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USA-2014 – Wieder eine Reise ins Ungewisse – Teil 1

 

Pünktlich zum Start in ein hoffentlich sonniges Wochenende kann ich Euch heute den ersten Teil meiner großen Reportage “USA-2014″ präsentieren. In diesem Video steckt viel mehr Arbeit als man denken würde. Zunächst muss man natürlich einmal diese Reise unternehmen und an all den Orten fotografieren und filmen. Ständig hält man an, schaut nach ob die GoPro noch außen am Auto klebt und wenn wieder einmal der Akku leer ist freut man sich über ein Ladekabel im Auto. Später daheim sucht man aus tausenden von Bildern und Video-Sequenzen einige Highlights zusammen, denn das Video soll möglichst kompakt und unterhaltsam sein.

Beim Videoschnitt steht man dann vor der Aufgabe Bilder und Musik so gut wie möglich miteinander zu verschmelzen. Wenn es perfekt sein soll, muss jeder Schnitt zur Musik passen und die Bilder müssen mit der Musik harmonieren und darauf so gut wie möglich abgestimmt sein. Bei jedem Schnitt stellt sich die Frage des “Übergangs”. Soll es ein einfacher harter Cut sein, oder soll es eine Überblendung geben? Vielleicht einen Effekt dazu? Wie lange soll der Übergang dauern, wann blendet man die Musik aus und den nächsten Track wieder ein?

FCPX-Videoschnitt

Bei der Aufnahme des Kommentars kann man sich einen langen Text vorschreiben und ihn vor einem Mikrofon “herunter sprechen”. Ich mag es aber lieber die Bilder zu schauen und quasi “live” zu kommentieren. Der Kommentar darf natürlich nicht übersteuert sein und die Lautstärke muss möglichst über das gesamte Video hinweg konstant bleiben. Arbeitet man über viele Tage hinweg Abend für Abend an einem solchen Video, so steht das Mikrofon mal hier mal dort, keine einfache Aufgabe hier eine wirklich durchgängige Lautstärke und gleichbleibende Tonqualität zu erzielen. Tödlich sind Versprecher, die immer wieder vorkommen, oder eine falsche Betonung. Wieder und wieder beginnt man aufs neue bis man schließlich einige Sekunden eines neuen Kommentars korrekt gesprochen hat. Während der vielen Runden die man dabei dreht verliert man immer wieder das Gefühl für den Gesamtzusammenhang. So stellt man machmal erst eine Woche später fest, dass man sich irgendwo wiederholt hat. Man entdeckt doppelte Adjektive und stellt beschämt fest, dass man bei 10 Kommentarschnipseln 6 mal “wirklich” gesagt hat.

Nun muss man entscheiden ob man damit leben kann oder ob man wieder einen gesamten Abend zu opfern bereit ist um die entsprechenden Kommentare erneut aufzunehmen…

Schwierig wird es zuweilen auch beim Upload in Richtung YouTube. 15 Minuten Video in guter FULL-HD Qualität sind etwa 2 Gigabyte groß. Natürlich kann man es stärker komprimieren, aber dann sieht das “was letztlich zählt” einfach schlechter aus als es möglich wäre. Ohnehin muss man im Vergleich zur Ausgabe auf eine Blu-Ray mit schweren Qualitätseinbußen leben wenn man ein solches Video über YouTube veröffentlicht. Da soll es nicht noch schlechter werden nur damit sich die Upload-Zeit verkürzt. Wirkich blöd wird es, wenn der Upload übers Wochenende läuft und man viele Stunden später feststellen muss, dass er schon wieder abgebrochen ist. Vielleicht lag es am DSL-Router der sich in der Nacht neu verbunden hat? Man weiß es nicht und kann nur frustriert einen neuen Upload starten.

Wer all diese Arbeit freiwillig und unentgeltlich auf sich nimmt muss dann auch noch damit leben, dass irgendwelche verstrahlten Typen sich einen Spaß daraus machen das mühsam erstellte Video mit überflüssigen Kommentaren und negativen Bewertungen zu überziehen. An solchen Tagen fragt man sich dann warum man das alles macht…

Aber manchmal gibt es dann Tage die einen all das vergessen lassen, während man E-Mails wie diese hier liest:

Feedback zum YouTube Video

 

In den nächsten Wochen werde ich also weiterarbeiten an diesem großem Video-Projekt. In Teil 2 wird es um die Tage am Lake Tahoe, in Sun Valley Idaho und den ersten Kontakt mit dem Yellowstone Nationalpark gehen.

Ich freue mich auf Euer Feedback. Wer mag kann die kostenlose Kommentarfunktion in diesem BLOG verwenden. Man muss sich nicht groß registrieren und kann so den anderen Lesern seine Meinung mitteilen. Über einen “Daumen hoch” bei YouTube freue ich mich natürlich auch, schließlich ist es zumeist der einzige Lohn den man für diese Arbeit erhält…


USA-2014 – Tag 30 – Die Heimreise

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Die letzte Nacht in Las Vegas ist wieder unangenehm warm. Im Zimmer über uns poltert ein übergewichter Mensch herum und schrittweise mehren sich meine Befürchtungen, dass er gleich durch die Decke hindurch brechen wird. Aber die Decke erträgt ihn, nur unsere Nerven eher nicht. Sandra schläft wieder mit Ohropax, also diesen Stöpseln für die Ohren aus Wachs. Hat man die in den Ohren, so hört man seinen eigenen Herzschlag zwar unangenehm laut, aber fast nichts mehr von der Umgebung. Meine Sandra hat einen sehr leichten Schlaf und ohne diese Stöpsel würde sie kein Auge zutun. Ich war schon oft sehr froh, dass sie es nachts auf sich nimmt mit diesen Stöpseln in den Ohren zu schlafen.

Gegen 4h am Morgen wird das Poltern so laut, dass sie sogar trotz der Ohrenstöpsel aufwacht. Aber vielleicht ist auch ein Stück Reisefieber im Spiel, wer ist davor schon gefeit? Indes höre ich von alledem nichts, weil ich endlich eingeschlafen bin. Erst als um 5h praktisch zeitgleich die Wecker in unseren Telefonen anschlagen werde ich wach. Während Sandra im Bad verschwindet habe ich noch Gelegenheit um richtig wach zu werden.

Um kurz vor 6h sind wir dann startklar. Sandras Flug geht um 8h30 zunächst nach Chicago, dem größten Flughafen der Welt und dann weiter nach Düsseldorf. Der Aufenthalt in Chicago wird etwa 2h betragen, gerade genug um sich die Beine zu vertreten und kurz die Toilette aufzusuchen. Für Menschen die eine regelrechte Phobie im Bezug auf die Toilettenanlagen in Flugzeugen hegen sind Zwischenlandungen eher eine willkommener Umstand. Da Sandra mit einem Inlandsflug startet, fliegt sie an Terminal 1 ab. Mein Flieger geht um 14h30 non stop nach Frankfurt ab Terminal 3. Auch muss ich zuvor meinen großen Mietwagen in der Gilespie Street am Car Rental Center abgeben. Dort muss ich darauf achten nicht wieder versehentlich in den falschen Shuttle-Bus einzusteigen. Im Jahr 2009 hat mir das eine schweißtreibende Wanderung mit vollem Gepäck quer über den Flughafen beschert.

Aber zunächst packe ich erst einmal in aller Ruhe meine Sachen zusammen und kontrolliere nochmals den Mietwagen. Weil mein Koffer auf dem Hinweg statt der erlaubten 20 Kilogramm exakt 23 Kilogramm wog muss ich auf dem Rückweg Gewicht einsparen. Aktuell kann man bei Air Berlin oder Lufthansa mit 23 kg schweren Koffern fliegen. Aber bei Condor sind nach wie vor nur 20 Kilogramm erlaubt. Mein Sparprogramm sieht vor, dass ich ein altes verwaschenes Hemd und einige ausgeleierte Unterhosen anständig verpackt in einer Plastiktüte im Hotel in den Müll gebe.

Außerdem werde ich die schweren Wanderschuhe während des Fluges an den Füßen tragen. Sandra hat sich bereiterklärt mein zweites kleine Benro-Stativ – das ich gar nicht benutzt habe – wieder mit nach Deutschland zu nehmen. So kann ich das Gewicht meines Koffers tatsächlich auf ziemlich exakt 20 Kilogramm drücken. Nun stellt sich noch die Frage was ich mit den übrigen Dingen mache. Im April habe ich mir im Bahnhof in Mainz einen USA-Reiseführer gekauft. Ich dachte ich würde mal darin lesen, aber das war ein Fehler. Das Ding ist klobig und schwer und genutzt habe ich es überhaupt nicht. Aber um ihn hier wegzuwerfen ist er zu schade.

Die Lösung für Teil II meines Gewichtsproblems ist schnell gefunden. Statt meinen Fotorucksack bequem in meinem kleinen Handgepäck-Koffer zu transportieren, werde ich ihn mir auf die Schultern schnallen und an seiner Stelle mein Notebook und alles was noch im Zimmer herumliegt in den kleinen Koffer packen. Am Ende wiegt mein Handgepäck doch relativ schwer und statt der erlaubten „kleinen Notebooktasche“ habe ich einen erwachsenen Fotorucksack auf den Schultern. Aber links und rechts habe ich meine Fleece-Jacke und meine GoreTex-Wanderjacke festgezurrt. So sieht er nach einem normalen Wanderrucksack aus und der erscheint relativ harmlos. Dass dort drei Kameras, 11 Objektive und Zubehör im Gesamtwert von rund 14.000 Euro verstaut sind sieht man ihm echt nicht an.

Gegen 9h plagt mich dann doch der Hunger. Zwar liegt hier noch ein große Tüte mit mehren Äpfeln und Apfelsinen, aber ich möchte gern ein letztes „authentisches“ Frühstück zu mir nehmen. Also geht es ein letztes Mal allein rüber ins Coco’s. Am Abend habe ich noch gedacht, dass jemand die Fenster geputzt hat, aber nun kann ich sehen, dass Sandra recht hatte und noch alles so verstaubt ist wie an den Tagen zuvor. Dieses Restaurant ist echt ziemlich herunter gekommen, aber ich mag es trotzdem. Es hat 24h geöffnet und die echt große Mannschaft ist immer wieder sehr freundlich und zuvorkommend. Was man dort bestellt schmeckt in der Regel recht gut, auch wenn es keine kulinarischen Hochgenüsse sind. Aber das erwarte und brauche ich zu meinem Glück auch gar nicht. Ein gut gemachter Burger mit knusprigen French Fries, Kaffee bis zum Umfallen und eine sehr nette Bedienung, das alles zum halben Preis dessen was man um die Ecke auf dem „Strip“ bezahlt und schon bin ich happy.

Frisch gestärkt sage ich an der Rezeption kurz „Ok bye bye, see you next year…“ und mache mich auf den Weg zur Car Rental Station. Dort läuft alles glatt, man muss nur höllisch aufpassen, dass man auch beim richtigen Vermieter landet. Das Fahrzeug wird kurz gecheckt, es ist alles ok aber es braucht eine sehr gründliche Reinigung und seit Tagen fordert der Bordcomputer zu einem Ölwechsel auf.

Auf den Shuttle-Bus muss ich nur kurz warten, die Fahrt zum Terminal 3 dauert nur ein paar Minuten. Am Flughafen bin ich vom völlig neuen Terminal 3 zunächst etwas überfordert. Wo zum Teufel sind die Schalter von Condor? Etwa in der Mitte des ewig langen Terminals ist ein großer Bereich mit einer Sicherheitscontrolle. Viele Menschen strömen dort hinein und es Schild weist darauf hin, dass man hier auch als Condor-Kunde richtig ist. Doch als ich gerade mit meinen beiden Koffern und meinem Fotorucksack den Slalom-Parcours vor der Sicherheitskontrolle betreten will, tippt mir ein Angestellter des Flughafens auf die Schulter und fragt mich wohin ich denn mit meinem großen Koffer möchte und ob ich denn schon eine Bordkarte habe.

Ich bin ich irgendwie leicht überfordert und schließlich sehr froh, dass er mir erklärt wo ich denn den Schalter von Condor finde. Es kam mir auch komisch vor, eine Sicherheitskontrolle noch vor dem Check-In, das konnte ich mir auch gar nicht so recht vorstellen… Der Condor-Schalter ist am gegenüberliegenden Ende des Terminals, die Wege sind hier überraschend weit.

