferraum, wo nur? Alles nichts weltbewegendes, aber ich bin doch unruhig. Der Flieger geht am Samstagmorgen um 4h30 und als ich am Vorabend versuche um 20h wie auf Kommando einzuschlafen, klappt das natürlich nicht. Sandra kann das irgendwie, ich nicht. Während sie an der Matratze lauscht sitze ich in meinem Wohnzimmer und höre via Kopfhörer Musik. Auf dem Wohnzimmertisch liegt seit dem letzten Wochenende das Notebook meines Sohnes. Es ist irgendwie hingefallen, vorne links ist das Plastik etwas beschädigt und die Buchse für den Stromanschluss ist so geschickt herausgebrochen, dass sie beim Versuch das Ding mit Energie zu versorgen im Inneren dieses DELL Notebooks verschwindet. Mein Sohn war ratlos und da ich ja eigentlich alles kann, habe ich sein Notebook natürlich schnell mal zerlegt. Fast bis auf die letzte Schraube, denn erst dann kann man diese Buchse mit Klebstoff fixieren. Das habe ich gemacht und der Klebstoff hatte eine Woche lang Zeit wirklich gut auszuhärten. Ob ich dieses China-Plastik-Dings jemals wieder zusammen bekomme?
Nach einer Weile beschließe ich doch etwas gegen meine Schlaflosigkeit zu unternehmen und siehe da, eine Stunde später funktioniert nach dem zweiten Anlauf das Notebook meines Juniors wieder ganz vorzüglich. Es sind drei kleine Schrauben übrig, aber gefühlte 100 Schrauben habe ich wieder zurück geschraubt. Und trotz aller Sorgfalt kann ich die Gewinde nicht finden in die ich diese drei Schrauben drehen könnte. Die Uhr rückt langsam weiter, während ich auf dem Sofa Musik höre und darauf warte endlich einzuschlafen ist es dann plötzlich schon 1h am Morgen. Zeit aufzustehen, wirklich geschlafen habe ich indes nicht. Unter der Dusche versuche ich langsam wach zu werden. Eine Stunde später sind wir mit dem Auto unterwegs zum Flughafen. Es ist eine introvertierte ruhige Fahrt. Am Flughafen Köln/Bonn stellen wir das Auto kurz ab, wir sind mehr als gut in der Zeit. Schnell die Koffer raus und etwa 50 Meter weiter ist schon der Check-In von Air Berlin – das ist mehr als praktisch! Kurz darauf sind unsere Koffer aufgegeben, ich parke mein Auto im Parkhaus 3, Sandra bewacht unterdessen meine Fotoausrüstung, meinen Mac und meine Videokamera. Was Männer alles mitschleppen…
Vom P3 zum Terminal sind es ein paar hundert Meter Fußweg, das geht schnell und als wir pünktlich um 4h30 abheben kommt langsam die Müdigkeit in mir auf. Auf meinem iPad habe ich die komplette zweite Staffel von Game Of Thrones. Aber ich schaffe nicht einmal eine Folge, da fallen mir schon die Augen zu. Als ich wach werde hänge ich total verdreht zwischen den engen Sitzen. Alles tut weh und die Leute die neben mir auf dem Gang darauf warten, dass sie endlich die Toilette benutzen dürfen versuchen zu überspielen, dass sie sich darüber amüsiert haben, dass ich mit offenem Mund neben ihnen in meinem Sitz wahrscheinlich lautstark geschnarcht habe.
Das Hochdruckgebiet im Norden hat heute endlich einen positiven Effekt, wir sind fast 30 Minuten schneller als geplant – Rückenwind ist ein effizientes Energiesparmittel. Warum baut Porsche nicht einfach Autos mit Rückenwind, die wären schneller und würden weniger Benzin verbrauchen…
Am Flughafen Teneriffa Süd angekommen bin ich ziemlich neben der Spur. Die Schultern tun weh, ich kann einfach nicht im sitzen schlafen. Während sich Sandra um die Koffer kümmert organisiere ich den Mietwagen. Alles klappt wie immer problemlos und zügig. Unser neuer Opel Astra ist dann aber ein paar Jahre alt, auf dem Tacho stehen 78.000 Kilometer. In Deutschland wäre dieses Auto längst ausgemustert, aber wir sind rein geografisch gesehen in Afrika und das Ding kostet eben für 8 Tage ganze 174 Euro! Also los zum Hotel. Den Weg fahre ich schon wie im Schlaf, das ist auch gut so denn langsam beginne ich gegen selbigen anzukämpfen. Als wir nach etwa einer Stunde am Hotel eintreffen ist es gerade mal 9h am Morgen. Unser Zimmer ist noch nicht fertig. Kein Problem, wir können die Koffer im Büro hinter der Rezeption abstellen. Es geht zum Frühstück und das ist eine Wucht. Während wir auf das Tal von La Orotava schauen bin ich froh, dass wir hier am Morgen bei 18°C draußen sitzen und gemütlich einen Kaffee trinken können. Diese Insel ist begnadet, das denke ich mir immer wieder. Gegen 11h ist das Zimmer fertig und wir beziehen unser neues Zuhause. Diesmal sind wir auf der anderen Seite, unser Balkon weist nicht nach Nord zum Meer, sondern nach Süden auf die Berge. Kein Problem, hier ist es wärmer, denn in diese Zimmer scheint den ganzen Tag die Sonne. Im Hochsommer eher ein Nachteil, so ist es im Frühjahr hier einfach etwas wärmer. Auf den Einbau einer Heizung wird auf den „Inseln des ewigen Frühlings“ gern verzichtet. Mich stört das nicht so sehr, aber vielen Frauen ist es hier im Winter dann oft doch ein wenig zu kalt. Im Dezember hatten wir im Zimmer auf der anderen Seite des Korridors einen kleinen Heizlüfter den uns mein Freund Wolfgang ausgeliehen hatte.
Derlei Gerät ist im April auf der Südseite des Hotels nicht mehr von Nöten. Während ich mein Notebook anwerfe nimmt meine Panasonic Videokamera bereits die erste kleine Zeitraffersequenz auf. Das macht sie wirklich gut und es ist soooo einfach. Nichts klappert, nichts klickt und nichts muss nachbearbeitet werden. Einfach im Menü einstellen, dass man eine Zeitraffersequenz aufnehmen möchte, das Zeitintervall einstellen und los geht‘s – sehr praktisch diese kleine Kamera!
Das WLAN wurde scheinbar umgebaut oder aufgestockt, auf dem Balkon klappt es sehr gut und 24 WiFi-Zeitstunden kosten 5 Euro. Surft man täglich 3 Stunden lang im Web, so kommt man damit eine Woche lang über die Runden. Damit kann ich gut leben. Im letzten Jahr haben 5 Tage WiFi in Hotel Rigiblick in der Schweiz 69,- Euro gekostet! Das ist hier deutlich preiswerter und sorgt für weniger Verdruss.
So gegen 12h machen wir uns auf den Weg ins Einkaufszentrum auf der anderen Seite der Autobahn unterhalb des Hügels auf dem unser Hotel thront. Im „Alcampo“ besorgen wir uns Shampoo, Kekse, Wasser, Bier und was man sonst noch alles braucht. Danach geht es zur Finca San Juan zu Jo Schlichting. Wir waren nun schon ein paar Wochen nicht mehr dort und irgendwie haben wir „Heimweh“. Natürlich interessiert es uns auch wie es dort mit der Bewirtung des Restaurants weiter geht. Auf der Finca angekommen ist die Freude groß als wir Jo und seine Frau Karo dort antreffen. Zusammen mit Koch Helmut schmeißt sie jetzt dort den Laden. Und der geht scheinbar richtig gut. Heute sind mehrere Gesellschaften dort, alles zusammen fast 75 Gäste. Am letzten Sonntag waren es 150 Gäste – Qualität zahlt sich aus und wir hoffen sehr, dass wir noch oft zum Brunchen oder Abendessen auf dieser tollen FInca sein dürfen. Gegen 15h verabschieden wir uns wieder und ich habe endlich Zeit ein par Fotos mit der auf Infrarot umgebauten Nikon D300 aufzunehmen. Später im Hotel bin ich dann echt hingerissen von den Ergebnissen. Und alles ist so einfach! Nichts Stativ, Filter ab – dran – ab – dran – ab – 30 Sekunden belichten – Rauschunterdrückung trallala – einfach ISO-200 einstellen, Blende 8 und „Klick“. Bei einer 1/250s gelingen scharfe Infrarot-Fotos aus dem Handgelenk – das ist mehr als cool!!
Während ich mich an den tollen Infrarot-Fotos freue und überlege warum ich mich mit der D800E und all den Objektiven abschleppe, holt die mich die vergangene Nacht dann doch noch ein.
Als Sandra mich weckt ist es fast 18h. Ich habe etwa zwei Stunden geschlafen – endlich – geholfen hat es allerdings nur begrenzt. Ich fühle mich als hätte mich ein Pferd getreten. Etwas später wandern wir durch die weitläufigen Außenanlagen des Hotels und ich versuche langsam wieder wach zu werden. Um, kurz vor 19h gibt es dann ein echt tolles Abendessen. Die Qualität der Speisen hat sich seit meinem ersten Besuch im Jahre 2008 sehr gebessert. Es gibt eine riesige Auswahl und das Angebotene schmeckt zumeist sehr gut. Bei Spanferkel mit Reis und Kürbis-Gemüse genieße ich ein großes Glas kaltes frisches Bier. Ich bin angekommen!
Gegen 20h sind wir wieder im Hotel. Ich kann nun mit dem Mac im Bett sitzen, neben mir ein Radler aus dem Alcampo und im Geiste lasse ich einen langen schönen Tag Revue passieren. Diese Insel hat mich in ihren Bann gezogen und ich werde wohl zu Weihnachten wieder hier sein. Es ist einfach zu schön hier. Die Menschen sind freundlich und das Leben als Urlauber ist hier mehr als unkompliziert. In der Werbung würde man es „I am loving it“ nennen
Zum Abschluss noch ein Foto mit dem 10,5mm Fisheye vom Balkon unserer Suite. Das sieht übrigens wilder aus als es ist. Schließt man die Türen ist es ziemlich ruhig hier oben.
Gute Nacht liebe Freunde, morgen geht der Wettstreit “neu fett und teuer” gegen “alt abgewetzt und cool” weiter. Was für ein Wettstreit soll das denn sein fragt ihr euch jetzt vielleicht? Ganz einfach, es ist der Wettstreit – nehme ich die D800E oder die umgebaute D300 mit? Wie er ausgeht – wir werden es sehen…
Nikon D300 – Infrarotumbau auf 830nm
Bereits vor einigen Tagen habe ich euch in diesem Artikel “Nikon D300 – Die ersten Infrarotfotos” vom Umbau meiner Nikon D300 auf Infrarot 830nm berichtet. In den kommenden Tagen werde ich diese Kamera sehr ausgiebig auf Teneriffa testen können. Während der Reisevorbereitungen habe ich eben den Chip gereinigt und einige Testbilder aufgenommen. Wer noch nicht weiß wie man den Chip einer Kamera reinigt, der kann es sich in diesen Videos anschauen.
Welches Objektiv darf mit auf die Reise? Da schon die D800E mit diversen Linsen den Fotorucksack ausfüllt und die schöne Panasonic HC-X909 auch wieder mit auf die Reise geht, sollte die D300 mit einem Objektiv bestückt sein, das sowohl klein als auch leicht ist und sich für die Infrarotfotografie gut eignet.
Hier habe ich jetzt ein Testfoto das ich eben mit dem Nikon AF-D 2.8/24mm aufgenommen habe. Es ist hier in voller Größe abgelegt und wer mag kann es sich mal mit der Lupe anschauen.
An der D300 entspricht ein 24mm Weitwinkel etwa einem 36mm Objektiv. Das ist etwa das was bspw. auch in die Fuji X100 eingebaut ist. Hat man nur eine einzige Brennweite, so ist ein leichtes Weitwinkelobjektiv in der Regel die beste Wahl. Und ich denke, dass das oben gezeigte Ergebnis sehr überzeugend ist und “Appetit” auf mehr macht.
In den nächsten Tagen könnt Ihr hier dann täglich die neuesten Infrarotfotos aus der D300 anschauen. Ich bin sehr gespannt und freue mich auf Euer Feedback!
Nikon D7100 – Das perfekte Telezoom
In letzten Artikel habe ich Euch einige Beispiele zum von mir im DX-Bereich präferierten Nikon AF-S 2.8/17-55mm gezeigt. Heute soll das Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm an der Reihe sein. Dieses Objektiv gibt es inzwischen in einer neueren Version. Neben der neuen Vergütung auf der Basis von Nanokristallen ist die Auflösung an den äußeren Bildrändern etwas besser als beim älteren Modell. Außerdem konnte die Funktionsweise des VR verbessert werden, so dass mit der neueren Version etwas längere Belichtungszeiten aus der freien Hand möglich sind. Hier eine Fotos der ersten Version dieses Objektivs.
Wegen der besseren Daten der neueren Version sind in den letzten Monaten vermehrt Exemplare der ersten Baureihe von “Vollformat-Aufsteigern” verkauft worden. Wie ich meine aber zu Unrecht, denn auch das etwas ältere 2.8/70-200mm liefert bspw. an der Nikon D800E perfekte Bildergebnisse, entsprechende Beispiele findet Ihr in diesem Artikel. Hier ein Beispiel aus diesem Artikel.
(Alle Fotos wie immer 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)
Wie schon im letzten Artikel erwähnt, machen sich die leichten Unschärfen an den Bildrändern im DX Format in keiner Weise bemerkbar. Damit ist das AF-S R 2.7/70-200mm der ersten Generation prädestiniert für die Nutzung mit der Nikon D7100. Von allen Telezoom-Objektiven mit vergleichbarem Zoombereich liefert dieses Objektiv die beste Auflösung und ist wegen des Nachfolgers inzwischen am Gebrauchtmarkt deutlich günstiger zu haben als das neuere Modell. Eine Alternative wäre noch das AF-S VR 4/70-200mm das Nikon vor einigen Monaten vorgestellt hat. Es ist weniger lichtstark und liefert in der Portrait-Fotografie ein weniger weiches Bokeh. Aber aufgrund von Preis und Gewicht ist es trotzdem ebenfalls eine Empfehlung für die Nikon D7100. Allerdings funktioniert der Einsatz mit einem Teleconverter aufgrund der größeren Ausgangsöffnung bei der 2.8er Variante deutlich besser. Das Sucherbild ist heller und der Autofokus ist bei wenig Licht mit der 2.8er Version deutlich treffsicherer.
