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Schuberth C3 Pro – Praxistest

Die Ausgangssituation

Als sehr aktiver Motorradfahrer stehe ich zu Beginn jeder neuen Saison vor der Frage ob es der alte Helm noch ein Jahr lang tun wird, oder ob es mal wieder Zeit für eine neue “Mütze” ist. Im Jahr 2007 bin ich von einem in die Jahre gekommenen Arai Helm auf einen Schubert S1 Pro aufgestiegen und bin von diesem Helm weitgehend begeistert. Er hat allerdings auch seine Schwächen. So hat das Visier zwei kleine Stifte die gern abbrechen und dann läuft man schnell Gefahr das Visier beim Öffnen plötzlich einfach in der Hand zu halten weil es keinen Endanschlag mehr gibt.

Auch muss man peinlich genau darauf achten, dass man beim Tragen die Dichtung rund um das Visier herum nicht beschädigt. Hat sich diese erst einmal gelöst, weil man sie beim Tragen versehentlich etwas daran gerissen hat, so schließt das Visier nicht mehr richtig und man verspürt einen dauerhaften unangenehmen Zug an den Augen. Abhängig vom Motorrad auf dem man ihn benutzt, neigt die inzwischen schon recht alte Konstruktion etwas dazu, bei hohen Geschwindigkeiten leicht zu pendeln. Besonders bei Fahrten mit meiner Sozia ist mir das schon oft unangenehm aufgefallen. Aber es tritt erst bei deutlich mehr als 120 Km/h auf. Schneller muss man zu zweit eh nicht dauerhaft fahren. Störend empfinde ich auch das Pin-Lock Visier. Besonders wenn man der tief stehenden Sonne entgegenfährt und den Helm ganz nach unten neigt um nicht geblendet zu werden, stört die Kante des Pin-Locks deutlich, weil sie mitten im Sichtfeld positioniert ist. Das ist der Grund warum ich meinen S1 Pro seit geraumer Zeit nur noch ohne Pin-Lock Visier fahre!

Aber der Schuberth S1 Pro hat auch viele gute Seiten. So ist die Geräuschkulisse innerhalb des Helms niedriger als bei fast allen anderen lieferbaren Helmen. Das Innenfutter ist überaus angenehm, der Doppel-D Kinnriemen schließt perfekt, das Innenvisier lässt sich sehr einfach bedienen und insgesamt sitzt der Helm sehr komfortabel.

Doch der S1 Pro wird nicht mehr hergestellt und sein Nachfolger der S2 ist nicht mein Ding. Ich bekomme ich kaum über die Ohren gezogen und das neue Design gefällt mir auch nicht. Dieses Ding sieht mehr nach einem Ritterhelm als nach einem modernen Kopfschutz aus. Es gäbe nicht den neuen Schuberth SR-1, aber das ist ein reinrassiger Helm für die Rennstrecke. Es gibt kein zweites innenliegendes Sonnenschutzvisier und Geräuschdämmung spielt beim SR-1 eine untergeordnete Rolle. Für weite entspannte Touren ist dieser Helm eher nicht gemacht.

Weil mein S1 Pro nach sieben Jahren und mehreren selbst ausgeführten kleinen Reparaturen langsam aber sicher in die Jahre gekommen ist, habe ich mich in den letzten beiden Jahren immer wieder nach neuen Helmen umgesehen.

Meine Helme

Meine aktuelle Helmsammlung umfasste bis zuletzt:

  • Arai (Alt nicht mehr in Benutzung)
  • HJC R-PHA 10 (Sehr leicht aber laut, seit 2013 in Benutzung)
  • Shoei XR-1100 (Gute Aerodynamik aber laut, selten in Benutzung,  im Jahr 2014 abgelöst vom NXR)
  • Shoei GT-Air (Sehr guter Helm, seit 2013 in Benutzung)
  • Schuberth S1 Pro (Mein Liebling, aber inzwischen alt und nicht mehr lieferbar)
  • UVEX (Uralt und schon lange nicht mehr in Benutzung)

Vor zwei Tagen habe ich dann bei einer kurzen Stippvisite bei POLO in Mainz dem Schuberth C3 Pro eine Chance gegeben. Das Vorgängermodell habe ich schon zweimal ausgiebig getestet und war damit nicht zufrieden. Zu laut und zu unbequem war mit dieser Helm im Vergleich zum Schuberth S1 Pro. Im Jahr 2012 habe ich mir daher den Shoei XR-1100 gekauft. Doch dieser Helm ist zwar toll verarbeitet, es gibt sehr gute Visiere mit Verlaufstönung usw. aber er ist bei geöffneten Lüftungsöffnungen auf meinen Motorrädern extrem laut. Es pfeift dann in diesem Helm so sehr, dass man ihn ohne Gehörschutz meiner Meinung nach überhaupt nicht für längere Zeit tragen kann.

Daher habe ich mir im Jahr 2013 den HJC R-PHA 10 gekauft. Er war recht preiswert und es wurden zwei Visiere inkl. Pin-Lock mitgeliefert. Dieser Helm sitzt gut, ist sehr gut belüftet, ist extrem leicht aber auch sehr laut. Ohne Gehörschutz ist auch dieser Helm kaum über weite Strecken zu ertragen. Im Jahr 2013 habe ich mir schließlich noch den Shoei GT-Air gekauft. Dies ist ein sehr guter Allrounder der fast alles kann was der Schuberth S1 Pro auch kann. Allerdings ist das Innenfutter etwas kratzig und durch die Anbringung des Hebels für das Sonnenvisier produziert er besonders auf der linken Kopfseite laute Windgeräusche.

Wirklich optimal sind alle meine Helme also nicht und mit keinem dieser Helme bin ich vollständig glücklich. Sie erfüllen ihren Zweck, sollten aber bei jeder längeren Tour mit einem Gehörschutz gefahren werden.

Bei meiner Probefahrt mit dem neuen Schuberth C3 Pro hatte ich spontan das Gefühl, dass dieser Helm sich sehr leicht aufsetzen lässt und geschlossen eng aber gut sitzt. Das Futter hat fast die Qualität wie bei meinem S1 Pro und das Blickfeld ist ähnlich groß. Das Pin-Lock wurde etwas geändert und stört nun nicht mehr so sehr wie beim S1 Pro. Allerdings hat man es beim Shoei GT-Ari geschafft die obere Kante des Pin-Lock Visiers komplett aus dem Blickfeld verschwinden zu lassen. Hier kann man bei Schuberth noch dazulernen! Bei niedrigen Geschwindigkeiten kann man ihn so einstellen, dann man noch genügend viel Frischluft bekommt, es aber nicht an den Augen zieht. Das Visier kann leicht mit beiden Händen geschlossen und geöffnet werden. Bei den Shoei Helmen geht das nur mit der linken Hand die ich leider oft an der Kupplung habe wenn ich gern den Helm öffnen würde. Das gefällt mir gar nicht!

Im Shoei GT-Air empfinde ich die Belüftung als etwas schwach und das leicht kratzige Innenfutter mag ich auch nicht so sehr.

Fazit nach den ersten Ausfahrten

Das alles ist beim Schuberth C3 Pro nun anders. Die Belüftung stimmt, auch bei höheren Geschwindigkeiten. Das Visier lässt sich sehr komfortabel bedienen, der Ratschenverschluss ist ok, wenn auch kurz vor der Grenze. Ich sitze bei meinen BMW K1200 leicht nach vorn geneigt. Daher drückt der Verschluss hier nicht auf den Kehlkopf. Wer einen lässigen Chopper fährt und weit zurückgelehnt sitzt, der könnte mit dem dicken Ratschenverschluss seine liebe Not bekommen!

Die Kopflüftung kann in zwei Stufen geöffnet werden und produziert keine störenden pfeifenden Geräusche. Das Sonnenvisier lässt sich sehr leicht öffnen und schließen. Die Geräuschkulisse ist bei 100 km/h auch über etwas weitere Strecken erträglich, auch wenn Schuberth schreibt, dass es der leistete Schuberth aller Zeiten sei… Wer mit diesem Helm weite Strecken auf der Autobahn zurücklegen will, der sollte wie in praktisch jedem Motorradhelm auch hier unbedingt einen Gehörschutz tragen!!

Mein Traum wäre ein Helm der die Akustik eines normalen PKW bietet. Aber das werde ich wohl niemals bekommen…

Meinen Schuberth C3 Pro werde ich in den nächsten Wochen ausgiebig testen und sobald es Anlass zur Kritik gibt werde ich mich hier wieder melden.

Bis dahin ist der Schuberth C3 Pro meine Empfehlung für alle die etwas mehr Geld ausgeben können und einen bequemen Helm für entspannte weite Touren suchen.

 

 

 

 


BMW Isetta – Der Mythos lebt

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Etwa 10 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs lag Deutschland wirtschaftlich nicht mehr ganz am Boden. Es ging langsam aber sicher wieder bergauf und es war die Zeit des so genannten “Wirtschaftswunders”. Und es war die Zeit der kleinen preiswerten Autos. Auch kam langsam eine Art Tourismus in Gang, die Deutschen zog es wieder wieder hinaus in die weite Welt. Bis heute kennt man den Fiat 500 und ähnliche “Sparwunder”. Heute schmunzelt man beim Anblick dieser Fahrzeuge, aber sie gaben den Menschen damals eine neue Mobilität und ermöglichten es die früheren Kriegsgegner auf eigene Faust mit dem eigenen Auto zu erkunden. Aus heutiger Sicht kann man kaum glauben, dass es diese Kleinwagen waren mit denen Passstraßen wie der St. Gotthard (siehe oben) bezwungen wurden! (Fuji X100, Infrarot 720nm)

Eine der Ikone dieser Zeit war der kleine BMW Isetta. Dieser Kleinstwagen wurde von 1955 bis 1962 hergestellt. Das Fahrzeug war wirklich skurril, es gab nur eine Tür und die öffnete sich ausgerechnet nach Vorne! Wer also mit einer Isetta einen Auffahrunfall verursachte hatte es danach wirklich schwer dieses Fahrzeug wieder zu verlassen. Schnell nannten die Deutschen dieses ungewöhnliche Fahrzeug liebevoll “Macht hoch die Tür”.

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Bei meiner gestrigen Fotosession in der Nähe von Kreuzberg in der Eifel kam plötzlich der größte Isetta-Schwarm angefahren den ich bislang gesehen habe. Es hatte der Isetta-Fanclub zum Jahrestreffen 2013 in Mayschoß in der Eifel geladen. Ich wußte davon natürlich nichts und umso überraschter war ich, als plötzlich minutenlang eine Isetta nach der anderen an mir vorbei knatterte. Zwei dieser alten Fahrzeuge lieferten sich dabei sogar ein offensichtlich nicht ganz ernst gemeintes “Stechen”!!

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Meine auf Infrarot umgebaute Nikon D300 stand auf ihrem Stativ und sie war auf “Still-Photography” geeicht, also keine Chance damit diese wunderbaren Kleinwagen ablichten zu können. Aber in meiner Fototasche hatte ich die noch fast neue Nikon 1J2 samt einem winzigen Nikkor AF-S VR 11-27,5mm. Diese Kamera ist überraschend flott und so konnte ich etliche dieser außergewöhnlichen Fahrzeuge ablichten.

