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Nikon P7100 – Tipps für bessere Fotos

Es ist Sonntag und das Wetter ist durchwachsen. Da unsere Hirne ein wenig Sauerstoff sehr gut gebrauchen könnten entschließen wir uns zu einem kleinen Spaziergang durch den herbstlich gefärbten Bonner Rheinauen-Park. Viel Gepäck will ich nicht mitnehmen, schließlich ist das Wetter durchwachsen und wir wollen nur einen kleinen Spaziergang wagen.

So oder ähnlich geht es tagtäglich vielen tausend Besitzern kleiner preiswerter Kameras. Man will nicht viel mit sich herumschleppen und glaubt eh nicht daran, dass sich an diesem Tag ein großartiges Motiv bieten wird. Aber bevor man im Falle eines Falles völlig “unbewaffnet” ist, steckt man statt der großen schweren Spiegelreflexkamera eine kleine Kompaktkamera ein. Später daheim werden vielfach die Fotos des Tages angeschaut und die meisten Fotofreunde denken sich “Siehst Du, da hätte ich die Kamera auch daheim lassen können!”

Aber das muss nicht sein! Schaut man sich intensiv um, so findet man oft Motive die mehr oder weniger offensichtlich am Wegesrand darauf warten entdeckt zu werden.

Schauen wir uns doch mal ein paar Beispiele an. Beginnen wir mit einem Negativbeispiel, einem typischen aussagelosen Allerweltsfoto:

Was ist falsch an diesem Bild? Es ist korrekt belichtet, es ist scharf und der Horizont ist gerade? Falsch ist, dass es im Grunde genommen einfach nichts zeigt. Es ist kein Bildaufbau erkennbar und die Ente, oder sind es zwei Graugänse (KEINE ENTEN – Siehe Kommentar von Alex weiter unten…), sind viel zu klein abgebildet. Was könnte man hier besser machen? Schauen wir uns das nächste Foto des gleichen Motivs an.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Hier nun ein Foto mit langer Telebrennweite und extrem tiefer Kameraposition. Durch die relativ lange Telebrennweite gelingt sogar mit dem winzigen Chip der Nikon P7100 eine leichte Unschärfe im Vordergrund und auch im Hintergrund. Das Bild ist im RAW-Modus aufgenommen, durch die Korrekturen während der “RAW-Entwicklung” sind die Farben Satt und leuchtend. Das “Enten-Motiv” ist weit nach rechts gerückt, in den “Goldenen Schnitt”. Dort wohin die Ente schaut ist viel Platz und die Augen des Betrachters folgen diesem Blick unfreiwillig. Man fragt sich was die Ente wohl beäugt haben wird. Und dann diese komischen Füße? Erst beim zweiten Hinsehen fällt auf, das sind zwei Enten in identische Körperhaltung. Durch die Perspektive ergibt sich ein reizvolles “Wechselspiel”.

Welches Foto ist aussagekräftiger und macht Spaß beim Anschauen, das obere Knipsbild oder das reduzierte Foto mit einer erkennbaren Komposition und Bildaussage?

Und weiter geht es mit dem nächsten Foto. Hier geht es nun darum die farbenfrohe herbstliche Stimmung einzufangen. Wie macht man das mit einer kleinen Kompaktkamera? Beginnen wir mit dem gleichen Ansatz wie beim letzten Foto, der tiefen Aufnahmeposition. Dankt des neuen Schwenkdisplays der P7100 lassen sich Bilder bei denen die Kamera fast auf dem Boden liegt sehr einfach realisieren. Man muss sich nicht auf die nasse Wiese legen sondern geht einfach etwas in die Hocke und schon kann man sein Foto komponieren. Das geht mit einer “erwachsenen” teuren Profikamera nicht so einfach!

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Diesmal habe ich im Makromodus auf die braunen Blätter im Vordergrund fokussiert, den Auslöser gedrückt gehalten (AF-Speicher), den Bildausschnitt neu gewählt und dann durchgedrückt bis die Kamera aus gelöst hat. Um Hintergrund ergibt sich eine malerische Unschärfe. Die vielen bunten Blätter tun ein übriges. Die Blätter im Vordergrund “erklären” was man eigentlich sieht. Die Blätter sind verwelkt: “Aha, es ist Herbst!” Die “Horizont” liegt im unteren Drittel des Bildes, in Verbindung mit dem extremen Schärfeverlauf ergibt sich ein ungewöhnliche Foto das die Mehrzahl der Freizeitfotografen so nicht aufnehmen würde.

Bleiben wir beim bunten Herbstlaub und schauen wir uns das nächste Foto an.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Diesmal habe ich auf den Hintergrund fokussiert und durch die tiefe Aufnahmeposition eine extrem Vordergrundunschärfe erzeugt. Der hell gelb leuchtende Strauch ist wieder in den goldenen Schnitt gerückt. Eigentlich ein stimmungsvolles Foto, doch der Ast stört irgendwie? Also versuchen wir es mal mit einem Ausschnitt aus diesem Foto (2000 Pixel breit, einfach anklicken oder in einem neuen Fenster öffnen).

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Der störende Ast ist weg und übrig bleibt ein stimmungsvolles Panoramafoto.

Wir sind an einem Teich und hier ist überall Schilf. Warum versuchen wir es nicht einmal mit einer Makroeinstellung, oder dem was Hersteller von Kompaktkameras als “Makro” versprechen…

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Der Makromodus lässt den Hintergrund in Unschärfe verschwimmen und ein Stückchen Schilf ragt fast in das Objektiv hinein. Im goldenen Schnitt ist ein Wassertropfen. Leider ist es sehr klein, manchmal muss man nehmen was man kriegt. Aber er liegt genau im eng begrenzten Schärfebereich, wodurch die Blicke sehr schön auf ihn gelenkt werden und dieser helle Wassertropfen das Bild dominiert. Alles in allem nicht mehr als ein Beispielfoto. Damit es spannend und wirklich gut wird müsste der Wassertropfen deutlich größer sein. Im Hintergrund noch ein Spinnennetz mit ein paar Tautropfen dran und das Gegenlicht der untergehenden Sonne? Mit diesen “Zutaten”  könnte aus dieser Bildidee ein Spitzenfoto werden!

Die herbstliche Stimmung lässt sich aber auch anders darstellen. Schauen wir uns das nächste Beispiel an.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Der vorderde Felsbrocken liegt ist im goldenen Schnitt positioniert. Der zweite Brocken lenkt dem Blick nach oben links auf die knallig roten Sträucher welche das Pendant zum vorderen Gestaltungselement darstellen. Der kleine Chip der Kamera kommt mit kurzen Brennweiten aus und so ist einfach alles scharf abgebildet. Mit einer Großformat-Kamera wäre solch ein Bild wohl kaum möglich gewesen. Die extreme Tiefenschärfe der Kameras mit kleinen Chips ist oft nervig, aber man kann sie auch gezielt in der Bildgestaltung nutzen.

Kommen wir zu einem weiteren Negativbeispiel. Kaum ist das Laub der Bäume herrlich bunt versuchen viele Fotografen dies in ihren Bildern festzuhalten. Manch einer kennt Fotos wie dieses hier.

Auch dieses Bild zeigt “alles gar nichts”. Es enthält viele Details, ist scharf und dennoch mehr als langweilig. Will man hier ein aussagekräftige Foto aufnehmen so lautet das Moto “Reduktion” und “Ran an das Motiv”, vielleicht so wie im nächsten Beispiel.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Im Gegenlicht aufgenommen leuchtet das Blatt in wunderschönen roten Farben. Es gibt ein aufsteigende Diagonale die das Auge zum oben liegenden Schwerpunkt des Bildes lenkt. Eine Waagerechte und eine Senkrechte treffen (fast) im goldenen Schnitt mit der Diagonalen zusammen. Die von Raupen gefressenen Löcher erklären dem Betrachter die Vergänglichkeit des Motivs.

Eine weitere beliebte Aufnahmetechnik ist es, mit der Kamera während der Aufnahme zu “zittern” um so ein künstliche Bewegungsunschärfe zu erzielen. Das Ergebnis ist ein malerisches Farbenspiel das dem Betrachter zunächst ein Rätsel aufgibt, sich dann aber nach und nach erklärt.

Sample Picture - Beispielfoto - Nikon P7100

Ist man im Herbst an einem Teich unterwegs, so liegen im flachen Wasser am Ufer meist viele schöne bunte Blätter. Hier kommt wieder das schwenkbare Display der P7100 zum Einsatz. Man kippt das Display nach unten und hält die Kamera am ausgestreckten Arm lotrecht über das Wasser am Ufer. Fertig ist das wunderbare Farbenspiel.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Kommen wir zum nächsten Tipp, dem Aufnahmestandort. Das erste Beispielfoto zu diesem Thema ist grundsätzlich ganz ok. Die Farben sind schön und es zeigt eine herbstliche ruhige Parklandschaft. Die kleine Insel ist im goldenen Schnitt platziert und im Vordergrund gibt es einige herbstliche gelbe Blätter.

Doch gehen wir einfach mal ein paar Schritte zur Seite und prompt finden wir knallig rote knochigen Zweige im Vordergrund.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

In Verbindung mit den bei der RAW-Entwicklung gepushten Farben ergibt sich eine wesentlich spannendere Komposition, obwohl es grundsätzlich das gleich Foto ist!

Weiter geht es mit der Arbeit an einem eigenständigen Motiv, hier ein unspektakuläres Denkmal. Zuerst das Negativbeispiel, ein Knipsbild aus zu großer Entfernung, das Motiv ist mittig positioniert, langweiliger geht es kaum noch und schief steht der Turm auch noch…

Gehen wir mal näher ran, verwenden den RAW-Modus und geben der tristen Stimmung durch einen nachträglich geänderten Weißabgleich etwas mehr “Herbst-Charakter”.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Das ist schon etwas besser, aber auch nicht wirklich gut. Wie wäre es, wenn wir dieses Bild in Photoshop öffnen, die Ebene verdoppeln, mit dem Gaußschen Weichzeichner bearbeiten und dann über eine Ebenenmaske den Turm wieder herausarbeiten? Versuchen wir es mal…

Beipielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Das Ergebnis wirkt ein wenig wie beim derzeit so beliebten “Miniatureffekt”, aber dieser ist hier partiell auf die Baumkronen beschränkt. Das Laub am Boden ist perfekt scharf abgebildet, ach ja, eine künstliche Vordergrundunschärfe haben wir auch erzielt. Das Auge des Betrachters ist zunächst ein wenig verwirrt und wer sich nicht auskennt, dem wird nur auffallen wie deutlich sich jetzt das Denkmal vor seiner Umgebung absetzt. Kein schlechter Trick!

Aber dennoch ist die Perspektive statisch und langweilig. Versuchen wir noch einmal die Stärken der Kompaktkamera für uns zu nutzen. Mit Klappdisplay und “unendlicher Tiefenschärfe” suchen wir uns eine ungewöhnliche Perspektive. Das Bild das jetzt entsteht ist völlig neu und hat mit unserem oberen “Negativbeispiel” nichts mehr zu tun.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Und weiter geht es… Nun stehen wir auf einer kleinen Brücke und blicken hinüber zum Posttower. Die Spiegelungen im Wasser sind ganz nett, der Bildaufbau ist ok, aber die Farben sind blass und langweilig. Hier wird man auch mit Tonemapping und anderen Tricks nichts ausrichten können, oder doch?

Ein paar Meter weiter ist eine Wand aus schwarzem Lavagestein das sehr wahrscheinlich aus der nahegelegenen Eifel stammt. Im Laufe der Jahre haben sich hier Flechten angesiedelt und geben der Oberfläche des dunkeln Steins ein “Gesicht”. Wie wäre es, wenn wir einfach mal beiden Fotos in Photoshop übereinander legen und mit dem “Mischmodus” der Ebenen experimentieren?

Das Ergebnis könnte aussehen wie hier:

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Mit einem einfachen Trick haben wir dem langweiligen strukturlosen Himmel eine Struktur gegeben, die viele Betrachter zunächst irritieren wird. “Ist es ein Foto oder gemalt?” werden sich ungeübte Betrachter fragen. Auch kein schlechter Trick!

Weiter geht es mit der Fotografie von Personen. Ist Man(n) mit seiner Frau unterwegs, so wird diese in der Regel bevorzugt abgelichtet. Ganz gleich wie fotogen sie auch sein mag, nicht jede Perspektive ist auf anhieb erfolgreich. Und wieder ein Negativbeispiel. Das Motiv steht stocksteif in der Gegend und ist viel zu weit weg.

Gehen wir einfach mal ran an unser Model und bitten es doch einfach nur mal die Füße voreinander zu setzen. Schon sieht unser Foto deutlich besser aus…

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Zudem haben wir unser Model im goldenen Schnitt positioniert, das “Geländer” verläuft sich schön in der oberen linken Bildecke und der Wasserfall im Hintergrund sorgt für Abwechslung. Es geht sicher noch besser, aber es ist ja auch nur ein Beispiel. Hier sind eben der Kopf und die Kreativität gefragt!

