Alles über Fotografie, Autos, Motorräder…

The Wave

USA 2010 – Secrets of the South-West

Es ist das Jahr 2010 und meine Freundin Sandra und ich unternehmen unsere erste gemeinsame USA-Reise. Im Jahr zuvor habe ich bereits den “Kontakt aufgenommen” und in diesem Jahr will ich meine Eindrücke vertiefen und meiner Sandra gleichzeitig eine aufregende schöne Reise bieten. Während der kommenden Wochen geht es kreuz und quer durch den Süd-Westen der USA. Täglich wird fotografiert, gestaunt und am Abend gebloggt bis die Augen zufallen.

Hier ist der komplette Reisebericht in einem gewaltigen Artikel. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Stöbern :-)

Aufbruch nach Las Vegas

Die Nacht war kurz, der Schlaf tief und fest. Um 8h gibt es im Quartier 65 ein letztes Mal das mit Abstand beste Frühstück der Welt. Dann schnell noch Sandras neuen iPod mit Musik für den langen Flug betanken, gleich kommt schon das Taxi…

Mehr gibt es zu lesen wenn wir in Page angekommen sind :-)

Als Vorgeschmack noch ein Foto das ist im letzten Jahr während meines privaten Rundfluges mit einer kleinen Cessna gemacht habe.

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Es ist die Stelle an der die ersten Mormonen auf dem Weg nach Westen ein Jahr fest gesessen haben weil sie diesen Canyon nicht mit ihren Pferdewagen überwinden konnten. Einige Reiter sind dann umgekehrt und haben Dynamit geholt. Damit haben sie dann ein weiteres Jahr lang einen schmalen Schlitz in den gewaltigen Felsen gesprengt. Das “Hole in the Rock” ist ein modernes Heiligtum vieler Bewohner des Südwestens und wird täglich von Mormonen aus der Umgebung besucht.

Bloggen am Flughafen

Das Frühstück war super und das Taxi ist pünktlich. “Wohin darf ich sie bringen?” “Nach Las Vegas bitte, mit einem Zwischenstopp in Frankfurt!” Der Taxifahrer grinst. Als wir im Taxi sitzen fragt er wohin er uns denn nun wirklich bringen darf. “Nach Las Vegas, das war kein Scherz!” Nach einem netten Schwätzchen über die Gepflogenheiten in Taxen und anderen Ländern ist alles gebongt und nach etwa 30 Minuten sind wir auch schon am Flughafen. Die Koffer sind ja wegen unseres Check-Ins am Vorabend bereits hier, alles ist also ganz entspannt. Wir wandern durch das Terminal. Ein Gate für unseren Abflug ist noch nicht angeschlagen. Der freundliche Herr am Condor-Schalter weiß aber genau bescheid, es ist C19. Die Passkontrolle klappt reibungslos, wir sind fast allein. Dann gibt es eine Wanderung quer durch den ganzen Flughafen. Wer nicht gut zu Fuß ist hat hier ein Problem. Dann sind wir an der Sicherheitskontrolle.

Hier herrscht auch gähnende Leere, es ist auch noch viel Zeit bis zum Abflug. Boardingtime ist 10h20 – es ist jetzt gerade mal 9h40. Alles ist ganz easy!

Nach langem hin und her habe ich doch die alte Hasselblad SWC eingepackt. Im Fotorucksack sind 6 Pakete mit Fuji Velvia 50 und ein paar Kodak Ektar 100. Filmmaterial für gut 200 Euro. Wie viel davon unbelichtet wieder mit nach Hause fliegen wird weiß ich nicht. Was ich weiß ist, dass sich die Röntgenstrahlen im Durchleuchtungsgerät im Filmmaterial anreichern, auch bei ISO-50. Röntgt man die Filme nur oft genug sind auch “langsame Filme” irgendwann unbrauchbar. Der Security-Mitarbeiter an der Sicherheitskontrolle sieht ganz nett aus und wir sind die einzigen Fluggäste. Also frage ich ihn ob er die Filme manuell kontrollieren kann. Er ist erst einmal überrascht was ich denn da alles dabei habe. Aber es ist kein Problem, die Film kommen in einen Kunststoffcontainer und ein Kollege begutachtet sie dann ganz genau. Die Pakete sind noch verklebt und im Originalzustand. Ich zeige ihm die alte Kamera, er ist begeistert. “Sind das so diese alten Rollen, die sechs Zentimeter Filme von früher?” “Ja genau!” Ich öffnet ein leeres Magazin und es ihm sofort klar, dass ich total verrückt bin. Wir dürfen passieren – super!

Wir laufen und laufen bis wir am Gate C19 angekommen sind. Hier ist auch noch nicht viel los und es gibt sogar Steckdosen. Das Notebook findet ein WLAN. Die Stunde kostet hier 8 Euro – hui! Dafür gibt es daheim eine Flatrate für einen Monat… Aber es ist eben auch der Flughafen.

Egal, ich möchte meinen kurzen Artikel publizieren. Schauen wir mal ob es mit dem WLAN klappt…

Angekommen in Las Vegas

Der Flug war lang und anstrengend. Aber ich konnte ein wenig schlafen und so hat es mit der Fahrt nach Page am Lake Powell auch noch geklappt. Den Mitarbeiter bei Alamo kenne ich noch aus dem letzten Jahr. Er sieht aus wieder kleine Bruder von Yul Brunner. Er ist sehr freundlich und sorgt sogar persönlich dafür, dass wir einen Jeep Grand Cherokee bekommen. Das Ding ist nagelneu, aber auch eine echt müde Gurke. Sandra stöbert im Handschuhfach weil wir wissen möchten was da für ein Motor drin steckt. Stattdessen finden wir den Kaufvertrag!! Das Ding hat vor ein paar Tagen noch 32.000$ gekostet. Wenn die bei Alamo wüssten was wir damit vor haben :-) Im Motel angekommen ist es fast wie “zuhause”. Der supernette Mitarbeiter des letzten Jahres ist wieder hier und er erinnert sich sogar an mich. Diesmal ist nicht Zimmer TwoToOne sondern TwoTwoTwo – direkt neben n – auch ok.

Sandra ist fix und fertig mit den Nerven. Sie will nur noch schlafen. Verstehen kann ich es, wir sind seit 24h auf den Beinen. Ich bin aber so aufgekratzt, dass ich noch schnell im Safeways nebenan etwas zu Essen und BIER einkaufen gehe. Ein kurzes Abendessen – oder ist es ein Frühstück? Und dann liegt Sandra auch schon im Bett.

Schnell noch was für das BLOG schreiben, ein Corona trinken, dann Zähne putzen und dann hinterher – sie schnarcht schon.

Dieses Mal klappt es sogar mit dem WLAN Anhieb :-)

Was für ein Geburtstag!

Und hier ein paar “luftige” Impressionen…

Die erste Nacht in den USA

Als ich wach werde ist es 7:07 – Ortszeit. Von der trockenen Luft im Flieger tut der Hals weh und ich habe das Gefühl als würde ich krank. Bloß jetzt nicht krank werden! Im Kühlschrank gibt es was zu trinken, das hilft! Der Flüssigkeitsverlust während des Fluges war enorm und es wird sicher noch eine Weile dauern bis der Flug verarbeitet ist. Kurze Zeit später ist Sandra ist schon fertig, also schnell ins Bad. Es geht los…

Horse Shoe Bend – Alle Jahre wieder

Irgendwann im Jahr 2008 ist mir in der Galerie der Fotocommunity ein Bild des Horse Shoe Bend aufgefallen. Wo das eigentlich ist war mir völlig unklar. Als ich mich auf Teneriffa mit dem langjährigen USA-Reisenden Wolfgang unterhalten habe, war der Gedanke irgendwann selbst mal nachzuschauen wo dieser Horse Shoe Bend denn nun ist, bereits in meinem Kopf verankert. Im Februar 2009 war ist es dann soweit, es geht los in die USA. Ganz allein und ohne Netz und doppelten Boden, ein Abenteuer!

Im Jahr 2010 ist das nun alles ein “alter Hut”, aber irgendwie doch wieder sehr schön! Den ersten Tag in Page begehen Sandra und ich dann auch ganz gemütlich. Lange ausschlafen, stundenlange duschen – ich weiß, das Wasser ist knapp – aber die in Las Vegas haben das noch nicht mitbekommen – und nach der Dusche dann ganz langsam aufbrechen. Es geht zu Denny’s, das geniale Frühstücksrestaurant unterhalb des Golfplates in der nähe des Colorado River. Das Frühstück ist großartig und es macht so satt. Wow!

Danach geht es auf etlichen Umwegen zum Wal-Mart-Supercenter. Irgendwie hatte ich es anders in Erinnerung und so nähern wir uns in konzentrischen Kreisen bis wir es schließlich finden :-) Sandra kauft sich ein paar T-Shirts. Die sind hier nicht teuer, ganz anders als daheim und sie wiegen auf dem Hinflug praktisch gar nichts, weil sie ja schon da sind wo wir hin wollen – perfekt!

Ich suche derweil nach einem Auto-Ladekabel für mein Garmin Colorado 300. Ein tolles GPS, leider kann man das Display im Auto nur gut ablesen wenn man den Car-Kit hat. Mit dem 12-Volt Ladekabel ist das Display einfach viel viel heller als wenn das GPS nur auf Batterie läuft. Leider habe ich daheim das falsche Ladekabel eingesteckt und so bin ich nun im Wal-Mart auf der Suche… Ich finde auch recht schnell ein Kabel mit 12-Volt-Anschluß auf der einen Seite und USB-Anschluss auf der anderen Seite. Alles schein perfekt zu sein. Um Auto dann die Ernüchterung. Die Jungs von Garmin haben sich eine spezielle PIN-Belegung einfallen lassen. Die ist bei dem neuen Kabel irgendwie anders. Und so geht das tolle GPS sobald der Motor läuft in den Modus für Datenaustausch. Was bei einem USA-Kabel ja auch korrekt wäre. Leider kann man mit dem Ding nicht navigieren wenn dieser Modus aktiv ist. Es ist also alles nur ein großer Spaß gewesen. Wieder rein in den Laden und eine kleine Umfrage starten. Ergebnis: Das gibt es hier nicht!

Ok, dann muss es heute eben ohne GPS gehen. Ein wenig kenne ich mich ja schon aus. Also geht es zum Horse-Shoe-Bend. Das Wetter ist grandios und ich habe viel Spaß daran wieder hierzu sein. Oben an der Klippe lernen wir ein paar sehr nette Amerikaner kennen. Eigentlich kommen sie aus Rumänien. Sie sprechen sogar ein wenig Deutsch. Ein cooles Land ist das hier!

Beim nächsten Stopp sehen wir sie wieder und wir unterhalten uns richtig lange. Dann bei Lees Ferry sind sie auch wieder da. Und wieder quatschen wir eine ganze Weile. Im Visitor Center gibt es ein tolles großes Buch mit vielen schönen Fotos. Ich kenne sie fast alle und kann auf der Karte zeigen wo was ist. Der Verkäufer steht nur da und grinst. Da erklärt ein Typ aus Deutschland in schlechtem Deutsch drei Amerikanern mit Rumänischen Wurzeln wo es welche Sehenswürdigkeiten gibt.

Nach eine halben Stunde tauschen wir unsere Adressen aus und dann geht es schon wieder weiter. Sandra und ich fahren einfach der Nase nach und genießen die schier endlose Weite. Dann kommt rechts der Abzweig in Richtung “The Wave” – die House-Rock-Road! Also kurz blinken und los geht der Off-Road-Spaß. Nach den ersten paar Kilometern ist das schöne neue Auto bereits komplett verhunzt…

Eine echt staubige Angelegenheit....

Am Trailhead zur Wave halten wir kurz an und ich erzähle ein wenig darüber wie das hier abläuft. Dann geht es weiter, am Highway 89 biegen wir dann in östlicher Richtung ab und fahren wieder zurück nach Page.

Blick auf den Lake Powell

Ein Abstecher zum Aussichtspunkt bei der Wahweap Marina muss aber noch kurz sein… (Einfach anklicken um das Bild in der höheren Auflösung zu öffnen)

Dann im Motel kurz die Bilder auf Festplatte kopieren und dann geht es nach neben an zum Mexikaner. Burrito mit Chicken steht heute auf meiner Speisekarte. Dazu zwei Corona – genial! Sandra isst einen Salat. Der sieht auch gut aus, aber mein Burrito ist viel cooler! Später im Motel bin ich total beschwipst. Noch schnell ein wenig BLOGGEN und dann ab ins Bett.

Mal sehen was morgen schönes passiert.

Zweiter Tag – Was machen wir heute?

Es ist 7h am frühen morgen. Sandra ist seit stunden wach. Irgendwo rebelliert ein Wecker – wieder und wieder – sie ist total an genervt weil das Ding keine Ruhe gibt. Ich höre ja eh nicht mehr so gut, so dass ich den Frieden genießen kann. Irgendwann höre ich es dann aber auch – es scheint im Nachbarzimmer zu sein. Und er hört gar nicht auf…

Wir überlegen was heute machen. Sandra liegt mit dem Laptop im Bett und schreibt ihren BLOG. Wir installieren Google Earth und schauen mal so herum was wir da für Fotos finden. Vielleicht könnten wir mal zum Alstrompoint fahren. Nur wie kommen wir da hin?

Der Wecker läutet immer noch! Also aufstehen! Sandra verschwindet im Bad ich durchsuche alle Koffer ob ich nicht vielleicht doch irgendwo das Kabel für das GPS finde. Aber es ist nicht da! Ich habe versehentlich das 12-Volt Kabel für mein normales Akkuladegerät eingepackt. Grundsätzlich würde es auch damit gehen. Nur ist eben das Display im 12-Volt Betrieb deutlich heller und dadurch überhaupt erst während der Fahrt ablesbar.

Ich starte mal die Bing-Maps. Letztes Jahr habe ich mir ein Add-In für den Internetexplorer installiert. Damit kann man in den Bing-Maps wegpunkte markieren und diese dann an das Garmin Colorado senden. Aber zuerst muss man wissen wo die Wegpunkte liegen! Das kann man ganz gut mit Google Earth erledigen. Grundsätzlich kann über Google Earth auch Wegpunkte mit einem Marker versehen und diese dann ebenfalls an das GPS senden. Nur klappt es mit meinem GPS nicht, was sehr ärgerlich ist. Und daheim in Deutschland habe ich vergessen den Fehler zu finden und ihn vielleicht zu überlisten. Vorbereitung ist alles – Be Prepared – ich bin es wieder mal nicht. Aber vielleicht macht das für mich auch gerade den Reiz der Reise aus? Eine geführte Tour, 4 Wochen hinter meinem Tourguide herlaufen – das wäre echt langweilig. Also versuche ich das Chaos zu organisieren :-)

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Die Bing-Maps sind sehr hilfreich. Ich gebe einfach nur Page und Alstrompoint ein und schon habe ich die Route. Danach ein paar Wegpunkte setzen und die dann in das GPS übertragen. Wenn man mag kann man sie auch wieder mit Garmin Mapsource in den Rechner übertragen. Dort kann man dann weitere Punkte setzen, eine Route daraus machen und das dann alles zusammen wieder an das GPS senden. Ok, die Route kann man auch am GPS erstellen, aber mit Mapsource ist es viel bequemer.

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P*E*R*F*E*K*T

Ok, nun noch schnell alles in Mapsource überspielen, alle Wegpunkte markieren, rechte Maustaste, Route erstellen, senden an Gerät – fertig… Geht doch!

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Auf dem Screenshot sieht man auch sehr schön die Grenze zwischen Utah und Arizona. Eingeblendet ist gerade eine topografische Karte für Utah. Arizona ist einfach nur eine weiße Fläche weil keine passende Karte aktiv ist.

Nun versuche ich mal im Elektronikladen oben an der Straße ein KFZ-Ladekabel für das Garmin zu bekommen. Ein Kabel für Navigon würde auch passen, aber ich glaube diese Marke ist hier eher unüblich. Aber mal sehen…

Und tschüss!

Ausflug zum Alstrom Point

Im letzten Jahr hatte ich hier in Page für ein paar Tage Wolfgang aus Teneriffa zu Besuch. Irgendwann habe ich ihn mal gefragt ob er nicht Lust hätte mit mir zum Alstrom-Point zu fahren. Er hat sofort abgewunken. Eine fürchterliche Fahrt, Felsen, Schlaglöcher, das ganze fiese Programm – Nein, das wollte er nicht noch einmal hinter sich bringen. Also blieben mir vorerst nur die Bilder die ich von anderen Leuten beispielsweise aus der Fotocommunity kenne.

Heute war es dann soweit – mit etwas mehr als einem Jahr Verspätung endlich mal zum Alstrom-Point. Und ich muss sagen, Wolfgang hatte recht! Die letzten paar Kilometer des Weges sind wirklich furchtbar. Es geht über Felsbrocken und tiefe Schlaglöcher, dass es einem die Spuke verschlägt. Aber es war auch cool und der schöne neue Jeep hat alles klaglos weggesteckt!

Die 5 Minuten Wegplanung währen des Schreibens am morgendlichen BLOG erweist sich während der Fahrt als nicht ganz korrekt. Ist aber alles kein Problem, denn an der entscheidenden Stelle steht ein Wegweiser. Ab hier sind es noch 6 Meilen und die sind wirklich heftig. Zwischendurch setze ich an allen entscheidenden Stellen mit dem GPS einen Wegpunkt. So ist es später leichter eine bessere Route zu erstellen. Da es mit dem 12-Volt Kabel für das GPS immer noch nicht geklappt hat ist Sandra mein Navigator. Wenn das Ding mit voller Beleuchtung auf Batteriebetrieb läuft ist es immer noch so dunkel. dass man fast nichts erkennen wenn es an der Windschutzscheibe hängt. Also hält Sandra es in der Hand und gibt mir Anweisungen. Das klappt auch ganz prima. Zwischendurch verliert sich der Weg auf den Felsplatten. Man sieht keine Reifenspuren mehr und die Steinmännchen sind wirklich selten auf Anhieb zu sehen. Aber die topografische Karte von Utah ist sehr gut und dort ist der Weg zum Alstrom-Point sogar eingezeichnet. Also einfach der gestrichelten Linie folgen.

Nach etwa drei Stunden und einigen kleineren Fotostopps ist es dann geschafft. Und der Ausblick entschädigt für die Schinderei. Wir genießen die wunderbare Aussicht und überlegen ob wir den Sonnenuntergang abwarten wollen. Hm, dass alles wieder zurück – bei Dunkelheit? Kein wirklich gute Idee. Wie wäre es mit einer kleinen Session zum Sonnenuntergang am Horse-Shoe-Bend?? Also rein ins Auto und los. Etwa um 18h30 sind wir dann am Horse-Shoe-Bend. Es sind noch etwa 30 Minuten bis Sonnenuntergang. Der Parkplatz ist brechend voll und auf der Klippe stehen die Fotografen artig in Reih und Glied. Wir stellen uns dazu. Ich mache ein paar Belichtungsreihen und schließlich packe ich die schrullige Hasselbald SWC aus. Schnell sind vier Bilder gemacht. Dann fällt mir auf, dass ich den Deckel vom Objektiv nicht abgenommen habe. Au Backe, Sucherkameras muss man echt mit Umsicht und Sorgfalt bedienen. Aber es ist ja kein Problem, ich habe noch ein paar Filme in der Jackentasche. Also einfach nochmal das Ganze. Blende 11 und 1/4s – ob das was wird? Der Belichtungsmesser der Nikon D300 sagt “JA” – mal sehen…

Zurück im Motel sind wir beide total erledigt. ich hole noch schnell von gegenüber aus dem Safeways etwas zu essen. Es gibt eine Brotzeit, dann werden die Bilder kurz gesichtet, ein wenig  am BLOG geschrieben und dann geht es auch schon ins Bett.

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Was für ein Tag.

Hier habe ich gerade ein Video gefunden – so sieht der Weg zum Alstrom-Point aus – kein Zuckerschlecken!

Hier ist der Track in Google Earth:

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Hier habe ich das zugehörige KMZ abgelegt, das kann man mit Google Earth öffnen und dann die Route mit Google Earth virtuell “abfliegen.”

Dritter Tag – Ed Maier’s Secret

Es ist 9h am Morgen, wir haben gut geschlafen. Ich schau kurz in meine E-Mails und finde einen Reise-Tipp von Lothar. Das sieht gut aus, Ed-Maier’s Secret – ganz in der Nähe des Parkplatzes an dem am in Richtung Guckskin Gulch loswandern kann. Eine Anfahrtsbeschreibung finde ich im Internet, leider ohne GPS-Koordinaten. Aber es gibt eine Menge Bilder und Text dazu. Also der Trick, die Seite im iPOD Touch öffnen. Die Bilder auf dem iPOD speichern und die Webseite in Safari geöffnet lassen. Dann kann man unterwegs als “Gedächtnisstütze” immer mal den iPOD rausholen und schauen wo es lang geht. Ein zugegebener Weise sehr unorthodoxe Variante der Off-Road-Navigation – aber warum nicht. Wir versuchen es einfach mal und heute Abend wird dann berichtet wie es funktioniert hat.

Jetzt geht es zum Denny’s zum Frühstück. Die beiden letzten Male gab es ein ordentliches Trinkgeld und gestern habe ich mich mit “Ok, see you tomorrow” verabschiedet. Mal sehen welchen Wirbel sie heute um uns machen :-]

Das Frühstück bei Denny’s ist wieder göttlich. Ich probiere mal eine Kombination aus Speck, Würstchen, Rührei, Toast und Pfannkuchen mit Ahorn-Sirup. Die Portion ist der Knaller, das ist echt was für ausgewachsene Cowboys – hungrige Cowboys! Nach dem Frühstück geht es dann los, es ist schon spät, aber die Laune ist gut! Sandra fährt das dritte Mal mit dem großen Jeep. Inzwischen hat sie sich daran gewöhnt. Nur der Tempomat macht sie total fertig. Der Hebel hat je nach dem zwei Funktionen. Man drückt zunächst den Knopf am Cruise-Control Hebel. Dan beschleunigt man auf die Geschwindigkeit die man halten möchte und drückt den Hebel nach unten. Damit ist dann (1. Funktion) das aktuelle Tempo gespeichert. Will man schneller fahren drückt man ihn nach oben. Will man wieder langsamer fahren, drückt man ihn wieder nach unten (2. Funktion). Tritt man auf die Bremse ist der Tempomat deaktiviert, aber nicht abgeschaltet!! Drückt man den Hebel wieder nach oben, beschleunigt das Auto auf die zuletzt gespeicherte Geschwindigkeit. Zieht man den Hebel nach vorn ist es das Gleiche als würde man die Bremse betätigten. Alles klar? Ok, wenn nicht geht es Euch wie Sandra!

Nach einigen Erklärungen und verschiedenen Schnell-Langsam-Schnell-Langsamer-Ganz Schnell- Manövern hat sie es drauf. Sie fährt nicht nur nach 20 Jahren mal ein Automatik-Auto – nein – sie fährt es sogar mit Cruise-Control!

“Ok Hase, gleich müssen wir links in die House-Rock-Valley-Road abbiegen!” “Bist Du Dir ganz sicher, dass ich daher fahren soll?” Ich bin mir sicher! Sandra kommt angesichts der tiefen Spurrillen ganz schön ins schwitzten, aber sie meistert die Herausforderung souverän!

30 Minuten später sind wir am Trailhead für die Buckskin-Gulch. Es sind schon zwei andere Autos dort. Wir packen unsere Sachen und registrieren uns ganz nach Vorschrift. Einmal ziehen wir einen Umschlag aus einer Blechdose, stecken 12 Dollar hinein und schreiben unsere Daten darauf. Einen Teil reißen wir ab und legen ihn hinter die Windschutzscheibe. Der Rest des Umschlages wird wie ein Brief abgeleckt und zusammen geklebt. Danach wandert er in eine Art “Briefkasten”. Dieser ist besonders stabil gebaut und sauber einbetoniert. Ich denke irgendein Ranger wird ab und zu hier vorbei kommen und das schöne Geld einsammeln.

Dann geht es los. Wir haben den iPOD dabei und wenn wir Safari starten haben wir die Seite aus dem USA-BLOG geöffnet die eine schöne Beschreibung und viele Bilder zu Ed Maier’s Secret enthält. Leider scheint die Sonne sowas von hell, dass man auf dem iPOD-Display fast nichts erkennen kann. Irgendwann bin ich ein wenig konsterniert weil ich denke wir haben uns verlaufen. Aber dann sehen wir ganz deutlich den Zaun der im Beitrag beschrieben wird. Nach etwa 50 Minuten Fußweg sind wir schon da! Einfach über den Zaun klettern, er ist schon ein wenig herunter gedrückt. Sicher war schon der eine oder andere Wanderer hier!

Dann sind wir bei Ed Maier’s Secret. Diese Gesteinsformation ist wirklich schön und ich bin Lothar für seinen Tipp via Fotocommunity sehr dankbar. Sandra und ich vereinbaren, dass wir fotografieren gehen und uns nach einer Stunde wieder treffen. Los geht es… Die Steine ziehen mich in ihren Bann. Ich mache eine HDR-Belichtungsreihe nach der anderen. 12mm, 24mm, Fisheye, dann das alte 55er Micro-Nikkor… Ich habe meinen Spaß! Und während ich mich zwischen Sand und Kakteen herumwälze vergeht die Zeit wie im Flug. Zwei Stunden später bin ich wieder bei Sandra. Sie sitzt im Schatten und ist echt verärgert! Seit einer Stunde wartet sie nun auf mich! Eigentlich wollte sie es sich unter einem kleinen Baum gemütlich machen und mit dem iPOD Musik hören und die Sonne genießen. Aber dann hörte sie komische Geräusche im Unterholz und bekam Angst es könnte ein Klapperschlange des Weges gekrochen kommen. Danach war bei ihr an Entspannung im Sonnenschein nicht mehr zu denken. Und dann komme ich auch noch mit 60 Minuten Verspätung…

Aber dann bin ich da! Wir essen einen Apfel, trinken was und wandern noch ein Stück in Richtung Buckskin-Gulch. Inzwischen ist es 16:30 und die Sonne geht langsam unter. Das Licht wird grandios, aber wir sind beide eigentlich ziemlich abgekämpft. Zudem habe ich die Body-Lotion mit der Sonnencreme verwechselt. Sandra sieht schon aus wie ein Erdbeerkuchen und ich habe auch schon einen leichten Sonnenbrand. Also kehren wir um zum Auto, es sind noch gut 90 Minuten Fußweg.

Zwischendurch sehe ich lauter tolle Motive und ärgere mich, dass man das alles gar nicht so einfangen kann wie man es sieht.

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Am Auto sind wir dann beide froh, dass wir es geschafft haben. Am Toilettenhäuschen sitzt ein etwas älteres Paar im Schatten, die beiden sind auch froh, dass sie froh sind! Als wir alles eingepackt haben und los wollen kommen auch die übrigen Wanderer zurück  zum Trailhead.

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Sandra gibt Gas! Und das nicht zu knapp! Abgekämpft wie sie ist, mit Sonnenbrand und Kopfschmerzen heißt sie über die Buckelpiste. “Das habe ich mir immer schon mal gewünscht! Mit einer alten Schrottkarre über einen Feldweg knallen!!!” Ok, aber die Schrottkarre ist fast nagelneu und hat 32.000 Dollar gekostet! Aber ich vertraue ihr und gönne ihr den Spaß!

Im Motel in Page angekommen geht es dann unter die Dusche und danach ab ins Steakhouse! Sandra bestellt ein Steak in Kombination mit Shrimps. Ich nehme das Filet Mignon, Baked Potato und Sour Cream  – Lecker! Dazu zwei Corona und Eis als Dessert! Sandra trinkt Rotwein und das zweite Glas haut sie richtig aus den Schuhen! Der Spaß kostet 85$ – nicht schlecht – aber ich bin eingeladen – Tririli!!

Im Motel angekommen heißt es nur noch Zähne putzen und 47 Sekunden später liegt mein Chauffeur bäuchlings im Bett und schnarcht ganz leise vor sich hin. Ich schreibe noch schnell was für mein BLOG und dann lege ich mich dazu. Morgen wollen wir 6h aufstehen und um 7h30 Arizona-Time ( == 8h30 Utah-Time) zur Lotterie wegen der Permitts für die Wave sein. Mal sehen ob es klappt!

Gute Nacht!

Vierter Tag – Upper Antelope Canyon

Es ist 5h30, der Wecker klingt in 25 Minuten, aber wir sind eh schon wach. Also noch ein wenig liegen bleiben und abwarten bis es 6h ist. Dann duschen, anziehen und los zur Ranger-Bude. In der Hoffnung vielleicht einen der begehrten Permitts für die Wave ergattern zu können treffen wir um 7h25 Arizona-Time = 8h25 Utah-Time beim Ranger ein. Es stehen sich schon eine Reihe Typen die Beine in den Bauch. Die Bude ist noch geschlossen. Wir bleiben im Auto und warten. Das Thermometer zeigt 12°C – es ist frisch – aber nicht unangenehm. Eine Typ sitzt mit seinem Mac-Book an einem der Picknick-Tische. Cool, es gibt hier ein offenes WLAN!

Um 7h45 bzw. 8h45 ist dann Einlass. Jeder schnappt sich ein Antragsformular und trägt ein wie viele Wanderer zu Wave wollen, wer der Anführer der Gruppe ist, wie er heißt, wo er wohnt, und wen man im Notfall anrufen kann. Es gibt Kugelschreiber in größeren Mengen. Pünktlich um 9h Utah-Time beginnt dann die Verlosung von 10 Permits. Ich habe Nummer 2, Sandra die so getan hat als gehöre sie nicht zu mir hat Nummer 13. So haben wir theoretisch die doppelte Chance. Das hat im letzten Jahr auch schon geklappt.

Die Verlosung wird innerhalb von vielleicht 5 Minuten zelebriert – wir gehen leider beide leer aus – Mist! Als alle ihren heiß begehrten Permit in Händen haben und der Ranger ihnen Kartenmaterial ausgehändigt und den Weg erklärt hat kann ich einen Permit für die Coyote Buttes South kaufen. Der kostet je 5 Dollar und ist als “The Wave für Arme” gar nicht so schlecht. Unsere beiden Antragsformulare dürfen wir mitnehmen. Morgen versuchen wir es dann erneut… Fall es nicht klappt ist das auch egal, wir können auf alle Fälle zu den Coyote Buttes South fahren.

Um 8h30 bzw. 9h30 geht es dann wieder zurück nach Page – Es gibt Frühstück! Wo? Na klar doch – bei Denny’s! Ich habe richtig großen Hunger und es gibt einen Western-Burger mit French Fries. Das ist vielleicht der beste Burger den ich je gegessen habe!

Schnell bezahlen und dann geht es zum Upper Antelope Canyon – mal sehen was da los ist! Die Fahrt dauert vielleicht 10 Minuten. Am Parkplatz müssen wir 12 Dollar Parkgebühren bezahlen – echt Wucherpreise haben die hier! Dann noch einmal 25 Dollar pro Nase für den Canyon. 62 Dollar für alles zusammen – ob sich das lohnt?

Die Abfahrt ist stündlich. Nach 55 Minuten Wartezeit geht es dann los. Mit vier Autos werden jeweils etwa 10 Touristen zum Canyon gefahren. Es sind etwa 3 Meilen, es ist holprig, staubig wie die Hölle und es weht ein scharfer Wind. Keine guten Zeichen für eine entspannte Tour durch den Canyon. Am Canyon-Eingang stehen dann gleich etwa 10 dieser hochhackigen krassen Touristentransporter. Wir haben einen Tourguide – das ist ziemlich blöd denn eigentlich habe ich darauf spekuliert unbemerkt in den Nachbar-Canyon schlüpfen und dort in aller Ruhe fotografieren zu können. Das geht alles nicht – schade! Ich fange an mein Stativ und die Kamera auszupacken. Das Tokina 12-24mm Weitwinkel ist schon dran. Der Tourguide schaut mir zu und es gibt einen Anschiss. Er erklärt mir, dass wir genau 60 Minuten für Fototour haben und dass ich mich gefälligst beeilen soll. Prima, so mag ich das! Im Canyon regnet es dann Sand. Überall ist Sand. In den Augen, in den Ohren, zwischen den Zähnen in der Nase, in den Haaren und IM OBJEKTIV! Manuell fokussieren geht praktisch gar nicht mehr weil es nur noch schmirgelt. Super, so kann man sich seine Kamera auch zerstören!

Ab und zu ist in diesem Canyon das Querformat auch mal ganz nett...

Im Canyon ist es voll wie die Hölle und überall wird man angemacht wo denn bitteschön der Tourguide ist. Man darf nicht ohne seinen Guide in den Canyon und bitte die Wände nicht berühren und nicht den anderen Fotografen ins Bild laufen. Komisch, mir läuft ständig jemand ins Bild. Ich ärgere mich weil ich mein neues großes Stativ nicht dabei habe. Es ist daheim und ich habe das kleine Manfrotto 190 CLB dabei. Man fotografiert meist irgendwie nach oben. Anders geht es nicht denn überall stehen Leute und es gibt dann noch diese Kinder die ständig Sand in die Luft werfen. Ich mache abenteuerliche Verrenkungen und kann dennoch kaum durch den Sucher schauen. Das Stativ ist komplett ausgezogen und dementsprechend ziemlich wacklig. Zudem ist es windig und der Sand weht ständig auf das Objektiv. So macht das echt keinen Spaß. Der Canyon ist vielleicht 400 Meter lang. Am Ende angekommen sagt uns der Tourguide, dass wir jetzt 17 Minuten für den Rückweg haben. Er wird am Auto warten weil im der Sand auf die Nerven geht. Prima, so hatte ich mir das vorgestellt. Er rennt weg und ich kassiere einen Anschiss weil er nicht da ist. Es kotzt mich total an!

Für einen winzigen Augenblick ohne Touristen...

Also zurück zum Auto. Überall sind Fotografen, teilweise gut vorbereitet! Die meisten haben transparente Plastiktüten dabei die sie an der Gegenlichtblende mit Klebeband befestigt haben. Ein asiatisch aussehender Typ hat sogar eine Hasselblad 500 C/W dabei – MIT PLASTIKTÜTE! Recht so! Alles andere ist Mord für die Kamera.

Mit viel Geduld und unter Einsatz des Kopierstempels bekommt man den kurzen Canyon dann auch menschenleer…

Ein Lichtstrahl fällt auf den Boden des Canyons und alle sind ganz aus dem Häuschen...

Wieder am Auto müssen wir eine Viertelstunde warten bis alle zurück sind. Zwischen durch fragt mich der Tourguide ob ich gute Fotos gemacht habe. Ich sage ihm, dass ich gedacht hätte der Canyon sei länger und schöner. Ich erzähle ihm, dass ich letztes Jahr am Lower Antelope Canyon war, im Februar und dass ich mich dort stundenlang ohne Tourguide frei bewegen konnte. Er wendet sich ab und sagt keinen Ton mehr – ich glaube er hat verstanden. Das ist hier die reine Abzocke und ich würde jedem abraten diese teure öde Tour zu buchen! In Lechee kriegt man bei Brenda im BLM-Office für 5 Dollar einen Permit für den Waterholes Canyon. Der ist fast so schön wie der Antelope Canyon, viel länger und es steckt noch ein altes Auto drin. Man kann direkt vorfahren und ist dort mit ein bisschen Glück den ganzen Tag über ganz allein.

Alternativ kann man den Lower Antelope Canyon besuchen. Aber bitte nur wenn es nicht windig ist! Alles andere macht keinen Spaß, daran hatte ich leider nicht gedacht. Aber, aus Schaden wird man klug!

Blick nach Oben mit Sand auf der Linse

Nach der Verabschiedung geht es direkt zum Motel – erst einmal unter die Dusche! Sandra ist ganz glücklich, endlich den Sand aus den Haaren waschen. Eigentlich verstehe ich es nicht, sie heißt doch schließlich Sand-ra – ok, kleiner Scherz – der Name hat wohl mit Sand nichts zu tun! Als sie fertig ist habe ich mein BLOG-Kapitel auch fertig – nun gehe ich mal unter die Dusch. Danach versuchen wir mal den Sand aus den Ritzen der Kameras und Objektive zu bekommen. Anschließend schauen wir dann mal was wir mit dem angebrochenen Tag anfangen. Vielleicht mal das Heimatmuseum anschauen und dann zum Sonnenuntergang runter an den See?

Ich werde berichten!

Fünfter Tag – Die Geschichte mit der Tür

Nachdem der Sand aus den Haaren gewaschen ist fühlen wir uns wieder wohl. Nur was machen wir jetzt mit dem angebrochenen Tag? Vielleicht einfach mal zum Wal*Mart fahren? Okay, das klingt nach einem Plan! Ich habe alle Arten von Taschenlampen vergessen und eigentlich möchte ich ja in der nächsten oder übernächsten Woche mal zum Delicate Arch. Dieser Bogen war bereits im letzten nur kurz vor und nach dem Sonnenuntergang schön anzusehen. Allerdings wäre der Abstieg in der Dunkelheit ohne Taschenlampe eine gewisse ‘Herausforderung’. Also stöbern wir durch den Wal*Mart. Ich finde meine Taschenlampe! Ein Maglite – endlich – da habe ich 46 Jahre lang drauf gewartet :-) Aber nur ein kleines und es hat eine neumodische LED statt einer Glühlampe. Aber man kann sie mit drei normalen AA-Batterien betreiben. Davon habe ich mehrere dabei und ein Ladegerät dazu – super!

Dann kaufen noch ein paar lebenswichtige Dinge: Bier, Rotwein, Erdnüsse, Äpfel, Papiertaschentücher, Trinkflaschen und so weiter. Ganz zum Schluss noch zwei Sandwiches. Der gestrige Besuch im Steak-House hat uns 85$ gekostet. Macht man das täglich wird es irgendwann echt teuer. Also wollen wir einfach mal ein Sandwich essen. Nur wo? Vielleicht mit Blick auf den Lake Powell an der Wahweap Marina? Das klingt gut und es sind ja nur ein paar Minuten mit dem Auto.

Als wir am Abzweig zur Marina sind können wir den See fast nicht sehen. Ist das Regen?? Eigentlich hat der Wetterbericht ja Regen voraus gesagt. Wir biegen also nicht ab und denken uns, dass es spaßig sein könnte rauf zum Scenic View Point zu fahren und dort die Sandwiches mit Blick auf den See zu essen. Oben am Aussichtspunkt angekommen können wir eigentlich gar nichts sehen. Sandra hatte so einen Hunger, ihr Sandwich ist schon aufgegessen. Sie nimmt sich einen Schluck Wasser aus einer der Flaschen die noch so im Auto herumstehen. Später erfahre ich, dass dieses Wasser warm und abgestanden schmeckt und sie es eigentlich nur ausspucken wollte. Jedenfalls bin ich nicht schlecht überrascht als sie plötzlich die Beifahrertüre öffnet! Es geht ein Krachen durch das Auto und die Türe klappt nach vorn als wäre ein unsichtbarer Radfahrer dagegen gedonnert. Sandra ist erschrocken und springt gleich hinterher. Von außen versucht sie die Türe wieder zu schließen. Aber der Sturm ist so heftig, dass sie die Türe nicht zu bekommt. Außerdem rutscht sie auf dem Schotter am Aussichtspunkt immer wieder weg.

Während all das in wenigen Sekundenbruchteilen geschieht sitze ich unfähig zu jeglicher Regung mit meinem Sandwich (Truthahn mit Schweizer Käse) auf dem Fahrer sitzt und muss mit ansehen wie sich das schöne Sandwich in meiner rechten Hand langsam aber sicher in Sand einhüllt. Als es fast fertig paniert ist begreife ich den Ernst der Lage! Wohin mit dem Sandwich? Zurück in die Verpackung. Ich fasse meinen Türgriff so fest es geht und ziehe langsam den Hebel um sie zu öffnen. Der Sturm reißt mir die Türe fast aus der Hand. Ich lasse sie so gut es geht in den “’Endanschlag’ gleiten, steige aus und versuche Sandra zu helfen die Türe zu schließen. Doch sie lässt sich nicht schließen. Irgend etwas ist ausgehakt, wohl durch den kräftigen Schlag den sie abbekommen hat. Ich mache mir Sorgen ob sie sich überhaupt noch einmal schließen lässt. Sandra steigt ein und ich drücke mit aller Kraft die Türe soweit zu wie es eben geht. Sie hält sie von innen mit beiden Händen fest. Wie auf Eiern jongliere ich um das Auto, steige ein und ziehe mit aller Kraft meine Türe zu. Sandra ruft nur ich soll das Auto in den Wind drehen, eine gute Idee! Ich starte den Motor, setze etwas zurück und drehe das Auto dann um etwa 180°. Nun kann man kaum aussteigen, weil der Wind mit aller Macht gegen die Türe drückt. Das habe ich echt noch nicht erlebt! Irgendwann bin ich draußen und ziehe Sandras Tür mit aller Kraft wieder auf. Sie ruft etwas, aber ich kann sie wegen des Sturmes nicht richtig verstehen. Dann fingert sie zwischen der Tür und der A-Säule herum. Wenn die Türe jetzt zuklappt hat sie alle Finger gebrochen! Ich klammere mich so gut es geht an die blöde Autotür. Schließlich hat sie die Ursache behoben und einen Hebel dahin gedrückt wohin er gehört. Nun kann ich die Türe schließen, endlich!!

Wieder rum ums Auto, nun kriege ich meine Türe nicht auf. Solch einen Sturm habe ich echt noch nicht erlebt! Mit viel Kraft geht es in einer Pause zwischen zwei Windböen dann doch. Uff, geschafft! Schnell das panierte Sandwich essen und dann nichts wie weg hier!

Am Motel angekommen ist es deutlich weniger stürmisch, der Wind bricht sich ein wenig an den Häusern. Eine kurze Inspektion ergibt, dass das Auto scheinbar nicht beschädigt ist – Gott sei dank :-)

Also packen wir das Bier und alles was sonst noch wichtig ist aus und machen und seinen gemütlichen Abend im Motel.

Prost!

Coyote Buttes – South

Im letzten Jahr hat Wolfgang mir eine ganze Reihe von Wegpunkten samt Übersetzungsliste per E-Mail geschickt. Während der Fahrten zum White Pocket und zu den Coyote Buttes South haben wir dann ein paar Tippfehler entdeckt. Morgen soll es nun erneut zu den Coyote Buttes South gehen. Es ist schon 20h und ich sitze im Motel an meinem Notebook und versuche via Mapsource die Route zusammen zu stellen. Auf der Festplate gibt es noch den aufgezeichneten Track zum White Pocket. Den kann man theoretisch bis auf die letzten Meilen komplett abfahren. Ich lösche also alle Wegpunkte Tracks und Routen im GPS. Danach überspiele ich mir den einen Track und ein paar Wegpunkte auf das GPS. Im Internet finde ich bei Panoramio die Koordinaten der Chess Queen und des Worldcup. Diese beiden tollen Gesteinsformationen wollte ich schon im letzten Jahr besuchen. Leider habe ich sie dann vor lauter WOW ganz vergessen. In diesem Jahr möchte ich sie gern finden. Mal sehen ob der Plan funktioniert!

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Um 21h30 wandere ich schnell noch mal auf die andere Straßenseite in den Safeways. Dort gibt es noch zwei Sandwiches, die können wir morgen prima als Frühstück mitnehmen. Dann noch ein frisches Baguette – prima! Nach einer kleine Brotzeit im Motel geht es dann um 22h ins Bett. Morgen ist die Nacht um 4h30 zu Ende. Bevor wir zur Lotterie wegen der Wave-Permits fahren möchten wir noch kurz den Sonnenaufgang bei, Toadstool Hoodoo erleben. Danach dann die Lotterie und dann Coyote Buttes South. Wenn wir einen Permitt gewinnen geht es übermorgen zu Coyote Buttes North – oder: THE WAVE :-)

Ich werde berichten was alles passiert!

Gute Nacht!

Fünfter Tag – Die Lotterie

Die Nacht ist kurz, um 6h sitzen wir frisch geduscht und gut gelaunt im Auto. Gestern hat es mit dem Permit für die Wave ja leider nicht geklappt, dafür haben wir aber für heute einen Permit für den südlichen Teil des Wave-Gebietes. Also statt “Coyote Buttes North” geht es nach “Coyote Buttes South”! Vorher machen wir aber einen kurzen Stop beim Ranger um ein zweites Mal an der Verlosung der Wave-Permits teilzunehmen. Unsere Antragsformulare von gestern haben wir dabei. Wir tun so als wären wir zwei Wanderführer die jeweils ohne ihre bessere Hälfte dort sind. Das steigert die Erfolgsaussichten um 100%!!

Als wir beim Ranger ankommen wird die Türe gerade geöffnet. Also schnell rein. Es ist 8h30 Utah-Time… In der Ranger-Station sammeln sich nach und nach die Leute an. Ich zähle etwa 40 Personen die alle einen Permit haben möchten. Pünktlich um 9h geht es dann los! Erst werden die Namen und die dazu gehörigen Nummern durch gesagt. Gestern hatte ich die 2 heute bin ich die Nummer 4 – mal sehen was passiert. Und siehe da, als dritte Kugel fällt die 4 aus der Lostrommel – Juchu – wir haben einen Permit!!

Also schnell die 14 Dollar bezahlen, alle Erläuterungen anhören und dann schnell los zu den Coyote Buttes South. Über Nacht hat es ein wenig geregnet, aber die Bachläufe sind fast trocken und wir können sie gut überqueren. Dafür staubt es nicht! Aber teilweise ist die House-Rock-Valley-Road ziemlich ‘schmierig’. Etwa 45 Minuten nachdem wir beim Ranger losgefahren sind geht es dann links ab in die Pine-Tree-Road. Dieser Feldweg ist anfangs noch ganz gut befahrbar, doch spätestens beim ersten Abzweig den wir nehmen müssen wird es heftig. Ich erinnere mich noch an die Straße, ich bin sie ja schon viermal gefahren. Es rüttelt und schüttelt, manchmal klingt es als würde der schöne neue Jeep gleich auseinander brechen – tut er aber nicht!

Etwa eine Stunde später sind wir dann am Trailhead bei den Coyote Buttes. Wir ziehen uns die Wanderschuhe an, packen was zu essen und zu trinken ein, schultern die Fotorucksäcke und dann geht es los. Ich will endlich die Chess-Queen finden!! Laut GPS sind wir nur ein paar Meter entfernt, wir sehen sie aber nicht. Ich fühle mich an die Suche nach dem Escalante Volcano erinnert. Den habe ich im letzten Jahr perfekt umrundet und erst am zweiten Anlauf gefunden.

Doch wir sind hartnäckig und werden schließlich belohnt! Der Wegpunkt aus dem Internet ist goldrichtig! Ich bin begeistert!!

Dann geht es rüber zu der anderen Formation. Da war ich im letzten Jahr mit Wolfgang. Es geht durch tiefen Sand und Sandra macht ihrem Namen keinesfalls eine Ehre. Sie ist genervt weil das Wandern so mühsam ist. Irgendwann sind wir dann aber drüben. Es gibt zur Belohnung einen Apfel und etwas Wasser. Drunten bei der niedlichen kleinen Statue sind drei Wanderer die sich freuen sowas schönes gefunden zu haben. Sie sehen uns ob stehen und rufen uns zu, dass wir das gesehen haben müssen. Ich weiß, mir ging es im letzten Jahr genauso!

Also absteigen und alles knipsen was es gibt. Dann würde ich gern den so genannten ‘Worldcup’ finden. Laut GOS sind wir nur etwa 400 Meter davon entfernt. Wir sind jetzt seit gut vier Stunden um die Coyote Buttes geschlichen und Sandra verlassen langsam die Kräfte. Während sie sich ausruht gehe ich den Worldcup suchen. Aber ich kann ihn nicht finden. Irgendetwas ist falsch, vielleicht habe ich mir beim Abschreiben der Koordinaten in irgendeinem USA-Forum vertippt, oder es hat jemand ganz bewusst falsche Koordinaten gepostet, damit man den Worldcup nicht findet?

Egal, wir haben die Chess-Queen gefunden!! Also zurück zum Auto. Als wir dort angekommen sind haben wir beide eigentlich genug für heute! Also zurück nach Page. Den Weg zu finden ist ganz einfach, Sandra hält das GPS im Auge und ich fahre einfach die Linie zurück die das GPS auf dem Hinweg aufgezeichnet hat. An der House-Rock-Valley-Road fahre ich einfach mal links ab in Richtung Süden. Das ist nicht viel weiter als den Hinweg zurück zu fahren, dafür aber viel angenehmer! Und diese Entscheidung ist richtig! Wir werden mit ganz wunderbarem Abendlicht belohnt!

Etwa um 18h kommen wir wieder in Page an. 12 Stunden hat der Trip gedauert und wir sind so fertig, dass wir ausnahmsweise mal mit dem Auto beim Safe-Ways vorfahren um etwas zu Essen für heute und morgen einzukaufen.

Im Motel gibt es dann schnell ein kleines Abendessen, die Bilder des Tages werden unbesehen auf der kleinen externen Festplatte gespeichert. Wir sind müde und wollen nur noch schlafen. Morgen wird wieder ein langer Tag! Ein Tag in der Wave!!

Hier ist der Track des Tages:

Hier ist das KMZ zum selbst anschauen mit Google Earth.

Update am 17.02.2011

Hier habe ich noch ein Foto der Coyote Buttes (sprich: Kojoti Bjuhts) das aus sechs Einzelbildern zusammengesetzt ist. Der Spaß hat 6455 x 3895 Pixel – also grob 25.000.000 Bildpunkte. Wer das riesige Original sehen möchte, klickt einfach auf das Bild. (Dateigröße: 6,5 MB)

Einfach Anklicken um es im Original anzuschauen

Coyote Buttes North – The Wave

Der erste Besuch in Coyote Buttes North

Nachdem wir am Vortag bei der Lotterie mit viel Glück zwei Permits für dieWanderung zur Wave gewonnen haben geht es heute ein zweites Mal zur Wave bei den Coyote Buttes North. Im letzen Jahr hatte es mit dem Permit gleich im ersten Anlauf geklappt.

Den Artikel zum 2009-er Besuch gibt es hier:

Der zweite Besuch bei der Wave

Es ist etwa 6h in der Frühe – Ariona Time –> 7h Utah Time – wir starten unseren Jeep und los geht es in Richtung “The Wave”. In Big Water wird nochmal kurz voll getankt – man weiß hier nie was noch alles passiert. Das Tanken klappt inzwischen ganz prima. Immer muss ich dran denken wie ich im letzten Jahr ratlos an der Tankstelle gestanden habe und dann in schlechtem Englisch erklären musste, dass ich keine Ahnung habe wie man hier in Amerika ein Auto betankt. Die Nummer mit dem “Pay Outside” finde ich inzwischen sowas von praktisch. Man steckt die Kreditarte kurz rein, lässt die Karre volllaufen und ist schon wieder unterwegs – genial!

Auf dem Weg zur Wave ist die House-Rock-Valley-Road irgendwie anders als beim letzten Mal. Sie ist ‘gefühlt”’ besser. Nach einigen Meilen wissen wir auch warum, da ist eine Art Bulldozer der mit sowas wie einer Schneeschaufel die ‘Straße’ mit roher Gewalt einebnet. Wir fragen uns ob er an nur einem Tag den kompletten Hin- und Rückweg schafft. Dann überholen wir – holprig wird es jetzt. Dann ein normales weißes ‘Straßenauto’ – wir rauschen mit 30 Meilen daran vorbei – Juchu.

Ein paar Minuten später sehen wir den roten Allradwagen mit der kleinen weißen Wohnkabine oben drauf. Drin sitzen die zwei Wanderer mit denen wir gestern bei den Coyote Buttes South ein Schwätzchen gehalten haben. Er stammt aus Den Hag in Holland, sie ist Amerikanerin. Beide haben die Nacht im Wohnwagen mit Allradantrieb bei den Coyote Buttes South verbracht. Ich halte an und lasse die Scheibe runter, sie halten auch an. “Hi, seid ihr zwei wieder unterwegs?” “Ja, sind wir! Es geht heute zur Wave, wir haben ja gestern einen Permit bei der Verlosung gewonnen!” “Ja dann meinen herzlichen Glückwunsch!” Und weiter geht es.

Am Vortag bei der Verlosung ist mir ein Paar aus Deutschland aufgefallen. Er etwa 195 cm groß, sie vielleicht 155 cm – sie sehr freundlich – er ein echt arroganter Typ – höchst unsympathisch. Und was passiert? Genau dieser Typ gewinnt bei der Verlosung auf Anhieb einen Permit – au Backe. Das geht mir durch den Kopf und ich gebe Gas, bloß nicht zusammen mit diesem Blödmann zur Wave wandern müssen. Sandra denkt das gleiche “Ob dieser blöde Andreas gleich schon da ist?” Ich gebe mehr Gas…

Als wir am Trail-Head ankommen stehen da schon mehrere Autos. Einige der Leute kommen mir bekannt vor, ich glaube ein paar Gesichter vom Vortag bei der Verlosung wieder zu erkennen. Wir genehmigen uns erst einmal ein kleines Frühstück. Es gibt frisches Baguette mit Philadelphia-Käse. Dazu italienische Salami aus der Hand. Während wir kauen kommt der kleine weiße Wagen auf den Parkplatz gefahren. Drin sitzt ein junges Paar aus Kanada. Sie haben den Permit via Verlosung im Internet gewonnen. Als wir mit unserem Frühstück durch sind, sehen wir von den Beiden nur noch den Rücken. Wir wandern los.

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Es geht durch einen kleinen Wash, dann unter einem Zaun hindurch, dann rechts auf einem sandigen Pfad steil nach oben. Oben angekommen pocht mein Hirn Sandra hat auch einen roten Kopf. Wir ziehen erst einmal die warmen Jacken aus. Unten am Parkplatz waren es 3° C – hier in der Sonne ist es irgendwie schon viel wärmer. Die Jacken werden am Rucksack verstaut, es geht weiter. Kleine Steinmännchen markieren den Weg. Das GPS sagt mir wo der nächste Wegpunkt ist. Ich erkenne vieles wieder was ich schon im letzten Jahr gesehen habe.

Sandra stöhnt und keucht hinter mir. Mir gehen die sandigen Passagen und das rauf und runter auch ganz schön in die Beine. Dann sehen wir die Wanderer die mit ein wenig Frühstücks-Vorsprung unterwegs sind. Die beiden jungen Kanadier laufen als ginge es um ihr Leben, die anderen Wanderer sind ganz entspannt. Das Ekel vom Vortag ist nicht in Sicht. Schließlich holen wir die Wandergruppe ein. “Woher kommt ihr? Wart ihr schon mal hier? Kennt Ihr Deutschland? So geht das eine Weile, sie sind alle total nett.

Dann kommt der letzte Aufstieg kurz der Wave. Die beiden Kanadier sind durch den Sand gekrabbelt. Sandra und ich wandern über den Slickrock daneben. Die Wanderer hinter uns folgen unserem Weg. Das war ein guter Tipp den mit der Wolfgang da im letzten Jahr gegeben hat!

Etwa 200 Meter vor der Wave ist Sandra nicht mehr in Sichtweite. Es gibt Schatten, ich setze mich hin, die Lunge schmerzt, das Herz pocht im Schädel. Ein bisschen Wasser tut gut. Dann kommt Sandra über die Kante gewankt. Sie ist total fertig, ringt nach Luft und schimpft zwischendurch wie ein Rohrspatz. Es fließen Tränen, sie ist am Ende – total ausgepowert. Wir waren wohl viel zu schnell. Nach ein paar Minuten geht es wieder besser, wir schultern die viel zu schweren Rucksäcke und machen uns auf die letzten 200 Meter.

Am Eingang der Wave ist die Wandergruppe die uns inzwischen wieder überholt hat mit den ersten Shootings beschäftigt. Fast alle waren schon einmal hier. Jeder fotografiert jeden, es ist witzig! Wir kraxeln die letzten Meter hoch, bis wir die Wave von oben sehen können. Da gibt es Schatten und ein zweites kleines Frühstück. Mein Hemd ist pitschnass, aber ich habe ein Reserve-Hemd dabei! Die verschwitzten Klamotten hänge ich zum Trocknen auf einen Strauch. Dann machen wir mit beim täglichen Rudelknipsen.Ich schnappe mir ein paar der Fotografen und gebe zum besten, dass ich im letzten tausende von Bilder von der Wave geschossen habe, die aber alle samt total langweilig sind weil da einfach Menschen auf den Bildern fehlen. Das wirkt! Die Männer schicken ihre Frauen in die Wave. Alle müssen so tun als würden sie gerade wie Gogol Lobmayer am Ende von “Faszination Natur” durch die Wave wandern. Das ist echt witzig. Irgendwann hat Sandra sich erholt und kommt dazu. Wir machen es auch. Sie kommt die Wave hoch, ich gehe die Wave hoch. Während ich hinunter gehe um mich beim Hinaufgehen fotografieren zu lassen kommt mir eines der Galeriebilder von Albert Witz ein auf dem er sich mit Selbstauslöser geknipst hat wie er genau wie ich gerade in die Wave hineinläuft. Ob ich dafür auch ein Galeriebilder in der Fotocommunity hinkriege? Ich denke nicht, die Fotocommunity ist voll mit Bildern der Wave. Während ich da später so herum klettere und die anderen Fotografen anschaue wird mir auch klar warum. Selbst wenn am Tag nur 20 Besucher dorthin dürfen, so werden dort doch täglich mindestens 2.000 Bilder geknipst. Mal mit Stativ, mal ohne, mal mit dem Handy, mal mit einer teuren Hightech Kamera. Es ist witzig!

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Sandra und ich wandern weiter zur Second Wave. Dort bauen wir uns ein kleines Lager und ich fühle mich an die beiden Typen aus Südafrika erinnert, die Wolfgang und ich genau hier im letzten Jahr getroffen haben. Sie waren unterwegs nach Köln und haben einen kleinen Umweg über Las Vegas und die Wave gemacht – nicht schlecht! Nach unserem kleinen Schwätzchen hat Wolfgang damals gesagt “Ok, see you next time!” Einer der beiden Südafrikaner hat damals darauf entgegnet “Yeah, when will that be?”

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Ja, wenn wird das wohl sein? Heute jedenfalls nicht! Heute sind zwei Franzosen hier! Der eine ist echt nett und wir quatschen eine Weile. Er hat eine Nikon D3x mit dem neuen 14-24mm Objektiv dabei. Zusammen sind das 10.000 Euro! Als er meine alte Hasselblad SWC sieht hat er fast Tränen in den Augen. Er möchte mal durch den “Sucher” schauen. Wow! Er ist begeistert und erzählt, dass er auch ein paar Hasselblad Kameras daheim hat, dass er sie aber alle dort gelassen hat weil er den ganzen Krempel einfach nicht mehr tragen kann. Ich kann das nachvollziehen! Am Abend tun meine Schultern sowas von weh :-) Auch denke ich bei er ganzen Schlepperei immer wieder an Wolfgang mit seinem Fisheye und dem Tamron 18-270mm Objektiv. Es hat was für sich wenn man sich nicht mit etlichen unterschiedlichen Objektiven abschleppen muss!

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Aber egal, ich habe ja heute schon die Hälfte im Motel gelassen…Jedenfalls gibt es auch mit dem Franzosen ein nettes Schwätzchen. Das ist genau das was ich hier so liebe. Alle Menschen sind sehr offen und aufgeschlossen, man findet schnell Kontakt und geht abends mit einem guten Gefühl ins Bett. Ekel Andreas aus Deutschland vielleicht nicht, wir aber und das ist auch gut so!Als die Sonne langsam tiefer steht machen wir uns auf den Heimweg. Ich habe morgens schnell aus dem Track den ich im letzten Jahr mit meinem GPS aufgezeichnet habe eine kleine “Rückreiseroute” erstellt. Die gehen wir jetzt ab, alles genauso wie im letzten Jahr zusammen mit Wolfgang. Und es ist wunderbar weil die Sonne noch nicht zu tief steht. Auf der Hälfte des Weges sehen wir dann Ekel Andreas mit seiner kleinen Frau am Horizont. Sie haben kein GPS dabei sondern nur die Fotokopien die man beim Ranger geschenkt bekommt. Es scheint eine hitzige Diskussion zu geben, er scheint sie zu überstimmen. Warum sind nette Frauen eigentlich so oft mit so blöden Typen zusammen?Uns spornt das an, bloß nicht von diesem Idioten überholen lassen :-)Kurz vor dem Parkplatz haben sie uns dann doch eingeholt. Ein “Hallo” oder ähnlichen Gruß verkneift er sich mit starrer Miene. Wir kommen zeitgleich an den Autos an, er hat seine kleine weiße Limousine sogar neben unserem Jeep geparkt. Mit dem elektronischen Türöffner komme die beiden aber doch nicht klar. Ihr Auto fängt an zu Hupen, dass es in den Ohren schmerzt. Ich muss grinsen und drücke mit immer hämischer werdendem Grinsen den roten “Panic” Knopf an meinem Schlüssel. Nun hupen zwei Auto, abwechselnd! Was für ein Spaß! “Jetzt lass den Scheiß!!” raunt mich Sandra an, ok ein zweiter Druck auf den Panic-Knopf stellt unser Auto wieder in den stummen Modus. Nebenan hupt es weiter. Was für ein Idiot :-)Kurz danach starten wir die Motoren, fast zeitgleich! Ich bin einen Tick schneller und es ist ein echtes Vergnügen mit 40 Meilen die frisch bearbeitete House-Rock-Valley-Road nach Norden hoch zu fahren und alle den Staub aufzuwirbeln den des dort gibt. Soll er ihn doch schlucken ;-)Auf der 89-ten Straße ist er dann auch nicht mehr zu sehen! Ich kriege Hunger, großen Hunger! “Jetzt hätte ich Lust auf einen richtig großen Burger mit Fritten!” “Oh ja!” “Sollen wir uns den bei Denny’s genehmigen, so zur Feier des Tages, weil wir den Marsch überlebt haben?” “Au ja!”

Also los…

Die Burger sind Spitzenklasse und später im Motel sind wir beide fix und fertig. Glücklich aber total erledigt, was für ein Tag!Dann fällt uns auf, dass wir doch morgen abreisen müssen – Autsch!Das KFZ-Ladekabel für mein Garmin Colorado GPS habe ich daheim vergessen. Hier in Page war kein Kabel zu kriegen mit dem das GPS richtig funktioniert. Also habe ich am Montag ein Kabel bei www.amazon.com bestellt und das Rodeway-Inn – Room 222 Mr. Hillebrand als Empfänger angegeben. Für etwa 8 Dollar gab es eine Express-Versand-Option. Die habe ich gebucht. Also schnell die E-Mails checken. Hey, da ist ein Mail von Amazon “Your Amazon.com order has shipped” – Perfekt!Ich gehe mal an der Rezeption des Motels fragen und siehe da, dort liegt tatsächlich ein Paket für mich! Es lebe das Internet!!Dann schnell duschen, ‘kurz’ bloggen und dann ab ins Bett – was für ein Tag…

Ok ok, noch schnell die Track-Analyse…

Hier gibt es das KMZ des Tages zum Selbstanschauen mit Google-Earth.

Siebter Tag – Von Page zum Monument Valley

Um 8h geht der Wecker, kurz duschen, dann alles zusammen packen. Um 9h klingelt kurz das Telefon, das sich wohl der Rausschmeißer für die Langschläfer. Um 9h 30 haben wir alles im Auto und gönnen uns einen Kaffee im kargen Foyer des Rodeway-Inn. Zum Kaffee gibt es ein paar Kellogs Kornflakes und die schmecken gar nicht mal schlecht – es gibt Nachschlag – und noch einen – und noch einen… Irgendwann bin ich dann fertig und Sandra ist erleichtert – wir können endlich los!

Es geht Canyon vorbei in Richtung Kayenta. Am Antelope Canyon unterhalten wir uns noch einmal kurz über den zahnlosen Tourguide, Menschen ohne Krankenversicherung und die Touristenabzocke am Upper Antelope Canyon. Wir sind uns einig, das können wir niemandem empfehlen! Gestern bei der Wave haben wir ein paar nette Leute getroffen die uns das “Hummer Canyon Adventure” in Page wärmstens empfohlen haben. Es kostet kaum mehr als die “400 Meter Sandsturm zwischen Felswänden” und es soll richtig viel Spaß machen. Egal, vielleicht im nächsten Jahr.

Um 9h30 geht es los. Die Fahrt ist sehr entspannt, niemand drängelt, niemand überholt, alle tuckern mit 65 Meilen dahin. Die Sonne scheint, es sind entspannte 19° Celsius. Das Frühjahr ist hier wirklich die allerbeste Reisezeit!

Nach zwei Stunden sind wir in Kenyata und sehen gleich am Ortseingang auf der linken Straßenseite das Hampton-Inn. Das habe ich ich am letzten Abend in Page schon via Google-Maps ausfindig gemacht. Es ist recht neu und hat gute Kritiken bekommen. Also frage ich mal ob es für zwei Tage ein Zimmer gibt. Das Hotel ist zwar gut belegt, aber wir kriegen Zimmer 309. Da gibt es leider weder einen Kühlschrank noch eine Mikrowelle – nichts für Selbstversorger. Aber haben auch schon fast alle Vorräte aufgebraucht. Kurz die Sachen abstellen und dann geht es gleich los zum Monument Valley. Das ist etwa 30 Meilen entfernt, die Fahrt ist toll, die Gegend einfach traumhaft. Bolzengerade Straßen zwischen einigen wenigen Kurven. Ein Paradies für Cruiser mit einer dicken Harley Davidson :-)

Im Monument Valley zahlen wir 5 Dollar Eintritt pro Nase. Die nette Dame rät uns wärmstens an einer Guided Tour teilzunehmen, weil man nur so die wirklich tollen Orte zu sehen bekommt. Nach so einer Tour ist uns aber nicht. Später sehen wir die offenen Geländewagen mit 18 Touristen in drei Sitzreihen wie sie durch die staubige Landschaft schaukeln. Zwischendurch gibt es Stopps für witziges Rudelknipsen – das ist nichts für uns – wir nehmen die Self Guided Tour…

Am John Ford Point steht wieder der Indianer mit dem roten Hemd und dem kleinen Quarter Horse. Sandra stürzt sich sofort auf das Tier. Streicheln hier, streicheln da, sie verstehen sich auf Anhieb. Ich frage den Indianer wie alt das Pferd ist, wie es heißt und es kommt eine kleine Konversation in Gang. Schließlich passt es gut und ich erwähne, dass Sandra schon als kleines Mädchen reiten gelernt hat. Dann die Frage aller Fragen: “Was würde es kosten wenn ich ein Foto von Sandra auf dem Pferd mache?” – Kein Problem, zwei Dollar! Super, sie steigt auf und er gibt ihr sogar seinen Cowboy Hut. Ich mache ein paar Fotos, dann die eigentliche Frage aller Fragen: “Was würde es kosten wenn Sandra mit dem Pferd auf die Klippe reitet?” Er schaut ein wenig skeptisch, dann sagt er “Another five dollars!” Das ist ein Word, los geht es. Sandra reitet die paar Meter zum Marlboro Point und ich machen so ungefähr hundert Bilder oder so. Als sie zurück kommt sagt er mir “Hey, you made lots of photos!” Kein Problem, ich zücke das Portemonnaie und geben ihm 20 Dollar. “Is that okay?” Es ist okay, mit einem zufriedenen Grinsen steckt er das Geld ein. In seinem Portemonnaie sehe ich ein Kinderfoto. “Hey, ist das Dein Sohnemann?” “Ja, das ist er!” “Ich habe auch einen Sohn, er ist 12 Jahre alt. Wie alt ist Dein Sohn?” “Mein Sohn ist 15, er ist größer als ich und er spielt Basketball. Warte mal, hier habe ich sein Foto von seinem Zwillingsbruder.” “Hey, der ist aber auch riesig. Spielt er auch Basketball? Wo wohnt ihr?” “Wir wohnen hier im Monument Valley. Sind zwei tolle Jungs. – Same mom, same dad…” Es ist witzig mit ihm. Als Sandra zurück ist bedanken wir uns vielfach und sind uns fast einig, dass wir morgen noch einmal zurück kommen müssen.

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Es geht weiter, immer mal wieder anhalten, knipsen, weiterfahren. Überall sind Pferde, Sandra ist total aus dem Häuschen. “Hier mal eine Woche den Indianern mit den Pferden helfen und dann jeden Tag durch die Gegend galoppieren – genial!” Mal sehen, vielleicht können wir da ja morgen etwas machen!

Zwischendurch treffen wir noch einen sau coolen Biker der mit seiner BMW aus Frankreich gekommen ist. Er hat den Helm am Gepäckträger befestigt und trägt nur Sonnenbrille und Cowboyhut. Cooler Typ! Wir unterhalten uns kurz über die Vorzüge der BMW-Mopeds und dann geht es auch schon wieder weiter.

Am Ende der Tour gibt es dann im frisch renovierten Hotelrestaurant einen “John Wayne Burger”. Sandra bestellt sich einen Salat der auch nach einem Filmstar benannt ist. Es gibt noch den Henry Fonda Burger, den Charles Bronson Irgendwas – es ist witzig!

Der Burger ist auch super, und die Fritten schmecken toll!

Um letzten Abendlicht fahren wir zurück nach Kayenta. Im Hotel gibt es Corona, das wir mit Eis im Waschbecken im Handwaschbecken gekühlt haben – genial!

Was für ein Tag! Wie es wohl morgen wird?

Tag 8 – Monument Valley Safari

Irgendwie haben wir beide nicht gut geschlafen. Am ersten Morgen im Hampton Inn sind wir wie gerädert. Das Fenster kann man nicht öffnen – Selbstmordgefahr? Die Klimaanlage rattert wie die Hölle – dabei kann man nicht mal schlafen wenn man todmüde ist! Ob es daran lag? Egal, das Frühstück ist jedenfalls relativ ok. Es gibt zwar absolut alles aus Einwegverpackungen, aber die Sachen schmecken dann doch ganz gut. Irgendwann sitzen wir endlich im Auto. Bei Panoramio habe ich ein paar schöne Fotos von Monument Valley gefunden die nicht an den typischen Orten entstanden sind die man als Tourist üblicher weise hier so findet.

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Da Sandra nicht gut drauf ist beschließen wir einfach mal eine kleine Safari zu machen. Wir fahren also ein Stück in Richtung Monument Valley und biegen dann einfach mal rechts in eine der holprigen Dirt-Roads ab. Die Landschaft ist grandios und wir finden ein paar richtig schöne Stellen für nette Fotos. Aber das was wir eigentlich gesucht haben finden wir natürlich nicht – aber so ist das eben! Also zurück zur Hauptstraße. Eine Stunde später gibt es zum Mittag zwei saftige 1/2 Pound Burger in ‘Mexican Hat’. Danach geht es weiter zum Sight Seeing nach Bluff. Dort ist nicht viel los und es geht wieder zurück. Auf dem Rückweg schauen wir uns das Valley of the gods an.

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Der Wettergott hat heute einen schlechten Tag, der Himmel ist verhangen mit tonnenschweren dicken Wolken. Da sieht selbst das Valley of the gods relativ langweilig aus. Also wieder zurück. Zwischendurch ein paar Photo-Stops und dann zum Visitor Center beim Monument Valley. Es ist noch eine halbe Stunde bis Sonnenuntergang. Ich habe die Hoffnung, dass die Sonne kurz bevor sie unter geht noch einmal ganz kurz für ein paar Augenblick zwischen der Wolkendecken hindurch lugt. Sandra glaubt nicht daran. Morgens haben wir bei der Well Fargo in Kayenta jeweils ein paar hundert Dollar abgehoben, sie geht in den Indianerladen im Visitor Center. Ich warte während dessen auf das “Event” des Tages. Mit mir warten eine Reihe anderer fotosüchtiger Leute…

Dann passiert das lang erhoffte. Alle jauchzen und die Kameras klicken um die Wette. Nach ein paar Minuten ist das Schauspiel auch schon wieder vorbei. Und darauf hat man den ganzen Tag gewartet? Ok, schön war es trotzdem!

Im Hotel können wir einen Tag verlängern. Alle Mitarbeiter sind hier wirklich äußerst zuvorkommend und supernett. Wir probieren mal das Restaurant aus. Es ist schon 21h30. Eigentlich ist Kayenta in Arizona, aber es steht unter der Verwaltung der Navajo Indianer und die machen die Sommerzeit genau wie Utah mit. Daher hat ein kleiner Teil von Arizona die Utah Time – damit soll man noch klar kommen…. Was stellt man denn nun an Kamera und GPS ein? Wann geht die Sonne auf, wann geht sie unter? Das ist hier alles nicht so einfach.

Einer der Mitarbeiter ist total klasse. Seine Frau kommt aus Deutschland und er war über fünf Jahre in Leipzig. Wir verstehen uns prächtig und ich erfahre warum es im Restaurant kein Bier gibt. Das liegt nicht an den Mormonen, das liegt nicht dran, dass wir ein kleines bisschen doch in Utah sind. Nein, auch das liegt an der Selbstverwaltung der Navajo Indianer! Hier ist Alkohol eben verpönt. Ok, man kann sich daheim mal ein Bier genehmigen, aber man tut es eben nicht in der Öffentlichkeit oder im Restaurant. Ich trinke also eine Dr. Pepper Cola und die ist gar nicht übel!

Das mexikanische Gericht dazu schmeckt auch super! Es sind zwei Tortillas mit einer Füllung aus Hähnchen und Gemüse.