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Update vom 31. August 2013

Nun sind auch alle Fotos in handliche JPG-Dateien mit 1920 Pixeln Kantenlänge konvertiert. Hier gibt es das zugehörige Fotoalbum bei flickr:

Dort kann man die Fotos als Diashow ansehen und auch in der 1920 Pixel breiten “Originalgröße” herunterladen.


BMW K1200RS – Zubehör und Wunderliches

Meinen Führerschein der Klasse 1b habe ich mit 16 Jahren gemacht und zwei Jahre später dann den Führerschein der Klasse 1 für die “richtigen” Motorräder. Das ist inzwischen mehr als 30 Jahre her und seit dieser Zeit fahre ich ausgiebig und mit Begeisterung Motorrad. Im zarten Alter von knapp 17 Jahren habe ich mich einmal ganz kräftig “auf die Fresse gelegt” und mir eine schwere Hautabschürfung am rechten Arm zugezogen. Ich war damals einen Augenblick lang unaufmerksam und habe einen Pflasterstein übersehen der auf der Straße lag. Meine kleine 50er Zündapp ist damals regelrecht hoch gesprungen und ich bin im spitzen Winkel gegen die Gehwegkante gefahren und habe dann mit meinem rechten Arm eine Furche in den schwarzen Schotter auf de Gehweg gezogen. Wirklich fies war das und es war mir eine Lehre. Seit dieser Zeit ist nichts mehr passiert und das sollte auch so bleiben!

Beruflich hat es mich schon vor mehr als 6 Jahren nach Mainz gezogen und ich verbringe hier wirklich viel Zeit, auch mit dem Motorrad. Seit ich beim ersten Ausritt im Sommer 2007 die Gegend rund um Mainz zu erkunden begann sind ein paar Motorräder gekommen und gegangen. Inzwischen habe ich Motorrad Nummer 5 hier, meine uralte BMW K1200RS – Baujahr 2001. Auf dem Tacho stehen inzwischen mehr als 105.000 Kilometer und das Ding läuft noch immer wie ein Uhrwerk. Die vielen Kilometer bin ich natürlich nicht selbst gefahren. Als ich dieses Motorrad im letzten Jahr gekauft habe, hatte es schon 98.000 Kilometer auf der Uhr.

Und wie das bei mir immer so ist, auch dieses Motorrad war vor meinem Spieltrieb nicht sicher. Als erste Aktion bekam meine BMW eine andere kürzere Scheibe. Dadurch sitze ich jetzt mehr im Wind und habe weniger lautstarke Wirbel am Helm. Insgesamt fährt es sich dadurch deutlich entspannter. Danach wurde das Rücklicht gegen ein schickes LED-Rücklicht getauscht. Auch die vier Blinker sind jetzt weiß, das alles gab es bei www.whitelights.de für kleines Geld. Die kurze Scheibe kommt von ZTechnik und kann via Louis oder ebay bezogen werden. In die Blinker habe ich versilberte Blinklampen eingesetzt, die gab es für Stück ca. 5 Euro bei eBay…

Am letzten Wochenende konnte ich auf dem Weg von Mainz nach Bonn beim BMW-Zubehörspezialisten Wunderlich in Sinzig einen Zwischenstopp einlegen. Für mein Mädchenmotorrad gab es dort eine schöne kleine Tasche für den Heck-Gepäckträger. Für mein altes Projektmotorrad habe ich dort vier Zierringe im ALU-Design für das Cockpit gekauft.  Außerdem noch ein wunderschön gearbeitetes analoges Thermometer und ein sehr pfiffiges Zubehörteil das es sehr erleichtert an der Tankstelle den Luftdruck zu prüfen, ein Winkelventil.

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Zusätzlich ist mir dann noch ein kleines Plastikteil ins Auge gesprungen, das unter dem Namen “Throttle-Rocker” zum horrenden Preis von 12,50 Euro vertrieben wird.

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Kurz nach 18h ging es dann heute ans Werk. Mit einer ordentlichen Portion Glasreiniger habe ich zunächst das das Cockpit gesäubert und dann mit etwas Montagekleber aus dem Baumarkt die vier Zierringe auf die Ränder der ziemlich verschrammten Instrumente geklebt. Der Klebstoff hat eine Konsistenz wie Fensterkitt und lässt sich sehr gut verarbeiten. Einfach zwei kleine Kleckse in jeden Ring und schon lassen sie sich sehr präzise im Cockpit positionieren. Mit einem scharfen Küchenmesser konnte ich die Lenkkopfabdeckung lösen und durch das schöne Thermometer ersetzten. Hier habe ich das sogenannte Pattex Kraft-GEL verwendet.

Der Throttle-Rocker war schnell auf das Ende des Gasgriffs geschoben, alles gar kein Problem. Das Eckventil ist übrigens nicht für den Fahrbetrieb gedacht! Aber in den letzten Jahren habe ich mich so oft an Tankstellen geärgert, dass die Gräte zur Luftdruck-Kontrolle auf den extrem kurzen Ventilen einfach nicht halten wollten, dass ich die um 90° gebogene Verlängerung künftig öfters bei mir haben werden. Erst vor ein paar Tagen ist das Nachfüllen des Hinterrades so gründlich in die Hose gegangen, dass ich mit einem fast platten Reifen zu einer anderen Tankstelle fahren musste. Das war nicht witzig und künftig wird das hoffentlich nicht mehr vorkommen!

Frisch gestylt muss meine alte Dame natürlich ein wenig ausgeführt werden. Also schnell rein in die luftige Sommerkombi und auf geht es. Mit meinem TomTom Urban-Rider lässt sich die Route sehr schön aufzeichnen. Von Mainz führt mich mein Weg mit ein paar Umwegen nach Süden in Richtung Alzey.

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Dort biege ich rechts ab und fahre dem Sonnenuntergang entgegen. Auf meinem Kopf habe ich den SHOEI GT-Air. Die integrierte Sonnenblende funktioniert sehr gut und wenn das Gegenlicht zu heftig wird senke ich den Kopf etwas und schon wirkt der Helm fast wie eine Baseball-Kappe – Sehr gut! Auch der Throttle-Rocker bewährt sich ganz hervorragend. Damit muss man den Gasgriff nicht mehr fest umklammern, sondern legt einfach ganz entspannt den Handballen auf. Ein leichter Druck und im 6. Gang gleitet die alte BMW mit 100 km/h dahin – großartig – warum gab es das nicht schon vor 30 Jahren?

Als ich in der Nähe von Wolfsheim bin geht gerade ein ganz wunderbarer Vollmond auf. Es sieht einfach nur geil aus, wie mich diese große weiße Scheibe das direkt über dem Horizont anlächelt. Auf der anderen Seite geht gerade die Sonne unter und so wird der volle Mond in ein tolles violettes Licht getaucht. Da hilft nichts, da muss man anhalten und ein paar Fotos mit dem Handy machen. Meine schöne neue Nikon 1J2 habe ich leider nicht dabei. Sie ist zwar wunderbar klein aber für die Jackentasche doch noch ein wenig zu groß. Aber mein HTC Desire HD schießt zur Not auch ganz brauchbare Fotos…

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Hier noch ein etwas verfremdetes Foto meiner alten Dame mit dem Vollmond im Hintergrund. Jeder der nicht Motorrad fährt wird solche Momente nie erleben und wohl auch nicht verstehen können, dass dies für mich einer der Gründe ist warum ich so gerne Motorrad fahre. Dieses Gefühl der Ungebundenheit und der Freiheit lässt sich schwer in Worte fassen, man muss es einfach selbst erlebt haben…

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Dieses Foto ist übrigens 1920 Pixel breit – einfach anklicken…


Nikon 1V1 – Unterwegs mit dem Motorrad

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(Alle Fotos sind 1920 oder 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

Es soll der bislang heißeste Tag des Jahres werden, in den Nachrichten sprechen alle davon, dass “Deutschland Fieber” bekommen soll. Leider sagen sie nicht welche Art von Fieber, aber mein Motorrad-Fieber scheinen sie nicht zu meinen :-) Wie dem auch sei, der Winter war lang und dunkel und meine Freundin Sandra und ich mussten zweimal aus Deutschland flüchten bis hier endlich die Sonne scheint.

In den letzten Jahren bin ich meist in etwas rustikaler Motorradkluft unterwegs gewesen und die ist bei den aktuellen hochsommerlichen Temperaturen eindeutig viel zu warm. Andererseits sind die Zeiten in denen ich selbst noch mit Helm, T-Shirt, Nierengurt und kurzer Hose Motorrad gefahren bin eigentlich auch vorbei. Im Alter wird man langsam vernünftiger :-) So begab es sich dann auch, dass ich mich in der letzten Woche in der Mainzer POLO-Niederlassung nach einer luftigen Motorradkombi für den bevorstehenden Hochsommer umgesehen habe. Die Auswahl fiel mir schwer und ich habe vorher viel im Internet gelesen. Letztlich ist es dann eine Kombi des Herstellers FLM geworden, weil sie gut sitzt, ordentliche Protektoren hat und man das Sympatex-Innenfutter komplett herausnehmen kann.

Und so sieht meine aktuelle Sommerkombi aus:

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Diese Jacke hat ausreichend viele Taschen ohne gleich wie eine Tourenjacke für “alte Herren” auszusehen. Es gibt sechs Öffnungen die mit Reißverschlüssen versehen sind. So lässt sich diese Jacke auch an heißen Tagen sehr gut belüften. Der Kragen ist recht weich und so hoch, dass man an heißen Tagen auch mal ohne Halstuch fahren kann. Für ganze 10 Euro gibt es bei Polo einen ganz vernünftigen passenden Rücken-Protector dazu.

Der Preis dieser Sommerjacke liegt aktuell bei 250,- Euro

FLM_T16_Blouson_Cordura_Rueckseite

Die Hose mit der ich dieses Jacke kombiniert habe stammt ist eine FLM Air Mesh WP zum Preis von 150,- Euro. Diese Hose hat keine Lüftungsöffnungen, aber auch ein herausnehmbares Sympatex-Innenfutter. Außerdem lässt sich die Weite des Bundes in Grenzen ändern. Wer also ein paar Kilo zu- oder abnimmt sollte immer noch hineinpassen :-) Es gibt Taschen, seitliche Polster, ordentliche Knie-Protektoren und der Clou: Diese Hose kneift nicht in den Kniekehlen!

Sehr wichtig ist auch, dass es am Gesäß zwei aufgenähte raue dünne Gummistreifen gibt, so rutscht man beim Bremsen nicht auf der Sitzbank hin und her.

FLM_MESH_Hose_Cordura

Ordentliche Handschuhe dürfen bei der neuen Sommerausstattung natürlich nicht fehlen. Ich habe mich für ein Paar Firefox Sporty Mesh entschieden, der Preis liegt bei 45,- Euro. Diese Handschuhe haben auf der Innenseite ein recht dünnes Leder und vermitteln eine sehr gutes Gefühl für Kupplung, Gas und Bremse.

