BMW K1200RS – Zubehör und Wunderliches

Meinen Führerschein der Klasse 1b habe ich mit 16 Jahren gemacht und zwei Jahre später dann den Führerschein der Klasse 1 für die “richtigen” Motorräder. Das ist inzwischen mehr als 30 Jahre her und seit dieser Zeit fahre ich ausgiebig und mit Begeisterung Motorrad. Im zarten Alter von knapp 17 Jahren habe ich mich einmal ganz kräftig “auf die Fresse gelegt” und mir eine schwere Hautabschürfung am rechten Arm zugezogen. Ich war damals einen Augenblick lang unaufmerksam und habe einen Pflasterstein übersehen der auf der Straße lag. Meine kleine 50er Zündapp ist damals regelrecht hoch gesprungen und ich bin im spitzen Winkel gegen die Gehwegkante gefahren und habe dann mit meinem rechten Arm eine Furche in den schwarzen Schotter auf de Gehweg gezogen. Wirklich fies war das und es war mir eine Lehre. Seit dieser Zeit ist nichts mehr passiert und das sollte auch so bleiben!

Beruflich hat es mich schon vor mehr als 6 Jahren nach Mainz gezogen und ich verbringe hier wirklich viel Zeit, auch mit dem Motorrad. Seit ich beim ersten Ausritt im Sommer 2007 die Gegend rund um Mainz zu erkunden begann sind ein paar Motorräder gekommen und gegangen. Inzwischen habe ich Motorrad Nummer 5 hier, meine uralte BMW K1200RS – Baujahr 2001. Auf dem Tacho stehen inzwischen mehr als 105.000 Kilometer und das Ding läuft noch immer wie ein Uhrwerk. Die vielen Kilometer bin ich natürlich nicht selbst gefahren. Als ich dieses Motorrad im letzten Jahr gekauft habe, hatte es schon 98.000 Kilometer auf der Uhr.

Und wie das bei mir immer so ist, auch dieses Motorrad war vor meinem Spieltrieb nicht sicher. Als erste Aktion bekam meine BMW eine andere kürzere Scheibe. Dadurch sitze ich jetzt mehr im Wind und habe weniger lautstarke Wirbel am Helm. Insgesamt fährt es sich dadurch deutlich entspannter. Danach wurde das Rücklicht gegen ein schickes LED-Rücklicht getauscht. Auch die vier Blinker sind jetzt weiß, das alles gab es bei www.whitelights.de für kleines Geld. Die kurze Scheibe kommt von ZTechnik und kann via Louis oder ebay bezogen werden. In die Blinker habe ich versilberte Blinklampen eingesetzt, die gab es für Stück ca. 5 Euro bei eBay…

Am letzten Wochenende konnte ich auf dem Weg von Mainz nach Bonn beim BMW-Zubehörspezialisten Wunderlich in Sinzig einen Zwischenstopp einlegen. Für mein Mädchenmotorrad gab es dort eine schöne kleine Tasche für den Heck-Gepäckträger. Für mein altes Projektmotorrad habe ich dort vier Zierringe im ALU-Design für das Cockpit gekauft.  Außerdem noch ein wunderschön gearbeitetes analoges Thermometer und ein sehr pfiffiges Zubehörteil das es sehr erleichtert an der Tankstelle den Luftdruck zu prüfen, ein Winkelventil.

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Zusätzlich ist mir dann noch ein kleines Plastikteil ins Auge gesprungen, das unter dem Namen “Throttle-Rocker” zum horrenden Preis von 12,50 Euro vertrieben wird.

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Kurz nach 18h ging es dann heute ans Werk. Mit einer ordentlichen Portion Glasreiniger habe ich zunächst das das Cockpit gesäubert und dann mit etwas Montagekleber aus dem Baumarkt die vier Zierringe auf die Ränder der ziemlich verschrammten Instrumente geklebt. Der Klebstoff hat eine Konsistenz wie Fensterkitt und lässt sich sehr gut verarbeiten. Einfach zwei kleine Kleckse in jeden Ring und schon lassen sie sich sehr präzise im Cockpit positionieren. Mit einem scharfen Küchenmesser konnte ich die Lenkkopfabdeckung lösen und durch das schöne Thermometer ersetzten. Hier habe ich das sogenannte Pattex Kraft-GEL verwendet.