Um 23 sind wir im Zimmer. Schnell die Bilder sichern, alle Akkus aufladen, kurz was für das BLOG schreiben und dann ab ins Bett.

Morgen um 5h will ich aufstehen und mal schauen wie der Sonnenaufgang im Monument Valley ausschaut!

Tag 9 – Monument Valley Reloaded

Um 5h klingt der Handywecker – gnadenlos ist das – aber ich habe es ja so gewollt. Anziehen, Zähne putzen, los… Draußen am Auto ist es kalt – saukalt sogar – 6°C zeigt das Thermometer im Auto (Man kann dem Jeep ‘vernünftige’ Maßeinheiten beibringen…)

Der Weg zum Visitor Center im Monument Valley ist dunkel und einsam. Der Jeep hat ein Satelliten-Radio! Bis lang wusste ich nicht, das es sowas überhaupt gibt! 220 Sender gibt es und sie kommen vom Satelliten ‘Sirius’.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sirius_Satellite_Radio

Im letzten Jahr hatte ich einen Nissan X-Terra. Auch ein gutes Offroad Auto, aber der Jeep ist irgendwie cooler. Allein das Radio begeistert mich. Der Sound ist gut und die vielen Sender auf den rund um die Uhr Musik aus allen Stilrichtungen läuft machen einfach Spaß. Warum haben wir uns eigentlich in der letzten Woche ein Kabel gekauft um unsere iPODs an das Radio anzuschließen?? Das Radio ist jedenfalls cool! Auf FM kriegt man nur sehr wenige Sender und die sind immer wieder weg, wenn man mal in einen Canyon oder was ähnliches hineinfährt. Mit dem Sat-Radio hat man hier Empfang, dauerhaft, immer und überall, in allerbester Qualität. Das würde ich mir für Deutschland auch wünschen!!

Etwa eine halbe Stunde dauert die Fahrt zum Visitor Center. Als ist dort ankomme stehen dort schon die ersten Fotofreaks. Ich packe meinen Kram aus, gleiche Stelle wie gestern. Als ich fertig bin geht auch schon die Sonne auf. Die D300 liegt auf dem Rucksack und macht Intervallbilder für einen Zeitrafferfilm. Die Hasselblad SWC steht links daneben und wartet geduldig darauf auch mal beachtet zu werden. Sie ist sehr genügsam, braucht keinen Strom und überhaupt… Ganz links außen auf dem großen Stativ die total veraltete eigentlich gar nicht mehr zu gebrauchende Nikon D2x. Es wird Zeit, dass Nikon endlich eine Kamera rausbringt die einfach alles kann und nur 1000 Euro kostet. Oder habe ich sie schon? Eigentlich wurde die D2x mal so beworben. Hm, die Canon Leute aus der FC bezeichnen sie inzwischen als “Alteisen”. Ach eigentlich ist das ja auch alles egal, sie macht noch die gleichen guten Fotos wie damals als ich sie im Herbst 2005 für 4.800 Euro gekauft habe. Nackt war sie damals, nur mit einem Akku, Ladegerät und einer 8GB Speicherkarte dekoriert…

Ok, die Sonne geht auf, überall klickt es um die Wette. Neben mir ist ein steinaltes Ehepaar aus Japan. Sie mit einer Canon mit Film, er mit einer kleinen digitalen Kamera. Sie will nicht so recht auf der Naturstein stehen bleiben. Ihm zittern die Hände. Ich zittere auch, vor Kälte. Dann schafft er es doch ein Bild zu machen, ein Lächeln zieht über sein altes faltiges Gesicht. Fotografieren ist ein Stück Lebensfreude – jedenfalls für die, die es für sich zu entdecken vermögen.

Als das Schauspiel vorbei ist packe ich meine Sachen zusammen und fahre zurück nach Kayenta ins Hotel. Sandra schläft noch – oder wieder? Schnell die Bilder auf das Notebook überspielen, eine Stunde später sind wir beim Frühstück. Es ist wieder alles aus Styropor, einfach alles! Es gibt Plastikbesteck! Langsam sehne ich mich nach dem besten Frühstück der Welt im Quartier 65 in Mainz!!

Aber wir werden satt!

Kurz drauf geht es zum zweiten Mal zum Monument Valley, Sandra möchte gern reiten! Das klappt ganz vorzüglich, ich habe nämlich eine Kreditkarte… Um 11h30 sind zwei Pferde gesattelt. Sandra und ihr persönlicher Tourguide traben los. Ich fahre schnell hoch auf den Aussichtshügel und mache mit dem ganz langen Tele ein paar Fotos. Das ist gar nicht einfach, denn inzwischen sind sie in einen flotten Galopp übergegangen. Dann sind sie auch schon weg! Ich sortiere meinen Fotokrams und fahre noch ein wenig durch das Valley. Hier und da halte ich mal an und mache ein paar Bilder die ich sicher im letzten Jahr auch schon gemacht habe. Aber heute werden sie sicher besser, zumindest in der Theorie…

Zwei Stunden später kommt ein müder Tourguide mit einer fröhlichen Sandra zurück zur Pferdekoppel. “What whould you say, is she a good horse rider?” “YEEES SHEEE IIISSSS!!!” Sie grinst und ihm sieht man die Erschöpfung an. Damit hatte er nicht gerechnet, sie ist eben eine erfahrene Reiterin, seit über 30 Jahren!

Ok, wir verabschieden uns und dann kriegt Sandra erst einmal etwas kaltes zu trinken. Kurz die Hände waschen und dann geht es weiter. Auf einer Karte, die ich im Visitor Center an der Navajo Bridge gekauft habe, ist eine ‘historic Location 1921’ eingezeichnet. Wir fahren mal hin und sind auch gleich enttäuscht. Es ist eine alte Hütte mit einem Schild davon – CLOSED – na toll. Also weiter, wir finden jede Menge alter Schrottautos. Die sehen einfach gut aus, der Trip hat sich doch gelohnt.

Nach etwa einer Stunde sind wir wieder an der Hauptstraße. Kurz vorher stehen zwei tolle Pferde zwischen uns und den Tafelbergen von Monument Valley. Ich halte am, zücke die Kamera und versuche sie gut ins Bild zu bekommen. Als ich zurück am Auto bin hält neben uns ein Truck. Darin zwei irgendwie verärgerte Indianer. Sie wollen wissen warum wir ihre Pferde fotografiert haben. Scheinbar haben sie Sorge, dass jemand Ausschau nach guten Pferden hält und sie irgendwann später heimlich zu stehlen. Ich stelle mich ganz doof und frage welche Pferde sie denn meinen? Ich habe doch nur Fotos von den Tafelbergen gemacht. Sie sehen nicht glücklich aus, starten dann aber doch den Motor und fahren wieder zurück. Uff, Pferde sind hier echt so eine Sache. In den alten Western habe ich als Kinde gelernt, dass Pferdediebe gleich aufgehängt oder erschossen werden, oder auch beides zusammen!

…noch mal gut gegangen…

Wir sind müde, es ist 25 °C warm, wir fahren zum Burger King in Kayenta. Da gibt es einen gewaltigen Burger mit gegrilltem Hacksteak. Das schmeckt sehr gut! Danach bin ich total erledigt, das frühe Aufstehen fordert seinen Tribut. Ich speichere die zweite Ladung Fotos auf dem Notebook und falle todmüde auf das Bett. Um 18h30 weckt mich Sandra “Hey, Du wolltest doch zum Sonnenuntergang zum Monument Valley!!” “Ok, auch wenn es weg tut, los geht es…”

Also ein drittes mal zum Visitor Center, das Auto findet den Weg schon ganz allein. Das Satellitenradio spendet Trost!

Die ganze Horde gieriger Fotofreaks ist schon wieder da, wir kommen spät, aber noch gerade rechtzeitig, Ich baue wieder alles auf, D300, SWC, D2x. Die Spiegel klappern, die Menge raunt. Aber es gibt im Gegensatz zu gestern heute GAR KEINE WOLKEN. Das sieht dann auch blöd aus, es wird nämlich einfach nur dunkel. Kein tolles Leuchten der Tafelberge, es wird einfach nur dunkel – wie langweilig. Auf dem Rückweg sammeln wir die größten Insekten ein deren Überreste ich in meinem ganzen Leben gesehen habe. Das ist fast gespenstisch. Zackkk – Rumms – Patsch – die Viecher klatschen wie nasse Handtücher gegen die Windschutz scheibe. Morgen muss ich die mal abkratzen.

Also wieder alles zusammen packen und ab zum Hotel. Dort angekommen haben wir schon wieder Hunger. Ich lese die Speisekarte und habe Spaß an den vielen netten hintersinnigen Formulierungen. Es gibt einen “Not just a Burger” – und der ist ziemlich gut! Dazu zwei Dr. Pepper Cola – aus einem richtigen Glas!!!

Um 22h sind wir im Zimmer, es ist heiß wie die Hölle, die Klimaanlage macht nichts kalt sondern nur muffig warm. Wir öffnen die Türe, das hilft ein wenig. Die Fenster lassen sich nicht öffnen :-| Dann schauen wir die Bilder des Tages an. Sandra ist von ihrer Ausbeute begeistert. Sie sitzt grinsend mit dem Notebook auf dem Bett. Sie freut sich wie ein kleines Mädchen an den neuen Bildern die sie in die Fotocommunity hochgeladen hat. Bloggen tut sie auch noch, wir sind schon zwei schräge Vögel :-)

So, es ist jetzt 24h – ab ins Bett – morgen geht es auf Umwegen für etwa 5 Tage nach Moab. Dann noch etwa 5 Tage Escante, dann über den Bryce Canyon, Page, Zion nach Las Vegas. Aber das ist derzeit noch weit weg. Allerdings, 1/3 der Zeit ist schon rum…

Tag 10 – Auf nach Moab

10h04 Ortszeit Kayenta –> Arizona Time + Sommerzeit

Die Koffer sind wieder zusammen gepackt, das Frühstück war gut. Das Abendessen steht nicht auf der Rechnung, wenn das geregelt ist können wir los. Volltanken und dann der frisch ins GPS überspielten Route folgen.

Je nach Lust und Laune gibt es vielleicht einen kleinen Abstecher in den südlichen Teil des Canyonlands National Park – mal sehen!

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Und los…

Es ist der letzte Morgen im Hampton Inn in Kayenta. Wir frühstücken gemütlich und ich regle noch schnell das unbezahlte Abendessen vom Vortag. Irgendwie war meine Handschrift nicht zu entziffern. Als ich an der Rezeption anfrage liegt die Rechnung bereits auf Halde und wartet auf mich. Alles gar kein Problem, meine Kreditkarten-Daten haben sie ja noch, ich muss nicht mal etwas unterschreiben. Ein wenig unheimlich ist mir das manchmal schon…

Dann geht es los, den Weg fährt das Auto schon fast von ganz allein. Kurz nachdem wir Monument Valley passiert haben, gibt es wieder schöne Ausblicke auf die berühmten Tafelberge. Dann ist da noch ein Stand mit handgemachtem Indianer-Schmuck…

Kurz drauf passieren wir Mexican Hat und biegen dann links ab in Richtung Goosenecks State Park. Die Einfahrt zum Park lassen wir aber dann unbeachtet links liegen und fahren auf die Klippe zu die wir zwei Tage zuvor bei unserer kleinen Safari nach der Rundfahrt durch das Valley of the gods gesehen haben. Als wir uns der Klippe nähern stehen da Schilder am Straßenrand die schweren LKW untersagen diese Straße zu benutzen. Sandra ist sogar der Meinung, dass es eine Sackgasse sein MUSS. Man kann den Straßenverlauf nämlich nicht wirklich sehen, es sieht aus als wäre nach der zweiten Spitzkehre einfach Schluss. Ist es aber nicht! Die Straße ist nicht asphaltiert, es holpert wie wir es kennen und inzwischen mögen. Zum Abgrund hin ist ein kleiner Wall aus Schutt und Dreck, der maskiert die Straße so gut, dass man sie vom Tal aus wirklich nicht sehen kann. Es ist ein wenig abenteuerlich, aber als wir dann oben auf der Klippe sind ist die Aussicht einfach grandios. Zwischen durch kommt uns ein LKW mit einem großen Pferdeanhänger entgegen. Es wird echt eng und Sandra fragt sich grinsend ob der Fahrer vielleicht ein ‘Alphabet’ sein könnte.

Ganz oben treffen wir einen unentschlossenen Radfahrer, ich würde DIESE STRASSE NICHT mit einem Fahrrad herunterfahren! Aber hier kann jeder machen was er will, solange er breit ist die Konsequenzen zu tragen!

Die Straße oben auf dem Tafelberg ist menschenleer. Wir fahren und fahren, es ist tolles Wetter und wir sind fast eine Stunde wirklich ganz allein. Wo gibt es das in Deutschland? Am Horizont sehen wir dann die verschneiten Gipfel der San Juan Mountains, ist das schön! Immer wieder halten wir an und springen mit den Fotoapparaten wie elektrisiert aus dem Auto. Dieser kleine Abstecher hat sich echt gelohnt!

Später kurz vor Blanding kommen wir zur Hauptstraße in Richtung Norden zurück. Es sind noch etwa 100 Meilen bis Moab. Wir kommen durch Monticello. Ein kleines nettes Dörfchen. Die beiden Dorf-Polizisten haben Langeweile und stehen etwas verdeckt an einer abgeschalteten Ampel. In mir steigen Erinnerungen an die Krimis der letzten Monate auf. Ob die zwei die Ampel absichtlich ausgeschaltet haben, damit es vielleicht mal was zu kontrollieren gibt? Ich muss an einen Film aus dem vorletzten Jahr denken, in dem sich zwei Polizisten einen Spaß daraus machen Autofahrern einen Reifen zu zerschießen um die Fahrzeuginsassen dann zu kontrollieren und ein wenig zu Schikanieren. Aber das war eben auch nur ein Film. So wie man den Schimanski nicht in Duisburg trifft, machen die Polizisten hier sowas auch nicht. Es ist eben alles richtig nett hier.

Es geht weiter und wir sehen die verschneiten La Sal Mountains. Immer wieder gibt es kurze Fotostopps, zu atemberaubend ist das Panorama. In Moab steuern wir direkt das Adventure Inn an. Ein kleines nettes Motel mit guten Kritiken. Ich war bereits im letzten Jahr hier und man sieht überall, dass die Eigentümer hier auch wohnen und alles gut in Schuss halten. An der Rezeption sind dann fünf Franzosen. Sie suchen ein Zimmer – und es gibt für sie noch drei Zimmer. Innerlich hoffe ich, dass wir nicht 5 Minuten zu spät angekommen sind. Den Franzosen wird dann erklärt, dass das WIFI-Password für das password ist. Sie verstehen nur Bahnhof. Es wird wiederholt, sie verstehen nichts. Schließlich kann ich erklären, dass das WLAN hier im letzten Jahr von unverschlüsselt auf verschlüsselt umgestellt wurde. Und dass sich das Password offensichtlich seit dem nicht geändert hat. Das gibt Bonuspunkte in den Augen der Besitzerin. Sie fragt mich von wo ich komme. “I’m from germany!” – Die Franzosen: Ja, das hört man! Dann die Frage “Are you a regular german?” Was will er damit sagen? Ein regulärer Deutscher? Hm… “Yes of course!” … wird schon stimmen…

Dann bin ich an der Reihe. Es gibt noch ein Zimmer für fünf Tage, super! Wegen des Vulkanausbruches auf Island sind viele Stornierungen eingegangen. Das kommt uns zu gute. Als wir darüber sprechen frage ich mich, ob wir hier wie geplant auch wieder abreisen können, oder ob wir hier in eine paar Tagen festsitzen – das könnte noch spannend werden!

Wir packen unsere Sachen aus dem Auto, parken hinter dem Haus und ich zeige Sandra ein wenig diesen kleinen quirligen Ort.

In einem Restaurant schieben wir uns einen Slickrock Burger mit Bacon und French Fries hinein. Dazu ein Slickrock Porter! Hier in Moab sind sie nicht ganz so verklemmt wie in Escalante, hier gibt es tatsächlich zum Burger ein Bier! Das Slickrock Porter hat es mir angetan. Eine echt dunkler guter Stoff, er könnte auch aus Irland stammen. Das schmeckt nach der langen Fahrt richtig gut.

Später im Motel falle ich wie ein Stein auf das Bett. Draußen ist es noch hell, aber ich bin total erledigt. Die Augen haben Muskelkater von alle dem was wir heute gesehen haben. Um 21h werde ich wach und bin total erledigt. Sandra sitzt seit Stunden neben mir mit dem Notebook im Bett und bastelt an ihrem BLOG. Ich muss mal gucken. Sie ist ganz stolz! Es sieht gut aus!

http://ntschotschi.wordpress.com

Die Nacht ist dann lang und unruhig. Als ich am nächten Morgen um 5h30 wach werde fühle ich mich total gerädert. Irgendwie bin ich fast froh, dass ich das hinter mir habe. Ab unter die Dusche, schnell anziehen und dann los zum Dead Horse Point…

Die Diashow zur Fahrt von Kayenta nach Moab gibt es hier.

Tag 11 – Canyonlands National Park

Nach der schlecht geschlafenen Nacht und dem frühen Aufstehen bin ich froh, dass es ein ganz ruhiges Frühstück bei Denny’s gibt. Danach geht es zu Fuß durch Moab. Ich finde ein paar schöne Trekking-Hemden mit kurzen Ärmeln. Die kann man bei den hochsommerlichen Temperaturen hier sehr gut gebrauchen. Ich kaufe 5 Hemden und kann 10% ‘Spezialrabatt’ herausschlagen!

Danach kurz ins Motel, mir ich viel zu warm – erst einmal was leichteres anziehen!

Danach geht es in den Canyonlands National Park – NORD! Am Häuschen in dem die Ranger die Eintrittskarten verkaufen sitzt ein netter Typ der mir erklärt, dass ich keinen Jahrespass kaufen sollte weil es diese Woche di Woche der Nationalparks ist! Er drückt mir eine kleine Karte und einen Plan des Parks in die Hand – prima – wir können nun eine Woche lang kostenlos in alle NPs – Super! Vielleicht kommen wir doch ohne dem ‘Annual Pass’ aus – 80 Dollar gespart!!

Es geht kreuz und quer durch den Park. Wir halten hier und da, wandern ein wenig und ich verscheuche die Vögel mit dem Geklapper meiner Fotoapparate.

Am Mesa Arch hat tatsächlich jemand Markierungen in den Fels geritzt. Genau dort stellt man sein Stativ auf und schon hat man ein tolles Foto – witzig!

Es ist stürmisch und der Himmel sieht aus als würde er die Erde gleich berühren. Später im Motel bin ich total überrascht wie cool das auf den Fotos aussieht!

Etwa um um 22h sind wir wieder im Motel, ich bin völlig erledigt. Kurz die Bilder überspielen, die Akkus ins Ladegerät legen, duschen, Zähne putzen und dann ab ins Bett. Morgen wollten wir eigentlich wieder ganz früh aufstehen – mal sehen – ich glaube nicht daran :-)

Gute Nacht!

Update

Hier habe ich noch eine kleine Track-Analyse erstellt:

Das KMZ zum selbst anschauen mit Google Earth gibt es hier.

Tag 12 – Canyonlands South

Was für ein Tag…

Ausschlafen bis 8h30, dann duschen und ab zu Denny’s zum Frühstück. Das ist inzwischen KULT und wir verabschieden uns schon mit “See you tomorrow!” Nach dem Frühstück geht es in Richtung Süden. Eigentlich wollen wir dem südlichen Teil des Canyonlands Nationalparks besuchen und dann am frühen Abend zurück nach Moab fahren um uns noch das Abendlicht am Delicate Arch zu geben. Aber dann sehen wir ein Schild das uns den Weg zum Hourglass Rock weist. Also rechts blinken und hin! Eine tolle Location an der wir viel Zeit verbringen. Dann geht es Offroad über gut befahrbare Straßen zum Needles Overlook. Für uns der schönste View Point den wir bislang gesehen haben! Auch hier verbringen wir echt viel Zeit. Danach weiter zum Newspaper Rock. Nichts großartiges, aber laut den Archäologen etwa 2.000 Jahre alt. Leider haben Generationen von Idioten ebenfalls hier herum gekratzt.

Danach geht es weiter durch ein famoses Tal voller Cottonwood Bäume zum südlichen Eingang des Canyonlands Nationalparks. Langsam meldet sich der Hunger, die Sonne steht schon tief. Wir haben schon hunderte Fotos gemacht und ich hoffe darauf, dass die kleine Bude am südlichen Eingang des Parks, von der mir Wolfgang erzählt hat, geöffnet ist. Kaum sind wir dort angekommen springt Sandra auch schon hinein. Aber es ist schon 17h55 und die Küche ist schon zu – schade! Vielleicht gibt es am Visitor Center ein Sandwich? Leider auch Fehlanzeige. Hier gibt es einfach nichts was man mit Appetit essen könnte. Also machen wir schnell ein paar Fotos und dann geht es zurück. Auf unserer Utah-Karte sehen wir eine Straße die nach einem guten Abstecher in Richtung Monticello aussieht. Also kurz vor dem Newspaper Rock rechts abbiegen. Noch 20 Meilen bis Monticello – ich gebe Gas!

Im Rückspiegel bahnt sich ein famoser Sonnenuntergang an. Nach einigen Meilen muss ich einfach anhalten. Zu schön ist die Sicht auf die La Sal Mountains bei Moab. Schnell das Stativ und die D2x aufbauen. Dann heißt es warten.

Um 20h05 packe ich ein, Enttäuschung macht sich breit. Es ist wieder einmal einfach nur dunkel geworden. Ein geniales Abendszenario wie neulich im Monument Valley gab es nicht. Es ist einfach dunkel geworden. Na, man kann nicht alles haben.

Während ich auf den Sonnenuntergang gewartet habe ist ein Auto an uns vorbei gefahren. Prima, dem folgen wir jetzt. Noch 12 oder 13 Meilen, dann gibt es endlich was zu essen!!! Die Straße geht krass bergauf. Links recht links recht, der Jeep ist ne lahme Ente. Ich gebe Gas und es passiert fast nichts. Dann der erste Schnee. Am Nachmittag habe ich Sandra noch aus Spaß gefragt ob wir nicht abends noch eine Schneeballschlacht machen sollen. Nun haben wir den Schnee links und rechts neben der Straße. Es geht weiter bergauf. Dann traue ich meinen Augen nicht, 30 cm Schnee auf der Straße und KEINE Fahrspuren. Es gibt ein paar Reifenspuren. So wie es aussieht hat hier aber ein kluger Mensch sehr schnell gemerkt, dass hier kein Durchkommen ist und dann gewendet. Wir können ihn auch sehen. Es ist der Wagen der uns eine Stunde vorher passiert hat. Es ist ein kleiner Truck mit einer Wohnkabine oben drauf. Sie stehen jetzt 100 Meter weiter unten an der Straße. Innen brennt Licht, sie wissen warum!

Sandra steigt noch aus um ein Beweisfoto zu machen. Sie stapft durch den Schnee und kann das alles kaum glauben. Zwei Fotos, danach sind die Füße nass – krass…

Was nun? Hunger haben wir wie blöde und kommen einfach nicht nach Monticello. Es hilft nichts, wir müssen umkehren. Ich schaue mal kurz auf dem GPS nach. Wir sind auf 2664 Metern Höhe. Laut Karte schon fast über den Pass, aber eben leider nur fast. Also zurück! Es ist dunkel geworden. Sandra erzählt von nächtlichen Stunden auf dem Ansitz in der Hoffnung mal ein wenig Rotwild zu sehen. Dann steht plötzlich ein Reh mitten vor uns auf der Straße – Vollbremsung – noch mal gut gegangen! Ich fahre vorsichtig weiter. Dann wieder Rehe, sie stehen hier einfach überall. Wow!

Weiter unten blendet mich ein Auto. Es kommt nicht näher und irgendwas ist komisch. Ich gehe vom Gas. Steht der auf meiner Seite?? Als wir das Auto passieren steht es auf der falschen Seite am Randstreifen mit voller Beleuchtung. Seltsam. Dann der Schreck, 100 Meter hinter dem Auto liegt ein Reh auf der Straße. Ich kann gerade noch drum herum fahren. Total konsterniert fahre ich weiter. Hat er das Reh überfahren? Steht er deshalb auf der anderen Fahrspur? Dann wieder überall um uns herum Rehe. Und Gegenverkehr, er betätigt die Lichthupe. Im Spiegel dann rote Lichter. Wir fahren langsam weiter. Kühe wechseln sich mit Rehen ab, ich sehe schon langsam Gespenster… Dann die Hauptstraße, hier sind links und rechts Zäune. Im letzten Jahr habe ich mich noch geärgert, dass hier einfach alle Straßen eingezäunt sind, nun verstehe ich sehr gut warum das so ist!

Um 22 laufen wir in Moab ein. Es geht kurz in den City Market, er hat bis 24h geöffnet. Wir kaufen etwas Brot Wurst und Käse. Später im Motel gibt es eine kleine Brotzeit. Dann schnell die vielen Fotos auf das Notebook kopieren. Akkus in die Ladegeräte und kurz was für das BLOG schreiben.

Nun ab ins Bett – es ist schon wieder 00:16 – Utah – Time…

Hier habe ich die KMZ-Datei zum selbst anschauen mit Google Earth abgelegt.

Tag 13 – Blitz und Donner im Arches National Park

Es ist wieder 08:00 als ich wach werde. Sandra ist schon wach – wie jeden Tag. Ich habe geschnarcht, sie hat kein Auge zu getan, jedenfalls die meiste Zeit nicht, also etwa eine Stunde oder so – weibliche Zeitmessung funktioniert anders als bei uns. Auf und ab unter die Dusche – tut das gut! Dann die Sachen packen und ab zu unserem präferierten Restaurant – Denny’s

Es gibt Frühstück – ich kenne die Karte inzwischen fast auswendig und stelle mir heute mal was neues zusammen.

  • Two scrambled eggs
  • Wheat Toast
  • Two sausage links
  • Yoghurt

Das schmeckt alles richtig gut und ist die ideale Grundlage für einen langen Tag im Arches Nationalpark. Da sind wir dann auch schon kurz drauf. Auch hier eine nette Rangerin die uns erklärt, dass es gerade die Woche der Nationalparks ist und dass der Eintritt kostenlos ist. Wir bekommen eine Karte und da fragt sie uns woher wir kommen. “We are from germany!” “Guten Morgen!” Dann bekommen wir von der grinsenden Dame eine deutsche Beschreibung des Parks und seiner Sehenswürdigkeiten ausgehändigt. Perfekt!

Es geht mir 35 mph durch den Park. Der Himmel ist mir schweren Gewitterwolken übersät, es sind etwa 19°C – die Laune ist gut! Das Lichterspiel ist großartig! Wir steuern die ‘Window Section” an – die habe ich im letzten Jahr nicht geschafft. Dort gibt es zwei Arches direkt nebeneinander und man kann einen dritten zusätzlich durch einen der Arches anschauen. Ein Postkartenmotiv das es hier immer wieder zu sehen gibt. Jeder hat das schon mal so fotografiert. Die Fußspuren auf den Felsen zeugen davon.

Danach geht es weiter in Richtung Delicate Arch. Dort gibt es einen 4 WD Trail den ich auch immer schon mal anschauen wollte. Also hoppeln wir über die Bordsteinkante und geben uns der gemütlichen Schaukelei hin. Anfangs ist das noch ganz witzig, aber nach dem wir ein Viehgatter passiert haben wird es echt unangenehm. Es geht rauf und runter, durch Bachläufe und über Felsbrocken. Das macht jetzt definitiv keinen Spaß mehr. Ich schaue auf dem GPS nach, der Weg führt eh nur in eine Sackgasse. Also umkehren und ein Plätzchen für ein Picknick suchen. Es gibt Baguette, Salami, Käse, Äpfel und Orangen. Dazu Wasser in größeren Mengen :-)

Dann wieder zurück, eine Stelle ist echt bedenklich – später bin ich froh dass wir sie in trockenem Zustand passieren konnten!! Sandra steigt aus und macht ein paar Offroad Fotos. Als wir am Trailhead zum Delicate Arch sind bin ich ganz froh, dass wir nicht weiter gefahren sind. Es geht in Richtung Devils Garden. Ich möchte den schönen Wanderweg zum Double-O Arch noch einmal gehen und mir die Natursteinbögen anschauen die ich im letzten Jahr nicht geschafft habe. Wir finden einen Parkplatz, schlüpfen in die hohen Wanderstiefel, packen Kameras und Wasser ein und dann geht es auch schon los.

Am Landscape Arch denke ich mir, dass ich ihn mal im Morgenlicht fotografieren möchte. Mittags blendet die Sonne wie die Hölle. Abends ist er vielleicht auch ganz gut – das könnte ich ja auch dem Rückweg ausprobieren. Es geht weiter in Richtung Double-O Arch. Sandra ist schon mal ein wenig voraus gegangen. Ich kann sie durch das Teleobjektiv oben auf einem der Felswände sehen. Später im Motel fällt mir auf, dass da überall Gesichter in den Felsen sind. Witzig sieht das aus!

Als ich aufsteige werde ich ausgiebig fotografiert – ich bin gespannt wie das aussieht :-)

Dann begutachten wir noch kurz die Einsturzstelle des ‘Wall Arch’. Dnach geht es über einen etwa zwei Meter breiten Felsgrat relativ steil nach oben. Sandra kommt damit nicht klar. Wir packen Ihre Kamera ein und ich will ihr helfen. Sie fängt an zu schimpfen und will da nicht hoch. Von oben kommen zwei junge Typen ganz flott in Turnschuhen herunter gehüpft. Eigentlich keine sehr schwierige Stelle. Ich rede ihr zu wie einem kranken Pferd, aber es hilft nichts. Irgendwann bin ich so genervt, dass mir nur noch ein “Ok, ich geh dann mal allein weiter. Wir sehen uns in zwei bis drei Stunden!” herausrutscht. Kurz drauf folge ich den Trails zum ‘Partition Arch’ und danach zum ‘Navajo Arch’. Ich fotografiere ein paar HDRs und quatsche mit einigen der anderen Wanderer. Es ist sogar eine schwangere Frau mit einem vielleicht ein Jahr alten Baby auf dem Arm dort unterwegs. Sie ist dort auch hoch gekommen. So schwierig kann es also nicht sein! Grummel…

Während ich den Navajo Arch fotografiere donnert es über mir ganz kräftig. Ich packe eine der beiden Kameras in den Rucksack. Irgendwie klappt das alles nicht weil ich den Rucksack hier nirgendwo ablegen kann. Rucksäcke sind unpraktisch!

Während dessen prasseln große Wassertropfen auf mich ein. Sie werden vom Sturm fast waagerecht durch die Luft getragen. Als die Kamera verpackt ist stelle ich mich einen Augenblick unter den Arch. Eigentlich kein schlechter Platz. Aber wie lange wird es regnen? Wo ist Sandra? Sitzt sie noch neben dem eingestürzten Wall Arch und wartet auf mich? Ist sie im Auto und spielt auf dem iPOD Solitär? Oder macht sie sich Sorgen wo ich im Gewitter abgeblieben bin? Ich bin mir sicher, sie macht sich Sorgen. Frauen haben dieses spezielle Gen, das S-Gen. Ohne das S-Gen ist das Leben manchmal einfacher, zumeist bei uns Männern. Ich ärgere mich still vor mich hin, dass sie nicht mit gekommen ist. Wir könnten jetzt hier gemeinsam ein paar Minuten warten bis das Gewitter abgezogen ist und dann zusammen zum Auto zurück wandern. Egal, ich will sie nicht warten lassen. Also geht es durch den prasselnden Regen zurück zum Auto. Der Rücken ist schnell klitschnass. Ich habe einen Fleece-Pulli dabei, den wickle ich um die D300. Sie hat gerade das lange Teleobjektiv montiert und ich bekomme sie damit nicht in den Rucksack. Wechseln kann ich es nicht, dann wird alles pitschnass – und zwar von INNEN – gar nicht gut! Die D300 hat unter der äußeren Hülle einen Gummimantel der Feuchtigkeit vom Innenleben abhält. Eigentlich sollte da nichts passieren. Der Lowe Pro Minitrecker AW hat eine integrierte Schutzhülle gegen Regen. Habe ich noch nie gebraucht, heute ist sie wirklich bemerkenswert sinnvoll!

Ein paar Minuten später klettere ich hinunter zum eingestürzten ‘Wall Arch’. Es ist nicht einfach, alles ist glitschig und ich habe echt Sorge abzurutschen und mir auf dem Sturz ein paar Knochen zu brechen. Es sind nur ein paar Meter, aber trotzdem wird es höllisch weh tun und die nicht verpackte Kamera ist danach bestimmt reif für die Mülltonne. Also GANZ vorsichtig! Teilweise auf dem Hintern, der ist eh schon nass, geht es den Felsgrat hinunter. Sandra ist nicht zu sehen! Hinter mir ist eine ganze Horde junger Wanderer. Alle sind auf dem Rückzug. Der Regel lässt nach und ein paar hundert Meter weiter zeigen nur noch ein klitsch nasses Hemd, eine nasse Hose und eine Menge kleiner Pfützen vom Gewitterregen. Ich krame die D2x wieder heraus, es ist ein Weitwinkel dran, damit kann ich schnell ein paar Pfützenfotos machen.

Dann holen mich die Wanderer hinter mir ein. Ein fragt “Are your cameras ok?” “Yes, they are made for professional use. They are ok!” “Where are you from?” I’m from germany!” “Hey cool, ich habe dreieinhalb Jahre lang Deutsch in Heidelberg studiert!”

Leute gibt es! Da reist echt ein junger Amerikaner für mehrere Jahre nach Deutschland um dort Deutsch zu lernen! Innerlich schüttle ich wein wenig mir dem Kopf, äußerlich muss ich grinsen! Wir unterhalten uns, er fragt wo ich wohne, was ich arbeite usw. Er ist froh mal Deutsch sprechen zu können. Nach einer Weile fällt mir auf, dass er auf Deutsch fragt und ich auf Englisch antworte. Very strange!! Dann geht es weiter, zum Auto sind es noch etwa zwei bis drei Kilometer. Es kommt ein zweiter Regenschauer. Ich kann nun gar nichts wegpacken. Beide Kameras werden nun richtig nass. Aber sie sind ja für den professionellen Einsatz gemacht… Hoffentlich!

Am Auto angekommen ist auch der zweite Schauer vorbei. Ich habe mich von meinem amerikanischen Freund und seiner Freundin verabschiedet. Sie hat nur gegrinst, ich denke sie spricht kein Deutsch und hat sich nur gewundert was ihr Freund da so treibt!

Am Auto treffe ich Sandra, sie ist auch nass geworden und vielleicht seit 5 Minuten hier. Sie war am Double-O Arch, oder kurz davor. Ähh, nun doch? Ja, sie war dort. Die Schmach den Felsgrat nicht hoch zu kommen wollte sie nicht auf sich sitzen lassen. Als ich weg war ist sie mir nach gestiegen. Nur bin ich zum ‘Partition Arch’ links abgebogen. So haben wir uns dann grandios verloren!

Aber die Laune ist trotzdem gut. Ich habe eine trockenes Hemd im Auto und die Hose trocknet auch schon wieder. Funktionskleidung für Wanderer hat doch viele Vorteile!

Und los geht es, es ist erst 17h und wir steuern direkt unserer Lieblingsrestaurant Denny’s an. Es gibt einen Westernburger mit French Fries und eine Dr. Pepper Cola. Das schmeckt und macht total satt! Ein paar Minuten später sind wir dann im Motel. Es werden Fotos gesichtet und der BLOG ein wenig weiter geführt. Sandra ist unterdessen beim Shopping. Ganz allein im großen Amerika! So gegen 20h ist wie dann zurück. Sie grinst wie ein Honigkuchenpferd und präsentiert mir ihre neuesten Errungenschaften. Wir haben jetzt eine Kühlbox aus Styropor. Morgen kaufen wir noch ein paar Beutel, dann können wir uns vor dem Start Eis aus der Eismaschine zapfen und haben dann den ganzen Tag über kühle Getränke – genial!

Und das beste daran, diese Kühlbox kostet gerade mal 2,25 US Dollar!!

Um 21h32 beginnt dann das Abendprogramm. Es gibt Pale Rider mit Clint Eastwood. Danach kommt Rambo :-)

Hier gibt es die Diashow des Tages.

Update um 22:45

Langsam rückt das Ende der Reise näher und wir machen uns Gedanken wie es weiter geht. Eigentlich ist es uns ja ein wenig zuwider, aber eine grobe Planung ist doch vielleicht gar nicht so schlecht.

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Wir stellen uns also ein Programm für die nächsten Tage zusammen. Es ist ‘stramm’ – ob es klappt – wir werden es sehen!

Hier die Track-Analyse des Tages:

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Wer das zugehörige KMZ selbst mit Google Earth anschauen möchte, findet es hier zum Download.

Tag 14 – Allein im Arches National Park

Sandra würde Moab gern mal in Ruhe erkunden und ein wenig das tun was Frauen am Liebsten tun – Shoppen!

Am Morgen daher das übliche Programm, duschen, anziehen und ab zu Denny’s. Sandra probiert mal die “Grits” – wir können und nichts darunter vorstellen. In der Rubrik “Build your own grand slam” kann man sich vier Dinge beliebig zusammenstellen. Meist reichen schon drei ‘Kleinigkeiten’ um satt zu werden. Also versucht sie mal die Grits. Es kommt ein großer Teller mit einer Art Milchreis. Was genau das ist können wir beide nicht sagen. Aber mir schmeckt es ganz gut. Sie mag es aber nicht und so bleibt “Nr. 4” unbeachtet zurück.

Nach dem Frühstück geht es kurz zum Family Dollar. Ich brauche was zum Rasieren. Entweder ist der Akku in meinem Rasierer kaputt oder die amerikanischen 110 Volt reichen nicht um ihn aufzuladen. Also kaufe ich ne Packung Nassrasierer – die hat John Wayne hier auch schon benutzt :-)

Danach setze ich Sandra am Motel ab und fahre weiter zum Arches National Park. So etwa um 12h30 komme ich an der Window Section an. Nach dem Sturm und dem nächtlichen Regen ist die Luft angenehm frisch, es sind etwa 13 °C. Ich habe mich etwas wärmer angezogen und will das klassische Foto von gestern noch einmal bei Windstille und gutem Licht fotografieren. Während ich durch den ersten Arch hindurch klettere rutschen mir die Wanderschuhe, unter denen reichlich nasser Sand klebt, einfach weg. Ich falle rückwärts auf den Rücken und rutsche ein Stück den Felsen herunter bis die Füße wieder halt finden. Meine schöne Nikon D2x poltert derweil den Abhang hinunter. Hin ist sie, Fels ist härter als Magnesium. Ich ärgere mich still und leise vor mich hin und bin froh, dass ich im Auto noch die Nikon D300 als Reservekamera dabei habe. Eigentlich habe ich die D300 wegen der ISO-200 für das Tele vorgesehen und die D2x wegen der guten Auflösung für das Weitwinkel. So muss ich nicht ständig im allgegenwärtigen Sandsturm die Objektive wechseln.

Das geht jetzt leider nicht mehr :-|

Ich bin total bedient und als ich endlich in Stellung für das Foto des Tages bin hat sich die Sonne so weit gedreht, dass ich beide Bögen nun im Gegenlicht sehe – massiv blöd! Also weiter zum Double-Arch. Hier will ich mal mit der Hasselblad SWC ein paar Fotos schießen. Also wandere ich die paar hundert Meter zum Double-Arch mit der D300 und der SWC. Am Arch angekommen mache ich ein paar Testbilder mit der D300 um zu sehen welche Belichtungszeit für die SWC perfekt ist. Dann kommt die SWC auf mein kleines ‘Wanderstativ’ und ich mach zwei Fotos. Kurz drauf fällt mir auf, dass ich schon wieder vergessen habe den Objektivdeckel abzunehmen. Es ist einfach total blöd wenn man nicht direkt durch das Objektiv schauen kann. Also nochmal das Ganze…

Während die SWC auf das nächste Motiv wartet versuche ich auf dem Rücken liegend mit der D300 die optimale Belichtung für das nächste Motiv zu finden. Da kommt ein kleiner Windstoß, das kleine Stativ rutscht auf dem sandigen Felsen aus und ‘Klatsch’ liegt die SWC auf der Seite. Oh je, nicht schon wieder. Heiß und kalt durchzuckt es mich. Schnell hin hechten damit sie nicht noch den ganzen Fels herunter rutscht. Im Hintergrund sagt jemand “Oh oh”… Es hat die Gegenlichtblende erwischt und an einer Kante sind ein paar Schrammen. Sie scheint den Sturz ansonsten komplett unverletzt überstanden zu haben. Es ist einfach nicht mein Tag…

Ich versuche wieder auf dem Rücken liegend den doppelten Bogen gegen den Himmel abzulichten. Irgendwann bin ich mir sicher, dass 1/125 Sekunde und Blende 11 so verkehrt nicht sind. Dann bringe ich die SWC in Position. Ein Druck auf den Drahtauslöser und NICHTS PASSIERT!!! Ach ja, der Schieber – schon wieder vergessen. Also den Schieber raus, den Drahtauslöser drücken und NICHTS PASSIERT!!! Ich kriege langsam die Krise – ist das Ding nun auch kaputt? Nein ist sie nicht, der Film ist mal wieder voll…

Also Magazin raus und vorsichtig einen neuen Film einlegen. Bei all dem Sand und Wind hier ist das gar nicht so einfach.

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Im letzten Jahr habe ich etwa 900 Kleinbild-Dias geschossen. Davon ist etwa die Hälfte mit langen Kratzern aus dem Labor zurück gekommen. Keine Ahnung ob es der Sand im Gehäuse oder in Problem im Labor war. Jedenfalls sind die meisten Dias des letzten Jahres verschrammt. Ob das mit den Rollfilmen aus der SWC auch passiert? Als der Film geladen ist mache ich meine Bilder und klettere noch ein wenig in den Felsen herum. Dann ist es 16:00 – eigentlich wollte Sandra jetzt anrufen. Aber mein Handy findet hier draußen wieder einmal kein Netz. Also schnell ins Auto und zurück zum Motel – bevor das S-GEN zuschlägt.

Um 16h20 bin ich dann am Motel. Sandra ist auch schon dort. Sie hat aber keine Lust noch einmal mit in den Park zu fahren. Also tanke ich meine Bilder auf dem Notebook ab und putze erst einmal in Ruhe die D300. Sie ist jetzt meine “Hauptkamera”. Und sie hat trotz aller Vorsicht und trotz Ultraschall-Sensorreinigung diverse kleine schwarze Punkte auf allen hellen Flächen.

Also Eclipse und Sensor-Swabs aus dem Koffer kramen. Das habe ich aus dem letzten Jahr gelernt, man sollte etwa für die Reinigung des Kamerachips dabei haben! Im letzten Jahr habe ich es mit Q-Tips und Alkohol versucht, das war alles Blödsinn und hat mir den letzten Nerv geraubt. Nun mache ich es richtig und nach zweimal Wischen ist der Chip auch schon wieder blitz blank.

Dann geht es wieder los. Es ist 18h15 und um Punkt 20h soll laut GPS am Delicate Arch die Sonne untergehen. Ich beeile mich so gut es geht. Am Trailhead schnell den Rucksack schultern. Er ist eigentlich zu schwer und ich habe sicher wieder viel zu viel dabei – ach egal. Andere Leute gehen ins Fitnessstudio – ich trage Kameras und Objektive.

Der Weg hoch zum Delicate Arch kommt mir sehr bekannt vor. Kleine Steinmännchen markieren den Weg. Es geht teilweise steil bergauf. Es ist kühl und mir wird trotzdem warm. Unterwegs überholen mich drei junge Fotografen. Sie sind richtig in Panik und haben Sorge, dass sie zu spät oben ankommen könnten. Fast im Laufschritt hechten sie den Berg hinauf. Ich lasse es ruhiger angehen. Zum Einen habe ich mehr Gepäck auf dem Rücken und zum anderen bin ich fast so alt wie die drei Typen zusammen. Also ganz ruhig.

Als ich oben ankomme sind die drei schon voll beschäftigt. Ihnen läuft beim Fotografieren der Schweiß den Nacken herunter. Ich ziehe mich erst einmal um. Es ist total praktisch wenn man ein trockenes zweites Hemd dabei hat!

Danach wird die Kamera aufgebaut. Pünktlich zum Sonnenuntergang geht es los. Ein paar Bilder von links, von rechts, im Gegenlicht. Dann ist die Show vorbei. Alle packen ein, bis auch mich. Während ich mir die Szenerie so anschaue beginnt der Delicate Arch plötzlich ganz kurz intensiv rot aufzuglühen. Darauf hatte ich gehofft. Während meine Kamera klappert kramen alle anderen hektisch in ihren Fotorucksäcken. Sie sind zu spät – der Spaß hat nur einige wenige Augenblicke gedauert.

Ich bleibe noch ein wenig und schaue wie der Mond aufgeht und sich die Sterne zeigen. Danach geht es im Mondlicht mit der neuen Taschenlampe den Berg hinunter. Es ist teilweise nicht ganz einfach den Weg zu finden. Es gibt zwar Steinmännchen aber die stehen teilweise weit auseinander. Zwischendurch daher immer mal wieder der Blick auf das GPS. Ich bin auf dem richtigen Weg. Dann ein paar hundert Meter vor dem Parkplatz gehen die Batterien im GPS zur Neige. Egal, ich bin ja schon fast da.

Im Auto angekommen bin ich der Vorletzte. Später sehe ich ein paar Scheinwerfer hinter mir, da ist jemand noch länger geblieben als ich. Am Auto ist das Hemd vom Aufstieg wieder trocken – ich kann wieder wechseln – sehr praktisch!!

Um 22h bin ich dann am Motel, Sandra wartet schon! Bei Denny’s gibt es einen “Classic Burger” – der ist gut und macht so richtig satt. Später im Motel dann die Bilder sichern, Akkus aufladen, bloggen und schon ist es wieder 0:15 – die Zeit vergeht hier irgendwie schneller als in Deutschland…

Gute Nacht!

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So sieht die Wanderung hoch zum Delicate Arch aus:

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Ab dem kleinen ‘Kringel’ im rechten Drittel geht es zu Fuß den Berg hinauf.

Das KMZ dazu habe ich hier abgelegt. Wer mag kann es ja mal mit Google Earth öffnen und selbst schauen wie es da aussieht.

Tag 15 – La Sal Mountains und Colorado

Früh am morgen springe ich aus dem Bett um den Patzer des vorherigen Tages wett zu machen – endlich den klassischen Schuss an der Window Section im Arches National Park. Gestern war ich zu spät und habe dann auch noch aus Versehen meine schöne neuwertige Nikon D2x verschrottet…

Heute bin ich früher da! Zusammen mit einem Bus voller Schulkinder treffe ich um etwa 9h am Trailhead zur Windows Section ein. Alles ist gut, ich wandere rüber und achte beim Klettern durch den Arch penibel darauf nicht wieder auszurutschen. Als ich meine Kamera am richtigen Standpunkt aufgestellt habe sind die Schulkinder auch so weit… Mist – überall kleine Jungs und Mädchen in bunt Klamotten. Als sie mich sehen klettern sie sogar zu mir herüber. Der Lehrer schreit sich die Seele aus dem Leib, er hat die berechtigte Sorge, dass es den Kids so gehen könnte wie meiner D2x.

Nach etwa 30 Minuten ist der Spuk vorbei – nach sehr langen 30 Minuten!! Ich schieße ein paar HDRs und packe ein. Da fällt mir die Hasselblad SWC ins Auge, schnell mal raus aus dem Rucksack – die Perspektive passt recht gut zum festen Blickwinkel der Kamera. Also schnell das Schweizer Messer auspacken und den kleinen Schwalbenschwanz für den Schnellverschluss des großen Stativkopfs an die SWC anschrauben. Dann mit der D300 die Belichtung messen – bei ISO – 100 – dann die Zeit verdoppeln damit sie zum Velvia 50 passt. Es kommt die alte Formel heraus: Blende 8 – die Sonne lacht! Warum Matrixmessung mit zigtausend Motiven und jeder Menge Trallala wenn es doch immer wieder Blende 8 bei ISO-50 und 1/125s ist? Scheint die Sonne etwa heller ist es Blende 11…

Ok, die Kamera in Position gebracht, drei Schüsse mit Blende 8 und jeweils einer halben Blende drunter und drüber – Sicher ist Sicher!! Dann fällt es mir auf – in der Hektik habe ich schon wieder vergessen den Deckel vom Objektiv zu nehmen – verflucht – und das wo die Filme so teuer sind. Aber das letzte Bild ist zu retten – Schieber rein – Magazin ab – Verschluss spannen – Magazin wieder dran, Deckel ab, Schieber raus, auslösen – es sind nur zwei Bilder in tiefes Schwarz getaucht…

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Danach schnell zurück zum Motel. Es dauert 45 Minuten, Sandra wartet schon. Es geht wieder mal zu Denny’s – das Frühstück ist dort einfach das Beste! Danach geht es in Richtung Süden, mal sehen was passiert. In Monticello wollen wir etwas essen, es gibt aber nichts. In eine Abajo Trading Post kauft Sandra eine kleine Spange für eine Halstuch. Dann geht es über die 141-te Straße in Richtung Colorado. Wir sind begeistert von der bunten Vielfalt dieses Bundesstaates. Sandra ist jetzt auch klar wie die HARIBO Colorado-Mischung ihren Namen erhalten hat.

Irgendwann sind wir dann auf der 90-ten Straße in Richtung Moab. Gegen 20h laufen wir im Motel ein. Das Auto ausräumen und dann los zu Jay’s Pasta – dem besten Italiener hier am Ort! Es gibt einen Rotwein aus dem Castle Valley – da sind wir morgens dran vorbei gefahren! Es ist ein vorzüglicher Rotwein namens “Castle Valley Outlaw” – 36$ kostet die Flasche. Dazu gibt es Pizza – einmal Small – einmal Medium – mach 80 Dollar – Uff…

Überall knattern die Hotrods und frisierten Oldtimer durch die Gegend – morgen ist hier die große Party!

Nun aber ab ins Bett – es ist schon wieder 0h25…

Ok, noch schnell die Streckenanalyse…

Und wie immer gibt es hier das KMZ zum selbst gucken.

Tag 16 – False Kiva

Auf unserer gestrigen Rundfahrt durch Castle Valley, die La Sal Mountains, Monticello und Colorado haben wir viel schlechtes Wetter und dicke fette Regenwolken gesehen. Heute ist das alles schon wieder vergessen. Morgens müssen wir kurz umziehen. Wir haben drei Tage verlängert und die letzten beiden Tage verbringen wir im Zimmer 22 statt im Zimmer 17. Also schnell duschen und alles zusammen packen. Dann rüber auf die andere Seite. Einen Kühlschrank bekommen wir auch nicht – prima!

Danach geht es wieder zu Denny’s. Dort ist es brechend voll, es gibt sogar eine Warteliste. Als jemand bezahlt wird der nächste Gast von der Warteliste aufgerufen. Wir schauen uns tief in die Augen und gehen wieder. Zehn Minuten später kaufen wir uns im City Market zwei Sandwiches, etwas Brot, Käse und Wurst. Dann noch zwei große Kaffee bei Starbucks. Das wir ein mittleres Drama weil es bei Starbucks scheinbar nicht einfach nur einen Kaffee gibt. Zudem ist gerade die Rolle der Kasse ausgegangen und die Mitarbeiterin bekommt ihre Kasse nicht wieder in Gang. Schließlich haben wir zwei riesige Pappbecher mit Kaffee. Der ist aber so stark, dass man ihn eigentlich nicht trinken kann. Milch passt auch keine hinein weil die Becher randvoll sind. Letztlich landet so Kaffee für etwa fünf Dollar in der Mülltonne :-|

Wir fahren in den Arches Nationalpark. Das Licht ist großartig und die Stimmung ist super. Es sind lässige 19°C – die Sonne scheint und die La Sal Mountains haben frischen Schnee. Es geht direkt zum Delicate Arch Trailhead. Dort ist die Hölle los! Aber wir finden mi Glück sofort einen Parkplatz. Wanderschuhe anziehen, alles auspacken was wir nicht brauchen und los geht es. Der Aufstieg ist wieder mal eine echt anstrengende Angelegenheit. Aber es sind auch Familien mit kleinen Kindern unterwegs. Das ganze Szenario hat einen Charakter wie ein Volksfest. Nach etwa 45 Minuten erreichen wir den Delicate Arch. Es ist richtig was los dort oben. Ein Würstchenbude würde hier bombastische Umsätze erzielen. Wir machen alle Fotos die wir brauchen und nach einer Stunde geht es wieder an den Abstieg. Diesmal im schönen Sonnenlicht und ganz ohne Taschenlampe!

Sandra hat die falschen Socken angezogen, statt dicker gepolsterter Wandersocken relativ dünne Baumwollsocken. Die rollen sich in den schönen neuen Wanderschuhen auf und schaben an der Verse. Ein Fuß ist wund gelaufen, sie humpelt und es tut sichtbar weh. Im Motel haben wir Blasenpflaster. Im letzten Jahr hatte ich das auch alles dabei, gebraucht habe ich es nicht. Solange die Wanderschuhe perfekt sitzen und man richtig dicke Wollsocken trägt die für längere Wanderungen gemacht sind ist alles im grünen Bereich!

Als wir am Auto sind gibt es eine ausgiebige Brotzeit mit den frischen Sachen aus dem Moab City-Market – lecker!

Dann zurück zum Adventure Inn. Kurz vor Moab staut sich der Verkehr, es ist Classic Car Convention. Überall stehen frisierte Hot-Rods und knattern unglaubliche Autos durch die Gegend. Gut, dass unser Motel direkt am Ortseingang ist! Ich habe ein Stunde, dann geht es wieder los. Ab zur False Kiva. Die Route habe ich bei www.gpsies.com gefunden. Die Anfahrt zur False Kiva dauert etwa eine Stunde. Dann fahre ich ein wenig hin und her bis ich den Startpunkt gefunden habe. Schnell packe ich alles aus was ich nicht zu brauchen glaube. Eigentlich braucht man in der False Kiva nur ein Superweitwinkel. Das große Tele bleibt im Auto, der Teleconverter und ein paar andere Dinge auch. Aber die Hasselblad SWC darf mit!

Zu Fuß geht es los, ich suche den Anfang des Trailheads. Das GPS braucht ein wenig Bewegung bis es mir genau sagen kann wie es lang geht, ich laufe natürlich erst einmal in die falsche Richtung, aber nur ein paar Meter. Dann geht es querfeldein auf der Suche nach dem korrekten Trail. Ich finde ihn mach etwa 800 Metern. Es geht auf und ab und ich nähere mich zielstrebig einem größeren Abhang. Auf der rechten Seite kann ich die Höhle dann sehen, es geht durch Geröll abwärts, unterhalb der Höhle vorbei und dann steil nach oben in die Höhle hinein. Als ich in der False Kiva ankomme sind schon zwei Amerikaner dort und machen ihre Fotos. Sie sind supernett und wir quatsche, viel.

Der Himmel ist relativ langweilig. Es ist einfach ein schöne Blau, aber ohne alle Wolken. Ich mache trotzdem hunderte Fotos. Wer weiß, ob man hier im Leben noch einmal hinkommt?

Irgendwann ist dann die Hasselblad an der Reihe, ich belichte zwei Filme – 24 Fotos – diesmal denke ich sogar daran den Objektivdeckel abzunehmen!!

Dann kommt in Pärchen zur False Kiva hoch gestiegen. Sie setzen sich mitten in die alte indianische Rundung aus Stein und öffnen eine Flasche Wein. Nun sind sie auf allen Fotos. Eigentlich wollen sie den Sonnenuntergang hier genießen, wir würden aber gern Fotos ohne Touristen mit Weingläsern machen. Als ich anfange ihnen zu erzählen, dass ich ihre Haut in Photoshop rot und ihre Haare schwarz einfärben werden, damit sie wie “Native Americans” aussehen, verstehen sie und ziehen wieder ab. Wir packen kurz drauf zusammen und wollen gerade los, als die Klippen vor der False Kiva anfangen intensiv rot im letzten Abendlicht aufzuglühen. Schnell die Kameras wieder raus! Um 20h ist die Herrlichkeit vorbei. Der Reisecomputer im GPS hat den Sonnenuntergang heute für exakt 20h vorausgesagt – perfekt!

Inzwischen haben Allan und ich unsere Daten ausgetauscht. Gemeinsam machen wir uns im letzten Abendlicht auf den Rückweg. Als wir sein Auto erreichen ist es dunkel. Wir sind einfach dem Trail gefolgt, haben uns über Gott und die Welt unterhalten und dabei habe ich gar nicht bemerkt, dass ich an meinem Auto vorbei gelaufen bin. Allan nimmt mich ein paar hundert Meter mit. Wir tauschen noch eine Visitenkarte aus und dann geht es wieder los. Allan will morgen am Dead Horse Point fotografieren. Er macht es richtig! Im Morgenlicht fotografieren, dann frühstücken, dann Mountain Bike fahren und dann das Abendlicht ausnutzen!

Als ich im Motel ankomme ist es 21h30 – ich bin todmüde und muss erst einmal unter die Dusche – das tut gut. Danach kurz bloggen und die Bilder auf das Notebook kopieren.

Mehr geht gerade nicht denn das Motel ist ausgebucht und scheinbar surfen gerade alle wie die Weltmeister! Gestern konnte Sandra noch “Alarm für Cobra 11” via Internet anschauen, heute tropfen die Bits aus der Antenne – man kann nicht alles haben.

Hier noch mein ‘Bild des Tages’

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Also ab ins Bett – ciao!

Tag 17 – False Kiva Reloaded

Es ist Sonntag und die meisten Freaks werden im Laufe des Tages mit ihren ‘Classic Cars’ wieder nach Hause fahren. Da werden sie ein Jahr lang werkeln und schrauben und im nächten Jahr wieder an der Parade der verrücktesten Autos teilnehmen.

Wir würden gern bei Denny’s frühstücken, aber es ist brechend voll. Aber wir finden was, es gibt bei JAX ein gutes Frühstück. Danach kurz im City Market einkaufen – der hat auch am Sonntag geöffnet! Anschließend geht es zum Dead Horse Point, Sandra kennt dieses schöne Fleckchen Erde noch nicht. Dann weiter zur False Kiva. Gestern war der Himmel ein wenig langweilig, heute verspricht er schönere Bilder. Auch war ich gestern ein wenig spät an dieser kleinen Höhle. Etwas früher am Nachmittag scheint die Sonne direkt von oben hinein, das sieht auch gut aus.

Sandra hat die rechte Ferse schlimm wund gelaufen, aber sie beißt die Zähne zusammen. Als sie schließlich sieht wie es auf den letzten paar hundert Metern auf und ab geht gibt sie unter Schmerzen auf. Sie will warten bis ich zurück bin. Also los, unterwegs treffe ich eine Familie aus Denver. Sie fragen ob ich schon mal hier war. Klar war ich das, erst gestern! Ich kenne den Weg – folgt mir einfach! In der False Kiva treffen wir dann noch zwei Typen die auch fleißig fotografieren. Einer von ihnen ist Allen Johnson und wir haben vieles gemeinsam, wir mögen keine Locations an denen sich regelmäßig hunderte Fotofreaks versammeln. Wir unterhalten uns lebhaft und es macht großen Spaß. Alle haben wieder irgendeinen Verwandten oder Bekannten in Deutschland. Die Welt ist ein Dorf!

Nach und nach wandern sie alle zurück, ich bin der Letzte, abschließen muss ich nichts, es gibt ja keine Türen. Sandra treffe ich später auf dem halben Weg zum Auto. Jeder Schritt tut weh, trotz Blasenpflaster aus dem City Market. Aber morgen müssen wir ja nicht viel laufen, morgen werden wir im wesentlichen mit dem Auto unterwegs sein. Morgen geht es weiter nach Escalante!

Hier noch ein paar Fotos des Tages:

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Und noch einer meiner Flag-Shots:

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Hier gibt es eine GPX-Datei für alle die mal selbst zur False Kiva wandern wollen.

Hier ist noch eine KMZ-Datei die man mit Google Earth öffnen kann, um sich den Weg von Moab zum Dead Horse Point und zur False Kiva anzuschauen. Da die False Kiva eine Höhle ist, hat dort das GPS keinen Empfang mehr! Daher sieht der Track gegen Ende ein wenig ‘wirr’ aus. Ist aber kein Problem, wenn man den Abstieg zur Höhle gefunden hat geht man über den Felsvorsprung unterhalb der Höhle bis zum gegenüberliegenden Ende und steigt dann vorsichtig durch Schutt und Sand zu False Kiva auf. Es gibt eine Reihe von ‘Steinmännchen’ (Waypoint-Marker) die bei der Orientierung helfen.

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Der Dead Horse Point:

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Tag 18 – Moab nach Escalante

Es ist mal wieder 08:20 – draußen ist es hell und ich will eigentlich noch gar nicht aufstehen. Aber was sein muss das muss sein! Also ab unter die Dusche, auch wenn es weh tut. Etwa eine Stunde später ist alles ins Auto gepackt. Sandra geht das ständige Wechseln der Motels langsam auf die Nerven. Aber das ist der Preis den man für die vielen schönen und so unterschiedlichen Eindrücke zahlen muss.

Wir verabschieden uns von der Chefin und dann geht es erst einmal zur Zions Bank am anderen Ende des Ortes. Sandra tauscht hier ihre letzten Euros in Dollar um. Das geht entweder in Kanab oder in Moab. In Page und Kayenta war es nicht möglich! Der Umtausch kostet 5 Dollar.

Ich belaste meine Kreditkarte mit 500 Dollar, das Geld geht hier weg wie nix…

Dann fahren wir zu Denny’s – endlich ist es nicht mehr so voll wie an den letzten Tage. “Hi Amy, how are you today?” “Hi folks, how are you, nice to see you again!!” Amy ist echt nett und wir halten ein langes Schwätzchen. Der Kellner mit dem wir gestern bei Denny’s gesprochen haben hat auch Bekannte in Deutschland. Es ist schon witzig, immer wieder geht es mir durch den Kopf: “Everybody has some roots in germany!” Amy hat auch bekannte in Deutschland. Total überrascht ist sie, als wir ihr erklären, dass es in Deutschland keinen “Refill” für Kaffe gibt. Trinkt man in einem deutschen Café zwei Tassen Kaffee, so muss man auch zwei Tassen bezahlen. Hier zahlt man 1,99 Dollar und dafür gibt es Kaffee bis zum Abwinken. Eine feine Sache, Amy ist richtig entgeistert. Keinen Refill in Europa – sowas…

Mit “Build your on grand slam” kenne ich mich inzwischen ganz gut aus. Heute gibt es zwei Rühreier: “Two Scambled Eggs” und zwei kleine Brötchen die man gut mir dem Ei belegen kann. Die nennt man hier “English Muffins” – keine Ahnung warum, mit Muffins haben diese Dinger wirklich gar nichts zu tun! Dazu gibt es zwei kleine Würstchen. Die heißen hier “Sausage Links” und schmecken recht gut. Dazu dann noch ein “Premium Item” – “Granola with Milk”. Das ist eine Art Müsli, auch ganz lecker. Dazu noch ein kleines Glas Orangensaft. Fertig ist ein Frühstück das nicht sehr teuer ist und lange satt macht.

Nach dem Frühstück gibt es noch ein wenig Smalltalk mit Amy und dann fahren wir los. Es ist etwa 10:30 – bis nach Escalante sind es etwa 390 Km – Luftlinie zwischen den Orientierungspunkten im GPS.

Die Fahrt macht Spaß, es sind lässige 19°C und die Landschaft ändert sich ständig. Irgendwann biegen wir links ab und dann geht es in Richtung Capitol Reef National Park. Die gut geteerte Straße geht bald in einen holprigen Schotterweg über. Links und recht sehen wir blühende Wüstenlandschaften die an Horizont von verschneiten Bergen gesäumt werden. Das ist einzigartig und wirklich grandios.

Dann biegen wir rechts ab und nun beginnt der Burr Trail. Es geht in engen Serpentinen steil bergauf. Uns begegnet ein Gruppe cool aussehender Motorradfahrer mit richtigen Cross-Maschinen. Sie halten auf halbem Weg an und fotografieren sich gegenseitig, ob es Japaner sind? :-)

Oben angekommen machen wir auch ein paar Fotos und dann geht es weiter nach Escalante. So gegen 16h kommen wir am Circle-D Motel an. Es ist noch ein Zimmer für 5 Tage frei. Es hat jemand wegen des Vulkanausbruches auf Island abgesagt, ein Typ aus Deutschland. Ob es Wolfgang war der seine Reise am letzten Dienstag stornieren musste?

Wolfgang, liest Du das hier? Haben wir Dein Zimmer?

Nachdem wir alles ausgepackt haben geht es in das Restaurant am Circle-D. Im letzten Jahr war es eine Großbaustelle, in diesem Jahr ist es ein richtig schönes neues Restaurant. Die Kellnerin ist sowas von nett. Es gibt sogar einen wirklich exquisiten Rotwein aus dem kalifornischen Weingut Fetzer – einen Cabernet Sauvignon – der kostet hier nur 19 Dollar und er ist wirklich vorzüglich – und DAS IN UTAH!!

Dazu gibt es einen leckeren “1/3 Pound Burger”. Sandra bestellt etwas mit Fisch, es ist eine Empfehlung der Kellnerin und sie wird kurz darauf sehr zufrieden sein!! Mein Burger ist auch super. Es gibt danach noch Blaubeerkuchen und einen Espresso. Hier geht es uns gut! Wir machen einen kleinen Spaziergang durch das Dorf. Vorbei an den niedlichen alten Häusern die immer noch zum Verkauf stehen und die langsam aber sicher zu verfallen scheinen.

Zurück im Motel sind wir froh über die tolle schnelle Internet-Anbindung im Circle-D. Eine Nacht kostest hier für zwei Personen 65 Dollar plus etwa 10% Steuern. Das Zimmer hat zwei große Betten, einen Fernseher, einen großen Kühlschrank und eine Mikrowelle – Herz was willst Du mehr?

Während im Fernseher GAC läuft schreiben wir an unseren BLOGs. Auf diesem Fernsehsender läuft mit ein paar Werbepausen rund um die Uhr richtig nette Country-Musik.

Wir sind angekommen!

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Tag 19 – Lower Calf Creek Falls

Um 6:25 werde ich wach, eigentlich 5 Minuten zu früh, aber egal. Ab unter die Dusche. Um 7:35 sind wir im Saloon um die Ecke zum Frühstück. Es gibt zwei Scrambled Eggs, Bacon, Hushbrowns, Toast, Jelly und Coffee bis zum Abwinken. Dann los zum Camping Platz am Calf Creek. Die Anfahrt klappt wie im Schlaf, ich kenne es noch alles sehr gut vom letzten Jahr. Abends zuvor habe ich mir noch den Track den ich im letzten Jahr aufgezeichnet habe auf mein GPS kopiert. So kann nichts mehr schief gehen.

Am Parkplatz angekommen stehen erst zwei Autos dort, wir sind richtig früh dran. Das ist auch gut so! Im letzten Jahr habe ich mir viel Zeit gelassen und bin erst so um 14h bei den Lower Calf Creek Falls angekommen. Damals lagen sie schon halb im Schatten, das sollte heute nicht wieder passieren. Also schnell rein in die Wanderschuhe. “Du ziehst Wanderschuhe an?” “Ja warum nicht? Es ist zwar ein sehr einfacher Wanderweg, aber da spüre ich nicht jeden einzelnen Stein!” Sandra hat immer noch Probleme mit der wund gelaufenen rechten Ferse, sie hat ein Blasenpflaster drauf geklebt. Es schmerzt aber trotzdem, sie zieht ein paar Trekking-Schuhe an.

Es geht los, nach ein paar Metern sind wir an der rostigen Blechklappe mit der Liste der Wanderer und ein paar Bleistiften drin. Wir tragen uns brav ein. Dann geht es richtig los. Sandra geht vor, sie kann nicht so schnell weil der Fuß weh tut. Sie hört Musik und sagt keinen Ton. Nach einer halben Stunde frage ich mal ob alles ok ist. “Wenn ich vorher gewusst hätte was das hier für ein Scheißweg ist hätte ich die anderen Schuhe angezogen.” Hui, da ist jemand schwer sauer, besser nichts sagen und schweigend weiter gehen. Der Wanderweg ist super (meine ganz private Meinung), alles ist grün, die Luft ist angenehm frisch, es sind 19°C und ich genieße die schöne Landschaft. Sandra kämpft sich schweigend voran, ihre Schuhe habe auf dem sandigen Boden keinen “Grip”. Sie ist schwer sauer.

Ich versuche sie aufzumuntern und gebe hin und wieder mal Hinweise laut GPS wie nah wir dem Wasserfall schon sind. Nichts hilft, sie ist richtig stinkig. Weiter geht’s…

Dann treffen wir einen Wanderer mit einer Canon und einem riesigen Stativ, er ist schon auf dem Rückweg. Ich frage ihn ob er die Bilder machen konnte die er sich vorgestellt hat und ob das Licht gut war. Er sagt, es sei vor 15 Minuten noch gut gewesen. Vielleicht meint er es anders, bei mir kommt an “Ansgar Du musst Dich jetzt echt beeilen wenn Du noch ein schönes Foto machen willst!”. Sandra tut der Fuß weh, es geht langsam voran. Kurze Besprechung der Lage, dann habe ich grünes Licht schon mal vorzustürmen. Ich gebe Gas. Nach einer viertel Stunde bin ich dann am Wasserfall. Alles ist gut, die Luft ist kühl und klar, es ist hier viel kühler weil der Wasserfall viel kühles Wasser verspritzt. Mein Hemd ist nassgeschwitzt. Gut, dass ich immer ein Reservehemd dabei habe! Schnell umziehen. Es ist so frisch, ich bin froh eine Fleece-Weste dabei zu haben.

Schnell die Belichtung mit der D300 bestimmen und dann einen Film mit der Hasselblad SWC verknipsen. Da kommt Sandra auch schon. Ich knipse hier, sie dort. Bloß nicht an stupsen sonst explodiert sie und da ist man besser nicht in der Nähe!

Als der Film voll ist treffen wir uns an meinem Rucksack. Sie hantiert mit ihrem Stativ herum. “Das was Du mir eben mit der Blende gesagt ist ist totale Kacke alle Bilder werden schwarz.” Oh je, es ist echt schlimm. Ich schaue mal nach. Ihre Kamera steht auf A – A wie Aperture Priority – so nennt Nikon das. Blendenpriorität. Man wählt die Blende vor und die Kamera stellt dann die passende Belichtungszeit ein. Möchte man die jeweils längst mögliche Belichtungszeit haben, wählt man die kleinste Blende. Ist eigentlich ganz einfach. Doch Sandra hat mich falsch verstanden. Statt die kleinste Blende im Modus ‘A’ einzustellen, hat sie auf ‘A’ gestellt und dann die Belichtung mit der +/- Taste krass runter geregelt. Daher werden alle Bilder ‘schwarz’. Das ist kein Wunder, aber es ist schnell behoben. Ein paar schnelle Drehungen und schon belichtet die D3000 mit 1/25s bei Blende 22 – geht doch!

Nun noch das Stativ und den Infrarotauslöser aktivieren. Dann das nächste Problem, sie findet das Menü für die Aktivierung des Infrarotauslösers nicht. Ich muss auch suchen, die D3000 ist irgendwie schon anders als meine D300. Dann habe ich es gefunden “Aufnahmebetriebsart’ heißt das Menü. Infrarotauslöser mit zwei Sekunden Vorlaufzeit. Prima, Sandra strahlt ein kleines bisschen, endlich!

Ich mache ein paar Fotos mit meiner kleinen USA-Flagge. Als ich gerade fertig bin kommt ein Ehepaar die mich fragen ob ich sie nicht mit seiner Kamera fotografieren kann. Er hat eine Nikon, ich kann! “Do you wan’t to have my signature flag?” Sie grinst und wedelt mit meiner kleinen Fahne. Ich  mache ein paar Fotos und sie sind ganz glücklich.

Wir machen uns an den Rückweg. Alle paar Minuten kommen uns Wanderer entgegen, es wird jetzt richtig voll! Gut, dass wir so früh dort waren! Aber es gibt neue Probleme. Das Wasser aus der Wasserflasche ist nicht mehr in der Wasserflasche und muss jetzt woanders hin. Nur kommen uns ständig Leute. Sandra wird langsam garstig, sie muss mal und kann nicht – hochgradig blöde Situation – jeder kennt sie – niemand schreibt oder spricht mal drüber – ist eben echt blöd.

Dann eine kleine Nische. ich kriege den Fotorucksack und muss versprechen jeden Wanderer in ein Gespräch zu verwickeln. Es kommt niemand, die Mine hellt sich wieder auf. Es geht weiter. Uns kommen die lustigsten Leute entgegen, kleine schlecht gelaunte Jungs, schwangere Frauen, alte Opis, alte Omis. Ein Wanderer fragt mich wie weit es noch ist. Als ich ihm sage, dass er die Hälfte des Weges schon geschafft hat ist er nicht glücklich. Dann die Frage “Hat der Wasserfall wenigstens Wasser?” Ja das hat er und es sieht alles richtig gut aus. Er wandern schwitzend weiter.