Hier einige Portraits die ich mit dem AF-S VR 2.8/70-200 bereits vor einigen Jahren outdoor in Verbindung mit dem Nikon SB-900 als Fillflash aufgenommen habe.
Wegen der hohen Lichtstärke funktioniert die Arbeit mit diesem Objektiv auch in Innenräumen mit gedämpftem Tageslicht ganz ausgezeichnet.
Hier ein Foto das vor einigen Jahren auf der Essener Motorshow ganz spontan entstanden ist.
Landschaftsfotografie mit dem Teleobjektiv, geht das überhaupt? Irgendwie erscheint es ein wenig paradox, denn gesonders das Thema “Landschaftsfotografie” wird gemein fast automatisch mit Weitwinkelobjektiven assoziiert. Wie ich meine zu Unrecht, denn gerade mit mittleren Telebrennweiten lassen sich in der Landschaftsfotografie einzelne Motive sehr schön vom Hintergrund separieren. Sei es durch das gezielte Spiel mit der Vorder- bzw. Hintergrundunschärfe oder durch die Nutzung des engen Blickwinkels, Teleobjektive verdichten den Raum und eröffnen im Vergleich zum Weitwinkel vollkommen andere Sichtweisen.
Dazu jetzt einige Beispiele die ich mit dem Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm (Generation 1) und einer Nikon D300 in der Nähe von Page in Arizona aufgenommen habe. Beim ersten Bild regiert die “Diagonale” den Bildaufbau. Das Hauptmotiv ist dekorativ ins linke Drittel des Bildes gerückt.
Hier nun eine andere Sicht auf diesen schönen Hoodoo (White Ghost). Bei diesem Foto sehen wir eine gewollte deutliche Unschärfe im Vordergrund. Die Schärfe liegt auf dem Hoodoo und wie beabsichtigt nimmt die Schärfe im Hintergrund leicht ab. Dadurch ist der Hoodoo schön freigestellt und der Betrachter erkennt instinktiv worum es in diesem Foto geht.
Jedoch fehlt dem Bild trotzdem etwas, es gibt keinen Maßstab. Der Hoodoo könnte 50cm klein oder 10 Meter groß sein. Schauen wir uns die gleiche Szenerie in Verbindung mit einem Menschen als “Maßstab” an.
Wow, was für ein Unterschied – sofort wird klar, dieser Hoodoo ist wirklich ein waschechter weißer Riese
Und wir haben gelernt, dass es dem Betrachter eines Bildes hilft die Dimensionen zu erkennen, sobald ein Mensch auf dem Bild zu sehen ist.
Hier nun ein Beispiel aus dem Coalmine-Canyon. Wieder habe ich meinen Freund Wolfgang als “Maßstab” in das Bild integriert.
Das Foto zeigt zugleich die Qualität dieser Linse im DX-Format. Weder sind die Bildränder abgeschattet noch gibt es Unschärfen an den äußeren Bildrändern. DX-Fotografen sind hier klar im Vorteil, sie nutzen das “Dicke vom Glas” und haben bei diesem Objektiv ein Brennweiten-Äquivalent von 105-300mm bei Blende 2.8 inkl. Bildstabilisator zur Verfügung!
Besonders das “Herauspicken” einzelner Details funktioniert mit diesem Objektiv sehr gut. Manchmal sagen kleine Details mehr aus als ein Foto das mit einem extremen Weitwinkel aufgenommen wurde.
Werfen wir einen 100% Blick auf ein Detail dieses Bildes. Wir sehen hier, dass dieses Objektiv selbst feinste Details auf dem Chip der Nikon D300 sauber abzubilden vermag. Die neue Nikon D7100 verfügt über die doppelte Auflösung und das auch noch ohne Tiefpassfilter. Wer diesen Chip wirklich ausreizen will, der braucht ein Objektiv das mehr ist als ein “Flaschenboden in einer Kunststofffassung”. Neben der sehr guten Auflösung bietet das Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm auf einen perfekten Staubschutz für das Innenleben der verwendeten Kamera. Alles ist perfekt abgedichtet und selbst nach vielen Jahren und tausenden Fotos in der Wüste und anderen garstigen Orten funktioniert mein Exemplar noch immer wie am ersten Tag.

Hier zwei weitere Beispielfotos mit je einem 100% Ausschnitt.


Weiter oben habe ich schon geschrieben, dass sich mit leichten Telebrennweiten Landschaftsmotive etwas “kompakter” darstellen lassen. Nach den Details nun eine Landschaft im “Vollformat”…
Hier nun eine ähnliche Perspektive aus dem AF-S 2.8/17-55mm.
Schauen wir uns nun zwei Fotos eines anderen Motivs an und überlegen wo die Unterschiede sind. Das erste Foto ist eigentlich ganz ok, es gibt eine schöne diagonale Linie die ins Bild hineinführt und das Hauptmotiv liegt dekorativ im linken oberen Drittel des Bildes. Aber geht das nicht auch besser?
Ich denke es geht VIEL besser, nämlich so wie in diesem Bild. Der tiefe Standpunkt und die kurze Weitwinkelbrennweite geben dem Bild einen ganz anderen Charakter. Außerdem bilden die Gräser einen klar definierten Vordergrund und die Wolken einen definierten Hintergrund. Aus der Mitte hebt sich nun sehr schön unsere Gesteinsformation ab und der trockene Baum erzählt seine ganz eigene Geschichte. Fotos wie dieses lassen sich mit dem AF-S VR 2.8/70-200mm allerdings NICHT aufnehmen!
Und damit wird einmal mehr deutlich, dass es Sinn macht mit mehreren Objektiven auf Fototour zu gehen. Sicher könnte man ein 18-300mm Suuuuperzooooomm verwenden, aber das halte ich an Kameras wie der neuen Nikon D7100 nicht für sinnvoll, da diese Objektive einfach alles können, aber nichts davon richtig!!
Wer in Canyons und engen Schluchten fotografiert ist meiner Meinung nach mit dem AF-S 2.8/17-55mm sehr gut bedient. Alternativ könnte man in diesen Situationen auch zum Tokina AT-X Pro 4/12-24mm oder dem 11-16mm Pendant greifen. Lange Brennweiten sind in diesen Situationen eher unpraktisch.
Fazit
Mit dem Nikkor AF-S VR 2.8/70-200mm gibt es ein bezahlbares Telezoom das für die Nutzung an der Nikon D7100 wie geschaffen ist. Dieses Objektiv ist bezahlbar, hat relativ kompakte Abmessungen, kann sehr gut mit dem 1.7er oder 2.0er Teleconverter verwendet werden, liefert exzellente Bildergebnisse und ist neben alle dem so robust gebaut wie ein Panzer.
Mein Tipp, verwendet diese geniale Linse NICHT mit einem billigen UC-Filter als Objektivschutz. Wer das tut schützt zwar die Frontlinse, verschenkt aber ein großes Stück der sehr guten Bildqualität. Ich setze den stabilen Objektivdeckel in der Regel so schnell wie möglich wieder auf das Objektiv und verwende es GRUNDSÄTZLICH mit der großen Gegenlichtblende. Damit ist die Frontlinse im Falle eines Sturzes gut geschützt. Für die Reinigung der Frontlinse verwende ich einen Blasebalg oder etwas Druckluft aus der Dose. Erst wenn alle Staubpartikel weggepustet sind lasse ich einen Lenspen an die Frontlinse. Auch schöne alte hunderfach gewaschene Taschentücher aus Baumwolle sind sehr gut für die Reinigung der Frontlinse geeignet.
Im Fotofachhandel findet man darüber hinaus einige Reinigungssets denen eine Reinigungsflüssigkeit für hartnäckige Verschmutzungen beiliegt. Einen UV-Filter würde ich als Schutz nur dann vor dieses Objektiv schrauben wenn es am Meer oder auf dem Wasser verwendet wird.
Ob man sich für die weniger lichtstarke 4.0er oder die neuere Generation des 2.8er entscheidet, das muss jeder mit sich und seiner Geldbörse abstimmen. Mein Favorit für die Nikon D7100 ist ganz klar die sehr gute preiswertere ältere Version, hier habe ich für Euch alle drei Kandidaten bei amazon.de herausgesucht…
Nikon D7100 – Das perfekte Objektiv
In diesen Tagen werden die ersten Exemplare der neuen Nikon D7100 an die Händler ausgeliefert. Dass eine Kamera immer nur so gut ist wie das Objektiv und der Fotograf der beides verwendet, das sollte jedem klar sein. Die Kamera allein macht keine guten Bilder und mit schlechten Objektiven lassen sich keine detailreichen scharfen Fotos erstellen. Doch welches Objektiv ist für die neue Nikon D7100 die “perfekte Linse”? Meiner Meinung nach ist das Angebot sehr guter DX Objektive recht gut, da man als DX-Fotograf auch alle FX-Linsen verwenden kann.
Am 3. März 2009 konnte ich gemeinsam mit meinem Freund Wolfgang das Coyote Buttes North Areal in Arizona besuchen. In meinem Rucksack hatte ich:
- Nikon D300
- Nikon F100 mit Fuji Velvia 50 und Kodak Ektar 100
- Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm
- Nikon AF-S 2.8/17-55mm
- Nikon AF-D 2.8/10,5mm
- Tokina AT-X PRO 4/12-24mm
- Lensbaby II
All diese Objektive ermöglichen Fotos in allerbester Qualität, das Lensbaby vielleicht ausgenommen. Es hat andere Qualitäten, aber später mehr dazu…
(Alle Fotos sind 1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken…)
Heute ist mir bei der Sichtung der mittlerweile 4 Jahre Bildergebnisse wieder einmal aufgefallen, dass ich auch bei diesem Trip die überwiegende Zahl der Fotos mit dem famosen Nikon AF-S 2.8/17-55mm aufgenommen habe. Dieses Objektiv ist einfach perfekt und neben der überragenden optischen Qualität auch noch “robust wie ein Panzer”.
Wer sich eine Nikon D7100 gönnt und auf der Suche nach dem absolut perfekten Midrange Zoom Objektiv ist, der kommt an dieser Linse nur sehr schwer vorbei. Wer zusätzlich ein sehr gutes Weitwinkel-Zoom sucht, der ist mit dem Tokina 4/12-24 oder auch der 11-16mm Variante sehr gut bedient. Wer ein Fisheye für die D7100 sucht, dem sei das wunderbare Nikon AF-D 2.8/10,5mm sehr empfohlen. Im Telebereich liefern sowohl das etwas ältere AF-S VR 2.8/70-200 als auch die neuerer Version perfekte Bildergebnisse. Eigentlich sind es FX-Objektive und so gibt es bei der D7100 weder Probleme mit Randunschärfen oder unschönen Vignettierungen der Bildränder. “Wer im DX-Bereich mit FX-Linsen fotografiert, der verwendet nur das Gute der eingebauten Gläser, also nur das dicke Glas aus der Mitte!!!” – Mit diesen Worten hat das mal ein guter Freund auf den Punkt gebracht und Recht hat er!
Schauen wir uns einige Fotos an die mit dem AF-S 2.8/17-55 mm und der Nikon D300 im März 2009 in der berühmten “Wave” in Arizona entstanden sind.
Das erste Foto besticht nicht gerade durch gute Farben und überragende Schärfe. Wie kommt das? Ganz einfach, hier habe ich absichtlich eine recht schludrige RAW-Konvertierung mit Snapseed durchgeführt. Dieses Beispiel soll zeigen, dass das wirklich gute Foto auch bei der Nikon D7100 nicht wie von allein auf der Speicherkarte landet. Wer wirklich perfekte Bildergebnisse mit der D7100 erzielen will, der kommt neben der richtigen Aufnahmetechnik und den perfekten Objektiven um die Arbeit im RAW-Modus und die anschließende Konvertierung nicht herum.
Auf diesem Fotos kann man übrigens das Areal rund um “The Wave” schon in der Ferne erkennen. Es liegt im V-förmigen Einschnitt an der oberen Bildmitte.
Hier zum Vergleich ein korrekt konvertiertes RAW-Bild das nur wenige Augenblicke später bei gleichem Licht entstanden ist. Zwischen diesen beiden Fotos liegen Welten, oder?
Hier nun eine Reihe von Fotos dieses wunderschönen Trips. Alle Fotos enthalten die vollständigen EXIF-Daten. Wer sich für die Details interessiert kann, der kann dort alles nachlesen.
Hier jetzt ein Fotos das ich mit dem Lensbaby II aufgenommen habe. Es gibt mir bei diesem Bild darum das Zentrum zu betonen und den Rest des Bildes in Unschärfe zu hüllen. Sieht man genau hin, so fällt die sehr gute Schärfe im Zentrum des Bildes auf, währen die Ränder leicht unscharf abgebildet werden, Dieser Effekt ist bei Nutzung des Lensbaby II im FX-Format übrigens deutlich ausgeprägter!
Hier jetzt ein Foto das ich bei Blende 11 und 19mm Brennweite mit dem Tokina AT-X Pro 4/12-24mm aufgenommen habe. Es ist scharf bis in das letzte Sandkorn hinein und lässt keinerlei Wünsche offen. Auch an der neuen Nikon D1700 wird dieses Objektiv stets ein verlässlicher Partner sein!
Hier nun ein Foto im Hochformat das ich mit dem Nikon AF-D 2.8/10,5mm Fisheye aufgenommen habe. Eigentlich war es krumm wie eine Banane, aber die automatische Objektivkorrektur von Adobe Camera RAW 6.7 hat das Bild wunderbar entzerrt und so entsteht ein sehr schöner für extrem kurze Brennweiten typischer “Sogeffekt” mit nahezu unendlicher Tiefenschärfe.
Zum Vergleich noch eine ähnliche Perspektive die mit dem AF-S 2.8/17-55mm bei 23mm Brennweite aufgenommen ist. Man erkennt den Schärfeabfall zum Hintergrund. Dies ist auf die eingestellte Blende 5,6 zurückzuführen und ist durchaus als gestalterisches Mittel gedacht, auch DX-Kameras bieten durchaus Spielraum für die kreative Nutzung der Hyperfokal-Distanz!