Firefox_Sporty_Mesh_Handschuh

Meine Tour startet gegen 11h am Morgen. Das Thermometer zeigt bereits 28°C, aber ich habe ein komplettes Wochenende für mich ganz allein und will natürlich die neue Kombi auch ausprobieren. Als Helm ist heute mal der noch recht neue SHOEI GT-Air dabei. Den Whisper-Strip habe ich nach der letzten Tour wieder entfernt. Ohne ist der Helm deutlich “luftiger” aber auch deutlich lauter. Auch fällt auf, dass man bei SHOEI den Hebel für das integrierte Visier ungünstig an der linken Seite des Helmes angebracht hat. Fährt man diesen Helm ohne Gehörschutz, so sind die Windgeräusche am linken Ohr deutlich lauter als auf der rechten Seite. Das hat man bei Schuberth mit dem S1 Pro bereits vor vielen Jahr deutlich besser gelöst, hier ist der Hebel für die Sonnenblende an der linken Unterkante des Helms angebracht.

Ich Gepäck habe ich außer etwas Geld noch einen Nierengurt und meine kleine Nikon 1V1. Von Mainz aus geht es immer in Richtung Süden. Mein TomTom Urban Rider habe muss ich leider daheim zurück lassen, der Akku ist leer und ich habe nur die blöde Passivhalterung an meiner K1200RS. Die Aktivhalterungen sind deutlich praktischer, aber leider auch ziemliche Mimosen. Die TomToms werden über vier winzige vergoldete Stifte mit Strom versorgt. Bricht eine der winzigen Federn ab, so werden diese Stifte nicht mehr korrekt gegen die Rückseite des TomToms gedrückt und die Aktivhalterung ist reif für den Schrott. Ich habe bereits zwei neue Aktivhalterungen gekauft und sie kosten jeweils rund 80,- Euro – eine ziemliche Frechheit – aber das ist ein anderes Thema…

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Da ich also kein GPS dabei habe, muss der Kopf die Navigation übernehmen. Und das klappt bei klarem Himmel dann sehr gut, wenn man eine Uhr zur Hand oder am Motorrad hat. Ich will nach Süden und es ist Mittagszeit. Also sollten die Leitpfosten am Straßenrande einen Schatten werfen, der zu mir hin weist. Hat man sich zusätzlich noch einige markante Eckpunkte der Tour eingeprägt, findet man auch ohne moderne technische Hilfsmittel seinen Weg.

Mein Tagesziel ist der Pfälzer Wald, das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Etwas südöstlich von Kaiserslautern gelegen ist er recht einfach zu finden. Ich fahre also zunächst immer in Richtung Süden, vorbei an Alzey bis ich ein Hinweisschild finde: Hochspeyer und die B48 – das ist mein Ziel. Kurz darauf muss ich leider feststellen, dass die B48 komplett gesperrt ist und es eine große sehr umständliche Umfahrung gibt. Ich habe manchmal wenig Verständnis dafür warum man die Bauarbeiten an solch wichtigen Verkehrsadern nicht ohne Vollsperrungen gestalten kann. Aber die Umfahrung führt mich durch ein verwunschenes wunderbares kleines Tal. Hier ist es relativ kühl und so halte ich kurz an um einige “Bikerbilder” mit der kleinen Nikon 1V1 zu knipsen.

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Bei dieser  kurzen Foto-Session erweist sich diese kleine Kamera wieder einmal als sehr nützliches leistungsfähiges Fotowerkzeug. Einige meiner Freunde sagen über diese Kamera, sie sei zu groß um sie immer dabei zu haben und nicht leistungsfähig genug für ernsthafte Fotos, dem kann ich nicht so ganz zustimmen. Diese Kamera ist sehr klein und kompakt, aber in die Motorradjacke passt sie tatsächlich nicht. Das ist der Grund warum ich heute mit den fast leeren großen Koffern unterwegs bin. Eigentlich sind nur die Nikon 1V1, ein paar Filter und eine gut gepolsterte Fototasche darin.

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Bei meiner kleinen Fotosession erweist sich der kleine Zoom-Bereich des standardmäßig gelieferten 10-30mm Objektivs als sehr brauchbar. Im Hochformat gelingen damit sogar ganz ordentliche Weitwinkelaufnahmen. Allerdings sind die Wolken am Himmel nur weiße Flecken auf den Bildern und die Gipfel der Bäume werden nicht wirklich klar abgebildet. Hier hilft ein kleiner Grauverlaufsfilter. Wegen des winzigen Filterdurchmessers sind diese “Filterchen” sogar überraschend preiswert. Vor einigen Tagen habe ich mir ein Set aus Graufilter, Grauverlaufsfilter und Polfilter via amazon.de für 29,- Euro bestellt. Im Set sind zwei kleine Schraub-Deckel enthalten. So kann man die Filter zu einem kleinen Stapel zusammen setzen und an beiden Seiten mit einem Deckel vor Verschmutzung und Beschädigung schützen, das ist sehr praktisch.

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Und ich finde die Bildqualität wirklich ansprechend. Schaut Euch mal das allererste Bild ganz oben doch einmal genauer an. Ich habe es auf 1920 Pixel Seitenlänge eingeschrumpft, das Original war 6,4 MB groß! Schaut man sich dieses Foto in Ruhe an, so fällt die recht gute Bildqualität der Nikon 1V1 auf. Ich habe im RAW-Modus fotografiert und die JPG-Konvertierung mit Photoshop CS6 erledigt. Das war alles nicht wirklich aufwändig und klappt mit ein wenig Übung wirklich schnell. Die Ergebnisse sind meiner Meinung nach durchweg besser als bei “einfachen” JPG-Datei die direkt innerhalb der Kamera entstanden sind.

Meine Tour führt mich über die B48 in Richtung Süden. Es geht vorbei an der Burg Trifels und anderen visuellen “Köstlichkeiten”. Doch inzwischen ist es sehr heiß geworden und der Fahrtwind fühlt sich eher wie ein heißer Wüstenwind denn wie eine kühlende Brise an. Hier eine halbe Stunde stehen zu bleiben wäre wirklich fies und so spare ich mir diese Motive für die nächste hoffentlich kühlere Tour auf.

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Nach etwa fünf Stunden und vielen hundert Kurven ist es so heiß, dass es kaum noch zu ertragen ist. Ich entschließe mich über die Autobahn den Heimweg anzutreten. Doch dieser Plan geht nicht wirklich auf. Auf der Autobahn ist die Luft noch heißer und es ist wirklich viel los. An der erstbesten Raststätte tanke ich meine schöne alte BMW auf und staune nicht schlecht, dass hier der Liter Sprit 10 Cent teurer ist als “daheim” in Mainz. Bei einem Sandwich und einem nicht wirklich kalten Eistee gibt es einen kleinen Plausch mit zwei Bikern die noch bis nach Aachen wollen.

Nachdem Hunger und Durst gestillt sind geht es auch für mich wieder weiter. Doch kaum habe ich auf 160 km/h beschleunigt, da krieche ich auch schon wieder mit Tempo 50 durch eine überfüllte Autobahnbaustelle. Meine neue Sommerkombi ist wirklich schön luftig und trägt sich sehr angenehm, aber das ist nun wirklich zuviel. Noch vor dem Ende der Baustelle verlasse ich die Autobahn südlich von Kirchheim Bolanden. Über gut ausgebaute Bundesstraßen geht es danach in entspanntem “Eiltempo” zurück nach Mainz.

Hier habe ich ein Video das ich im letzten Jahr mit der Nikon AW-100 bei einer sehr ähnlichen Tour aufgenommen habe.

Fazit

Die neue Kombi hat sich bewährt, bis 30°C kann man sich darin sehr wohl fühlen. Wird es deutlich heißer, so verkommt eine langsame Fahrt zur Quälerei. Der SHOEI GT-Air sitzt sehr gut und die Aerodynamik ist auch bei flotten Streckenabschnitten auf der Autobahn sehr gut. Allerdings kann auch dieser Helm nicht zaubern. Ganz ohne Gehörschutz kann ich ihn bis ca. Tempo 80 relativ gut ertragen. Darüber hinaus wird es auf Dauer wirklich anstrengend. Auf längeren Strecken sollte also auch bei diesem Helm ein Gehörschutz mit von der Partie sein.

Die Nikon 1V1 hat mir wieder viel Spaß gemacht. Diese Kamera ist klein und leicht. Die Bedienung funktioniert nach einer kurzen Eingewöhnungszeit wie im Schlaf und die Bildqualität ist für ein paar “Bikerbilder” mehr als ausreichend. Aus Sicht eines Motorradfahrers ist ihr größter Nachteil jedoch ihre Größe. Eine Nikon AW-100 kann man leicht in einer Tasche der Jacke verstauen und diese Kamera liefert ebenfalls recht brauchbare Ergebnisse. Allerdings beherrscht die AW-100 keinen RAW-Modus und trotz der auf dem Papier deutlich höheren Auflösung bei deutlich kleinerem Chip ist die Bildqualität der Nikon 1V1 sichtbar besser.

Hier muss man also abwägen was wichtig ist, der Komfort die Kamera einfach schnell aus der Jacke ziehen zu können oder die Qualität der Fotos. Ich hatte meine Nikon 1V1 heute wieder im linken Koffer. So ist sie auch recht schnell zur Hand, aber man überlegt es sich trotzdem dreimal ob man für eine Foto wirklich anhält, den Motor stoppt, absteigt, denn Koffer öffnet usw.

In den nächsten Tagen werde ich mal schauen ob es nicht eine geschickte kleine Tasche für den Gepäckträger meiner BMW K1200RS gibt. Damit ließe sich die Nikon 1V1 sehr gut transportieren und sie wäre jederzeit schnell zur Hand. Na schauen wir mal…


BMW K1200 – Ein typisches Bikerwochenende

Seit meiner Kindheit bin ich fasziniert von Motorrädern. Auf dem Heimweg von der Grundschule ging es mittags immer mit dem Fahrrad einen kleinen Hügel hinab. Bereits damals habe ich mir vorgestellt mein Fahrrad sei eine krasse Rennmaschine und habe mich auf das “Erwachsensein” gefreut. Dann mit 16 Jahren und dem ersten Moped zur großen Bikerparty auf den Felder eines Biker-Bauern irgendwo in der Nähe meiner Heimatstadt. Damals durfte ich das erste Mal auf einer BMW R100RS zur Probe sitzen, seit diesem Tag haben mich BMW Motorräder nicht mehr losgelassen. Nach vielen Jahren mit einer BMW R80-RT und einer R850R wurden meine Motorräder dann vor ein paar Jahren wirklich erwachsen. Zuerst kam ein BMW K1200r Sport in die Garage. Eigentlich wollte ich im Februar 2009 nur ein Witz über das schlechte Wetter und die furchtbar geringen Rabatte bei BMW machen. Aber als Verkäufer (oder nennt man das jetzt Kundengerater?) Jürgen Schnürle in der Bonner BMW-Motorradniederlassung mich dann fragte, ob er mal mit dem Disponenten wegen eines Scheißwetterrabattes telefonieren soll, da war es um mich geschehen. Der Preisnachlass war grandios und ein paar Tage später war ich stolzer Besitzer einer fast neuen BMW K1200r Sport – meiner Meinung nach eines der schönsten Motorräder die BMW jemals gebaut hat!

