Zen oder die Kunst eine Kamera zu bedienen…

Teneriffa

Teneriffa 2013 – Das Video

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Foto: Pico del Teide – Ostseite – Nikon D800E – AF-S 2.8/24-70 – HD-Format

Aktuell ist das Wetter ein Deutschland nach einem Temperatursturz um fast 10°C wieder einmal recht frostig. Da tut es gut wenn man sich an den Bildern der letzten Reise etwas aufwärmen kann. Die vielen deutschen Auswanderer die auf Teneriffa leben kann ich zu gut verstehen. Während in den beiden Wochen seit unserer Rückkehr fast alle Arbeitskollegen krank und schniefend durch die Gegend schleichen, genießen die Menschen auf Teneriffa das milde Meeresklima ohne Pollen und andere Dinge die hierzulande den Allergikern so sehr zu schaffen machen.

Die letzten Tage war ich wieder viel unterwegs und ich habe die Zeit abends im Hotel genutzt um auf dem frisch reparierten Mac mit Final Cut Pro X ein 19 Minuten langes Video zur letzten Reise zu erstellen. Eigentlich wollte ich noch ein paar kurze Kommentare aufnehmen, aber dann gefiel mir die Musik so gut, dass ich es gelassen habe. Anhand der kurzen Einblendungen sollte klar werden worum es in den einzelnen Sequenzen geht. Wer mehr wissen will, der kann die Schlagworte aus den Einblendungen auch hier in meinem BLOG im Suchfeld eingeben und wird dann viele Artikel und weitere Infos zu diesen Locations finden.

Ok Freunde, dann lehnt Euch mal zurück, schaltet auf FULL HD um und genießt die schönen Bilder. Ach ja, über einen “Daumen nach oben” oder den einen oder anderen Tweed bei Twitter oder ein Like bei Facebook und Co. würde ich mich natürlich sehr freuen :-)

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Teneriffa 2013 – Tag 7 – Über den Wolken

Als Tag 7 beginnt bin ich ein wenig wehmütig, denn schon sehr bald werden wir diese grandiose Insel wieder verlassen müssen. Nach dem Frühstück entschließen wir uns erneut hinauf zum Pico del Teide zu fahren, wieder einmal. Diese Location zieht mich seit vielen Jahren immer wieder magisch an. Wahrscheinlich ist alles längst “abfotografiert” aber ich habe diesmal meine auf Infrarot 830nm umgerüstete Nikon D300 dabei. Die Klarheit der damit erzielbaren schwarz-weißen Infrarot-Fotografien zieht mich in ihren Bann und diese Kameras begeistert mich aktuell mehr als die supergute Nikon D800E. Klar ist die D800E moderner und besser. Sie filmt und ist noch immer der absolute Auflösungskönig. Aber eine Kamera wie die D800 oder die D800E wird schon bald zu Standardausrüstung gehören. Noch zwei Jahre und man wird kaum einen ambitionierten Fotoamateur sehen der keine Nikon D800 oder ein ähnliches Werkzeug benutzt.

Mich reizt seit jeher das Ungewöhnliche. Ich bin auf der Suche nach dem “anderen Foto”. Ich träume davon Landschaften die vielleicht schon millionenfach fotografiert wurden, anderes als alle anderen Fotografen vor mir zu fotografieren. Und aktuell ist meine umgebaute Nikon D300 dafür genau richtig.

Starten wir unsere kleine Infrarot-Serie mit meinem Favoriten dieses tollen Tages.

(Alle Bilder sind 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

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Meine Freundin Sandra hat sich regelrecht in das Vanguard Alta Pro 263 AGH und den GH-100 Kugelkopf verliebt. Das ist für mich sehr praktisch, denn so kann ich viel Platz in meinem Koffer sparen, da Sandra das Stativ transportiert. Auch heute haben wir das Alta Pro dabei und ich benutze es als Videostativ. Das klappt wirklich gut, denn auch ohne Fluidneiger gelingen mit diesem Stativ in Verbindung mit dem GH-100 Kameraschwenks wie aus dem Bilderbuch.

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An einem der Aussichtspunkte haben wir eine tolle Sicht auf Gran Canaria. In Verbindung mit der Infrarot-Kamera kann ich diese Insel trotz Dunst und der riesigen Entfernung ganz klar abbilden.

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Nach einer ausgiebigen Mittagspause und einem total leckeren Mittagessen landen wir schließlich am südlichen Hang des Teide. Hier bin ich vor etwa einem Jahr auf dem Wanderweg 17 durch eine atemberaubende vulkanische Landschaft gewandert. Heute entschließen wir uns gegen eine Wanderung, denn die Sonne brennt unbarmherzig auf uns nieder. Wir haben bereits einen satten Sonnenbrand und da wir bereits am nächsten Tag abreisen müssen, sind weder Sonnencreme noch zwei Hüte als Sonnenschutz im Gepäck. Also gibt es nur ein paar schnelle Fotos bevor wir uns wieder auf den Weg machen.

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Zwischendurch laufe ich noch schnell in den mit Asche gefüllten Krater eines alten Vulkankraters hinein. Von dort aus habe ich eine perfekte Sicht auf die beiden Vulkane von La Palma. Erneut bildet die Infrarotkamera diese wirklich weit entfernte Insel außergewöhnlich klar ab.

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Auf dem Rückweg zum Auto habe ich für Euch noch einen letzten Blick über die grandiose ungewöhnliche “Waldlandschaft” dieses schönen National Parks festgehalten. Wer genau hin schaut kann den Wanderweg 17 (Sendero 17) und die Straße erkennen, die sich durch die jungen erst etwa 100 Jahre alten Lavafelder windet.

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Hier noch ein farbiges Foto aus der Nikon D800E. Ich mag hier ganz besonders den langen schmalen Wolkenstreif der aussieht als würde der Gipfel des Pico del Teide Rauch in den Himmel blasen. Während ich dieses Foto aufgenommen habe, hat Sandra mit der Nikon D5100 und dem AF-S VR 55-300mm versucht einige der vielen Schwalben abzulichten. Aber trotz Sportprogramm war die Ausbeute nur sehr klein. Diese Vögel sind einfach zu klein und zu schnell um sie in der freien Wildbahn wirklich schön fotografieren zu können.

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Für alle die sich für das oben gezeigte Stativ interessieren, habe ich hier einen Link herausgesucht.


Teneriffa 2013 – Tag 6 – Buenavista Infrarot

El Burgado - Buenavista del Norte - Tenerife - Teneriffa

El Burgado – Landkarte anklicken für 100% Ansicht

Am 6. Tag unserer Reise bin ich von der Wanderung zur Pisaje Lunar noch ein klein wenig angeschlagen. Mir ist eher nach einem ruhigen Urlaubstag als nach der nächsten Wanderung. Sandra und ich halten nach dem Frühstück einen kurzen “Kriegsrat” und machen uns dann auf zu einem Restaurant das ich bislang nur aus der fotocommunity kenne. Letztlich landen wir in Buenavista del Norte im Restaurant El Burgado direkt am Meer.  Das Restaurant liegt wirklich ganz famos nah am Wasser. Gleich nebenan sind ein schönes Schwimmbad und der toll angelegt Golfplatz. Rechts neben dem Restaurant ist ein kleiner Wasserfall, das Wasser fließt dann durch eine Öffnung in der Wand in ein großes Wasserbecken innerhalb des Restaurants. Dann wieder über einen kleinen Wasserfall in einen kleinen künstlich angelegten Bachlauf durch das Restaurant und schließlich zwischen den Tischen hindurch über die wunderschön gelegenen Terrasse.

Wir bestellen uns zwei Steaks mit Fritten und Salat und sind von Preis und Qualität der Speisen mehr als angetan. Hier gefällt es uns und hier kann man ganz herrlich die Seele baumeln lassen.

Hier nun einige Fotos die ich mit der auf Infrarot umgebauten Nikon D300 und dem Nikon AF-S VR 16-85mm aufgenommen habe. (alle Fotos sind 1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken)

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Hier jetzt ein Foto das ich besonders beeindruckend finde. Es ist ein echtes Infrarot-Bild und es zeigt keinerlei Bewegungsunschärfe. Die Gischt der sich direkt neben dem Restaurant brechenden Welle ist bis in das letzte Tröpfchen scharf abgebildet. Mit einer herkömmlichen Kamera und einem Infrarotfilter wären diese ultrakurzen Belichtungszeiten niemals erreichbar.

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Hier einer meiner Favoriten dieser Serie. Der Horizont ist gerade wie mit dem Lineal gezogen. Und die beiden Bäume bilden einen tollen Kontrast zum blauen Himmel – der im Infrarot-Bereich natürlich fast Schwarz dargestellt wird.

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Und hier noch etwas Farbe für Eure mittlerweile “grauskalierten Augen”. Diese Fotos sind mit der Nikon D800E und dem superguten Nikon AF-S 2.8/24-70mm aufgenommen. Lieder habe ich hier nicht genug Speicherplatz um alles im Original hochzuladen. Aber vielleicht glaubt Ihr mir auch so, dass diese gewaltig großen Fotos irre fiele Details haben und hübsch groß gedruckt sehr gut aussehen würden.

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Teneriffa 2013 – Tag 5 – Paisaje Lunar

Mein Mac läuft wieder und so kann ich Euch noch kurz etwas zu den letzten Tagen der ersten Reise des Jahres 2013 schreiben – also los…

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Nachdem ich am Vortag hochgeschreckt bin und dachte, dass ich verschlafen habe, ist für den Mittwoch der Handywecker gleich mehrfach gestellt. Sandra hat ihr Handy auch auf Alarm getrimmt und so kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Ich bin ein ganz ganz schlechter Frühaufsteher, es bereitet mir regelrecht körperliche Qualen. Im Gegenzug kann ich meist nicht auf Kommando einschlafen, so dass es abends oft sehr spät wird. Am Abend VOR dem frühen Aufstehen ist das wieder einmal so. Die Nacht ist kurz und unruhig – “Bloß nicht verschlafen” geht es mir immer wieder durch den Kopf. Dann werde ich wach, draußen ist es noch dunkel und ich schaue prüfend auf die Uhrzeit an meinem Handy – ich bin 2 Minuten VOR der Weckzeit wach geworden!

Sandra will ich nicht unbedingt wecken also schleiche ich mich leise ins Badezimmer. Als ich dort fertig bin steht Sandra in der Küche. “Du weißt schon, dass Du eine Stunde zu früh bist?” Ohje, diese Zeitzonen und Sommer- und Winterzeiten machen mich echt fertig. Da habe ich bei meinem Handy alles richtig eingestellt – dachte ich. Doch irgendwas ist wieder falsch. Zwar kommt jetzt die korrekte Uhrzeit vom Netzbetreiber und die Zeitzone sollte auch korrekt sein aber die Option “Automatisch auf Sommerzeit umstellen” ist nicht aktiviert. Also bin ich irgendwie wieder falsch. Aber wie sagt man so schön “Better safe than sorry”…

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Pico del Teide bei Nacht – 2005 – Nikon D2x

Ich lege mich noch für 45 Minuten auf das Sofa im Wohnzimmer unserer tollen Hotelsuite. Wirklich schlafen kann ich nicht, zu groß ist die Angst wieder zu verschlafen – obwohl ich schon komplett startklar bin. Das wäre wirklich zu blöd…

Um 6h kommt dann Sandra aus dem Schlafzimmer und fragt mich ob ich denn nicht langsam mal los will. Ich will noch nicht, denn ich bin ja schon komplett angezogen und zum Abmarsch bereit. Da sollte es reichen um 6h30 aufzubrechen um pünktlich um 7h bei Wolfgang aufzuschlagen. Ich drehe mich auf dem Sofa um, aber zähle irgendwie doch die Minuten. Ziemlich genau um 7h bin ich dann bei Wolfgang. Er ist gerade beim Frühstück und wir können schon kurz darauf aufbrechen. Wir nehmen die Autobahn von Puerto de la Cruz in Richtung La Laguna. Bei Tacoronte verlassen wir die Autobahn und es geht über Agua Garcia und La Esperanza hinauf in die Canadas del Teide. Während ich den Mietwagen durch die zahllosen Kurven dirigiere geht bereits die Sonne auf. Insgeheim bin ich ziemlich enttäuscht. Ich hätte eine Stunde eher hier sein können, aber hätten wir das so ausgemacht, ich hätte es wahrscheinlich nicht geschafft. Als wir unseren ersten Fotospot erreichen ist die Sicht grandios, aber die Sonne steht schon recht hoch am Himmel.

Ich bin einfach nicht für Sonnenaufgänge gemacht. Wenn ich sie wirklich fotografieren will, dann muss ich an den Locations übernachten. Alles andere klappt bei mir einfach nicht, traurig aber wahr… Hier eines dieser Fotos das ich im Jahr 2005 nach einer langen kalten Nacht im Gebirge mit meiner Nikon D2x aufgenommen habe.

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Pico del Teide am Morgen – 2005 – Nikon D2x

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Pico del Teide kurz vor Sonnenaufgang – 2005 – Nikon D2x

Im Wechsel fotografiere ich mit der auf Infrarot umgebauten Nikon D300 und der famosen Nikon D800E. Später werde ich feststellen müssen, dass die D300 von der Timelapse-Aktion des letzten Abends noch auf ISO-1000 eingestellt ist. Die Fotos sind deutlich verpixelt, das hätte nicht sein müssen. Und wieder habe ich eine Lektion gelernt: Vorbereitung ist alles!

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Wir fahren weiter vor einem Aussichtspunkt zum nächsten. Es entstehen viele hundert Fotos des immer gleichen Motives. Dieser Vulkan zieht Wolfgang ebenso in seinen Bann wie er es auch bei mir schafft. Eigentlich würden ein paar Fotos ja ausreichen, aber wir versuchen uns immer wieder an diesem Motiv, denn es sieht immer wieder anders und stets majestätisch aus.

Irgendwann machen wir eine Pause und widmen uns den beiden Lunchpaketen. Später bei der Kaffeepause sehen wir dann die beiden Erlkönige wieder, von denen ich gestern schon berichtet habe.

Während wir unseren Kaffee trinken überlegen wir wie es weitergehen soll. Eigentlich habe ich hier schon alles vielfach abfotografiert, doch die Weiße Mondlandschaft, die Paisaje Lunar habe ich zuletzt im Jahr 2005 besucht. Dort könnten wir noch einmal hinfahren.

Eine Stunde später sind wir am Abzweig zur Paisaje Lunar. Die Offroad Piste ist inzwischen in recht gutem Zustand und man kann sie ohne schlechtes Gewissen mit einem Mietwagen recht gut befahren. Nach etwa 9 Kilometern endet die Huckelpiste an einem Campingplatz mitten in den Wäldern oberhalb des Dörfchens Vilaflor. Bei den Waldbränden sind vor einigen Jahren die Holzhütten zerstört wurden. Die neuen Häuser sind ins tollem Zustand und die Kinder eine großen Jugendgruppe beziehen gerade laut johlend ihre Hütten. Wolfgang und ich machen uns derweil fertig für den Aufstieg zur Paisaje Lunar. Vorsichtshalber nehme ich mein GPS mit und markiere den Standort unseres Autos mit einem Wegpunkt. Im Gepäck habe ich neben einer kleinen Flasche Wasser diesmal nur die Nikon D800E mit dem famosen AF-S 2.8/24-70mm und einem B&W Polfilter. Alles ist auf ein großes leichtes BENRO Carbonstativ montiert. Dieses Stativ habe ich Euch vor einigen Wochen in einem Video vorgestellt.

Wir starten unsere kleine Wanderung am rechten Ausgang des Parkplatzes und folgen kleinen Blechschildern die immer wieder an die herumliegenden Felsbrocken geschraubt sind. Hin und wieder gibt es auch einmal einen grünen Punkt. Sehr grob folgen wir dem Verlauf einer Wasserleitung und es geht fast stetig bergauf. Die Wanderung bringt mich an den Rand meiner Leistungsfähigkeit. Mein Asthma macht mir schwer zu schaffen und ich muss immer wieder kleine Pausen einlegen. Wolfgang ist etwa 19 Jahre älter als ich und er geht hier hinauf wie eine Bergziege. Für mich ist das frustrierend und anspornend zugleich. Dieser Kerl gibt mir immer wieder die Hoffnung auf ein entspanntes Leben als Rentner. Gemeinsam mit seiner Frau geht er jeden Donnerstag ein paar Stunden wandern, reist viel, lebt gesund und genießt das Leben in vollen Zügen. Für mich ein wirklich erstrebenswertes Ziel.

Nach etwa zwei Stunden Aufstieg hören wir plötzlich Stimmen. Irgendwer johlt und jauchzt da im Wald. Wir gehen weiter und es kommen die ersten Ausläufer der Paisaje Lunar in Sicht. Etwas später ist dann klar wer hier den Trubel veranstaltet. Es ist eine Gruppe von vier Frauen und zwei Männern. Alle sind scheinbar jenseits der 60 und benehmen sich trotzdem wie kleine Kinder. Ob ich auch einst so sein werde?

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Paisaje Lunar – 2005 – Nikon D2x

Als sie endlich weg sind wird es wirklich ruhig und wir können endlich unsere Fotos in aller Ruhe komponieren. Letztlich werde ich mit fast den gleichen Fotos zurückkehren die ich bereits im Jahr 2005 aufgenommen habe. Nur sind sie jetzt 300% größer. Na ja, wer’s braucht…

Der Rückweg ist nicht weniger anstrengend. Zwar geht es fast nur bergab, aber das lose Geröll erfordert alle Aufmerksamkeit. Wolfgang hat sich bereits vor mehr als einem Jahr von allen schweren Spiegelreflexkameras getrennt und fotografiert nur noch mit einer leichten Bridge-Kamera von Panasonic. Diese liefert immer wieder beeindruckende Bildergebnisse und ich habe den Eindruck, dass diese Fotoausrüstung sehr dazu beiträgt, dass er so unbeschwert die Berge hinauf und hinab wandern kann. Ich habe derweil die D800E von Stativ getrennt und versuche an den ganz abschüssigen Stellen den fehlenden Wanderstab so gut wie möglich mit dem Stativ zu ersetzen.

Immer wenn ich Wolfgang wieder ein Foto machen sehe bin ich ein wenig neidisch. Ich habe mehr als doppelt so viele Pixel, aber braucht man das? Der “Unbeschwerten Leichtigkeit des Seins” ist meine Fotoausrüstung jedenfalls nicht zuträglich…

Als wir zurück am Auto sind brennt die Sonne mächtig stark auf uns herab. Weil ich ziemlich geschafft bin wählen wir für den Rückweg die Autobahn. Das dauert fast genauso lang wie die tausend Kurven, aber es fährt sich etwas entspannter. Als wir bei Wolfgang und Karin eintreffen sind unsere Frauen auch schon dort. Ihre Laune ist gut, sie hatten einen tollen Tag auf Manolos kanarischem Reiterhof etwas oberhalb von Santa Ursula.

Später beim Versuch die Fotos des Tages auf meine neue externe Tunderbolt-Festplatte zu kopieren wird mir dann mein MacBook verrecken. Aber das ist ja jetzt auch schon wieder alles Geschichte. Was bleibt – zumindest bist zum nächsten Festplattencrash – sind die Fotos dieses schönen Tages. Hier eine kleine Auswahl… (1000 Pixel hoch oder breit – einfach anklicken…)

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BMW R1200 GT / RT – Modell 2013/2014

Mein kleiner Mac ist wieder heil und schon ist auch das erste Video der letzten Reise nach Teneriffa online. Die Aufnahmen entstanden am 5.  Tag als ich gemeinsam mit meinem Freund Wolfgang ganz früh am Morgen hoch in die Canadas del Teide gefahren bin. Nach unserem anstrengenden ersten Shooting haben wir eine kleine Pause etwas abseits der Straßen gemacht und uns unsere beiden Lunch-Pakete vorgeknöpft.  Diese Lunch-Pakete gibt es übrigens in fast allen Hotels für eilige Fotografen die morgens ganz früh los wollen! Im Las Aguilas in Puerto de la Cruz kosten sie 3,50 Euro – sie sind also echt preiswert. Im Lunch-Paket findet man vier Sandwitches, einen Apfel, eine Orange, eine Kiwi, einen Yoghurt, Besteck und eine kleine Flasche Mineralwasser. Das alles für 3,50 Euro – das ist nicht schlecht!

Während wir also über die Fotografie philosophieren und das Für und Wider schwerer großer Kameras diskutieren, höre ich ein fast vertrautes Geräusch, es kommt ein Motorrad. Hey und was für eines, ein getarnter Erlkönig kommt da angebraust. Im Vorbeifahren erkenne ich einen Kardan auf der linken Seite und einen Boxermotor, das muss die neue wassergekühlte BMW R1200 GT (vielleicht auch R1200 RT) sein. Ich selbst bin viele Jahren lang eine BMW R80 RT gefahren. Das ist sozusagen der “Ur-Vater” des deutschen Reisemotorrades. Ich habe sie geliebt und war mit ihr viele viele tausend Kilometer unterwegs. Nach all den Jahren hat es mich dann aber gestört immer hinter einer Scheibe zu sitzen. Ok, das war bequem, aber die Scheibe war zum Schluss stark verkratzt und ich hatte einfach Lust auf etwas neues. Die ganze Geschichte findet Ihr im Artikel “Meine Mopeds“.

Heute liebe ich meine BMW K1200 mit Reihenvierzylinder. Egal ob die neue oder das alte Modell, es sind tolle Motorräder. Erst heute habe ich die erste kleine Ausfahrt mit meiner alten K1200 RS Baujahr 2001 (131 PS) unternommen. Der Tacho steht inzwischen bei 103.900 Kilometer und sie läuft noch immer fast wie eine neues Motorrad. Hier habe ich ein Video in dem man sie sehen kann.

Und hier könnt Ihr sehen und vor allem hören wie sich das neuere Modell, meine K1200R Sport Baujahr 2007 mit 163 PS anfühlt. Eine hammergeile Rakete ist das :-)

Verglichen mit der K1200R Sport ist eine BMW R1200 GT eher ein gemütliches Reisemotorrad. Irgendwie ist es eine sehr konsequente Weiterentwicklung meiner alten R80 RT. Diese war damals bahnbrechend und gemeinsam mit der sportlicheren R100 RS eines der allerersten Motorräder mit einer Vollverkleidung. Noch heute werden diese Motorräder in vielen Ländern von der Polizei gefahren und dort wegen ihrer Robustheit und Zuverlässigkeit sehr geschätzt.

Die Abgasrichtlinien innerhalb der EU werden auch für Motorräder immer strenger. Mit einem luftgekühlten Boxermotor war da letztlich nichts mehr zu holen. Also hat man sich bei BMW entschlossen ein komplett neues Motorrad zu konstruieren. Der Motor sollte wassergekühlt sein. Doch wie baut man einen Boxermotor der noch halbwegs nach einem BMW Boxer aussieht, der aber eine Wasserkühlung verwendet? Meiner Meinung nach haben die BMW-Ingenieure diese Aufgabe sehr gut gelöst. Das neue Modell ist keine “Güllepumpe” wie die alte Honda CX500 geworden und das ist auch gut so! Dieser Motor war nämlich wirklich keine Schönheit. Der Trick beim neuen BMW Boxer ist, dass er nur zu etwa 35% auf die Wasserkühlung angewiesen ist. Den Rest besorgen weiterhin Kühlrippen an den Außenwänden der beiden Zylinder.

Die Wasserkühler sind zudem so gut versteckt, dass es eigentlich kaum auffällt, dass dieser Motor eine komplett neue Generation darstellt.

Sehr auffällig ist, dass die erst vor einigen Tagen vorgestellte neue BWM R1200 GS – also die Geländeversion –  den für BMW so typischen Kardanantrieb nun auf der linken Seite hat. Als diese getarnte neue BMW da oben im Gebirge auf Teneriffa an mir vorbei gerauscht ist, fiel mir dies sofort auf und es schoss mir durch den Kopf “Der Kardan ist links – der Wahnsinn – das muss die neue BMW R1200 GT sein!” (Vielleicht wird sie auch R1200 RT heißen – warten wir es mal ab…)

Einige Sekunden später dann das gleiche Geräusch, es gab noch einen zweiten identischen Erlkönig. Ich war da ein wenig aus dem Häuschen und habe mich geärgert, dass ich keinen Fotoapparat griffbereit hatte. Aber dann etwa eine Stunde später, als wir uns gemütlich auf etwa 2.000 Metern Höhe in der Sonne einen Kaffee (Barraquito) genehmigen, kommen die beiden Erlkönige wieder angefahren und parken sogar direkt vor unserer Nase. Schnell rüber zum Auto, die Videokamera holen, kurz warten bis die beiden Mädels auf dem Klo verschwunden sind die die Kerle sich einen Kaffee bestellen und schon kann ich zwei Motorräder filmen die es eigentlich noch gar nicht gibt.

