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Nikon D300 – Infrarote Landschaftsfotografie

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

(Für mehr Spaß beim Anschauen sind die meisten Fotos 1920 Pixel breit oder hoch. Einfach anklicken…)

Wer meinen BLOG in den letzten Monaten verfolgt hat der weiß bereits, dass ich meine wunderbare Nikon D300 Anfang des Jahre für einen Infrarot-Umbau “geopfert” habe. Dabei wurde die Kamera komplett zerlegt. Das AA-Filter (Anita-Aliasing-Filter) wurde vom Chip entfernt und durch ein gleichgroßes Stückchen “Glas” ersetzt. Aber dieses Glas hat es in sich, es wurde durch Zugabe verschiedener Chemikalien in die Glas-Schmelze eingefärbt und lässt nun nur noch einen sehr schmalen Bereich des sichtbaren Lichtes passieren. Dieser Bereich liegt bei einer Wellenlänge von etwa 830nm (Nanometer). In diesem Bereich ist der Chip der D300 gerade noch so zu gebrauchen. Wäre die Wellenlänge noch länger, so könnte die D300 es nicht mehr “sehen” – wäre also praktisch blind und damit unbrauchbar.

Bedingt durch das sehr schmale “Band” sind die Fotos die man mit dieser Kamera jetzt aufnimmt nahezu monochrom. Stellt man den Weißabgleich der Kamera auf “Tageslicht” so haben die Fotos eine intensiv violette Färbung. Um unmittelbar nach einem Foto abschätzen zu können wie das Ergebnis aussehen könnte, habe ich im Menü der D300 den Schwarz-Weiss-Modus aktiviert und den Kontrast auf das Maximum eingestellt.

Der Autofokus der D300 wird durch den IR-Filter nicht beeinflußt und wurde im Rahmen des Umbaus entsprechend der größeren Wellenlänge etwas korrigiert. Leider ist es ist nicht möglich den Belichtungsmesser entsprechend zu korrigieren. Es braucht also ein wenig Erfahrung bis man seine Fotos korrekt belichtet hat. Auch sollte man unbedingt im 14-Bit RAW-Modus fotografieren, nur so hat man alle Optionen um später aus den Bilddateien das herausholen zu können was auch wirklich darin steckt. Mit dieser Kamera nur JPG-Datei zu knipsen wäre ein Verbrechen!

Da man den Infrarot-Filter nach dem Umbau IN der Kamera hat, muss man keinen Filter mehr vor das Objektiv schrauben. Dadurch kann diese Kamera wie eine ganz normale Spiegelreflexkamera benutzt werden, das Sucherbild ist unverändert klar und hell. Die Empfindlichkeit des Chips für das Lichtspektrum um 830nm reicht aus um bei ISO-200 und Blende 8 an hellen Tagen mit ca. 1/250s ohne Stativ aus der Hand fotografieren zu können. Es ist also kein Vergleich zum nervigen Gefummel mit einem Infrarot-Filter der VOR dem Objektiv sitzt.

Im ersten Foto weiter oben seht Ihr ein Motiv das ich am Sommer irgendwo zwischen Westerwald und Taunus während der Fahrt mit geöffnetem Dach aufgenommen habe. Einfach so, freihändig ohne durch den Sucher schauen zu können. Einfach die Kamera greifen, mit dem rechten Zeigefinger einschalten, aus dem Auto halten und abdrücken. Mit allen anderen Kameras wären solche Infrarot-Aufnahmen absolut undenkbar.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Sehr cool sehen Sommerlandschaften bei Sonnenschein aus, wenn es noch einige nette Wolken gibt. Das kalte Blau des Himmels wird dunkel oder sogar schwarz dargestellt. Alles was rot oder gelb ist wird nahezu weiß abgebildet. Die Blätter der Bäume erscheinen je nach Intensität des Sonnenlichts hellgrau bis weiß. Dadurch erhalten “echte” Infrarot-Fotos einen Look der sich mit keinem Bildbearbeitungsprogramm in gleicher Weise erzielen läßt.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Hier nun einige Beispielfotos die ich am letzten Freitag nach der Arbeit auf dem Heimweg aufgenommen habe. Während sich die Sommerurlauber auf der A3 das Gezeter ihrer verschwitzten unzufriedenen Familienmitglieder anhören mussten, habe ich mich für die wunderbare B42 entschieden. Ich bin also rechtsrheinisch von Mainz nach Bonn gefahren. Als am späten Nachmittag die Sonne tief stand war ich auf dem Loreley-Felsen und konnte bei satten 33°C einige Fotos für Euch aufnehmen. Leute, es war heiß wie die Hölle und der Schweiß brannte in den Augen. Aber meine D300 hat das problemlos weggesteckt und einfach schöne Fotos gemacht.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Hier seht Ihr jetzt die andere Richtung, also ein Blick nach Süden. Beim vorherigen Foto und folgenden Foto stand die Sonne also seitlich. Das ist nach meinen Erfahrungen immer sehr vorteilhaft, nicht nur in der Infrarot-Fotografie. Durch die Verlagerung des Lichtspektrums funktioniert die Vergütung der Objektive nicht mehr. Dieses Vergütung besteht aus mehreren auf die Linsen aufgedampften Metallschichten die jeweils so dick sind wie die halbe Wellenlänge des Lichtspektrums dessen Reflektionen sie vermeiden sollen. Das Prinzip basiert auf der Auslöschung der Lichtstrahlen in Verbindung mit einer Totalreflektion an der Oberseite der Linsen und der Unterseite der metallischen Vergütungsschicht. Für ein reinrassiges Infrarot-Objektiv bräuchte man nur eine einfache Metallschicht die diese müsste so ca. 415 Nano-Meter dick sein.

Leider gibt es derart vergütete Objektive meines Wissens für das Nikon-Bajonett leider nicht. Wer also mit einer derart umgebauten Kamera direkt in die Sonne fotografiert muss mit heftigen Lichtreflexen an den Linsenoberflächen innerhalb seiner Objektive rechnen.

Im Zweifel kann man diese “Eigenart” für eine kreative Bildgestaltung wie im folgenden Foto nutzen. Meist wird man aber bessere Bilder erzielen wenn man die Sonne im Rücken hat oder sie im einem Winkel von ca. 90° seitlich auf das Motiv einfällt.

D300_IR830nm_2400_1000px

Bei der Bildgestaltung gelten natürlich die gleichen Regeln wie für “normale” Fotos auch. Der Horizont sollte im oberen oder unteren Drittel des Bildes liegen. Die für das Bild wichtigen Objekte sollten auf einem der vier Schnittpunkte angeordnet sein die sich ergeben, wenn man sein Foto in Gedanken mit vier Linien in 9 gleichgroße Flächen aufteilt. Wenn man es drüber hinaus noch schafft dem Bild eine sichtbaren Vordergrund-, Motiv- und Hintergrund-Ebene zu verleihen ist man auf einem guten Weg zu einem interessanten Foto.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Ein guter Freund hat mit mal gesagt ich solle immer darauf achten, dass “etwas rotes” auf jedem Fotos zu sehen sein solle. Im nächsten Foto ist ein kleiner Junge mit einem roten Pullover der fröhlich zwischen den Bäumen tobt zu sehen. Im infraroten Lichtspektrum geht die Farbe seines Pullovers leider verloren :-(

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Hier ein sehr schöner Blick hinab in das Rheintal. Ich habe eine Weile gewartet bis ich ein Schiff in das Foto integrieren konnte, das den Rhein aufwärts fährt. So werden die Dimensionen des Tals sehr schön verdeutlicht. Dieses riesige Schiff wirkt aus der Ferne im der Weite des Rheintals nur noch wie ein kleines Streichholz im Wasser.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Am letzten Sonntag habe ich das Wetter für eine ausgiebige etwa 300 Kilometer lange Cabrio-Tour genutzt. Die D300 lag für etwa sechs stunden in der prallen Sonne neben mir auf dem Beifahrersitz und ich habe immer wieder aus dem fahrenden Auto fotografiert. Hier ein Foto das sehr gut gelungen ist. Man sieht hier zwei uralte aber sehr schön renovierte Trecker. Im Bild ist unten links eine leichte Bewegungsunschärfe zu erkennen. Sehr gut gefällt mit der Verlauf der linken Fahrbahnmarkierung die genau in der unteren linken Bildecke “ausläuft”. Als Gegenpart machen die Zipfel der Bäume auf der linken Seite den gleichen schönen Schwung nach oben.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Im nächsten Foto sieht man sehr schön, dass die roten Rücklichter meines Autos hellgrau abgebildet werden.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Hier noch ein Foto das auf einer sehr steilen kleinen Nebenstraße entstanden ist. Auch hier ist das “bildwichtige Motiv” im unteren rechten Drittel des Bildes angeordnet. Die Straße führt in Form einer Diagonale zu diesem Objekt, das Auge wird fast wie von ganz allein dorthin gelenkt wo es verweilen soll.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Bei der Aufnahme aus niedrigen Perspektiven kommen oft ungewöhnliche Fotos zustande. Im nächsten Foto weist einfach alles nach oben und das Laub der Bäume ergibt in Verbindung mit dem Licht der Sonne fast ein “Kathedrale aus Licht”.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Hier nun ein Foto das heute auf dem Heimweg entstanden ist. Auf der Rheinhessen-Straße sah ich vor mir diese Wolkenformation. Es sieht fast aus als wäre weit vor mir etwas explodiert. Ich habe bei der erst besten Gelegenheit rechts angehalten, bin ein paar Schritte in ein Feld gelaufen und habe bei diesem Foto versucht nicht nur die Wolkenformation einzufangen, sondern ihr auch eine “Basis” zu geben. Der Horizont ist auch hier wieder im unteren Drittel des Bildes angesiedelt.

Was hier wirklich gut aussieht hängt vom Einzelfall ab. Ich habe mir angewöhnt einfach mehrere Fotos aufzunehmen und später zu entscheiden was mir davon am besten gefällt. Womit wir schon beim nächsten Tipp wären. Besorgt Euch einfach ein paar große Speicherkarten und arbeitet an Euren Motiven. Nicht nur schnell ein Foto knipsen und gleich weiter hasten. Oft ist es besser erst einmal die Gegend auf sich wirken zu lassen. Geht ein wenig herum, schaut Euch um. Geht in die Hocke, achtet auf die Geräusche und den Stand der Sonne. Fotografiert zuerst “im Kopf” und danach mit der Kamera. Schießt von jedem Motiv eine Serie von vielleicht 20 Bildern. Wechselt dabei auch in das Hochformat, viele Motive sehen an der Wand im Hochformat einfach richtig gut aus!

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Durch das eng begrenzte Lichtspektrum ist die D300 fast blind für UV-Strahlung. Damit kann sie durch Dunst ein wenig “hindurch sehen”, so dass sich Infrarot-Fotos oft durch eine außergewöhnliche “Klarheit” auszeichnen. Schaut Euch im nächsten Foto mal den Mond an. Diese Foto habe ich heute Morgen um kurz vor 6h aufgenommen. Die Sonne war gerade aufgegangen und stand in meinem Rücken. Es sieht fast aus wie eine Fotomontage, ist es aber nicht!!

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Kurz nach diesem Foto habe ich mich um 180° gedreht und meine D300 voll in die aufgehende Sonne gerichtet. Die oben angesprochenen Reflexionen sind deutlich sichtbar. Man kann sie etwas verringern indem man das Objektiv nicht zu stark abblendet. Durch die Verwendung des RAW-Modus hatte dieses Foto so enorme Reserven, dass man tatsächlich noch die im Schatten liegende Seite meines Autos deutlich erkennen kann.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Hier ein Foto das gestern kurz nach Sonnenaufgang ganz in der Nähe entstanden ist. Hier kam das Sonnenlicht von rechts und betont so die Wolkenfront am linken Bildrand sehr schön. Da die Kamera durch den Dunst “hindurch sehen” kann, wird sogar der Regenschauer in der Bildmitte deutlich sichtbar.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Hier noch ein spontanes Experiment. Am Ortseingang von Mainz Hechtsheim ist das Gartencenter Fuchs gelegen. Das Wappentier ist ein Fuchs der aus einer Mischung aus Draht und Pflanzen besteht. Ich habe hier versucht das Auge dieses Fuchses ein wenig aufleuchten zu lassen. So wirklich hat es leider nicht funktioniert, die Position für dieses Motiv ist im Winter besser weil die Sonne dann viel weiter rechts aufgeht und man diese Bildidee dadurch sehr viel schöner umsetzen kann. Auch sieht man hier wieder die Reflektionen und man sieht auch sehr deutlich, dass der Kontrastumfang der D300 selbst im 14-Bit RAW-Modus hier an seine Grenzen stößt.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Jetzt noch einige Beispielfotos der letzten Tage.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Fazit

Die Fotografie im deutlich roten Spektrum des sichtbaren Lichts kann Landschaftsfotografien eine schier unglaubliche Dynamik verleihen. Wolken die man mit bloßem Auge als “nett” empfindet werden plötzlich zu bedrohlichen Monstern. Auch hier gilt die alte Regel “Schlechtes Wetter ist gutes Wetter für schöne Fotos!”

