Alles über Fotografie, Autos, Motorräder…

Beiträge mit Schlagwort “Death Valley

Ansgars kleine Fotoschule – Der richtige Moment

Gestern habe ich zu später Stunde noch etwas “Resteverwertung” betrieben und aus altem Material ein kleines Video erstellt. Die Video-Schnipsel habe ich im Jahr 2011 aufgenommen während ich mehrere Wochen in den USA unterwegs war. Die drei ersten Wochen habe ich mit meiner Freundin Sandra verbracht. Wir waren ständig unterwegs und haben gemeinsam viel gesehen und erlebt. Aber die wirklich abgefahrenen “Foto-Momente” habe ich erst erlebt als noch zwei Wochen lang allein unterwegs sein konnte und sie schon wieder arbeiten musste. Gemeinsam waren wir im Death Valley National Park. Es war schön und dieser Park hat mir sehr gut gefallen, aber wir sind fast keine Off-Road Pisten gefahren und haben nur recht wenig Zeit am frühen Morgen oder späten Abend außerhalb unserer Hotelzimmer verbracht. Es war Februar/März und dann kann es selbst im sonnigen Kalifornien recht kalt werden.

Am Tag der Heimreise meiner Freundin habe ich mich von Las Vegas erneut auf den Weg ins Death Valley aufgemacht und dort am zweiten Abend den Race Track besucht. Es ist eine weite höllische holprige Fahrt dorthin und ich weiß nicht ob ich ein zweites Mal dorthin fahren würde. Unterwegs gingen so schwere Regenschauer nieder, dass ich anhalten musste weil die Scheibenwischer keine klare Sicht mehr möglich machen konnten. Als ich letztlich am Race Track eintraf war es schon zu spät, ich hatte die mehr als fiese Anreise total unterschätzt. Die Spuren auf denen die Steine “um die Wette laufen” sieht man nur ganz kurz vor Sonnenuntergang, dann wenn die Sonne ganz tief steht und die leichten Vertiefungen ihre Schatten werfen.

Also war ich etwas gefrustet, aber als ich schließlich ein paar Kilometer später ein Paar aus Bishop CA traf und mit ihnen ins Quatschen kam, spielte sich plötzlich am Horizont ein ganz ergreifendes Schauspiel ab. Die schweren Gewitterwolken schwebten klar konturiert über dem Race Track und die untergehende Sonne schien von links unten hinein. Während diese Wolkenformation rot zu leuchten begann zückten die beiden Fremden und ich unsere Kameras und schossen Bild um Bild.

Als ich das folgende Foto aufgenommen hatte war ich schon ganz glücklich und war kurz davor weiter zu fahren.

Death Valley - The Race Track

Doch dann geschah das unverhoffte Naturschauspiel und ich war wie elektrisiert. In kurzer Zeit habe ich mit unterschiedlichen Kameras und Objektiven wirklich viele Fotos aufgenommen, es waren sogar einige Dias dabei!

Death Valley Thunderstorm #1

Obwohl ich weit weg war, ließ sie die gesamte Pracht nur mit einem Extremweitwinkel einfangen. Aber mein Auto stand etwas weiter weg und die Objektive waren im Kofferraum. Also musste ich im Laufschritt zum Auto sprinten, schnell das Nikkor AF-S 2,8/10,5mm an meine Nikon D300 montieren und wieder zurück flitzen. In diesem kurzen Augenblick hatte sich das Schauspiel schon wieder verändert und war fast vorbei.

Death Valley Thunderstorm #1

Einige wenige coole Fotos waren noch möglich, aber dann war alles nur noch dunkle graue Suppe.

Fazit

In den meisten Fällen lohnt es sich Geduld aufzubringen und auf den richtigen Moment zu warten. Während man wartet kann man schon das eine oder andere Foto aufnehmen. Aber wenn es “ernst” wird sollte man bereit sein und dann muss jeder Handgriff sitzen. Momente wie dieser dauern in der Regel nur wenige Minuten. Wer sich in diesen Momenten etwa mit seinem Stativ abmüht oder in den Tiefen der Kameramenüs nach der richtigen Einstellung sucht, der wird sich später ärgern. Tolle Fotos entstehen eben nicht nur durch Glück allein, sondern nur wenn man im richtigen Moment sein Handwerk beherrscht.

Daher empfehle ich jedem ambitionierten Amateur regelmäßig seine Kamera in die Hand zu nehmen, sich kleine fotografische Aufgaben zu stellen und den Umgang mit Kamera und Zubehör so lange zu üben bis alles wie im Schlaf funktioniert. Wer zwischendurch mal die Bedienungsanleitung seiner Kamera studiert ist hier zusätzlich im Vorteil.

Ich werde oft gefragt welche Kamera ich denn empfehlen würde. Im Gespräch kommt meist schneller heraus, dass der “Fragende” bereits eine gute Kamera besitzt aber sie ganz und gar nicht bedienen kann und bislang immer zu faul war mal einen Blick in die Bedienungsanleitung zu werfen oder sich durch ein gutes Buch zu schmökern. Oft wird beim Wunsch nach besseren Fotos die Hoffnung in das neue Equipment gesetzt, was aber ein Trugschluss ist. Ich selbst habe mir vor fast 20 Jahren meine erste E-Gitarre gegönnt und in den Jahren danach immer wieder neue, besser, tollere Instrumente gekauft. Letztlich kann ich noch immer nicht vernünftig Gitarre spielen und habe viel Geld für Instrumente ausgegeben die ich gar nicht beherrsche.

Mit teuren Fotoapparaten ist es eigentlich ganz genau so. Gibt man einem Eric Clapton eine Stratocaster aus Korea in die Hand die man im Musikgeschäft um die Ecke für 500 Euro kaufen kann, dann wird er auf dieser Gitarre unglaublich gut musizieren können. Bei einer Kamera ist es ganz ähnlich. Wer seine 500 Euro Kamera im Schlaf beherrscht und alles heraus zu kitzeln vermag was die Kamera bietet, der wird immer bessere Fotos schießen als die gut betuchten Besitzer gewaltig großer Kameras die sich an jedem schönen Sonntag mit ihrem Ausrüstung im Zoo abmühen und sich von ihrem “Foto-Führer” die Zusammenhänge zwischen Zeit und Blende immer wieder mühsam erklären lassen müssen.

Wissen ist Macht – Nix wissen macht nix…

All jenen unter Euch die an ihren Fähigkeiten feilen wollen empfehle ich für den Anfang einen Blick in ein gutes Buch. Wer lieber via Kindle liest, der findet beispielsweise bei amazon.de auch sehr locker geschriebene und gut lesbare Bücher von Scott Kelby. Mir haben die folgenden vier Bücher von Tom Ang schon vor ein paar Jahren wirklich viel Spaß bereitet. Inzwischen mag es aktuellere Kameras als die in den Büchern abgebildeten geben. Aber wie gesagt, ein Eric Clapton vermag auch auf einer alten Gitarre gute Musik zu machen :-)

TomAng-Profitechniken

TomAng-Fotogafieren-das-ganze-Jahr

TomAng-Wie-die-Profis

TomAng-Praxiskurs


Auf nach Kanab

Als ich endlich im Bett lande ist es dann fast 2h morgens – BLOGgen hält auf… Aber die Nacht ist weniger kalt, ich habe die ratternde Heizung auf 70°F gestellt – etwa 20° Celsius. Und ich bin nach der langen Off-Road-Strecke so erledigt, da höre ich selbst das Rattern nicht mehr :-)