Teneriffa ist nicht so wirklich groß und so habe ich diese beiden auffälligen Motorräder noch mehrmals wieder gesehen. Ganz witzig war übrigens, dass mir auch die Radfahrer des SKY-Teams immer wieder vor der Nase herum geflitzt sind, aber das ist eine andere Geschichte :-)


Teneriffa 2013 – Tag 5 – Der Mac ist kaputt

Eigentlich begann der Tag ganz ordentlich. Abgesehen davon, dass ich heute eine ganze Stunde zu frueh auf den Beinen war, klappte bis vor etwa einer Stunde soweit alles ganz gut. Zum Sonnenaufgang war ich mit meinem Freund Wolfgang oben am Teide und es gab viele schñne Fotos. Beim Kaffee danach habe wir zwei Erlkoenige gesehen und fotografiert. Zwei komplett mit Folie getarnte BMW R1200 GT werden aktuell hier auf Teneriffa zur Probe gefahren. Schoene Mopeds und ich habe Fotos davon :-)

Nach der Begegnung mit den Erlkoenigen ging es zusammen mit Wolfgang zur Paisaje Lunar, der weissen Mondlandschaft. Der Weg dahin ist weit und staubig. Zuletzt war ich 2005 dort, also war und dieses schoene Areal heute eine lange schweisstreibende Wanderung wert. Am Ende des Tages habe ich dann eben versucht die fotografische Beute an meinem schonen fast neuen MacBook Pro auf die ganz neue exteren Tunderbolt Festplatte zu kopieren.

Der Kopiervorgang blieb dann mitten drin stehen. Nichts geht mehr auf dem schoenen Mac, nur die Maus laesst sich noch bewegen. Nach etlichen langen Warteminuten halte ich den Ein/Ausschalter so lange fest bis das Ding neu startet. Aber er start nicht wirklich sondern schaltet sich nach einer Weile immer wieder ab. Ich versuche es mit der Reparaturkonsole. Dort sagt mir dann das Festplattendienstprogramm, dass die primaere Festplatte, eine schnelle SAMSUNG SSD mit 256 GB defekt ist und repariert werden muss. Diese Reparatur klappt aber nicht, ich solle alle Daten sichern und dann das Betriebssystem nach einer Formatierung der SSD neu installieren. Na super, das hat mir gerade noch gefehlt…

Es ist also Essig mit neuen Fotos und bloggen kann ich nur noch fuer einen Euro je 15 Minuten an einem der Computer die im Foyer des Hotels bereitstehen :-(

Liebe Freunde, ich versuche jetzt mal diesen Tag mit einer Muetze Schlaf zu beenden und mich nicht zu sehr zu aergern.

Am Wochenende bin ich wieder daheim und da gibt es ein ordentliches WLAN, Schraubendreher, jede Menge Reservefestplatten und hoffentlich eine Prise Glueck. Na schauen wir mal…

Bis Sonntag ist hier also leider Funkstille – frustig aber wahr…


Teneriffa 2013 – Tag 4 – Auditorio und Taganana

Als ich durch ein Geräusch hochschrecke scheint schon das erste Tageslicht in unser Schlafzimmer. Ich zucke zusammen und frage mich ob ich vielleicht verschlafen habe. Irgendwas wildes habe ich geträumt, was genau kann ich nicht mehr sagen, aber es muss wirklich wild gewesen sein. Mein Handy das mich wecken sollte, ist nicht auf der kleinen Kommode neben meinem Bett. Ob ich es überhört habe? Wie elektrisiert springe ich halb schlaftrunken aus meinem Bett und wanke ins Wohnzimmer. Wo ist das Handy, wo ist es bloss. Schließlich finde ich es in meinem Fotorucksack. Es ist im Flugmodus und es zeigt als Uhrzeit 8h51 – Oh Mist – Mist – Mist – ich habe verschlafen, ich wollte um 7h oben bei Wolfgang und Karin sein und dann wollte ich gemeinsam mit Wolfgang hinauf in die Canadas del Teide fahren um den höchsten Berg Spaniens im ersten Morgenlicht zu fotografieren.

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Ziemlich hektisch versuche ich das Telefon zu entriegeln. Endlich klappt es, schnell den Wolfgang anrufen und fragen ob er schon los ist oder ob er noch auf mich wartet. Es klingelt, und klingelt und klingelt – es klingelt ziemlich lang und dann ist Wolfgang dran. Mit sonorer Stimme sagt er „Guten Morgen!“ Ich lege sofort los „Hallo Wolfgang, Du es tut mir total leid, aber ich habe irgendwie verschlafen und jetzt ist es schon fast 9h. Ich ziehe mich schnell an und komme dann zu Euch hoch, ok?“ Am anderen Ende eine kurze Bedenkpause, das muss Wolfgang erst einmal sacken lassen. Und als er sich sicher ist, dass ich ihn nicht zum Narren halten will sagt er: „Mittwoch Ansgar, Mittwoch, wir wollen uns am Mittwoch treffen, das ist MORGEN! Komm leg‘ Dich wieder hin!“ Ich bin sprachlos, wie konnte ich mich so vertun. Ok, ich bin jetzt 49 Jahre alt, da lässt das Hirn langsam nach, aber um einen ganzen Tag? Das ist mir lange nicht passiert. Ich entschuldige mich kurz für meinen “Weckruf” und wanke samt Telefon zurück ins Schlafzimmer.

Sandra schaut mich an: „Was hat Dich denn gebissen, Du bist ja eben aus dem Bett gesprungen als hätte Dich eine Tarantel gebissen!“ Ich erzähle ihr wie ich mich vertan habe. Danach synchronisieren wir unsere Handy-Wecker. Mein Telefon ist so eingestellt, dass es die aktuelle Uhrzeit NICHT vom Telefon-Provider übernimmt. Das ist ein Fehler, denn es nicht kurz vor 9h wie gedacht sondern erst kurz vor 7h. Wolfgang muss mich für komplett verrückt halten. Na ja, morgen können wir das klären…

Also wieder rein ins Bett und noch ein bisschen weiterschlafen. Das ist auch gut, denn nach diesem Schreck bin ich ziemlich fertig mit den Nerven!

Später gibt es dann Frühstück und gegen 11h sind wir endlich startklar. Keine Ahnung warum wir morgens immer so unglaublich lange brauchen bis wir endlich startklar sind, aber wir sind ja nicht auf der Flucht sondern haben Ferien! Unser Ziel ist das Auditorio in der Hauptstadt Santa Cruz. Dieses schöne Opernhaus hat es mir angetan und ich war schon einmal dort um es zur blauen Stunde zu fotografieren. Heute will ich mal versuchen einige abstrakte Details zu finden und das Spiel aus Licht, Schatten und geschwungenen Formen mit meiner auf Infrarot 830nm umgebauten Nikon D300 festzuhalten.

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Gleich neben dem Auditorio finden wir einen Parkplatz und sind nicht schlecht überrascht, dass das große schöne angelegte Schwimmbad gleich neben dem Auditorio fast leer ist.

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Am Opernhaus angekommen nehmen wir uns viel Zeit für unglaublich viele Fotos. Dieses Gebäude ist wirklich einzigartig. Zu meinem Erschrecken muss ich aber feststellen, dass sich auch hier die ersten baulichen Mängel zeigen. Scheinbar ist das hier so üblich. Die Mehrzahl der Häuser wird billig gebaut und dann versucht man sie teuer zu verkaufen. Findet sich ein Dummer, so wundert er sich nicht schlecht wenn er nach wenigen Jahren mit umfangreichen Sanierungsarbeiten beginnen darf. Beim Auditorio scheint das nicht anders zu sein. Mich stimmt das jedenfalls nachdenklich…

Nach unserer Fotosession geht es zurück zum Parkplatz. Dort ist der kleinste MacDonalds den wir je gesehen habe. Er gleicht ein wenig einer Wurstbude auf einem Weinfest oder einer Kirmes. Aber die Burger sind ganz frisch und schmecken lecker. Zwei Burger später geht es dann mit dem total aufgeheizten Mietwagen in Richtung Norden.

Am Morgen sind wir bei etwa 22°C gestartet, inzwischen sind die Temeraturen weitergeklettert. Die Klimaanlage läuft auf höchster Stufe, trotzdem schwitzen wir im Auto vor uns hin. Wenn man bedenkt, dass in Deutschland aktuell nachts noch Bodenfrost herrscht, dann ist das schon ein krasser Unterschied. Vorbei an den Hafenanlagen fahren wir in Richtung Playa de las Teresitas. Kurz vorher weist dann ein Schild nach links in Richtung Taganana. Die Straße ist toll ausgebaut und während ich unseren Opel Astra durch die Kurven schwinge wünsche ich mir hier mal ein paar Wochen Urlaub mit einem Motorrad zu machen. Bis Taganana sind es etwa 16 Kilometer. Eigentlich wollen wir auch gar nicht nach Taganana sondern etwas weiter bis nach Benijo. Dort gibt es schöne einsame Strände und hier könnte Sandra etwas schwimmen gehen während ich am nächsten Strand ein paar Fotos mache.

Gesagt getan, zwischen Taganana und Benijo setze ich Sandra am Strand ab und fahre ein paar Minuten weiter nach Benijo. Dort finde ich tatsächlich sofort einen Parkplatz, was dort wegen der super engen Straßen gar nicht selbstverständlich ist. Bepackt mit mehreren Objektiven, Kameras und einem großen Stativ geht es die vielen Stufen hinab bis zum felsigen „Strand“. Es ist heiß wie die Hölle und während mir die Sonne das Hirn grillt versuche ich ein paar vernünftige Fotos auf die Reihe zu bekommen. Bewegen kann ich mich kaum denn ich bin so verschwitzt, dass die Hose an den Beinen klebt.

Hier dreimal das gleiche Motiv. Einmal mit Nikon AF-S VR 16-85mm, dann mit Lens Baby II und dann mit Nikon AF-D 2.8/10,5mm Fisheye!

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Nach etwa einer Stunde gebe ich auf und sammle Sandra wieder am Strand ein. Beide haben wir einen Sonnenbrand. Bei mir ist es mal wieder die Nase, bei ihr der Rücken, Schultern, eigentlich ist fast die halbe Frau rot von der intensiven Sonne. In einem der vielen Restaurants gibt es ein großes Glas Bier mit Sprite – lecker! So gestärkt fahren wir die gefühlten 1.000 Kurven zurück zum Hotel. Am Mirador oberhalb von Las Mercedes springe ich kurz mit der D300 aus dem Auto um quer über die Insel hinweg ein Foto meines Lieblingsberges zu schießen. In den letzten Tagen und Wochen hat sich der Gute häufig in Wolken versteckt, nun ist er endlich einmal sehr schön klar zu sehen. Ein wenig dunstig ist es rund herum, aber die Infrarot-Kamera vermag das zu einem guten Stück zu durchdringen, so dass letztlich doch zwei ganz brauchbare Fotos entstehen.

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Alles in allem war es ein sehr schöner Tag, auch wenn die ungewohnt starke Sonne und heute ziemlich zugesetzt hat. Aber das wollten wir ja auch. Kalt und grau könnten wir es ja auch in Deutschland haben :-)

Obwohl ich die Videokamera und die Nikon D800E mit im Gepäck hatte, habe ich fast ausschließlich mit der ultracoolen Infrarot-Kamera fotografiert. Heute habe ich diese D300 mit langen Teleobjektiven benutzt (erstes Foto ganz oben), es war eine “Loreo Lens in a Cap” Lochblende mit Plastiklinse montiert, ich habe mit einem Lens Baby II experimentiert und nicht zuletzt habe ich am Auditorio etliche Infrarot-Fotos mit dem Nikon AF-D 2.8/10,5mm Fisheye geschossen.

Dieser Umbau hat sich für mich zu 100 Prozent gelohnt. Dass ich bei jedem Foto einige Staubkörner wegstempeln muss, die sich scheinbar zwischen dem neuen Infrarotfilter und dem Chip befinden, das ist lästig, aber man kann damit leben. Das geniale ist eben, dass ich nun Infrarot-Fotos mit praktisch allen Objektiven aufnehmen kann die sich an das Nikon F-Bajonett ansetzen lassen. Ob Lochblende oder Fisheye, es klappt so ziemlich alles an dieser Kamera und das hebt die Infrarot-Möglichkeiten auf ein vollkommen neues Niveau!

Hier noch drei Fotos die ich mit der Nikon D800E gemacht habe. Irgendwie ist sie auch ziemlich cool :-)

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Mein “Bild des Tages” ist dieses hier. Es ist mit der D800E und dem Nikon AF-S VR 4/16-35mm aufgenommen. Bei der Schwarz-Weiß-Konvertierung habe ich das Preset “Infrarot” verwendet. Damit bekommt das Bild einen ganz ähnlichen Touch wie die Bilder aus der D300. Nur sieht es für mein Empfinden noch etwas edler aus. Was mir hier ganz besonders gut gefällt sind die vielen diagonalen Linien die fast perfekt in den Bildecken auslaufen. Ich hätte es noch korrigieren können, aber ich wollte Euch auch mal ein Bild zeigen, bei den ich nur die Farben durch Graustufen ersetzt habe und das ansonsten unbearbeitet ist.

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Fazit

Beide Kameras machen Spaß, aber man kann eben nicht wirklich mit mehr als einer Kamera gleichzeitig fotografieren. Und morgen werde ich versuchen nicht zu verschlafen und ganz pünktlich um 7h bei Wolfgang vor der Türe zu stehen. Ob es geklappt hat, das könnt Ihr morgen Abend lesen :-)


Teneriffa 2013 – Tag 3 – Mein Geburtstag

Vor vielen Jahren habe ich mal einen Afrikaner aus Kenia kennengelernt. Sein Name war Cliff und wir haben uns irgendwann einmal darüber unterhalten wie er in Kenia früher seinen Geburtstag „begangen“ hat. Cliff hat mir damals erzählt, dass die Menschen in seinem Dorf ihren Geburtstag als einen Tag der Einkehr begangen haben. Dass sie allein hinaus in die Natur gegangen sind um dort diesen Tag allein mit ihren Gedanken zu verbringen. Mir war das damals sehr fremd, für mich gehörten eine Party und viele tolle Geschenke zu einem Geburtstag einfach dazu.

Inzwischen ist das bei mir grundlegend anders. Parties mag ich nicht mehr so richtig und als ich im Jahr 2010 meinen Geburtstag auf dem Weg nach Las Vegas erleben durfte und dieser unter Berücksichtigung der Zeitverschiebung mehr als 30 Stunden lang war, da setzte ein Umdenken ein. Inzwischen ist mir der Gedanke sehr vertraut an einem Tag im Jahr mal über das Leben, das Universum und den ganzen Rest nachzudenken. Heute hätte es so ein Tag werden können, aber dann kam alles ganz anders…

Nach dem ausgedehnten Frühstück erreiche ich meinen Freund Wolfgang am Telefon. Er sitzt unten in La Paz dem deutschen Stadtteil von Puerto de la Cruz bei „Pepito“. Dort treffen sich jeden Montag einige deutsche Residenten um den neuen Spiegel zu lesen und die politischen Ereignisse in aller Welt zu diskutieren. Als wir telefonieren löst sich die Runde gerade auf. Wir verabreden uns für 13h am Plaza de Charco, dem zentralen Platz im Herzen von Puerto de la Cruz. Von dort aus geht es zu einem sehr netten kleinen Thailändischen Restaurant. Später gibt es auf der Plaza eine tolles leckeres Eis und einen Barraquito con Vitaminas – lecker!!

Ich habe heute alle Kameras im Hotel gelassen, lediglich die um Infrarot umgebaute Nikon D300 mit dem 16-85mm Objektiv darf mit. „Less is More“ wie Ludwig Mies van der Rohe bereits im letzten Jahrhundert postulierte… Wir parken unser Auto am Playa de Jardín und schießen dort die ersten Fotos.

(Alle Fotos 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

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Unsere Frauen entschließen sich gemeinsam hoch zum Manolos Reiterhof zu fahren. Wolfgangs Frau Karin gibt dort eine Stunde Reitunterricht für ein kleines Mädchen. Sandra ist sowieso Feuer und Flamme für diesen Reiterhof und freut sich sehr die vielen Pferde wieder zu sehen. Also trennen sich kurz unsere Wege. Sandra, Karin und Wolfgang fahren schon einmal vor und ich nutze den Weg zum Auto für einige Infrarotfotos.

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Während sich unsere Mädels mit den Pferden beschäftigen, tun Wolfgang und ich etwas Vernünftiges, wir genießen den schönen warmen Tag bei Kaffee und Keksen auf seiner Terrasse mit Blick auf den höchsten Berg Spaniens, den Pico del Teide. Leider müssen wir heute wegen der dichten Wolken raten wo er gerade ist, aber er bewegt sich extrem langsam und daher steht er auch heute noch dort wo er bereits seit einigen tausend Jahren steht. Die Wolken sind also kein Problem, er ist ja da, wir wissen es…

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Als Karin und Sandra vom Reiten zurück sind plauschen wir noch ein Weile. Sandra und ich verabschieden uns gegen 19h und fahren rüber zum Monasterio in Los Realejos. Das ist ein schönes alten Kloster von dem ich hier schon oft berichtet habe. Ein deutscher Wirt hat hier eine Reihe toller Restaurants mit leckerem Essen und gutem Service etabliert.

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Als wir „unserer Restaurant“ betreten werden wir von Oberkellner D. Juan mit einem Handschlag begrüßt. Man kennt sich inzwischen und er scheint sich zu freuen, dass wir ihm und seinen Mitarbeitern immer wieder einen Besuch abstatten. Zuletzt waren wir dort an Heiligabend zu unsrem großen Weihnachtsessen. Heute gibt es gegrillte Fisch-Filets mit Kanarischen Schrumpelkartoffeln sowie roter und grüßer Mojo-Sauce. Das schmeckt supergut und wir spülen mit einem großen Radler nach, das man hier Shandy nennt.

Am den Nachbartischen sitzen mehrere deutsche Paare. Ich bekomme nur das Gehabe mit, verstehen tue ich bei all den Umgebungsgeräuschen fast nichts. Und das ist vielleicht auch besser so. Sandra spitzt jedenfalls die Ohren, verdreht die Augen und hat Mühe zu fassen wie sehr sich manch deutscher Tourist im Ausland daneben zu benehmen vermag. Zoff wegen der Bestellung am einen Tisch, am anderen Tisch eine Flasche Wein die er probiert, für gut befindet, die sie aber nicht trinken will weil sie der Meinung ist der Wein schmecke nach Kork. Ihm ist die Show irgendwie peinlich, er geht rüber zum Kellner und bittet um einen anderen Wein. Dieser kommt sofort aber dann lässt er sie kosten. Die Rache des kleinen Mannes könnte man es nennen. Ihr scheint das ein wenig peinlich zu sein, aber sie überspielt es so gekonnt, dass selbst wir es nicht bemerken. Erst riecht sie intensiv am Korken, dann am Wein im Glas, dann nochmals am Korken, dann wird der Wein hin und her geschwenkt, zweimal riechen, dreimal, viermal, ein Schlückchen, schlabbern zwischen den Backentraschen, schlucken riechen, ein neuer Schluck, riechen, dann das erlösende „Oh ja, der ist ganz ok!“ Au Backe denke ich nur und bin froh, dass ich nur das Gehabe erleben durfte und die passende Konversation nicht in voller Schönheit verfolgen musste.

Manchmal ist es gar nicht so verkehrt wenn man nicht alles hören kann :-)

Nach dem leckeren Essen geht es zurück ins Hotel. In der Stadt hat Sandra eine Flasche Ramazotti organisiert. Der ist hier schwer zu kriegen und ich bin froh, dass ich beim BLOGgen einen leckeren Schluck zu mir nehmen kann.

So einfach kann ein Geburtstag auch sein. Keine unzufriedenen Schwiegermütter, keine streitenden Kinder, alles erläuft in Harmonie und Frieden. Vielleicht war dieser Tag dem was mein Freund Cliff damals beschrieben hat gar nicht so unähnlich.

Ok, Freunde, jetzt werde ich mich meiner Geburtagspost widmen. Neben all den Anrufen habe ich fast 100 E-Mails, Grußkarten, Facbook-Messages usw. bekommen. An dieser Stelle schon einmal meinen ganz herzlichen Dank an meine Familie und Freund, sowie an alle treuen Leser und alle die mir bei meinen Reisen und Artikeln so oft mit Rat und Tat beiseite gestanden haben.

D*A*N*K*E


Teneriffa 2013 – Tag 2 – Infrarotfotografie im Paradies

Als ich wach werde schmerzen die Schultern wie die Hölle. Das Hotel ist wirklich gut, aber die Matratzen hart wie das Grün auf einem Billardtisch. Und dann die Kopfkissen, sie sind schmal und lang, dafür ziemlich dünn, alles nichts für Seitenschläfer. Dementsprechend bin ich beim Frühstück noch ziemlich zerknittert. Das Hotel ist ziemlich voll, beim Frühstück kommt es mir vor als wäre es nahezu ausverkauft. Wegen des etwas kühlen Wetters sitzt aber niemand draußen auf der Terrasse. Vielleicht traut sich auch niemand. Da es im Speisesaal brechend voll ist, machen wir den ersten Schritt und setzen uns raus unter die Wolken :-)

Vor uns liegt das Tal von La Orotava und ganz oben am Rand des Gebirgszuges kann ich die weißen Türme der Sternwarte sehen. Sandra nennt sie immer die Wetterstation. Ich muss jedes Mal grinsen, was haben Teleskope mit dem Wetter zu tun? Irgendwann sprechen wir darüber und jetzt ist es auch für mich nur noch die „Wetterstation“.

(Alle Fotos sind 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

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Da es gegen 10h nur etwa 19°C warm ist, beschließen wir mit unseren Kameras zum Schmetterlingsgarten in Icod de Los Vinos zu fahren. Natürlich fahren wir nicht wirklich mit unseren Kameras, sondern mit unserem Mietwagen, die Kameras liegen nur im Kofferraum – nur dass hier keine Missverständnisse passieren und Legenden geboren werden. „Ach der Ansgar, das ist doch der der immer mit seiner Nikon durch die Gegen fährt…“

In Icod angekommen fahren wir immer in Richtung „Drago Millenario“. Das ist ein mehrere hundert Jahre alter Drachenbaum der hier auf der Insel sehr verehrt wird. Kurz vor dem „Parque del Drago“ ist auf der linken Seite ein sehr modernes Parkhaus in den Felsen gebaut. Dort stellen wir unser Auto ab und laufen ein paar Meter zum „Mariposario“. Der Eintritt ist nicht teuer und in dem großen warmen Raum erwarten uns viele hundert wunderschöne Schmetterlinge. Eine Jacke braucht man hier nicht, die Schmetterlinge lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von etwa 27°C – Es ist also endlich warm – fast ein wenig zu warm – aber uns Deutschen kann man es ja eh nicht recht machen :-)

Statt zu fotografieren filme ich fast ausschließlich mit der Nikon D800E, dem AF-S VR 2.8/70-200mm und dem TC-17E II Telekonverter. Die Hintergrundunschärfe ist mit dieser Objektiv-Kombination noch bei Blende 8 wirklich schön. Und man kommt sehr nah an die Schmetterlinge heran. Das korrekte Fokussieren ist etwas schwierig und ich würde mir einen Getriebeneiger wünschen. Aber mit dem FLM 38FT Kugelkopf klappt es trotzdem recht gut. Als Stativ habe ich ein recht großes BENRO Carbonstativ dabei. Zum Stativ und Kugelkopf gibt es bei YouTube ein Video das ich vor einigen Wochen aufgenommen habe. Diese Kombination ist schön leicht, trotzdem stabil und funktioniert sehr gut.

Lediglich saubere Kameraschwenks sind damit schwierig oder gar nicht zu realisieren. Auch kann man nicht zoomen oder am Fokusring drehen ohne, dass die jeweilige Video-Sequenz völlig verwackelt ist. Hier wären einige Hilfsmittel angesagt, oder gleich eine „richtige Videokamera“.

Im Schmetterlingsgarten halten wir uns wirklich lange auf und als die Füße langsam weh tun und die Akkus fast leer sind geht zurück zum Auto. Die Parkgebühr beträgt 4,10 Euro, das ist ganz erträglich. Von Icod de Los Vinos geht es weiter in Richtung Buenavista del Norte. Dort zweigen wir dann in Richtung Masca ab und machen am Mirador oberhalb von Masca eine schöne Mittagspause. Es sind schwere Wolken am Himmel und es fällt das eine oder andere einsame Regentröpfchen traurig zwischen die noch eingedeckten Tische. Wir setzen uns trotzdem hinein, draußen ist es etwas windig und kühl. Bei Kanarischen Schrumpelkartoffeln und leckerem Bier lassen wir es es uns gut gehen. Zum Abschluss gibt es noch ein Eis von „Kalise“ – das schmeckt wie ein Magnum Mandel – sooo lecker…

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Frisch gestärkt wandern wir durch Masca. Der kleine Ort ist nach den schweren Brände vor einigen Jahren wieder völlig hergestellt. Nur die schwarzen Stämme der vielen Palmen erinnern noch an das Inferno. Nach unserer kleinen Wanderung genießen wir auf der Terrasse eines der Restaurants bei einem leckeren Barraquito con Vitaminas lassen wir es uns so richtig gut gehen.