Der Throttle-Rocker war schnell auf das Ende des Gasgriffs geschoben, alles gar kein Problem. Das Eckventil ist übrigens nicht für den Fahrbetrieb gedacht! Aber in den letzten Jahren habe ich mich so oft an Tankstellen geärgert, dass die Gräte zur Luftdruck-Kontrolle auf den extrem kurzen Ventilen einfach nicht halten wollten, dass ich die um 90° gebogene Verlängerung künftig öfters bei mir haben werden. Erst vor ein paar Tagen ist das Nachfüllen des Hinterrades so gründlich in die Hose gegangen, dass ich mit einem fast platten Reifen zu einer anderen Tankstelle fahren musste. Das war nicht witzig und künftig wird das hoffentlich nicht mehr vorkommen!

Frisch gestylt muss meine alte Dame natürlich ein wenig ausgeführt werden. Also schnell rein in die luftige Sommerkombi und auf geht es. Mit meinem TomTom Urban-Rider lässt sich die Route sehr schön aufzeichnen. Von Mainz führt mich mein Weg mit ein paar Umwegen nach Süden in Richtung Alzey.

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Dort biege ich rechts ab und fahre dem Sonnenuntergang entgegen. Auf meinem Kopf habe ich den SHOEI GT-Air. Die integrierte Sonnenblende funktioniert sehr gut und wenn das Gegenlicht zu heftig wird senke ich den Kopf etwas und schon wirkt der Helm fast wie eine Baseball-Kappe – Sehr gut! Auch der Throttle-Rocker bewährt sich ganz hervorragend. Damit muss man den Gasgriff nicht mehr fest umklammern, sondern legt einfach ganz entspannt den Handballen auf. Ein leichter Druck und im 6. Gang gleitet die alte BMW mit 100 km/h dahin – großartig – warum gab es das nicht schon vor 30 Jahren?

Als ich in der Nähe von Wolfsheim bin geht gerade ein ganz wunderbarer Vollmond auf. Es sieht einfach nur geil aus, wie mich diese große weiße Scheibe das direkt über dem Horizont anlächelt. Auf der anderen Seite geht gerade die Sonne unter und so wird der volle Mond in ein tolles violettes Licht getaucht. Da hilft nichts, da muss man anhalten und ein paar Fotos mit dem Handy machen. Meine schöne neue Nikon 1J2 habe ich leider nicht dabei. Sie ist zwar wunderbar klein aber für die Jackentasche doch noch ein wenig zu groß. Aber mein HTC Desire HD schießt zur Not auch ganz brauchbare Fotos…

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Hier noch ein etwas verfremdetes Foto meiner alten Dame mit dem Vollmond im Hintergrund. Jeder der nicht Motorrad fährt wird solche Momente nie erleben und wohl auch nicht verstehen können, dass dies für mich einer der Gründe ist warum ich so gerne Motorrad fahre. Dieses Gefühl der Ungebundenheit und der Freiheit lässt sich schwer in Worte fassen, man muss es einfach selbst erlebt haben…

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Dieses Foto ist übrigens 1920 Pixel breit – einfach anklicken…

Hochwassertourismus auf zwei Rädern

Das Jahr 2012 neigt sich dem Ende zu und unsere letzte Reise wirkt noch immer nach. Auf meinem Telefon gibt es noch das eine oder andere Foto mit dokumentarischem Charakter. Hier habe ich ein Bild das mein Handgepäck zeigt. Was man hier sieht ist der BOSE Quiet Comfort 15, ein iPad, ein 17″ MacBook, eine Nikon D800E, eine Nikon D7000, eine Panasonic HC-X909, fünf Objektive von 15mm bis 400mm, Polfilter, Infrarotfilter, Ladegeräte, Sensor-SWABs und vieles mehr. Alles hübsch verpackt und sehr einfach durch die Flughäfen dieser Welt zu rollen.

Fotorucksack leicht transportiert

Früher habe ich den Fotorucksack immer auf dem Rücken durch den Flughafen getragen. Da man immer wieder irgendwo herumsteht und auf das warten muss was als nächstes passieren wird, wurde mir der Rucksack regelmäßig zur Last. Am Reiseziel angekommen taten die Schultern weh und ich habe ihn verflucht. Seit der vorletzten Reise mache ich es anders. Es ist ein LOWEPRO Minitrecker AW, dieser Rucksack passt ganz hervorragend so wie er ist in einen kleinen Handgepäck-Koffer. Oben drauf passt ganz wunderbar eine kleine Notebooktasche und den tollen BOSE Kopfhörer kann man auch noch außen dran hängen. So lässt sich die Fotoausrüstung spielerisch transportieren, ganz gleich wie weit die Wege am Flughafen auch sein mögen.