Fazit
DX-Kameras gehören noch lange nicht zum alten Eisen und mit dem AF-S 2.8/17-55mm IF-ED hat Nikon ein Midrange Zoomobjektiv im Programm das sich mit Festbrennweiten von ZEISS & Co. durchaus messen kann. Wer ein sehr hochwertiges “Immerdrauf” für seine neue Nikon D7100 sucht liegt mit dieser Linse genau richtig.
Aktuell gibt es dieses Objektiv bei amazon.de zum Preis von 1242,- Euro zu kaufen.
Nikon D300 – Delicate Sunset
Oft ist es spannend und “ertragreich” auf einer der vielen externen Festplatten in alten Fotos zu stöbern. Mir ist dabei heute eine Reihe von Fotos ins Auge gesprungen die noch in Form von RAW-Dateien seit April 2010 auf einer externen Festplatte darauf gewartet haben endlich entdeckt zu werden. Die Fotos sind am 22. April 2010 im Arches Nationalpark entstanden. Morgens habe ich mich mit meiner D2x auf die Nase gelegt, wobei sie schwer beschädigt wurde. Die Reparaturkosten betrugen fast 1.000 Euro und als wenn ich es geahnt hätte, hat mir dieser dumme Sturz fast den Tag verdorben.
Aber man darf sich nicht unterkriegen lassen und so bin ich dann zum Sonnenuntergang einmal wieder hinauf zum Delicate Arch gestiegen. Die D2x hatte ich im Adventure Inn in Moab zurück gelassen. Sie hat noch funktioniert, aber der Autofokus war beschädigt und das Gehäuse hatte einen tiefen Riss – damit wollte ich das Schicksal nicht erneut herausfordern.
(Alle Foto sind 1000 Pixel breit, einfach anklicken…)
Zum Sonnenuntergang treffen sich tagtäglich wirklich viele Fotofreunde am Delicate Arch ein. Der Aufstieg ist etwas beschwerlich, aber diese Location ist einzigartig und der Delicate Arch ist vielleicht der schönste natürliche Gesteinsbogen den unser Planet zu bieten hat. Besonders schön sieht er im letzten Abendlicht aus wenn ihn das warme Licht der untergehenden Sonne für einige wenige Minuten rötlich aufleuchten lässt bevor sie hinter den Felsen versinkt die den Delicate Arch nach Westen hin umgeben. Sehr schön ist es, wenn die Gipfel der La Sal Mountains im Hintergrund noch mit dem Schnee des Winters bedeckt sind.
Doch nicht nur aus dieser “klassischen Perspektive” sieht der Deliate Arch gut aus. Wie bei allen Motiven lohnt es sich auch hier das Areal ein wenig zu erkunden und den heimlichen Star des Arches Nationalparks aus ungewöhnlichen Perspektiven abzulichten.
Ich spiele immer wieder gern mit dem Weißabgleich. Normaler Weise bin ich immer auf der Such nach den “korrekten Farben”, aber bei Fotos im letzten Abendlicht sollte auch mal erlaubt sein was gefällt. In den leider fast vergangenen Zeiten der analogen Fotografie halfen Fotografen aus aller Welt durch die Wahl des Filmmaterials und den Einsatz farbiger Cokin-Filter der Stimmung ihrer Fotos ein wenig auf die Sprünge. Im Zeitalter der digitalen Fotografie ist das meist nicht mehr notwendig. Heutzutage ist ein stabiles Stativ und eine Kamera die Belichtungsreihen beherrscht viel wichtiger. Selbst extreme Tonwertunterschiede bekommt man so in den Griff und die Ergebnisse sind häufig ganz erstaunlich, beinahe übernatürlich. Manch einer mag das ablehnen, aber letztlich geht es in der Landschaftsfotografie darum den einen oder anderen Hingucker zu erstellen. Und wenn HDR, DRI und Co. dabei helfen, warum nicht?
Hier einige weitere Fotos dieses schönen Abends am Delicate Arch in Utah.
Fazit
Das Kramen in alten Fotos macht immer wieder Spaß und fördert oft Erstaunliches zu Tage. Als die Nikon D300 im Jahr 2007 erstmals die Regale deutscher Fotogeschäfte zierte, war sie das heißeste Eisen das man sich für Geld kaufen konnte. Inzwischen musste sie diesen Rang an die Nikon D800E abtreten. Aber tolle Fotos kann man mit dieser Kamera auch im Jahr 2013 noch machen. Wer sich bislang keine digitale semiprofessionelle Kameras leisten konnte, der wird in den kommenden Wochen am Gebrauchtmarkt viele sehr gute erhaltene Exemplare finden die dort preiswert verkauft werden um die Geldbörsen für den Kauf der einen oder anderen Nikon D7100 zu füllen. Für 600 bis 700 Euro sollte sich dann eine Nikon D300 “besorgen” lassen und glaubt mir, mit dieser Kamera könnt Ihr noch viele Jahre lang eine Menge Spaß haben – Alteisen sieht anders aus!
Nikon D300 – Fotosafari in Utah
Im Sommer 2007 habe ich meine famose Nikon D2x mit einer Nikon D300 ergänzt. Der zusätzliche MB-D10 Batteriegriff und der ebenfalls zusätzliche Nikon BL-3 Adapter ermöglichten die Nutzung des riesigen EN-EL4 Akkus sowohl in der D2x als auch in der D300. Schnell war noch ein weiterer EN-EL4 gekauft und los ging es mit zwei Kameras. Weil sie etwas besser bei der Auflösung feinster Details ist und im Gegenzug bei ISO-100 die etwas besseren Bilder liefert, war die D2x meist mit AF-S 2.8/17-55mm Midrange-Zoom bestückt. Die “normale” ISO-Empfindlichkeit der D300 ist mit ISO-200 doppelt so hoch wie bei der D2x und die Bildfolge ist im 12-Bit RAW-Modus mit angesetztem EN-EL4 mit satten 8 B/s wirklich schnell. Daher hatte ich die D300 meist mit dem famosen Nikon AF-S VR 2.8/70-200 bestückt. Als es dann im Frühjahr 2009 für ganze sechs Wochen im Südwesten der USA ging, musste die D2x aber trotzdem daheim bleiben. Zusätzlich zur D300 hatte ich damals noch eine Nikon S600, eine Nikon F5 und eine Nikon F100 im Gepäck. Es war ein ziemlicher Wahnsinn, die Fotoausrüstung wog fast mehr als der Rest meines Gepäcks, da war für die D2x einfach kein Platz mehr.
Am Ende der Rückreise habe ich mein Gepäck noch schnell mit der Nikon S600 abgelichtet und so sah das damals aus…
Diese Zeiten sind inzwischen vorbei, damals habe ich gemerkt, dass man eh nicht parallel mit mehreren Kameras fotografieren kann. Zusätzlich zur D300 noch einmal fast jedes Motiv parallel auf Fuji VELVIA-50 oder Kodak EKTAR-100 abzulichten, das erspare ich mir mittlerweile. Heutzutage geht es entweder komplett “analog” auf Tour oder eben nur mit einer digitale Kamera im Rucksack.
Wenn es das nächste mal in die USA geht, wird die D800E im Fotorucksack sein und zusätzlich die sehr gute Panasonic HC-X909 Videokamera. Dann noch ein paar Objektive und fertig. Mehr braucht man im Jahr 2013 eigentlich nicht mehr. Auch bei den Objektiven werde ich ausdünnen, das AF-S VR 5/16-35, das AF-S 2.8/24-70 und das AF-S VR 2.8/70-200 werde ich einpacken.
Im Jahr 2009 war das noch anders und ich habe damals sehr lange hin und her überlegt was ich mitnehmen soll. Rückblickend wäre ich allein mit der Nikon D300 sehr gut ausgerüstet gewesen. Diese Kamera ist schnell und robust, sie ist flexibel und die Bildqualität läßt zumindest bei niedrigen ISO-Werten kaum Wünsche offen. Läßt man den MD-D10 Batteriegriff im Auto, so spart man Gewicht und die Kamera macht trotzdem noch gute Fotos…
“Never hike alone” – diesen Hinweis findet man im Südwesten der USA immer wieder. Ich war meist mit meiner D300 ganz allein auf abgelegenen Pfaden unterwegs und immer wenn ich mal wieder ein verendetes totes Tier fand hatte ich ein ungutes Gefühl. Passiert ist mir letztlich nichts, ich war auch nicht besonders wagemutig und habe nach einigen Wochen begonnen mich jeden Tag an Rezeption abzumelden und auf einem Zettel zu hinterlassen wohin es gehen soll.
Die schönen Foto-Locations im Südwesten der USA sind teilweise sehr einfach zu erreichen, wie beispielsweise der Horse-Shoe-Bend bei Page in Arizona. vom Parkplatz aus läuft man ein paar hundert Meter über eine Sanddüse und schon sieht man diese mächtige Schlucht in der man den Kölner Dom gleich mehrfach verschwinden lassen könnte…
Rund um Page hat Arizona mit The Wave, White Pocket, Lake Powell, Antelope Canyon usw. viele tolle Fotomotive zu bieten. Trotzdem zog es mich nach einiger Zeit in Richtung Utah. Monument Valley, Arches National Park, Canyonlands National Park das sind einige der Highlights die von der Mehrzahl der Touristen besucht und systematisch abfotografiert werden. Doch besonders abseits der Touristenströme gibt es viele tolle Sachen zu entdecken. Mein Freund Wolfgang hat mich damals für ein paar Tage in den USA besucht und gemeinsam haben wir einige Touren in der Nähe von Escalante in Utah unternommen. Dort gibt es die wunderbare “Hole in the Rock Road” oder auch HITRR genannt. Diese Off-Road Piste ist eine harte Prüfung für jeden Pneu der vielen Geländewagen die dort tagtäglich ihre langen Staubfahnen hinter sich her ziehen.
Gleich zu Beginn der HITRR gibt es auch der rechten Seite ein Areal mit dem schönen Namen Devils Garden. Dort gibt es viel zu sehen und man kann sich dort schon mal einen Tag oder länger aufhalten.
Etwas weiter in Richtung Nord-Osten haben wir damals geparkt und sind den Wegpunkten auf Wolfgangs Garmin Colorado 300 gefolgt. Unser Ziel waren die Moqui-Marbles etwas oberhalb des Zebra-Canyons und natürlich auch dieser wunderschöne Canyon selbst.
In den darauf folgenden Wochen ging es mehrere tausend Meilen weit kreuz und quer durch den Süd-Westen. Immer auf der Suche nach schönen Locations war die Nikon D300 mein stetiger Begleiter. Wenn ich mir rückblickend die Fotos anschaue die ich damals mit dieser Kamera aufgenommen habe, so bin ich immer wieder erstaunt über den Tonwertumfang und das was sich mit einigen wenigen Klicks aus den RAW-Dateien herausholen läßt.
Hier noch einige weitere Beispiel-Fotos die ich 2009 in Utah aufgenommen habe.
Fazit
In den letzten 6 Jahren habe ich mit der Nikon D300 viele Reisen und zig tausend Fotos bestritten. Sie war bis heute nicht ein einziges Mal zur Reparatur und nach dem Umbau auf Infrarot 803nm (Nanno-Meter) werde ich sie wohl noch viele Jahre mit Begeisterung benutzen. Die neue Nikon D800E liefert bei dreifacher Auflösung und besserem ISO-Rauschverhalten eine nochmals drastisch bessere Bildqualität. Aber man muss auch den Preis dieser Kamera bedenken. Wer ein preiswertes zuverlässiges robustes Arbeitsgerät sucht und selten Prints anfertigen läßt die größer als 60×90 cm sind, der ist auch im Jahr 2013 mit der Nikon D300 oder der etwas neueren Nikon D300s noch sehr gut bedient.
Nikon D300 – Die ersten Infrarotfotos
Dass ich meine meine frisch auf Infrarot 830nm umgebaute Nikon D300 abholen konnte, ist jetzt schon ein paar Tage her. Wegen der vielen Arbeit und des schlechten Wetters ist es bislang auch nur bei einigen ersten Testfotos meines Ceran-Kochfeldes geblieben. Heute sollte sich das endlich ändern!
Nachdem meine kleine Mainzer Wohnung aufgeräumt und ein wenig geputzt war ging es gegen Mittag los in Richtung Bonn. Auf dem Beifahrersitz lag endlich mal wieder ein Fotorucksack. Im Rucksack meine Nikon D300 die jetzt statt des Anti-Aliasing-Filters einen Infrarotfilter hat, der langwelliges Licht ab einer Wellenlänge von etwa 830 Nanometern passieren lässt. So “richtig Infrarot” ist das natürlich noch nicht – aber es ist mit dem vergleichbar was man früher sehr aufwändig mit Infrarot-Filmmaterial fotografieren konnte.
Das Wetter ist recht freundlich und das Thermometer zeigt lässige 17 °C. Mit geöffnetem Dach geht es mit meinem kleinen Zweisitzer über die B42 am Rhein entlang. Kurz hinter Rüdesheim kommt dann der Binger Mäuseturm in Sicht. Ganz in der Nähe ist ein Parkplatz und so kann ich die ersten Fotos aufnehmen. An der Nikon D300 ist seit dem IR-Umbau das famose Nikon AF-S 2.8/17-55mm Zoom-Objektiv montiert. Dieses Objektiv eignet sich für die Infrarot-Fotografie wirklich sehr gut. Und es ist verblüffend wie viel Licht der Chip meiner D300 trotz des sehr dichten Infrarotfilters doch noch konsumieren kann. Bei ISO-200 kann ich mit Blende 5,6 und 1/125s frei aus der Hand fotografieren – das ist wirklich beeindruckend!