Mit vielen Zwischenstopps geht es über Santiago del Teide über die Serpentinen an den südlichen Hängen hinauf in die Canadas del Teide. Kurz vor Sonnenuntergang sind wir dort. Es ist jetzt etwa 19h und die Sonne wird in etwa 60 Minuten untergehen. Wenn wir das abwarten bekommen wir im Hotel nichts mehr zu Essen. Außerdem haben wir dort auf 2.300 Metern im Schatten nur noch 4°C und und uns bläst ein strammer Wind ins Gesicht. Also gibt es nur noch wenige Zwischenstopps, wir geben Gas und fahren den weniger kurvenreichen weg über La Esperanza, Agua Garcia und Tacoronte zurück nach Puerto de la Cruz. Im Hotel angekommen bin ich froh als ich das Auto endlich abstellen kann. Wir sind nun seit fast 10 Stunden unterwegs und ich bin die vielen Kurven leid. Der Kopf tut weh und ich habe irgendwie ziemlich heftige Zahnschmerzen. All das kommt mir vor als wäre ich von der Fliegerei des Vortages noch etwas angeschlagen.

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Da kommt es gerade recht, dass meine liebe Sandra mit mit einer Kopfschmerztablette beiseite steht. Es werde noch kurz einige Fotos dieses tollen Tages gesichtet und schon bin ich im Reich der Träume. Während ich dort bin träume ich von vielen weiteren Infrarot-Fotos mit der umgebauten Nikon D300. Anfangs war ich etwas skeptisch, aber nachdem ich neue IR-Filterglas vor dem Chip einer gründlichen Reinigung unterzogen habe, bleiben je Foto aktuell vier kleine Staubkrümel die immer wieder weggestempelt werden müssen. Das ist etwas lästig, aber damit kann man andererseits auch recht gut leben.

Denn derart krasse Infrarot-Fotografien wären in dieser Einfachheit und diesem enormen Tempo anders nicht möglich. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich das erste Foto ganz oben mit dem Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm gemacht habe. Alle anderen Fotos habe ich mit dem famosen Nikon AF-S VR 16-85mm aufgenommen. Dieses Objektiv eignet sich für Infrarot wirklich ganz vorzüglich. Lediglich bei direktem Fotografieren in die Sonne sieht man sehr viele Lichtreflexe auf den Oberflächen der vielen Linsen. Hier ist ggf. ein Lensbaby oder etwas ähnlich primitives im Vorteil.

Fazit

Der Umbau der D300 war mit 529,- Euro nicht ganz billig, aber es war dennoch eine mehr als lohnenswerte Investition. Der Kamera merkt man nicht an, dass sie umgebaut wurde. Das gesamt Handling ist praktisch unverändert. Lediglich die Belichtungsmessung funktioniert nun etwas anders. Bei hellem Tageslicht muss man den Belichtungsmesser um +2EV korrigieren. Dann ist fast alles korrekt belichtet. Für die Kontrolle der Bilder habe ich mir die Kamera so eingestellt, dass sie eine Schwarz-Weiss-Konvertierung macht. Das Active-Delithing ist abgeschaltet, der Kontrast voll aufgedreht. Damit ergeben sich Vorschaubilder die dem “erstrebten Ziel” schon recht nahe kommen.

Hier noch einige Fotos dieses wunderbaren Tages…

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Teneriffa 2013 – Tag 1 – Infrarot mit der Nikon D300

Eigentlich hatten wir für meinen Geburtstag eine Tour mit dem Cabrio in den sonnigen Süden geplant. Wir wollten uns treiben lassen und mal schauen wohin es uns verschlägt. Erst einmal den Rhein hinauf, dann durch die Schweiz, vielleicht nach Italien oder Österreich? Doch dann kam alles anders…

(Alle Fotos 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Am vorletzten Wochenende soll der dunkelste und kälteste Winter der letzten Jahre endlich zu Ende gehen. Doch ein Hochdruckgebiet im Norden blockiert die warmen Luftströme die aus dem Norden Afrikas über Spanien hinweg warme Luft nach Deutschland bringen könnten. Statt dessen bläst ein unerbittlicher kalter Wind und obwohl es fast Ostern ist erfrieren den Bauern die Kartoffeln auf den Feldern. Keine guten Voraussetzungen für eine entspannte schöne „Oben-Ohne-Tour“ mit dem Cabrio. Als mir dies am Samstagabend klar wird, schläft meine Freundin Sandra neben mir bereits tief und fest. Was wäre eine schöne Alternative? Ich schaue hier und da, wende die Weltkarte bei Google-Earth hin und her und komme letztlich zu keinem Ergebnis.

Statt der Tour mit dem Cabrio könnte es auch eine schöne Reise sein, kurz und knackig sollte sie sein, nicht zu teuer und ganz spontan zu buchen. Es sollte etwas sein wofür es keine Impfung braucht, kein Visum und keinen Reisepass, denn der ist wieder einmal nicht mehr dort wo ich ihn glaubte zuletzt sorgfältig abgelegt zu haben.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Irgendwann lande ich wieder bei den Kanarischen Inseln. La Palma wäre eine Option, vielleicht auch mal La Gomera, oder Gran Canaria? Das Angebot der Last-Minute-Reisen ist gewaltig. Es gibt 7 Tage All-Inclusive für bspw. 347,- Euro pro Nase. Aber schaut man genauer hin, so kommen entweder weitere Gebühren hinzu oder die Hotels haben zusätzlich zu den zwei Sternen (Landeskategorie) noch mehrere hundert durchwachsene bis schlechte Bewertungen. Wenn schon eine Geburtstagsreise in die Sonne, dann nicht in einen alten verschimmelten Hotelbunker aus den 70er Jahren, da muss nicht sein… Und wie das immer ist, ich finde nichts obwohl das Angebot riesengroß ist. Die Nacht ist unruhig und am nächsten Morgen halten meine Freundin und ich „Urlaubs-Kriegsrat“. Am Ende sind wir der Meinung, dass es nichts schändliches ist nur einige Wochen nachdem wir zuletzt auf Teneriffa waren erneut dorthin zu fliegen. Gleiches Hotel, Halbpension, Air Berlin, Abflug von Köln Bonn und alles zusammen kostet für zwei Personen 1.400,- Euro. Beschlossen verkündet und gebucht – kaum zwei Wochen später geht es wieder einmal nach Teneriffa und wieder einmal in das Las Aguilas in Puerto de la Cruz. Bei Cicar habe ich einen „Neuen Opel Astra“ gebucht. Der kostest für 8 Tage 174,- Euro – All Inclusive – das ist drastisch billiger als daheim bei uns in Deutschland…

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Als die Reise vor der Türe steht bin ich irgendwie unruhig. Zwar fliege ich seit vielen Jahren beruflich und privat durch die Gegend, doch das Reisefieber kommt immer wieder auf wenn es eine Reise ist bei der man nichts vergessen sollte. Und ich habe schon wieder einiges vergessen. Der Reisepass ist nicht aufzufinden, sicher steckt er noch in einem Fotorucksack oder eine Notebooktasche, ich werde ihn finden, dessen bin ich mir sicher, aber wann wird das sein? Mein schönes kompaktes kleines Manfrotto Carbonstativ – es ist verschollen. Habe ich es meiner Freundin geliehen, liegt es in meinem Appartement in Mainz, im Auto im Kofferraum, wo nur? Alles nichts weltbewegendes, aber ich bin doch unruhig. Der Flieger geht am Samstagmorgen um 4h30 und als ich am Vorabend versuche um 20h wie auf Kommando einzuschlafen, klappt das natürlich nicht. Sandra kann das irgendwie, ich nicht. Während sie an der Matratze lauscht sitze ich in meinem Wohnzimmer und höre via Kopfhörer Musik. Auf dem Wohnzimmertisch liegt seit dem letzten Wochenende das Notebook meines Sohnes. Es ist irgendwie hingefallen, vorne links ist das Plastik etwas beschädigt und die Buchse für den Stromanschluss ist so geschickt herausgebrochen, dass sie beim Versuch das Ding mit Energie zu versorgen im Inneren dieses DELL Notebooks verschwindet. Mein Sohn war ratlos und da ich ja eigentlich alles kann, habe ich sein Notebook natürlich schnell mal zerlegt. Fast bis auf die letzte Schraube, denn erst dann kann man diese Buchse mit Klebstoff fixieren. Das habe ich gemacht und der Klebstoff hatte eine Woche lang Zeit wirklich gut auszuhärten. Ob ich dieses China-Plastik-Dings jemals wieder zusammen bekomme?

Nach einer Weile beschließe ich doch etwas gegen meine Schlaflosigkeit zu unternehmen und siehe da, eine Stunde später funktioniert nach dem zweiten Anlauf das Notebook meines Juniors wieder ganz vorzüglich. Es sind drei kleine Schrauben übrig, aber gefühlte 100 Schrauben habe ich wieder zurück geschraubt. Und trotz aller Sorgfalt kann ich die Gewinde nicht finden in die ich diese drei Schrauben drehen könnte. Die Uhr rückt langsam weiter, während ich auf dem Sofa Musik höre und darauf warte endlich einzuschlafen ist es dann plötzlich schon 1h am Morgen. Zeit aufzustehen, wirklich geschlafen habe ich indes nicht. Unter der Dusche versuche ich langsam wach zu werden. Eine Stunde später sind wir mit dem Auto unterwegs zum Flughafen. Es ist eine introvertierte ruhige Fahrt. Am Flughafen Köln/Bonn stellen wir das Auto kurz ab, wir sind mehr als gut in der Zeit. Schnell die Koffer raus und etwa 50 Meter weiter ist schon der Check-In von Air Berlin – das ist mehr als praktisch! Kurz darauf sind unsere Koffer aufgegeben, ich parke mein Auto im Parkhaus 3, Sandra bewacht unterdessen meine Fotoausrüstung, meinen Mac und meine Videokamera. Was Männer alles mitschleppen…

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Vom P3 zum Terminal sind es ein paar hundert Meter Fußweg, das geht schnell und als wir pünktlich um 4h30 abheben kommt langsam die Müdigkeit in mir auf. Auf meinem iPad habe ich die komplette zweite Staffel von Game Of Thrones. Aber ich schaffe nicht einmal eine Folge, da fallen mir schon die Augen zu. Als ich wach werde hänge ich total verdreht zwischen den engen Sitzen. Alles tut weh und die Leute die neben mir auf dem Gang darauf warten, dass sie endlich die Toilette benutzen dürfen versuchen zu überspielen, dass sie sich darüber amüsiert haben, dass ich mit offenem Mund neben ihnen in meinem Sitz wahrscheinlich lautstark geschnarcht habe.

Das Hochdruckgebiet im Norden hat heute endlich einen positiven Effekt, wir sind fast 30 Minuten schneller als geplant – Rückenwind ist ein effizientes Energiesparmittel. Warum baut Porsche nicht einfach Autos mit Rückenwind, die wären schneller und würden weniger Benzin verbrauchen…

Am Flughafen Teneriffa Süd angekommen bin ich ziemlich neben der Spur. Die Schultern tun weh, ich kann einfach nicht im sitzen schlafen. Während sich Sandra um die Koffer kümmert organisiere ich den Mietwagen. Alles klappt wie immer problemlos und zügig. Unser neuer Opel Astra ist dann aber ein paar Jahre alt, auf dem Tacho stehen 78.000 Kilometer. In Deutschland wäre dieses Auto längst ausgemustert, aber wir sind rein geografisch gesehen in Afrika und das Ding kostet eben für 8 Tage ganze 174 Euro! Also los zum Hotel. Den Weg fahre ich schon wie im Schlaf, das ist auch gut so denn langsam beginne ich gegen selbigen anzukämpfen. Als wir nach etwa einer Stunde am Hotel eintreffen ist es gerade mal 9h am Morgen. Unser Zimmer ist noch nicht fertig. Kein Problem, wir können die Koffer im Büro hinter der Rezeption abstellen. Es geht zum Frühstück und das ist eine Wucht. Während wir auf das Tal von La Orotava schauen bin ich froh, dass wir hier am Morgen bei 18°C draußen sitzen und gemütlich einen Kaffee trinken können. Diese Insel ist begnadet, das denke ich mir immer wieder. Gegen 11h ist das Zimmer fertig und wir beziehen unser neues Zuhause. Diesmal sind wir auf der anderen Seite, unser Balkon weist nicht nach Nord zum Meer, sondern nach Süden auf die Berge. Kein Problem, hier ist es wärmer, denn in diese Zimmer scheint den ganzen Tag die Sonne. Im Hochsommer eher ein Nachteil, so ist es im Frühjahr hier einfach etwas wärmer. Auf den Einbau einer Heizung wird auf den „Inseln des ewigen Frühlings“ gern verzichtet. Mich stört das nicht so sehr, aber vielen Frauen ist es hier im Winter dann oft doch ein wenig zu kalt. Im Dezember hatten wir im Zimmer auf der anderen Seite des Korridors einen kleinen Heizlüfter den uns mein Freund Wolfgang ausgeliehen hatte.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Derlei Gerät ist im April auf der Südseite des Hotels nicht mehr von Nöten. Während ich mein Notebook anwerfe nimmt meine Panasonic Videokamera bereits die erste kleine Zeitraffersequenz auf. Das macht sie wirklich gut und es ist soooo einfach. Nichts klappert, nichts klickt und nichts muss nachbearbeitet werden. Einfach im Menü einstellen, dass man eine Zeitraffersequenz aufnehmen möchte, das Zeitintervall einstellen und los geht‘s – sehr praktisch diese kleine Kamera!

Das WLAN wurde scheinbar umgebaut oder aufgestockt, auf dem Balkon klappt es sehr gut und 24 WiFi-Zeitstunden kosten 5 Euro. Surft man täglich 3 Stunden lang im Web, so kommt man damit eine Woche lang über die Runden. Damit kann ich gut leben. Im letzten Jahr haben 5 Tage WiFi in Hotel Rigiblick in der Schweiz 69,- Euro gekostet! Das ist hier deutlich preiswerter und sorgt für weniger Verdruss.

So gegen 12h machen wir uns auf den Weg ins Einkaufszentrum auf der anderen Seite der Autobahn unterhalb des Hügels auf dem unser Hotel thront. Im „Alcampo“ besorgen wir uns Shampoo, Kekse, Wasser, Bier und was man sonst noch alles braucht. Danach geht es zur Finca San Juan zu Jo Schlichting. Wir waren nun schon ein paar Wochen nicht mehr dort und irgendwie haben wir „Heimweh“. Natürlich interessiert es uns auch wie es dort mit der Bewirtung des Restaurants weiter geht. Auf der Finca angekommen ist die Freude groß als wir Jo und seine Frau Karo dort antreffen. Zusammen mit Koch Helmut schmeißt sie jetzt dort den Laden. Und der geht scheinbar richtig gut. Heute sind mehrere Gesellschaften dort, alles zusammen fast 75 Gäste. Am letzten Sonntag waren es 150 Gäste – Qualität zahlt sich aus und wir hoffen sehr, dass wir noch oft zum Brunchen oder Abendessen auf dieser tollen FInca sein dürfen. Gegen 15h verabschieden wir uns wieder und ich habe endlich Zeit ein par Fotos mit der auf Infrarot umgebauten Nikon D300 aufzunehmen. Später im Hotel bin ich dann echt hingerissen von den Ergebnissen. Und alles ist so einfach! Nichts Stativ, Filter ab – dran – ab – dran – ab – 30 Sekunden belichten – Rauschunterdrückung trallala – einfach ISO-200 einstellen, Blende 8 und „Klick“. Bei einer 1/250s gelingen scharfe Infrarot-Fotos aus dem Handgelenk – das ist mehr als cool!!
Während ich mich an den tollen Infrarot-Fotos freue und überlege warum ich mich mit der D800E und all den Objektiven abschleppe, holt die mich die vergangene Nacht dann doch noch ein.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Als Sandra mich weckt ist es fast 18h. Ich habe etwa zwei Stunden geschlafen – endlich – geholfen hat es allerdings nur begrenzt. Ich fühle mich als hätte mich ein Pferd getreten. Etwas später wandern wir durch die weitläufigen Außenanlagen des Hotels und ich versuche langsam wieder wach zu werden. Um, kurz vor 19h gibt es dann ein echt tolles Abendessen. Die Qualität der Speisen hat sich seit meinem ersten Besuch im Jahre 2008 sehr gebessert. Es gibt eine riesige Auswahl und das Angebotene schmeckt zumeist sehr gut. Bei Spanferkel mit Reis und Kürbis-Gemüse genieße ich ein großes Glas kaltes frisches Bier. Ich bin angekommen!

Gegen 20h sind wir wieder im Hotel. Ich kann nun mit dem Mac im Bett sitzen, neben mir ein Radler aus dem Alcampo und im Geiste lasse ich einen langen schönen Tag Revue passieren. Diese Insel hat mich in ihren Bann gezogen und ich werde wohl zu Weihnachten wieder hier sein. Es ist einfach zu schön hier. Die Menschen sind freundlich und das Leben als Urlauber ist hier mehr als unkompliziert. In der Werbung würde man es „I am loving it“ nennen :-)

Zum Abschluss noch ein Foto mit dem 10,5mm Fisheye vom Balkon unserer Suite. Das sieht übrigens wilder aus als es ist. Schließt man die Türen ist es ziemlich ruhig hier oben.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-D 2.8/10,5mm

Gute Nacht liebe Freunde, morgen geht der Wettstreit “neu fett und teuer” gegen “alt abgewetzt und cool” weiter. Was für ein Wettstreit soll das denn sein fragt ihr euch jetzt vielleicht? Ganz einfach, es ist der Wettstreit – nehme ich die D800E oder die umgebaute D300 mit? Wie er ausgeht – wir werden es sehen…


Teneriffa 2012 – Das große Video

Tagelang habe ich kopiert, geschoben, geschnitten und vertont. Endlich ist es fertig, mein Video zur Reise nach Teneriffa im Dezember 2012. Unendlich viel Material ist der digitalen Schere zum Opfer gefallen und dennoch hat das Video satte 37:40 Minuten. Es ist also wieder einmal ein ausführliches “Special Interest Video” geworden. Damit ist es nichts für den schnellen Konsum auf dem Handy in der Straßenbahn, ich hoffe ihr könnt Euch entspannt zurücklehnen und die Bilder dieser tollen Insel genießen.

Das Video ist zu wesentlichen Teilen mit der wirklich superguten Panasonic HC-X909 gefilmt. Zwischendurch habe ich immer mal wieder die Nikon D800E verwendet. Schaut mal genau hin, seht Ihr den Unterschied? Bei den Gorillas war der Akku der Panasonic am Ende und daher habe ich diese Sequenz mit der D800E und dem alt ehrwürdigen Nikon AF-D VR 80-400mm Telezoom gefilmt. Das Ding ist ein wenig sperrig, aber schafft man es richtig zu fokussieren, so kann man damit großartige Videosquenzen erstellen.

Die Panasonic HC-X909 gibt es aktuell bei amazon.de bereits für etwa 800,- Euro. Mein Exemplar hat noch 950,- Euro gekostet!

Geschnitten habe ich das Video mit Apple Final-Cut-Pro-X (FCPX). Die Musik habe ich mit Garageband erstellt, da gibt es eine Funktion “Magic-Song”. Damit kann man Vorlagen für Musikstücke für verschiedene Stilrichtungen erzeugen. Man kann zwischen jeweils 5-6 verschiedenen Instrumenten wechseln, dies separat für Melodie, Schlagzeug, Bass, erste Gitarre, zweite Gitarre, Klavier usw. Damit ergeben sich je Stilrichtung etwa 6x6x6x6x6 Variationen für einen Song, schon cool! Und man kann diese Vorlagen dann in Garage-Band oder sogar in Logic-Studio weiter bearbeiten. Das ist es was Apple von Microsoft so deutlich unterscheidet. Diese Software gibt es auf dem Mac kostenlos und sie ist genial. Bei Microsoft hat man traditionell eher die Geschäftsanwender im Fokus, denen würde man so herrlich kreative Software wohl niemals an die Hand geben. Sie würden nur noch im Büro sitzen mit Garageband Musik machen und mit iMovie YouTube-Vidoes schneiden :-)

Damit ihr einen Eindruck von der Arbeit mit FCPX bekommt, habe ich hier ein paar Screenshots für Euch eingebunden. Im ersten Screenshot seht Ihr die komplette Timeline. Oben links sind einige importierte Clips zu sehen. Dort sieht man auch was verwendet wurde und was nicht. Oben rechts der Einstellungsbereich. Hier kann man Bild und Ton sehr weitreichend beeinflussen. Unten rechts sind die Übergänge zu sehen. Diese zieht man einfach per Drag & Drop zwischen zwei Clips und schon hat man einen Übergang. Anschließend kann man weitere Parameter einstellen.

Videoschnitt mit Apple Final Cut Pro X

Hier sehen wir jetzt oben rechts den Einstellbereich für die Farben. Ich habe fast nichts korrigiert weil die Kameras es meistens richtig machen. Aber wenn man doch einmal etwas korrigiert, dann kann man diese Einstellungen sehr einfach auf andere Clips übertragen, so dass sich ein homogenes Gesamtbild ergibt. Unten rechts sind die Optionen für den “Look” einzelner Clips zu sehen. Auch diese zieht man einfach per Drag & Drop auf den gewünschten Clip.

Videoschnitt mit Apple Final Cut Pro X

Zu guten Schluss noch der Präzisionseditor für den Video-Schnitt. Hier kann man wirklich sehr präzise auf der Ebene einzelner Bilder arbeiten. Rechts seht ihr den Bereich für die Titel-Vorlagen. Diese zieht man einfach dahin wo der Titel erscheinen soll. Man kann sie zwischen den Clips oder oberhalb der Clips einrasten. Sind sie oberhalb, so werden sie in den Clip eingeblendet. Durch Ziehen an den Enden und Schieben kann man Dauer und Position des Titels sehr einfach ändern. In der Vorschau macht man einen Doppelklick auf den Titel und kann dann dort den Text ändern. Zusätzlich hat jeder Titel einen Einstellbereich, dort kann man die Texte und weitere Einstellungen bearbeiten.

Videoschnitt mit Apple Final Cut Pro X

Über Verbesserungsvorschläge und konstruktive Kritik freue ich mich wie immer sehr. Ich wünsche Euch einen guten Start ins Jahr 2013, gutes Licht und viele schöne neue Filme :-)


Teneriffa 2012 – Die andere Seite

Auf dem Pico del Teide mit Nikon D800E

Statt täglich zu veröffentlichen was sie beeindruckt und bewegt, hat meine Freundin Sandra den Urlaub in zwei umfangreichen Artikeln zusammengefasst. Wer wissen will wie die “andere Seite” der Reise aussah, der wird hier fündig werden :-)

Tenerife 2012 - El Medano

Tenerife 2012 - El Medano


Teneriffa 2012 – Nachlese

Es ist der zweite Weihnachtsfeiertag 2012 und ich bin wieder zurück auf deutschem Boden. Die erste Nacht im eigenen Bett war eine Wohltat. So schön es auf Teneriffa auch ist, im eigenen Bett schläft es sich noch immer am besten. Den gesamten Weihnachtsstress haben wir verpasst. Statt noch schnell einen Weihnachtsbaum zu kaufen und dann festzustellen, dass die Schrauben am Christbaumständer verrostet sind, all das ist mir auch in diesem Jahr erspart geblieben. Statt gemeinsam mit hektischen leicht frustriert wirkenden jungen Männern in einem der Bonner Kaufhäuser nach einem Geschenk für die Kids und die Liebste zu suchen war ich mit Freunden im sonnigen Süden Teneriffas. An der “Surferbude” in El Medano gab es ein leckeres frühstück und danach eine ausgedehnte Wanderung am Strand. Das Thermometer ist bis auf 30°C geklettert und wir sind alle zusammen immer mal wieder am Meer stehen geblieben, haben uns grinsend angeschaut und dann etwas ungläubig im Chor gesagt “Hey, es ist Weihnachten…”

Zur Auflockerung des Textes habe ich hier einige Bilder aus der Panasonic HC-X909 eingefügt. Alle Bilder sind 1000 Pixel breit, einfach in einem neuen Fenster oder TAB öffnen wenn Ihr sie größer anschauen wollt.

Tenerife - Teneriffa - El Medano - Panasonic HC-X909

Für den Weg von El Medano zurück zum Hotel in Puerto de la Cruz haben wir uns den kurvenreichen Weg ausgesucht. Es ging vom Meer hoch bis auf 2250 Meter durch die Canadas del Teide und auf der anderen Seite wieder hinab über La Orotava zum Hotel. Eine tolle Tour und meine Freunde Alexandra und Walter haben bei allen Stops die Kameras gezückt und damit wie wild um sich geschossen. Teneriffa, bei diesem Begriff haben sie bislang eher an eine langweilige Urlaubsinsel für fußkranke Rentner gedacht. Dass sie hier eine solch majestätische Bergwelt voll schroffer Schönheit antreffen würden, das hat sie offensichtlich überrascht.