Doch dann kam alles anders, meine Freundin Sandra wollte nicht mit meinem “alten 850er Boxer” fahren und so habe ich meine schöne neue BMW mehrere Monate lange nur von hinten gesehen. Das war eine zutiefst frustrierende Zeit, aber was tut man nicht alles für seine Freundin. Im August 2009 habe ich meinen Boxer dann gegen eine zweite blaue BMW K1200r Sport eingetauscht – mit kräftigem Aufpreis natürlich. Aber nun waren die Fronten ausgeglichen und es ist echt praktisch wenn man mit der Freundin unterwegs ist und beide Motorräder völlig identisch sind. Man kann Koffer Sitzbänke usw. hin und her tauschen, es passt alles.

Dann kam nach 5 Jahren in einem kleinen Mainzer Hotel im Juni 2012 der Umzug in eine kleines Appartement in Mainz. Endlich keine Koffer mehr packen und am Wochenende ohne Koffer voller Wäsche zwischen Bonn und Mainz pendeln. Der Sommer war toll und ich wollte meine weiße BMW mit nach Mainz nehmen. Dieses Ansinnen schlug dann aber eine Welle der weiblichen Entrüstung – “Da können wir ja am Wochenende nur noch zu zweit auf einem Motorrad fahren °^$§%#*@&§”

Also musste ein Projektmotorrad her und es war schnell gefunden. Von einem erfahrenen KFZ Meister konnte ich eine zwar alte aber gut erhaltene BMW K1200RS Baujahr 2001 sehr preiswert erwerben. Mein “blau-weißer-Fuhrpark” hat nun sechs Räder, mehr als 450 PS und knapp 3600 ccm Hubraum – genial!

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Seit dem Erwerb der ersten BMW K1200r Sport gab es immer wieder Briefe in denen eine Rückrufaktion angekündigt wurde. Mal wurde etwas an der Kupplung geändert, mal ein anderer Spanner für die Steuerkette eingebaut, eigentlich gab es in jedem Jahr eine kleine kostenlose Modifikation meiner Motorräder. In diesem Jahr war es nicht anders und so war für das Wochenende ein Werkstattaufenthalt für beide K1200r Sport geplant. Donnerstages geht es am frühen Nachmittag dann mit dem alten “Projektmotorrad” über die Autobahn nach Bonn. Als ich die Haustüre öffne ist meine Freundin Sandra schon da und einige Minuten später sind wir schon mit unserem blauweissen-Duo unterwegs zur Bonner BMW Motorradniederlassung. Dort staune ich nicht schlecht, als ich zwei weitere BMW K1200r Sport in der gleichen Farbe auf dem Parkplatz vor der Werkstatt entdecke.

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Auch eine S1000RR steht vor der Türe. Während ich sie mit meinem Smartphone knipse kommt mir in den Sinn, dass dies “…der eleganteste Weg sein könnte sich in den Himmel oder die Hölle zu schießen…”

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Normalerweise gibt es bei Rückrufaktionen immer für ein paare Stunden ein kostenloses Leihmotorrad. Das ist ein feine Sache, denn so kann man regelmäßig völlig kostenlos ein paar Kilometer mit einem fabrikneuen Motorrad abspulen und in Ruhe ausprobieren ob es einen Grund geben könnte ein anderes Motorrad zu kaufen. Leider hat Sandra bei der telefonischen Terminabsprache vergessen nach einem oder vielleicht sogar zwei Leihmotorrädern zu fragen. Aber wie das Schicksal es will, gibt es seit wenigen Stunden ein kleines SIXT Büro in der Bonner BMW Niederlassung. Auf der Basis einer Kooperation haben SIXT und BMW schon in mehreren Niederlassungen kleine “Mietstationen” eingerichtet.

Sehr cool ist es, dass ich der erste Biker bin, dem der SIXT Mitarbeiter ein Motorrad vermieten kann. Da ich genau weiß, dass meine Sandra schon seit zwei Jahren immer wieder auf die BMW F800r im Chris Pfeiffer Design schielt, frage ich einfach mal nach einem dieser Motorräder. Und siehe da, es ist eine nagelneue F800r verfügbar. Das gute Stück ist zwar ein wenig staubig, aber auf dem Tacho stehen erst 42 Kilometer, sie ist also brandneu. Zu zweit geht es mit der F800r quer durch Bonn wieder zurück zu mir nach Hause. Dort steige ich auf meine alte K1200RS um und Sandra rutscht vom Sozius in die “Sitzmulde” der F800r.

Mit beiden Mopeds geht es in das landschaftlich sehr reizvolle Wiedtal. Sandra bleibt jedoch wiederholt weit zurück und ich muss immer mal anhalten und warten. Flottes Motorradfahren geht anders… An der Laubachmühle kurz vor Altwied ist dann Gelegenheit zu einem ersten Fazit.

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Die neue Maschine scheint nicht ganz richtig eingestellt zu sein. Mehrfach ist beim Rollen mit gezogener Kupplung der Motor stehen geblieben. Eine nicht ganz ungefährliche Situation. Kuppelt man hier bei niedriger Geschwindigkeit ein, so blockiert schnell das Hinterrad wenn das Tempo nicht ausreicht um den Motor wieder zu starten. Ungeübte Motorradfahrer liegen dann schnell mal auf der Nase.

Aber Sandra tut instinktiv das Richtige, sie hält die Kupplung gezogen, lässt das Motorrad rollen und betätigt den E-Starter. Während wir auf unser Essen warten diskutieren wir, was die Ursache sein könnte. Als es später weiter geht, schalte ich zuerst die Zündung der  F800r ein, drehe den Gasgriff langsam bis zum Anschlag auf, halte ihn dort ganz kurz und drehe ihn wieder zurück. Danach startet der Motor ganz sofort und hat ein sauberes Standgas. Ähnlich ist es bei meinen K1200r Sport wenn man nach dem Winter die Batterie wieder eingebaut hat. Die Motorelektronik hat nach Monaten ohne Strom alles vergessen was sie über das Motorrad einst wusste. Und dementsprechend ist die oben beschriebene Aktion in jedem Frühjahr einmalig notwendig.

Bei der F800r scheint es ähnlich zu sein, denn danach läuft sie problemlos. Doch Sandra ist trotzdem ziemlich enttäuscht. Die Sitzposition gefällt ihr nicht, der Krawall den der kleine Zweizylinder macht geht ihr auf den Keks und irgendwie hat sie eher das Gefühl auf einer kleinen 125er als auf einem richtigen Motorrad zu sitzen.

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Später beim Kaffee an den Resten der Brücke von Remagen ist wieder Gelegenheit über dieses Motorrad zu diskutieren. Ich finde sie eigentlich ganz cool. Der kleine Motor röhrt in meinen Ohren ganz passabel und hält man ihn zwischen 3.000 und 5.000 U/min so ist man mit dem leichten Motorrad auch wirklich flink unterwegs. Wer ein Motorrad wie meine alte BMW K1200RS die vollgetankt mit Koffern mehr als 300 Kilogramm wiegt gewohnt ist, der hat auf der F800r wirklich das Gefühl auf einem Fahrrad zu sitzen, auf einem höllisch schnellen Fahrrad. Hat man sich damit angefreundet, so kann diese leichte Maschine eine Menge Spaß vermitteln. Vor Kurven bremst man später, denn es man muss ja viel weniger kinetische Energie in Wärme umwandeln und nach der Kurve ist man auch schneller wieder am Gas. Das Fahrwerk vermittelt einen sehr sicheren Eindruck und die Bremsen verzögern sehr gut und lassen sich toll dosieren.

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Doch meine Sandra kann dieses Motorrad nicht überzeugen. Im Vergleich zu ihrer alten Yamaha YZF-750r oder meinen BMWs ist dieses kleine Motorrad überhaupt nicht ihr Ding. Sie fühlt sich unsicher und hat das Gefühl auf einem rasenden Fahrrad zu sitzen.

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Am nächsten Morgen will ich wissen ob Sandras Bedenken wirklich berechtigt sind. Zu zweit geht es mit der F800r hinauf auf den Petersberg. Dort wollen wir es uns mit Blick auf den Drachenfels und die Eifel bei einem leckeren Frühstück richtig gut gehen lassen.

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Die Straße hinauf zum Petersberg kenne ich gut und sie hat viele schöne Kurven und Spitzkehren zu bieten. Aber wirklich auskosten kann ich sie leider heute nicht. Die Reifen sind noch nicht eingefahren, wegen der sehr warmen sommerlichen Temperaturen tragen wir beide ausnahmsweise nur eine Jeans und so hat Sandra große Angst, dass wir uns mit der ungewohnten BMW F800r auf die Nase legen könnten.

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Als wir oben eintreffen sind wir für ein “richtiges” Frühstück leider ein paar Minuten zu spät. Ich muss kurz an die Szene aus “Falling Down” denken in der Michael Douglas zwei Minuten zu spät für ein Frühstück ist und er darauf den ganzen McDonalds mit einem Gewehr (versehentlich) in Schutt und Asche legt. Aber die Kellnerin kann ja auch nichts dafür und so gibt es ein echtes Biker-Frühstück. Bei einem leckeren großen alkoholfreien Bier lassen wir uns Frikadellen mit Kartoffelsalat schmecken. Weil wir wegen des Frühstücks so enttäuscht waren, bringt uns sie super nette Kellnerin noch ein Körbchen mit frischen Brötchen und dazu etwas Kräuterquark. Das Leben kann soooo schön sein :-)

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Danach ist Zeit für eine ausführliche Probefahrt. Es geht kreuz und Quer durch das Siebengebirge und das Bergische Land. Schließlich landen wir in Eitorf und lassen es uns dort in einer tollen Eisdiele ein zweites Mal ziemlich gut gehen.

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Auf dem Weg zur Bonner Motorradniederlassung meldet sich dann der Bordcomputer. Unser Sprit geht zur Neige, aber es scheint nicht akut zu sein und wir schaffen es ganz locker bis zur Tankstelle am Bonner Verteilerkreis. Unser “Testverbrauch” betrug 4,7 Liter pro 100 Kilometer, das ist nicht wirklich wenig, kann sich aber trotzdem sehen lassen.