Sandra kämpft sich wortlos den sandigen Weg entlang. Ich will sie aufmuntern und stelle ihr einen Besuch des “Kiva Koffeehouse” (Die schreiben sich wirklich so) in Aussicht. Das hilft! Als wir am Campingplatz ankommen gibt es kaltes klares Wasser. Sandra würde sich am liebsten barfuß in den Bachstellen. Aber so kann sie erst einmal die Arme und Hände abkühlen. Als wir einpacken fällt mir diese kleine Kiste auf.

Mist, wir haben schon wieder vergessen uns zu registrieren und die 10 Dollar für den Permit zu bezahlen. Und dann läuft da noch ein Ranger herum. Aber es ist alles ok, kein Ticket hinter dem Scheibenwischer! Es geht los zum Koffeehouse. Doch das hat zum, es ist Dienstag. Blöd, massiv blöd!

Der Himmel hat sich inzwischen zugezogen, es ist windig und Wolken ziehen auf. Die Wettervorhersage hat Sturm, Regen und Schnee angekündigt. Escalante liegt sehr hoch! Während wir uns Escalante nähern ein schneller Blick auf die Uhr. Es ist fast 14h, eigentlich eine gute Zeit für ein Mittagessen. Warum nicht mal mexikanisch? Es geht kurz in den Supermarkt, dann bringen wir frisches Obst usw. ins Motel und steuern das kleine Restaurant an, ich glaube es heißt Georginas Corner. Dort gibt es frisch gemachte Nachos mit einer tollen scharfen Sauce. Dazu mexikanische Cola und zwei Burritos mit Hühnchen und einem kleinen Salat. Lecker! Sandra ist begeistert, der Tag ist gerettet! Nach dem Essen eine kleine ‘Rundreise’ durch Escalante – Häuser anschauen. Dann in der Tankstelle 12 Falschen Bier kaufen – wir sind und Utah – es gibt trotzdem leckeres Bier hier :-]

Witzig die kurze Konversation mit dem Tankwart. Er erzählt auch, dass hier ein Sturm erwartet wird. Dann schaut er auf die 6 Flaschen Corona und die 6 Flaschen Amber Bock Beer und sagt mir, dass es eine gute Idee ist sich zu Hause auf’s Sofa zu setzen, Bier zu trinken und Fernsehen zu schauen. Wir verstehen uns auf Anhieb :-) Es geht zurück zum Motel.

Der Klamottenladen hat geöffnet!!! Ok, wir fahren zum Motel, packen das Auto aus und Sandra fährt zurück zum Laden. Während ich an meinem BLOG schreibe kauft sie ein paar witzige Klamotten. Als sie wieder zurück ist hat sich der Himmel weiter zugezogen aber ihre Mine hat sich sichtbar aufgehellt. Sie ist richtig aufgekratzt weil sie so schöne Anziehsachen gefunden hat.

Kurz drauf sitzen wir auf den Betten und schreiben an unseren BLOGs. Im Fernsehen läuft Bonanza und ich höre auf meinem iPOD Musik von Dredg – @FABIAN: Danke für diesen Tipp!!

Meine Bilder des Tages:

Hier noch ein Bild, das die Größe des Wasserfalles sehr schön zeigt.

Hier der Track in Google Earth:

Hier ist der Track zum selbst anschauen mit Google Earth.

Das Bier tut seine Wirkung, um 18h bin ich platt und schlafe komplett angezogen auf dem Bett ein. Etwa zwei Stunden später werde ich wieder wach, draußen ist es kalt und fies. Sandra ist auch noch wach. Die Internet-Anbindung im Circle-D funktioniert gut, Sandra kann sich auf dem Notebook online Alarm für Cobra 11 – oder irgendwas anderes anschauen – ich kenne mich nicht aus weil ich kein Fernsehen schaue.

Ich spiele mit dem iPOD und finde bei iTunes ein drittes Album der Gruppe ‘Dredg’ – kostest 10 Euro – dauert ein paar Minuten – sehr praktisch. Dann lief gestern via Satellit immer mal wieder Fireflies von Owln City – das ist ein Wurm der tief im Ohr steckt – gibt es auch bei iTunes – sogar das ganze Album – dauert auch nicht lange. Die Nacht kann kommen und sie kommt! Wir schlafen wie zwei Steine, Sandra mit Ohropax – so hört sie weder den Nachbarn noch mit schnarchen.

Um 7h30 wecken uns die ersten Sonnenstrahlen. Schnell ins Bad, anziehen und dann los zum Frühstück. Ok, noch kurz BLOGen – das muss sein :-)

Heute soll es zum Peek-A-Boo Canyon gehen. Wolfgangs tolle Leiter dürfen wir heute nicht vergessen. Neue Schrauben habe ich im Gepäck! Nun geht es los…

Tag 20 – Peek-A-Boo Canyon

Nach dem Frühstück im Circle-D Eatery geht es kurz zur Rezeption um Wolfgangs tolle Canyon-Leiter abzuholen. Vor dem Motel ist die große Fahnenstange mit der USA-Flagge einfach abgeknickt und liegt mit der Spitze auf der Telefonleitung. Der Chef des Motels hält sie mit einem Besen hoch damit die Leitung nicht durchreißt. Einer seiner Mitarbeiter versucht verzweifelt mit einer Eisensäge den Rest des Fahnenmastes zu kappen damit nicht noch schlimmes passiert. An der Rezeption bekomme ich die Leiter in einer grünen Umhängetasche in die Hand gedrückt. Wir sollen vorsichtig sein weil es draußen hefig stürmt. Das haben wir gerade schon gesehen. Die Sonne scheint aber es geht ein höllischer Wind.

Als ich in die grüne Tasche schaue staune ich nicht schlecht. Vier neue Schrauben im Format M6x40 samt Flügelmuttern und Unterlegscheiben habe ich aus Deutschland mitgebracht. Im  ‘Gig-Bag’ der Leiter ist eine ein Tüte mit nagelneuen Schrauben. Da war jemand schneller :-)

Egal, es geht los. Die ‘Hole in the Rock Road’ (HITRR) ist in den letzten Monaten scheinbar ein wenig überabreitet worden. Der Zustand ist sehr gut und wir fahren mit 40 – 50 mph auf der breiten Schotterpiste zum Trailhead am Peak-A-Boo Canyon. Als wir nach etwa einer Stunde ankommen stehen dort schon fünf Autos. Wir werden also jemanden antreffen und wenn sich einer von uns einen Fuß verknackst ist es ganz gut wenn man nicht ganz allein ist.

Auf dem Parkplatz ist es höllisch windig und die Sandkörner fliegen waagerecht. Ich hoffe nur, dass es unten in der Senke etwas ruhiger ist. Nach ein paar Minuten sind wir startklar. Die Wanderschuhe sind geschnürt, die Wasserflaschen und ein wenig Obst verstaut. Es kann los gehen. Erst noch schnell registrieren, man weiß ja nie…

Es geht bergab und wir können den Canyon schon fast von oben sehen. Sandra steigt schweigend den Abhang hinunter. Als ich sie frage ob alles ok ist kommt ein “Wenn ich daran denke, dass wir das alles nachher wieder rauf müssen wird mir jetzt schon schlecht!” – Ok, keine weiter Konversation, sie ist nicht gut drauf! Es geht runter, über Slickrock und tiefen Sand. Nicht viele Höhenmeter aber der Aufstieg ist trotzdem anstrengend. Ich erinnere mich nicht an das letzte Jahr…

Nach etwa 30 Minuten sind wir am Canyon angekommen. In der Mulde vor dem Einstieg ist kein Wasser, wir haben Glück! Es stehen ein paar Wanderstöcke, Wasserflaschen und Rucksäcke an der Wand, es ist also schon jemand dort! Wolfgangs tolle Leiter hilft beim Einstieg in den Canyon. Trotzdem sehen wir sicher komisch aus wie wir da mit unseren großen Fotorucksäcken hinauf klettern. Es ist mehr ein Rutschen als ein Klettern. Im letzten Jahr bin ich gar nicht hoch gekommen, mit der Leiter geht es heute aber recht gut. Oben im Canyon sind schon zwei Mädels. Die eine malt und die andere schaut sich um. Sie haben ihre Sachen überall verteilt. An Fotos ohne ‘menschliche Überreste’ ist gar nicht zu denken. Ich nehme mit vor auf dem Rückweg noch einmal hier einzusteigen und dann mit der Hasselblad SWC ein paar schöne Bilder zu schießen. Das klappt später natürlich nicht – nichts klappt so wie man es plant – auf dem Rückweg wird es noch viel stürmischer sein, wir werden Sand in allen Ritzen haben und nur noch unter die Dusche wollen.

Aber eins nach dem anderen…

Es geht also durch den Canyon. Die Leiter hilft und ist gleichzeitig auch im Weg. Meine Kamera baumelt mir um den Hals und stört beim Klettern. Ich denke immer wieder dran, wie ich meine D2x vor ein paar Tagen verschrottet habe, das muss mit der D300 nun nicht auch noch passieren. Aber es geht voran. Irgendwann halte ich mal an und montiere die Kamera auf mein kleines Stativ. Ein paar wenig Bilder sind drin, aber das viele Gepäck ist nur im Weg. ich kann mich kaum rühren, dann noch die Leiter und die Kamera, ich fühle mich unwohl.

Doch der Canyon ist sehr schön, würden da nicht überall irgendwelche Rucksäcke herumliegen könnte ich sogar ein paar schöne Fotos machen. Von oben, vor und hinten rieselt es Sand. Ich komme mir vor wie beim Horrortag am Upper-Antelope-Canyon. Meine D300 ist schon komplett mit Sand überzogen. Die Hasselblad will ich da gar nicht erst heraus kramen.

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Auf unserem Weg durch den Canyon treffen wir mehrere andere Wanderer. Alle sind von Wolfgangs Leiter total begeistert. Klar, sie wissen was es vor ein Problem war in den Canyon hineinzukommen. Irgendwann wird es echt eng und Sandras Klaustrophobie meldet sich. Sie muss sich schwer zusammen reißen, ich sehe es ihr an. Sie atmet tief und schwer, eigentlich ist es ihr zu eng hier uns sie will nur noch raus. Oh je, so kommen wir ganz bestimmt nicht durch den Spooky Canyon… Sandra nutzt die Leiter und kletter aus dem Peek-A-Boo heraus. Am oberen rechten Rand geht es ihr dann schnell besser. Es ist auch nicht mehr weit. Am Ende machen wir eine kurze Rast.

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Auf meinem GPS habe ich leider nur die Wegpunkte für die Eingänge zum Peek-A-Boo und zum Spooky Canyon. Ich war immer der Meinung, dass man wenn man hinten aus dem Peek-A-Boo herauskommt gleich nach rechts in den Spooky abbiegen kann. Aber hier ist kein Eingang der nach Spooky Canyon aussieht. Mein GPS habe ich im Canyon ausgeschaltet, das funktioniert dort sowieso nicht. Ich schalte es also mal ein und schaue wo wir sind. Der Marker bildet mit den Eingängen der beiden Canyons etwa ein gleichseitiges Dreieck. Es kann so falsch also nicht sein. Auf den letzten Metern kam uns eine Familie entgegen die ich gefragt habe ob sie durch den Spooky gekommen sind. Vielleicht habe ich sie auch falsch verstanden, aber es klang so als wären sie vom Spooky in den Peek-A-Boo hinüber gewandert. Und sie sahen noch recht frisch aus. Es scheint also alles ok zu sein.

Wir folgen dem Wasch der in den Peek-A-Boo hineinführt und halten Ausschau ob wir rechts den Spooky sehen. Der Weg ist schwer und sandig. Es ist echt anstrengend. Irgendwann packe ich die Leiter zusammen und schnalle sie auf meinen Rucksack, nun ist er richtig schwer. Aber es geht. Nach einer Weile sieht das alles nicht mehr zielführend aus. Wir entscheiden uns nach rechts über die kleine Klippe zu klettern. So klein ist sie gar nicht und als wir oben ankommen scheint unten vor uns ein Canyon zu sein. Laut GPS könnte es der Spooky sein. Wir steigen durch tiefen Sand wieder hinunter. Sandra stöhnt schon und ist eigentlich am Ende ihrer Kräfte. Mir geht es noch ganz gut und unten angekommen sieht es so aus als ginge es hier in den Hintereingang des Spooky Canyon. Wir bin guter Dinge und wandere los. Es geht wieder durch sehr losen schweren Sand. Der Wind ist heftig, ich kann nur auf den Boden schauen und versuche die Augen hinter dem Schild meiner Baseball-Cap zu verbergen. Als ich an den ersten Felsausläufern ankomme schau ich mal um. Wo ist Sandra? Sie kniet ein paar hundert Meter hinter mir im Sand. Ohje! Ich stelle schnell meine Kamera und den schweren Rucksack auf dem Felsen ab. Dann durch den Sand zurück zu Sandra. Sie kann nicht mehr. Ich muss ihr auf die Beine helfen und nach ein paar Minuten sitzen wir dann neben meiner Kamera. Sie braucht eine Pause und vor allem etwas zu trinken. Sie ist total fertig. Wenn ich daran denke wie wir zum Auto kommen sollen wird es mir ganz anders.

Aber nach einer Weile geht es ihr wieder besser. Wir schultern unser Gepäck und stampfen durch den Canyon. Zunächst ist er breit und man kann gut laufen, dann wird er immer schmaler. Schließlich liegen riesige Felsbrocke zwischen den Wänden des Canyons. Es sieht aus als könnte man zwischen den Brocken herunter klettern und dann darunter hindurch kriechen. “Da sind Fußspuren, oder?” Wir sind uns unsicher. Es geht mehrere Meter hinunter. Mit der Leiter sicher kein Problem, oder doch? Ein langes Seil haben wir auch dabei. Aber Sandra ist ziemlich fertig und was, wenn danach eine Stelle kommt an der wir dann doch nicht weiter können? Wie kommen wir dann dort wieder hinauf? Wir halten kurzen Kriegsrat und entschließen uns umzukehren. Als wir an unserem ‘Rastplatz’ ankommen treffen wir ein Ehepaar. Er hat eine kurze Hose an und auf dem Knie ein dickes Pflaster. Ein paar unbedeckte Hautabschürfungen kann man zusätzlich erkennen. Sie fragen ob es dort weiter geht. Ich erzähle ihnen, dass man vielleicht 100 Meter weit kommt und dann unter diesen tonnen schweren Felsbrocken drunter her kriechen muss. Sie sieht mein Seil und fragt ein wenig verstört ob man das dort braucht. Nein, das habe ich nur so dabei, benutzt habe ich es noch nicht!

Wir klettern rechts außen am Canyon hoch, sie gehen hinein. Später treffen wir sie wieder, sie sind auch umgekehrt und haben die andere Seite gewählt :-)

Der Weg am Canyon-Rand entlang ist sehr sandig. Wenn Sandra mir nun umfällt und ich den Canyon rutscht ist echt Schluss mit Lustig. Ich lasse sie vorgehen und bin drauf gefasst sie jeder Zeit fest zu halten. Aber es klappt alles prima. Als wir am Vordereingang zum Spooky ankommen ist sie sogar ganz gut gelaunt. Sie will da mal rein und nach all der Schinderei mal gucken wie es dort aussieht.

Wir gehen ein paar Meter, dann ist es etwas windgeschützt und wir machen eine kleine Rast. Sie muss einfach mehr trinken. Das macht auch den Rucksack leichter!

Ich lege alles ab und schaue mal wie es aussieht. Nach ein paar Metern ist dort wieder ein sicher mehrere Tonnen schwerer Felsbrocken der zwischen den Canyon-Wänden sitzt. Man kann auf den Knien darunter hindurch kriechen, aber witzig ist das nicht. Ein paar Meter wird es so eng, dass mein Oberkörper obwohl er nur mit einem Trekking bekleidet ist zwischen den Felswänden stecken bleibt. Ok, ich könnte mich hindurch zwängen, im letzten Jahr habe ich das auch gemacht. Aber würde Sandra da hindurch kommen? Ich gehe erst einmal zurück. Sie hat eine kleine windgeschützte Höhle gefunden. Es gibt Wasser und einen Apfel. Das baut auf und ihre Kräfte kommen langsam zurück.

Dann lassen wir alles dort liegen und schauen uns die schmale Stelle gemeinsam an. Nein, da will sie ganz gewiss nicht hinein!!! Ein wenig verstehen kann ich sie. Wir kehren also um und haben die schönsten 200 Meter des Spooky Canyon nicht gesehen. Schöne Fotos könnten wir dort eh keine machen denn es stürmt wie die Hölle. Wir können kaum sehen wohin es geht und halten nur die Hände schützend vor die Augen.

Es geht zum Auto. Das GPS habe ich in der Jackentasche. Vorher ist es mir einmal hinunter gefallen und hat nun seine ersten Schrammen. Dabei sollte es bleiben und außerdem kenne ich den Weg. Am Ausgang des Canyons kommt das Ehepaar von vorhin hinunter gestiegen. Sie fragen ob man von dieser Seite in den Canyon kommt. Ich erzähle ihnen, dass sie sich entweder hindurchzwängen müssen oder es auf den Knien versuchen sollten. Sie schauen sich sehr skeptisch an, dann verschwinden sie im Canyon.

Es geht rechts herum durch einen breiten Wasch zum Eingang des Peek-A-Boo zurück. Sand und Wind sind fast unerträglich. Etwa nach einer Stunde sind wir oben am Auto. Der Wind reißt uns fast wieder die Türen aus der Hand. Oh je, nicht noch einmal. Wir sind sehr schnell im Auto. Nur einfach alles auf den Rücksitz werfen und dann los. Sandra hat das Auto von innen erst vor ein paar Tagen vom gröbsten Sand befreit. Öffnen wir die Türen für einen Augenblick während eine Windböe im Anmarsch ist, haben wir die ganze Kiste wieder voller Sand. Also nichts öffnen und gleich los.

Das GPS zeigt irgendwie keine Karten mehr an. Ich mache mir Sorgen, dass es doch einen Knacks bekommen haben könnte. Später werde ich feststellen, dass nur die Speicherkarte mit dem zusätzlichen Kartenmaterial herausgerutscht ist. Bis auf ein paar Schrammen ist alles ist ok!

Wir fahren schweigen auf der HITRR und sind am Ende. Wir haben Hunger und überall ist feiner Sand. Was für eine schlechte Vorstellung…

Auf dem GPS habe ich den Track vom letzten Jahr eingespielt. Damals war ich erst am Spooky und dann am Escalante Volcano. Als wir am Abzweig zum Harris Wash ankommen frage ich Sandra ob es ok ist wenn wir mal kurz schauen wie die ‘Straße’ zum Volcano aussieht. Im letzten Jahr war sie in höchst gruseligem Zustand, vielleicht hat sie ja inzwischen jemand repariert? Es geht also rechts ab!

Der Weg ist anfangs recht gut, doch wird dann schnell sehr holprig und felsig. Keine Freude, aber der Jeep steckt das weg! Dann passieren wir den Harris Wash. Am anderen Ende geht es echt sandig nach oben. Die Räder malmen im losen Sand, aber wir kommen auf der anderen Böschung hinauf. Uff, das war knapp. So geht es dann leider weiter. Sandra schweigt und im Radio läuft der Satellitenkanal Nummer 12 – die meisten Songs kennen wir inzwischen…

An mehreren Stelen ist die halbwegs brauchbar befestigte Straße fast weggespült. Wir müssen schräg an der Böschung entlang und teilweise durch tiefe Gräben mit losem Sand. Der Jeep hat vor einen sehr kurzen Überhang und auch relativ viel Bodenfreiheit. Das hilft, wir kommen überall recht gut hindurch. Zweimal habe ich das Gefühl, dass wir gleich festsitzen. Ich wünsche mir ein 4WD Auto mit Differentialsperre…

Dann kurz vor dem Volcano ist das was ich völlig übertrieben immer mal wieder als Straße bezeichne einfach weg. Die Straße verschwindet einfach in einer Düne aus losem Sand. Ich steige mal aus um zu schauen wie es aussieht. Der Sand ist so lose und so tief, dass ich bei jedem Schritt bis zum Knöchel im Sand versinke. Das geht hier definitiv nicht weiter! Also zurück, der Gegenwind macht mich fertig. Der Volcano ist vielleicht 1000 Meter entfernt, ich kann ihn sehen. Aber ein schönes Foto ist bei dem Wetter eh nicht drin. Außerdem sind gerade dicke Wolken aufgezogen. Trotz allem ist es satte 23°C warm…

Wir wenden und fahren zurück. Sandra ist sehr mulmig zu mute, es sieht aus als hätte sie Angst, dass wir hier ganz allein irgendwo stecken bleiben könnte. Sie überlegt laut was sie dann tun würde. “Ein Pferd einfangen, das Seil als Zügel missbrauchen und dann nach Escalante reiten?” Sie macht sich echt große Sorgen, dass etwas passieren könnte, dass wir beide besser nicht erleben wollen!!

Es passiert auch nichts – besser ist das!

Später im Motel geht es sofort unter die Dusche und dann ab in das schöne völlig neu gestaltete Restaurant. Es gibt Cabernet Sauvignon des Weingutes Fetzer – lecker! Nur ein wenig zu warm ist er – das könnten sie noch lernen! Aber die Kellnerin hat noch nie Wein getrunken, sie trinkt wenn überhaupt mal nur ein Bier. Ok, wie soll man sich dann mit Wein auskennen? Die Fettucine Alfredo sind auch gut! Nach einem Espresso kämpfen wir uns durch den Wind zurück in unser Zimmer. Draußen rüttelt der Sturm an allem was ein wenig lose ist. zwischendurch geht das Licht aus, dann ist die Internetverbindung ausgefallen. Der Sturm ist echt heftig!

Um 21:40 habe ich meinen neuen Artikel für das BLOG fertig. Nun noch ein paar Bilder einfügen und dann endlich schlafen.

Mal sehen was wir morgen machen. Wandern will Sandra sicher nicht. Aber was macht man hier außer zu wandern? Mal zum Bryce Canyon fahren? Aber der liegt sehr hoch, was wenn dort ein Schneesturm ist? Ok, ruhig Blut, wir werden sehen…

Hier mein persönliches “Bild des Tages”

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Hier der Track in Google Earth:

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Hier ist das KMZ zum selbst anschauen mit Google Earth.

Im letzten Jahr habe ich viele Videos erstellt und via Microsoft Soapbox veröffentlich und in mein BLOG eingebunden. Leider hat Microsoft seinen Videodienst dann eingestampft weil er gegen Youtube einfach keine Chance hatte. Damit sind dann auch alle Videos die ich 2009 mühsam bei Soapbox hochgeladen habe alle weg. Aber auf meinem Notebook habe ich noch ein paar ‘Originale’ gefunden. Hier ist mein 2009er Video aus dem Spooky Canyon:

Tag 21 – Hickman Bridge

Nach der gestrigen Wanderung durch den tiefen Sand hat Sandra keine Lust auf ein ähnliches neuerliches ‘Wandererlebnis’. Sie möchte heute etwas ganz ruhiges machen. Außerdem hat die Wettervorhersage nichts gutes angekündigt. Was machen wir also? Diese Frage beschäftigt mich schon am Vorabend. Irgendwann bin ich bei der Hickman Bridge am Highway 24 angekommen. Auf der Webseite von Fritz Zehrer gibt es eine GPX-Datei mit den genauen Koordinaten. Es sind nur 1,2 Meilen – eine ganz einfache kurze Wanderung. Fritz Zehrer beschreibt den Wag zur Hickman Bridge als ‘Autobahn ähnlich’. Das ist es doch! In der Fotocommunity habe ich schon eine Menge cooler Fotos der Hickman Bridge gesehen. Viel weiß ich nicht, aber das Ding scheint ein sehenswertes ‘Monster’ zu sein.

Also stehen wir heute gut ausgeschlafen ziemlich früh auf und ziehen sehr schnell ohne Frühstück los. Schließlich hat Fritz Zehrer geschrieben, dass man früh dort sein sollte weil es sonst von Touristen dort nur so wimmelt. Einen Weg habe ich mir auch ausgesucht. Ich will von Escalante auf dem wunderschönen Highway 12 in Richtung Bolder fahren. Dann weiter auf den Highway 24 in Richtung Fruita. Als ich im letzten Jahr meine heftige Augenentzündung hatte gab es Antibiotische Augentropfen nur in Bicknell oder Panguitch. Damals bin ich etwa zwei Stunden lang nach Bicknell zum (nächstgelegenen) Krankenhaus gefahren. Heute ist der Weg ganz ähnlich und ich hoffe wieder ein wenig Schnee bei der Überquerung der Passstraße mit grandiosem Ausblick auf das Capitol Reef zu haben.

Es geht los, wir haben kalte 3 °C – es ist also wirklich richtig kalt! In Boulder sehen wir dann eine dieser Maschinen die größere Rasenflächen vollautomatisch bewässern können. Das Wasser das die Maschine verspritzt ist überall gefroren. An den Rädern der Maschine, an Rohren, Ventilen, den Grashalmen und dem Zaun. Das sieht richtig unwirklich aus – Anhalten – Knipsen – und weiter geht es.

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Statt den Burr Trail zu nehmen biegen wir in Boulder links ab und bleiben auf dem schönen Highway 12. Es geht langsam aber sicher hoch ins Gebirge, es wird immer kälter. Irgendwann haben wir -3°C. Bei einigen kurzen Fotostopps stockt mir fast der Atem. Wir erreichen 9600 Fuss – also etwa 3200 Meter über dem Meeresspiegel – da wird die Luft langsam dünner! Um uns herum überall dicke Wolken wie man sie sich kaum vorstellen kann. Aber es war ja so angesagt!

Dann müssen wir nach rechts abbiegen, es geht vom Highway 12 auf den Highway 24. An der Kreuzung sind zwei Tankstellen, ein Subway und eine Kartbahn. Die Kartbahn ist direkt neben dem Friedhof – das ist Amerika! Kurz drauf sind wir bei den Petroglyhs. Wir halten kurz an und sind ein wenig frustriert, das ein großer Teil der alten Zeichnungen durch den Verfall der Felswände bereits zerstört ist. Wind, Wasser und Frost haben hier ganze Arbeit geleistet. Große Gesteinsplatten sind vom Fels abgesprungen und viele alte Zeichnungen sind bereits zerstört.

Dann erreichen wir den Trailhead zur Hickman Bridge. Der Parkplatz liegt direkt an der Straße und es stehen schon mehrere Autos dort. Ganz so wie es Fritz Zehrer vorhergesagt hat!

Während wir unsere Wanderschuhe anziehen hoffe ich nur, dass der Weg nicht zu steil nach oben geht. Wir wandern los, es geht am idyllischen Fremont River entlang, leider nur ein paar hundert Meter, dann geht es relativ steil links den Berg hinauf. Der Wanderweg ist toll, es gibt richtige Stufen und man kann sehen, dass hier schon tausende von Touristen entlang gewandert sind. Sandras Gesichtszügen kann ich nicht den geringsten Hinweis eines Lächelns entnehmen. Nach etlichen Treppenstufen muss sie kurz verschnaufen und dann kommt was ich befürchtet habe. “Kann es in diesem Land nicht mal einen beschissenen Wanderweg geben der einfach mal zwei Kilometer flach geradeaus geht?” Ich überlege ich ich nun sauer sein soll oder nicht. Irgendwie scheint sie dabei zu grinsen, ich weiß es nicht wirklich zu deuten. Ich denke sie hadert mich sich selbst und dem Muskelkater in ihren Beinen. Aber sie wandert tapfer weiter.

Es geht ein wenig rauf und runter. Wir sind sehr warm angezogen weil es unten am Parkplatz nur +6°C waren. Aber durch die Bewegung wird es uns dann doch warm. Immer halten wir mal an und ziehen nach und nach die Fleece Westen und Pullis aus. Nach gefühlten 60 Minuten sind wir dann bei der Hickman Bridge. Ich hatte sie mir viel viel größer und eindrucksvoller vorgestellt. Die Fotos aus der Fotocommunity sind scheinbar alle mit ausgewachsenen Superweitwinkelobjektiven entstanden. Ob, ich suche mir einen netten Platz und versuche auch mal mein Glück. Es ist ein echt sprödes Motiv. Dann hole ich mal die Haselblad SWC aus dem Rucksack, sie hat kann die Brücke mit ihrem Weitwinkelobjektiv ganz gut erfassen. Ich bin aber irgendwie nicht so motiviert wie es vielleicht sind sollte. Vielleicht ist es die Enttäuschung bezüglich der Location. Zu einer großartigen Belichtungsmessung habe ich keine Lust. Es ist ein Fuji Provia 100 eingelegt. Der Film hat also ISO-100. Bei schönen Sonnenlicht passt dann meist Blende 11 mit einer 1/125 Sekunde ganz gut. Ich wähle also Blende 16 und eine 1/60 Sekunde. Noch zwei drei Varianten mit einer halben Blende mehr oder weniger und dann geht es auch schon wieder zurück zum Auto. Der Rückweg fällt mir viel leichter. Ich spüre den sandigen Weg von gestern doch noch in den Beinen!

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Am Auto angekommen halten wir Kriegsrat. Wie soll es heute weitergehen? Der Himmel hängt voller dicker Wolken, es schneit immer mal wieder. Inzwischen ist es fast 13:00 und Sandra und ich haben Hunger. Wir schauen kurz auf die Utah-Roadmap und entschließen uns zu seiner kleinen Rundtour mit dem Auto. Nichts großes und bloß nicht im tiefen losen Sand wandern :-) Es geht ab nach Bicknell. Dort gibt es im einzigen geöffneten Restaurant einen recht guten Bicknell-Burger. Sandra ist mit ihrem Essen auch ganz glücklich. Danach geht es weiter auf dem Hichway 24 in Richtung Westen, immer der Nase nach!

Das Wetter schlägt alle Kapriolen die man sich so vorstellen kann. Es ist kalt, die Sonne scheint, dann gibt es einen kurzen Schneesturm, dann scheint wieder die Sonne so heftig ins Auto, dass wir die Heizung ausstellen. Die Bergen um uns herum sind fast alle mit frischem Schnee bedeckt. Ich komme mir vor wie im Winterurlaub, es ist alles kaum zu glauben. Nach etwa 100 Kilometern erreichen wir dann den Interstate 70. Wir fahren in westlicher Richtung auf und ich staune nur Bauklötze wie genial das alles aussieht. Das Wolkenspiel, die verschneiten Berge, es ist wie im Traum. Zwischendurch halten wir in einer Ausfahrt mal an, aber man kann es irgendwie nicht fotografieren, es ist einfach viel zu atemberaubend schön dafür.

An der Ausfahrt 23 verlassen wir dann den Interstate in Richtung Panguitch. Diese Straße bin ich schon mal im letzten Jahr gefahren, nur heute ist sie viel viel schöner! Alle Bachläufe haben Hochwasser und überall auf den Bergen um uns herum liegt frischer Schnee. Ich bin glücklich!

Als wir im Red Canyon kurz vor dem Bryce Canyon an kommen rieselt es Schneeflocken. Oder ist es Hagel? Nein, es ist irgendwas dazwischen, so wie Schneeflocken die Hagelkörner werden wollten es aber nicht geschafft haben. Krass, das habe ich noch nicht erlebt! Dazu scheint die Sonne, es ist -1°C und die roten Felsformationen leuchten ganz wunderbar. Was für ein Wetter!

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Am Bryce Canyon ist Schluss mit der ganzen Herrlichkeit. Wir stürmen das Ruby’s Inn direkt neben der Tankstelle. Es ist das was aus der Ranch von Reuben (genannt Ruby) und Minnie Syrett geworden ist. Bis heute ist es ein Familienbetrieb. Hier habe ich eine nette Seite mit der Geschichte des Canyons gefunden.

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Wir lassen es uns bei einem Filet Steak mit Ofenkartoffel und Sauerrahm recht gut gehen. Es gibt Dr. Pepper und mehrere Refills – ich liebe Amerika :-)

So gegen 19h brechen wir wieder auf in Richtung Escalante, es sind noch 70 Meilen. Sandra fährt, ich bin ziemlich tot nach den vielen Kilometern. Der Abendhimmel ist grandios und ich hadere leise mit meinem Schicksal, dass ich gerade in diesem Augenblick an KEINER schönen Sunset-Location stehen kann. Aber man kann nicht alles haben!

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Um 20h30 kommen wir dann im Circle-D an. Schnell das Auto auspacken, Bilder kopieren, Bloggen und dann ab ins Bett.

Morgen will ich mal schauen ob es vielleicht am Scenic View Point kurz hinter Escalante in Richtung Boulder einen bemerkenswerten Sonnenaufgang zu sehen gibt. Ist es danach nicht zu stürmisch würde ich vielleicht noch mal kurz mit der Hasselblad SWC einen Abstecher zum Peek-A-Boo machen um auf den schönen ersten Metern des Canyons ein paar Filme zu belichten.

Aber mal sehen – morgen erzähle ich Euch dann wie es wirklich gekommen ist :-)

Hier die Trackanalyse:

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Und hier gibt es das KMZ des Tages zum selbst anschauen mit Google Earth.

Tag 22 – Escalante Sunrise

Um 05:25 ist die Nacht zu Ende. Kurz wachwerden, dann schnell anziehen, Fotosachen einpacken, alles ins Auto schleppen und dann los. Es geht über den Highway 12 von Escalante in Richtung Boulder. Am ersten Scenic View Point halte ich an und baue schnell mein Stativ und die D300 auf. Der Himmel ist schon hell und es sind nur noch wenige Minuten bis zum Sonnenaufgang. Ein zweiter Wagen hält. Der Fahrer schaut was ich da mache und dann holt er auch seine Kamera und sein Stativ aus dem Auto. Er macht ein paar Bilder und fährt weiter bevor es überhaupt richtig los geht.

Blaue Stunde über dem Capitol Reef Nationalpark

Dann kommt die Sonne heraus. Das Schauspiel dauer nur wenige Augenblicke. Der Himmel leuchtet in tollen Farben und die weißen Felswände der Schluchten von Escalante River und Calf Creek leuchten kurz rot auf.

Sonnenaufgang über dem Capitol Reef National Park

Es ist einfach nur saukalt – das Thermometer im Auto hat -3°C angezeigt. Die Kälte kriecht in alle Ritzen und ich bin froh als ich etwa um halb acht wieder im Motel bin. Sandra ist nochmal eingeschlafen. Eine Stunde später ist sie fertig angezogen und ich bin wieder aufgetaut. Es gibt Frühstück im Restaurant des Circle-D Motels. Diesmal für mich den Frühstücks-Burrito, aber heute ohne Hash Browns. Die schmecken zwar gut, aber ich kann sie nicht mehr sehen. Statt dessen gibt es Toast und Marmelade – fast wie daheim :-)

Danach unsere Lagebesprechung für den Tag. Es ist der letzte Tag in Escalante, morgen geht es weiter in Richtung Bryce Canyon – wenn das Wetter mitspielt! Heute ist also die letzte Gelegenheit unsere Anziehsachen zu waschen. Ich frage mal bei Robert vom Motel nach. Es gibt nebenan am Campingplatz öffentliche Waschmaschinen und Wäschetrockner. Man braucht dafür ne Menge Quarter Dollars. Die Maschinen haben einen witzigen Schieber mit etlichen Schlitzen. Will man etwas waschen steckt man in jeden Schlitz einen Quarter und dann kann es losgehen. Da die Sonne scheint und es relativ windstill ist würde ich gern noch einmal zum Peek-A-Boo Canyon fahren und mit der Hasselblad SWC ein paar Foto machen. Sandra hat keine Lust auf anstrengende Wanderungen. Wir beschließen, dass sie die Waschmaschinen betankt und während sie laufen einen Bummel durch Escalante macht. Ich fahre los zum Peek-A-Boo Canyon. Nachmittags will ich zurück sein.

Es geht wieder los in Richtung Boulder. Während der Autofahrt muss ich dran denken was ich immer wieder überall gelesen habe “Don’t die out there!”. Ich hatte von einem beleibten Wanderer gelesen, der unbedingt in den Spooky-Canyon wollte. Er hat sich mit aller Macht zwischen den Felswänden hindurch zwängen wollen und ist schließlich stecken geblieben. Es ging nicht vor und nicht zurück. Drei Tage später haben ihn andere Wanderer halb tot gefunden. Er hat es überlebt und wird sicher nie wieder solch einen Blödsinn machen. Ich muss dran denken wie ich im Vorjahr im Spooky Canyon direkt neben dem Peek-A-Boo war und abends von Spinnen und Schlangen las die sich gern in der kühlen engen Schlucht aufhalten. Fast ein wenig gruselig das Ganze.

Hier ist ein Foto das 2009 im Spooky Canyon entstanden ist. Einfach anklicken um es in der Originalgröße zu sehen – Achtung: 5,6 MB!!

Einfack anklicken um es in Originalgröße zu schauen.

An der Hole in the rock road (HITRR) geht es wieder rechts ab und dann etliche Meilen über die staubige Piste bis zum Abzweig zum ‘Dry Fork Trailhead’. Im Abzweig stehen zwei große Autos und überall laufen Kinder herum. Na Prima, das sind die Leute vom Frühstück. Sie blockieren die Dirt Road und merken eigentlich gar nichts. Zwei Männer sind auch dabei, sie tragen Badeschlappen! Es sind inzwischen etwa +6°C – Badeschlappen?? Irgendwann bemerken sie mich und gehen ein wenig beiseite. Scheinbar halten sie Kriegsrat weil sie nicht wissen wo es lang geht. Ich muss halb durch die Sträucher fahren und mein Auto bleibt fast im Sand stecken – ich bin echt begeistert…

Es geht weiter, bis zum Trailhead sind es noch etwa 2000 Meter. Dann ein Geländewagen der in langsamem Schritttempo durch die Gegend schaukelt. Das kann ja lustig werden wenn die alle zum Peek-A-Boo wollen! Dann kann ich überholen. Am Trailhead angekommen baue ich die Leiter zusammen und packe alle Objektive aus die ich nicht brauche. Das 12-24m Zoom und das 55er Macro dürfen zusammen mit der D300 in den Rucksack. Dann noch die SWC und ein par Filmrollen.

Als ich zum Abmarsch bereit bin kommt der Geländewagen auch schon an…

Ich flitze den Abhang runter, vielleicht kann ich einen kleinen Vorsprung herausholen bevor die mir alle staunend vor die Kamera latschen.

Unten am Canyon angekommen sind schon drei ältere Herren im Canyon. Sie staunen nicht schlecht als ich mit Wolfgangs cooler ‘Wanderleiter’ dort ankomme und mühelos in den Canyon einsteige. “Yeah, that is a cool tool!” – das ist es! Da ich nur am Anfang des Canyons fotografieren möchte lasse ich die Leiter draußen stehen.

Nach einem kurzen Plausch machen sich die Drei auf den Weg. Es fällt ihnen sichtlich schwer durch den Canyon zu krabbeln. Aber sie helfen sich gegenseitig uns sind nach 10 Minuten außer Sichtweite. Es kann losgehen! In der SWC ist ein Fuji Provia 100. Ich kann also die Belichtung direkt mit der D300 “messen”. Ich mache ein paar Testbilder und 1/4s bei Blende 16 scheinen ganz ok zu sein. Schnell ist der erste Film voll. Als ich den zweiten Film gerade eingelegt hat höre ich schreiende Kinder. Prima, die Nachbarn haben die Leiter gesehen und stürmen den Peek-A-Boo. Nach 20 Minuten ist der Spuk vorbei. Sie haben kein Wasser dabei, keine Wandersachen und die beiden Typen tragen immer noch ihre Badeschlappen. Perfekte Vorbereitung! Ich bin ja auch oft schlecht vorbereitet, aber so??

Als der zweite Film voll ist kommt das nächste Pärchen. Alle wollen wissen ob ich schon mal hier war, wie lang der Canyon ist und wo sie den Spooky Canyon finden. Ich erzähle was ich weiß und schicke sie nachdem sie den Ausgang des Peek-A-Boo erreicht haben hart rechts rüber zum Spooky. Dass es dort echt kompliziert wird sage ich dazu und gebe ihnen den Tipp den Spooky Canyon notfalls an einer der Seiten oberhalb bis zum ‘Haupteingang’ zu umgehen.

Dann ist wieder Ruhe. Ich montiere die D300 auf das Stativ und mache ein paar Detailfotos von den Canyon-Wänden. Es ist schon witzig was man alles sieht wenn man sich mal in Ruhe umschaut. Etwa eine Stunde später kommt die ganze Meute dann schreien durch den Peek-A-Boo zurück. Als sie endlich weg sind packe ich zusammen und mache mich auf den Heimweg.

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An einem Felsbrocken fängt sich mein GPS die erste tiefe Schramme auf dem Display ein – Mist! Am Auto packe ich schnell zusammen und fahre zurück nach Escalante, Sandra wird schon warten. Die HITRR ist recht gut zu befahren. Die meiste Strecke kann ich zwischen 40 und 60 mph fahren. Das ist Warp-Geschwindigkeit! Fährt man langsamer rappelt das Auto über Querrillen, dass es einem fast die Plomben aus den Zähnen fallen. Fährt man schneller wir es etwa ruhiger, aber das Auto dröhnt und rappelt wie Verrückt. Man muss sehr aufpassen, dass bei dem Tempo das Auto nicht die Bodenhaftung verliert! Und bloß nicht über einen dicken Stein donnern oder eine Kuh platt fahren! Ich bin sehr angespannt, doch dann sehe ich eine tiefe Bodenwelle viel zu spät. Ich kann mich nur noch am Lenkrad festklammern und dann tut es einen höllischen Schlag. Die Federung des vorderen linken Rades schlägt voll durch. Autsch…

Ich halte kurz an, ein wenig mulmig ist mir im Bauch. Ich muss daran denke wie Wolfgang von großen Steinen und platten Reifen auf der HITRR berichtet hat. Aber ich habe Glück, es ist noch alles ganz ok. Das Auto fährt auch noch sauber gerade aus, es ist nicht einmal die Spur verstellt. Die Jeeps sind eben für solche Strecken konstruiert.

Eine Stunde später bin ich zurück. Im Zimmer wartet Sandra, überall liegen kleine Haufen mit gut riechender frisch gewaschener Wäsche – zauberhaft!!

Ich ziehe mir schnell ein frisches Hemd an und dann geht es gegen 15 Uhr in die Circle-D Eatery. Sandra isst einen kleinen Salat aus Spinat mit gegrillten Hühnchen. Ich gönne mir Blaubeerkuchen mit Sahne, dazu gibt es Kaffee bis zum Abwinken. Wir entspannen uns ein wenig und überlegen wie es morgen weiter gehen soll.

Wir beschließen sehr früh aufzustehen, vielleicht ist das Wetter gut und wir bekommen am Bryce Canyon einen schönen Sonnenaufgang zu sehen! Der Bryce Canyon ist fast komplett nach Osten ausgerichtet, eine echte Sunrise-Location. Sonnenuntergänge sind dort eher langweilig. Als wir zurück im Zimmer sind packe ich Wolfgangs tolle ‘Wanderleiter’ zusammen, lege die neuen Reserve-Schrauben dazu und gebe sie wieder an der Rezeption ab. Nun kann sie sich ein anderer Wanderer ausleihen :-)

Gleich werden wir unsere Sachen schon einmal grob zusammen packen und dann geht es morgen wieder los.

Ich werde berichten was wir erleben und wo wir schließlich landen werden :-]

Tag 23 – Leaving Escalante – Cottonwood Road

Es ist 04:30 als die Wecker läuten. Erst mein iPOD, kurz drauf fängt das GPS auch an zu quaken – Aufstehen – Sonnenaufgang im Bryce Canyon! Es fällt entsetzlich schwer…

Aber wir schaffen es!

05:00 – das Auto ist gepackt, alles Schubfächer sind noch einmal kontrolliert. Die Schlüssel lassen wir im Zimmer und ziehen einfach die Türe hinter und zu. Es ist unser Abreisetag in Escalante. Schweigend fahren wir durch die Nacht. Wir sind ganz allein, das Thermometer am Auto zeigt -3°C – es ist echt kalt. Ich habe mich wie eine Zwiebel angezogen – Unterhemd – Trekkinghemd – Fleece-Pullover, Fleece-Jacke, Fleece-Weste, Goretex-Jacke. Das sollte reichen! Auf dem Rücksitz liegen zwei Fleece-Handschuhe und eine Fleece-Mütze. Da muss man aufpassen nicht “weg zu fleecen” – kleiner Scherz :-)

Die Scheinwerfer unseres Jeeps leuchten die Straße gut aus, wir fahren mit Tempomat mit etwa 60 mph durch die Nacht. Keine Lichter im Rückspiegel, kein Gegenverkehr, wir sind völlig allein. Sandra schläft eigentlich noch, ich irgendwie auch, es ist eine sehr introvertierte Stimmung. Als wir durch Henrieville fahren steht tatsächlich ein geparktes Auto auf dem Seitenstreifen – ohne Licht. Es ist das einzige Auto das wir bis zum Bryce Canyon sehen werden – fast unwirklich das alles.

Als wir im Bryce Canyon ankommen ist es etwa 6 Uhr. Die Kassenhäuschen sind noch geschlossen, alles ist dunkel und menschenleer. Wir fahren am Kassenhäuschen vorbei und ich überlege welcher Punkt wohl der beste sein wird? Der Bryce Canyon ist fast völlig nach Osten gerichtet. Es gibt einen so genannten Sunset-Point. Eigentlich kann es den so richtig gar nicht geben, da der Canyon zum Sonnenuntergang eigentlich immer komplett im Schatten liegen müsste. Aber egal, am Sunset-Point startet der Navajo-Trail-Loop. Das ist vielleicht gar nicht schlecht. Sobald die Sonnen den Horizont überquert hat könnte ich in den Canyon hinabsteigen und so den Sonnenaufgang gleich mehrfach erleben, bzw. verlängern.

Wir halten auf dem Parkplatz. Ich schnappe mein Stativ und meinen Fotorucksack. Die Mütze auf dem Kopf und die Kapuze noch darüber marschiere ich die paar Meter zum Rand des Canyons. Ich bin ganz allein. Sandra ist müde und ihr ist kalt. Sie bleibt erst einmal im Auto. Ich baue alles auf. Im Wal*Mart in Page habe ich mir eine kleine schöne blaue MAG-LITE-Taschenlampe gekauft. Ich lege sie auf einen der gemauerten Begrenzungspfosten. Während die Lampe die Szenerie erhellt setze ich schnell alles zusammen und wundere mich insgeheim wie gut inzwischen eigentlich jeder Handgriff sitzt. Eigentlich bräuchte ich die Lampe gar nicht, das habe ich nun seit Jahren so oft gemacht, es geht wirklich mit geschlossenen Augen. Um 06:10 bin ich ‘schussbereit’. Ich mache ein paar ‘Orientierungsfotos’ um zu sehen ob der Ausschnitt stimmt. Er stimmt natürlich nicht! Ich wandere also ein wenig am Rand des Canyons auf und ab. Dann scheint es ganz gut zu sein. Das erste Morgenlicht erhellt bereits den Horizont. Hinter mir geht gerade der Vollmond unter. Schade, dass man das so selten zusammen auf ein Foto bekommt.

Der Wetterbericht hat die –3°C vorausgesagt. Es sollten ‘gefühlte’ -7°C sein – mir kommt es wie -14°C vor… Praktisch ist der Kabelauslöser. Ich stehe leicht wippend neben dem Stativ und warte. In der rechten Jackentasche die Hand im Handschuh mit dem Kabelauslöser. Ab und zu schieße ich eine kleine Belichtungsreihe. Dann um 06:43 schaut die Sonne endlich über den Horizont. Ich lasse die D300 vor sich hin klappern. Sie macht 9-fach Belichtungsreihen mit Variation der Belichtungszeit, ISO-100, Blende 11, 1/4000s als Startwert mit einer Blende Unterschied. Der so eingefangene Tonwertumfang ist gigantisch. Auf den kurz belichteten Bildern ist die Sonne ein klarer scharfer winziger Punkt. Auf dem lange belichteten Bild sind alle Strukturen im Vordergrund klar und deutlich zu erkennen. Später im Motel werde ich mal versuchen ein paar schöne Fotos daraus zusammen zu mixen.

Inzwischen sind viele andere Fotofreaks aufgetaucht. Es gibt alles von der alten Dame bis zum bärtigen “Mann aus den Bergen”. Kleine, große, billige, teure Kameras – man sieht alles was man sich vorstellen kann. Ein älterer Amerikaner will wissen wo der Wanderweg zu Thors Hammer ist – warum bin ich inzwischen besser informiert als die meisten Amerikaner? Ich zeige ihm den Weg und er wandert los.

Als die Sonne etwas höher steht wandere ich ihm hinterher hinab in den Canyon rüber zu Thors Hammer. Gleich links davon steht eine Wand mit zwei großen Löchern. Stellt man das Stativ geschickt auf so scheint die Sonnen hindurch und man bekommt Thors Hammer auch mit auf das Bild. Ich mache eine Belichtungsreihe nach der anderen. Irgendwann will ich mal schauen wie sie aussehen aber das Display zeigt nichts an. Hm, ich schalte die Kamera aus, ein, aus, ein, drücke hier und da, Batterien raus, rein, ein, aus, ein – nichts tut sich. Oh nein, die D2x ist nach dem Sturz schrottreif, nicht auch noch die D300. Ziemlich gefrustet mache ich kehrt und wandere hinauf zum Auto. An einer der Kehren versuche ich es noch einmal und sie geht wieder. Was war denn das? Die Kälte?? Egal, sie geht wieder und ich kann noch einige Bilder machen.

Oben am Rand des Canyons lerne ich dann Marilyn Brown und ihren Mann kennen. Sie fotografiert im Großformat mit einer 4×5” Kamera. Wow! Wir unterhalten uns eine ganz Weile. Dann fällt mir ein, dass ich meinen iPOD dabei habe. Da sind ein paar Bilder vom letzten Jahr drauf. Ich kann ihnen viel Tipps geben. Sie kommen aus Kalifornien und sind erst am Vortag angereist. Wir tauschen E-Mail-Adressen aus und ich bin sehr gespannt auf ihre Fotos.

Ihre Web-Seite ist vielversprechend: http://www.marilynbrownphotography.com

Um 07:55 steht die Sonne so hoch, das wir den Park verlassen. Als wir am Kassenhäuschen vorbei fahren wird es gerade aufgeschlossen, wir haben wieder ein paar Dollar gespart :-)

Es geht nach Tropic im Osten des Canyons. Dort gibt es ein nettes Restaurant das ich letztes Jahr zusammen mit Wolfgang entdeckt habe. Dort gibt es einen Blaubeer-Pancake für mich und ein Omelette mit Hash-Browns für Sandra. Alles sehr lecker! Danach geht es im frisch voll getankten Jeep in Richtung Süden. Kurze Zeit später merke ich, dass wir falsch sind! Die Cottonwood Road mündet nicht in Tropic auf den Highway 12 sondern in Henrieville! Egal, wir haben eine kleine Offroad Strecker erkundet. In Henrieville biegen wir ab nach Süden. Eine halbe Stunde später sind wir im Kodachrome Basin Statepark. Der Eintritt kostet 6 Dollar und wir bekommen eine kleine Karte. Es geht kreuz und quer durch den kleinen Park. Schön ist es hier und wir beginnen zu verstehen warum hier früher so viele Western gedreht wurden. Es ist ein Basin – also eine Senke. Egal wo man ist, man hat nie einen langweiligen Hintergrund. Überall sind Felswände, Gesteinsformationen und Bäume. Richtig cool ist das! Man schwenkt um 90 Grad zur Seite und niemand im Kino wird bemerken, dass John Wayne gar nicht 100 Meilen weit durch die staubige Wüste geritten ist – Genial!!

Gegen Mittag fahren wir zum Grosvenor Arch. Dort gibt es nicht nur viele viele Fotos sondern auch etwas zu Essen und zu trinken. Dann geht es weiter über die Cottonwood Road in Richtung Süden zum Highway 89. Diese Strecke kenne ich aus der anderen Richtung und sie ist heute wunderbar. Der Himmel ist übersät mit kleinen Wölkchen und die Cottonwood-Bäume leuchten in saftigem frischen Grün. So hatte ich es mir erhofft – genau SO!

Am Highway 89 angekommen rauschen wir am Toadstool Hoodoo vorbei in Richtung Kanab. Diesen Hoodoo wollte ich auch noch besuchen, egal man schafft einfach nicht alles. Ein paar Meilen biegen wir statt dessen rechts in Richtung Paria Movie Set ab. Der Weg ist anfangs sehr gut, wird aber sehr schnell echt schwierig, sehr holprig, schmal und sandig. Wolfgang hatte es mir ja im letzten Jahr schon erzählt. Er hatte mal wieder recht! Irgendwann ist die Dirtroad zu Ende, vor uns liegt ein kleiner Flusslauf und der hat richtig viel Wasser. Hier soll das Movieset sein – hä?? Dann sehen wir weit weg auf der anderen Seite EIN verfallenes kleines Häuschen, das scheint es zu sein. Movieset – eine maßlose Übertreibung – wir sind enttäuscht. Es geht zurück, den Rundweg können wir nicht nehmen, das geht nur mit dem Pferd weil man den Bach mehrfach kreuzen muss.

Am Highway angekommen geht es weiter in Richtung Kanab und dann später in Richtung Hurricane. Dort wollen wir uns ein Motel suchen. Unterwegs schlafe ich fast ein, ich sitze nun fast 13 Stunden am Lenkrad. Sandra quatscht mich wach – ich erfahre alles was ich noch nicht über Pferde, ihre Aufzucht, Pflege und Haltung wusste! DAS HÄLT ECHT WACH :-)

In Hurricane angekommen kann sich Sandra an nichts mehr erinnert. Klar doch, sie hat es auf dem Hinweg verschlafen :-) Ich bin ja der Fahrer ;-] Im Zentrum sehen wir das Rodway Inn, Sandra springt kurz raus um zu fragen ob wir zwei Tage bleiben können. Klar doch, gar kein Thema. Inkl. aller Steuer kostet das 131 Dollar. Wir haben ein riesiges Zimmer, mit Küche, Kühl-Gefrierkombi, E-Herd, Mikrowelle und zwei gewaltigen Betten. Ein Tisch zwei Stühle und viel viel Platz. Hier könnte man es länger aushalten!

Wir packen schnell das Auto leer und d ann geht es nach nebenan, dort haben wir auf der Durchfahrt einen Mexikaner gesehen.

http://www.baristasdiner.com

Drinnen angekommen gibt es keine Speisekarte. Es gibt einen gut trainierten Kellner der uns erklärt was wir essen könnte. Mann ist das schwierig, mir fällt mal wieder auf, dass mein technisches Englisch viel besser ist als das ‘alltägliche’. Als er anfängt die Sorten an Fisch, Gewürzen, Salaten, Nüssen und Früchten aufzuzählen komme ich echt ins schleudern. Irgendwann haben wir es aber. Sandra bekommt ein großes Lachssteak das in einem Salat liegt. Obendrauf sind in Honig gebratene Früchte und Nüsse, das sieht alles sehr gut aus. Ich esse nur einen einfachen Burger mit Curly Fries. Der Burger ist super und Sandra schwärmt von ihrem Salat. An den Wänden haben andere Gäste mit einem dicken Filzstift kleine Sprüche hinterlassen. Dort stehen Dinge wie “Best Burger I ever had – Brad 2009-04-05”

Als der Kellner meine Dr. Pepper auffüllen will frage ich ihn aus Spaß ob er uns nachdem Sandra aufgegessen hat einen Filzstift geben kann, damit sie auch auf die Wand schreiben kann wie gut ihr Salat war. Eigentlich war es als Witz gemeint. Aber meine Witze versteht nicht jeder. Der Kellner bringt uns tatsächlich einen dicken Filzschreiber :-) Nun muss Sandra einen Platz an der Wand aussuchen und einen Spruch aufschreiben. Sie schreibt auf Deutsch und Englisch. Der Inhaber kommt dazu, er staunt, das ist der erste Spruch an einer seiner Wände den er nicht lesen kann. Die Handschrift lobt er sehr. Dann fällt ihm auf, dass wir mit ihm seine Sprache sprechen er aber kein einziges Wort Deutsch spricht. So ist das eben, ich spreche auch kein Türkisch :-]

Dann die Frage ob wir noch Eis oder Espresso möchten. Wir sind völlig am Ende uns wollen nur noch auf den Arm, also frage ich nach der Rechnung. Die Rechnung kommt auch prompt und ich staune nicht schlecht. Mit ein paar Dollar Trinkgeld sind es 80 Dollar. Für einen Salat, einen Burger mit Fritten, zwei Dr. Pepper und eine Mexikanische Cola – hoppla!

Damit hatte ich nicht gerechnet – wir bezahlen und gehen. Hui, das kann man sich nicht jeden Tag leisten.

Im Motel dann kurz bloggen und danach nur noch schlafen…

Hier noch schnell die Track-Auswertung – Man beachte die Höhendifferenzen!!

Hier gibt es das KMZ zum selbst anschauen mit Google-Earth.

Und mein ganz persönlicher Favorit :-)

Tag 24 – St. George und Oak Creek

Es ist schon hell als wir heute morgen wach werden. Wir haben geschlafen wie zwei Steine, die Betten im Rodway Inn hier in Hurricane sind richtig gut. Das Zimmer ist nicht nur groß, es ist auch leise – Super!

Wir haben Hunger, also anziehen und los, nur wohin? Ich schlage vor, dass wir einfach mal nach St. George fahren, das ist nicht weit und es gibt dort viele Geschäfte und Restaurants. Es dauert vielleicht 15 Minuten und wir sind schon in St. George. Auf der linken Seite des Interstates sehe ich die Werbung von Best-Buy – blinken und rechts abbiegen. Dann zweimal links und schon sind wir beim Best-Buy auf dem Parkplatz. Warum ist hier so wenig los? Seltsam – hm… Ohje – es ist SONNTAG – da haben die Geschäfte sicher alle geschlossen – na prima! Aber es leuchtet Licht – mal sehen – hey cool – geöffnet ab 11h – auch am SONNTAG!! Die USA sind einfach das fortschrittlichere Land :-)

Also gibt es einen guten Burger mit Fritten zum Frühstück. Wie diese Kette heißt habe ich vergessen, aber es gibt sie seit 1948 und sie packen ihre Burger seit 1948 in Papier ein! Und es gibt auch fast nichts außer Burger in verschiedenen Varianten. Dafür sind sie gut, schnell und preiswert!

Nach dem ‘Frühstück’ geht es dann in den Best-Buy. Wir bleiben vor einem echt großen Fernseher stehen. Es läuft eine Demo-Bluy-Ray mit Zeitlupenaufnahmen eines fliegenden Papageis – nicht schlecht. Und der Fernseher ist vielleicht drei Zentimeter dick – wow. Ein Verkäufer kommt dazu und fragt ob er uns helfen kann. Ich erkläre, dass wir aus Deutschland kommen und diesen Fernseher daher eher nicht kaufen können weil wir nicht wissen wie wir ihn nach Hause kriegen sollen. Dann geht es los. Er war auch schon mal in Deutschland, im Süden, in Bayern. Und in Prag, eine der schönsten Städte der Welt und Bratislava und Wien und und und… Während 1989 Mauer fiel war er als Panzer-Kommandeur und Berlin. Nur hatten sie dort keine Panzer! Die Russen hatten 10 Bataillone in Ost-Berlin. Wenn man als ‘Tank-Commander’ keinen Tank hat, gehört man automatisch zur Infanterie – und da will man nicht wirklich sein. Er erzählt uns sein halbes Leben. Irgendwann kann ich kurz anbringen, dass meine Festplatte voll ist und dass ich eine neue 500er Platte kaufen möchte. Es gibt sogar eine externe 500er Platte. Sie kostet 99 Dollar zzgl. 6% Mehrwertsteuer und ist kleiner als jede externe Platte die ich je gesehen habe. Also ist sie schon fast gekauft.

Dann fällt mir ein BOSE Noise-Cancelling Demo-Set auf. Drückt man die Demo-Taste erzeugt ein großer Lautsprecher echten Flugzeuglärm. Man seht den Kopfhörer auf und der Lärm ist einfach weg! Statt dessen läuft nette akustische Musik und eine nette Frauenstimme trällert ein Liedchen dazu. Nicht schlecht! 299 Dollar – plus 6% Tax??? Ok, es funktioniert besser als alles was ich bislang ausprobiert habe.

Auf dem Hinweg hatte ich meine kleinen Sony-Stöpsel im Ohr. Da funktioniert das Noise-Cancelling schon sehr gut, aber mir tun nach einer Stunde die Ohren weh weil die Stöpsel drücken. Außerdem hört man jede Bewegung und das Schaben des Kabels an der Kleidung besonders laut. Fragt die Stewardess was man trinken möchte versteht man nichts und muss die Stöpsel rausnehmen oder am kleinen Batteriepack im Kabel die Monitor-Taste drücken. Die Stöpsel in die Ohren hinein zu bekommen ist gar nicht so einfach. Ich muss immer am Ohr ziehen und brauche pro Ohr beide Hände. Es braucht meist mehrere Anläufe bis sie richtig sitzen und dann kommt die Stewardess schon wieder zurück…

Dann habe ich mir mal bei Conrad Elektronik zwei Noise-Cancelling Ohrhörer von KOSS gekauft. Die waren nicht sehr teuer, aber ich konnte sie nicht ausprobieren und sie haben gar nicht in meine Ohren gepasst. Letztlich habe ich sie verschenkt. Dann habe ich im letzten Jahr in Wiesbaden beim Media-Markt einen ‘richtigen’ AKG Kopfhörer mit Batterien und Noise-Cancelling gekauft. Der klingt recht gut, aber das Noise-Cancelling funktioniert nicht wirklich. Außerdem drücken die kleinen Ohrmuscheln auf die Ohren. Die originalen Apple-Ohrhörer die bei meinem iPOD dabei waren klingen nicht sonderlich gut und ihm Flugzeug sind die Nebengeräusche so laut, dass man den iPOD echt laut einstellen muss, damit man mit diesen Ohrhörern die Musik hören kann. Davon bekomme ich nach kurzer Zeit Kopfschmerzen.

Der BOSE Kopfhörer schluckt praktisch alles an Umgebungsgeräuschen, es ist frappieren wie still es im Best-Buy ist sobald man ihn aufsetzt. Und die Musik klingt sogar richtig gut. Und wirklich bequem ist er auch – 299 Dollar – hm…

Wir schauen mal was es sonst noch so gibt! Sandra fällt eine kleine Kamera auf. Es gibt auch tolle Notebook-Taschen, schöne kleine Laptops und da ist ein iPAD – es ist lieferbar – in verschiedenen Ausbaustufen sogar! Ein Typ spielt gerade Guitar-Hero auf dem iPAD – cool! Als er fertig ist können wir auch mal probieren. Das Ding ist echt flach, sehr leicht, schnell und hat ein großartiges Display. Ich schaue mal kurz meine Fotos in der Fotocommuntiy an und bin richtig begeistert. 499 Dollar plus 6% Steuern soll die kleinste Version kosten. Bei der Einfuhr nach Deutschland kämen noch einmal 19% deutsche Mehrwertsteuer und irgendwas um 15% Einfuhrzoll dazu. Da kann man das Ding dann sicher auch bei Gravis kaufen. Aber der Kopfhörer… Hey, da gibt es eine Dose mit Druckluft – 5,99 Doller + 6% Tax – damit kriege ich bestimmt den ganzen Sand aus allen Kameraritzen gepustet – gekauft! Wir schauen weiter und finden noch so einiges was ganz praktisch ist und nicht so sehr teuer :-) Ich kann mit der Kreditkarte bezahlen, auch den Kopfhörer :-| Aber er ist wirklich gut :-)

Anschließend wandern wir durch den Sportsman. Hier hat Wolfgang im letzten Jahr sein neues GPS gekauft. Sandra ist total begeistert was es hier alles gibt. Camping, Trekking, Pistolen, Angeln, Flinten, Gewehre, Bücher, Schlafsäcke, Kanus, Zelte, Anhänger fürs Auto, Lesezeichen, Out-Door-Kaffee, Fertiggerichte, einfach alles gibt es hier…

Danach gibt es einen leckeren Kaffee gleich neben an. Danach volltanken und ein Stück die Straße hinunter. Da ist das Zion Outlet Center. Wow, hier gibt es Klamotten bis zum Abwinken. Drei T-Shirts für 15 Dollar! Wir kaufen richtig ein :-) Doch wie bekommen wir das alles nach Hause? Kein Problem, wir sind ja vier Wochen hier, da darf man pro Nase zwei Koffer zu je 23 Kilogramm mitnehmen. Auf dem Hinweg hatten wir viel weniger Gepäck dabei. Jeweils einen großen und einen kleinen Koffer. In einem der vielen Läden gibt es Koffer! Sandra kauft einen recht großen Koffer. Er sieht so aus, als würde er voll gepackt etwa 23 Kilo wiegen und er ist nicht teuer. Ab ins Auto damit. Dann haben wir Hunger, es gibt einen Salat mit gebratener Hähnchen Brust, er ist wirklich super!!

Dann ab zum Auto und zurück nach Hurricane. Kurz vor Hurricane dann ein Wegweiser – Oak Creek State Park – was das wohl ist? Ich biege einfach mal links ab. Hey da ist ja ein riesiger See!!! “Halt doch mal an, nein nicht hier, dahinten kannst Du bis ans Wasser fahren!” Kann man nicht, DAS ist der State Park! Nur mal ans Wasser zum gucken – das kostet schon Geld! Wir fahren ein paar Hundert Meter weiter und da gibt es das dann kostenlos. Ein paar Fotos und weiter. Wir fahren durch zwei kleine Tunnel unter dem Interstate hindurch und finden ‘Adams House’ und einen sehr idyllisch gelegenen Camping-Platz – schön ist es hier!! Direkt daneben der Oak Creek – Idylle pur! Aber es geht nicht weiter, also zurück. Dann links und schon sind wir in Leeds – Leeds in Utah!! Ein feiner Ort, viele schöne Häuser und vor allem viele Pferde. Sandra ist ganz aus dem Häuschen! Dann geht es wieder links unter dem Interstate hindurch. Es ist die Silver Riff Street – wunderbar. “Schau mal, was für ein schönes Haus!!” Und da, noch eines und noch eines und noch eines… Jedes zweite Haus steht zum Verkauf. Die Finanzkrise hat hier richtig heftig zugeschlagen! Es gibt eine Bonanza-Road – wirklich cool! Wir halten immer wieder an und machen Fotos von den Häusern die teilweise fast wie eine größere Ferienwohnanlage aussehen. Hier wird sich der eine oder andere Mitarbeiter von Lehman & Co. in Unkosten gestürzt haben…

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“Hey, fahr mal zurück – Schau mal nur 500.000 Dollar!” “Ja genau – für das Grundstück!!” – ohje – wenn schon das Grundstück so teuer ist, was werden dann die leer stehenden Villen kosten?

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Wir fahren mit einigen kleinen Umwegen ‘heim’ ins Rodway Inn. Mein Kopfhörer ist super, die kleine Festplatte funktioniert gut und Sandras neue Kamera macht tolle Videos im Format 16:9 und in HD-Qualität – sie ist begeistert! …ich auch :-)

Hier ist mein persönliches “Bild des Tages”.

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Hier ist der Track des Tages:

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Und hier gibt es das zugehörige KMZ zum selbst anschauen mit Google Earth.

Tag 25 – Rund im Hurricane und Zion

Heute ist Montag, am Donnerstag geht es in den Flieger. Wir schlaf aus, gegen 10h geht es in Richtung St. George. Dann sehen wir den Walmart auf der rechten Straßenseite und biegen instinktiv ab :-) Wir kaufen ein paar Trauben, Sandwiches und Salat. Dann gibt es im Subway ein kleines Frühstück. Die Bestellprozedur ist durch mindestens genau so viele Rückfragen bestimmt wie in Deutschland. Kann man nicht einfach mal das bestellen was auf dem Plakat ist ohne zwischen Brotsorten die man nicht kennt, Eiervariationen die einem völlig fremd sind und anderen Zutaten wählen zu müssen? Egal, wir schaffen es! Stolz essen wir unser Frühstück und es schmeckt sogar.

Dann geht es in Richtung St. George. An der Ausfahrt Nr. 8 biegen wir vom Interstate 15 nach Westen ab und steuern den Snow-Canyon an. Dort angekommen zahlen wir 6 Dollar Eintritt und los geht es. Es ist schon 21°C warm, die Sonne steht hoch, es ist fast Mittag und eigentlich haben wir gar keine Lust auf eine anstrengende Wanderung. Wir fahren einfach langsam durch den Park und sind überrascht, als wir nach ein paar Minuten am nördlichen Ende angekommen sind. Egal und tschüss…

Es geht nach Norden. Dann ist rechts eine kleine Dirtroad, wir biegen mal ab. Es geht nach Osten, nach Süden und schon sind wir wieder auf dem Highway – wir waren ganz kurz im Diamond Valley ;-) Es geht wieder nach Norden, irgendwann biegen wir wieder rechts ab und nun geht es immer weiter. Wir finden kleine Seen, plätschernde Bäche, saftig grüne Wiesen, ein paar Bauernhöfe, Pferde, Kühe, Wälder, Schluchten – es ist richtig cool. Was mir nur Sorgen bereitet, die sehr gut befahrbare Dirtroad ist nicht im GPS zu sehen! Aber egal, solange man gut fahren kann. Dann ein Wegweiser – 28 Meilen bis Cedar City – also weiter geht die Reise.

Zwischen durch gibt es mal den Salat und die anderen Leckereien. In Cedar City tanken wir kurz und fahren dann in Richtung Cedar Breaks National Monument. Die Straße steigt auf über 3.000 Meter an und wir können irgendwann ein Schneeballschlacht machen. Es sind noch 11°C und ich spüre deutlich, dass ich hier oben ein wenig kurzatmig werde. Dann geht es wieder runter in Richtung Süd-Osten. Irgendwann biegen wir rechts ab in Richtung Zion Canyon. Um 18h20 kommen wir am Eingangshäuschen an und müssen tatsächlich so kurz vor Sonnenuntergang noch 25 Dollar bezahlen! Aber die lohnen sich! Sandra ist schwer beeindruckt und wir bleiben ständig stehen und machen jede Menge schöner Fotos.

Dann geht es zum Motel, kurz frisch machen, danach gegenüber zum JB’s. Dort gibt es ein leckeres Abend essen, danach im Motel die Bilder sichten, kurz bloggen und dann todmüde ins Bett fallen. Morgen geht es weiter nach Las Vegas.

So sah heute unser Track aus:

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Hier ist die Track-Auswertung:

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Hier ist das KMZ zum selbst anschauen mit Google Earth.

Tag 26 – Hurricane nach Las Vegas

Der letzte Tag in Utah ist angebrochen, es ist 8:25 und die Sonne scheint durch einen Schlitz im Vorhang in unser geräumiges schönes Appartement. Eine Stunde später sind wir startklar. Dem Zimmermädchen legen wir ein paar Dollar hin, geben die Schlüssel ab und verabschieden uns vom netten Geschäftsführer. Es geht los in Richtung St. George zu Denny’s.

Das Frühstück ist wie gewohnt gut und preiswert. Danach brechen wir auf in Richtung Las Vegas. Das GPS hängt an der Windschutzscheibe und zeigt etwa 930 Höhenmeter. Auf dem Weg nach Las Vegas werden es beständig weniger Höhenmeter. Ich überlege ob ich nicht einfach den Leerlauf einlegen könnte. Oder mal ein Fahrrad mieten und nach Las Vegas rollen lassen? Na, vielleicht, muss man doch etwas gegen den Luftwiederstand tun – egal – es geht bergab – jedenfalls rein physikalisch gesehen.

Als wir an der Ausfahrt zum Valley of Fire ankommen zeigt das Thermometer schon 27°C. Gestartet sind wir bei 13°C – wir schauen uns tief in die Augen. “Hast Du Lust auf eine Wanderung in praller Sonne bei 30 Grad? In der Wüste ohne Schatten?” – Nein, haben wir nicht und so geht es einfach weiter. Wenig später sind wir in Las Vegas. Wir fahren in Richtung Flughafen, dann von der Autobahn runter und schauen mal ob wir ein preiswertes Motel in der Nähe des Strip finden. Schließlich landen wir im ‘America’s Best Value Inn’. Die beiden Nächte kosen etwa 100 Dollar. Das Zimmer nicht klein, muffig und echt spartanisch ausgestattet. Aber wir sind ja nicht lange hier. Und es gibt einen kleinen Pool.

Wir räumen das Auto leer und dann geht es zu Fuß Los zum “New York New York”. Sandra ist ganz begeistert. Nach all den Steinen tun Menschen und Häuser richtig gut! Es gibt Pizza und Pepsi – schmeckt super! Dann mal rüber ins MGM, dann Planet Hollywood und das Monte Carlo. Zwischendurch Geschäfte bis zum Abwinken. Nach ein paar Stunden sind wir pflastermüde und wollen nur noch auf die Couch. Es geht zurück ins Motel. Kurz alles ablegen und dann mit iPOD bzw. Badeanzug an den Pool. Während sich Sandra physikalisch abkühlt tue ich es auf mentale Weise. Es gibt Cafe del Mar bis zum Abwinken. Der neue BOSE Kopfhörer ist genial. Ich schließe die Augen und bin weg. Kein Flughafen mehr, keine Autos, keine Hubschrauberrundflüge – nur groovige Musik.