Teneriffa Tenerife 2012 - Panasonic HC-X909

Die Frage warum ich seit vielen Jahren immer wieder hierher komme, diese Frage hat sich für sie damit wohl beantwortet. Teneriffa hat mehr zu bieten als nur Strand, Meer und Sonne. Es ist ein Mikrokontinent voller Geheimnisse mit vielen Sehenswürdigkeiten und einer außerordentlich abwechslungsreichen Bergwelt. Zwischen all den Hotels und Touristen findet man hier auch Ruhe, man muss nur einwenig hinauf in die Berge fahren und schon ist man allein.

Teneriffa Tenerife 2012 - Panasonic HC-X909

Dementsprechend bin ich bei unserer Abreise wie immer ein wenig wehmütig. Diese Insel habe ich während der letzten Jahre einfach lieb gewonnen und ich fühle mich hier wie in einer zweiten Heimat. Somit ist auch unsere Fahrt zum Flughafen eher eine stille Angelegenheit. Der neue USB-Stick ist bereits in der Notebooktasche verpackt, also schweigt heute das Radio. Am ersten Weihnachtsfeiertag sie die meisten Bewohner am Morgen noch daheim bei ihren Familien. Die Touristen vielleicht gerade beim Frühstück und wir fast ganz allein auf der Autobahn. Vom täglichen Stau vor La Laguna ist nichts zu sehen und die Fahrt zum Flughafen klappt in Rekordzeit von etwa 50 Minuten. Schnell das Auto abgeben und auf zum Check-In. Dort warten wir nur kurz und sind als zweites Paar an der Reihe. Bei den Sicherheitskontrollen ist nichts los, alles geht in Sekundenschnelle. Danach haben wir zwei Stunden Zeit. Sandra liest ihre neuen Bücher auf dem amazon-Kindle den ich ihr zum letzten Geburtstag geschenkt habe. Dieses kleine Ding ist überaus praktisch. Man kann einen großen Stapel spannender Krimis mit in den Urlaub nehmen und all das wiegt fast nichts. Vor einigen Jahren noch ein Wunschtraum, heute praktische Realität.

Teneriffa Tenerife 2012 - Panasonic HC-X909

Durch den frühen Check-In haben wir tolle Plätze. Ich sitze weit vorn auf Platz 6A, direkt am Fenster noch vor den Triebwerken. Hier ist die Sicht ganz großartig und ich freue mich schon auf den Flug. Mit der Panasonic HC-X909 filme ich immer wieder kurze Sequenzen und freue mich insgeheim schon auf mein “Heimreise-Video”. In Düsseldorf angekommen geht es mit dem Skytrain zum Flughafenbahnhof und dann ein Stück zu Fuß zu meinem Auto. Es ist noch alles in bester Ordnung, nur die Bremsen sind wieder einmal völlig festgerostet. Das feuchte Wetter und das viele Salz auf den Straßen haben ihre Spuren hinterlassen.

Teneriffa Tenerife 2012 - Panasonic HC-X909

Als wir daheim ankommen freuen wir uns auf einen spannenden Krimi via Apple-TV und unsere vertrauten Betten. Endlich wieder richtige Kopfkissen und leichte warme Bettdecken. Daheim ist es irgendwie auch ganz schön.

Während meine Freundin am nächsten Tag unterwegs zu ihrer Wohnung ist, sichte ich die “Beute” der letzten beiden Tage auf Teneriffa. Meine schwere Fotoausrüstung habe ich im Hotel gelassen und nur mit der kleinen Panasonic Videokamera gefilmt und fotografiert.  Die Ergebnisse sind erstaunlich gut. Die Kamera kann eigentlich alles was man sich in einem Urlaub wünscht. Wer keine riesigen Prints drucken und mit Infrarotfilter usw. fotografieren will, für den ist die Panasonic HC-X909 der perfekte Urlaubsbegleiter.

Teneriffa Tenerife 2012 - Panasonic HC-X909

Verglichen mit den letzten Reisen war es diesmal sogar relativ preiswerte. Die Reise haben wir via Internetplattform OPODO gebucht und sind letztlich bei Neckermann gelandet. Die beiden Non-Stop Flüge Düsseldorf – Teneriffa – Düsseldorf wurde von Condor und Air Berlin durchgeführt. Beides durchaus gute Fluglinien mit gutem Service und ordentlichen Bedingungen. Inkl. Hotel und Frühstück hat mich diese 16 tägige Reise für zwei Personen 1.305,- Euro gekostet. Für den Mietwagen hat CICAR 240 Euro abgerechnet. Drei Abendessen im Hotel haben inkl. Minibar & Co. etwa 100 Euro gekostet. Für 168h Stunden Internet habe ich 20 Euro bezahlt. benötigt habe ich davon allerdings nur einen Bruchteil. Es heißt “7 Tage für 20 Euro” – damit sind wirklich 7 Tage gemeint – Non-Stop!! Hätte ich für 5 Euro 24 Stunden gebucht, so wäre dies wohl völlig ausreichend gewesen. Die Zimmermädchen haben 20 Euro bekommen, ich habe viermal getankt und bin fast 2.000 Kilometer mit einem recht ordentlichen Opel Astra gefahren. Für Mittagessen und Getränke sind nochmals etwa 500,- Euro draufgegangen.

Alles in allem also keine billige Reise, aber auch nicht so richtig teuer. Wer All-Inclusive bucht, den Shuttel-Bus nutzt, keinen Mietwagen fährt und sich nur am Pool herumtreibt, der kann hier für etwa 400 Euro pro Woche und Person einen sehr sonnige Winterzeit verbringen.


Teneriffa 2012 – Tag 16

Heimreise

Morgen soll es um 9h zum Frühstück auf die gegenüberliegende Seite der Insel gehen. Dort gibt es am Strand von El Medano eine kleine „Surferbude“ die ab 10h ein gutes Frühstück serviert. Danach „gehen die Männer fotografieren und die Frauen vergnügen sich am Strand“. Meine Freunde Walter und Alexandra werden auch wieder dabei sein. Nach dem Besuch im sonnigen Süden wollen wir vorbei am Pico del Teide zurück nach Puerto de la Cruz fahren.

Monasterio Los Realejos - Tenerife - Teneriffa

Abends gibt es dann im Monasterio für uns ein göttliches Weihnachtsmenü mit 5 Gängen. Danach heißt es dann die Koffer zu packen und am Dienstag wieder heim ins kalte Deutschland zu fliegen – igittt…. Gern wäre ich noch eine Woche länger geblieben, setzt doch gerade erst die richtige Erholung ein. Aber meine Freundin muss nach Weihnachten gleich wieder arbeiten. Ein gelungener Jahresabschluss war diese Reise dennoch.


Teneriffa 2012 – Tag 15

Der kleine Waldspaziergang

Am Tag nach meiner schlaffen Vorstellung oben am Pico del Teide soll es eine kleine Wanderung in den Wäldern oberhalb von El Sauzal geben. Wir wollen uns um 10h am Mirador de Humboldt oberhalb von La Orotava treffen.

Ausblick vom Mirador Humboldt

Sandra fühlt sich am Morgen gar nicht gut und beschließt im Hotel zu bleiben. Ich greife mir nach den Erfahrungen des Vortages nur die kleine leichte Videokamera, das kleine Manfrotto Carbon-Stativ und einige kleine Tüten mir Fruchtsaft. Nach dem reichhaltigen Frühstück fahre ich dann allein hinüber zum Lieblingsplatz des Alexander von Humboldt. Wenig später treffen dann auch meine Wanderfreunde ein. Es geht ein Stück über die Autobahn in Richtung Norden bis wir ins El Sauzal abbiegen und steil den Berg hinauf fahren. Die Straßen sind ein wenig abenteuerlich aber das kenne ich inzwischen und es ängstigt mich hier fast nichts mehr. Nach einer Weile erreichen wir bei 935 Höhenmetern mitten in einem Waldstück einen dieser großen Grillplätze die für Teneriffa so typisch sind. Hier treffen sich die Familien am Wochenende um gemeinsam zu grillen und den Tag zu genießen.

Ausblick vom Mirador Humboldt

Wir grillen auch heute nichts sondern machen eine kleine Wanderung. Es ist mehr ein Spaziergang durch abwechslungsreiche urige dichte Wälder. Etwa zwei Stunden später kehren wir in einem Lokal in der Nähe von Agua Garcia ein. Dort sind frittierte Champignons mit einer speziellen Avocado-Creme die Spezialität des Hauses. Dazu gibt es große Kalbsschnitzel und ein leckeres kaltes Bier – genial!

Zum Dessert fahren wir den Berg hinab zu der tollen Eisdiele die am Mittwoch geschlossen hatte. Es ist ein Italiener aus Venedig der hier Eis in guter Qualität mit einem überwältigenden Ausblick serviert. So kann man es aushalten!

Nach diesem Dessert trennen sich dann wieder unsere Wege, bis zum nächsten Jahr!

Es geht zum Hotel, dort wartet meine Freundin Sandra schon. Es geht ihr etwas besser, sie hat wieder Hunger – das ist ein gutes Zeichen. Gemeinsam mit meinen beiden Freunden Alexandra und Walter, die gestern hier eingetroffen sind, besuchen wir erneut unser Lieblingsrestaurant, das Monasterio. Nach einer kleinen Besichtigungsrunde gibt es für uns noch etwas zu Trinken. Sandra gönnt ihrem strapazierten Magen eine gesunde Hühnersuppe.

Ausblick vom Mirador Humboldt

Gegen 20h sind es hier noch 19°C. Wir sitzen etwas geschützt fast unter freiem Himmel. Walter erwähnt gelegentlich, dass wir morgen Weihnachten haben und dass es deutlich wärmer als in Deutschland ist. Auch Alexandra kann es kaum glauben. Gestern bei meiner Abreise zum Pico del Teide zeigte das Thermometer um 7h in der Frühe bereits 19°C. Während der Fahrt hinauf zum Pico del Teide fiel das Thermometer auf 200 Höhenmetern jeweils um 1°C. Als ich an der unteren Station der Seilbahn eintraf waren es noch 9°C. Oben knapp unterhalb des Gipfels waren es im Schatten zunächst etwa 2°C. In der Sonne hat es sich allerdings nicht so kalt angefühlt.

Monasterio - Los Realejos - Tenerife - Teneriffa

Wirklich fotografiert habe ich heute nicht. Nach der Erfahrung des Vortages wollte ich mir die schöne Wanderung mit der schweren Fotoausrüstung nicht vermiesen. Die Fotos in diesem Artikel habe ich mit der Panasonic HC-X909 am Mirador Humboldt aufgenommen.


Teneriffa 2012 – Tag 14

Gipfelstürmer

Als der 14. Tag für mich anbricht ist es 6:30. Ich beeile mich so gut es geht und bin um kurz vor 7h auf der Autobahn. Mein Ziel ist die Seilbahn die hier auf den schönen Namen „Teleferico“ hört. Dort will ich mich mit meinem facebook-Freund Aschraf treffen und ihn endlich im „richtigen Leben“ kennenlernen. Als ich die Mondlandschaft des ” Parque National del Teide” in etwa 2200 Metern erreiche geht gerade die Sonne auf. Der zierlichen Wolkenstreifen am Himmel leuchten in zartem Rosa und über der Kraterwand der Canadas del Teide wird es langsam hell. Ich halte kurz an und montiere meine kleine GoPro HD HERO 1080 an das hintere linke Seitenfenster. Nachdem sie gestartet ist und ich mich versichert habe, dass sie auch gerade ausgerichtet ist, geht es weiter um Fuße des höchsten Berges der Spanier. Ein paar Minuten später treffe ich dort und. Es ist jetzt etwa 8:30 und ich bin der erste Besucher. Schnell ist das Auto geparkt, ich springe wie elektrisiert heraus, reiße den Kofferraum auf und baue in Windeseile mein kleines Video-Stativ auf. Die GoPro wird provisorisch auf eine kleine Mauer gelegt und so filmen zwei Kameras diesen kostenlose tägliche Naturschauspiel. Mit der Nikon D800E mache ich schnell ein paar Fotos und bin überrascht, dass das ganze Schauspiel nur einige wenige Minuten dauert.

Nikon D800E - Sunrise - Tenerife - Teneriffa

Danach ist es hell und die Sonne scheint mir fröhlich ins Gesicht. Die ersten Mitarbeiter am Teleferico sind schon bei ihrer täglichen ersten Testfahrt. Während ich mir das Schauspiel ansehe treffen nach und nach die Mitarbeiter ein. Etwa 25 Menschen scheinen hier Tag für Tag zu arbeiten. Aus einem Kleinbus steigen etliche Frauen aus und schleppen Kisten mit frischem Salat, Obst und Gemüse heran. Wenig später trudeln dann auch die ersten Touristen ein. Es ist eine Gruppe junger Spanier. Sie sind gut ausgerüstet, haben Wanderstöcke und kontrollieren am Auto nochmals ihre Ausrüstung. Sie packen Getränke und ein paar kleine Snacks ein. Dann gesellen sie sich zu mir dazu. Aschraf ist inzwischen auch eingetrudelt. Gemeinsam warten wir darauf eintreten zu dürfen. An der Kasse darf ich für 33,- Euro das erste Ticket des Tages lösen – Yeah! Aschraf löst Ticket Nr. 2 und wenige Minuten später geht es schon mit der Seilbahn den Berg hinauf. Als wir oben eintreffen steht dort eine Gruppe Wanderer die wahrscheinlich in der kleinen Hütte unterhalb des Gipfels übernachtet hat, um sich den grandiosen Sonnenaufgang über Gran Canaria in luftiger Höhe anzuschauen. Sie wirken schlapp und müde und es sieht aus als würden sie sich sehr auf die Abfahrt freuen.

Nikon D800E - Sunrise - Tenerife - Teneriffa

Aschraf und ich sind heute die ersten beiden Touristen die bergauf gefahren sind. Ich selbst war eine Weile nicht mehr hier oben und mir ist nicht ganz klar ob wir links oder rechts herum müssen. Wir entscheiden uns für links und trödeln quatschend den Weg hinauf. Die Aussicht ist grandios und wir verharren um den Augenblick zu genießen, da ruft uns von unten einer der Teleferico-Mitarbeiter zurück. Wir sind auf dem Weg zum Gipfel und ohne Genehmigung dürfen wir dort nicht hinauf. Die Genehmigung bekommt man inzwischen auch via Internet, das ist in den letzten Jahren alles viel einfacher geworden. Aber wir haben leider keine Exemplar dieses magischen Passierscheines. Ich bin ein wenig zerknirscht, hätten wir nicht so getrödelt, wir wären schon fast oben gewesen und niemand hätte uns zurück gepfiffen. So müssen wir uns wie erwartet mit der kleinen Fotorunde begnügen. Schade eigentlich, aber rein fotografisch gesehen durchaus wertvoll.

Wir laufen also zurück zur Station der Seilbahn und dann auf der gegenüberliegenden Seite in Richtung Westen. Von dort führt uns ein gut ausgebauter Wanderweg bergabwärts bis zu einem famosen Aussichtspunkt. Dort war ich bereits in den Jahren zuvor und es ist immer wieder atemberaubend. Heute ist es recht klar und wir können La Palma, La Gomera und El Hierro sehen. Vor uns liegt der Krater des jüngsten Vulkanes der Insel, der Pico Viejo. Sein Krater hat einen Durchmesser von ca. 800 Metern und ist etwas 250 Meter tief. Ehrfürchtig halten wir Inne und beschließen einige Höhenmeter in Richtung Pico Viejo abzusteigen. Hier ist der Weg deutlich anspruchsvoller, es ist mehr Krakseln als Wandern. Wir haben keine Wanderstöcke dabei und suchen mit den Händen Halt an den großen schwarzen Lavabrocken. Doch diese sind scharfkantig und rau, ein paar Handschuhe wären jetzt nicht verkehrt. Nach einer Weile müssen wir einsehen, dass wir mit unseren schweren Kamerarucksäcken besser nicht noch weiter absteigen sollten. Der Pico Viejo sieht aus als sei er zum Greifen nahe, aber es sind noch etwas 400 Höhenmeter die uns von der Kante des Kraterrandes trennen.  Und dieser Krater ist wirklich gewaltig, auch wenn er aus luftiger Höhe recht “unscheinbar” wirkt!

An einer etwas breiteren Stelle halten wir an und bringen unsere Kameras in Stellung.

Der Dunst über den Inseln wird langsam stärker. Ich entschließe mich den IR-72 Infrarotfilter einzusetzen. Damit erhalte ich zwar nur Schwarz-Weiss-Bilder, aber dieser Filter sieht praktisch durch den Dunst hindurch. Wolken vermag er nicht zu durchdringen, aber leichter Dunst verschwindet wie von Geisterhand. Während ich Bild um Bild knipse, experimentiert Aschraf auch mit einem IR-Filter. Er ist mit den Ergebnissen eher unzufrieden. Allerdings hat seine Canon keinen Infrarot-Sperrfilter eingebaut. Er kann also im Live-View Modus auf dem Display sehr schön sehen was die Kamera fotografieren würde. Aber es ist alles dunkelrot und sehr kontrastarm. Ich gebe ihm den Tipp die Kamera in den Schwarz-Weiss-Modus zu bringen, einen Rot-Filter zu simulieren und den Kontrast so weit wie möglich zu steigern. Danach zeigt seine Canon im Live-View ein recht realistisches Bild dessen was die Kamera letztlich in den RAW-Bildern aufzeichnen wird.

Teneriffa - Nikon D800E - Infrared - Infrarot - Tenerife

Als wir unsere Session beendet haben machen wir uns auf den Rückweg zur Seilbahn. Ich habe morgens nur einen Schluck Wasser getrunken und bin dann recht überstürzt zum Auto gehastet. Weil mich der Sonnenaufgang so fasziniert hat habe ich vergessen etwas zu trinken und zu essen vom Kofferraum meines Autos in meinen Fotorucksack umzupacken. Das rächt sich jetzt. Hungrig und durstig kämpfe ich mich mit dem schweren Rucksack und zwei Stativen durch die scharfkantigen Lava-Brocken den Berg hinauf. Alle paar Meter muss ich stehen bleiben weil ich kaum noch Luft bekomme. Ich bin total überrascht, auf dem Hinweg war alles noch ganz cool und jetzt das? Ich fühle mich schlapp und entkräftet, aber nach einer kurzen Pause geht es wieder weiter. Mit der Zeit werden Pausen länger und die Intervalle kürzer. Obwohl es nur noch ein paar hundert Meter bis zur Seilbahn sind scheint sie mir in weiter Ferne zu sein. Während ich nach Luft ringe kommt mir eine ältere Dame entgegen, schaut mich grinsend an und sagt „Are you a smoker?“ Nein bin ich nicht, meine erste und letzte Zigarette habe ich mit 14 gequalmt. Nach meinem ersten Lungenzug war es mir furchtbar übel und ich habe es bleiben lassen. Gott sei dank!!

Als wir nach echt langer Zeit endlich an der Seilbahn angekommen ist mir schwindelig und übel. Ich kann mich nur mit Mühe auf den Beinen halten und bin froh auf einem von der Sonne durchgewärmten Mauervorsprung ausruhen zu können. Aschraf geht mal schauen ob es nicht etwas zu Trinken oder zu Essen gibt. Aber einen Kiosk gibt es hier oben nicht, hier ist jeder für sich selbst verantwortlich. Alle haben etwas zu Essen und zu trinken dabei, nur wir zwei nicht. Statt dessen habe ich fünf Objektive, mehrere Speicherkarten, eine Videokamera und zwei Stative im Gepäck. All das ist gerade eher eine Belastung als eine Hilfe.

Mir fällt auf wie mich einer der Teleferico-Mitarbeiter mustert. Er hat eine Basball-Kappe auf, trägt eine große Sonnenbrille und hat weite Teile seines Gesichts hinter einem Halstuch verborgen. Er arbeitet hier Tag für Tag und er wird wissen warum. Einige Augenblicke später läuft ein junges Paar an mir vorbei. Sie trägt Schuhe die diesen Namen eigentlich nicht verdienen, es sieht aus als könnte sie damit Ballett tanzen. Dazu eine kurze Hose die aussieht als wären ihr knapp unter dem Schritt die Hosenbeine abgerissen worden. Wenn mir nicht schon schwindelig wäre, das wäre der Moment dafür :-)

Als dieses junge Mädchen dann plötzlich in sich zusammen sackt ist der Teleferico-Mitarbeiter sofort zu Stelle. Sie wird flach hingelegt und jemand hält ihre nackten Beine mit den Schuhen die keine sind in die Höhe. Wenig später liegt sie halb ohnmächtig in der Kabine der Seilbahn. Eingewickelt in eine Decke wird sie in wenigen Minuten etwa 1.400 Meter weit „abgeseilt“. Ich selbst warte inzwischen sehnsüchtig darauf ihr folgen zu dürfen. Da kommt auch schon die zweite Kabine oben an. Sie ist jetzt also unten. Schnell rein in die Kabine und da geht es auch schon los. Ich muss mich festhalten um nicht umzukippen. Als wir wenige Minuten später unten auf 2.250 Metern eintreffen geht es mir schon etwas besser. Wir gehen rüber zum Restaurant und ich bin froh als ich an einem freien Tische einen Sitzplatz finde. Aschraf rettet mich kurz darauf mit einer frischen kalten Cola, einer leckeren Kanarischen Banane und dem wunderbarsten Kuchen den ich seit langem gegessen habe. Schnell geht es mir wieder besser und wir beginnen über die Vor- und Nachteile des Nikon- sowie des Canon-Kamerasystems zu philosophieren. Wenn ich das kann, und das kann ich gut, dann geht es mir definitiv wieder besser :-)

Nach etwa einer Stunde bin ich wieder hergestellt und wir beschließen zu den „Los Roques“ zu fahren. Es ist nicht weit, wir können sie von der unteren Station der Seilbahn aus sehen. Dort machen wir eine kleine Wanderung und sind immer wieder erstaunt wie genial hier oben das Licht ist und was diese Landschaft aus geologischer wie fotografischer Sicht für ihre Besucher bereit hält.

Pico del Teide Sunset - Los Roques

Um etwa 17h müssen Aschraf und ich uns dann leider verabschieden. Ich fahre zurück zum Hotel, dank der freien Straßen treffe ich schon um 18h dort ein.

Während der introvertierten Fahrt den Berg hinab lasse ich den Tag Revue passieren. Fotografisch gesehen war alles bestens, aber wir konnten es nicht richtig ausnutzen weil mir die Puste ausgegangen ist. Es war fahrlässig und dumm ohne Getränke und etwas zu Essen dort hinaufzufahren. Alles in allem habe ich meinem Körper am Morgen in etwa 2h einen Unterschied von fast 3.800 Höhenmetern zugemutet. Das alles ohne Essen mit viel zu schwerer Fotoausrüstung, das musste schief gehen. Beim nächsten Mal nehme ich weniger Gepäck mit und habe bestimmt ein paar Müsli-Riegel und das eine oder andere zuckerhaltige Erfrischungsgetränk dabei.

Hier zum Vergleich noch ein “normales” Foto ganz ohne Infrarot-Filter. Man sieht sehr deutlich den Dunst der die anderen Inseln umschließt. Vergleicht man dieses Bild mit der Infrarot-Variante, so ist diese sichtbar klarer und akzentuierter. 

Nikon D800E - Sunrise - Tenerife - Teneriffa

Zurück am Hotel ist Sandra recht entspannt. Sie hat wieder einen schönen Tag in Puerto de la Cruz verbracht. Gemeinsam fahren wir rüber zum Monasterio und gönnen uns ein leckeres Abendessen. Ich habe das Gefühl, dass ich nach diesem Tag Energie brauche und esse ein saftiges Filet-Steak. Das kommt jetzt echt gut, dazu ein Bier und ich bin reif für die Nacht. Später im Hotel werden dann auch nur schnell die Bilder des Tages auf die neue externe Festplatte gesichert. Danach geht es recht früh ins Bett. Dieser Berg da oben hat mich heute echt fertig gemacht. Man wird nicht jünger, das habe ich heute wieder einmal bemerkt.

Nikon D800E - Nikon AF-S 2.8/24-70mm

Nikon D800E - Nikon AF-S 2.8/24-70mm


Teneriffa 2012 – Tag 13

Best Canarian Sunset (ever)

Die Tage hier auf Teneriffa sind gezählt. Nicht mehr lang und das fiese nasskalte deutsche Schmuddelwetter hat uns zurück. Die letzten Stunden sind damit umso wertvoller und heute wollen wir es uns so richtig schön machen.