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An der Tankstelle suche ich für einen kurzen Augenblick den Tankdeckel. Bei der F800r ist der “Tank” nur eine Attrappe unter der sich die ganze Motorelektronik usw. verbirgt. Der eigentliche Tank liegt unterhalb der Sitzbank und dementsprechend wird das Benzin rechts neben der Sitzbank eingefüllt. Ziemlich dumm ist es dabei, dass ich genau verkehrt herum an der Zapfsäule geparkt habe. Aber man(n) kann ja nicht immer an alles denken :-)

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Zurück bei der Werkstatt ist dort echt was los. Die Sonne scheint und alle Biker strömen nach den langen Wochen mit fiesem Winter und dunklen Regenwolken auf die Straßen. Doch viele Motorräder sind nicht ganz so unproblematisch wie ein normaler Großserien-PKW. Auch sind die Inspektionsintervalle bei Motorrädern viel kürzer und so haben die Mitarbeiter der Werkstatt immer wieder das Problem regelrecht von den Kunden überrannt zu werden. Wirklich erfreulich ist dabei, dass Frau Nussbaum, Herr Strasburger und die vielen anderen Mitarbeiter trotz des großen Andrangs immer hilfsbereit und überaus freundlich sind.

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Mein blau/weißes Duo ist auch schon fertig und so geht es kurz darauf los zu einer kleinen Tour durch die Eifel. Unser Ziel ist das Café Fahrtwind in der Nähe von Ahrbrück. Doch auf halbem Wege meldet sich an der weißen BMW der Bordcomputer. Das ABS ist ausgefallen… Ich denke nur “Scheiße, das wird teuer…” Unseren Freitag beschließen wir mit einer kleinen Diskussion zur Ursache der ABS-Probleme.

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Nach einer unruhigen Nacht bin ich am nächsten Morgen nicht sicher ob samstags bei der Werkstatt jemand erreichbar ist. Trotzdem stehen wir recht früh auf und fahren ohne Frühstück gleich zur Bonner BMW Motorradwerkstatt. Dort sind tatsächlich die Türen geöffnet und Herr Strasburger begrüßt uns sehr freundlich. Einige Augenblicke später steht meine weiße BMW auch schon in der Werkstatt und es wird der Inhalt des Fehlerspeichers ausgelesen. Eine Pumpe die mit dem ABS zusammenhängt hat gemeldet, dass sie zu wenig Strom hatte. Ein Grund dafür ist nicht wirklich ersichtlich. Also löschen wir zunächst nur den Fehlerspeicher.

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Während der Prozedur habe ich Gelegenheit mir eine “ausgezogene” K1200 GT anzuschauen, die meiner alten K1200RS sehr ähnlich ist. Hier sieht man sehr schön den relativ hässlichen Motor. Die Konstruktion des liegenden Reihenvierzylinders ist ja schon wirklich pfiffig und ich mag dieses Motorrad wirklich gern. Aber Motor sieht für mein Empfinden einfach komisch aus…

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Nachdem der Fehlerspeicher gelöscht ist drehe ich eine kleine Proberunde, doch die ABS-Warnleuchte meldet sich kurz darauf schon wieder. Ich halte an, Zündung aus, warten, Zündung an, warten, starten, Mist sie leuchtet dauerhaft. Aber vielleicht liegt es auch an der Batterie? Bei den modernen Motorrädern werden die Batterien immer kleiner und die elektrischen Anlagen immer komplexer. Also geht es mit der weißen K1200 wieder heimwärts. Während meine Sandra für das Sonntagsfrühstück einkauft, tausche ich die Batterien zwischen der weißen und der blauen BMW.

Das dauert nur ein paar Minuten und bei der ersten Probefahrt muss ich leider feststellen, dass auch diese Aktion nichts gebracht hat. So schnell es geht fahre ich zurück zur Werkstatt und bin überrascht Herrn Strasburger dort um 12h45 noch anzutreffen. Diese Mitarbeiter sind wirklich engagiert und setzen sich sehr für ihre Kunden ein. Viele Biker halten eben doch irgendwie zusammen.

Erneut wird der Fehlerspeicher ausgelesen, das Ergebnis ist das gleiche wie zuvor. Leicht gefrustet lasse ich mein weißes “Mädchenmotorrad” also in der Werkstatt zurück und rufe meine Sandra an, ob sie mich mit ihrem ebenfalls frisch reparierten Cabrio abholen kann. Mit offenem Verdeck genießen wir den Rest des Tages. Es geht am Rhein entlang und ich bin sehr froh, dass ich endlich mal nicht selbst fahren muss. Einfach zurücklehnen, die Augen schließen und den Wind in den Haaren genießen. Das Leben kann so schön sein.

Wie der Zufall es will, landen wir wieder an der Laubachsmühle im Wiedtal. Die Kellnerin erkennt uns wieder und wir halten ein nettes kleines Schwätzchen. Dabei sind wir uns alle drei nicht sicher ob wir einen oder zwei Tage zuvor dort waren…

Auf dem Heimweg zieht sich dann der Himmel zu und wir müssen das Verdeck schließen. Daheim angekommen sind die Nachbarn dabei alles zu befestigen und in Sicherheit zu bringen. Es sieht aus als würde ein schweres Unwetter auf uns zukommen. Sandra ist nicht ganz wohl dabei, die Reparatur war teuer und ihr Auto ist jetzt blitzblank poliert. Also tun wir es den Nachbarn gleich und parken Autos und Motorräder so, dass alles in Sicherheit ist. Das Gewitter kommt dann auch wirklich heftig, aber der befürchtete Hagel bleibt aus. Es ist alles nochmal gut gegangen…

Für den Sonntag verheißt der Wetterbericht nur wenig gutes. Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen und um 11h30 bin ich schon wieder unterwegs nach Mainz. Weil es in Bonn wegen des Gewitters vom Vorabend schon wieder schwül warm ist, ziehe ich nur eine Jeans an, die richtige Motorradhose habe ich aber in einem der beiden großen Koffer dabei. Ich entscheide mich für die B9, hier kann ich bei einem Gewitter ggfs. schnell mal halten und mich unterstellen, falls es ganz schlimm kommen sollte. Aber ich habe Glück, erst kurz vor Koblenz setzt der Regen ein. Mit nasser Jeans steige ich bei der Shell-Tankstelle an der B9 ab und bin wirklich froh, als ich auf der Herrentoilette die trockene warme Motorradhose anziehen kann.

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Kurz bevor ich wieder aufbreche unterhalte ich mich kurz mit der Kassiererin über den Zustand der B9. Sie ist sich sicher, dass auf der Höhe der Loreley noch ein weiter Abschnitt gesperrt ist. Also nehme ich den Abzweig in Richtung A61. Bei Hermeskeil geht es dann auf die A61. Meine leichten perforierten Sommerhandschuhe aus strapazierfähigem Känguru-Leder fühlen sich nun an wie zwei nasse Schwämme. Mein Halstuch ist nass und langsam aber sicher läuft mir das Wasser zwischen den Schulterblättern den Rücken hinab. Sehen kann ich auch nicht viel, aber es geht schon irgendwie. Der neue SHOEI GT-Air liegt toll im Wind und dank der Ohrenstöpsel ist auch die Geräuschkulisse ganz erträglich. Das Regenwasser perlt gut vom Visier ab und so kann ich halbwegs sicher fahren.

Ziemlich ärgerlich sind aber die rücksichtslosen Autofahrer. Als die Fahrbahn sich irgendwo im Hunsrück von drei auf zwei Fahrspuren verengt, zieht auf den letzten Zentimetern ein weißer Audi A6 Avant direkt vor mir auf meine Fahrspur. Das Wasser spritz hoch und ich bin praktisch blind. “Hätte dieser Scheißkerl sich nicht einfach hinter mir einsortieren können?” – schießt es mir in den Kopf. Dann sehe ich Lichter hinter mir, sooo dicht dass es mir Angst macht. Ein BMW X5 ist das, er scheint sich mit dem Fahrer des Audi eine ordentliche Pimmelfechterei geliefert zu haben und nun hänge ich mitten zwischen den beiden Testosteron-Trotteln. Der BMW versucht uns beide rechts zu überholen, der Audi-Fahrer fummelt an der Lichthupe und ich versuche bei all dem Wind und Regen nicht von ihnen gerammt und getötet zu werden. Nach ein paar Kilometern ist der Spuk dann endlich vorbei. Der Audi Fritze hat gewonnen, der BMW Fahrer hat die kleineren Eier und ist irgendwo von der A61 abgefahren. Mir kommt wieder eine Spruch eines Freundes in den Sinn: “Manchen Autofahren müsste man ab und zu einfach mal die Fresse polieren damit sie merken wie bescheuert sie sich verhalten haben.” Recht hat er, leider tut es niemand…

Der Regen hat endlich aufgehört und nach gefühlten 30 Kilometern fährt der weiße Audi endlich auf die gähnend leere rechte Fahrspur. Ein kurzer Ruck am Gashahn meiner alten BMW lässt die LED-Tagfahrlichter seines Audi schnell in den Rückspiegeln kleiner werden. Am liebsten hätte ich im Vorbeifahren eine Delle in seine Tür getreten…

Als ich in Mainz eintreffe klart der Himmel auf und es scheint sogar ein wenig die Sonne. Schnell parke ich meine alte blaue BMW in der Tiefgarage und bin erschüttert als ich auf die Anzeige des Hygrometers blicke, das ich ein paar Tage zuvor dort aufgehängt habe. 99% Luftfeuchtigkeit, mehr geht nicht und das in einer Garage in der so viele Autos parken. Was hier nicht verrostet wird verschimmeln, das ist Gewiß.

Der Hausverwalter stellt auf seiner Webseite ein paar Tipps zur Auswahl eines Eigenheimes usw. bereit. Leider fehlt dort der Tipp “Suchen sie sich eine Hausverwaltung die sich auch kümmert wenn es Probleme mit ihrem Haus gibt!”

DIESE HAUSVERWALTUNG scheint sich jedenfalls nicht zu kümmern! Schon mehrfach habe ich sie angeschrieben, Fotos des Hygrometers per E-Mail geschickt. Gerührt hat sich bislang niemand! Vor dem Winter sah meine schöne alte K1200 RS noch fast aus wie neu. Nun ist der gesamte Hauptständer total verrostet und viele Schrauben haben ebenfalls Rost angesetzt. In dieser Tiefgarage kann man eigentlich nichts parken, wenn man nicht will, dass es einem unter den Händen verschimmelt…

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Mich wundert nur, dass den Nachbarn scheinbar total egal ist, dass ihre Autos hier bei 99% Luftfeuchtigkeit langsam verrotten…

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Während ich mich über den unfähigen Hausverwalter ärgere, scheint in meinem kleinen Garten schon die Sonne und ich kann Handschuhe und Motorradjacke zum Trocknen aufhängen. Das stimmt etwas versöhnlich und während ich diesen Artikel schreibe überlege ich wie ich dieses verrückte Bikerwochenende würdig abschließen kann…

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Honda CB 1100 – Ein moderner Klassiker 2013

Honda CB 1100 - Model 2013

(Quelle: www.honda.de)

Mit der CB 750 Four hat Honda in den 70er Jahren einen modernen Klassiker auf den Markt gebracht. Weltweit mehr als 555.000 mal verkauft, ist diese Maschine ist für viele begeisterte Motorradfahrer bis heute das erste “Superbike”. Ich erinnere mich noch gut wie ich im zarten Alter von 16 Jahren die ersten Kilometer auf meiner kleinen Zündapp GTS-50 abgespult habe. Damals lief der erste Teil von Mad Max im Kino. Ein Endzeit-Streifen aus Australien mit dem Mel Gibson praktisch über Nacht zum Superstar avancierte. Dass seine Textpassagen für die Aufführung in US-Kinos wegen seines krassen Australischen Akzents neu synchronisiert werden musste, ist hier ein witziges Detail.