Ab und zu fragen mich meine Leser welche Tipp ich ihnen für gute Fotos geben kann. Ich antworte dann meist, dass es einen sehr elementaren einfachen Tipp gibt:

  • Arsch hoch und raus aus der Bude!!!

In der Landschaftsfotografie ist dies der wichtigste Tipp von allen! Zuhause oder im heimischen Garten wird man nur wenige interessante Motive finden. Wer schöne Landschaften fotografieren will muss reisen und sollte Spaß daran haben viel unterwegs zu sein. Eine Kamera gehört dann (fast) immer ins Gepäck. Auch wenn es nur ein Handy ist, selbst damit lassen sich ansprechende Fotos aufnehmen, sofern man die eingebaute Kamera beherrscht!

Bei uns in Deutschland sind Frühling, Sommer und Herbst die besten Jahreszeiten für die Infrarot-Fotografie. Im Winter bei Schnee und Eis kann diese Spielart der Fotografie ihre besonderen Stärken nicht wirklich ausspielen. Hier habe ich ein Foto das ich im letzten Dezember kurz vor Heiligabend auf Teneriffa mit der D300 aufgenommen habe. Man sieht, es geht auch im Winter, aber nur weit weg von unserer kalten nassen Heimat :-)

D300_IR_2080_1000px

Schöne Infrarot-Fotos lassen sich aber nicht nur mit einer speziell umgebauten Kamera aufnehmen. In diesem Artikel findet Ihr eine Reihe von Fotos die ich mit einer Nikon D800E und einem HAMA Infrarot-Filter (720 Nanometer) aufgenommen habe.

Richtig viele Infos zum Thema “Infrarot” finden sich über die Schlagwort-Wolke auf der rechten Seite. Klickt hier einfach mal auf Infrarot und schon könnt Ihr Euch durch wirklich viele Fotos und Artikel rund um dieses spannende Thema wühlen.


Fuji X100 – Blue Hour am Rhein

Heute bin ich nach Feierabend noch schnell in Richtung Mainz Kastell aufgebrochen und habe mit der Fuji Finepix X100 am Fuße der Theodor-Heuss-Brücke ein wenig fotografiert. Es war bitterkalt und der Belichtungsmesser der X100 hatte mit dem flauen Abendlicht seine liebe Mühe. Entweder waren die Bilder zu hell oder zu dunkel. Die Belichtungszeit manuell einzustellen bringt auch nicht viel, da ich irgendwie keine Belichtungszeiten von bspw. 15s oder 10s eingestellt bekomme. Später werde ich erfahren warum! Also entweder kommt man mit 30s hin oder man lässt es bleiben. Ein wenig kann man tricksen indem man den eingebauten Graufilter einschaltet. Aber zu Beginn der blauen Stunde ist dann trotzdem bei Blende 16 und 30s eigentlich jedes Bild überbelichtet. Hier könnte ggfs. ein echter Graufilter auf dem Objektiv helfen, das werde ich bald mal ausprobieren :-)

Wenn ich an meine letzte Session an dieser Location denke, damals hatte ich die noch nagelneue Nikon D7000 dabei. Ich habe sie über den ML-L3 Infrarot-auslöser “gezündet” und konnte beliebige Belichtungszeiten zwisch 1/8000s un 30s einstellen. Ok, die D7000 sieht längst nicht so cool aus wie die Fuji X100, aber ihr Konzept ist eben wirklich praktisch! Hier findet Ihr den Artikel zur Session mit der D7000.

Aber es sind dennoch einige schöne Fotos entstanden. Und was haben wir gelernt, die X100 ist schon eine Kamera für Fotografen die es ernst meinen, aber die sollten für eine ähnliche Session einen Drahtauslöser dabei haben!

Und beim Stöbern in der Bedienungsanleitung habe ich gelernt, dass man dem Wählrad für die Belichtungszeit auf T stellen kann. Tut man dies, so sind alle Belichtungszeiten zwischen 1/4s und 30s ganz toll über das rückwärtige Einstellrad zugänglich. Vielleicht sollte man Bedienungsanleitungen gelegentlich doch lesen :-)


A tribute to my BMW K1200r

Eigentlich sollte es ja nur ein kleines Testvideo mit Bildern und Videosequenzen aus der neuen Nikon AW-100 werden. Aber dann passte es mit der Musik nicht und so habe ich noch ein wenig in den GoPro-Videos des Jahres herum gesucht. Am Ende habe ich dann so etwas wie eine “Verbeugung” vor einem Stück genialer deutscher Motorradtechnik. Neben der K1300 ist die K1200 für mich eines der besten Motorräder der Welt. Kinderleicht im Handling, 100% alltagstauglich, pfeilschnell und trotzdem für wirklich lange Touren geeignet. Das tolle Koffersystems ermöglicht mir den Transport von Kleidung, Notebook und was ich während einer Arbeitswoche alles brauche. So bin ich mesit mit meiner blauen und ab und zu auch mal mit der weißen K1200r Sport nun seit April fast ausschließlich unterwegs gewesen.

Irgendwann hat es an einem Montagmorgen so stark geregnet, dass ich mit meinem Auto zur Arbeit nach Mainz gefahren bin. Aber das war eine der ganz ganz wenigen Ausnahmen. Soviel wie in diesem Jahr bin ich schon ganz lange nicht mehr Motorrad gefahren. Und die vielen glücklichen Momente an Rhein, Mosel, Eifel, Hunsrück, Taunus und vielen anderen schönen Ecken möchte ich nicht missen. Ein Jahr auf zwei Rädern und was für eines!

Heute ging es bei leicht frostigen Temperaturen zurück von Mainz nach Bonn. Ab Montag werde ich wieder mein Auto benutzen. Mein beiden BMWs waren jetzt zur Inspektion, haben frisches Öl in allen Behältern, reichlich Profil auf den Reifen und sind bereit für einen hoffentlich kurzen Winterschlaf.

Hier ist nun mein neues Video. Am Ende gibt es noch eine kleine Überraschung, 200 km/h im 4. Gang und er ist längst nicht “ausgedreht”…


Ein Tag mit der Nikon AW-100

 

Als Sandra und ich wach werden ist es ein schöner sonniger Herbsttag. Draußen ist es kalt und klar, aber der Spätsommer hat sich verabschiedet, ganz eindeutig! Um 12h bin ich am Hauptbahnhof und treffe mich mit einem guten Freund aus alten Zeiten. Er ist eine wenig zufällig mal in Bonn. Eigentlich wohnt er jetzt in Hannover. Wir schlendern ein wenig durch die Stadt und quatschen über alte längst vergangene Zeiten. Er hat sein iPhone dabei, ich meine neue Nikon AW-100. Hier und da bleiben wir stehen und schießen ein paar Bilder. Um 13h30 landen wir im Roses, schräg gegenüber des Bonner Münsters. Es gibt Nudeln mit Scampis, lecker! Als mein Freund um 14h16 wieder mit dem ICE in Richtung Hannover verschwindet, laufe ich einmal quer durch die Stadt. Mein Auto steht im Parkhaus an der Oper.

Aber da ist ja noch der Bonn Münster, schnell mal rein und ein paar Testbilder für meinen BLOG machen…

Hier ein kleiner “Zoom-Test” – Volles Weitwinkel gegen maximale Tele-Brennweite.

Wie schlägt sich die AW-100 bei wenig Licht in einer Kirche (Bonner Münster) – Überraschend gut!!

Wieder daheim angekommen geht es Sandra immer noch nicht wirklich besser. Das Vernünftigste ist, sie bleibt im Bett. Ich packe während dessen eine Sachen zusammen. Mein weißes “Mädchenmotorrad” hat am Montag einen Termin in der Werkstatt in Rüsselsheim. Bei ihr wird es nicht so teuer werden wie bei meiner baugleichen blauen Turbine. Die weiße Turbine hat knapp 18.000 Kilometer auf dem Tacho, da steht also die 20.000er Inspektion an. Da Sandra im Gegensatz zur mir nie sinnlos den Gashahn aufreißt, schafft sie mit einem Hinterreifen die doppelte Laufleistung. Wirklich beachtlich! Die beiden Michelin Pilot Road 2 werden also wohl erst im nächsten Jahr wie bei der blauen K1200 gegen die neueren Michelin Pilot Road 3 ausgetauscht.

Um 17h30 bin ich dann startklar. Das Thermometer zeigt 17,5°C, ich bin warm eingepackt und es geht los nach Mainz. In den Höhenlagen von Eifel und Hunsrück ist es schon kalt und es wird in 90 Minuten dunkel. Also verkneife ich mir die Fahrt durch die Berge und cruise einfach entspannt über die B42 am Rhein entlang. Was für eine tolle Strecke, was für eine Wetter. Zwar kriecht die Kälte langsam in alle Ritzen aber es ist trotzdem schön. Als ich die Loreley passiere geht gerade die Sonne unter. Nun wird es langsam frisch. Kurz drauf zeigt der Bordcomputer noch 12°C, teilweise sind es nur noch 10°C. Trotzdem macht die Tour Spaß. Ich bin froh, dass ich mir am Samstag bei Hein Gericke in Bonn noch eine neue Sturmhaube aus flauschig warmem Fleece gekauft habe. So ist es im Helm wirklich angenehm, auch wenn er jetzt etwas stramm sitzt. Aber es hat auch etwas Gutes, ich reiße mir beim Auf- und Absetzen nicht mehr die Ohren ab :-)

Kurz vor Rüdesheim sehe ich rechts eine Fähre. Warum nicht? Also kurz blinken und in einem scharfen Haken nach rechts, auch wenn es eigentlich nicht erlaubt ist. Die Überfahrt kostet 2,80 Euro und ich bin froh, dass ich mir kurz die Beine vertreten kann. Mein Telefon ist in einem der Koffer und die kleine AW-100 steckt in der Jackentasche. Raus damit und schnell ein Foto gemacht. Später werde ich wirklich überrascht sein wie schön es geworden ist!

In meinem Appartement dann der große Schock, der Kühlschrank ist mal wieder abgestellt und es gibt nur warmes Bier. Da hilft nichts, schnell rüber zur Tankstelle. Es gibt noch einen Burger und ein Desperados darf ich ausnahmsweise auch trinken, eigentlich ist der Verzehr alkoholhaltiger Getränke im Tankstellenbereich verboten! Aber wir kennen uns nun schon seit 2007 – da machen sie Jungs von der Tankstelle für mich mal eine Ausnahme :-)

Was für ein schöner Tag…


Tour mit Hauke

Es ist Dienstag und meine K1200 ist noch in Rüsselsheim in der Werkstatt. Die Arbeiten sind doch umfangreicher als gedacht, mit ein wenig Glück wird sie am Mittwoch fertig. Abends geht es mit Hauke noch kurz zum Italiener um die Ecke, um 21h30 ist dann Freizeit angesagt. Warum nicht mal auf der Platte stöbern? Ha, da ist noch ein “Roh-Video” von einem Ausritt den ich zusammen mit Kumpel Hauke vor einige Wochen an einem ausnahmsweise mal nicht verregneten Sommertag unternommen habe.

Daraus könnte man schnell ein Video zaubern… “Frische ungehörte” Musik habe ich inzwischen kaum noch, aber der Titel “Driving” von Gereon M. Hillebrand gefällt mir immer wieder super gut. Er passt einfach zum Feeling das ich auf dem Motorrad habe.

Es gibt Aufnahmen einer Front- und einer Heck-Kamera. Diesmal mache ich kein aufwändiges “Bild im Bild” sondern schneide versuchsweise etwas aus “Vorne” versus “Hinten” zusammen. Das Ergebnis gefällt mir recht gut, es ist weniger langweilig, verbraucht weniger Rechenleistung in der Vorschau und lässt sich viel leichter schneiden als ein “Bild im Bild”.