Canarian Sunset - Nikon D800E - Tenerife - Teneriffa

Nach dem Frühstück geht es in Richtung Westen zum niedlichen Örtchen Garachico. Dort waren wir schon oft und Sandra liebt diesen wunderbaren kleinen Ort. Unter einem Strohdach mit Blick auf das Meer und die Naturschwimmbäder gibt es Seezunge auf „Kanarische Art“. Das heißt, dass die Seezunge in roter Mojo-Sauce und Gemüse serviert wird. Dazu gibt es die typischen in Meerwasser gekochten kleinen Schrumpel-Kartoffeln – ein Göttermahl. Wäre da nicht direkt vor uns dieses unmögliche deutsche Pärchen. Sie bemühen sich nicht einmal die jungen adretten Kellner auf Spanisch zu begrüßen. Statt dessen texten sie die jungen Männer auf Deutsch zu und mischen ein paar deplatzierte Vokabeln darunter welche sie der englischen Sprache zu entnehmen glauben. Nichts ist richtig wie es ist. Immer wenn der Keller neben ihm steht versucht er witzig zu sein und tätschelt den linken Unterarm des Kellners. Er ringt sich Sätze raus wie „You are a jokey man!“ Der Kellner versteht gar nichts und versucht auch diesen überspannten Gast professionell zu bedienen. Der Weißwein ist zu warm, sie bestellen sich Eiswürfel. Der Kellner versteht nicht was sie wollen. Da versucht sie zu übersetzen: „Ice on the rocks“ – keine Ahnung was sie sich dabei gedacht hat, aber Kellner scheint verstanden zu haben und kurze Zeit später steht ein Glas mit einer Zange und einigen Eiswürfeln auf dem Tisch.

Dann wird ihre Seezunge serviert. Sie ist auf einer ovalen Platte angerichtet, das passt ihnen nicht, es geht wieder los, sie versuchen zwei Teller zu bestellen. Als die Teller auf dem Tisch sind will er frischen Pfeffer. Der Kellner kennt das Wort „Pfeffer“ nicht. Daraufhin macht er eine Handbewegung die ein wenig daran erinnert als würde er mit einer Pfeffermühle hantieren. Der Kellner versteht diesen Brauch nicht, es ist hier auch höchst unüblich. „Boah eh der Fisch ist ja voll trocken…“ Nun schmeckt es ihnen nicht. Er trinkt Weißwein mit Eis und im Wechsel eine Pepsi. Dann ein Stück Seezunge, viel zu trocken… Als die Teller leer sind fragt der Kellner ob es ihnen geschmeckt hat. „No, es war nicht so gut, but that is our problem…“ Der Kellner versteht nur Bahnhof, dann ordert der Typ einen weiteren Liter Weißwein und einen Espresso. Der Kellner kennt versteht wieder nichts. Der Typ zeigt mit dem Finger auf die Eichmakierung der Weinkaraffe. Ok, er nickt und bringt eine neue Karaffe und gleich ein Glas mit Eiswürfeln dazu. Irgendwann kommt die nächste Karaffe die beiden haben jetzt den dritten Stuhl herangezogen, die Schuhe ausgezogen und ihre Käsefüße auf dem freien Stuhl gebettet. Nun beginnt er seine Zunge tief in ihren Hals zu stecken. Sandra kriegt langsam die Krise und ist kurz davor ihm eine Ohrfeige zu verpassen. Aber wird sind im Gegensatz zu diesem Typen gut erzogen, ordern auf Spanisch die Rechnung, geben ein großzügiges Trinkgeld und sagen dem wirklich souveränen jungen Kellner, dass es uns ganz ausgezeichnet geschmeckt hat. Er lächelt und verabschiedet uns bevor er sich wieder seinem „Traumpärchen“ widmet.

Sandra schnappt sich eine warme Jacke, ihren Rucksack und ihren Kindle. Während ich mich auf den Weg zum westlichsten Zipfel der Insel mache hängt sie ihre Füße in eines der Meerwasserbecken, fotografiert Krebse, geht spazieren und genießt den Tag. Auf dem Weg zum Punta de Teno zeigt das Thermometer in meinem Mietwagen zunächst 32°C, das Auto hat eine Weile in der Sonne gestanden.

Canarian Sunset - Nikon D800E - Tenerife - Teneriffa

Als ich am Punta de Teno eintreffe zeigt es noch lässige 25°C, so kann man es aushalten. Ich packe meine Sachen und will gerade los als ein Wanderer auf mich zukommt und sich etwas in den Bart murmelt das Spanisch klingt. „Mi no habla esganol, do you speak englisch?“ „Yes I do!“ Der Akzent kommt mir bekannt vor „Where are you from?“ Er entgegnet: „I‘m from germany!“ Ich: „Na prima, dann können wir auch Deutsch sprechen…” Nach einer kurzen Runde Smalltalk geht es den Berg hinauf. Als ich fast an meinem Fotospot bin fällt mir auf, dass ich mein Portemonnaie mit fast 1.000 Euro Bargeld und mein Telefon auf dem Beifahrersitz vergessen habe. Ich lasse die beiden Stative mit samt Nikon D800E und Panasonic  Videokamera neben meinem Rucksack zurück und haste schnell den Berg hinab zum Auto. Dort angekommen greife ich mir schnell das Handy und meine Geldbörse und laufe den Berg wieder hinauf. Ich bin nass geschwitzt und aus dem Augenwinkel kann ich sehen, dass ich für den Sonnenuntergang schon fast zu spät bin. Einige Meter unterhalb der Stelle an der ich vor wenigen Minuten meine gesamte Fotoausrüstung abgestellt habe stehen plötzlich mitten in der Einöde zwischen den Kakteen zwei Wanderer. „Hallo Hallo“ entgegne ich und sie sagen „Sind das Ihre Kameras!“ „Ja das sind sie!“ „Oh schade, wir hatten uns gerade schon überlegt, dass wir sie mitnehmen könnten. Das wird dann ja wohl nichts!“ „Nein, die muss ich leider behalten :-) “ Die beiden grinsen und machen sich an den Abstieg.

Ich bin zwar noch nicht an der Stelle die ich mir eigentlich ausgeguckt habe, aber wenn ich jetzt noch dorthin laufe, habe ich das Schauspiel verpasst. Also stelle ich die Video-Kamera auf, aktiviere den Zeitraffer mit einem Intervall von 1s und krabble mit der D800E mehreren Objektiven und dem großen Stativ den Berg hinauf. Etwa einhundert Höhenmeter weiter oben ist der Blick auf den Leuchtturm und La Gomera fast grenzenlos gut. Die Kamera wird aufgestellt und die Show beginnt. Der Spiegel klappert und ich knipse Bild um Bild. Irgendwann fällt mir auf, dass die Videosequenzen die ich zwischen den Fotos mit der D800E aufnehme etwas flackern. Das liegt daran, dass die Zeitautomatik mit Blendenvorwahl aktiviert ist. Also aktiviere ich die „Manuelle Belichtungseinstellung“, nun ändert die D800E während sie filmt weder Zeit, noch Blende oder ISO-Empfindlichkeit. Das ist super, so sollte man es eigentlich IMMER machen. Nichts sieht blöder aus als wenn eine Video-Sequenz einen Helligkeitssprung hat weil der Belichtungsmesser „denkt“ mal wieder etwas arbeiten zu müssen.

Canarian Sunset - Nikon D800E - Tenerife - Teneriffa

Nach der kurzen Videosequenz fotografiere ich einige Belichtungsreichen. Erst sehr spät stelle ich fest, dass eigentlich nur das letzte Bild der Serien korrekt belichtet ist, alles andere ist viel zu dunkel. Was ist jetzt los? Die Antwort ist schnell gefunden, ich habe vergessen von M auf A zurückzustellen. Das ist ärgerlich, aber der beste Teil der Show bricht gerade erst an. Also klappere ich wieder mit dem Spiegel. Alles ist gut, bis ich wieder eine kurze Videosequenz aufnehme. Schnell von A nach M wechseln, so geht das hin und her und ich vergesse im Eifer des Gefechtes mal wieder den Wechsel was erneut zu 16 total unterbelichteten Fotos führt. Mir geht durch den Kopf, dass ich das in meinem Testvideo zur D800E unbedingt erwähnen sollte.

Es ist schon eine geniale Kamera die vieles ganz toll und echt geschickt macht. Wie sie automatisch das Display beleuchtet während man Sterne fotografiert und es ausschaltet sobald der Verschluss geöffnet ist und viele andere sehr gut durchdachte nette Kleinigkeiten, das ist schon schick. Was aber echt stört ist, dass man beim Wechsel von Photo zu Video die gleichen Einstellungen verwendet. Das sollte man trennen können, möglichst “vollautomatisch”. Eine Einstellung für Video und eine für Fotos, das wäre perfekt. Erst gestern habe ich einige Bilder mit Infrarotfilter gemacht und zum Zwecke der Kontrolle die D800E in den Schwarz-Weiß-Modus gebracht. So kann man sehr gut abschätzen wie das Ergebnis der RAW-Konvertierung aussehen wird. Sind die Schwarz-Weiß-Bilder auf dem Display gruselig, so wird man auch mit einer  aufwändigen RAW-Konvertierung eine tollen Infrarot-Bilder erstellen können. Unmittelbar nach den Infrarot-Fotos habe ich einige Videosequenzen gefilmt und Ihr könnt es Euch schon denken, die sind jetzt in Schwarz-Weiß! Ok, sie sehen schon gut aus, mit simuliertem Rot-Filter und krassen Kontrasten, das ist schon ok, aber es ist nicht das was ich mir gedacht habe. Und wegen des hellen Umgebungslichts ist es mir beim Filmen nicht aufgefallen. Sind die Farben beim Filmen erst einmal weg, so sind sie weg und kommen auch nicht wieder zurück. Mir war es egal, es waren nur ein paar Sekunden, aber es könnte auch mal schwer ins Auge gehen!

Canarian Sunset - Nikon D800E - Tenerife - Teneriffa

Wer mit der D800E filmt sollte unbedingt auch bedenken, dass Einstellungen wie Farbsättigung, Schärfe, Active-Delithing usw. auch auf die Videos und umgekehrt auf die Fotos angewendet werden! Wer wie ich ich grundsätzlich im RAW-Modus fotografiert, den wird das nicht weiter schocken, denn diese ganzen Einstellungen sind bei Fotos reversibel, können also jederzeit wieder geändert werden, es sind eben RAW-Bilder! Bei Videos ist das anders. Was hier mit falschen Einstellungen gefilmt wird kann später nur mit sehr großen Einschränkungen modifiziert werden. Hier würde ich mir für die Nikon D900 eine Erweiterung der Software wünschen!

Als die Show vorbei ist packe ich meine Kamera ein und mache mich auf den Rückweg. Dabei leistet mir auf dem steilen Weg zwischen losem Geröll meine kleine LED-Taschenlampe erneut wirklich gute Dienste. Dieses kleine Ding ist einfach großartig! Und ich finde nach kurzer Suche in der Dunkelheit sogar meine Videokamera – Yeah! Bei der Suche bin ich froh, dass ich ihre Stelle auf dem kleinen Weg markiert habe. So war es wirklich einfach sie auf dem Rückweg „aufzuspüren“. Später im Hotel muss ich dann leider feststellen, dass sie im Zeitraffermodus den schönsten Teil der Show nicht aufgezeichnet hat weil die Batterie nicht mehr genug Energie liefern konnte. Das ist schade aber keine Katastrophe, denn ich hatte das schon befürchtet und habe daher mit der D800E die kleinen Videosequenzen aufgezeichnet. Merke: Wenn man mit einer Videokamera unterwegs ist sollte man immer einen zweiten Akku dabei haben! Ich hatte einen schönen großen voll geladenen zweiten Akku dabei, leider in meinem Rucksack und nicht in der Kamera :-(

Canarian Sunset - Nikon D800E - Tenerife - Teneriffa

Ich mache mich auf den Rückweg. Als ich Sandra anrufen will muss ich feststellen, dass es hier keinen Handy-Empfang gibt. Als ich Sandra dann gut gelaunt einsammeln kann bin ich sehr froh, dass sie auch einen netten Nachmittag in Garachico verbracht hat.

Zum Abschluss gönnen wir uns noch ein kleines Abendessen im Monasterio in Los Realejos und sind später im Hotel wirklich froh, dass wir noch etwas auf dem Sofa abhängen können. Was für eine schöne Reise!

Morgen werde ich versuchen mich halbwegs früh aus dem Bett zu quälen und pünktlich zur Öffnung der Seilbahn oben am Pico del Teide zu sein. Dort will ich mich mit Ashraf aus München treffen. Wir kennen uns via Facebook und wollen hier mal synchron mit den Spiegel klappern. Die Fotos dazu bekommt Ihr dann morgen zu sehen. Gute Nacht :-)


Teneriffa 2012 – Tag 12

Fotosession in der Geisterstadt

Nikon D800E - Abades - Teneriffa - Tenerife

Es ist noch gar nicht lange her als ich bei www.fotocommunity.de einige Fotos einer Geisterstadt auf Teneriffa gefunden habe. Die Location schien wirklich cool zu sein und ich trage nun schon seit vielen Monaten den Wunsch mit mir herum, diese Geisterstadt mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Aber was hat es mit dieser Geisterstadt auf sich?

Nikon D800E - Abades - Teneriffa - Tenerife

Als ich in den 60er Jahren das Licht der Welt erblickte wusste ich noch nicht wie froh ich sein durfte, dass meine Mutter während sie mit mir schwanger war keine Medikamente eingenommen hat. Bei tausenden anderer Menschen in meinem Alter sah das anders aus. Da gab es ein Medikament der Grünenthal GmbH, das besonders gut verträglich sein sollte und rezeptfrei in den Apotheken erhältlich war. Viele schwangere Frauen nahmen es gegen die morgendliche Übelkeit sowie Unruhe und Schlafstörungen ein und brachten einige Monate später schwer missgebildete Kinder zur Welt. Menschen bei denen mitunter die Hände ohne Arme direkt oben an den Schultern angewachsen waren. Viele leben bis heute mit diesen schweren Behinderungen und haben bedingt durch ihre Behinderung andere Krankheiten bekommen. Oft sind es schwere Rückenbeschwerden. Das Medikament hieß „Contergan“ und der Rechtsstreit der aus diesem ersten großen Medikamentenskandal der Menschheitsgeschichte hervorging, zog sich über viele Jahrzehnte hin.

Nikon D800E - Abades - Teneriffa - Tenerife

Eine Weile nach dem Skandal gab es den Arzt Dr. Jacob Sheskin der sich in Jerusalem um Menschen gekümmert hat die an der Lepra erkrankt waren. Heute kennen wir dieses Krankheit nicht mehr, aber als sie noch auf dieser Erde gewütet hat wurden die Menschen die an Lepra erkrankt waren isoliert. Eine anderen Chance hatte man nicht. Dort wo sie nicht auf eine einsame Insel verbannt werden konnten wurden Lager erreichtet in denen die Kranken bis zu ihrem Tode isoliert wurden. Eine Chance auf Heilung gab es nicht. Dann kam der Tag an dem eben jener Dr. Shesekin einer an Lepra erkrankten Frau aus Restbeständen Contergan verabreichte damit sie besser schlafen konnte. Einige Zeit später musste dieser Arzt dann feststellen, dass sich die Lepra-Symptome seiner Patientin zurück gebildet hatten. Ein neues hochwirksames Mittel gegen Lepra war gefunden und es begann die Renaissance des Contergan Wirkstoffes Thalidomid. In Europa hatte es schwer gewütet und war die Ursache für tausende fehlgebildeter Babies. In Jerusalem, Indien und vielen anderen Ländern half es nun die Lepra zu bekämpfen. Wirklich ausgerottet ist die Lepra indes noch nicht. Man kann sie heute mit einem Aufwand von etwa 20 Euro heilen. Aber selbst diese 20 Euro haben viele der erkrankten Menschen nicht und sterben an einer Krankheit, die unsere Kinder wahrscheinlich nicht einmal mehr vom Hören und Sagen kennen.

Nikon D800E - Abades - Teneriffa - Tenerife

Die Entdeckung von Dr. Sheskin leitete den Untergang der Lepra-Station im Süden Teneriffas ein. Nachdem die letzten Kranken verstorben oder geheilt waren wurde die Station geschlossen und dem Verfall preisgegeben.

Nikon D800E - Abades - Teneriffa - Tenerife

Als dann in den 70er Jahren eine Welle von Flugzeugentführungen und Geiselnahmen die Welt in Atem hielt, übten die auf Teneriffa stationierten Soldaten auf dem Gelände der verlassenen Lepra-Station für den Ernstfall. Sie übten die Befreiung von Geiseln mit Waffengewalt.

Nikon D800E - Abades - Teneriffa - Tenerife

Diese Geisterstadt kann also auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Am Vorabend habe ich mit meiner Freundin Sandra abgesprochen, dass ich heute dorthin fahren will. Sie ist nicht böse, denn so kann sie sich wieder einmal einen Tag in Puerto de la Cruz vergnügen. Mittlerweile scheint ihre diese recht ursprüngliche Stadt sehr gut zu gefallen. Besonders der alte Stadtkern und die Promenade haben es ihr angetan.

Da ich das Morgenlicht in der Geisterstadt ohnehin nicht mehr schaffe, lassen wir es beim Frühstück langsam angehen. Als ich endlich losfahre ist es schon 11h. Die Sonne scheint, dass es eine wahre Freude ist. Das Thermometer in meinem gemieteten Opel Astra zeigt satte 27°C, so kann man es am 20. Dezember aushalten! Als ich nach etwa 60 Minuten Fahrzeit an der Geisterstadt die Autobahn verlasse, zeigt das Thermometer sogar 29°C. Am Eingang zur Geisterstadt staune ich nicht schlecht als ich einen Ford Fiesta antreffe aus dem gerade fünf Junge Männer in Tarnanzügen mit Waffen und Helmen aussteigen. Sie haben GoPro Kameras an den Helmen und ihre Gewehre sehen aus wie die Waffen die man bei der neuen „Modesportart“ Paintball benutzt. Sie haben gute Laune, grüßen mich und machen sich dann auf zu ihrem großen „Abenteuerspielplatz“…

D800E_5765_BW_1000px

Ich packe unterdessen meine Sachen zusammen und los geht der Spaß. Die Gebäude der alten Station sind von den Übungen der Soldaten schwer gezeichnet. Überall sind Einschuss- und vielfach sogar Durchschuss-Löcher in den Wänden zu sehen. Die Gebäude sind zu weiten Teilen betoniert und gemauert, daher trotzen sie seit vielen Jahren den Winden die unmittelbar am Meer oftmals nicht zu verachten sind.

Nikon D800E - Abades - Teneriffa - Tenerife

Von der Station kann ich ins Gebirge schauen und der Pico del Teide thront majestätisch über des Szenerie. Ich mache einige Fotos mit Polfilter und versuche mich auch mal mit dem Nikon AF-D 80-400mm Telezoom in Verbindung mit dem Infrarotfilter (HAMA IR20). Aber in der Infrarotfotografie liegt der korrekte Fokuspunkt etwas anders. Früher hatten alle Objektive einen roten Punkt. Man hatte zuerst manuell fokussiert, dann auf das Objektiv geschaut und dann den eingestellten Wert bis zu eben diesem „roten Punkt“ weitergedreht. Das war einfach und leicht zu verstehen. Heute ist das alles anders. Heute verwenden viele Fotografen moderne Objektive mit eingebauten Ultraschall-Motoren die das Autofokussystem steuern. Einen richtigen „Endanschlag“ für „Unendlich“ gibt es nicht mehr und den roten Punkt für alle die gern mit Infrarot-Filtern fotografieren wollen, den gibt es eben auch nicht mehr. Man muss also bei den digitalen Spiegelreflexkameras den korrekten Fokuspunkt ein wenig abschätzen oder Testbilder machen bis man ihn gefunden hat. Bei Objektiven mit extrem kurzer Brennweite ist das fast egal, sobald man sie um zwei Stufen abblenden kann ist auch mit einem Infrarot-Filter alles scharf. Bei einem 400mm Teleobjektiv ist das aber etwas anderes. Hier zählt wirklich jeder Millimeter bei der Fokussierung.

Nikon D800E - Abades - Teneriffa - Tenerife

Und da die Sonne scheint wie verrückt kann ich auf dem Display meiner Nikon D800E fast nichts erkennen. An die Überprüfung ob meine Bilder korrekt scharf sind ist gar nicht zu denken. Später werde ich dann auch feststellen, dass fast alles was ich mit dem Teleobjektiv und aufgeschraubtem Infrarot-Filter fotografiert habe nicht brauchbar ist, schade!

D800E_5831_1000px

Während der Tag voranschreitet genieße ich die Sonne und erforsche die vielen alten Gebäude. Überall liegt Schutt und Dreck herum. Fast keine Wand ist ohne Graffitis und in einigen Gebäuden liegen alte Matratzen und es stehen halb volle Wasserflaschen herum. Es sieht so aus als hätten die einige Obdachlose kampiert.