Am Condor-Schalter angekommen ist dieser sogar schon geöffnet. Gleich neben dem Schalter steht eine schon etwas ältere kleine Frau mit schulterlangem blonden Haar die ich hier schon in den letzten Jahren immer wieder gesehen habe. Ich sage kurz „Hallo“ und frage ob ich denn schon einchecken kann. Sie erklärt mir, dass sie die Schalter für die „Early Birds“ nun schon immer viel früher öffnen, um lange Schlangen zu vermeiden und so das Einchecken zu erleichtern. Vor mir steht nur ein einziges Paar und so bin nach einigen Sekunden schon an der Reihe. Ich zeige kurz meinen Reisepass vor und stelle meinen Koffer auf die quadratische etwa 1×1 Meter große Fläche der Waage. Es gibt hier kein Förderband, der Mitarbeiter muss jedes Gepäckstück selbst von der Waage herunter wuchten und auf eine zentrales Förderband hinter sich stellen.

Mein Koffer hat knapp über 20 Kilogramm, das ist ok. Während der Mitarbeiter eine Banderole am Griff meines Koffers befestigt frage ich dummerweise, ob er auch einen Aufkleber für mein Handgepäck hat. Damit ist er auf meinen kleinen Koffer aufmerksam geworden. Ich muss ihn jetzt auch auf die Waage stellen. Die Waage zeigt 13 Kilogramm. „Hey man, that’s to heavy! 8 are ok but this has 13!!!“ Mist, das ging daneben, was nun? Ich frage wie ich das Übergewicht bezahlen kann. Er antwortet nur kurz „Gar nicht!“ Hm, was nun? Er bittet mich mein „Pack“ auch auf die Waage zu stellen. Was meint er nur? Ah, er meint meinen Rucksack, das nennt man hier ein „Pack“. Ich wuchte den schweren Fotorucksack von den Schultern und stelle ihn zu meinem Koffer dazu. Der Condor-Mitarbeiter runzelt kurz die Stirn und sagt dann „Ok, man, that’s ok…“ und klebt eine Banderole an meinen kleinen Koffer. „Approved Cabin Baggage“ ist darauf zu lesen. Ich bekomme mein Ticket und mache mich auf den Weg zurück zur Sicherheitskontrolle. Als der Mitarbeiter, der mich zuvor aus der Zone heraus gepfiffen hat, mit meinem Ticket sieht grinst er mich an und sagt nur „Hi man, that’s much better!“

Kurz vor der Sicherheitskontrolle werde ich von einem Security-Mitarbeiter gefragt „You’re travelling on your own?“ – Ja, ich reise allein! Ich werde aus der Schlange heraus durch ein kleines Tor geschoben. Dort steht nun ein anderer Security-Mitarbeiter vor mir. Ich weiß nicht was das soll und was er von mir will, aber er bittet mich nur meine rechte Hand auszustrecken. Er hat eine Art Stab aus Kunststoff an dem er ein kleines Plättchen gefestigt das einen Durchmesser von etwa 4 cm hat. Auf einer Seite ist ein heller Stoff aufgeklebt. Damit streicht er mir kurz über die Innenseite meiner Hand. Das Plättchen steckt er danach in ein Gerät, drückt einen Knopf, wartet kurz und sagt mir dann, dass alles ok ist und ich zur Sicherheitskontrolle gehen kann. „Was war denn das??“

Bei der Sicherheitskontrolle gibt es anschließend sowas von gar keinen Stress, dass ich es kaum glauben kann. Mein iPad ist samt MacBook in meinem kleinen 13 kg schweren Koffer verstaut. Ich muss ich nicht öffnen und nichts einschalten, es geht so wie es verpackt ist durch den Scanner. Auch mein „Pack“ geht so durch wie es ist, keine Feinstaubprobe, keine Sichtkontrolle, nichts – ich bin überrascht! Nicht einmal meine dicken Wanderschuhe muss ich ausziehen!

Hinter der Kontrolle sehe ich eine kleine Sitzecke und eine Ladestation für Telefone und Computer. Weil mein Smartphone fast am Ende seiner Reserven ist, schließe ich es via USB-Kabel an einen der USA-Ports an. Ob die NSA jetzt schnell ein Backup zieht kann ich leider nicht kontrollieren, aber der Akku wird recht schnell aufgeladen. Es gibt ein offenes kostenloses WiFi Netzwerk das sogar sehr schnell ist. Mit meinem iPad schaue ich ein letztes Mal kurz in meinem E-Mails und schaue anschließend nach wie und wo ich denn abfliegen werde. Auf der Web-Seite des Flughafens findet man alle Infos zu seinem Flug, es ist alles sehr übersichtlich gestaltet. So muss man gar nicht herumlaufen und immer wieder auf eine der Anzeigetafeln schauen, sondern kann einfach mit dem iPad schauen ob der eigene Flieger pünktlich ist oder Verspätung hat. Ein sehr guter Service!

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Mein Flieger geht denn auch recht pünktlich vom Gate E3. Mein Sitzplatz ist 7A, also die zweite Reihe der Premium Economy. Ich habe hier recht viel Platz und kann meine Füße komplett unter dem Sitz meines Vordermannes ausstrecken. Überraschender Weise habe ich Sitzplatz 7A direkt am Fenster. Eigentlich hatte ich gedacht ich würde wieder am Gang sitzen. Aber ein kurzer Blick in meine Buchungsbestätigung zeigt mir, dass ich tatsächlich einen Fensterplatz reserviert hatte. Das ist prima, denn so kann ich mit meinem Handy ein wenig filmen während wir über Las Vegas in der Luft sind.

Als der Flieger fast voll ist steht plötzlich eine junge Frau mit einem gewaltigen roten Rucksack neben mir. Sie versucht ihn über mir in das Gepäckfach zu wuchten. Aber er ist ihr zu schwer und irgendwie hängt er mit seinen Schnallen auch fest. Sie schaut reichlich verzweifelt aus und drückt mit Schultern und Kopf von unten dagegen. Aber der große Rucksack bewegt sich nicht. Schnell öffne ich meinen Sitzgurt und kurz darauf haben wir das dicke Ding dann doch verstaut. Die Frau reicht mir ihre Hand und stellt sich vor „Hi, my name is Morgan!“ Sie ist also meine Nachbarin für unseren Flug nach Frankfurt.

Morgan ist sehr nett und wir unterhalten uns fast 6 Stunden lang. Sie will nach Freiburg und dort für zwei Monate beim Göthe Institut einen Deutschkurs besuchen. Anschließend soll es eine Trekking Tour entlang der Grenze zwischen Deutschland und Österreich geben. Das klingt nach einer schönen Zeit und dies während es in Bayern einladend warm ist. Das erscheint mir kein schlechter Plan zu sein!

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Irgendwann sind wir beide so müde, dass wir aufhören uns über Filme oder Gott und die Welt zu unterhalten und einschlafen. Doch mein Schlaf währt nicht wirklich lange. Etwa drei Stunden bevor wir Frankfurt erreichen werde ich schon wieder wach und vertreibe mir die Zeit mit dem Board-Entertainment-System. Es gibt einen Film mit vielen Stars, der auch noch von Ridley Scott produziert wurde. Der Streifen heißt „The Counselor“ und macht wegen des enormen Star-Aufgebotes zunächst echt Eindruck. Aber letztlich bin ich mehr als enttäuscht. Der Film ist echt langatmig und das Ende eher schwach. Später lese ich noch kurz eine relativ vernichtende Kritik auf http://www.filmstarts.de die mich in meiner Meinung bestätigt. Hier wurde viel Potential verschenkt.

In Frankfurt klappt auch alles problemlos. Ich kann Morgan noch kurz eine Visitenkarte geben und dann ist sie auch schon unterwegs nach Freiburg. Ich selbst muss noch eine gefühlte Ewigkeit auf meinen Koffer warten. Aber letztlich taucht er doch noch auf. Mit einem Taxi geht es zu meinem kleinen Mainzer Appartement. Es ist ein VW-Minivan mit Automatik-Getriebe und recht starkem Diesel-Motor. Eigentlich kein schlechtes Auto, nur der Taxifahrer macht mich komplett wahnsinnig. Nicht nur, dass er fährt wie eine wilde Sau, er tritt auch immer in Intervallen voll auf das Gaspedal um dann wieder abzubremsen. Ich fühle mich mehr und mehr an den Charakter von Armin Müller Stahl im Film „Night on Earth“ erinnert. Im Film konnte dieser „Helmut Lambscheid“ auch kein Taxi fahren und schließlich hat der Zuhälter den er transportieren sollte es geschafft selbst auf den Fahrersitz zu rutschen. Gern würde ich es auch versuchen, aber ich sitze hinten im Taxi und wir sind schon auf der Autobahn.

Von dem ganzen „Gas – Bremse – Gas – Gas – Bremse – Gas – Bremse – Bremse“ wird mir unglaublich übel. Ich bin nach dem langen Flug eh etwas angegriffen und nun bin ich kurz davor mich in einem fast neuen Taxi übergeben zu müssen. Krampfhaft versuche ich unter der herunter geklappten Sonnenblende vor dem leeren Beifahrersitz den Horizont zu fixieren um nicht komplett seekrank zu werden. Es klappt mehr schlecht als recht und als wir endlich angekommen sind bin ich froh, dass diese Höllenfahrt ohne eine echte Schweinerei abgegangen ist. Aber vielleicht sollte man diesem Fahrer sein Taxi man komplett von oben bis unten vollkotzen, damit er endlich merkt dass er nicht Auto fahren kann…

In meiner kleinen Bude ist es dunkel und es riecht etwas muffig. Da tut es gut die Fenster zu öffnen und eine Weile draußen im Garten zu sitzen. Gern würde ich jetzt ein kaltes Bier trinken, aber mein Kühlschrank gibt nur noch eine letzte Flasche „Binonade Cola“ her. Aber das ist ok, ich möchte ja noch mit dem Auto zum Einkaufen fahren.
Nach einem längeren Schwätzchen mit meinen sehr netten Nachbarn geht es kurz unter die Dusche und anschließend runter in die Tiefgarage. Mein kleiner Silberpfeil ist noch da und mein altes blaues Projektmotorrad wartet auch geduldig auf mich – Strike!!

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Als ich in den Sitz meines Autos falle denke ich nur „Wow, ist das tief…“ Nach mehr als 4 Wochen die ich in meinem riesigen Geländewagen klettern musste ist das ein echt krasser Unterschied. Auch muss ich erst einmal schauen wie denn hier die Handbremse gelöst wird und überhaupt ist hier alles so ungewohnt und doch so seltsam vertraut.

Als sich dann auf der Straße das Dach öffnet bin ich mit meinem Schicksal wieder im Reinen. Es ist gar nicht schlimm daheim in Deutschland zu sein! Und als das kleine silberne Ding dann beim ersten Druck auf das Gaspedal giftig abschießt habe ich ein breites Grinsen im Gesicht. Mein erstes Ziel ist ein McDonalds ganz in der Nähe. Ich mag heute nicht allein in einem richtigen Restaurant herum sitzen. Und weil mein Magen höllisch knurrt möchte ich einfach nur schnell irgendetwas zu Essen haben. Also gibt es einen 9er mit Fitten und Barbecue Sauce. Das kommt irgendwie ganz gut, ich gehe hier eigentlich sehr gern essen, auch wenn man das gar nicht laut sagen sollte :-)

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Frisch gestärkt lenke ich mein Auto bei tollsten Wetter mit offenem Dach durch die Rheinhessischen Weinberge, das Leben kann so schön sein! Nach etwa einer Stunde fallen mir fast die Augen zu. Ich biege einfach schnell in einen kleinen Feldweg ein und halte mitten zwischen den Weinreben unter freiem Himmel ein kleines Schläfchen am frühen Nachmittag. So kann man die Rückreise doch sehr gut ausklingen lassen. Später geht es noch in den Supermarkt und bewaffnet mit Würstchen, Steak, Bier, Brot, Käse, Wurst und was man sonst noch braucht zurück zu meiner kleinen Bude. Doch die Muße den Gasgrill aus dem Gartenhäuschen zu holen habe ich heute nicht mehr. Während ich mir einige Folgen der 5. Staffel von Californication anschaue fallen schließlich die Augen zu, ich bin wieder daheim…


USA-2014 – Tag 29 – Lake Mead

Es ist der letzte „richtige“ Tag unserer Reise. Schon morgen werden wir mit gepackten Koffern in Richtung Deutschland aufbrechen. Wie an allen Tagen die wir bislang zusammen in Las Vegas verbracht haben gönnen wir uns auch heute in Coco’s Restaurant ein leckeres Frühstück. Das Restaurant ist krass herunter gekühlt, so dass uns richtig kalt wird und ich mich an meinem heißen Kaffee wärmen muss. Als wir das Restaurant verlassen trifft uns fast der Schlag, der Unterschied ist immens und obwohl wir erst kurz vor 10h am Morgen haben, zeigt das Thermometer schon satte 33°C. Ich möchte gar nicht wissen wie es hier im Hochsommer zugeht…

Einige Minuten später brechen wir auf in Richtung Lake Mead. Ich fahre einfach irgendwelche Straßen die in südlicher Richtung führen. Dort werden wir zwangsläufig irgendwann den Lake Mead Boulevard kreuzen, der uns in östlicher Richtung zum Lake Mead führen wird. Der Bordcomputer zeigt mir an, dass der verbliebene Sprit noch für etwa 100 Kilometer reichen wird. Also tanke ich ein letztes mal für 30$ nach.