Damit wären wir am Wasserfall angekommen. Ein Stativ haben wir nicht dabei und ich bekomme die Frage gestellt, wie man dieses Wasser so fotografiert, dass es verwischt und unscharf ist. Nun ist die Kenntnis der Möglichkeiten der Kamera gefragt! Wer seine Nikon P7100 kennt der weiß, dass sie einen integrierten elektronischen “Graufilter” hat. Zuerst aktivieren wir dieses Feature. Dann stellen wir die niedrigste ISO-Empfindlichkeit ein (ISO-100). Danach wählen wir die Zeitautomatik (A) und drehen am vorderen Rädchen der Kamera bis bei leicht gedrücktem Auslöser auf der Rückseite im Display die kleinste Blende angezeigt wird. Der größte Blendenwert, ergibt hierbei die kleinste Blendenöffnung und damit die längste Belichtungszeit. Dann aktivieren wir das Bracketing mit 5-Bildern und 0.7 EV Unterschied zwischen den Bildern. Danach wird noch der Selbstauslöser der Kamera mit einer Vorlaufzeit von 10 Sekunden aktiviert. Nun sind wir startklar! Mit abgeklapptem Display versuchen wir die Kamera irgendwo abzulegen, da wir sie absolut erschütterungsfrei auslösen wollen. Dann betätigen wir vorsichtig den Auslöser, die Kamera piepst und nimmt eine Belichtungsreihe mit fünf “unterschiedlich hellen” Fotos auf.

Später am Computer öffnen wir diese Bilder mit einem HDR-Programm wie beispielsweise Photomatix Pro und erstellen aus der Belichtungsreihe ein aussagekräftiges HDR Bild.

Beispielfoto - Sample Picture - HDR - Nikon P7100

Schauen wir uns noch ein zweites Foto mit verwischtem Wasser an, diesmal kein HDR.

Hier fällt sehr störend auf, dass die Kamera schief steht und der unter gestalterischen Aspekten korrekt positionierte Posttower umzustürzen droht. Hier hilft die Korrektur der Perspektive beispielsweise in Photoshop.

Beispielfoto - Sample Picture - HDR - Nikon P7100

Nun steht zwar der Turm schön gerade, aber die Farben sind blass und matt. Jetzt zum Vergleich ein HDR aus wieder aus 5 Einzelbildern erstellt wurde. Die Farben sind deutlich kräftiger und das Bild wirkt insgesamt reizvoller. Streiten kann man sich nun über das “Gestrüpp” im Vordergrund. Hier lohnt es sich entweder ein kleines Stativ in die Jackentasche zu stecken oder die lästigen Grashalme einfach weg zu zupfen. Ich habe den Grashalm hier mal stehen gelassen. Erscheint er doch aufgrund der Perspektive deutlich größer als der etwa  100 Meter hohe Posttower :-)

Damit wäre ich mit meinem kleinen Tutorial für bessere Fotos mit einfachen Kameras am Ende. Wer Anmerkungen machen möchte ist herzlich eingeladen die Kommentarfunktion zu verwenden. Das geht auch völlig anonym.

Zwei sehr interessante locker und leicht verständlich geschriebene Bücher zu diesem Thema möchte ich Euch auch noch empfehlen:

Die Nikon P7100 gibt es aktuell bei amazon.de für ganze 359,- Euro zu kaufen!


Fuji X100 – Die perfekte Landschaftsfotografie

Ihren guten Ruf als perfektes Werkzeug für die Street-Fotografie hat die Fuji Finepix X100 nicht zu unrecht. Das lichtstarke leichte Weitwinkelobjektiv und der vergleichsweise große Chip machen diese Kamera aber auch zu einem tollen Werkzeug für die Landschaftsfotografie. Heute will ich Euch hier vier völlig gleiche und dennoch extrem verschiedene Fotos vorstellen die gestern im Laufe des Tages entstanden sind. Bild 1 habe ich um 12:00 bei hoch stehender Sonne und einem für den April so typischen Wolkenhimmel aufgenommen. Bereits um 14:00 sah die Szenerie ganz anders aus, aber zwischen diesen Bildern liegen immerhin auch zwei volle Stunden!

Ganz anders am Abend, Bild 3 ist um 20:00 entstanden, Bild 4 bereits um 20:15!

Vergleicht man diese Bilder, so haben sie aufgrund des intensiven Wolkenhimmels alle ihren Reiz. Doch mein ganz persönlicher Favorit ist Bild Nummer 4. Für meinen Geschmack bilden hier die milden Kontraste und die intensiven Farben einen schönen Gegenpol zum statischen Symmetrie des eigentlich relativ langweiligen Motivs.

Bonner Museumsmeile mit Fuji Finepix X100

Bonner Museumsmeile mit Fuji Finepix X100

Bonner Museumsmeile mit Fuji Finepix X100

Bonner Museumsmeile mit Fuji Finepix X100

In einem Buch über die Geschichte der Fotografie habe ich vor einer ganzen Weile einen Bericht über einen deutschen Fotografen gelesen, der vor mehr als 100 Jahren mit dem Auftrag die Akropolis in Athen zu fotografieren nach Griechenland gereist ist. Als er heimkehrte hatte er etwa 20 verschiedene Fotografien der Akropolis dabei. Entstanden sind diese Fotografien im sagenhaften Zeitraum von 12 Monaten! Er hat sich das schwierige Motiv damals mühsam erarbeitet. Zunächst hat er einige Wochen lang die richtige Perspektive gesucht und dann mehrere Monate zu unterschiedlichen Jahreszeiten immer wieder neue Fotos aufgenommen. So hat er letztlich ein bis heute bekanntes perfektes Foto der Akropolis geschaffen. Millionen von Touristen knipse jährlich das gleiche Motiv, aber nahezu keines dieser Bilder hat auch nur annähernd die Qualität der über 100 Jahre alten Fotografie.

Einer der berühmtesten Landschaftsfotografen der “Neuzeit” ist Ansel Adams. Seine Fotos kennt zumindest in den USA fast jedes Kind. Auch er hat sich seine Motive mit langem Zeitaufwand mühsam erarbeitet und letztlich unvergleichliche Ergebnisse erzielt.

In unserer schnelllebigen Zeit ist dieses Herangehen kaum mehr möglich. Und selbst mit Hilfe der immer perfekter werdenden Kameras ist der wichtigste Einflussfaktor in der Landschaftsfotografie bis heute noch immer das Licht. Die Frage die ich hier stellen möchte lautet:

Ist es im Jahr 2012 mit geringem zeitlichen Aufwand möglich gute Landschaftsfotografien zu erstellen? Ich denke JA!

Heute gibt es viele Hilfsmittel die noch vor 20 Jahren nicht zur Verfügung stehen. Beispielsweise kann man via Google-Earth ein Gelände zuvor virtuell erkunden und sogar den Schattenwurf der Sonne im Laufe eines Tages simulieren. Auf Panoramio findet man zu vielen interessanten Fotolocations Beispielbilder, denen man zumindest Informationen zur Topografie entnehmen kann. Auch fördert das Stöbern bei Bilderdiensten wie flickr, fototreff24 oder der fotocomunity oft hilfreiche Tipps und Ideen zutage. In Verbindung mit dem Wissen über die Lichtverhältnisse zur “Blauen Stunde” und die Wetterberichte von http://www.Wetter-Online.de und anderen Wetterdiensten ist es heute sehr viel einfacher einen “magischen Moment” zu erwischen. Dennoch ist all das keine Garantie und nach wie vor liegt das Geheimnis des Erfolges von Landschaftsfotografen wie Tom Till oder Michael Fatali darin begründet, dass sie sich “ihre Motive” immer wieder neu erarbeiten.

Die verwendete Technik liefert ihnen ein technisch perfektes Ergebnis, aber den richtigen Augenblick beeinflusst es nicht. Somit ist aus meiner Sicht, ganz unabhängig von der hier verwendeten Fuji X100, eigentlich auch jede moderne Kamera für die Landschaftsfotografie geeignet. Nur sollte man seine Kamera kennen und zur Not im Schlaf bedienen können. In Verbindung mit dem richtigen Licht und dem Wissen um das Motiv sind dann auch mit einfachen Kameras eindrucksvolle Fotografien möglich.

Hier einige Beispiele die NICHT mit der X100 entstanden sind.

Das erste Bild habe ich vor vielen Jahren mit einer Nikon F4 und einem 70-300 Zoom am Vierwaldstätter See in Luzern aufgenommen. Auf dieses Alpenglühen habe ich etwa ein Jahr lang gewartet und es schließlich bei grimmiger Kälte auf einen Kodak Extra Color 100 aufnehmen können. Die verwendete mutet heute schon fast prähistorisch an, aber dennoch wurde dieses Foto für den Werbeprospekt der Bergstation auf dem hier gezeigten “Pilatus” verwendet.

Alpenglühen am Pilatus bei Luzern mit Nikon F4

Beispiel 2 ist ein Sonnenaufgang über dem La Sal Gebirge bei Moab in Utah. Um dieses Bild aufnehmen zu können bin ich dreimal an diesem Ort gewesen und habe mir im winterlichen Morgengrauen die Finger abgefroren. Es ist mit einer Nikon D300 und einem AF-S 2.8/17-55mm fotografiert. Im Zeitalter der D800 auch schon wieder ein Stück “Alteisen” – aber man kann damit noch gute Fotos machen. Die D300 ist seit der Vorstellung der D800 nur billiger geworden, nicht schlechter! Dieses Foto verkauft sich über über verschiedene Online-Stores recht gut und hat es in die Galerie der fotocommunity.de geschafft.

Sonnenaufgang am Mesa Arch mit Nikon D300

Und zum Schluss noch eine “Momentaufnahme” aus dem Jahr 2010. Dieses Bild ist am Ende eines Tages mit dichten Wolken, Sturm und fiesem Licht im Monument Valley in Arizona entstanden. Während ich am Visitor Center gewartet habe, dass meine Freundin den Weg zur Damentoilette findet, schien für einen kurzen Augenblick die Sonne fast waagerecht zwischen dem bedrohlichen Wolkenhimmel und dem Boden auf die drei berühmten Tafelberge. In diesem Augenblick hatte ich meine Nikon D300 schussbereit auf dem Stativ und habe wie elektrisiert ein Bild nach dem anderen geschossen. Während der RAW-Bearbeitung habe ich später versucht die Emotionen auszuarbeiten die ich in diesem Augenblick hatte.

Sunset im Monument Valley

Die beiden letzten Beispiele hätte man in der gleichen Qualität mit fast identischem Ausschnitt auch mit der Fuji X100 erstellen können. Die X100 ist definitiv mehr als nur eine hübsch gemachte Retro-Kamera, sie ist ein ernst zu nehmendes “Werkzeug für den perfekten Augenblick”.


Nikon D700 – Zeitraffer mit Lightroom

Die ist die erste Version die ich mit Magix Video Deluxe MX direkt aus den JPG-Dateien der Nikon D700 erstellt habe. Die Kontraste sind für meinen Geschmack viel zu hart und was mich am allermeisten stört ist, dass aufgrund geringer Helligkeitsunterscheide der Einzelbilder das Video zwischendurch ganz schlimm flackert. Im Vergleich dazu ist bei der neuen Version wirklich viel passiert. Die Farben sind intensiver, die Kontraste sind milder, das Bild ist schärfer und die Gebäude stehen gerade weil sich die Perspektive mit Apples Final Cut Pro X ganz einfach entzerren lässt…

Wie macht man das?

Der Weg dahin war relativ weit! Apple bewirbt seine neue Version der Videoschnitt-Software Final Cut Pro X wirklich vollmundig. Adobe Premiere und ähnliche Produkte werden in der Werbung sogar direkt verglichen und sinngemäß als “veraltete Systeme” bezeichnet. Was Apple aber verschweigt ist, dass die vielen tollen Plug-Ins die es für die vorherige Version gab mit dem neuen Final Cut Pro X oder auch kurz FCPx nicht mehr funktionieren. Diese Software ist damit in gewisser Weise “nackt” und hat einen geringeren Funktionsumfang als die vorherige Version! Helfen kann man sich hier nur, indem man die wenigen bereits lieferbaren Plug-Ins für wirklich teures Geld zusätzlich erwirbt. Das ist sehr ärgerlich! Vor einigen Monaten habe ich mir Magix Video Deluxe MX für etwa 50 Euro gekauft. Eine Software für Windows basierte Computersysteme. Mit dieser Software kam ich nach einer Einarbeitungszeit von etwa 4 Stunden spontan klar und kann damit eigentlich alles machen was ich will. Meine umfangreichen Videos zu Reisen nach Teneriffa und in die USA sind damit entstanden.

Aber mit dem neuen MacBook mag ich nicht immer hin und her wechseln. Und eine “virtualisierte” Video-Bearbeitungssoftware macht unter Performance-Aspekten wenig Sinn. Das muss schon “nativ” auf dem richtigen Betriebssystem laufen.

Hier ist nun meine inzwischen dritte Version der kleinen Testsequenz des Sonnenaufgangs über der Bonner Museumsmeile. Bis die Nikon D800E endlich lieferbar ist muss ich ja noch ein wenig üben :-)

Kurz einen Überblick über die Technik…

Mit Lightroom 3 bietet Adobe eine relativ preiswerte Software zur Bildbearbeitung für Windows und OS-X Computer an. Lightroom ist in der Lage die Bearbeitungsschritte die man an einzelnen Bildern vorgenommen hat in separaten Meta-Daten-Abschnitten innerhalb der Bilddateien abzulegen. Hier setzt die kostenlose Software LRTimelapse von Gunther Wegner an, die es auf www.gwegner.de zum Download gibt. Diese Software ist erfreulicher Weise in Java programmiert, daher wurde es möglich je eine Version für Windows und eine Version für OS-X zu erstellen – Super!! Auf seiner Webseite hat Gunther Wegner auch einige sehr informative Video-Tutorials bereitgestellt und ein eBook zum Thema “Zeitraffer” hat er auch geschrieben!

