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Teneriffa

Teneriffa – Links zu allen Artikeln

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Ein BLOG ist ein Art Tagebuch und enthält normalerweise Artikel die in umgekehrter chronologischer Reihenfolge angezeigt werden. Damit ist es manchmal nicht ganz einfach etwas ältere Artikel zu finden. Damit dies trotzdem klappt gibt es rechts in meinem BLOG die ‘Wolken’ mit Schlagworten und Kategorien. Außerdem kann man sich alle Artikel zu einem Monat anzeigen lassen.

In den letzen Monaten häufen sich dennoch Anfragen meiner Leser denen die Struktur eines BLOGs zu unübersichtlich ist und die mich immer wieder um Tipps für ihre Reise nach Teneriffa bitten. Da ich diese tolle Insel schon so oft besucht habe, gibt es inzwischen unglaublich viel Material und es ist kaum möglich alle Infos kurz und knapp zusammenzufassen. Daher habe ich hier eine Liste mit Artikeln zusammengestellt, die ich in den letzten Jahren bei meinen Besuchen auf Teneriffa geschrieben habe.

Diese Seite findet Ihr auch wenn Ihr oben im Menü auf ‘Reisen’ und dann auf ‘Teneriffa‘ klickt.

Hier gibt es meine Teneriffa Videos:

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier gibt es mein Video zur Reise nach La Palma:

 

 


Ansgars kleine Fotoschule – Der richtige Moment

Gestern habe ich zu später Stunde noch etwas “Resteverwertung” betrieben und aus altem Material ein kleines Video erstellt. Die Video-Schnipsel habe ich im Jahr 2011 aufgenommen während ich mehrere Wochen in den USA unterwegs war. Die drei ersten Wochen habe ich mit meiner Freundin Sandra verbracht. Wir waren ständig unterwegs und haben gemeinsam viel gesehen und erlebt. Aber die wirklich abgefahrenen “Foto-Momente” habe ich erst erlebt als noch zwei Wochen lang allein unterwegs sein konnte und sie schon wieder arbeiten musste. Gemeinsam waren wir im Death Valley National Park. Es war schön und dieser Park hat mir sehr gut gefallen, aber wir sind fast keine Off-Road Pisten gefahren und haben nur recht wenig Zeit am frühen Morgen oder späten Abend außerhalb unserer Hotelzimmer verbracht. Es war Februar/März und dann kann es selbst im sonnigen Kalifornien recht kalt werden.

Am Tag der Heimreise meiner Freundin habe ich mich von Las Vegas erneut auf den Weg ins Death Valley aufgemacht und dort am zweiten Abend den Race Track besucht. Es ist eine weite höllische holprige Fahrt dorthin und ich weiß nicht ob ich ein zweites Mal dorthin fahren würde. Unterwegs gingen so schwere Regenschauer nieder, dass ich anhalten musste weil die Scheibenwischer keine klare Sicht mehr möglich machen konnten. Als ich letztlich am Race Track eintraf war es schon zu spät, ich hatte die mehr als fiese Anreise total unterschätzt. Die Spuren auf denen die Steine “um die Wette laufen” sieht man nur ganz kurz vor Sonnenuntergang, dann wenn die Sonne ganz tief steht und die leichten Vertiefungen ihre Schatten werfen.

Also war ich etwas gefrustet, aber als ich schließlich ein paar Kilometer später ein Paar aus Bishop CA traf und mit ihnen ins Quatschen kam, spielte sich plötzlich am Horizont ein ganz ergreifendes Schauspiel ab. Die schweren Gewitterwolken schwebten klar konturiert über dem Race Track und die untergehende Sonne schien von links unten hinein. Während diese Wolkenformation rot zu leuchten begann zückten die beiden Fremden und ich unsere Kameras und schossen Bild um Bild.

Als ich das folgende Foto aufgenommen hatte war ich schon ganz glücklich und war kurz davor weiter zu fahren.

Death Valley - The Race Track

Doch dann geschah das unverhoffte Naturschauspiel und ich war wie elektrisiert. In kurzer Zeit habe ich mit unterschiedlichen Kameras und Objektiven wirklich viele Fotos aufgenommen, es waren sogar einige Dias dabei!