Die heimlichen Stars des Films waren für mich ganz klar Motorräder im Stile der Kawasaki Z1000 oder eben der Honda CB 750 Four.

Die Motorräder haben sich im Laufe der Jahre enorm weiterentwickelt. Inzwischen leisten Motorräder wie die BMW S1000 RR fast serienmäßig fast 200PS und wiegen dabei deutlich unter 200 KG. Im Vergleich wäre das etwa ein Golf 1 mit dem 1000 PS Motor eines Bugatti Veyron. Nur um den “Nicht-Bikern” unter Euch  eine Idee davon zu vermitteln was in modernen Motorrädern drin steckt!

Aber so sehr diese modernen Motorräder auch begeistern, beim Anblick einer perfekt erhaltenen CB750 Four halten die meisten Biker meiner Generation kurz inne und denken an die längst vergangenen schönen Zeiten. Die enormen Leistungssteigerungen haben radikale Änderungen der Motorästhetik bedingt. Kein moderner Hochleistungs-Motorradmotor kommt mehr ausschließlich Luftgekühlt daher. Die Motorren sehen heutzutage eher aus wie futuristische Antriebsmaschinen. Vom Design der 70er Jahre ist praktisch nichts geblieben.

Da erscheint es fast mutig, dass Honda nun mit der CB 1100 ein Motorrad auf den Markt bringt, dass wieder einen wunderbaren zu 100% luftgekühlten Motor verwendet. Die Leistung dieses Triebwerks fällt indes mit “nur” 90 PS relativ moderat aus. Doch neben all dem Chrom und schönen Retro-Accessoires fügt er sich perfekt ins Bild des modernen Klassikers ein. Trotz der vielen Retro-Designelemente überzeugt die neue CB 1100 aber mit moderner Technik und aktuellen Sicherheitsstandards.

Aber seht selbst….

 

Hier habe ich einen schönen Vergleich Alt/Neu für Euch herausgesucht:

 

Dass diese neue Honda weniger zum Rasen als vielmehr zum genüsslichen Gleiten verführt zeigt auch dieses Video:

 

Ein schön gemachtes Review-Video aus dem kurvigen Österreich gibt es auch schon…

 

Zum Abschluss habe ich hier noch ein Video das im letzten Herbst entstanden ist. Ich war mit meiner BMW K1200R Sport zwischen Mainz und Bonn unterwegs und habe einen kleinen Umweg über Bernkastel an der Mosel gemacht. Insgesamt waren drei GoPro Kameras mit von der Partie. Bei der Abfahrt habe ich dann aber irgendwie die hintere GoPro nicht korrekt gestartet. Bei einem kurzen Check an einer Baustelle ist es mir dann aufgefallen. Die Szene in der die dritte Kamera hinzukommt ist dann auch ganz witzig :-)


Nikon AW100 – Motorradtour im goldenen Oktober

Heute habe ich ein Video für Euch, das ich gestern auf meinem MacBook mit Final Cut Pro X (FCPX) geschnitten habe. Alle “normalen” Sequenzen habe ich mit meiner kleinen “Immer Dabei-Kamera” der Nikon AW100 aufgenommen. Da ich für diese Kamera keine Motorradhalterung habe, gibt es einige “Archivbilder” die ich in diesem und dem letzten Jahr mit meinen GoPro Kameras aufgezeichnet habe. Das Kartenmaterial stammt aus Google Earth. Leider ist das MacBook nicht “stark” genug um den Bildschirminhalt so aufzuzeichnen, dass darauf ein “geschmeidiges” Video wird. Aber ich denke Ihr bekommt trotzdem einen guten Eindruck von der gefahrenen Strecke.

Ich habe alles als GPX-Datei mit meinem TomTom Urban-Rider aufgezeichnet. Wer diese Dateien haben möchte um sich ein paar gute Streckenabschnitten abzuschauen, der kann sich gern bei mir melden. Über Kommentare und Anregungen freue ich mich sehr.

Die Hintergrundmusik stammt komplett aus dem Lieferumfang von Apples “iLive”. Eine Monetarisierung des Videos ist damit leider nicht möglich, YouTube hat bereits kurz nach dem Upload den ersten Content-ID Treffer produziert.


Mit vier BMWs durch das Sauerland

Auch wenn der Wetterbericht nicht viel Gutes verheißt, es ist das erste und letzte Wochenende an dem mein Bruder, mein Schwager, meine Freundin und ich gemeinsam die Zeit für eine ausgedehnte Motorradtour finden. Es soll kreuz und quer durch das Sauerland gehen. Bereits als kleiner Bub habe ich viel Zeit bei der Oma in Scharfenberg bei Brilon verbracht. Noch gut erinnere ich mich an die “Sommerfrischler” die meine Oma von Jahr zu Jahr im eigenen Haus beherbergte und verköstigte. Sommerfrischler, das waren meist Gäste aus Holland. Besucher aus dem Land ohne Berge die einmal im Jahr etwas anderes sehen wollten als Deiche und plattes Land.

Morgenstimmung am Möhnesee

Unter ihnen war auch die Familie Mulder. Während ich noch die Grundschule besuchte haben wir immer wieder die  Sommerferien im Haus dieser Familie in Den Helder an der Nordsee verbracht. Die Mulders haben während dieser Zeit bei meiner Oma gewohnt. So hatten wir Kinder Strand und Sonne und die Mulders sonnige Tage in einem wunderschönen Mittelgebirge.

Beim Gedanken an eine Motorradtour durch das Sauerland rümpfen hartgesottene Alpen-Biker schnell die Nase. Aber wer dieses schöne Fleckchen Erde erst einmal kennen gelernt hat, den zieht es immer wieder dorthin.

Warten auf die anderen Biker

Als Ausgangspunkt für unserer Reise haben wir uns das kleine Café an der Staumauer des Möhnesee ausgesucht. So haben wir alle eine recht moderate Anreise zu bewältigen. Sandra und ich entscheiden uns für die Autobahn. Sie sucht sich heute wieder mein Mädchenmotorrad aus, eine BMW K1200r Sport mit 163 PS. Ich entscheide mich für meine 11 Jahre alte BMW K1200RS mit “nur” 131 PS. Mein Bruder wird mit seiner BMW R1150R (86PS) anreisen und meine Schwager wird seine wunderschöne chromblitzende BMW R1200C Classic (61PS) ausführen. Gemeinsam haben wir damit fast 5 Liter Hubraum, 12 Zylinder und satte 442 PS. Das alles bei einem Benzinverbrauch von etwa 24 Litern/100km und einem Gesamtgewicht von ca. 1000 KG – Nicht schlecht!!

BMW R1200C Classic

Um kurz nach 11h sind wir vollzählig und es geht los. Mein Bruder hat die Tour daheim am PC geplant und die Route in sein Garmin GPS übertragen. Er kennt sich hier gut aus und so ist er der Anführer unserer Truppe. Sobald Kurven in Sicht sind “verlässt” er uns und wartet auf der nächsten Gerade bis wir auch da sind. Gern würde ich mal so richtig den Hahn aufreißen, aber wenn man in einer Gruppe fährt muss man lernen sich zusammen zu reißen. Auch wenn es schwer fällt, aber so habe ich als “Schlusslicht” meine Freundin und meinen Schwager stets im Blick. Ich kann mich auf die reizvolle Landschaft konzentrieren und muss nicht im Spiegel schauen “wo sie denn bleiben”. Das hat auch was und ist auf Dauer sehr entspannt. Man kann auch Spaß haben wenn man nicht am Limit fährt!

Am Nachmittag gibt es eine Pause am am Sorpesee. Hier hole ich kurz meine Nikon AW100 “Immer-Dabei-Kamera” heraus und lichte für Euch die vier so verschiedenen Motorräder ab.

Schauen wir mal was wir da haben… Zuerst der moderne Klassiker, eine R1150R mit einem klassischen Boxermotor. Halt, so ganz klassisch ist er gar nicht mehr! Dank elektronische gesteuerter Einspritzanlage, geregeltem 3-Wege-Katalysator und Doppelzündung ist es ein sehr modernes Triebwerk. Lange Jahre bin ich etwas ganz ähnliches gefahren. Doch schließlich ging es mir auf den Geist, dass praktisch keine Werkstatt in der Lage war diesen Motor so einzustellen, dass beide Zylinder völlig synchron arbeiten. Das Ergebnis waren stetige Vibrationen die zwar “typisch” sind, die mir aber irgendwann einfach auf den Geist gegangen sind. Danach brach für mich nach langen Jahren mit verschiedenen Boxer-Motoren die Ära des “4-Zylinders” an.

BMW R1150 R

Hier haben wir einen dieser Vertreter. Eigentlich war dieses Motorrad für mich gedacht. Doch wegen der niedrigen Sitzbank und des entspannten Superbike-Lenkers wurde es dann mein “Mädchenmotorrad”. Wirklich viel bewegt habe ich dieses krasse Ding in den letzten Jahren nicht, meist ist meine Freundin damit unterwegs… Da ich irgendwann auch mal mit solch einem Geschoß fahren wollte, habe ich mir schließlich das gleiche Ding ein zweites Mal gekauft, allerdings in “Blau”. Hier habe ich ein kleines Video das ein wenig vermittelt wie das Fahrgefühl mit diesem krassen Ding ist.

BMW K1200r Sport

Dieses Geschoß geht ab wie die Hölle, das Triebwerk katapultiert die Fuhre in wenigen Sekunden auf bis zu 260 km/h. Dies ist indes ein Wert von eher theoretischem Nutzen. Bei 260 km/h ist der Lärm unmenschlich, der Winddruck abartig, die notwendige Sitzhaltung eine Katastrophe. Dieses Ding kann zwar schnell fahren, aber es macht keinen wirklichen Spaß. Die Domäne dieser Maschine ist eher die satte Beschleunigung aus dem “Drehzahlkeller”. Im 4. oder 5. Gang hängt sie auf kurvigen Landstraßen gierig am Gas und zaubert mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Eine geniale Fahrmaschine und bislang das beste Motorrad das ich je gefahren bin. Auch wenn es nach Meinung eingefleischter BMW-Fans gar keine echte BMW ist, denn eine echte BMW “muss einen Boxermotor haben”! Naja…

Kommen wir zur R1200C Classic. Dieses Motorrad erregte vor einigen Jahren weltweites Aufsehen als James Bond damit vor einem Hubschrauber voller Bösewichter floh. In der Classic-Edition hat BMW hier verchromte Speichenräder verbaut. Dieses Motorrad ist ein Albtraum für jeden Biker mit “Putzfimmel”. Blitz blank sauber geputzt, ist sie eine echte Augenweide.