Mit seiner Software LRTimelapse kann man nun die Metadaten der Bilddateien manipulieren. Das Prinzip ist etwa so:

1. Bilder in LRTimelapse öffnen und Metadaten initialisieren

2. Bilder in Lightroom öffnen

3. Erstes und letztes Bild der Zeitraffersequenz in Lightroom korrigieren

4. Die Bearbeitungsschritte des ersten und letzten Bildes mit LRTimelapse auf alle anderen Bilder übertragen und das “Deflickering” aktivieren

5. Die Bilder erneut mit Lightroom einlesen und “entwickeln”

Für die Erstellung der Videos hat Gunther Wegner einige Ergänzungen für Lightroom bereitgestellt. Damit kann das Video vom Kamera-Format 3:2 in das 16:9 Seitenverhältnis gängiger Flachbildfernseher gebracht werden. Schließlich kann man die korrigierten Bilder als Diashow exportieren und fertig ist die perfekte Zeitrafferaufnahme.

Ich habe es jedoch etwas anders gemacht. Nachdem die Meta-Daten der Einzelbilder in LRTimlapse Pro über alle Bilddateien hinweg harmonisiert waren, habe ich die Bilder mit Lightroom “entwickelt”, sprich in einen separaten Ordner exportiert. Danach habe ich die erste Datei der Sequenz mit Photoshop CS5.1 geöffnet und das Häkchen bei “Image Sequence” gesetzt. Tut man dies, so kann man mit Photoshop alle folgenden Bilder als Video-Sequenz exportieren. Diese Sequenz aus 999 Bildern war dann auch prompt etwa 3,5GB groß – uff…

Dieses Monster habe ich danach mit Final Cut Pro X importiert. Dort kann man dann ganz einfach eine Korrektur der Perspektive und den Beschnitt auf das 16:9 Format vornehmen. Via “Bereitstellen für Youtube” habe ich das kleine Testvideo dann gerendert und zu YouTube übertragen. War doch ganz einfach…

Unabhängig von den vielen komplex anmutenden Arbeitsschritten bin ich mit dem Ergebnis nun recht zufrieden. Und ein wenig habe ich die Hoffnung, dass es irgendwann eine neue Version von Lightroom oder Photoshop (oder was auch immer) geben wird, welche dieses komplexe Verfahren ganz einfach präsentiert und dass damit die Erstellung wirklich guter Zeitraffersequenzen zum Kinderspiel wird.

Später werde ich einige Sequenzen im RAW-Modus aufnehmen, damit ist der Tonwertumfang deutlich größer und die Konvertierung in Lightroom bietet deutlich mehr Spielraum.


Ein Tag mit der Nikon AW-100

 

Als Sandra und ich wach werden ist es ein schöner sonniger Herbsttag. Draußen ist es kalt und klar, aber der Spätsommer hat sich verabschiedet, ganz eindeutig! Um 12h bin ich am Hauptbahnhof und treffe mich mit einem guten Freund aus alten Zeiten. Er ist eine wenig zufällig mal in Bonn. Eigentlich wohnt er jetzt in Hannover. Wir schlendern ein wenig durch die Stadt und quatschen über alte längst vergangene Zeiten. Er hat sein iPhone dabei, ich meine neue Nikon AW-100. Hier und da bleiben wir stehen und schießen ein paar Bilder. Um 13h30 landen wir im Roses, schräg gegenüber des Bonner Münsters. Es gibt Nudeln mit Scampis, lecker! Als mein Freund um 14h16 wieder mit dem ICE in Richtung Hannover verschwindet, laufe ich einmal quer durch die Stadt. Mein Auto steht im Parkhaus an der Oper.

Aber da ist ja noch der Bonn Münster, schnell mal rein und ein paar Testbilder für meinen BLOG machen…

Hier ein kleiner “Zoom-Test” – Volles Weitwinkel gegen maximale Tele-Brennweite.

Wie schlägt sich die AW-100 bei wenig Licht in einer Kirche (Bonner Münster) – Überraschend gut!!

Wieder daheim angekommen geht es Sandra immer noch nicht wirklich besser. Das Vernünftigste ist, sie bleibt im Bett. Ich packe während dessen eine Sachen zusammen. Mein weißes “Mädchenmotorrad” hat am Montag einen Termin in der Werkstatt in Rüsselsheim. Bei ihr wird es nicht so teuer werden wie bei meiner baugleichen blauen Turbine. Die weiße Turbine hat knapp 18.000 Kilometer auf dem Tacho, da steht also die 20.000er Inspektion an. Da Sandra im Gegensatz zur mir nie sinnlos den Gashahn aufreißt, schafft sie mit einem Hinterreifen die doppelte Laufleistung. Wirklich beachtlich! Die beiden Michelin Pilot Road 2 werden also wohl erst im nächsten Jahr wie bei der blauen K1200 gegen die neueren Michelin Pilot Road 3 ausgetauscht.

Um 17h30 bin ich dann startklar. Das Thermometer zeigt 17,5°C, ich bin warm eingepackt und es geht los nach Mainz. In den Höhenlagen von Eifel und Hunsrück ist es schon kalt und es wird in 90 Minuten dunkel. Also verkneife ich mir die Fahrt durch die Berge und cruise einfach entspannt über die B42 am Rhein entlang. Was für eine tolle Strecke, was für eine Wetter. Zwar kriecht die Kälte langsam in alle Ritzen aber es ist trotzdem schön. Als ich die Loreley passiere geht gerade die Sonne unter. Nun wird es langsam frisch. Kurz drauf zeigt der Bordcomputer noch 12°C, teilweise sind es nur noch 10°C. Trotzdem macht die Tour Spaß. Ich bin froh, dass ich mir am Samstag bei Hein Gericke in Bonn noch eine neue Sturmhaube aus flauschig warmem Fleece gekauft habe. So ist es im Helm wirklich angenehm, auch wenn er jetzt etwas stramm sitzt. Aber es hat auch etwas Gutes, ich reiße mir beim Auf- und Absetzen nicht mehr die Ohren ab :-)

Kurz vor Rüdesheim sehe ich rechts eine Fähre. Warum nicht? Also kurz blinken und in einem scharfen Haken nach rechts, auch wenn es eigentlich nicht erlaubt ist. Die Überfahrt kostet 2,80 Euro und ich bin froh, dass ich mir kurz die Beine vertreten kann. Mein Telefon ist in einem der Koffer und die kleine AW-100 steckt in der Jackentasche. Raus damit und schnell ein Foto gemacht. Später werde ich wirklich überrascht sein wie schön es geworden ist!

In meinem Appartement dann der große Schock, der Kühlschrank ist mal wieder abgestellt und es gibt nur warmes Bier. Da hilft nichts, schnell rüber zur Tankstelle. Es gibt noch einen Burger und ein Desperados darf ich ausnahmsweise auch trinken, eigentlich ist der Verzehr alkoholhaltiger Getränke im Tankstellenbereich verboten! Aber wir kennen uns nun schon seit 2007 – da machen sie Jungs von der Tankstelle für mich mal eine Ausnahme :-)

Was für ein schöner Tag…


Biker’s Pleasure And Pain

Die Woche ist herum und es geht mal wieder mit der blauen K1200r heim nach Bonn. Die Wettervorhersage ist nicht wirklich toll und es sind auch nur noch 15°C. Also rein in die Regenkombi - das erste Mal seit über einem Jahr! So ist das wohl mit den meisten Regenkombis auf dieser Welt, jeder hat eine, jeder haßt sie, keiner nutzt sie, jedenfalls nicht freiwillig.

Als es bei Bingen anfängt zu regnen bin ich wirklich froh wetterfest eingepackt zu sein. Zwischendurch kommt immer mal wieder die Sonne heraus, es ist trotz allem eine wirklich schöne Tour.

Als ich drei Stunden später daheim ankomme sind die Nachrichten nicht wirklich gut. In der Post finde ich ein Trauerschreiben, die Beisetzung ist am nächsten Freitag. Außerdem liegt meine Mutter seit Mittwoch im Krankenhaus, ein Herzinfarkt. Nein, es sind keine guten Nachrichten. Doch mein kleines Motorrad-Video ist gefilmt und nach einem “Schnell-Schnitt” auch schon online.

Also, hier ist es nun, ein unbeschwertes Video das entstand als ich noch nicht ahnte welche Nachrichten mich erwarten würden.

Wir starten in Bingen und fahren auf der B9 vorbei an St. Goar, Bacharach, Boppard, Oberwesel, Koblenz, Bad Breisig, Remagen, Oberwinter bis nach Bonn. Immer wieder eine schöne Tour, auch wenn es mal regnet. Es ist wie im “echten” Leben, da scheint auch nicht immer nur die Sonne…

 

 


Kältetest mit Nikon P7100

Die Nacht war wieder viel zu kurz und die Woche beginnt wie immer völlig überraschend. Um 6h30 bin ich startklar. Mit der blauen BMW geht es über die Dörfer nach Ahrweiler, dann über Altenahr und Ahrbrück in Richtung Adenau. Vorbei am Nürburgring über Cochem nach Kaub. Weiter nach Simmerin, ich will via Bad Kreuznach nach Mainz. Irgendwann lese ich auf dem Display meines TomTom Urban Rider, dass die voraussichtliche Ankunftszeit mit 11h30 veranschlagt wird. Das ist nun doch ein wenig zu spät.

In der Nähe von Simmern plane ich um “Mainz – Schnellste Strecke”. Es geht auf die B50 in Richtung Stromberg. Nach einer endlosen Baustelle geht es dann zügig vorwärts. Was ich nicht weiß ist, dass auf der A3 ein Gefahrgut-Transporter verunglückt ist. Die gesamte A3 ist gesperrt, es ist Phosphor-Säure ausgelaufen. Vermutete Ursache: Sekundenschlaf…

Kaum bin ich auf der A61 stehe ich im Stau und in was für einem Stau! Zusätzlich ist es blöd, dass direkt vor mir mehrere Polizeifahrzeuge ebenfalls im Stau stehen. Nach etwa einer Stunde habe ich es zum Rastplatz Hunsrück geschafft. Über die winzige Zulieferer-Straße verlasse ich heimlich still und leise die Autobahn. Es geht scharf links, eigentlich ist diese Straße nur für die Land- und Forstwirtschaft frei gegeben. Das TomTom blinkt, eigentlich darf ich hier gar nicht her fahren… Etwas später bin ich dann bei der Stromburg in Stromberg. Kurz drauf versuche ich mich erneut mit der A61 und lande mitten in einer Großbaustelle. Ja hört das denn niemals auf? Um kurz nach 11h bin ich im Büro, frisch geduscht und umgezogen, hat doch noch geklappt…

Später am Abend gibt es noch einen Burger in Oppenheim, das Wetter ist schön und ich genieße die Kilometer auf der B9 am Rhein entlang. Mit hereinbrechender Dunkelheit erreiche ich mein kleines Mainzer Appartement. Die frisch “reparierte” neue Nikon P7100 habe ich in einem der Motorradkoffer dabei. Und mir kommt in den Sinn, dass ich sie einem kleinen Kältetest unterziehen könnte. Ein paar Bierflaschen werden beiseite geschoben und dann kommt die P7100 in den Kühlschrank hinein. Tür zu – Tür auf – Bier raus – Tür zu – Tür auf – Bier raus – Tür zu – so geht das eine ganze Weile. Später schneide ich schnell am Mac mit iMovie eine kleines Filmchen zusammen und denke mir für den Schluss noch eine kleine völlig unerwartete Überraschung aus :-)

 

Hicks…


Von Bernkastel nach Koblenz

Es ist wieder Wochenende und es geht an einem wirklich supertollen Spätsommertag mit der blauen K1200 heimwärts. Woher fahren wir denn diesmal? Ich habe noch die mahnenden Worte meines Nachbarn Tobias im Ohr “Du musst auch mal woanders entlang fahren. Immer nur am Rhein, das wird auf Dauer doch total langweilig!”

Wie Recht er doch hat, nicht nur für Euch “Zuschauer” sondern auch für mich als”Filmproduzenten” ist es schön mal ab und zu eine neue Strecke auszuprobieren. Da es einer der letzten schönen Tage sein wird, habe ich mir etwas besonderes überlegt. Es soll von Mainz über die A60/A61 und die B50 nach Bernkastel an der Mosel gehen. Dann ganz entspannt an der Mosel entlang nach Koblenz, dort auf die B9 und ab nach Hause.

Einige kleine Videoschnipsel habe ich dazu ja schon gepostet. Heute war dann nach ziemlich genau 132 Stunden der “Roh-Film” erstellt, der alle drei Kameraperspektiven enthält. Darüber habe ich ja auch schon kurz berichtet. Aus diesem “Rohfilm” habe ich dann heute einen kleinen Extrakt erstellt und ihn mit etwas “Chilout-Musik” unterlegt die zum Lieferumfang der Software “Magix Retten Sie Ihre Videocassetten” gehört.