Death Valley Thunderstorm #1

Obwohl ich weit weg war, ließ sie die gesamte Pracht nur mit einem Extremweitwinkel einfangen. Aber mein Auto stand etwas weiter weg und die Objektive waren im Kofferraum. Also musste ich im Laufschritt zum Auto sprinten, schnell das Nikkor AF-S 2,8/10,5mm an meine Nikon D300 montieren und wieder zurück flitzen. In diesem kurzen Augenblick hatte sich das Schauspiel schon wieder verändert und war fast vorbei.

Death Valley Thunderstorm #1

Einige wenige coole Fotos waren noch möglich, aber dann war alles nur noch dunkle graue Suppe.

Fazit

In den meisten Fällen lohnt es sich Geduld aufzubringen und auf den richtigen Moment zu warten. Während man wartet kann man schon das eine oder andere Foto aufnehmen. Aber wenn es “ernst” wird sollte man bereit sein und dann muss jeder Handgriff sitzen. Momente wie dieser dauern in der Regel nur wenige Minuten. Wer sich in diesen Momenten etwa mit seinem Stativ abmüht oder in den Tiefen der Kameramenüs nach der richtigen Einstellung sucht, der wird sich später ärgern. Tolle Fotos entstehen eben nicht nur durch Glück allein, sondern nur wenn man im richtigen Moment sein Handwerk beherrscht.

Daher empfehle ich jedem ambitionierten Amateur regelmäßig seine Kamera in die Hand zu nehmen, sich kleine fotografische Aufgaben zu stellen und den Umgang mit Kamera und Zubehör so lange zu üben bis alles wie im Schlaf funktioniert. Wer zwischendurch mal die Bedienungsanleitung seiner Kamera studiert ist hier zusätzlich im Vorteil.

Ich werde oft gefragt welche Kamera ich denn empfehlen würde. Im Gespräch kommt meist schneller heraus, dass der “Fragende” bereits eine gute Kamera besitzt aber sie ganz und gar nicht bedienen kann und bislang immer zu faul war mal einen Blick in die Bedienungsanleitung zu werfen oder sich durch ein gutes Buch zu schmökern. Oft wird beim Wunsch nach besseren Fotos die Hoffnung in das neue Equipment gesetzt, was aber ein Trugschluss ist. Ich selbst habe mir vor fast 20 Jahren meine erste E-Gitarre gegönnt und in den Jahren danach immer wieder neue, besser, tollere Instrumente gekauft. Letztlich kann ich noch immer nicht vernünftig Gitarre spielen und habe viel Geld für Instrumente ausgegeben die ich gar nicht beherrsche.

Mit teuren Fotoapparaten ist es eigentlich ganz genau so. Gibt man einem Eric Clapton eine Stratocaster aus Korea in die Hand die man im Musikgeschäft um die Ecke für 500 Euro kaufen kann, dann wird er auf dieser Gitarre unglaublich gut musizieren können. Bei einer Kamera ist es ganz ähnlich. Wer seine 500 Euro Kamera im Schlaf beherrscht und alles heraus zu kitzeln vermag was die Kamera bietet, der wird immer bessere Fotos schießen als die gut betuchten Besitzer gewaltig großer Kameras die sich an jedem schönen Sonntag mit ihrem Ausrüstung im Zoo abmühen und sich von ihrem “Foto-Führer” die Zusammenhänge zwischen Zeit und Blende immer wieder mühsam erklären lassen müssen.

Wissen ist Macht – Nix wissen macht nix…

All jenen unter Euch die an ihren Fähigkeiten feilen wollen empfehle ich für den Anfang einen Blick in ein gutes Buch. Wer lieber via Kindle liest, der findet beispielsweise bei amazon.de auch sehr locker geschriebene und gut lesbare Bücher von Scott Kelby. Mir haben die folgenden vier Bücher von Tom Ang schon vor ein paar Jahren wirklich viel Spaß bereitet. Inzwischen mag es aktuellere Kameras als die in den Büchern abgebildeten geben. Aber wie gesagt, ein Eric Clapton vermag auch auf einer alten Gitarre gute Musik zu machen :-)