Lake Mead from the air - Nikon D300

Auf unserem Weg zum Lake Mead Boulevard durchqueren wir Teile der Stadt in denen die ärmeren Menschen wohnen. Vom Glanz der Casinos ist hier nur noch wenig zu sehen. Als wir auf eine Hauptstraße in Richtung Norden abbiegen fallen mir lauter Gebäude von Steuerberatern auf die wie die Perlen auf einer Schnur den Straßenrand säumen. „Better call Saul“ geht es mir durch den Kopf. Hier sieht wirklich alles aus wie in der Fernsehserie Breaking Bad und es würde mich nicht überraschen am Straßenrand ein Werbeplakat von Saul Goodman zu erblicken.

Einige Meter hinter der Stadtgrenze sind wir schlagartig ganz allein. Es ist fast unheimlich wie abrupt das urbane Leben endet wenn man Las Vegas in Richtung Osten verlässt. Die Gegend ist hügelig und die Felsen schimmern in warmem braun und rot. Nach einigen Kilometern erreichen wir den Eingang zum Nationalpark. Ich zeige kurz meinen Personalausweis und meinen „Annual National Park Pass“ und schon kann es weitergehen. Die 80$ für diese Jahreskarte haben sich inzwischen schon mehrfach ausgezahlt.

Etwa 50 Kilometer nach unserer Abfahrt in Las Vegas biege ich nach rechts auf eine Schotterpiste ab. Ich habe die Hoffnung, dass wir hier ein wenig unsere Füße im Lake Mead abkühlen können. Aber aus der anfangs noch gut erkennbaren Schotterpiste wird sehr schnell ein felsige unübersichtliche Angelegenheit die uns nur wenig Freude bereitet. Letztlich landen auf einem kleinen Hügel mit Blick auf einen kleinen Ausläufer der Lake Mead. Hier hat jemand Steine in einem Kreis zusammen gelegt und ein Lagerfeuer entfacht. Auf dem Hügel weiter rechts parkt ein weißer Geländewagen. Noch weiter außen hat jemand den Zugang zum See gefunden und lässt gerade ein Sportboot zu Wasser.

Auf der linken Seite kann ich von oben in eine kleine Bucht schauen. Sie ist gezeichnet von unendlich vielen Reifenspuren und es sieht aus als hätte sich Steve McQueen hier mit seinem Strand-Buggy mehrere Stunden lang ausgetobt. Was ich auch sehen kann ist ein Jeep Wrangler der kurz vor dem Umkippen fast zur Hälfte im Schlamm direkt an der Grenze zum Wasser feststeckt. Etwa 30 Meter weiter steckt ein großer weißer Pickup ebenfalls tief im Morast. Wahrscheinlich hat er sich beim Versuch den Jeep herauszuziehen selbst fest gefahren. Etwas höher steht ein dritter Truck und es laufen einige Männer umher die scheinbar beratschlagen wie sie beide Fahrzeuge bergen sollen. Im folgenden Bild sind die Autos ganz ganz winzig zu erkennen…

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Lake Mead from the air - Nikon D300

Auf meinem Rückweg zum Auto bin ich froh, dass ich solche Abenteuer bislang noch nicht begangen habe. Also eigentlich muss ich sagen, fast nicht begangen habe :-) Im Jahr 2009 hatte ich als Mietwagen einen Nissan XTERRA. Dieses Auto war zwar nicht schön und auch nicht komfortabel, aber es hatte enorm viel Bodenfreiheit und man konnte das Getriebe „untersetzen“, also die Übersetzung aller Gänge mit einem zusätzlichen Hebel verkürzen. Außerdem gab es noch eine separat zu aktivierende Differentialsperre. Damit bin ich wirklich überall wieder heraus gekommen. Mit dem aktuellen annähernd doppelt so schweren und rund 40% längeren Fahrzeug würde ich nicht versuchen bspw. den Escalante Volcano via Harris Wash zu erreichen. Mit dem Nissan XTERRA war das alles kein Problem.

Nach unserem letzten kleinen Off-Road-Ausflug geht es weiter zur Echo Bay. Hier war ich vor vier Wochen mal kurz in den Abendstunden und ich möchte mir die Bay nun bei Tageslicht etwas näher anschauen. Als wir dort eintreffen ist die Rampe für das zu Wasser lassen von Booten aller Art gesperrt. Als wir mit dem Auto direkt vor der Absperrung stehen kann ich auch sehen warum, der Wasserstand im Lake Mead hat sich in den letzten vier Wochen so drastisch verändert, dass der Steg an dem bei meinem letzten Besuch noch Kinder freudig in den See gesprungen sind, komplett in gelblichem Wüstensand steht. Die Marina etwas weiter draußen ist verlassen und einige Teile stehen schief, weil sie offensichtlich wegen des geringen Wasserspiegels nicht mehr schwimmen sondern bereits auf dem Grund aufliegen.

Hier ist heute nichts wirklich schönes mehr zu erwarten und so wende ich das Auto und fahre zurück zur Hauptstraße. Gleich oberhalb der Rampe ist ein verlassenes Hotel. Es macht gar keinen schlechten Eindruck, aber wer will schon an einer einsamen Bucht seine Zeit verbringen an der es Ende Mai zur Mittagszeit schon 40°C heiß ist? Welche Temperaturen hier im Hochsommer herrschen mag ich mir gar nicht ausmalen…

Unser nächstes Ziel ist Overton im Moapa Valley. Hier ist es deutlich grüner und als wir dort eintreffen hat sich im Vergleich zu meinem ersten Besuch vor vier Wochen nicht viel verändert. Lediglich die Pflanzen und Bäume die Anfang Mai noch in voller Blüte standen sind jetzt einfach nur langweilig grün. Gegenüber vom örtlichen McDonalds Restaurant schauen wir uns das „Sugar“ mal genauer an. Es ist eine echt urige Mischung aus Bar und Restaurant. Es ist richtig kalt dort drinnen und überraschend gut besucht. Wir bestellen uns Burger mit French Fries, ein letztes Mal…

Bei einem großen Glas Dr. Pepper mit irrsinnig viel Eis lasse ich mir meinen Burger schmecken. Sandra hat sich den Piraten-Burger mit Jalapenjos bestellt. In Deutschland würden wir es einen Burger mit Peperoni nennen. Die kleine grüße Zutat ist so scharf, dass meine Sandra die Mehrzahl davon aussortieren muss um ihren Pirate-Burger essen zu können.

Unser Essen kostet knapp 20$, inkl. Trinkgeld also glatte 25$. Das ist ungerechnet nicht viel mehr als man gegenüber bei McDonalds bezahlen würde, nur dass hier alles frisch und aus guten Zutaten für uns zubereitet wurde.

Als wir das Restaurant verlassen ist der Unterschied noch viel krasser als am Morgen bei Coco’s Restaurant. Im Restaurant waren es laut meiner Timex Quartz-Tide-Temp kalte 18°C, draußen sind es jetzt 40°C. Es fühlt sich an als würde man eine Sauna betreten, im Auto ist es noch viel wärmer, obwohl es nur etwa eine Stunde in der Sonne gestanden hat. Das übersteigt hier alles meine Schmerzgrenze. Ich mag es ja warm, dabei das ist mir hier echt zuviel. Während die Klimaanlage sich damit abmüht in unserem Backofen ein kuschelig warmes Ambiente zu schaffen steuere ich unser schwarzes Monstrum durch das Moapa Valley nach Norden. Nach einigen Kilometern erreichen wir die Interstate 15 die Las Vegas und Salt Lake City verbindet. Hier biegen wir in Richtung Süden ab, es sind noch rund 80 Kilometer bis nach Las Vegas.

Lake Mead from the air - Nikon D300

Als wir wieder am Motel 6 eintreffen ist es fast 16h. Wir räumen das Auto leer und beginnen damit unsere Koffer zu packen. Die Klimaanlage lief während unseres Ausflugs auf Hochtouren und so ist es in unserem kleinen Zimmer angenehm kühl. Den Zimmermädchen habe ich gestern versehentlich kein Trinkgeld auf das Kopfkissen gelegt. Daher habe ich heute 5$ spendiert. Als kleines Dankeschön haben sie die Klimaanlage nicht abgeschaltet.

Als die Koffer gepackt sind beginne ich diesen Artikel zu schreiben, meine Sandra vergnügt sich während dessen im Pool. Als sie nach einer halben Stunde zurückkommt ist sie so erfrischt, dass sie sich unter der Dusche aufwärmen muss. Diese Stadt ist wirklich eine Stadt der Extreme.


USA-2014 – Tag 28 – Las Vegas

Wir haben noch zwei Tage bis zur Rückreise nach Deutschland. Wie gewohnt frühstücken wir auch heute in Coco’s Restaurant. Die Mitarbeiter kennen uns nun schon und begrüßen uns mit „Thank you for coming back!“ Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Auto den Strip hinauf und hinunter, schließlich biegen wir beim Casino „The Venetian“ an in Richtung „Self Parking“ ab. Doch bevor es in die Tiefgarage geht werden wir von einer schon etwas älteren Mitarbeiterin der Security gefragt wohin wir wollen. „We just want to take a closer look at the casino!“ Das reicht ihr völlig aus und sie erklärt uns wo wir unser Auto parken dürfen. Sicherheit ist hier oberstes Gebot und auf das ist auch gut so!

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Im Casino ist es angenehm klimatisiert, überall herrscht reges Treiben und seit unserem letzten Besuch hat sich schon wieder vieles verändert. Es lohnt sich also immer mal wieder durch die Casinos zu wandern, Las Vegas ist eine sehr dynamische Stadt und einem stetigen Wandel unterworfen.

Nach einigen Stunden schmerzen die Füße, wir hatten ein leckeres Mittagessen und nun haben wir keine Lust mehr. Den Rest des Tages verbringen wir mit HBO im Fernseher in unserem Hotelzimmer vor der ratternden Klimaanlage. Gegen Abend zieht es uns dann doch noch einmal hinaus in die unglaubliche Hitze. Wir gönnen uns bei Coco’s ein Bier und einen kleinen Snack, was man hier so als kleinen Snack bezeichnet :-)

Gegen 21h (9 pm) ziehe ich dann doch noch einmal los um einige Fotos zu machen. Mein Ziel ist die Kreuzung vor dem „New York“ mit seiner sehr coolen Freiheitsstatue.

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Dort fotografiere ich bis etwa um Mitternacht einige Zeitraffervideos mit meiner Nikon D800E und verschiedenen Objektiven. Nach meiner Rückkehr ins Hotel bin ich ziemlich fertig. Selbst in der Nacht sind es hier aktuell noch 29°C und so sind zwei kleine Flaschen Wasser auch schnell geleert. Nach einer Dusche geht es ins Bett wo es irgendwie auch viel zu warm ist.