Mein Tipp für Eure nächste Reise!!

Am Samstag den 29. Dezember ist das Wetter überraschend schön. Mein kleiner Flitzer hat schon eine Weile keine Frische Luft mehr gesehen und die Dieselrakete wird in den kommenden Wochen noch reichlich Bewegung finden. Also wagen wir mit meinem silbrigen Kleinwagen einen Ausflug an den Rand der Eifel, nach Ahrweiler. Als wir dort durch die historische Innenstadt schlendern geht über unseren Köpfen ein wunderbares Schauspiel los. Erst bemerke ich es gar nicht, aber als ständig der eine oder andere Passant mit offenem Mund vor mir steht und gebannt mit seinem Handy den Himmel knipst, da muss ich es auch mal tun. Was für eine großartige Abendstimmung, da muss man gar nicht auf Teneriffa sein, hier daheim gibt es das manchmal auch zu sehen. Ok, auf Teneriffa wäre es deutlich wärmer gewesen ;-)

HTC Desire HD - Ahrweiler - Sunset

Eines der Highlights dieser schönen Stadt ist die sehr gut konservierte Stadtmauer mit ihren vielen Toren und Türmen. Sie sind allesamt wunderschön beleuchtet und man kann sogar Teile der Wehrgänge selbst erkunden. Besonders für kleine Mittelalterfans ein tolles Erlebnis!

HTC Desire HD - Ahrweiler - Sunset

In den Schaufenstern gibt es hier und dort witzige Dinge zu sehen. Besonders gefällt mir der Tee mit dem schönen Titel “Wilde Lust” – hier war jemand wirklich äußerst kreativ :-)

Wilde Lust in Ahrweiler

Am nächsten Morgen haben wir den vorletzten Tag des Jahres, es ist bereits am Morgen wieder ein wenig sonnig. Zwar ziehen die Wolken am Himmel dahin als wären sie unterwegs zum Sommerschlussverkauf, aber das schockt uns nicht. Und so sitzen wir schon gegen 11h auf meiner blauen BMW K1200r Sport. Meine Freundin Sandra ist noch gesundheitlich angeschlagen, daher fährt sie bei mir mit und mein weißes “Mädchenmotorrad” bleibt noch eine Weile in der trockenen Garage stehen.

Über Bonn Bad Godesberg und einsame Landstraßen geht es in Richtung Eifel, unser Ziel ist das Café Fahrtwind bei Ahrbrück. Aber als wir uns in der Nähe von Gelsdorf langsam aber sicher der Eifel nähern beginnt es zu regnen. Heute wird das nichts, der Chef im Café Fahrtwind wird heute seinen selbst gebackenen Kuchen leider anderen Bikern verkaufen müssen. Wir biegen links ab und fahren durch die Weinberge bei Dernau hinunter zur Ahr. Kurz vor Ahrweiler sind auf der rechten Seite das Cafeolé und das Restaurant “Barrique & Bier”. Im Barrique sehen wir Licht und es gibt einige Wanderer die gerade auf den Eingang zusteuern. Kurze Zeit darauf steht dampfendes Wildgulasch mit Spätzle und selbst gemachtem Apfelkompott auf dem Tisch. Dazu ein Malzbier, das Leben kann auch im Winter in Deutschland ganz schön sein.

Während draußen ein Regenschauer niedergeht der im April wirklich stilecht wäre, lassen wir es uns gut gehen. Als der Himmel wieder aufklart geht es weiter in Richtung Remagen. Am Rhein entlang genießen wir den Sonnenschein, das Thermometer klettert bis auf 12°C. Bei Oberwinter halten wir kurz an, hier sieht man besonders gut wie viel Wasser der Rhein aktuell mit sich führt. Die Wasseroberfläche scheint zum Greifen nah. Eigentlich geht es über eine kleine Treppe etliche Meter hinab ans Ufer. Doch heute ist diese Treppe schon fast in den Fluten verschwunden.