Hier ist nun mein Video! Vielleicht bedenkt ihr beim Anschauen, wie viele Kilowattstunden Strom für die Erstellung und den Upload notwendig waren! :-)

Hier nochmals die Tour in der Übersicht – das Video zeigt den Abschnitt von Bernkastel nach Koblenz und ein Stückchen der B9 in Richtung Bonn.


Von Bernkastel nach Koblenz

Es ist wieder Wochenende und es geht von Mainz zurück nach Bonn – nur wie?? Um 15h bin ich startklar, den TomTom Urban Rider “sage” ich zunächst, dass es mir den Weg nach Bernkastel an der Mosel zeigen soll. Meine K1200r Sport ist vollgetankt und es geht bei Mainz auf die A60 in Richtung Westen. Bei Bingen wechseln wir auf die B61, kurz hinter Stromberg biegen wir ab auf die B50 in Richtung Bernkastel. Nach etwa 120 Kilometern bin ich dann an der Mosel. Das Wetter ist ein Traum und ich bin wirklich glücklich, dass wir nach dem durchwachsenen Sommer nun einen schönen Oktober haben.

In Bernkastel ein kurzer Stopp und nun werden alle Kameras “gezündet”. Beim Aufsteigen erwische ich die hintere Kamera mit dem Fuß und dabei habe ich sie dann tatsächlich abgeschaltet. Dies fällt mir aber erst beim nächsten Zwischenstopp und der “Kamerakontrolle” an einer Baustellenampel auf – na egal, die hintere Kamera hatte eh fast nur Gegenlicht – ok – ist doch schade… Es ist DIE TOUR des Jahres und von drei Kameras laufen nur zwei :-(

Die Mosel hat deutlich mehr Brücken als der Rhein und so kann man munter lustig hin und her wechseln – ein Angebot, das ich auch gern annehme!

Bei Koblenz geht es dann auf die B9 und ab nach Bonn. Daheim angekommen wartet Sandra schon mit Wein und Pizza – großartig! Die Tour hat rund 4 Stunden gedauert, ich bin gut 300 Kilometer gefahren und hatte einfach nur Spaß – ein genialer Start isn Wochenende!

Dabei sah es am Vormittag zwischendurch noch so aus, als würde alles ins Wasser fallen. Es gab Probleme bei der Installation unseres neuen Software-Releases in einer Windows 2003 Umgebung mit Citrix Servern. Ein zentrales Steuerelement der DateTime-Picker hat immer das aktuelle Datum angezeigt und man konnte das Datum auch nicht löschen. Blöd, wirklich blöd und so wäre ein sinnvoller Test durch die Fachseite nicht nöglich gewesen. Aber dank der tollen Zusammenarbeit mit unserem überaus pfiffigen Projektleiter war das Problem um 13h aus der Welt und so konnte ich einen der letzten Tage doch noch genießen und eine Tour fahren die nicht ganz alltäglich ist.

Und so sah sie aus: (Der Link öffnet die Karte in Google-Maps, oder einfach das Bild anklicken, dann wird es groß)

Nach der Pizza schaut sich Sandra eine Doppelfolge von Cobra 11 an. Ich als “Fernsehverweigerer” schneide noch schnell zwei Videos aus dem vieln Material das ich auch heute wieder eingefangen habe…

Zunächst die letzten Minuten bevor ich Bernkastel an der Mosel erreiche. Der “Abstieg” von der B50 hinab zur Mosel ist wirklich schön!

 

Dann habe ich hier noch einen Soundcheck mit der GoPro HD HERO 960 in einem komplett geschlossenen Unterwassergehäuse. Die Kamera ist mit einem Rohrhalter an den Superbike-Lenker (AC-Schnitzer) meiner K1200 Sport montiert. An der Shell Tankstelle kann ich von der Kasse aus sehen, wie ein paar Autofahrer neugierig um mein Moped mit den drei GoPro Kameras und dem TomTom Navigationssystem herumschleichen – irgendwie sind die Kameras doch ein wenig peinlich, aber ohne sie gibt es keine Videos…

 

Morgen gibt es dann ein volles heimisches Programm. Bloggen, aufräumen, Bürokrams erledigen und nachmittags zusammen mit Sandra ihr neues Auto abholen. Ob sie dann endlich wieder schlafen kann??

 


Nikon D7000 und Micro Nikkor AF-S 2.8/40mm DX

Es ist Freitag, Sandra hat Urlaub, ich habe meinen freien Tag und wir können ausschlafen – super! Zur Mittagszeit geht es mit meinem “Mädchen-Motorrad” zur Bonner Peugeot Niederlassung. Wegen des krassen Ölverlusts am letzten Wochenende hat Sandra mein Auto am letzten Montag dort abgeliefert. Heute um 13h soll meine Dieselrakete wieder heil sein, mal sehen ob das klappt! Um 12h30 trudeln wir zwei mit dem Motorrad an der Werkstatt ein. Der Meister macht gerade eine Probefahrt. Na prima, da ist noch Zeit um gegenüber bei BMW schnell mal einen Monteur zu fragen ob er eine Idee hat, wie man die Sitzbank herunter bekommt. Diese Aktion ist fast ein wenig witzig. Während der Meister mit dem gesamten Körper auf dem Heck meiner K1200r jongliert versucht einer seiner Monteure mit dem Zündschlüssel die Sitzbank zu entriegeln. Irgendwann haben sie es dann tatsächlich geschafft. Und es wird auch klar wo das Problem lag. Diese Sitzbank hat die Möglichkeit, dass man das Service-Heft mit zwei dicken Gummibändern unterhalb der Sitzbank festschnallen kann. Bei der letzten Inspektion hat sich scheinbar genau dieses Gummi gelöst und ist zwischen den kleinen Haken, den man mit dem Zündschlüssel drehen muss und die Sitzbank geraten. Der Monteur kann es kaum glauben und sprüht sicherheitshalber mal alles mit Silikonspray ein. Danach läßt sich die Sitzbank wunderbar leicht schließen und wieder entfernen, super!!

Gegenüber ist nun auch mein Auto eingetroffen. Die Rechnung ist wie erwartet ziemlich hoch. Der Ölverlust war auf eine defekte Hochdruckleitung der Servolenkung zurückzuführen. Außerdem wurde noch das Abgasrückführungsventil ausgetauscht. Alles zusammen kostet der Spaß 1502,- Euro – Schluck… Aber nun ruckt er endlich nicht mehr, nun macht das Fahren mit diesem Auto wieder Spaß!

Kaum daheim angekommen klingelt es an der Türe, der DHL-Bote ist da. Ein Päckchen von amazon.de, was da wohl drin ist?

 

Am Samstag geht es dann ins Siebengebirge. Wir genießen den schönen Sommertag und lassen die Woche bei einem Salat mit Rinder-Filet-Streifen auf dem Petersberg ausklingen. Während des wunderschönen Sonnenuntergangs mache ich noch ein paar Testbilder mit der Nikon D7000 und dem neuen Micro Nikkor AF-S 2.9/40mm DX – was für eine Typenbezeichnung…

Wieder daheim suche ich eines der Bilder aus und konvertiere es mit Nikon Capture in ein schönes großes JPG - Wow – wirklich viele feine Details sind da zu sehen und das ganz ohne Stativ. Einfach nur ein schnelles Knipsbild das im Vorbeigehen entstanden ist.

Wer neugierig ist, kann sich das Bild hier anschauen. Einfach Anklicken um das große Original (5.8 MB) zu sehen.

Hier ist ein Ausschnitt der etwa einer 1:1 Ansicht entspricht:

Der Detailreichtum und die Schärfe sind wirklich verblüffend. Die 254,- Euro für dieses Objektiv waren eine gute Investition. Richtig cool ist es auch, dass nun Videos in voller HD Auflösung mit einem Motivabstand von wenigen Zentimetern möglich sind. Das kann eine “normale” HD-Videokamera NICHT!!


B54 die Aarstraße

 

Und wieder steht das Wochenende vor der Türe. Morgens bin ich noch zur Massage bei Hermann, meinem motorradfahrenden Physiotherapeuten. Wir unterhalten uns über die schönsten Routen und er schlägt mir für den Heimweg die Straße durch das Aartal vor. Nach der Arbeit geht es kurz zum Umziehen in mein Appartement. Der kleine Mac läuft noch. Super, da kann ich gleich die Route planen. Nach mehreren Anläufen gebe ich es aber auf. Der TomTom Routenplaner ist einfach für nichts zu gebrauchen. Die Touratech-Software läuft nicht auf dem Mac und mit Garmins BaseCamp kann man scheinbar keine Zwischenstopps einplanen. Vielleicht muss ich mich auch nur intensiver damit beschäftigten, aber dafür ist heute keine Zeit. Also muss der gute alte Grips ran!

Will sagen: Karte anschauen, einige wenige markante Wegpunkte ausgucken und das dann IM KOPF BEHALTEN!

Wenig später geht es los. Im Web habe ich gelesen, dass die Aarstraße aus Landes- und Bundesmitteln eine neue Straßendecke bekommt. Laut Zeitungsmeldung sollen die Arbeiten eigentlich schon abgeschlossen sein. Mal sehen… Es geht los und etwa 30 Kilometer später stehe ich kurz vor Adolsfseck dann vor der gleichen Straßensperre vor der ich schon bei der Tour mit Oli und Hauke stand. Aha, Oli wollte mit uns durch die Aarstraße fahren!!

Da hilft nichts, ich muss durch Bad Schwalbach fahren und einen kleinen Umweg nehmen. Meinen TomTom gebe ich als Ziel “Burg-Hohenstein” ein und schon geht es los. Nach einigen schönen Kurven stehe ich dann am Abzweig zur B54. Ich habe die Aarstraße gefunden, endlich!

Nun stellen sich diese beiden Fragen:

  • Rechts abbiegen nach Burg-Hohenstein und dann alles wieder zurück???
  • Links auf direktem Weg nach Hause?

Ich entscheide mich für LINKS.

Die B54 ist toll, aber leider viel zu kurz! Nach ein paar Minuten echtem Fahrspaß geht es immer wieder von einer Ortschaft in die Nächste. Ok, die Orte sind ganz nett, aber ich will fahren nicht gucken!!

Ein Stück vor Limbug geht es dann nach links ab, mein Ziel ist das Gelbachtal. Auch hier ist es großartig, Kurven so weit das Auge reicht und niemand sonst unterwegs, echtes Bikerglück!! Irgendwann komme ich dann auch an die Schaumburg bei Balduinstein, ein GROSSARTIGES Panorama!! Es geht eine Weile an der Lahn entlang und dann hoch in die Berge und ab in Richtung Norden. Als ich daheim ankomme, ist Sandra überrascht wie schnell ich heute war. Tja so ist das wenn man nicht “am Rhein entlang schwuchtelt” wie es einer meiner YouTube-Hasser zu nennen pflegt :-)

Die drei kleinen GoPro-Kameras haben diesmal recht lange durchgehalten und es sind auch keine großen Insekten gegen die Objektive geklatscht. Später montiere ich dann mit “Magix Video de Luxe 17 HD” (ist das ein geiler Name für eine Software…) einen meiner beliebten “TRUE 3D” Filme zusammen. Die musikalische Untermalung stammt von Allround-Genie und Elektronik-Pionier Gereon M. Hillebrand.


GoPro True 3D Ride

Es ist Wochenende und es geht wieder heim nach Bonn. Diesmal habe ich mir eine Strecke von Eltville via Braubach und Koblenz nach Bonn ausgesucht. Bei Eltwille ein kurzer Zwischenstopp. Die drei GoPro Kameras werden scharf geschaltet. Eine 1080er ist vorn am Bug, eine zweite links am Helm und Nummer drei ist am Heck montiert. In Braubach wird es mit der Zeit langsam eng. Sandra wartet daheim mit dem Essen. Also schnell in Braubach halten, die Kameras kontrollieren, eine SMS abschicken und weiter geht die Reise. Etwa eine Stunde später bin ich daheim und staune nicht schlecht, dass alle drei Kameras völlig synchron aufgezeichnet haben. Lediglich die Akkuladungen reichen nicht gleich lang. Die GoPro am Bug mit angesetztem LC-Display ist immer als erste am Ende ihrer Kräfte. Das Display braucht scheinbar auch dann Strom, wenn es gar nicht eingeschaltet ist – blöd – wirklich blöd!

Die Kameras habe zusammen fast 40GB Video-Material aufgezeichnet. Später setze ich ein 3-faches Bild im Bild im Bild zusammen und exportiere es mit Magix Video de Luxe 17 als 120 Minuten langes WMV auf die Festplatte. Der Spaß dauert fast 8 Stunden! Danach wird es wieder importiert, geschnitten und beschleunigt. Zur Untermalung wähle ich Highwaystar von Deep Purple in einer Version von Gereon M. Hillebrand und seinen Kumpels aus. Das Video wird so geschnitten, dass es zur Länge des Songs passt. Dann wird es erneut exportiert und in Full HD bei YouTube veröffentlicht. Am Samstagnachmittag ist es dann soweit, das neue Biker-Filmchen ist online :-)


Vier Jahreszeiten?