Mit meiner D800E und einem auf das Objektiv geschraubten IR720 muss ich bei ISO 200 und Blende 5,6 an Tagen wie diesem (um mal eine Zitat der Toten Hosen zu verwenden) etwa 15 – 30 Sekunden lang belichten! Der Komfortgewinn durch den nun direkt vor dem Chip der Kamera befindlichen IR-Filter ist ganz außerordentlich. In vielen Situationen kann man sogar den Belichtungsmesser verwenden. Meist muss man ihn an die aktuelle Lichtsituation anpassen indem man ihn mit der +/- Taste “kalibriert”. Danach kann man den Ausschnitt ändern und der Belichtungsmesser übernimmt den Rest. Heute muss ich den Belichtungsmesser um +2 EV korrigieren. Dass das überhaupt notwendig ist liegt daran, dass der Chip der D300 jetzt praktisch farbenblind ist, aber der Belichtungsmesser leider nicht! Damit der Belichtungsmesser verlässliche Werte liefert die zur nun geänderten Empfindlichkeit des Sensors passen, müsste man auch den Belichtungsmesser mit einem identischen Infrarot-Filter bestücken. Das klappt aber leider nicht, weil bei allen Versuchen die gläserne Abdeckung des Belichtungsmessers zu entfernen diese bisher stets zerstört wurden!
Wer seine Kamera also im “Hard-Core-Verfahren” auf Infrarot umrüsten lässt, der muss damit leben, dass die Belichtungsmessung gelegentlich mal ganz kräftig daneben liegt. Aber mit ein wenig Übung und der Nutzung des +/- Korrekturknopfes bekommt man auch das in den Griff.
Hier mein erstes Testfoto mit dem Nikkor AF-S 2.8/17-55mm… (Alle Fotos sind 1000 Pixel breit – einfach in neuem TAB öffnen…)
Da man den Binger Mäuseturm hier nur im Hintergrund erahnen kann, nun ein Vergleichsbild das mit dem Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm entstanden ist. Ein Stativ hatte ich zwar dabei, aber es war heute nicht notwendig und das ist der eigentliche Knaller an diesem Kameraumbau!
Hier sehen wir den Binger Mäuseturm nun etwas größer. Die Sonne schien zwischendurch mal ganz kurz zwischen den Wolken hindurch und prompt sehen die blattlosen Bäume rechts neben diesem witzigen Bauwerk sofort ganz nett aus.
Auf der gegenüberliegenden Rheinseite ist rechts oben zwischen den Weinreben eine sehr schöne alte Burgruine. Hier habe ich mal ein Foto das ich mit Snappseed aus einem RAW-Bild erstellt habe. Es muss also nicht immer Photoshop oder Nikon Capture NX sein – das billige kleine Snapseed liefert sehr oft wirklich tolle Ergebnisse.
Und weiter geht die Reise. Entlang des Rheinufers reiht sich eine schöne alte Burg an die Nächste. Nicht umsonst ist dieser Teil des Rheins schon vor vielen Jahren zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt worden. Immer wieder halte ich kurz an und schieße mit meiner D300 und dem 2.8/70-200mm Telezoom ein Foto nach dem anderen. Und bereits bei der Sichtung der Ergebnisse im Auto wird mir klar, dass dieser Umbau letztlich doch eine gute Aktion war!
Als ich Bonn erreiche scheint das diffuse Sonnenlicht sehr schön auf das Siebengebirge. Kurz vor Bad Godesberg kann man die B42 nach rechts verlassen und dann gleich vom Straßenrand aus einige wirklich schöne Blicke auf das Siebengebirge erheischen.
Hier habe ich nun drei Fotos des frisch restaurierten “Schloss Drachenfels” für Euch. Dieses tolle Gebäude ist gar nicht so alt wie es ausschaut. Es wurde von einem Bonner Bürger erbaut nachdem er an der Pariser Börse zu Geld gekommen war. Es war mehr ein protziges Ego-Bauwerk als ein Heim für sich und seine Familie. Wirklich bewohnt hat er es indes nie und erst viele Jahre nach dem zweiten Weltkrieg hat der skurrile Millionär Paul Spinat dieses Gebäude mit Leben erfüllt. Legendär waren seine Play-Back-Konzerte an der Pfeifenorgel und sein goldfarbener Rolls-Royce! Diese Nobelkarosse war das Markenzeichen des 1989 verstorbenen Textilfabrikanten, der das Schloss 1971 zum Preis von 500 000 Mark gekauft und anschließend vor dem endgültigen Verfall gerettet hatte.
Schaut man sich diese beiden Fotos an, so fällt auf, dass eigentlich nichts auffällt. Man kann die Infrarot-Fotos aus der umgebauten D300 sowohl mit Nikon Capture NX als auch mit Photoshop CS 5 und dem integrierten Adobe Camera RAW entwickeln. Egal wie, die Ergebnisse können sich sehen lassen!
Fazit:
Der Umbau meiner mittlerweile ziemlich abgegriffenen Nikon D300 war mit 529,- Euro nicht ganz preiswert, aber scheinbar doch jeden Euro-Cent wert! Ich bin wirklich begeistert von den Ergebnissen und der enormen Geschwindigkeit mit der ich nun recht abgefahrene Schwarz-Weiß-Bilder erstellen kann. Mit der Nikon D800E hätten die Fotos eine höhere Auflösung, aber ich müsste jedes Mal ein Stativ aufstellen und es würde mich immer wieder mehrere Minuten kosten auch nur ein Bild korrekt zu fokussieren und zu belichten.
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass beim Umbau eine Korrektur des Autofokussystems durchgeführt wurde. Was genau dort gemacht wurde ist aber eher ein Betriebsgeheimnis. Aber egal, letztlich zählt das Ergebnis und damit bin ich für heute sehr zufrieden.
Nikon D300 – Umrüstung auf Infrarot 830nm
Die Infrarotfotografie reizt mich schon seit geraumer Zeit. Wirklich neu ist sie nicht, bereits für etwa 100 Jahren wurden die ersten Versuche mit der Infrarotfotografie unternommen. War es in den Kindertragen dieser besonderen Spielart der Fotografie noch etwas ganz besonderes, so ist es im Zeitalter der digitalen Spiegelreflexkameras recht einfach geworden. Der Sensor einer handelsüblichen digitalen Spiegelreflexkamera ist in einem weiten Spektrum des sichtbaren und nicht mehr sichtbaren Lichtes empfindlich. Kurzwelliges für unsere Augen nicht mehr wahrnehmbares UV-Licht kann ebenso abgebildet werden wie langwellige Wärmestrahlung.
Nachtsichtgeräte machen sich diesen Umstand schon seit vielen Jahren zunutze. Besonders die warmen Körper von Menschen und Säugetieren lassen sich nachts im infraroten Bereich noch einfangen, selbst wenn unsere Augen längst nur noch tiefe Dunkelheit wahrnehmen können. Doch der Chip einer Digitalkamera soll eigentlich Bilder aufzeichnen die dem entsprechen was unser Auge im Moment der Fotografie wahrgenommen hat. Hier schlägt nun die Stunde der AA-Filter. Diese Anti-Aliasing-Filter sind aus außergewöhnlich hochwertigem Glas gefertigt und erfüllen mehrere Zwecke. Zum einen wirken sie wie ein leichter Weichzeichner um die Bildung unschöner Moiré-Effekte zu vermeiden. Diese ergeben sich durch die gleichmäßige Anordnung der Pixel auf einem herkömmlichen Sensor in Verbindung mit Motiven die feine Mustern und geometrische Strukturen enthalten. Bei einem Stück Film ist das anders, dort sind die lichtempfindlichen Kristalle relativ zufällig verteilt, so dass hier kaum Moiré-Effekte entstehen können.
Eine weitere Aufgabe des AA-Filters ist es, die Bereiche des Lichtspektrums die wir Menschen nicht sehen können vom Chip fern zu halten, damit sie das Bildergebnis nicht verfälschen. Bei Kameras wie der Fuji X100 ist das ein wenig anders. Diese Kameras verwenden AA-Filter die deutlich weniger in das “Bildgeschehen” eingreifen und zusätzlich sind die lichtempfindlichen Pixel ein wenig unregelmäßig verteilt. Damit können diese Kameras eine ganz außergewöhnlich hohe Vielfalt an kleinsten Details abbilden und man kann sie sogar in Verbindung mit einem handelsüblichen Infrarotfilter (720nm) für die Infrarotfotografie einsetzen. Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Farbdarstellung dieser Kameras manchmal nicht so präzise ist wie es sich mancher Techniker in seinem Labor wünschen würde.
Hier habe ich ein Beispielfoto für Euch, das im letzten Jahr in der Schweiz entstanden ist. Ich habe es mit der Fuji X100 und einem HAMA IR72 aufgenommen.
Aber man kann Farbverschiebungen in Verbindung mit einem kleinen Trick Rechnung tragen und Kameras mit dünnem oder gar fehlendem AA-Filter so auf die Sprünge helfen, dass sie eine korrekte Farbdarstellung liefern. Hierzu braucht man lediglich ein paar passende ICC-Profile und einen RAW-Konverer wie Adobe Camera-RAW. Wie das geht habe ich in diesem Video gezeigt.
Schaut man sich die beiden Fotos weiter oben etwas genauer an, so fällt auf, dass die Wolken relativ viel Bewegungsunschärfe zeigen. Woran liegt das? Besonders die Nikon D800E ist als hochauflösende Studiokamera konzipiert und der AA-Filter lässt fast kein Infrarotlicht passieren. Setzt man nun einen Infrarotfilter vor sein Objektiv, so muss man selbst an sonnigen Tagen bei ISO-100 bis zu 30s und länger belichten. Das Ergebnis sind besonders bei der D800E Fotos, die aufgrund der langen Belichtungszeit sehr mit Bildrauschen zu kämpfen haben. Um das Bildrauschen zu verringern könnte man jedes Bild VIERMAL aufnehmen und später in Photoshop mit schwindender Deckkraft “übereinander legen”. Doch das wird eine zeitraubende Angelegenheit, weil man 4x 30s belichten muss, 4x 30s warten muss bis die Rauschunterdrückung fertig ist und dann noch eine längere Zeit mit Photoshop verbringen muss.
Bei der Nikon D700 ist das Bildrauschen weniger stark, aber auch diese Kamera verwendet einen sehr dichten AA-Filter. Wer die Nikon D700 für die Infrarotfotografie in Verbindung mit einem IR-Filter vor dem Objektiv nutzen möchte, der muss wie bei der D800 ständig den Filter an und wieder abschrauben. Das ist nicht nur lästig, da besteht auch immer die Gefahr, dass man beim Hantieren mit dem Infrarotfilter das Objektiv stärker als erlaubt berührt und die eingestellte Fokussierung versehentlich verstellt.
Hier ein Beispielfoto das ich mit meiner Nikon D700 gemacht habe. Für dieses Foto habe ich ein altes manuell fokussiertes Nikon AiS 2.0/35mm in Verbindung mit einem HAMA IR-72 verwendet, das recht unempfindlich gegenüber versehentlicher “De-Fokussierung” ist.
Einerseits ist die Bewegungsunschärfe dieser Fotos ja sehr schön, aber die Entstehung dieser Bilder ist abgesehen von der genialen kleinen Fuji X100 meist sehr mühsam.
Daher habe ich mich lange gefragt ob es nicht irgendwie einfacher geht? Und siehe da, das Problem lässt sich lösen. Schauen wir uns die Sensor-Einheit der Nikon D300 einmal genauer an. Auf dem folgenden Foto sieht man sehr schön den eigentlichen Chip der Nikon D300 und den Halter für den AA-Filter. Um an diese Baugruppe zu kommen, muss man die D300 sehr weitgehend zerlegen. Keine einfache Aufgabe, aber für einen geübten Servicetechniker durchaus machbar. Danach kann der AA-Filter entfernt und durch einen Filter ersetzt werden, der nur noch langwellige Wärmestrahlung passieren lässt.
Ich habe mich vor 5 Wochen entschlossen die ältere meiner beiden Nikon D2x entsprechend umbauen zu lassen. Leider gab es ein technisches Problem, daher habe ich mich entschieden meine Nikon D300 zu “opfern” und sie zu einer Wärmebildkamera umbauen zu lassen. Der Umbau hat 529,- Euro gekostet und mit dem Ergebnis bin ich relativ zufrieden. Ein Problem bei extrem dichten Infrarotfiltern ist, dass sich in der Schmelze aus Glas und Blei winzige Klumpen bilden können. Hat man einen solchen Filter weit weg vom Sensor vor dem Objektiv so ist das alles völlig unkritisch. Baut man einen solchen Filter nun aber direkt vor dem Sensor der Kamera statt des AA-Filters ein, so werden selbst allerfeinste “Miko-Klumpen” als dunkle Flecken auf den Bildern sichtbar. Je dichter ein Infrarotfilter ist, umso größer ist das Risiko, dass diese “Klumpen” auftreten. Besonders bei “echten” Infrarotfiltern mit 830nm ist das Risiko groß. Daher müssen diese Filter einzeln selektiert werden und oft bemerkt man erst nach dem Zusammenbau der Kamera, dass der Filter nicht geeignet ist. Dann hilft nur eines, das ganze Ding muss wieder zerlegt werden und es muss ein zweiter Versuch gestartet werden. Zusätzlich kann beim Umbau noch allerfeinster Staub zwischen Sensor und Chip gelangen. Dieser lässt sich später nicht mehr entfernen und man muss die “Fehlstellen” entweder in jedem seiner Fotos immer wieder manuell mit Photoshop und dem Kopierstempel entfernen oder man arbeitet grundsätzlich im RAW-Modus und verwendet Nikon Capture für die RAW-Konvertierung. Hier kann man dann ein Staubreferenzbild verwenden um die Schatten der Staubkörner automatisch aus den Bildern zu entfernen.
Bei den ersten Testbildern musste ich leider feststellen, dass auf meiner teuer umgebauten Nikon D300 nicht nur 2-3 kleine “Klumpen” zu sehen sind, sondern etwa 20 winzig kleine dunkle Fehlstellen. Angesichts des Umbaupreises in Höhe von 529,- Euro ist das wirklich frustrierend! Wie sehr sie im “echten Leben” aber wirklich stören werden, dass wird sich zeigen.
Hier habe ich nun mein erstes Test-Foto mit der umgebauten Nikon D300. Jeder der daheim ein Ceran-Kochfeld hat weiß, dass diese Dinger fast schwarz sind und dass man die Heißspiralen nur sieht, wenn sie tief drinnen im Kochfeld rot aufglühen. Mit der umgebauten Nikon D300 kann man nun durch dieses “Glas” hindurchschauen. Und das Krasse ist, dass dies bereits bei ISO-800, Blende 2.8 und 1/30s funktioniert – also freihändig ganz ohne Stativ!