Im Video starten wir in Mainz, fahren nach Oppenheim. Dort verlassen wir die B9 und fahren munter lustig durch die Weinberge. Anfangs fahre ich vor, später dann Hauke. So habe ich ihn mal von vorn und mal von hinten auf dem Video. Zwischendurch halten wir auch mal an und drehen die hintere GoPro Kamera etwas zur Seite. Auf der gut ausgebauten B9 fahren ich dann immer mal eine wenig neben Hauke hin und her, so entstehen ganz nette Aufnahmen seiner Tigerente und das alles mit einem gewaltigen “Fish-Eye-Effekt”. Fisch und Ente – passt doch super! Wieder in Mainz angekommen wollten wir zu unserem präferierten Italienischen Restaurant “La Rustica” – leider geschlossen. Also ging es weiter in die Mainzer Innenstadt zum Heiliggeist, einem alten Spital. Dort gibt es recht gutes Essen und die Location ist wirklich super. Besonders im Innenbereich sieht es aus wie in einer alten Kirche, wirklich schön! Wer es nicht kennt und mal in Mainz ist, der sollte da mal hin gehen!

Nachdem wir die Straßenmusiker mit unseren K1200r und K1200s geärgert haben geht es wieder zum Hotel. Von dieser Wegstrecke gibt es keine Video-Aufnahme. Da waren die Batterien schon leer… Die streng chronologische Reihenfolge habe ich diesmal beim Schnitt durchbrochen. Der Song “Driving” dauert 4:32 Minuten und es war noch etwas “Platz” am Ende. Diesen habe ich mit einer kleinen Sammlung einzelner Impressionen “aufgefüllt”. Am Ende fahre ich dann “davon” – das gefällt mir als Aussage eigentlich auch ganz gut.

@Hauke: Nichts gegen Dich und Deine Tigerente – Aber ich bin schneller – LOL


Biker’s Pleasure And Pain

Die Woche ist herum und es geht mal wieder mit der blauen K1200r heim nach Bonn. Die Wettervorhersage ist nicht wirklich toll und es sind auch nur noch 15°C. Also rein in die Regenkombi - das erste Mal seit über einem Jahr! So ist das wohl mit den meisten Regenkombis auf dieser Welt, jeder hat eine, jeder haßt sie, keiner nutzt sie, jedenfalls nicht freiwillig.

Als es bei Bingen anfängt zu regnen bin ich wirklich froh wetterfest eingepackt zu sein. Zwischendurch kommt immer mal wieder die Sonne heraus, es ist trotz allem eine wirklich schöne Tour.

Als ich drei Stunden später daheim ankomme sind die Nachrichten nicht wirklich gut. In der Post finde ich ein Trauerschreiben, die Beisetzung ist am nächsten Freitag. Außerdem liegt meine Mutter seit Mittwoch im Krankenhaus, ein Herzinfarkt. Nein, es sind keine guten Nachrichten. Doch mein kleines Motorrad-Video ist gefilmt und nach einem “Schnell-Schnitt” auch schon online.

Also, hier ist es nun, ein unbeschwertes Video das entstand als ich noch nicht ahnte welche Nachrichten mich erwarten würden.

Wir starten in Bingen und fahren auf der B9 vorbei an St. Goar, Bacharach, Boppard, Oberwesel, Koblenz, Bad Breisig, Remagen, Oberwinter bis nach Bonn. Immer wieder eine schöne Tour, auch wenn es mal regnet. Es ist wie im “echten” Leben, da scheint auch nicht immer nur die Sonne…

 

 


Kältetest mit Nikon P7100

Die Nacht war wieder viel zu kurz und die Woche beginnt wie immer völlig überraschend. Um 6h30 bin ich startklar. Mit der blauen BMW geht es über die Dörfer nach Ahrweiler, dann über Altenahr und Ahrbrück in Richtung Adenau. Vorbei am Nürburgring über Cochem nach Kaub. Weiter nach Simmerin, ich will via Bad Kreuznach nach Mainz. Irgendwann lese ich auf dem Display meines TomTom Urban Rider, dass die voraussichtliche Ankunftszeit mit 11h30 veranschlagt wird. Das ist nun doch ein wenig zu spät.

In der Nähe von Simmern plane ich um “Mainz – Schnellste Strecke”. Es geht auf die B50 in Richtung Stromberg. Nach einer endlosen Baustelle geht es dann zügig vorwärts. Was ich nicht weiß ist, dass auf der A3 ein Gefahrgut-Transporter verunglückt ist. Die gesamte A3 ist gesperrt, es ist Phosphor-Säure ausgelaufen. Vermutete Ursache: Sekundenschlaf…

Kaum bin ich auf der A61 stehe ich im Stau und in was für einem Stau! Zusätzlich ist es blöd, dass direkt vor mir mehrere Polizeifahrzeuge ebenfalls im Stau stehen. Nach etwa einer Stunde habe ich es zum Rastplatz Hunsrück geschafft. Über die winzige Zulieferer-Straße verlasse ich heimlich still und leise die Autobahn. Es geht scharf links, eigentlich ist diese Straße nur für die Land- und Forstwirtschaft frei gegeben. Das TomTom blinkt, eigentlich darf ich hier gar nicht her fahren… Etwas später bin ich dann bei der Stromburg in Stromberg. Kurz drauf versuche ich mich erneut mit der A61 und lande mitten in einer Großbaustelle. Ja hört das denn niemals auf? Um kurz nach 11h bin ich im Büro, frisch geduscht und umgezogen, hat doch noch geklappt…

Später am Abend gibt es noch einen Burger in Oppenheim, das Wetter ist schön und ich genieße die Kilometer auf der B9 am Rhein entlang. Mit hereinbrechender Dunkelheit erreiche ich mein kleines Mainzer Appartement. Die frisch “reparierte” neue Nikon P7100 habe ich in einem der Motorradkoffer dabei. Und mir kommt in den Sinn, dass ich sie einem kleinen Kältetest unterziehen könnte. Ein paar Bierflaschen werden beiseite geschoben und dann kommt die P7100 in den Kühlschrank hinein. Tür zu – Tür auf – Bier raus – Tür zu – Tür auf – Bier raus – Tür zu – so geht das eine ganze Weile. Später schneide ich schnell am Mac mit iMovie eine kleines Filmchen zusammen und denke mir für den Schluss noch eine kleine völlig unerwartete Überraschung aus :-)

 

Hicks…


Von Bernkastel nach Koblenz

Es ist wieder Wochenende und es geht an einem wirklich supertollen Spätsommertag mit der blauen K1200 heimwärts. Woher fahren wir denn diesmal? Ich habe noch die mahnenden Worte meines Nachbarn Tobias im Ohr “Du musst auch mal woanders entlang fahren. Immer nur am Rhein, das wird auf Dauer doch total langweilig!”

Wie Recht er doch hat, nicht nur für Euch “Zuschauer” sondern auch für mich als”Filmproduzenten” ist es schön mal ab und zu eine neue Strecke auszuprobieren. Da es einer der letzten schönen Tage sein wird, habe ich mir etwas besonderes überlegt. Es soll von Mainz über die A60/A61 und die B50 nach Bernkastel an der Mosel gehen. Dann ganz entspannt an der Mosel entlang nach Koblenz, dort auf die B9 und ab nach Hause.

Einige kleine Videoschnipsel habe ich dazu ja schon gepostet. Heute war dann nach ziemlich genau 132 Stunden der “Roh-Film” erstellt, der alle drei Kameraperspektiven enthält. Darüber habe ich ja auch schon kurz berichtet. Aus diesem “Rohfilm” habe ich dann heute einen kleinen Extrakt erstellt und ihn mit etwas “Chilout-Musik” unterlegt die zum Lieferumfang der Software “Magix Retten Sie Ihre Videocassetten” gehört.

Hier ist nun mein Video! Vielleicht bedenkt ihr beim Anschauen, wie viele Kilowattstunden Strom für die Erstellung und den Upload notwendig waren! :-)

Hier nochmals die Tour in der Übersicht – das Video zeigt den Abschnitt von Bernkastel nach Koblenz und ein Stückchen der B9 in Richtung Bonn.


Von Bernkastel nach Koblenz

Es ist wieder Wochenende und es geht von Mainz zurück nach Bonn – nur wie?? Um 15h bin ich startklar, den TomTom Urban Rider “sage” ich zunächst, dass es mir den Weg nach Bernkastel an der Mosel zeigen soll. Meine K1200r Sport ist vollgetankt und es geht bei Mainz auf die A60 in Richtung Westen. Bei Bingen wechseln wir auf die B61, kurz hinter Stromberg biegen wir ab auf die B50 in Richtung Bernkastel. Nach etwa 120 Kilometern bin ich dann an der Mosel. Das Wetter ist ein Traum und ich bin wirklich glücklich, dass wir nach dem durchwachsenen Sommer nun einen schönen Oktober haben.

In Bernkastel ein kurzer Stopp und nun werden alle Kameras “gezündet”. Beim Aufsteigen erwische ich die hintere Kamera mit dem Fuß und dabei habe ich sie dann tatsächlich abgeschaltet. Dies fällt mir aber erst beim nächsten Zwischenstopp und der “Kamerakontrolle” an einer Baustellenampel auf – na egal, die hintere Kamera hatte eh fast nur Gegenlicht – ok – ist doch schade… Es ist DIE TOUR des Jahres und von drei Kameras laufen nur zwei :-(

Die Mosel hat deutlich mehr Brücken als der Rhein und so kann man munter lustig hin und her wechseln – ein Angebot, das ich auch gern annehme!

Bei Koblenz geht es dann auf die B9 und ab nach Bonn. Daheim angekommen wartet Sandra schon mit Wein und Pizza – großartig! Die Tour hat rund 4 Stunden gedauert, ich bin gut 300 Kilometer gefahren und hatte einfach nur Spaß – ein genialer Start isn Wochenende!

Dabei sah es am Vormittag zwischendurch noch so aus, als würde alles ins Wasser fallen. Es gab Probleme bei der Installation unseres neuen Software-Releases in einer Windows 2003 Umgebung mit Citrix Servern. Ein zentrales Steuerelement der DateTime-Picker hat immer das aktuelle Datum angezeigt und man konnte das Datum auch nicht löschen. Blöd, wirklich blöd und so wäre ein sinnvoller Test durch die Fachseite nicht nöglich gewesen. Aber dank der tollen Zusammenarbeit mit unserem überaus pfiffigen Projektleiter war das Problem um 13h aus der Welt und so konnte ich einen der letzten Tage doch noch genießen und eine Tour fahren die nicht ganz alltäglich ist.

Und so sah sie aus: (Der Link öffnet die Karte in Google-Maps, oder einfach das Bild anklicken, dann wird es groß)

Nach der Pizza schaut sich Sandra eine Doppelfolge von Cobra 11 an. Ich als “Fernsehverweigerer” schneide noch schnell zwei Videos aus dem vieln Material das ich auch heute wieder eingefangen habe…

Zunächst die letzten Minuten bevor ich Bernkastel an der Mosel erreiche. Der “Abstieg” von der B50 hinab zur Mosel ist wirklich schön!

 

Dann habe ich hier noch einen Soundcheck mit der GoPro HD HERO 960 in einem komplett geschlossenen Unterwassergehäuse. Die Kamera ist mit einem Rohrhalter an den Superbike-Lenker (AC-Schnitzer) meiner K1200 Sport montiert. An der Shell Tankstelle kann ich von der Kasse aus sehen, wie ein paar Autofahrer neugierig um mein Moped mit den drei GoPro Kameras und dem TomTom Navigationssystem herumschleichen – irgendwie sind die Kameras doch ein wenig peinlich, aber ohne sie gibt es keine Videos…

 

Morgen gibt es dann ein volles heimisches Programm. Bloggen, aufräumen, Bürokrams erledigen und nachmittags zusammen mit Sandra ihr neues Auto abholen. Ob sie dann endlich wieder schlafen kann??