Fotosession in der Geisterstadt    Es ist noch gar nicht lange her als ich bei www.fotocommunity.de einige Fotos einer Geisterstadt auf Teneriffa gefunden habe. Die Location schien wirklich cool zu sein und ich trage nun schon seit vielen Monaten den Wunsch mit mir herum, diese Geisterstadt mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Aber was hat es mit dieser Geisterstadt auf sich?    Als ich in den 60er Jahren das Licht der Welt erblickte wusste ich noch nicht wie froh ich sein durfte, dass meine Mutter während sie mit mir schwanger war keine Medikamente eingenommen hat. Bei tausenden anderer Menschen in meinem Alter sah das anders aus. Da gab es ein Medikament der Grünenthal GmbH, das besonders gut verträglich sein sollte und rezeptfrei in den Apotheken erhältlich war. Viele schwangere Frauen nahmen es gegen die morgendliche Übelkeit sowie Unruhe und Schlafstörungen ein und brachten einige Monate später schwer missgebildete Kinder zur Welt. Menschen bei denen die Hände ohne Arme direkt oben an den Schultern angewachsen waren. Viele leben bis heute mit diesen schweren Behinderungen und haben bedingt durch ihre Behinderung andere Krankheiten bekommen. Oft sind es schwere Rückenbeschwerden. Das Medikament hiess „Contergan“ und der Rechtsstreit der aus diesem ersten großen Medikamentenskandal der Menschheitsgeschichte hervorging, zog sich über viele Jahrzehnte hin.    Eine Weile nach dem Skandal gab es den Arzt Dr. Jacob Sheskin der sich in Jerusalem um Menschen gekümmert hat die an der Lepra erkrankt waren. Heute kennen wir dieses Krankheit nicht mehr, aber als sie noch auf dieser Erde gewütet hat wurden die Menschen die an Lepra erkrankt waren isoliert. Eine anderen Chance hatte man nicht. Dort wo sie nicht auf eine einsame Insel verbannt werden konnten wurden Lager erreichtet in denen die Kranken bis zu ihrem Tode isoliert wurden. Eine Chance auf Heilung gab es nicht. Dann kam der Tag an dem eben jener Dr. Shesekin einer an Lepra erkrankten Frau aus Restbeständen Contergan verabreichte damit sie besser schlafen konnte. Einige Zeit später musste dieser Arzt dann feststellen, dass sich die Lepra-Symptome seiner Patientin zurück gebildet hatten. Ein neues hochwirksames Mittel gegen Lepra war gefunden und es begann die Renaissance des Contergan Wirkstoffes Thalidomid. In Europa hatte es schwer gewütet und war die Ursache für tausende fehlgebildeter Babies. In Jerusalem, Indien und vielen anderen Ländern half es nun die Lepra zu bekämpfen. Wirklich ausgerottet ist die Lepra indes noch nicht. Man kann sie heute mit einem Aufwand von etwa 20 Euro heilen. Aber selbst diese 20 Euro haben viele der erkrankten Menschen nicht und sterben an einer Krankheit die unsere Kinder wahrscheinlich nicht einmal mehr vom Hören und Sagen kennen.    Die Entdeckung von Dr. Sheskin leitete den Untergang der Lepra-Station im Süden Teneriffas ein. Nachdem die letzten Kranken verstorben oder geheilt waren wurde die Station geschlossen und dem Verfall preisgegeben.    Als dann in den 70er Jahren eine Welle von Flugzeugentführungen und Geiselnahmen die Welt in Atem hielt, übten die auf Teneriffa stationierten Soldaten auf dem Gelände der verlassenen Lepra-Station für den Ernstfall. Sie übten die Befreiung von Geiseln mit Waffengewalt.    Diese Geisterstadt kann also auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Am Vorabend habe ich mit Sandra abgesprochen, dass ich heute dorthin fahren will. Sie ist nicht böse, denn so kann sie sich wieder einmal einen Tag in Puerto de la Cruz vergnügen. Mittlerweile scheint ihre diese recht ursprüngliche Stadt sehr gut zu gefallen. Besonders der alte Stadtkern und die Promenade haben es ihr angetan.  Da ich das Morgenlicht in der Geisterstadt ohnehin nicht mehr schaffe, lassen wir es beim Frühstück langsam angehen. Als ich endlich losfahre ist es schon 11h. Die Sonne scheint, dass es eine wahre Freude ist. Das Thermometer in meinem gemieteten Opel Astra zeigt satte 27°C, so kann man es am 20. Dezember aushalten! Als ich nach etwa 60 Minuten Fahrzeit an der Geisterstadt die Autobahn verlasse, zeigt das Thermometer sogar 29°C. Am Eingang zur Geisterstadt staune ich nicht schlecht als ich einen Ford Fiesta antreffe aus dem gerade 5 Junge Männer in Tarnanzügen mit Waffen und Helmen aussteigen. Sie haben GoPro Kameras an den Helmen und ihre Gewehre sehen aus wie die Waffen die man bei der neuen „Modesportart“ Paintball benutzt. Sie haben gute Laune grüßen mich und machen sich dann auf zu ihrem großen „Abenteuerspielplatz“...    Ich packe unterdessen meine Sachen zusammen und los geht der Spaß. Die Gebäude der alten Station sind von den Übungen der Soldaten schwer gezeichnet. Überall sind Einschuss- und vielfach sogar Durchschuss-Löcher in den Wänden zu sehen. Die Gebäude sind zu weiten Teilen betoniert und gemauert, daher trotzen sie seit vielen Jahren den Winden die unmittelbar am Meer oftmals nicht zu verachten sind.    Von der Station kann ich ins Gebirge schauen und der Pico del Teide thront majestätisch über des Szenerie. Ich mache einige Fotos mit Polfilter und versuche mich auch mal mit dem Nikon AF-D 80-400mm Telezoom in Verbindung mit dem Infrarotfilter (HAMA IR20). Aber in der Infrarotfotografie liegt der korrekte Fokuspunkt etwas anders. Früher hatten alle Objektive einen roten Punkt. Man hatte zuerst manuell fokussiert, dann auf das Objektiv geschaut und dann den eingestellten Wert bis zu eben diesem „roten Punkt“ weitergedreht. Das war einfach und leicht zu verstehen. Heute ist das alles anders. Heute verwenden viele Fotografen moderne Objektive mit eingebauten Ultraschall-Motoren die das Autofokussystem steuern. Einen richtigen „Endanschlag“ für „Unendlich“ gibt es nicht mehr und den roten Punkt für alle die gern mit Infrarot-Filtern fotografieren wollen, den gibt es eben auch nicht mehr. Man muss also bei den digitalen Spiegelreflexkameras den korrekten Fokuspunkt einwenig abschätzen oder Testbilder machen bis man ihn gefunden hat. Bei Objektiven mit extrem kurzer Brennweite ist das fast egal, sobald man sie um zwei Stufen abblenden kann ist auch mit einem Infrarot-Filter alles scharf. Bei einem 400mm Teleobjektiv ist das aber etwas anderes. Hier zählt wirklich jeder Millimeter bei der Fokussierung.    Und da die Sonne scheint wie verrückt kann ich auf dem Display der D800E fast nichts erkennen. An die Überprüfung ob meine Bilder korrekt scharf sind ist gar nicht zu denken. Später werde ich dann auch feststellen, dass fast alles was ich mit dem Teleobjektiv und aufgeschraubtem Infrarot-Filter fotografiert habe nicht brauchbar ist, schade!    Während der Tag voranschreitet genieße ich die Sonne und erforsche die vielen alten Gebäude. Überall liegt Schutt und Dreck herum. Fast keine Wand ist ohne Graffitis und in einigen Gebäuden liegen alte Matratzen und es stehen halb volle Wasserflaschen herum. Es sieht so aus als hätten die einige Obdachlose kampiert.    Mein Freund Wolfgang hat mir vom schönen Strand bei der Geisterstadt berichtet. Als ich dort eintreffe liegt dort ein nackter Mann in der Sonne. Als er das Klicken meiner Kamera hört schnappt er sich ein Handtuch, zieht sich an und verlässt etwas verschämt die Szenerie.  Vom Strand geht es hinauf zur Kirche. Dieses Gebäude kenne ich aus der Fotocommunity. Die Fassade ist komplett aus Beton gegossen und steht auch nach vielen Jahren noch immer wie eine EINS. Vor der Kirche treffe ich ein junges Paar aus Holland. Sie kommen aus der Nähe von Alkmaar und haben einen Geocache gesucht. Er scheint irgendwo in der Kirche versteckt zu sein. Wo genau wollen sie mir nicht sagen, ich bin schließlich keine Geocacher :-) Wir unterhalten uns trotzdem sehr nett und als sie sich verabschieden steht die Sonne schon tief. Ich knipse eine Belichtungsreiche nach der Anderen. Zuvor habe ich in einigen Gebäuden schon den neuen HDR-Modus der D800E getestet. Er funktioniert leider nicht im RAW-Modus. Also habe ich einige TIFF-Dateien geknipst. Diese haben satte 112 MB, pro Bild natürlich! Die D800E ist ein echtes Pixelmonstrum. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Wer keine Lust auf stundenlange Bildbearbeitung mit Photomatix und anderen HDR-Programmen hat, der ist mit dem neuen HDR-Modus der D800E recht gut bedient. Allerdings darf man sich von den HDR-Bildern aus der D800E keine surrealen Kunstwerke, wie das was man seit einigen Jahren ständig bei flickr und anderswo findet, erwarten. Nikon wäre nicht Nikon wenn sie den HDR-Modus der D800E nicht so konzipiert hätten, dass er einfach nur hilft Motivsituationen mit extrem hohen Kontrasten in den Griff zu bekommen. Hat man das akzeptiert, so wird man mit den Ergebnissen sehr zufrieden sein. Der Gewinn beim Dynamikumfang beträgt etwas zwei Blendenstufen, das kann sich sehen lassen!  Kurz bevor es dunkel wird verlasse ich dann dieses wirklicht tolle Location und mache mich auf den Heimweg. Ich habe heute wirklich viel mit der D800E fotografiert und zwischendurch immer wieder mit der kleinen Panasonic HC-X909 gefilmt. Und wieder muss ich sagen, die Bildqualität der D800E ist etwas besser, aber das Handling der Videokamera ist einfach unschlagbar. Allein der extrem gut arbeitende Bildstabilisator, der elektronische Sucher, der krasse Zoombereich und vor allem der super sanft arbeitende Motorzoom sind Pluspunkte die einfach keine Spiegelreflexkamera derzeit zu bieten hat.  Eigentlich hatte ich noch vor mich in der Geisterstadt irgendwo hinzu setzen und ein kurzes Video unter dem Motto „Was habe ich in meinem Fotorucksack“ aufzunehmen. Aber irgendwie hatte ich dann doch keine Lust und die 6 Stunden in der Geisterstadt sind auch wie im Flug vergangen. Das Video werde ich dann im neuen Jahr nachliefern. Dann wird es auch wieder neue Testberichte zu diversen Objektiven und anderem Foto-Schnickschnack geben - versprochen :-)

Mein Freund Wolfgang hat mir vom schönen Strand bei der Geisterstadt berichtet. Als ich dort eintreffe liegt dort ein nackter Mann in der Sonne. Als er das Klicken meiner Kamera hört schnappt er sich ein Handtuch, zieht sich an und verlässt etwas verschämt die Szenerie.

Nikon D800E - Abades - Tenerife - Teneriffa

Vom Strand geht es hinauf zur Kirche. Dieses Gebäude kenne ich aus der Fotocommunity. Die Fassade ist komplett aus Beton gegossen und steht auch nach vielen Jahren noch immer wie eine EINS. Vor der Kirche treffe ich ein junges Paar aus Holland. Sie kommen aus der Nähe von Alkmaar und haben einen Geocache gesucht. Er scheint irgendwo in der Kirche versteckt zu sein. Wo genau wollen sie mir nicht sagen, ich bin schließlich keine Geocacher :-) Wir unterhalten uns trotzdem sehr nett und als sie sich verabschieden steht die Sonne schon tief.

S1160010

Ich knipse eine Belichtungsreiche nach der Anderen. Zuvor habe ich in einigen Gebäuden schon den neuen HDR-Modus der D800E getestet. Er funktioniert leider nicht im RAW-Modus. Also habe ich einige TIFF-Dateien geknipst. Diese haben satte 112 MB, pro Bild natürlich! Die D800E ist ein echtes Pixelmonster. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Wer keine Lust auf stundenlange Bildbearbeitung mit Photomatix und anderen HDR-Programmen hat, der ist mit dem neuen HDR-Modus der D800E recht gut bedient. Allerdings darf man sich von den HDR-Bildern aus der D800E keine surrealen Kunstwerke, wie das was man seit einigen Jahren ständig bei flickr und anderswo findet, erwarten. Nikon wäre nicht Nikon wenn sie den HDR-Modus der D800E nicht so konzipiert hätten, dass er einfach nur hilft Motivsituationen mit extrem hohen Kontrasten in den Griff zu bekommen. Hat man das akzeptiert, so wird man mit den Ergebnissen sehr zufrieden sein. Der Gewinn beim Dynamikumfang beträgt etwa zwei Blendenstufen, das kann sich sehen lassen!

Hier zum Vergleich ein “echtes” HDR da sich eben mit Photomatix Pro aus drei JPG-Dateien manuell zusammen gerechnet habe.

Nikon D800E - Abades - Tenerife - Teneriffa

 

Hier ein vollautomatisch in der D800E erstelltes HDR:

Nikon D800E - Abades - Tenerife - Teneriffa

Hier noch ein HDR das ich aus 9 JPGs erstellt habe  - es ist noch suboptimal – in den nächsten Wochen gibt es sicher weitere schönere Varianten zu sehen :-)

Nikon D800E - Abades - Tenerife - Teneriffa

Kurz bevor es dunkel wird verlasse ich dann diese wirklich tolle Location und mache mich auf den Heimweg. Ich habe heute wirklich viel mit der Nikon D800E fotografiert und zwischendurch immer wieder mit der kleinen Panasonic HC-X909 gefilmt. Und wieder muss ich sagen, die Bildqualität der D800E ist etwas besser, aber das Handling der Videokamera ist einfach unschlagbar. Allein der extrem gut arbeitende Bildstabilisator, der elektronische Sucher, der krasse Zoombereich und vor allem der super sanft arbeitende Motorzoom sind Pluspunkte die einfach keine Spiegelreflexkamera derzeit zu bieten hat.

Nikon D800E - Abades - Tenerife - Teneriffa

Eigentlich hatte ich noch vor mich in der Geisterstadt irgendwo hinzu setzen und ein kurzes Video unter dem Motto „Was habe ich in meinem Fotorucksack“ aufzunehmen. Aber irgendwie hatte ich dann doch keine Lust und die 6 Stunden in der Geisterstadt sind auch wie im Flug vergangen. Das Video werde ich dann im neuen Jahr nachliefern. Dann wird es auch wieder neue Testberichte zu diversen Objektiven und anderem Foto-Schnickschnack geben – versprochen :-)

Nikon D800E - Abades - Teneriffa - Tenerife

 

Nikon D800E - Abades - Tenerife - Teneriffa


Teneriffa 2012 – Tag 11

Morgengrauen am kleinen Gala

Am Vortag habe ich kein einziges Foto geschossen sondern nur gefilmt. Heute will ich das ändern und mich mal wieder am einen oder anderen unwirklichen HDR-Foto (High-Dynamic-Range) versuchen. Nach dem Abendessen des Vortages kläre ich mit meiner Freundin Sandra, dass auch dieses Unterfangen eher was für extrem begeisterte Fotofreaks ist. Sie fotografiert selbst zwar auch sehr gern, aber ihre Toleranzgrenze ist deutlich niedriger. Sie nimmt in der Regel fotografisch mit was sich am Wegesrand bietet. Früh aufzustehen um einen grandiosen Sonnenaufgang zu fotografieren ist weniger ihr Ding. Und während andere Fotofreaks dem perfekten Sonnenuntergang entgegen fiebern, denkt sie eher an das Abendessen und eine heiße Dusche. So sind die Mädchen eben – ok nicht alle – aber fast alle :-)

Wir haben das erkannt und einigen uns darauf, dass sie ausschlafen will und ich früh aufbrechen möchte um rechtzeitig an der Location meiner Wahl zu sein. Damit ich sie nicht wecke wenn ich früh am Morgen aufbreche, entscheide ich mich für ein  paar Stunden auf dem Sofa. Da ich der absolute Morgenmuffel bin, ziehe ich zum Schlafen einfach fast alles an was am nächsten Morgen den Körper bekleiden soll. Alle Fotosachen werden gepackt und so vor die Türe gestellt, dass ich im Halbschlaf nichts vergessen kann.

Nikon D800E - Tenerife - Sunrise

Da ich zu solch früher Stunde ohne einen Wecker niemals wach werden würde stelle ich den Wecker in meinem Telefon auf 5:00. Damit er auch wirklich um 5:00 Ortszeit klingelt muss ich noch die korrekte Zeitzone UTC+0 einstellen. Danach ist alles perfekt. Während Sandra an der Matratze lauscht gehe ich hinunter in die Lobby und schreibe meinen Artikel des Tages. Als ich deutlich nach Mitternacht wieder im Zimmer bin gibt es Schelte von meiner Freundin weil ich die „Türkarte“ mitgenommen habe. So wurde in unserem Appartement der Strom abgeschaltet und Mädchen fürchten sich im Dunkeln. Und schlimmer noch, es ging weder eine Nachttischlampe noch etwas anderes. Während ich unten in der Lobby an meinem BLOG geschrieben habe wurde hier oben die zweite „Türkarte“ gesucht um den Strom wieder einschalten zu können. Ok, der Strom ist wieder da, aber Sandra ist jetzt auch wieder hell wach. Wir verabschieden uns erneut und ich mache es mir auf dem Sofa so gut es geht für ein paar Stunden bequem. Um 4:45 steht dann Sandra neben mir, weckt mich und fragt warum ich noch hier bin. Ich wollte doch so früh los um nichts zu verpassen. Ok ok, ich bin ja schon weg. Während sie wieder im Bett verschwindet deaktiviere ich den Wecker in meinem Telefon, er hätte 15 Minuten später Alarm gegeben!

Nikon D800E - Tenerife - Sunrise

Zur geplanten „Weckzeit“ bin ich dann schon mit unserem Mietwagen auf der Autobahn in Richtung Süd-Westen unterwegs. Über El Tanque geht es weiter in Richtung Süden. Die Straße ist schmal und es gibt unendlich viele Kurven. Vor mit tuckert schon eine ganze Weile ein LKW den Berg hinauf. Er ist bis über die Unterkante mit Holz beladen und hat Mühe nach den Spitzkehren wieder in Fahrt zu kommen. Mir soll es recht sein, ich bin sehr gut in der Zeit. Da tauchen hinter mir die Lichter eines großen Nissan Trucks auf. Es ist eines dieser riesigen SUV Dinger mit Ladefläche und verchromten Überrollbügeln. Er fährt so dicht auf, dass ich im Rückspiegel nur noch seine Scheinwerfer sehen kann. In meinem Opel ist es taghell. Der Typ nervt total schließlich kann ich nicht schneller, denn vor mir ist der LKW. Das geht eine ganze Weile so bis wir einen Aussichtspunkt passieren. Dort kann ich kurz rechts ranfahren und den Drängler vorbei lassen. Innerlich koche ich aber inzwischen vor Wut. Klar ich sollte cool bleiben, weiß ich ja alles, aber es brodelt trotzdem. Nun drehe ich den Spieß mal um und fahre dicht hinter ihm stets leicht versetzt. Er scheint es irgendwann zu bemerken und als endlich ein gerades übersichtliches Straßenstück kommt hüllt er meinen Opel in dicke Ruß-Schwaden und überholt endlich den langsamen LKW. Ich bleibe dran, im zweiten Gang kommt mein Astra ganz gut vorwärts. Die Verfolgungsjagd geht los, es ist maskulines Pimmelfechen auf hohem Niveau. Der Typ ist nicht schlecht, er zirkelt seine 2 Tonnen schwere Allradkiste in atemberaubenden Tempo über die kurvenreiche enge Straße. Aber ich fahre auch seit fast 30 Jahren Auto und DER hängt mich heute nicht ab. Während wir uns gegenseitig den Berg hinauf scheuchen, rückt mein Ziel immer näher. Als ich beim Abzweig bin gehe ich von Gas und lasse die Rücklichter meines  Gegners in der Dunkelheit verschwinden. Eine total überflüssige gefährliche Jagd war das. Beim nächsten Mal versuche ich mich wieder zu beherrschen. Aber irgendwie ist das hier so üblich, fast jeder Einheimische drängelt was das Zeug hält sobald vor ihm ein Auto auftaucht auf dem einer dieser dämlichen Aufkleber der Mietwagen-Firmen zu sehen ist. Auf Dauer nervt das total. Ok, ein wenig kann ich es verstehen denn die meisten Mietwagen werden hier von alten Leuten kutschiert die unsicher und im Schneckentempo von einem Aussichtspunkt zum nächsten schleichen. Das kann einem wirklich den letzten Nerv rauben. Aber deshalb muss man die anderen Autofahrer nicht notorisch bedrängen. Bei mir soll es heute die Ausnahme gewesen sein, ich gelobe es hiermit hoch und heilig :-)

Zur Auflockerung des Textes hier ein “Auto-Suchbild” – einfach in neuem Tab öffnen und den silbernen Opel suchen…

Nikon D800E - Tenerife - Sunrise

Als ich am Parkplatz ankomme, an dem der Weg hinauf zum kleinen Gala beginnt, überlege ich kurz ob ich die letzten hundert Höhenmeter laufen soll? Eigentlich ist hier die Durchfahrt verboten, obwohl der Weg halbwegs akzeptabel asphaltiert ist. Aber es ist stockdunkel und es wird hier so früh am morgen weder ein Wanderer noch ein Förster vorbei kommen, also rauf auf‘s Gas und den Berg hinauf. Die Stelle an der ich parken will habe ich mir bei der letzten Fotosession schon ausgeguckt. Dort angekommen parke ich den Opel rückwärts auf einem Abzweig zu einem Feldweg ein. Das ist gar nicht so leicht denn es ist stockfinster und der Feldweg zweigt im Winkel von fast 45° nach oben ab. Aber der Opel schafft das und die Handbremse hält das Auto sicher dort fest.

Es ist noch stockfinster als ich mich auf mache um die wenigen letzten Meter zu meinem Fotospot zu laufen. In der Jackentasche habe ich die tolle LED-Taschenlampe. Dieses Ding ist extrem hell und ohne sie würde ich nur nachtblind durch die Gegen stolpern. Gut, dass ich sie dabei habe!

Die Kameras sind schnell aufgebaut. Während die kleine Panasonic in Richtung Santiago del Teide hinunter zum Meer blickt und auf die ersten Sonnenstrahlen wartet, mache ich die Nikon D800E und das AF-S 2.8/24-70mm schussbereit. Bei ISO-800, Blende 4 und 30 Sekunden Belichtungszeit schießt sie ein Bild nach dem anderen. Später möchte ich daraus wieder eine kurze Zeitraffersequenz (Time Lapse) erstellen. Die Kamera steht auf meinem großen stabilen Carbon-Stativ. Aber es ist wirklich windig und die ersten Fotos sind total verwackelt. Wind ist neben Staub und Dunst der schlimmste Feind des Naturfotografen. Ich kann es mildern indem ich mich direkt neben die Kamera stelle und sie so in meinem Windschatten ihre Arbeit verrichten kann. So stehe ich nun fast eine Stunde zusammengekauert neben meiner Kamera und zähle die Minuten die im Schneckentempo vergehen.

Während ich dort stehe fällt mir ein hell leuchtender Stern auf der gleicht rechts neben der Spitze des Pico del Teide aufgeht. Er bewegt sich irgendwie schneller als die anderen Sterne. Was ist das? Da kommt mir eine Idee, ich habe auf meinem HTC Telefon das Programm „Google Sky-Map“. Schnell hole ich mein Telefon hervor und siehe da, es ist die Venus! Das hätte ich nicht erwartet, ich sehe wie die Venus am Himmel empor klettert, der Wahnsinn. Dieser Planet wird von unserer Sonne fast so hell beleuchtet wie unser Mond. Die Venus ist größer als unser Mond aber viel weiter entfernt und daher nur als kleiner heller Punkt am Himmel auszumachen. Auf dem Telefon kann ich auch die Position der Sonne ausmachen, sie wird noch ein Stückchen unterhalb des virtuellen Horizonts angezeigt. Ich habe noch eine Weile Zeit…

Hier ein “Venus-Suchbild”…

Nikon D800E - Tenerife - Sunrise

Nach etwa einer Stunde schaue ich mal nach was die kleine Panasonic inzwischen aufgenommen hat. Es ist praktisch nichts zu sehen, für diese Kamera ist es einfach noch viel zu dunkel. Während ich hin und der probiere ist es dann plötzlich als hätte jemand neben mir das Licht eingeschaltet. Fast ist es als könnte ich es hören, die Sonne schaut frech rechts unterhalb der Spitze des Pico del Teide hervor. Genau so hatte ich es mir gewünscht und mein Studium der Location bei Google-Earth hat sich wieder einmal ausgezahlt.

Nikon D800E - Tenerife - Sunrise

Eine Stunde später ist das Schauspiel dann vorbei und auf der Speicherkarte meiner Nikon D800E haben sich sage und schreibe 43 GB Bildmaterial angesammelt. Es geht zurück zu Hotel und als ich dort gegen 10h eintreffe freue ich mich auf ein ausgedehntes Frühstück. Danach wird die Beute gesichtet und ich bin mehr als zufrieden. Daraus wird sich in den nächsten Wochen noch das eine oder andere schöne Foto zaubern lassen. Gegen 14 haben wir dann unseren nächsten Termin. Während Sandra mit der Frau meines Freundes Wolfgang einen ausgedehnten Ausritt durch die Bergwelt von Teneriffa unternimmt sitzen wir in der Sonne und unterhalten uns über die schönsten Foto-Locations im Süd-Westen der USA. Später geht es auf ein Eis und einen Kaffee nach El-Sauzal. Pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir zurück und genießen ein großartiges Schauspiel über dem Tal von La Orotava.

Nikon D800E - Tenerife - Sunrise

Morgen soll es dann nach Abades zur ehemaligen Lepra-Station gehen. Dort hat das Militär in den 70er Jahren für Geiselbefreiungen trainiert. Heute ist es eine kleine Geisterstadt am Meer. Ich bin gespannt welche Motive sich dort morgen finden lassen werden.


Teneriffa 2012 – Tag 10

Loro Parque - Tenerife

Tiere filmen im Loro Parque

Nun sind wir schon mehr als eine Woche auf dieser paradiesischen Insel. Die Eingewöhnung haben wir hinter uns, langsam beginnt die Erholung. Nach den morgendlichen Ritualen sind wir etwas ratlos was heute auf dem Programm stehen soll. Sandra würde gern ein paar Stunden am Strand verbringen. Mein Ding ist das irgendwie so gar nicht. Beim Grillen in der Sonne bekomme ich Kopfschmerzen und Herzrasen. Badeurlaube sind nicht meine Welt. Ich mag es lieber warm und schattig als heiß und sonnig. So beschließen wir, dass ich Sandra unten am Playa de Jardin absetze und dann ein paar hundert Meter weiter zu Loro Parque fahre. Dort war ich nun schon wirklich oft und eigentlich wollte ich ihn in diesem Jahr nicht schon wieder besuchen. Aber letztlich bin ich doch wieder 33,- Euro ärmer und später am Abend um 14 GB Videomaterial reicher.

Zum Auftakt meiner Wanderung durch den Loro Parque verwende ich diesmal die kleine feine Panasonic HC-X909 Videokamera. Diese Kamera filmt in Full HD mit 50 Bildern/Sekunde (1080/50p). Das ist für meine heimischen Computer leider noch zu viel. Mit Magix Video Deluxe MX kann ich dieses Material überhaupt nicht sinnvoll schneiden. Die Vorschau ruckt ständig und man bekommt einfach keinen Einruck davon ob die Schnitte richtig sind oder nicht. Auf dem Mac mit Final Cut Pro X klappt es besser, aber nur wenn man auch Proxy-Medien erstellt. Und die sprengen ganz schnell die Kapazität meiner internen SSD-Festplatte. Ohne Proxy-Medien macht der Video-Schnitt einer 1080/50p Datei auch auf dem Mac keinen Spaß. Also filme ich mit „angezogener Handbremse“. Im Modus „XE“ arbeitet die Kamera „nur“ mit 25 Bildern/Sekunde. Damit sind die Videodateien nur halb so groß. Das spart Platz auf der Speicherkarte und den Festplatten.