Am Morgen werde ich kurz vor 9h wach, zwei Minuten später geht der Wecker. Nach der Dusch geht es wieder gut, ich ziehe mich an und packe alles zusammen. Als ich fertig bin will ich gut gelaunt zum Frühstück rüber gehen. Doch da fällt mir ein, dass es das Frühstück nur bis 9h morgens gibt – verpasst! Na, dann muss es eben mal ohne gehen. In der Lobby dieses “Adventure-Hotel” (so hat Steven Baldwin es gestern genannt) gibt es ja Kaffee – geht weg – kommt zurück – und der steht hier jetzt neben meinem Notebook. Schmeckt nicht so doll, es war nur noch ein Rest in der Kanne und der wird sicher schon seit Stunden warm gehalten – aber besser als nichts :-)

Für heute habe ich mir vorgenommen nach Kanab zu fahren. Im Winter gibt es die Permits für die Wave in Kanab (Siehe mein BLOG von 2009). Wenn es mit dem Permit nicht  klappen sollte, kann ich noch die Corral Pink Sand Dunes in der Nähe von Kanab besuchen. Auch Zion ist nicht Weit, womit wir beim Thema wären. Für den Weg nach Kanab habe ich mir die nördliche Straße vorgenommen, also OBEN herum – für alle die Straßenkarten auf dem Beifahrersitz in Fahrtrichtung drehen :-) Von hier bis Kanab sind es rund 500 Kilometer – vielleicht auch etwas mehr oder weniger, je nachdem welche Abstecher man macht. Weite Strecken kann ich über gut ausgebaute Highways fahren und Las Vegas tangiere ich ganz weit oben, sorry – im Norden!

So, nun schaue ich mal ob ich via HRS ein Zimmer in Kanab buchen kann.

Update am frühen Abend

Hier habe ich noch ein paar Fotos dieses Ortes der im Internet vielfach als Ghost Town geführt wird. Er hat nur 20 Einwohner!

Man sieht hier auch ganz deutlich wie schmuddelig der Tahoe nach den vielen Pfützen jetzt ist.

Gestern war diese Parkreihe noch voll – ich bin der vorletzte Gast der heute abreist…

Wirklich auschecken kann ich nicht, es ist niemand mehr da! Also lege ich ein paar Dollar ins Zimmer und mache noch ein paar Fotos. Überall blättert hier die Farbe von den Wänden. Dieser marode Charm ist irgendwie auch cool :-)

Da auf der Ecke ist das kleine Opernhaus. Es hat nur ein paar wenig Sitzreihen. Aber die Wände sind schön bemalt. Leider hat es geschlossen und ich kann keine Innenaufnahmen machen. Aber im Internet findet man viele entsprechende Fotos.

Falls es mal brennt gibt es einen Feuerwehrschlauch – ob der noch funktionieren würde?

Das Eingangsportal aus der Froschperspektive mit Nikon D2x und Tokina AT-X 4/12-24mm.

“Open After Performance” – schaut man durch die Scheibe sieht man eine einzige Baustelle. Aber es soll noch Aufführungen geben! Ich glaube Marta Becket lebt hier sogar noch!

Ein ganz besonderer Ort, die Architektur erinnert mich an Mexico.

Die Fenster sind allesamt verhängt, ich denke hier spielt sich nicht mehr viel ab. Ist eben ein “Living Ghost Town” – endlich mal eines in dem es sich auch lohnt den Fotoapparat auszupacken :-)

Unterhalb des Turms kann man durch ein Gitter in den Hinterhof schauen. “PRIVATE AREA – KEEP OUT”

Dreht man sich im 90° nach links sieht man diese wirklich lange schattige Terrasse, eigentlich wirklich schön. Wenn nur noch alles so marode und baufällig wäre.

Mein Weg nach Kanab führt mich durch wirklich schöne und vielfältige Ecken des Süd-Westens der Vereinigten Staaten. Immer wieder schnappe ich mir die kleine Nikon P7000 und knipse einfach mal durch die Fenster. Die Ergebnisse finde ich wirklich atemberaubend. Wie macht das kleine Ding das nur?

Hier sieht man wieder Dreck von gestern bis an den Spiegel gespritzt ist.

Endlose Straßen bin zum Horizont. Das würde ich mir für Deutschland auch mal wünschen. Da steht immer irgendetwas im Weg, dass einem die Sicht versperrt.

Kurz vor Kanab verheißen die Regenwolken kein gutes Wetter für die nächsten Tage! Ob die Straße zur Wave wirklich passierbar ist, ich werde es herausfinden!

Die Fahrt ist problemlos, aber lang und anstrengend. Als ich am Nachmittag in Kanab eintreffe, bin ich ziemlich erledigt und habe kaum noch Lust auf weitere Aktivitäten. Die Buchung via http://www.hrs.com hat bestens geklappt. Ich bekomme ohne Mehrpreis ein schönes großes Zimmer mit zwei Betten, weit weg von der Straße im Hinterhof. Sandra könnte hier gut schlafen, aber ich denke sie schläft in ihrem eigenen Bett jetzt auch ganz gut.

Als es am  morgen um 11h Armagosa Opera House losgeht zeigt das Thermometer 7°C, ich bin etwa 600 Meter über dem Meeresspiegel. Während der Fahrt kommt häufig die Sonne heraus, die Temperatur steigt bis auf 22°C. Bei St. George geht es dann langsam aber sicher in höhere Ebenen. Das Garmin Colorado habe ich zusätzlich zum Telefon an die Windschutzscheibe montiert. So habe ich alles im Blick. Das Garmin zeigt die Details, das Telefon den Überblick in großem Maßstab. Auf dem Garmin kann ich die Höhe sehen. Ab St. George geht es auf etwa 1.500 Metern hinauf. Die Temperatur sinkt wieder. Als ich in Kanab eintreffe sind es nur 6°C – It’s Wintertime!

So, nun schneide ich mal mein “Fahrvideo” :-)

Ok, nach fast 180 Minuten Upload-Zeit ist mein “Video des Tages” nun endlich online…


Death Valley Reloaded

Der Wecker klingelt um 5h am Morgen. Eigentlich hatte ich ihn gestellt, weil ich zum Sonnenaufgang am Dante’s View ein Foto zum Sonnenaufgang über dem Bad Water Basin machen wollte. Die Nacht war bitterkalt und ich habe die ganze Zeit gefroren. Immer wenn die ratternde Heizung ansprang war ich wieder wach.  Das geht hier echt gar nicht, warum haben die hier keine “normalen” Heizungen? Diese ratternden Klimaanlagen sind echt die Hölle. Wie dem auch sei, als der Wecker läutet, stehe ich auf und schaue aus dem Fenster. Man sieht nicht viel, aber es sieht auch nicht gut aus. Ich bin hundemüde und gehe einfach wieder ins Bett. Wahrscheinlich ist da fotografisch eh nichts zu holen.

Als ich dann schließlich wirklich aufstehe, ist es kurz nach 7h. Schnell duschen, anziehen, es ist wirklich kalt hier. Um 7h30 die kurze Überlegung ob ich in Ruhe Frühstücken soll, aber es hält mich dann doch nichts. Ich bin rastlos und will einfach los. Im Kofferraum liegen jede Menge Getränke, ich habe ein Baguette und eine Dose Philadelphia-Käse mit Zwiebeln und Schnittlauch – das sollte ausreichen. Ein paar Äpfel und Orangen habe ich auch noch dabei, also los!

Eine weile später bin ich am Kiosk-System an dem man sich für den Eintritt in den Park registrieren muss. Vor drei Wochen war ich hier schon einmal. Diesmal versuche ich es mit meinem tollen Annual National Park Pass. Das klappt natürlich überhaupt nicht. Ich hasse diese Maschinen! Mehrmals schiebe ich meine Karte ein, hin her, hin her, rein, raus, nichts passiert. Nach eine paar Minuten ziehe ich weiter, ohne den Zettel auf dem Armaturenbrett.