Als die Sonne hinter den Häusern versunken ist geht es zum Abendessen. Direkt vor der Türe ist ein kleine Restaurant. Die Speisekarte ist gut, die Bedienung freundlich und die Preise sind überaus zivil. Der Laden hat sogar 24 Stunden lang geöffnet. Es gibt Bier und Rotwein. Wir entscheiden uns für das Steak mit Stampfkartoffeln, Zwiebeln und geröstetem Käse-Baguette. Dazu einen Gartensalat mit Hausdressing. Alles zusammen mit einem Glas Rotwein und einer Flasche Bier kostet knapp 25 Dollar und es war sogar richtig lecker. Es macht sich bezahlt wenn man sich 500 Meter vom Strip entfernt :-)

Danach sind wir platt und sichten die Fotos des Tages.

Ich habe ein kleines Experiment gemacht. An die D300 habe ich das 10,5mm Fisheye montiert. Dann habe ich die Kamera in den JPG-Modus gestellt, auf ‘Unendlich’ fokussiert, den Autofokus abgeschaltet und 500 Intervallbilder mit einem Intervall von 5 Sekunden eingestellt. Innerhalb der Casinos stelle ich ISO-1600 und Blende 2.8 ein, außerhalb Blende 8 und ISO-200. So laufen wir stundenlang durch Las Vegas und die Kamera klickt und klickt. Weitgehend unbemerkt fotografiere ich hunderte von Passanten, alles ohne durch den Sucher zu schauen, die Kamera an der Schulter oder ganz platt vor dem Bauch.

Die Bilder sind witzig und spiegeln einen ungeschminkten Eindruck dieser Stadt wieder.

Ein paar ‘normale’ Fotos gibt es auch noch :-)

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Tag 27 – The Venetian

Es ist etwa acht Uhr als uns die ersten Sonnenstrahlen wecken. Und die haben es schon richtig in sich! Unser Zimmer liegt nach Osten und die Morgensonne macht es so schnell so warm, dass wir es ohne die ratternde alte Klimaanlage kaum aushalten können. Also schnell anziehen und ab zu COCO’s vorn an der Straße.

Es gibt ein Frühstück, dass sich hinter dem bei Denny’s nicht zu verstecken braucht. Der Spaß kostet inkl. Steuern und Trinkgeld etwa 25 Dollar – die Preise ähneln sich.

Danach die paar Meter zurück zum Motel, ins Auto und durch die morgendliche Wüstenhitze über den Las Vegas Boulevard nach Norden. Wir steuern das ‘The Venetian’ an. Ein riesiges Casino das im Stile von Venedig erbaut ist. Als wir aus dem (noch) fast leeren Parkhaus das Casino betreten fällt mir ein Geldautomat ins Auge. Er steht mitten im Casino – wie praktisch :-) Ich stecke meine Kreditkarte ein und kann ohne eine PIN oder ähnliches 200 Dollar abheben – so offeriert es jedenfalls der Automat. Dass fast 20 Dollar Gebühren anfallen verschweigt er nicht – Autsch. Egal, ich habe nur noch 25 Dollar und hier ist das Leben nicht so preiswert wie auf dem Dorf. Der Automat stellt sogar eine Quittung aus – großartig. Nur wo ist das Geld? Es gibt ein Cash-Fach aber das bleibt hartnäckig verschlossen! Hm, ich schaue mir die Quittung an, es sieht so aus als müsste ich mein Geld an einer Kasse abholen. Ich frage eine der netten Angestellten. Ich muss zum ‘Cashier’. Dort angekommen muss ich meine ID und meine Kreditkarte zeigen. Mit ID ist der Personalausweis gemeint. Sowas hat der Angestellt noch nicht gesehen, einen deutschen Personalausweis. Damit kann er so recht nichts anfangen. Er schiebt mir einen Block rüber und bittet mich meine Adresse aufzuschreiben. Komisch, die steht doch auf der Rückseite des Personalausweises – ok – ich schreibe meinen Namen und meine Adresse auf. Er kann meine Handschrift nicht lesen. Ich frage ihn ober noch nie einen deutschen Personalausweis gesehen hat. Hat er nicht! Leute gibt es und das in einem der größten Casinos am Ort :-) Ich erkläre ihm, dass bis auf den ZIP-Code (Postleitzahl) alles auf der Rückseite steht was er braucht. Dann kommt Sandra ‘Gibt es ein Problem?’ Er schaut komisch drein, dann vergleicht er akribisch meine Unterschriften auf Kreditkarte und Personalausweis. Er schaut sich die Fotos an, dann beginnt er etwas auf dem Computer zu tippen. Nach endlos erscheinenden Minuten erhebt er sich und geht wortlos weg. Als er zurück kommt muss ich einen Abholschein unterschreiben und erhalte eine Quittung. Ich bin verdutzt – und was jetzt? Dann endlich fragt er mich wie ich meine 200 Dollar haben will. Ich wähle vier 50er und bekomme sie sogar – geht doch! Aber so kompliziert hätte ich das nicht erwartet. In den Casinos ist die Straße des Geldes in die Tresore der Betreiber ein irre breiter echt gut geteerter 10 spuriger Highway! Der Weg des Geldes vom Tresor zu einer einfach unbedeutenden Privatperson ist dagegen eher eine steinige staubige Dirtroad. Aber damit kennen wir uns ja inzwischen aus, dumm nur, dass Kreditkarten keinen Allradantrieb haben…

Ok, das Casino: Es gibt einen kleinen Canale Grande und Touristen werden gegen harte Währung mit kleinen Gondeln spazieren gefahren. Einige der Gondolieros singen gern und geben in der großen Halle immer mal wieder ihre Können zum Besten. Die Halle quittiert dies immer wieder ohne Murren mit einem wirklich grandiosen Echo. Die Amerikaner haben es echt drauf, da ist eine ganze Stadt mit einem künstlichen Himmel überzogen und alles was darunter ist wird auf (für Männer) angenehme 20°C herunter gekühlt. Sandra ist nach etwa drei Stunden sowas von durch gefroren, dass sie sich nach Sonne und Wärme sehnt. Wir gehen zum Parkhaus. Leider ist es das Falsche! Es scheint mehrere Parkhäuser zu geben. Wir latschen und suchen und latschen und suchen. Nach einer halben Stunde haben wir den Abgang gefunden durch den wir gekommen sind. Diese Casinos sind einfach riesig groß. Kleine Städte für sich!

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Als wir im Auto sitzen ist Sandra ziemlich fertig. Mir tut auch alles weh. Die Teppiche sind so dick und weich, dass man die ganze Zeit das Gefühl hat man würde hier auf 5 cm dickem Moosgummi laufen. Das schlaucht zumindest mich :-)

Ein paar Minuten sind es bis zu COCO’s Restaurant. Es gibt Steaks mit Stampfkartoffeln und einseitig gebratenem Käsebrot – Lecker!

Danach werden die Bilder gesichtet, es ist schon 15h. Sandra geht eine Weile an den Pool, als ich ihr folge gibt es dort keinen Schatten und mir ist es dort viel zu warm. Also wieder zurück, die ratternde Klimaanlage anwerfen und den tollen neuen BOSE Kopfhörer genießen. Da kann rattern was will, sobald eine wenig Musik läuft höre ich von dem Getöse nicht’s mehr – großartig.

Es ist gleich 18h – wir machen uns jetzt mal auf und besuchen das Excalibur. Ich bin gespannt!

Tag 28 – Lange Stunden am McCarran International Airport

Gestern haben wir noch eine kleine Rundreise durch Las Vegas unternommen und eine Autowaschanlage gesucht. Schließlich haben wir in der Nähe der Autovermietungszentrale eine vollautomatische Anlage gefunden die unseren Jeep für ganz 6 Dollar von Außen wieder auf Hochglanz gebracht hat. Auf dem Rückweg sehe ich die Brücke die den Las Vegas Boulevard in Richtung Fry’s überspannt. Instinktiv biege ich nach links ab und ein paar Minuten später sind wir im MediaMarkt². Hier gibt es für Computer & Co. so ziemlich alles was man sich denken kann. Das Angebot ist super, die Auswahl groß. Die Preise entsprechen etwa dem was wir daheim in Euro bezahlen würden. Beim derzeitigen Dollarkurs nicht so interessant. Bevor es um Griechenland richtig ernst wurde und man für einen Euro 1,5 Dollar bekommen hat wäre es wirklich super gewesen. Aber egal, unsere Koffer sind eh voll und eigentlich haben wir ja alles.

Eigentlich wollte ich nach der Wanderung durch den Fry’s Superstore noch ein paar Bilder im Excalibur schießen. Das was ich im Internet gesehen habe sah ganz schön aus. Aber wir haben Hunger, es ist schon fast 21h und wir sind fast bei COCO’s Restaurant. Also verkneife ich mir die nächtliche Fotosession zumal Sandra nicht mehr laufen kann. Aber ins Restaurant. Das Essen ist wieder gut, ich bestelle mir meinen vielleicht letzten Burger auf diesem Trip. Dazu gibt es ein Glas Bier: Samuel Adams ein dunkles Lager – schmeckt super – meine Bierempfehlung für Las Vegas!

Als wir mit unserem Essen fertig sind habe ich überhaupt keine Lust mehr allein im Dunkeln am Excalibur herumzuschleichen. Wir bestellen uns noch zwei Gläser Fetzer Cabernet Sauvignon – meine Weinempfehlung für die USA!

Nach dem Wein sind wir so angeschlagen, dass eigentlich nichts weiter passiert außer, dass wir verschwitzt und todmüde ins Bett fallen.

Der letzte Tag beginnt

Es ist noch keine 8h als uns die Sonne wachkitzelt. Die Nacht war warm und unruhig aber wir sind doch halbwegs ausgeschlafen. Duschen, anziehen und alle sieben Sachen zusammenpacken. Als alles gepackt ist gehen wir ein letztes mal rüber zu COCO’s Restaurant. Den Laden finden wir richtig gut, das Essen schmeckt und es kostet viel weniger als in einem der Casinos am Las Vegas Boulevard. Es gibt zwei Rühreier und vier Kartoffelpuffer mit Speck und Gemüse. Denver Pancake nennen die das hier. Ich schaffe das alles wieder nur zur Hälfte. Wer hier jeden Tag bei allen Mahlzeiten seinen Teller leer isst muss mittelfristig total aus den Fugen gehen.

Dann zurück, das Zimmer noch einmal kontrollieren. Unsere Kühlbox, die restlichen Flaschen, Dosen, Pappteller, Plastikbecher, Plastikbesteck – wir lassen alles in einer großen Mülltüte zurück. Nach einem Abstecher durch das Excalibur und das Luxor geht es über den Las Vegas Boulevard in südlicher Richtung. Nach ein paar Minuten biegen wir links ab und sind schon fast beim Rental Car Return angekommen. Dort geht alles wie im letzten Jahr. Wir folgen der Beschilderung ALAMO. Dann fahre ich ganz vorsichtig über die ‘Wegfahrsperre’. Das ist eine Art Sägezahn der in Fahrtrichtung einklappt. Fährt man entgegen der Fahrrichtung drüber werden  zwangsläufig alle Reifen der Reihe nach aufgeschlitzt. So kommt hier kein Mietwagen weg :-)

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Es werden hunderte von Autos zurück gegeben. In etwa fünf Reihen stehen vielleicht je 20 Autos, es ist wie bei der Anfahrt zur Kranger Kirmes in Herne. Als wir ausgepackt haben kommt ein Alamo-Mitarbeiter. Es setzt sich in das Auto und fängt an ewig lang am Bordcomputer herum zu fummeln. Mir wird klar, er hat ein Problem damit, dass ich die Maßeinheiten von US-Units auf Metric umgestellt habe. Er würde gern die Meilen bei Abholung und Rückgabe erfassen. Irgendwann hat er alles zurück gestellt und wir bekommen unsere Rückgabequittung.

Nach einem kurzen Fußweg durch das Rental Car Center warten wir auf den Bus der uns zum Terminal 2 bringen soll. Nach kurzer Zeit ist er da und der Fahrer lädt unsere Koffer ein. Es ist noch ein Mitarbeiter von Hertz mit im Bus, es geht los – fast leer! Der Hetz-Mitarbeiter trägt ein gelbes Poloshirt und eine kurze schwarze Hose. “It’s freezy!!” Ja, der Bus ist fast so kalt wie ein Eisschrank :-)

Am Terminal angekommen krame ich meinen letzten einzelnen Dollar raus und drücke ihn dem netten Busfahrer nach dem Ausladen der Koffer in die Hand. Wir gehen durch die Eingangstüre und stehen direkt vor der Condor-Schlange. Es ist 12:45 – der Check-In soll um 13:30 beginnen. Ich habe Durst und wandere mal los. Ein paar Meter weiter finde ich drei Automaten. Links gibt es Getränke, ich stecke einen 10 Dollar Schein hinein – er kommt aber gleich wieder heraus. Ich muss den Automaten mit 1 Dollar Scheinen füttern. Ok, ich habe noch einen 10er, zwei 20er und einen 50er – war tun? An der nächsten Eingangstüre ist eine Art Pizzastand – nur gibt es dort statt Pizza Devisen. Eine kleine Wechselstube – wer hätte das gedacht. Die Dame ist nett und gibt mir für meinen 10 Dollar-Schein einen 5er und fünf 1er. Ich gehe zurück zum Automaten. Sandra hat mich gebeten etwas zu holen ‘was auch ihr schmeckt’ – also KEINE Dr. Pepper! Ich stecke einen Dollar in den Automaten und tippe C – 6 – Wasser ohne alles – etwa 0,33 Liter oder so – keine Ahnung wie viel OZ das hier sind. Der Automat macht nichts – absolut gar nichts. Dann lese ich, dass ein Wasser ohne alles DREI DOLLAR kostet – oups – ich schiebe noch zwei Dollar nach und habe ein kleine Flasche kaltes Wasser. Nun eine Cola? Leider reicht das Geld nicht, der 5er kommt wieder zurück und die beiden 1er reichen nicht aus – Blöd!

Sandra freut sich über etwas kaltes zu trinken…

Nach einer quälend langen Stunde sind wir irgendwann eingecheckt. Die Sicherheitskontrolle ist kein Problem und wir sitzen am Gate 4. Es ist etwa 14 Uhr und unsere Flieger startet voraussichtlich zum 20 Uhr – sechs Stunden warten – ätzend. Aber besser als zwei Wochen gar nicht fliegen zu können, das gab es ja vor kurzem noch…

Wir suchen uns einen Platz an dem es Steckdosen gibt. So können wir ein wenig bloggen. Doch die Steckdosen sind hier sowas von ausgeleiert, da bleibt praktisch kein Stecker wirklich drin. Es nervt total. Die Leute hier fliegen zum Mond, schicken Roboter zum Mars und haben so beschissene Steckdosen. Ahhhh…

Dann findet Sandra eine Doppelsteckdose hinter einer Sitzreihe. Wir sitzen mit dem Rücken zum Fenster und können kaum lesen was die Notebooks und zu sagen haben – ABER – wir haben STROM! Die beiden Notebook-Netzteile liegen zwischen uns auf der Sitzbank und die Netzkabel werden so gut von der Sitzbank gestützt, dass beide Stecker einen zwar wackeligen aber doch für den Transport elektrischer Energie geeigneten Übergangswiederstand besitzen. Super, wir können bloggen!

Am Flughafen gibt es ein kostenloses offenes WLAN und das funktioniert sogar recht gut.

Wenn ich da an Frankfurt denke. T-Online nimmt dort etwa 10 Euro pro Stunde…

Vielleicht sind die Amerikaner doch das fortschrittlicher Volk – wenn sie noch vernünftige Steckdosen hätten…

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Eben habe ich die letzten Bilder auf mein Notebook kopiert, da fällt mir ein Bild auf, dass ich gestern noch schnell gemacht habe. Vor etwa vier Wochen hatte ich geschrieben, dass ich das KFZ-Ladekabel für mein Garmin Colorado 300 daheim vergessen habe. Statt des Kabels für das Garmin habe ich ein KFZ-Ladekabel für ein Batterie-Ladegerät eingesteckt. Sie sehen sich recht ähnlich und ich war kurz vor der Abreise ein wenig konfus. Im Auto vernünftig zu navigieren war nicht möglich, da das Display bei Batteriebetrieb nicht wirklich hell wird. Beim Wandern ist es ok, da kann man das Gerät so in die Sonne halten, dass das spezielle LCD das Licht gut reflektiert und man auch ohne Beleuchtung alles sehr gut lesen kann. Im Auto an der Windschutzscheibe gegen das Licht – keine Chance!

Wir hatten ja überlegt nach St. George zu fahren um ein Kabel zu kaufen. In Page gab es leider nichts passendes. Dann hatte ich abends die Idee einfach ein Kabel bei www.amazon.com zu bestellen. Schließlich sind wir im Land von Amazon und UPS! Gedacht, getan – und drei Tage später war mein Kabel tatsächlich an der Rezeption im Rodway Inn in Page zur Abholung bereit. Der Karton war bis gestern in meinem Koffer – er war eigentlich zu schade für den Müll. Doch nun ist er weg – aber ein Foto habe ich noch gemacht…

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Nach langem Warten am McCarren Airport in Las Vegas trifft mit etwa vier Stunden Verspätung unsere Ersatzmaschine ein. Nun kann es nicht mehr lange dauern – denkt man! Aber falsch gedacht. Bist die Maschine geprüft, gereinigt und wieder startklar ist vergeht locker eine Stunde. Dann irgendwann beginnt das Einstiegsprozedere. Wir haben Reihe 40 – fast ganz hinten und dürfen gleich nach den Rollstuhlfahrern und den Familien mit Kindern einsteigen. Sandra möchte gern am Fenster sitzen. Es ist eh schon dunkel und bei der Ankunft in Frankfurt erwarten uns Wolken und Regen. Also sitze ich am Gang. Ist gar nicht so schlecht, da kann man zwischendurch mal aufstehen und sie recken. In der Premium-Economy war nichts mehr frei, daher sitzen wir in der richtigen ‘Holzklasse’. Der Service ist praktisch der Gleich, aber die Sitzreihen sind verdammt eng beieinander. Wenn ich gerade und aufrecht sitze, etwa so wie bei der praktischen Führerscheinprüfung, sind zwischen den Knien und dem Vordersitz 2 Zentimeter Luft – nicht wirklich viel. Das kann ja was werden.

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Nach endlos lang erscheinendem Herumstehen auf der Startbahn geht es um 21h20 endlich los. Geplant war 16h35, aber so konnte ich noch ein paar Fotos eines gigantischen Sonnenuntergangs machen :-)

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Bei der ersten ‘Getränkelieferung’ bestelle ich mir zwei klein e Flaschen Weißwein zu je 187ml. Ein Grauburgunder, gar nicht schlecht und er macht richtig schön müde. Ich setze mir den neuen BOSE Quit-Comfort 15 auf die Ohren, starte Café del Mar 1-14 oder so und versinke im Reich der Träume, leider nur für kurze Zeit. Dann werde ich wach weil mir übel ist, den Wein habe ich wohl zu schnell herunter gekippt. Aber es gibt auch schon was zu Essen. Ein paar Nudeln mit Zubehör, auch ganz ok. Danach überlege ich kurz ob ich zu Kotzen auf Klo gehen oder weiterschlafen soll, ich entscheide mich für Letzteres :-)

Als ich total verspannt wieder wachwerde habe ich höllische Halsschmerzen, sicher habe ich die ganze Zeit wie ein leicht Schwachsinniger mit weit geöffnetem Mund laut schnarchend die Crew amüsiert. Egal, so ist das eben. Ein paar Schluck aus der 3,37 Dollar teuren kleinen Flasche Cola helfen gegen das ausgetrocknete Gefühl. Übel ist mir nicht mehr und es sind noch 2,5 Stunden restliche Flugzeit. Die werden dann doch ganz schön lang, aber die meisten Fluggäste haben ihre Fenster verdunkelt und fast alles versuchen ein wenig zu schlafen.

Ich setze mir meinen neuen Kopfhörer wieder auf und es gibt das neue Album von Dredge zu hören. Danach Cafe del Mar Klassik 1-3 und irgendwelchen anderen belanglosen Chill-Out-Krams, aber es vertreibt die Zeit.

Die Landung in Frankfurt ist sauber und ich wundere mich wie sein ein tonnen schwerer Flieger fast 11h in der Luft bleiben kann, fast 1000 Km/h schnell und in gut 10.000 Metern Höhe fliegen kann – Wunder der Technik. Als gerade alle aufspringen als gäbe es bei ALDI ein 3 GHz Quadcore Notebook für 299,- Euro kommt die Durchsage des Flugkapitäns, wir sind bei den Frachtmaschinen abgestellt worden – sicher wegen der Verspätung. Eine Treppe ist nicht da, alle stehen herum als wäre es 7:45 und als sei es innen im ALDI noch dunkel… Dann geht das Licht an – endlich… Alle stürmen los, dann die Passkontrolle, wir wählen die rechte Seite – großer Fehler. Die Familien mit Kindern werden vorgezogen, doch die amerikanische Familie mit den beiden Kindern hat zwar vier Ausweise, aber nur zwei Ausweise haben ein Lichtbild. Es dauert ewig… Auf der anderen Seite sind die tollen Automaten die ich von der Bundesdruckerei kenne. Man legt selbst seinen modernen E-Pass auf einen Scanner, geht  danach in eine Schleuse und wird fotografiert. Ein Computerprogramm vergleicht dann das auf dem Pass gespeicherte und via RFID ausgelesene Passbild mit dem nur wenige tausendstel Sekunden alten Schnappschuss. Eine Frau muss die Brille abnehmen, sie geht hin und her, ein Bild, noch ein, und noch eines, dann öffnet sich das Gatter. Sie ist erleichtert, dann muss sie noch den kritischen Blick der Aussichtsbeamtin ertragen – sie hat es geschafft. Haben wir doch die richtige Seite gewählt?

Schließlich sind wir auch an der Reihe und es gibt meine Probleme. Dann warten wir noch einmal 30 Minuten auf die Koffer. Dann zum Taxi – super – es ist riesig und die Heckklappe ist schon geöffnet – doch der Fahrer winkt ab, nach links hinter der Baustelle. Ok, wir wandern los. Der Flughafen ist irgendwie schmuddelig, die Gehwegplatten sind kaputt, viele sind heraus gerissen und notdürftig repariert. In Las Vegas ist vielleicht das Muster des Teppichs wenig geschmackvoll, aber so sieht es dort nicht aus! Willkommen daheim!

Dann finden wir einen Taxifahrer. Eine Mercedes E-Klasse – unsere Koffer passen nicht hinein – da war der Jeep irgendwie geräumiger… Die Sitzbank wird zur Hälfte umgeklappt, Sandra sitzt zwischen den Koffern ich mit den letzten 55 Euro auf dem Beifahrersitz. Es geht los, in der ersten Kurve bin ich verängstigt, in der zweiten bekomme ich Angst. Der Typ fährt als ginge es um sein Leben. Vollgas, bremsen, rechts überholen, Vollgas, bremsen… Das sind wir nicht mehr gewöhnt, ich kriege schwitzige Hände…

Dann fragt er etwas und ich verstehe kein Wort. Er fragt nochmal, ich verstehe gar nichts, welche Sprache spricht er? In den USA war das einfacher, da haben wir eigentlich jeden verstanden. Schließlich kommen wir ins Mainz an. Ich parke mein Auto um, am Wochenende gibt es einen Marathon. Dann einen kurzen Schwartz mit Familie Schreeb und es geht mit Sandras Auto weiter nach Norden. Es ist kalt, bewölkt und regnerisch. Als wir gerade von der A60 auf die A61 gewechselt haben rammt uns von links fast ein Volvo mit holländischem Kennzeichen. Sandra kann noch ausweichen und bremsen, das war knapp. Dann vor uns die Hölle, ein paar Wahnsinnige in schwarzen Kombis und ein Mercedes SL-600 überprüfen die Drehmomentkurven der Hersteller. Dann testen sie die Bremsen und führen den nächsten Test durch, wie das alles nervt. Anfangs ging es mir in den USA alles zu langsam auf der Autobahn. Doch wir haben uns daran gewöhnt. Niemand drängelt dort, die Lichthupe benutzt niemand und hupen tut im Südwesten auch niemand. Die Leute fahren diszipliniert, denn die Polizisten verstehen keinen Spaß! Nun bin ich fast 6.000 Kilometer durch die USA gefahren und es gab nicht ein kritische Situation und ich habe mich nicht einmal über Drängler und andere Menschen mit der ‘Freude am Fahren’ geärgert. Da sind wir gerade eine Stunde in Deutschland und schon geht das Generve wieder los. Willkommen zuhause!

Daheim angekommen wird erst einmal alles hoch geschleppt und die Hütte durchgelüftet. Es gibt eine richtige Wohnung mit Fenstern zu beiden Seiten. Wasserhähne aus denen richtig viel Wasser kommt und ein Bett das wir selbst beziehen müssen. Home sweet home, hier ist es auch schön. Und zwei eBay-Päckchen sind auch schon da :-) Tirili…

Zurück in Deutschland

Das Jetlag hat mich noch ein wenig im Griff, die halbe Nacht konnte ich nicht schlafen und den Tag über half nur viel Kaffee. Aber es normalisiert sich so langsam aber sicher :-) Heute kurz vor Sonnenuntergang war ich dann mal kurz mit der neune gebrauchten D2x aus der eBay-Bucht in den Weinbergen bei Oppenheim. Aus Spaß an der Freude habe ich mal einen dichten Orangefilter auf das 1.4/85mm geschraubt und die D2x im SW-Modus mit kräftigen Kontrasten betrieben. Die Ergebnisse sind teilweise ganz witzig. Als Objektiv hatte ich ausschließlich das Nikon AF-D 1.4/85mm dabei. Eine tolle Linse mit sehr sehr wenig Tiefenschärfe! Mit diesem Objektiv lassen sich einzelne Objekte sehr schön betonen und aus dem Zusammenhang hervorheben.

Ganz witzig finde ich dieses Schild hier. Ob damit gemeint ist, dass man auf dem Friedhof jetzt nur noch als Kurzzeitparker beerdigt wird und vielleicht nach 2-3 Wochen sein Grab wieder zu verlassen hat?

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Kaum zurück geht es nach kurzer Gnadenfrist gleich wieder an die Arbeit. Aber die vielen schönen Fotos und Erinnerungen bleiben :-)

 

Hier habe ich einen kleinen Film der aus mehreren hundert Einzelbilden zusammen gesetzt ist und einen mehrstündigen Rundgang durch mehrere Casinos zusammenfasst.

 

 

 


USA 2009 – Wie ich den Kontakt aufnahm

Im Jahr 2009 habe ich meine erste Reise in den Süd-Westen der USA unternommen. Damals war alles neu für mich und weil ich die meiste Zeit allein war habe ich jeden Tag mit dem Microsoft Live Writer gebloggt. So konnten meine Lieben daheim virtuell mitreisen und wussten immer ob es mir gut geht. Eine vernünftige Video-Kamera hatte ich damals noch nicht, aber ich war froh mit meiner kleinen Nikon S600 trotzdem einige Eindrücke dieser total geilen Reise festhalten zu können. Insgesamt war ich fast 6 Wochen unterwegs und habe hier alle Artikel die damals abends im Motel geschrieben habe für Euch sehr kompakt zusammengefasst.

 

21. Februar 2009 – Reisevorbereitungen

Seit Tagen laufen die Reisevorbereitungen auf Hochtouren. Vorgestern ist der Absatz meines linken Wanderstiefels aufgebrochen. Nun stehen hier zwei neue Exemplare und warten auf den Einsatz und den USA. Ich bin ja ein wenig skeptisch weil die Stiefel noch neu und hart sind. Daher habe sie heute und gestern ein wenig “einzulaufen” versucht. Beim Sockenkauf im Intersportladen habe ich dann gleich heute zur Erheiterung der Verkäuferin beigetragen. “Und da laufen sie die neuen Schuhe heute gleich ein wenig ein – TYPISCH MANN – Lach…..” So kann das gehen! Mit den neuen Socken sollte es keine Blasen geben und wenn doch, dann muss ich eben mal einen Tag Pause machen und es mit Charlie Watts von den Stones halten, der auf Tournee vor dem Einschlafen immer mal gern die Nachttischlampen zeichnet die im Hotelzimmer neben ihm stehen. Ich werde sie vielleicht fotografieren und dann in der fotocommunity ausstellen  :-)

Ein Blick auf die Wettervorhersage ist derzeit relativ ernüchternd. In Las Vegas sind es tagsüber lockere 20°C – Im ca. 900 Meter höher gelegenen Örtchen Page sind davon derzeit nur noch 9°C übrig. Gut, dass ich gestern noch eine warme Mütze gekauft habe.

Der Blick auf eine der WebCams am Lake Powell stimmt mich derzeit jedoch versöhnlich und ich bin ich sehr gespannt was mich übermorgen in Arizona erwartet…

22. Februar 2009 – Vorabend Check-In

Nach den letzten Arbeitstagen heißt es am Samstag erst einmal ausschlafen. Um 10h gibt es im Quartier 65 (www.quartier65.de) wieder einmal das mit großem Abstand allerbeste Frühstück der Erdgeschichte – da diese sehr lang ist kann der geneigte Leser vielleicht erahnen wie gut das Frühstück im Quartier 65 ist!

Nach dem Frühstück werden im Appartement nebenan die Ding zusammen gelegt die mit auf die Reise sollen. Zuerst fällt die Entscheidung: 1x Technikkoffer 1x Kleidungskoffer

Ok, da das nun geklärt ist wird zuerst einmal der Technikkoffer gepackt – Stative und Zubehör, Wasserflaschen, Taschenmesser, Kabel Kabel Kabel – “Das sieht aus wie das Arsenal eine Terrorverdächtigen!” schießt es mir durch den Kopf. Aber es ist keine Bombe – nur sagen darf man das ja auch nicht – wird schon alles gut gehen…

Der Technikkoffer ist gepackt, nun ist der Kleidungskoffer an der Reihe. Stopf Stopf Stopf – Mist das passt alles nicht. Die ganzen T-Shirts, Hosen Hemden – alles viel zu viel. Ok, da ist ja auch die Tube mit dem Handwaschmittel aus dem letzten Urlaub – Tirili. Also werden einige der Kleidungstücke die entbehrlich sind aussortiert. Beim zweiten Test lässt sich der Koffer immer noch nicht schließen. Ok, er ist ja auch neu und noch unausprobiert. Der Technikkoffer steht während der Prozedur in der Ecke und grinst sich einen. “Das wird dem schon noch vergehen denke ich mir!” 60 Sekunden später läuft das Bügeleisen langsam zur Hochform auf. Während nun all meiner weltanschaulichen Ansichten zum Trotz alles gebügelt wird was in den Koffer soll denke ich mir, dass das Bügeln von Wäsche doch Sinn macht und all die Millionen Frauen die das täglich tun (ok, Männer tun es auch) so verkehrt gar nicht liegen.

Am Ende der Prozedur bin ich total relaxed und der Wäscheberg ist tatsächlich geschrumpft. Gebügelte Wäsche nimmt weniger Raum ein als ungebügelte Wäsche – meine düstere Vorahnung hat sich als bittere Wahrheit entpuppt!

Nun lässt sich der Kleidungskoffer auch schließen. Die neuen Kofferbänder vom Mainzer Vorabendeinkaufsbummel sehen auch ganz witzig aus. Sie enthalten auf schwarzem Grund lauter kleine aufgedruckte gelbe Warnhinweise die man mit “Achtung Kängurus” übersetzen könnte. Fein!

Nun muss das alles nur noch zum Flughafen – leider ist der Vorabend-Check-In erst ab 18h möglich. Dank meiner ausgeprägten hausmännischen Fähigkeiten ist es aber erst kurz nach 16h. Also gibt es erst einmal den zweiten Beitrag um 2009er Urlaubsblog!

Gleich geht es dann nach Frankfurt. Morgen um 9h30 laufen die Triebwerke an um 10h sollte die Reiseflughöhe erreicht sein. 2,5 Stunden später bin ich dann schon in Las Vegas – leider zur Ortszeit – irgendwas ist komisch bei dieser Rechnung…

Bitte wenden Sie sich an den Ticketing-Schalter

Seit 1995 lebe ich aktiv von der Softwareentwicklung. Seit mehr als einem Jahrzehnt funktioniert das was ich da sehe in der Regel nicht ganz so wie man es sich erhofft oder erwartet. Wenn es funktioniert was man selbst programmiert hat macht es manchmal Spaß und dann fühle ich mich schon mal wie Hannibal vom A-Team der sich nach erfolgreicher Mission eine Zigarre in den Mund steckt und die Worte sagt: “Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert”.

Leider sind diese Moment oft sehr selten. Ganz schlimm wird es wenn vielleicht ein Java-Applet das auf einem Solaris Server von einem Apache Web-Server gehostet wird eine Reservierung entgegen nimmt, eine UTF-8 kodierte XML-Datei erzeugt, die dann per FTP auf einen Linux Server kopiert wird, wo sie von einer Java-basierten EAI Lösung eine namhaften Herstellers in eine Bytewust fester Länge konvertiert wird, wobei nicht erkannte Zeichen mit Blanks aufzufüllen sind, diese dann von einem Batch der über ein JCL getriggert wird, schon einige wenige Augenblicke später auf einen 20 Jahre alten Großrechner kopiert wird. Dort wird die Bytewurst dann vielleicht von einem COBOL Programm geparst, dass ein mittlerweile pensionierter umgeschulter Grundschullehrer vor 28 Jahren im Anschluss an seine Umschulung programmiert hat. Nach dem Parsen werden dann vielleicht einige Datenschnipsel in den EBCDIC Zeichensatz konvertiert um letztlich in einer hierarchisch organisierten Datenbank in einer indexsequentiellen Datei ihr Altersruhe zu finden.

So weit so gut, dumm nur, wenn der Apache-Webserver bevor das alles passiert ist einem SMTP-Server gesagt hat, er solle doch bitte dem flehenden Reisenden eine Buchungsbestätigung zukommen lassen…

Irgendwie so stelle ich es mir vor was da mit meiner Sitzplatzreservierung gestehen ist. Jedenfalls gab es heute beim Vorabend-Check-In heftige Konfusionen bei verschiedensten weiblichen Mitarbeitern einer großen deutschen Vogelfluglinie…

Einen Sitzplatz habe ich nun – nicht den erwarteten – vielleicht einen direkt am Klo wo ständig Leute rumstehen und warten, dass das Klo endlich für sie frei wird. Egal, morgen um 12h30 Ortszeit ist das hoffentlich alles vergessen.

Dann kommt die nächste Nagelprobe, eine andere Bytewurst enthielt meine Mietwagenbuchung…

23. Februar 2009 – Angekommen

Oder: Warum in Amerika alles anders ist…

Was für ein Tag, 6h aufstehen, 7h ins Taxi. 25KM zum Frankfurter Flughafen – 9h30 Take-Off – 10.000KM bis nach Las Vegas – 22h oder besser 13h Ortszeit in den Shuttle-Bus zur Car Rental Station. Eine Stunde warten weil ALLE ABER AUCH ALLE Mitflieger ein Auto wollen. In Las Vegas ist diese Woche ein Ärzte-Kongress! Endlich bin ich an der Reihe. Dann habe ich keine Liability gebucht – sagt die Dame am Counter jedenfalls. Hm, fahren ohne Haftpflicht ist nicht lustig – was kostet das denn – very cheap – nur 13,95$ – Echt? – JA! – PRO TAG? – Oh!!!

Ok, was sein muss muss sein. Bewaffnet mit Notebook-Tasche, Fotorucksack und zwei Koffern zu je 23 KG wandere ich in die Halle in der ALAMO seine Autos stehen hat. Ein netter Herr weist mir den Weg zur Choise-Line. Prima, nur den Trailblazer zu dem mir geraten wurde gibt es hier nicht. Das größte was da rumsteht ist ein Nissan X-Terra – ok er ist sauber und hat keine Beulen, also rein mit den Klamotten und los zur Schranke. Da zeige ich brav meinen Führerschein und das Pappblättchen vom Armaturenbrett und schon versinkt die rot/weiß gestrichene Barriere im Boden. Kannte ich bisher nur vom Kanzleramt…

So etwa um 14h Ortszeit geht es also endlich los – ABER erst einmal muss man halten und warten bis das Navi sich wiedergefunden hat – eigentlich ist es für Wandertouren konzipiert. Nach ein paar Minuten zeigt es mitten im Stadtplan von Las Vegas einen freundlichen blauen Pfeil an! Genial! Dann mal los auf die Autobahn nach Norden! Ist hier alles ganz einfach, man fährt nicht auf der A3 Richtung Oberhausen um dann bei Duisburg auf die A42 in Richtung Dortmund abzubiegen um dann bei Bochum auf die A43 Richtung Münster zu wechseln usw. Nein, hier fährt man nach Norden – so einfach ist das!

Der Weg ist lang und eintönig. Während ich da so herfahre kommt es mir fast vor wie der Süden von Teneriffa, nur größer und ohne Meer. Irgendwann wird das Speedlimit von 75 auf 65 auf 55 auf 40 Meilen reduziert. Ich bin im Virgin-Canyon. Das sieht alles großartig aus und so langsam kommt USA-Feeling auf. Bei der Landung und der Fahrt zum Car-Rental-Center kam mit alles vor wie Gran Canaria, ob es am Sand und den Palmen liegt??

Nach zwei- oder dreihundert Kilometern – mit den Entfernungen ist das hier so seine Sache – weist erneut ein freundlicher blauer Pfeil nach rechts in Richtung Lake Powell. Nur ist dieser aus Blech und steht verschämt am Straßenrand. Warum ich das erst erkenne als ich an der Ausfahrt vorbei bin kann ich nicht sagen. Die nächst mögliche Ausfahrt ist richtig weit weg. Ich glaube mich entsinnen zu können, bei Google-Earth eine alternative Verbindung gesehen zu haben. Also kurz raus und im Koffer mal nach der Karte suchen. Die findet sich schnell und – wer hätte das gedacht – alles gar kein Problem. Weiter geht’s…

10 Minuten später bin ich bei de Ausfahrt 27 – nur sehe ich sie von der Straße die parallel zum Highway verläuft. Egal, da ist die Ausfahrt jetzt geht es rechts ab. Alles ist super. Am Horizont die verschneiten Berg im Rückspiegel ein grandioser Sonnenuntergang. Der Ansgar gibt Gas! Der große Motor macht schöne kernige Geräusche – das bringt Spaß! Nach einer Kupp sehe ich plötzlich ein Polizeifahrzeuge auf der Gegenseite stehen – huch – schnell vom Gas – noch mal gut gegangen!

Mittlerweile ist es dunkel und ich bin schon fast seit 20 Stunden auf den Beinen – oder besser – auf dem Hintern! Am ersten Abzweig halte ich kurz mal an und werfe einen Blick auf meine tolle Karte. Der Maßstab ist mörderisch und Saltlake City und El Paso sind nicht weit von einander entfernt. Welchen Weg nehme ich denn oben oder unten am Zion Nationalpark vorbei??? Oben scheint es kürzer zu sein. Ok, weiter geht’s… Irgendwann ist es stockdunkel und mir fallen langsam die Augen zu. Dich da erscheint Springdale am Straßenrand. Cool, viele Hotels, Restaurants, echt niedlich hier – fast wie am Vierwaldstädter See in der Schweiz. Plötzlich ein kleines Häuschen für Eintrittskarten, geschlossen! Ich bin verwirrt, es kommen Autos aus der Gegenrichtung, habe ich mir so verguckt, ein Park???

5 Minuten drehe ich am Rad des Navis dann wird klar. ich bin an der Westlichen Einfahrt des Zion Nationalparks angelangt – aus Versehen! Vielleicht ist die deutsche Weise der Autobahnnavigation doch gar nicht so verkehrt denke ich mir und fahre langsam weiter. Die Straße wird enger und kurvenreicher. 20 Meilen darf man hier “schnell” fahren! Das Navi zeigt Luftlinie noch 189KM Bis nach Page – autsch! Ich kann das alles nicht glauben und halte noch mal an, aber alles ist korrekt, lediglich der Maßstab der Karte ist so hoch, dass die vielen vielen Kurven einfach fehlen. Irgendwann bin ich so weit oben im Zion National-Park, dass an den Straßenrändern Schnee liegt. Hoffentlich ist die Straße frei, schießt es mir in den Kopf. Dann ein Wintermärchen, im Radio Country Musik, die Straße ist rotbraun oder Adobe wie man hier sagt. Auf den Bäumen Schnee. Ich mitten drin, war ganz witzig, leider konnte ich von alle dem fast nichts sehen weil es schon dunkel war…

Nach unendlich lang erscheinenden Kurven zeigt das Navi endlich einen Fortschritt in der Entfernungsmessung. Um 21h Ortszeit bin ich in Page. Langsam fahre ich den Lake Powell Boulevard entlang bis ich plötzlich rechts das Rodeway Inn sehen – geschafft!

Beim Aussteigen fällt mir auf, dass mein toller Nissan gar keine Nummernschilder hat!?!?!? Spinnen die Römer oder habe ich sie verlogen!?!? In der Windschutzscheide klebt ein Zettel der was von einer 30 Tage Sonderzulassung erzählt. Scheint also ok zu sein, der Mann im Hotel bestätigt dies.

Im Zimmer angekommen stelle ich fest, hier ist echt alles anders. In der Garderobe steht ein Bügelbrett, es gibt ein Bügeleisen, die Betten sind so groß, dass ich hier mit einer vierköpfigen Familie übernachten könnte. Alles ist frisch gestrichen und macht einen sauberen Eindruck. Endlich kann ich wie ET versuchen “nach Hause” zu telefonieren. Doch dann passt der Stecker vom neuen Notebook nicht in die Adapter, diese halten nicht in der Wand und und und… Das neue Taschenmesser hilft!

Während ich nun mein Ankunftsblog runter klimpere geht mir durch den Kopf
– die Autos sind größer
– die Straße sind breiter
– die Betten riesig und der Himmel wahrscheinlich ein wenig blauer…

Da war ich dann auch schon eingeschlafen…

Update: Bin wieder wach und warte auf das Frühtüsck – nur wann gibt es das? Klar, zwischen 7h und 9h aber wie spät ist es jetzt wirklich? In Las Vegas hatte ich meine Uhr korrekt eingestellt aber dann war ich in drei verschiedenen Bundesstaaten…

Das kleine animierte Bildchen auf dieser WebSeite bringt die Erleuchtung, in gut zwei Stunden gibt es Frühstück. http://www.cityofpage.org/

Der geneigte Zeiteisende des 21. Jahrhunderts kann sich auch stets hier informieren:
http://wwp.greenwichmeantime.com/time-zone/usa/arizona/page/

Bis zum Frühstück könnte ich eigentlich die Nokia Software zu meinem Handy installieren, dann kann ich auch Handyfotos ins Blog einbinden!

Breakfast in America

Oder: Wie sehr ich das Quartier 65 schätze

1 Tag im Rodeway Inn

Die Dusche tut gut, das Wasser ist warm und das Bad ist sauber, prima. Nur einen Hairdryer gibt es nicht – ok den kann ich mir sicher auf der anderen Straßenseite im Safeways organisieren. Nach den quälend langen Prozeduren der täglichen Körperpflege wandere ich rüber und erwarte ein echt mächtiges Frühstück. Der Dame an der Rezeption stelle ich mich brav vor und frage wo ich denn hin muss “You can get it here!” ist die Antwort. Und die war ernst gemeint. Nun verstehe ich auch, warum es das Frühstück ab 7h gibt, scheinbar sind alle Gäste Frühaufsteher. Demensprechend sieht es aus als ich um 8h43 dort stehe. Ein paar Brotkrümel liegen vor der Toaster, von Brot keine Spur. Der Spender für den Orange Juice ist Out of order, unter eine Plexiglas-Abdeckung liegen einige Donuts deren fettiger Glanz mich an frisch geschlüpfte Kälbchen erinnert. In einem Kühlschrank steht eine Plastikflasche deren Boden sogar mit Milch bedeckt ist. Daneben zwei Spender für Müsli, oder ist es doch Trockenfutter für Haustiere? Es ist farbenfroh und die runden Kringel erinnern mich an eine Begebenheit vor fast 30 Jahren, als mir eine Freundin meiner Freundin auf einer Party etwas zwischen die Zähne schob. Sie sage “Hier, probier mal.” Während ich kaute fingen alle Mädels an zu lachen und zeigten mir die Verpackung, es war ein Hundekeks – lecker!

Gegenüber vom Hotel ist eine Autowerkstatt. Nach einem lauwarmen Kaffee und einem Becher Apfelsaft, die Becher sind hier aus Styropor, schaue ich mir auf dem Rückweg das Treiben dort mal an. Überall liegen Reifen und dann kommt ein kleiner älterer Herr und erklimmt umständlich die Fahrgastzelle eines gewaltigen GMC Geländewagens. Als er den Motor startet geht mit ein Wow durch die Sinne – Hubraum ist durch nichts zu ersetzen außer durch mehr Hubraum. Danach denke ich “GMC – Für mehr Freude beim Tanken”.

Im Zimmer steht das Notebook noch auf dem Bett, also warum nicht schnell ein paar Zeilen schreiben. Wehmütig gehen mir die Bilder vom Abschiedsfrühstück im Quartier 65 durch den Kopf, meine Henkersmahlzeit wie Herr Schreeb sie grinsend nannte.

So, nun rüber zum Safeways mal nach einem Fön schauen…

Update:

Beim Safeways gibt es keine Elektronikartikel, im wesentlichen Lebensmittel. Die einzige Verkäuferin hat jeden Kunden abkassiert, ist dann aufgestanden um die Kasse herumgelaufen und hat die Einkäufe in Tüten Verpackt. Bei uns wäre das undenkbar  :-) Hier nimmt man die Wartezeit scheinbar gern in Kauf.

Den Track von gestern habe ich mit dem Tool GPS-Trackanalyse.NET in eine KML-Datei konvertiert. Diese Datei findet Ihr hier Anreise in Google Earth öffnen. Man kann die Datei lokal speichern und dann mit Google Earth öffnen. Zoom man nach Las Vegas erkennt man eine rote Schlangenlinie, das ist mein Track von gestern. Folgt man diesem Track, kann man die Fahrt von Las Vegas nach Page nachverfolgen, ganz witzig  :-)

So, nun geht es aber endlich los um ein paar richtige Fotos zu machen…

24. Februar 2009 Fix und fertig

Oder: Warum sich die Amis nicht weiter als 50 Meter von Ihren Autos entfernen

Was für ein Tag, erst die Oberpleite mit dem Frühstück und dann der Horsehoe Bend im Süden von Page – Grandios! Viele Touristen kommen nur kurz dorthin, schießen ein paar Fotos und gehen wieder, was sehr schade ist. Denn diese wirklich monumentale Flussbiegung hat es in sich. Wer kann sollte hier ein wenig verweilen und prüfen ob ihn nicht der Atem der Geschichte nicht doch mal kurz berührt.

Auf dem Heimweg war ich noch kurz im Walmart und habe jetzt sogar einen Hairdryer für ganze 9,95$ gekauft, das sind gerade mal 8 Euro! Lustig ist der Stecker dieses Elektrogerätes. Da ist tatsächlich eine Sicherung dran und es hängt ein großer Aufkleber an der Schnur mit einem Bild von einer Badewanne und einem Fön – GROSS DRUCHGESTRICHEN – die Amis sind echt witzig. Ganz witzig ist auch der Betrieb. Wenn man vor dem Spiegel steht, das Licht ist eingeschaltet und man wirft dann diese neumodische Höllenmaschine an, so wird voll im Ernst das Licht spürbar dunkler. Einen Computer ohne Notstromversorgung sollte man an diesem Stromnetz besser nicht betreiben  :-)

Hier mein erstes Foto “richtiges” Foto der USA Reise. Dieses National-Monument wird wahrscheinlich täglich hundertfach fotografiert. Doch ich kannte es bislang nur aus der Fotocommunity und war wirklich gespannt es endlich mal selbst “Live” zu sehen und ich bin immer noch schwer beeindruckt was allein durch Wasser und Zeit entstehen kann.

Horseshoe-Bend---HDR-02-1000

Das gleiche Bild gibt es auch in der Fotocommunity.

Das alles schreibe ich während ich fix und fertig im Bett liege und gut verstehe warum die Amis sich selten weiter als 50 Meter von ihren lustigen Autos entfernen, es ist anstrengend! Vor allem für untrainierte Europäer die ihre meiste Zeit am Schreibtisch verbringen  :-)

24. Febraur 2009 – Die zweite Nacht in Amerika

Oder: Was man gegen kalte Füße tun kann

So, die Anreise und der erste Tag sind schon rum, die zweite Nacht im Hotel war mindestens genauso kalt wie die erste. Um 5h in der Frühe bin ich fröstelnd aufgewacht. Auf dem Weg zwischen Bad und Banane habe ich dann mal den großen Kasten an der Wand inspiziert. Hey, das Ding macht warme Luft, deshalb gibt es hier keinen Fön! Bei den Amerikanern ist eben alles ein wenig größer. An den Tankstellen muss man vor dem Tanken bezahlen, damit keiner den Sprit klauen kann. In den Hotels sind die Haartrockner an der Wand angeschraubt damit sie niemand mitnimmt. Ok, bei der Größe sowieso eher unwahrscheinlich.

Oder ist es doch ein Klimagerät? Egal, es macht die Hütte warm, unterstützt den Treibhauseffekt und riecht trotzdem wie ein alter Fön der seit Jahren in Benutzung ist. Aber die kalten Füße werden nun langsam wieder warm.

Mit dem Notebook auf dem Bauch habe ich mir nochmal ein paar Bilder des Vortages angeschaut und ein wenig herumgebastelt. Dabei ist ein Panorama aus 8 Hochkantfotos entstanden.

Horeshore-Bend---Pano-01---1000

Dieser Bend ist sowas von cool, da müsste man glatt ein zweites mal hin. Vielleicht zum Sonnenaufgang?

So, nun noch ein bisschen weiterschlafen…

25. Februar 2009 – Serenade of light

Oder: Warum der Antelope Canyon Millionen Menschen fasziniert

Kurz vor dem Aufstehen war mir klar, heue verzichte ich mal auf das Frühstück. Bewaffnet mit warmer Kleidung, Stativ, zwei Kameras, 5 Objektiven, Filtern, Kabeln und anderen Dingen die zu brauchen ich glaubte ging es los in Richtung Lower Antelope Canyon. Mein Wanderer-Navi ist mit echt tollem Kartenmaterial bestückt, leider sind die Karten nicht routingfähig, eine richtige Navigation ist mit diesen Karten also nicht möglich, jedenfalls nicht so wie man es sich als Autofahrer wünschen würde. Das wurde mir heute Morgen wieder einmal klar. Statt freundlicher Pfeile die dem leicht desorientierten SUV-Fahrer den Weg weisen, gibt es eine pinkfarbene Luftline – begrenzt hilfreich… Bei Google Earth hatte ich mir zuvor angeschaut wo es lang geht – das hilft.

Nach ein paar Autominuten war ich dann tatsächlich am sagenumwobenen Lower Antelope Canyon. In der Wikipedia hatte ich etwas gelesen und mir war klar, dass man schon wissen muss wo der Canyon ist, weil man ihn sonst nicht findet. Dass dieser Canyon von der Straße praktisch unsichtbar ist stand dort aber nicht. Heute habe ich sehr anschaulich gelernt, dass sich viele Schönheiten Arizonas in den viele Millionen Jahre alten Felsen verstecken.

Die Konversation mit dem echt freundlichen Indianer bei der kleinen Holzhütte neben den fröhlich bunten Chemietoiletten war wieder herzerfrischend. Ich habe vielleicht 50% von dem verstanden was er mir gesagt hat. Sicher hat er mir gesagt wie lang ich bleiben kann und was es kostet. Als ich dann fragte “How much is ist?” hat er mich echt verwundert angeschaut. Man sollte nicht so tun als würde man die Menschen verstehen, das bewahrt den Reisenden vielleicht vor manch einem Missverständnis. Sicher lässt sich diese annähernd bahnbrechende Erkenntnis auch auf das Zusammenleben von Mann und Frau übertragen. Statt eines leicht angenervten “Ja Ja” sollte Mann vielleicht gelegentlich lieber fragen was Frau den damit meint?

Wie dem auch sei, letztlich habe ich 26$ Eintritt gezahlt und ausgehandelt, dass ich bis “Ladenschluss” bleiben darf. Zu diesem Zeitpunkt, es war etwa 10h, war ich der EINZIGE Besucher!

Der nette Indianer hat mir dann höchst persönlich den Weg gezeigt und mir eine Menge über den Wechsel der Jahreszeiten und den Lauf der Sonne, wann man wo im Canyon die besten Fotos macht usw. erzählt, denke ich jedenfalls…

Nach ungefähr 100 Metern dann ein schmaler Schlitz im Fels. Da passt mein dicker Hintern – äh Fotorucksack – niemals rein denke ich mir und tatsächlich, es passt nicht… Warum kann man sich hier anschauen:

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Durch den schmalen Spalt rechts im Bild muss man sich zwängen um einen der perfektesten Slot Canyons durchwandern zu können, wow!

Im Canyon ist es mindestens so kalt wie im Weinkeller vor Kloster Eberbach, nur schöner. Gut, dass ich eine warme Jacke dabei habe. Was man von Müttern nicht alles lernen kann…

Knipsend und staunend wandere ich fast fünf Stunden lang zwischen den atemberaubend geformten Felswänden hin und her. Kurz vor dem Ende des Canyons gibt es etwas was man als einen großen Raum bezeichnen könnte. Dieser weckt meinen Pioniergeist. messerscharf kalkuliert muss ich zwei Stunden warten bis sich ein göttlicher Lichtstrahl durch Felsspalten hinweg seinen Weg bis zum Boden bahnen wird. Also warte ich, wie sich das gehört, schließlich will ich ja mit DIESEM FOTO auf die Titelseite der nächsten GEO. Während ich da also stehe und mir langsam aber sicher kalt wird geht die Zeit nur langsam voran. Vom gottgleichen Lichtstrahl keine Spur. Statt dessen kommen nach und nach ein paar ältere Damen, Herren, Asiaten, native Americans usw. Alle entgegnen mir ein fröhliches “HI” und ich fühle mich an das “Hola” auf Teneriffa erinnert.

Die Zeit vergeht gaaaaannnnz l  a n g s     a            m….

Ich klettere immer mal wieder die Leiter des Ausstiegs hoch um zu schauen wo die Sonne bleibt. Nichts scheint sich zu bewegen, warten, warten, warten. Mit Frauen und/oder Kindern ginge das nicht denke ich mir, denen wäre langeilig (ist mir auch) sie müssten Pipi (muss ich auch) sie hätten Hunger (hab ich auch) sie hätten Durst (hab ich auch) aber ich sage es nicht – wem denn auch – ich bin ja ganz allein dort unten. Trotzdem cool!

So um 13h glaube ich eine Gitarre zu hören – Hä? Schnell verlasse ich den warmen Platz in der Sonne am Ausstieg und “sichere meine Kameras” da kommt mir schon der freundliche Indianer entgegen. Gitarre spielend schwingt er sich gewandt die letzte Leiter hinab, freihändig während der einige Barre-Akkorde greift und zielsicher die Saiten zupft. Wow! Im Gefolge hat der die beiden letzten Gäste des Tages. Außerdem wollte er wohl mal schauen wo ich denn bleibe. “We close at three o’clock!” glaube ich zu verstehen. Ich versuche zu erklären, dass ich noch auf den göttlichen Moment warte. Er legt kurz die Gitarre beiseite und zeigt mir die Beams und erklärt wie sie wandern werden. Der Beam auf den ich warte wird wenn überhaupt um 15h den Boden vor meinem Weitwinkelobjektiv berühren – schade eigentlich. “Can I stay a little longer?” Er gibt mir in unnachahmlichem Englisch zu verstehen, dass ich um drei raus sein sollte, falls nicht noch jemand kommt und es kommen heute nicht viele Besucher. Ich habe den Tag über etwa 20 Besucher gezählt. Im Sommer kommen ca. 20 Besucher —- alle 5 Minuten!

Gegen 15h30 ist mein Beam immer noch nicht dort wo ich ihn haben will. Leicht enttäuscht nehme ich nicht den Ausstieg sondern wandere zurück zum Einstieg. Alle paar Meter halte ich staunend an, jetzt sieht alles anders aus als am Morgen! Etwa 100 Bilder später bin ich dann wieder draußen. Was für ein Canyon!

Auf dem Heimweg mache ich kurz Station beim Safeways. Dort gibt es die unvergleichlichen “Eating Right”-Produkte für die Mikrowelle – mit LOW FAT. Eine mexikanischer Chicken Enchilada mit Reis hat es mir angetan. Im Hotel fummle ich den Stecker der Mikrowelle in die ausgeleierte Steckdose hinter dem ungenutzten Fernseher. Das Kabel für mein Notebook muss weichen. Nach langen Augenblicken des männlichen Unverständnisses beginnt sich die leckere Mahlzeit in der Mikrowelle zu drehen, vier Minuten lang. Langsam fühle ich mich ein wenig wie ein echter Amerikaner, nur habe nur keine Stiefel an. Aus den vielen Filmen kenne ich frustrierte Cops die sich abends in ihrer gammeligen Wohnung wiederwillig ein Fertiggericht in die Mikrowelle schieben. Ja, ich bin angekommen, GOD BLESS AMERICA!

Und ich muss sagen, es schmeckt gar nicht schlecht. Erinnert mich irgendwie an das Essen aus einer der vielen Studentenkneipen in Mainz. In mir keimt der Verdacht auf, dass in den Küchen dieser Etablissements eine oder mehrere Mikrowellen zum Einsatz kommen. Egal, dazu gibt es Bier, heimliches Bier. Denn unheimlich ist nicht in den USA! In diesem Augenblick erschließt sich mir der Ursprung der Bezeichnung “Anonyme Alkoholiker” – klar kennt sie keiner – sie trinken ja auch alle heimlich daheim  :-)

Nach einem Tag ohne Trinken, Essen, Süßigkeiten, Kaffee, Toilette tut das Bier seine Wirkung und ich schlafe zufrieden ein, während das Notebook fast 16 GB Bildmaterial aufzusaugen versucht, wie einfach ist doch das Belichten von Filmen…

Stunden später schrecke ich hoch “Virusdatenbank wurde aktualisiert!” – es ist fast 21h – Zeit für einen neuen Eintrag in meinem Urlaubstagebuch…

Einige Bilder des Tages gibt es hier.

Freunde

Oder: Warum ich jetzt doch nicht weinen muss

Wer früh ins Bett geht wird auch früh wieder wach. Punkt 5h in der Früh macht mein Handy “Tü du du” – das bedeutet soviel wie “Gieeeeb mir Strooom” – bei meinen Synchronisationsversuchen hatte ich mal das Bluetooth aktiviert und dann vergessen es auszuschalten als ich dann endlich Nokia Datenkabel gefunden hatte. Tü du du – alle 5 Minuten Tü du du… Normalerweise kriege ich in dieser Situation immer einen Stoß in die Rippen “Hey, Dein Handy – mach es aus – der Kai schläft!!” – Niemand der mich heute stößt, wunderbar  :-)

Auf dem Weg zwischen Bett, Bad, Kühlschrank, Notebook und Bett sammle ich mir mein Frühstück ein. Drei leckere große amerikanische Kekse. Wahrscheinlich heißen die hier Cookies – egal – ich fühle mich an Filme erinnert in denen ein kleiner Junge von seiner schlecht frisierten und übel gelaunten Mutter ein Glas Milch auf den Tisch geknallt kriegt und dazu dann einen Teller mit eben diesen drei Keksen. So schlecht sind sie gar nicht denke ich während das Notebook startet.

Ein Blick in die E-Mails wirkt ernüchternd. Eine E-Mail von Marcus aus Mainz:

Hallo Ansgar,

wir sitzen gerade beim allerbesten Frühstück der Welt (siehe Anhang) und denken an dich. Grüße auch von Herrn Schreeb.

Marcus, Eric und Thomas

Ich muss echt breit grinsen und weiß schon vorher was das Bild im Anhang zeigen wird – und richtig – das allerbeste Frühstück der Welt:

frühstück-quartier65

Die Arme gehören sicher zu Eric. Er bestellt sich das Frühstück immer für 8h, sagt dies allen und kommt dann doch als erster so vielleicht um 7h41. Wann genau kann niemand außer Herrn Schreeb wirklich mit Genauigkeit sagen, denn er ist ja immer zuerst da. So manches Mal habe ich schon überlegt, ob ihn der Hunger treibt oder der grinsende Triumph in seinen Augen wenn man verschlafen um 8h02 oder später aufkreuzt. Wie dem auch sei, Eric sitzt immer hinten rechts! Danach kommt dann meist der Marcus. Während er damit beschäftigt ist das überlegene Gewinnergrinsen von Eric zu verkraften setzt er sich gegenüber von Eric an einen der drei Tische. So auch heute, denn sonst hätte er den mittleren Tisch aus der Fensterperspektive fotografiert. Als letzter ist heute wahrscheinlich der Thomas eingetrudelt. Er hat kein Problem mit Erics Gewinnergrinsen sondern eher schlechte Laune weil vielleicht sein iPhone immer noch nicht anzeigt wie viele Zeichen man beim Schreiben einer SMS noch übrig hat. Wie dem auch sei, es ist ein äußerst liebenswertes Triumvirat.

Ich muss sagen, ich vermisse dieses exquisite überaus köstliche Frühstück und bin jetzt schon wieder froh, dass ich es im April wieder genießen darf.

Wen jetzt interessiert wo es dieses Frühstück gibt, der klickt einfach mal hier. Wer das allerbeste Frühstück der selbst einmal genießen möchte muss sich sputen, das Hotel hat nur sechs Zimmer!

Ja und warum muss ich bei alle dem nicht weinen? Ganz einfach, weil ich nur im Kino weine (meistens jedenfalls), ne im Ernst, es ist hier so cool. Wenn man morgens die Karte ausbreitet und überlegt “Monument Valley, Zion, Bryce Canyon…?” Als ich in den Flieger stieg war mir klar, dass ich das allerbeste Frühstück der Welt für eine Zeit schmerzlich vermissen würde. Aber das ist der Preis für schöne Eindrücke und ein neues Lebensgefühl. Und ich zahle ihn gern, wenn es auch morgens um 5h17 manchmal ein klein wenig schmerzt  :-)

So, die Kekse sind alle, das Bett voller Krümel und die Tagesplanung beginnt jetzt. Mehr dann heute Abend.

26. Februar 2009 – Der Weg zur Wave

Oder: Warum es besser ist einen Permit zu haben

Hier ein Panorama aus 21 Einzelbildern – Anklicken öffnet die größere Version…

Nach meinem reichhaltigen “Eating Right”-Frühstück habe ich mir heute einen kleinen Orientierungstag gegönnt. Einfach mal losfahren und schauen was so alles passiert. Zuerst ging es runter zum Lake Powell um mal zu schauen wo die Boote ablegen die zur Rainbow Bridge fahren. Dann ein paar Bilder hier und da, ein Uferpanorama und dann weiter auf der 89 in Richtung Kanab. Da kann ich gleich ausprobieren wie genau die Wegpunkte sind die mir der olfgang per Mail geschickt hat. Und ich muss sagen, Hut ab – alles passt prima!

Am Abzweig zur Wave, auch genannt “The Wave” – zeigt das Navi, dass ich den Wegpunkt TW1 erreicht habe. Ein Feldweg und was für einer, sowas wollte ich immer schon mal befahren. Jetzt ist Ziehung denke ich mir und rein in den Matsch. Wow macht das Spaß, mit Allradantrieb voll durch die Wildnis – ich bin echt angekommen! nach ungefähr 12 Kilometern Geholper, Geschlingere, Staub, Matsch, kleinen Bachbetten und vielen eindrucksvollen Bildern jenseits des Weges komme ich am Wegpunkt TW2 an, der Parkplatz an dem die Wanderer loslaufen um sich die Wave anzuschauen. Bis TW3 sind es nur 2 KM – Luftlinie – soll ich los oder nicht – ein Permit habe ich nicht. Am Parkplatz stehen 8 Autos, alle haben eine Grüne Karte auf dem Armaturenbrett liegen die besagt, dass sie hier offiziell parken dürfen. Hm, wenn schon das so geregelt, dann erkennt ein Ranger sicher leicht wer hier ohne Genehmigung herum stapft. Also besser nicht, statt dessen ein wenig den Holperweg weiter, irgendwann wenden und mit viel Spaß zurück.

Nach einer kleinen Pause mit Keksen und O-Saft ist es links und rechts des Weges sowas von schön, da muss man einfach mal anhalten und aussteigen.

Die Bilder gibt’s hier im Fotoalbum Weg zur Wave.

Auf dem Weg zum Wegpunkt TW1 kommt mir dann ein Ranger entgegen. Hui, ob er an der Wave die Permits kontrolliert oder einfach nur mal nach dem Rechten sehen will? Egal, mir fällt ein Stein vom Herzen, dass er mich dort nicht OHNE erwischt hat.

Besser ist das!

Zurück in Page gibt es wieder ein paar Leckereien von “Eating Right”, einen Eintrag ins Blog (welchen wohl) und dann geht es wieder los zum Wegpunkt WHC1. Wer wissen will wo das denn nun wieder ist, den muss ich ein paar Stunden vertrösten…

Vierter Tag im Land der völlig unbegrenzten Möglichkeiten. Heute morgen auf dem Weg zum Auto hab ich mir noch schnell eine Cola aus dem Automaten unten am “Pool” gezogen – kostet hier 75 Cent. Neben dem Automaten steht eine Eismaschine, keine Ahnung was man damit macht – vielleicht Cockails oder so – ich brauche sie jedenfalls nicht. Beide Automaten sind mit einen Dreifachstecker an einer Steckdose angeschlossen. Das alles sieht ein wenig nach Märklineisenbahn aus, vielleicht auch nicht – irgendwie jedenfalls selbstgebastelt. Und wenn ich an die wackeligen Steckdosen hier im Zimmer denke aus denen die Stecker fast herausfallen, dann frage ich mich, wie eine so große Nation jemals die Weltherrschaft erringen will, man sagt ja google nach sie würden genau selbiges anstreben, wenn sie nicht einmal in der Lage ist vernünftige Steckdosen herzustellen.

Na, wahrscheinlich ist es einfach zu spät dafür oder man wartet noch ab wie eine KinderErwachsenenIdiotenSichereSteckdose für Elektroautos aussehen wird, um dann das ganze Land umzurüsten. Barak Obama legt doch gerade ein Konjunkturprogramm auf um die marode Infrastruktur des Landes zu modernisieren, warum nicht einfach mal mit den Steckdosen anfangen? Für die Übergangszeit könnte man in Deutschland wunderbare Adapter kaufen die sonst nur amerikanischen Reisenden in bundesdeutschen Baumärkten auffallen.

Na egal, warum soll man sich über Sachen ärgern die man nicht ändern kann, schließlich funktioniert es ja auch so wie es ist. Ob die Erfinder der amerikanischen Steckdosen heute bei Microsoft oder Oracle arbeiten?? Ganz witzig ist auch das Schild an meinem tollen neuen Haartrockner  :-)

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Jedenfalls bin ich heute um 5h aufgestanden und jetzt fast 15h später immer noch auf. Langsam aber sicher habe ich mich an die neue Zeit gewöhnt – so oder so. Einfach war es nicht – aber die Betten sind ja groß und ich habe den Ein-Schalter der Heizung inzwischen gefunden. “Therefore it’s not that fucking cold anymore!”

Auf dem Heimweg habe ich eben im Safeways gegenüber was tolles gefunden für das mich meine Mama loben würde – ein Eating Right Veggi Platter – Lauter Möhrchen und anderes Grünzeug, feinsauber gewaschen mit passendem Dipp dazu – das alles für umgerechnet 5 Euro – stark! Neben der Expresskasse gibt es sogar fertige Salate mit allem drum und dran zum selber mischen. Verhungern werde ich hier bestimmt nicht! Wenn man die Straße rauf und runter geht sind überall Motels und Restaurants. Letztere werde ich bald mal ausprobieren. Aber vor die dicken teuren Steaks hat Gott den Veggi Platter gesetzt!

Nach meinem nachmittäglichen Zwischenstopp bin ich dann noch mal zum Wegpunkt WHC1 gefahren –> Waterholes Canyon.

Dieser Canyon ist richtig tief, ähnlich schön wie der Antelope Canyon, aber auch nur teilweise und mit einem Permit zu besuchen. Den Permit gibt es wohl beim Upper Antelope Canyon. Irgendwie ist das hier für mich das größte Hindernis. Fast alles in hier in Privatbesitz. Auf den allermeisten Straßen stehen links und rechts des Weges Zäune. Sicher damit die wenigen Rinder die hier in der Wüste nach Essbarem suchen nicht ausbüchsen. Aber trotzdem ist es blöd, dass man immer das was man da am Horizont sieht nicht aus der Nähe bewundern kann weil man entweder einen Permit braucht, von dem man oft nicht genau weiß wo es ihn gibt, oder man sowieso nicht hin kann weil es zu gefährlich erscheint.

Wie dem auch sei, am Waterholes Canyon gibt es eine Fotolocation die sich “The Great Wall” nennt. Eigentlich braucht man auch dafür einen Permit, aber ich war heute so angenervt von der ganzen Permititis, dass ich einfach mein Auto an der Straße geparkt habe und das Schild am Fußgängerdurchgang der allgegenwärtigen Einzäunung großzügig übersehen habe. Es war schon fast 17h, um 18h geht hier derzeit die Sonne unter. Also hurtig, das Navi zeigt leider nur die Himmelsrichtung und das Gelände ist sehr zerklüftet, so bin ich zunächst ein wenig im Zickzack gelaufen, habe dann aber doch alles gefunden. The Great Wall ist schon beeindruckend. Wenn die Sonne untergeht fangen die Gesteinsformationen förmlich an zu glühen, wunderschön!

Eine klitzekleine Schnellauswahl gibt es hier.

So, nun gibt es Rohkost und Bier!

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Permititis

Oder: Endlich mal ausgeschlafen

Punkt 7h03 höre ich es wieder “Tü du du” – das Handy hat wieder keinen Strom mehr, vielleicht sollte man den Akku mal richtig aufladen und nicht immer nur die letzten 10 Minuten bevor man loszieht  :-) Egal ich bin wach, die Nacht war wieder saukalt und ich überlege ernsthaft ob ich mir einen Schlafanzug kaufen soll. “Klingt zwar komisch, is aber so”!” würde Peter Lustig sagen. Wann ich zuletzt einen Schlafanzug getragen habe weis ich schon gar nicht mehr. Ich glaube es ist locker 5 Jahre her! Na ja, lieber einen albernen Schlafanzug als die ganze Nach bibbernd im Bett zu liegen. Alternativ kann man das Gedröhne der Ventilatoren in der elektrischen Heizung ertragen.

Cool ist, dass das Hotel draußen eine große Leuchtreklame hat auf der in riesigen roten Buchstaben immer mal wieder zu lesen ist: “Free continental breakfast” – inzwischen glaube ich zu wissen was man in den USA von Dingen zu halten hat die nichts kosten, eher wenig bis gar nix. Vielleicht gehe ich gleich mal rüber zum Starbucks, mal schauen…

In der Copper Mine Road gibt es ein Tribal Office, da werde ich gleich mal versuchen einen Permit für den Waterholes Canyon zu bekommen. Die letzten Tage war es trocken, also habe ich vielleicht gute Chancen in zu Fuß ein Stück weit durchqueren zu können. Wenn nicht ist das auch egal, der Permit soll nur 5$ kosten. Aber wer weiß, vielleicht ist er schon wieder teurer geworden  :-)

So, jetzt putze ich mal die Zähne und mach mich fein, damit ich den Indianern beim Tribal Office mein schönstes Lächeln schenken kann…

27. Februar 2009 – Never hike alone

Oder: Warum man nicht auf privaten Straße fahren sollte

Nach ausgiebigen Frühstück, Morgenlektüre und täglichem Frühstücksblog bin ich dann so gegen 10h los gefahren um das Tribal Office in der Nähe von Lechee zu suchen. Dort soll es für 5$ einen Permit geben. Das Navi brauche ich gar nicht mehr wirklich, die Stadt ist so klein und übersichtlich, man findet sich hier schnell zurecht. Also ab in Richtung Walmart und dann weiter auf der Copper Mine Road. Das was bei Google Earth soooo einfach aussah entpuppt sich als schwierig. Das was ich laut Internetreisebericht & Co. für das Tribal Office halte ist ein Kuhstall. Dumm gelaufen, wenden, schauen, halten, rätseln. Hm, dann fällt mir ein, gestern habe ich gelesen, dass es beim Häuschen am Upper Antelope Canyon den Hiking Permit für den Waterholes Canyon ebenfalls geben soll.

In der Ferne sehe ich die Schlote des Kraftwerks qualmen, direkt daneben ist der Antelope Canyon, also schnell (was man hier so schnell nennen kann) zurück dort hin. Kaum angekommen ist alles verlassen – Nebensaison – eigentlich cool – da könnte man gaaaaanz allein in den Upper Anelope Canyon klettern! Vor der verlassenen Hütte steht ein echt großer weißer Truck mit dem wohl die Gäste zum Canyon gefahren werden. Drin sitzt ein Indianerfrau so um die 40 oder 50 – ich kann das nicht schätzen – sie ist jedenfalls eben so dick wie freundlich und erklärt mir, dass ich den Permit in der Nähe von Lechee im Tribal Office bekomme. Ja weiß ich doch!! Nur woooo ist es denn! Sie greift zum Handy und erklärt mir, dass es besser ist dort erst einmal anzurufen.