 


Von Mainz nach Gau Algesheim

Es ist einer der letzten wunderbaren Spätsommertage und daher sollte man diesen Tag genießen so gut es eben geht! Um 18h sind Hermann und ich dann startklar. Seine silberne K1200 AC Schnitzer sieht schon wieder anders aus. Jedesmal wenn wir uns sehen, sind wieder ein paar Aufkleber runter und irgendwas ist neu lackiert oder frisch poliert. Eine echte Liebesbeziehung wie sie nur ein Biker verstehen kann :-)

Ich schnappe mir noch schnelle die kleine GoPro HD HERO 960 und los geht der Spaß. In Gau Algesheim gibt es ein Eis und im allerletzten Abendlicht sind wir dann wieder in Mainz. Noch schnell tanken und dann das Video schneiden. Ein bisschen Musik finde ich auch noch. Diesmal sind es drei schon etwas ältere Songs von Gereon M. Hillebrand.

 

Mal sehen wie heute das Wetter wird. Die drei GoPros sind schon wieder startklar. Vielleicht könnte es von Mainz nach Bernkastel gehen, dann an der Mosel entlang bis kurz vor Koblenz und dann durch die Eifel nach Bonn? Klingt das nach einem Plan? Oder mal schauen ob die Aartalstraße nun wieder frei gegeben ist? Na, wir werden es sehen – im wahrsten Sinne des Wortes :-)


B54 die Aarstraße

 

Und wieder steht das Wochenende vor der Türe. Morgens bin ich noch zur Massage bei Hermann, meinem motorradfahrenden Physiotherapeuten. Wir unterhalten uns über die schönsten Routen und er schlägt mir für den Heimweg die Straße durch das Aartal vor. Nach der Arbeit geht es kurz zum Umziehen in mein Appartement. Der kleine Mac läuft noch. Super, da kann ich gleich die Route planen. Nach mehreren Anläufen gebe ich es aber auf. Der TomTom Routenplaner ist einfach für nichts zu gebrauchen. Die Touratech-Software läuft nicht auf dem Mac und mit Garmins BaseCamp kann man scheinbar keine Zwischenstopps einplanen. Vielleicht muss ich mich auch nur intensiver damit beschäftigten, aber dafür ist heute keine Zeit. Also muss der gute alte Grips ran!

Will sagen: Karte anschauen, einige wenige markante Wegpunkte ausgucken und das dann IM KOPF BEHALTEN!

Wenig später geht es los. Im Web habe ich gelesen, dass die Aarstraße aus Landes- und Bundesmitteln eine neue Straßendecke bekommt. Laut Zeitungsmeldung sollen die Arbeiten eigentlich schon abgeschlossen sein. Mal sehen… Es geht los und etwa 30 Kilometer später stehe ich kurz vor Adolsfseck dann vor der gleichen Straßensperre vor der ich schon bei der Tour mit Oli und Hauke stand. Aha, Oli wollte mit uns durch die Aarstraße fahren!!

Da hilft nichts, ich muss durch Bad Schwalbach fahren und einen kleinen Umweg nehmen. Meinen TomTom gebe ich als Ziel “Burg-Hohenstein” ein und schon geht es los. Nach einigen schönen Kurven stehe ich dann am Abzweig zur B54. Ich habe die Aarstraße gefunden, endlich!

Nun stellen sich diese beiden Fragen:

  • Rechts abbiegen nach Burg-Hohenstein und dann alles wieder zurück???
  • Links auf direktem Weg nach Hause?

Ich entscheide mich für LINKS.

Die B54 ist toll, aber leider viel zu kurz! Nach ein paar Minuten echtem Fahrspaß geht es immer wieder von einer Ortschaft in die Nächste. Ok, die Orte sind ganz nett, aber ich will fahren nicht gucken!!

Ein Stück vor Limbug geht es dann nach links ab, mein Ziel ist das Gelbachtal. Auch hier ist es großartig, Kurven so weit das Auge reicht und niemand sonst unterwegs, echtes Bikerglück!! Irgendwann komme ich dann auch an die Schaumburg bei Balduinstein, ein GROSSARTIGES Panorama!! Es geht eine Weile an der Lahn entlang und dann hoch in die Berge und ab in Richtung Norden. Als ich daheim ankomme, ist Sandra überrascht wie schnell ich heute war. Tja so ist das wenn man nicht “am Rhein entlang schwuchtelt” wie es einer meiner YouTube-Hasser zu nennen pflegt :-)

Die drei kleinen GoPro-Kameras haben diesmal recht lange durchgehalten und es sind auch keine großen Insekten gegen die Objektive geklatscht. Später montiere ich dann mit “Magix Video de Luxe 17 HD” (ist das ein geiler Name für eine Software…) einen meiner beliebten “TRUE 3D” Filme zusammen. Die musikalische Untermalung stammt von Allround-Genie und Elektronik-Pionier Gereon M. Hillebrand.


Tour mit Oli und Hauke

Es ist Dienstag der 23. August und endlich können Oli Hauke und ich mal zu einer gemeinsamen Tour starten. Das ist nicht selbstverständlich und war auch gar nicht so einfach! Erst war Olis Kawasaki für eine halbe Ewigkeit eine Großbaustelle, dann musste Hauke sieben Stunden lang aus dem hohen Norden anreisen, mein Moped musste startklar sein und das Wetter musste mitspielen. An diesem Tag fällt nun endlich mal alles zusammen, bis auf das Wetter. Es ist schwül warm und nachmittags soll es schwere Unwetter geben. Aber wir lassen uns nicht abschrecken und düsen einfach mal los. Es geht bei Mainz auf die A60 in Richtung Bingen. Wir überqueren den Rhein und verlassen später bei Eltville die B42 in Richtung B260. Es geht über Schlangenbad in Richtung Bad Schwalbach.

Hier ist die mit dem TomTom Urban Rider aufgezeichnete Runde. Einfach anklicken um das Bild in der Originalgröße zu öffnen.

Kurz vor Bad Schwalbach fährt Oli auf einen kleinen Seitenstreifen, er will mir Gelgenheit geben die kleinen GoPro Kameras scharf zu schalten. Aber sie laufen schon! Doch eine kurze Kontrolle ist nie verkehrt! Also schnell den Seitenständer raus, absteigen, hinten und vorn schauen ob die kleine rote Lampe an den Kameras blinkt, da passiert es dann -fast! Normalerweise stelle ich grundsätzlich den Motor ab und lege den 1. Gang ein wenn ich ein Moped parke. Heute läuft der Motor, es ist kein Gang eingelegt und der kleine Parkplatz ist abschüssig. Mist! Während ich auf die vordere Kamera schauen will, kommt mir meine 240 Kilo schwere BMW blötzlich entgegengerollt. Ein schneller Sprung nach vorn, das Moped geschnappt, dabei aus Versehen voll den Gashahn aufgerissen, aber es ist weiter nichts passiert. Nochmal gut gegangen!!

Es geht weiter durch Bad Schwalbach. Oli hat sich die B54, die Aartal-Straße bis nach Nassau ausgeguckt. Dann soll es an der Lahn nach Westen gehen und am Rhein entlang über die B42 zurück nach Mainz. Als wir die Artalstraße hinter Bad Schwalbach ereichen, steht da ein großes Schild. Sie bekommt derzeit eine neue Straßendecke und ist daher für ein paar Wochen komplett gesperrt. Arg… Und dann beginnt es auch noch zu Hageln, das Bikerleben ist hart! Etwas zerknirscht drehen wir um. Oli schaut immer mal wieder auf die Karte die er auf den Tank seiner Kawasaki geklebt hat. Schließlich sagen wir meinem TomTom, dass wir auf kurvenreichen Strecken nach Nassau möchten. Die Straßen die das TomTom vorschlägt sind teilweise für Motorradfahrer gesperrt, wegen Rollsplit und Straßenbau-Arbeiten. Aber egal, wir nehmen sie trotzdem. Kurz nach Sonnenuntergang machen wir dann kehrt, die Runde ist zu groß gewählt und wir haben noch locker 50 Kilometer zurück nach Mainz.

In Mainz angekommen ist es bereits stockfinster. Aber es hat sich etwas abgekühlt, das Unwetter haben wir grandios umfahren und am nächsten Tag können Hauke und ich ja noch eine Runde durch die Weinberge südlich von Mainz drehen.

Heute, etliche Tage später ist dann auch das kleine Video zur Tour fertig :-)


BMW K1200r – Twin Ride

Vor ziemlich genau 8 Wochen sind mein Freund Hermann und ich unsere erste gemeinsame Tour gefahren. Ziemlich genau in der Mitte haben wir damals die Motorräder gestauscht. Danach konnte Hermann eine Weile nicht mehr ruhig schlafen. Seit ein paar Tagen hat er nun auch eine BMW K1200r – sogar einen kompletten AC-Schnitzer Umbau – ein feines Teil – wirklich sexy – man beachte das Kennzeichen!!

Heute war es dann so weit, die erste gemeinsame Tour durch die Weinberge zwischen Mainz und Worms. In den späten Abendstunden geht es los. Das Wetter ist ein Traum und wir lassen es so richtig krachen. Immer mal wieder geht meine K1200 in den Drehzahlbegrenzer, was für ein Geschoß, schier unerschöpfliche Energien setzt dieses Ding frei. Kaum zu glauben wie es auf einer Yamaha R1 mit 182PS bei ca. 182 Kilogramm ist… Meine K1200 hat “nur” 163 PS und wiegt 240 Kilogramm, aber das ist genug um sich ganz ganz schnell tot zu fahren. Als der Versand wieder einsetzt sind wir schon in Alzey. Es gibt einen tollen Eisbecher und im letzten Abendlicht geht es zurück nach Mainz. Was für eine tolle Tour.

Hier ist der Track den ich mit meinem TomTom Urban Rider aufgezeichnet habe.

Ungefähr so sah unser Drehzahlmesser auch aus :-)


GoPro True 3D Ride

Es ist Wochenende und es geht wieder heim nach Bonn. Diesmal habe ich mir eine Strecke von Eltville via Braubach und Koblenz nach Bonn ausgesucht. Bei Eltwille ein kurzer Zwischenstopp. Die drei GoPro Kameras werden scharf geschaltet. Eine 1080er ist vorn am Bug, eine zweite links am Helm und Nummer drei ist am Heck montiert. In Braubach wird es mit der Zeit langsam eng. Sandra wartet daheim mit dem Essen. Also schnell in Braubach halten, die Kameras kontrollieren, eine SMS abschicken und weiter geht die Reise. Etwa eine Stunde später bin ich daheim und staune nicht schlecht, dass alle drei Kameras völlig synchron aufgezeichnet haben. Lediglich die Akkuladungen reichen nicht gleich lang. Die GoPro am Bug mit angesetztem LC-Display ist immer als erste am Ende ihrer Kräfte. Das Display braucht scheinbar auch dann Strom, wenn es gar nicht eingeschaltet ist – blöd – wirklich blöd!

Die Kameras habe zusammen fast 40GB Video-Material aufgezeichnet. Später setze ich ein 3-faches Bild im Bild im Bild zusammen und exportiere es mit Magix Video de Luxe 17 als 120 Minuten langes WMV auf die Festplatte. Der Spaß dauert fast 8 Stunden! Danach wird es wieder importiert, geschnitten und beschleunigt. Zur Untermalung wähle ich Highwaystar von Deep Purple in einer Version von Gereon M. Hillebrand und seinen Kumpels aus. Das Video wird so geschnitten, dass es zur Länge des Songs passt. Dann wird es erneut exportiert und in Full HD bei YouTube veröffentlicht. Am Samstagnachmittag ist es dann soweit, das neue Biker-Filmchen ist online :-)


Vier Jahreszeiten?

Irgendwie kommt der Sommer nicht in Gang, nun haben wir schon den 18. August und entweder regnet es oder es ist drückend warm und ein Gewitter liegt in der Luft. Na wenigstens war der Frühling schön. Neulich habe ich bei Facebook gelesen, dass da jemand die Vier Jahreszeiten umdefiniert hat: Frühling Arschloch Herbst und Winter…

Ein wenig kann ich mich damit identifizieren, so wie in dieser Geschichte:

Es ist Montag der 8. August und ich habe am 10. August beim Motorad Senger in Rüsselsheim einen Termin für die Bearbeitung einer Rückrufaktion. Es soll ein Hebel an der Hinterradschwinge getauscht werden. Der originale Hebel kann im Winter fest rosten, was bei der ersten Ausfahrt nach dem Sommer zu Problemen führen könnte. Ok, es kostet mich nur eine halbe Stunde, warum also nicht. Bezahlt bekommen die Leute vom Motorradhaus die Arbeit durch das BMW-Stammhaus. Also machen sie das auch ganz gern.