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USA-2014 – Tag 27 – Grand Canyon

Als unser letzter Tag in Arizona anbricht sind wir von der Hitze der Nacht noch ziemlich fertig. Am Tag zuvor wies das Thermometer in der Spitze satte 33°C aus und da die Betten in den amerikanischen Motels fast immer direkt neben der Klimaanlage stehen, haben wir sie über Nacht ausgeschaltet um nicht krank zu werden. Außerdem rattern diese Dinger so unerträglich laut, dass ich dabei kaum schlafen kann.

Reichlich verschlafen geht es unter die Dusche und wie an jedem Morgen funktioniert das „Wunder des Wassers“ auch heute. Um kurz nach 8h sind wir auf dem Weg zum Denny’s, der etwas außerhalb der Stadt gegenüber des Golfplatzes gelegen ist. Hier bestellen wir uns ein leckeres Frühstück, wobei ich sagen muss, dass ich nach rund 4 Wochen in den USA dieses extrem reichhaltige Frühstück mit Kartoffeln, Ei, Speck und was es sonst noch alles gibt nicht mehr sehen kann. Ein zunehmen größer werdender Teil in mir sehnt sich nach einem ganz normalen Brötchen mit etwas Salat und Käse.

Grand Canyon #1

Die Mitarbeiter im Denny’s hier in Page sind heute nicht wirklich auf Zack. In Moab ging immer alles extrem schnell und professionell, hier erscheint das Team unterbesetzt und zudem unerfahren. Während wir sehr lange auf unser Essen warten steht sogar ein amerikanisches Paar auf und will das Restaurant wieder verlassen, weil es mit dem Essen so lange dauert. Doch schließlich wird alles gut und wir werden wieder mehr als satt. Auf dem Rückweg zum Hotel sehne ich trotzdem ein frisches knuspriges Brötchen mit Nutella herbei…

Das Ein- und Auspacken ist inzwischen zur Routine geworden und wir haben es voll drauf in kurzer Zeit alles vom Hotelzimmer in unseren großen Mietwagen zu verfrachten. Während ich die Zimmerschlüssel abgebe kontrolliert Sandra ein letztes Mal alle Ecken und Schubladen. In Moab im Adventure Inn hat sie ihr kleines Lieblingskissen vergessen, etwas ähnliches soll nicht noch einmal passieren. Das Kissen ist fast 40 Jahre alt und es hängen viele Kindheitserinnerungen daran. Der Versand nach Deutschland würde per Luftfracht etc. fast 100$ kosten. Und so sucht sie seit Tagen nach einer Möglichkeit ihr kleines Schmusekissen preiswerter zurückzubekommen.

Grand Canyon #2

Während Sandra also einen letzten prüfenden Blick durch unser Zimmer schweifen lässt, treffe ich an der Rezeption im Rodeway Inn den Mitarbeiter der mir im Jahr 2009 mein wirklich voll total allererstes Zimmer in den USA vermietet hat. Er erinnert sich noch an mich, denn ich war im Jahr 2010 und 2011 auch in diesem Motel. Wir unterhalten uns ein wenig und ich freue mich drauf ihn vielleicht im Jahr 2015 erneut zu treffen. Sehr krass ist, dass er sogar noch weiß, dass ich im Jahr 2009 das Zimmer mit der Nummer Two-Tow-One, also 221 bewohnt habe!

So gegen 10h machen wir uns schließlich auf den Weg nach Süden. Die Straße die vorbei am Horse Shoe Bend nach Süden führt ist seit mehreren Monaten wegen eines Erdrutsches gesperrt. Ich kann mir denken wo das Problem ist, es gibt einen kurzen Teil auf dem sich die Straße zwischen einigen Felsen hindurch schlängelt. Wenn hier ein Teil der Fahrbahn abrutscht geht wirklich gar nichts mehr. Aber es ist ja eine Umleitung (Detour) ausgeschildert. Es ist die Straße die nach Lechee führt. Dort habe ich mir im Jahr 2009 den Permitt für die Wanderung am Waterholes Canyon besorgt. Damals bin ich diese Straße aus Spaß ein wenig weiter in Richtung Süden gefahren und sie wurde kurz nach Lechee sehr schnell zu einer Schotterpiste (Gravelroad), so dass ich damals umgekehrt bin.

Grand Canyon #7

Umso mehr bin ich heute überrascht, dass diese Straße nun frisch asphaltiert und extrem gut zu befahren ist. Während draußen das Thermometer von anfangs 23°C langsam aber stetig auf 30°C klettert fahren wir gen Süden. Nach etwa 100 Kilometern zweigen wir nach links ab und kurz drauf nach rechts in Richtung Grand Canyon South Rim. Mein GPS habe ich an der Windschutzscheibe befestigt und es zeigt etwa 1.200 Höhenmeter. Die Straße zum Grand Canyon Nationalpark führt stetig moderat bergauf und nach kurzer Zeit haben wir fast 3.000 Höhenmeter erreicht.

Die Luft wird dünner hier oben und als wir den ersten Aussichtspunkt erreichen fällt es mir nicht leicht wegen der großen Höhe und der hohen Temperaturen mit meiner Kamera auf Motivsuche zu gehen. Doch einige Fotos muss ich hier einfach aufnehmen, das ist hier fast ein Pflichtprogramm. Während ich am Abgrund stehe versuche ich einige winzige Menschen in meine Fotos zu integrieren so dass man anhand ihrer Größe, oder vielleicht sollte ich besser „Winzigkeit“ schreiben, wie gewaltig der Grand Canyon hier ist.

Grand Canyon #3

Nach dem ersten Fotostopp fahren wir weiter und auf meinem GPS kann ich sehr schön sehen wann und wo wir uns immer wieder der „Abrisskante“ nähern. Es ist extrem viel los und weil die Luft so dünn und die Sonne so unbarmherzig ist, halten wir nur selten und ich gebe mich freiwillig mit einigen wenigen Fotos zufrieden.

Als wir im Grand Canyon Village eintreffen schwinden meine ohnehin geringen Hoffnungen hier ein Zimmer für die Nacht zu bekommen und einige extrem coole Fotos des Grand Canyon zur Sonnenuntergangszeit aufnehmen zu können. Es ist ein echtes Volksfest das hier abgeht. Das Dorf ist komplett gefüllt und als Sandra bei einem der vielen Hotels fragt ob vielleicht jemand abgesagt hat wird sie fast ausgelacht. Die nächsten Zimmer gibt es im etwa 90 Kilometer weiter südlich gelegenen Dörfchen Williams. Das ist die traurige Wahrheit, nun sind wir das erste Mal in unserem Leben am Grand Canyon und ich muss mich mit einigen wenigen Fotos zufriedengeben die ich zur allerbesten Mittagszeit aufgenommen habe. Zähneknirschend beschließen wir direkt nach Las Vegas durchzustarten und den großartigen Grand Canyon in einem der nächsten Jahre entweder im März/April oder September/Oktober zu besuchen.

Grand Canyon #4

Bis Las Vegas sind es etwa 600 Kilometer und da wir uns an einer der Futterstationen mit einem gruseligen teuren Burger etwas gestärkt haben, sind wir zuversichtlich diese letzte weite Fahrt mit einem lachenden und einem weinenden Auge absitzen zu können. Also geht es los…

Nach einigen wenigen Kilometern steht rechts im Wald ein junger aber bereits fast ausgewachsener Hirsch. Schnell halte ich an und Sandra und ich zücken unsere Kameras. Dies bleibt natürlich nicht unbemerkt und einige Sekunden später stehen überall Autos herum und der Hirsch ist umringt von Touristen in kurzen bunten Hosen die sich ihre Sonnenbrillen ins Haar gesteckt haben und etwas ungelenk auf ihren Badeschlappen einem Hirsch hinterher laufen während sie am ausgestreckten Arm einen kleinen Fotoapparat halten. Ein sehr witziges Bild! Dass der Hirsch bei alledem ungestört weiter frisst erstaunt mich umso mehr, dieses Tier hat echt de Ruhe weg!

Etwa 100 Kilometer bevor wir in Las Vegas eintreffen zeigt das Thermometer satte 41°C. Im Auto selbst ist es angenehm kühl weil wir seit Stunden in Bewegung sind und in Page ein letztes Mal vollgetankt haben. Als wir den Hoover-Damm passieren kann ich ihn nicht einmal aus dem Augenwinkel sehen, aber die Landschaft drum herum erinnert mich doch sehr an das was ich im letzten Jahr auf La Palma gesehen habe. Überall sind Hügel aus schwarz-brauner Asche, es sieht aus als würden wir ein relativ junges Lava-Feld passieren.

Grand Canyon #5

Etwa 20 Kilometer vor Las Vegas ist dann ein Stau, der erste Stau dieser Reise!! In den vergangenen Wochen bin ich über 8.000 Kilometer ohne auch nur eine Minute in einem Stau stehen zu müssen hier mit dem Auto gefahren!! Wir müssen etwa 15 Minuten warten bis wir eine Unfallstelle passieren an der gerade kräftig aufgeräumt wird. Einige völlig demolierte Fahrzeuge werden auf Abschleppwagen verladen und es stehen Leute herum deren Gesichtsausdruck man nicht gerade als „fröhlich“ beschreiben kann. Als wir wieder freie Fahrt haben bin ich irgendwie ganz froh, dass auch in diesem Jahr wieder alles gut gegangen ist. Zwar hadere ich noch immer mit der teuren zusätzlichen „Liability“, also der Aufstockung der Deckungssumme für den Fall eines selbst verschuldeten Unfalles. Aber andererseits wäre es nicht witzig hier versehentlich einen Unfall wie diesen zu verursachen und dann viele Jahre lang die Folgekosten aus dem eigenen Portemonnaie zahlen zu müssen, weil die gesetzliche „Mindestdeckung“ so lächerlich gering ist.

Auf Höhe der Tropicana Avenue ist auch der Flughafen ausgeschildert. Wir müssen nur die Autobahn verlassen, links abbiegen und sind schon fast beim Motel. Doch die Hauptstraßen in Las Vegas sind lang und haben viele Kreuzungen mit zumeist roten Ampeln, so dauert es eine Weile bis wir das Motel 6 erreichen. Dieses Motel ist erst vor einigen Jahren komplett renoviert worden und erhält im Internet noch immer ganz ordentliche Kritiken. Bereits im Jahr 2010 wollte ich dieses Motel ansteuern, bin damals aber versehentlich im gleich nebenan gelegenen „Amerikas Best Value Inn“ gelandet. Das war recht gruselig und heute ist meine Sandra sehr froh, als wir unser zwar kleines aber pfiffig ausgestattetes Zimmer beziehen.

Nachdem wir alles im Zimmer verstaut haben geht es rüber zu Coco’s Restaurant. Es ist nur ein paar Meter weit weg, aber wir haben abends um 20h (8pm) noch immer satte 43°C. Würde nicht ein lauer Wind wehen, es wäre schlichtweg unerträglich. Bei Coco’s Restaurant ist die kleine Mannschaft schwer auf Zack, es ist ein eingespieltes Team und wir haben unser Essen in aller kürzester Zeit auf dem Tisch stehen. Das Restaurant ist sehr angenehm klimatisiert und ich bin sehr froh, dass wir sofort beim ersten Motel ein Zimmer bekommen haben und jetzt nicht lange herumfahren und suchen mussten.