Schaltet man eines der Kochfelder für etwa 10s ein, so wird es im Bild wie im folgenden Fotos dargestellt. Die sich langsam erwärmende Heizspirale wird weiß abgebildet. Lässt man das Kochfeld eingeschaltet bis man mit bloßem Auge die Heizspirale sehen kann, so überstrahlt dieses eine Kochfeld im Testbild schnell das gesamte Foto. Die Nikon D300 kann also “Wärme” nach dem Umbau sehr gut differenzieren!
Hier nun das Kochfeld vorne links im Detail. Es war etwa 15s lang eingeschaltet und schon sehen wir, dass man mit sehr kurzen Belichtungszeiten arbeiten kann und dass die Wärmestrahlung zu weißen Bildbereichen führt während der Rest des Kochfeldes ist tiefer Dunkelheit versinkt.
Nun ein Test im Schneetreiben an der Bonner Museumsmeile mit ISO-200, 1/125s und Blende 5,6 ohne Stativ. Als Objektiv habe ich das Nikon AF-S 2.8/17-55 verwendet.
Das Bild zeigt überraschend viele feine Details und lässt für das Frühjahr auf schöne Landschaftsfotos mit der D300 hoffen. In der kalten Winterzeit sind Infrarotfotos meist relativ langweilig weil nur wenige Bildelemente wirklich warm sind. Blühen aber erst einmal die Pflanzen und produzieren die Blätter der Bäume wieder ordentlich viel Chlorophyll, so werden mit der umgebauten Nikon D300 Infrarotfotos wie dieses hier ganz einfach möglich sein und darauf freue ich mich jetzt schon ganz besonders
Nikon D7100 versus D7000 versus D600
Die lange Zeit der Ungewissheit hat endlich ein Ende, Nikon hat mit der D7100 den offiziellen Nachfolger der D300s und zugleich der D7000 vorgestellt. Hat im Jahr 2010 die Zahl “12″ die Anzahl der Megapixel der Nikon DX-Kameras gekennzeichnet, so sind wir inzwischen bei der magischen “24″ angekommen. Angefangen mit der D3200 über die D5200 und die D7100 sind nun drei aktuelle DX-Kameras in unterschiedlichen Preissegmenten mit unterschiedlicher Ausstattung und einer Ausstattung von 24 Megapixeln lieferbar.
Noch vor wenigen Monaten waren Kameras wie die D7000 oder die D5100 das Maß der Dinge. Daran hat sich eigentlich nichts geändert, sie sind noch so gut wie vor zwei Jahren, aber sie sind inzwischen recht preiswert zu haben. Diese Kameras wurden in extrem großen Stückzahlen hergestellt und eine preiswerte Nikon D7000 ist auch im Zeitalter der D7100 noch immer ein gutes Arbeitsgerät.
Aber schauen wir und dieses beiden Kameras mal im direkten Vergleich an. Ich habe für Euch mal beide Kameras direkt einander gegenüber gestellt.
Schaut man sich dieses Bild genau an so fällt auf, dass eigentlich nichts auffällt. Änderungen am Bedienkonzept gibt es praktisch nicht. Alles ist wie man es kennt und mag. Alle Bedienelemente sind dort geblieben wo sie hin gehören und das wird alle Fotofreunde freuen die ihre D7000 im Schlaf bedienen können und vielleicht irgendwann zur neueren D7100 aufsteigen wollen.
Auf der Rückseite werden dann leichte Unterschiede sichtbar. Hatte die D7000 (unten) noch einen “Kipphebel” mit einem integrierten Auslöseknopf für Live-View und Video-Aufzeichnung, so ist bei der D7100 (oben) der Video-Auslöser wie bei der D600 oder der D800 auf die Oberseite der Kamera gewandert. Wie bei der D600 und D800 unterscheidet auch die D7100 zwischen Live-View für Foto und Video. Das funktioniert sehr gut, ist aber aus meiner Sicht kein Killerargument gegen die D7000. Ich verwende die D7000 schon seit vielen Monaten und habe mit der Anordnung der Bedienelemente nie Probleme gehabt. Aber Fotofreunde die eine D7100 als Backup zur D600 oder D800 nutzen wollen werden sich darüber freuen.
Alles in allem kann man feststellen, dass bis auf einige marginale Änderungen alles beim alten geblieben ist und das ist auch gut so!
Schauen wir uns jetzt mal die D7100 im direkten Vergleich zur erst vor einigen Monaten vorgestellten D600 an. Hier fallen noch weniger Unterschiede bei den Äußerlichkeiten auf. Wer allerdings genau hinsieht stellt sofort fest, dass bei der D600 der Spiegel und das Prisma deutlich größer geraten sind. Diese Kamera ist eben eine FX-Kamera und ihr Chip ist bei gleicher Auflösung doppelt so groß. Damit werden sehr wahrscheinlich auch ISO-Empfndlichkeit und Tonwertumfang bei der D600 sichtbar besser ausfallen.
Hier fällt auf den ersten Blick auf, dass man sich bei Nikon um ein durchgängiges Design bemüht hat. Die D7100 wird so erfolgreich die Brücke vom DX- zum FX-Format schlagen. Beide Kameras sehen sich zum verwechseln ähnlich, wenn der größere Chip der D600 nicht wäre…
Schaut man D7100 und D600 von der Rückseite an, so kann man sie fast gar nicht mehr auseinander halten. Würde man ihnen noch eine D800 gegenüberstellen, so wäre diese lediglich etwas größer und hätte ein rundes Sucherokular.
Werfen wir einen Blick auf die Neuerungen bei den technischen Daten der D7100. Neben dem höher auflösenden Chip mit kleineren Pixeln fällt die brauchbare Bildwiederholfrequenz von 6 Bildern/s auf. Verwendet man den 1.3x Crop-Modus, so ist die Auflösung etwas geringer, die Brennweitenverlängerung nochmals stärker. Im Gegenzug sind dann flotte 7 Bilder/s möglich.
In den Monate die ich mit der D7000 unterwegs war habe ich vor allem die gute Video-Qualität sehr zu schätzen gelernt. Was mich jedoch immer ein wenig gestört hat, war die auf 23,97 Bilder/s festgelegte Bildfrequenz. Immer wenn ich mit mehreren Kameras gefilmt habe und daraus ein Video erstellen wollte gab es Probleme. Die Videokamera filmt mit 25 B/s, die D7000 mit 24 B/s, die AW-100 mit 29,97, die P7100 mit 23,97 B/s, die GoPro-Kameras mit 25 oder 30B/s. Konvertiert man die Bildwiederholraten nicht aufwendig um, so laufen die Szenen bei einem Mulitcam-Edit entweder nicht gleich schnell oder sie “ruckeln” sichtbar bei der Wiedergabe.
Das ist mit der D7100 nun anders. Diese Kamera beherrscht jetzt alle gängigen Bildwiederholraten bis hin zu 50i und 60i (Interlaced – Halbbilder/Sekunde). Damit ist sie kompatibel zu meiner Panasonic HC-X909 sowie der D800E und das freut mich natürlich sehr
Das Autofokussystem der D7100 hat nun mit Kameras wie der D300, D700 oder der D600 gleichgezogen. Es gibt nun insgesamt 51 AF-Punkte und 15 Kreuzsensoren.
Aus meiner Sicht wären es damit auch schon die wesentlichsten Unterschiede zwischen der D7000 und der D7100.
Fazit
Alle drei Kameras werden sehr gute Bildergebnisse liefern, sofern der Mensch der sie benutzt damit umzugehen versteht. Wer mit der D7000 Schrottfotos gemacht hat, der wird mit der D7100 weiterhin Schrottfotos machen. Wer jedoch sein Handwerk beherrscht ist mit der D7000 fast so gut beraten wie mit der D7100. Neben höherer Auflösung und Verbesserungen bei der Video-Aufzeichnung gibt es keine großartigen Änderungen. Wer also auf jeden Cent schauen muss, der profitiert sehr von der Vorstellung der D7100, denn damit wird die D7000 in den kommenden Wochen noch weiter im Preis fallen. Und all jene die immer glauben, dass sie eine neue Kamera brauchen um endlich gute Fotos zu machen, werden ihre D7000 bei eBay & Co. in den kommenden Monaten preiswert verscherbeln.
Wer seine Fotos auf Großformatdruckern weiterverarbeiten will, der wird sich über die gesteigerte Auflösung der D7100 freuen. Dass man bei dieser Kamera ähnlich wie bei der D800E das Tiefpass weggelassen hat wird den Bildergebnissen zu sichtbar mehr Details als bei der D5200 verhelfen. Im Gegenzug gibt es natürlich ein gewisses Risiko, dass sich unschöne Moiré-Effekte zeigen könnten. Aber Nikon wäre nicht Nikon wenn man das nicht bedacht hätte. Ich gehe aktuell davon aus, dass es sehr bald wieder eine neue Version von Nikon Capture geben wird und dass hier pfiffige neue Algorithmen im Rahmen der RAW-Konvertierung bei der Unterdrückung der Moiré-Effekte helfen werden.
Bei aller Euphorie muss man jedoch sagen, auch diese Kamera hat keine Motivklingel und auch diese Kamera kann nicht mehr als die Realität so präzise wie möglich abbilden. Schlechtes Licht bleibt auch mit der D7100 schlechtes Licht und verwackelte Bilder sehen mit der D7100 genauso gruselig aus wie mit der D7000 – nur dass sie nochmals deutlich mehr Speicherplatz auf der heimischen Festplatte benötigen werden.
Beispielfotos zur Nikon D7100 findet ihr hier. Alle technischen Daten zur Nikon D7100 findet ihr hier.
Update vom 24.03.2012:
Die Redakteure der CHIP haben in der letzten Woche eine sehr umfassende Fotostrecke mit vielen Test- und Beispielfotos aus der Nikon D7100 veröffentlicht: Bildergalerie zur Nikon D7100 auf chip.de Diese Fotostrecke beginnt mit einigen Pressefotos und dann gibt es Testbilder von unterschiedlichen Objektiven mit unterschiedlichen ISO-Werten zu sehen. Alle Testbilder kann man zum Vollbild vergrößern.
Hier habe ich eines dieser Testbilder für Euch direkt verknüpft: Testbild Nikon D7100 mit AF-S 1.4/50mm Dieses Bild zeigt auf beeindruckende Art und Weise die herausragende Bildqualität der neuen Nikon D7100 bei Blende 8 und der niedrigsten ISO-Einstellung. Sehr spannend ist, dass selbst bei ISO-1600 das Rauschverhalten des neuen Chips noch vorbildlich niedrig ist!
Ob die Version der Nikon D7100 für Linkshänder ein Verkaufsschlager werden wird, das bleibt abzuwarten…
Und eine 3D-Variante wird es wohl auch nicht geben
Nikon D800E – The Great Battle
Update:
In der ersten Version war ein fieser Pfeifton zu hören den ich leider nicht bemerkt habe, weil meine “alten Ohren” sehr hohe Frequenzen inzwischen leider nicht mehr wahrnehmen können
Wer sein Gehör testen will, der schaut/hört sich mal die erste Version an und konzentriert sich auf einen hohen Pfeifton. Wer diesen Ton wie ich nicht bemerkt, der hat wie ich eine ausgeprägte Hochtontaubheit. Daran kann man leider nicht wirklich etwas ändern. Frequenzen die ein “kaputtes Ohr” nicht mehr wahrnehmen kann, die kann man mit einem Hörgerät verstärken wie man will, hören wird man sie dadurch trotzdem nicht mehr. Für mich ist dies die traurige Erkenntnis dieser Woche
Um den Pfeifton weg zu bekommen habe ich an einer “stillen Stelle” ein “Noise-Sampling” aufgenommen und dies in den Noise-Filter von MAGIX Video Deluxe 2013 eingebunden. Zusätzlich habe ich über den Equalizer alle Frequenzen oberhalb von 10.000 Hertz um 12 dB abgesenkt.
Mein letztes Video habe ich aus einigen “Überbleibseln” des vorletzten Videos zusammengestellt, es war in gewisser Weise also eine Resteverwertung gewesen. Bei YouTube kam dann eine Beschwerde eines Zuschauers, der mangelnden Informationsgehalt bemängelt hat und in einem Kommentar dies hier geschrieben hat:
Akkordinator
Also ich mag deine Videos ja eigentlich wirklich sehr (vor allem die History-Serie) aber das war leider eher kein Vergleich. Bis auf die Serienbildgeschwindigkeit bist du hier ja auf vieles nicht eingegangen. Was vor allem wichtig wär wären z.B Auflösung, Bildrauschen, und auch im Zusammenhang mit der Serienbildgeschwindigkeit die AF-Geschwindigkeit uvm.
Diesen Kommentar habe ich mir zu Herzen genommen und für Euch ein Video erstellt in dem ich nun mein Augenmerk auf die Bildqualität meiner fünf Kandidaten gelenkt habe.
Gegen Ende des Videos habe ich mein “Testobjekt” mit allen Kameras fotografiert und jeweils das ISO-100 Foto auf eine Höhe von 1080 Pixeln verkleinert. Damit passt es ohne Skalierung auf einen “normalen” FULL HD-Fernseher (1920×10890 Pixel). Wer sich diese Bilder in aller Ruhe ganz genau anschauen möchte, für den habe ich sie hier nochmals verknüpft. Die Bilder habe ich nur vom RAW-Format in das JPG-Format konvertiert und dabei versucht Weißabgleich, Helligkeit und Kontraste so anzupassen, dass sie möglichst ähnlich aussehen. Mal ganz ehrlich, wenn es nicht darunter stehen würde, könntet Ihr erkennen welches Foto mit welcher Kamera aufgenommen wurde?
Lediglich bei den beiden Bildern aus der D800E und der D700 ist die Tiefenschärfe etwas geringer weil ich hier ein 60mm Macro statt eines 40er Macro-Objektives wie bei den DX-Kameras verwendet habe. Daran könnte man es vielleicht noch erkennen. Aber ansonsten das Foto aus der nun schon fast 8 Jahre alten D2x kaum vom Bild aus der fast noch nagelneuen D800E zu unterscheiden.