Es ist also Montag und eigentlich würde ich lieber mit dem Auto zur Arbeit nach Mainz fahren, denn die Wetterfrösche verheißen wenig Gutes! Aber ich habe nun einmal diesen Termin. Also bitte ich Sandra mich um 5h zu wecken. Um 6h bin ich startklar, es geht mit der blauen K1200r nach Mainz. Die Koffer habe ich schon am Vorabend gepackt, also schnell das Moped aus der Garage holen, vor der Haustüre alles montieren und los geht es. Meine beiden GoPro Kameras habe ich am Lenker und der Rücksitzbank befestigt. Auf den ersten Metern fällt die Entscheidung heute mal fast die komplette Wegstrecke über die B42 zu fahren. Meist nehme ich morgens die B9 und ab Bingen die A61. Heute soll es mal die B42 sein und heute laufen zwei Kameras mit!

Auf der Bonner Südbrücke beginnt es dann schon zu regnen. Aber ich will mir die gute Laune nicht verderben lassen. So geht es fast 50 Kilometer durch leichten Nieselregen in Richtung Süden. Alles immer schön vorsichtig, wir wollen uns ja nicht auf die Klappe legen.

Ab Koblenz kommt dann sogar die Sonne raus und es macht so richtig “Bock”. Auf der Höhe von Wiesbaden verlasse ich einfach mal die Autobahn und überlasse die Navigation meinem TomTom Rider. Es geht durch ein Industriegebiet und dann am Rhein entlang. Über die Theodor-Heuss-Brücke und danach durch die Mainzer Innenstadt zu meinem Appartement. Als ich dort ankomme ist es ein schöner Sommertag geworden. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Schnell duschen und umziehen, dann ab ins Büro.

Am Mittwoch geht es um kurz nach 14h schnell rüber nach Rüsselsheim. Die Reparatur dauert wirklich nur ein paar Minuten. Es gibt noch einen kostenlosen kurzen Check und danach geht es auch schon wieder heimwärts. Am Ende der Woche scheint dann immer noch die Sonne, so ganz schlecht meint es der Sommer dann doch nicht :-) Ich bin um kurz vor 18 hauf dem Moped, es geht kurz auf die Autobahn, aber da ist wieder die Hölle los. Also runter und durch Ingelheim in Richtung Westen. Bei Bingen entschließe ich mich als nächstes Ziel Cochem an der Mosel in mein TomTom Urban Rider einzugeben. Autobahnen sollen gemieden werden und so geht es auf verschlungenen Landstraße nach Rheinböllen. Dort fahre ich auf die B50 auf, aber nur ein paar Kilometer. Dann geht es in Richtung Norden nach Cochem. Und auch das macht so richtig “Bock”. Die Tour ist super cool, die Sonne scheint, es ist angenehm warm und meine Landstraße sind frei. Stunde um Stunde gleite ich durch wundervolle Landschaften nach Norden. Kurz vor Cochem geht es ein kleines Stück an der Mosel entlang, dann über eine Brücke und mitten durch die Stadt. Nun bin ich in der Eifel, der Nürburgring ist nicht mehr weit, die Sonne steht tief und es ist einfach nur eine tolle Route. Ich schwinge mich durch Serpentinen und flitze über schmale Landstraßen. Was für ein Tag.

Leider habe ich bei all dem Männerspass total unterschätzt wie weit das alles ist und so komme ich erst nach fast vier Stunden daheim in Bonn an. Sandra ist schon seit Stunden da, sie hat eingekauft und ein Abendessen gemacht. Als ich meine Wohnung betrete finde ich sie mit Tränen in den Augen vor. Ich bin ohne Pause, ohne Punkt und Komma vier Stunden Motorrad gefahren und habe völlig vergessen, dass wir uns eigentlich um 19h daheim treffen wollten. Big Shit, dieser Abend ist gelaufen!

Bis mein kleines Video der verregneten Fahrt vom 8. August fertig ist vergehen ganze 10 Tage!

Aber hier ist es nun. Leider ruckt es manchmal ein wenig. Das könnte an unterschiedlichen Aufzeichnungsraten liegen, also 25 kontra 30 Bilder pro Sekunde. Aber sicher bin ich mir nicht :-( Es ist also nicht so schön anzuschauen wie ich es mir wünschen würde und auch hier ist die Royalty Free Music wieder ziemlich langweilig. Aber vielleicht gefällt dem einen oder anderen mein kleines “Zeitdokument” ja trotzdem :-)

 

Mein “sonniges Rückreise-Video” schlummert derweil noch auf einer Speicherkarte und wartet darauf zusammen gesetzt und geschnitten zu werden. Na vielleicht klappt das bis Sonntag, mal sehen…

 


Via Eifel und Hunsrück von Bonn nach Mainz

Und wieder ist es Montag und wieder geht es von Bonn nach Mainz und wieder bin ich um 6h startklar. In dieser Woche nehme ich nach langer Zeit mal wieder mein “Mädchenmoped”, denn am Mittwoch habe ich um 14h30 beim Motorradhaus Senger in Rüsselsheim einen Termin. Es soll ein Hebel am Fahrwerk gewechselt werden, alles kostenlos und im Rahmen einer Rückrufaktion. Als ich startklar bin, muss noch schnell entschieden werden wo heute die kleine GoPro Kamera befestigt wird. Meine weiße BMW K1200 hat (noch?) keine Befestigungskugel für einen RAM-Mount-Halter. Also verwende ich den kleinen Plastikhalter, eigentlich ist er für Fahrradlenker gedacht!

Es geht auf die Autobahn in Richtung Süden. Bei Grafschaft fahre ich einfach weiter geradeaus in Richtung Nürburgring. In der Nähe der Sommerrodelbahn halte ich kurz mal an um die GoPro Kamera zu starten. Das Display hilft ein wenig bei der Ausrichtung. Danach wird es abgeschaltet. Später werde ich mich ärgern, dass ich nicht sorgfältiger war. Die Straße sieht man nur ganz oben im Bild, wirklich schön ist das nicht, aber es ist ja auch der erste Versuch mit meiner weißen Rakete :-)

Es geht vorbei am Café Ahrwind, das früher einmal Fahrtwind hieß. Nach dem Wechsel des Pächters wurden einfach nur zwei Buchstaben entfernt. Das neue Café Fahrtwind ist nur ein paar Kilometer weiter südlich. Es ist noch dunkel und die Kälte kriecht langsam durch die Kombi. Das warme Innenfutter habe ich mal daheim gelassen, die Wettervorhersage geht von 24°C am Nachmittag aus, da würde ich mit Innenfutter vor Wärme sterben. Also muss ich jetzt frieren!

Auf den Straßen ist wenig los, die Fahrt macht Spaß. Den neuen Shoei XR 1100 habe ich ziemlich zugestopft, nun ist er relativ leise und es zieht nicht an den Augen, aber dafür beschlägt jetzt sogar das Antibeschlagvisier – man kann nicht alles haben! Nach dem Nürburgring geht es weiter in Richtung Cochem an der Mosel. Nachdem ich die Mosel überquert habe geht es in Richtung Hunsrück. Inzwischen ist es schwer neblig geworden. Die Suppe ist doch dicht, dass man kaum schneller als 70 km/h fahren kann. Zweimal taucht direkt vor mit ein weißer LKW aus dem Nichts vor mir auf, was für Schrecksekunden.

Nach etwa 100 Kilometern geht es für kurze Zeit auf die B50, die Baustelle ist immer noch nicht fertig. Genau hier bin ich zuletzt am Donnerstag im allerschönsten Abendlicht i umgekehrter Richtung entlang gefahren. Während ich mit 60 km/h einen Audi A6 “verfolge” denke ich darüber nach, ob ich vielleicht beide Videos geschickt kombinieren könnte.

Dann bin ich schon bei Rheinböllen. Es geht runter von der autobahnähnlichen B50, ab zur nächsten Tankstelle. Nach dem Tanken vergesse ich dann die Kamera wieder einzuschalten. So geht es dann total vorschriftsmäßig weiter über Stromberg, Bingen und Ingelheim in Richtung Mainz. Hätte ich gewusst, dass ich eh nichts filme wäre ich vielleicht etwas flotter gefahren :-( Aber egal, als ich in Mainz eintreffe scheint die Sonne, ein toller Sommertag beginnt. Schnell zum Appartement, duschen umziehen und dann ins Büro. Was für eine coole Tour – im wahrsten Sinne des Wortes – leider aber nicht ganz vollständig gefilmt :-( Ach egal, in 1080p hat die kleine GoPro ganze 12GB auf der SD-Karte gespeichert – das sollte ausreichen!

Später am Abend geht es noch einmal dem kleinen Mac Mini an den Kragen. Er steht noch halb zerlegt mit der neuen 500GB Hybrid-Festplatte in meinem Appartement. Seit dem Festplattentausch und der Installation von OS-X Lion vor einigen Tagen produziert er ständig Fehlermeldungen. Eine Woche zuvor hatte ich abends gemeinem mit meinem Nachbarn Tobias die Platte zurück getauscht, aber alles ohne Erfolg. Danach hat der Verbindungsaufbau zur Tastatur via BlueTooth nicht mehr funktioniert. Mir war unklar warum und so habe ich in der letzten Woche eine billige USB-PC-Tastatur samt Funkmaus gekauft. Eigentlich dachte ich, die Funkmaus würde über Bluetooth mit dem Mac kommunizieren, aber falsch gedacht, es gibt noch andere Funk-Standards! So konnte ich also mit der kleinen neuen Maus kein “Ersatz-Bluetooth” einrichten :-(

Am Wochenende habe ich mir dann daheim in Bonn einen kleinen HAMA Nano-USB-Bluetooth Stöpsel gekauft. Einen Mac-Treiber habe ich dafür nicht gefunden, Ob der Stöpsel wirklich am Mac funktionieren wird? Ich stecke ihn also mal in einen freuen USB-Port, er blinkt, aber es funktioniert nicht. Der halb zerlegte Mac kennt keine Blue-Tooth-Devices mehr. Also herunter fahren, Strom abstellen und schauen was los ist. Die Ursache ist schnell gefunden, es ist eines dieser winzigen Kabel abgerutscht. Es geht zu einer der drei Antennen, sicher ist das die Bluethooth-Antenne! Nach einem wirklich behutsamen Versuch ist der Mac dann so zusammen gesteckt, dass es mit der Blueteooth Connection klappt.

Aber die Fehlermeldungen kommen immer noch:

  • Der NovamediaDiskSupressor ist eine Power-PC Anwendung die nicht mehr unterstützt wird
  • Die Kernelerweiterung IOKitUSBMassStorageClass.kext oder eine Abhängigkeit davon wurden nicht gefunden
Vielleicht hilft eine Reparatur-Installation? Nur wie geht das? Eine DVD habe ich nicht, weil ich das OS-X Lion über den neuen Appstore installiert habe! Aber auch hier hilft es weiter wenn man eine Suchmaschine wie Google bedienen kann :-) Man öffnet den AppStore und klickt mit gedrücktem “Options-Key” auf die “Purchased-Items”. Ok?! Was ist am Mac der Options-Key? Noch mal googeln, gemeint ist die Alt-Taste! Super, es klappt auf Anhieb! Nun steht neben allen gekauften Programmen statt “installiert” das freundliche Wörtchen “installieren”. Also schnell klicken und schauen was geschieht. Ohje, der Download muss erneut ausgeführt werden und das dauert locker 5 Stunden. Mitten in der Nacht ist der Download fertig und ziemlich verschlafen starte ich die Reparatur-Installation. Als ich am Dienstag um 7h13 die Dusche verlasse ist die Installation durch, aber die Fehlermeldungen kommen noch immer. Also geht es für ein paar Stunden ins Büro und dann können wir uns wieder dem kleinen noch immer halb zerlegten Mac widmen!
 
Nach einer längeren Suche auf der Festplatte finde ich dann die Zugangssoftware zum 4 Jahre alten Vodafone UMTS-Stick. Da wird der Novamedia-Krams verwendet. Weg damit und schon ist es eine Fehlermeldung weniger! Im Verzeichnis /System/Library/Extensions finde ich dann auch die schrottreife Kernelerweiterung. Ab in den Papierkorb damit und schon ist Ruhe! Super, schnell den Deckel drauf stecken und das Montagsvideo schneiden. Irgendwann nach Mitternacht ist es fertig, es muss nur noch exportiert werden. Am Mittwoch um 7h14 ist der Export fertig, aber das 11 Minuten lange Video ist fast 4GB groß! Wie soll ich das zu YouTube hinüber schaufeln? Ganz einfach, gar nicht! Also einen neuen Export in iMovie starten, diesmal direkt zu YouTube. Rund 12 Stunden später ist das Video dann tatsächlich online.
 