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Wir verharren ein wenig und genießen die tolle Aussicht auf den Rhein und das Siebengebirge. Es ist schon toll, wir dürfen dort leben wo andere Leute Urlaub machen :-)

Rhein und Siebengebirge bei Oberwinter mit K1200r Sport

Rhein und Siebengebirge bei Oberwinter

Als wir wenig später daheim sind könnte ich noch stundenlang weiter fahren. Aber meiner Freundin ist kalt und sie freut sich auf ein heißes Bad, was will man da entgegnen? Es ist wie eine Naturgewalt der man(n) sich fügen muss :-) Während in meiner Wohnung das Badewasser einläuft, parke ich meine beiden Geschwister so platzsparend wie möglich ein und rolle meinen silbrigen Kleinwagen so dicht wie möglich dagegen.

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Ein letzter Blick ins Cockpit und schon ist die letzte Motorradtour 2012 auch schon wieder Geschichte…

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Motorradtour durch die Eifel

Es ist ein tolles sonniges Wochenende und gemeinsam mit meiner Freundin Sandra und meinem Sohn geht es mit zwei Mopeds kreuz und quer durch die Eifel. Bei Rheinbach hatte ich die Idee die Tour mit meinem TomTom Urban Rider aufzuzeichnen. Da die gefahrene Runde wirklich schön war, habe ich die aufgezeichnete GPX-Datei mit Google-Earth geöffnet und für Euch einige Bilder aus der Vogelperspektive exportiert. Vielleicht hat ja der eine oder andere Spaß daran in der Eifel einige schöne neue Routen zu entdecken.

Die gefahrene Strecke betrug etwa 170 Kilometer, wir haben uns dafür etwa 6h Zeit gelassen.

Hier die Eckpunkte der Route:

  • Bonn-Röttgen
  • Rheinbach
  • Kirchsahr
  • Adenau
  • Mayen
  • Maria Laach
  • Remagen
  • Wachtberg
  • Bonn-Röttgen

Und so sieht das aus der Vogelperspektive aus:

Hier die perspektivische Ansicht:

Im kleinen Örtchen Kirchsahr gibt es ein kleines nettes Restaurant. Das Tal ist landschaftlich sehr reizvoll und die Straße ist relativ wenig frequentiert, hier macht das Bikerleben großen Spaß. Auf dem Weg von Kirchsahr nach Ahrbrück kann man ein paar wirklich schöne Umwege fahren. Diese sind gespickt mit Spitzkehren und sehr schönen Bergkuppen mit tollen Blicken über die wunderschöne Landschaft der Eifel.

Bei Ahrbrück erreicht man dann das ehemalige Café Fahrtwind, das inzwischen Café Ahrwind heißt. Der neue Pächter hat einfach zwei Buchstabe gestrichen: (F)Ahr(t)wind

Das neue Café Fahrtwind ist nur einige wenige Kilometer weiter in Richtung Adenau. Da wir von unserem Zwischenstopp im Hotel bei Kirchsahr noch perfekt gesättigt waren gab es ausnahmsweise mal keinen Zwischenstopp im Café Fahrtwind. Über Adenau ging es weiter nach Mayen. Bei Schloss Bürrensheim dann ein ein kurzer Zwischenstopp, weil inzwischen der Hintern schmerzt. Das Schloss ist sehr reizvoll gelegen und ein Augenschmaus für jeden Fotografen der auf alte Burgen steht :-)

Schloss Bürresheim mit HTC Desire HD

Hier habe ich ein Bild der Infotafel für Euch, falls jemand überlegt dieses schöne alte Schloss mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Etwa 5 Kilometer weiter südlich landet man in Mayen. Hier lädt eine weitere großartige Burg zu einer kleinen Entdeckungsreise ein. Außerdem gibt es dort ein sehr schönes Bergbau-Museum, das zu einer kleinen Grubenfahrt einlädt.

Den Rest des Tages gondeln wir entspannt in östlicher Richtung zum Rhein hinüber. Auf der B9 geht es bis Remagen, bei der Apollinaris-Kirche biegen wir links ab und fahren eine kurvenreiche schöne Landstraße bis Wachtberg. Dort werden die Motorräder in einer Waschanlage von den vielen Insekten befreit. Es gibt noch einen Zwischenstopp im wunderschönen schattigen Biergarten der Waldesruh. Danach setzen wir meinen Junior bei seiner Mama ab und lassen den heißen Sommertag langsam ausklingen.