Irgendwie kommt der Sommer nicht in Gang, nun haben wir schon den 18. August und entweder regnet es oder es ist drückend warm und ein Gewitter liegt in der Luft. Na wenigstens war der Frühling schön. Neulich habe ich bei Facebook gelesen, dass da jemand die Vier Jahreszeiten umdefiniert hat: Frühling Arschloch Herbst und Winter…

Ein wenig kann ich mich damit identifizieren, so wie in dieser Geschichte:

Es ist Montag der 8. August und ich habe am 10. August beim Motorad Senger in Rüsselsheim einen Termin für die Bearbeitung einer Rückrufaktion. Es soll ein Hebel an der Hinterradschwinge getauscht werden. Der originale Hebel kann im Winter fest rosten, was bei der ersten Ausfahrt nach dem Sommer zu Problemen führen könnte. Ok, es kostet mich nur eine halbe Stunde, warum also nicht. Bezahlt bekommen die Leute vom Motorradhaus die Arbeit durch das BMW-Stammhaus. Also machen sie das auch ganz gern.

Es ist also Montag und eigentlich würde ich lieber mit dem Auto zur Arbeit nach Mainz fahren, denn die Wetterfrösche verheißen wenig Gutes! Aber ich habe nun einmal diesen Termin. Also bitte ich Sandra mich um 5h zu wecken. Um 6h bin ich startklar, es geht mit der blauen K1200r nach Mainz. Die Koffer habe ich schon am Vorabend gepackt, also schnell das Moped aus der Garage holen, vor der Haustüre alles montieren und los geht es. Meine beiden GoPro Kameras habe ich am Lenker und der Rücksitzbank befestigt. Auf den ersten Metern fällt die Entscheidung heute mal fast die komplette Wegstrecke über die B42 zu fahren. Meist nehme ich morgens die B9 und ab Bingen die A61. Heute soll es mal die B42 sein und heute laufen zwei Kameras mit!

Auf der Bonner Südbrücke beginnt es dann schon zu regnen. Aber ich will mir die gute Laune nicht verderben lassen. So geht es fast 50 Kilometer durch leichten Nieselregen in Richtung Süden. Alles immer schön vorsichtig, wir wollen uns ja nicht auf die Klappe legen.

Ab Koblenz kommt dann sogar die Sonne raus und es macht so richtig “Bock”. Auf der Höhe von Wiesbaden verlasse ich einfach mal die Autobahn und überlasse die Navigation meinem TomTom Rider. Es geht durch ein Industriegebiet und dann am Rhein entlang. Über die Theodor-Heuss-Brücke und danach durch die Mainzer Innenstadt zu meinem Appartement. Als ich dort ankomme ist es ein schöner Sommertag geworden. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Schnell duschen und umziehen, dann ab ins Büro.

Am Mittwoch geht es um kurz nach 14h schnell rüber nach Rüsselsheim. Die Reparatur dauert wirklich nur ein paar Minuten. Es gibt noch einen kostenlosen kurzen Check und danach geht es auch schon wieder heimwärts. Am Ende der Woche scheint dann immer noch die Sonne, so ganz schlecht meint es der Sommer dann doch nicht :-) Ich bin um kurz vor 18 hauf dem Moped, es geht kurz auf die Autobahn, aber da ist wieder die Hölle los. Also runter und durch Ingelheim in Richtung Westen. Bei Bingen entschließe ich mich als nächstes Ziel Cochem an der Mosel in mein TomTom Urban Rider einzugeben. Autobahnen sollen gemieden werden und so geht es auf verschlungenen Landstraße nach Rheinböllen. Dort fahre ich auf die B50 auf, aber nur ein paar Kilometer. Dann geht es in Richtung Norden nach Cochem. Und auch das macht so richtig “Bock”. Die Tour ist super cool, die Sonne scheint, es ist angenehm warm und meine Landstraße sind frei. Stunde um Stunde gleite ich durch wundervolle Landschaften nach Norden. Kurz vor Cochem geht es ein kleines Stück an der Mosel entlang, dann über eine Brücke und mitten durch die Stadt. Nun bin ich in der Eifel, der Nürburgring ist nicht mehr weit, die Sonne steht tief und es ist einfach nur eine tolle Route. Ich schwinge mich durch Serpentinen und flitze über schmale Landstraßen. Was für ein Tag.

Leider habe ich bei all dem Männerspass total unterschätzt wie weit das alles ist und so komme ich erst nach fast vier Stunden daheim in Bonn an. Sandra ist schon seit Stunden da, sie hat eingekauft und ein Abendessen gemacht. Als ich meine Wohnung betrete finde ich sie mit Tränen in den Augen vor. Ich bin ohne Pause, ohne Punkt und Komma vier Stunden Motorrad gefahren und habe völlig vergessen, dass wir uns eigentlich um 19h daheim treffen wollten. Big Shit, dieser Abend ist gelaufen!

Bis mein kleines Video der verregneten Fahrt vom 8. August fertig ist vergehen ganze 10 Tage!

Aber hier ist es nun. Leider ruckt es manchmal ein wenig. Das könnte an unterschiedlichen Aufzeichnungsraten liegen, also 25 kontra 30 Bilder pro Sekunde. Aber sicher bin ich mir nicht :-( Es ist also nicht so schön anzuschauen wie ich es mir wünschen würde und auch hier ist die Royalty Free Music wieder ziemlich langweilig. Aber vielleicht gefällt dem einen oder anderen mein kleines “Zeitdokument” ja trotzdem :-)

 

Mein “sonniges Rückreise-Video” schlummert derweil noch auf einer Speicherkarte und wartet darauf zusammen gesetzt und geschnitten zu werden. Na vielleicht klappt das bis Sonntag, mal sehen…

 


Via Eifel und Hunsrück von Bonn nach Mainz

Und wieder ist es Montag und wieder geht es von Bonn nach Mainz und wieder bin ich um 6h startklar. In dieser Woche nehme ich nach langer Zeit mal wieder mein “Mädchenmoped”, denn am Mittwoch habe ich um 14h30 beim Motorradhaus Senger in Rüsselsheim einen Termin. Es soll ein Hebel am Fahrwerk gewechselt werden, alles kostenlos und im Rahmen einer Rückrufaktion. Als ich startklar bin, muss noch schnell entschieden werden wo heute die kleine GoPro Kamera befestigt wird. Meine weiße BMW K1200 hat (noch?) keine Befestigungskugel für einen RAM-Mount-Halter. Also verwende ich den kleinen Plastikhalter, eigentlich ist er für Fahrradlenker gedacht!

Es geht auf die Autobahn in Richtung Süden. Bei Grafschaft fahre ich einfach weiter geradeaus in Richtung Nürburgring. In der Nähe der Sommerrodelbahn halte ich kurz mal an um die GoPro Kamera zu starten. Das Display hilft ein wenig bei der Ausrichtung. Danach wird es abgeschaltet. Später werde ich mich ärgern, dass ich nicht sorgfältiger war. Die Straße sieht man nur ganz oben im Bild, wirklich schön ist das nicht, aber es ist ja auch der erste Versuch mit meiner weißen Rakete :-)

Es geht vorbei am Café Ahrwind, das früher einmal Fahrtwind hieß. Nach dem Wechsel des Pächters wurden einfach nur zwei Buchstaben entfernt. Das neue Café Fahrtwind ist nur ein paar Kilometer weiter südlich. Es ist noch dunkel und die Kälte kriecht langsam durch die Kombi. Das warme Innenfutter habe ich mal daheim gelassen, die Wettervorhersage geht von 24°C am Nachmittag aus, da würde ich mit Innenfutter vor Wärme sterben. Also muss ich jetzt frieren!

Auf den Straßen ist wenig los, die Fahrt macht Spaß. Den neuen Shoei XR 1100 habe ich ziemlich zugestopft, nun ist er relativ leise und es zieht nicht an den Augen, aber dafür beschlägt jetzt sogar das Antibeschlagvisier – man kann nicht alles haben! Nach dem Nürburgring geht es weiter in Richtung Cochem an der Mosel. Nachdem ich die Mosel überquert habe geht es in Richtung Hunsrück. Inzwischen ist es schwer neblig geworden. Die Suppe ist doch dicht, dass man kaum schneller als 70 km/h fahren kann. Zweimal taucht direkt vor mit ein weißer LKW aus dem Nichts vor mir auf, was für Schrecksekunden.

Nach etwa 100 Kilometern geht es für kurze Zeit auf die B50, die Baustelle ist immer noch nicht fertig. Genau hier bin ich zuletzt am Donnerstag im allerschönsten Abendlicht i umgekehrter Richtung entlang gefahren. Während ich mit 60 km/h einen Audi A6 “verfolge” denke ich darüber nach, ob ich vielleicht beide Videos geschickt kombinieren könnte.

Dann bin ich schon bei Rheinböllen. Es geht runter von der autobahnähnlichen B50, ab zur nächsten Tankstelle. Nach dem Tanken vergesse ich dann die Kamera wieder einzuschalten. So geht es dann total vorschriftsmäßig weiter über Stromberg, Bingen und Ingelheim in Richtung Mainz. Hätte ich gewusst, dass ich eh nichts filme wäre ich vielleicht etwas flotter gefahren :-( Aber egal, als ich in Mainz eintreffe scheint die Sonne, ein toller Sommertag beginnt. Schnell zum Appartement, duschen umziehen und dann ins Büro. Was für eine coole Tour – im wahrsten Sinne des Wortes – leider aber nicht ganz vollständig gefilmt :-( Ach egal, in 1080p hat die kleine GoPro ganze 12GB auf der SD-Karte gespeichert – das sollte ausreichen!

Später am Abend geht es noch einmal dem kleinen Mac Mini an den Kragen. Er steht noch halb zerlegt mit der neuen 500GB Hybrid-Festplatte in meinem Appartement. Seit dem Festplattentausch und der Installation von OS-X Lion vor einigen Tagen produziert er ständig Fehlermeldungen. Eine Woche zuvor hatte ich abends gemeinem mit meinem Nachbarn Tobias die Platte zurück getauscht, aber alles ohne Erfolg. Danach hat der Verbindungsaufbau zur Tastatur via BlueTooth nicht mehr funktioniert. Mir war unklar warum und so habe ich in der letzten Woche eine billige USB-PC-Tastatur samt Funkmaus gekauft. Eigentlich dachte ich, die Funkmaus würde über Bluetooth mit dem Mac kommunizieren, aber falsch gedacht, es gibt noch andere Funk-Standards! So konnte ich also mit der kleinen neuen Maus kein “Ersatz-Bluetooth” einrichten :-(

Am Wochenende habe ich mir dann daheim in Bonn einen kleinen HAMA Nano-USB-Bluetooth Stöpsel gekauft. Einen Mac-Treiber habe ich dafür nicht gefunden, Ob der Stöpsel wirklich am Mac funktionieren wird? Ich stecke ihn also mal in einen freuen USB-Port, er blinkt, aber es funktioniert nicht. Der halb zerlegte Mac kennt keine Blue-Tooth-Devices mehr. Also herunter fahren, Strom abstellen und schauen was los ist. Die Ursache ist schnell gefunden, es ist eines dieser winzigen Kabel abgerutscht. Es geht zu einer der drei Antennen, sicher ist das die Bluethooth-Antenne! Nach einem wirklich behutsamen Versuch ist der Mac dann so zusammen gesteckt, dass es mit der Blueteooth Connection klappt.

Aber die Fehlermeldungen kommen immer noch:

  • Der NovamediaDiskSupressor ist eine Power-PC Anwendung die nicht mehr unterstützt wird
  • Die Kernelerweiterung IOKitUSBMassStorageClass.kext oder eine Abhängigkeit davon wurden nicht gefunden
Vielleicht hilft eine Reparatur-Installation? Nur wie geht das? Eine DVD habe ich nicht, weil ich das OS-X Lion über den neuen Appstore installiert habe! Aber auch hier hilft es weiter wenn man eine Suchmaschine wie Google bedienen kann :-) Man öffnet den AppStore und klickt mit gedrücktem “Options-Key” auf die “Purchased-Items”. Ok?! Was ist am Mac der Options-Key? Noch mal googeln, gemeint ist die Alt-Taste! Super, es klappt auf Anhieb! Nun steht neben allen gekauften Programmen statt “installiert” das freundliche Wörtchen “installieren”. Also schnell klicken und schauen was geschieht. Ohje, der Download muss erneut ausgeführt werden und das dauert locker 5 Stunden. Mitten in der Nacht ist der Download fertig und ziemlich verschlafen starte ich die Reparatur-Installation. Als ich am Dienstag um 7h13 die Dusche verlasse ist die Installation durch, aber die Fehlermeldungen kommen noch immer. Also geht es für ein paar Stunden ins Büro und dann können wir uns wieder dem kleinen noch immer halb zerlegten Mac widmen!
 