Wirklich schön und spannend ist es nicht und die ganze GEMA-freie Musik ist eher nervtötend.
 
Aber was will man machen “ohne Arme”? Nimmt man coole Musik verletzt man sicher irgendein Urheberrecht und die Trickserei mit schneller, leiser & Co. funktioniert auch nicht. YouTube erkennt sogar Musik die während einer Videoaufzeichnung in einem Auto im Radio lief! Klar kann man das Beschwerdeformular ausfüllen, aber das hilft langfristig nicht weiter. Das Video ist danach vielleicht für ein paar Tage wieder online, wird aber mit großer Sicherheit irgendwann wieder gesperrt. Wirklich nervig ist das!
 
Aber egal, hier ist mein neues Meisterwerk – seid stark!! :-)
 
 
 
 

GoPro Motor-Kit

Am Wochenende ist die neue GoPro HD HERO 1080 samt Motor-Kit eingetrudelt. Am Montag um kurz vor 6h wird es dann ernst, ich versuche mich mal mit der neuen Autoscheiben-Halterung. Es klappt leider nicht wie erhofft, an meiner Diesel-Rakete steht die Windschutzscheibe sehr steil. Egal wie ich die Kamera auch drehe und wende, entweder schaut sie in den Himmel oder es ist das halbe Auto mit auf dem Bild. Das ist alles gar nicht so einfach, aber ich muss nach Mainz und daher geht es dann mit einer suboptimalen Kameraposition auf die Reise. Mal sehen was man daraus zaubern kann.

 

In Mainz angekommen hat die kleine GoPro knapp zwei Stunden ununterbrochen die gesamte Fahrt aufgezeichnet. Es zwei MP4-Dateien entstanden die zusammen etwa 7GB groß sind. Die Kamera hat sie automatisch bei ca. 4GB gesplittet. Am Abend soll der Import in iMovie auf dem Mainzer Mac Mini zwei Stunden dauern, kein Problem ich habe ja noch das MacBook dabei. Nach drei Stunden schaue ich mal wie weit es ist. Es ist bloß nichts da, keine importierten Files, hä?? Also erneut versuchen, stunden vergehen und es ist wieder nichts da! Dann kommt es mir in den Sinn, die Festplatte ist voll. 320GB sind einfach wenig wenn man mit diesen großen Videos hantiert. Also wird erst einmal aufgeräumt. Irgendwann klappt es dann, aber es ist schon nach Mitternacht. Am nächsten Abend dann die Bearbeitung. Das Video steht auf dem Kopf, aber mit iMovie kann man es ganz einfach drehen. Dann ist die Platte wieder voll, wieder aufräumen weil nichts mehr geht…

Am dritten Tag ist das Video dann auf einige wenige Minuten eingedampft und es ist ein bisschen Musik unterlegt. Die Musik ist 4% schneller, an Anfang und Ende ein- und ausgeblendet und die Lautstärke ist reduziert. Mal sehen, ob YouTube das Video wieder in Deutschland sperrt…

Ok hier ist es nun und jetzt auf zur Arbeit…

 


Ein Männertraum

Eigentlich hatte ich mir für den Abend so allerhand vorgenommen. Ich wollte einen Artikel für meinen BLOG schreiben, die letzten Videos schneiden die ich mit der neuen GoPro Kamera aufgenommen habe und und und… Doch dann kommt alles ganz anders! Zu fortgeschrittener abendlicher Stunde nagt der Hunger an der Physiognomie. Die Kollegen haben auch Hunger und zu trinken haben sie auch nichts mehr. Am Montag habe ich früh morgens gekniffen und bin statt mit dem Motorrad nach langer Zeit mal wieder mit dem Auto zur Arbeit nach Mainz gefahren. Ich bin also motorisiert und könnte doch mal etwas einkaufen! Die Kollegen wünschen sich ein paar Liter frisches Wasser, ich könnte mal schnell zum REWE fahren und ein wenig einkaufen. Danach wollen wir uns treffen und gemeinsam einen Spanier gegenüber des Mainzer Hauptbahnhofs ausprobieren. Also auf zum REWE.

Es gibt Wasser, Schokolade, Rotwein, Süßigkeiten und dann stehe ich vor einer Kiste Bier. Das wäre doch mal was! Eine ganze Kiste Bier. Einfach mal nicht das teure Sixpack an der Tankstelle kaufen sondern gleich 20 Flaschen in den Kühlschrank legen. Das hält dann eine Weile und wenn mich abends mal die Kollegen in meiner “kleinen Werkswohnung” besuchen, müssen sie mich nicht mit verdorrten Kehlen wieder verlassen.

Nach dem Einkauf werden die Kollegen vor dem Büro eingesammelt und es geht zum Spanier – super ist es da! Ein Geheimtipp, das werden wir sicher bald wiederholen!

Als Kollege Tobias und ich wieder “daheim” sind wird schnell das Auto leer geräumt und das Bier kaltgestellt. Nun habe ich heute meine 1112-te Übernachtung hier in Mainz und noch nie war mein kleiner “Projektkühlschrank” so wunderbar männermäßig gefüllt. Bier, Ramazotti, Jägermeister und ein Fuji Velvia 50 – na wenn das kein Männertraum ist :-)

Das erste Bier ist noch lauwarm – so richtig schmecken tut es nicht… Aber morgen könnte ich ein wirklich kaltes Bier trinken, aber da hat einer der Kollegen zum Ausstand eingeladen. Die “Besprechungsanfrage” kam via Outlook und der Termin geht bis 3:00 am nächsten Morgen – das ist ein Ansage! So wird das Bier bis Montag Zeit haben eine angenehm kalte Temperatur zu erreichen!

Danny Glover würde dazu sagen “Ich bin zu alt für diese Scheiße” – ich sage eher “Bis 3:00 am morgen, das schaffe ich ganz bestimmt nicht” :-) Mal sehen, aber ich werde wohl um 24h im Bett liegen, in ein paar Jahren werde ich ja schon 50!! Oh je, bin ich doch zu alt für diese Sch….?

Egal, wir werden es sehen und ich werde berichten – gute Nacht :-)


Eine neue Woche in Mainz

Update am 12.08.2011:

Hier habe ich noch eine Version mit GEMA-freier Musik. Die sollte man sich hoffentlich auch in Deutschland ohne Probleme anschauen können :-)

 

Als mein Telefon klingelt ist es 5h morgens, es ist mein privater Weckruf und es ist schön am Morgen Sandras vertraute Stimme zu hören. Kurz drauf stehe ich unter der Dusche, dann schnell anziehen und das Motorrad satteln. Heute darf mal der Tankrucksack mit den ich noch nie benutzt habe, Kollege Hauke möchte ihn sich mal anschauen. Der Rucksack ist ganz praktisch, hätte ich gar nicht gedacht! Es passt sogar die Nikon D7000 hinein, endlich kann ich mal einen Fotoapparat auf dem Motorrad mitnehmen ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen – cool!

Als es losgeht ist es noch vor 6h – es ist Sommer und doch recht kalt – das Thermometer zeigt gerade einmal 15,5°C – ich trage nur eine Lederkombi und oben herum auch nur ein T-Shirt – nicht wirklich klug – damit hätte ich nicht gerechnet. Bei Bad Breisig fällt mir dann auf, dass die kleine GoPro Kamera wieder einmal im Fotomodus war und ich bei meiner Abfahrt nur ein Bild geknipst habe statt die Aufnahme zu starten. Aber das wird jetzt nach geholt. Kaum habe ich den Seitenstreifen verlassen kommt von hinten ein Typ in einem Porsche, Lichthupe, dicht auffahren, ganz plötzlich steht Pimmelfechten auf dem Programm. Also kurz den Gashahn aufreißen, 2. Gang, 3. Gang, wenige Sekunden vergehen und vom schweineteuren Porsche sind im Rückspiegel nur noch zwei kleine Lichter übrig. Aber da heißt es dann auch schon wieder vom Gas zu gehen. Erstens darf man hier noch gar nicht so schnell fahren und zweitens ist da auch ein Bus der die freie Sicht versperrt. Der Typ im Porsche hat es kapiert, da fährt keine voll bepackte 125er vor ihm, er hält Abstand und kurz drauf ist er dann auch hinter den überholten Autos verschwunden. 2KG/PS sind kein schlechtes Verhältnis :-)

Es geht über die B9 nach Mainz, das Wetter ist nicht so schön wie erwartet. Statt des erhofften grandios eingefärbten Morgenhimmels gibt es nur Nebel im Rheintal. Aber kurz nach Bingen klart es dann auf. In Mainz steuere ich kurz mein Appartement an. Schnell umziehen und dann ab ins Büro, die Arbeit wartet.

Später kopiere ich die Video-Dateien auf meinen Mac Mini. Der Import der Dateien soll mehrere Stunden dauern, da bleibt Zeit für einen Besuch auf der Kirmes gleich nebenan. Als ich zurück bin ist immer noch nicht alles konvertiert, was für eine Datensintflut…

Bis das Video geschnitten, exportiert und bei YouTube hochgeladen ist werden mehrere Tage vergehen!

Am Donnerstag starte ich um kurz nach 7h den Upload. Das Video läuft knapp 28 Minuten und ist etwa 1,8GB groß – wow… Am Abend ist es dann geschafft, das Video ist online – aber in einigen Ländern wegen der unterlegten Musik von Joe Satriani gesperrt. Also schnell das Einspruchsformular ausfüllen, die Songs sind krass zusammen gedampft und die Lautstärke ist reduziert, das wird sich wohl niemand heraus kopieren und auf eine CD brennen wollen.

Schnell noch diesen kurzen Artikel schreiben und dann geht es auch schon wieder zurück nach Bonn. Draußen scheint die Sonne, die Batterie der kleinen GoPro ist frisch geladen und ich überlege welchen Weg ich fahren und filmen soll. Na, schauen wir einfach mal…

Los geht’s – bis später :-)


Happy Weekend

 

Es ist der letzte Arbeitstag dieser Woche. Aufstehen, duschen, anziehen, frühstücken und auf ins Büro. Ein Tag wie jeder Andere. Am späten Nachmittag geht es mit dem Motorrad zurück in mein Appartement. Ich muss an das gemeinsame Abendessen vom Dienstag denken. Am 18. Juli werde ich die buchhalterisch gesehen 1111-te Übernachtung in Mainz haben. Einige der Kollegen haben auch ein Jubiläum und so waren wir alle am Dienstag im Rheingau bei Eltville zum Essen eingeladen. Hier habe ich die Homepage des überragend guten Gutsausschanks Baiken verknüpft. Ein wirklicher Geheimtipp!!

Im Appartement heißt es dann die schmutzige Wäsche zusammen zu packen, kurz die Zähne zu putzen und dann in die Motoradkleidung zu steigen. Als ich “richtig” startklar bin, sind es 28°C und es geht leichter Nieselregen – was für ein Wetter. Auf dem Handy habe ich einen Stau-Melder. Dieses nützliche kleine Programm hat mir verraten, dass die A61 in beiden Richtungen gesperrt ist und dass auf er A60 auch 10 Kilometer Stau sind. Also geht es durch die Mainzer Innenstadt, über den Rhein und dann in Richtung Autobahn. Als die Autobahn in Sichtweite ist sehe ich in Richtung Norden einen krassen Stau, wie fies ist das denn? Also fahre ich in der anderen Richtung auf, jetzt bloß nicht wieder eine Stunde im Stau herumstehen, ich gehe fast ein vor Hitze. Während ich langsam zwischen den LKW in Richtung Frankfurt fahre, programmiere ich das TomTom Urban Rider um. Es lässt sich auch während der Fahrt ganz gut mit Handschuhen bedienen. Kurze Zeit später bin ich dann auf der A3. Hier ist es ziemlich voll, aber der Verkehr fließt wenigstens.