Fazit:
Wer eine Kamera sucht mit der er Fotos machen möchte um sie bei flickr & Co zu zeigen oder auch mal eine eBay Auktion zu illustrieren, der kann mit einer relativ einfachen preiswerten Kamera Fotos erstellen die sich von Fotos aus der D800E nicht unterscheiden lassen. Diese teureren neueren Kameras können ihre Stärken erst dann ausspielen wenn es um höhere ISO-Werte geht und richtig große hochwertige Fine-Art-Prints gemacht werden. Für den “normalen” Fotoalltag sind alle im Video gezeigten DX Kameras mehr als ausreichend. Hier sollte man sich nach seinen persönlichen Vorlieben richten. Soll die Kamera klein und leicht sein und auch filmen können, dann eine D7000. Wer nur fotografieren will und etwas sucht was voll fett und überaus robust ist, der nimmt eine D2x. Wer eine höhere Bildwiederholrate haben will, der nimmt eine D700 oder eine D300.
Alternativ kann man sich auch noch die neue D600 anschauen, die zum überschaubaren Preis auch praktisch alles kann. Und in einigen Wochen wird dann auch eine neue Nikon DX Kamera erscheinen die sowohl die D7000 als auch die D300s ersetzen wird.
Wem das alles noch zu teuer ist, der bekommt derzeit ganz preiswert eine neue Nikon D5100 und hat damit die gleiche Bildqualität wie bei der D7000. Wer unbedingt 24 Megapixel will und wenig Geld hat, der nimmt die nagelneue Nikon D5200. Das Leben kann so einfach sein
Hier nun die 1080er Fotos…
Für alle Leser die meine beiden vorherigen Videos noch nicht kennen habe ich sie hier nochmals verknüpft.
Nikon D2x – Im Land der Riesenbögen
Es war der Tag vor dem großen Sturz im Arches Nationalpark im Jahr 2010. Bewaffnet mit Nikon D300 und D2x ging es kreuz und quer durch diesen wunderbaren sehr weitläufigen Park. Viele Kilometer kann man dort wandern und selbst mit dem Auto ist man eine ganze Weile unterwegs um bis ans östliche Ende des Parks zu fahren. Fotografiert habe ich parallel mit der Nikon D300 mit AF-S VR 2.8/70-200mm und dem famosen AF-S 2.8/17-55mm an der Nikon D2x. Zwischendurch habe ich dann mal das Tokina AT-X PRO 4/12-24mm an die D300 montiert…
Alle Fotos sind wie immer 1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken…
Diese Location ist einzigartig und sie lädt immer wieder dazu ein die “Klassiker” zu fotografieren die man aus der National Geographic oder der Galerie von Tom Till in Moab kennt.
Hier ist ein Bild bei dem meine Freundin Sandra unter dem großen Bogen aus dem oberen Foto sitzt. Das Ding ist wirklich gewaltig und man hat Mühe sich vorzustellen, dass dieser Bogen einst eine Wand war und, dass er irgendwann so wie auch der Delcate Arch und seine Freunde einstürzen wird.
Sehr interessant ist immer wieder der Größenvergleich der winzigen Menschen mit den Formationen dieser einzigartigen Landschaft.
Diese Formation erinnert mich immer wieder an einen Zwerg der entspannt mit heraus gestecktem Bauch die Unterlippe vorschiebt.
Hier ist meine Freundin Sandra unterwegs zum Double-O-Arch. Die Wanderwege sind übrigens nicht gesichert! Wer hier ausrutscht und ein paar Meter in die Tiefe stürzt kann sich schnell sehr schwer verletzen. Mein Freund Wolfgang hat dort vor einigen Jahren mit einer Videokamera hantiert und war so vertieft in seinen Film, dass er aus Versehen in ein recht großes Loch gefallen ist. Mit verstauchtem Knöchel musste er viele Kilometer zurück zu Auto humpeln und war danach mehr als eine Woche nicht in der Lage längere Strecken zu Fuß zu gehen. Diese Zeit hat er sich mit Bootsfahrten auf dem Colorado-River vertrieben – das hat auch seinen Reiz
Hier ist eine Formation die aussieht wie ein Stückchen Schokoladenkuchen…
Hier ein Blick über das Castle Valley in Richtung La Sal Mountains. Dieses Gebirge ist im Frühjahr noch oft mit Schnee bedeckt und wer den wunderschönen Delicate Arch im Abendlicht fotografiert kann sich dann über verschneite Berge im Hintergrund freuen!
Hier eine Teil des Weges der mich zurück vom Double-O-Arch zum Parkplatz geführt hat.
Hier der Landscape Arch, aus dem vor einigen Jahren einige große Felsbrocken abgestürzt sind. Nun ist der nur noch ein paar Meter dick und wird wohl sehr bald wie einige seiner “Kollegen” vor ihm einstürzen. In einigen tausend Jahren wird ganz in der Nähe ein neuer Arch entstanden sein, aber das werden wir alle nicht mehr erleben
Hier ein ganz besonderer Arch, der einen wunderbaren Blick in die Ferne ermöglicht. Ich habe an dieser Location mehrere Fotos gemacht, aber erst mit dem freundlichen älteren Herren als Maßstab funktioniert das Bild so wie ich es mir vorstelle.
Auf dem Rückweg bin ich in ein schweres Unwetter geraten. Als der Regen überstanden war hingen bedrohlich schwere Wolken am Himmel. Meine beiden Nikons waren pitschnass, aber sie stecken das weg. Vor allem bei Objektiven wie dem AF-S 2.8/17-55mm ist die Konstruktion des Objektives für den Einsatz in rauer Umgebung ausgelegt. Ein kleines billiges “Kit-Objektiv” hätte diesen krassen Regenguss sicher nicht unbeschadet überstanden
Betrachtet man sich die JPG-Bilder die ich hier mit der D2x gemacht habe. so sind sie fast Schwarz-Weiß – zu heftig waren die Kontraste. Aber mit der einfachen billigen Software “Snapseed” ließen sich noch erstaunlich viele Details sichtbar machen.
Auch hier zeigt sich einmal mehr welche unglaublichen Reserven der RAW-Modus bietet.
Fazit
Auch wenn die Bilder nun ein paar Jahre auf der Festplatte auf die Hintergrundbeleuchtung eurer Monitore gewartet haben, so zeigen sie doch immer noch einige Impressionen aus einem tollen weitläufigen Nationalpark. Dieser Park ist so groß, dass man dort schnell mal eine ganze Woche verbringen kann. Ich selbst habe dort nun etwa 10 Tage verbracht und habe letztlich das Gefühl, dass ich dort noch einmal hin muss weil ich noch immer nicht alles gesehen habe
Nikon D7000 versus D300 und D2x
Beim Schnitt meines Reviews zur Nikon D7000 sind wirklich viele Szenen der digitalen Schere zum Opfer gefallen. Ohne diese radikalen Kürzungen wäre das Video etwa 90 Minuten lang geworden und wer will sich so etwas schon anschauen? Aus den “Überbleibseln” habe ich eben für Euch noch schnell eine kurze direkte Gegenüberstellung von D7000, D300 und D2x erstellt. Diesmal auch in total vollem Full HD. Wenn die Wiedergabe stottert, also entweder die Auflösung reduzieren oder eine Weile auf die “Pause” drücken bis alles brav gepuffert ist.
Wenn Ihr noch Wünsche für weitere Videos habt, dann schreibt mir doch einfach einen Kommentar unter diesen Artikel. Für die Nutzung der Kommentarfunktion ist übrigens keine Anmeldung notwendig!
Nikon D7000 versus D300 versus D2x
Einer meiner Facebook-Freunde hat mich vorgestern gebeten eine kleines Review zu Nikon D7000 zu machen. Da dieses Video ohnehin längst überfällig war habe ich mit einige DX Kameras und etwas Zubehör geschnappt und mich damit eine Weile vor meine Video-Kamera gestellt. Eigentlich sollte das Video nur etwas 15 Minuten dauert. Aber dann habe ich gequatscht und gequatscht und gequatscht…
Beim Videoschnitt mit dem neuen Magix Video Deluxe 2013 habe ich dann schon echt vieles weggeschnitten und trotzdem hat das Video wieder 52 Minuten. Na, vielleicht ist da aber auch gut so. Wer keine Zeit dafür hat dem sei gesagt
- Die D7000 ist eine preiswerte leichte bärenstarke Kamera.
- Die D300 fühlt sich etwas dicker und professioneller an, macht ähnlich gute Bilder, ist besser für die HDR-Fotografie zu gebrauchen und hat eine Schnellere Bildfolgezahl.
- Im DX-Format mag ich die D2x noch immer fast am liebsten weil sie einfach eine echte Profimaschine ist. Macht man alles richtig, so sind die Ergebnisse auch mit der D2x ganz großartig.
- D2x und D300 kosten auf dem Gebrauchtmarkt etwa genauso viel wie eine D7000. Wer keine Videos aufnehmen möchte und für wen sich die D7000 zu sehr nach “Mädchenkamera” anfühlt, der hat also einige sehr gute Alternativen.
- Wenn es doch ein wenig Video sein soll, dann könnte eine gebrauchte D300s auch interessant sein.
- Die D2xs hat ein etwas besseres Display als die D2x, Softwaretechnisch sind sie völlig identisch.
So könnte eine Zusammenfassung des ersten Teils dieses Videos niedergeschrieben werden. Im zweiten Teil geht es um Blitzlichter und Objektive. Hier ist die Botschaft:
- Es muss nicht immer teuer sein, auch mit Zubehör von Sigma & Co. kann man tolle Fotos machen.
- Blitzen mit mehreren Blitzlichtern ist einfach und schwierig zugleich.
- Wer keine große Softbox herumschleppen will, für den gibt es kleine leichte Alternativen.
Wie ist Eure Meinung zu diesen Kameras? Welche dieser drei Kameras gefällt Euch besser und warum ist das so?
Ich freue mich auf Eure Kommentare
Und für alle die sie noch nicht kennen, hier zwei Videos die ich mit der D7000 erstellt habe.
Nikon D300 – Einmal Norwegen und zurück
Im Jahr 2009 bin ich mit meinem damals 12 Jahre alten Sohn in einem Wohnmobil nach Norwegen gefahren. Es war eine wirklich tolle “Vater-Sohn-Tour” und wir haben viel gesehen und erlebt. Auf dieser Reise hatte ich eine Nikon D300 im Gepäck. Zusätzlich waren eine Mamiya 645 Pro II und eine alte zweiäugige Rolleiflex 3,5F mit von der Partie. Leider musste ich gleich bei den ersten Fotos mit der Mamiya feststellen, dass die kleine Spezialbatterie leer war. So hatte ich viele tausend Kilometer eine tolle Mittelformatkamera und viele Rollen Fuji Velvia 50 im Gepäck. Aber fotografieren konnte ich damit nicht weil ich keinen Fotoladen finden konnte, der in der Lage war mit diese fiese kleine Spezialbatterie zu verkaufen.
Also habe ich mich auf die Rolleiflex und ganz besonders auf die Nikon D300 konzentriert. Heute liegt die Reise schon ein paar Jahre zurück und die D300 steht kurz davor von der D400 (…oder 7100 oder D8000 oder was auch immer…) abgelöst zu werden. Ich habe mich heute gefragt ob dies wirklich notwendig ist? Nach der letzten Fotosession mit der meiner Nikon D2x ist mir einmal mehr klar geworden, dass 12 Millionen RGB-Pixel für “normale Fotos” mehr als ausreichend sind. Wer kein Andreas Gursky ist und seine Bilder nicht auf Hauswände aufkleben will, der ist auch im Jahr 2013 mit einer Kamera die 12.000.000 Pixel auflösen kann noch immer sehr gut bedient.
Unsere Route hat uns von Bonn über Hamburg und Dänemark nach Schweden geführt. Über Oslo ging es weiter entlang der südlichen Küste Norwegens nach Bergen. Von dort sind wir über Europas größte Hochebene die Hardanger Viadda zurück nach Oslo gefahren und dann durch Dänemark wieder heim nach Bonn.
Ein komplette Reisebeschreibung findet Ihr hier:
- Norwegen 2009 – Oder: Urlaub im Königreich der Gummistiefel
- Der erste Einkauf – Oder: Warum es hier so schön ist
- Kinsarvik Camping – Oder: Warum es am Fjord so schön ist
- Rückweg – Oder: Es fällt schwer den Hardangerfjord zu verlassen
- Kinderprogramm – Oder: Dampflokomotiven begeistern alt und jung
- Zurück nach Deutschland – Oder: Das WLAN Gewurste macht mich wahnsinnig
- Zurück in Deutschland – Oder: Dem Wahnsinn nahe…
- Besuch bei der Oma – Oder: Ein entspannter letzter Reisetag
- Das dicke Ende kommt zum Schluß – Oder: Wie ich mich über den Vermieter geärgert habe
Aber schauen wir uns doch mal welche Fotos ich mit der Nikon D300 in Norwegen hinbekommen habe. Alle Bilder sind wie immer 1000 Pixel breit. Einfach anklicken und in einem neuen Tab öffnen.
Fazit:
Die hier gezeigten Bilder sind nur eine kleine Auswahl aus vielen tausend Bildern die während dieser Reise entstanden sind. Die D300 hat nicht einmal herum gezickt. Die Akkus liefern richtig lange richtig viel Strom. Ich hatte zusätzlich einen Batteriegriff dabei in dem ich einen zweiten Akku unterbringen konnte. Damit war die D300 stets und überall schussbereit. Die heute etwas altmodisch anmutenden Compact-Flash-Karten haben sich auch auf dieser Reise bewährt. Sie sind überaus robust und stecken ordentlich was weg. Da muss man sich keine Sorgen machen, bei den kleinen SD-Karten ist das anders. Die gehen gern mal schnell kaputt und dann sind vielleicht alle Bilder eines Tages oder einer ganzen Reise verloren.
Der Autofokus der D300 arbeitet schnell und zuverlässig, der Sucher ist groß und hell, der Belichtungsmesser versieht seine Aufgaben ohne große Fehler. Die Möglichkeit Belichtungsreihen mit bis zu 9-Bildern aufzunehmen ist grandios und ich vermisse dies gelegentlich bei der Nikon D7000. Mit Batteriegriff lieft die D300 toll in der Hand, sie ist eher ein erwachsenes Arbeitsgerät als eine “Kinderkamera”, mir kommt das sehr entgegen.
Und last but not least ist die Bildqualität, besonders wenn man den 14-Bit RAW-Modus benutzt, über alle Zweifel erhaben. Diese Kamera kann alles was man braucht und das auf sehr hohem Niveau.