Nach einer längeren Suche auf der Festplatte finde ich dann die Zugangssoftware zum 4 Jahre alten Vodafone UMTS-Stick. Da wird der Novamedia-Krams verwendet. Weg damit und schon ist es eine Fehlermeldung weniger! Im Verzeichnis /System/Library/Extensions finde ich dann auch die schrottreife Kernelerweiterung. Ab in den Papierkorb damit und schon ist Ruhe! Super, schnell den Deckel drauf stecken und das Montagsvideo schneiden. Irgendwann nach Mitternacht ist es fertig, es muss nur noch exportiert werden. Am Mittwoch um 7h14 ist der Export fertig, aber das 11 Minuten lange Video ist fast 4GB groß! Wie soll ich das zu YouTube hinüber schaufeln? Ganz einfach, gar nicht! Also einen neuen Export in iMovie starten, diesmal direkt zu YouTube. Rund 12 Stunden später ist das Video dann tatsächlich online.
 
Wirklich schön und spannend ist es nicht und die ganze GEMA-freie Musik ist eher nervtötend.
 
Aber was will man machen “ohne Arme”? Nimmt man coole Musik verletzt man sicher irgendein Urheberrecht und die Trickserei mit schneller, leiser & Co. funktioniert auch nicht. YouTube erkennt sogar Musik die während einer Videoaufzeichnung in einem Auto im Radio lief! Klar kann man das Beschwerdeformular ausfüllen, aber das hilft langfristig nicht weiter. Das Video ist danach vielleicht für ein paar Tage wieder online, wird aber mit großer Sicherheit irgendwann wieder gesperrt. Wirklich nervig ist das!
 
Aber egal, hier ist mein neues Meisterwerk – seid stark!! :-)
 
 
 
 

Zeitraffer mit GoPro HD HERO 960

Es ist Freitag, die Wohnung ist nun ein wenig aufgeräumt und gesaugt habe auch schon. Während das kleine MacBook im Hintergrund meinen neuen “Fahrfilm – Rüdesheim nach Bonn” bei YouTube hoch zu laden versucht, schaue ich mir mein “Werk” mal an. Die Zeitraffersequenz am Ende ist mir irgendwie zu langsam. Also lege ich ein neues Projekt an und ziehe nur die zweistündige “Wolkensequenz” hinein. Mit iMovie kann ich das um den Faktor 20 beschleunigen. Ohne weitere Änderungen mache ich einen Export auf die Festplatte und verwendet den Quicktime-Exportfilter. Bei der Kompression wähle ich die höchste Qualität, den Ton schalte ich ab, da gibt es eh nichts zu hören. Nach etwa 30 Minuten ist der Export abgeschlossen.

Nun importiere ich den um 2000% beschleunigte  Filmschnipsel. Schnell einen Titel und den üblichen Abspann einfügen und das Tempo erneut um den Faktor 5 beschleunigen. Nun ziehen die Wolken so richtig dramatisch schnell über die Bonner Museumsmeile. Leider hat die kleine GoPro Kamera mit der ich das Video aufgenommen habe ein krasses Weitwinkelobjektiv mit 170° Blickwinkel. Es sind sogar noch die Ränder des Fensterrahmens zu sehen und der Horizont ist krumm wie eine Wurst. Je dunkler es wird um so höher hat die Kamera den ISO-Wert geschraubt und parallel die Rauschunterdrückung hochgefahren. Zum Ende hin ist der Film dadurch ziemlich unscharf. Aber egal, es ist ja nur ein Experiment!  Mit iMovie kann man sehr leicht einen Ausschnitt wählen der den Fensterrahmen nicht enthält. Durch den Beschnitt reduziert sich die ohnehin geringe Auflösung leider nochmals um ca. 50%!!

Schnell noch eine passende musikalische Untermalung aus dem iMovie-Archiv heraussuchen und dann ab nach YouTube. Beim Upload wähle ich eine kleine 380p, mehr würde keinen Sinn machen, da einfach nicht mehr an Informationen “drin” sind.

Der Upload läuft parallel zum riesigen “Fahrfilm”. Über mein 6 MBit/s “Hausfrauen-DSL” ist der winzige Filmschnipsel nach etwa 30 Minuten schon online – wer hätte das gedacht :-)

Und hier ist es nun, mein neues Experiment:

 

Und pünktlich zu Kaffee und Kuchen ist dann auch das Monstervideo online – der Soundtrack stammt übrigens von Dredge!

UPDATE: Und genau dieser Soundtrack scheint das Problem zu sein! Obwohl die Musik in mono, leiser und 4% schneller unterlegt ist wird sie vom YouTube Content-Filter als BMG-Content erkannt. Daher ist das Video weltweit sichtbar, nur nicht in Deutschland. Ich habe jetzt mal via Audio-Swap irgendeinen belanglosen Title aus der Rubrik “Easy Listening” unterlegt – Dancing with desire – heißt der Song. Mal sehen wie lange die YouTube Server-Farm brauchen wird um das riesige Video einmal durch den Fleischwolf zu drehen…

 

 


Eine neue Woche in Mainz

Update am 12.08.2011:

Hier habe ich noch eine Version mit GEMA-freier Musik. Die sollte man sich hoffentlich auch in Deutschland ohne Probleme anschauen können :-)

 

Als mein Telefon klingelt ist es 5h morgens, es ist mein privater Weckruf und es ist schön am Morgen Sandras vertraute Stimme zu hören. Kurz drauf stehe ich unter der Dusche, dann schnell anziehen und das Motorrad satteln. Heute darf mal der Tankrucksack mit den ich noch nie benutzt habe, Kollege Hauke möchte ihn sich mal anschauen. Der Rucksack ist ganz praktisch, hätte ich gar nicht gedacht! Es passt sogar die Nikon D7000 hinein, endlich kann ich mal einen Fotoapparat auf dem Motorrad mitnehmen ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen – cool!

Als es losgeht ist es noch vor 6h – es ist Sommer und doch recht kalt – das Thermometer zeigt gerade einmal 15,5°C – ich trage nur eine Lederkombi und oben herum auch nur ein T-Shirt – nicht wirklich klug – damit hätte ich nicht gerechnet. Bei Bad Breisig fällt mir dann auf, dass die kleine GoPro Kamera wieder einmal im Fotomodus war und ich bei meiner Abfahrt nur ein Bild geknipst habe statt die Aufnahme zu starten. Aber das wird jetzt nach geholt. Kaum habe ich den Seitenstreifen verlassen kommt von hinten ein Typ in einem Porsche, Lichthupe, dicht auffahren, ganz plötzlich steht Pimmelfechten auf dem Programm. Also kurz den Gashahn aufreißen, 2. Gang, 3. Gang, wenige Sekunden vergehen und vom schweineteuren Porsche sind im Rückspiegel nur noch zwei kleine Lichter übrig. Aber da heißt es dann auch schon wieder vom Gas zu gehen. Erstens darf man hier noch gar nicht so schnell fahren und zweitens ist da auch ein Bus der die freie Sicht versperrt. Der Typ im Porsche hat es kapiert, da fährt keine voll bepackte 125er vor ihm, er hält Abstand und kurz drauf ist er dann auch hinter den überholten Autos verschwunden. 2KG/PS sind kein schlechtes Verhältnis :-)

Es geht über die B9 nach Mainz, das Wetter ist nicht so schön wie erwartet. Statt des erhofften grandios eingefärbten Morgenhimmels gibt es nur Nebel im Rheintal. Aber kurz nach Bingen klart es dann auf. In Mainz steuere ich kurz mein Appartement an. Schnell umziehen und dann ab ins Büro, die Arbeit wartet.

Später kopiere ich die Video-Dateien auf meinen Mac Mini. Der Import der Dateien soll mehrere Stunden dauern, da bleibt Zeit für einen Besuch auf der Kirmes gleich nebenan. Als ich zurück bin ist immer noch nicht alles konvertiert, was für eine Datensintflut…

Bis das Video geschnitten, exportiert und bei YouTube hochgeladen ist werden mehrere Tage vergehen!

Am Donnerstag starte ich um kurz nach 7h den Upload. Das Video läuft knapp 28 Minuten und ist etwa 1,8GB groß – wow… Am Abend ist es dann geschafft, das Video ist online – aber in einigen Ländern wegen der unterlegten Musik von Joe Satriani gesperrt. Also schnell das Einspruchsformular ausfüllen, die Songs sind krass zusammen gedampft und die Lautstärke ist reduziert, das wird sich wohl niemand heraus kopieren und auf eine CD brennen wollen.

Schnell noch diesen kurzen Artikel schreiben und dann geht es auch schon wieder zurück nach Bonn. Draußen scheint die Sonne, die Batterie der kleinen GoPro ist frisch geladen und ich überlege welchen Weg ich fahren und filmen soll. Na, schauen wir einfach mal…

Los geht’s – bis später :-)


Happy Weekend

 

Es ist der letzte Arbeitstag dieser Woche. Aufstehen, duschen, anziehen, frühstücken und auf ins Büro. Ein Tag wie jeder Andere. Am späten Nachmittag geht es mit dem Motorrad zurück in mein Appartement. Ich muss an das gemeinsame Abendessen vom Dienstag denken. Am 18. Juli werde ich die buchhalterisch gesehen 1111-te Übernachtung in Mainz haben. Einige der Kollegen haben auch ein Jubiläum und so waren wir alle am Dienstag im Rheingau bei Eltville zum Essen eingeladen. Hier habe ich die Homepage des überragend guten Gutsausschanks Baiken verknüpft. Ein wirklicher Geheimtipp!!

Im Appartement heißt es dann die schmutzige Wäsche zusammen zu packen, kurz die Zähne zu putzen und dann in die Motoradkleidung zu steigen. Als ich “richtig” startklar bin, sind es 28°C und es geht leichter Nieselregen – was für ein Wetter. Auf dem Handy habe ich einen Stau-Melder. Dieses nützliche kleine Programm hat mir verraten, dass die A61 in beiden Richtungen gesperrt ist und dass auf er A60 auch 10 Kilometer Stau sind. Also geht es durch die Mainzer Innenstadt, über den Rhein und dann in Richtung Autobahn. Als die Autobahn in Sichtweite ist sehe ich in Richtung Norden einen krassen Stau, wie fies ist das denn? Also fahre ich in der anderen Richtung auf, jetzt bloß nicht wieder eine Stunde im Stau herumstehen, ich gehe fast ein vor Hitze. Während ich langsam zwischen den LKW in Richtung Frankfurt fahre, programmiere ich das TomTom Urban Rider um. Es lässt sich auch während der Fahrt ganz gut mit Handschuhen bedienen. Kurze Zeit später bin ich dann auf der A3. Hier ist es ziemlich voll, aber der Verkehr fließt wenigstens.

Irgendwo hinter der Black&Decker-Stadt Idstein ist dann etwas mehr Platz. Am Vorabend habe ich mir bei Polo in Mainz einen neuen Gehörschutz gekauft. Die kleinen Silikonstöpsel habe ich in den Ohren. Sie dämpfen die Fahrtgeräusche recht gut, aber jenseits der 100 km/h ist es mir trotzdem noch viel zu laut. An einer Raststätte halte ich kurz an und tausche die neuen Stöpsel gegen das gute alte Ohropax. Während ich an den Ohren herumfuchtele spricht mich ein älterer Herr an und möchte wissen, wie viel PS mein Motorrad hat. “Wow, 163 PS, das ist aber viel. Ich hatte früher mal eine Horex, die hatte so ungefähr 30 PS, das war damals die schwerste Maschine im Dorf und ich weiß noch wie ich die Mädchen damit beeindrucken konnte!” Er grinst :-) “Wie schnell fährt denn solch ein Motorrad?” “Tja, das kann ich ihnen gar nicht sagen, ich habe sie noch nie ausgefahren. Immer wenn ich mal kurz vor der Höchstgeschwindigkeit war ist irgendein Auto das viel langsamer war vor mir auf die Überholspur gewechselt. Aber ich denke sie schafft so etwa 260 km/h.” Der ältere Herr ist beeindruckt und geht seinen Diesel bezahlen.

Ich stülpe meinen Schuberth S1 pro über und fahre wieder los. Das Visier ist nach dem ganzen hin und her endlich so dicht wie es früher einmal war. Einen neuen Helm brauche ich eigentlich nicht – super! Nach ein paar Kilometern kommt eine kurze Strecke ohne Geschwindigkeitsbeschränkung, hier könnte ich mal versuchen den Top-Speed zu erreichen. Ich schalte also die kleine GoPro Kamera ein, richte sie aus und schaue mal was geht. Immer wenn ich bei 240 km/h bin zieht irgend eine olle Gurke mit 120 km/h auf die linke Spur. Also vom Gas gehen, abwarten und den nächsten Versuch starten. So geht das eine Weile. Trotz der völlig zugestopften Ohren höre ich das Gekreische des Vierzylinders der mit 9.000 U/min und mehr zwischen meinen Beinen werkelt. Ich muss mich ganz klein machen, sonst ist der Windruck unerträglich. Direkt vor mir die Gopro-Kamera und das TomTom. Wegen der schwül warmen Luft habe ich vor der Abfahrt alle Lüftungsschlitze von Jacke und Hose geöffnet. Nun flattert die Jacke wie verrückt. Ziemlich affig muss das aussehen wie ich da so mit über 200 über die A3 schieße. Aber es macht Spaß, allerdings wäre es für mich ohne Gehörschutz nicht denkbar.