Nach dem Essen gehen wir eine Tür weiter in den Schnapsladen und schauen mal was es dort gibt und tatsächlich finde ich eine Kleine Flasche Jägermeister! Zurück im Zimmer läuft zum krönenden Abschluss sogar bei HBO Teil 3 von Hangover im Fernsehen. Nun bin ich wirklich in Las Vegas angekommen, nach zwei kleinen Gläschen Jägermeister versuche ich zu schlafen. So wirklich klappt es aber nicht und ich bin am nächsten Morgen völlig fertig als ich um kurz vor 6h aufwache und zum Frühstück diesen Artikel schreibe…


USA-2014 – Tag 1 – Valley of Fire

Als ich um 9h43 aufwache ist es draußen noch dunkel. Ach ja, 9 Stunden Zeitverschiebung – ich bin in Las Vegas und hier ist es noch mitten in der Nacht. Trotz allem bin ich irgendwie fast ausgeruht und weiß nicht wie ich noch bis zum Morgengrauen weiterschlafen soll. Also schnappe ich mir mein iPad und schaue mir die letzten Folgen von “The Pacific” an. Als ich mit der traurigen letzten Folge durch bin geht draußen über den Bergen am Horizont die Sonne auf. Schnell hole ich mein HTC ONE hervor und nehme ein kleines Knipsbildchen auf. Die scheinen sind total verdreckt, aber es ist mir egal, Ihr seht auch so wie der Morgenhimmel aussah :-)

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Um kurz nach 8h bin ich frisch geduscht beim Frühstück. Es ist nichts Großartiges, aber man kann satt werden. Es gibt Waffelteig und man kann sich seine Waffeln selbst frisch backen und mit allen möglichen Süßigkeiten belegen. In einem kleinen Kühlschrank steht Yoghurt, es gibt frisches Obst, Säfte, Muffins, Croissants, eigentlich ist es gar nicht so schlecht, wenn nur diese Kaffee-Becher aus Styropor nicht wären… Nach dem Frühstück checke ich schnell aus und bringe meine vielen Sachen zum Auto. “Normale Leute” gehen ins Fitness-Studio, ich trage Koffer mit Kameras und Objektiven – auch nicht schlecht :-) Vom Motel geht es auf der East Craig Road ein paar hundert Meter nach Osten, dann ist schon der große Walmart auf der rechten Seite. Der Parkplatz ist fast leer, es ist noch wirklich früh. Auf dem Parkplatz stelle ich die Maßeinheiten meines großen GMC-Trucks auf “Metrisch” um und muss jetzt die Temperaturen nicht mehr mühsam umrechnen. Das Thermometer zeigt schon 27°C – ich bin in der Wüste! Im Walmart kaufe ich mir allerlei Getränke und Knabbereien die zur Note mal ein paar Tage im Auto überleben können. Also nichts mit Schokolade oder ähnlichem, statt dessen gibt es trockene Kräcker und feinste Leibnitz Butterkekse aus “Europa”.

In der Getränkeabteilung staune ich nicht schlecht, als ich dort ein eigenes Regal finde in dem ausschließlich Erzeugnisse des Weingutes Fetzer aus Kalifornien angeboten werden. Also schnell das Handy zücken und für meine Sandra ein Knipsbild schießen :-)

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An der Kasse gibt es eine witzige Unterhaltung mit der Kassiererin. Meine Einkäufe kosten 109,- $ und als ich ihr meine brandneuen Dollarnoten in die Hand drücke fragt sie mich woher ich komme. Erst beim dritten Mal versteht sie “Germany” und entgegnet “Ahhh – you’re from Europe!” Es sind keine anderen Kunden da und so können wir einen kurzen Smalltalk halten. Sie fragt mich was ich alles fotografieren möchte und kann gar nicht verstehen, dass mir das allein Spaß bereitet. Als ich ihr dann erkläre, dass es auch Vorteile hat wenn niemand im Auto wartet, kalte Füße hat, hungrig ist und dringend zur Toilette muss beginnt sie zu verstehen…

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Vom Walmart geht es ganz gemütlich auf der Interstate 15 in Richtung Norden. Nach rund 30 Minuten sind der Lake Mead und das Valley of Fire ausgeschildert. Es geht rechts ab und die Straße wird schmaler. Hier war ich 2011 zuletzt und ich freue mich jetzt auf die vielen roten Felsen. Am westlichen Eingang des Park muss ich 10$ Eintrittsgebühr bezahlen und bekomme einen kleinen Kassenzettel von innen an die Windschutzscheibe geklebt. Ein paar hundert Meter zuvor habe ich kurz angehalten und meine GoPro innen an der Windschutzscheibe befestigt. Nun ist sie eingeschaltet und ich drehe eine kleine Runde durch das Valley of Fire. Das Thermometer zeigt inzwischen 32°C und für eine Wanderung ist es mir definitiv zu warm. Außerdem habe ich viele Lebensmittel im Auto und zumindest die Bananen werden eine Wanderung wohl kaum heil im Auto überstehen. Vom Valley of Fire sind es nur ein paar Kilometer in Nord-Östlicher Richtung bis Overton. Dort gibt es das niedliche North Shore Inn Motel.

Ich miete mich hier für zwei Nächte ein, das kostet pro Nacht 89,90 Dollar, also umgerechnet ca. 67 Euro. Es gibt ein kostenloses WLAN, einen Kühlschrank, eine Mikrowelle, eine Klimaanlage, Getränkeautomaten, Eismaschine, Pool und ein reichhaltiges Frühstück von 6h bis 9h. Ganz witzig ist es, dass der Inhaber Verwandtschaft in Bonn hat – die Welt ist manchmal doch ein Dorf…

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Mein Zimmer ist im Obergeschoß mit Blick in Richtung Lake Mead. Wirklich sehen kann man in allerdings nicht, denn ich bin etwa 25 Kilometer weit weg im grünen Moapa Valley.

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Wegen der umliegenden Berge gibt es hier immer wieder “Flash Floods”, also Sturzbäche. Als ich mit meinem Auto das Tal ein wenig erkunde finde ich immer wieder Stellen an denen vor nicht allzu langer Zeit gewaltige Wassermassen alles weggespült haben was sich ihnen in den Weg gestellt hat. Da diese aber selten vorkommt, scheint man hier gelassen damit umzugehen. Brücken unter denen jahrelang nur Staub ist hat man sich gespart. Wenn es mal regnet, dann darf das Wasser die Straßen überfluten. Damit man eine Orientierung hat, gibt es seitlich neben den typischen Stellen Markierungen mit Angaben zum Wasserstand: 3 – 4 – 5 – 6 Foot – also bis ca. 180 cm kann dort das Wasser mal stehen. Wahrscheinlich geschieht das aber nur einmal in 100 Jahren. Ansonsten ist das Tal recht grün, während rundherum nur Staub und Felsen sind. Es gibt kleine Farmen und überall stehen Pferde auf den Wiesen. An einer ganz witzigen Kirche halte ich kurz mal an und nehme ein Foto meines riesigen Autos auf.

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Der Pastor hat hier Kirschbäume anpflanzen lassen und sie haben vor nicht allzu langer Zeit in voller Blüte gestanden, ein wenig sieht man es noch. Ganz ehrlich, das hätte ich hier nicht erwartet!

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Wir haben hier jetzt 13:45 und in Deutschland bricht gleich schon wieder eine neuer Tag an. Mein Jet-Lag hat mich noch ganz gut im Griff und draußen ist es mit jetzt eh viel zu warm. Also schlafe ich jetzt ein bisschen und mache mich dann heute Abend auf zum Valley Of Fire. Am Rock Arch möchte ich ein wenig mit meinem Nikon AF-S 2,8/14-24mm experimentieren. Vielleicht kann man die Kamera unterhalb des Bogens aufstellen und am Himmel darüber die Milchstraße erkennen. Das wäre doch mal was…


USA-2014 – Anreise mit Hindernissen

 Airport-Shuttle mit Önder

Der Check-In am Vorabend hat ganz wunderbar geklappt, aber dennoch bin ich etwas aufgeregt. Eine Reise in die USA die dann gleich noch einen ganzen Monat dauert, bei der ich die ersten Woche ganz allein bin und bei der es praktisch keine Planung gibt, das ist auch für jemanden der wie ich eigentlich immer nur unterwegs ist, nicht ganz alltäglich. Um die Nerven ein wenig zu beruhigen schaue ich mir einige Folgen der 4. Staffel von Californication auf meinem Smart-TV an. Während ich das schreibe muss ich innerlich grinsen, denn in meinem aktuellen Projekt gibt es fast nichts mehr was nicht irgendwie “Smart” ist… Das ist als ein Joke für Insider…

Während sich auf dem Fernseher die Intrigen immer wieder neu zuspitzen und stets in heillosem Chaos mit toten Millardären, Drogen, Alkohol, Sex und Knast münden, stellt sich bei mir langsam aber sicher die Vorfreude auf dieses coole Land ein. Ich werde zwar nicht wie Hank Moody mit einem vergammelten schwarzen Porsche und einer Schreibmaschine auf dem Rücksitz reisen, aber das Feeling das dieses Fernsehserie rüberbringt gefällt mir wirklich gut.

Doch die Aufregung kann ich nicht vollständig kompensieren und so bin ich am Abreisetag um 7h wach und alles andere als ausgeschlafen und reiselustig. Aber es hilft ja nichts… Schnell unter die Dusche, den Müll rausbringen, noch schnell hier und da nach dem Rechten sehen und schnell den lieben Nachbarn eine kleine Aufmerksamkeit vor die Türe stellen. Schließlich nehmen sie ständig irgendwelche Pakete für mich entgegen :-)

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Auf die Sekunde pünktlich um 9h steht dann auch schon Önder Tuncer mit seinem schönen Taxi vor der Türe. Önder ist DER Mainzer-Taxifahrer der bei uns im Projekt den allerhöchsten Sympathie-Bonus hat. Während andere Taxifahrer oft griesgrämig und schlecht gelaunt sind, ist Önder immer gut drauf und so macht es einfach viel mehr Spaß mit ihm zu fahren. Auf der Fahrt zum Flughafen quatschen wir die ganze Zeit und sind beide etwas traurig, dass unser Benjamin am Vortag seinen letzten Tag in Mainz hatte. Die Zeit vergeht wie im Flug (wer hätte das gedacht) und keine 30 Minuten später stehe ich schon am Terminal 1 im Abschnitt C. Auf der großen Anzeigetafel steht mein Flug um 11h35 mit Gate C1. Wegen des Check-Ins am Vorabend steht auf meinem Ticket noch kein Gate. Als ich am Gate C1 eintreffe staune ich nicht schlecht, dass ich dort vollständig allein bin. Ok, ich bin sehr zeitig hier aber als ERSTER? Das kommt mir doch komisch vor und so frage ich beim Condor Schalter 751 lieber mal nach… Und siehe da, es ist Gate C4!! An der Infotafel steht das Gate nicht vollständig, die 1 bezieht sich auf das Terminal!!

Auf dem Weg zum Gate C4 stehe ich dann auch einige Augenblicke später in einer locker 50 Meter langen Schlange. Weit vorn kann ich die Mitarbeiter des Sicherheitspersonals sehen. Aber abgefertigt wird dort niemand. Mich macht das alles ziemlich stutzig (wieder ein Witz für Insider) und damit bin ich nicht allein. Aber nach etwa 15 Minuten setzt sich die Schlange dann doch noch in Bewegung. Hinter der Sicherheitskontrolle muss ich nochmals meinen Pass vorzeigen, gleich neben dem Schalter steht eine Wage für Handgepäckstücke. Ganze 6 Kilogramm sind erlaubt, mein kleiner Koffer voller Kameras und Objektive wiegt knapp 16 Kilogramm, ist also fast dreimal so schwer wie erlaubt. Während ich noch in der Schlange stand kam ein Condor Mitarbeiter und hat sich alle Handgepäckstücke angeschaut. Da auf meinem schweren kleinen Fotokoffer nur eine winzig kleine Notebook-Tasche steht fällt der Koffer nicht weiter auf und beide Gepäckstücke bekommen ein weißen Bänden angeklebt. “Cabin Baggage Approved” ist drauf zu lesen. Als ich an der Waage vorbei bin fällt mir ein Stein vom Herzen (noch so ein Insider…) und nun beginnt langsam die Reiselaune.

Weil ich nichts gefrühstückt habe bekomme ich langsam Kopfweh und mein Magen knurrt. Da trifft es sich gut, dass man in einem kleinen Laden noch Snacks und Getränke kaufen kann.

Im Flieger steuere ich zielsicher Platz 6G direkt am Fenster an. Einige Minuten später staune ich aber nicht schlecht, als mich jemand darauf aufmerksam macht, dass ich wohl auf dem falschen Platz sitze.