“Hi Brenda, this is Brenda – how are you – yeah – how about your children – are you ok – Brenda, there’s a guy wanna hike to waterholes canyon. Can he obtain a permit today? Yeah Yeah…. — -… Yeah  … OK – Yeak – Ok – bye see you later.” “Ok mister go ahead, turn left …. ask for Brenda.” “Are you Brenda”???$%$%” “Yes I am, but her name is also Brenda.”
(Versuch die Konversation sinn gemäß wieder zu geben.)

Wer will kann es mal zu zweit nachspielen – vielleicht morgen früh im Quartier 65 beim besten Frühstück der Welt? Als Zutat braucht man allerdings eine Kartoffel – derjenige der Brenda spricht muss die Kartoffel zuvor in den Mund stecken – Achtung – nicht kauen – nicht schlucken!

So weit so gut – Brenda macht mir eine tolle Zeichnung und erklärt mir haarklein wie ich Brenda finde. Also bedanke ich mich überschwänglich und ziehe von dannen.

Ein paar Minuten später bin dann bei Brenda angekommen. Ihr Tribal Office ist ein alter grauer Holzcontainer mit zwei Türen und zwei Fenstern. Er steht auf Stützen und in der Mitte ist eine breite Holztreppe angebracht die zur Veranda vor den beiden Türen führt. Im rechten Fenster ist ein Stück Pappkarton zu sehen auf dem in großen freundlichen Lettern das Wort “Open” steht – Prima!

Ich mache mal die rechte Tür auf und das sitzt Brenda! Ich erkläre was ich will aber sie weiß es schon. Nach ein paar Augenblicken habe ich für ganze 5$ meinen Hiking Permit. “You can enter the canyon from the east. You know where it is????”.-.-.-.-“

I know!

Ein paar weiter Minuten später bin ich am gleich Eingang den ich gestern total illegal genutzt habe um ein paar Bilder der Great Wall zu knipsen. Eigentlich würde ich gern so richtig hinab in diesen Slot Canyon klettern. Ein paar hundert Fuß entfernt zeigt das Navi einen 4WD-Trail an. Den hatte ich schon bei Google Earth gesehen (man muss sich ja vorbereiten) und siehe da, neben dem Tor mit der Aufschrift “Keep closed” ist eine Art Rindergatter – wenn man das so nennen kann. Die Kette ist nicht vorgehängt und ich fahre einfach mal mit meinem Mietwagen hinein. Am Armaturenbrett ist ein Drehschalter mit der Aufschrift 2WD – 4WD. Ich drehe ihn auf 4WD und gebe Gas. Was für ein Spaß! Einmal verfahre ich mich auch gleich, es gibt hier keine Straßenschilder mehr, aber das Navi weist den Weg. Ein paar Minuten Später bin ich dann auch schon da. Es sieht aus wie eine Art Trail Head, so ähnlich sah es bei Google Earth auch aus. Also Auto abstellen, Klamotten packen und los.

Eine sandige hohle Gasse führt hinab in den Canyon. Nach etwas 900 Fuss stehe ich von einem Zaun aus Stacheldraht – PRIMA…denke ich und will schon fast umkehren, da fällt mir auf, dass jemand den ganz rechten Pfosten herausgezogen hat und man locker daran vorbei kann – Prima! Also weiter, unten im Canyon angekommen sieht man eine Menge Fußspuren und auch die grobstolligen Reifenabdrücke eines oder mehrerer Geländewagen.

Links um die Ecke geht es in den Canyon – Ich hab’s gefunden – – – GEIL!! Ein paar Kurven später ein ernüchternder Fund. Ein totes Schaf liegt im Canyon, viel ist nicht mehr übrig, aber die Wolle am kahlen Schädel deutet darauf hin, dass es wohl mal ein Schaf gewesen sein muss. Ob es abgestürzt ist oder ob es hier doch irgendwelche gefährlichen Viecher gibt???

NEVER HIKE ALONE – geht es mir durch den Kopf und meine Begleitung sagt nichts dazu – es gibt sie ja auch gar nicht. Never Hike Alone – das denke ich ein paar hundert Fuß  erneut, da geht es locker 5-6 Fuß runter. Wie komme ich da wieder hoch? Runter springen ist ja einfach aber wieder rauf kommen! Na, irgendwie wird es gehen denke ich mit. Die Kamera ist schon am voll ausgezogenen Stativ und am Stativ und inkl. Kameragut kann ich sie soeben so absetzen, dass sie nicht umkippt. Als ich den Gurt los lasse ist sie dann weg. Von oben komme ich jedenfalls nicht mehr ran. Also hineinspringen in den Canyon und bloß keinen Fuß verknacksen. (Never Hike Alone) Alles geht gut und ich wandere weiter. Alle paar Meter halte ich mal an und mache ein paar Fotos. Nur so pro forma, denn der richtig schöne Teil liegt sicher noch vor mir. Dann wieder so eine fiese Stelle. Kamera abstellen und runterspringen, diesmal ist es nicht ganz so hoch und es ist so eng, dass man sich zur Not an beiden Felswänden abstützen und wieder raus klettern kann. Alles geht gut und weiter geht’s. Dann wird es richtig eng. Ich muss das Stativ zusammenklappen, sonst komme ich nicht um die engen Kurven.

Dann Ernüchterung, vor mir liegt eine Art Rutsche. Es geht da mehrere Meter weit runter, nichts zum festhalten, nichts zum abstützen, da muss man echt runter rutschen! Wie soll ich das machen ohne, dass anschließend die Hose zerfetzt und die Objektive zertrümmert sind. NEVER HIKE ALONE! Wäre jetzt jemand dabei und wäre das Seil nicht im Koffer im Hotel – man käme das sicher runter. Ein paar Meter weiter kann man die nächste Schikane sehen. “Au Backe, nee, wenn da was schief geht ende ich wie das Schaf!” Handy-Empfang habe ich keinen und das Navi hat sich auch ausgeklinkt weil die Wände so steil und hoch sind, dass die Satteliten nicht sichtbar sind.

Selbst wenn ich also im Falle eines Falles und den könnte man wörtlich nehmen, telefonieren könnte, ich wüsste nicht wen ich anrufen soll und wie ich ihm erklären könnte wo ich bin. Ein wenig ernüchtert drehe ich also um. Die letzte Schikane komme ich ganz gut hoch wenngleich ich mit meinen Verrenkungen sicher keinen “Grand Prix de Elegance” gewinnen könnte. In der Nähe des toten Schafes geht es dann doch nicht weiter. Mist! Zwischendurch habe ich einen Holzknüppel gesehen an den jemand ein rotes Tuch gebunden hat. Das könnte eine Wegmarkierung sein. Also zurück und siehe da, hier ist die Wand des Canyons so schön abgestuft, dass man/ich mit einigem Ächzen aus dem Canyon wieder heraus komme. Oben bin ich froh über die Entscheidung als ich sehe wie es weiter geht. Ist sicher cool, aber nicht allein und ganz ohne Leiter, Seil, what ever…

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Ja oben bin ich nun, nur leider auf der falschen Seite! ganz in der Nähe sind Spuren, sieht nach einem Pferd aus! Ich folge den Spuren und das GPS ermuntert mich meinen Kurs beizubehalten. Gut! Der Weg ist voll mit tiefem Sand, es ist Mittag und die Sonne brennt. Ich habe einen Liter Wasser dabei, wenigstens das! Eine halbe Stunde später kann ich mein Auto sehen, es blitzt ein Meile entfernt in der Sonne. Schließlich finde ich auch eine Stelle wo es hinab und wieder hinaus geht, prima! In einem kleinen Abzweig mache ich noch in aller Ruhe ein paar Fotos. Mittlerweise ist es 15h und ich mache mich auf den Weg zum Auto. Da gibt es Wasser soviel ich will, warmen O-Saft und Ritz-Kräcker bis zum Abwinken. Ich bin doch ein wenig geschafft und mache erst einmal Pause. Das feuchte Hemd sollte ich ausziehen! Gut, dass ich ein Reservehemd dabei habe! Während das Hemd in der Sonne trocknet esse ich Kräcker und lösche meinen Durst. Das Trinkwasser gibt es hier in richtig großen Kanistern, die pro Stück so ca. einen Dollar kosten. Ganz human und so gesund  :-)

So gegen 16h startet der große Motor und es geht über die sandige Piste zurück zur Hauptstraße, was für ein Spaß. ich gebe so richtig Gas, die Kiste brüllt und schlingert, es ist ein echtes Männervergnügen. Nach einer Bodenwelle kommt schließlich die Straße in Sicht. Huch, dort steht ein Polizeiwagen und ein weiteres Auto. Mist, warten die auf mich? Komme ich in den Knast, habe ich einen Hausfriedensbruch begangen, muss mich der deutsche Botschafter auslösen???

Dann die nächste Überraschung, die Kette die morgens irgendwo zwischen im “Antikuhgitterrost” lag häng nun zwischen den Pfosten. Oh je, ich bin eingesperrt! Ich schnappe mir meinen Permit, schwinge mich über die Kette und gehe freundlich auf den bewaffneten Sheriff zu. “Hello, how are you!” “Can I help you Sir?” Ja er kann, ich erkläre ihm, dass ich da eingesperrt wurde obwohl ich doch einen Permit habe. Er erklärt mir, dass ich zwar einen Permit habe, dass dieser mich aber nicht berechtigt diese Straße zu befahren! “This is private property!” Ob er das Schloß öffnen kann um mich raus zulassen? Nee, dafür hat er keinen Schlüssel, da muss ich wohl den Besitzer finden! Ja aber wenn der doch jetzt vielleicht irgendwo daheim in Page vor dem Fernseher sitzt und Bier trinkt – Mist!

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Ich soll mal schauen ob da nicht ein Haus ist und ob ich den Bewohner nicht finden kann. Ok, ab ins Auto und zurück, spaß macht es ja. Alles was ich finde ist ein verlassener Wohnwagen, ein paar Kühe und Schafe und jede Menge gefährlich laut bellender Hunde, Fehlanzeige. Also zurück zur Kette. Der Officer fragt ob ich denn jemanden gefunden haben, leider nein. Inzwischen sind zwei weitere Polizeifahrzeuge eingetroffen. Das vierte Auto wird kontrolliert, intensiv! Die Insassen schauen nicht glücklich aus und der Fahrer steht mir betretenem Gesicht neben dem Kofferraum.

Ich falle dem Polizisten auf, er wendet sich ab und kommt zu mir. Ob ich den Besitzer gefunden habe. Nein, da ist nur ein verlassener Wohnwagen! Gemeinsam rütteln und schütteln wir an der Kette, aber sie ist echt fest! Hätte ich einen 19er Schlüssel, ich könnte eine der Streben abschrauben und die Kette abstreifen. Nach der Durchfahrt könnte ich es wieder zusammenschrauben. Also krame ich im Auto rum, irgendwo muss doch das Bordwerkzeug sein. Ich finde rein gar nichts! Mist Mist Mist…

Der Policeman sieht mein betretenes hilf- und ratloses Gesicht. Dann sagt er die erlösenden Worte “Ok, I’m gonna make a phone call for you ‘n see what I can do. Just a moment…” (Kartoffel in den Mund nehmen!) Nach ein paar Minuten kommt er zurück und erklärt mir, dass er im Indianer Reservat angerufen hat und dass jemand kommt um mich zu befreien. Ich solle mich drauf einstellen, dass die Kette aufgebrochen werden muss und dass das was kosten kann. Oh je!

Schließlich fahren sie alle los und lassen mich zurück. Der Sheriff (oder ist er ein Polizist) winkt mir aus dem Auto noch zu, echt nett war er ja. Ich winke zurück und warte. Kurz drauf kommt ein echt großer Truck angefahren und hält auf der anderen Seite der Kette. Ein Indianer springt raus und kommt auf mich zu. “Hello how are you?” “Fine, how are you?” Ich zeige meinen Hiking Permit und erkläre ihm, dass ich wohl “versehentlich” die falsche Straße genommen habe. Und dass mein GPS mir das ganze als 4WD-Trail angezeigt hat. Er ist ganz cool, geht zum linken Pfosten und holt einen Schlüssel hervor der ganz unten an diesem Pfosten mit einem Stückchen Draht eingehängt ist. Ganz gut versteckt, aber ich hätte ich sehen können! Mit einem Grinsen im Gesicht das sagen könnte “Du dämlicher Tourist bist nicht mal in der Lage die richtigen Straße zu finden…” öffnet er die Kette und ich kann raus. Wow, mir fällt ein Stein vom Herzen. Was er denn für meine Rettung bekommt? “It’s okay man!” Nein, ich will ihm was geben, es ist mir alles viel zu peinlich. Ich krame in meiner Geldbörse, der erste Schein ist eine 20$ Note – das ist ok, ein Schlüsseldienst in Deutschland kostet viel mehr. Er nimmt den Schein gern entgegen, grinst breit und bedankt sich ganz herrlich. “Ok, bye see you later! Thanx, you rescued me!” “Bye, you’re welcome!”

Eine kleine Fotostrecke zur Wanderung gibt es hier.

Geschafft, und es geht auch gleich die Sonne unter, also schnell über die Brücke und auf der anderen Seite des Canyons parken. Dann bewaffnet mit allem was ich zu brauchen glaube noch einmal zur Great Wall – diesmal mit Permit – gaaaaanz offiziell – besser ist das!

An der Great Wall angekommen knipse ich jedes Sandkorn und also die 16GB voll sind geht es mit der nächsten Karte lustig weiter. Wer weiß wann ich hier nochmal hinkomme… Als sich die Sonne verabschiedet hat geht es dann heim, die Füße tun weh, Hunger habe ich auch und froh bin ich. Froh, dass die Amis alle so nette Leute sind!

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28. Februar 2009 – Come to Marlboro Country

Oder: Warum der wilde Westen lebt

Derzeit werde ich immer so um 7h von ganz allein wach. Sehr praktisch ist, dass dann kein Wettlauf gegen die Zeit startet und ich nicht das Grinsen der Kollegen über mich ergehen lassen muss, die wieder seit 11 Minuten beim Frühstück auf mich warten. Cool ist, dass ich zum Frühstück essen kann was ich will, ohne dass es Schelte gibt – von wegen ungesund und so.

Heute gab es ein leckeres Fertiggericht aus der Mikrowelle und ein Bier! Ein richtig tolles Männerfrühstück also! Mit diesem Frühstück – eigentlich hätten es Bohnen Speck und Kaffee sein müssen – habe ich mich auf die Fahrt zum Monument Valley eingestimmt. Doch vor den Spaß haben die Götter den Fotorucksack gestellt und der will gepackt werden. Dass man als total übermotivierter Amateur da schon mal etwas übertreibt gehört wohl dazu…

DSCN1285 das ginge auch so  _DSC7217

Die Fahrt von Page zum Monument Valley ist relativ lang und dauert fast drei Stunden. Die Route habe ich mal hier markiert.

Zwischendurch wechselt die Landschaft in sehr feinen aber doch spürbaren Abstufungen. Erst ist man so richtig in der Wüste, dann kreuzt man einen Canyon und danach sind dann links und rechts des Weges jede Menge Bäume. Größere Ortschaften gibt es auf der lange Strecke keine. Nur hier und da mal eine Hütte im Stile der Navajo Indianer. Gebaut aus Lehm und die Türe gen Osten geneigt. Auf halber Strecke habe ich heute meinen ersten amerikanischen Bahnübergang gekreuzt. Auf dem Rückweg kam mir eben ein Güterzug entgegen. Das hat schon was, vier erwachsene Loks hintereinander und dann eine schier endlos lang erscheinende Schlange vollkommen identischer Waggons. In Amerika ist eben alles ein wenig anders. Auch der Abendhimmel war heute sowas von spektakulär, sicher war auch er breiter, höher und roter als bei uns daheim!

Wie dem auch sei, so um ca. 12h war ich dann am Eingang zum Monument Valley. Früher habe ich immer gedacht es würde eine geteerte Straße hindurch führen, das Ding wäre 500 Kilometer lang und man könnte tagelang mit der Harley hindurch knattern. Inzwischen bin ich desillusioniert was dieses Männervergnügen anbetrifft. Das ganze ist wie fast alles hier auch Indianerland. Man zahlt 5$ Eintritt und kann dann mit dem eigenen Auto eine “Self Guided Tour” unternehmen. Die beginnt auf halbem Wege zwischen dem Visitors Center, das oben am Berg gerade renoviert wird und dem Schalterhäuschen unten an der Straße. Nach 100m ein Schild auf dem in großen weißen Lettern steht: STOP

Daneben ein Truck aus dem zügig ein Indianer klettert und mir zwei abgegriffene Farbkopien in zerknitterten Plastikhüllen hinhält. Er erzählt was von geführten Touren oder so, ich verstehe nur wenig, wahrscheinlich hat auch er eine dieser Kartoffeln im Mund. Ich nicke also brav und frage am Ende seiner langen Sprechpause ob ich denn nun starten darf. Er nickt. “I don’t have to pay any extra charge?” “Well you might give me one hundred dollars, but you can also get into you car and start the tour. hihihi…” 
(Versuch einer sinngemäßen Rekonstruktion)

Ich fahre also los, direkt hinter der ersten Ecke sehe ich dann die drei bekannten und millionenfach fotografierten Buttes. Ganz stark vereinfacht könnte man sagen, dass das ungefähr so aussieht:  X x X …ein Foto will ich Euch an dieser Stelle ersparen!

Während ich also meine abgegriffenen Fotos mache, schön brav in Pixeln und parallel in Filmkörnern hält neben mir ein roter Mietwagen. Es steigt ein echter Typ aus. Lange Haare, Bart, Cowboyhut, T-Shirt… “Well, this must be an american guy!” “Hi, are you a professional photographer? Can you please take a picture of me in front of these rocks?” “Yes I can!” Der Typ ist nett und sein Englisch klingt fast so amerikanisch wie das Meinige. Wir verabschieden uns nach ein paar Sätzen und weiter geht es. Einer der nächsten Punkte ist der John Ford Point. Der Lieblingspunkt des Hollywood Regisseurs der hier manch Klischee behaftetes Westernepos abgedreht hat. Während ich damit beschäftigt bin alles und jeden abzuknipsen, mal mit dem Objektiv mal mit dem, mal digital, mal auf Velvia 100 kommt der rote Mietwagen wieder angefahren. Ich stehe gerade auf der Klippe und will den letzten Klassiker an diesem Beauty Point auf den Chip bannen, da kommt der lustige Cowboy wieder anmarschiert. “Well…” wir plaudern und genießen die Landschaft. Es ist windig wie die Hölle, überall ist roter Staub in der Luft, er trägt eine warme Winterjacke, ich ein Trekkinghemd! Während ich langsam einfriere kommt ein netter alter Indianer auf einem Pferd auf die Felsklippe geritten. “Wie witzig ist denn das denke ich mir.” Der vermeintliche Cowboy fängt gleich an zu knipsen und ich gehe schon mal zum Auto, mich ein wenig aufwärmen.

Während ich einsteige sehe ich am Souvenirladen eine Pappe mit den Worten “Warm inside” – die wissen schon warum! Aus dem Handgelenk mache ich dann doch noch schnell ein Bild des lustigen Mannes der mit seinem Hottemaxe da auf der Klippe steht und dann geht es weiter zum nächsten Punkt der Self Guided Tour.

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Eine Stunde später hat mich der rote Wagen wieder eingeholt und wir quatschen wieder. Er ist gar kein Cowboy sondern ein lettischer Koch (sorry Restaurant-Manager) aus Irland der seinen Sohn in San Francisco besucht hat. Lustige Leute gibt es. “Well, where are you from?” “I’m from germany!” “Hey man, you’re from germany, cool – I love germany – look at my T-shirt – it’s from the “Eagles Nest” in Bavaria, you call it the Kehlsteinhaus! Määäähn!!” Yo, der Typ ist cool! Er reist seit seinem 15 Lebensjahr durch die Welt. Als “Restaurant-Manager” ist sein Job in Irland fest an das Auf- und Ab des Saisonbetriebes gebunden. Wenn da nix läuft macht er sich auf den Weg. Das nächste Projekt ist die Überführung eines Autos von England nach Gambia südlich des Senegals in Westafrika. Wow!

Er ist schon lange unterwegs und ist mindestens so allein wie ich. Das spürt man, erzählt von seinem Opa der ein KZ überlebt hat, von seinen Forschungen über den zweiten Weltkrieg, seiner Zeit mit einem Moslem in einer Wohngemeinsaft und von den Neonazis die ihm total auf den S… gehen. Dann geht es weiter über Stalin, Lenin und Hitler bis hin zu den Weltreligionen und den Weltanschauung der Dominikaner Mönche. Was für ein Typ. Dann ein Satz der mir gut gefällt: “Stalin, Hitler, Lenin, they all hatet religion, cause religion means love and peace!” – das geht stundenlang so weiter bis er irgendwann sagt – “Watch out, the sun is going down!” – Ich bin erlöst und schieße endlich meine Fotos. Wieder im Auto sehe ich nach 100 Metern einen “Scenic Turnoff” – ich denke nicht lang nach und biege rechts ab. Nach 100 Metern ein großer Wendehammer und wieder die üblichen Verkaufstände für sicherlich hochwertigen handgefertigten Indianerschmuck. Daneben der obligatorische Truck und ein Indianer, der schweigend nickt während er den Worten eines Lettisch-Irischen-Restaurant-Managers lauscht…

Ich gebe Gas und fahre weiter. Ein paar hundert Fotos folgen, wer soll sich den ganzen Krempel bloß jemals anschauen…

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Fast am Ausgang habe ich Wolfgangs Worte im Ohr “Da ist es abends am schönsten!” Recht hat er aber ich habe keinen Bock mehr und will einfach nach “Hause”, ein wenig “Eating Right” machen und ein Bierchen trinken. Ein Referat über die Biersorten dieser Welt habe ich ja heute schon genossen, ratet mal von wem…

Auf dem Rückweg färbt sich der Himmel grandios! Leider kann man die Buttes im Monument Valley sowieso nicht vor dieser Kulisse fotografieren weil man sie dazu spät abends aus östlicher Richtung vor die Linse nehmen müsste. Das geht aber sowieso nicht, weil man dazu tief drinnen im Park sein müsste, der aber schon um 18h dich macht. Es ist alles nicht so einfach im Leben! Vielleicht könnte man ja tatsächlich länger bleiben, aber dann sollte man vielleicht auch erst am Abend anreisen. Genau das habe ich mir für die nächsten 4 Wochen vorgenommen.

Nun ist er doch noch an der Reihe – Der Klassiker der Klassiker  :-)

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Eine Diashow zum heutigen Tage habe ich auch zusammengestellt.

Hier ist noch ein nettes Luftbild vom Rodeway Inn. Ich bin gerade da wo ich es rot ein gekringelt habe.

RodewayInn

Guten morgen liebes Blog

Oder: Warum ich mir den Wecker stellen muss

Um 23h hätte gestern eigentlich das Licht aus sein sollen. Doch dann dachte ich mir, warum nicht kurz über die Planung für den nächsten Tag nachdenken. Wenn ich es jetzt erledigt bin ich morgen schneller. Nach einer halben Stunde habe ich mir überlegt, dass die White Pockets ein lohnenswertes Ziel zu sein scheinen. Man braucht keinen Permit, sie sind in der Nähe der Wave und den Weg dorthin kenne ich schon. Nur wo sind sie denn genau und gerade hier beginnt das Drama. Die Wegpunkte im GPS sind irgendwie durcheinander, ich kann sie nicht so recht ändern, jedenfalls nicht in Mapsource. Vielleicht kann ich es auch einfach nicht bedienen. Eine Stunde verbringe ich mit Google Maps und Google Earth mit den Versuchen die notwendigen Wegpunkte zu erstellen und auf das Garmin Colorado zu übertragen, Fehlanzeige. GPSBabel stürzt ab wird automatisch neu gestartet, stürzt wieder ab, es blinkt alles lustig vor sich hin,Computer haben doch eine Seele und die ist seht empfindlich.

Warum nicht mal Microsoft?

Ja warum eigentlich nicht, ist schaue mir also mal die Map-Services von Microsoft Live an. Zunächst finde ich eine Vogelperspektive “meines” Hotel, cool und in starker Auflösung! Schnell wird der letzte Blogeintrag ergänzt. Die Minuten gehen ins Land. Schließlich installiere ich mir das Garmin-PlugIn für den Internet-Explorer und kann dann tatsächlich die Wegpunkte die ich bei den Live-Maps erstellt habe an das GPS senden. Prima, jetzt MapSource starten und den ganzen Krams wieder abholen, dann kann ich mit der Maus die Route planen und das wieder ans GPS schicken, Pustekuchen! Mein WegPunkte beginnen mit einem A wie AWP1 –> Ansgar White Pockets Einz – in Mapsource weit und breit nix zu sehen von AWP1. Also nochmal versuchen. Ist zwar eigentlich quatsch, warum sollte es beim zweiten Mal funktionieren. Tut es auch nicht. Wie ich so bin versuche ich es ein drittes Mal und nun lese ich auch was mir das Plug-In zu sagen hat. Das GPS abnabeln und neu starten, dass sind sie da. Und siehe da, kaum macht man es richtig klappt es auch schon, dieser Bill Gates ist mein Held. Vielleicht hat er es nicht alles selbst programmiert was ich da gerade nutze aber gut ist es trotzdem. Ich kann gar nicht verstehen warum immer alle auf diese Company schimpfe. Böse Macht und so, irgendwie erinnert es mich an die Glaubenskriege zwischen Nikon- und Canon-Anhängern oder Opel- und VW-Fahrern. Vielleicht auch ein wenig an die Fußballfans des FC Schalke 04 und Borussia Dortmund… oder Offenbach und Frankfurt …oder – ach lassen wir das!

Ok es ist nun 2h35 und ich sollte wirklich schlafen. Den Handywecker stelle ich mal auf 8h – besser ist das!

Ein paar wenige Stunde später werde ich dann tatsächlich vom Handy geweckt – total durchgefroren. So müssen sich Single-Frauen morgen fühlen. Kalte Füße bis zur Schulter und eisig kalte Hänge.

Diese “Heizung” macht nur warm wenn sie läuft, schaltet man sie ab ist es ein paar Minuten später gleich wieder kalt. Langsam verstehe ich warum die Amis so viel CO² produzieren, die Wohnungen sind miserabel oder gar nicht gedämmt, Heizungen, Autos was auch immer ist mäßig effizient.

Doch es gibt einen Lichtblick – Microsoft Live Maps – die sind zumindest um Page herum richtig gut!

Kartenbild

Gebracht hat die nächtlich Aktion übrigens nicht wirklich was, jedenfalls keine Zeitersparnis. Es ist jetzt gleich 9h und durch die Waschanlage muss ich nämlich auch noch…

1. März 2009 – Zurück vom White Pocket

Oder: Völlig fertig

Heute morgen dachte ich ja noch es wäre eine lustiger kleine Ausflug. Doch dass es ein 9h Daueroffroadtag werden würde, das hat mich überrascht. Wie dem auch sei, ganz bist zum White Pocket habe ich es nicht geschafft, sehen konnte ich die tollen Formationen, aber es war schon spät und der Himmel hatte sich komplett zugezogen und ohne Licht ist das Belichten von Bildern leider nicht wirklich sinnvoll.

Also kehrt marsch, wieder zweimal verfahren, dann weil es so neu ist die südliche Umfahrung nach Page gewählt, kurz im Safeways was einkaufen, dann in Hotel, Bilder sichern, was essen und eine Flasche Bockbier. Das hat mich nach diesem Tag so umgehauen, ich gehe jetzt sofort ins Bett. Morgen mehr…

Hier sind ein paar Knipsbilder – wie immer direkt aus der Kamera.

Ich kann nicht mehr…

Update:

Wer den mit dem Garmin Colorado aufgezeichneten Track dieses Tages in Google Earth anschauen möchte klickt einfach hier.

Ausgeschlafen

Oder: Warum der Mensch schlafen muss

Wieder unter den Lebenden! War das ein Tag, die Nacht war wieder saukalt, aber dank der Bettwäsche vom zweiten Bett ganz erträglich. Jetzt rattert die elektrische Heizung an der Wand vor sich hin, vielleicht schafft sie es ja das Zimmer auf 18 Grad zu bekommen…

Ja, war der Härtetag gestern! Warum eigentlich?

  • Keine Ortskenntnisse
  • Schlecht vorbereitet
  • Nur Wegpunkte im Navi keine Route
  • Keine detaillierte Karte
  • Niemanden den man anrufen kann wenn was schief geht
  • Im Zweifel sowieso keinen Handyempfang

Aber, ich hatte Wasser und etwas zu Essen für 2-3 Tage dabei und wäre das Auto im Tiefsand stecken geblieben, es hätte mich nicht gleich in der Sonne gebraten. Schlimmer wären wohl die Nächte gewesen, darauf war ich nicht vorbereitet, wenn ich dran denke wie kalt es hier im Hotel schon ist, ich mag mir gar nicht ausmalen wie kalt es dann draußen bei den White Pockets allein im Auto gewesen wäre.

Lessons learned:

  • Lieber einen warmen Schlafsack mitnehmen
  • Sicherstellen, dass jemand in der Nähe ist der helfen kann
  • Die Route besser planen
  • Schauen ob es nicht irgendwo detailliertes Kartenmaterial gibt

Wie der Tag begann:

Morgens gab’s was zu essen, hatte ich ja schon geschrieben, dann habe ich meinen Krams gepackt und diesmal darauf geachtet, dass es alles zusammen im wahrsten Sinne des Wortes “erträglich” ist was ich dabei habe. War es dann auch, nur getragen habe ich es diesmal nur bis zum Auto hin und wieder zurück  :-) Den Rest der Zeit hat es auf der Rücksitzbank gelegen. Das war auch gut so, denn die Ladefläche ist knüppelhart, aus stabilem Plastik und voll mit Wasserflaschen und anderem Survivalkrams.

http://www.survivaltopics.com

Nachdem ich dann losgefahren bin hatte ich nur im Kopf, dass ich gelesen habe es seien lediglich 70 Meilen von Page zu den White Pockets. Ein weites Stück davon gut asphaltiert. Warum also besorgt sein und der Weg zur Wave ist ja derzeit toll befahrbar und komplett harmlos. Huch, der Sprit ist fast alle, also zur Warheap Marina, da kann man tanken. TANKEN – wieder eine dieser unbekannten Herausforderungen! Muss ich wieder schätzen was reingeht?? An der Tankstelle angekommen ist alles verlassen. Hm, auf der Zapfsäule kann man wählen zwischen Indoor und Outdoor Payment. Ich will ja einen Outdoortrip machen, also wähle ich Outdoor. Dabei frage ich mich, woher die Zapfsäule das wissen kann?? In einen Schlitz stecke ich meine Kreditkarte und hoffe sehr, dass sie auch wieder herauskommt. Sie kommt heraus, einen Pin muss ich nicht eingeben und Sprit kommt auch. Das Leben ist so schön!

Aus dieser Erfahrung habe ich gelernt:

Wenn man eine Kreditkarte auf der Straße findet sollte man sie aufheben, denn man kann damit an einigen Tankstellen kostenlos tanken! …solange die Karte nicht gesperrt ist  :-)

Eine Weile später bin ich wieder am Trailhead zur Wave. Zwischendurch hat mich ein echt mächtiger Geländewagen überholt. Der steht jetzt dort mit geöffneter Heckklappe. Wow, das Ding ist voll bis unter das Dach mit Kisten und Fotokrams. Außerdem sind sicher noch 10 andere Fahrzeuge dort. Alle wollen zur Wave, ich kann es ja verstehen, die Prospekte sagen man könne dort das Herz der Erde sehen und und und… Jährlich pilgern 25.000 Menschen mit ca. 30.000 Fotoapparaten dorthin und machen schätzungsweise 300.000 Fotos dort. Muss ich da auch hin? Vielleicht…

Für die White Pockets braucht man keinen Permit und es soll nach der Wave der zweitschönste Ort auf Erden sein, also fahre ich doch da mal hin. Heute weiß ich auch warum man keinen Permit braucht, entweder findet man die Dinger erst gar nicht oder man schafft es kaum hinzukommen weil man vorher irgendwo steckenbleibt. Ich würde sagen, bei der derzeitigen Anbindung brauchen die White Pockets auch keinen Permit, es kommt da eh fast niemand hin.

Jo, kleiner Exkurs. Vom Parkplatz an der Wave fahre ich also weiter und bin plötzlich schon wieder in einem anderen Bundesstaat. Man springt hier ständig zwischen Utah und Arizona hin und her. Ein paar Minuten später ist rechts ein weiterer Trailhead, diesmal der auf der Seite von Arizona. Ich biege mal ab um mir das anzuschauen. Zu meiner Überraschung ist jemand da. Ein Ami in den 50er mit einem dicken Truck und einem echt komfortablen Wohnwagen!!

Weiter geht’s, die Straße wird besser und man kann mit 30 bis 40 Meilen fahren. Alles ist gut, die Entfernung zum Wegpunkt AWP1 wird kleiner. 8km – 5km – 3km – la la la – das macht Spaß. Irgendwan sehe ich 6km, 7km – etwas ist falsch! Umdrehen, 6km, 5km das sieht besser aus, dann rechts ein Abzweig. Das ist zwar nicht der an meinem Wegpunkt aber laut Navi kreuzt dieser Weg die Pinewood Road und da wollte ich ja sowieso hin, also hart rechts. Die Straße wird enger und das Fahren wird schwieriger. Nach einer Weile stehe ich vor einem Zaun und auf einem Gatter steht “Keep gate closed”: Ok, Gatter auf, Auto rein, Gatter zu. In der Wegbeschreibung von Wolfgang steht ja was drin von einem Zaun. 5 Minuten späte bin ich sowas von am Ende der Welt, das glaubt man nicht. Das Auto setzt immer wieder auf und die Fahrspuren sind eigentlich keine. Es ist als würden man in vereisten riesigen Spurrillen fahren. Egal wohin man lenkt, das Auto fährt woanders hin. Das kann es nicht sein. Als der tiefe Sand zu Ende ist halte ich mal an und beschließe dann umzukehren. 30 Minuten später habe ich dann auch die Spuren der alten Ranch gefunden so wie Wolfgang sie beschrieben hat. Ich bin richtig!!! Schnell anhalten ein paar Knipsbilder machen und dann weiter, an einem Zaun entlang. Sowas hatte Wolfgang auch geschrieben. Komisch, die Entfernung zum AWP2 wird immer größer?? Doch falsch abgebogen, also wieder zurück, dann ist es richtig. Die Straße ist ganz gut befahrbar, bis ich in den BLM Jeep Trail abbiegen muss (Bureau of Land Management) der mich zu den White Pockets leiten soll. Weiter geht’s die Strecke wird enger und schwieriger. Ein Gatter nach dem anderen muss man öffnen und schließen. Es geht rauf runter, über Stock und Sein. Auf der Ladefläche vollführen Stativ, Jacken und Wasserkanister einen Tanz der an eine plumpe Version von Schwanensee erinnert.

Im Tiefsand sind teilweise heftige Bodenwellen versteckt und das Auto springt richtig hoch wenn man mit Vollgas durch die Passage fährt. Die Getriebeuntersetzung hilft und das Sperrdifferential kann man an den schwierigen Stellen zuschalten. Der Nissan ist cool, alles geht auf Knopfdruck oder mit einem Drehschalter. Der Motor klingt wie ein großer Achtzylinder – ich muss irgendwann mal zählen wie viele Zylinder es wirklich sind.

Zwischendurch lege ich den ein oder anderen Fotostopp ein und fühle mich an die Bilder von Wolfgang erinnert “Hier hat er die also gemacht!” Während sich der Nissan durch den Sand kämpft habe ich ein echt schlechtes Gewissen und stelle mir vor wie ich das Auto zurück bringe und in das entsetzte Gesicht des Autovermieters schauen muss. Dann fällt mir die letzte Szene mit dem Bluesmobil vor dem Finanzamt ein, die als die Blues Brothers das Auto verlassen und es dann auseinander fällt. Dann denke ich an das tote Schaf im White Water Canyon dann immer wieder “Never hike alone”. Dann LEBEN, zwei freundlich winkende Indianer in einem gelben Jeep, es gibt hier doch Leben! Klar, irgendwer muss sich ja hier um die paar Kühe kümmern die hier immer mal wieder in der Gegend stehen.

Sie haben Ihr Ziel erreicht – fast!

Während es Stunde um Stunde weiter geht zieht sich der Himmel zu und als ich die White Pockets vor der Nase habe ist die Sonne komplett verschwunden. Foto muss man belichten nicht beschatten! Außerdem ist es schon 15h. Ich habe fast 5 Stunden für den Hinweg gebraucht, wenn ich nun 2 Stunden bei schlechtem Licht Fotos mache die niemand sehen will, dann habe ich noch eine Stunde Tageslicht für die Rückfahrt. Das heißt im Zweifel mehrere Stunden durch Tiefsand & Co. in der Dunkelheit! Derzeit ist der Mond nur ein Sichel, spendet also kein Licht, dann Wolken am Himmel. wenn es hier dunkel wird dann richtig!!!

Der Rückweg

Also bin ich vernünftig und fahre wieder zurück. Nach 10 Minuten sehe ich im Rückspiegel drei Qaudfahrer – LEBEN – an einer Passage kann ich sie überholen lassen. Am nächsten Gatter hole ich sie wieder ein, sie lassen mich durch, sehr nett. Das gibt ein gutes Gefühl, wenn was schief geht ist vielleicht jemand hier. Dann verzweigen sie die Wege. Das Navi zeigt Höhenlinien an – toll – sie sind schwarz – die Route die man gefahren ist leider auch – nicht toll. Bei all dem Geschaukele wackelt das Navi an der Scheibe so herum, dass man auf dem kleinen Display eh fast nicht ablesen kann. Ich versuche also einfach meinem Hinweg in umgekehrter Richtung zu folgen und denke mir “Jetzt nur keine Experimente”.

Das Colorado 300 macht keine Ansagen, da ich mich so auf den Weg konzentrieren muss um nicht stecken zu bleiben oder vor einen  Baum oder in einen Abgrund zu rauschen bin ich an einer der Abzweigungen dann doch mal wieder falsch. Einmal sogar total falsch, es geht dann gut 15 Minuten zurück in die andere Richtung. Shit!

Schließlich habe ich doch die House Rock Valley in Richtung The Wave gefunden. Es ging doch relativ zügig weil ich keine Fotostopps gemacht habe. Also doch ein Experiment und zwar biege ich links in Richtung Süden ab um dieses Plateau von der südlichen Seite zu umrunden. Die Straße ist in brauchbarem Zustand, man kann 30 – 40 Meilen fahren ohne einen Achsbruch befürchten zu müssen. Lalala, machen wir doch mal das Radio an.

Radio hören

Ein sehr kurzes Kapitel, von den 50 Sendern mit guter Musik von denen die Amis immer schwärmen gibt es hier keinen einzigen. Entweder unverständliches Gelaber, gar keinen Empfang oder Mittelwelle. Ein kurzes Kapitel – AUS.

Nach ein paar Zwischenstopps an der Navajo Bridge und ein paar Sonnenuntergängen bin ich dann um 19h im Safeways und kaufe mir ein paar Sachen zu Essen ein.

Die Verkäuferin ist echt mächtig, richtig dick und ein älteres Semester. Sie tippt alles in die Kasse und will dann 80 Dollar haben. “Do you have a Safewayscard mister?” Nein habe ich immer noch nicht. Während ich in meiner Börse krame frage ich mich warum ich für 80 Dollar Lebensmittel gekauft habe. Niemals hungrig einkaufen. 12 Flaschen Bier, 24 Dosen Cola – ich bin schon fast assimiliert!

Dann sind es plötzlich nur noch 70 Dollar und die Kassiererin überreicht mir mit dem nettesten Lächeln das man sich vorstellen kann den Kassenzettel und einen auf dem was von Bonus & Co draufsteht. Dabei sagt sie “And so we saved you more than ten dollars sir!!” Ich bin ihr echt dankbar und gebe ihr meinen letzten 100er. Bald muss ich mal einen Travelercheck einlösen!

Endlich daheim

Im Hotel gibt es noch was zu essen und dann geht es fast sofort ins Bett – was für ein Tag…

Update nach dem Frühstück

Eben habe ich entsetzt festgestellt, dass heute schon Sonntag ist und meine erste Woche in den USA schon fast durchlebt ist. Ich kann es gar nicht glauben und schaue sicherheitshalber nochmal nach:

http://wwp.greenwichmeantime.com/time-zone/usa/arizona/page

Es stimmt, es ist Sonntag – heute vor einer Woche war ich zu dieser Zeit irgendwo über Kanada – das Leben ist verrückt. Nur gut, dass ich gestern ordentlich eingekauft habe, denn heute sind wahrscheinlich alle Geschäfte geschlossen. Wolfgang ist jetzt vielleicht auch gerade über Kanada. Morgen um 9h wollen wir uns uns Kanab am Field Office treffen um einen besser zwei der heiß begehrten Permits für die Wave zu ergattern. Welche Zeitzone ist denn Kanab schon wieder… Also in der Wikipedia kann man lesen, dass Kanab UTC-7 hat, es sollte also die gleiche Zeitzone wie Page haben. Um ganz sicher zu gehen werde ich aber morgen eine Stunde eher aufstehen und um 6h30 aufbrechen. Schließlich will ich Kumpel Wolfgang nicht enttäuschen, er kommt extra deshalb aus Teneriffa hierhin!

Bei der Suche nach der korrekten Zeit bin ich gerade auf die Seite gestoßen – ganz nett:http://www.kaneutah.com

Tagesplanung

Heute mache ich es mal ganz ruhig, einfach mal den Ort hier anschauen, den Staudamm, ein bisschen Hiken.

2. März 2009 – Kanab

Oder: Sicher ist sicher!

Nach der heftigen Offroad-Tour von gestern habe ich mir heute mal einen ganz ruhigen Tag gegönnt. Erst habe ich mir ein paar Toadstools angesehen. Das sind witzige Türme aus Sandstein, auf denen teilweise oben ein dicker Felsbrock drauf liegt. Ist alles nix für Bilder die von den Votingexperten der fotocommunity gut geheißen würden, sondern eher was zum ganz in Ruhe anschauen und dran freuen. Die Gegen drum herum ist famos aber alles ist eher eine “Morning Location”. Mittags wenn die Sonne hochsteht sehen die ohnehin kauf vorhandenen Farben eher langweilig aus. Ich hab trotzdem ein paar Hundert Knipsbilder gemacht, mein Stativ lasse ich derzeit meist im Auto. Es ist bei den meisten Locations tagsüber so hell, dass man locker mit einer 1/250s oder kürzer aus der Hand knipsen kann.

Toadstool

Nach dieser kleinen Exkursion habe ich in Kanab mal geschaut wo das Field Office ist, in dem morgens die Permits für das “Herz der Erde” – die vielgelobte “Wave” verlost werden. Sicher ist sicher – Wolfgang hat sich für morgen um 9h angesagt und wir sollten uns nicht verpassen. Das ganze ist einfach zu finden und ich verstehe jetzt auch warum es in diesem kleinen Nest, das fast nur aus Fressbuden und Tankstellen besteht einen Google-Streetview gibt. RICHTIG – vor dem Kanab Field Office! Damit es auch jeder der bereits erwähnten 25.000 jährlichen Besucher findet. So ganz verstehe ich allerdings die Rechnungen bzw. Angaben der Verwaltung nicht. Wenn 25.000 Leute pro Jahr die Wave besuchen, dann wären das maximal 68 Besucher pro Tag. Wenn das so ist, warum werden dann nur 10 Permits am Tag verlost?? Das ist mir alles (noch) sehr supekt!

Hier drei Bilder zum Field Office. 1. Das freundliche Eingangsportal, 2. der Halle des Glücks 3. Links abbiegen beim Motel

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Was mir gerade einfällt…

  • Was sieht man wenn 5 Japaner aufeinander treffen? Richtig – 16 Fotos!
  • Was seht man wenn 4 Amis in Page aufeinander treffen? Richtig – 32 Zylinder!

Ok, was wollte ich schreiben – ach ja – auch dem Rückweg war ich noch am Scenic View Point auf der südlichen Seite des Staudammes.

Kurze Exkursion:

  • Süden ist immer unten
  • Norden ist oben
  • Osten rechts
  • Westen links
  • Wenn es anders ist sollte man die Karte oder Navi im 90°, 180° oder 270° drehen
  • Links ist da wo der Daumen rechts ist!

Da der Lake Powell oberhalb – also NÖRDLICH des Staudammes ist sieht man südlich, also auf der anderen Seite viel weniger Wasser. Das ist auch gut und richtig so, sonst wäre der Lake Powell nämlich leer. Und was ist ein leerer See – richtig – weg! Klingt zwar komisch, iss aber so!

Also kraksle ich da so rum und knipse mal wieder jeden Stein als ich auf dem Rückweg zum Auto einem echt alten Ami in die Arme laufe der sich gerade echt mühsam aus seinem Auto gequält hat. “Is the river down there?” “No sir, there are only lots of stones!” “Can I see the river there?” fragt er mit brüchiger Stimme und weist mit zittriger Hand in die andere Richtung auf ein Geländer das nach unten führt. “I’m not shure you can get into the river there!” rutscht es mir heraus – er grinst mich an, so wie nur ein alter Amerikaner grinsen kann und sagt dann “I just wanna see it!”

Ok, ich gehe schon mal vor und während der ersten 100 Fuß fällt dann auch bei mir der Papiergroschen (wie fält ein Papiergroschen? Richtig: GAAAAANZ LAAAANSAAAMM)

Er wollte also nicht baden sondern nur mal gucken! Was auch sonst, mit sicher 80 Jahren!

Hier ist er mit drauf…

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Irgendwie bin ich derzeit abends immer ziemlich erledigt und bin dann froh wenn die Sonne weg ist und ich es mit meiner Fotografiemanie in Einklang bringen kann, einfach mal an Notebook im Hotelzimmer zu sitzen und den Tag nochmals Revue passieren zu lassen. Außerdem wartet derzeit immer eine nette Erfrischung auf mich…

So manches Mal habe ich dabei auch ein schlechtes Gewissen, weil die Nachrichten die mich per Mail von daheim erreichen nicht wirklich toll sind. Aber ich bin weit weg, richtig weit weg und das noch ne ganze Weile. Auch wenn es fast unanständig klingen mag , ich bin derzeit ganz froh weit weg von alle dem zu sein. Bitte nehmt es mir nicht übel!

Und wie sagte einst der Terminator alias Arnold Schwarzenegger so schön – I’ll be back

In diesem Sinne!

Noch schnell der Link zur Diashow des Tages.

21h Ortszeit – Update:

Da sitze ich schon barfuß im Hotelzimmer, die Heizung läuft und mein tägliches Blog ist geschrieben als plötzlich das Telefon klingelt. Au Backe was ist denn das – wer kann mich hier bloß anrufen – Auto kaputt – Polizei – irgendwas falsch gemacht – ich nehme ab und sage freundlich “Hallo” – man kann nie wissen wer gerade dran ist - “Gehen wir Abendessen?” – “Wolfgang?” – “Jo!” – “Du schon hier???” – “Jo!” – “Wo bist denn Du????” – “111” – “Alles klar, ziehe mir nur gerade die Socken an!”

Konversationen zwischen Männern sind manchmal sehr speziell und oft sehr einfach. Man stelle sich die gleiche Situation zwischen zwei Frauen vor:

Ring Ring – “Huch, wer kann des das wohl sein? . . . Geh ich ran … oder nicht . . .. . . . . . .Stefanie Muster – Who ist speaking!” “Ja Hallo meine Süße hier ist die Caro!” (Die Namen sind frei erfunden und beziehen sich weder auf lebende noch verstorbene Personen.) “Ja Caro meine Süße wie hast Du mich denn hier gefunden, ich habe mir gerade die Nägel lackiert und mir war so kalt da habe ich Heizung angestellt und mein Kirschkernkissen ist gerade in der Mikrowelle.” “Ach Schätzchen das war doch gar nicht so schwer. Du, an der Rezeption da ist ein echt Süßer… “ “…Steve – kenne ich GUUUT” “Was echt, nu sag aber mal … wie gut?” “Hach Schnuckimäuschen ich kenne ihn halt, wir haben das ein oder andere mal beim Frühstück geplaudert.” “Ach geplaudert nennt man das jetzt Hasilein?” “Ja was denkst denn Du?” - – – 23 Minuten später – – – “Du sag mal Mäuschen, hast Du nicht Lust noch eine klitzekleine Kleinigkeit zu essen?” “Hach eigentlich habe ich ja schon und ich mache doch gerade diese tolle Diät…” – – - 10 Minuten später - – – “Ok, dann sehen wir uns in 5Minuten in der Lounge!” “Ja meine Süße bis gleich, Du bist ja so flexibel!”

Uff – da ist es doch besser man hebt ab und das andere Ende sagt nur “Gehen wir Abendessen?” “Jo, bin gleich startklar!” – Männer kommunizieren effizienter – manchmal jedenfalls :-]

 

Hausaufgabe für die Daheimgebliebenen:

Bitte analysiert diese Gesprächssituation und gebt im Rahmen eines Kommentars zum Blog Eure Meinung wieder. Bitte beantwortet in diesem Zusammenhang auch die folgende Fragen:

  1. Wer kommuniziert effizienter A) Männer B) Frauen
  2. Wer ist spontaner A) Männer B) Frauen
  3. Wer kommt besser mit vertauschten Antworten zurecht A) Frauen  B) Männer

Unter allen Kommentierenden wird eine Flasche “Sierra Nevada Early Spring Beer” oder kurz ESB verlost. Das hat jetzt nichts mit SOA oder so zu tun – das Zeug heißt wirklich so!

ESB

Zum Schluss habe ich hier noch den Track des Tages. Da kann man schön in Google Earth schauen wo der Toadstool Hoodoo steht und wo ich überall herum gekrakselt bin.

3. März 2009 Coyote Buttes

Oder: Das Glück ist mit den Tüchtigen

Nachdem Wolfgang gestern so überraschend hier eingetrudelt ist sind wir heute um 7h30 in Richtung Kanab aufgebrochen um beim Kanab Field Office an der Verlosung der Permits für die Wave teilzunehmen. Erst wollte wir noch einen Fotoabstecher machen, aber die Zeit war knapp und es war auch gut so. Um 9h startet die Verlosung, wir waren um 8h55 Vorort. Der letzte ausgefüllte Antrag auf einen Permit kam von mir. Sekunden später ging es dann auch schon los. Die resolute Mitarbeiterin rief der Reihe nach alle Namen auf den Antragsformularen auf. Wenn sich jemand gemeldet hat, hat sie eine fortlaufende Nummer in einen extra dafür reservierten großen freundlichen Kreis auf dem Formular geschrieben und anschließend eine kleine passend nummerierte Holzkugel auf einem Brettchen mit vielen kleinen Dellen herausgenommen und es in eine Lostrommel aus schwarzem Drahtgeflecht geworfen, die seitlich eine kleine Kurbel und unten eine Art Rutsche für die Gewinnerkugel hat.

Als alle Anträge durch waren begann die große Show. Die Dame begann an der kleinen Kurbel zu drehen und wie beim Lotto im Fernsehen rollten die kleinen Holzkügelchen wild in der Lostrommel hin und her. Nach einigen Sekunden änderte die Dame die Drehrichtung bis ein der Kugeln unten aus der Trommel herausfiel und über die Rutsch gegen einen Anschlag rollte.

Nervenzerreißende Spannung lag in der Luft! Ich hatte Nummer 2, Wolfgang Nummer 1 – eigentlich hatten wir gemogelt. Er hatte seine Frau als zweite Person auf den Antrag geschrieben, ich meinen Sohn. So haben wir unserer Chancen heimlich verdoppelt. Die erste Kugel rollt und – Mist weder 1 noch 2. Die Dame ruft einen Nahmen und jemand tritt an den Tresen heran. Er hatte gleich mehrere Hiker auf seiner Liste eingetragen, ich glaube es waren 4 Personen. Also durften noch weitere 6 Personen ausgelost werden. Wieder dreht sich die Trommel, wieder jemand anders, 2 Personen – 4+2 = 6 –> Rest = 4 …es geht weiter die Trommel rotiert und rotiert – während sie sich dreht schaut die resolute Dame in die Runde und ich glaube sie verspürt in diesem Augenblick so etwas die “absolute Macht” – jedenfalls schien sie es zu genießen! Dann – wieder eine andere Zahl – 2 Personen –> 8 Wanderer – Rest = 2 …die Trommel rotiert, die Dame genießt, die beiden Frauen neben mir ballen Ihre Hände zu kleinen Mädchenfäusten und halten sie vor ihr Gesicht – dann “Number 2 – where ist Husgar?” Ich bin Husgar – wenn ich dafür einen Permit für zwei Personen bekomme, darf sie mich auch gern Husgar nennen  :-) Artig bezahlte ich meine 14$ und tue so als würde ich Wolfgang nicht weiter kennen, schließlich hatten wir ein wenig gemogelt!

Während ich schon mal draußen im Auto warte, hält Wolfgang noch eine Plauderrunde mit der Dame ab und organisiert und zwei Permits für Coyote Buttes in der Nähe der Wave – FÜR HEUTE! Na, da gab es auf dem “Heimweg” keine Diskussion was wie heute noch anstellen, sondern einen 11 Stündigen “Umweg” über die Coyote Buttes. Vorher haben wir uns aber noch mit einem richtigen amerikanischen Frühstück gestärkt. Kaffee, Rührei, Speck, Bratkartoffeln, Toast – LECKER!

Dann ging es zur Tanke und los in Richtung Wave. Am Trailhead der Wave sind wir dann achtlos vorbei gerauscht und waren um etwa 12h dann bei den Coyote Buttes. Dort haben wir dann den Tag verbracht. Jeder ist so seiner Wege gegangen und gemeinsam haben wir so ziemlich alles abgeknipst was es da zu sehen gibt – und es gibt dort echt viel zu sehen!

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Als der Tag um 17h langsam zur Neige ging, habe ich den Rückweg in Richtung Auto angetreten und nicht schlecht gestaunt, als dort eine Horde Leute damit beschäftigt war Zelte aufzustellen und einen richtigen kleinen Ofen anzuwerfen. Ich war total fertig, Wolfgang nicht in Sichtweite. Da kommt ein alter Mann auf mich zu, begrüßt mich sehr freundlich und fragt mir dann ein Loch in den Bauch. Er war richtig interessiert, ich sollte sogar meinen Namen buchstabieren. Nein nicht Husgar – Ansgar! Seine Frau und er sind vor 7 Jahren aus Houston in Texas nach Page umgezogen. Er hat erzählt, dass unter den 4.000.000 Menschen in Houston die Kriminalitätsrate so hoch sei, dass es ihm dort keinen Spaß mehr gemacht hätte. Hier im Südwesten wäre alles viel ruhiger, die Menschen netter und das Klima wunderbar. Recht hat er, da kann ich nur zustimmen! Nach einer Weile Smalltalk kommt einer der anderen Camper zu mir rüber und das ganze beginnt erneut – die waren da richtig nett!

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Kurz bevor die Sonne verschwindet mache ich mich auf den Weg um meinen kanarischen Tourguide Wolfgang zu finden. Ich habe ich in dem Felsmassiv auf der anderen Seite vermutet. Dort angekommen bin ich einfach total platt welch atemberaubende Formationen und Farben es dort gibt. Leider spielt die Sonne gerade Kapriolen und ich versuche an einer Stelle die mich an Stonehenge erinnert ein 360° Panorama zu fotografieren.

Dann kommt für wenige Augenblicke die Sonne nochmal unter der Wolkendecke hindurch – “The perfect light!” – leider nur für ca. 60 Sekunden. Das reicht gerade für zwei Fotos, danach ist das Schauspiel auch schon wieder vorbei.

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Zurück beim Auto ist Wolfgang dann auch wieder da und hat sich schon sehr gut mit den Campern angefreundet. Es hätte mich nicht gewundert wenn er schon ein Steak verdrückt hätte!

Wir packen zusammen und machen uns auf den Heimweg. Wie bei meiner letzten Tour zu den White Pockets – die sind gleich in der Nähe – nehmen wir die südlichem Umfahrung um das große Plateau. Um 20h30 sind wir todmüde im Safeways an der Kasse, Salat und Sandwiches liegen auf dem Band. Der Salat ist schon weg, das Sandwich gibt es morgen Mittag an der Wave!

So, nun werden die Bilder gesichert, die Akkus aufgeladen und dann geht es ins Bett. Morgen sind wir um 10 bei “THE WAVE”!

Hier die Bilder des Tages von Wolfgang.

Hier ist meine kleine Diashow.

4. März 2009 – The Wave

Oder: Warum Permits ok sind

Heute war der Tag der Tage! Und am Ende dieses Tages bin ich so fertig, dass ich kaum noch Piep sagen kann. Die Wave ist ja nicht so sehr weit vom Trail-Head entfernt , aber wenn man dort den ganzen Tage verbringt, komplettes Marschgepäck hinschleppt und dann auch noch mehrere Kameras und eine kleine Kollektion von Objektiven dabei hat, dann wird es anstrengend.

Wolfgang ist da viel cooler, er ist wie immer auf alles bestens vorbereitet. Er hat ein Superzoom an der Kamera und fertig. Damit der Sand das Ding nicht zerstört gibt es einen leichten Beutel, fertig. Im Rucksack sind Getränke und Fressalien, keine Fotosachen – auch fertig. Auf halbem Wege zieht der die warmen Sachen aus, legt sie auf den Boden, etwas zu Trinken dazu und einen perfekt laminierten Hinweis, dass er das alles abends wieder abholen wird. “Be prepared – von ihm kann man was lernen!” Die Sachen waren übrigens abends noch da und es hatte auch niemand den Apfelsaft ausgetrunken! Es funktioniert – Be Prepared!

Nach “Never Hike Alone!” kenne ich nun schon eine zweite wichtigen Redewendung: “Be Prepared!”

Be Prepared

Ja, was heißt das eigentlich? Ich denke es ist im wesentlichen die Erfahrung aus 20 Jahren USA. Doch auch der USA-Youngster kann sich besser vorbereiten. Gestern wollte ich einen Schritt in diese Richtung unternehmen und die Festplatte mit meinen wertvollen Bilddateien vor unberechtigtem Zugriff schützen. Das hat funktioniert – leider so gut, dass ich sei heute nicht mehr wieder finde. Sie ist sicher irgendwo aber wo? Wenn man schon was versteckt sollte man sich auch merken wo man es gelassen hat. Meine Bilder der letzten Tage sind jedenfalls derzeit erst einmal WEG!

Was mir gerade zum Thema “Be Prepared!” noch einfällt. Gestern bei den Coyote Buttes haben wir einen alten Mann getroffen. Er hat Wolfgang erzählt, dass er schon vor 40 Jahren das erste Mal bei der Wave war. Damals gab es noch keine Straße dorthin und er ist mit einem ortskundigen Führer losmarschiert. Der Führer hat damals 500$ für diesen Hike verlangt. Gemessen daran sind untere 2×7 Bucks und mehrere 15 Minuten ein Klacks! Man bedenke, das ist 40 Jahre her!

Und noch was fällt mir ein. Einige der Besucher wohnen direkt um die Ecke und wussten nicht, dass hinter der Wave noch die Second Wave liegt. Schlechte Vorbereitung schränkt den Horizont ein! (Was ich wohl im Leben alles nicht gesehen habe, was ich hätte sehen können????)

The Wave

Wie dem auch sei, der Tag begann um 7h – Zähneputzen – Körperpflege – Eating Right – Schuhe anziehen und los… Wolfgang hat schon gewartet. Meine Uhr ging nach! Bei all dem Hin- und Her mit Zeitzonen und 28 Tagen im Monat ist der Minutenzeiger locker um 10 Minuten verrutscht. Das hat dann unsere gesamte Planung ins Wanken gebracht. Ein wenig was konnten wir aufholen, aber Im Steakhaus waren wir 6 Minuten zu spät!!

Diesmal sind wir mit Wolfgangs komfortablen Toyota zum Trailhead gefahren. Das war witzig, denn auf dem Rückweg konnte ich jeden Grashalm filmen! Außerdem liegt der Toyota besser auf der Straße als der Nissan XTerra – es ist auch eine andere Kategorie! Jedenfalls sind wir mit Warp-Geschwindigkeit zu Wave gefahren und haben zwischendurch mehrere Autos überholt. Vom Trailhead ging es dann los. Ich dachte man müsste nur kurz um den Berg laufen und da wäre dann schon alles. Weit gefehlt! Eigentlich ist dieser Beauty Point nichts für echte Amerikaner, denn er er ist deutlich mehr als 50m von ihrem Auto entfernt. Ich kam jedenfalls ganz schön ins Schwitzen und die Schultern tun immer noch weg! Der Weg war dann doch etwas weiter und mit dem ganzen Fotokrams für einen untrainierten Schnellklicker anstrengend! Ok, es gibt – aber ich muss gleich dringend duschen!  :-)

Wolfgang hat mich dabei immer wieder an meine Kindheit erinnert. Immer wenn ich so richtig fertig aussah hat er mich aufgemuntert und gesagt “Na los jetzt, es sind nur noch 15 Minuten!!” Es hat gewirkt und nach 5 oder 6 mal 15 Minuten waren wir auch schon da!

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Unterwegs haben uns dann die Leute überholt die wir zuvor mit dem Toyota abgehängt hatten. Wir haben ein wenig Smalltalk gehalten und die übliche Frage “Where are you from?” beantwortet. Wolfgang ist das schon sehr professionell und sagt immer er käme aus der Nähe von Frankfurt – denn Frankfurt kennen die meisten Wanderer die man im Südwesten so treffen kann. Jedenfalls war es lustig, dass einer der Amerikaner gleich nach gefragt hat ober Wolfgang vielleicht aus Mainz kommt. Schließlich ist Mainz in der Nähe von Frankfurt! Da habe ich dann eingehakt und erzählt, dass ich schon oft in Mainz war! “When have you been to Mainz?” “I think you were not born then, it was in 1965!!” “Not really, I was one year old!” Danach ging dann die Rechnerei los, irgendwer aus der Truppe war schon 1960 in Deutschland, fünf Jahre bevor ich ein Jahr alt war oder so… Alles sehr komplex!

Permititis – Update!

In den letzten Tagen hatte ich ja ein wenig abgelästert wegen der Permititis und so weitert. Aber ich muss sagen, es ist doch berechtigt. Die Sandsteinformationen der Wave sind so fragil, dass schon die wenigen Besucher täglich deutliche Spuren hinterlassen. Ohne Permit könnte man dort auch nicht wirklich fotografieren, denn es stünden immer wieder Leute im Weg! Der Anfang des Weges kurz hinter dem Parkplatz ist jedenfalls schon total zertrampelt. Wenn da täglich 100 und mehr Leute entlang wandern würden, die Wave wäre wohl schnell zerstört.

An der Wave angekommen habe ich dann den bislang mit Abstand coolsten Fotospot der ganzen Reise erlebt! Die Wave und auch die nachgelagerte Second Wave sind wirklich einmalig. Tolle Sandsteinformationen gibt es hier habe echt viele, aber die Wave ist einfach perfekt!

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Vorort haben wir dann ein paar Leute vom Vortag wieder getroffen, die wir schon bei der Verlosung gesehen hatte. Es waren auch zwei Fotofreaks aus Südafrika dort, die eigentlich auf dem Weg nach Köln waren! Das kann auch einfacher gehen, aber einer der beiden hatte eine brandneue Nikon D3x im Gepäck, nebst allen neuen Nobelgläsern!! Die hat er meiner Meinung nach in den USA gekauft, daher der kleine Umweg  :-) Sein Fotokumpel war vom anderen Ufer – er benutzte eine Canon 1 DS II oder III – ich kenne mich da nicht aus. Ok, ist nix schlimmes – Wolfgang fotografiert ja auch mit der “falschen Marke”  :-)

Die beiden Südafrikaner haben dann mehrere Stunden auf dem Boden gelegen, den Tag genossen und auf das Abendlicht an der Second Wave gewartet. Kurz bevor es spannend wurde, haben sie sogar einen großen Pinsel heraus gekramt und einige der filigranen penibel freigepinselt – Echte Profis – so schien es mir jedenfalls! Wie dem auch sei, als die Sonne dann endlich tief stand, standen die beiden Jungs auch tief – egal wie sie waren immer im Weg! Also habe ich die kurze Linse dran montiert und mich dazugestellt um auch ein wenig mit dem Spiegel zu klappern. “What camera do you have there? Ab a Nikon D300, it has twelve Megapixels, hasn’t it?” “Yes it has!” …du alter Sack und ich weis auch genau warum Du mich das gefragt hast, nur weil du das doppelte hast und Deine breiten Schultern den schweren Klotz auch schleppen können! Nächste Woche beginne ich mit Bodybuilding und dann kaufe ich mir auch ne D3x!! :-)   …ok, vielleicht auch nicht…

Bei der Verabschiedung sagt Wolfgang dann zum Canonknipser “Ok, see you next time!” Dieser grinst nur und sagt dann “When will that be?” – Recht hat er – vielleicht bei der Photokina in Köln wenn Nikon nächstes Jahr die D4x vorstellt. Dann frage ich seinen Kumpel wie viele Pixel er hat :-]

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Ok, die Sonne war weg, 1000 Bilder auf der Speicherkarte und wir treten den Rückweg an. Diesmal aber einen anderen als den Hinweg. Und der war richtig cool. Es geht “hinten herum” den Berg hinab, dann durch so etwas wie einen kleinen Canyon. Am “Basislager” mit den Klamotten und Getränken gibt es eine kleine Pause. Auf dem Rest des Weges verquatschen wir uns so, dass wir den richtigen Weg doch nicht nehmen weil wir beide nicht auf unsere GPS-Systeme geschaut haben. Letzlich laufen wir fast so etwas wie eine große 8 mit einem Basislager in der Mitte. Später packe ich mal das KMZ hier dazu, dann kann man sich alles in Google Earth anschauen! Ein kleines Video habe ich auch gemacht, das gibt es dann auch noch.

Pünktlich um 19h06 waren wir jedenfalls hier am Steakhouse. Ofenkartoffel, Sour Cream, Steak, Corono – eine einfache Bestellung! Da saß ich also vor meinem ersten amerikanischen Steak, und es war gar nicht schlecht. Ok, mit dem El Chico in Mainz kann es nicht mithalten, aber das können die wenigsten Steakhäuser! Aber es war doch lecker – und nun bin ich satt und trocken daheim an meinem Notebook. Die Internetverbindung geht wieder, jemand hat wohl am Stecker gewackelt und alles ist gut!

Morgen geht es dann um 8h30 zum Frühstück und danach zum Blue Canyon – mal schauen wie viele 15 Minuten die Wanderung dort dauert….

Hier gibt es die Diashow zum Tag an der Wave.

Wolfgang hat seine Bilder auch schon online.

Update Januar 2011: Das Video des Tages gibt es leider mehr weil Microsoft seinen Videodienst SoabBox mittlerweile eingestampft hat – Schade! Aber die Videos habe ich noch irgendwo auf einer Festplatte und beizeiten lade ich sie mal bei Youtube hoch.

Update – 04.03.2009 – Nun ist auch ein Bild der Wave in der Fotocommunity zu sehen:

http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/586976/display/16237433

Update vom 1. April 2009 (Kein Scherz)

Es ist mitten in der Nacht, kurz vor drei Uhr deutscher Zeit. Ich kann nicht recht schlafen, das Jetlag hat mich im Griff…

Hier die versprochene Trackauswertung des Hikes zur Wave:

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Hier gibt es das KMZ zum selber gucken.

Hier habe ich ein GPX mit dem Rundweg um die Wave abgelegt. Einfach downloaden und mit Mapsource öffnen, dann ins Garmin Colorado oder kompatible Geräte übertagen. Ich hoffe es klappt mit dem Permit! Wünsche viel Spaß bei dieser Wanderung.

4. März 2009 – Blue Canyon

Oder: Warum der Blue Canyon gar nicht blau ist!

Sodele, es ist 7h43, ich muss noch durch die Waschanlage und dann geht es ab in Richtung Tuba-City zum Blue Canyon. Wird sicher wieder spaßig. Mehr dann heute Abend!

Wer schon mal schauen will was es dort gibt klickt hier.

19h10 – Update

Frühstück

Und wieder ist ein Tag in Arizona rum! Vor Antritt der weiten Fahrt zum Blue Caynon sind wir erst einmal ganz gemütlich bei Denny’s zum Frühstück gewesen. Wer sich die Homepage von Denny’s anschaut sieht dann auch sehr schnell was man dort unter “Real Breakfast” versteht! Für 7,99$ gibt es etwas das hier: “Three scrambled eggs with Cheddar cheese, two bacon strips and two sausage links, plus hash browns or grits and choice of bread.” Dazu dann Kaffee bis zum Abwinken, ein großes Glas O-Saft und zwei Buttermilk Pancakes mit Sahne und Sirup – Yep – danach ist man so richtig voll. Wer das alles essen kann, ich jedenfalls nicht! Und so musste ich dann auch mehr als die Hälfte zurück gehen lassen. So ganz verstehe ich diese riesigen Portionen hier nicht. Entweder ist der übliche Gast total verfressen oder man versucht sich durch Masse von den Mitbewerbern abzuheben. Na egal, es ist jedenfalls reichlich und preislich ganz ok. So ein Riesenfrühstück kostet ca. 15$.

Endlich los

Nach dem Frühstück ging es dann mit meinem Nissan los in Richtung Süden. Die Entfernungen sind hier teilweise so groß, man sagt gar nicht so genau wohin man fährt. Sagt man einem nativen Amerikaner in Page, dass man in Richtung Süden fährt, dann weiß der schon Bescheid, denn die nächste Stadt im Süden ist ungefähr 100 Meilen weit weg. Wo will man dann sonst schon hin… So sind wir also nach Tuba City gefahren. Wer diesen Namen das erste Mal hört denkt sicher gleich an deutsches Liedgut, an Volksmusik, an Schützenfest & Co. Aber weit gefehlt, in Tuba City gibt es keine Tuben! Jedenfalls haben wir keine gesehen  :-) Aber wir waren ja auch gar nicht richtig dort sondern sind bei den drei Tankstellen am Ortseingang scharf rechts auf die 264 abgebogen. Beim Mile-Marker 355 ging es dann links auf die Dirt Road 6240. Diese unbefestigte Straße lässt sich ganz gut fahren. Bei 20 Meilen pro Stunde rappelt es ganz ordentlich, bei 40 Meilen ist es ok, ab 60 Meilen fliegt man! Wenn man bedenkt, dass man hier auf den großen Hauptstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften in der Regel 65 Meilen schnell sein darf, dann sind 60 Meilen auf einem Feldweg ein gewisses Abenteuer. Irgendwann hat Wolfgang mich dann auch gefragt ob mir klar sei, dass das hier alles nicht versichert sei. Recht hat er, alos fahren wir mit dem schönen neuen Mietwagen ein wenig langsamer, so 55 Miles/hour  :-)

Der Blue Canyon

Nach ungefähr 20 Meilen biegt man dann rechts ab und ist bei den lustigen weißen Sandsteinformationen mit den dunkelbraunen Zipfelmützen. Niedlich sehen sie aus und fragil sind sie! An vielen Stellen sind die tonnenschweren Zipfelmützen schon abgestürzt. Ich möchte nicht wissen wie das jeweils gerummst hat. Diese Felsformationen bestehen eigentlich gar nicht aus richtigem Fels so wie man sich bspw. das aus Alpen vorstellt. Vielmehr ist es alles hell grauer Modder der hier von Wind und Regen langsam aber sicher weggespült wird. Auf diesem Modder haben sich im Laufe der Evolution festere Schichten aus braunem Sandstein gebildet. Teilweise ist der Sandstein mit weißen Linien durchzogen, was dann ganz witzig aussieht. Auf einem Stein sah es aus als hätte jemand eine Flasche darauf gemalt. Der Wind war relativ unerbittlich und es war soviel Sand in der Luft, dass an den Wechsel eines Objektives im Freien gar nicht zu denke gewesen wäre. Also bin ich mit der F100 und der D300 parallel losgezogen. So konnte ich vieles parallel auf Film und auf Chip bannen. Wolfgang hält mich sicher immer für total bekloppt wenn er mit seinem Fliegengewicht umherzieht und mich mir dann aus der Ferne zuschaut wie ich mich mit meinem ganzen schweren Fotokrempel abmühe.Immer wieder sehe ich abgestürzte Zipfelmützen und frage mich, wie lange es das alles noch geben wird…

Eines der großen Highlight ist “Merlins Zipfelmütze”

Coalmine Canyon

Nachdem wir ein paar Stunden lang alle Zipfelmützen aus unterschiedlichen Perspektiven abgeknipst hatten sind wir dann in Richtung Tuba City zurück gefahren um einen Zwischenstop beim Coalmine Canyon einzulegen. Es war stürmisch wie die Hölle, die Sandkörner waren waagerecht unterwegs und der Sprit ging zur Neige. Auf der Hinfahrt hatte ich noch kurz überlegt an einer der vielen Tankstellen in Tub City den Tank aufzufüllen, aber dann dachte ich mir, dass es ja so weit nicht mehr sein kann. Schließlich hatte ich mir ja morgens um 7h noch alles bei dem Live-Maps angeschaut und die wichtigen Wegpunkte in mein Garmin Colorado gesendet. Weit gefehlt, die Wege waren weit und der Spritzeiger bewegte sich langsam aber sicher nach unten! Ich bin deshalb schon immer mit wenig Gas gefahren und habe versucht die Kiste so viele wie möglich rollen zu lassen. Denn ich habe ja gelernt “Never Hike Alone” – war ich ja nicht – aber die Lektion von heute könnte heißen “Fill up your car’s gas tank if possible

Am Coalmine Canyon war es dann richtig stürmisch. Beim Öffnen der Türe riss der Wind sie mir gleich aus der Hand. Das Laufen war schwierig und die Luft war voller Sand. Das hat mich alles an stürmische Strandtage an der Nordsee erinnert! Wolfgang ist gleich los an den Rand des Canyons um ein paar eindrucksvolle Bilder zu schießen. Ich hatte das 70-200mm Tele an der D300 und habe daher  für den Anfang versucht ein paar Details zu fotografieren. Das war fast nicht möglich denn der Wind hat mir die Kamera fast aus der Hand gerissen. Wenn ich etwas “getroffen” habe, dann eher durch Zufall! Zurück am Auto habe ich dann eine kurze Linse drauf montiert und bin nochmal losgezogen. Während ich so mit dem Wind kämpfte steht plötzlich jemand neben mir und sagt “It’s a little bit breezy, isn’t it?” Wie unser Sozialisierungsgenie Wolfgang später herausfand waren es zwei Franzosen!