Schuberth macht Werbung damit, dass mein Helm bei 100 km/h “nur leise” 85 dB(A) erzeugen soll. Wenn man sich mal ein wenig damit beschäftigt was das bedeutet findet man schnell heraus, dass ab 85 dB(A) in einem gewerblichen Umfeld ein Gehörschutz zwingend vorgeschrieben ist! Und diese 85 dB(A) haben wir bei nur 100 km/h!! Wie sieht es bei 240 km/h aus? Gefühlt würde ich sagen, dass das so laut ist wie die Turbine einer 747 kurz vor dem Start in 50 Metern Entfernung. Keine Ahnung wie andere “Helden der Landstraße” das ohne Gehörschutz aushalten. Aber egal, ich bin eben ein Weichei und meine Ohren sind von der jahrelangen Heizerei ohnehin schon krass geschädigt.

Wegen der vielen Schnarch-Nasen schaffe ich es wieder nicht den Top-Speed zu erkunden. Dann haben wir auch schon wieder ein Tempolimit auf 120 km/h, eine Baustelle, 130 km/h, Limbug, 100 km/h… Wenn das die Amerikaner wüssten! Viele denken, dass wir hier in Deutschland immer und überall so schnell fahren können wie wir das möchten. Aber das ist ein Irrtum! Manchmal denke ich, dass ich trotz der strengen Speed-Limits in den USA dort eine wesentlich höhere Durchschnittsgeschwindigkeit fahren kann als hier im total überfüllten Deutschland. In den USA gibt es einfach so unvergleichlich viel mehr “Platz”. Das ist wohl das was mich dort am meisten beeindruckt.

Aber egal, bei Siegburg verlasse ich die A3 und fahre quer durch das Siebengebirge nach Hause. Dort angekommen bin ich ziemlich erledigt und freue mich auf eine laaaaaaaaaange Zeit unter der Dusche :-)

Das Wochenende kann beginnen!!


Wenn der Vater mit dem Sohne

 

Ich glaube so hieß mal ein alter Film mit Heinz Rühmann – wie dem auch sei – heute wollen mein Sohn und ich eine kleine Motorradtour machen. Er hat um 13h20 die Schule aus und ich will ihn um 14h bei der Mama abholen. Ein Stunde vorher werfe ich noch einen Blick auf mein Telefon, da ist eine SMS von Leon. “Hi Papa, es ist 7:17 und ich bin gerade aufgestanden. Es regnet, sollen wir nicht heute lieber etwas anderes machen?” Ein kurzer Blick aus dem Fenster, der Himmel ist schwer bewölkt aber vielleicht haben wir doch Glück. Ich antworte ihm per SMS, dass wir es doch versuchen sollten.

Kaum ist die SMS raus, da fängt es an zu regnen. Was für ein Mist. Während ich überlege was wir statt einer Motorradtour machen könnten, hört es nach einigen Minuten schon wieder auf und die Sonne kommt durch. Na wer sagt es denn! Es ist Juli und das Wetter ist wie im April. Ok, doch schnell in die Mopedklamotten steigen und los. Als ich bei Leon ankomme ist er schon abfahrbereit. Schnell den Helm auf den kleinen Kopf, den “Sicherheitsgurt” um den Papa geschlungen und schon geht es los.

Wir wollen zum Café Fahrtwind und dort eine große Portion Fritten mit Ketchup und Mayonnaise essen. Ich habe die neue kleine GoPro Kamera an meinem Motorrad montiert, schnell aktivieren das Ding und den Auslöser drücken, schon geht es los. Wir fahren ein Stückchen Autobahn und dann bei Grafschaft ab in die hügelige Landschaft der Voreifel. Etwa 30 Minuten später sind wir schon am Café Fahrtwind. Es ist nicht viel los auf den Straßen und am Café Fahrtwind sind wir die einzigen Gäste, so kenne ich das gar nicht. Es gibt einen kleinen Plausch mit dem supernetten Chef und die Fritten bereitet er uns höchst persönlich zu – prima :-)

Als wir uns mit unserem Malzbier draußen hinsetzen wollen gibt es ein paar Regentropfen. Ob wir besser reingehen? Gedacht getan! Doch die Regentropfen hatten sich irgendwie verirrt, es bleibt alles trocken! Als wir unsere Fritten aufgegessen haben, geht es wieder weiter. Schnell die GoPro starten, das TomTom anwerfen und los. Eigentlich würde ich gern in Richtung Mosel fahren und dann am Rhein entlang zurück nach Bonn. Aber im Süden ist der Himmel so tief schwarz, das sieht aus als wäre der Weltuntergang nicht weit weg. Wir fahren zurück nach Ahrbrück und nehmen dann ein paar Straßen die ich gut kenne, die ich aber schon eine Weile nicht mehr gefahren bin. Für mich ist es in Heimspiel und während wir durch verwunschene Wälder düsen hoffe ich, dass es meinem Leon auch ein wenig Spaß macht.

In der Nähe von Ahrweiler machen wir noch eine kleine Pause und sind dann irgendwann zwischen 17h und 18h wieder in Bonn bei seiner Mama. Eine schöne Tour war das, leider hatten wir nicht so viel Zeit uns etwas zu erzählen. Beim nächsten Mal gehen wir vielleicht mal wieder zum Shoppen in die Stadt :-)

Auf dem Rückweg bin ich der Meinung, dass die kleine GoPro Kamera eingeschaltet ist. Später stelle ich dann fest, dass ich statt einer Video-Sequenz lediglich ein paar blöde Snapshots gemacht habe – schade – so ist die Runde nicht ganz vollständig. Das ist aus meiner Sicht der große Nachteil dieser kleinen Kamera, man kann während der Fahrt nicht sehen ob sie wirklich eingeschaltet ist. Das Display ist sehr klein und nicht beleuchtet. Die Bedienung mit den beiden Tastern ist ein wenig kryptisch und die blinkende kleine Leuchtdiode sieht man einfach nicht. Wäre sie auf der Oberseite, so hätte man eine gewisse Kontrolle. So kann man immer nur hoffen, dass alles ok ist. Später kommt dann die große Überraschung – oder eben auch nicht…

Man stelle sich vor, dass jemand mit dem Ding einen Fallschirmsprung macht, vielleicht sogar zusammen mit Kumpels und in toller Formation. Alles aufwändig, lange geübt und nicht ganz preiswert. Abends am Computer stellt man dann fest, dass die Kamera nicht richtig eingestellt war und es nur ein paar verwackelte JPGs gibt – ist doch blöd – oder?

Hier habe ich noch eine zweite Version des Videos, die ich mal auf die 20-fache Geschwindigkeit gebracht habe. So richtig gefällt sie mir aber nicht, ich finde sie einfach zu schnell. Die obige Version ist 8-fach beschleunigt, das gefällt mir besser und man ist beim Anschauen auch nicht ganz so knapp vor einem epileptischen Anfall :-)


Bonn nach Mainz im Zeitraffer

 

Es ist 17h am Donnerstag und ich kann schon ins Wochenende starten. Zuerst geht es vom Büro zum Appartement, umziehen, die sieben Sachen zusammenpacken und dann rauf aufs Motorrad. Über die Route habe ich mir keine großartigen Gedanken gemacht, ich will erst einmal raus aus Mainz und dann vielleicht mal Rhein entlang, aber mal sehen.

Die ersten paar hundert Meter ist noch alles gut. Es ist etwa 17:30 und es sind angenehme 25 °C, vor mir liegen ca. 150 Kilometer Fahrspaß – denke ich – doch es soll noch ganz anders kommen…

Kaum auf der Autobahn ist da ein riesiger Stau weil kurz vor dem Mainzer Tunnel ein Auto liegen geblieben ist. Als das durchgestanden ist will ich weiter bis Bingen auf der Autobahn fahren. Doch dann wieder ein Stau, nicht ganz so groß, aber auch nervig. Ich entschließe mich die Autobahn zu verlassen, doch diese Ausfahrt ist gesperrt. “Meine” Fahrbahn wird gerade neu asphaltiert. Es zwängen sich vier enge Fahrspuren auf endlosen Kilometern über die gegenüberliegende Seite der Autobahn. Die Zeit vergeht im Zeitraffer. Neben mir stehen dicke LKW und pusten mir den Ruß auf das Visier. Nach einer halben Stunde kann ich die Kupplung kaum noch ziehen, ich stehe jetzt insgesamt schon fast eine Stunde im Stau herum. Dann die Erlösung, es ist ein Auto liegen geblieben, ein Polizist steht daneben und winkt damit die Gaffer weiterfahren und den Stau nicht noch länger machen.

Endlich bin ich an einer Ausfahrt, es ist schon kurz vor Bingen. Also runter von der Autobahn, wer weiß was mich noch erwarten würde. Es geht über die B9 in Richtung Rhein. Bei Bingen muss ich anhalten. Der Gehörschutz, den ich mir kurz vor der Abfahrt noch schnell bei LOUIS für 5,95 Euro gekauft habe, ist schon wieder heraus gerutscht. Diese kleinen Silikon-Dinger sind ja nett, aber erst bekommt man sie in die Ohren nicht hinein und dann fallen sie von allein wieder heraus. Kann das im Sinne des Erfinders sein? Ich muss mal bei Hein Gericke schauen, ob die nicht etwas haben was in meinen Ohren besser funktioniert.

Nachdem die guten alten Ohropax in die Ohren gestopft sind geht es wieder weiter. Als ich um kurz vor 21h daheim ankomme bin ich fix und fertig. Fast vier Stunden hat die Fahrt ins Wochenende gedauert. Kurz lüften, etwa trinken und dann auf dem MacBook mal schauen wie die Video Sequenzen mit der neuen GoPro geworden sind.

Die Verarbeitung dauert ewig lang. Während dessen spiele ich mal ein wenig mit Photo-Booth herum. Das Ergebnis lade einfach mal so wie es ist bei YouTube hoch und verlinke es in einem kurzen Artikel. Als ich das Video dann anschaue sind Bild und Ton in keiner Weise synchron – was ist denn da schon wieder schief gelaufen?

Also alles löschen und ab ins Bett – meine Abonnenten werden sich fragen was das denn wohl ist – aber heute werden sie ja aufgeklärt :-)

Am nächsten Tag steht eine Motorradtour mit meinem Sohn auf dem Programm, um 14h soll es losgehen. Es ist also noch etwas Zeit um das Video zu schneiden und in den Wartezeiten mal den Staubsauger zu benutzen. Während die Reinigung der Wohnung schnell gute Formen annimmt, geht es mit dem Video nur schleppend voran. Die Datenmengen sind gewaltig. Der Film ist relativ schnell geschnitten, aber der Export ist langwierig. Das kleine MacBook arbeitet zwei Stunden vor sich hin um dann irgendwie abzubrechen, es ist kein Video auf der Festplatte. Ich starte neue und versuche allerhand, bis es schließlich klappt. Das Video hat in guter Qualität bei einer Auflösung von 720p satte 4,43GB !!!

Also eine zweite Version erstellen, doch es ist schon 13h und ich muss langsam los um meinen Sohn abzuholen. Das Video muss also noch warten.

Als ich spät am Abend wieder daheim bin, geht es weiter. In iMovie wähle ich “Exportieren mit Quicktime” und schraube so lange an den Einstellungen bis letztlich eine etwa 0,45GB große Datei entsteht. 10% der Originalgröße – das ist doch was – aber man sieht auch den Unterschied! Leider kann ich alles andere in diesem Leben wohl nicht mehr bei YouTube abladen :-) Also hoch damit.

Am nächsten Morgen ist es dann endlich geschafft – mein neues Video ist online :-)


Hochwassertourismus

Es ist Sonntag und die Folgen der Kiefer-OP gehören langsam zu meinem alltäglichen Leben. Bei n-tv würde man sagen “Ansgar versucht trotz aller Schmerzen zur Normalität zurück zu kehren.”

Nach dem Frühstück geht es mal wieder vor die Türe, ganz vorsichtig, bloß den Blutdruck nicht pushen damit die Wunde nicht wieder zu bluten beginnt. Das Wetter ist durchwachsen, aber der Winter macht eine Pause. Wäre da nicht dieses “Melonengesicht” – man könnte fast ne Runde mit dem Moped drehen. Einmal Café Fahrtwind hin und zurück – das wäre großartig – aber frisch operiert ist das nicht wirklich angesagt.

Statt dessen gehen wir im Gänsemarsch runter zur Rheinaue um mal zu schauen wie dort die Hochwassersituation ausschaut. Ich habe meine kleine 99 Euro Hosentaschenkamera dabei und mache ein paar langweilige Knipsbilder mit mehr oder weniger dokumentarischem Charakter.

Später am Mac spiele ich ein wenig damit herum und es gefällt mir ganz gut, wenn man einen Gausschen Weichzeichner in eine zweite Ebene über das Bild legt. Danach die Farbsättigung absurd erhöhen und die Deckkraft auf 20% stellen. So ergibt sich ein fast impressionistischer Look. Mir gefällt’s :-)

Wo im letzten Sommer die sportiven Bonner abends Volleyball gespielt haben ist heute ein kleiner See mit direktem Zugang zum Rhein – krass…

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Der obere Fußweg am Rhein steht unter Wasser, der unsere Weg ist komplett verschwunden. Man sieht keine Bänke, keine Mülltonnen, es ist einfach alles weg.

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Das Kassenhäuschen der Bonner Personen Schiffahrt unterhalb des Posttower ist ebenfalls weitgehend in den Fluten verschwunden…

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Vorbei am 1992 aufgeschwommenen “Schürmannbau” der heute die Deutsche Welle beherbergt geht es dann wieder heim.