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Die Sitzplätze in der Boing 767 sind wie folgt verteilt (dachte ich…)

6A 6B      6C 6D 6E     6F 6G

Aber irgendwie habe ich das auch nur gedacht, denn beim zweiten Hinschauen sieht es so aus:

6A 6B      6E 6F 6G     6H 6K

Ich sitze also wieder auf dem Platz für Leute denen ständig mit dem Getränkewagen gegen das rechte Knie gefahren wird – urgs… Und so kommt es auch… Weil ich direkt hinter dem Vorhang zur Comfort Class sitze und der Vorhang immer schön geschlossen bleiben muss, sehen die Flugbegleiter mein rechtes Knie stets sehr spät und so donnern sie immer wieder dagegen. Auf diesem Platz zu schlafen, das kann man komplett vergessen…

Aber die Menükarte sieht ganz vielversprechend aus. Auch wenn es sich wirklich gut liest, so ist das Essen eher “okay” als “superlecker”. Aber was will man in einem Flugzeug schon erwarten, irgendwie bin ich trotz allem sehr froh, dass es überhaupt etwas zu essen gibt. Und ganz ehrlich, alles was die Flugbegleiter auftischen kann man auch essen.

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Der Flug erscheint mir fast endlos lang. Nach 10 Stunden weiß ich einfach nicht mehr wie ich noch sitzen soll, aber trotz allem muss ich die neue Ausstattung des Flugzeugs auch loben. Alle riecht noch nach frischen Teppichen und neuem Leder. Und an jedem Sitzplatz gibt es jetzt einen Tablet-Computer. Vorn in der Comfort-Class sind die Displays etwas doppelt so groß wie in der “Holzklasse”, aber ein deutlicher Fortschritt sind sie allemal. Über den Tablet-Computer kann man zwischen vielen verschiedenen aktuellen Kinofilmen und Fernsehserien wählen. Es gibt ein reichhaltiges Musik-Angebot und Infos zur Fluggesellschaft. Da macht es Spaß diese Vielfalt zu erforschen.

Leider sitze ich direkt hinter der Wand zur Comfort-Class und hier sind die drei Displays so hoch angebracht, dass sich die Deckenbeleuchtung darin spiegelt. Wirklich viel sehen kann man so nicht. Hier hat jemand nicht nachgedacht… Eine Reihe weiter hinten sind die Displays in die Sitze integriert und können geschwenkt werden. So lassen sich Reflexionen besser kontrollieren und man hat letztlich mehr Spaß am Unterhaltungsprogramm. In der Premium-Economy hat man Zugriff auf das volle Angebot. Wer einige Reihen weiter hinten sitzt hat nicht nur 15 Zentimeter weniger Beinfreiheit, er muss auch zusätzlich 7 Euro für das Entertainment berappen…

Ich schnappe mir letztlich dann doch mein iPad Mini und genieße auf dem sagenhaften Retina Display den Rest der ersten Staffel von “BOSS” und die erste Hälfte von “The Pacific”. Beides  habe ich in de Offline-Modus der Watchever-APP heruntergeladen. So geht die Zeit dann doch schnell vorbei und als wir in Las Vegas landen hat das iPad noch 50% Akkuleistung und der unglaublich gute BOSE QC-20 zeigt auch noch grünes Licht!

Einreiseformalitäten

Als ich das Flugzeug verlasse werde ich von einige jungen Leuten überholt die im Laufschritt die Passkontrolle ansteuern. Kurz drauf weiß ich auch warum! Es gibt 28 Schalter an denen man die Einreise-Formalitäten hinter sich bringen kann. Aber weniger als die Hälfte sind auch besetzt. Und nun steht die gesamte Halle voll und alle wollen einreisen. Gefühlte 1.000 Fluggäste von mehreren Flügen drängen durch einen Irrgarten aus Stützen und Absperrungen. Doch niemand wird abgefertigt? Nach einer Weile kommt dann doch Bewegung in die Menge und nach etwa 30 Minuten Wartezeit bin ich schließlich an der Reihe.

Die einzelnen Finger muss man inzwischen nicht mehr scannen. Man legt die vier langen Finger der rechten Hand auf den Scanner, dann den rechten Daumen, danach die linke Hand und den linken Daumen. Anschließend setzt man seine Brille ab und entfernt Kopfhörer usw. aus dem Hals-Bereich. An einem beweglichen Arm ist eine kleine Logitech Web-Cam montiert und damit wird man schnell fotografiert. Die Einreiseerklärung sollte man unbedingt schon im Flugzeug vollständig und fehlerfrei ausfüllen. Wer nicht genau weiß was wo anzukreuzen ist, der sollte die Flugbegleiter fragen!

Auf die Frage warum man einreisen möchte antwortet man einfach nur mit “Vacation”. Sein Telefon sollte man ausgeschaltet lassen und Fotos macht man hier auf keinen Fall! Auch ist man nicht witzig oder macht Späße. Dies Einreise ist eine ernste Sache und so wollen die Mitarbeiter es auch verstanden wissen. Selbst die leicht angetrunkenen Spaßvögel die unmittelbar vor mir abgefertigt werden sind plötzlich ganz ganz ernst und sehr konzentriert.

Als ich an der Reihe bin nimmt der Beamte meinen fast 10 Jahre alten Reisepass hoch und schaut mich sehr eingehend und prüfend an. “Your hair has become ligther!” Das ist charmant ausgedrückt, er hätte auch sagen können “Eh Alter, Du bist schwer grau geworden…” Aber hier geht es eben sehr korrekt und sehr professionell zu…

Einige Augenblicke später bin ich dann fertig. Die kleine grüne Karte die ich in den letzten Jahren bekam und sie wie meinen Augapfel hüten musste, gibt es scheinbar inzwischen nicht mehr, jedenfalls bekomme ich kein Exemplar. Als ich bei der Gepäckausgabe eintreffe kommt auch schon mein Koffer auf dem Förderband daher, so lasse ich mir das gefallen…

Ein paar Meter später gibt es dann die zweite Kontrolle. Hier wird nochmals geprüft ob man wirklich keine Lebensmittel, lebende Tiere oder andere verbotene Dinge mit sich führt. Und auch hier werde ich wieder mit eindinglichen Blicken gemustert. “Your hair has become lighter…” Ja ja, den Witz kenne ich schon und erzähle auch hier, dass der Pass ja schon fast 10 Jahre alt ist und es im nächsten Jahr ein neues Foto mit grauen Haaren geben wird :-(

Der Mietwagen

Ein paar Meter weiter bin ich dann auf dem Gehweg vor dem Terminal und auf einer großen Leuchtanzeige steht in freundlichen grünen Buchstaben: Car Rental Shuttle – hier bin ich richtig – auch wenn es mir komisch vorkommt weil ich ganz allein bin… Aber mit der Zeit gesellen sich andere Reisende dazu und ich erkenne einige Gesichter aus dem Wartebereich des Frankfurter Flughafens wieder. Nach etwa 10 Minuten kommt dann auch der Buss und hält direkt vor meinen Koffern. Als sich die Türe öffnet ist dort ein drahtiger Indianer der in Windeseile alle Koffer in seinem Bus verstaut, der hat echt was in den Armen… Es geht los zum Car Rental Center in der Gillespie Street. Die Fahrt dauert etwa 10 Minuten und ich bin ganz froh, dass der Bus schön klimatisiert ist. Draußen sind es nämlich satte 33°C, das fühlt sich an wie bei uns im Hochsommer… An der Car Rental Station drücke ich dem Fahrer schnell zwei Dollar-Noten in die Hand und mit einem Grinsen stellt er meine beiden Koffer zu Allererst vor seinen Bus – Danke! Als ich alles sortiert habe gebe ich Gas und bin als zweiter bei der ALAMO Autovermietung. Direkt vor mir ist eine der Flugbegleiterinnen aus “meinem” Flieger – die Welt ist klein… Während sie hektisch auf dem Boden ihren Koffer nach den notwendigen Unterlagen durchsucht winkt sie mich vorbei, ich muss gar nicht anstehen, diese zwei Dollar für den Busfahrer haben sich gelohnt! Während sich hinter mir eine Schlange aufbaut, hält mir die ALAMO-Mitarbeiterin ein Blatt mit Abbildungen einzelner Fahrzeuge vor die Nase. Sie zeigt auf einen Jeep Cherokee (Kein schlechtes Auto) – das wäre der Fullsize-SUV den ich gebucht habe. Sie hätte aber ein Upgrade für mich auf einen Chevrolet Suburban oder ein baugleiches Fahrzeug. Ich bin entzückt, ein Upgrade nehme ich doch immer gern… Dann bietet sie mir wieder einmal eine Liability an. Eigentlich hatte ich gedacht sie wäre in meiner Buchung enthalten gewesen, aber ich kann mich selbst überzeugen, dass diese erweiterte Haftpflicht nicht enthalten ist. In Nevada ist eine Liability sogar Pflicht, in anderen Bundesstaaten geht es auch ohne. Die gesetzliche Deckungssumme ist lächerlich gering und für den Fall der Fälle ist ein erweiterter Schutz gar nicht so verkehrt, also willige ich ein. Ein GPS brauche ich nicht und den zusätzlichen Pannenschutzbrief brauche ich auch nicht. Ich muss unglaublich oft hier und dort meine Initialen eintragen und letztlich den Vertrag unterzeichnen. Das geht alles sehr schnell und eigentlich weiß ich noch gar nicht was das Auto nun kosten wird. Auf meine Frage erhalte ich dann die Antwort, dass mich dieser Mietwagen für einen Monat nun 4.150 Dollar kosten wird. Was???? Bei der Reservierung via Internet von Deutschland aus waren es etwas mehr als 1.300 Dollar, also rund 1.000 Euro. Nun soll der Spaß umgerechnet fast 3.000 Euro kosten?

Sie haben es also wieder einmal geschafft! Das Upgrade ist kein Upgrade aus purer Menschenliebe, sondern weil ich das Auto für einen längeren Zeitraum gemietet habe und weil sich damit viel Geld verdienen lässt wenn man dem Kunden jeden Tag ein paar Dollar extra “aus dem Kreuz leiert”. Ich bin schwer geschockt aber hinter mir steht eine lange Schlange, ich habe schon alles unterschrieben und das Auto steht auch schon bereit – urgs…

Nach einem kurzen Telefonat wird mir versichert, dass das Auto gleich für mich bereit ist. Es wird gerade noch gewaschen, ich soll oben beim Schalter hinter der Schiebetüre kurz warten, dann wird mir das Auto zugewiesen sobald es wieder sauber ist. Als ich dort oben eintreffe kommt mir auch schon ein ALAMO Mitarbeiter entgegen. Gleich um die Ecke steht ein riesiger GMC, eine gewaltige Kiste mit irre großen Rädern und schweren Ledersitzen die sich anfühlen wie die Sitzecke im Wartezimmer eines erfolgreichen Anwalts. Als ich den Motor starte stehen etwas über 24.000 Meilen auf dem Tacho. Diese Kiste ist also auch nicht ganz neu. Aber egal, sie ist irgendwie schon cool. Ein paar Meter weiter muss ich bei der “Endkontrolle” halten. Ich gebe meinen Führerschein und den Vertrag ab. Die nette Dame kommt aus ihrem Häuschen heraus und geht mit prüfenden Blicken um mein Auto herum. Sie sucht nach Beschädigungen usw. Das Auto nebenan hat eine Beule und dort macht eine andere Mitarbeiterin schnell noch ein Foto davon.

“Meine” Mitarbeiterin gibt mir nun zu verstehen, dass die Zulassung meines Autos schon am 14. April abgelaufen ist und dass sie mich damit nicht mehr fahren lassen kann. Sie telefoniert und versucht neue Kennzeichen oder ein anderes Auto zu bekommen.

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Hinter meinem Auto stellt sie eine Rot-Weiße Säule auf und alle Autos die schon hinter mir stehen müssen auf einen der anderen Schalter ausweichen. Ich fange schon mal an mein Gepäck wieder zusammenzupacken. Die Halterung für mein Handy hatte ich vergeblich gesucht und deshalb schon beide Koffer geöffnet.

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Der Dame ist das alles etwas peinlich und sie telefoniert erneut. Danach sagt sie, dass ich 50 Dollar Rabatt auf das Auto bekomme und es mit leerem Tank zurück geben soll, na das ist ja auch was wert… Etwa 30 Minuten später trifft dann ein weiterer ALAMO-Mitarbeiter ein und bringt mir eine identische Version dieses riesigen Automobils. Ich packe schnell alles um und bin auch schon kurz drauf unterwegs zu meinem Motel.