Kurz danach geht es links ab zu Dante’s View. Was dort steht ist eigentlich schon fast keine Überraschung mehr – ROAD CLOSED. OK, gestern war ein heftiger Sturm, heute könnte die Straße vielleicht wieder befahrbar sein. Ich fahre um die Absperrung herum. Die Laune ich gut, das Wetter auch, die Temperatur ist von 7°C bei der Abfahrt schon auf 9°C gestiegen. Am Vortag habe ich es noch geschafft, den krassen Chevrolet auf metrische Einheiten umzustellen. Nun muss ich nicht mehr von Fahrenheit nach Celsius umrechnen, sehr praktisch!

Ein paar Kilometer weiter ist der Traum vom Dante’s View dann auch schon wieder ausgeträumt – ROAD CLOSED – nur gut, dass ich nicht um 5h aufgestanden bin. Ich kehre um und fahre in Richtung Furnace Creek Resort. Dort angekommen geht es links hinein in das weite Tal, dass ich eigentlich im Morgenlicht fotografieren wollte.

Ich fahre kreuz und quer durch das Tal und schaue mir an was es dort so gibt. Beim Abzweig zum Trail-Canyon mache ich einen ersten Off-Road-Test mit dem schweren großen Chevrolet Tahoe. Er schläft sich gut, aber die Straße ist ein besserer Feldweg der mit losen Kieselsteinen gepflastert ist. Das macht alles keinen Spaß. Also schnell ein paar Fotos und zurück.

Die Umrundung des Tals dauert mehrere Stunden. Die westliche Seite ist nur über eine Schotterpiste zu befahren. Erst am südlichen Zipfel kommt man wieder auf eine asphaltierte Straße die mich dann an der östlichen (rechten) Seite wieder nach Norden (oben) bringt. Kurz bevor ich wieder in Furnace Creek bin mache ich noch einen kleinen Abstecher zum Artist’s Drive – hier sehen die Berge ein wenig aus die Farben auf der Palette eines Malers.

Es geht weiter in Richtung Stovepipe Wells. Dort gibt es eine Tankstelle und etwas zu essen. Ich habe bislang nur zwei kleine Flaschen Dr. Pepper und zwei Flaschen Mineralwasser intus. Essen wäre nicht schlecht! Als ich dort ankomme, sind die Zapfsäulen ausgefallen, ich kann aber drinnen zahlen. Es gibt Sprit, nur die Kartenleser sind defekt. Ich zahle 30$ in Bar und im Voraus. Alles in der Hoffnung, dass auch Sprit für 30 Liter hinein passt in das weiße Ungetüm. Es passt, was auch sonst! Es würde sogar noch mehr hineinpassen, das Ding schluckt 13,9 Liter auf 100 Kilometern!

Es geht ein Stück zurück und dann über Scotty’s Road in Richtung Scotty’s Castle. Diese Straße kenne ich auch schon. Heute ist sie aber anders, heute sehe ich wie am Horizont ein krasser Sturm aufzieht. Ein paar Minuten später klatschen riesige Regentropfen auf das Auto, das habe ich noch nicht erlebt. Aber es hat auch was gutes, die salzig braunen Krusten die seit den Pfützen am Badwater Basin überall am Auto kleben werden abgewaschen!

Als ich am Ubehebe-Krater eintreffe, ist das Auto wieder relativ sauber. Aber das soll nicht lange so bleiben… Es geht rechts ab zum Racetrack, noch 27 Meilen Off-Road-Strecke, dann bin ich endlich am berühmten Race-Track. Ein trockener Strand an dem sich Steine wie von Geisterhand geschoben Millimeterweise fortbewegen. Einige Millimeter pro Jahr – was für ein Rennen :-)

Als ich dort ankomme steht die Sonne schon so tief, dass es eigentlich perfekt für tolle Fotos wäre. Aber ich kenne die Location nicht und muss leider feststellen, dass der Berg an der westlichen Seite (links) so viel Schatten wirft, dass fast der gesamte Race-Track-Playa bereits im Schatten liegt. So kann man die “Bremsspuren” der Steine gar nicht sehen, denn das Licht kann sie nicht “modellieren” – ohne ihre Schatten sind sie praktisch unsichtbar. Auch finde ich kaum große Steine. Das was da herumliegt wiegt vielleicht ein Kilogramm, wenn überhaupt. Von den Fotos die ich kenne dachte ich, dass es wirklich große Felsbrocken sind die sich hier weiter bewegen. Falsch gedacht! Ok, nachdem ich eine Weile auf der echt großen topfebenen Tiefebene herumgelaufen bin, find ich auch ein paar etwas größere Felsbrocken. Aber mir wird klar, dass die Größe auf den Fotos durch die verwendeten Weitwinkelobjektive entstanden ist. Also mehr ein Trick der Fotografen, damit die Bilder auch wirklich cool aussehen. Meine Fotos dieser Steine sind uncool – ich bin einfach 60 Minuten zu spät – MIST!

Ganz im Süden (unten) sehe ich ein Auto. Auf der Karte die ich bei mir habe ist eine Passstraße hinüber zum Highway 190 eingezeichnet. Damit könnte ich viel Zeit sparen. Auf der Karte die ich habe steht aber, dass dieser Pass im Winter ggf. geschlossen ist. Nach den Erfahrungen der letzten Woche glaube ich das nur zu gern. Als ich dort ankomme, steht dort ein geländegängiger kleiner LKW mit einer Art Wohnwagen auf der Ladefläche. Davor zwei Stühle und ein wirklich nettes Paar das gerade Fotos macht. Ich halte mal an, der Himmel ist grandios! Wir schießen ein Foto nach dem anderen und unterhalten uns über Fotografie.

Als das Spektakel vorüber ist, bekomme ich noch eine E-Mail-Adresse. So kann ich den beiden Baldwins aus Bishop in California meine “Beute” des gemeinsamen Abends zugänglich machen. Das Internet ist doch sowas von praktisch :-)

Danach geht es zurück. Vor mit liegen 27 Meilen Buckelpiste und noch eine wirklich lange Straße bis zum Hotel. Später kann ich bei der Track-Auswertung sehen, dass ich noch 192 Kilometer fahren muss – oh je…

Es ist inzwischen stockfinster als mir ein Fahrzeug entgegen kommt. Ich bin seit fast einer Stunde allein auf den Straßen von Death Valley und vergesse fast das Fernlicht abzublenden. Als das Auto kurz vor mir ist sehe ich blaue und rote Warnlichter aufleuchten. Mist Polizei! War ich zu schnell? Suchen die jemanden, gibt das jetzt Stress? Wo ist der Mietvertrag für das Auto, haben ich meinen Führerschein dabei… Ich trete voll in die Bremse und fahre auf den geschotterten Streifen neben der Fahrbahn. Anhalten Radio aus, Motoraus, warten. Das Polizei-Fahrzeug macht aber keine Kehrtwende wie sonst üblich. Statt dessen rollt es Rückwärts auf meine Höhe, was ist denn das? Mit großer Erleichterung stelle ich fest, dass es ein Ranger ist! Er erklärt mir, dass es eine Sturzflut (Flash-Flood) gegeben hat und dass weiter vorn jede Menge Geröll auf der Straße liegt und dass er es noch nicht komplett beseitigen konnte. Ich soll vorsichtig sein.

Ich wußte es, die Amerikaner sind doch die nettesten Menschen der Welt!

Als ich um Hotel eintreffe bin ich ziemlich am Ende. Aber die Fotos muss ich doch noch anschauen. Und da ist die Überraschung groß, man sehen die cool aus! Gewitter und Stürme haben hier ihren ganz eigenen Charakter.