BMW K1200RS versus BMW K1200r Schnitzer

Die Vorgeschichte

Ich erinnere mich noch sehr gut an meine erste gemeinsame Motorradtour mit meinem Freund Hermann. Damals haben wir auf halber Strecke die Motorräder getauscht und er sagte etwa 50 Kilometer später “Die geb’ ich nicht mehr her!” Zugegeben, es war ein ungleicher Kampf, eine BMW K1200r Sport Baujahr 2007 gegen eine BMW R1100 Baujahr 1997. Dazwischen lagen 10 Jahre Entwicklungsarbeit und der Leistungsunterschied betrug 84PS zu 163PS.

Es dauerte nicht lang, da stand in der Garage meines Freundes auch eine BMW K1200r Sport – sogar ein Modell das von AC Schnitzer überarbeitet worden war. Ein echt heißer “Ofen” und für meinen Freund der Beginn einer neuen Zeitrechnung. Hier habe ich zwei Videos aus dem letzten Jahr, dort sieht man den “alten” Boxer und im zweiten Video die neue K1200r Sport.

Die Testkandidaten

Heute war das Wetter großartig und wir hatten uns nach langer Zeit endlich einmal wieder zu einer gemeinsamen Tour verabredet. Statt meiner blauen BMW K1200r Sport war ich heute mal mit einer BMW K1200RS Baujahr 2001 unterwegs. Dieses Motorrad hat in den letzten Wochen einige kleine Modifikationen erfahren. Die leicht verschrammte Standard-Scheibe ist einer kurzen leicht getönten neuen Scheibe gewichen. (Gibt es bei amazon.de für ca. 219,- Euro) Die hässlichen gelben Blinker mussten modischen weißen Pendants weichen, das Rücklicht ist auch weiß und wird von einer ganzen Batterie roter LEDs beleuchtet. Auf den Rädern drehen sich zwei nagelneue Michelin Pilot Road 3. Die Stummellenker sind über zwei Zwischenstücke etwas erhöht montiert und so wurde es auch möglich, einen RAM-Mount für eine TomTom Urban Rider zu befestigen. Auf dem Tacho stehen mehr als 100.000 Kilometer, aber der längs eingebaute 131 PS starke Vierzylinder-Reihenmotor verrichtet seine Arbeit noch ganz ordentlich.

Die Teststrecke

Wir starten in Mainz und es geht über den Rhein in den Taunus. Hermann kennt die Strecken wie seine Westentasche und sobald die Geschwindigkeitsbegrenzungen aufgehoben sind sehe ich eigentlich nicht einmal seinen Hinterreifen mehr. Ab und zu taucht er wieder am Horizont auf, er fährt Schrittgeschwindigkeit und wartet auf mich. Sobald er den Scheinwerfer meiner 300 Kilogramm schweren “Fuhre” sieht dreht er am Hahn und gibt den 163 Pferden des großen quer eingebauten Reihenvierzylinders ordentlich die Sporen. Es geht durch das Wispertal und später in Richtung Lorsch am Rhein. Doch kurz bevor wir Lorsch erreichen biegt er scharf rechts ab.

Hier beginnt eine geniale kurvenreiche Strecke, die Straße ist sehr gut ausgebaut und trotz meiner Gehörschutzstopfen höre ich wie Hermanns K1200 irgendwo weit vor mir ihr “Lied singt”. Oben auf der Höhe angekommen ist Hermann schon lässig an sein Moped angelehnt, den Helm hat er bereits abgenommen und die Handschuhe sind auch schon ausgezogen. Eine gute Zeit für ein paar Handy-Fotos mit dem HTC Desire HD. (Anklicken für 1000er Auflösung)

Bevor es weitergeht beschließen wir die Mopeds zu tauschen. Eigentlich ist seine AC Schnitzer Version meiner K1200r Sport sehr ähnlich und doch ist sie anders! Ich sitze höher, es kommt mir vor als wäre ein Teil verbaut, welches das Heck höher stellt. Der Superbike-Lenker ist noch breiter als an meiner K1200r Sport und die Bugverkleidung wurde bei AC Schnitzer durch eine kleine Lampenverkleidung ersetzt. Der Schnitzer Auspufftopf sieht nicht nur viel besser aus als die von BMW im Original verbaute “Thermoskanne” er hört sich auch so richtig gut an. Trotz dB-Killer produziert diese Maschine einen sonoren Sound der richtig Spaß macht.