Steht man vor der Wahl ob Nikon D300 oder Nikon D700 so ist die Antwort nicht einfach. Ich würde vielleicht die D700 nehmen, obwohl sie etwas langsamer ist und die größeren schwereren Objektive benötigt. Aber das liegt daran, dass mir kaum eine Kamera zu schwer ist, wenn ich sie nicht allzu weit tragen muss. Kommt es einzig auf die Bildqualität an, so liefert die D300 bei ordentlichen Lichtverhältnissen die gleiche Bildqualität wie die D700, gute Objektive natürlich vorausgesetzt.
Wer im Jahr 2013 eine gebrauchte gute robuste Kamera sucht, der liegt mit der D300 meiner Meinung nach genau richtig. Sie ist etwas moderner als die D2x (Live-View, 14-Bit) und bei vergleichbarer Bildqualität deutlich preiswerter als die D700. Man muss hierbei auch bedenken, dass die Kamera nur ein kleiner Baustein einer größeren Fotoausrüstung ist. Gute Objektive sind für die D300 deutlich preiswerter als für die D700. Letztlich wird man es den allerwenigsten Fotos ansehen ob sie mit einer D300 oder D700 gemacht wurden.
Nikon D7100/D400 – Wachablösung für die D300s
Bereits vor einigen Wochen hat Nikon mit der D3200 ein kompakte DSLR für den ambitionierten Fotoamateur mit einer enormen Auflösung von 24 Mega-Pixeln vorgestellt. Seit diesem Tag spekuliert die Nikon-Welt, dass der gleiche Chip auch als zentrale Baugruppe für den Nachfolger der bereits im August 2007 vorgestellten D300 dienen könnte. Das japanische CAPA-Magazine hat nun einen kurzen Artikel zur noch nicht offiziell vorgestellten Nikon D400 veröffentlicht.
Update vom 21.02.2013
Gestern hat Nikon die Nachfolgerin der D7000 und der D300s unter dem Namen Nikon D7100 vorgestellt. Damit ist es nun offiziell, eine D400 wird es vorerst nicht geben. Und der Abdruck im CAPA-Magazine war eine “voreilige Ente”: So sieht die D7100 wirklich aus. Und ich bin ziemlich überrascht, dass meine kleine “Photoshop-Arbeit” dem endgültigen Design doch sehr nahe kommt
In Verbindung mit Nikon D600 wäre damit die Erneuerung des Kamerasortimentes aus meiner Sicht vollständig. In der Profiliga spielen die D4 und die D800. Sie sind die Wachablösung für D3s und D3x. Die D600 wird die D700 ersetzen und die D7100 wird als Nachfolger der D300s und D7000 antreten. In einigen Monaten ist dann mit der D4x zu rechnen. Im Jahr 2016 wird schließlich neu gewürfelt und dann wird es eine Nikon D5 geben
Auf dem Gebrauchtmarkt ist damit in den kommenden Monaten mit einer Schwemme exzellenter Kameras aus der aktuellen Generation zu rechnen. Alle weniger gut betuchten Fotofans können jetzt in die Hände klatschen und schon sehr bald wirklich gute Kameras wie die D300s, die D700 oder gar die D3s zu einem günstigen Kurs erwerben können.
Wenn die D7100 hält was die ersten Infos versprechen, so wird sich der Umstieg für alle Fotografen lohnen die wirklich große Prints erstellen wollen oder sich mehr Freiheit bei der Wahl des Bildausschnittes wünschen. Die D7100 wird mit 6 Bildern/s ein Arbeitspferd für alle Naturfotografen werden, die nicht mal eben 10.000 Euro für ein krasses Superteleobjektiv übrig haben. Bereits mit dem preislich um 2.000 Euro angesiedelten AF-S VR 2.8/70-200 wird man mit der D7100 gut “bewaffnet” sein. Wer im Zoo oder der freien Wildbahn seine tierischen Motive noch größer abbilden möchte, der kann auf den erst kürzlich vorgestellten neuen 2-fach Telekonverter zurück greifen. Mit 6 Bildern/s ist die D7100 halb soschnell wie die D4. Zwar wird bedingt durch den kleineren Sensor das ISO-Rauschen deutlich höher sein als bei der D4, aber man muss auch sehen, dass hier die Packungsdichte der Pixel etwa das 2,5-fache der D4 beträgt.
Neben verstärktem ISO-Rauschen wird wegen der kleineren Pixel die Dynamik im Vergleich zur D4 etwas geringer ausfallen. Wer seine “Viecher” bei sehr hellem Sonnenlicht fotografieren muss, der wird den Belichtungsmesser etwas nach unten korrigieren müssen um überstrahlte helle Bildbereiche zu vermeiden, meine ganz persönliche Prognose. Diese Erfahrungen basieren auf dem direkten Vergleich der D7000 mit der D700. In krassen Gegenlicht-Situationen lassen sich aus den RAW-Bildern der D700 immer wieder überraschende Details hervorzaubern. Klar ist das bei der D7000 nicht anders, aber der Umfang der “Zaubermöglichkeiten” ist einfach sichtbar geringer.
So wird die D7100 eine schnelles robustes Werkzeug für Freunde langer Teleobjektive werden. Doch auch in der Landschaftsfotografie lässt der neue Chip einen Detailreichtum erwarten den wir bislang nur von der D3x kannten.
Bei aller Euphorie und Vorfreude sollte man aber nicht vergessen, dass die Objektive einen ganz wesentlichen Anteil an der Qualität der Bilder haben und dass die Packungsdichte bei der D7100 deutlich höher sein wird als bei der D800! Wer den DX-Chip der D7100 wirklich ausnutzen will, der sollte sich darauf einstellen mit spürbar kürzeren Belichtungszeiten zu arbeiten um auch nur kleinste Bewegungsunschärfen zu vermeiden. Denn die werden im ggfs. alles zunichte machen was er sich mit dem Kauf der neuen Kamera erhofft hat. Bei den Objektiven sollte man darauf achten die für die Abbildungsqualität beste Blenden-Einstellung zu wählen. Diese kann man beispielsweise mit einem ISO12233 Testchart ermitteln. Hat man die Möglichkeit beim Objektiv-Kauf zwischen mehreren identischen Objektiven zu wählen, so ist auch hier ein kleiner Test nicht verkehrt. Nur so kann man vermeiden versehentlich eine “Montagslinse” zu erwischen und sich später wegen der unscharfen Bilder zu wundern.
Das “altehrwürdige” AF-S 2.8/17-55 wird mit der Vorstellung der D7100 auf dem Gebrauchtmarkt eine Renaissance erleben, denn es ist bis heute das beste Midrange-Zoom-Objektiv für das DX-Format.
Wer sich zusätzlich zur D7100 keine hochwertigen Objektive leisten kann, der könnte überlegen sich alternativ eine gebrauchte D2x oder D300s zu kaufen. Hier sind die Pixel doppelt so groß und die Anforderungen an die Objektive weniger kritisch. Kann man an der D7100 nicht das beste verfügbare Objektiv verwenden, so ist die Investition nur begrenzt sinnvoll.
Hier habe ich noch ein Foto das mit einer Nikon D2x und dem AF-D 60mm Macro aufgenommen wurde in voller Originalgröße. (Einfach anklicken) Die Bilder aus der D7100 werden doppelt so groß werden! Wer mag, kann sich dieses Foto herunterladen und auf seinem heimischen Drucker im Format DINA3 ausgeben. Sobald es an einer Wand hängt und man es mit einem Abstand von 100cm betrachtet sollte man überlegen ob man eine D7100 braucht oder ob es eine gut erhaltene D2x für 600 Euro nicht auch tut
Hier zum Vergleich das gleiche Foto aus der neuen Nikon D7100… Ok ok, es gibt sie ja noch gar nicht… Ich habe mir den Spaß erlaubt, das obige Bild aus der D2x geschickt aufzublasen, so dass es die gleiche Auflösung hat wie man sie mit der D7100 erreichen kann. Natürlich kann man den gleichen Algorithmus auf Bilder aus der D7100 auch anwenden. Hat man ein perfektes Objektiv benutzt, so ist natürlich auch bei der D7100 “noch mehr drin”.
Aber seht selbst… (Achtung, diese Bilddatei ist 29,2 MB groß!!)
Erste Beispielfotos aus der D7100 gibt es inzwischen auch schon. Hier zum Vergleich ein “echtes Testbild” aus der neuen D7100.
Nikon D5200 vorgestellt
Die Nikon D5100 ist erst etwa 18 Monte alt, da präsentiert Nikon bereits das Nachfolgemodell. Die neue Nikon D5200 verfügt wie auch die Nikon D3200 über einen CMOS-Sensor im APS-C Format mit einer Auflösung von 24 Megapixeln. Die Daten der neuen Kamera lesen sich gut und ich bin mir sehr sicher, dass sie sich gut verkaufen wird. Nun ist es meiner Meinung nach nur noch eine Frage der Zeit bis auch das Nachfolgemodell der Nikon D7000 mit dem gleichen Chip auf den Markt kommen wird. Damit wäre dann im preiswerten Consumer-Segment wieder “alles beim alten” nur mit doppelter Auflösung und doppelten Speicherverbrauch auf dem heimischen Computer.
Es bleibt also spannend!
Hier habe ich Euch einige technischen Daten der Nikon D5200 zusammengestellt:
- Megapixel (effektiv):24,0 Megapixel
- Maximale Bildauflösung: 6.000 x 4.000 Bildpunkte
- Sensortyp und -größe: CMOS, 23,5×15,6mm
- Serienbilder pro Sekunde: 5,0 Bilder pro Sekunde
- Bild-Format: JPEG, RAW
- Audio-Format: Linear PCM
- Video-Auflösung: 1.920 x 1.080 Bildpunkte
- Video-Frequenz: 30 Bilder pro Sekunde
- Video-Format: MPEG4 (H.264, AVC)
- DPOF Unterstützung: Ja
- EXIF Version: 2,30
- Speicherkarte: SD, SDHC, SDXC
- Schnittstellen: GPS, HDMI Mini Anschluss, Netzgerät, NTSC mit Audio, PAL, USB, WLAN
- USB Version: 2,0
- Objektiv-Bajonett: Nikon F
- Displaygröße: 3,0 Zoll
- Displayauflösung: 921.000 Bildpunkte
- Dioptrienausgleich: -1,7 bis +0,7 dpt
- ISO Empfindlichkeit: 100, 200, 400, 800, 1600, 3200, 6400
- Selbstauslöser: 2, 5, 10, 20 Sekunden
- Belichtungssteuerung: Programmautomatik, Zeitautomatik, Blendenautomatik, Manuell
- Belichtungsreihe möglich: Ja
- Manueller Weißabgleich: Ja
- Gesichtserkennung: Ja
- Live View: Ja
- Staubschutzsystem: Sensor-Selbstreinigung
- Belichtungszeiten: 30s bis 1/4000s
- Blitzleitzahl: 12
- Monitor klappbar: Ja
- Monitor drehbar: Ja
- Stativgewinde vorhanden: Ja
- Fernbedienung möglich: Ja
- Größe: 98mm x 129mm x 78mm
- Gewicht: 505g (ohne Akku und Speicherkarte)
Markteinführung: Dezember 2012
UVP: 809,00 Euro
Update vom 21.02.2013
Bei amazon.de ist die Nikon D5200 ohne Objektiv aktuell bereits für 689,58 Euro zu haben!
Und ein paar schöne Fotos dieser neuen Kamera gibt es auch schon…
Wer genau hinschaut der sieht sofort, dass hier keine Revolution in Sicht ist. Nikon zieht lediglich mit der Konkurrenz gleich die glaubt mit immer neuen “Pixelrekorden” neue Kunden anlocken zu können. Einfluss auf die Bildqualität werden die extrem hochauflösenden Chips indes kaum haben. Die Pixel sind kleiner und die Packungsdichte ich nochmals deutlich höher als bei der Nikon D800E. Da darf man sich keine “ISO-Wunder” erwarten. Wer mit diesen Kameras jenseits von ISO-1600 fotografiert wird in der 1:1 Detailansicht bei extrem hohen ISO-Werten entweder kaum noch Details sehen, weil die Rauschunterdrückung hier alles plattgebügelt hat, oder er wird mit deutlich sichtbarem Rauschen leben müssen. Aber mal Hand aufs Herz, wer druckt seine Fotos die er bei ISO-6400 gemacht hat in einer Größe von 100 x 150cm aus?
Die Nikon D7100 wird wie schon die D7000 auf der Oberseite eine kleines LC-Display haben. Ein zusätzliches Unterscheidungsmerkmal wird der integrierte Autofokusmotor sein, so dass die Nikon D7100 auch mit etwas älteren AF-Objektiven gut funktionieren wird.
Auf die Neuerungen der D7100 darf man indes gespannt sein. Neben einem etwas größeren professionelleren Korpus sind hier eine schnellere Bildfolge und ein deutlich höherer Preis zu erwarten.
Update 21.01.2013
Seit einigen Tagen ist die neue Nikon D5200 nun endlich lieferbar und die ersten Tests zeigen ganz klar, dass sich der Chip deutlich vom Chip der D3200 unterscheidet. Auf dem Papier haben sie die gleiche Auflösung, aber Rauschverhalten und Dynamikumfang konnten bei der neueren D5200 sichtbar verbessert werden.