Um Mitternacht bin ich dann allein in der Lobby des völlig stillen fast 100 Jahre alten Hotels. Der offene Kamin glimmt noch und es riecht so alt und muffig wie am Tag zuvor. Dann sind da noch drei junge Amerikaner. Ein Typ und zwei Mädels. Sie wundern sich, dass ich hier nachts mit meinem Mac ganz allein sitze und etwas schreibe. Sie wollen wissen, ob ich noch arbeiten muss. Nein muss ich nicht, ich schreibe nur meine täglichen BLOG. Für die Familie und die Freunde. So sind sie informiert und Sohneman, Mama und Freundin müssen sich keine Sorgen machen – alles ist gut.

Wohin ich als nächstes will möchten sie wissen. Ja wohin? Mit den Baldwins habe ich das vorhin auch diskutiert. Ich denke es wird morgen in Richtung Page gehen. Ich werde mal versuchen einen Permit für die Wave zu ergattern. Vielleicht klappt es ja. Ab Morgen haben wir wieder abnehmenden Vollmond. The Wave im Mondlicht, das wäre doch mal was! Die Mädels kennen die Wave nicht! Ich zeige ihnen kurz den Banner meines BLOGs. Sie sind erstaunt. Ja so ist das. Da wissen viele Menschen aus Korea, Japan, Frankreich oder Deutschland ganz genau wo welche coolen Fotolocations sind, die selbst die Menschen die hier leben gar nicht kennen. :-)

So, nun hänge ich noch schnell ein paar Fotos des Tages an und dann geht es ab ins Bett. Leider ist die Internet-Anbindung hier wirklich langsam….

Hier mein persönliches “Bild des Tages”:

Videos, weitere Bilder, die Track-Auswertung – das gibt es alles wenn ich wacher bin und die Internet-Anbindung schneller ist – ok?


Frustrating Day

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Nacht war ruhiger als befürchtet. Spät am Abend hatten meine multiple Nachfragen dann doch Erfolg. Der Mitarbeiter an der Rezeption im Comfort Inn begleitet mich die paar Meter und ich kann ihm die defekte Tür des Nebeneingangs zeigen. “Oh yeah, I’ll fix it!!” Zwei Stunden später hat er dann den Türschließer so eingestellt, dass die Tür praktisch gar nicht mehr schließt. Aber sie kracht auch nicht mehr mit einem gewaltigen Rumms gegen die Wand. Prima, nun haben wir nur noch den Straßenlärm. Heute Morgen bin ich dann ganz gut ausgeruht, Sandra leider nicht wirklich. Ich denke sie freut sich auf ihr Bett daheim, endlich mal wieder in Ruhe schlafen!

Um 9h beginnen wir unsere Sachen zusammen zu packen. Dann geht es kurz rüber zu Denny’s um 10h30 checken wir aus. Ja, und was jetzt? Ich bin ein wenig ratlos. Sandras Flieger geht erst abends um 18h35 ab Mac Carran International. Wir fahren einfach mal in Richtung Hoover Damm, vielleicht können wir da ja noch ein paar schöne Fotos machen. Es sind laut Navigationssystem 42 Kilometer. Als wir nach etwa 30 Kilometern in Boulder City eintreffen ist vor dem Ort ein gewaltiger Stau. Nach etwa 30 Minuten sind wir am Abzweig den wir laut Navi nehmen sollten. Aber da kriechen alle lang und da geht eigentlich gar nichts. Also werden wir einen gezielten Blick auf das Navi, wir können auch durch Boulder hindurchfahren und dann später auf den Highway zurück. Alles kein Problem, also los. Am Ortsausgang können wir dann den Lake Mead schon sehen und den langen Stau der sich bis zum Hoover Dam leider auch… Eigentlich geht da unten gar nichts, der Stau erscheint uns schier endlos. Wir schauen uns tief in die Augen, dann wende ich das Auto.

In Boulder finden wir ein kleines Café, dort gibt es für jeden einen großen Becher frisch gebrühten heißen Kaffee. Das tut gut, aber die Stimmung ist ziemlich im Keller. Das Wetter ist fies, draußen stürmt es und es ist kalt. Ich weiß immer noch nicht was ich die nächsten Tage unternehmen soll und Sandra ist frustriert, weil sie allein nach Hause fliegen muss. Als der Kaffee dann leer ist geht es wieder zurück in Richtung Las Vegas. Zwischendurch verpasse ich wieder einmal grandios eine Ausfahrt, trotz Navigationssystem! Die Ausfahren sind hier irgendwie anders als bei uns in Deutschland. Hier sind die Straßen oft 5 oder 6-spurig. Zwei Spuren biegen nach Osten ab, zwei nach Western, in der Mitte geht es geradeaus weiter – leider ist das nicht immer so. Ist man gerade ganz links und stellt dann fest, dass man eigentlich auf eine der rechten Spuren müsste, hat man oft ein Problem. Hier in den USA darf man links und rechts überholen wie man will. Gerade das ist für mich hier oft ein Problem. Grundsätzlich ist es ja ok, dass man Schleicher rechts überholen kann, aber wenn ich der Schleicher bin, dann ist es hochgradig verunsichernd wenn man über vier oder fünf Fahrspuren hinweg wechseln soll und da rechts lauter Autos und LKWs an einem vorbeiflitzen.

Im Zweifel bleibe ich dann lieber auf der Spur auf der ich bin und wende an der nächsten Ausfahrt. So auch heute mal wieder, anders wäre es ja auch langweilig :-)

Als wir am Flughafen ankommen ist es noch viel zu früh, nicht einmal 14h. Sandra hat am Vorabend beim Roulette 20$ auf Schwarz gesetzt und auch prompt verloren, das war ihr letztes Bargeld. Im Café habe ich ihr 5$ gegeben, mehr wollte sie nicht. Nun hat sie noch fast 5 Stunden bis der Flieger abhebt und sie hat nur 5$ in der Tasche. Als wir dann vor dem Terminal in der Pick-Up-Zone stehen, also da wo man nur kurz zum Ein- und Aussteigen halten darf, erscheint mir Sandra zutiefst gefrustet. “Und ich dachte Du kommst noch mit hinein?” Man sollte mehr mit einander sprechen, ich kann da nicht mit hineinkommen, auch wenn ich es wirklich gern würde. Es gibt noch einen Abschiedskuss und dann muss ich auch schon wieder los.

Im Rückspiegel sehe ich Sandra noch mit ihrem Gepäck im Terminal verschwinden. Wie es für sie jetzt wohl alles werden wir? Während ich so dahin grüble nehme ich wieder den falschen Weg. Statt links herum direkt zur Ausfahrt fahre ich zum Terminal 1 – da wo die “Domestic Flights” starten. Dort ist auf vier Fahrstreifen die Hölle los. Leute steigen ein und aus, überall Fußgänger, es geht da eigentlich gar nichts. Aber irgendwann ist auch das geschafft.

Mein Weg führt mich quer durch Las Vegas in Richtung Osten. Beim Casino “New York New York” biege ich links auf den “Strip” ab. Ich will nach Süden bis zum Highway 160 und dann in Richtung Death Valley fahren. Beim Kaffee haben wir noch kurz darüber gesprochen. In Death Valley regnet es eigentlich fast nie, warum nicht die beiden nächsten “Regentage” dort ohne Regen verbringen? Kurz bevor ich zum Highway 160 komme sehe ich auf der rechten Seite FRY’s – einen gewaltigen Techniksupermarkt – etwa doppelt so groß wie das was wir so als MediaMarkt kennen. Also rechts auf den Parkplatz. Doch ich bin wieder eine Auffahrt zu früh und muss über den ganzen riesigen Parkplatz, alle 20 Meter ist dort eine hübsch gelb gestrichene Bodenwelle. In eine langen Schlange schaukeln wir zu FRY’s. Plötzlich habe ich eine junge Frau mit gewaltigem Hinterteil direkt vor meinem Auto, wo kommt die denn her? Und wie sieht die denn aus? Während ich ungläubig auf ihren dicken Hintern starre, scheint sie meine Gedanken zu lesen und zeigt mir prompt den längsten Finger ihrer rechten Hand. Nicht alle Amerikaner sind immer nur freundlich!