Unbedingt Tanken!!!

Beim Verlassen des Coalmine Canyon zeigt die Tanknadel auf den untersten Strich der Skala und eine kleines freundliches Licht leuchte in sattem Orange! Wir brauchen Sprit! Warum habe ich nicht vor ein paar Stunden getankt, das ärgert mich jetzt. Wolfgang ist ganz cool, mit geht die Düse. Bei dem Sturm viele Kilometer zur nächsten Tankstelle zu laufen ist nicht witzig! Aber der Sprit reicht! Wir steuern die erste Tankstelle an, dort kann man nicht direkt mit Kreditkarte bezahlen und daran habe ich mich gerade so schön gewöhnt, also zur Tanke schräg gegenüber. An der Zapfsäule stehe ich dann wie ein Ochs vorm Berg. Kreditkarte rein, Karte raus, Karte rein, Karte raus, nichts tut sich, außer dass die vielen Sandkörner die im Kartenleser stecken langsam aber sicher den Magnetstreifen ruinieren!!!! Wolfgang übernimmt und geht mir meiner Karte zur Kasse. Da hält ein Ami mit einem großen Truck neben mir, versucht auch zu tanken und kriegt es auch nicht auf die Reihe! Ok, ich bin doch nicht zu blöd!!! Dann kommt Wolfgang zurück und erzählt bei der Kasse wäre alles zu. Der Ami sagt mir dann, dass es gerade einen Stromausfall gibt! Aha, deshalb war auch die Ampel “ausgeschaltet”!!Wir fahren also zur dritten Tankstelle, eine wird doch ein Notstromaggregat haben! “Sorry! Closed due to power breakdown!”. Ein paar Meter weiter ist ein vierte Tankstelle, Cevron, die haben sicher Strom für die Gas-Pump! Aber da ist es auch Essig! Ich werde langsam aber sicher kribbelig, wir brauchen Sprit!!!!! Wolfgang ist ganz cool und sagt “Och die haben hier sicher ein paar ganz nette Hotels!” Wir fahren rüber zum Supermarkt, auch geschlossen. Aber drinnen leuchtet Licht?!?!? Die haben wahrscheinlich ein Notstromaggregat, damit die ganzen Gefrierschränke nicht abtauen wenn der Strom mal wieder ausfällt weil es draußen ein wenig stürmisch ist! Wie will solch ein Land jemals die Weltherrschaft übernehmen, Raketen mit Lasern eleminieren und den Mars besiedeln? Ich kann mir gut vorstellen wie das Stromnetz auf dem Mars aussehen würde…Dann die erlösende Nachricht, der Strom im Supermarkt ist wieder da. Sie können nur noch niemanden rein lassen weil sie die Kassen usw. noch starten müssen. Also wieder zurück zur Tankstelle unseres Vertrauens! Es gibt Sprit, Gott sei Dank!!! Bei 45 Dollar ist der Tank voll, das sind ca. 18 Gallonen! 1Gallone hat ca. 3,785 Liter = ca. 68 Liter – das war knapp!Zurück in Page gehen wir erst einmal einkaufen. Wolfgang beim Walmart ich im Family Dollar. Im Family Dollar löse ich dann den ersten “Travelers Cheque” meines Lebens ein und bin überrascht wie problemlos man mit dieser versicherten Art von Geld doch bezahlen kann. Cool! –> Siehe auch “Be Prepared!”

Ring Ring Ring

Und wieder ein Stück vereinfachter Konversation. “Und geh’n wir essen?” “Ok, ich geh’ grad noch aufs Klo, ziehe ich mir Schuhe an und komme rüber”!” – Einfach – Präzise – Klar – Verständlich!Gemeinsam waren wir dann gerade 150 Fuß die Straße hoch beim örtlichen Mexikaner. Ich war total überrascht wie viele Indianer zum Mexikaner gehen! Aber dazu muss man wissen, dass hier in Page gut 70% Indianer leben. Jedenfalls hat uns der Super Burrito sehr gut geschmeckt! Dazu zwei Corona und es ist ein schöner Abend :-)So, nun schaue ich noch kurz eine Bilder an und morgen geht es dann um 6h15 zu den Wahweap Hoodoos und danach in den Sidestep Canyon.Ein Video des Tages gibt es heute leider nicht – ich wollte meine kleine Hosentaschenkamera nicht verschrotten!

Update: 05.03.2009

Dass man für den Blue Canyon einen Permit braucht, dass das Areal abgesperrt ist usw. sind Märchen einzelner übermotivierter Mitglieder der fotocommunity! Richtig ist, die Location ist von Tuba City aus sehr einfach zu erreichen.Hier habe ich eine KMZ-Datei abgelegt. Die kann man dann in Google Earth öffnen und sich wunderbar anschauen wie man von Page aus zum Blue Canyon kommt.

5. März 2009

Wahweap Hoodoos & Sidestep Canyon

Es ist 6h17 und gleich geht es los zu einer tollen Morning-Location. Mehr dann heute Abend!

Update – 17h19

Und wieder ein schöner Tag in Arizona, wenn auch mit einem Schreck auf der Rückfahrt, davon später mehr…

Während ich heute um 6h17 noch schnell einen Satz geschrieben habe, hat Wolfgang schon draußen gewartet. Zwar bin ich um 5h30 aufgestanden, aber habe dann wieder so lange herumgetrödelt, dass ich daheim wieder Schelte bezogen hätte. Manchmal ist es ganz gut wenn die privaten Kritiker weit weg sind und nicht schimpfen können weil man(n) wie IMMER ALLES FALSCH macht  :-) Na jedenfalls hat der Hauptwaschgang dann noch eine Weile gedauert und Wolfgang und ich sind wegen meiner Schusseligkeit statt um 6h15 erst um 6h32 losgekommen. Diese 17 Minuten können beim Fotografieren der Wahweap Hoodoods entscheidend sein, soviel weiß ich jetzt auch! Der schönste aller Hoodoos steht direkt neben eine Felskante und bekommt nur morgens für eine paar Minuten das Sonnenlicht zu sehen. Sein Kumpel ist über dieser Tatsache wohl irgendwann so verzweifelt gewesen, dass er vor etwas fünf Jahren glatt den Kopf verloren hat – sehr schade! Eben waren wir auf der anderen Straßenseite in einer kleinen Galerie und haben da einen echt coolen Deutschen getroffen, der seit 8 Jahren in Page lebt und hier Fototouren und geführte Wanderungen etc. anbietet. In seiner Galerie hängt ein altes Bild von Michael Fatali, da sind die beiden noch vereint.

Wahweap Hoodoos

Der Weg dorthin war diesmal für mich ganz einfach, weil der Wolfgang gefahren ist. Alle Stellen die sonst immer sehr schwierig zu befahren waren waren heute knochentrocken. Wenn es zuvor geregnet hat, ist das alles weniger spaßig weil mehrfach kleine Bäche und Flussläufe gequert werden müssen. Wolfgang ist echt mit absoluter Warpgeschwindigkeit gefahren, damit wir noch rechtzeitig ankommen – und – wir waren pünktlich!

Die Location ist richtig cool und es gibt dort viele viel Hoodoos zu sehen. Doch der erste von allen hat mir am besten gefallen!

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Sidestep Canyon

Leider ist Wolfgang gestern sei GPS abhanden gekommen und ich habe in meinem GPS nicht alle korrekten Wegpunkte usw. gespeichert. Da war es ganz gut einen alten Hasen dabei zu haben der sich hier besser auskennt als ich in meiner Heimatstadt  :-) Zielsicher ging es von den Hoodoos zum Sidestep Canyon. Vom Parkplatz aus sind wir eine Weile am südlichen Rand entlang gewandert bis wir am bekannten Einstieg angekommen sind. Dann ging das Abenteuer los. Der Abstieg war ja noch ganz easy, aber der Aufstieg! Aber bevor uns das blühte haben wir den Canyon in vollen Zügen genossen. Das Fotografieren ist dort nicht ganz einfach, weil im Sonnenlicht fast alles in gleißend hellem Licht erstrahlt.

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Richtig belichten!

Die Belichtungsmesser der meisten Kameras sind auf ein helles Grau geeicht. Misst man die Belichtung auf eine völlig weiße Fläche, so wird diese aufgrund von Unterbelichtung im Bild grau dargestellt. Misst man auf eine komplett schwarze Fläche, so wird diese aufgrund von Überbelichtung ebenfalls grau erscheinen.

Das ist auch der Grund, warum sich die Fotografen in früherer Zeit als die Belichtungsmesser noch primitiv waren, kleine Regeln erarbeitet haben. Eine Regel war, bei Schnee oder am Strand eine Blende länger zu belichten, damit der Schnee oder Sand nicht grau auf dem Bild erscheinen. Dieser Regel folgend habe ich heute bei den meisten Bildern den Belichtungsmesser um 0,7 – 1.0 Blendenstufen korrigiert. Ich bin gespannt wie meine Bilder gleich aussehen  :-) In 6 Minuten sind die 14GB(!!!) auf der Festplatte. Wolfgang hingegen ist ein alter Fuchs und benutzt ganz gekonnt die Spotmessung. Er misst die Belichtung an einer möglichst neutral grauen Stelle und liegt damit praktisch immer goldrichtig!

Ich will hier raus…

Der Rückweg aus dem Canyon war etwas schwieriger. Einmal sah es sehr vielversprechend aus, doch dann wurde es zunehmend enger und der Weg endete in einem so schmalen weißen Slotcanyon, dass ich mich regelrecht hindurch zwängen musste. Das Gestein im Sidestep Canyon ist eigentlich zumeist gar kein richtiges Gestein, sondern eher ein gigantischer Haufen lustig geformter weißer Matsch. Ein kräftiger Regenguss kann diesen Matsch so aufweichen, dass echt viel in Bewegung kommt und es in einem Slot aus weißem Matsch schnell sehr ungemütlich werden kann. Vor diesem Hintergrund war es mir in dem Canyon nicht ganz wohl, wenngleich die Formen einzigartig uns wunderschön waren. Statt aber zwischen Kamera und Fotorucksack hin und her zu kriechen um Filter und Objektive etc. zu tauschen habe ich mich auf eine Objektive, ein kleines leichtes Hosentaschenstativ und den Selbstauslöser konzentriert. Manchmal ist weniger mehr, ich hoffe das stimmt für den heutigen Tag auch  :-)

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Irgendwann haben wir dann tatsächlich einen Ausweg aus diesem weißen Labyrinth gefunden. Ich habe noch schnell ein paar Knipsbilder gemacht, die packe ich später in ein Fotoalbum.

You guys were driving to fast!

Auf dem Heimweg hatte ich regelrechte Wahnvorstellungen. Ich dachte an Cappuccino, Eisbecker, eine nette Veranda mit Blick auf den See, eine hübsche nette Kellnerin – aber Wolfgang hat mich auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. “Das gibt es hier nicht!” – Beachte – Männer kommunizieren einfach! Während wir also darüber nachdenken wo es vielleicht doch ein Eis und einen Kaffee geben könnte, kommt uns plötzlich ein unauffälliges weißes Auto entgegen das gut versteckt vorn im Kühlergrill eine blaue und eine weiße Lampe hat. In diesem Auto sitzt ein Polizist und er hält den linken Arm aus dem Fenster und bewegt die ausgetreckte Handfläche auf und ab – kein gutes Zeichen! Kaum hatte er uns passiert macht er schon die James Bond mäßige Schleuderwende und verfolgt und mit lustig bunt blinkenden blauen und roten Lampen. Oh, je – meine erste Verkehrskontrolle nach 10 Tagen USA. Für Wolfgang war es sicher die erste nach mindestens 10 Jahren USA. Und alles weil ich ein Eis wollte und wir nicht ganz bei der Sache waren! Die Kontrolle lief dann aber ganz harmlos ab. Nichts von dem was man aus dem Kino kennt. Statt zweier böser Polizisten war es ein netter, er hat seine Waffe nicht gezogen und wir mussten uns auch nicht mit ausgestreckten Armen und Beinen auf die Straße legen. Ein gutes Zeichen! Er ließ sich die Papiere geben, hat eine Weile telefoniert und uns dann ein Knöllchen rein gereicht, dass wir nun beizeiten bezahlen müssen. “So, slow down and have a nice holiday!” – weg war er wieder. So einfach kann das sein.

Endlich ein Eis!

Zurück in Page schnell rüber zur Eisdiele! Das Eis dort schmeckt super, wenn ich dafür auch daheim schwere Schelte einstecken würde! “Dafür gäbe es daheim echt mecker – viel zu fettig!” Sagt Wolfgang: “Stimmt ja auch!” – Recht haben sie – aber lecker ist es trotzdem! Ich stoße natürlich mal wieder an den Tisch und verschütte den halben Milchkaffee – aber das ist alles halb so wild. Die Verkäuferin eilt schnell zur Hilfe. “So, where are you from?” “We are from Germany!” “Where are you from?” – laaaange Pause – “I’m from California!!” Überflüssig Ihr zu erklären, dass es in Norddeutschland ein kleines Dort namens Kalifornien gibt – ich überlege eine Weile – behalte es dann aber doch für mich…

Souvenirs

Auf der Suche nach ein paar netten Mitbringseln durchstöbern wir noch eine Weile die Läden hier auf der anderen Straßenseite. Wirklich fündig werden wir erst einmal nicht. Doch ich bin von diesem Indianerladen echt begeistert. Zwischen Schmuck, T-Shirts, CDs und DVDs gibt es Sättel (so richtig für ob auf’s Pferdl und so) und zu meiner Überraschung gebrauchte Bohrmaschinen und anderes schweres Werkzeug. Coole Mischung – gibt es so sicher nur hier in den USA!

So, nun schaue ich mir meine Bilder des Tages an…

7. März 2009 – Paria Canyon

Oder: Warum wir heute Gummistiefel gebraucht hätten

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Safeways gegenüber sind wir heute so um 9h15 in Richtung Paria Canyon gestartet. In Bigwater haben wir einen kleinen Zwischenstopp gemacht und beim Ranger mal nachgefragt ob der Off-Road-Trail von Page nach Escalante passierbar ist. Er hat abgewunken, Eis, Schnee, Matsch – “Because you get very high…” Also fahren wir am Sonntag wohl mit zwei Autos auf geteerten Straßen nach Escalante – ist ja auch ganz nett!

“You guys were driving too fast!”

Auf der Suche nach einer Möglichkeit das Ticket vom Vortag zu bezahlen kam und dann in Bigwater ein richtig ausgewachsener Hund auf der Straße entgegen gerannt. Einige Mete dahinter ein erwachsener Truck, dessen Fahrer einen kleinen Hund auf dem Schoß hatte. Das Seitenfenster war unten und die Haare des kleinen wehten im Wind. Der Fahrer winkte uns freudig zu, ich denke er hat seinen (großen) Hund “Gassi geführt” – Das ist Amerika!

Das Ticket konnten wir dann im Townhall Office bezahlen. Die beiden Damen waren sehr nett und haben uns sogar Muffins angeboten. Die hatten allerdings so fiese Farben, dass ich dachte sie bestünden komplett aus Lebensmittelfarbe. Wahrscheinlich wären sie aber ganz lecker gewesen… Wir haben noch nach dem Wetter gefragt, die Antworten der beiden Damen waren uneinheitlich. Die eine sagte es wäre so wie heute, die andere sagte es würde Regen geben. Ich denke die letztere wird Recht behalten! Wenn es morgen regnen sollte, dann fahren wir nach St. George und schauen mal wofür man dort Geld ausgeben kann!

Paria Canyon

Die Anfahrt zum Paria Canyon ist ganz einfach. Man fährt in westlicher Richtung bis man kurz hinter Big Water links die Ranger-Station sieht. Dort gibt es im Sommer und Herbst die Permits für die Wave. Man verlässt dort die Hauptstraße und fährt ein paar Minuten über einen gut ausgebauten Schotterweg, dann ist man schon am Trailhead. Dort muss man sich selbst registrieren – ich sage nur PERMITITIS! Die Selbstregistrierung ist aber ganz einfach. Aus einem “Spender” zieht man einen Umschlag. Auf diesen Umschlag schreibt man drauf wer der Führer der Gruppe ist, um wie viele Personen es sich handelt, wohin es wann losgeht und wann man wieder zurück sein will. Dann noch die Nummer des Autos oder eine Beschreibung. Da hier ja viele Autos ganz ohne Nummernschilder unterwegs sind, mutet das für den deutschen Urlauber schon irgendwie ein wenig seltsam an. Klingt zwar komisch – iss aber so!

Register yourself!

In den Umschlag steckt man dann 5$ oder “faiv Baks” wie man hier sagt. Für zwei Hiker sind es dann schon 10 Bucks – kein ganz billiges Vergnügen! Vom Umschlag reißt man dann ein perforiertes Stückchen ab auf dem eine Nummer steht – das ist der Permit! Die Nummer schreibt man dann auch noch auf den Umschlag, legt den Zettel unter die Windschutzscheibe und steckt den Permit mit den Bucks in eine Art Briefkasten – “That’s it’ You’ve successfully self registered yourself!” Danach kann die Wanderung dann losgehen!

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Am Traihead wurden dann schnell die Fotosachen gepackt und los ging es dann schon. Nach 20 Minuten standen wir vor der Wahl oben am südlichen Rand des Canyons entlang zu wandern oder unten am Wasser. Wir entschieden uns für Letzteres! Über ein paar dicke Steine kamen wir dann trockenen Fußes auf die andere Seite des kleinen Flusslaufes. Das Wasser sieht übrigens nicht wie Wasser aus, sondern eher wie flüssiger Beton. Ich kann mir gut vorstellen wie zwei Wanderschuhe nach ausgiebigem Kontakt mit dieser Brühe aussehen. Ja, 10 Minuten später war die Wanderung dann auch schon beendet. Der Weg war zu Ende und wir hätten den Fluss erneut überqueren müssen. Das wäre dann eine Weile so weitergegangen.

Hier fielen mit wieder die wichtigsten aller Worte ein “Be Prepared!” – waren wir nicht! Und da wir gelernt haben “Fünf Stunden nasse Füße machen zwei Wochen krank!” ging es wieder zurück und dann oben entlang! Die Aussichten auf den Canyon sind dort auch ganz nett, wenngleich aus fotografischer Perspektive eher langweilig – positiv gestimmt würde man vielleicht sagen “schwierig” oder “eine Herausforderung” – aber das Beratervokabular habe ich vorletzte Woche daheim gelassen. Es war also eher langweilig, bis wir dann einen schönen Slot Canyon gesehen haben. Beim Versuch dort hinunter zu klettern wurde schnell klar, dass es dort Stellen gibt bei denen es mehrere Meter abwärts geht. Ein Seil hatten wir zwar dabei aber wenn man das Gebiet gar nicht kennt sind solche Experimente weniger angesagt. Man konnte aber halbwegs gut in den Canyon absteigen und das war dann doch ganz nett.

In diesem Canyon finden sich viele Hufspuren und es war schnell klar, der Reiterhof oben an der Hauptstraße bietet sicher Touren zu Pferd durch diesen tollen Canyon an.

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Unten im Canyon war es sehr ruhig und einfach zauberhaft. Man hört dort nur den Wind, das Wasser und ab und zu mal ein paar Vogelstimmen. Mehr nicht – ok – es gibt noch andere Geräusche – aber nur wenn wir dort sind – das Klappern von Spiegeln… Gelegentlich frischte der Wind ganz schön kräftig auf und brachte reichlich Sand mit sich. Nicht gut für sensible Fotoapparate!! Schon gar nicht wenn man mal wieder vergessen hat den abgelegten Fotorucksack zu schließe und der ganze Sand dann überall zwischen den Objektiven ist. (Au Backe, war das eine Schweinerei!!) Kurz drauf habe ich dann entdeckt, dass auch Felswände ein Herz haben können!

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Nach ausführlicher Fotodokumentation alles Sichtbaren ging es dann wieder rauf und zurück. Es zogen bereits die Wolken auf die ich bei der 10 Tage-Wettervorhersage via www.weather.com schon gesichtet hatte. Es soll ja morgen regnen! Irgendwann kamen dann Bedenken auf, ob es nicht vielleicht auch heute schon regnen könnte! Also zurück zum Auto und heim nach Page.

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In Page gab es dann bei Sarah aus Kalifornien wieder zwei dicke Scoops die echt unanständig lecker sind und aus weiblicher Perspektive zutiefst verdammenswert sind…

Gleich geht es zum Essen zum Chinesen, mal schauen was der so zu bieten hat  :-)

8. März 2009 – Saint George

Oder: Warum Einkaufen Spaß macht!

Nachdem Wolfgang sein GPS irgendwo beim Blue Canyon verloren hat, waren wir heute angesichts der Regenwarnungen einen Tag in Saint George. Zuerst ging es in einen kleinen Outdoor-Laden um zu schauen, ob es dort ein Garmin Colorado gibt.

Shocking America

Leider Fehlanzeige, aber beeindruckend war der riesige präparierte Hirsch der bis zur Brust an der Wand hing. Was mich auch beeindruckt hat war, wie selbstverständlich die Leute dort Waffen begutachtet haben. So viele Gewehre, Pistolen und Munition usw. habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen! Das alles direkt neben dem Angelzeug. In der Vitrine neben den GPS-Systemen liegen Schrotpatronen – ein komisches Land.

Als nächstes ging es dann zum “Best Buy” – ein Laden wie MediaMarkt oder Saturn, nur ein wenig kleiner. Überrascht hat mich dort, dass die Sachen fast das gleiche kosten wie bei uns in Deutschland. Eine Blue Ray liegt zwischen 25 und 30 Dollar, dafür gibt es das auch bei uns. Ich habe mir 5 CD-Rohlinge gekauft um mir ein paar CDs für den Mietwagen brennen zu können, die haben 5,49$ gekostet! Ein Garmin Colorado gab es dort aber auch nicht. Also weiter zum Sportsman (ich glaube der Laden hieß so). Das war dann der totale Kulturschock!! Am Eingang gibt es eine Pinnwand wie bei Lidl oder Stüssgen. Doch statt einiger Zettel auf denen gebrauchte Kinderwagen oder kleine Katzen angeboten werden gibt es dort fast ausschließlich Bilder zu sehen, auf denen die Kunden ihre Trophäen zur Schau stellen. Da gibt es Leute die mit schwarz geschminkten Gesichtern in Tarnkleidung den Kopf eines toten Rehs in die Kamera halten. Oder ein Typ der mit seinem Kumpel einen weiblichen Berglöwen hochgehalten hat. Eine Galerie des Grauens, tote Bären, Hirsche, Elche, Rehe, Schweine, alles was im Wald so herumläuft. Irgendwie ist mir das zutiefst unsympathisch!

Im Laden dann der nächste Schock. Der Laden ist riesig groß, an zentraler Stelle gleich beiden GPS-Systemen eine lange Holzwand, vielleicht 2,5 Meter hoch und etwa 15 Meter lang. Davor drängten sich die Interessierten. In der Mitte auf einem erhöhten Stuhl, fast wie auf einem Thron ein skurriler Typ mit komischem Hut in Tarnklamotten. Links und rechts neben ihm an der Wand jeweils 5 halbe Hirsche!!

Da  muss ich mich nicht wundern, dass es hier kaum Wild zu sehen gibt, der hat ja alles abgemurkst! Ein paar Schritte weiter ein ausgestopfter Elch, dann wieder tote Tiere wohin man schaut. Das ganze heißt dann “Sportsman”…

We sold it out

Ein Colorado gab es da auch nicht, aber ein Garmin Oregon mit vorinstallierten Kartenmaterial usw. Auch kein schlechtes Gerät und softwaretechnisch grundsätzlich identisch. Statt des Rock-N-Roller Drehrades hat es einen Touchscreen. Eigentlich wollten wir ja ein Colorado. “Yes man, wo sold it out because it’s replaced by the Orgeon!” “Ok, where can I buy a Colorado?” “Hm…..” Dann hat sich eine ältere Dame eingeschaltet. In den USA darf niemand diskriminiert werden – offiziell wenigstens nicht. Und so kommt es, dass es in den US-Amerikanischen Flugzeugen 60 jährige Stewardessen gibt. Aber nicht nur dort, es gibt sie auch beim Sportsman! Diese Dame war jedoch kompetent und zuvorkommend. Sie hat ihren vielleicht halb so alten Kollegen ein wenig nachgeholfen und er hat dann sogar bei der Konkurrenz angerufen um zu fragen ob es dort ein Colorado gibt. Es gab eins! Was für ein Service, die Leute hier murksen also nicht nur ihre Viecher ab, sie können auch sehr kundenorientiert handeln. Ok, nach einigem Hin und Her war klar, das Oregon kann alles was das Colorado auch kann, es ist aber noch einfacher zu bedienen und bei der 400er Serie sind sogar die Topografischen Karten für die gesamten USA vorinstalliert – Herz was willst Du mehr! Also kaufen…

Dicke Menschen

Danach ging es dann zum Walmart. Wieder ein Kulturschock. Ich habe ein paar Süßigkeiten gekauft und an der Kasse stand dann eine Mutter mit ihren drei Töchtern vor mir. Sie war so dick, dass sie die Wartezeit an der Kasse nicht ausgehalten hat und sich weiter hinten auf einer Bank niederlassen musste. Ihre Töchter sind dann hin und her gelaufen um die Kreditkarte abzuholen und zu fragen ob sie das sanfte Mittel zur Haarentfernung an den Beinen kaufen dürfen. Auch das ist Amerika!

Ich habe mal wieder mit einem Travelers-Cheque bezahlt, das klappt hier sehr gut. Witzig war, dass diesmal die Kassiererin mich nicht verstanden hat. Ich musste dreimal fragen “Can I pay with a travelers cheque please?” – Irgendwann hat sie es dann verstanden. Ist im Zeitalter der Kreditkarte sicher nicht mehr so richtig in Mode. Witzig war auch, dass sie meine dort geleistete zweite Kontrollunterschrift nicht mit der Unterschrift aus der Bank in Mainz vergleichen konnte. Sie hatte Ihre Brille nicht dabei und musste eine Kollegin rufen. Meinen Ausweis musste ich dann auch zeigen. Die Kollegin war ein wenig verwundert und fragte mich dann “Are you from Denmark???” – “No I am from Germany!” …ja ja so geht das hier – ich ein Däne ha ha – na vielleicht lag es an meinem nordischen Vornamen!??! Ansgar klingt ja fast wie Hägar und der kam sicher aus Dänemark, in amerikanischen Trickfilmen wenigstens   :-)

Fastfood

Danach ging es dann in einen Pseudo-Fast-Foot Laden. Nachdem uns wie üblich ein Platz am Fenster zugewiesen wurde kam eine überaus reizende Kellnerin zu uns. Die erste hübsche Amerikanerin in 14 Tagen! Was wir denn wohl trinken möchten. “I’ll take a Coca Cola, please.” “Would Pepsi work?” “Yes, Pepsi would be great!” – Ich musste ein wenig grinsen. “Würde Pepsi arbeiten”…

Dann die Bestellung. Ich wollte einen einfachen Cheese Burger mit Bacon, so wie auf dem Foto der Karte. Doch statt dessen kamen fast so viele Gegenfragen wie beim Subway in Mainz oder bei den Bagle Brothers. Welcher Käse, welche Beilage, Pommes? Ja kenn ich mich da aus? Woher soll ich wissen welchen Käse es gibt? Im Auto dachte ich mir dann, ich hätte jeweils mit einer Gegenfrage antworten sollen – irgendwas wie “What would you prefer?” – Na dann hätte sie mich sicher mit meinen eigenen Waffen geschlagen und zurück gefragt “That depends on what you like!” …die Kommunikation ist hier manchmal genau so schwierig wie daheim – das steht fest!

Annual National Park Pass

Ok, der Burger war ok und danach ging es via Bryce National Park (diesmal in der Abendsonne) zurück nach Page. Während ich bei meiner Anreise am 22. Februar so spät dran war, dass das Kassenhäuschen schon geschlossen war, gab es diesmal eine völlig unkomplizierte Kommunikation mit einem Ranger. Er hat sofort verstanden, dass ich eine Jahreskarte für alle National Parks möchte, hat die Kredikarte wortlos entgegen genommen und mir gesagt, dass der Pass 80 Dollar kostet. “So where are you guys from?” – die unvermeidbare Frage! Dann das Aha, er war auch mal in Germany, während der Militärzeit. Sein Deutsch sei inzwischen ein wenig eingerostet… Dann musste ich meine tolle Karte unterschreiben, habe die Quittung bekommen und der Ranger hat er klärt, dass ich beim nächsten Mal die Karte zusammen mit dem Ausweis vorzeigen muss. “And always remember, don’t loose that pass or you’ll be out of eighty bucks!!” Ein Mann ein Wort – wenn ich das mit der Kommunikation im Restaurant vergleiche, unter Männern ist es doch irgendwie einfacher… Zum Abschied sagte er dann “Auf Wiedersehen!” – ich liebe dieses Land  :-)

Auf der Rückfahrt dann die Überlegung ob wir einen Tag länger in Page bleiben. Es klappt, die Zimmer sind beide verlängert. Morgen geht es zu den White Pockets und am Montag dann weiter nach Escalante.

So, nun schaue ich mir die Bilder an…

9. März 2009 – White Pockets – Reloaded

Nun hat es doch geklappt mit dem Besuch bei den White Pockets! Nachdem ich in der letzten Woche erst spät ankam und sich der Himmel völlig zugezogen hatte, war es heute ein rundum gelungener Tag. Vor dem Frühstück gab es eine kleine Sightseeing Tour im Morgenlicht nördlich von Bigwater. Danach sind wir dann wieder zu unserem präferierten Frühstücksrestaurant Denny’s gefahren. “Two scrambled eggs, bacon and hushbrowns…” Immer wieder lecker – aber trotzdem kein Vergleich mit dem weltbesten Frühstück im Quartier 65 in Mainz!!!

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Ja, nach dem Frühstück dann erneut die höllische Anreise zu den White Pockets. Wolfgang ist gefahren, er ist ein alter Hase und es gab keinerlei Probleme. Nach 2h und 15 Minuten waren wir am Trailhead und tatsächlich, es war schon jemand dort! Ein echt netter Typ aus Washington DC. Auch ein fotobegeisterter Amateur. Er hatte so gar ein Zelt dabei, damit er das Abend- UND das Morgenlicht genießen konnte. Er hatte sich auch zwei Tage bei den White Pockets eingerichtet. Den Nachmittag haben Wolfgang und ich dann mit getrennten Fototouren in der Nähe der White Pockets verbracht. Eigentlich war es nur ein Totschlagen der Zeit bis zum Abendlicht – aber ein Nettes! Zwischendurch habe ich mich ein wenig in psychedelischer Experimentalfotografie versucht…

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Um 16h haben wir uns dann wieder am Auto getroffen, die warmen Sachen übergezogen, das Stativ und den ganzen Krams gepackt und sind losgezogen in Richtung Westen. Merke, hier sagt man nicht wo man ankommen will sondern in welche Himmelsrichtung man geht. Wir gingen also nach Westen. Kaum hatte ich Kamera, Tele und Stativ startklar gemacht, kam auch schon ein sehr netter älter Herr dazu, vor dem Bauche eine nagelneue Nikon D700 mit dem neuen 2.8/24-78mm. “Hi, I see you’re also a nikonian?” Die Chemie stimmte sofort. Er kam aus Kalifornien und die neue Kamera war erst ein paar Tage alt. Er und sein Kumpel wollten auch für zwei Tage bleiben. Natürlich hat er mir gleich wieder erzählt, dass er “früher” auch eine D300 benutzt hat. Hey man, das Ding ist noch keine 12 Monate alt!! Ich habe gekonnt einen unbelichteten Film aus der Jacke geangelt und ihn vorgezeigt. “I use a full frame camera too! This is my preferred material!!” “Ahhh, the Velvia – a great film for makin’ color slides. Yeah next time I’ll take my 4,5 inch Linhoff with me….” – Ja so sind sie die Amerikaner, im Zweifel haben sie immer noch was größeres in der Garage…

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Ich habe dann von meiner Rollei geschwärmt. Auf Englisch ist das eine DLR – “Double Lens Reflex”. Das darf man nicht mit einer DSLR verwechseln, das in nämlich eine “Digital Single Lens Reflex” und digital ist an der Rollei eigentlich nichts bis auf: Gutes Bild / Schlechtes Bild  :-) Ich habe ihm erklärt, dass ich die kleinen Chips ganz gut finde, weil ich sowieso gern mit Teleobjektiven fotografiere. Er dann sofort “Yes but the full frame makes using short lenses so much easier…” Dann konnte ich noch mein “kleines Schwarzes” aus der Tasche holen und ihn mal kurz durch schauen lassen. Da war er aber überrascht – weite Winkel mit einer D300 – das kannte er noch nicht. Dann sofort ein “Yeah, I could use it with my D300, what did you pay for that lens?” …er hatte seine “alte” D300 also doch noch nicht eingemottet. Warum auch, in den letzten 12 Monaten ist sie ja im Gegensatz zu manch einem Käse nicht schlecht geworden.

Ja, so sieht das aus – vereinfachte Konversation unter Männern die unterschiedlichen Kulturkreisen angehören. Eines haben sie so scheint’s alle gemeinsam – sie lieben ihre Spielzeuge  ;-)

Bis zum Anbruch der Dunkelheit haben wir dann alle unsere Speicherkarten gefüllt. Um 18h ging es dann wieder heim in Richtung Page. Kurzer Stopp beim Burger King – zwei Doppel Whopper – und weiter… Die Whopper schmecken zumindest hier genauso fade wie daheim in good old germany! Im Hotel gab es dann sogar noch ein kleine Auswahl leckerer Biersorten in meinem Kühlschrank. Ein schöner Tag!

Morgen heißt es dann alles zusammen zu packen. Um 9h gibt es Frühstück und dann fahren wir rüber zum Bryce Canyon. Wolfgang nimmt die Autobahn, ich die Cotton Wood Road – mal sehen wie sie befahrbar ist. Zwischendurch komme ich dann hoffentlich am Grosvenor Arch vorbei – zumindest auf den Bildern bei Google Earth sieht er nach einem echten Schmuckstück aus!

Nachmittags wollen wir uns dann am Bryce Canyon treffen und dort eine kleine Wanderung machen – ich bin gespannt. Danach soll es dann in Circle D in Escalante gehen.

UPDATE – 2009.03.09

Gestern ging im Rodeway Inn in Page plötzlich das WLAN nicht mehr. Sicher ist jemand ausgezogen der einen Repeater hatte. Aber es war der letzte Tag und da wollte ich keinen Terz mehr machen. In der Lounge ging es auch nicht und eben im Restaurant bei Kaffee und Kuchen auch nicht – aber jetzt!!!

Mehr dazu später im täglichen BLOG!

10. März 2009 – Cottonwood Road & Bryce

Oder: Wie ich mein Paradies fand

Heute haben wir Page verlassen. Der Wecker ging um 7h und ich habe tatsächlich bis 9h gebraucht um meinen ganzen Krams zusammen zu packen und ins Auto zu verfrachten. Ich kann ganz gut verstehen warum der Herr Bauer, der in Mainz eine Reihe kleiner Appartements vermietet, nicht gern sieht wenn die Mieter längere Zeit dort bleiben – Man(n) richtet sich ein! Und die Putzerei wird schwieriger mit jedem Tag den Man(n) an einem Ort verbringt  :-) Also den Kühlschrank leer räumen, das letzte Brot aufessen, den neuen Föhn einpacken, die schmutzige Wäsche in den einen Koffer, die frisch gewaschene in den anderen Koffer. Den Fotokrams aus der groooooßen Schublade in die abgetrennte Seite des Schmutzwäschekoffers… Au Backe, ich habe viel zu viel Krams mitgeschleppt! Würden alle Fluggäste grundsätzlich nur das mitnehmen was sie wirklich brauchen – ich glaube die Flüge würden nur noch die Hälfte kosten…

Um 9h war dann endlich alles eingepackt und es gab das mittlerweile auch in Deutschland bekannte “Free Continental Breakfast” – Wolfgang hatte einen Kaffee und eine Schale Kornflakes, ich nur einen Kaffe – aus Styroporbechern – mit Coffee-Creamer aus der Tüte! Alle Versuche das WLAN auf meinem Notebook zu reanimieren schlugen fehl. Manchmal macht mich das alles echt fertig. Egal, Klappe zu Affe tot – in Escalante wird es gehen.

Ab zum Auto – oh je – Wolfgang hat in seinem Auto zusammengeräumt was von mir ist – noch mal umpacken – der Kofferraum reicht kaum aus – wie habe ich den ganzen Schrott bloß in die USA gekriegt? Kopfschütteln (innerlich), dann den Motor starten und los.

Wolfgang fährt die Autobahn – ich nehme den Holperweg. Der Ranger hatte und letzte Woche ja vom ultimativen Holperweg abgeraten. Aber alternativ sei die Cottenwood Road befahrbar! War sie auch – aber manchmal habe ich gedacht es rammt mir die Halswirbel ins Hirn. Da gibt es Dellen und Bodenwellen – man glaubt es nicht! Wenn das die Leute bei Alamo gesehen hätten… Aber es ging gut vorwärts und zwischendurch habe ich auch mal ein wenig die kleine Hosentaschenkamera mit der rechten Hand gehalten und ein wenig den Weg gefilmt. Ist schon cool diese Straße!

Kein Stacheldraht!

Anfangs habe ich ja gehadert mit den vielen hundert Kilometern (besser Meilen) Stacheldraht links und rechts der Straße – aber nun bin ich versöhnt! Die Leute denen hier Land gehört hier haben auch fast alle ein paar Kühe darauf herumstehen. Da hier wenig wächst müssen die Küche manchmal echt weite Wege gehen um etwas Fressbares zu finden. Damit sie dabei nicht nachts angefahren werden haben die Straßenbetreiber die vielen Zäune aufgestellt. “It’s for your own saftey!” – DANKE – Nimmt man Straßen wie die Cottonwood Road hat man Offroad-Spaß pur. Und man wird auch nicht eingesperrt  :-)

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Mein Paradies

Auf der Hälfte der Wegstrecke liegt ein malerisches Stückchen Erde. Links zweigt ein echt schmaler Weg zu einem noch viel schmaleren Slot Canyon ab (Muss ich auch noch erkunden!). Rund herum gibt es tolle Felsformationen in wunderbaren Farben. Als ich über die vorgelagerte Bergkuppe fuhr sah es im ersten Augenblick aus als hätte ich das Paradies erreicht – und ich war ganz allein – dachte ich jedenfalls! Freudig hielt ich an und sprang aus dem Auto – viele Knipsbilder voller Lebensfreude sind dabei entstanden. 200 Meter später stand dann ein Profi mit seinem Auto hinter einem der Hügel. Sein Geländewagen war bis unter das Dach voll mit Stativen, Alukisten, Kameras und und und… Da gegen bin ich ein Waisenknabe, vielleicht habe ich doch nicht zu viel Krempel dabei – jedenfalls wenn man es mit dem vergleicht was er dabei hatte! Aber es gab auch einen “Träger”. Beim nächten Mal nehme ich auch jemanden mit der meine Kameras schleppt  :-)

Sowas von schön war das da… Ein paar Meilen weiter dann der Grosvenor Arch – Ein perfekter Tag!

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Ok, ich musste weiter, um 13h wollte ich mich mit Wolfgang am Bryce Canyon treffen. Also “Gib Stoff” wie Wolfgang das immer nennt! Und ich habe Stoff gegeben! So viel, dass ich 5 Minuten vor ihm am Bryce war! Nach einer kurzen Pause sind wir dann mit meinem Auto zum Eingangshäuschen gefahren. Mein Annual National Park Pass (80 Bucks) vom Besuch beim Zion konnte ich nun vorzeigen. Das war ganz zauberhaft, denn diesmal war es kein übergewichtiger rothaariger Ranger mit deutschem Background, sondern ein bildhübsche Rangerin!! “Do you need a map?” Wer könnte ihr das abschlagen… 5 Minuten später waren wir dann auch schon am Sunset Point. Dort sieht man den Bryce in seiner ganzen Pracht. Ein Weitwinkel reicht da nicht aus, man kann es eigentlich gar nicht fotografieren was man da zu sehen bekommt! Und es lag Schnee!

Be Prepared!

Der Bryce liegt gut 2500 Meter über dem Meeresspiegel. Und wenn es dort Schnee gibt, dann ist es auch kalt. Und heute gab es Schnee. Mein Oberkörper war wie folgt bekleidet:

  • Unterhemd
  • Trekkinghemd
  • Weste mit Windstopper
  • Fleece Jacke (dick)
  • GoreTex Jacke mit Fleece Innenfutter
  • Halstuch
  • Handschuhe
  • Stirnband

Das war dann ok! Nach den ersten 100 Fotos vom Rand des Canyons haben wir uns dann auf die kleine Runde begeben. Man geht ungefähr eine Stunde lang runter in den Canyon, dreht eine kleine Runde und schnauft dann wieder hoch. Toll war das! Am Ende war die Speicherkarte voll und zwei Filme habe ich auch verknipst!

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Endlich Kaffee und Kuchen

Um 16h saßen wir dann in Tropic in einem kleinen Restaurant und waren die einzigen Gäste. Es gab starken Kaffee (für Wolfgang mit vieeel Milch – “I LOVE MILK”) und für mich dazu ein warmes Viertel eines Apfelkuchens. Dazu noch Vanilleeis – Lecker! Die Kellnerin war auch ausgesprochen hübsch. Ihre Eltern arbeiten dort und weil ihr Mann bei einen Einsatz der Army in Asien ist, verdient sie sich in Tropic ein wenig was dazu – kann ja nicht schaden.

Circle D

In Escalante dann ein Heimspiel für Wolfgang. Seine speziell für die Canyons der Umgebung angefertigte Leiter ist noch da! Der Chef erkennt ihn nicht gleich – er kann sich Gesichter schlecht merken – Wolfgang geht es ähnlich, er kann sich Gesichter von Frauen am besten merken  :-) Dann in die Zimmer, klein und nett. Zwei Betten, Fernseher, Mikrowelle, Badewanne, alles was man braucht. Leider kein Kühlschrank, aber es ist so kalt, mein Bier kühle ich einfach auf der Veranda  :-)Leider riecht das Zimmer ein wenig nach nassem Hund… Aber dafür hat es eine Heizung, man kann nicht alles haben!

So nun beginnt das Abendprogramm!

UPDATE 22h17:

Alle Restaurants haben zu und nach einer Stunde haben dann auch wir kapiert, dass nun Utah und Arizona unterschiedliche Zeiten haben. Aus mir nicht bekannten Gründen stellt Arizona die Uhr nicht auf Sommerzeit um, Utah aber doch! Bei der Tankstelle gab es dann noch ein paar Kräcker und was zu trinken, das muss reichen bis zum Frühstück! Das erklärt auch warum der Inhaber des Restaurants auf der anderen Straßenseite um “19h30” gesagt hat “Sorry, we close at eight o’clock!” – Er hatte ja schon 20h30…

Die Verwirrung in Page und Umgebung dürfte in den nächsten Tagen groß sein, durchquert man doch beispielsweise auf dem Weg von Page zu den White Pockets mehrfach diese “Zeitzonengrenze”.

Das Programm für morgen steht – ob mit Schneeschuhen oder nicht – das steht noch nicht ganz fest. Warum das so ist, das sagt uns das Licht – äh das Bild:

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Wetterprognose für Morgen: Nachts  -3°C – Tagsüber bis zu +6°C – na wenn wir da keine klare Luft für wunderbare Telefotos haben, dann weiß ich es auch nicht mehr! Tröstend nur, dass es auf Teneriffa schon die ganze Woche regnet.

So sieht’s hier übrigens aus – “American Standard”…

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Und zu vorgerückter Stunde noch der Track des heutigen Tages zur Nachverfolgung via Google Earth. Einfach hier klicken.

10. März 2009 Die erste Nacht in Escalante

Oder: Hoffentlich ist mein Bier noch heil

Die erste Nacht in Escalante war kalt, saukalt! Aber nur draußen, hier drinnen im Zimmer war es sehr angenehm. Die Heizung habe ich auf 70°F eingestellt, also etwa 21°C. So kann man es aushalten. Eben habe ich bemerkt, dass sogar die ganze Nachtüber das Fenster geöffnet war… Der Blick aus dem Fenster bot Erschütterndes! Schnee so weit das Auge reicht, mindestens 10 Zentimeter, oder sollte ich sagen 1/3 Fuss? Egal, es ist alles weiß! In Windows Vista Sidebar habe ich mir gerade eben den Wetterbericht für Escalante Utah eingerichtet, der nächste Schock. Da steht -12°C – kann das denn sein? Wenn ja, sind meine Bierflaschen vor auf der Veranda heute Nacht geplatzt während ich im warmen Zimmer von neuen Fotos geträumt habe? Ich werde es gleich mal prüfen!

Nach dem Gang durch die Waschanlage gibt es dann um 9h Frühstück, vorausgesetzt das Restaurant hat nicht auch geschlossen  :-) Escalante ist ein echtes Dorf…

Kartenbild

Die kleinen Straßen links und rechtes des Highways trügen, eigentlich gibt es nur die Hauptstraße, drei Motels, eine Tankstelle und einige wenige Restaurants. Im Sommer ist hier alles ausgebucht. Ich bin gespannt wie ich diesen Tag überstehe. -12°C – na das kann ja was werden…

Wie war das noch? “Be Prepared”

Sodele nun geht es ab in die Waschanlage…

11. März 2009 – Zebra Canyon

Oder: Be Prepared!!

Nach dem Aufstehen und dem Morgenblog ging es dann heute erst einmal zum Frühstücken in die Kneipe neben an. Irgendwie sah es da drinnen eher aus wie in einem Saloon den man aus alten Western kennt. Auch die Gäste sahen aus wie aus einem alten Western, einige zumindest! Lustige Hüte, Bärte, Stiefel, karierte Hemden, alle Klischees wurden bedient! In die Küche konnte man hineinschauen, so wie man es aus dem Kino kennt. Zwischen Küche und Barbereich war ein Karussell für Bestellungen angebracht. Leider war die Bedienung auch die Köchin. Und gut drauf war sie auch nicht, weil der Laden so voll war. Sicher ungewöhnlich für diese Jahreszeit. Also ist sie ordentlich hin und her geflitzt. Bestellung aufnehmen, ans Karussell klatschen, durch die Schwingtüre in die Küche, Eier & Speck braten, schnell was rausbringen… Das volle Programm.

Um 9h07 kam dann plötzlich Verstärkung hereingestürmt. Sie sah aus als hätte sie verschlafen, jedenfalls war sie echt hektisch. Später hat sie uns dann erzählt, dass sie eigentlich immer viel später anfängt, heute aber einen Hilferuf von ihrer Chefin erhalten habe. Das Frühstück war wie immer, Scrambled Eggs, Bacon, Hash Browns (Nun weiß ich auch wie man das schreibt…). Kaffee, O-Saft – alles was das Herz begehrt.

Frisch gestärkt ging es dann los in Richtung Osten! nach vier Meilen dann in Richtung Süd Westen auf die “Hole in the Rock Road”. Wolfgang hat mir erzählt, dass diese Straße ihren Namen vor langer Zeit erhielt, als die ersten Siedler fassungslos vor dem Grand Canyon standen und nicht wussten wie sie ihn überqueren sollten. Schließlich haben sie eine gemäßigte Stelle gefunden und dort alles in den Canyon abgeseilt und auf der anderen Seite wieder herauf gezogen. Was für eine Arbeit, heute gibt es Brücken oder Boote. Aus dieser Zeit stammt jedenfalls der Name der Straße. Und was soll ich sagen, es ist eine nicht geteerte Straße, aber eine gut zu befahrende.

Das Wetter war echt krass heute morgen. Überall lag Schnee, die Straßen waren glatt und der Himmel so blau wie man ihn sich nur denken kann. Nach ein Meilen über frischesten Neuschnee dann der Abzweig in Richtung Zebra Canyon. Auto parken uns los…

Hoppla, in dem Durcheinander am Morgen hatte ich mein Stativ vergessen, meine Wanderstöcke, die Getränke, wer weiß was noch – MIST. Eigentlich dachte ich, ich sei “Prepared” – war ich aber nicht! Wolfgang sagte nur “Nun komm schon, das sind nur ein paar Meter.” Also egal und los. Erst später habe ich gemerkt, dass es jeweils 8 Kilometer waren – Luftlinie – mit Verlaufen und allen Schlenkern also gut und gern 18 Kilometer oder mehr. Das alles in tiefem Sand, Schnee und Modder. Ich bin jetzt sowas von fertig… Jedenfalls war die Wanderung toll. Schnee in der Wüste, das hatte ich nicht zu erhoffen gewagt. Wir waren ca. 1600 Meter über dem Meeresspiegel – wenn es hier mal regnet, dann gibt es oft auch Schnee. Geht dann die Sonne auf ist es wunderbar. Die karge Landschaft, überall Felsformationen aus rotem Sandstein und alles weiß überzogen – Stark!

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Warm angezogen war ich ja. Ich wollte ja gut vorbereitet sein. Leider war es in der Sonne dann viel zu warm. Also habe ich alle paar Meter angehalten, Handschuhe weg, Mütze weg, Halstuch weg, Jacke weg, nächste Jacke auf, Weste auf… So ging es dann in einem trockenen Flussbett bist zum Zebra Canyon. Am Eingang des Canyons dann deutliche frische Fußspuren, in beiden Richtungen! Rein UND raus! Da war jemand vor uns dort!! Voller Freude auf den zebrafarbenen Canyon bin ich Wolfgang hinterher gestapft. Leider nur ein paar Meter. Dann stand Wolfgang mit enttäuschter Miene vor mir. “Was ist?” “Wasser!” “Mist!” –> Vereinfachte Kommunikation unter Männern! Man konnte in Wasser und Matsch deutliche Fußspuren sehen – frische Fußspuren! Unser “Vorgänger” ist also durch den Schlamm hindurch gewatet. “Habe ich nicht eine Plastiktüte im Rucksack?” – Jau, da war eine! Leider nur eine und ganz dünne dazu. Egal ich versuche es mal. Also den rechten Fuß in die Tüte und das ganze dann oben mit einem elastischen Klettband verschlossen. Vielleicht kann ich ja auf einem Bein hindurch hüpfen und mich mit den Händen an den Wänden abstützen. Das klappte ganz vorzüglich, leider nur etwa 50 Zentimeter weit! Dann war der Modder so tief, dass der ganze Fuß versank, samt der Tüte – versteht sich! Also wieder rausgehumpelt – huch – die Tüte war schon komplett voll mit Wasser und Schlamm. Der Schuh sah entsprechend aus. Ein neuer Wanderschuh – ok am 20. Februar war er noch ganz neu! Nun war er jedenfalls nass und schlammig.

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Ja, da ging es nicht weiter! Da sind wir gut 10 Kilometer durch Sand und Schnee gestapft um dann 20 Meter vor dem Ziel umzukehren. Aber das ist das Leben – GUT VORBEREITET hätten wir Gummistiefle dabei gehabt. Kann man sich ja eigentlich denken, dass es in einem schmalen Canyon nach einer Nacht mit Regen und Schnee nicht ganz trocken sein wird… Wieder was gelernt!

Also wieder raus und dann mal hoch auf den Felsen den Moki-Hill. Dort oben liegen tausende kleiner Moki-Kugeln (auch Moqui-Marble genannt) die von Wind und Wetter aus dem Felsen herausgewaschen wurden. Im Canyon konnte man sie schon in der Wand stecken sehen. Witzig sind sie und sowas von fest – unglaublich. Einen Hinweis wie sie entstanden sind konnte ich im Internetfinden. Die Kugeln sind vor vielen Millionen Jahren im Meer entstanden und aufgrund ihres Gewichtes dann auf dem Meeres vom Sand bedeckt worden. Der Fels auf dem wir sie gefunden haben war also vielleicht mal ein Strand an dem die Dinosaurier ihre Schulferien verbracht haben. Sehr spannend! Wind und Wetter haben sie dann freigelegt. Sicher werden in den nächsten 100.000 Jahren weitere Mokis an die Oberfläche kommen  :-)

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Ich war von diesen viele millionen Jahre alten Kugeln so beeindruckt, dass ich eine Weile mit dem Makroobjektiv an der Kamera auf der Erde gelegen habe. Als ich dann den Berg wieder herunter geklettert war, konnte ich Wolfgang nicht mehr sehen. Also ein flüchtiger Blick auf das GPS – man(n) ist ja gut vorbereitet – und los. Eine ganze Weile später dann ein zweiter flüchtiger Blick… “Mist, falscher Canyon, die Fußspuren sind nicht die von Wolfgang!!” Also kehrt marsch und das in dem tiefen schweren Sand, echt anstrengend!

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Auf dem Hinweg habe ich mich noch mit Wolfgang darüber unterhalten, dass man mit ein wenig Fantasie in vielen der Gesteinsformationen Gesichter sehen kann. An den White Pockets gibt es beispielsweise einen Felsen der aussieht wie ein grinsender Weihnachtsmann! Wolfgang sagte dazu nur “Das ist die erste Stufe, danach härt man dann Stimmen!” – Während ich versuche den richtigen Weg wieder zu finden höre ich plötzlich Stimmen. “Die zweite Stufe? Jetzt schon? Ich bin noch nicht mal 45!!!” Doch es war nicht die zweite Stufe, es war Wolfgang von der anderen Seite des breiten Flusslaufes! Er hatte auf mich gewartet und dann eine blaue Mütze in die falsche Richtung laufen sehen.

Dieser kleine Umweg war mehr als überflüssig. Zurück am Auto war ich so erledigt, dass ich kaum noch Piep sagen konnte. Nach einer kleinen Pause ging es dann weiter zum “Devils Garden”. Diese Gesteinsformation ist wirklich witzig, und nicht weit vom Zebra Canyon entfernt. Als wir dort ankommen fallen die ersten Schritte entsetzlich schwer! Ich knipse ein bisschen herum – aber es ist noch zu früh, die Sonne steht noch sehr hoch. Wolfgang seilt sich also für eine Stunde ab und erkundet einen neuen kürzeren Weg zum Escalante Volcano. Den besuchen wir dann vielleicht übermorgen.

Im Abendlicht versuche ich noch einen kleinen Arch zu fotografieren und muss sagen, die Dinger sind spröde! Jedenfalls aus fotografischer Sicht!

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Zurück in Escalante sehen wir, dass das kleine Mexikanische Restaurant mit der lustigen Inhaberin geöffnet ist. Also nix wie hin! Sie ist sowas von nett und witzig, es macht richtig Spaß dort! Es gibt zwei riesige Burritos, Bohnen, Reis und Cola. Bier hat sie nicht, darf sie vielleicht auch nicht. Ich mutmaße, dass man dafür wieder eine spezielle Genehmigung braucht. Touristen mit schlechtem Essen mästen darf jeder, aber ein harmloses kaltes Bier verkaufen, dafür braucht man eine Lizenz – so stelle ich mir das vor – so stelle ich mir Amerika vor!  :-)

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Im Motel bin ich eigentlich nur noch froh, dass ich im Bett liegen und meinen Blog schreiben kann…

Hier die Diashow zum heutigen Tag.

12. März 2009 – Wandertag

Oder: Besser geht’s nicht!

In der Nähe von Escalante gibt es einen sehr schönen Wasserfall. Wolfgang hat ihn im letzten September und vielleicht auch früher schon besucht. Daher wäre es für ihn langweilig gewesen nochmal dorthin zu wandern. Also haben wir heute mal getrenntes Programm gemacht. Er war auf großer Erkundungstour, ich war am Calf Creek wandern. Abends zuvor hatte ich mir noch die Wegpunkte zusammengestellt und eine Route in mein GPS geladen, was sich aber als vollkommen überflüssig erwies. Der Weg ist ausgeschildert und sehr gut begehbar, ein reines Vergnügen! Morgens so um 8h wurde ich mit einem deutlichen Klopfzeichen geweckt, wir schlafen gerade Kopf an Kopf und die Wand ist sicher nicht viel mehr als eine Spanplatte, jedenfalls hört man hier abends ständig die rollenden Discos auf- und abfahren – nicht sonderlich lustig. Die Kids hier haben echt Langeweile, was auch sonst, hier ist der Hund begraben! Aber schöne Wanderungen kann man hier machen…

Vor die Wanderung haben die Götter aber das Frühstück gestellt und das war wie immer echt reichlich! Danach bin ich dann ins Motel gelaufen und habe mein Auto startklar gemacht. So um 10 ging es dann los, Highway No. 12 – eine tolle Strecke! Auf den Schildern wird er auch als “Scenic Byway” bezeichnet – sehr passend! Ein paar Meilen nordöstlich (oben/rechts) von Escalante kreuzt man dann schon den Calf Creek. Es ist ein Campingplatz ausgeschildert. Das kann man parken und los geht die Wanderung. Auf dem Rückweg habe ich dann bemerkt, dass ich mich für 2 Dollar hätte selbst registrieren müssen – Permititis – ich habe es übersehen und das Auto hat auch niemand abgeschleppt. Die zwei Dollar kriegt dann morgen das Zimmermädchen. Am Parkplatz sind gleich ein paar nette Grillplätze. Ein nettes Pärchen war auch schon da. Der Blick auf die Ladefläche ihres SUV war erschütternd. Sie waren zu zweit und hatten Essen für ein ganzes Footballteam dabei. Aber so ist das hier ja üblich…

Der Weg zum den Lower Calf Creek Falls startet dann auch schön asphaltiert. Nach 500 Metern geht es dann in einen Wanderweg über. Dort steht auch das übliche rostige aufklappbare Pult in dem ein Block mit einem Bleistift liegt auf dem man sich bitte eintragen soll. Wenn schon kein Permit, dann wenigsten eine Registrierung. Auf dem Rückweg kann man dann ein Lob loswerden, feine Sache!

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Weitere 500 Meter später geht es einen kleinen Felsen hoch und es verliert sich ein wenig die Spur, weil es auf dem Felsen keinen Trampelpfad gibt. Da war ich erst einmal ratlos. Weiter unten sah es nach Trampelpfad aus, also runter. Keine gute Idee, ein Weg für echte Individualisten! Zwischen trockenem mannhohem Schilf durch weichen bis matschigen Boden, das kann es nicht sein. Plötzlich fegt mir ein Zweig wie ein Peitschenhieb zurück ins Gesicht. Voll auf die Oberlippe – Autsch – das tut richtig weh! 10 Minuten später stehe ich mitten im Schilf und vor mit der Calf Creek , vielleicht zwei Meter breit und sicher einen halben Meter tief. “Hm, da komme ich nicht mit trockenen Füßen rüber! Das kann doch alles gar nicht wahr sein, gestern Modder im Zebra Canyon, heute ein Wanderweg der nach ein paar Hundert Metern endet??” Also links am Ufer durch das Schilf kämpfen – Wumms – wieder ein Schlag ins Gesicht – wenn das so weiter geht habe ich gleicht Tränen in den Augen. Dann ein Stück Fels, sehr steil, sehr sandig, sehr rutschig. Egal, alles ist besser als ständig eins auf die Nuschel zu bekommen.  Nach kurzer Kletterei ein Weg, ein guter Weg – DER WANDERWEG! Ich hatte ihn wieder gefunden – Yeah!

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Das GPS zeigt in freundlichen großen Zahlen die restliche Entfernung an, Luftlinie – versteht sich – Topografische Karten beherrschen in der Regel kein Routing! Die ganze Wanderung ist ca. 6 Meilen lang, also knapp 10 Kilometer. Hin und zurück sind es dann etwa 20 Kilometer und man ist gute vier Stunden unterwegs. Weil alles so zauberhaft ist und noch überall Schneereste von Vortag liegen, muss ich überall stehen bleiben und ein Bild nach dem anderen knipsen. Ich bin begeistert, solch eine schöne Wanderung habe ich in den letzten 44 Jahren nicht gemacht! Statt nach zwei Stunden komme ich also nach 3 Stunden an. Der Wasserfall erinnert mich ein wenig an den Barranco del Infierno im Süden von Teneriffa. Nur führt dieser Wasserfall derzeit viel mehr Wasser. Die Doku besagt, dass er 120 Fuß hoch ist – also gut 40 Meter – das ist schon mal was! Und er rauscht ganz paradiesisch! Weil ich so lange herum geklüngelt habe liegt der Wasserfall zur Hälfte im Schatten, schade. Aber er wird trotzdem ausgiebig abgeknipst und zwar mit alle verfügbaren Objektiven und aus diversen Perspektiven. Schließlich soll es im Blog ja gut aussehen  :-)

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Da rund herum noch Schnee liegt ist es im Schatten schnell echt kalt. Das Unterhemd ist am Rücken ganz schwitzig vom Fotorucksack. Gut wenn man vorbereitet ist und ein Ersatzhemd dabei hat! Also schnell umziehen. Während ich dann so in Hosen und oben ohne im Wald stehe höre ich von hinten ein freundliches “Haaaaiii” – Da kommt nativer Besuch! Na, nun kennt er mich gleich von meiner schönsten Seite  :-) Der Besuch packt dann auch eine Reihe von Kameras aus und wir schießen jetzt mit drei Kisten aus vollen Rohren – oder sagt man Linsen? Egal, die Spiegel klappern überall und die Vögel kriegen langsam die Krise…

Eine Stunde später habe ich mehrere Hundert Bilder auf der Speicherkarte und ein wenig Smalltalk hinter mir. Ist schon witzig, dass man sich als Nikonian doch mit Canonistas unterhalten kann. Speziell über mein Lensbaby konnten wir sehr lange plauschen  :-)

Auf dem Rückweg ist die andere Seite der Schlucht von der Sonne beschienen und es sieht einfach alles nur gut aus. Das ist Urlaub – so kann das noch eine Weile weitergehen! Auf dem Trail ist man echt allein – zumindest im März – und es macht so richtig Spaß mal kurz am Creek zu sitzen die Fische anzuschauen, die Vögel zu knipsen und ein Murmeltier abzulichten das in einem Baum nach seiner Mama ruft. Wenn man mal pinkeln muss, kein Problem, hier kann man sogar seine Initialen in den Sand schreiben, viel besser als anderswo. Keine Ahnung warum, aber hier geht es besser – Klingt zwar komisch, iss aber so!

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Zurück am Auto war alles perfekt. Ich war gut ausgestattet, hatte nichts vergessen und im Kofferraum gab es noch jede Menge kalte Getränke! Das ist der Vorteil wenn man im Winter hier ist! Nach einer kleinen Verschnaufpause geht es dann mit dem Auto über den “Scenic Byway” nach Boulder. Nur ein paar Kilometer, aber die sind echt großartig. Boulder war die letzte Stadt der vereinigten Staaten die ihre Post noch mit dem Esel angeliefert bekommen hat. Seit es den Highway 12 gibt, sind die Esel in Rente und ich weiss nun auch warum sie noch so lange arbeiten mussten! Das Terrain ist zerklüftet, die Ausblicke links und rechts der Straße grandios. Ich kann von oben in den Canyon schauen, den ich zuvor durchwandert habe, stark! In Boulder gibt es noch weniger als gar nichts, ok vieleicht doch ein bisschen was, aber es ist noch kleiner als Escalante. Also nicht lange aufhalten sondern wenden und mit ein paar kurzen Stopps zum Devils Garden.

Im Devils Garden angekommen ist es noch etwa eine Stunde bis Sonnenuntergang, also das große Stativ auf die Schulter und den Rucksack auf den Rücken. Eine halbe Stunde später stehe ich wie ein Feldherr auf einem Hügel und kann das ganze Terrain überblicken. Langsam geht die Sonne unter und ich mache alle paar Sekunden ein Bild nach dem Anderen – Fein! Doch genau in dem Augenblick in dem die Sonne am tiefsten steht, schiebt sich eine dicke Wolke davor und es gibt an diesem Tag keine leuchtenden Sandsteinskulpturen mehr, schade! Also zurück nach Escalante, vielleicht ist Wolfgang ja schon am Motel.

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Im Circle D angekommen ist kein weißer Toyota auf dem Parkplatz, also schnell zurück zur großen Tankstelle am anderen Ende des Ortes. Dort gibt es ein reichhaltiges Angebot an Knabberkrams und Getränken. Wer will kann sich sogar einen Hamburger selbst belegen und frisch Sandwiches kann man sich auch machen lassen. Zurück am Motel ist Wolfgang auch schon da. Er war gegenüber was essen. Also rein in die Bude, die Heizung eingeschaltet und den Computerkrams angeworfen…

Ein perfekter Tag! Hier habe ich eine kleine Diashow zusammen gestellt.

Hier der Hike dazu. Sehr schön kann man dort sehen, wie ich mich ganz am Anfang ein wenig verlaufen habe  :-)

13. März 2009 Der letzte Tag mit Wolfgang

Oder: A good hike!

Ja, morgen reist Wolfgang dann wieder ab und ich bin noch ein paar Tage allein im Südwesten. Schade, es war eine tolle Zeit und es hat Spaß gemacht einen erfahrenen “Tourguide” zu haben – Auch an dieser Stelle ein großes DANKESCHÖN!!

Der Tag begann wie die meisten Tage hier mit einem ausgiebigen Frühstück. Diesmal “Diet for strong man” (So heißt es auf der Karte!!) –> Zwei Spiegeleier, gebratener Speck, Toast und Marmelade. Kaffe bis zum Abwinken und O-Saft – langsam gewöhne ich mich daran  :-)

Um 9h30 ging es dann los in Richtung “Hole in the Rock Road” – ich habe gelernt, dass die Mehrzahl der Beautypoints der Umgebung über diese “Straße” zu erreichen sind. Nach einer Weile sahen wir dann auf der rechten Seite einen roten Felsen, der mich an den Ayers Rock in Australien erinnert hat. Also mal anhalten und gucken! Wolfgang ist mal los gewandert und hat das Gelände erkundet während ich zur Abwechslung mal wieder ein paar Dias gemacht habe. Ein paar Minuten später kam er wieder “Das musst Du sehen – nimm ein Weitwinkel mit….” Also sind wir da eine Weile herum gekrakselt und ich muss sagen, ich war von unserem Fund zutiefst beeindruckt. Dieser Felsen ist der von der Straße aus sichtbare Teiler einer großartigen Formation. Klettert man ein wenig darauf herum findet man tiefe Löcher in denen Gras und Bäume wachsen. Wer dort hineinfällt hat keine Chance je wieder heraus zu kommen. Also waren wir sehr vorsichtig! Der Sandstein ist nicht immer so griffig wie er aussieht und keiner von uns wollte in einem dieser Löcher die letzten Tage fristen. Während ich also fleißig geknipst habe rief mir Wolfgang irgendwann zu “Wenn wir noch zum Broken Bow Arch wollen müssen wir los!!” “Willst Du da wirklich noch hin, hier ist es doch sowas von genial? Meinst Du das schaffen wir noch?” “Mit so einer lahmen Ente wie Dir ganz bestimmt NICHT!!!” Das will ich nicht auf mir sitzen lassen – Lahme Ente – Pah!! Also schnell noch ein paar Bilder und dann unten rum zur Straße und wieder zum Auto. Da gab es noch kalte Cola aus dem Kofferraum und ein paar Kekse – perfekt! Nach einer halben Stunde war ich aber immer noch allein. “Wo bleibt der nur – mal hupen! Nichts passiert, wieder hupen, warten nichts passiert, hupen warten hupen – keine Wolfgang.

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Langsam wurde ich unruhig!! Weil die kalte Cola so gut tat habe ich mir noch ein gegriffen und bin losgezogen um Wolfgang zu suchen. Irgendwie hatte ich doch Angst er könnte in eines der riesigen Löcher gerutscht sein! Auf laute Rufe keine Antwort – “Wooooooolllffaaaaaaannnnggg” – nichts!! “Wooooooooooooooooooooooooolllllllffffggggaaaaaaaaaaaaaaaaaannnggg” – nichts!

Während die Cola in meiner Hand langsam warm wird wandere ich also von einem Loch zum anderen und schaue mal hinein ob da vielleicht der Wolfgang drin liegt. Nach einer echt langen Viertelstunde dann eine Stimme am Horizont – Da ist er ja! Gott sei dank! In Gedanken hatte ich schon überlegt wie ich am Telefon erkläre wo wir sind und was passiert ist… Gut, dass das nicht nötig war!!

Also endlich rein ins Auto und durchstarten zum Broken Bow Arch. Die Straße wird zunehmend schlechter und ab 40 Meilen springt das Auto (Blattfedern) richtig durch die Gegend und verliert nahezu jegliche Bodenhaftung. Nicht gut! Also langsamer fahren, die Geräusche von der Ladefläche stimmen dabei nicht glücklich. Die verbliebenen Cola Dosen und Wasserflaschen etc. springen munter lustig im offenen Kofferraum herum. In Wolfgangs Toyota ist das besser, dort ist die Ladefläche mit Teppich ausgelegt – das dämpft sehr gut! Der Nissan XTerra ist das weniger komfortabel, aber hoffentlich robuster!

Nach insgesamt rund 70 Kilometern Holperstrecke geht es dann links ab zum Parkplatz am Broken Bow Arch. Der Abstieg in den Canyon ist steil und sandig “Da müssen wir später wieder hoch!!!” schießt es mir durch den Kopf… Der Rest des Weges ist dann ganz zauberhaft. Mitten in er Wüste wandern wir an einem kleinen Flusslauf entlang, es plätschert und ist überirdisch! Gestern am Calf Creek war es je schon cool – heute ist es noch besser!

Nach etwa 90 Minuten sind wir dann am Broken Bow Arch und ich bin beeindruckt von dessen Dimensionen. Das Ding ist so riesig, da könnten mehrere Familien ihren Häuser drunter stellen. Allerdings wäre das keine gute Idee, merke: Auf dem Rückweg geht es steil bergauf. Außerdem wären die Garagen nur als Abstellfläche zu gebrauchen – Ok, tun wir ja in Deutschland meistens auch… Spaß beiseite, der Arch sieht aus als würden vom Frost gelöste Gesteinsbrocken ihn immer wieder vergrößern. Die Kolosse die unten am Boden liegen verheißen jedenfalls nichts gutes! Also dort lieber nicht bauen, auch wenn es lustig aussehen  würde…

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Während ich den Arch von allen Seiten abknipse trudelt auch Wolfgang langsam ein. Später fragt er mich warum ich denn so losgerannt sei – Na warum wohl, schließlich will ich ja keine lahme Ente sein :-) Und so konnte er  mich bei seiner Ankunft auch wunderbar unter diesem gewaltigen Arch fotografieren. Da hat man dann einen schönen Maßstab – nämlich MICH  :-)

Der Rückweg war dann beschaulicher, wir quatschen und laufen dann wieder an einem der netten Steinmännchen vorbei. Während wir dort vorbeilaufen erzählt mir Wolfgang, dass sie beim letzten Besuch einen wichtigen Abzweig verpasst haben und eine ganze Weile in die falsche Richtung gelaufen sind. In diesem Augenblick bleibt er stehen, schaut auf das neue GPS und sagt “Na sowas, nun machen wir den gleichen Fehler schon wieder. Da hat man zwei GPS dabei und vor lauter Gequatsche schaut keiner drauf…” Also zurück, es waren nur ein paar Meter – aber lustig war es trotzdem!

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Am Auto angekommen geht es nach einer kurzen Pause mit Warp-Geschwindigkeit nach Escalante. “We close at eight o’clock!” Das habe ich noch im Ohr und schließlich will ich mir das kleine Abschiedsessen nicht nehmen lassen! Also “Stoff geben”…

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Um kurz nach 18h sind wir dann auch schon in Escalante – die HITRR zieht sich wie Kaugummi. Unterwegs gibt es noch ein paar Tourentipps für die nächsten Tage und ich beschließe das Zimmer im Motel bis nächsten Mittwoch zu verlängern. Es gibt hier einfach noch zu viele zu sehen um morgen schon abzureisen.