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Navigieren in den USA

Die USA sind das Mutterland des GPS, wo wenn nicht hier kann man sich nach einem GPS richten? Da mir Las Vegas doch noch etwas fremd ist, starte ich an meinem neuen HTC ONE die APP Copilot in der Version 9. Leider habe ich für diese Version nur Kartenmaterial für die USA, daher konnte ich diese APP noch nicht ausprobieren. Und das rächt sich auch prompt. Irgendwie geht da einfach gar nichts… Also halte ich kurz hinter der Car Rental Station in einer Nebenstraße an und beschäftige mich mit meinem tollen GPS. Es dauert einen Augenblick, aber dann ist der Groschen gefallen, das GPS ist gar nicht aktiviert! Dann kann das ja auch nicht gehen… Mit der APP GPS-TEST kann ich sehr schön verfolgen wie mein Telefon nach und nach die Satelliten am Himmel entdeckt.

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Als alle Satelliten entdeckt sind klappt es auch mit meiner Navigations-Software :-) Auf der Interstate 15 ist wieder einmal die Hölle los und so dauert es fast 45 Minuten bis ich am Motel eintreffe.

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Das Einchecken ist kein Thema, ich habe ja bereits via HRS reserviert. Ich bekomme Zimmer 311 und bin überrascht wie groß und geräumig dieses Zimmer zum Preis von knapp 100 Dollar ist.

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Ganz witzig sieht es aus, als ich das Netzteil meines MacBooks mit einem Adapter in die Steckdose “stecke”. Es ist mehr ein “Hängen” als eine “Stecken” – aber es funktioniert…

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Ok liebe Freunde, ich schlafe jetzt ein wenig und morgen überlege ich dann wie es weitergeht :-)


McCarran Airport

So sah der Dodge bei der Abreise in Bishop aus, heute ist es ein Koffer weniger aber das Bild ist doch ganz ähnlich :-)

Kurz vor 11h habe ich endlich alles beisammen. Beladen wie ein Packesel geht es durch die inzwischen reparierte Türe hinaus auf den Parkplatz. Am Tahoe angekommen finde ich wieder die Autoschlüssel nicht, wo habe ich sie nur hin gesteckt? Der schwere Fotorucksack nervt, ich stelle ihn neben dem rechten Hinterrad ab. Während ich ihn abstelle denke ich noch “den bloß nicht vergessen und später mit dem Auto drüber hinweg fahren…” Da ist der Schlüssel, endlich. Das Auto öffnet sich fast wie von selbst und ich wuchte den Koffer hinein. Aber ich habe ja noch so viel vergessen… Die Wanderschuhe sind im Auto, also erst einmal die Schuhe tauschen. Dann sind da meine Wanderstöcke, ich habe sie in diesem Jahr nicht ein einziges benutzt! Auf dem Rücksitz liegt immer noch das SB-900 – auch nicht ein einziges Mal benutzt – im nächsten Jahr sollte ich es daheim lassen…

Als endlich alles im Koffer ist zeigt die Uhr 10h57 – um 11h ist Check-Out Time! Also schnell rüber zur Rezeption und den Schlüssel abgeben. Dort klappt alles problemlos, aber es dauert eine Weile weil noch zwei Leute vor mir ihren Check-Out erledigen wollen. Etwa 10 Minuten später bin ich wieder beim Auto. Neben dem Auto steht eine ältere Lady mit zwei kleinen Hunden an der Leine. “I had an eye on your luggage! You should take care next time!!” Ohje, bei all dem hin und her habe ich nun tatsächlich fast eine Viertelstunde lang meinen kompletten Fotorucksack ganz offen neben dem Tahoe stehen lassen. Aber die alte Dame hat ihn bewacht! “Oh yes, I’ll do!! Thank you so much…” Es ist mir echt ein wenig peinlich und ich zweifle an mit selbst. Als dann alles im Auto ist meldet sich der Hunger. Ich gehe zu Fuß rüber zu Denny’s, das geht fast schneller als mit dem Auto.

Dort ist es richtig voll, es ist Wochenende! Ich darf allein an einem der letzten Tische platz nehmen. Ich bestelle sofort etwas zu trinken und zu essen, ich kenne die Karte ja inzwischen auswendig. Der Kaffee kommt sofort aber das Essen dauert heute richtig lange. Während ich Gedankenverloren aus dem Fenster starre denke ich dann doch über den Zeitplan nach. Ich muss noch essen, zurück zum Auto laufen, zum Rental-Car-Center fahren. das Auto abgeben, mit dem Bus zum Terminal, einchecken, die Sicherheitskontrolle passieren und dann zum Gate laufen. Als um 11h45 das Essen kommt bin ich ganz kribblig, der Flieger geht in drei Stunden! Ich schaufle mir schnell das Essen rein, gebe reichlich Trinkgeld und bin auch schon wieder weg.

Im Tahoe klicke ich ein letztes Mal das Telefon in die Autoscheiben-Halterung die eigentlich für eine iPhone gedacht ist. Aber mein HTC Desire HD passt da auch ganz perfekt hinein! Das Audiokabel benutze ich heute nicht, es ist schon im Koffer. Der Weg zur Rental-Car-Station ist dann völlig problemlos. Die Ansagen sind klar rechtzeitig und präzise und ich kenne den Weg – eine gute Kombination! Bei der Car-Rental-Station öffne ich alle Fenster und fahre dann an das Ende der ganz linken Schlange. Ein Mitarbeiter der Autovermietung steht schon bereit. Dann fällt mir auf was ich noch alles in diesem Auto habe! Ein Ladegerät, diverse Batterien, Waschmitteln, Getränke, Kekse, Cracker, davon könnte man glatt noch einen Tag leben, schlechtes Timing!

Während der Mitarbeiter das Auto von vorn bis hintern intensiv nach Schäden absucht, packe ich alles was ich noch finde in den Koffer. Als ich ihn aus dem Auto wuchte ist er so schwer, dass ich bezweifle, dass das “nur” 23 Kilogramm sein sollen. Mal sehen ob ich einen Zuschlag zahlen muss! Nachdem am Auto keine offensichtlichen Schäden festgestellt wurde bekomme ich meine Quittung und kann gehen.

Vor dem Car-Rental-Center nehme ich diesmal den LINKEN Bus zum TERMINAL 2 – besser ist das – 2009 bin ich versehentlich in den Bus zum Terminal 1 eingestiegen. Dort starten nur die Inlandsflüge und ich musste mit zwei Koffern, Rucksack und Notebook quer über den halben Flughafen laufen. Das sollte man sich ersparen!

Der Bus ist schon da und wir sind nur zu dritt. Der Bussfahrer wartet eine Weile und dann fahren wir auch schon los. Es rüttelt wie die Hölle, diese Straße sollte man mal reparieren. Mit dem Telefon mache ich ein kleines Video und bis sehr gespannt ob einem später beim Anschauen übel wird oder nicht.

Die Fahrt zum Terminal dauert etwa 6 Minuten, als ich das Terminal betrete ist direkt vor mir der Schalter meiner Fluggesellschaft Condor. Der Check-In hat schon begonnen. Ich bin froh, dass es erst kurz vor 1h ist. Es ist noch viel Zeit. Bei der Sicherheitskontrolle gibt es inzwischen einige Ganzkörper-Scanner. Aber nicht überall! ich stelle mich an er Schlange an, die vor dem guten alten “Türrahmen” ist. Nach den Schilderungen von Sandra bin ich da jetzt vorsichtig! Meinen Laptop packe ich ganz allein in eine einzelne Schale. Die Schuhe und alles andere in zwei weitere Schalen. Dann werde ich gefragt ob in diesem Rucksack Kameras sind. “Yes, two cameras!” “Digital?” “Yes!” “Ok!” Nun verstehe ich warum gefragt wurde! Ich hole die transparente Tüte mit meinen Filmdosen heraus und erkläre, dass meine F80 im Koffer ist und frage ob sie vielleicht diese paar Filme manuell kontrollieren können. “What’s the speed?” “ISO 100!” “Ok, come on, these machines  are approved until 800!!”… Mit mulmigem Gefühl lasse ich meine Filme durchleuchten, mal sehen ob es ihnen schadet oder nicht…

Als ich am Gate 2 angekommen bin ist es kurz nach 1h. Ich habe noch gut 90 Minuten bis zum Boarding und das offene WLAN am Airport für diesen kleinen Artikel nutzen – auch ganz nett :-)

Ok, da war die Durchsage, das Kinder unter 5 Jahren und die First-Class-Passagiere zuerst einsteigen dürfen. Danach wird der Flieger von hinten nach vorn gefüllt. Ich steige also fast ganz zuletzt ein, weil ich in der ersten Reihe der gehobenen Holzklasse sitze…

Update am Montag um 12:15 (am):
Der Flug war lang, anstrengend und ein wenig holprig aber ich bin nun schon fast zu Hause. Noch bis Freitag Geld verdienen und dann wird endgültig der Koffer angepackt. Aber nicht für lange Zeit, am nächsten Montag bin ich dann schon wieder unterwegs und ein Jahr älter werde ich dann auch schon wieder sein. Auch das ist Gleichberechtigung für alle Menschen :-)

Ok, jetzt duschen, umziehen und dann mal schauen ob sie mich im Büro noch wiedererkennen…


Leaving Las Vegas

Das Zimmer 219 im Comfort Inn ist im Erdgeschoss. Die Fenster sind mit Schrauben fixiert, vielleicht aus Angst vor Einbrechern. So ist es ohne Klimaanlage heiß und stickig, mit Klimaanlage unerträglich laut. Einen Tod muss man also sterben, ich entscheide mich gegen den Krach. Als ich am nächsten Morgen aufwache ist es 7h – Arizona Time – habe ich gestern bei der Anreise nochmals geprüft!!

Im Bett mit den Mac auf den Beinen schaue ich in meine E-Mails und kann nun auch endlich mal eine neues YouTube-Video veröffentlichen. Diesmal ist es das Video, dass ich am White Mesa-Arch gemacht habe.

Dieses Video ist dann auch schnell in den zugehörigen Post eingebunden. Danach versuche ich mich mal an dem kleinen Coffe-Maker. Nach einer Weile riecht es sehr gut nach frischem Kaffee. Ich packe also einen dieser seltsamen Styropor-Becher aus und will mir einen Kaffee einschenken, aber was ist denn das? Die Kanne ist fast leer! Hm? Ich schaue mal in den Wassertank, er ist auch leer, wo ist der Kaffee hin? Ein nicht ganz ernst gemeinter Blick auf den Boden bringe auch keinen Hinweis auf den Verbleib des Kaffees. Wo ist er? Kurz nachdenken, dann finde ich ihn er ist genau dort, wo eigentlich nur der Kaffeefilter sein sollte. Der Beutel mit dem Kaffee schwimmt oben drauf. Was ist denn das? Dann verstehe ich das Problem. Scheinbar hat jemand mal die passende Kaffeekanne zerbrochen und es wurde eine neue Kanne in die Maschine gestellt. Diese ist aber etwa einen Zentimeter zu niedrig um das Ventil unterhalb des Kaffeefilters zu öffnen. Der Trick besteht nun darin, die Kaffeekanne anzuheben und gegen das Ventil zu pressen. Nun läuft der Kaffee in die Kanne und zusammen mit ein wenig Coffe-Creamer schmeckt er gar nicht schlecht.

Eigentlich könnte ich ja unten im Hotel ein kleines Frühstück bekommen, aber dafür müsste ich mich komplett anziehen und vor 9h dort sein. Egal, ich gehe gleich ein letztes Mal hinüber zum Denny’s und stelle mir meinen eigenen “Grand-Slam” zusammen. Eier, Würstchen, English-Muffin, Fruits – das ist immer wieder lecker!