Loro Parque - Tenerife

Da ich meine Videos nicht auf Blu-Ray verkaufe sondern nur bei YouTube und Vimeo zeige, ist die Qualität immer noch mehr als ausreichend. Lädt man eine dieser Dateien bei YouTube hoch und später wieder herunter, so hat das Ergebnis nur etwa 10% der ursprünglichen Dateigröße. Wie krass die Videos bei YouTube komprimiert werden ist damit klar. Aber man muss das auch verstehen. Google bietet mit YouTube einen kostenlosen Video-Dienst an den viele Millionen Menschen tagtäglich nutzen. Jeden Tag werden viele tausend Stunden Videomaterial bei YouTube hochgeladen, alles völlig kostenlos. Und diese Videos werden dann mit unter millionenfach angeschaut. Würde man dieses Material nicht rigoros komprimieren, so würde es den „Dienst als solchen“ und Teile des Internets einfach sprengen.

Schon heute machen Videodienste den Löwenanteil des gesamten Datenvolumens im Internet aus. Würden alle Videos im „Original“ transportiert, so würde das Internet in seiner aktuellen Ausbaustufe für die meisten von uns einfach „still stehen“. Also filme ich derzeit im Modus XE – ganz ohne Skrupel. In ein paar Jahren sieht das vielleicht anders aus. Aber derzeit ist alles andere „nutzloser Overkill“.

Loro Parque - Tenerife

Nach etwa zwei Stunden geht der große „Zweit-Akku“ meiner Panasonic zu Ende. Ich habe noch den kleinen Original-Akku. Der liegt jetzt schon etwa eine Woche in der Fototasche und hat sich leider bereits weitgehend selbst entladen. So bleiben mir mit diesem Akku noch etwa 10 Minuten danach ist meine schöne Panasonic leider „tot“. Zusammen gekommen sind dabei etwa 6 GB Videomaterial. In der Kamera steckt meine 8 GB große Reservekarte. Als ich mit der Filmerei loslegen wollte musste ich nämlich feststellen, dass ich nicht nur mein Telefon sondern auch meine Speicherkarten im Hotel vergesse hatte. Überhaupt ist diese gesamte Reise davon geprägt, dass ich lauter Sachen vergessen habe. Im Fotorucksack sind aber noch ein paar Reservekarten. Die habe ich für den Fall der Fälle eigentlich immer dabei. Und als dann die D800E als Videokamera zum Einsatzkommen soll, fehlt auch hier die Speicherkarte! Aber kein Problem, es sind noch eine 64 GB und zwei 16 GB Karten im Rucksack. Für meine Videoaufnahmen verwende ich an der D800E das AF-D VR 80-400mm Telezoom-Objektiv. Auch dieses Objektiv habe ich nur versehentlich eingepackt. Eigentlich wollte ich das AF-S VR 2.8/70-200mm einpacken. Nun muss ich mich mit dem älteren etwas sperrigen 80-400 begnügen. Aber letztlich sehen die Sequenzen bei denen alles korrekt eingestellt war auch mit diesem Objektiv wirklich gut aus. Was hier allerdings massiv stört ist der Autofokus. Ist es etwas dunkel so liegt die D800E im Videomodus beim automatischen Fokussieren eigentlich ständig leicht daneben. Der Fokus fährt zweimal hin und her und bleibt dann kurz hinter dem korrekten Wert stehen, das nervt ziemlich. Meinen Video-Neiger habe ich auch daheim vergessen, also muss ich meinen Kugelkopf des Typs FLM-38FT auf meinem großen BENRO Carbon-Stativ benutzen. Für Fotos ist das eine großartige Kombination, für Videos ist es massiv „suboptimal“.

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Saubere Schwenks oder die die „Verfolgung“ eines Tieres das langsam durch sein Gehege streift sind damit kaum möglich. Die Videos rucken und zappeln, dass man sie sich nicht anschauen möchte. Eigentlich klappt es nur wenn die Kamera absolut ruhig steht und man sie nicht berührt. Dann ist alles gut, sobald man versucht sie irgendwie zu bewegen wird bei Brennweiten ab ca. 100 mm praktisch alles sofort total verwackelt. Auch ist gar nicht daran zu denken langsame Zoomfahrten oder ähnliches mit der D800E und dem 80-400mm Telezoom zu versuchen. Mit der kleinen Panasonic klappt so etwas mit ein wenig Übung sehr gut. Wer beide Systeme im Vergleich benutzt der wird sich sofort in die kleine Panasonic verlieben. Das Handling dieser Kamera ist für Video-Filme gemacht und funktioniert einfach gut. Zwar ist bei der D800E die Bildqualität etwas besser, aber man braucht viel mehr Zeit bis alles eingestellt ist und verpasst gerade als „Tierfilmer“ damit immer wieder die besten Szenen.

Loro Parque - Tenerife

Bei der Sichtung meiner „Tages-Beute“ bin ich geschockt wie wenig wirklich brauchbares Videomaterial in etwa 6 Stunden entstanden ist. Mit der BENRO GH-2 „Affenschaukel“ und dem dicken fetten Nikon  AF-S VR 4/200-400mm wäre die Ausbeute deutlich besser gewesen. Aber diese Kombination hätte auch das doppelte Gewicht! Besonders das AF-S Fokus-System der moderneren Objektive ist für Videoaufnahmen perfekt. Man kann den Fokus einfach während man filmt manuell übersteuern. Das geht mit einem Objektiv ohne AF-S leider nicht und es stellt damit einen echten „Hemmschuh“ dar. 

Loro Parque - Tenerife

Eine Alternative ist in diesem Fall für mich sogar das alte manuell fokussierte Nikon AiS 80-200. Dieses Objektiv ist noch kompakter und die Bedienung des Schiebezooms funktioniert wirklich gut. Man kann sehr schnell zoomen und den Fokus-Punkt korrekt einstellen. Alles mit einem Ring, großartig! Verwendet man noch eine Lupe vor dem Display der D800E hat man damit auch an hellen Tagen eine gute Kombination für beeindruckende Tierfilme. Ich habe mal ein wenig experimentiert und die D800E sowohl im FX Modus als auch im DX Modus filmen lassen. Man sieht im Endergebnis bei „normalen“ ISO-Werten praktisch keinen Unterschied. Nutzt man diese Einstellung, so wird aus einem alten manuell fokussierten AiS 80-200mm im DX-Modus ein 160-400mm Teleobjektiv. Über die Abbildungsqualität muss man sich beim Videofilmen keine Sorgen machen. Sind die Videos unscharf, dann liegt es immer daran, dass man nicht korrekt fokussiert hat! Die Auflösung der Videos ist so gering, das schafft auch ein 40 Jahre altes Nikon Teleobjektiv :-) Sobald man diese Objektive um etwa zwei Stufen abblenden kann erkennt man im fertigen Video praktisch keinen Unterschied zwischen einem 40 Jahre alten Tele von eBay für 200 Euro und einem modernen Superobjektiv für 2.000 Euro.

Loro Parque - Tenerife

Entscheidend ist was man an der Kamera einstellt und wie die Lichtverhältnisse sind. Auch ein 10.000 Euro Profiteleobjektiv zaubert an der D800E nicht automatisch geniale Videosequenzen. Hier sind Erfahrung und eine Portion Glück viel wichtiger als der letzte „Hightech-Schrei“.

Dies beweisen auch meine heute aufgenommenen Video-Schnipsel. Der Ausschuss liegt bei etwa 90%. Das liegt aber nicht nur daran, dass die D800E und das heute verwendete 80-400mm Objektiv etwas sperrig zu bedienen sind. Es sind auch die Tiere die eben Individuen sind und nicht immer gleich das machen was man sich wünscht. Manchmal machen sie eben einfach gar nichts! Sie hängen faul in der Sonne ab und warten drauf, dass endlich die nervigen Scheibenklopfer, Pfeiffer, Hampelmänner, Schreier und Knipsblitzer nach Hause gegangen sind. Für die Tiere sind diese Besucher meisten eine echte Qual. Schaut man sich das Treiben mit etwas Distanz an, so fragt man sich manchmal wer hier wen mustert. Besonders bei den Gorillas kam es mir heute wieder so vor als würden diese majestätischen Tiere innerlich mit dem Kopf schütteln, angesichts dieser schwachsinnig wirkenden Menschenmasse die sich an ihren „Schaufenstern“ vorbei quält.

Loro Parque - Tenerife

Loro Parque - Tenerife

Der Loro Parque ist bekannt für seine Delfin-Show und die Shows mit den Orcas die es dort seit ein paar Jahren zu bestaunen gibt. Seit die Orcas dort ihre Kunststückchen vollführen müssen hat es schon zwei tödliche Unfälle gegeben. Gegen den deutschen Betreiber des Loro Parque wurde von Tierschützern sogar Anzeige wegen unterlassener Sorgfaltspflicht gegenüber den Trainern der Orcas gestellt. Die Trainer trugen bspw. keine Schwimmwesten. Und nach dem ersten Todesfall hieß es offiziell „Der wollte nur spielen!“. Mich erinnert das immer wieder an die Sprüche der Besitzer unberechenbarer Hunde. Wie waren sie noch die drei Standardsätze?

  1. Der macht nichts!
  2. Der will nur spielen!!
  3. Das hat er noch nie gemacht!!!

Daran erinnern mich auch die Statements der Leitung des Loro Parque die ich bezüglich des ersten Todesfalles mit den Orcas gelesen habe. Inzwischen ist der zweite Trainer der Orcas gestorben. Offiziell auch ein „Versehen“ – „Der wollte nur spielen“. Doch die Leiche des Trainers wies gebrochene Rippen und Bisswunden auf. „Das hat er noch nie gemacht“ – kommt mir da als Entschuldigung in den Sinn. Wie soll man zu alle dem stehen? Die Delfin-Show und die Orcas habe ich während der letzten Jahre mehrfach angeschaut und sie hat mir eigentlich immer recht gut gefallen. Weder Orcas noch Delfine habe ich jemals in freier Natur beobachten können. Erst im Loro Parque konnte ich einen Eindruck davon gewinnen wie intelligent und pfiffig diese Tiere sind.

Loro Parque - Tenerife

Es gibt viele Stimmen die Shows mit Delfinen und Orcas verbieten wollen. Ich bin der Meinung, dass diese Shows nicht wirklich notwendig sind. Aber ich würde auch nicht so weit gehen zu fordern, dass Orcas und Delfine grundsätzlich nicht in Zoos gehalten werden dürfen.

Meine Mama hat seit Jahrzehnten ein Aquarium in der Küche stehen, früher hatten wir sogar mal einen Wellensittich. War das Tierquälerei? Mein Freund Wolfgang hat hier einen Hund, den Westerwälder Hütehund (Wäller) namens „Balu Schröder“. Ist das Tierquälerei? Ich habe heute Seeroben, Pinguine, Tiger, Papageien, Karpfen und viele andere Tiere gesehen. Alle leben in Gefangenschaft, genau wie die Delfine und die Orcas. Sollte man hier nicht sagen, wenn schon denn schon? Gleiches Recht für alle? „Free Willy and all of his friends!“ Warum schließen wir nicht den Loro Parque, den Allwetter-Zoo in Münster, den Tierpark Hagenbeck in Hamburg, den Palmitos Parque auf Gran Canaria?

Gleiches Recht für alle, warum eine Sonderbehandlung für Orcas und Delfine?

Natürlich bin ich nicht dafür alle diese Zoos und Parks zu schließen. Das war gerade die reine Provokation :-) Zoologische Gärten helfen weltweit die wenigen Tiere aussterbender Arten zu retten. In Deutschland gab es einst Bären und Wölfe. Doch die Menschen haben sie ausgerottet. Wer will nachts beim Joggen im Bonner Kottenforst schon einem Wolf begegnen? So leben die letzten ihrer Art in Zoos verteilt über ganz Deutschland. Und sie können froh sein, dass sie dort leben dürfen. Meine ganze private Meinung. Würde man sie in die Freiheit entlassen, so wären sie nach ein paar Tagen verstorben, garantiert! Wenn nicht verhungert und nicht auf der Autobahn überfahren, so dann letztlich von einem Jäger abgeknallt, das ist sicher!

Loro Parque - Tenerife

Einer der Orcas aus dem Loro Parque wurde vor einigen Monaten in Holland an Land gespült. Statt ihn im Norwegen langsam wieder „auszuwildern“ zieht er jetzt in einem Becken im Loro Parque seine Runden das 120 Meter lang ist. Klar kann er sich hier nicht so austoben wie im freien Meer. Aber es gibt sicher auch einen Grund warum er in Holland gestrandet ist. Ohne die Hilfe der Menschen wäre er längst tot. Irgendwas ist bereits vor längerer Zeit im Leben dieses Orcas gründlich schief gelaufen und ich denke, dass es für ihn vielleicht besser ist im Loro Parque gefüttert und geliebt zu werden als nach der „Auswilderung“ an der Küste Dänemarks oder sonst wo langsam und qualvoll zu verenden.

Loro Parque - Tenerife

In den Weltmeeren gibt es tausende Delfine, einige hundert kann man in den Zoos auf dieser Welt bestaunen. Klar führen sie dort keine tolles Leben und klar, die Zoos verdienen Geld damit sie in Shows vorzuführen. Aber irgendwie muss man ja auch ein Becken bezahlen das 120 Meter lang ist und irgendwie muss man ja auch den Fisch bezahlen den ein erwachsener Orca Jahr für Jahr in sich hineinstopft…

Die Gegner der Orca-Show bemängeln auch, dass im Loro Parque die Besucher absichtlich von den Orcas nass gespritzt werden. Scheinbar waren sie noch nie Vorort. Denn dort ist eine besondere „Splash-Zone“ gut lesbar ausgeschildert. Die Besucher können sich Regenmäntel aushändigen lassen und wer keinen Bock auf diese „Erfahrung“ hat, der muss sich ja nicht mit dem Wasser bespritzen lassen in das der eine oder andere Orca seine kleinen und großen Geschäfte erledigt hat.

Alle Besucher haben die Wahl und wer sich später über Spuren von Orca-Kot auf dem hübschen neuen Sonntagskostüm aufregt, der hat eben bei der Platzwahl nicht nachgedacht.

Die Gegner der Delfin-Shows rufen weltweit zum Boykott dieser Shows auf. Irgendwie kann ich das alles gut verstehen und ich habe sie mir auch heute nicht erneut angesehen. Mir würde es gut gefallen wenn man diese Tiere einfach nur beim Schwimmen und fressen beobachten könnte. Aber vielleicht ist es auch richtig sie geistig zu fordern und mit ihnen zu arbeiten um sie von ihrem tristen Dasein in den viel zu kleinen Wasserbecken abzulenken? Wären sie eine noch größere Attraktion und würden noch viel mehr Menschen kommen um sie zu sehen, dann könnten ihre Becken sicher noch größer und schöner gebaut werden und vielleicht wäre dann auch ein Sonnendach im Budget enthalten. So, dass sie keinen Sonnenbrand mehr bekommen und nicht von den Pflegern mit Sonnencreme eingerieben werden müssen? Und vielleicht könnte man die Becken dann auch so gestalten, dass sie sich nicht selbst die Zähne abbrechen während sie in die stählernen Abgrenzungstore beißen? Ich denke, weniger Besucher und der Boykott der Shows helfen den Tieren die bereits in Gefangenschaft leben nicht wirklich. Akzeptiert man das „wie es ist“ so würde es ihnen eher helfen wenn die Betreiber der Zoos mehr Geld durch sie einnehmen könnten und dies dann auch tatsächlich in die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen investieren würden.

Loro Parque - Tenerife Loro Parque - Tenerife

Aber zurück zu meinem „Bericht des Tages“. Als sich der Tag dem Ende neigt hole ich Sandra wieder am Strand ab und gemeinsam geht es zum Monasterio, ein altes Kloster in der Nähe von Puerto de la Cruz. Hier gibt es mehrere gute Restaurants und was soll ich sagen, genau wie der Loro Parque ist auch hier der Betreiber ein Deutscher. Auch hier gibt es Kellner die in viel zu kleinen Räumen viel zu viele Gäste bedienen müssen. Tagtäglich vollbringen sie kleine Kunststückchen damit alle Gäste hübsch zufrieden sind und hoffentlich bald wieder kommen. Sandra und ich gönnen und heute jeweils ein großes supergutes saftiges Filet-Steak. Diese Steaks schmecken einmalig gut. Aber sie stammen von lebenden Kühen, eigentlich leben sie jetzt nicht mehr, aber irgendwann haben sie das mal getan, soviel ist sicher! Und laut Speisekarte haben sie in Südamerika gelebt, wahrscheinlich in Argentinien. Und auch dort leben viele Kühe auf viel zu kleinen Flächen und werden systematisch abgefüttert und dann nach einem wenig erquicklichen Rinderleben in einem hoffentlich nahegelegenen Schlachthof möglichst „artgerecht“ getötet und zu herrlich leckeren Filetsteaks weiterverarbeitet. Irgendwie eklig, aber trotzdem sowas von lecker!

Loro Parque - Tenerife

Denkt man darüber nach wie viele hundert Kilogramm Kraftfutter und Getreide notwendig waren um diese beiden saftigen kross gegrillten Steaks „herzustellen“, man könnte sofort zum Vegetarier werden. Nicht weil all das schon eklig genug ist, nein weil es total unvernünftig ist, massenweise hochwertiges Getreide an Tiere zu verfüttern die dann in zerlegter Form nur noch einen Bruchteil des Nährwertes ihrer lebenslänglichen Futtermenge wert sind.

Loro Parque - Tenerife

Und doch haben diese beiden kross gegrillten innen leicht rosigen Steaks heute echt gut geschmeckt. Aber es werden für den Rest der Reise die einzigen Steaks bleiben. Ok, vielleicht gibt es zu Weihnachten statt einer Ente oder eines Hühnchens noch einmal ein Stück totes Rind. Zwischendurch wird es viel Salat und Kartoffeln geben. Und den ein oder anderen toten Fisch – urgs – schon wieder ein totes Tier. Aber bevor es uns die Wale auf ihrem Weg zum Golf von Mexico wegfressen…

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Die Moral von der Geschichte? Ich sollte Vegetarier werden, das wäre echt vernünftig. Aber ab und zu schmeckt ein Steak oder ein frisch gegrillter Fisch eben richtig gut. Und solange man all das nicht übertreibt ist es irgendwie auch so halbwegs in Ordnung. Morgen früh gibt es zum Frühstück wieder selbstgekaufte Erdbeermarmelade mit kleinen leckeren Pancakes. Das ist total vegetarisch, na fast wenigstens…  


Teneriffa 2012 – Tag 9

Relaxen am Pool

Nach den eisigen Stunden im Hochgebirge bin ich bei der Ankunft im Hotel mehr als durchgefroren. Am nächsten Morgen habe ich Halsweh und die ersten Gedanken sind „Scheiße jetzt habe ich mich auch noch erkältet…“ Aber diese Insel hat magische Kräfte, nach dem Frühstück ist alles schon wieder gut. Aber richtig Lust gleich die nächste Fototour zu starten habe ich nicht. Also genieße ich den Tag, schreibe einen Artikel für meinen BLOG und freue mich zur Mittagszeit über ein wirklich leckeres Essen im Garten des Hotels. Bei 25°C mit Blick auf das Meer gibt es den „Fisch des Tages“ mit Papas Arrugadas und einem Shandy – lecker.

Las Aguilas Sunrise

Als sich der Tag dem Ende neigt verkrümele ich mich ins Schlafzimmer und höre ein paar Stunden im Bett ganz entspannt die neue Musik die ich mir in den letzten Wochen gekauft habe. Besonders die isländische Band „Of Monsters and Men“ hat es mir derzeit angetan.

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Mein BOSE Quiet Comfort 15 lässt den Fernseher von nebenan und alle anderen Geräusche verstummen. Einmal mehr habe ich großen Spaß an diesem Kopfhörer den ich mit im Jahr 2010 bei „Best Buy“ in St. George in Utah für etwa 330 Dollar gekauft habe. Diese Investition war wirklich gut und ich möchte nicht mehr ohne diese Kopfhörer fliegen.

Las Aguilas Art

So geht der Tag zu Ende, ein Tag ohne Stress und ohne Fotos. Das hat auch was :-)


Teneriffa 2012 – Tag 8

Exkursion in den Norden und zur Milchstraße

Und auch am achten Tag ist alles wie es immer ist. Argwöhnische Blicke beim Frühstück, besonders den Deutschen fällt es hier schwer die anderen Gäste einfach zu ignorieren. Inzwischen kennt man seine „Pappenheimer“. Da ist zum Beispiel der exzentrische Typ mit Halbglatze und akkurat gestyltem langen grauen Backenbart. Er und seine Angetraute sitzen tagtäglich im Abseits, jenseits des Pöbels. Zunächst wird der Tisch reserviert indem man eine Tasche oder etwas auf einem der Stühle neben dem Tisch abstellt. Dann beginnen Sie damit Teller voller Lebensmittel heranzuschleppen. Wirklich fatal wäre es wenn man ein zweites Mal gehen müsste um sich einen Nachschlag zu holen, ein weiteres Mal vorbei an diesen ordinären anderen Gästen. So machen sie es tagtäglich, finden sich gut dabei und bemerken gar nicht wie sie Aufmerksamkeit und Gespräche der anderen Gäste auf sich ziehen. Nach einer Woche beginnt „man“ sich das Maul über sie zu zerreissen. Hier und da werden Spekulationen laut ob es sich um einen Schulleiter handeln könnte. Vielleicht auch ein Oberstudienrat mit Auszeichnung, oder ein Lateinlehrer? Vielleicht auch Physik? Wir Deutschen können leider nicht anders, wie müssen lästern und mutmaßen :-)

Nachdem alle Frühstücksrituale erfolgreich abgeschlossen sind begeben wir uns zum Parkplatz. Heute ist unser Ziel das kleine Fischerdorf Taganana im Nord-Westen der Insel. Dieser Ort hat es auch meiner Freundin angetan und an der „Strandpromenade“ zwischen Taganana und Benijo gibt es mehrere gute „Fischbuden“. Bereits im letzten Jahr haben wir dort riesige komplette Fische verspeist die frisch vom Grill kamen. Das ist auch heute unser Ziel. Und wir werden nicht enttäuscht. Zum Preis von 42,90 Euro gibt es zwei Shandy (Bier mit Sprite), zwei kleine Schnäpse, einen Espresso, einen Karamell-Pudding, Kanarische Schrumpelkartoffeln (Papa Arugadas), rote Mojo Sauce (Mojo rosso), Aioli, frisches Weißbrot, einen gemischten Salat, Garnelen in kochendem Olivenöl und als Krönung einen kompletten Zackenbarsch. Was für ein Festessen!!!

Taganana mit Nikon D800E

Nach dem üppigen Mahl genießen wir die stürmische Brandung und ich versuche mit meiner Video-Kamera den Moment festzuhalten in dem die gewaltigen Wellen umstürzen und an der oberen Kante der Welle für einen kurzen Augenblick ein leichter Nebel aus feinen Wassertropfen zu sehen ist. Aber es gelingt mir nicht wirklich. Die Kontraste sind extrem und der kleine Chip der Kamera ist nicht in der Lage diese riesigen Unterschiede zwischen hell und dunkel korrekt einzufangen. Ich versuche die Belichtung zu korrigieren, schließe die Blende und verkürze die Belichtungszeit. Jetzt sind die Schaumkronen der Wellen keine undefinierte weiße Fläche mehr sondern sauber akzentuiert. Aber dafür versinkt alles andere in Dunkelheit, fast als würde man das Meer zu nächtlicher Zeit bei Vollmond filmen.

Das ist für mich das einzige Manko dieser kleinen genialen Panasonic HC-X909. Hier ist die Nikon D800E mit ihrem drastisch größerem Chip klar im Vorteil. Aber der D800E fehlt im Videomodus der Sucher. Ist es hell so erkennt man auf dem rückwärtigen Display rein gar nichts. Bei der Panasonic zieht man den Sucher etwas heraus. Damit wird er automatisch aktiviert und man kann selbst bei hellem Sonnenlicht seine Motive sehr gut verfolgen. Gut gefällt mir an der Panasonic auch die Möglichkeit extrem schnell zwischen der „intelligenten Automatik“ und dem manuellen Modus wechseln zu können. Hier reicht ein Druck auf einen der wenigen Knöpfe und schon kann man auf dem Touchdisplay wählen welche Parameter man manuell einstellen möchte. Die Werte lassen sich sogar durch drehen des „Fokus-Ringes“, der eigentlich ein Universal-Einstellring ist, kinderleicht verändern. Kurzum, das Filmen mit dieser Kamera geht einfacher und besser von der Hand als mit der großen sperrigen Nikon D800E. Allerdings muss man mit Einschränkungen beim Dynamikumfang und der Auflösung leben. Aber so ist das im Leben, man kann nicht alles haben :-)

Nach unserer Videosession geht es weiter bis zum Ende der Sackgasse. Dort erreichen wir das kleine Örtchen Benijo. Hier beginnt eine Off-Road-Piste die sich eng an den Felsen entlang bis zu einem winzigen Örtchen windet das wirklich am „Arsch der Welt“ liegt. Hier gibt es einen Parkplatz und man kann zum Roque de Dento wandern. Eines der vielen Wahrzeichen Teneriffas und der Felsbrocken der den Blick vom Strand bei Taganana in Richtung Norden ganz entscheidend prägt.