Am allermeisten überrascht mich die Sitzposition und das Handling dieser Schnitzer-Variante der K1200r Sport. “Das Ding fährt wie ein Fahrrad” geht es mir durch den Kopf, wie ein Fahrrad das mit einer Rakete angetrieben wird. Vielleicht irre ich mich, aber bei Schnitzer scheint man auch etwas an der Motorsteuerung geändert zu haben. Dieses Biest hängt noch gieriger am Gas als meine 100% originale K1200r Sport.

Vor mir gibt sich Hermann auf der alten K1200RS alle Mühe mich abzuhängen, aber es klappt nicht. Nun wird mir auch klar warum ich mit der schweren etwas unbeweglichen alten K1200RS zuvor keine Sonne gesehen habe. Das Handling dieser Schnitzer Version ist nicht nur besser als bei der originalen “Basis” es ist auch ungleich besser als beim doppelt so alten Vorgängermodell. Die K1200RS macht auch Spaß, aber die Sitzposition ist völlig anders, das Drehverhalten des Motors ist viel entspannter und ruhiger. Die Leistungsentfaltung ist sehr satt und gleichmäßig, aber gegen die deutlich leichtere und 32 PS stärkere Schnitzer BMW hat sie keine Chance.

Vielleicht würde es auf einer längeren Autobahnstrecke etwas anders aussehen. Auf der K1200RS sitzt man deutlich tiefer und die Sitzposition ist deutlich nach vorn geneigt. Der AC Schnitzer Superbike-Lenker ermöglich im Gegenzug ein genial leichtes Handling aber auch eine völlig aufrechte Sitzposition. Es ist fast wie auf einem “Hollandrad”. Bei Geschwindigkeiten bis 120 km/h ist das kein Problem, aber darüber könnte es doch anstrengend werden. Hier und auch nur hier könnte die K1200RS Punkte sammeln. In allen anderen Disziplinen hat die K1200r Sport mit ihrem neuen Fahrwerk und völlig neuem Motorkonzept die Nase vorn.

Nach einem Tankstopp bei Nahstätten tauschen wir wieder unsere Motorräder. Irgendwie macht die alte K1200RS trotzdem Spaß. Ok, sie ist deutlich schwerer, wirkt im Vergleich etwas träge, aber sie läuft auch sehr souverän und “unaufgeregt”. Auf der Aartal-Straße lässt Hermann es erneut so richtig krachen und ich habe nun wieder große Mühe “dran zu bleiben”. In einigen Kurven schleift plötzlich meine Stiefelspitze am Asphalt. Immer mal ein kurzer Schreck, danach stelle ich die Füße mit den Ballen auf die Rasten, nun schleift nichts mehr. Im Zweifel würde jetzt die Fußrasten aufsetzen, aber so weit will ich es nicht treiben, schließlich haben die beiden neuen Reifen erst knapp 200 Straßenkilometer gesehen…

Fazit:

Wieder daheim kann ich gut verstehen warum Hermann von seiner K1200r Schnitzer so begeistert ist. Das Ding geht richtig ab, der Motor ist eine Musterbeispiel für Laufruhe und Drehfreudigkeit. Im direkten Vergleich zur “Basis-Version” ist diese K1200r Sport noch einfacher zu fahren. Ihr Motor läuft “gefühlt” satter und ist durch die geänderte Verkleidung wird das Motorrad während der Fahrt irgendwie kleiner und leichter als eine “normale” K1200r Sport.