Der Koffer ist schnell gepackt. Fast die Hälfte der Wäsche ist noch sauber und riecht auch no so. Diese Guest-Laundrys sind massiv praktisch! Es geht unter die Dusche. Das ist hier jedes mal ein kleines Abenteuer. Dieser Duschkopf hat eigentlich die Möglichkeit 4 unterschiedliche Varianten zu wählen. Aber es haben schon Generationen unverständiger Gäste daran herum gedreht, das Wasser kommt einfach nur irgendwie heraus. Man wird nass! Ok, viel mehr will ich ja gar nicht :-)

Beim Waschen der Haare fallen mir massiv viele Beulen am Kopf und im Nacken auf. Am Hole in the Rock waren diverse kleine fiese Moskitos und die haben sich in meinen verschwitzten Haaren offensichtlich wirklich wohl gefühlt. Am linken Arm haben sie mich auch erwischt, was für eine Beule. Na ja, ich habe Systral dabei und nach der Behandlung sind die Haare schmierig und die Tube fast leer. Egal, das spart Gewicht :-)

Mit dem Kaffee in der Hand wird der BLOG aktualisiert während der Mac im Hintergrund das Hochgeschwindigkeits-Video des gestrigen Tages an YouTube überträgt. 139 MB sind es und es soll 17 Minuten dauern. Da ist also noch Zeit um den Fotorucksack zu checken und für eine ausgeglichenes Gewichtsverhältnis der Gepäckstücke zu sorgen. Die F80 und zwei Objektive müssen im Koffer mitreisen. Damit ihnen nach Möglichkeit nichts “zustößt” packe ich die F80 OHNE Objektiv, dafür mit Gehäusedeckel in meine blaue Fleece-Mütze. Die Objektive werden in dicken (sauberen!!) Wollsocken verstaut. Alles zusammen in die Mitte des Koffers. Das Stativ demontiere ich heute mal nicht. Es passt auch Quer in de den Koffer. Vielleicht ist das auch keine schlechte Idee, so wird dieser doch sehr labbrige Koffer ein wenig stabilisiert.

Alles was noch an Seife, Shampoo, Duschgel, Äpfeln usw. da ist lasse ich hier neben der Mülltonne stehen.

Das Taschenmesser welches mit vielleicht am Blue Canyon vor dem verschlossenen Tahoe das Leben gerettet oder zumindest einige echt wirklich unangenehme “Erfahrungen” erspart hat kommt UNBEDINGT in den Koffer. Dann ist da noch ein Feuerzeug, das MUSS hier bleiben. Seit einiger Zeit dürfen Feuerzeuge nicht mehr mit ins Flugzeug!

Mein Abschleppseil (für alle Fälle, besser ist das) kommt auch in den Koffer. Die dicken Wanderschuhe habe ich nicht oft gebraucht, ich werde sie gleich aus dem Auto holen, dann anziehen und die Trekking-Schuhe in den Koffer packen. Ja dann wäre eigentlich alles gesagt oder besser geschrieben. Ein wenig wehmütig bin ich schon. Die Zeit hier war so lang, dass ich schon Probleme habe alles aufzuzählen wenn mich jemand fragt wo ich überall war – und das wird man hier oft gefragt! Andererseits gäbe es noch so viel zu sehen. Ich bin täglich an irgendwelchen Gebirgen vorbei gefahren die ich gern mal erkunden würde. Colorado, New Mexico, Wyoming… Der Grand Canyon und und und… All das muss warten bis zum nächsten Mal.

Das Fotografen wie Tom Till und Michael Fatali hier so geniale Fotos in ihren Galerien haben liegt zum einen daran, dass sie ihr Handwerk beherrschen. Zum Anderen liegt es aber auch daran, dass sie eben hier leben. Ich möchte nicht wissen wie oft Tom Till zur False Kiva gewandert ist bis er DAS Foto dieser tolle Höhle geschossen hat! Sucht man über die Google-Bilder such nach “Tom Till False Kiva” findet man alle Fotos die von den “üblichen Verdächtigen” dort gemacht wurden. Alle versuchen sich an diesem Motiv, aber meiner Meinung nach ist das “Original” von Tom Till bislang ungeschlagen.

Ähnlich ist es mit vielen anderen Fotos. Überhaupt ist es interessant wie viele Amateure ständig versuchen perfekte Bilder der “Ikonen” mit ihrer eigenen Kamera zu kopieren. Eigentlich ist es schon fast eine Verletzung des Urheberechtes, andererseits ist es eigentlich langweilig. Ok, ich neige ja auch dazu. Warum sonst habe ich die False Kiva, Golden Gate und so weiter fotografiert? Es ist eben alles schon einmal fotografiert worden, aber eben nicht von jedem!

Sehr interessant waren in diesem Zusammenhang die langen Gespräche mit Allan Vasenius. “I dont’t need to take pictures just to show I was there!” In diesem Satz liegt viel Wahrheit. Vielleicht ist er mit seinen 70 Jahren so entspannt, weil er aufgehört hat ständig zu versuchen die Fotos der großen Meister zu kopieren. Er macht sein eigenes Ding. Allan plant seine Fotos und überlegt wie er ein Bild erstellen kann “that works”. Sicher wird er am Ende des Tages oft ganz ohne Fotos zurück kehren, aber nur so kann etwas wirklich neues entstehen. Das ist genau das, was Tom Till und die anderen Ikonen des “Business” machen. “They don’t need to take pictures just to show they were there!”

Ich werde das künftig auch mal versuchen, auch wenn es ungleich schwieriger ist damit jeden Tag wenigstens ein halbwegs nettes Foto zu haben, dass man in seinem BLOG zeigen kann. Aber vielleicht sind es ja dann die Geschichten der Suche nach dem “Perfect Shot” die ihre Leser finden?

Ok, nach all diesen vielleicht langweiligen aber hoffentlich nicht überflüssigen Gedanken ist auch mein Video des Tages bereit um es anzuschauen :-)

Ich packe jetzt ein und mache mich auf den Weg.

Wie würde es Allan Vasenius sagen: “Tschuess”


Going home

Nachdem ich ausgeschlafen habe, alles zusammen gepackt und im Auto verstaut ist geht es kurz um die Ecke zum Best Western. Nach der Rückkehr vom “Hole in the Rock” ging einfach gar nichts mehr und ich habe nur noch die paar Fotos auf meine externe Festplatte kopiert und bin dann gleich eingeschlafen. Nun sitze ich im Auto und schreibe meinen Artikel des vorherigen Tages. Ist auch mal ganz witzig. Hier ist er.

Nach etwa 90 Minuten bin ich total durch gefroren. Es ist immer noch sehr kalt, auch wenn einem die Sonne warm ins Gesicht scheint. Alles was im Schatten ist bleibt oder wird kalt, heute sind es ganz besonders meine Füße :-( Ich fahre also irgendwann am Vormittag los in Richtung Süd-Westen. Etwa eine Stunde später komme ich wieder am Zion-Canyon an. Es gäbe auch eine andere schnellere Route, aber die hier ist einfach sensationell. Ganz witzig sind die vielen alten Schrottautos die ein Autohändler anbietet. Die meisten Autos rosten dort seit vielen Jahren vor sich hin.

Für alle Fans wirklich ausgefallener Oldtimer die man ggf. mit viele Liebe und Mühe wieder aufarbeiten könnte:

http://www.classicautoprojects.com

Kurz vor dem Zion Canyon steht da wieder dieser alte grüne, sicherlich schon tausendfach fotografierte alte Chevy. Und auch heute ist er mit wieder ein paar Fotos wert.

Am Kassenhäuschen muss ich zum “Annual-National-Park-Pass” wieder meinen Personalausweis vorzeigen (ID-Card). Der Ranger vergleicht aber nur die Unterschriften und wünscht mit dann einen schönen Tag. Eine Karte usw. brauche ich nicht. Nun sehe ich den Zion Canyon auch mal zur frühen Mittagszeit, auch sehr schön! An ein paar Stellen muss ich einfach anhalten und mit der kleinen Nikon P7000 ein paar Fotos knipsen. Später werde ich von der Qualität dieser Bilder sehr beeindruckt sein. Zu dumm, dass der Verschluß-Mechanismus vor dem Objektiv sich nicht mehr richtig öffnen will und ich ständig daran herumfingern muss :-(

Nachdem ich wieder eingestiegen bin hole ich nach einiger Zeit mal wieder Sandras Autoscheiben-Stativ aus der Mittelkonsole und nehme ein kleines Video der restlichen Fahrt durch diesen traumhaften Nationalpark auf. Obgleich ich schon so oft hier war, gesehen habe ich nur sehr wenig. In diesem Park braucht man Wanderstiefel, Kondition und wirklich viel Zeit. Ich denke man könnte problemlos zwei Wochen hier verbringen, ohne dass es langweilig wird.

Am Abzweig 112 von der Interstate 15 fahre ich kurz raus und überlege ob ich noch den Abstecher zu “Hoblins Playground” machen soll. Aber es ist irre stürmisch, der Sand fliegt waagerecht, es sind 33°C und ich habe höllisches Kopfweh. Ich entschließe mich, mir das aufzuheben und weiter in Richtung Las Vegas zu fahren. Auf der Interstate geht es relativ flott zu. Viele Autos sind mit 80 teilweise 90 MePH unterwegs. So komme ich dann sehr zügig nach Las Vegas. An der Abfahrt 48 bin ich kurz unentschlossen ob es die richtige Abfahrt ist, nein ist es nicht – es ist Abfahrt 46! Diese Abfahrt ist nur 2 Meilen weiter im Süden. Die Abfahrten sind nicht nummeriert sondern richten sich hier nach den Wegstrecken! Eine ganz praktische Idee wie ich finde, da hat vor vielen Jahren jemand nachgedacht. Und ganz praktisch ist auch, wenn mal irgendwo eine neue Abfahrt gebaut wird braucht man nichts neu zu nummerieren oder zu ändern. Besser und sinnvoller geht es also eigentlich nicht :-)

Einige wenige Meter nach Abfahrt 46 ist dann schon das Quality Inn auf der rechten Straßenseite. An der Rezeption ist der gleiche Mitarbeiter der sich neulich abends um die klappernde defekte Tür gekümmert hat. Er erkennt mich gleich wieder und wir halten ein kleines Schwätzchen. Als er fragt ob es wieder 2 Personen sind und ich ihm sage, dass ich heute allein bin wird er neugierig. Er fragt ob es Streit gab und meine Freundin mich verlassen hat. Ich stelle das klar, sie hatte leider nur drei Wochen Urlaub. Er grinst und sagt dann, dass es manchmal ganz cool sei wenn man Urlaub “…without these female problems…” machen kann. Ich lasse das jetzt mal unkommentiert…

Jedenfalls bekomme ich Zimmer 219. Es ist deutlich kleiner und schlechter ausgestattet als das Zimmer vor zwei Wochen. Ich bin entsprechend überrascht, denn ich hatte etwas ganz anderes erwartet. Aber ich will hier nur ein wenig ausruhen, das schnelle WLAN nutzen und bin ja morgen um 10h schon wieder weg.

Womit wir schon beim Thema wären:

Flugnummer: DE-7083
Abflug LAS: 14:25
Ankunft FRA: 10:20
Flugdauer: 10:55h

Bei der Flugdauer wird uns zugute kommen, dass sich uns die Erde entgegen dreht. Ich werde den gleichen Platz haben wie Sandra vor zwei Wochen 6a. Das bedeutet, dass ich kurz nach dem Start nach Norden schauen kann und nicht von der Sonne geblendet werde. Damit sind vielleicht ein paar schöne Fotos mit der kleinen Nikon P7000 möglich. Gut ist auch, dass ich vor der Tragfläche sitzen werde. Es ist also nichts im weg und die heißen Abgase der Turbinen werden auch nichts verschleiern. Hoffentlich hat niemand von außen einen Kaugummi an mein Fenster geklebt!!

Hier habe ich noch ein paar Fotos die eben auf dem kleinen Spaziergang rüber zum Denny’s mit dem HTC Telefon entstanden sind.

Hier ein wirklich übliches Bild. Manchmal hängt hinter dem Boot noch ein Geländerwagen oder ein Anhänger mit Quads (ATV) oder einem Snowmobile. Man sieht hier sofort, warum die Tankstellen hier größer sind und warum so viele Leute hier einfach größere Autos fahren. Das ist einfach sehr praktisch!

Hier gefiel es mit sehr gut, wie das McDonald’s Schild ganz gang klein und ganz weit hinten unter “RESTAURANT” zu sehen ist :-)

Hier mal eine übliche Tankstelle. Man beachte die dicken Betonklötze vor den Zapfsäulen!! Safety first!!

Hier ist ein Blick auf die andere Straßenseite rüber zum Denny’s. Direkt dahinter verläuft die Interstate 15.

Hier nun die Route des Tages:

Und der schönste Teil quer durch den Zion Canyon:


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