Im FRY’s finde ich dann nicht wirklich etwas, ich bin irgendwie auch viel zu gefrustet von unserem dann doch so schnellen Abschied.

Ich finde eine 256GB SSD im externen Gehäuse mit USB 3.0 für 576$, die interne Version kostet genau so viel. Aber das kann ich auch in Deutschland kaufen. Dann ist da noch ein kleine 2,5″ Festplatte mit 1,5TB für 179$ – mit USB 3.0 und Firewire 800 – ach egal… Bei den Kameras kommt vielleicht die Nikon D7000 in Frage, aber warum? Ich habe die D300, die D2x und die P7000 dabei – ach ja – die F80 auch noch. Also verlasse ich den Laden und kaufe einfach gar nichts.

Etwa eine Stunde später bin ich dann in Pahrump – so wie vor fast genau drei Wochen. Im gleichen Supermarkt gehe ich ein wenig Einkaufen. Es gibt 24 kleine Flaschen Wasser, 8 Flachen Doctor Pepper, Kekse, Kräcker, Chips, Obst, was man so braucht. Bier habe ich natürlich vergessen, das bemerke ich aber erst an der Kasse, ach egal – ist sowieso ein blöder Tag und ich habe noch drei Corona im Kofferraum.

In der Schreibwarenecke kaufe ich mir noch zwei schöne große beschichtete weiße Pappkartons. Eigentlich sind sie zum Malen da! Aber ich werde sie später im Hotel verwenden um Staub-Referenzfotos mit der D2x und der D300 zu machen. Diese Dateien mit der Endung *.NDF kopiert man eigenfach zu den Bildern die man mit den gleichen “Staubkörnern” gemacht hat. Öffnet man dann die RAW-Bilder mit Nikon Capture, so erkennt das Programm diese NDF-Referenzdatei und retuschiert den Staub automatisch weg. Kein schlechtes Feature! Nur hatte ich die ganzen Tage nirgendwo eine ebenmäßige weiße Fläche die man für das Staubreferenzbild benötigt. Nun habe ich sie und sie hat nur 1,99$ gekostet!

An der Kasse werde ich wieder mal gefragt ob ich eine Kundenkarte habe. Habe ich nicht, ich komme aus Deutschland und bin hier nur auf der Durchreise. Die Verkäuferin ist toll, sie zückt ihre Karte und ich spare etliche Dollar. Die Mehrzahl der Menschen hier ist doch supernett!

Es geht weiter in Richtung Death Valley. Bei der Death Valley Junction gibt es das Amargosa Hotel. Ein uraltes Gebäude, das seit vielen Jahren mit dem Verfall kämpft. Aber es liegt recht günstig und via Internet habe ich gesehen, dass es dort Zimmer für etwa 70$ gibt. Bedenkt man, dass die erste Nacht direkt um die Ecke im Furnace Creek Resort 340$ plus Steuer ohne Internet und Frühstück gekostet hat, ist das fast ein Schnäppchen!

Als ich dort ankomme ist noch ein Zimmer mit zwei großen Betten für zwei Tage frei. Das Zimmer hat sogar eine Dusche und kostet 75$ pro Nacht plus Steuern. Ich willige ein. Es ist ein witziger Check-In. Der Chef hat eine Weile in Bitburg gelebt. “Bitte ein Bit” – “Over there you can get a Frühstück tomorrow in the morning.” Spontan fühle ich mich an den witzigen Sprachmix bei Jo und Caro auf Teneriffa erinnert.

Das Zimmer ist dann eher ernüchternd. Ok, aber ich muss hier nur schlafen. Dafür ist die Lobby ganz nett und gegen eine Spende von 15$ bekomme ich das Kennwort für das WLAN. Es ist nicht schnell, aber ich kann für Familie und Freunde meinen BLOG weiterführen. Also Leute, dieser Artikel kostet 7,50$ :-)

Bei meinem kleinen Rundgang durch die Lobby habe ich eben gelernt, dass dieses Hotel wirklich schon uralt ist und zu Zeiten gebaut wurde, als hier im Death Valley noch Borax abgebaut wurde. Es blickt auf eine sehr bewegte Vergangenheit zurück! Im Jahr 1967 hatte dann die Künstlerin Marta Becket hier eine Reifenpanne. Aus diesem unfreiwilligen Stop wurde eine viele Jahre währende Liebesbeziehung mit diesem Fleckchen Erde. Martha Becket hat hier gleich nebenan ein kleines Opernhaus gegründet und viele Jahre lang ein wenig Kunst an den trockensten und lebensfeindlichsten Ort der USA gebracht. Vor diesem Hintergund ist auch der Zustand der Zimmer ok :-)

Hier gibt es weitere Informationen zu diesem ganz witzigen Örtchen:

http://en.wikipedia.org/wiki/Marta_Becket


Death Valley II

Nach einer langen fröstelnden Nacht tut die heiße Dusche am Morgen richtig gut. Danach wird gebloggt und gegen 9h schauen wir uns bei Google Maps an, wo man in Beatty ein Frühstück bekommt. Es geht los, zu Fuß! Für Amerikaner vollkommen unüblich – aber wir sind ja auch keine Amerikaner – jedenfalls noch nicht :-)

Wir gehen die Straße hoch, genau die über die wir am Vortag das erste Mal in dieses kleine Dorf gekommen sind. Aber irgendwas ist falsch, das Restaurant das wir erwarten kommt einfach nicht, statt dessen ist dort nur Gestrüpp. Hm, was haben wir falsch gemacht? Wir kehren um, Sandra wird langsam motzig weil sie richtig heftigen Hunger hat. Wir passieren unser Motel und wandern in der anderen Richtung weiter. Die Eatery, der Saloon, alles hat noch geschlossen, dann fällt uns auf der anderen Straße eine Touristeninformation auf. Dort fällt es uns dann wie Schuppen aus den Haaren, der Grill den wir suchen ist an der Straße die nach Süden führt, nicht an der Straße die nach Westen geht – wie konnten wir uns nur so vertun… Unverzeihlich…

5 Minuten später sitzen wir bei einem Kaffee in einem etwa warzigen kleinen Kaffee. Das Frühstück kommt schnell, es gibt Bratkartoffeln mit Rührei und Schinken – richtig Cholesterinarm ist das :-)

So gut gestärkt geht es nach einem kleinen Zwischenstopp dann wieder los. Wir hören Musik über mein Handy, das wir mit einem Kabel an das Radio angeschlossen haben. Zwar ist in dieses Auto ein Sirius-Satellitenradio eingebaut, aber man kann nur Kanal 189 von 200 Kanälen hören. Immer wenn wir versuchen einen anderen Kanal zu wählen steht im Display, dass wir eine Telefonnummer anrufen sollen um das Radio frei zu schalten, wie blöd ist das denn… Ich sehne mich nach dem schwarzen Jeep vom letzten Jahr zurück… Aber in meinem Handy steckt eine 32GB Micro-SD Karte und da passt echt viele Musik drauf! Wir hören die Coors – Live bei MTV – die Laune ist gut und die Landschaft wirklich weit und farbenfroh. Um mal was neues auszuprobieren nehmen wir die Straße nach Norden bis wir nach etwa 40 Kilometern links in Richtung Scotty’s Castel abbiegen. Sofort wird der Asphalt schlechter, die Kurven werden enger, aber unserer Laune tut das keinen Abbruch.