Erste Testbilder der D5200 in voller Auflösung gibt es auch schon:

Beispielfoto aus der D5200 von http://www.chip.de
Die Jungs von Digitalreg TV haben auch schon eine Video zur Nikon D5200 aufgenommen…
Update am 21.02.2013
Iin der letzten Nacht hat Nikon endlich die Katze aus dem Sack gelassen, die neue Nikon D7100 ist endlich da! Die D7100 ist eine Mischung aus D7000 und D300s. Die technischen Daten sind wirklich vielversprechend:
Product Highlights
- 24.1MP DX-format CMOS Sensor
- EXPEED 3 Image Processing Engine
- No Optical Low-Pass Filter
- 1080p Full HD Video Capture
- 3.2″ 1,229k-dot LCD Monitor
- Optical Viewfinder with OLED Display
- 6 fps Up to 100 Shots at Full Resolution
- 51-point AF with 15 Cross-type Sensors
- Built-In Flash with Commander Function
- Magnesium Alloy Body; Moisture Resistant
Lieferbar ist sie noch nicht und ich werde so bald wie möglich für Euch ein Testexemplar besorgen und es ausgiebig ausprobieren. Auf die Bildqualität darf man wohl wirklich gespannt sein. Bis sie lieferbar ist werden noch einige Wochen vergehen. Bis dahin gibt es hier erst einmal ein paar schöne Fotos
100.000 Kilometer mit der Nikon D300
100.000 Kilometer mit der Nikon D300 – So würde die Schlagzeile eines Dauertests lauten wenn die D300 ein Auto wäre und ich hier für die Auto-BILD schreiben würde. Auch wenn es nicht ganz passend erscheint, passt diese Schlagzeile meiner Meinung nach doch sehr gut. Im Jahr 2005 habe ich mir nach mehreren Jahren mit der Nikon D100 und diversen analogen Kameras eine D2x für damals sagenhafte 4.800 Euro gekauft. Diese Kamera hat mich ein lange Zeit begleitet und ich habe sie noch heute. Im Jahr 2007 kam dann eine deutlich preiswerte Nikon D300 dazu. Die Software der D300 ist im Vergleich zur D2x eine Generation weiter und das Display ist deutlich größer geworden. Aber die D2x ist auch heute noch eine gute Kamera. Wer im RAW-Modus bei ISO-100 fotografieren kann, der wird auch im Jahr 2012 mit einer D2x noch viel Spaß haben können.
Mit beiden Kameras war ich dreimal im Südwesten der USA und ungezählte Male auf den Kanaren, in Norwegen, der Schweiz und anderswo. Mit diesen Kameras habe ich die fotografisch gesehen vielleicht wichtigste Zeit meines Lebens verbracht und die Ergebnisse sind auch heute noch mehr als ansehnlich. Ist ein Einsatz unter perfekten Bedingungen möglich, so spielt auch die D2x noch heute ihre Stärken aus. Der Detailreichtum der Bilder ist großartig und ein gut konvertiertes RAW-Bild ist von einem identischen Pendant aus der D300 praktisch nicht zu unterscheiden. Gut gebrauchte Modelle der D300 oder auch der D2x bekommt man heute bei den diversen Online-Plattformen für 700 Euro und weniger.
Wer die durch den kleinen Chip bedingte kompakte Baugröße der Objektive für diese Kameras zu schätzen weiß, kann im Jahr 2012 für wenig Geld sehr leistungsfähige überaus robuste Kameras erwerben für die es gute Weitwinkel und kompakte Teleobjektive gibt.
Vor einigen Tagen hat mich via Facebook der Martin angefunkt und mich gefragt ob ich ihm als Ersatz für seine Nikon D90 eher eine D300s oder eine D7000 empfehlen würde. Das will ich hier kurz beantworten…
Also: Wer eine große schwere robuste Kamera mit schneller Bildfolge sucht die via 9-fach Bracketing tolle HDR-Bilder ermöglicht, der ist bei D2x und D300 genau richtig. Wer zusätzlich filmen möchte, der könnte auch zur D300s greifen. Wer wenig HDR macht, eine etwas höhere Auflösung such und mit gleichzeitig leider leichtverringerter Dynamik leben kann und in 1080p mit 23,95 B/s filmen möchte, der sollte zur D7000 greifen.
Wenn ich losziehe und “nur” fotografieren will und dabei das Gewicht der Kamera keine Rolle spielt, dann packe ich eine D2x oder eine D700 mit Batteriegriff ein. Die D700 falls ich wenig Licht erwarte, die D2x wenn das Licht gut ist und ich ggfs. den Drop-Faktor für Bilder mit einem 400er Teleobjektiv nutzen will. (Das dann fast wie ein 600er wirkt) Steht eine anstrengende Wanderung auf dem Programm, dann die D300 oder die D7000 ohne Batteriegriff. Klein, handlich kompakt…
Wenn ich hauptsächlich oder auch nur nebenbei filmen will, dann ist die D7000 mein Freund.
Sobald die D800E da ist, wird sich das alles verschieben und ich werde wahrscheinlich ausschließlich die D800 benutzen. Aber warten wir es mal ab…
Hier einige Beispiele zur Nikon D2x, D300 und D7000.
Beginnen wir mit einem Video das ich komplett mit der D7000 erstellt habe. Wer es schon kennt scrollt einfach weiter
Hier nun einige Bespiele aus der D300 und der D2x. (Alle Bilder sind 1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken)
100.000 Kilometer mit der Nikon D300 – wie lautet das Fazit? In der Autowelt würde man jetzt Benzinverbrauch, Drehmoment, Beschleunigung, Verbrauch und Unterhaltskosten einander gegenüberstellen. All das fällt weder bei der D300 noch bei der D2x an. Die D2x ist mir im Jahr 2010 bei einem Sturz im Arches NP einen Abhang hinunter gekugelt. Das Gehäuse war an der Unterseite gebrochen und der Autofokus hat nicht mehr funktioniert. Ich hatte sie abgeschrieben, aber sie konnte für etwa 900 Euro repariert werden. Leider musste ich sie dreimal einschicken bis alles wieder korrekt funktioniert hat. Aber jetzt arbeitet alles wieder wie am ersten Tag!
Auch die D300 hat inzwischen viele tausend Auslösungen hinter sich, alles ohne Probleme. Während meine Fuji Finepix X100 gleich nach einigen Tagen eine Weile in die Werkstatt musste, haben alle Nikons vom ersten Tag an wunderbar funktioniert. Ich habe alle Firmware-Updates eingespielt, wirklich notwendig waren sie indes nicht.
Wer seine Bilder im Internet publiziert und Prints bis zu einem Format von 60x90cm in bester Qualität braucht, der ist sowohl mit der D2x, als auch der D300, D700 oder D7000 bis heute gut bedient.
Die Nikon D4 oder auch die D800 bzw. D800E werden vieles ändern, vor allem aber den Preis der älteren Modelle auf dem Gebrauchtmarkt. Wer ohne Pixelwahn leben kann und nicht unbedingt in HD filmen muss, für den ist sicher eine gebrauchte D300s mit einigen guten Objektiven in den kommenden Monaten eine gute Wahl. Viele Kunden der D800 werden ihre “alten” Kameras preiswert verscherbeln um sich die neue Nikon D800 leisten zu können.
Hier findet derzeit so etwas wie eine “Wachablösung” statt. Jeder der sich bislang keine dieser Kameras leisten konnte kann in den nächsten 6 Monaten kräftig in die Hände schlagen und versuchen eine dieser Kameras preiswert bei eBay & Co zu ergattern.
Meine D300 hat die ersten 100.000 Kilometer gut überstanden, ich denke sie schafft auch die 200.000 Kilometer
Fuji X100 – Die perfekte Landschaftsfotografie
Ihren guten Ruf als perfektes Werkzeug für die Street-Fotografie hat die Fuji Finepix X100 nicht zu unrecht. Das lichtstarke leichte Weitwinkelobjektiv und der vergleichsweise große Chip machen diese Kamera aber auch zu einem tollen Werkzeug für die Landschaftsfotografie. Heute will ich Euch hier vier völlig gleiche und dennoch extrem verschiedene Fotos vorstellen die gestern im Laufe des Tages entstanden sind. Bild 1 habe ich um 12:00 bei hoch stehender Sonne und einem für den April so typischen Wolkenhimmel aufgenommen. Bereits um 14:00 sah die Szenerie ganz anders aus, aber zwischen diesen Bildern liegen immerhin auch zwei volle Stunden!
Ganz anders am Abend, Bild 3 ist um 20:00 entstanden, Bild 4 bereits um 20:15!
Vergleicht man diese Bilder, so haben sie aufgrund des intensiven Wolkenhimmels alle ihren Reiz. Doch mein ganz persönlicher Favorit ist Bild Nummer 4. Für meinen Geschmack bilden hier die milden Kontraste und die intensiven Farben einen schönen Gegenpol zum statischen Symmetrie des eigentlich relativ langweiligen Motivs.
In einem Buch über die Geschichte der Fotografie habe ich vor einer ganzen Weile einen Bericht über einen deutschen Fotografen gelesen, der vor mehr als 100 Jahren mit dem Auftrag die Akropolis in Athen zu fotografieren nach Griechenland gereist ist. Als er heimkehrte hatte er etwa 20 verschiedene Fotografien der Akropolis dabei. Entstanden sind diese Fotografien im sagenhaften Zeitraum von 12 Monaten! Er hat sich das schwierige Motiv damals mühsam erarbeitet. Zunächst hat er einige Wochen lang die richtige Perspektive gesucht und dann mehrere Monate zu unterschiedlichen Jahreszeiten immer wieder neue Fotos aufgenommen. So hat er letztlich ein bis heute bekanntes perfektes Foto der Akropolis geschaffen. Millionen von Touristen knipse jährlich das gleiche Motiv, aber nahezu keines dieser Bilder hat auch nur annähernd die Qualität der über 100 Jahre alten Fotografie.
Einer der berühmtesten Landschaftsfotografen der “Neuzeit” ist Ansel Adams. Seine Fotos kennt zumindest in den USA fast jedes Kind. Auch er hat sich seine Motive mit langem Zeitaufwand mühsam erarbeitet und letztlich unvergleichliche Ergebnisse erzielt.
In unserer schnelllebigen Zeit ist dieses Herangehen kaum mehr möglich. Und selbst mit Hilfe der immer perfekter werdenden Kameras ist der wichtigste Einflussfaktor in der Landschaftsfotografie bis heute noch immer das Licht. Die Frage die ich hier stellen möchte lautet:
Ist es im Jahr 2012 mit geringem zeitlichen Aufwand möglich gute Landschaftsfotografien zu erstellen? Ich denke JA!
Heute gibt es viele Hilfsmittel die noch vor 20 Jahren nicht zur Verfügung stehen. Beispielsweise kann man via Google-Earth ein Gelände zuvor virtuell erkunden und sogar den Schattenwurf der Sonne im Laufe eines Tages simulieren. Auf Panoramio findet man zu vielen interessanten Fotolocations Beispielbilder, denen man zumindest Informationen zur Topografie entnehmen kann. Auch fördert das Stöbern bei Bilderdiensten wie flickr, fototreff24 oder der fotocomunity oft hilfreiche Tipps und Ideen zutage. In Verbindung mit dem Wissen über die Lichtverhältnisse zur “Blauen Stunde” und die Wetterberichte von http://www.Wetter-Online.de und anderen Wetterdiensten ist es heute sehr viel einfacher einen “magischen Moment” zu erwischen. Dennoch ist all das keine Garantie und nach wie vor liegt das Geheimnis des Erfolges von Landschaftsfotografen wie Tom Till oder Michael Fatali darin begründet, dass sie sich “ihre Motive” immer wieder neu erarbeiten.
Die verwendete Technik liefert ihnen ein technisch perfektes Ergebnis, aber den richtigen Augenblick beeinflusst es nicht. Somit ist aus meiner Sicht, ganz unabhängig von der hier verwendeten Fuji X100, eigentlich auch jede moderne Kamera für die Landschaftsfotografie geeignet. Nur sollte man seine Kamera kennen und zur Not im Schlaf bedienen können. In Verbindung mit dem richtigen Licht und dem Wissen um das Motiv sind dann auch mit einfachen Kameras eindrucksvolle Fotografien möglich.
Hier einige Beispiele die NICHT mit der X100 entstanden sind.
Das erste Bild habe ich vor vielen Jahren mit einer Nikon F4 und einem 70-300 Zoom am Vierwaldstätter See in Luzern aufgenommen. Auf dieses Alpenglühen habe ich etwa ein Jahr lang gewartet und es schließlich bei grimmiger Kälte auf einen Kodak Extra Color 100 aufnehmen können. Die verwendete mutet heute schon fast prähistorisch an, aber dennoch wurde dieses Foto für den Werbeprospekt der Bergstation auf dem hier gezeigten “Pilatus” verwendet.
Beispiel 2 ist ein Sonnenaufgang über dem La Sal Gebirge bei Moab in Utah. Um dieses Bild aufnehmen zu können bin ich dreimal an diesem Ort gewesen und habe mir im winterlichen Morgengrauen die Finger abgefroren. Es ist mit einer Nikon D300 und einem AF-S 2.8/17-55mm fotografiert. Im Zeitalter der D800 auch schon wieder ein Stück “Alteisen” – aber man kann damit noch gute Fotos machen. Die D300 ist seit der Vorstellung der D800 nur billiger geworden, nicht schlechter! Dieses Foto verkauft sich über über verschiedene Online-Stores recht gut und hat es in die Galerie der fotocommunity.de geschafft.
Und zum Schluss noch eine “Momentaufnahme” aus dem Jahr 2010. Dieses Bild ist am Ende eines Tages mit dichten Wolken, Sturm und fiesem Licht im Monument Valley in Arizona entstanden. Während ich am Visitor Center gewartet habe, dass meine Freundin den Weg zur Damentoilette findet, schien für einen kurzen Augenblick die Sonne fast waagerecht zwischen dem bedrohlichen Wolkenhimmel und dem Boden auf die drei berühmten Tafelberge. In diesem Augenblick hatte ich meine Nikon D300 schussbereit auf dem Stativ und habe wie elektrisiert ein Bild nach dem anderen geschossen. Während der RAW-Bearbeitung habe ich später versucht die Emotionen auszuarbeiten die ich in diesem Augenblick hatte.
Die beiden letzten Beispiele hätte man in der gleichen Qualität mit fast identischem Ausschnitt auch mit der Fuji X100 erstellen können. Die X100 ist definitiv mehr als nur eine hübsch gemachte Retro-Kamera, sie ist ein ernst zu nehmendes “Werkzeug für den perfekten Augenblick”.







































































































































































































































































































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