Doch auch die doppelt so alte und etwa 80 Kilogramm schwerere K1200RS hat ihre Stärken. Mit diesem Motorrad fährt man sehr entspannt, trotz der etwas sportlicheren Sitzposition. Dieses Motorrad verleitet weniger zum “Kurven-Räubern”, ihre Domäne sind das entspannte “Kilometer-Fressen” auf wunderschönen Landstraßen und die flotte Hatz auf der Autobahn. Trotz der 100.000 Kilometer läuft die K1200RS noch sehr ruhig, lediglich bei kaltem Motor dringen hin und wieder Geräusche an das Fahrer-Ohr die man eigentlich eher nicht vernehmen möchte. Aber das scheint mir “hausgemacht” zu sein. Ist der Motor war, sind die Geräusche weg. Die Getriebe lassen sich übrigens bei beiden Modellen sehr gut bedienen. Dass man bei BMW keine Getriebe bauen kann, scheint mir ein Marketing-Gag der Japanischen Motorradhersteller zu sein :-)

Wirklich vergleichen kann man diese Motorräder nicht, dafür sind sie zu verschieden, ausgeprägten Fahrspaß entwickeln aber beide Modelle. Und nicht zu vergessen, eine K1200RS ab Baujahr 2001 (das neuere Modell) bekommt man in gutem Zustand bereits ab etwa 3.000 Euro. Eine gute K1200r Sport ab Baujahr 2006 wird bei 8.000 bis 9.000 Euro liegen. Wer nicht so viel Geld ausgeben möchte oder kann und mit der Charakteristik der älteren Maschine leben kann, der sollte hier ggfs. zugreifen.

Übrigens hat sich das Fahrverhalten der K1200RS mit der Montage der Michelin Pilot Road 3 (MPR3) drastisch verbessert. Wer mit dem Fahrverhalten seines Motorrades nicht ganz glücklich ist, der sollte vielleicht mal diese neuen Reifen ausprobieren!

Kältetest mit Nikon P7100

Die Nacht war wieder viel zu kurz und die Woche beginnt wie immer völlig überraschend. Um 6h30 bin ich startklar. Mit der blauen BMW geht es über die Dörfer nach Ahrweiler, dann über Altenahr und Ahrbrück in Richtung Adenau. Vorbei am Nürburgring über Cochem nach Kaub. Weiter nach Simmerin, ich will via Bad Kreuznach nach Mainz. Irgendwann lese ich auf dem Display meines TomTom Urban Rider, dass die voraussichtliche Ankunftszeit mit 11h30 veranschlagt wird. Das ist nun doch ein wenig zu spät.

In der Nähe von Simmern plane ich um “Mainz – Schnellste Strecke”. Es geht auf die B50 in Richtung Stromberg. Nach einer endlosen Baustelle geht es dann zügig vorwärts. Was ich nicht weiß ist, dass auf der A3 ein Gefahrgut-Transporter verunglückt ist. Die gesamte A3 ist gesperrt, es ist Phosphor-Säure ausgelaufen. Vermutete Ursache: Sekundenschlaf…

Kaum bin ich auf der A61 stehe ich im Stau und in was für einem Stau! Zusätzlich ist es blöd, dass direkt vor mir mehrere Polizeifahrzeuge ebenfalls im Stau stehen. Nach etwa einer Stunde habe ich es zum Rastplatz Hunsrück geschafft. Über die winzige Zulieferer-Straße verlasse ich heimlich still und leise die Autobahn. Es geht scharf links, eigentlich ist diese Straße nur für die Land- und Forstwirtschaft frei gegeben. Das TomTom blinkt, eigentlich darf ich hier gar nicht her fahren… Etwas später bin ich dann bei der Stromburg in Stromberg. Kurz drauf versuche ich mich erneut mit der A61 und lande mitten in einer Großbaustelle. Ja hört das denn niemals auf? Um kurz nach 11h bin ich im Büro, frisch geduscht und umgezogen, hat doch noch geklappt…

Später am Abend gibt es noch einen Burger in Oppenheim, das Wetter ist schön und ich genieße die Kilometer auf der B9 am Rhein entlang. Mit hereinbrechender Dunkelheit erreiche ich mein kleines Mainzer Appartement. Die frisch “reparierte” neue Nikon P7100 habe ich in einem der Motorradkoffer dabei. Und mir kommt in den Sinn, dass ich sie einem kleinen Kältetest unterziehen könnte. Ein paar Bierflaschen werden beiseite geschoben und dann kommt die P7100 in den Kühlschrank hinein. Tür zu – Tür auf – Bier raus – Tür zu – Tür auf – Bier raus – Tür zu – so geht das eine ganze Weile. Später schneide ich schnell am Mac mit iMovie eine kleines Filmchen zusammen und denke mir für den Schluss noch eine kleine völlig unerwartete Überraschung aus :-)

 

Hicks…