Irgendwo hinter der Black&Decker-Stadt Idstein ist dann etwas mehr Platz. Am Vorabend habe ich mir bei Polo in Mainz einen neuen Gehörschutz gekauft. Die kleinen Silikonstöpsel habe ich in den Ohren. Sie dämpfen die Fahrtgeräusche recht gut, aber jenseits der 100 km/h ist es mir trotzdem noch viel zu laut. An einer Raststätte halte ich kurz an und tausche die neuen Stöpsel gegen das gute alte Ohropax. Während ich an den Ohren herumfuchtele spricht mich ein älterer Herr an und möchte wissen, wie viel PS mein Motorrad hat. “Wow, 163 PS, das ist aber viel. Ich hatte früher mal eine Horex, die hatte so ungefähr 30 PS, das war damals die schwerste Maschine im Dorf und ich weiß noch wie ich die Mädchen damit beeindrucken konnte!” Er grinst :-) “Wie schnell fährt denn solch ein Motorrad?” “Tja, das kann ich ihnen gar nicht sagen, ich habe sie noch nie ausgefahren. Immer wenn ich mal kurz vor der Höchstgeschwindigkeit war ist irgendein Auto das viel langsamer war vor mir auf die Überholspur gewechselt. Aber ich denke sie schafft so etwa 260 km/h.” Der ältere Herr ist beeindruckt und geht seinen Diesel bezahlen.

Ich stülpe meinen Schuberth S1 pro über und fahre wieder los. Das Visier ist nach dem ganzen hin und her endlich so dicht wie es früher einmal war. Einen neuen Helm brauche ich eigentlich nicht – super! Nach ein paar Kilometern kommt eine kurze Strecke ohne Geschwindigkeitsbeschränkung, hier könnte ich mal versuchen den Top-Speed zu erreichen. Ich schalte also die kleine GoPro Kamera ein, richte sie aus und schaue mal was geht. Immer wenn ich bei 240 km/h bin zieht irgend eine olle Gurke mit 120 km/h auf die linke Spur. Also vom Gas gehen, abwarten und den nächsten Versuch starten. So geht das eine Weile. Trotz der völlig zugestopften Ohren höre ich das Gekreische des Vierzylinders der mit 9.000 U/min und mehr zwischen meinen Beinen werkelt. Ich muss mich ganz klein machen, sonst ist der Windruck unerträglich. Direkt vor mir die Gopro-Kamera und das TomTom. Wegen der schwül warmen Luft habe ich vor der Abfahrt alle Lüftungsschlitze von Jacke und Hose geöffnet. Nun flattert die Jacke wie verrückt. Ziemlich affig muss das aussehen wie ich da so mit über 200 über die A3 schieße. Aber es macht Spaß, allerdings wäre es für mich ohne Gehörschutz nicht denkbar.

Schuberth macht Werbung damit, dass mein Helm bei 100 km/h “nur leise” 85 dB(A) erzeugen soll. Wenn man sich mal ein wenig damit beschäftigt was das bedeutet findet man schnell heraus, dass ab 85 dB(A) in einem gewerblichen Umfeld ein Gehörschutz zwingend vorgeschrieben ist! Und diese 85 dB(A) haben wir bei nur 100 km/h!! Wie sieht es bei 240 km/h aus? Gefühlt würde ich sagen, dass das so laut ist wie die Turbine einer 747 kurz vor dem Start in 50 Metern Entfernung. Keine Ahnung wie andere “Helden der Landstraße” das ohne Gehörschutz aushalten. Aber egal, ich bin eben ein Weichei und meine Ohren sind von der jahrelangen Heizerei ohnehin schon krass geschädigt.

Wegen der vielen Schnarch-Nasen schaffe ich es wieder nicht den Top-Speed zu erkunden. Dann haben wir auch schon wieder ein Tempolimit auf 120 km/h, eine Baustelle, 130 km/h, Limbug, 100 km/h… Wenn das die Amerikaner wüssten! Viele denken, dass wir hier in Deutschland immer und überall so schnell fahren können wie wir das möchten. Aber das ist ein Irrtum! Manchmal denke ich, dass ich trotz der strengen Speed-Limits in den USA dort eine wesentlich höhere Durchschnittsgeschwindigkeit fahren kann als hier im total überfüllten Deutschland. In den USA gibt es einfach so unvergleichlich viel mehr “Platz”. Das ist wohl das was mich dort am meisten beeindruckt.

Aber egal, bei Siegburg verlasse ich die A3 und fahre quer durch das Siebengebirge nach Hause. Dort angekommen bin ich ziemlich erledigt und freue mich auf eine laaaaaaaaaange Zeit unter der Dusche :-)

Das Wochenende kann beginnen!!


Lord Helmchen – Schuberth S1 pro versus Shoei Qwest

 

Der Wecker geht um 6h55 – ich bin platt – das Hechtsheimer Weinfest steckt mir noch in den Knochen. Ab unter die Dusche, danach geht es schon besser. Rüber zum besten Frühstück der Welt und schon ist alles wieder ok. Wenig später sitze ich wieder auf meinem blauen BMW und fahre zum Büro. Ein Gehörschutz ist nicht eingestöpselt und ich achte penibel auf alle Geräusche und das sind echt viele…

Später am Abend geht es zu Polo, ich will mal den Shoei Qwest zur Probe fahren. Bei meinem Schuberth passt seit dem Visier-Wechsel nichts mehr so richtig, es zieht in den Augen und sie sind ständig nur noch gerötet und brennen. Im Internet habe ich nur Lobeshymnen auf den Qwest gelesen. Es soll der ultimative leise Tourenhelm von Shoei sein, das will ich genauer wissen!

Der Verkäufer bei Polo hat mit einer Probefahrt gar kein Problem. Ich muss nur meinen Personalausweis abgeben und schon kann es losgehen. Vorher montiert er mir noch das Visier mit der Verlaufstönung – da stehe ich ja voll drauf! Den Windabweiser für das Kinnteil findet er leider nicht. Also geht es mit einem nagelneuen serienmäßigen Helm der 449 Euro kosten soll auf Probefahrt. (Plus 65 Euro für das Visier!!)

Nach den ersten Metern wird mir klar, es gibt keinen Helm auf der Welt der so leise ist wie ich es mir wünschen würde. Ich rufe mir die Geräusche der Anfahrt in Erinnerung und muss sagen, bereits auf den ersten Metern wirkt der Shoei Qwest lauter als mein mittlerweile fünf Jahre alter  Schuberth S1 pro. Wenn ich das Kinnteil mit der Hand abdecke ist es viel besser, der Windabweiser ist ein MUST!! Es geht über die B9 ein Rhein entlang, es ist viel los und ich kann nicht so schnell fahren wie ich gern würde. Aber das muss auch sein, das gehört zum Biker-Leben einfach dazu. Kurz vor Nierstein wende ich und fahre zurück. Nun kann ich mal ein Stück auf etwa 180 km/h beschleunigen. Der Shoei liegt überaus ruhig im Wind, seine Aerodynamik ist wirklich gut. Aber im Nacken zieht es, da deckt der Schubert den Kopf besser ab. Und die Geräusche sind höllisch. Es zieht von unten in das offene Kinnteil und es ist als würde man mit einem Auto mit offenen Scheiben mit 100 km/h über die Autobahn fahren. Ich probiere ein wenig mit den Lüftungsschlitzen. Die Belüftung ist recht gut, aber die Aufbauten erzeugen unangenehme hohe Pfeifgeräusche.

Das war also nix, kein Helm für mich, da ist der Schuberth eher mein Ding. Er sitzt irgendwie bequemer und ist doch ein wenig leiser – wenn man 85 dB bei 100 km/h auf einem unverkleideten Motorrad leise nennen kann!!

Kurz vor dem Quartier 65 dann ein Stau. Auf der Straße liegt ein total zerdeppertes kleines Motorrad, vielleicht ein 125er oder eine 80er. Was genau geschehen ist kann ich nicht erkennen, aber es sind Rettungswagen da und überall sind Gaffer und Polizisten. Ich muss daran denken, dass ich noch nie mit dem Motorrad gestürzt bin – toi toi toi – so soll das auch bleiben! Als Jugendlicher habe ich mich mal mit einer 50er auf die Klappe gelegt – das hat mir gereicht!!

Am Hotel hole ich kurz die Koffer und dann geht es zurück zu Polo. Den Helm kann ich einfach zurückgeben. Er wird geputzt, das Visier wird wieder eingeschweißt und dann wartet er auf den nächsten Probefahrer. Ein toller Service. Bei Louis hätte ich den Helm komplett bezahlen müssen und hätte danach das Geld erstattet bekommen – was soll das?? Vielleicht sind die Jungs bei Polo doch cooler als bei Louis :-}

Egal, ich kaufe noch Pflegemittel für die Motorradjacke, einen kleinen Trox-Schlüssel um das Visier meines Schuberth S1 pro justieren zu können und noch zwei neue Ohrenstöpsel für 25 Euro. Mal sehen wie die sind! Die beiden Stöpsel die ich in der letzten Woche bei Louis gekauft habe, benutzt jetzt meine Freundin Sandra. In meinen Ohren halten die kleinen Dinger nicht, erst bekomme ich sie nicht hinein und dann fallen sie nach einigen Minuten von allein wieder heraus. HEAROS heißen die Dinger, leider auch nichts für mich…

Zurück im Hotel habe ich Hunger und es gibt Rettung – Herr Schreeb macht mir einen Teller mit Makrele, Tomaten und Vollkornbrot – genial!

Frisch gestärkt probiere ich mal meine “gute” Logitech QuickCm 9000 Pro an meinem MacBook aus. Sie wird auf Anhieb erkannt und ich kann ein bisschen Quatsch mit Photo Booth machen. Leider ist die Auflösung dieser Kamera in Photo Booth nur 640×480 Pixel. Die Kamera kann volle 1080p – also Full HD! Doch das fortschrittlichste Betriebssystem aller Zeiten hat noch nichts an Bord was HD kann und Logitech liefert auch nichts – ziemlich blöd! Im Apple App-Store finde ich das Programm “Vision HD” – es kostet nur 3,99 € – aber es ist totaler Schrott. Also probiere ich es mal mit Moso HD – das kostet 11,99 € und der Download ist 75,3 MB groß. Das Programm funktioniert und verspricht HD – aber bei meinen ersten Tests sieht es nach allem aus – aber nicht nach HD – aber mal abwarten…

Wie einfach ist das doch unter Windows 7 – aber das ist ja von der “Bösen Macht” und total veraltet – zumindest wenn man den stets gut gestylten Verkäufern im Apple-Store glauben darf – aber Design ist eben nicht alles…

Letztlich entsteht nur dieses kleine spaßige Filmchen…


Wenn der Vater mit dem Sohne

 

Ich glaube so hieß mal ein alter Film mit Heinz Rühmann – wie dem auch sei – heute wollen mein Sohn und ich eine kleine Motorradtour machen. Er hat um 13h20 die Schule aus und ich will ihn um 14h bei der Mama abholen. Ein Stunde vorher werfe ich noch einen Blick auf mein Telefon, da ist eine SMS von Leon. “Hi Papa, es ist 7:17 und ich bin gerade aufgestanden. Es regnet, sollen wir nicht heute lieber etwas anderes machen?” Ein kurzer Blick aus dem Fenster, der Himmel ist schwer bewölkt aber vielleicht haben wir doch Glück. Ich antworte ihm per SMS, dass wir es doch versuchen sollten.

Kaum ist die SMS raus, da fängt es an zu regnen. Was für ein Mist. Während ich überlege was wir statt einer Motorradtour machen könnten, hört es nach einigen Minuten schon wieder auf und die Sonne kommt durch. Na wer sagt es denn! Es ist Juli und das Wetter ist wie im April. Ok, doch schnell in die Mopedklamotten steigen und los. Als ich bei Leon ankomme ist er schon abfahrbereit. Schnell den Helm auf den kleinen Kopf, den “Sicherheitsgurt” um den Papa geschlungen und schon geht es los.

Wir wollen zum Café Fahrtwind und dort eine große Portion Fritten mit Ketchup und Mayonnaise essen. Ich habe die neue kleine GoPro Kamera an meinem Motorrad montiert, schnell aktivieren das Ding und den Auslöser drücken, schon geht es los. Wir fahren ein Stückchen Autobahn und dann bei Grafschaft ab in die hügelige Landschaft der Voreifel. Etwa 30 Minuten später sind wir schon am Café Fahrtwind. Es ist nicht viel los auf den Straßen und am Café Fahrtwind sind wir die einzigen Gäste, so kenne ich das gar nicht. Es gibt einen kleinen Plausch mit dem supernetten Chef und die Fritten bereitet er uns höchst persönlich zu – prima :-)

Als wir uns mit unserem Malzbier draußen hinsetzen wollen gibt es ein paar Regentropfen. Ob wir besser reingehen? Gedacht getan! Doch die Regentropfen hatten sich irgendwie verirrt, es bleibt alles trocken! Als wir unsere Fritten aufgegessen haben, geht es wieder weiter. Schnell die GoPro starten, das TomTom anwerfen und los. Eigentlich würde ich gern in Richtung Mosel fahren und dann am Rhein entlang zurück nach Bonn. Aber im Süden ist der Himmel so tief schwarz, das sieht aus als wäre der Weltuntergang nicht weit weg. Wir fahren zurück nach Ahrbrück und nehmen dann ein paar Straßen die ich gut kenne, die ich aber schon eine Weile nicht mehr gefahren bin. Für mich ist es in Heimspiel und während wir durch verwunschene Wälder düsen hoffe ich, dass es meinem Leon auch ein wenig Spaß macht.