Nach einem kleinen Zwischenstopp bei einer verlassenen Goldmine finden wir eine halbe Stunde später auf der rechten Seite mitten im Nichts Scotty’s Castle. Auf dem Parkplatz steht eine BMW neben der anderen. Alles Enduros, fast alles Boxer, alle mit US-Kennzeichen! Die folgenden Bilder sind übrigens fast alle mit der kleinen Nikon P7000 gemacht!

Scotty’s Castle hat es uns angetan, wir schleichen um das Gebäude und knipsen ein Detail nach dem Anderen. Wie verrückt muss dieser Scotty eigentlich gewesen sein.

Bei einer kurzen Recherche finde ich dann diese Geschichte:

http://www.kalifornien.citysam.de/death-valley-sights.htm

Scotty’s Castle ist ein einzigartiger Ort im Norden von Death Valley: In den 1920er Jahren ließ der Chicagoer Geschäftsmann Albert Johnson dieses burgartige Haus mitten in der Wüste errichten und investierte auf Anraten des Abenteurers Walter Scott (besser bekannt als “Death Valley Scotty”) in eine Goldmine. Obwohl es damals in Death Valley noch nicht einmal Straßen zum Transport des Baumaterials gab, konnte der Bau fast beendet werden. Erst der Börsenkrach des Jahres 1929 versetzte dem Bauvorhaben einen herben Rückschlag, denn Albert Johnson verlor fast sein gesamtes Vermögen und finanzierte den Prunkbau nicht weiter.

Noch heute befinden sich einige Teile von Johnsons Einrichtung im Haus. Den Namen erhielt das Anwesen, da der gewiefte Geschichtenerzähler Death Valley Scotty stetig behauptete, das Haus gehöre ihm. Irgendwann glaubten die Leute seine Geschichte und die Villa erhielt ihren heutigen Namen. Scotty’s Castle erkundet man am besten im Rahmen einer der Führungen.

Ok, so war das also, der Scotty hat immer nur erzählt, dass es sein Castle war :-) Schlitzohr…

Von Scotty’s Castle geht es dann in südlicher Richtung über die “Scotty’s Castle Road”. Wir machen einen kleinen Abstecher zum Ubehebe Krater.

Auf dem Rückweg wird die Straße eng und kurvig und während wir ein paar Fotos am Straßenrand machen jagen ein Krankenwagen und ein Feuerwehrwagen an uns vorbei. Später sehen wir dann was los ist. Ein PKW ist ins Schleudern gekommen und hat sich überschlagen. Der Fahrer sitzt ziemlich geschockt auf der verbeulten Motorhaube. Mit einem Kloß im Hals geht es weiter bis wir wieder Anhalten und fast zwei Stunden lang den Abendhimmel fotografieren der sich von Minuten zu Minute anders darstellt. Was für eine Schauspiel und es ist jeden Tag neu und völlig kostenlos! Neben der Tatsache, dass wir alle sterben müssen ist auch das wahre Gleichberechtigung für uns alle!

Als das Schauspiel vorbei ist fahren wir zurück nach Beatty. Wir laden alles aus und gehen rüber in die Eatery die jetzt geöffnet hat. Eine kleine nette Kellnerin erzählt und gleich ganz fröhlich was es alles auf der Tageskarte gibt. Wir verstehen nur Bahnhof. Sie wiederholt alles, aber nicht weniger schnell, wir verstehen immer noch nichts. “Do you speak english?” fragt ist uns – wie peinlich “Yes, a little bit…” Sie grinst und spricht nun ganz ganz langsam, so können auch wir verstehen worum es geht. Aus den verdorbenen Mägen der vergangenen Jahre habe ich gelernt, dass es in kleinen Läden wie diesem meist eine gute Idee ist das Tagesgericht zu wählen. Das ist meist frisch und macht in der Regel nicht für 2-3 Tage krank. Also bestellen wir uns das Tagesgericht. Als es dann kommt sind wir beide ein wenig überrascht, ganz so hatten wir uns das nicht vorgestellt, sie hat wohl doch nicht langsam genug gesprochen. Aber die beiden Stücke Brot mit Truthan und Gemüse sind wirklich lecker. Dazu gibt es ein Sierra Nevada Bier. Der ganze Spaß kostet inkl. Steuern und Trinkgeld 23 $ – also etwa 18 Euro – da kann man wirklich nichts gegen sagen…

Im Motel wird gebloggt und dann werden wir wohl um 21h im Bett liegen. Morgen wird eine langer Tag, wir wollen in Richtung Los Angeles weiterfahren. Mal sehen wie weit wir kommen.


Death Valley Safari

Hier noch ein paar Luftaufnahmen die kurz vor der Landung in Las Vegas mit der Nikon P7000 entstanden sind.

Hier ein Bild unseres Zimmers im Furnace Creek Resort – Auch mit der Nikon P7000 aus der Hüfte geknipst:

Die Zeitverschiebung steckt uns in den Knochen und am Morgen nach unserer ersten Nacht im Furnace Creek Ressort sind wir früh wach und irgendwie doch ziemlich fertig. Die trockene Luft im Flieger hat mir sehr zugesetzt, die Nase sitzt zu, ich habe Kopfschmerzen. Ab unter die Dusche und schon sieht die Welt ein wenig sonniger aus. Noch vor dem Frühstück geniessen wir die Stille in der kleinen Oase direkt vor unserer Terrasse. Es erinnert mich doch sehr an Teneriffa. Die Luft ist kalt und klar, die künstlich angelegten kleinen Bachläufe plätschern vor sich hin und zwei Gärtner geben sich viel Mühe, dass alles wirklich gut aussieht.

Nach einer kleinen Fotosession mit der Nikon D300 & 2.8/17-55 und Nikon P7000 sind wir so etwa um 8h beim Frühstück. Das Frühstück kostet natürlich extra, fast so wie Herr Schreeb vom Quartier 65 es schon vermutet hatte. Die Preise im Furnace Creek Ressort sind wirklich jenseits von gut und böse. Aber man darf auch nicht vergessen, dass es ein toll gepflegte Anlage ist, mitten in der Wüste liegt und auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Touristen die zum Saufen und Feiern dort hin kommen gibt es keine, nicht zuletzt wegen der hohen Preise und das ist dann vielleicht auch schon wieder sehr gut so wie es ist.

Wir bekommen einen sehr schön Tisch mit Blick in das Tal und die verschneiten Berge am Horizont zugewiesen, großartig dieses Panorama! Das Prozedere ist wie am Vorabend, die Kellner stellen sich vor, sagen wofür sie zuständig sind und nennen uns ihren Namen. “My Name is Dave!” Das habe ich in Deutschland noch nicht erlebt. Es gibt einen Vorschlag was wir essen könnten und was der Tipp des Tages ist. Ich wähle den “French Toast”. Als dieser dann eintrifft bin ich mehr als überrascht. In der Speisekarte stand etwas von “English Muffin” – im letzten Jahr bei Denny’s waren das kleine Brötchen, was mich sehr verwundert hat. Hier ist es wirklich so etwas wie ein Muffin, nur platt gedrückt und das gleich in dreifacher Ausfertigung. Dazu gibt es ein Kompott aus Himbeeren und EINE Erdbeere. Wow!