BMW R1200C Classic

Im Gegensatz zu anderen modernen Boxermotoren leistet dieses Aggregat “nur” 61 PS. Das erscheint auf den ersten Blick wenig zu sein, aber es reicht völlig für einen entspannten Ritt über wundervolle einsame Landstraßen. Dieses Motorrad ist eine BMW für Genießer. Wer sich für dieses Maschine entscheidet fährt eine “Harley aus Bayern” die nicht liegenbleibt und die die Blicke der Passanten nicht wegen einer ohrenbetäubenden Geräuschkulisse auf sich zieht. Dieses Motorrad ist zeitlos elegant und es ist wirklich schade, dass es nicht mehr hergestellt wird!

Kommen wir zu einer ganz anderen BMW, der K1200RS. Mit der K-Reihe hat BMW nach Jahrzehnten neue Wege beschritten. Die Motorräder der K-Reihe hatten einen liegend eingebauten Motor mit drei oder vier Zylindern. In Fahrtrichtung war links der Zylinderkopf und rechts die Kurbelwelle. Von oben wurden die Motoren mit zündfähigem Gemisch beatmet, nach unten ging es in eine ebenso einfach wie effizient konstruierte Auspuffanlage.

Wegen der sehr gewöhnungsbedürftigen Erscheinung dieser Motorkonstruktion hatte diese Baureihe schnell einen Spitznamen: “Flying Brick” – “Fliegender Ziegelstein”.

Wirkliche Erfolge konnte BMW mit dieser in sich völlig logischen und einzigartigen neuen Konstruktionsweise hingegen nicht feiern. Eingefleischte Fans kauften weiterhin Modelle mit Boxermotoren. Dies änderte sich erst, als die Designer begannen den hässlichen Ziegelstein in einer Vollverkleidung zu verstecken. Im Jahr 1996 erschien die BMW K1200RS. Ein Sporttourer mit engem Kniewinkel und bärenstarkem Motor. Dieses Triebwerk konnte in der offenen Version satte 131PS mobilisieren, das hatte es bei BMW nie zuvor gegeben. Doch die Konstrukteure waren zu spät. Die Konkurrenz aus Japan und Italien hatte bereits sportlichere Motorräder mit deutlich höherer Motorleistung im Angebot.

Doch diese Variante des fliegen Ziegelsteins fand nach und nach doch ihre Fans. Im Jahr 2001 wurde das Motorrad ein wenig überarbeitet. Die Sitzposition ist weniger sportlich und das Design etwas gefälliger. Gebaut bis zum Jahr 2005 ist sie heute ein Meilenstein der Motorradgeschichte.

BMW K1200RS - Flying Brick - Fliegender Ziegelstein

Mein Exemplar dieses Motorrades ist aus dem Jahr 2001, also eines der ersten Exemplare der überarbeiteten Baureihe. Der Tacho zeigt mittlerweile über 100.000 Kilometer an. Doch dank guter Pflege sieht sie noch immer fast aus wie neu. Ich habe diese Maschine vor einigen Wochen für etwas über 3.000 Euro erstanden und sie macht mir immer wieder richtig viel Spaß. Im Gegensatz zur neueren K1200r Sport entfaltet der Motor seine Kraft sehr ruhig und gleichmäßig. Man kann ohne Probleme mit 1.500 U/min durch eine Ortschaft zuckeln und am Ortsausgang ohne zu schalten auf bis zu 240 km/h beschleunigen. Das reicht für alle Lebenslagen, lediglich das mit fast 300 Kilogramm hohe Gewicht bekommt man immer wieder deutlich zu spüren. Diese Maschine ist weniger quirlig als die neuere K1200r. Besonders mit einem AC Schnitzer Superbike-Lenker ist das Handling des neueren Model fast so spielerisch wie bei einem Fahrrad. Fahrer der älteren K1200RS müssen hier schon mal richtig “arbeiten”. Besonders auf den ersten Kilometern ist mir dies mit der alten K1200RS schwer gefallen. Aber es lag an den Reifen! Seit sie mit zwei neuen Michelin Pilot Road 3 (MOR3) bestückt ist, fährt auch dieses Motorrad “wie auf Schienen”.

Unsere Route habe ich mit meinem TomTom Urban Rider mitgeschnitten und hier für Euch ein wenig aufbereitet. Wer die originale GPX-Datei haben möchte, der kann sich einfach bei mir melden.

Beginnen wir mit der Übersicht. Man sieht die Anreise von Bonn aus über die A59, A3, A1 und A44 bis zum Möhnesee. Nach der Runde trennen sich unsere Wege in der Nähe von Brilon und wir fahren über Meschede und Olpe auf der A4 zurück nach Bonn.

Sauerland Tour - Übersicht

Hier die ersten schönen Abschnitte der Tour im Detail.

Sauerland Tour - Details

Sauerland Tour - Details

Am Nachmittag machen wir etwas östlich von Brilon an einem sehr schön gelegenen Bikertreff Rast.

Sauerland Tour - Details

Die Aussicht ist wunderbar.

Sauerland Tour - Details

Benzingespräche und heißen Kaffee am Bikertreff

Der Blick über das Sauerland

Als wir mit hereinbrechender Dunkelheit daheim in Bonn ankommen sind wir beide ziemlich geschafft. Hinter uns liegen fast 11 Stunden auf dem Motorrad und rund 500 Kilometer. Zieht man etwa 250 Autobahn-Kilometer ab, so bleiben rund 250 Kilometer auf kleinen kurvenreichen Landstraßen mit überwiegend gutem Straßenbelag und recht wenig Verkehr. Das Sauerland lässt das Biker-Herz schneller schlagen. Nach dieser Tour verstehe ich einmal mehr warum meine Oma so oft Besuch aus Holland hatte :-)

So unterschiedlich unsere vier BMWs auch sind, alle bringen Spaß. Sie sind gut verarbeitet, vermitteln eine sicheres Gefühl und sind in praktisch allen Lebenslagen gut beherrschbar. Bremsen, Fahrwerk, Bedienelemente, alles ist auf einem hohen Qualitätsniveau. Und einmal mehr wird klar, dass man für eine schöne Tour keine 163 PS haben muss, man kommt auch mit “nur” 61 PS ganz gut vorwärts.

Hier habe ich noch ein kurzes Werbevideo zur neuen Baureihe der K1200r. Der Film bringt sehr schön die Faszination zum Ausdruck die dieses krasse Ding auf mich ausübt…

Hier noch ein schönes Video mit zwei voll verkleideten Modellen. Diese heißen dann BMW K1200S, sind abgesehen von der Verkleidung im Kern aber mit der K1200r Sport identisch.


BMW K1200RS versus BMW K1200r Schnitzer

Die Vorgeschichte

Ich erinnere mich noch sehr gut an meine erste gemeinsame Motorradtour mit meinem Freund Hermann. Damals haben wir auf halber Strecke die Motorräder getauscht und er sagte etwa 50 Kilometer später “Die geb’ ich nicht mehr her!” Zugegeben, es war ein ungleicher Kampf, eine BMW K1200r Sport Baujahr 2007 gegen eine BMW R1100 Baujahr 1997. Dazwischen lagen 10 Jahre Entwicklungsarbeit und der Leistungsunterschied betrug 84PS zu 163PS.

Es dauerte nicht lang, da stand in der Garage meines Freundes auch eine BMW K1200r Sport – sogar ein Modell das von AC Schnitzer überarbeitet worden war. Ein echt heißer “Ofen” und für meinen Freund der Beginn einer neuen Zeitrechnung. Hier habe ich zwei Videos aus dem letzten Jahr, dort sieht man den “alten” Boxer und im zweiten Video die neue K1200r Sport.

Die Testkandidaten

Heute war das Wetter großartig und wir hatten uns nach langer Zeit endlich einmal wieder zu einer gemeinsamen Tour verabredet. Statt meiner blauen BMW K1200r Sport war ich heute mal mit einer BMW K1200RS Baujahr 2001 unterwegs. Dieses Motorrad hat in den letzten Wochen einige kleine Modifikationen erfahren. Die leicht verschrammte Standard-Scheibe ist einer kurzen leicht getönten neuen Scheibe gewichen. (Gibt es bei amazon.de für ca. 219,- Euro) Die hässlichen gelben Blinker mussten modischen weißen Pendants weichen, das Rücklicht ist auch weiß und wird von einer ganzen Batterie roter LEDs beleuchtet. Auf den Rädern drehen sich zwei nagelneue Michelin Pilot Road 3. Die Stummellenker sind über zwei Zwischenstücke etwas erhöht montiert und so wurde es auch möglich, einen RAM-Mount für eine TomTom Urban Rider zu befestigen. Auf dem Tacho stehen mehr als 100.000 Kilometer, aber der längs eingebaute 131 PS starke Vierzylinder-Reihenmotor verrichtet seine Arbeit noch ganz ordentlich.

Die Teststrecke

Wir starten in Mainz und es geht über den Rhein in den Taunus. Hermann kennt die Strecken wie seine Westentasche und sobald die Geschwindigkeitsbegrenzungen aufgehoben sind sehe ich eigentlich nicht einmal seinen Hinterreifen mehr. Ab und zu taucht er wieder am Horizont auf, er fährt Schrittgeschwindigkeit und wartet auf mich. Sobald er den Scheinwerfer meiner 300 Kilogramm schweren “Fuhre” sieht dreht er am Hahn und gibt den 163 Pferden des großen quer eingebauten Reihenvierzylinders ordentlich die Sporen. Es geht durch das Wispertal und später in Richtung Lorsch am Rhein. Doch kurz bevor wir Lorsch erreichen biegt er scharf rechts ab.

Hier beginnt eine geniale kurvenreiche Strecke, die Straße ist sehr gut ausgebaut und trotz meiner Gehörschutzstopfen höre ich wie Hermanns K1200 irgendwo weit vor mir ihr “Lied singt”. Oben auf der Höhe angekommen ist Hermann schon lässig an sein Moped angelehnt, den Helm hat er bereits abgenommen und die Handschuhe sind auch schon ausgezogen. Eine gute Zeit für ein paar Handy-Fotos mit dem HTC Desire HD. (Anklicken für 1000er Auflösung)

Bevor es weitergeht beschließen wir die Mopeds zu tauschen. Eigentlich ist seine AC Schnitzer Version meiner K1200r Sport sehr ähnlich und doch ist sie anders! Ich sitze höher, es kommt mir vor als wäre ein Teil verbaut, welches das Heck höher stellt. Der Superbike-Lenker ist noch breiter als an meiner K1200r Sport und die Bugverkleidung wurde bei AC Schnitzer durch eine kleine Lampenverkleidung ersetzt. Der Schnitzer Auspufftopf sieht nicht nur viel besser aus als die von BMW im Original verbaute “Thermoskanne” er hört sich auch so richtig gut an. Trotz dB-Killer produziert diese Maschine einen sonoren Sound der richtig Spaß macht.