Im Motel angekommen schnell rein in frische Klamotten und rüber ins Restaurant. Ich freue mich auf eine großes saftiges Steak und ein riesige Glas mit kaltem Bier – Ahhhhh, das wird ein Fest! Die kurze Konversation mit der Kellnerin offenbart, auch hier gibt es kein Bier! Auf der Speisekarte stehen auch nicht Softdrinks. Hm, ob es vorgestern doch nicht an der fehlenden Konzession gelegen hat? Ob die Restaurants in Utah grundsätzlich kein Bier ausschänken dürfen? Ein kurzer Blick ins Internet offenbart mir die Ausmaße der Misere!!

Es gibt spezielle Clubs, bei denen man eine Genehmigung erwerben kann um dort Alkohol zu trinken. Oft braucht die Person, die diese Genehmigung erwerben möchte, so etwas wie einen Bürgen. Jemand, der einem schriftlich bestätigt ein guter Mensch zu sein. So glaube ich, Utah ist der Ideale State für Leute mit einem Alkoholproblem!

Es gibt hier also kein Bier! Also bestelle ich zu meinem überaus wohlschmeckenden saftigen Steak ein 7up  :-| Das Kaltgetränk kommt sehr schnell, kurz danach der Salat zum Steak. Der Salat ist echt lecker, das Steak kommt dann auch. Doch was ist denn das? Das Ding ist ja paniert und obendrauf ist sowas wie eine Bechamel Sauce???? – Hallo?? Die French Fries heißen so, weil sie den Namen “Pommes Frites” nicht verdienen, sie sind laff und schlabbrig. Kein Ersatz für die auf der HITRR so heiß ersehnte Ofenkartoffel  :-| Das Steak schmeckt wie eine frittierte panierte Frikadelle – oder mehr wie in Schnitzel – jedenfalls nicht genau definierbar. Aber es macht satt, auch ohne Fritten und ohne Sauce! Nach einem kostenlosen 7up Refill und der Rechnungsbegleichungszeremonie freue ich mich auf eine der drei Bierflaschen die ich auf die Veranda gestellt habe, schließlich ist es dort kühl und mein Zimmer hat ja keinen Kühlschrank. Lecker!

Im Restaurant habe ich mir wohl ein Sandkorn ins rechte Auge gerieben, es tränt und ist dick angeschwollen als wir am Motel ankommen. Wolfgang ist wie immer “Well prepared” und hat Augentropen dabei! Genial! Nach der Behandlung ist das Auge immer noch dich aber es tut nicht mehr so weh. Also rüber zum Chefe und das Zimmer verlängern. Sonntag – Montag – Dienstag?? Ich entscheide spontan bis Mittwoch nächster Woche zu bleiben. Die goldene Kreditkarte macht ihn glücklich und ich darf bleiben. So jetzt das Bier und dann Fotos angucken!!!

Im Zimmer schnell das Notebook rauskramen, Kamera anschließen, externe Festplatte anschließen, Netzteil anschließen, Vista starten, klick klick klick – Bilder werden kopiert. Jetzt das Bier – endlich das Bier!! Während das Notebook auf dem Queen-Size-Bed die Bilder des Tages hin und her schaufelt öffne ich die Türe und erlebe den Schock des Tages? Hier leben Mormonen und die dürfen keinen Alkohol trinken! Trotzdem hat mir irgendwer mein Bier geklaut – Sowas! Na, gerechnet hatte ich ja damit – aber ein wenig Hoffung und Glauben an das Gute im Menschen hatte ich trotzdem! Nu ist es weg! Und ich habe nur lauwarmes Wasser aus kleinen Plastikflaschen – Bäh!

Ok, nochmal die Augen tropfen, das Blog schreiben und dann mal an der Tanke schauen ob es dort  Bier gibt. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob es dort welches geben wird… Allerdings macht mirdieser Artikel Hoffnung! Nur wie soll ich es kühlen ohne, dass es wieder geklaut wird? Besser man stellt nicht alles nach draußen oder über Nacht uns Auto? Nur einzelne Falschen? Ich werde eine Lösung finden, auch wenn es nicht wirklich wichtig ist und ich auch gut ohne Bier auskommen kann. Aber es ist halt eine Frage des Urlaubsgefühls. Ein Bier am Abend macht den Abend rund und ich probiere mich gern durch die einzelnen Marken durch. Eben habe ich gelesen, dass das Bier an Tankstellen maximal 4% Alkohol haben darf. Derjenige der mein Bockbier mit 18% Alkohol geklaut hat ist hoffentlich überrascht über dessen Wirkung :-]

Eben fällt mir ein wie gut es ist, dass Page wenn auch nur um Haaresbreite im Norden von Arizona liegt!

Hier die Diashow des Tages.

Hier die Trackanalyse:

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Planung, Route und gewanderter Track:

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Darstellung des Tracks (KMZ) in Google Earth:

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Hier gibt es das KMZ für die Ansicht in Google-Earth.

13. März 2009 – Schlecht geschlafen

Oder: Need help

Das Sandkorn vom Abschiedsessen hat sich zu einem Problem ausgeweitet. Die halbe Nacht konnte ich nicht schlafen, das rechte Auge ist dick angeschwollen, tränt und ich kann damit sicher nicht fotografieren – warum ausgerechnet das Rechte?? Nun steht mir wohl der erste Kontakt mit dem amerikanischen Gesundheitssystem bevor. Gott sei Dank habe ich zwei Kreditkarten, das reicht hoffentlich aus…

Mein naiver Versuch via Google Maps und Google Earth und den Microsoft Live-Maps eine Apotheke oder einen Arzt hier in Escalante zu finden sind fehlgeschlagen. Dann noch eine Mail von Alamo in der sie diverse Rückfragen haben. Dabei habe ich ihnen doch geschrieben, dass die 30-Tage Zulassung meines Autos abgelaufen ist. Die haben eine Vertragsnummer, die Nummer des Temporary 30 Days Permit usw. eigentlich alles. Nun wollen sie eine Reservierungsnummer, die Abholstation usw. Au Backe…

Unter der Dusche ist mir eben der lustige Duschvorhang aufgefallen. In Augenhöhe gibt es ein etwa 40 cm breitest “Sichtfenster”. Da hat der Designer wohl mal scharf nachgedacht und überlegt welche Urängste in jedem Amerikaner schlummern der mal Alfred Hitchcocks Psycho gesehen hat. Welche Szene ich meine muss ich sicher nicht weiter erläutern  :-)

Na jedenfalls ist man in diesem Motel im Fall der Fälle vorbereitet! Bevor es wirklich ernst wird kann man sehen wer auf dem anderen Quadratmeter steht…

Beim Durchsuchen meines Koffers ist eben erstaunliches an Tageslicht gekommen. Paracetamol, Nasenspray, Heftpflaster, nur keine Augentropen. Die Augentropfen von Wolfgang sind Artificial Tears – die helfen jetzt nicht mehr wirklich… Scheiße was tut das weh – ich suche jetzt mal eine Apotheke oder einen Arzt.

14. März 2009 – “The clinic is over there”

Oder: Mein erster Kontakt mit dem amerikanischen Gesundheitssystem

Nach einer schlimmen Nacht, in der ich kaum geschlafen habe weil mein rechtes Auge so weh tat, hatte ich heute morgen nur wenig Hoffnung, dass es hier einen Arzt geben könnte der mit schnell helfen kann. Eigentlich bin ich ja nur wegen der Knipserei hier. Was ist ein Amateurfotograf ohne das rechte Auge schon wert…

Also aufstehen, ab in die Waschanlage, bloggen (das muss sein – auch mit nur einem Auge!) und dann rüber in den Supermarkt. Vielleicht haben die da ja Augentropen, sowas wie Berberil vielleicht? Na, viel Hoffnung hatte ich ja nicht. Und es gab natürlich nur Aspirin und ein paar Standardmedikamente. Aber es gab frisches Obst, Bananen, Apfel, Keske – ähäm…

Der netten Dame an der Kasse versuche ich dann zu erklären, dass mein rechtes Auge kaum noch zu gebrauchen ist und frage nach einem Arzt oder einer Apotheke. Sie beugt sich vor, mustert das dick angeschwollene rote Auge, lehnt sich zurück und schaut mich mitleidsvoll an. Dann dreht sie sich um 90° und weist auf die verglaste Tür des Hintereinganges. “The Clinic is over there, maybe they can help you! Good luck!” Das ist ja cool, damit hatte ich nicht gerechnet. Also die Einkäufe schnell ins Auto und dann rüber zur Clinic. Das was hier Clinic heißt ist ein geräumiger Bungalow mit spitzem Dach, wahrscheinlich aus Holz gebaut. Hinter der Eingangstüre ein kleiner Wartebereich und dann sehe ich Laury! Sie ist vielleicht 60 Jahre alt und sitzt in einer Art Aquarium bei dem man die Glasscheiben wegschieben kann. Laury ist sehr nett und ich habe schnell erklärt was los ist. Wieder dieser Blick, dann sagt sie mir, dass ich bis zum späten Nachmittag warten muss, weil der einzige Arzt derzeit unterwegs sei. Ich bin wenig begeistert und sie sieht es mir wohl an. Dann sagt sie, es sei aber eine Krankenschwester da! “Oh ja, bitte bitte, vielleicht kann sie sich das kurz anschauen?” Dann kommt die Krankenschwester – ihren Namen habe ich leider vergessen, nennen wir sie Nursy. Ok, ich erkläre nun Nursy was los ist, wieder dieser Blick, erst nach vor beugen, schauen, leichtes Entsetzen, dann Mitleid. Auch sie erklärt mir, dass Arzt erst am späten Nachmittag wieder da ist. “Did you scatch?” Ja, ich habe mir die Augen gerieben und zwischen den Wimpern waren wohl ein paar Sandkörner und die habe ich jetzt im Auge – “It hurts!!” “Maybe you need some antibiotic drops!” Genau das wollte ich hören! Leider gibt es in Escalante keine Apotheke. Die nächste Apotheke die das haben könnte ist in westlicher Richtung, “…some miles beyond the Bryce Canyon!” (Bitte immer schön laut lesen und vorher eine Kartoffel in den Mund stecken, nur dann klingt es echt authentisch.) Nursy bittet Laury mal dort anzurufen. Laury schnappt sich den Telefonhörer und weiß nach einigen wenigen Augenblicken, dass es dort keine antibiotischen Augentropfen gibt!

“Ok, maybe we can call the Wayne Country Clinic in Bicknell!” – Laury greift wieder zum Hörer und ruft in Bicknell an – ein paar Sätze, sie erklärt wen sie hier vor sich hat – dann Erleichterung, sie haben Augentropfen! Bicknell ist nur 70 Meilen entfernt – ein Katzensprung, gemessen an amerikanischen Maßstäben. Nursy schreibt mir alles auf einen Zettel. “Do you have a map?” Ja und ein GPS habe ich auch – ich werde es finden!! “Ok, please start instantly, take highway 12 and take care, it might be breezy up there! It’s easy to find, you don’t need more than one eye and you have two!!” “Thank you so much, what do I have to pay?” “Nothing today, bye!” – So kann das gehen, Laury demonstriert mir vereinfachte Kommunikation unter Frauen (es geht!!) ich werde schon angemeldet (Telefonnummer, Name, Adresse etc.) und das alles ist hier kostenlos! Stark!

Also in Auto, ab zur Tankstelle. Diesmal ist es die Tanke am Ortsausgang. Ich drücke auf “Pay outside”, stecke brav meine Kreditkarte, nehme den 91 Oktanrüssel und stecke ihn in den Tank meines tollen Mietwagens. Passieren tut leider nichts, absolut gar nichts! Auf der Zapfsäule steht irgendwas mit “Thank you” – was mache ich wieder falsch? Also rüber zur Kasse. Die Kassiererin ist voll total super hochschwanger. Sie erklärt mir, dass es mit den Kreditkarten hier manchmal Probleme gibt. Ich gebe ihr meine Kreditkarte, sie zieht sie durch den Kartenleser und sagt die netten Worte “Ok, try again now!” Ich versuche es erneut und stehe wieder wie ein Ochs vorm Berg an dieser blöden Zapfpistole. Das kann doch nicht so schwer sein, Mist Mist Mist. Wieder zurück, die schwangere Lady kommt mir raus, geht ums Auto, schaut, grinst und kippt die Halterung in die man die Zapfpistole einhakt nach oben. Prompt springt eine Punpe an und der kostbare Saft fließt – war doch ganz einfach – peinlich für mich, dass links und rechts neben allen Zapfpistolen rote Pfeile angeklebt sind unter denen das schöne Wort “LIFT” prangt. Wer lesen kann ist im Vorteil!!

Ok, nach dem Tanken rein, Kreditkarte holen, unterschreiben, entschuldigen, bedanken und Tschüss…

Die Fahrt nach Bicknell ist echt lang. 70 Meilen sind über 100 Kilometer und das wegen ein paar Augentropfen!! Egal, ich kenne ja schon die Hälfte des Weges und die ist echt schön. Die zweite Hälfte ist aber fast noch schöner. Der Highway 12 schraubt sich bis auf 9600 Fuß hoch, das sind mehr als 300 Meter über dem Meeresspiegel! Dort oben liegt hoch Schnee und ich komme mir vor wie im Winterurlaub! Auf der anderen Seite geht es wieder abwärts und ich bin froh als ich in Bicknell ankomme. Die Clinic ist gut ausgeschildert, der Ort ist winzig und ich parke nach nur einem Fehlversuch direkt neben dem Eingang, perfekt!

Beim Öffnen der Eingangstüre fallen mir eine Reihe von Aufklebern in linke Auge: VISA, MASTERCARD, AMERIC…. Am Schalter erkläre ich erneut was denn los ist. Der freundliche schaut mir fragend an, also käme ich von einem anderen Planeten. Ok, ohne Kartoffel im Mund muss sich mein Englisch für ihn so anhören als käme ich tatsächlich von einem anderen Planeten. Irgendwann blicke ich dann, dass das gar nicht die Anmeldung sondern die Inhouse-Pharmacy ist – hätte man ja auch gleich sehen können. Der Zahnarzt ist rechts, wo ich hin will ist links. Also wieder vor das Aquarium treten und tief Luft holen um erneut die Geschichte vom Sandkorn um Auge, den Schmerzen und der üblen Nacht zu erzählen. “Ah, you are the guy with the eye!” – Perfekt, mein Ruf eilt mir voraus und ich muss gar nichts erklären. Dann bekomme ich ein gelbes, ein grünes, ein weißes Formular und einen Briefumschlag. Ich fülle alles brav aus, unterschreibe dass ich keine Drogen nehme (wie auch, das Bier haben sie mir ja geklaut und im Supermarkt gibt es keines…) und auf den Briefumschlag schreibe ich meine Adresse in Deutschland, damit man mir die Rechnung schicken kann.

Nach ein paar Minuten ruft jemand das Wort “Husgar” – ja das bin ich – Ansgar kann man mit einer Kartoffel im Mund eben nicht aussprechen! Die Krankenschwester weist mit den Weg auf die Waage – hä? Eigentlich habe ich es am Auge? Egal, sie schiebt die Gewichte hin und her und macht sich am Schluss grinsend eine Notiz – Übergewicht?? Dann gehen wir ins Behandlungszimmer. Das ganze ist eine Mischung aus den Behandlungszimmern die von Allgemeinmedizinern und Zahnärzten kenne. In der Ecke steht eine riesige halb rostige halb grüne Gasflasche – ob da Sauerstoff drin ist – oder Lachgas?? Egal, sie sieht komisch aus. Die Krankenschwester schaut mir nun ins Ohr – Hä? Dann in die Nase, den Hals, misst den Blutdruck, den Puls, den Sauerstoffgehalt des Blutes… Sie tippt fleißig auf einem Laptop alles ein und verschwindet dann. Kurz drauf kommt dann die Ärztin. Sie hat nach 2 Sätzen erkannt, dass ich keine Kartoffeln habe und aus Deutschland komme. Mein Denglisch verrät mich sofort! Sie erklärt mir, dass ihre Vorfahren aus Deutschland kommen, dass sie in der Nähe von Escalante wohnt und dass Ihr Name Sherree Rechtsteiner ist – ist schon lustig wie sie versucht hat ihren Namen nach Deutschland klingen zu lassen  :-)

Ok, ich erkläre wieder was los ist. Sie holt dann eine gelbe Plastikschale mit den Apparaturen für Augenuntersuchungen. Sie tropft mir was ins Auge was ziemlich brennt, löscht das Licht, zieht die Lieder weit auseinander und leuchtet mit einer UV-Lampe an meinem rechten Auge herum. “I can see some little scatches under the iris…” Ja sag ich doch, ich habe oder hatte eben Sand im Auge. Sie erklärt mir dann, dass alles rot und angeschwollen ist. Das hat die Kassiererin im Supermarkt auch schon gesehen. Danach wir dann das Auge gespült und sie hat so kleine Stäbchen die aussehen wie platt gedrückte Streichhölzer. Als sie fertig ist tut es fast gar nicht mehr weh, perfekt – ich liebe Amerika – God save the Queen – sorry – the President!

Später warte ich dann artig auf das Rezept, zahle 117 Dollar mit Kreditkarte und amüsiere mich als es nicht möglich ist eine zweite Rechnung zu drucken, nachdem es mit der ersten einen Papierstau gab. Der Service wird angerufen, später stehen vier ratlose Frauen vor einem HP-Laserjet mir vier Papierfächern. Dann wird auf das neue System geschimpft, da ist alles anders und nichts funktioniert mehr so wie früher – wie bekannt mir das doch vorkommt – aber ich habe Urlaub!!

Schließlich kriege ich einen kleinen Zettel auf dem Betrag, Datum, Name usw. stehen. Das sollte reichen…

Leider hat die Apotheke gerade Mittagspause! Also Zeit für ein paar Fotos in Bicknell! Diese Stadt ist typisch für den mittlere Westen. Jeder hat seinen privaten Schrottplat, überall stehen kaputte Autos in der Gegend herum. Einige Straßenschilder haben Einschußlöcher, einige Autowracks auch… Am Straßenrand lieft eine tote Kuh, auf der Wiese daneben noch Eine. Die Schafe sind frisch geschoren, auf der anderen Seite des Zaunes das Fell eines nicht mehr zu erkennenden Tieres, so ist das hier eben…

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Eine Stunde später stehe ich wieder am Schalter der Inhouse-Pharmacy, wieder produziere ich Verwirrung und wieder werde ich weggeschickt – diesmal zu einem anderen Schalter. Dort sitzt eine ebenfalls hochschwangere junge Frau. Sie fragt mich was, ich sage zweimal NO – dann darf ich wieder Platz nehmen…

Schließlich ruft der Man am ersten Schalter nach “Husgar” – prima das bin ich – meine Medizin ist fertig und es ist 13h30. Viermwal am Tag ins rechte Auge, mindestens zwei Tage lang. Dann die Kreditkarte – 87 Dollar!! Ich bekomme eine Rechnung für die Krankenversicherung, bei ihm geht das ganz einfach – keine Ahnung warum vier Frauen das nicht auch hinbekommen…

Ich bedanke mich tausendfach und erkläre, dass er mich gerettet hat. Was ist schon ein Fotograf mit nur einem Auge…

Auf dem Rückweg steigt die Laune merklich. Das Auge tut kaum noch weh, ich kann gut schauen und alles wird wie immer wieder gut! Am ersten Scenic Viewpoint halte ich an und bin von der verschneiten Bergkulisse tief beeindruckt. Es halten ein paar Autos, schließlich bittet mich ein junges Paar um ein paar Fotos. Ich frage aus Spaß ob ich sie mit meiner Kamera machen soll? Sie verstehen mich nicht… “Oh yeah, your camera is much better than mine!” Sie verstehen meinen Spaß echt nicht – eigentlich wollte ich drauf hinaus, dass es für sie komplett nutzlos ist wenn ich sie mit meiner Kamera fotografiere, aber so ist das eben. Also frage ich die Frage aller Fragen “So, where are you from?” Sie kommen aus Belgien und sind für 14 Tage hier. Im Arches Nationalpark waren sie schon. Im Antelope Canyon auch und nun sind sie ratlos was sie noch machen sollen. Der Brye Canyon steht noch auf dem Programm. Nun kann ich voll punkten, endlich mal! Wolfgang hat mir so vieles gezeigt und erklärt – es sprudelt und sprudelt – schließlich machen sie einen verwirrten Eindruck und betonen, dass sie ja nur 14 Tage hier sind und nur noch einige wenige Tage haben. Ok, und tschüss…

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Am nächsten Scenic Viewpoint sehen wir uns wieder und am nächsten und am nächsten… Schließlich sehe ich ein Schild das den Weg zum Burr Trail weist! Davon hat Wolfgang schon geschwärmt, also einfach mal links abbiegen und schauen was kommt. Was kommt ist die große Überraschung, der Trail ist genial. Immer wieder halte ich an und mache ein paar Fotos. Ich bin total allein, niemand außer mir auf dieser wunderbaren Straße!! Es geht weiter und weiter und plötzlich habe ich denCapitol Reef Nationalpark gefunden!!

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Dort quellen mir im Abendlicht fast die Augen über – toll ist es dort. So schön und so riesig – zu viel im es in eine Foto packen zu können, man muss einfach dort gewesen sein! Ich nehme irgendwann einen kleinen Jeep Trail und lande an einem Trailhead. Da laufe ich dann eine Weile herum und mache meine Knipsbilder. Zurück im Auto ist es 18h30 und die Sonne steht schon tief, also zurück. Die Rückfahrt ist großartig und ich bin gar nicht frustig, dass es in Escalante meine Augentropfen nicht gab  :-)

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Am Ortseingang dann ein kurzer Stopp an der Tankstelle vom Morgen. Und siehe da, dort gibt es Bier, sogar mein Amber-Bock!! Im Motel lasse ich fünf Flaschen davon im Auto, eine nehme ich mit rein – tut das gut nach diesem Tag…

Trackanalyse

Man beachte den Weg durchs Gebirge – das GPS hat 2930 Meter/ÜNN gemessen!

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Das KMZ in Google Earth:

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Offroad-Tipps – Für Oliver:

Nachdem ich mich rund um Page anfangs gewundert und auch manchmal über die vielen vielen Kilometer Stacheldraht links und rechts von allen Straßen geärgert habe bin ich nun versöhnt. In Utah gibt es deutlich weniger Stacheldraht. Hier kann man praktisch überall anhalten und ein paar Meter ins Gelände laufen um eine Position für ein schönes Foto zu finden. Auch gibt es hier echt coole Offroad-Strecken. Die Hole-In-The-Rock-Road (HITRR) ist solch ein Beispiel. Anfangs ist sie toll ausgebaut, geschottert und sehr eben, nach 20 Meilen wird sie echt hart! Der Burr Trail heute ist ganz ähnlich. Zunächst geteert und sehr gut zu befahren, später staubig und holprig mit vielen Abzweigen die sehr eng und sehr sandig sind. Wer hier mit dem Monstertruck kreuz und quer durch die Rabatte fahren möchte wird hier sicher fündig!

Bei Page hat die House-Rock-Road ein ähnliches Kaliber, auch hier zweigen viele kleine schwierige Jeep-Trails ab. Mit dem richtigen Auto macht das echt Spaß!

Bedenke:

Mit einem normalen Mietwagen ist ein Schaden auf diesen Wegen nicht versichert! Platzt ein Reifen oder rutscht man gegen einen Baum, so ist das PP – Persönliches Pech!

Mein Nissan XTerra hat reichlich Bodenfreiheit und sehr kurze Überhänge vorn und hinten. Man kommt damit eigentlich überall durch. Aber er ist unspektakulär und gewöhnlich! Wie hat Wolfgang es formuliert “Zum Leben reicht das!” – dem würde ich mich anschließen. Die richtig coolen Typen die wir hier bislang gesehen haben, hatten alle einen Hummer H3. Der ist meiner Meinung nach perfekt für allerschwierigstes Gelände. Aber er braucht doppelt soviel Sprit wie der Nissan! Je nachdem wie viel man unterwegs ist, kann das also ganz schön ins Geld gehen. Auch dürfte die Miete etwa das Doppelte kosten! Zusätzlich kann es schwierig werden überhaupt einen Hummer zu kriegen, weil viele Vermieter nur Fahrzeuge einer bestimmten Klasse anbieten. Ich hatte ursprünglich einen Full-Size-SUV gebucht. Alamo in Las Vegas hatte aber an meinem Anreisetag keine richtig großen SUVs, also habe ich mir den Wagen mit der meisten Bodenfreiheit und den kürzesten Überhängen ausgesucht. Zum Leben reicht es, Spaß macht es auch und ich bin erst der zweite Mieter. Die Kiste riecht also noch nach Plastik und nicht nach fiesem Zigarettenqualm oder nassem Hund  :-)

Und noch was, beim Anmieten unbedingt gründlich schauen ob auch nichts defekt ist. Bei Wolfgangs Toyota haben wir einen Schaden festgestellt und ich bin gespannt wie es ausgeht.

So, nun aber ab ins Bett – es ist 23h32…

14. März 2009 – Escalante Volcano

Oder: Mit falschen Koordinaten findet man ihn nicht!

21h21 – Zeit für mein tägliches Tagebuch…

Ich bin fix und foxy, eigentlich viele zu müde für lange Beschreibungen und kleine Witze. Eben war ich Duschen, hinter dem Vorhang mit dem Sichtfenster. Richtig lange – das hat geholfen! Morgens habe ich im Bett am Notebook überlegt was ich den heute machen könnte. Meine Wahl fiel auf den Escalante Volcano. Von der schlaflosen Nacht mit dem dicken Auge war ich noch gezeichnet und dementsprechend bin ich erst um 10h losgekommen. Nebenan waren schon die Handwerker. Das ganze Motel wird hier schrittweise zerlegt und Zimmer für Zimmer renoviert. Bald riecht es dann auch im Zimmer 21 nicht mehr nach “altem Hund”! Ist überhaupt lustig, im Rodeway Inn in Page hatte ich 221 – hier ist es die 21 – vielleicht sollte ich daheim mal Lotto spielen, die 2 und die 1 haben es mir wohl angetan  :-)

Den ersten Zwischenstopp habe ich beim Lebensmittelladen eingelegt. Sieht übrigens ganz witzig aus. Die Fassade ist aus dunklem alten Holz, erinnert mich jedes mal an einen Saloon aus einem alten Western. Auch die Beschriftung usw. sind so gemacht – irgendwie ganz niedlich, ein wenig wie im Phantasialand in Brühl! Heute gab es OBST und kein Holzfällerfrühstück! Das Obst hier im Laden auf der anderen Straßenseite ist richtig gut. Zwar ist die Auswahl bescheiden, aber die Qualität stimmt. Es gibt Trauben, Erdbeeren, Birnen, Äpfel und Bananen. Bei den Bananen muss ich jedes mal an den heimischen täglichen Frühstückkleinkrieg denken. Wenn ich sie aus ihrer knackigen gelben Schale befreie habe ich immer Konversationen wie diese hier im Kopf: “Komm, Du musst was essen, wenigstens noch einmal in die Banane beißen!” “Boa geh wech mit dem Scheiß, wie oft soll ich Dir noch sagen dass ich Deine bescheuerten Bananen nicht will, hä?” Es gibt halt auch Morgenmuffel auf dieser Erde. Hier vielleicht auch, kann ich aber nicht mit Gewissheit sagen, denn ich bin ja ganz allein!

An der Kasse dann die Überraschung “Hi Sir, how about your eye? Is it okay?” Escalante ist echt klein, da fragt man am Freitag nach einem Doktor und am Samstag wird man gleich wieder erkannt. Vom Lebensmittelladen dann schnell rüber zur Tankstelle im Osten! Diesmal klappt alles reibungslos! Wer Lesen kann ist hier ganz deutlich im Vorteil. Nach dem Entfernen der Kreditkarte steht auf dem Display sogar “Lift Lever – Remove Nozzle – Begin Fueling” Langsam habe ich alle Arten von Zapfsäulen durch – hoffentlich!

Mit vollem Tank und netter Country-Musik aus dem Radio geht es dann los – Highway 12 – The Scenic Byway – wird immer wieder gern genommen. So auch heute. Während die Musik spielt und der Ansgar Kekse und Getränke verzehrt steigt die Laune. Leider so sehr, dass ich erst einige Meilen zu spät bemerke, dass ich doch eigentlich in die Hole-In-The-Rock-Road (HITRR) hätte abbiegen wollen. Ach egal, zum Volcano gibt es ja auch die Anfahrt über die Old-Sheffield-Street – also Stoff (wie Wolfgang es wieder genannt hätte)

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Die Old Sheffield Road ist gut befahrbar und die Aussichten in Richtung Great Barrier Reef Nationalpark sind wunderbar. Immer wieder halte ich an und knipse bis der Finger wund ist, schön ist es hier! Nach etwa einer Stunde ist die Straße plötzlich zu Ende. Es gibt noch einen Wendeplatz und viele Spuren von Autoreifen. Ok, dann halten wir eben hier und schauen mal ob keiner guckt… Die Einkäufe, im wesentlichen Obst und Getränke, sind noch in diesen handlichen kleinen Plastiktüten. Da es im Schatten derzeit in der Wüste hier sehr kühl ist, knote ich die Tüten oben zu und stelle sie in den Schatten neben das Auto. Mal sehen ob das klappt. Eine Viertelstunde später habe ich dann auch schon den Rucksack auf dem Rücken und los kann es gehen. Im Navi habe ich als Ziel den morgens eingetippten Wegpunkt mit dem wohlklingenden Namen “Volcano” als Ziel markiert. Luftlinie sind es etwas mehr als fünf Kilometer, das sollte zu schaffen sein. Einige hundert Meter später dann das erste Hindernis, eine richtig hohe Felswand. Nach eingehender Musterung glaube ich einen Weg hinauf zu sehen. Das klappt auch ganz gut, allerdings bin ich oben aus der Puste und mein Käppi ist schon wieder mal durchgeschwitzt – sieht dann irgendwie eklig aus – aber ich war ja am Morgen in der Waschanlage…

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Schnell einen Wegpunkt setzen und ihn mit “Abstieg” beschriften, dann weiter. Es geht auf und ab, die Landschaft ist schön, überall Bäume und Spuren von Rehen und Kaninchen. Spuren von Menschen sehe ich keine, aber da ein Tausendfüßler – dann eine lange Schlangenlinie – sieht komisch aus – vielleicht gibt es hier doch Klapperschlangen?? Ein wenig vorsichtiger gehe ich also weiter, bei jedem Schritt schaue ich genau wohin ich denn da trete. In meinen Gedanken kreisen immer wieder die Worte “Never Hike Alone!”

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Eine ganze Weile später mache ich dann eine ausgiebige Pause. Es gibt zwei Äpfel, zwei Birnen und eine Banane. Die Äpfel heißen im übrigen “Fuji” – sie sind mir daher sofort sehr sympathisch! Ihr Schale hat tolle Farben und der Geschmack ist süß und kräftig – wie die Filme auch  :-) Während der Mittagspause habe ich eine Idee – warum nicht auch mal ein Basislager einrichten! Also zwei Äpfel, eine Banane, eine Flasche Wasser und ein paar Kekse in eine Tüte und an einen Baum gehängt. Im Navi einen Wegpunkt setzen und ihm den schönen Namen “Essen” geben. So macht Wolfgang das auch immer und es erscheint mir gar nicht dumm! Warum alles bis zum Volcano schleppen, wenn ich es eh erst auf dem Rückweg aufessen möchte. Und weiter geht es.

Der Weg wird immer schmaler und langsam bildet sich der Anfang eines schmalen Canyons heraus. An einer Stelle ist kein Fortkommen, also links halten. Luftlinie zum Wegpunkt Volcano sind es noch 2,5 Kilometer – ein Klacks! Dann stehe ich plötzlich an einem Abgrund. Vor mit ein richtig schöner Canyon, leider mit sehr steilen Wänden. Den Volcano glaube ich sehen zu können, aber durch diesen Canyon zu klettern wird die Hölle. Schließlich muss ich ja auch wieder zurück. Der erste Berg hat mich schon fast fertig gemacht und dann noch der ganze tiefe kräftezehrende Sand unterwegs. Nein, so geht das nicht!

Also gehe ich mal ein wenig am Hang des Canyons umher, schöne Motive gibt es hier und immer wieder finden sich kleine trockene Flussbetten die runter zum Canyon führen. Sie sind allesamt aus rotem Sandstein, seine Farbe erinnert mich sehr an eine der Kirchen in meiner Heimatstadt. Schließlich entscheide ich mich für den Rückweg. Ich bin ganz allein, den Weg hier geht sonst niemand und wenn ich irgendwo abrutsche und mit verstauchtem oder gebrochenen Fuß oder was auch immer im Canyon liege, es wird mich sicher zu Lebzeiten niemand mehr finden. Also fragen wir das Navi wo denn das “Essen” ist – klappt auch prima, es ist noch alles da – wer hätte es auch wegnehmen sollen? Insgesamt hat es nur eine Stunde am Baum gehangen, keine große Gewichtsersparnis! Zur Strafe wird dann alles aufgegessen. Obsttag – endlich mal – der letzte ist sicher ein paar Jahre her!

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Ganz gut gelaunt und schon ziemlich schwitzig und müde geht es in Richtung Auto – denke ich zumindest! Während ich mich durch den tiefen Sand kämpfe schaue ich natürlich nicht auf meine tolles Navi! Wie auch, ihn beiden Händen halte ich jeweils genau einen Wanderstock! Die sind total super extrem hilfreich. Ohne diese Stöcke wäre es unerträglich sich durch den Sand zu kämpfen. Weil das Navi von mir so laienhaft ignoriert wird ist es natürlich ziemlich verärgert und gibt nicht einen Pieps von sich. Erst spät bemerke ich meinen Fehler, also schräg recht halten und das wo ich doch schon so fertig bin. Schließlich finde ich meinen Abstieg und schaffe es hinunter ohne auszurutschen und mir was zu brechen. Dann eine Horde Kühe zwischen mir und dem Auto. Es ist ein Bulle dabei und der hat echt große echt furchteinflößende Hörner! Aber als ich mit meinen Wanderstöcken klappernd über den Fels auf ihn zuwandere geben sie plötzlich richtig Gas und machen sich aus dem Staub. Nochmal gut gegangen!

Am Auto dann was kaltes zu trinken! Der Trick hat funktioniert!

Im Auto denke ich dann, dass ich es mal von der anderen Seite des Berges versuchen könnte. Also den Motor starten, ein wenig zurück und dann in diesen Jeep-Trail einbiegen an dessen Anfang ein Schild mit der Aufschrift steht “Foot an Horse Travel Welcome!” Das verheißt nichts gutes, jedenfalls nicht für einen ahnungslosen Deutschen mit einem japanischen Geländewagen! So kommt es dann auch, der Weg wird enger und sandiger bis der Nissan stecken bleibt. Mit ein wenig allradgetriebenem Hin und Her kommt er aber schnell wieder frei – Gott sei dank!

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Das war es also auch nicht. Vielleicht wäre der Weg ja schon gut gewesen, aber ich glaube im Ohr zu haben, dass es dann noch zweimal 8 Kilometer durch Sand & Co sind – zu viel für heute! Also zurück zum Highway 12. Auf dem Weg nach Escalante dann der Wegweiser zur HITRR – kurz überlegen – sind wir unvernünftig – ja sind wir – also blinken und abbiegen. Es kommen mir ein paar Autos entgegen, es ist ja auch schon fast 17h. Sicher waren die nett grillen und sind auf dem Heimweg. Nach vielen Meilen dann der Abzweig zum Harris Wash. Wolfgang hat ihn neulich erkundet, diese Straße führt direkt bis zum Volcano – oder kurz davor! Ich fahre und fahre, die Straße wird immer schlimmer. Irgendwann geht es fast nur noch im Schritttempo vorwärts. Dann nach endlosen Gerüttelte ein Trailhead “Please get your Hiking permit here” – Permititis…

Weil ich nicht im Harris Wash wandern will fahre ich einfach weiter. Dann wird es richtig abenteuerlich, erst einmal muss ich durch den Harris Wash, die Ränder sind hoch und echt sandig. Ich halte kurz an und schalte den Allradantrieb auf LOW. Das hilft, damit kommt man auch dort hinauf! Dann diese “Straße” – immer wieder ist sie halb weggespült und es gibt eine Fahrspur die ganz am linken Rand halb durch die Böschung führt. Das Auto neigt sich dabei bedrohlich zur Seite. Hier Umkippen – Yeah – das ist es – da freut sich die Versicherung weil der blöde ahnungslose Deutsche dann alles selbst zahlen darf… Aber es geht alles gut! So gegen 18h steht dann plötzlich ein blauer Ford Pickup vor mir!! Drinnen ist niemand. Die Reifenspuren gehen noch 10 Meter weiter, dann enden sie. Ich sehe auch warum, eine Straße oder etwas was man so nennen könnte sieht man hier nicht mehr. Also parke ich seitlich hinter dem Ford und packe meinen Fotokrams wieder auf den Rücken, diesmal mit einem Stativ – schließlich wird es bald dunkel und da muss man länger belichten!

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Auto zu und los. Den Weg leiten mir zwei Fußspuren. Links Wanderstiefel, meine Schuhgröße, rechts Turnschuhe, ein wenig kleiner, vielleicht die Frau des Wanderers? Oder sein Opfer???Dazwischen Spuren die nach Hund aussehen – würde mich nicht verwundern! Also hinterher. Irgendwann verliere ich die Spuren weil ich nicht bei der Sache bin. Sicher hätten sie den direkten Weg zum Volcano gewiesen – aber ich habe ja mein GPS! Es zeigt mir noch 843 Meter bis zum Volcano – super – die Sonne steht tief, da sieht er sicher gut aus. Eine Stunde später dann verschwitzte Ernüchterung. Ich finde ich einfach nicht! Jeder Berg auf den ich geklettert bin, und davon gibt es viele, hat kein großes Loch zu bieten. Aber die Berge in der Ferne sehen toll aus. Das Abendlicht ist ein Traum und die Aussicht ist wundervoll. Da habe ich den Volcano eben nicht gefunden. Auch wenn das Navi sagt, dass ich mitten drauf stehe – er ist es nicht!

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Als die Sonne dann weg ist, geht der Kampf nach unten los. Es ist steil und der Sandstein ist rutschig. Aber es geht wieder alles gut, ich bin auch vorsichtig – würde für einen Zuschauer sicher lustig aussehen :-)Kurz bevor es stockfinster wird bin ich dann am Auto, der Ford ist schon weg. Mit Licht diese Mörderstrecke zurück – ganz allein im Dunkeln??? Was bleibt mir anderes übrig, also los. Es klappt ganz gut und das Navi gibt mir anhand des aufgezeichneten Hinweges die Sicherheit, dass ich auf dem richtigen Weg bin! Im Auto ist es auch einfacher das Navi zu begutachten, es hängt da an der Scheibe rum und ist nicht verärgert, es wird ja auch nicht ignoriert!Unterwegs sehe ich einen Camper, ein paar Meter neben dem Holperweg hat er auf einem Hügel sein Zelt aufgebaut. Am Zelt hängt eine Campingleuchte die die Szenerie erhellt – witzige Typen gibt es – das macht sicher auch Spaß – sollte ich mal ausprobieren!Zurück im Hotel bin ich fast zu fertig um den Fotokrams ins Zimmer zu tragen. Erst einmal duschen – tut das gut! Der Wasserdruck ist so niedrig, dass aus dem Duschkopf eher ein sanftes Rinnsal kommt – aber egal es ist meistens warm… Danach ein paar Stullen schmieren und hoffen, dass die Butter die Tage ohne Kühlschrank auf dem Fernseher gut überstanden hat und ich mir mein Essen nicht später durch den Kopf werde gehen lassen müssen – noch ist im Bauch jedenfalls alles ok…Endlich im Bett – zu müde zum bloggen – nicht so ganz – was sein muss muss sein – schließlich haben sich schon ein paar Leser gemeldet. Interessant wäre er noch mitliest :-)So, es ist jetzt 22h32 – und ich schaue jetzt mal die Bilder an – dann geht auch gleich das Licht aus…Update um 23h45 – die Diashow ist online

15. März 2009 – Hidden Volcano

Oder: Die Suche geht weiter

Nachdem ich ihn gestern einfach nicht finden konnte lässt es mir einfach keine Ruhe. Morgens um 9h im Bett nach dem Chat mit den Daheimgebliebenen habe ich eben mal den Track von gestern in eine KMZ-Datei konvertiert und mir dann mal bei Google Earth angeschaut wo ich denn über all war. Und ich konnte mir eben das Grinsen nicht verkneifen, ich bin volle Lotte um den Volcano herumgeschlichen und habe ihn nicht gesehen. Sicher liegt er hinter ein Felswand oder was ähnlich. Na jetzt weiß ich jedenfalls, dass ich fast richtig war und dass ich ihn heute nochmal besuchen werde. Vielleicht habe ich ja heute mehr Glück. Eventuell lag es auch an dem entzündeten Auge – mit einem Auge sieht man ja nur zweidimensional  :-)

Hier ist das KMZ – Ihr werdet sicher auch ein wenig grinsen wenn Ihr dem unteren Weg bis zum Kringelchen oben rechts folgt. Da sieht man richtig gut den Volcano – und meine Weg führt mich perfekt außen herum…

Hier ist das KMZ – gebt mir doch mal Tipps wie was ich bei meinen GPS-geführten Wanderungen besser machen kann  :-)

So, die neue Route ist im GPS und die neuen Trackpoints sollten nun stimmen. Ich probier das jetzt mal aus und wenn es ok ist, gibt es hier heute Abend das GPX für alle die da auch mal hinwollen.

Hier noch was zum Schmunzeln…

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16. März 2009 – Gefunden!

Oder: Was lange währt wird endlich gut!

Beim heutigen Anlauf habe ich den Volcano endlich gefunden. Es ist schon witzig, die GPS-Koordinaten waren perfekt, ich bin einfach 10 Höhenmeter zu niedrig um ihn herumgekrakselt und habe ihn deshalb nicht gesehen!

Der Tag fing schon gut an – der Wecker ging um 8h. Da war es 7h in Nevada! Warum das, ja weil der Wolfgang heute zurück geflogen ist und ich mich noch kurz via Skype verabschieden wollte! Und früh aufzustehen bringt manchen Vorteil! Zum Beispiel ist der Tag einfach signifikant länger und es bleibt viel mehr Zeit zum Wandern und fotografieren.

Gestern habe ich auf der grandiosen Webseite von Fritz Zehrer eine GPX-Datei heruntergeladen, die alle Koordinate und eine Route zum Peek-A-Boo Canyon enthält! Es gibt sogar eine Route für die Anfahrt und eine für die Wanderung – genial! Dann habe ich nochmals ein paar Wegpunkte und eine neue – richtige – Route zum Volcano erstellt, alles während ich noch im Bett saß in mein Colorado 300 übertragen und dann konnte es auch schon losgehen. Auf das Frühstück habe ich verzichtet, ich habe ja noch eine Menge Obst!

So bewaffnet bin ich dann die inzwischen allseits bekannte HITRR gefahren, ungefähr 50 Kilometer waren es wohl. Ist das ein Geholpere, nach etwa 20 Kilometern wird sie streckenweise echt schlimm. Aber es ist immer noch ein Highway im Vergleich zu dem was ich später noch erleben durfte. Am Abzweig zum Trailhead bin ich natürlich mal wieder voll vorbei gerauscht. Auf dem Schild stand “<- DRY FORK” – wer soll den dabei drauf kommen, dass es hier zum Peek-A-Boo und zum Spooky Canyon geht?? Also 500 Meter rückwärts fahren – ist auch mal ganz witzig. Dann ein holpriger Feldweg, ungefähr 2 Kilometer dann ein kleiner runder Parkplatz – der Trailhead. Als ich aus dem Auto steige sehe ich gleich wieder eine dieser Permittierungsstellen – will man übernachten brauch muss man sich selbst einen Permit ausstellen, Geld in den umschlag tun und es in den kleinen Schlitz in der Säule stecken. Dieser Schlitz sah aber so aus, als hätte seit Jahren niemand mehr die Permits und das Geld herausgeholt  :-) Aber wer nur kurz bleiben will muss nichts bezahlen. In dem rostigen Blechpult liegt wieder ein Ringbuch in dem man sich eintragen kann – UND SOLLTE! Passiert trotz aller Vorsicht doch mal was, kommt nach ein bis zwei Tagen vielleicht Hilfe – wer weiß…

Der Abstieg zu den beiden Canyons ist echt steil und ich habe innerlich schon gebetet, dass der Rest des Weges nicht so weit ist, weil es keinen Spaß macht wenn man schon am Ende seiner Kräfte ist einfach mal 100 Höhenmeter durch tiefen Sand und Sandsteinklippen zurück zu legen. Aber zum Glück sind die beiden Canyons sehr schnell erreicht! Als ich am Eingang des Spooky Canyon stehe durchzuckt es mich heiß und kalt! Nun bin ich den weiten Weg gefahren, die steile Wand hinabgeklettert und jetzt stehe ich hier, der Eingang ist in locker 3m Höhe und die tolle Leiter die Wolfgang extra für diese Canyons hat bauen lassen habe ich natürlich an der Rezeption im Circle D stehen lassen. Soviel zum Thema “Be Prepared!”

Aber Wolfgang ist ja ein sprudelnder Quell Südwestlicher-Wandertipps! Ich erinnere mich, dass er mir gesagt hat, dass es einen “Hintereingang” gibt. Also ein schlauer Blick auf das GPS und da kann man ihn schon erahnen! Links von mir ist ein anderer Slot Canyon, gehen wir doch erst einmal dort hinein! Die Felswände sind steil und die unteren gut 50 Zentimeter mit grauem Schlamm bespritzt! Das waren sicher keine übermütigen Kinder! Hier ist sicher gelegentlich mal die Hölle los! Man kann Spritzer sehen die locker einen Meter und höher sind! Kein guter Platz zum Wandern nach einem schweren Sommer Gewitter. Ich bin froh, dass es im Winter hier nur ganz selten regnet und alles prima trocken ist! Auch er Eingang zum Spooky Canyon um die Ecke ist trocken. Als Wolfgang und Karin im letzten September hier waren stand dort eine große tiefe Pfütze vor dem Canyon.

Der Boden ist mit Grasresten übersät die sicher von oben herabgefallen sind. Es gibt tiefe Spuren von Kühen die hier waren als der Boden total matschig war. Man muss aufpassen wohin man tritt! Der Canyon ist majestätisch, sehr breit, sehr hoch sehr schön aber wenig fotogen. Außerdem ist des dermaßen windig, dass es mir die Kappe vom Kopf hebt. Es ist irre viel Sand in der Luft und ich verstecke meine empfindlichen Augen lieber hinter der schützenden Kappe als dem Sucher eines Fotoapparates. Zudem ist der Rucksack noch ungeöffnet. Mache ich ihn jetzt auf sind alle Objektive voller Sand – und das ist KEINE GUTE KOMBINATION!

Statt dessen mache ich ein kleines Peek-A-Boo Wanderstolperfilmchen – gibt es später an dieser Stelle!

Irgendwann drehe ich dann um und es kommt mir ein netter Wanderer entgegen. Er trägt auch ein Käppi und da ist sogar eine amerikanische Flagge dran gesteckt – ein echter Patriot! “Hi, how are you…” Ihr kennt das… “Do you now the name of this Canyon?” “I think it’s Peek-A-Boo!” Danach ein wenig Smalltalk über diesen Canyon und die Schwierigkeiten in den Spooky zu kommen, trotz der Stufen die in den Fels gehauen sind. Er fotografiert auch und hat auch zu wenig Zeit für all die vielen tollen Sachen hier. Weiter gehts, draußen wieder vorbei am Spooky – auf zum Hintereingang! Eine Truppe Wanderer kommt mir entgegen, 6 Leute, gemischt, alle zünftig mit Sonnenbrillen, großen Cowboy-Hüten. Richtig cool! Ein kurzes aber laaaaaaaang gezogenens “Hi” und weiter gehts. Ein paar Minuten später habe ich den Hintereingang gefunden. Schon nach 10 Metern wird es so eng, dass ich den Fotorucksack abnehmen muss. Dann ist das sowas wie eine kleine Lichtung. Hier kann man ich schön ablegen und ein “Basislager” einrichten. Ich krame meine Kamera raus, schraube das kleine Wanderstativ dran und los geht es mit kleiner Bewaffung.

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Au Backe ist das eng! Ich muss mich oft quer durch diesen Felsspalt schieben und dabei die Füße so verdrehen, dass Charly Chaplin seine Freude daran gehabt hätte. Die Kamera samt Stativ in Fahrtrichtung quetsche ich mich langsam vorwärts. Immer mal wieder wird es ein wenig breiter, dann wieder klaustrophobische Enge. Nichts für Leute mit Platzangst! Auch nichts für Dicke! Hätte ich 50 Kilo mehr, ich würde einfach nicht hindurch passen. So wie es ist, ist die Grenze schon erreicht! Dann kommt mir eine junge Frau entgegen – wie soll dass denn nun gehen? “Hi how are you…” dann quetschen wir uns bis zur nächst weiteren Stelle. Da kommt auch noch ihre Freund oder Mann hinterher – ein zünftiger mit Vollbart! Ich glaube ihn vorher schon gesehen zu haben. Da hatte er noch einen Hut auf dem Kopf und einen riesigen Rucksack auf dem Rücken. Er hat auch ein Basislager eingerichtet – hier keine schlechte Idee!

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Bild 1 – Glowing Heart

Bild 2 – Spooky Silk

Bild 3 – Ghost Walk

Bild 4 – Captured Ghost

Ich quetsche mich also hin und her und versuche ein paar schöne Fotos zu machen. Das ist allerdings nicht ganz einfach weil es oft so eng ist, dass ich nicht einmal durch den Sucher schauen kann. Die Kamera kann aber “Live-View” – ich kann also auf dem Display sehen was sie gleich knipsen wird – eine großartige Erfindung! Leider ist mein kleines Wanderstativ so leicht und wackelig, dass das Klappen des Spiegels in der Kamera so starke Vibrationen verursacht, dass die Bilder dadurch unscharf werden. Also muss ich immer erst mit Live-View “peilen” und dann auf Spiegelvorauslösung umschalten. Dann mit dem Kabelfernauslöser 5 bis 7 unterschiedlich belichtete Bilder machen und dann einen neuen Standpunkt suchen. Das kleine Stativ ist in dieser Enge das einzige was funktioniert. Ich habe meine Hosentaschenkamera dabei, es ist aber so dunkel, dass sie 1/15s belichtet und sicher alle Bilder verwackelt sind – ich sehe mir das später mal an  :-)

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Bild 1 – Little Hiker

Bild 2 – Im Hochofen

Bild 3 – James Bond – oder Eine Hand im Profil

Bild 4 – Der Brillenträger und ein Uhu

Kalt und zugig ist es in dem Canyon. Den Namen Spooky trägt er auch zurecht! Manches Loch in der Wand sieht wirklich wie ein Gespenst aus – ob es hier wirklich spukt weiß ich aber nicht  :-) Ein wenig Unheimlich ist es aber trotzdem und das ist ja auch das Coole beider Sache! Meinem Sohne Leon würde es hier echt gut gefallen denke ich mir  :-) Wenn wir hier nochmal zusammen hinkommen muss er aber mit der gleichen Begeisterung wie ich fotografieren, sonst wird es im kalt und langweilig. Aber was nicht ist kann ja noch werden! Leon, bald müssen wir mal nachts auf Fototour gehen und zusammen lernen wie man coole Bilder macht!

Die Zeit rast nur so dahin, um 2h krieche ich in Richtung Ausgang, esse noch ein wenig Obst und trete den Rückweg zum Auto an. Selbiger ist wie befürchtet, echt anstrengend. Der tiefe Sand ist ätzend! Bei jedem Schritt rutscht man wieder zurück. Gut, dass ich die Wanderstöcke habe sonst wäre es der Hammer! Bald kommt aber gut begehbarer Fels und ich mache die eine oder andere japsende schwitzige Pause. Der Weg ist sehr gut mit kleinen Steinmännchen markiert. Leider geht es mir dann doch wieder so wie neulich am Calf Creek – ich verliere den Weg aus den Augen und kommen einige hundert Meter vom Auto entfernt an die Oberfläche. Und wieder tiefer Sand – wie ich den hasse…

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_DSC9244 _DSC9246Am Auto wird schnell alles verstaut – es ist schon 15h und die Sonne bewegt sich unaufhörlich in Richtung Westen. Wenn ich am Volcano noch ein wenig Licht haben will muss es jetzt ganz schnell gehen! Ich habe die Route ja schon abends vorbereitet – also die Luftliniennavigation starten und los. 36 Kilometer sind es noch und gaaanz langsam werden es weniger! Eine Stunde später bin ich dann dort wo ich gestern das Auto abgestellt habe weil die Straße nicht mehr zu sehen war. Es ist dort nur noch Sand, es sieht fast aus wie auf einem Deich bei Den Helder in Holland. Der Sand hat niedliche kleine Hügel auf denen Gras wächst. Sieht ja gut aus, fährt sich aber sicherlich absolut beschissen – sorry für dieses Wort, aber es ist das wirklich einzige das diesen Weg annähernd treffend zu beschreiben mag. Ich halte also mal an und sondiere die Lage. Der ganze tiefe ätzende Sand zieht sich 100 Meter weit, dann kommt der große Abbruch den Wolfgang schon beschrieben hat. Hier fehlen gut 30 Meter der “Straße”. Auf der anderen Seite geht sie sehr gut weiter, erst gestern konnte ich mich davon überzeugen. Es ist schon nach 4 und wenn ich noch ein wenig Licht haben will muss es schnell gehen! Was tun?

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In den letzten 3 Wochen bin ich so viele Kilometer wilder Offroad-Strecken mit dem XTerra gefahren, dass ich uns inzwischen einiges zutraue. Wenn ich zu Fuß gehe komme ich erst dort oben an wenn die Sonne weg ist – also Augen auf und durch! Der Nissan schwankt und holpert über die Grashügel um das große Loch herum, dass es mir Angst und Bange wird. Die Räder mahlen im losen Sand aber es geht vorwärts wenn auch langsam. Nur nicht zu viel oder zu wenig Gas geben, jetzt nicht festfahren! Dann steckt er doch fest! Mist! Rückwärtsgang, die Räder schaufel den Sand von vorn nach hinten, aber es bewegt sich was! Ok, links runter in das große Loch wo früher mal eine Straße war. Das klappt, ohne dass wir umkippen! Dort ist der Sand noch weicher, aber die Räder greifen, das Profil ist noch fast neu! Dann mit Schwung den Hand gleich neben der Stelle hoch wo das andere Ende der Straße ist. Es klappt! Juchu!

Noch etwa 1500 Meter und ich stehe in Sichtweite neben zwei Sandsteinbergen die ich schon kenne. Heute weiß ich, dass der linke nicht der Volcano ist und dass ich es am Rechten ganz außen versuchen muss. Also schnell die kleine Fotoausrüstung gepackt. Diafilme, die F100, das Tele, die Filter und was weiß ich bleiben im Auto. Es gebt los, wieder tiefer Sand, wie es mir auf den Keks geht, dass hier alles wie auf Sylt aussieht… Aber dann bin ich schon bei den felsigen Ausläufern angekommen, es geht nun besser, dafür aber steiler! Die Schuhe sind neu, die Sohlen griffig, trotzdem sind sie ständig an der Grenze zum Abrutschen, die Wanderstöcke geben ein wenig Sicherheit. Der Wind ist schneidend und weht mich fast vom Berg herunter. Die Ohren tun weh und ich ziehe mir das schlauchfürmige Halstuch – der Eine oder Andere kennt es sicher auch als BUFF – über die Ohren und setze das Käppi obendrauf. Sieht zwar blöd aus, aber es sieht mich ja niemand! Hier oben ist die Luft ein wenig dünner, das merke ich immer wieder wenn es steil bergauf geht. Keuchend und schwitzend geht es in kleinen Schritten vorwärts. Dann endlich – ich kann ihn sehen – ich bin am Volcano!!

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_DSC9275 _DSC9347Dass ich da gestern so glorreich drum herum gelaufen bin – ich kann es kaum fassen. Wie war das noch mit “Be Prepared” und den Ladies an der Wave die von der Second Wave nichts wussten? Ich muss inenrlich grinsen, äußerlich erledigt es der stramme Wind – “It’s a little bit breezy!” So hat es der Franzose genannt den ich am Coalmine Canyon getroffen habe. Heute ist es very breezy!

Die Kamera kann ich kaum ruhig halten, es windet wie die Hölle und die Sandkörner fliegen waagerecht! Der Volcano liegt voll im Gegenlicht, die Bilder sehen sowas von doof aus. Was muss ich tun, ich habe vielleicht noch 30 Minuten! Also hoch auf den Berg neben dem Volcano! Ächz stöhn schwitz – es geht aufwärts – aber den Volcano kann man so ganz und so richtig auch von hier aus nicht sehen. Ein echt sprödes Motiv ist das! Warum habe ich mich nicht auf junge wohlgeformte Frauen spezialisiert?? Egal, weiter nach oben, dort ist es auch nicht besser. Ich muss an den Fotografen mit der D700 denken der mir bei den White Pockets neulich gesagt hat, dass er das Gelände erst einmal erforschen möchte um sich für den folgenden Tag die besten Standorte zu suchen – keine schlechte Idee!! Nur übernachten möchte ich hier nicht! Dann finde ich noch eine Stelle auf der anderen Seite auf der es einen halbwegs netten Blick auf dieses Naturwunder gibt! Hier ist es auch ein wenig windgeschützt und das Sonnenlicht streift den Felsen innerhalb des Volcanos noch an der oberen Spitzen. Also schnell die Kamera wieder auf das kleine Stativ geschraubt, jenes das bei manch einem weiblichen Fotografen wahre Stürme der Verzweiflung verursacht – mich macht es auch fertig aber es wiegt eben relativ wenig!

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Als die Sonne ganz weg ist geht es an den Abstieg. Nach längerer Zeit mal wieder ein Blick auf das GPS – alles ist dunkel – mist die Batterien sind leer – vielleicht hätte ich sie gestern aufladen sollen “Be Prepared!!”

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Also geht es ohne GPS zum Auto, ich kann es von oben sehen und es ist dann auch fast eine Punktlandung. Um Auto gibt es Strom für das GPS aus der 12Volt Steckdose! Dann schnell einpacken und los, es wird dunkel und ich muss noch das fehlende Stück in der Straße überwinden!

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Genau davor hatte ich Angst und es gerät auch fast zum Desaster. Diesmal steckt der Nissan auf einem Haufen aus Gras und Sand so fest, dass jeweils vorn und hinten ein Rad durchdreht. Die Kiste hat eine Differentialsperre – 4WD-LOW heißt das! Die wird jetzt aktiviert – eigentlich darf man damit nicht rückwärts fahren, nur gerade aus und nicht stark beschleunigen – egal ich muss von diesem blöden Hügel runter! Es klappt und in bedrohlicher Schräglage rutschen wir ins das große Loch aus wunderbar feinkörnigem weißen Syltstrand zurück. Leider ist hier kein Meer in der Nähen und Oben-Ohne ist auch nicht angesagt. Fröhlich stimmt mich das also alles nicht. Ein zweiter Versuch, ein wenig Schwung holen, die Räder mahlen im Sand und das Auto rutscht nach rechts zurück an den Strand von Rantum, oder ist es Liszt?? Egal ich komme da nicht mehr hoch! Also aussteigen und die Lage sondieren! Ganz hinten gibt es eine flache Stelle aus diesem Sandloch heraus, dann kommen leichte Ausläufer des Volcanos, Sandstein, gut zu befahren – ich versuche es.Der Motor brummt die Reifen mahlen, der Sand wird von vorn nach hinten transportiert aber das Auto bewegt sich. Als ich dann Felsen unter den rechten Rädern habe kann ich aufatmen denn die “Straße” ist wieder in Sicht – geschafft!Nun kann ich das Radio einschalten, es gibt sogar Empfang und der Sprecher sagt gerade einen Song von James Brown an “I feel good!” – Das passt jetzt perfekt! Die holprige Straße flößt mir keine Furcht mehr ein, nach dieser “Umfahrung” jedenfalls nicht mehr  :-) Zwei Stunden später bin ich dann auch wieder am Motel. Eigentlich wollte ich mir heute am Sonntag mal eine nettes leckeres Abendessen gönnen. Aber die Leute hier sind sowas von religiös, ausgerechnet am Sonntag ist hier echt alles zu! Ich habe Obst!Im Hotel erst einmal kurz duschen und dann bloggen…

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Trackanalyse

Hier habe ich das KMZ von heute, man kann ganz toll sehen wie ich um den Volcano herumgeschlichen bin und wann die Batterie im GPS schlapp gemacht hat. Von dort aus zum Auto gibt es dann eine einfach gerade Linie. Es fehlen in diesem Track also nur einige hundert Meter  :-)Außerdem kann man sehr schön sehen wo ich mich festgefahren habe und wie die “Umleitung” aussah.Ein GPS mit drei Metern Genauigkeit – das ist echt cool!

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Hier sieht man sehr schön die Höhendifferenz für den Aufstieg zum Volcano – 129 Meter – also einmal Posttower zu Fuß rauf und runter und dann noch ein paar defekte Rolltreppen bei Karstadt…

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Die Diashow zum Spooky Canyon.Und noch die Diashow zum Volcano!!!!

Update

Irgendwas ist durcheinander – ich habe die Canyons verwechselt – das wovon ich dachte es sei der Peek-A-Boo Canyon ist wohl was ganz anderes – vielleicht der Coyote Gulch – muss ich noch rauskriegen. Der Canyon mit dem mächtig hohen Eingang scheint der richtige Peek-A-Boo zu sein. Ich muss da nochmal hin – aber mit Wolfgangs Leiter! Stutzig gemacht haben mich diese Fotos.Heute nehme ich mir erst einmal den Bighorn Canyon vor.Update zum Update – nun habe ich es verstanden! Der Canyon in dem ich nur gefilmt habe ist der Dry Fork Canyon, er liegt vom Abstieg aus gesehen LINKS! Geradeaus ist auch Peek-A-Boo Slotcaynon! Slots sind oben weitgehend geschlossen. Im Spooky Slotcanyon war ich genau richtig, aber es war nicht der Hintereingang! Ich denke ich schaue mir das morgen nochmals in Ruhe an.Danach ist es dann auch schon Mittwoch – da läuft die Buchung des Zimmers aus – vielleicht ist es eine gute Idee dann mal wieder umzuziehen und mir den Arches Nationalpark anzuschauen! Einen kleinen Vorgeschmack auf diesen Park gibt eshier. Ich muss mich beeilen bevor noch mehr Bögen einstürzen

Hier habe ich noch ein Foto des Vulkan der keiner ist. Einfach mal anklicken, dann sieht man das Bild in voller Größemit ca. 16.000.000 Pixeln ca. 4,5 MB.


flickr Alben mit WordPress verknüpfen

Der Speicherplatz bei wordpress.com ist leider sehr begrenzt. Postet man hier regelmäßig schöne große Bilder, so erreicht man sehr bald eine Grenze an der man überlegen muss, ob man ältere Artikel löscht oder teuren Speicherplatz einkauft. Ein Ausweg aus diesem Dilemma ist es das Hosting auf anderen Plattformen wie beispielsweise flickr.com.

In den letzten Tagen habe ich auf einer nicht beschrifteten externen Festplatte viele tausend Bilder eine Reise durch die USA gefunden die ich im Jahr 2010 mit meiner Freundin Sandra unternommen habe. Das Sichten der Bilder war wie eine zweite Reise und es hat wirklich viel Spaß gemacht in aller Ruhe die längst vergangenen Tage anhand der vielen Bilder noch einmal Revue passieren zu lassen.

Die Herausforderung

Letztlich habe ich 71 Bilder für Euch herausgesucht und auf eine Kantenlänge von 1920 Pixeln verkleinert und bei flickr hochgeladen. Dort sind sie im Album “USA South West” zu finden. Nun aber kommt die große Hürde, wie zeigt man ein solches Fotoalbum in einem WordPress-BLOG? Eine direkte Unterstützung für flickr-Alben wie beispielsweise [f l i c k r='linkzumeinemalbum'] gibt es leider nicht. Während sich bspw. YouTube-Videos auf diese Art und Weise sehr einfach in einen Artikel einbetten lassen, muss man nun etwas “tricksen”.

Hier seht Ihr nun mein Album “USA South West”. Unten rechts in der Ecke ist auch ein Symbol über das man die Fotos in voller epischer Schönheit auf einem großen Monitor anschauen kann.

 

Wie habe ich das gemacht? Die Antwort ist ganz einfach – ich habe bei google.de nachgeschaut wie es geht :-)

Die Lösung

Ein Foto das bei flicker hochgeladen wurde kann man über eine URL adressieren die etwa dem folgenden Aufbau folgt:

http://www.flickr.com/photos/USERNAME/sets/ID NUMBER

Daraus lässt sich in Verbindung mit einem entsprechenden Shortcode eine Konstrukt erstellen, welches von WordPress korrekt akzeptiert und umgesetzt werden kann. Dieses Konstrukt sieht etwa so aus:

[g i g y a   src="http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=71649" width="SPECIFY" flashvars="offsite=true&lang=en-us&page_show_url=/photos/USERNAME HERE/sets/ID NUMBER HERE/show/&page_show_back_url=/photos/USERNAME HERE/sets/ID NUMBER HERE/&set_id=ID NUMBER HERE&jump_to=" allowFullScreen="true" ]

Fazit

Es ist nicht wirklich schwer und mit ein wenig Übung kann man seinen Lesern auch extrem umfangreiche flickr-Alben als tolle Dia-Show mit einer Vollbild-Option präsentieren. Allerdings wird für das Anschauen ein Flash-Player benötigt. Wer ein iPad benutzt guckt hier also zunächst in die Röhre. Aber auch da gibt es was, nämlich den mit 4,49 Euro recht preiswerten PHOTON Web-Browser aus dem iTunes APP-Store.

Und fertig installiert sieht dieser Artikel auf dem iPad dann so aus:

Photon Flash Browser - iPad - flickr

Photon Flash Browser - iPad - flickr


Nikon D7100 – Das perfekte Objektiv

In diesen Tagen werden die ersten Exemplare der neuen Nikon D7100 an die Händler ausgeliefert. Dass eine Kamera immer nur so gut ist wie das Objektiv und der Fotograf der beides verwendet, das sollte jedem klar sein. Die Kamera allein macht keine guten Bilder und mit schlechten Objektiven lassen sich keine detailreichen scharfen Fotos erstellen. Doch welches Objektiv ist für die neue Nikon D7100 die “perfekte Linse”? Meiner Meinung nach ist das Angebot sehr guter DX Objektive recht gut, da man als DX-Fotograf auch alle FX-Linsen verwenden kann.

Am 3. März 2009 konnte ich gemeinsam mit meinem Freund Wolfgang das Coyote Buttes North Areal in Arizona besuchen. In meinem Rucksack hatte ich:

  • Nikon D300
  • Nikon F100 mit Fuji Velvia 50 und Kodak Ektar 100
  • Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm
  • Nikon AF-S 2.8/17-55mm
  • Nikon AF-D 2.8/10,5mm
  • Tokina AT-X PRO 4/12-24mm
  • Lensbaby II

All diese Objektive ermöglichen Fotos in allerbester Qualität, das Lensbaby vielleicht ausgenommen. Es hat andere Qualitäten, aber später mehr dazu…

(Alle Fotos sind 1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken…)

Nikon AF-S 2.8/17-55mm IF-ED

Heute ist mir bei der Sichtung der mittlerweile 4 Jahre Bildergebnisse wieder einmal aufgefallen, dass ich auch bei diesem Trip die überwiegende Zahl der Fotos mit dem famosen Nikon AF-S 2.8/17-55mm aufgenommen habe. Dieses Objektiv ist einfach perfekt und neben der überragenden optischen Qualität auch noch “robust wie ein Panzer”.

Wer sich eine Nikon D7100 gönnt und auf der Suche nach dem absolut perfekten Midrange Zoom Objektiv ist, der kommt an dieser Linse nur sehr schwer vorbei. Wer zusätzlich ein sehr gutes Weitwinkel-Zoom sucht, der ist mit dem Tokina 4/12-24 oder auch der 11-16mm Variante sehr gut bedient. Wer ein Fisheye für die D7100 sucht, dem sei das wunderbare Nikon AF-D 2.8/10,5mm sehr empfohlen. Im Telebereich liefern sowohl das etwas ältere AF-S VR 2.8/70-200 als auch die neuerer Version perfekte Bildergebnisse. Eigentlich sind es FX-Objektive und so gibt es bei der D7100 weder Probleme mit Randunschärfen oder unschönen Vignettierungen der Bildränder. “Wer im DX-Bereich mit FX-Linsen fotografiert, der verwendet nur das Gute der eingebauten Gläser, also nur das dicke Glas aus der Mitte!!!” – Mit diesen Worten hat das mal ein guter Freund auf den Punkt gebracht und Recht hat er!

Schauen wir uns einige Fotos an die mit dem AF-S 2.8/17-55 mm und der Nikon D300 im März 2009 in der berühmten “Wave” in Arizona entstanden sind.

Das erste Foto besticht nicht gerade durch gute Farben und überragende Schärfe. Wie kommt das? Ganz einfach, hier habe ich absichtlich eine recht schludrige RAW-Konvertierung mit Snapseed durchgeführt. Dieses Beispiel soll zeigen, dass das wirklich gute Foto auch bei der Nikon D7100 nicht wie von allein auf der Speicherkarte landet. Wer wirklich perfekte Bildergebnisse mit der D7100 erzielen will, der kommt neben der richtigen Aufnahmetechnik und den perfekten Objektiven um die Arbeit im RAW-Modus und die anschließende Konvertierung nicht herum.

Auf diesem Fotos kann man übrigens das Areal rund um “The Wave” schon in der Ferne erkennen. Es liegt im V-förmigen Einschnitt an der oberen Bildmitte.

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Hier zum Vergleich ein korrekt konvertiertes RAW-Bild das nur wenige Augenblicke später bei gleichem Licht entstanden ist. Zwischen diesen beiden Fotos liegen Welten, oder?

Hier nun eine Reihe von Fotos dieses wunderschönen Trips. Alle Fotos enthalten die vollständigen EXIF-Daten. Wer sich für die Details interessiert kann, der kann dort alles nachlesen.

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Hier jetzt ein Fotos das ich mit dem Lensbaby II aufgenommen habe. Es gibt mir bei diesem Bild darum das Zentrum zu betonen und den Rest des Bildes in Unschärfe zu hüllen. Sieht man genau hin, so fällt die sehr gute Schärfe im Zentrum des Bildes auf, währen die Ränder leicht unscharf abgebildet werden, Dieser Effekt ist bei Nutzung des Lensbaby II im FX-Format übrigens deutlich ausgeprägter!

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Hier jetzt ein Foto das ich bei Blende 11 und 19mm Brennweite mit dem Tokina AT-X Pro 4/12-24mm aufgenommen habe. Es ist scharf bis in das letzte Sandkorn hinein und lässt keinerlei Wünsche offen. Auch an der neuen Nikon D1700 wird dieses Objektiv stets ein verlässlicher Partner sein!

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Hier nun ein Foto im Hochformat das ich mit dem Nikon AF-D 2.8/10,5mm Fisheye aufgenommen habe. Eigentlich war es krumm wie eine Banane, aber die automatische Objektivkorrektur von Adobe Camera RAW 6.7 hat das Bild wunderbar entzerrt und so entsteht ein sehr schöner für extrem kurze Brennweiten typischer “Sogeffekt” mit nahezu unendlicher Tiefenschärfe.

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Zum Vergleich noch eine ähnliche Perspektive die mit dem AF-S 2.8/17-55mm bei 23mm Brennweite aufgenommen ist. Man erkennt den Schärfeabfall zum Hintergrund. Dies ist auf die eingestellte Blende 5,6 zurückzuführen und ist durchaus als gestalterisches Mittel gedacht, auch DX-Kameras bieten durchaus Spielraum für die kreative Nutzung der Hyperfokal-Distanz!

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Fazit

DX-Kameras gehören noch lange nicht zum alten Eisen und mit dem AF-S 2.8/17-55mm IF-ED hat Nikon ein Midrange Zoomobjektiv im Programm das sich mit Festbrennweiten von ZEISS & Co. durchaus messen kann. Wer ein sehr hochwertiges “Immerdrauf” für seine neue Nikon D7100 sucht liegt mit dieser Linse genau richtig.

Aktuell gibt es dieses Objektiv bei amazon.de zum Preis von 1242,- Euro zu kaufen.


Passages by Paolo A Santos

PASSAGES – Paolo A. Santos Time-lapse reel from Paolo A. Santos on Vimeo.

Zum Wochenausklang ohne viele Worte noch ein sehr schön gemachtes Video für alle USA South-West Freunde :-)


100.000 Kilometer mit der Nikon D300

100.000 Kilometer mit der Nikon D300 – So würde die Schlagzeile eines Dauertests lauten wenn die D300 ein Auto wäre und ich hier für die Auto-BILD schreiben würde. Auch wenn es nicht ganz passend erscheint, passt diese Schlagzeile meiner Meinung nach doch sehr gut. Im Jahr 2005 habe ich mir nach mehreren Jahren mit der Nikon D100 und diversen analogen Kameras eine D2x für damals sagenhafte 4.800 Euro gekauft. Diese Kamera hat mich ein lange Zeit begleitet und ich habe sie noch heute. Im Jahr 2007 kam dann eine deutlich preiswerte Nikon D300 dazu. Die Software der D300 ist im Vergleich zur D2x eine Generation weiter und das Display ist deutlich größer geworden. Aber die D2x ist auch heute noch eine gute Kamera. Wer im RAW-Modus bei ISO-100 fotografieren kann, der wird auch im Jahr 2012 mit einer D2x noch viel Spaß haben können.