Einer der Kellner tut nichts anderes als die ganze Zeit mit einer Art offener Kaffeekanne aus Edelstahl herum zu laufen und den Gästen Eiswasser nach zu schenken. Dass er im Anmarsch ist hört man am Klirren der Eiswürfel! Es gibt wie gewohnt Kaffee bis zum Umfallen und der schmeckt sogar recht gut. Kein vergleich zu dem was es auf den Kanaren als Kaffee zu trinken gibt – ein sehr wohltuender Kontrast.

Nach dem Essen blogge ich noch ganz kurz über mein HTC Desire HD. Trotz der krassen Preise gibt es kein kostenfreies WLAN, eigentlich echt traurig. Nach einer Weile habe ich es tatsächlich geschafft mich via Handy und Kreditkarte ins Internet zu verbinden. Das klappt sogar erstaunlich gut, kostet aber 10,95 Dollar pro Tag. Bei einem Zimmerpreis von 340 $ + Steuern könnte es auch kostenlos sein, oder?

Na egal, ich kann den Daheimgebliebenen kurz mitteilen, dass wir heil angekommen sind.

Danach packen wir unsere Koffer, checken aus und bekommen noch ein paar Tipps was wir uns anschauen könnten. Die Betreuung ist hier wirklich sehr zuvorkommend und überaus professionell. Danach halten ein kleines Schwätzchen mit dem älteren Herren der die Autos einparkt. Er ist echt witzig und trägt eine lustige Baseballkappe mit vier kleinen weißen Leuchtdioden an der Vorderkante der “Gegenlichtblende”. Es ist eine Art “Headlamp” und sicher sehr hilfreich wenn Gäste spät in der Dunkelheit ankommen.

Es geht los, wir biegen nach rechts ab in Richtung “Tal des Todes”. Die Amerikaner neigen ja dazu ihren Sehenswürdigkeiten so vollmundige Namen zu geben. “Goldplatz des Teufels” ist eines meiner persönlichen Highlights :-)

Nach ein paar hundert Metern sind wir schon beim Visitor Center an der Furnace Creek Ranch. Ich gehe mal hinein und bekomme die Übersichtskarte die ich am Vorabend bei der Registrierung am “Kiosk” vergessen habe. Den 20$ Abschnitt für eine Woche Dealt Valley kann ich sogar Eintauschen. Gegen einen Aufpreis von 60$ bekomme ich einen neuen “Annual National Park Pass”. Das ist alles gar kein Problem und die drei Ranger sind so was von freundlich. Sie fragen woher ich komme, seit wann ich hier bin, wußte ich nicht genau, dass ich in Amerika bin, es könnte auch eine versteckte psychologische Untersuchung in einer neurologischen Klinik sein :-) Aber wie dem auch sei, ich mag es total wie nett und zuvorkommend die Leute hier alle sind!

Vom Visitor Center aus hat man einen schönen Blick auf das Furnace Creek Resort.

Vor dem Visitor Center beraten wir uns kurz wie es weiter gehen soll. Wir entscheiden uns nach Beatty im Nordosten zu fahren. Via Handy und Google Maps habe ich eine Stunde zuvor “gesehen”, dass es dort ein paar Motels gibt und dass die Preise bei etwa 75$ pro Nacht liegen sollen. Ein paar Geschäfte und Restaurants scheint es auch zu geben. Vielleicht keine schlechte “Basis” für die kommenden Tage. Auf dem Weg dorthin überqueren wir einen Pass mit 1300 Metern Höhe, die Temperatur schwankt zwischen 15°C auf -50m und 3°C auf 1300m. Richtig gelesen, -50 Meter – Death Valley ist der tiefste Punkt der vereinigten Staaten. Und ich muss ein wenig grinsen als das GPS sich nicht entscheiden kann ob wir -1m oder +1m haben. Die Straße ist ein wenig hügelig und das GPS “springt” ständig hin und her, ganz witzig.

In Beatty angekommen steuern wir das erste Motel auf der linken Seite an. Davor steht ein Typ der ein wenig wie ein Obdachloser ausschaut. Auf seiner Nase wachsen mindestens so viele Haare wie es Palmen in der Oase von Furnace Creek gibt, ihm fehlen ein paar Zähne und die Brille sieht aus als wäre sie bei der Herstellung von French Fries mit in der Fritteuse gewesen. Er fragt ob er helfen kann und ich verstehe ihn sogar sehr gut! Er ist so etwas wie der Hausmeister und er erzählt mir, dass das Office erst um 15h geöffnet hat. Wenn wir nicht warten wollen gibt es aber noch viele andere Motels. Er zählt sie alle auf und gibt sich viel Mühe mir zu erklären wo ich sie finden kann. Wir verabschieden uns und ich fahre einfach einfach ein Stück die Straße hinunter, da auf der rechten Seite ist das nächste Motel. Gegen über ist ein Saloon, es gibt ein paar Geschäfte, es ist doch alles ganz nett hier. Ein Zimmer bekommen wir sofort und es kostet auch nur 119$ für zwei Nächte inkl. Steuern. Es gibt einen Internet-Zugang per Netzwerkkabel, zwei große Betten, einen Kühlschrank, eine Kaffeemaschine, Herz was willst Du mehr. Ach ja, es ist alles sauber, frisch gestrichen und ein Flatscreen-TV steht auch  auf der kleinen Kommode – fein!

Wir packen aus und Sandra stellt das Bier das sie am Vortag in Pahrump gekauft hat in den Kühlschrank. Kurz frisch machen und dann weiter. Wir wollen zu Scotty Castle. Ich habe gelesen, dass es ein leicht skurriles Schloss ist, das sich ein etwa durch geknallter Typ von seiner vielen Kohle errichtet hat bis er dann plötzlich verarmte. Er hat danach wohl noch viele Jahre in seinem Schloss in der Wüste gelebt und es Jahr für Jahr in Eigenregie ein wenig ausgebaut. Heute ist es ein Museum das vielen Touristen ein Schmunzeln abringt.

Kurz vor dem Abzweig zu Scotty’s Castle finden wir eine Horde Esel die dort frei leben. Sie sind sehr scheu, aber mit dem langen Tele kann ich doch ein paar schöne Fotos machen. Die Dirtroad-Abkürzung ist ein Reinfall, nach ein paar Meilen ist die Straße gesperrt. So wie es aussieht geht sie durch die Berge und dort liegt noch Schnee, wahrscheinlich ist es matschig und nicht wirklich passier bar. Wir drehen um und sind leicht irritiert als wir das um 180° gedreht Schild mit der Aufschrift “Road Closed” sehen. Welcher Spaßbolzen das wohl herum gedreht hat?

Egal, wir nehmen die Hauptstraße und überqueren wieder den 1300 Meter hohen Pass durch die Berge. Dann geht es nach rechts in Richtung Stovepipe Wells. Am Morgen habe ich via Handy gesehen, dass es dort ein Restaurant und diverse andere nützliche Infrastruktur geben soll. Als wir eintreffen ist es eigentlich nur ein paar Häuser, ein Parkplatz für Wohnmobile und viel viel freie Fläche drumherum.

Im General Store gibt es ein Sandwich und einen ganz leckeren Softdrink der solcher viel zu viel Zucker enthält. Wir machen ein paar Knipsbilder und es geht weiter zum Mosaic Canyon.

Der Canyon ist wirklich schön, wenn auch nicht sehr lang. Die Wanderung dauert hin und zurück vielleicht eine Stunde, aber es macht Spaß endlich ein wenig an der frischen klaren Luft zu sein. Im Hochsommer möchte ich das hier allerdings nicht erleben. In der Sonne haben wir das Gefühl im Sommerurlaub zu sein, ob wohl es nur etwa 18°C sind. Im Schatten ist es sofort ganz anders, aber dennoch angenehm. Im Sommer werden hier oft locker Temperaturen von 50°C gemessen, dann möchte ich nicht hier sein und dann macht das Tal seinem Namen sicher auch alle Ehre!