In der Nähe von Ahrweiler machen wir noch eine kleine Pause und sind dann irgendwann zwischen 17h und 18h wieder in Bonn bei seiner Mama. Eine schöne Tour war das, leider hatten wir nicht so viel Zeit uns etwas zu erzählen. Beim nächsten Mal gehen wir vielleicht mal wieder zum Shoppen in die Stadt :-)

Auf dem Rückweg bin ich der Meinung, dass die kleine GoPro Kamera eingeschaltet ist. Später stelle ich dann fest, dass ich statt einer Video-Sequenz lediglich ein paar blöde Snapshots gemacht habe – schade – so ist die Runde nicht ganz vollständig. Das ist aus meiner Sicht der große Nachteil dieser kleinen Kamera, man kann während der Fahrt nicht sehen ob sie wirklich eingeschaltet ist. Das Display ist sehr klein und nicht beleuchtet. Die Bedienung mit den beiden Tastern ist ein wenig kryptisch und die blinkende kleine Leuchtdiode sieht man einfach nicht. Wäre sie auf der Oberseite, so hätte man eine gewisse Kontrolle. So kann man immer nur hoffen, dass alles ok ist. Später kommt dann die große Überraschung – oder eben auch nicht…

Man stelle sich vor, dass jemand mit dem Ding einen Fallschirmsprung macht, vielleicht sogar zusammen mit Kumpels und in toller Formation. Alles aufwändig, lange geübt und nicht ganz preiswert. Abends am Computer stellt man dann fest, dass die Kamera nicht richtig eingestellt war und es nur ein paar verwackelte JPGs gibt – ist doch blöd – oder?

Hier habe ich noch eine zweite Version des Videos, die ich mal auf die 20-fache Geschwindigkeit gebracht habe. So richtig gefällt sie mir aber nicht, ich finde sie einfach zu schnell. Die obige Version ist 8-fach beschleunigt, das gefällt mir besser und man ist beim Anschauen auch nicht ganz so knapp vor einem epileptischen Anfall :-)


Bonn nach Mainz im Zeitraffer

 

Es ist 17h am Donnerstag und ich kann schon ins Wochenende starten. Zuerst geht es vom Büro zum Appartement, umziehen, die sieben Sachen zusammenpacken und dann rauf aufs Motorrad. Über die Route habe ich mir keine großartigen Gedanken gemacht, ich will erst einmal raus aus Mainz und dann vielleicht mal Rhein entlang, aber mal sehen.

Die ersten paar hundert Meter ist noch alles gut. Es ist etwa 17:30 und es sind angenehme 25 °C, vor mir liegen ca. 150 Kilometer Fahrspaß – denke ich – doch es soll noch ganz anders kommen…

Kaum auf der Autobahn ist da ein riesiger Stau weil kurz vor dem Mainzer Tunnel ein Auto liegen geblieben ist. Als das durchgestanden ist will ich weiter bis Bingen auf der Autobahn fahren. Doch dann wieder ein Stau, nicht ganz so groß, aber auch nervig. Ich entschließe mich die Autobahn zu verlassen, doch diese Ausfahrt ist gesperrt. “Meine” Fahrbahn wird gerade neu asphaltiert. Es zwängen sich vier enge Fahrspuren auf endlosen Kilometern über die gegenüberliegende Seite der Autobahn. Die Zeit vergeht im Zeitraffer. Neben mir stehen dicke LKW und pusten mir den Ruß auf das Visier. Nach einer halben Stunde kann ich die Kupplung kaum noch ziehen, ich stehe jetzt insgesamt schon fast eine Stunde im Stau herum. Dann die Erlösung, es ist ein Auto liegen geblieben, ein Polizist steht daneben und winkt damit die Gaffer weiterfahren und den Stau nicht noch länger machen.

Endlich bin ich an einer Ausfahrt, es ist schon kurz vor Bingen. Also runter von der Autobahn, wer weiß was mich noch erwarten würde. Es geht über die B9 in Richtung Rhein. Bei Bingen muss ich anhalten. Der Gehörschutz, den ich mir kurz vor der Abfahrt noch schnell bei LOUIS für 5,95 Euro gekauft habe, ist schon wieder heraus gerutscht. Diese kleinen Silikon-Dinger sind ja nett, aber erst bekommt man sie in die Ohren nicht hinein und dann fallen sie von allein wieder heraus. Kann das im Sinne des Erfinders sein? Ich muss mal bei Hein Gericke schauen, ob die nicht etwas haben was in meinen Ohren besser funktioniert.

Nachdem die guten alten Ohropax in die Ohren gestopft sind geht es wieder weiter. Als ich um kurz vor 21h daheim ankomme bin ich fix und fertig. Fast vier Stunden hat die Fahrt ins Wochenende gedauert. Kurz lüften, etwa trinken und dann auf dem MacBook mal schauen wie die Video Sequenzen mit der neuen GoPro geworden sind.

Die Verarbeitung dauert ewig lang. Während dessen spiele ich mal ein wenig mit Photo-Booth herum. Das Ergebnis lade einfach mal so wie es ist bei YouTube hoch und verlinke es in einem kurzen Artikel. Als ich das Video dann anschaue sind Bild und Ton in keiner Weise synchron – was ist denn da schon wieder schief gelaufen?

Also alles löschen und ab ins Bett – meine Abonnenten werden sich fragen was das denn wohl ist – aber heute werden sie ja aufgeklärt :-)

Am nächsten Tag steht eine Motorradtour mit meinem Sohn auf dem Programm, um 14h soll es losgehen. Es ist also noch etwas Zeit um das Video zu schneiden und in den Wartezeiten mal den Staubsauger zu benutzen. Während die Reinigung der Wohnung schnell gute Formen annimmt, geht es mit dem Video nur schleppend voran. Die Datenmengen sind gewaltig. Der Film ist relativ schnell geschnitten, aber der Export ist langwierig. Das kleine MacBook arbeitet zwei Stunden vor sich hin um dann irgendwie abzubrechen, es ist kein Video auf der Festplatte. Ich starte neue und versuche allerhand, bis es schließlich klappt. Das Video hat in guter Qualität bei einer Auflösung von 720p satte 4,43GB !!!

Also eine zweite Version erstellen, doch es ist schon 13h und ich muss langsam los um meinen Sohn abzuholen. Das Video muss also noch warten.

Als ich spät am Abend wieder daheim bin, geht es weiter. In iMovie wähle ich “Exportieren mit Quicktime” und schraube so lange an den Einstellungen bis letztlich eine etwa 0,45GB große Datei entsteht. 10% der Originalgröße – das ist doch was – aber man sieht auch den Unterschied! Leider kann ich alles andere in diesem Leben wohl nicht mehr bei YouTube abladen :-) Also hoch damit.

Am nächsten Morgen ist es dann endlich geschafft – mein neues Video ist online :-)


Der erste Arbeitstag 2011

Es ist 7h als der Wecker klingelt. Eigentlich mag ich nicht aber es muss ja sein – aufstehen – waschen – anziehen – das Auto packen und wieder los nach Mainz. Es ist kalt und es liegt Schnee. Als ich das Auto vom Schnee befreit habe und los fahren will blockieren die Bremsen, sie sind nach fast drei Wochen Schnee und Regen einfach festgerostet. Ich gebe mehr gas, der kalte Dieselmotor nagelt und dann mit einem kräftigen Ruck bewegt sich mein Peugeot doch noch!

Ich versuche mich zur Autobahn durch zu schlagen. Die Straße sind nicht wirklich frei, an vielen Stellen ist der festgefahrene Schnee holprig und rutschig. Als ich fast bei der Autobahn bin die Durchsage im Radio, dass bei Koblenz ein PKW-Transporter auf eisglatter Straße quer steht und einige Autos verloren hat. Das tut mir in doppelt der Seele weh, wegen der Vollsperrung und wegen der zerstörten Autos… Ich mache also kehrt und will statt der A61 die A3 nehmen. Als ich nach etwa 20 Minuten wieder etwa dort angekommen bin wo ich gestartet bin, höre ich im Radio, dass auf der A3 eine LKW brennt und dort auch nichts geht. Das neue Jahr fängt ja gut an, also auf die B9 – am Rhein entlang nach Mainz. Im Sommer X-fach ausprobiert – immer wieder schön – aber mit dem Auto bei Schnee und Eis?

Egal ich fahre weiter. Bis Koblenz geht es sogar recht gut voran, danach ist die Straße vielfach heftig zugeschneit. Später wird es wieder besser und dann geht die Sonne auf. Wie schön ist das denn? Und ich habe keinen Fotoapparat dabei. Schnell krame ich mein neues Handy raus und halte es beim Fahren mit der rechten Hand links neben den Rückspiegel. Je weiter ich fahre umso schöner wird es. Sonnenaufgang an der Loreley – wunderbar! Die ersten Arbeitstage sind lang und anstrengend. Spät am Abend sitze ich dann mit meinem Mac im Bett und versuche aus dem Handy-Video ein Youtube-Filmchen zu machen.

Das geht mit iMovie auf dem Mac erst einmal nicht. Dann die Idee, dass Video mit der Vorschau öffnen und im iPhone-Format nach iTunes exportieren, von dort kann man es dann auch in iMovie importieren. Und wieder muss ich ein wenig mit dem Kopf schütteln wenn ich daran denke wie  diese toll gestylten dynamisch sportiven Apple-Verkäufer ihre Computer als das genialste seit der Erfindung des Transistors anpreisen. Für einen Computer der alles kann und das vor allem voll automatisch und ganz von allein gibt es in der schönen Mac-Welt doch immer wieder erstaunlich einfache Probleme die sich nur mit einer komplexen Lösung erschlagen lassen.

Aber egal, nach etwa 20 Minuten ist das Video dann in iMovie. Ich versuche es ein wenig zu kürzen, aber mir gefällt die ganze Strecke so gut. Schließlich sind es 7 Minuten und zwei Songs von Acoustic Alcemy im Hintergrund. Dann Hochladen bei Youtube. Der Spaß dauert fast zwei Stunden – so wird es jedenfalls hoch gerechnet. Ein guter Zeitpunkt um das Licht aus zu knipsen.

Am nächsten Morgen hat das dann alles nicht funktioniert, weil das Notebook zwischendurch in den Standby geschaltet hat. Es ist eben ein genialer Mac der alles allein und automatisch macht – manchmal wünsche ich mir aber doch einen PC mit Windows 95 :-)

Während ich dusche versucht es der Mac am nächsten Morgen ein zweites Mal. Selbst nach dem Frühstück ist er noch nicht fertig, also gehe ich mal  zur Arbeit während das MacBook eingeschaltet neben dem UMTS-Router zurück bleibt – am Ladegerät natürlich – was bei Android-Handys gut ist, ist auch bei MacBooks gut!

Als ich abends nach einem langen Tag im Appartement ankomme ist das MacBook sogar fertig! Tirili, nur anschauen kann ich das Filmchen nicht – es enthält Content von UMG und ist in meinem Land nicht verfügbar. Es ist zum Mäuse melken, also bei Youtube einloggen und schauen was man machen kann. Es gibt dort GEMA-freie Musik. Die kann man nehmen, nur die klingt blöd. Nach einer Weile finde ich dann etwas das halbwegs harmlos ist. Ein kurzer Klick und auf der Youtube-Serverfarm wird mein Film mit einer neuen Tonspur versehen. Das dauert eine Weile, zwischendurch kann ich einen Jägermeister trinken, mit Sandra telefonieren, die Zähne putzen und und und – eine Cloud ist nicht grundsätzlich schnell!

Aber es klappt dann doch noch und so schlecht sieht es gar nicht aus.

Ich hoffe es gefällt Euch trotzdem – hier ist es:


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