Mit beiden Kameras war ich dreimal im Südwesten der USA und ungezählte Male auf den Kanaren, in Norwegen, der Schweiz und anderswo. Mit diesen Kameras habe ich die fotografisch gesehen vielleicht wichtigste Zeit meines Lebens verbracht und die Ergebnisse   sind auch heute noch mehr als ansehnlich. Ist ein Einsatz unter perfekten Bedingungen möglich, so spielt auch die D2x noch heute ihre Stärken aus. Der Detailreichtum der Bilder ist großartig und ein gut konvertiertes RAW-Bild ist von einem identischen Pendant aus der D300 praktisch nicht zu unterscheiden. Gut gebrauchte Modelle der D300 oder auch der D2x bekommt man heute bei den diversen Online-Plattformen für 700 Euro und weniger.

Wer die durch den kleinen Chip bedingte kompakte Baugröße der Objektive für diese Kameras zu schätzen weiß, kann im Jahr 2012 für wenig Geld sehr leistungsfähige überaus robuste Kameras erwerben für die es gute Weitwinkel und kompakte Teleobjektive gibt.

Vor einigen Tagen hat mich via Facebook der Martin angefunkt und mich gefragt ob ich ihm als Ersatz für seine Nikon D90 eher eine D300s oder eine D7000 empfehlen würde. Das will ich hier kurz beantworten…

Also: Wer eine große schwere robuste Kamera mit schneller Bildfolge sucht die via 9-fach Bracketing tolle HDR-Bilder ermöglicht, der ist bei D2x und D300 genau richtig. Wer zusätzlich filmen möchte, der könnte auch zur D300s greifen. Wer wenig HDR macht, eine etwas höhere Auflösung such und mit gleichzeitig leider leichtverringerter Dynamik leben kann und in 1080p mit 23,95 B/s filmen möchte, der sollte zur D7000 greifen.

Wenn ich losziehe und “nur” fotografieren will und dabei das Gewicht der Kamera keine Rolle spielt, dann packe ich eine D2x oder eine D700 mit Batteriegriff ein. Die D700 falls ich wenig Licht erwarte, die D2x wenn das Licht gut ist und ich ggfs. den Drop-Faktor für Bilder mit einem 400er Teleobjektiv nutzen will. (Das dann fast wie ein 600er wirkt) Steht eine anstrengende Wanderung auf dem Programm, dann die D300 oder die D7000 ohne Batteriegriff. Klein, handlich kompakt…

Wenn ich hauptsächlich oder auch nur nebenbei filmen will, dann ist die D7000 mein Freund.

Sobald die D800E da ist, wird sich das alles verschieben und ich werde wahrscheinlich ausschließlich die D800 benutzen. Aber warten wir es mal ab…

Hier einige Beispiele zur Nikon D2x, D300 und D7000.

Beginnen wir mit einem Video das ich komplett mit der D7000 erstellt habe. Wer es schon kennt scrollt einfach weiter :-)

Hier nun einige Bespiele aus der D300 und der D2x. (Alle Bilder sind 1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken)

Nikon D300 - Upper Antelope Canyon

Nikon D300 - La Sal Sunrise

Nikon D2x - Storm over Canyonlands

Nikon D2x - Storm over Canyonlands II

Nikon D300 - Bryce Canyon Sunrise

Nikon D2x - Monument Valley Sunrise

Nikon D2x - La Sal Morning I

Nikon D2x - La Sal Morning II

Nikon D300 - Second Wave

Nikon D2x - Alstrom Point

Nikon D2x - Alstrom Point II

Nikon D300 - Hiking the Wave

Nikon D2x - Balanced Rock

Nikon D300 - False Kiva

Nikon D300 - Horse Shoe Bend

Nikon D2x - Arches NP - Window Section

Nikon D2x - Arches NP - Navajo Arch

Nikon D300 - Lonesome Wave Photographer

100.000 Kilometer mit der Nikon D300 – wie lautet das Fazit? In der Autowelt würde man jetzt Benzinverbrauch, Drehmoment, Beschleunigung, Verbrauch und Unterhaltskosten einander gegenüberstellen. All das fällt weder bei der D300 noch bei der D2x an. Die D2x ist mir im Jahr 2010 bei einem Sturz im Arches NP einen Abhang hinunter gekugelt. Das Gehäuse war an der Unterseite gebrochen und der Autofokus hat nicht mehr funktioniert. Ich hatte sie abgeschrieben, aber sie konnte für etwa 900 Euro repariert werden. Leider musste ich sie dreimal einschicken bis alles wieder korrekt funktioniert hat. Aber jetzt arbeitet alles wieder wie am ersten Tag!

Auch die D300 hat inzwischen viele tausend Auslösungen hinter sich, alles ohne Probleme. Während meine Fuji Finepix X100 gleich nach einigen Tagen eine Weile in die Werkstatt musste, haben alle Nikons vom ersten Tag an wunderbar funktioniert. Ich habe alle Firmware-Updates eingespielt, wirklich notwendig waren sie indes nicht.

Wer seine Bilder im Internet publiziert und Prints bis zu einem Format von 60x90cm in bester Qualität braucht, der ist sowohl mit der D2x, als auch der D300, D700 oder D7000 bis heute gut bedient.

Die Nikon D4 oder auch die D800 bzw. D800E werden vieles ändern, vor allem aber den Preis der älteren Modelle auf dem Gebrauchtmarkt. Wer ohne Pixelwahn leben kann und nicht unbedingt in HD filmen muss, für den ist sicher eine gebrauchte D300s mit einigen guten Objektiven in den kommenden Monaten eine gute Wahl. Viele Kunden der D800 werden ihre “alten” Kameras preiswert verscherbeln um sich die neue Nikon D800 leisten zu können.

Hier findet derzeit so etwas wie eine “Wachablösung” statt. Jeder der sich bislang keine dieser Kameras leisten konnte kann in den nächsten 6 Monaten kräftig in die Hände schlagen und versuchen eine dieser Kameras preiswert bei eBay & Co zu ergattern.

Meine D300 hat die ersten 100.000 Kilometer gut überstanden, ich denke sie schafft auch die 200.000 Kilometer :-)


10 Jahre Nikon-Fotografie

Das Vorhaben alle meine CD’s in die Apple iCloud zu kopieren gestaltet sich zunehmend als schwierig. Hunderte von CD’s warten noch in Kisten und Kartons auf den Weg in die iCloud aber sie ist voll! Da heißt es jetzt “selektieren” – auch wenn es weh tut – der Schrott muss weg – definitiv! Doch das gestaltet sich mehr und mehr als Abenteuer. iTunes produziert eine Fehlermeldung nach der anderen und mein “Hauptrechner” ist unter Windows 7 seit zwei Wochen damit beschäftigt genau die Songs in die Cloud zu “pumpen”, die via iTunes-Match nicht erkannt wurden.

Es muss in großem Stil aufgeräumt werden! Zu blöd, das iTunes sogar auf dem Mac gern einfach mal abschmiert wenn man mehrere hundert Dubletten, ungeeignete Dateien und anderen Schrott aus seiner Mediathek und der iCloud löschen möchte. Aber in all dem Chaos gibt es auch kleine Lichtblicke! So ist mir doch heute eine winzig kleine MP3-Datei ins “Auge gesprungen” die ich vor sage und schreibe 11 Jahren auf meinem Klavier im meinem Wohnzimmer mit 5 Mikrophonen, einem Mackie-Mischpult und einem DAT-Recorder aufgenommen habe.

Mit dem neuen AKG Kopfhörer klingt das gar nicht mal schlecht, eigentlich sogar gut genug um es nicht auf der 2001er Weihnachts-CD versauern zu lassen. Man könnte diese “meditative kleine Perle” bei YouTube einstellen, dann kann sie jeder hören und mir sagen wie es ihm gefällt. Mit Final Cut Pro X ist schnell ein Titel gemacht und das Lied darunter gelegt, aber das Ergebnis ist super langweilig. Eigentlich wäre eine Diashow ganz nett? Ich gebe bei der Google-Bildersuche einfach mal Ansgar Hillebrand fotocommunity ein und finde auf einen Schlag viele viele Fotos die ich im Laufe der letzten Jahre in der fotocommunity abgelegt habe. Gleich neben meinen Safari-Webbrowser ist ein Fenster des “Finders” geöffnet. Via Drag & Drop wandert so ein Bild nach dem anderen in einen Ordner auf der lokalen Festplatte.

Doch wie macht man aus den vielen Bildern ohne großen Aufwand eine ansprechende Diashow? Da kommt mir eine Idee – auf dem Mac gibt es doch iPhoto! Damit habe ich mich schon mehrfach beschäftigt und versucht ansehnliche Fotobücher zu erstellen. Diese habe ich letztlich alle wieder verworfen weil iPhoto bei vielen Fotos kein vernünftiges Fotobuch mehr hinbekommt – Sorry Annette – es waren die Bilder Deines 50. Geburtstages – ich schäme mich ja auch – aber iPhoto kriegt das einfach nicht so hin wie ich es mir gewünscht habe… :-(

Aber vielleicht klappt es ja mit einer Diashow? Und siehe da, das ist gar nicht schwer. Es gibt verschiedene nette Vorlagen, man kann die Musik selbst auswählen, alles ganz einfach. Doch dann dauert es doch etwas länger weil ich die Fotos sortieren möchte. Einen richtigen Leuchttisch hätte ich gern, aber iPhoto stellt einfach nur alle Bilder in einer langen Reihe nebeneinander dar. Man kann sie verschieben, doch wenn es viele Bilder sind, gerät das zur Geduldsprobe. Doch letztlich ist es dann fertig! Ich exportiere die Diashow in Full HD mit allerhöchster Auflösung, das dauert eine ganze Weile, aber es klappt! Doch das Ergebnis haut mich um! Keine 5 Minuten dauert das Video und es hat 2,27 GB – was für ein Wahnsinn dieses HD-Zeitalter doch ist… Also versuche ich mich mit anderen Einstellungen. Schließlich wähle ich “Exportieren für Monitor”. Damit entsteht nach etwa 20 Minuten eine 0,23 GB große Datei – das ist ok! Man sieht zwar deutliche Spuren der krassen Kompression, aber YouTube würde auch die gewaltige Video-Datei auf eine Qualität eindampfen die nur wenig besser wäre, wenn überhaupt… Also ab damit in Richtung YouTube.

Und hier ist sie nun, meine erste iPhoto-Diashow mit lauter selbst fotografierten Bildern (relativ wahllos ausgewählt) und einem kleinen selbst gespielten Präludium von Johann Sebastian Bach aus dem Jahr 2001 – Violà…


Nikon P7000 – Featurette

Nachdem der Rohschnitt seit Monaten auf der Festplatte meines Computers wartet, habe ich die letzten Tage genutzt um daraus endlich einen fertigen Film zu erstellen. Als nach vielen Stunden mit Schnitt, Probeschauen, Verwerfen, Ändern, Probeschauen und abermaligem Ändern der Film endlich fertig ist klingelt es an der Türe. Der Postbote ist da und bringt mir zwei DVD die ich etliche Tage zuvor online bei Magix bestellt habe. Bei der Sichtung des neuen Audiomaterials wird schnell klar, ich muss die komplette Hintergrundmusik wegwerfen und mit diesem Material neu umsetzen. Und endlich habe ich einige wirklich gut passende Geräusche mit Straßenatmosphäre, Vogelzwitschern, Wasserfällen und vielem mehr. Damit kann ich die vom Wind gebeutelten schlechten Tonaufnahmen aus der P7000 sehr einfach ersetzen und werde ein wesentlich besseres Endergebnis erzielen.

Als nach einen weiteren Tag der Film in seiner neuen Version steht geht es an den Export. Ich wähle ein MP4 Dateiformat in der besten Qualität mit zwei Encoding-Duchgängen. Als nach etwa vier Stunden das Ergebnis steht bin ich gespannt. Die Datei ist 4,8 GB groß – urgs – wie soll ich das bei YouTube hochladen? Egal, ich schau es mir erst einmal an. Gleich nach den ersten Kamerafahrten tritt totale Ernüchterung ein. Ständig sind flackernde Streifen und andere Artefakte und Bildstörungen zu sehen. So geht das nicht, das ruiniert die ganze Arbeit.

Der Film wird mit anderen Settings neu exportiert. Wieder und wieder versuche ich es. Anti-Interlace-Filter ein/aus, was auch immer. Die kleinen “Testrendering” mit 60s sind ok, der gesamte fertige Film ist es nicht. Es ist zu Haare raufen und macht mich fast wahnsinnig. Erst als ich ein 113MB großes Update aus dem Internet heruntergeladen habe, dies installiert ist und der Rechner neu gestartet ist, gelingt ein Export im WMV-Format (Windows-Media-Video). Mit einem Qualitätsfaktor von 95 ist diese Datei 2,78 GB groß, das könnte klappen.

Für den Upload verwende ich Google Chrome. Mit meiner 6 MBit DSL-Leitung benötigt der Upload viele Stunden.

Doch dann fast ein Jahr nachdem ich die vielen kurzen Video-Schnipsel und Fotos gemacht habe ist mein Film endlich online, was für ein Fest :-)

Danach versuche ich meine erste Blu-Ray zu erstellen. Die Kapitel-Marker und Menüs sind schnell gesetzt und aus Vorlagen zusammengestellt. Doch nun muss der gesamte Film erneut gerendert werden. Ganze 4,5 Stunden soll das schon wieder dauern, ich kann es echt nicht mehr sehen…

Am nächsten Morgen freue ich mich darauf meine erste Blu-Ray in meiner SONY Playstation 3 anschauen zu können, aber statt eines Films hält mein Computer nur eine Fehlermeldung für mich bereit…

Update um 15:30

Nachdem ich meine erste Motorradtour des neuen Jahres unternommen habe und beide Mopeds nun vollgetankt und mit korrektem Luftdruck auf das nächste sonnige Wochenende warten, starte ich einen zweiten Anlauf für die Erstellung meiner ersten Blu-Ray. Und diesmal klappt es, scheinbar war der Rohling aus dem ersten Versuch fehlerhaft. Bei einer Tasse heißem Kaffee schaue ich mir meinen ersten “echten Film” auf meinem 52″ Fernseher an und bin schwer beeindruckt wieviel besser die Qualität im Vergleich zum stark komprimierten “YouTube-Stream” ist, den ich mir im Vergleich via Apple-TV anschaue. Die eingebetteten Bilder sind “rattenscharf”, der Tom kommt über die großen Lautsprecher “kinomäßig” daher und letztlich macht mich das Ergebnis wirklich froh.

Nun wird es noch schwerer die Zeit abzuwarten bis die neue Nikon D800E endlich da ist. Mit dieser Kamera eine Endeckungsreise durch Island zu unternehmen, was für eine großartige Vorstellung. Vielleicht kann ich diesen Traum ja tatsächlich umsetzen, schauen wir mal…


Nikon D4 – Die Gerüchteküche brodelt

Im April 2010 hatten wir bei der Verlosung viel Glück und durften gleich am nächsten Tag die Wave besuchen – großartig! Natürlich waren wir dort nicht ganz allein. Aber es sind dennoch eine Reihe schöner Fotos entstanden. Später habe ich dann ein Bild in der Fotocommunity veröffentlicht und aus Spaß darunter geschrieben, dass ich einen Nikon Tester getroffen habe, der in der Wave einen frühen Prototypen der Nikon D4 testet.

Jemand aus der Fotocommunity hat dieses Bild dann im Forum der Fotocommunity gepostet. Das Bild der Wave mit dem vermeintlichen Nikon Tester wurde daraufhin viele hundert Mal aufgerufen. Dort ist der Artikel vom Besuch bei der Wave verlinkt und dieser Post wurde so der mit Abstand meist gelesene Artikel meines gesamten BLOGs.

Heute ist schon fast Pfingsten 2011, das schwere Erdbeben und die nachfolgenden Katastrophen haben auch die Entwicklung der neuen Nikon D4 um Monate zurück geworfen. Die Menschen in Japan haben derzeit auch andere Sorgen als exzentrische Fotoamateure die zu viel Kohle auf dem Bankkonto haben mit neuen Statussymbolen zu versorgen. Wie dem auch sei, ich verfolge die Gerüchteküche immer mal wieder ein wenig, so auch heute.

Heute fand ich dann diese Webseite: http://nikostsatsakis.wordpress.com/2010/11/27/nikon-d4-πρώτη-ματιά

Hier kann man schöne gefälschte Fotos der neuen Nikon D4 sehen (…eigentlich ist es jedoch eine D3x.)

Ganz interessant ist der Text der bei diesen Fotos steht:

ISO 25 – 128000
32 Mpix
Multicam 4000 FX
HD-βίντεο mit 2560 x 1600 Pixeln
Anti Σκόνη & Anti Vibration
Auslieferung ab 01.04.2011 στις ΗΠΑ den und Ιαπωνία
9999 δολάριο ΗΠΑ

Es gibt Neue Auch Objektive:
Nikkor AF-S VR II 2.8/10-24mm – 2899, – US $
Nikkor AF-S VR II 2.8/24-70mm – 3599, – US $

Schaut man sich mein Foto in der fotocommunity an, so findet man interessante Parallelen:

http://www.fotocommunity.de/pc/pc/extra/egallery/pcat/566682/display/20829810

Hier gibt es folgendes zu lesen:

Die Spezifikation der Kamera klingt erstaulich gut:
ISO 25 – 128000
32 MPix
Multicam 4000 FX
HD-Videos mit 2560 x 1600 Pixeln
Anti Dust & Anti Vibration
Auslieferung ab 01.04.2011 in den USA und Japan
9999 US-Dollar

Es gibt auch neue Objektive:
Nikkor AF-S VR II 2.8/10-24mm – 2899,- US $
Nikkor AF-S VR II 2.8/24-70mm – 3599,- US $

Das ist sie nun, die internationale Gerüchteküche namens “Internet”! So entstehen Mythen, Halbwahrheiten und Spekulationen. Das ist die Schmiere im Web 2.0 Getriebe, das macht die Leute kirre.

Ich selbst versuche mich ein wenig davon zu lösen, es ist eh alles unsinnige Spekulation. Fakt ist, das Erdbeben war verheerend und die Japaner müssen erst einmal wieder auf die Beine kommen bevor sie uns mit Kameras beglücken die wir (Hand aufs Herz) eigentlich alle gar nicht brauchen. Egal welcher Mann mir begegnet während ich eine Kamera dabei habe, sie schielen alle auf das “Firmenschild”. Frauen schauen mir auf den Hintern, Männer auf die Kamera – so ist das eben.

Vor ein paar Tagen habe ich mir eine Nikon D7000 gekauft, eine geniale kleine Kamera die kaum Wünsche offen lässt und praktisch alles kann was man(n) so braucht. Doch macht man damit auch automatisch bessere Fotos? Ich denke eben nicht. Der Fotograf macht das Bild, nicht die Kamera!

98% aller Fotografen zeigen weltweit ihre Fotos in Internetportalen wie flickr oder der fotocommunity in einer Auflösung von vielleicht 1000 Pixel Kantenlänge. Die Masse der Fotografen ist genau damit zufrieden und auch ganz glücklich. Einige wenige lassen ihre Bilder bei einem der vielen Dienstleister drucken. Die Mehrzahl dieser Prints landet auf einem Stück Leinwand und wird auf einen Keilrahmen aufgezogen. Nach einer wirklichen Fotografie sieht das danach nicht mehr aus. Eher so wie wollen und nicht können, wie fotografierte Gemälde.

Hand auf’s Herz, wer ist bereit für einen wirklich gut gemachten Print in edler Rahmung mit Passepartout und hochwertigem entspiegeltem Glas im Format 60×90 cm etwa 400 Euro zu bezahlen? Weltweit bleiben da von vielen Milliarden “Knipsern” noch einige wenige tausend wirklich ambitionierte Amateure und Fotofans übrig. Mal ehrlich, braucht DIESE Welt eine Nikon D4 mit 32.000.000 Pixeln und allem Schnickschnack, wo doch eine D7000 für 999,- Euro schon alles kann was man braucht?

Na vielleicht braucht sie es eben doch, nicht wegen der Fotos sondern wegen des Alleinstellungsmerkmals.

Mich selbst will ich da gar nicht ausschließen :-) Ich habe relativ große Hände und nach F4e, F5, D1x, D2x wäre die D4 genau das was ich mir für die Zukunft auch wünschen würde. Sicher wird sie sündhaft teuer aber sicher auch sehr sehr gut. Oft habe ich schon überlegt ob mir eine D3x satte 7.000 Euro wert ist. Aber bislang lebe ich wirklich sehr gut ohne die D3x. Vom gesparten Geld habe ich mir eine BMW K1200r Sport gekauft. Jedes mal wenn da die 163 Pferde am Hinterreifen reißen macht das glücklich. Vier Räder bewegen den Körper, zwei Räder bewegen die Seele, so ist das eben. Jeder muss selbst wissen wofür er seine Knete ausgibt. Ich habe mich für das Motorrad und gegen die D3x entschieden. Wenn ich überlege, dass ich 2005 für die D2x satte 4.800 Euro bezahlt habe und dass sie heute nur noch etwa 800 Euro wert ist, dann ist das schon krass. Aber das ist ein ganz anderes Thema :-)


Scenic Roundtrip

Und wieder geht der Wecker um 5h45 – Arizona Time. Heute lasse ich mir mehr Zeit als an den letzten Tagen, denn ich weiß ja jetzt ganz genau wann die Verlosung der Permits für die Wave beginnt. Etwa 10 Minuten bevor es losgeht treffe ich bei der Ranger-Station ein. Ich lerne Allan aus Los Angeles kennen. Er fragt mich wohin ich in den nächsten Tagen möchte und empfiehlt mir, doch zum Monument Valley zu fahren. Am Dienstag oder Mittwoch soll dort ein seltenes Phänomen zu sehen sein. Bedingt durch einen ganz speziellen Stand der Abendsonne wird auf dem mittleren der drei Tafelberge der Schatten des ganz linken Tafelberges zu sehen sein. Für einige wenige Minuten und auch nur, wenn das Wetter es zulässt und nicht wieder krasse Wolken den Himmel verdunkeln. Ich lerne, dass der ganz linke Tafelberg der “Left Mitten” ist und der mittlere der “Right Mitten”. Und ich lerne auch, dass ein “Mitten” ein Fausthandschuh ist, aus dem nur der Daumen als einzelner Finger herausschaut. Und weil diese beiden Tafelberge genau so aussehen, heißen sie auch so – linker und rechter Fäustling – nett gell?

Morning Glory!

1500 U/min und 110 Km/h – krasse Sache – es ist kalt, ganze 0°C zeigt das Thermometer – brrrrr…

Heute sind deutlich weniger Teilnehmer da. Es gibt 10 Permits und 32 wirklich angespannte Wanderer. Die Show beginnt, ich bin heute die Nummer 12. Zahl um Zahl wird gezogen, aber die 12 ist nicht dabei Allan hat heute meine 2 von gestern, er wird auch nicht gezogen! Aber die Dame die vorgestern so kurz vor knapp in die Vorstellung hineingestolpert, ist gewinnt heute. Und es stehen 6 – in Worten SECHS – Wanderer auf ihrem Antrag. Schließlich ist wieder genau EIN Permit übrig. Und wieder wird genau erklärt, dass falls eine Gruppe gewinnt sie unter sich ausmachen müssen, wer denn gehen darf. Und wieder bleibt meine 12 in der kleinen Lostrommel liegen. Auf dem Antrag der gewinnt stehen 2 Personen. Ich schöpfe kurz Hoffnung, aber dann entschließt sie sich, IHN gehen zu lassen. Die 10 Permits für morgen sind also wieder vergeben und ich gehe zum dritten Mal leer aus. Nun habe ich keine Lust mehr auf diesen ganzen Krams. Außerdem ist das Wetter schlecht und da macht auch die Wave eh keinen Spaß.

Draußen vor der Station treffe ich dann Allan wieder. Wir quatschen noch einmal über Monument Valley. Dann bringen wir seinen Truck zum Outpost nebenan. Wir packen ein paar Sachen in meinen Tahoe und starten eine kleine Umrundung der Wave. Wir wollen über die House-Rock-Road nach Süden fahren, dann auf den Highway 89 nach Osten. Bei Lee’s Ferry wollen wir mal genauer schauen was es dort gibt und dann bei Denny’s in Page was zum Mittag essen. Keine schlechte Idee, zumal es nur 2°C sind und es leicht zu regnen beginnt.

Eine gute Gelegenheit mal wieder den Tahoe ein wenig aufzuräumen, was sich da schon wieder an Müll hinter den Sitzen angesammelt hat…

Die Straße zum Wave-Trailhead ist wie gestern gut befahrbar. Kurz hinter dem Wave-Pakrplatz kommt uns der ein weißer ganz normal aussehender Geländewagen entgegen. Am Steuer sitzt Jerry, der Ranger der seine Glatze (fast) immer mit einem Käppi  bedeckt. Ich denke er checkt die lage und prüft die Permits in den geparkten Autos. Mich kennt er ja nun schon ganz gut und er winkt und freundlich zu. Hier ohne Permit zur Wave zu wandern ist also nicht wirklich angesagt.

Allan plant für morgen einen Ausflug zu den Coyote Buttes South. Da sein Auto keinen Allradantrieb hat, wird er sich vom Betreiber des Outpost-Areals für 150 Dollar dorthin bringen lassen. Er hat dann viele Stunden Zeit und kann in Ruhe fotografieren und muss sich keine Sorgen darüber machen wie er die Location findet und er wird auch nicht stecken bleiben oder allein einen Reifen wechseln müssen.

Auf halber Strecke machen wir kurz Pause und ich bekomme eine kleine “Einweisung” in die professionelle Bildgestaltung am Beispiel einiger kleiner Kakteen.

Ich benutze mal die Nikon P7000, sieht steht sehr tief auf einem Stativ und so kann man sehr schön und in aller Ruhe sein Bild komponieren. Hier ist mein Ergebnis:

Eine “Kaktuskomposition” mit der P7000.

Und noch ein Pedant mit der D300, mit 200mm Tele und offener Blende. Irgendwie gefallen mir die Bilder die mit dem größeren Chip gemacht werden, wegen der schönen Hintergrundunschärfe besser. Ich denke, hier sind die kleinen Chips ein wenig im Nachteil. Soll alles scharf sein, haben sie aber oft die Nase vorn!

Kurz vor Lee’s Ferry machen wir halt und nehmen uns mit den Kameras mal diese vielen witzigen Felsbrocken vor. Allan benutzt seit 2008 eine Nikon D3 und ist hochzufrieden. Er hat sich die damals brandneuen Objektive gekauft, also das 2.8/14-24 und das 2.8/24-80mm. Bereits 2008 ein wirklich teurer Spaß! In der D3 stecken zwei CF-Karten mit je 64 GB Speicherplatz, das reicht für ein paar Tage :-) Allan ist auch ein “RAW-Shooter” und nutzt für die “digitale Entwicklung” seiner Bilder die Software “DxO Optics Pro”.

Ein Blick unter einem gewaltigen Felsbrocken hin durch, der links von einem kleineren Brocken abgestützt wird.

Eine Ruine eines Hauses das um einen dieser Felsbrocken herum gebaut ist.

Das Innere dieses kleinen Hauses ist eine wirklich spannende Location. Ich mache einen kleinen Scherz “All we need now is a nude female model!” Allan grinst. Kurz drauf kommen zwei Typen und fragen was es hier zu sehen gibt. Allan sagt ihnen, dass wir ein “Nacktmodell” suchen und ob sie nicht Lust haben sich kurz zur Verfügung zu stellen. Die beiden grinsen ganz breit. Später weiß ich auch warum, es ist eine Frau dabei – sie wartet im Auto weil ihr zu kalt ist…

Einige dieser Felsbrocken lagern auf schmalen “Füßen” und sehen aus wie überdimensionale Pilze.

Hier ein paar “Lebenslinien” dieser “Füße”.

Dieses Bild erinnert mich an eine ganz ganz alte Dame die Ausschau nach dem Geld hält, das ihr soeben herunter gefallen ist.

Dieser Hund schein wirklich schlechte Laune zu haben!

“The Beasts are waiting!” – eine kleine Spielerei mit Photoshop – der Hintergrund stammt aus einem Bild das ich gestern bei den Coyote Buttes South gemacht habe.

Auf dem Weg zum Lee’s Ferry Trailhead sehen wir auf der linken Seite ganz weit weg einen Felsen der ausschaut wie ein grasender Büffel – “Hey look over there, a grazing buffalo!!!” – Also voll auf die Bremse, rechts ran und mit dem Tele durch den aufgeweichten braunen Matsch…

“The Grazing Buffalo”

Bei Lee’s Ferry bekomme ich ein paar interessante Vorträge zum Thema “Erdgeschichte” und ich finde ein paar wirklich interessante ausschauende Steine.

Gern würde ich ja mal unten am Colorado River entlang wandern, aber es regnet immer stärker, wir fahren also weiter. Beim Waterholes Canyon kurz vor Page machen wir mal Halt, Allan kennt das Areal noch nicht und ist von “The great Wall” ganz angetan. Witzig ist, dass er als Amerikaner von einem deutschen Greenhorn die Locations gezeigt bekommt. So kann das gehen und mir macht es Spaß.

In Page angekommen steuern wir direkt den Parkplatz von Denny’s an. Allan ordert einen gesunden Salat ich probiere mal den Steak Burrito. Sandra hat ich immer so gelobt, da will ich doch mal wissen was da dran ist. Und ich muss sagen, er ist wirklich gut!

Wir machen einen kleinen Abstecher nach Big Water. Kurz hinter dem Ort sind ein paar Canyons und Allan hat ein paar Ideen für einen guten “Sunrise Shot”. Er ist derzeit nicht “limitiert” denn er reist allein, ohne seine Frau. So muss er keine Rücksicht nehmen und kann zu den unmöglichsten Zeiten auf Fototour gehen. Wenn es notwendig erscheint schläft er auch mal in seinem Auto. Einen Schlafsack und alles was man so braucht hat er dabei. Welche Frau würde das mitmachen, wegen einiger Fotos? Was ich noch erwähnen sollte, Allan ist 70 Jahre alt!

Als wir an den Canyons angekommen sind finden wir so recht keine optimale Stelle an der man morgen auf einen guten “Schuss” warten könnte. Außerdem ist es so schlammig, dass der Tahoe ständig nur hin und her driftet. In den Radkästen kört man wie der Schlamm und die Steine gegen das Auto prasseln. Später fällt mir auf, dass ich ja den 4WD auch gar nicht eingeschaltet habe – Ich Dummerchen…

Beim Auto angekommen verabschieden wir uns, vielleicht sehen wir uns ja am Dienstag oder Mittwoch in Monument Valley – mal sehen! Unsere E-Mail-Adressen haben wir ausgetauscht und bei Denny’s haben wir uns via WLAN auf meinen Telefon einige seiner Fotos angeschaut.

Hier ist ein Link zu seinen Bildern: http://photo.net/photos/allanvas

Auf dem Rückweg höre ich dann wieder meine “unmögliche Musik” und denke darüber nach, wie es die nächsten Tage weitergehen soll. Hier im Regen in Kanab oder Page ist es nicht wirklich doll, vielleicht habe ich ja in Monument Valley bessere Karten? Auch könnte ich von dort aus südlich um den Grand Canyon herum fahren und vielleicht endlich mal an einer seiner “Kanten” stehen, das wäre doch mal was!

Während ich so vor mich hindöse steht plötzlich ein Reh auf der Straße – direkt vor mir. Wir schauen und tief und die Augen und sind beide in gleichem Maße überrascht. Das ABS im Tahoe funktioniert tadellos und das Reh hilft auch mit, indem es einen Sprung zur Seite tut. Noch einmal gut gegangen…

Mit leicht erhöhtem Puls nehme ich eine ganze Horde mausgrauer Rehe wahr. 50 Meter weiter geht rechts ein kleiner Feldweg ab, da biege ich ein und kann sie alle anschauen. Sie stehen direkt neben der Straße und wollen diese jetzt passieren, gleich die ganze Horde auf einmal. Da kommt dann auch schon das große Wohnmobil das ich kurz vorher überholt habe angerauscht. An diesem Wohnmobil hängt hinten ein erwachsener Geländewagen dran! Reifen quietschen und die Rehe hüpfen aufgeregt durcheinander. Mir stockt vor Schreck der Atem, aber instinktiv reiße ich dann doch die D300 hoch und drücke ein paar Mal auf den Auslöser. Voll durch die Windschutzscheibe, ich weiß ja, das wird eh nichts, aber egal…

Später im Motel habe ich dann doch ein paar Bilder von kleinen Rehen die wie wild auf der Straße herum springen. Man sollte die Warnschilder hier ernst nehmen!

Nach dem der Schreck verdaut ist, warte ich noch eine Weile, aber die Rehe sind alle weg und ich denke sie kommen auch so schnell nicht zurück. Es wird auch langsam dunkel. Ich fahre also weiter. Vor mir braut sich eine Suppe zusammen, das ist echt nicht mehr feierlich. So etwas gibt es echt nur hier im Südwesten! Gern würde ich ja mal kurz anhalten und ein paar Fotos machen, aber zwischen der krassen Suppe und mir stehen immer wieder Strommasten und die sehen doch irgendwie meistens ziemlich doof aus. Auf dem GPS kann ich sehen, dass kurz drauf nach links eine kleine Straße abzweigt. Das ist doch die Gelegenheit unter den Stromleitungen hindurch zu fahren!

Gesagt getan, die Straße entpuppt sich aber dann als massiv aufgeweichter Lehmstreifen, anders kann man es nicht nennen. Dann ist aber auf der rechten Seite ein kleiner Canyon zu sehen, cool! Ich halte an und stehe prompt fast bis zu den Knöcheln in der Matsche. Egal, für ein gutes Foto nimmt man allerhand in Kauf und auch ich bin ja derzeit nicht “limitiert”. Als ich dann am Rand dieses kleinen Canyons stehe kriege ich echt die Krise. Da hat jemand tatsächlich eine alte Badewanne entsorgt. Es liegt noch mehr Schutt herum und eine ganze Menge alter Müllsäcke. Um mich herum sind Spuren von Ketten. Es sieht aus als hätte hier jemand einen Bagger und würde hier einfach all seinen Krams vergraben. Auch das ist Amerika!

Ich versuche die Kamera so aufzustellen, dass man den vielen Müll nicht sieht. Das ist gar nicht so einfach, zudem ist es saukalt und mir läuft jetzt auch noch der Schlamm in die Schuhe hinein. Nach einigen Belichtungsreihen und Objektiv-Wechseln geht es wieder zum Auto, wenn man das noch “gehen” nennen kann. Es schmatzt und glitscht, das ist echt eklig. Im Auto kriege ich dann die Krise als ich die Fußmatten sehe. Was für eine Sauerei. Aber das trocknet ja alles wieder und dann ist es wieder Sand und Staub den man weg saugen kann – hoffentlich!

Ich fahre diese Straße noch ein wenig weiter, denn dort geht es ein wenig bergauf und dann sehen die Bilder einfach schöner aus – finde ich jedenfalls. Die schmierige braune “Straße” ist dann vor einem Gatter und einem Schild “Keep Out” auch gleich schon zu Ende. Ein paar Fotos noch und dann geht es endgültig zurück zum Best Western in Kanab.

Heute ist Samstag der 27. März. Ich habe also noch eine Woche und die sollte ich so gut wie möglich nutzen. Das Zimmer ist bis morgen bezahlt und ich denke ich werde hier nicht erneut verlängern. Die Wäsche ist fast vollständig gewaschen. Ich komme mit ein wenig Glück mit einem Koffer voll sauberer Wäsche zurück nach Deutschland. Wer von Euch hat das je geschafft? :-)

Hier ist der Track des Tages als KML-Datei abgelegt.

Hier die Übersicht.

Der Abstecher nach Lee’s Ferry.

Der Abstecher auf der schlammigen Straße kurz vor Kanab:

Ok, das war es dann mal wieder. Die Internet-Anbindung hier im Motel ist grauenhaft! Mittags geht es noch, aber später am Abend bricht die Verbindung immer wieder zusammen. Man muss unendliche Minuten warten, dann geht es für kurze Zeit wieder weiter. Das Schreiben, das Einbinden der Bilder und das Veröffentlichen haben mich jetzt sagenhafte VIER STUNDEN gekostet. Vielleicht ist das ja mal einen aufmunternden Kommentar wert :-)


Coyote Buttes South – Reloaded

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Es ist wieder kalt, es ist wieder morgen aber es gibt keinen Schnee. Als ich mit Dusche & Co. fertig bin und das Auto gepackt ist haben wir 6h30 – Arizona Time – also 7h30 Utah Time. Es geht los, die Temperaturen liegen knapp über dem Gefrierpunkt, es ist wirklich kalt hier. Aber heute liegt kein Schnee und ich bin wirklich flink. Bei der Ranger Station angekommen, ist das Tor schon geöffnet. Es stehen auch schon zwei Autos davor, ich bin Nr. 3. Wenn das so bleibt, würde ich einen Permit bekommen, aber mal abwarten.

Und es kommt wie es immer kommt, ein Auto nach dem anderen trudelt ein. Letztlich sind es wieder 46 Personen die einen Permit haben möchten. Mein Formular von gestern wird wieder hervor geholt und es bekommt jetzt die Nummer 2. Vielleicht nicht so verkehrt, die Nummer 2 hat gestern einen Permit gewonnen!

Nach etwa 30 Minuten steigt wie jeden Morgen die Spannung. Die erste Nummer ist nicht die 2 sondern die 5. Ahhhhhhh, warum habe ich nur eine neue Nummer bekommen, warum nur… Es geht weiter, meine 2 ist nicht dabei. Dann wird eine Nummer gezogen, zu der sich 5 Personen angemeldet haben. Sie jubeln vor Freude. Jetzt gibt es noch 3 Permits für den morgigen Tag. Ich balle die Fäuste in den Hosentaschen, das muss doch klappen!! Aber wieder nichts, die 2 ist eine Lusche – jedenfalls heute… Es gibt jetzt noch EINEN Permit – die Rangerin erklärt, dass wenn ein Antrag gewinnt auf dem mehr als zwei Personen stehen, diese unter sich aushandeln müssen, wer gehen darf!

Und wieder kurbelt der Jerry – so heißt der nette Ranger – an der kleinen Lostrommel. Es ist wieder nicht die 2 – ahhh…

Aber es ist ein Antrag mit zwei Personen! Sie werden gefragt ob sie sich einigen können. Es gibt eine kurze Diskussion bei einem älteren Ehepaar. Dann sind sie wirklich großzügig und geben den gewonnenen Permit zurück, sie wollen zusammen oder gar nicht zu Wave – sehr nobel!

Jerry dreht die Trommel, ich balle die Fäuse und habe den Eindruck, als würden über 30 Leute gleichzeitig den Atmen anhalten!

Wieder nicht die 2 – ahhhhhh

Wieder ein Antrag mit 2 Personen, wieder eine Diskussion, wieder eine Rückgabe.

Jerry dreht die Trommel, ich balle die Fäuste, mehr als 30 Leute sind schon fast erstickt vor Spannung.

Wieder nicht die 2 – ahhhhhhhhhhhhhhh – es hat die 14 gewonnen – EINE Person – jemand jubelt, ich bin gefrustet…

Ich frage nur kurz ob es am Samstag und Sonntag auch eine Lotterie gibt. “We are always open!” – ok, ich kann also morgen einen dritten Anlauf wagen! Leicht gefrustet verlasse ich die Ranger Station und starten den V8 in meinem Thaoe. Mein Abenteuer beginnt, kann ich diese riesige Kiste über Felsen und tiefen Sand zu den Coyote Buttes South lenken? Werde ich mich im tiefen Sand festfahren? Wird es ein langes teures kaltes sandiges Drama geben?

Es geht los. Meine Multimedia-Zentrale ist mein HTC Telefon. Es zeichnet Tracks auf, es spielt Musik, es navigiert, es zeigt E-Mails an, es ist cool! Und jetzt gibt es laute Gitarrenlehrer-Musik… Es geht nach Westen (Links), nicht wirklicht weit, da ist dann schon die House-Rock-Road. Diese Dirt-Road ist heute wirklich gut zu befahren, keine Ahnung warum die alle so einen Stress haben! Sogar der Buckskin-Wash ist komplett trocken, trotz Schnee und Regen in den letzten Tagen. Es geht mit fast 50 mph in Richtung Süden (unten).

Am Wave-Parkplatz bin ich sehr dankbar, dass es dort ein neues Toilettenhäuschen gibt! Es geht weiter, die Straße ist super!! Kurz nach dem Wave-Trailhead halte ich an und mache mit der guten alten Nikon D2x ein Bild dieser famosen Landschaft.

Einige Meilen weiter ist rechts ein Corral. Eine Verladestation für Rinder. Kaum zu übersehen, aber ich rausche trotzdem fast daran vorbei, eine sehr sehr staubige Vollbremsung rettet die Situation! Nun wird die Straße sofort deutlich schlechter, es ist felsig und es gibt viel tiefen Sand. Aber der Tahoe steckt das alles weg als wäre es nichts, bravo! Dieses riesige Auto begeistert mich, die Automatik greift so sanft ein, da dreht auch im tiefen Sand kein Rad durch, da gräbt sich nichts ein, da geht es einfach vorwärts. Die Werbeleute von Chevrolet haben nicht übertrieben, mit dem Tahoe kommt man wirklich fast überall durch. Super das Ding!

Mit der kleinen P7000 filme ich fast die gesamte Strecke bis zum Trailhead. Wer soll sich das bloß jemals alles anschauen :-) Ach egal, ich habe die Aufnahmen erst einmal und später kann ich immer noch etwas daraus zusammen zaubern.

Am Trailhead angekommen ist schon ein anderes Auto dort! Ich packe ich meine Sachen, alles was überflüssig ist bleibt im Auto. Es geht los, auf zur Chess-Queen. Die finde ich sofort, ich war ja schon mal bei ihr zu Besuch :-) Auch die vielen kleinen Tiere und Gruselmonster drum herum kenne ich schon. Trotzdem klappert der Spiegel der D300 unaufhörlich. Es geht weiter zur nächsten Formation. Ich knipse und knipse und habe plötzlich einen Wanderer in einer blauen Jacke auf einem Foto.

“Are you the guy with the other car at the trailhead?” “Hi” “Hi” “Were are you from?” “I’m from germany” sagt er. Super, dann können wir unsere Muttersprache nutzen. Es ist Karlheinz aus Bayern. Er hat sich nach der verlassenen Ranch nicht weiter getraut und seinen kleinen SUV dort stehen lassen. Es ist eine echt weite Strecke durch tiefen Sand zu Fuß gelaufen! Wir reden kurz, ich empfehle ihm die Chess Queen, wir verabreden uns für 14h am Parkplatz.

Ein Sturm zieht auf, es gibt Regen, Schnee, Sonne, Wind, alles gleichzeitig im Wechsel und dann wieder nach Sonnenschein. Ich kann das Wave-Areal sehen. Die armen Wanderer die gestern einen Permit gewonnen haben kriegen dort heute richtig nasse Füße!! Hier im Süden scheint mehr die Sonne, als dass es regnet. Fast wie im richtigen Leben :-)

Um 13h50 bin ich am Auto. Es ist inzwischen kalt. Ich habe 60 Dias gemacht und zwei Speicherkarten zu 16GB und 8GB gefüllt. Das sollte ausreichen für heute. Und ich habe HUNGER! Karlheinz ist noch nicht da. Ich packe in Ruhe meine Sachen und setze mich schon einmal ins Auto. Drinnen ist es wirklich warm, die Sonne hat sogar meine beiden Dr. Pepper aufgewärmt. Die schmecken nun ganz grauenhaft…

Ich drücke ein paar mal auf die Hupe. 5 Minuten kommt Karlheinz aus dem Unterholz hervor. Ich räume kurz den Beifahrersitz frei, es gibt ein kaltes klares Wasser und los geht es! Karlheinz ist mit SUV und Zelt unterwegs. Die Nacht will er beim White Pocket verbringen. “Das wird aber echt kalt!” Er weiß es, er hat schon etliche Nächte hier verbracht und sich bestimmt ganz ordentlich einen abgefroren.”

Wir tauschen E-Mail-Adressen und es geht wieder weiter. Ich filme ein wenig mit der Nikon P7000. An einer felsigen Ecke halte ich mal an, laufe mit Stativ und P7000 etwa 100 Meter voraus und stelle sie neben der “Straße” auf. So kann ich mich mal selbst beim Off-Road-Driving filmen.

Als ich auf Höhe der Kamera bin, sammle ich sie ein und will sie irgendwie samt Stativ auf der Fahrerseite ins Auto stellen. Plötzlich hupt da etwas. Habe ich das echt richtig gehört, eine HUPE hier mitten im Nichts??? Ja, es ist richtig, direkt vor mit stehen drei große SUVs mit eine ganzen Horde fotosüchtiger Touristen. Die extrem coolen Tourguides tragen extrem coole Sonnenbrillen! Wie lange sie mich wohl schon beobachten? Ich fahre zur Seite und lasse sie passieren. Danach geht es zurück nach Kanab, alles ohne große Probleme. Der Tahoe ist genau das richtige Auto für diese Strecken!

Im Hotel in Kanab angekommen wechsle ich ein paar Dollar und befülle dann zwei Waschmaschinen mit weißer und bunter Wäsche. Eine Maschine kostet hier 1$, 30 Minuten Trockner ebenfalls jeweils 1$. Für 75 Cent gibt es Waschpulver am Automaten. Alles wird mit 25 Cent Stücken bezahlt und ist wirklich einfach.

Wo wir gerade beim Thema sind – ich schaue jetzt mal nach der Wäsche…

- PAUSE -

So, die beiden Waschmaschinen waren fertig, nun laufen die Trockner um die Wette. Mal schauen welcher gewinnt :-)

Jetzt sichte ich mal die Fotos und packe ein paar Bilder hier zum BLOG dazu.

Upate um 20:15 (Arizona Time)

Die Wäsche ist fertig und danach gab es gerade bei McDonalds etwas zwischen die Zähne. Die gesamte alberne Dorfjugend von Kanab kenne ich jetzt auch. Warum sind Jugendliche eigentlich immer so aufgedreht und laut?

Na egal, ich versuche jetzt mal die Bilder in den BLOG zu hängen. Das ist hier massiv schwierig, weil die Internet-Anbindung immer wieder für lange etliche Minuten ausfällt. “Pingt” man hier http://www.google.de an bekommt man solche Ergebnisse:

64 bytes from 74.125.227.18: icmp_seq=2846 ttl=49 time=96.753 ms
64 bytes from 74.125.227.18: icmp_seq=2847 ttl=49 time=176.560 ms
64 bytes from 74.125.227.18: icmp_seq=2847 ttl=49 time=177.204 ms (DUP!)
64 bytes from 74.125.227.18: icmp_seq=2848 ttl=49 time=70.952 ms
64 bytes from 74.125.227.18: icmp_seq=2849 ttl=49 time=68.949 ms
64 bytes from 74.125.227.18: icmp_seq=2850 ttl=49 time=85.300 ms
64 bytes from 74.125.227.18: icmp_seq=2851 ttl=49 time=88.319 ms
Request timeout for icmp_seq 2852
Request timeout for icmp_seq 2853
Request timeout for icmp_seq 2854
Request timeout for icmp_seq 2855

Das ist massiv frustrierend. Da hat mein einen langen Artikel geschrieben und kann ihn nicht veröffentlichen. Man kann keine Videos uploaden, keine Bilder integrieren, alles geht nur im Schneckentempo, wenn überhaupt…


Kanab Canyon

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Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang habe ich mich endlich von meinem “Mittagsschläfchen” erholt, als sich der Hunger meldet. Ich habe Appetit auf einen richtig schlabbrigen Burger, so wie daheim bei McDonalds. Rettung ist in Sicht, ein der “Mäc” ist nur ein paar hundert Meter entfernt. Die fahre ich natürlich mit dem Auto – “It’s cold outside”

Das Big Mac Menü in normaler Grüße kostet etwa 10$ und schmeckt wie daheim, nur dass es hier Dr. Pepper gibt :-)

Gleich nebenan ist eine Tankstelle. Zwar hat der Tahoe noch Sprit für etwa 300 Kilometer, aber besser ist besser. Hier in Utah kann ich auch wieder problemlos mit meiner deutschen Kreditkarte tanken. Einfach “Pay Outside” wählen, Karten rein und wieder raus – “Remove Nozzle and begin fueling” – ist ganz einfach – ach ja – die Sorte muss man noch wählen. Der Tahoe läuft auch mit Bananensaft – 85 Oktan sind für ihn ok – fast ein Diesel…

Als die Zapfpistole “Klack” macht, ist der Tahoe voll, wirklich richtig randvoll, so voll, dass schon mal wieder Sprit heraustropft. Es ist nicht viel, aber immerhin. Ich fahre schnell los um ein wenig Sprit zu verbrauchen, damit noch noch mehr rausläuft. Wer weiß wie warm oder kalt der Sprit ist, ist er kalt, dehnt er sich im Tank aus und dann läuft noch mehr über. Um einen halben Liter zu verbrauchen muss man mit dem Tahoe nicht weit fahren. Doch mich verschlägt es zur Moqui Cave. Sie ist natürlich geschlossen, es ist ja auch schon fast dunkel. Aber nett ist es hier trotzdem, ich war lange nicht mehr hier und hatte fast vergessen, dass es hier auch abseits der große Attraktionen wie “The Wave & Co” viel schöne Landschaft zu entdecken gibt.

Ein paar Fotos sind mit der kleinen P7000 schnell gemacht. Ich habe mich schon fast daran gewöhnt, dass ich die kleinen Plastikkappen vor dem Objektiv mit den Fingerspritzen aufschieben muss…

Nach der kleinen Fotosession schaue ich mich noch ein wenig im Kanab Canyon um. Hier gibt es eine nette Ranch in der man sich einmieten kann. Die haben hier viele Tiere und ich denke man könnte hier auch einen schönen Urlaub mit vielen Tagen im Sattel buchen. Nach etwa 2 Kilometern beginnt ein Dirt-Road. Aber sie ist gut in Schuss und ich schaue mal was ich im letzten Licht der blauen Stunde noch so finde.

Und tatsächlich, da ist noch was :-)

Morgen geht es dann wieder ganz früh los zur Ranger-Station. Mein zweiter Versuch bei der “großen Lotterie”. Egal was ist, danach werde ich mal versuchen zu den Coyote Buttes South zu kommen. Einen Permit habe ich ja schon heute gekauft. Dann muss ich ggf. morgen nicht so lange warten und kann gleich los.

So sehen die Permits hier aus – sie haben DREI Teile! Der untere Abschnitt verbleibt in der Ranger-Station. So wissen sie genau wer mit einem Permit unterwegs ist. Einer der beiden anderen Abschnitte kommt auf das Armaturenbrett und der dritte an den Rucksack. So kann man von weit weg mit einem Fernglas sehen, ob der Wanderer einen Permit hat oder nicht. Die Ranger sind hier ganz pfiffig und ich denke sie wissen warum sie den ganzen Aufwand betreiben.


No Wave today

Es ist wieder kurz vor 6h als ich wach werde, ganz knapp vor dem Wecker. Die Nacht war wieder ziemlich kalt und ich bin völlig durchgefroren. Man hat hier fast überall die Wahl zwischen “Pest und Cholera” – also ratternde Heizung oder Eiszapfen an der Nasenspitze. Erst die heiße Dusche hilft wieder aufzutauen. Danach wird schnell alles zusammen gepackt und in Windeseile der Chip der D2x geputzt. Gestern im Antelope Canyon war ich so mutig und habe das Tokina 4/12-24mm gegen das Nikon 2.8/10,5mm getauscht – ZWEIMAL – dabei sind natürlich SOFORT ein paar Staubkörner auf den Chip gekommen! Der Verschluss hat scheinbar nichts abbekommen! Ist auch besser so, sie ist ja erst seit in paar Wochen aus der Reparatur zurück. Den Sturz im Arches National hat sie somit überlebt. Die Arztrechnung beläuft sich allerdings auf mehr knapp 800 Euro! Dafür hat sie jetzt ein komplett neues Unterteil und das hat gestern die ersten Schrammen abbekommen. Ich bin mal gespannt was die Foto-Versicherung erstatten wird. Wenn ich wieder daheim bin muss ich unbedingt endlich die Rechnung einreichen. Ich glaube meine Selbstbeteiligung beträgt 250 Euro, aber das werde ich dann berichten. Ist ein oft vernachlässigtes Thema.

Ok, weiter geht es… Als ich die Türe öffne um das Auto zu beladen ist alles voller Schneematsch, was ist das denn? Später zeigt das Thermometer dann 2°C, es ist dabei wirklich windig. Wegen dieses ganzen Zeitzonen-Durcheinanders bin ich heute wieder wirklich früh dran. Aber der Wahnsinn hat auch Methode, denn ich hatte schon so etwas befürchtet. Und es bestätigt sich auch, denn die Straße zur Ranger Station ist nur sehr langsam zu befahren. Der Schnee liegt teilweise wirklich hoch und die Temperaturen liegen unter 0°C. Als ich bei der Ranger-Bude ankomme geht wieder die Sonne auf, Gleichberechtigung für alle! Ich stehe mit meinem fetten weißen Auto vor der Schranke und genieße die ersten Sonnenstrahlen die das Gesicht erwärmen.

Nach einer Weile gesellen sich weitere Autos dazu. Sie stellen sich alle brav hinten an, ob es Engländer sind? Egal, als der Ranger um 8h15 (Utah Time, Mountain Time) die Schranke öffnet kann ich die paar Meter hoch zur Station fahren. Ich stelle mich auf den Parkplatz ganz links, sie gibt es keinen Schatten durch ein Wohnmobil und ich kann die Sonne weiter genießen.

Nach und nach kommen immer mehr Autos. Die ersten ungeduldigen Analphabeten steigen fröstelnd aus ihren Autos und rütteln prüfend an der Türe. Dass dort “Closed” zu lesen ist verstehen sie scheinbar nicht. Dann endlich geht es los. Alle stürmen in dieses kleine Häuschen als gäbe es etwas umsonst. Dabei kosten die Permits irgendwas zwischen 5$ bis 10$ – je nachdem was man will. Ich fülle meinen Anmeldebogen aus. Dort soll man auch die Nummer des Autos eintragen, ich bin artig und mache auch das. Als ich meinen Bogen abgebe schreibt die nette Rangerlady eine 5 darauf – auch bin Nummer 5 – Nummer 5 lebt…

Nach weiten 30 Minuten sind wir praktisch startklar. Es wurden 45 Anmeldebögen abgegeben. Vor einigen Tagen lagen sogar 75 Anträge vor! Während einer der beiden Ranger das Prozedere erklärt macht der zweite sich bereit um das Schildchen an die Türe zu kleben. “The Lottery is over”

Da stolpert mit einem großen Rumms eine Dame herein, sie ist völlig aus der Puste. “Am I tooooooo late?” eigentlich ja, aber sie machen mal eine Ausnahme. Sie muss nur ihren Namen auf einen Zettel schreiben – die heißen hier Application – und schon darf sie an der Verlosung teilnehmen.

Ich bin die Nummer 5 – erinnert mich an Imbissdeutsch – Ich bin die Curry-Wurst er ist das Schaschlik und Bier sind wir beide – egal – es geht los…

Die erste Zahl ist die 8, dann die 12, dann die 6, dann die 11 und dann die 8 – wenn ich mich richtig erinnere. Der Ranger zählt nach jeder Kugel die Anzahl der von verfügbaren Permits ab – insgesamt sind es 10 pro Tag. Bevor die letzte Kugel gezogen wird ist noch genau EIN Permit zu haben. Stehen auf dem Antrag der ausgelost wird mehr als EINE Person, so muss die zugehörige Gruppe entscheiden wer das sein darf! Eine ganz glasklare Anweisung! Dann wird die letzte Kugel ausgelost und es sind ZWEI Deutsche die auf der zugehörigen Anmeldung stehen. Wer von beiden darf gehen? Der Ranger fragt sie ob sie das wirklich wollen? Ich habe für einen kurzen Augenblick die Hoffnung, dass sie diesen Permit zurück geben und noch eine Kugel ausgelost wird, die NUMMER 5 – aber der ältere der beiden Deutschen sagt nur “Komm, ist doch besser als nichts!”

Dann ist es aus, ich habe verloren – nix Bingo, nix Wave – aber ich war ja auch schon zweimal dort!

Ich warte ganz brav bis alle die gewonnen haben ihre Permits haben und erklärt bekommen haben wie sie die Wave finden. Die beiden Deutschen brechen noch eine ziemliche Diskussion vom Zaum ob sie noch doch noch irgendwie einen zweiten Permit bekommen können. Oder den einen für übermorgen aufheben. Der Ranger sagt nur so etwas wie “That’s the rule”, das sind also die Regeln an die wir uns alle halten müssen und sollten. Anders geht es eben leider oder vielleicht auch Gott sei Dank nicht. Zwei Frauen die einen Permit bekommen haben, haben nur einen “normalen” PKW gemietet. Es gibt viele Fragen und große Verunsicherung ob sie mit diesem Auto zum Trailhead kommen. Letztlich drückt der Ranger ihnen ein Formular in die Hand. Ob es eine Antrag für einen Abschleppwagen ist, ich weiß es nicht…

Als alle fertig sind kaufe ich mir einen Permit für das südliche (unten) Areal, die Coyote Buttes South. Das ist ja auch ganz schön. Ich halbe nur wirkliche Sorge, dass ich mit dem schweren großen Chevrolet Tahoe da nicht hin komme, es gibt weite Strecken mit tiefem Sand. Wenn man der Chevrolet Werbung glauben darf, dann kommt man mit dem Tahoe überall hin! Ich werde es ausprobieren!

Während der Verlosung kommen immer wieder kurze Meldungen aus dem Funkgerät. Einmal kann ich aus dem Gekrächze “I’m on House Rock – it’s very slippery today” heraushören. Die Anwesenden zucken regelrecht zusammen. Der Ranger dreht den Lautsprecher leiser, zuckt mit den Schultern und sagt nur “It’s melting”. Er meint damit, dass der Schnee des Morgens schmilzt und die “Straßen” aufweicht. Die Ranger sind allgemein gut organisiert, sie haben Funkgeräte und sie überwachen recht gut wer zur Wave geht und wer nicht. Die Kennzeichen und Marken der Autos sind in der Station hinterlegt, die “Außenposten” checken die Parkplätze und stimmen sich per Funk mit den Kollegen ab. Hier zu schummeln ist gar nicht so einfach, jedenfalls nicht mit gutem Gewissen! Auch mein Auto kennen sie jetzt sehr gut!

Ich starte den V8 und es geht wieder los, was mache ich heute? Wieder Page? Alstrom Point? Der Weg zum Altstrom Point enthält weite Passagen die wahrscheinlich total voller Schlamm sind, ich denke das klappt erst wenn alles wieder trocken ist. Es geht also zurück nach Kanab, ich habe Hunger!

Während ich mit 65 mph dahin zuckle muss ich an den Prospekt aus dem Motel denken. Da stand etwas mit 107 Dingen die man hier tun könnte. Dazu zählt auch “Ein Fotos des Eagle Gate Arch im Johnson Canyon” machen. Nur, wo ist dieser Canyon? Hätte ich den Ranger fragen sollen? Während ich grüble rauscht an mir ein Wegweiser vorbei “Johnson Canyon ->” – hart auf die Bremse, wenden und schon bin ich im Spiel. Die Straße durch den Canyon ist gut asphaltiert und um mich herum liegt überall noch frischer Schnee, das Thermometer zeigt 2°C. Die Sonne scheint immer wieder zwischen den großen schweren Wolken hindurch. Ich fahre ganz langsam weiter und warte auf einen Wegweiser zum “Eagle Gate Arch”. Normalerweise ist hier ja jede zwei Mülltonne als “Historic Site” ausgeschildert. Aber diesmal finde ich KEINEN Wegweiser. Aber ich finde das kleine Movie-Set an dem vor vielen Jahren Teile der Fernsehserie Gunsmoke gedreht wurden. In Deutschland hieß sie “Rauchende Colts” und ich habe sie als Kind geliebt!

Davor stehen ein paar Kühe die mich und meinen kleinen Fotoapparat anschauen als wäre ich ein Alien. Dabei tun sie so, als würden sie Werbung für Kaugummi machen. Keine Milka-Kühne, hier gibt es Wrigleys-Kühe!

Die Gebäude sind inzwischen leider ziemlich verfallen. Auch ist alles eingezäunt und Privatbesitz, eine intensivere kleine Fototour zu machen ist also nicht ohne weiteres möglich. Man kann nur mit dem Teleobjektiv von der Straße aus ein paar Fotos machen.

Schließlich erreiche ich das “Ausbauende” dieser schönen Panoramastraße. Es gehen zwei Dirtroads ab, dir rechte von beiden geht hoch zum Bryce-Canyon. Aber da selbst die doch recht gut ausgebaute Cottonwood Road gesperrt ist, werden auch diese Straßen gesperrt sein! Immerhin liegt der Bryce auch sehr hoch, bei über 3000 Metern.

Ich schau trotzdem mal wie sich diese Straßen mit dem dicken Tahoe befahren lassen. Es geht, aber sie sind “very slippery”, genau so hatte der Ranger es über Funk gesagt. Und das macht keinen Spaß. Ich kehre um und fahre zurück nach Kanab.

Im Motel angekommen kann ich die Türe wieder nicht öffnen! Ich besorge mir an der Rezeption zwei neue Karten und verlängere meinen Aufenthalt bis Sonntag. Danach habe ich dann noch eine ganze Woche. Ich könnte noch einmal in Richtung Monument Valley fahren, oder in Springdale beim Zion Canyon ein paar Tage verbringen? Mal sehen!

Die Tagestemperaturen sind nur leicht angestiegen, es sind um kurz vor 12h nur etwa 5°C in Kanab. Hui, it’s wintertime…

Während ich die paar Fotos sichte die ich mit der kleinen Nikon P7000 gemacht habe werde ich ziemlich müde. Morgens habe ich eine Zyrtec genommen, weil mich wieder irgendeine Allergie plagt. Diese Zyrtec ist aber anders als die anderen! Ich habe sie gestern im Walmart in Page gekauft. Es gab 60 Tabletten für etwa 30$, also viel preiswerter als in Deutschland. Und sie sind in einer kleinen praktischen Plastikflasche. Ich verstehe gut, warum es hier Leute gibt, die gelegentlich ein paar Tabletten zuviel “einwerfen” es ist ja auch ganz einfach… Mich hat diese Pille jedenfalls total aus den Schuhen, sie sind anders als bei uns in Deutschland! Während ich mit am helllichten Tag für ein paar Stunden ins Bett lege denke ich darüber nach, dass diese Pillen kein schlechtes Schlafmittel für den Rückflug sind! Das Gute dabei, sie haben keine anderen Nebenwirkungen.

So gegen 5h am Abend rüttelt jemand an meiner Tür. Ich denke es ist ein Hotelangestellter der das Licht und die Heizung für mich einschalten will. Gestern war alles eingeschaltet als ich abends “heimkam”. Aber ich habe den “Riegel vorgeschoben” und so werde ich einfach nur langsam wach. Und das dauert wirklich lange. Bis ich richtig wach bin, muss ich einen langen Artikel für meinen BLOG schreiben…

Hier eine kleine Diashow mit den Bildern des Tages…

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The Wave 2011

Nachdem mein BLOG geschrieben ist packt mich der Hunger. Es ist 20:04 – Nevada Time! In den letzten Tagen hatten wir wieder ein Zeitzonen-Durcheinander. Mich packt der Hunger, aber haben nicht schon alle Restaurants hier in Kanab um 20h geschlossen? Egal, ich versuche es einfach mal. Also rein ins Auto und los. Die meisten Läden und Restaurants sind wirklich schon geschlossen. Aber das “Trail End Restaurant” scheint noch geöffnet zu sein. An der Türe steht 8am – 9:30pm – also von morgens um 8h bis abends um 21:30h. Ich gehe mal hinein, ich habe ja im Zweifel noch ein paar Minuten. Ich frage mal nach der aktuellen Zeit, es scheint ok zu sein, ich habe kurz nach 8h und im Restaurant ist es auch kurz nach 8h.

Kurz vorher hatte ich noch kurz via Internet nachgeschaut, da sah es aus, also wäre Kanab eine Stunde weiter. Muss man das eigentlich alles verstehen? Ich habe da jedenfalls so meine Probleme und wie spät es jetzt hier wirklich ist, ich weiß es nicht genau!

Jedenfalls gibt es einen Burger mit Fritten und ein Corona – obwohl wir hier in Utah sind! Der Spaß kostet 11,95 Dollar – inkl. Steuern. Noch zwei Dollar Trinkgeld und wir sind bei 14$ = 10 Euro. Nach dem Burger fahre ich mal kurz zum BLM-Gebäude, es ist gleich um die Ecke. Vor dem Gebäude ist es dunkel, aber ich habe ja meine Taschenlampe dabei. Ich finde einen Zettel von Heute auf dem steht, dass fast alle Straßen unpassierbar sind, unter anderen die Cottonwood-Road! Das wäre der schönste Weg hoch zum Bryce-Canyon. Aber die House-Rock-Valley-Road zum Wave-Trailhead scheint befahrbar zu sein. Heute hat man wohl damit begonnen diese schwer beschädigte Straße wieder herzurichten, für den Touristenansturm in den Osterferien…

Im Internet findet sich dieser Text:

WARNING: There were multiple 50-100 year floods between April and November of 2010 through Buckskin Gulch, Wire Pass and Paria Canyon that have removed high water campsites, added obstructions (trees, stumps, or boulders) and changed the river bed. It is highly suggested your party brings rope in case you come across an obstruction that has not been mapped. Do not depend on high water campsites downstream from your location if anyone in your party is tired as the campsite may no longer exist; for example, the big campsite at the confluence of Wire Pass and Buckskin Gulch is gone as is the one across from the confluence. The only safe site remaining is the one further downstream from the confluence just before it narrows up again.

Road Conditions: BLM Road 1065-House Rock Valley from Highway 89 to Stateline Campground is not maintained. High clearance 4-wheel drive or AWD vehicles are suggested to navigate rough, rocky and sandy roads. Impassable when wet.

Invasive species removal work is scheduled from March 21 to April 10, 2011. Crews will continue removing tamarisk and Russian olive from downstream from Big Spring to Wrather Canyon

Der kleine Satz “Impassable when wet” gibt mir doch sehr zu denken. Auf dem Hinweg habe ich schwere Regenwolken über diesem Gebiet gesehen!

Dann finde ich noch einen kleinen bunten Zettel, die Wave-Permitts gibt es inzwischen nicht mehr hier in Kanab sondern nun schon wieder bei der kleinen Ranger-Bude in Richtung Page. Was für ein Durcheinander. Im Web versuche ich später mal herauszufinden wann genau umgezogen wird. Es scheint der 18. März zu sein. Heute ist der 22. März – jedenfalls hier in Utah – in Deutschland ist es schon der 23. März. Übrigens haben Nord- und Süddeutschland die gleiche Zeitzone. Im Osten mögen die Uhren langsamer gehen, doch auch hier zeigen sie die gleiche Zeit an wie in Aachen! Leute, das ist echter Luxus und kein Deutscher weiss ihn wirklich zu schätzen…

Die Ranger-Bude ist ab 7h30 geöffnet. Wenn ich mich recht erinnere beginnt die Lotterie um 8h, auch wenn ich eben auf einer Webseite gelesen habe, dass sie um 9h beginnt. Vielleicht hat sich da auch jemand mit den Zeitzonen vertan. Egal, ich werde morgen einfach mal wirklich früh aufstehen und im Zweifel eine wenig warten. An der Rangerbude gibt es ein WLAN, da kann ich ggf. gleich berichten ob es geklappt hat oder nicht.


Noch 18 Tage

Es ist Mittwoch der 2. Februar – der Wecker klingelt das erste Mal um 7h – ich bin hundemüde. Als ich den Wecker abstelle fällt mein Blick auf den Stapel USA-Reiseführer – ich bin sofort hellwach :-)

Ein Nikon-Mitarbeiter beim Test eines Prototyps der neuen D4

Am Abend zuvor habe ich in den Bildern des letzten USA-Trips gewühlt und habe ein paar unentdeckte ‘Perlen’ gefunden. Die Vorfreude steigt, auch wenn eigentlich noch nichts vorbereitet ist, aber es sind ja auch noch ein paar Tage. Am nächsten Wochenende steht noch ein größere Produktivstellung an, der komplette Austausch einer Software mit der viele hundert Menschen arbeiten. Es gilt das System so auszutauschen, dass keine Daten verloren gehen und es keinen Stillstand in der Sachbearbeitung gibt.

Wie hat Tobias es neulich so schön gesagt: “Wir wollen einem Cowboy während er mit einem Pferd durch die Gegend reitet das Pferd und der Hintern austauschen und er soll nichts davon bemerken!”

Ok, es ist nicht ganz so hart. Eher so: “Ein Cowboy schnallt sein Pferd an einem Saloon an und geht dort ein Bier trinken. Als er danach auf seinem Pferd weiter reitet bemerkt er nicht, dass wir es ausgetauscht haben!”

Klingt doch ganz einfach? In der echten Welt geht das nur mit Kopfschmerzen und vielen Überstunden, aber wenn es dann geklappt hat ist es schon irgendwie cool.

Die Überstunden fallen umso leichter wenn ich an den Flug nach Las Vegas denke…


Hiking the Wave 2010 – Oder: Wiped out

Hiking the Wave 2010 – Oder: Wiped out

Der erste Besuch in Coyote Buttes North

Nachdem wir am Vortag bei der Lotterie mit viel Glück zwei Permits für dieWanderung zur Wave gewonnen haben geht es heute ein zweites Mal zur Wave bei den Coyote Buttes North. Im letzen Jahr hatte es mit dem Permit gleich im ersten Anlauf geklappt.

Den Artikel zum 2009-er Besuch gibt es hier:

Der zweite Besuch bei der Wave

Es ist etwa 6h in der Frühe – Ariona Time –> 7h Utah Time – wir starten unseren Jeep und los geht es in Richtung “The Wave”. In Big Water wird nochmal kurz voll getankt – man weiß hier nie was noch alles passiert. Das Tanken klappt inzwischen ganz prima. Immer muss ich dran denken wie ich im letzten Jahr ratlos an der Tankstelle gestanden habe und dann in schlechtem Englisch erklären musste, dass ich keine Ahnung habe wie man hier in Amerika ein Auto betankt. Die Nummer mit dem “Pay Outside” finde ich inzwischen sowas von praktisch. Man steckt die Kreditarte kurz rein, lässt die Karre volllaufen und ist schon wieder unterwegs – genial!

Auf dem Weg zur Wave ist die House-Rock-Valley-Road irgendwie anders als beim letzten Mal. Sie ist ‘gefühlt”’ besser. Nach einigen Meilen wissen wir auch warum, da ist eine Art Bulldozer der mit sowas wie einer Schneeschaufel die ‘Straße’ mit roher Gewalt einebnet. Wir fragen uns ob er an nur einem Tag den kompletten Hin- und Rückweg schafft. Dann überholen wir – holprig wird es jetzt. Dann ein normales weißes ‘Straßenauto’ – wir rauschen mit 30 Meilen daran vorbei – Juchu.

Ein paar Minuten später sehen wir den roten Allradwagen mit der kleinen weißen Wohnkabine oben drauf. Drin sitzen die zwei Wanderer mit denen wir gestern bei den Coyote Buttes South ein Schwätzchen gehalten haben. Er stammt aus Den Hag in Holland, sie ist Amerikanerin. Beide haben die Nacht im Wohnwagen mit Allradantrieb bei den Coyote Buttes South verbracht. Ich halte an und lasse die Scheibe runter, sie halten auch an. “Hi, seid ihr zwei wieder unterwegs?” “Ja, sind wir! Es geht heute zur Wave, wir haben ja gestern einen Permit bei der Verlosung gewonnen!” “Ja dann meinen herzlichen Glückwunsch!” Und weiter geht es.

Am Vortag bei der Verlosung ist mir ein Paar aus Deutschland aufgefallen. Er etwa 195 cm groß, sie vielleicht 155 cm – sie sehr freundlich – er ein echt arroganter Typ – höchst unsympathisch. Und was passiert? Genau dieser Typ gewinnt bei der Verlosung auf Anhieb einen Permit – au Backe. Das geht mir durch den Kopf und ich gebe Gas, bloß nicht zusammen mit diesem Blödmann zur Wave wandern müssen. Sandra denkt das gleiche “Ob dieser blöde Andreas gleich schon da ist?” Ich gebe mehr Gas…

Als wir am Trail-Head ankommen stehen da schon mehrere Autos. Einige der Leute kommen mir bekannt vor, ich glaube ein paar Gesichter vom Vortag bei der Verlosung wieder zu erkennen. Wir genehmigen uns erst einmal ein kleines Frühstück. Es gibt frisches Baguette mit Philadelphia-Käse. Dazu italienische Salami aus der Hand. Während wir kauen kommt der kleine weiße Wagen auf den Parkplatz gefahren. Drin sitzt ein junges Paar aus Kanada. Sie haben den Permit via Verlosung im Internet gewonnen. Als wir mit unserem Frühstück durch sind, sehen wir von den Beiden nur noch den Rücken. Wir wandern los.

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