Um 15h geht es in Richtung Zabriskie Point. Als wir nach etwa einer Stunde ankommen steht die Sonne noch sehr hoch und wir machen einen kleinen Ab Stecher durch den 20 Mule Team Canyon der wirklich lohnenswert ist! Anschließend schauen wir noch kurz ob der Weg hoch zum Dante’s View geöffnet ist – er ist es! Aber es sind hin und zurück etwa 40 Kilometer, wenn wir das jetzt machen verpassen wir den Sonnenuntergang am Zabriskie Point, also machen wir eine Schleuderwende wie sie Starsky & Hutch nicht besser hin bekommen hätten und flitzen die paar Meilen zurück bis zur “Sammelstelle für ambitionierte Fotografen”. Und dort sind wir nicht allein! Neben uns hält ein Truck mit abschließbarer Ladefläche. Drin sitzen drei Herren im fortgeschrittenen Alter. Sie wuchten riesige Rucksäcke auf die Schultern und schleppen sie die paar Meter zum Aussichtspunkt hinauf. Dort oben angekommen ächzt und stöhnt der älteste der drei unter dem Gewicht seines Gepäcks. Als er es endlich abgelegt hat kramt er ein echt schweres Gitzo Stativ und eine Fachkamera heraus. In seinem Rucksack liegen Belichtungsmesser und jede Menge Planfilm-Cassetten. Er diskutiert mit einem seiner Kumpels welche Perspektive die Beste ist, dabei hält er ein Passepartout im Format 40x30cm hoch. Beide schauen sie durch diesen leeren Papprahmen und überlegen wohin sie ihre Kameras ausrichten sollen. Schließlich kramen die beiden anderen Typen auch ihre Linhoff Fachkameras heraus, sie montieren Mattscheiben mit einem Gitterraster von 1cm x 1cm. Da man auf diesen Mattscheiben ungefähr soviel erkennen kann wie die andere Fotografen auf den Display ihrer kleinen 99$ Knipsen haben sie große Säcke dabei die sie an den Kameras befestigen um das Umgebungslicht abzuschirmen. Einer der beiden setzt eine Lupe auf die Mattscheibe um so perfekt scharf stellen zu können. Der andere hat eine Lupen-Brille wie ein Zahnarzt. Die montieren Weitwinkelobjektive und setzen Centerfilter davor. Täten sie das nicht, so wären die Bilder in der Mitte deutlich heller als am Bildrand. Es ist schon witzig, diese Typen wollen vermeiden, dass es Vignettierungen gibt und die anderen Fotofreak hinter ihnen werden genau das später am Notebook mit Photoshop künstlich hinzufügen, verkehrte Welt!

Während die Drei auf das perfekte Licht warten renne ich schweißgebadet di Hügel hinauf und hinab und knipse ein Motiv nach dem anderen. Als wir bei Anbruch der Dunkelheim zum Parkplatz kommen haben die drei etwa 18 Stück Planfilm belichtet. Auf meiner Speicherkarte haben sich etliche GB mit Bilderkrams angesammelt. Wer wohl die besseren Fotos gemacht hat? Ich denke, die Drei haben im Vergleich zu mir noch einen gewissen Vorsprung…

In völliger Dunkelheit geht es zurück nach Beatty, die Fahrt dauert etwa eine Stunde. Als wir dort eintrudeln habe ich rasende Kopfschmerzen, der lange Flug und das ganze Heiß & Kalt machen mich fertig. Das Zimmer im Motel ist auch total ausgekühlt, eine wirkliche Heizung gibt es nicht, nur ein lautes Gebläse das lauwarme Luft in den Raum pustet. Ziemlich schnell liegen wir im Bett, ich habe Schüttelfrost und versuche langsam warm zu werden. Verkehrte Welt, mittags geschwitzt und abends voll durchgefroren – aber das ist eben South-Amerika.

Ich muss noch daran denke wie mich Sandra gefragt hat was sie zum Anziehen einpacken soll und ich gesagt habe “Was für WARM und was für KALT”. Damals hat sie den Kopf geschüttelt und gedacht ich wolle sie verulken. Aber es ist wirklich wahr, man braucht hier kleidungstechnisch einfach beides – WARM & KALT

Am nächsten Morgen bin ich froh, dass ich meine Freunde Aspirin und Aspirin dabei habe. Eine heiße Dusche mit einer gefühlten Dauer von 60 Minuten hilft auf die Beine zu kommen. Sandra ist schon seit 5h30 wach und sichtet ihre Fotobeute. Sie hat ihren BLOG schon fast fertig geschrieben als ich klamm und aufgewärmt das Reich des Wassers verlasse. Ich schnappe mir kurz meinen kleinen MAC und sitze während ich das hier schreibe bei einem Becher Kaffee (Styropor) im Bett. Das Bett lohnt einer Erwähnung, es ist fast einen Meter hoch und besteht aus zwei aufeinander gestapelten Matratzen!!

Danach gibt es Frühstück, dann wird dieser Artikel publiziert und anschließend geht es los zu Scotty’s Castle…

Hier zwei Fotos die zeigen wie ein gesundes überaus cholesterinarmes Frühstück aussehen kann :-)

Mein Frühstück

Sandras Frühstück


Frühstück im Tal des Todes

image

image

Die Nacht war sowas von still, ok ich selbst höre ja eh nicht mehr so gut, aber Sandra sagt, dass man eine Stecknadel hätte fällen hören. Um 7h30 gibt es Frühstück, das ist natürlich nicht im Preis enthalten. Womit wir bei unangenehmen Teil des ersten Tages wären. Die Übernachtung in diesen wirklich schönen Hotel kostet 340$, dazu kommen 50,88$ Steuern, 24h Internet 10,95$, Zwei Suppen, ein Salat, ein Steak, ein Bier ein Rotwein inklusive Trinkgeld 100$, das Frühstück nochmal knapp 40$. Wenn das so weiter geht, bin ich in ein paar Tagen pleite… Ach ja, der Eintritt in den Nationalpark kostet auch noch 20$, ein Auto, 7 Tage.

@Wolfgang: Wir haben vergessen den 80$ National Park Pass zurück zu tauschen :-(

Abgesehen von den heftigen Preisen ist es aber doch ganz schön.

Nörgeln könnte man noch wegen des Mietwagens. Eigentlich hatte ich einen Jeep Grand Cherokee erwartet. Der steht auch auf allen Unterlagen. Bein letzten Mal hat auch alles super geklappt, diesmal können wir uns ein Auto aussuchen, oder besser, MÜSSEN!! Es gibt nur komische Kias und einen Dodge Nitro. Ich erinnere mich noch, dass Marcus mal so eine Kiste gemietet hatte. Er sieht auch ganz gut aus, aber nach den ersten Kilometern wird mir klar, diese Kiste war ein Griff in Klo… Schlechtes Fahrwerk, laut wie die Hölle, da war der Jeep ne Luxuskarre…

Aber mal abwarten, vielleicht gewöhnt man sich ja auch daran.

Nun müssen wir das Zimmer räumen, mal sehen wohin es uns heute verschlägt.


Angekommen

image

Der Flieger ist dann doch halbwegs pünktlich. Um 12h47 Ortsteil landen wir in Las Vegas. Es klappt alles reibungslos und als wir um 22h Ortszeit mitten im Death Valley im Furnace Creek Inn ins Bett fallen sind wir wirklich total erledigt…

Update vom 02.03.2011

Hier habe ich noch ein kleines Video der Landung am Flughafen in Las Vegas.


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 497 Followern an