Taganana mit Nikon D800E

Die Straße ist eng und holprig. Kommt einem hier ein Auto entgegen so muss eines der beiden Fahrzeuge ggfs. 100 Meter und weiter zurück setzen. Leitplanken gibt es nicht und Sandra kriegt die totale Krise. Als ich schließlich erwähne, dass ich mir vorstellen könnte hier den Sonnenuntergang abzuwarten und den genialen Blick hinüber nach Taganana fotografisch festzuhalten, ist sie kurz vor der Panik. Bloß nicht noch im Dunkeln diese „Straße“ zurück fahren!!! Ok, es gibt keine Fotos, keine Videoschnipsel, wir drehen einfach um fahren zurück nach Taganana. Zwischendurch rutscht ein etwa 20cm dicker Felsbrocken vor das linke Hinterrad. Das Auto bleibt kurz stehen, die Räder drehen durch und mit einem deutlichen „Hoppla“ geht es nach einem Augenblick weiter. Nun ist es bei Sandra ganz vorbei. Ich soll anzahlten, sie will aussteigen und den Rest des Weges zu Fuß gehen. Ich fahre langsam im ersten Gang weiter und mit den Metern legt sich die Panikattacke. Als wir wieder „festen Boden“ unter den Reifen spüren sind wir beide erleichtert. Manche Straßen sind hier auf Teneriffa ein echtes Abenteuer :-)

Ohne viele Umschweife geht es zurück zum Hotel. Dort schauen wir uns den Tatort im ARD an. Danach wird bei Günther Jauch über Zwangsprostitution mit Minderjährigen diskutiert. Irgendwann höre ich nicht mehr zu weil ich mich frage warum man das überhaupt diskutieren muss? Es gehört bestraft und ist so ziemlich das Fieseste was ich mir denken kann. Aber in Italien soll es ja sogar mal einen Staatschef gegeben haben der sich junge Mädchen zum „Bunga Bunga“ kommen ließ. Was für eine fiese Welt…

Die Milchstraße

So gegen 23h breche ich dann wieder auf. Heute will ich endlich mal die Milchstraße sehen! Die Bedingungen sind grandios. Der Himmel ist wolkenlos, es ist klar und der zunehmende Mond versteckt sich noch auf der anderen Seite der Erde. Also los…

Im Gepäck ist alles was beim letzten Anlauf auch schon dabei war. Es geht wieder einmal die 100.000 Kurven über La Orotava hinauf zum Teide. Auf dem neuen USB-Stick haben ich drei Alben der „Supergroup“ Chickenfoot. Der Motor heult und die krachigen Girattenriffs versuchen ihn zu übertönen. Es gibt Momente im Leben eines Mannes die kann man einfach nur allein genießen!

Nikon D800E - HowTo Timelapse

Nach etwa 90 Minuten bin ich um ca. 0:30 am Parador oben in den Canadas del Teide. Hier ist ein staatlich geführtes Hotel, es gibt eine nette kleine Kapelle und einen großen Busparkplatz auf dem man nachts nur selten stolpert. Ich parke meinen Opel Astra in der Nähe der kleinen Kapelle, so habe ich sie und den Gipfel des höchsten Berges der Spanier gleichzeitig im Blick. Die Nikon D800E wird mit dem SAMYANG 2.8/15mm bestückt. An die Nikon D7000 montiere ich das „kleine Schwarze“ – das AF-D 2.8/10.5mm Fisheye. Bei beiden Kameras stelle ich ISO-1600 ein, die Blende wird jeweils vollständig geöffnet, beide Objektive haben einen definierten Anschlag für „unendlich“. Das ist nachts extrem praktisch denn der Autofokus funktioniert dann nicht. Und bei den schönen modernen AF-S Objektiven hat man keinen exakten Anschlag für „unendlich“ mehr. Hier passiert es schnell, dass man hunderte Fotos aufnimmt, sich die halbe Nacht lang neben den Kameras im Auto den Arsch abfriert und Später bei der Video-Bearbeitung feststellen muss, das alles unscharf ist. Wer will das schon?

Bei ISO-1600 und Blende 2.8 liefern Belichtungszeiten zwischen 10 und 30 Sekunden meist recht ansprechende Ergebnisse. Bei der D800E kann man durchaus auch bei ISO-800 mit 30s fotografieren. Allerdings dauert dann die ggfs. aktivierte Rauschunterdrückung etwa weitere 30s. So kann man nicht kontinuierlich fotografieren, sondern muss sich mit Intervallen von etwa 60s abfinden. Ich nehme jeweils 100 Bilder auf. Bei 25 Bildern/Sekunde sind das später Sequenzen die 4 Sekunden lang sind. Reduziert man bei der Videobearbeitung das Tempo etwas, so kann man sie ohne dass es „ruckt“ auf etwa 6 Sekunden strecken.

Nikon D800E - HowTo Timelapse

Während meine beiden Kameras unterschiedliche Motive um die Wette knipsen fällt das Thermometer von Stunde zu Stunde. Um etwa 3h zeigt es noch eisige 4°C. Ich sitze in meinem Auto und bibbere vor Kälte. Den Motor will ich auch nicht stundenlang laufen lassen, denn dieser Opel schaltet dann automatisch das Standlicht ein. Das beleuchtet die Umgebung und sieht später nicht wirklich gut aus. Also beschließe ich um etwa 3h am Morgen, dass es jetzt genug ist. Es geht zurück zum Hotel. Der Heimweg über menschenleere Straßen ist heute noch ganz so heftig wie beim letzten Mal. Ich lasse es ruhig angehen, schließlich bin ich hundemüde und ich will auch keines der vielen Kaninchen überfahren. Um kurz vor 5h geht im Hotel dann gar nichts mehr. Nur schnell die Zähne putzen und dann schlafen… Sandra will ich nicht stören, so lege ich mich so wie ich bin auf das Sofa. Eine Kuscheldecke gibt es dort noch. Als Sandra mich um 8h30 weckt bin ich noch immer ziemlich durchgefroren. Aber ich habe Hunger und freue mich auf das leckere Frühstück in der wärmenden Morgensonne.

Nikon D800E - HowTo Timelapse

Später wird die „Beute der Nacht“ gesichtet und ich bin wirklich überrascht wie gut diese beiden Kameras bei hohen ISO-Werten und wenig Licht funktionieren. Auch sind gar nicht die befürchteten Datenmengen zusammen gekommen. Dadurch, dass man nur alle 60 Sekunden ein Bild schießen kann, gibt es eine „natürliche Obergrenze“. Ich habe in dieser Nacht Bildmaterial im Umfang von etwa 16GB eingesammelt. Das ist harmlos :-)

Tipp

Mit einer dieser modernen leistungsfähigen LED-Taschenlampen lassen sich nächtliche Szenerien ganz wunderbar ausleuchten!

Fazit

Rückblickend war es eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens. Eine so klare Nacht mit so unglaublich vielen Sternen habe ich mir schon seit vielen Jahren gewünscht. Früher dachte ich, dass man ein Teleobjektiv braucht um ein Foto der Milchstraße aufnehmen zu können. Ich dachte es sei eine kleine Formation irgendwo zwischen dem „Kleinen Wagen“ und dem „Großen Wagen“. Aber weit gefehlt, die Milchstraße erstreckt sich wie ein gewaltiges Band von einem Ende des Himmels zum gegenüberliegenden Ende. Wollte man sie in einem Foto aufnehmen, so bräuchte man ein Objektiv mit einem Blickwinkel von etwa 180°. Mit meinem 10.5mm Fisheye liege ich da also gar nicht so verkehrt. Doch man muss ich auch gut aussuchen wo und wie man die Kamera aufstellt. In den Canadas del Teide kann man die Kamera sauber gen Himmel richten und hat an den Bildrändern  doch immer wieder Teile der umgebenden Berge auf dem Bild. Wenn man diese Berge also schon nicht weg bekommt, dann sollte man sie eben in die Fotos einbeziehen. Für mich hat das dann seinen ganz besonderen Reiz. Erst wenn man die Sterne der Milchstraße am höchsten Berg Spaniens vorbeiziehen sieht bekommt der Betrachter einen Eindruck der Dimensionen und der eigentlichen Bewegung.

Nikon D800E - HowTo Timelapse

Es würde mich sehr reizen die nächtliche Fotografie intensiver zu betreiben. Aber dann bräuchte man eigentlich auch einen „Slider“ und noch ein weiteres Stativ. Nur so gelingen dynamische Kamerafahrten im Schneckentempo. Aber wie soll man all das transportieren und wie soll ich meiner Freundin erklären, dass wir gemeinsam verreisen ich aber nachts immer weg bin und tagsüber müde durch die Gegend schleiche oder gar schlafend im Bett liege? Es wird also vorerst meine letzte Nacht im Gebirge bleiben müssen. In den kommenden Tagen möchte ich noch zum Sonnenaufgang die eine oder andere Tour ins Gebirge unternehmen. Aber dabei wird es dann auch bleiben.

Das größte Problem sind hier im Dezember die kalten Nächte im Gebirge auf mehr als 2200 Metern. Im Hochsommer ist es 5 bis 10°C wärmer. Wer hier im Dezember die Sterne beobachten will sollte sich warme Winterkleidung mitnehmen.

Zum Abschluss hier noch zwei Bilder aus der kleinen aber feinen Nikon D7000.

Nikon D7000 - HowTo Timelapse

Nikon D7000 - HowTo Timelapse


Teneriffa 2012 – Tag 7

Keine besonderen Vorkommnisse

Und auch Tag 7 beginnt wie alle anderen Tage. Ausschlafen bis man von allein aufwacht, vom Balkon auf das Meer schauen und dabei langsam wach werden. Frühstücken bis nichts mehr hinein passt, danach Kaffee auf der Terrasse mit Blick auf den Pico del Teide und Morgensonne im Gesicht.

Irgendwann gegen Mittag sind wir beim Einkaufszentrum auf der anderen Seite der Autobahn. Man könnte zu Fuß gehen, aber wir sind auch heute wieder faul und nehmen das Auto. Nach einem überaus klaren schönen Morgen hat sich der Himmel inzwischen zugezogen. Es ist etwas kühl und ich habe heute keine Lust dem perfekten Foto hinterher zu rennen. Also kaufen wir ein wenig ein. Ich habe meine kleine GoPro dabei, schließlich brauche ich ja irgendwas das ist in meinem BLOG veröffentlichen kann… Beim Packen meines Koffers habe ich diverse Trecking-Hemden usw. bereit gelegt. Aber letztlich sind sie dann irgendwie daheim liegen geblieben und ich habe bei der Ankunft hier auf Teneriffa nicht schlecht gestaunt, dass ich nur zwei T-Shirts und zwei Hemden mit kurzen Ärmeln dabei habe. Am Montag haben wir daher sofort eine Portion Flüssigwaschmittel gekauft. Und das habe ich auch schon benutzt. Allerdings trocknet die pitschnasse Wäsche auf dem Balkon nicht sonderlich gut. Man müsste sie richtig „aufhängen“ aber das würde nicht gut aussehen und daher hat die Hotelleitung es sich auch verbeten Wäsche gut sichtbar auf dem Balkon zu drapieren. In der Hotelbeschreibung hat Sandra gelesen, dass es hier auch eine Waschmaschine gibt. Und die haben wir heute tatsächlich gefunden. Sandra hat für 5 Euro eine große Maschine mit heller Wäsche gewaschen und für weitere 3 Euro alles was geeignet war nebenan in den Wäschetrockner gesteckt. Nun haben wir wieder Wäsche für die nächsten Tage, jetzt kann fast nichts mehr schief gehen. Neben den Hemden habe ich mich irgendwie auch bei den Socken verzählt. Zwar sind vier paar dicke Wander-Wollsocken im Gepäck, aber meine Wanderschuhe habe ich seit der Ankunft nicht wieder getragen. Bislang ging immer alles ganz prima in Turnschuhen. Also kaufe ich mir drei Paar schwarze Socken, die kann „Mann“ immer gebrauchen. Sandra findet ein Paar schöne Lederstiefel und einen preiswerten knallroten Koffer. Da passt Ihr Fotorucksack gut hinein und auf dem Rückweg kann sie ihn dann bequem  rollen statt ihn auf den Schultern tragen zu müssen. Ich habe es auf dem Hinweg auch so gemacht. Mein Fotorucksack war so gepackt, dass er einen „Handgepäck-Koffer“ gepasst hat. Oben drauf war noch eine kleine Notebooktasche und mein BOSE Kopfhörer für das Flugzeug. Im Vergleich zu den letzten Jahren in denen ich immer weite Strecken am Flughafen usw. mit einem voll gepackten Fotorucksack, Notebooktasche usw. zurücklegen musste, war es in diesem Jahr alles ganz entspannt.

Mitten im Einkaufszentrum treffen wir dann unverhofft unsere Freundin Edith. Sie hat heute endlich mal frei und ist mit ihrem neuen Lebensgefährten auf Einkaufsbummel. Wir verabreden uns für den nächsten Sonntag zu einer gemeinsamen Wanderung. Das sind die Momente die mir hier so gut gefallen. Es ist hier schon ein wenig wie in meiner zweiten Heimat. Man geht einfach in ein Einkaufszentrum und trifft überraschend seine Freunde. Das kann mir derzeit kein anderes Urlaubsziel bieten :-)

Zurück im Hotel schauen wir kurz in unsere E-Mails, danach geht es rüber in den Garten des Hotels. Wir mischen uns unter die „All-Inclusive-Gäste“. Man erkennt sie schnell an den blauen Armbändchen die sie Tag und Nacht tragen müssen. Das wäre mir echt zu blöd und ich habe echt Mühe zu verstehen, dass tausende Touristen diese Prozedur immer wieder hinnehmen. Deutsche Touristen beschweren sich hier über jeden noch so kleinen Furz, aber über eine Alternative zum „AI-Armreif“ hat noch niemand nachgedacht.

Da wir diese AI-Bändchen nicht tragen müssen, dürfen wir uns auch nicht am Mittagsmenü bedienen. Aber das ist gar kein Problem, für 13,90 Euro gibt es zwei leckere Burritos mit Fritten und zwei Gläser Bier. Alles im Sonnenschein mit Blick auf das Meer, das Leben kann auch im Dezember sehr schön sein.

Später auf dem Zimmer bastle ich schnell aus dem was die kleine GoPro aufgenommen hat ein kleines Video zusammen. Sandra taucht im privaten Whirlpool in unserem Badezimmer ab, während ich in der Lobby diesen kurzen Artikel schreibe. Später um 18h30 treffen wir uns mit zwei anderen Gästen die wir hier kennen gelernt haben. Gemeinsam wollen wir zu Finca-San-Juan. Dort haben wir uns schon am Dienstag ein Menü mit mehreren Gängen und einem leckeren Wildbraten bestellt. Koch Tomy hat uns schon mitgeteilt, dass er ein gutes „Entrecôte vom Hirsch“ einkaufen konnte. Das wird besonders für Sandra ein echtes Festessen.

Wie es dann morgen aus fotografischer Sicht weitergeht muss ich mal schauen. Vielleicht suche ich mir zum Abendlicht einen schönen Strand mit großen Felsbrocken für das eine oder andere kitschige Urlaubsfoto :-)


Teneriffa 2012 – Tag 6

Sterne fotografieren im Gebirge

Der sechste Tag bricht an und die Reise hat schon fast ihren Zenit erreicht. Nach den üblichen Ritualen und einem leckeren Frühstück verabreden wir uns mit Karin und Wolfgang um 13h an der Plaza de Charco in der Altstadt von Puerto de la Cruz. Karin und Wolfgang kennen wir nun schon seit vielen Jahren. Wolfgang habe ich über die Fotocommunity kennengelernt. Wir haben dort viel über die schönsten Locations auf Teneriffa diskutiert. Im Jahr 2007 haben wir uns dann endlich persönlich kennen gelernt. Seit dieser Zeit haben wir mehrmals Weihnachten und Sylvester gemeinsam verbracht. Wenn meine Freundin mit seiner Frau einen Ausritt ins Gebirge unternimmt, treffen wir uns regelmäßig und machen etwas „vernünftiges“ – wie Wolfgang das immer nennt :-)

Heute treffen wir uns zum Mittagessen und es geht zu einem kleinen Thai-Resturant. Es liegt unterhalb des Busbahnhofs ganz in der Nähe des Hotel Marte. Dort habe ich 2005 gewohnt und kenne diesen Teil von Puerto de la Cruz sehr gut. Aber dieses Restaurant ist seltsam neu. Wolfgang kennt auch hier die Lösung des Rätsels, es ist der Koch. Er ist von seinem „Lieblings-Thai“ hierher gewechselt. Und Wolfgang hat nicht zuviel versprochen, das Essen schmeckt wirklich großartig und es ist trotzdem preiswert. Einmal mehr wird mit klar, man kann hier richtig gut leben, wenn man sich nicht selbst das Leben schwer macht.

(Um den Text etwas aufzulockern habe ich einige Bilder meiner “Beute des Tages ” aus der Nikon D800E eingestreut. Die Bilder sind 1000 Pixel breit, also bei Bedarf einfach in einem neuen TAB öffnen.)

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Vom Hotel zur Plaza de Charco sind Sandra und ich zu Fuß gelaufen, es ist ein ziemlich weiter Weg und daher sind wir froh, dass Karin und Wolfgang uns nach dem Essen mit ihrem Auto „zurück auf unseren Berg“ bringen.

Um etwa 17h mache ich mich dann auf den Weg zu meiner „Männer-Fototour“. Es geht über La Orotava hinauf zu den Canadas del Teide, wieder einmal! Diesen Weg kenne ich schon auswendig und ich habe in den letzten Jahren schon so manche Nacht dort oben verbracht. Im Kofferraum ist ich alles was ich an warmer Kleidung dabei habe. Sobald die Sonne untergegangen ist, kann es hier oben empfindlich kalt werden. Später werde ich die warme Kleidung noch brauchen, denn das Thermometer wird auf 6°C fallen!

Eigentlich ist der Sonnenuntergang laut „Garmin Colorado GPS“ um 18h11. Aber hier oben auf mehr als 2500 Metern Höhe gibt es eine kleine „Reserve“. Hier geht die Sonne etwa eine halbe Stunde später unter. So bleibt mir genug Zeit um einen meiner bevorzugten Aussichtspunkte anzusteuern. Dort wird schnell die kleine Panasonic Kamera aufgestellt. Sie filmt eine Zeitraffersequenz mit einem Raster von 10s. Das ist ein sehr guter Wert wenn man bei etwas Wind Wolken so darstellen möchte, dass sie schnell dahin zu ziehen scheinen. Parallel fotografiere ich mit der D800E und dem AF-S VR 4/16-35mm Weitwinkelzoom einige Belichtungsreihen aus denen ich später einige HDR-Fotografien erstellen möchte. Hier ein Fotos das mit dem billigen SAMYANG 2.8/15mm Weitwinkel entstanden ist.

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Nach etwa 30 Minuten staune ich nicht schlecht als sich plötzlich links oberhalb der Spitze des höchsten Bergs Spaniens der Mond mit einer wunderschönen Sichel zeigt. Wie genial sieht das denn aus? Die Kamera knipst Bild um Bild, als es für die Panasonic zu dunkel wird, tausche ich sie gegen die Nikon D7000 aus. Sie habe ich hier bislang noch gar nicht benutzt. Nun klappen die Spiegel zweier Kameras um die Wette. Gern würde ich auch mit der D800E eine Serie von Intervall-Bildern aufnehmen. Aber das Intervall lässt sich einfach nicht starten. Während es um mich herum dunkle Nacht wird, stehe ich ratlos vor meiner schönen neuen Kamera. Was mache ich bloß falsch? Ich blicke nicht durch und nehme sie mit ins Auto. Dort ist es deutlich wärmer und ich habe etwas Licht. Einige Augenblicke später fällt es mir dann auf, der Drehknopf oben links an der Kamera steht am rechten Anschlag, es ist die Spiegelvorauslösung aktiviert! Damit klappen scheinbar keine Intervall-Aufnahmen. Ich stelle den Knopf auf S wie „Single-Shot“ und schon bin ich wieder im Spiel. Danach wird die D800E mit 2.8/15mm SAMYANG Weitwinkel wieder in die Nacht gestellt. Sie soll 100 Fotos machen und das alle 5 Sekunden. Später im Hotel werde ich nicht schlecht staunen, dass ich damit mehrere Flugzeuge auf ihrem Weg vom Flughafen Teneriffa Nord zur Insel „La Palma“ fotografiert habe. Zeitraffer-Fotografie ist schon cool aber nicht immer kalkulierbar. Was letztlich geschieht und wie die Sequenz aussehen wird ist immer mit einer kleinen Portion Zufall verbunden. Zwischendurch wechsle ich an der D800E immer wieder die Objektive. Mal das 4/16-35, mal das 2.8/24-70 und dann auch mal das gute alte AF-D VR 80-400mm. Eigentlich habe ich es aus Versehen mitgenommen. Bei der Entscheidung was im Tresor bleibt und was mit auf die Reise geht habe ich mich “vergriffen”. Statt des knackscharfen schnellen AF-S VR 2.8/70-200 habe ich versehentlich das 80-400 eingepackt. Es ist ein durchaus brauchbares Objektiv, aber es kann den Chip der D800E nicht wirklich ausreizen. Damit gelingen durchaus gute Bilder, aber das AF-S VR 70-200 ist mit insbesondere in Verbindung mit dem 1.7er Teleconverter irgendwie lieber.

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Gegen 21h ist mir echt kalt und es geht mit WARP-Geschwindigkeit den Berg hinauf zurück zum Hotel. Das ist ein echter Männerspaß, in tiefer Nacht 2500 Höhenmeter im dritten Gang mit bis zu 100 km/h den Berg hinab fegen, das kann Mann nur allein. Während ich den Mietwagen um die Kurven zirkle, dass die Reifen quietschen und die Bremsen verbrannt riechen kommt mir immer wieder in den Sinn, wie eine Beifahrerin panisch rufen würde „Muss das sein, Du rast hier runter wie ein Vollidiot! Gleich bringst Du uns noch beide um! Ahhhhh….“ Aber ich kenne die Strecke, ich habe ein GPS und ich sehe die Spitzkehren lange bevor ich sie erreiche. Die Fahrt ist daher nicht wirklich gefährlich, zumal es hier keine Rehe oder Kühe gibt die plötzlich auf der Straße auftauchen könnten.

Als die Zivilisation mich wieder hat, dreht sich auch mir so langsam der Magen um. Ich muss kurz anhalten, sonst gibt es gleich ein Unglück.

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An der frischen Luft neben dem Auto ist es etwas wärmer. Das Thermometer im Auto zeigt jetzt 11°C. Und mir fällt auf, dass es hier genau so riecht wie in Page-Arizona im letzten Winter. Hier wird mit Holz geheizt und das ich auch wirklich notwendig. Ich bin noch etwa 800 Meter über dem Meer und hier ist es nicht nur nachts wirklich kühl.

Wer mit dem Gedanken spielt sich hier auf Teneriffa ein Haus zu kaufen oder zu mieten der sollte sich genau informieren wie die Lebensbedingungen dort sein werden. Es gibt Siedlungen die sind so hoch gelegen, dass man besonders im Winter viele Wochen mit Nebel und tief hängenden Wolken wird leben müssen. Je tiefer man hinab ans Meer kommt umso wärmer wird es. Aber sehr nah am Meer kann es auch wiederum sehr feucht werden. Eine guter Bereich ist zwischen 100 und 300 Metern über dem Meer. Wer hier also im Hochsommer eine nette kleine Finca anschaut die auf 900 Metern gelegen ist und ein preisgünstiges Schnäppchen zu sein scheint, der sollte unbedingt im Dezember zurück kommen und schauen ob das „kleine Paradies“ halten kann was der geldgierige Verkäufer im Sommer versprochen hat.

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Zurück im Hotel liegt Sandra eingewickelt in eine warme Decke auf dem Sofa vor dem Fernseher. Die Augen sind geschlossen, das Programm ist offensichtlich nicht wirklich spannend. Nachdem sie das auch erkannt hat, habe ich das Wohnzimmer für mich allein. Der Fernseher ist aus, Sandra schläft nebenan und ich schaue mir meine „Beute“ des Tages an. Und die macht mir so richtig viel Spaß. Manchmal ist es genau richtig auf eigene Faust loszuziehen. Nur so kann man abwarten und hin und her probieren wie es einem in den Sinn kommt. Niemand ist genervt, friert, hat Hunger oder schweren Druck auf der Blase. Einfach nur „Du und das Universum“ – das ist schon cool. Leider werden das nur Männer verstehen können. Ich bin mir fast sicher, Frauen fehlt das „Timelapse-Gen“ :-)

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Hier noch ein Bild aus der Nikon D7000 mit dem AF-S 1.4/50mm “Normal-Objektiv”.

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