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Am Schürmannbau gibt steht der große Frühjahrsputz noch bevor…

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Arbeiten tun heute scheinbar nur die umweltbewussten Fahrrad fahrenden Mitarbeiter :-)

Ein wenig später stehen wir dann vor dem früheren Abgeordneten-Hochhaus. Im Hintergrund der neue Plenarsaal von Günther Benisch. Ich bin überrascht, was sich hier alles tut. Den Kran sehe ich immer vom Küchenfenster aus und eigentlich hätte ich gedacht er würde zur still liegenden Baustelle des Bonner Congress Center gehören. Aber falsch gedacht! Am gegenüber liegenden Congress Center hat sich viel getan, es sieht inzwischen aus als würde es doch noch fertig. Aber mit Großprojekten in Schräglage kennt sich die Stadt Bonn ja aus. War nicht auch der Schürmannbau nach dem Hochwasser über Jahre hinweg eine verlassene Großbaustelle?

Später daheim heißt es dann Koffer packen. Morgen geht es wieder an die Arbeit, trotz Veilchen und dicker Lippe.

Sechs Wochen noch – dann soll es wieder nach Las Vegas gehen. Ich bin gespannt ob mein kaputter Zahn diese Reise noch übersteht…

Ich werde berichten ;-)


Die zweite Woche 2011

Das Wochenende war wieder viel zu kurz aber trotzdem schön. Am Samstag wird ausgeschlafen und dann geht es ein wenig zu Fuß am Rhein entlang. Sandra und ich sind überrascht wie viel Wasser der Rhein schon führt. Auf der Rheinuferstraße fehlen ein paar Zentimeter und sie steht unter Wasser. Dennoch parken viele Einkäufer dort ihre Autos. ich frage mich: “Sind die sorglos, dumm oder wissen sie es besser?”

Vielleicht wissen sie es besser, mir macht das jedenfalls Sorgen und so parken wir lieber in einem höher gelegenen Parkhaus – besser ist das – bevor uns das Auto vor der Nase wegschwimmt…

Ich habe meine kleine 99 Euro Hosentaschenkamera dabei (Nikon S3000) und so kann ich ein paar dokumentarische Fotos schießen.

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Hier sieht man wie bedrohlich hoch das Wasser am Fußweg stand. Und die Straße ist ein wenig tiefer gelegen. Ist es eine gute Idee dort sein Auto zu parken?

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Ganz interessant sieht die ewige Baustelle an der Kennedy-Brücke aus.

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In der Stadt finde ich dann einen Laden mit knallig knallig bunt dekorierten Schaufenstern.

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Bei einem von mehreren Experimenten reiße ich die Hosentaschenkamera während ich den Auslöser drücke krass nach oben. Der Wischeffekt sieht cool aus. Mit etwas verstärkten Kontrasten ergibt sich schönes abstraktes Farbenspiel.

Nach Shopping & Kaffee geht es weiter nach Rheinbach. Dort wollen wir uns mit einem Studienkollegen treffen. Es ist so etwas wie unser “Jahrestreffen”. Seit Ende des Studiums trennen uns mehrere hundert Kilometer. Doch die Schwiegermutter wohnt in Rheinbach und die Jungs besuchen über Weihnachten immer mal die Oma. Jahr für Jahr ein guter Zeitpunkt für ein Treffen.

Auf der SD-Karte findet sich noch ein Knipsbild vom Silvesterabend in Puerto de la Cruz auf Teneriffa. Dort wurde eindringlich vor den vielen Polizeikontrollen gewarnt. Also gab es ein “Cerveza Sin Alcohol” – und das war ziemlich furchtbar…

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Aber die Sangria von Karin und Wolfgang war auch nicht besser :-)

Am Sonntag schreiten dann die die Planungen für die nächste USA-Reise schreiten ein wenig voran. Auf einer Webseite finde ich eine richtig detaillierte topografische Karte für Kalifornien.

Öffnet man diese Karte mit Garmin Mapsource und schaut sich Los Angeles in der höchsten Detailstufe an kriegt als Kleinstädter wie ich einen mittleren Schock… Wer die Karte größer sehen möchte kann sie mit einem Klick öffnen.

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Da tut es richtig gut zu sehen, dass es in Nevada rund um Las Vegas echt viel Patz gibt.

LasVegas

Na jedenfalls habe ich jetzt alles Kartenmaterial für das Colorado 300 beisammen. Nun brauche ich nur noch ein größere SD-Karte und dann passt auch alles was ich an Kartenmaterial habe drauf.

Am frühen Nachmittag heißt es dann schon wieder die Koffer zu packen. Sandra macht sich im letzten Abendlicht auf den Weg. Während sie den Rhein überquert sieht der Himmel über dem Posttower richtig gut aus.

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Hier ein Handyknipsbild mit dem HTC-Desire HD.

Ok liebe Freunde, es ist jetzt 18h18 – Zeit für die Abreise…


Der erste Arbeitstag 2011

Es ist 7h als der Wecker klingelt. Eigentlich mag ich nicht aber es muss ja sein – aufstehen – waschen – anziehen – das Auto packen und wieder los nach Mainz. Es ist kalt und es liegt Schnee. Als ich das Auto vom Schnee befreit habe und los fahren will blockieren die Bremsen, sie sind nach fast drei Wochen Schnee und Regen einfach festgerostet. Ich gebe mehr gas, der kalte Dieselmotor nagelt und dann mit einem kräftigen Ruck bewegt sich mein Peugeot doch noch!

Ich versuche mich zur Autobahn durch zu schlagen. Die Straße sind nicht wirklich frei, an vielen Stellen ist der festgefahrene Schnee holprig und rutschig. Als ich fast bei der Autobahn bin die Durchsage im Radio, dass bei Koblenz ein PKW-Transporter auf eisglatter Straße quer steht und einige Autos verloren hat. Das tut mir in doppelt der Seele weh, wegen der Vollsperrung und wegen der zerstörten Autos… Ich mache also kehrt und will statt der A61 die A3 nehmen. Als ich nach etwa 20 Minuten wieder etwa dort angekommen bin wo ich gestartet bin, höre ich im Radio, dass auf der A3 eine LKW brennt und dort auch nichts geht. Das neue Jahr fängt ja gut an, also auf die B9 – am Rhein entlang nach Mainz. Im Sommer X-fach ausprobiert – immer wieder schön – aber mit dem Auto bei Schnee und Eis?

Egal ich fahre weiter. Bis Koblenz geht es sogar recht gut voran, danach ist die Straße vielfach heftig zugeschneit. Später wird es wieder besser und dann geht die Sonne auf. Wie schön ist das denn? Und ich habe keinen Fotoapparat dabei. Schnell krame ich mein neues Handy raus und halte es beim Fahren mit der rechten Hand links neben den Rückspiegel. Je weiter ich fahre umso schöner wird es. Sonnenaufgang an der Loreley – wunderbar! Die ersten Arbeitstage sind lang und anstrengend. Spät am Abend sitze ich dann mit meinem Mac im Bett und versuche aus dem Handy-Video ein Youtube-Filmchen zu machen.

Das geht mit iMovie auf dem Mac erst einmal nicht. Dann die Idee, dass Video mit der Vorschau öffnen und im iPhone-Format nach iTunes exportieren, von dort kann man es dann auch in iMovie importieren. Und wieder muss ich ein wenig mit dem Kopf schütteln wenn ich daran denke wie  diese toll gestylten dynamisch sportiven Apple-Verkäufer ihre Computer als das genialste seit der Erfindung des Transistors anpreisen. Für einen Computer der alles kann und das vor allem voll automatisch und ganz von allein gibt es in der schönen Mac-Welt doch immer wieder erstaunlich einfache Probleme die sich nur mit einer komplexen Lösung erschlagen lassen.

Aber egal, nach etwa 20 Minuten ist das Video dann in iMovie. Ich versuche es ein wenig zu kürzen, aber mir gefällt die ganze Strecke so gut. Schließlich sind es 7 Minuten und zwei Songs von Acoustic Alcemy im Hintergrund. Dann Hochladen bei Youtube. Der Spaß dauert fast zwei Stunden – so wird es jedenfalls hoch gerechnet. Ein guter Zeitpunkt um das Licht aus zu knipsen.

Am nächsten Morgen hat das dann alles nicht funktioniert, weil das Notebook zwischendurch in den Standby geschaltet hat. Es ist eben ein genialer Mac der alles allein und automatisch macht – manchmal wünsche ich mir aber doch einen PC mit Windows 95 :-)

Während ich dusche versucht es der Mac am nächsten Morgen ein zweites Mal. Selbst nach dem Frühstück ist er noch nicht fertig, also gehe ich mal  zur Arbeit während das MacBook eingeschaltet neben dem UMTS-Router zurück bleibt – am Ladegerät natürlich – was bei Android-Handys gut ist, ist auch bei MacBooks gut!

Als ich abends nach einem langen Tag im Appartement ankomme ist das MacBook sogar fertig! Tirili, nur anschauen kann ich das Filmchen nicht – es enthält Content von UMG und ist in meinem Land nicht verfügbar. Es ist zum Mäuse melken, also bei Youtube einloggen und schauen was man machen kann. Es gibt dort GEMA-freie Musik. Die kann man nehmen, nur die klingt blöd. Nach einer Weile finde ich dann etwas das halbwegs harmlos ist. Ein kurzer Klick und auf der Youtube-Serverfarm wird mein Film mit einer neuen Tonspur versehen. Das dauert eine Weile, zwischendurch kann ich einen Jägermeister trinken, mit Sandra telefonieren, die Zähne putzen und und und – eine Cloud ist nicht grundsätzlich schnell!

Aber es klappt dann doch noch und so schlecht sieht es gar nicht aus.

Ich hoffe es gefällt Euch trotzdem – hier ist es:


Der Rolandsbogen – Oder: Der Herbst macht alles bunt

Der erste Blick aus dem Fenster macht schon Lust auf eine kleine Wanderung. Schnell ein Foto mit dem schönen Name “Schlafzimmerblick” geschossen, dann duschen, anziehen, frühstücken und los.

 

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Bis zum Rolandsbogen ist es nicht weit. Wir parken etwa unterhalb und wandern durch den Wald nach oben. Ziemlich aus der Puste oben angekommen zeigt sich das Siebengebirge von seiner schönsten Seite.

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Die D2x die mit im April im Arches-Nationalpark hingefallen ist habe ich heute zum ersten Mal wieder dabei. Sie funktioniert super, die Jungs (oder sind es Mädels?) bei Nikon haben ganze Arbeit geleistet – denke ich! Irgendwann nehme ich die Kamera ins Hochformat und will Auslösen, aber nichts tut sich. Ah, der Hochformatauslöser ist ja auch “gelockt”. Schnell den Schieber auf den weißen Punkt und dann los. Aber nichts tut sich, keine Autofokus, kein Auslösen, nichts. Was ist denn das? Ich mache die Kamera aus, an, aus an – nix geht – komisch. Ich verriegle den Hochformatauslöser wieder und alles klappt. Entriegelt, alles tot. schließlich verstehe ich was los ist. Die Kamera ist genau auf diesen Punkt gefallen und es wurde bei der Reparatur nicht nur der Spiegelkasten sondern auch das gesamte Kameraunterteil getauscht. Dabei ist wohl der Auslöseknopf nicht richtig eingebaut worden. Der Auslöser ist praktisch immer gedrückt. Entriegelt man ihn werden daher keine Menüs und nichts angezeigt. Statt dessen bewegt sich beim Einschalten der Autofokus hin und her.

Schlechte Stimmung!

Richtig blöd ist das – die Reparatur war so teuer, dafür hätte man eine D7000 kaufen können, es hat länger als ein halbes Jahr gedauert und nun funktioniert die Kamera nur zur Hälfte. Am nächsten Samstag kann ich sie wieder zur Reparatur abgeben. Ich bin gespannt wann sie dann irgendwann mal “richtig” fertig ist und alles wieder funktioniert. Die Sachbearbeiter bei meiner Kameraversicherung werden sich sicher auch fragen was das für ein “Fall” gewesen ist…

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Oben auf der Terrasse gibt es einen Kaffee und eine Cola. 5,90 Euro kostet der Spaß – Selfservice – versteht sich!

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Während des Abstieges bekommen wir Appetit auf einen guten Döner. Den finden wir in Godesberg und er ist echt gut! Das lässt den Ärger über die nur halb reparierte Kamera vergessen. Daheim werden schnell die Bilder gesichtet und dann geht es auch schon fast wieder los zur Arbeit. Die Wochenende sind kurz und die Tage werden noch kürzer. Schwer vorstellbar, dass das Eine nichts mit dem Anderen zu tun hat :-)


Die ersten Arbeitstage…

Kaum zurück geht es nach kurzer Gnadenfrist gleich wieder an die Arbeit. Aber die vielen schönen Fotos und Erinnerungen bleiben :-)

 

Hier ist ein Link zur Diashow die Sandra zur “Classic Cars Convention” in Moab erstellt hat.

Hier habe ich einen kleinen Film der aus mehreren hundert Einzelbilden zusammen gesetzt ist und einen mehrstündigen Rundgang durch mehrere Casinos zusammenfasst.


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