Am allermeisten überrascht mich die Sitzposition und das Handling dieser Schnitzer-Variante der K1200r Sport. “Das Ding fährt wie ein Fahrrad” geht es mir durch den Kopf, wie ein Fahrrad das mit einer Rakete angetrieben wird. Vielleicht irre ich mich, aber bei Schnitzer scheint man auch etwas an der Motorsteuerung geändert zu haben. Dieses Biest hängt noch gieriger am Gas als meine 100% originale K1200r Sport.

Vor mir gibt sich Hermann auf der alten K1200RS alle Mühe mich abzuhängen, aber es klappt nicht. Nun wird mir auch klar warum ich mit der schweren etwas unbeweglichen alten K1200RS zuvor keine Sonne gesehen habe. Das Handling dieser Schnitzer Version ist nicht nur besser als bei der originalen “Basis” es ist auch ungleich besser als beim doppelt so alten Vorgängermodell. Die K1200RS macht auch Spaß, aber die Sitzposition ist völlig anders, das Drehverhalten des Motors ist viel entspannter und ruhiger. Die Leistungsentfaltung ist sehr satt und gleichmäßig, aber gegen die deutlich leichtere und 32 PS stärkere Schnitzer BMW hat sie keine Chance.

Vielleicht würde es auf einer längeren Autobahnstrecke etwas anders aussehen. Auf der K1200RS sitzt man deutlich tiefer und die Sitzposition ist deutlich nach vorn geneigt. Der AC Schnitzer Superbike-Lenker ermöglich im Gegenzug ein genial leichtes Handling aber auch eine völlig aufrechte Sitzposition. Es ist fast wie auf einem “Hollandrad”. Bei Geschwindigkeiten bis 120 km/h ist das kein Problem, aber darüber könnte es doch anstrengend werden. Hier und auch nur hier könnte die K1200RS Punkte sammeln. In allen anderen Disziplinen hat die K1200r Sport mit ihrem neuen Fahrwerk und völlig neuem Motorkonzept die Nase vorn.

Nach einem Tankstopp bei Nahstätten tauschen wir wieder unsere Motorräder. Irgendwie macht die alte K1200RS trotzdem Spaß. Ok, sie ist deutlich schwerer, wirkt im Vergleich etwas träge, aber sie läuft auch sehr souverän und “unaufgeregt”. Auf der Aartal-Straße lässt Hermann es erneut so richtig krachen und ich habe nun wieder große Mühe “dran zu bleiben”. In einigen Kurven schleift plötzlich meine Stiefelspitze am Asphalt. Immer mal ein kurzer Schreck, danach stelle ich die Füße mit den Ballen auf die Rasten, nun schleift nichts mehr. Im Zweifel würde jetzt die Fußrasten aufsetzen, aber so weit will ich es nicht treiben, schließlich haben die beiden neuen Reifen erst knapp 200 Straßenkilometer gesehen…

Fazit:

Wieder daheim kann ich gut verstehen warum Hermann von seiner K1200r Schnitzer so begeistert ist. Das Ding geht richtig ab, der Motor ist eine Musterbeispiel für Laufruhe und Drehfreudigkeit. Im direkten Vergleich zur “Basis-Version” ist diese K1200r Sport noch einfacher zu fahren. Ihr Motor läuft “gefühlt” satter und ist durch die geänderte Verkleidung wird das Motorrad während der Fahrt irgendwie kleiner und leichter als eine “normale” K1200r Sport.

Doch auch die doppelt so alte und etwa 80 Kilogramm schwerere K1200RS hat ihre Stärken. Mit diesem Motorrad fährt man sehr entspannt, trotz der etwas sportlicheren Sitzposition. Dieses Motorrad verleitet weniger zum “Kurven-Räubern”, ihre Domäne sind das entspannte “Kilometer-Fressen” auf wunderschönen Landstraßen und die flotte Hatz auf der Autobahn. Trotz der 100.000 Kilometer läuft die K1200RS noch sehr ruhig, lediglich bei kaltem Motor dringen hin und wieder Geräusche an das Fahrer-Ohr die man eigentlich eher nicht vernehmen möchte. Aber das scheint mir “hausgemacht” zu sein. Ist der Motor war, sind die Geräusche weg. Die Getriebe lassen sich übrigens bei beiden Modellen sehr gut bedienen. Dass man bei BMW keine Getriebe bauen kann, scheint mir ein Marketing-Gag der Japanischen Motorradhersteller zu sein :-)

Wirklich vergleichen kann man diese Motorräder nicht, dafür sind sie zu verschieden, ausgeprägten Fahrspaß entwickeln aber beide Modelle. Und nicht zu vergessen, eine K1200RS ab Baujahr 2001 (das neuere Modell) bekommt man in gutem Zustand bereits ab etwa 3.000 Euro. Eine gute K1200r Sport ab Baujahr 2006 wird bei 8.000 bis 9.000 Euro liegen. Wer nicht so viel Geld ausgeben möchte oder kann und mit der Charakteristik der älteren Maschine leben kann, der sollte hier ggfs. zugreifen.

Übrigens hat sich das Fahrverhalten der K1200RS mit der Montage der Michelin Pilot Road 3 (MPR3) drastisch verbessert. Wer mit dem Fahrverhalten seines Motorrades nicht ganz glücklich ist, der sollte vielleicht mal diese neuen Reifen ausprobieren!


BMW K1200r Sport – AC Schnitzer Superbike-Lenker

Das Wetter war toll und ich habe einen Tag frei. Also schnell dem Sohneman eine SMS schicken ob er Lust auf eine Runde mit dem Moped hat. Alles klappt perfekt, um 11h45 sind wir mit meinem weißen Mädchenmotorrad unterwegs. Es geht an der Sieg entlang zur Biker-Ranch bei Dattenfeld. Dort ist die Hölle los und als dann ein dicker Brummer auf der abschüssigen Einfahrt mit seinen beiden “Reitern” umkippt grinsen einige Fahrer kleiner pfeilschneller Sportler ziemlich breit.

Auf dem Rückweg fahre ich noch vorsichtiger und bin bei einigen engen Kurven und Kehren ganz froh, dass ich an meinen beiden Mopeds einen AC Schnitzer Superbike-Lenker habe. Das Handling ist damit wirklich gut, man sitzt sehr entspannt und bekommt im Gegenzug ziemlich viel Wind auf den Helm. Manch einer will das sicher nicht, aber bei mir ist es eher Programm. Ohne den “GegendrucK” würde ich wohl ständig viel zu schnell fahren. Wenn man den Luftzug heftig und schmerzhaft an Helm und Genick zu spüren bekommt geht man freiwillig vom Gas – besser ist das – man lebt einfach länger!

Auf dem Rückweg tut mir der Hintern so weh, dass ich auf der abgespeckten Mädchensitzbank nicht mehr sitzen kann. Also ist eine Pause angesagt. Dabei albern mein Sohn und ich ein wenig herum und schließlich entstehen zwei wirklich nette Handy-Knipsbilder. Mit ein wenig Bewegungsunschärfe sieht das sofort ganz nett aus. Den Seitenständer habe ich natürlich weg retuschiert. Die Bildbearbeitungszeit betrug etwa 30 Sekunden – Das Ergebnis ist nicht wirklich gut – aber es ist ja auch nur ein Spaß…

Leon auf der BMW K1200r

Leon auf der BMW K1200r

Er ist jetzt 14 Jahre alt und kurz vor Weihnachten wird er 15 und darf dann schon Moped fahren. Gut wenn man da schon mal mit dem Papa ein wenig Fahrpraxis bekommt!

Als ich später das Moped in der Garage einparke kommt mir wieder in den Sinn, dass im Mai mal wieder eine TÜV-Prüfung fällig ist. Das Motorrad ist jetzt 4 Jahre alt!

Als ich dann heute morgen aus dem Fenster schaue regnet es und es ist kalt und garstig. Kein schöner Tag für einen Besuch beim TÜV. Doch als sich später der Himmel aufklart schwinge ich mich einfach mal auf meine weiße K1200r. Die nächste TÜV-Prüfstelle ist nicht weit weg. die Papiere die ich brauche habe ich dabei, die letzte Inspektion liegt erst ein paar hundert Kilometer zurück. Eigentlich sollte nichts schief gehen. Am TÜV angekommen sind schon einige Biker dort, sie nutzen wie ich den freien Brückentag.

Sofort gibt es spannende Benzingespräche, die meisten Biker verstehen sich ja auf Anhieb. Direkt vor mit wird eine Motorrad geprüft dessen TÜV schon ein Jahr lang abgelaufen ist. Es war mal eine HONDA, zu erkennen ist davon heute nichts mehr. So gut wie alles ist geändert. Die Verkleidung gekappt, ein anderer Scheinwerfer, ein neues Cockpit, ein neues Heck, andere Auspuffrohre. “Na wenn das mal gut geht..” schießt es mir durch den Kopf. Aber es klappt, dieses krasse Ding bekommt eine TÜV-Plakette!

Dann bin ich an der Reihe. Der TÜV Prüfer schwingt sich auf mein Mädchenmoped und heizt wie der Teufel über die Prüfanlage. Das macht er viele Male am Tag und ich habe den Eindruck, dass er es genießt Tag für Tag 100 verschiedene Motorräder ausprobieren zu können.

Während später in der Halle die Abgaswerte bestimmt werden gibt es eine lange Diskussion wegen des AC Schnitzer Superbike-Lenkers. Ich habe eine Teilegutachten dabei, auch für den Hinterreifen und die Spiegel gibt es Unterlagen. Aber der Prüfer ist skeptisch. Er leuchtet mit seiner Taschenlampe hierhin und dorthin. Es ist fast wie beim Arzt. Eigentlich ist es Unsinn, aber ich fühle mich dabei immer wieder als würde ich selbst auf dem Prüfstand stehen. Letztlich findet er aber nichts. Er schreibt sich noch eine Nummer auf die in den Lenker eingraviert ist und verschwindet. Nach etwa 10 Minuten klebt er dann die heiß begehrte blaue Plakette auf mein Kennzeichen – Strike!

Zu bezahlen habe ich 62,95 Euro. Im Gegenzug gibt es eine Bescheinigung über die erfolgreiche Abnahme die ich künftig mitzuführen habe. Und so sieht das aus…

Auf dem Motorrad ist ein breiter 190er Hinterreifen montiert. Dazu gibt es vom Hersteller eine Reifenfreigabe – BMWK1200 RK12RMIPR2 – Diese habe ich mir kurz bevor ich losgefahren bin noch schnell im Internet herausgesucht und ausgedruckt. Und sie hat sich als wirklich hilfreich erwiesen!

Kurz vor der Abfahrt beim TÜV dufte ich dann noch diese wunderschöne MV Agusta ablichten!! Mein Handy hat die Farben ein wenig verfälscht, eigentlich ist sie knallrot und ich dachte zuerst es sei eine Ducati! aber sie ist noch eine Spur edler und wie der TÜV-Prüfer mit diesen heißen gerät abgerauscht ist, das wäre eigentlich ein Youtube-Video wert gewesen!

Später daheim bin ich froh, dass auch das erledigt ist. Hier ist er, der teuerste Aufkleber den ich kenne…

 


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