TomAng-Profitechniken

TomAng-Fotogafieren-das-ganze-Jahr

TomAng-Wie-die-Profis

TomAng-Praxiskurs


Nikon D800E – Filmen mit dem SAMYANG 2,8/14mm

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Eines der beliebtesten Objektive für das Nikon FX-Format (Vollformat) ist zweifellos das überragende Nikkor AF-S 2,8/14-24mm. Leider ist dieses Objektiv aber extrem teuer und aufgrund der Tatsache, dass man keine “normalen” Filter verwenden kann in der Nutzung etwas eingeschränkt. Ich habe mich daher entschieden mir das Nikkor AF-S VR 4/16-35mm zu kaufen und es mit dem sehr preiswerten SAMYANG 2,8/14mm zu ergänzen. Zwar ist das SAMYANG nicht genau genauso leistungsfähig wie das um ein vielfaches teurere Nikkor AF-S 2,8/14-24mm, aber Blickwinkel und Abbildungsqualität sind trotzdem sehr ähnlich und damit ist dieses billige Objektiv letztlich mehr als brauchbar.

Vor ein paar Wochen hatte ich auf Teneriffa die Gelegenheit mich ein paar Stunden lang mit der Nikon D800E, dem SAMYANG 2,8/14mm und meiner Nikon 1 V1 samt AF-S VR 10-100mm PD im Abaco bei Puerto de la Cruz zu vergnügen. Aus dem an diesem Tag eingesammelten Filmmaterial habe ich gestern für Euch ein kurzes Video erstellt. Die Hintergrundmusik ist sehr authentisch, sie stammt von einer kleinen Volklore-Truppe die im Innenhof des Abaco eine Aufführung dargeboten hat. Dort habe ich eine Weile zugeschaut und das bunte Treiben mit meiner Nikon 1 V1 und aufgestecktem Nikon ME-1 Mikrofon gefilmt. Für das Intro im Mietwagen habe ich meinen SONY HDR-MV1 Audio-Recorder verwendet.

Alle Kamera-Schwenks habe ich mit dem SIRUI M3204 und dem SIRUI K-30X Kugelkopf improvisiert. Dieser Kugelkopf ist eigentlich für die Fotografie und weniger für bewegte Bilder gedacht. Und man merkt es auch ganz deutlich, denn es ist gar nicht einfach damit einen wirklich ruckfreien “sauberen” Schwenk hinzubekommen. Bei den Kamerafahrten, die ich im Garten des Abaco aufgenommen habe, hätte ich besser den kontinuierlichen Autofokus abgeschaltet und alles mit Blende 22 und Ausnutzung der Hyperfokaldistanz aufgenommen. Aber hinterher ist man immer schlauer und daher ist es etwas ärgerlich, dass der Autofokus deutlich sichtbar nachjustiert. Aber letztlich ist es für Euch ein gutes Anschauungsobjekt und wenn Ihr später einmal eine ähnliche Kamerafahrt aufnehmen wollt, erinnert Ihr Euch vielleicht an diese Zeilen :-)

Hier nun das Video aus dem famosen Abaco. Es ist wirklich kurz denn ich habe viele Einstellungen beispielsweise aus der liebevoll dekorierten Küche weggelassen damit es Euch nicht langweilig wird.

Hier noch einige Fotos für jene unter Euch die sie noch nicht kennen.

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Hier noch ein Foto das ich einige Tage zuvor mit dem SAMAYANG 2,8/14mm mitten in der Nacht bei Vollmond und ISO-1600 oben im Gebirge am Fuße des Pico del Teide aufgenommen habe.

El Teide with transient Lake after a huge storm - Nikon D800E & SAMYANG 2,8/14mm


Nikon 1 V2 – Filmen im Tierpark

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen nach unserer Rückkehr aus Teneriffa ein einziges großes Video zu erstellen. Aber nun habe ich irgendwie Spaß daran einzelne Teile zu kurzen “handlichen” Videos zu verarbeiten. Heute habe ich ein neues Video für Euch das ohne viel Schnickschnack auskommt. Es gibt nur einfache Schnitte und zwei sehr sparsame Ausblendungen. Manchmal ist weniger mehr, bei diesem Video sollen nicht die tollen Übergangseffekte aus Final Cut Pro X wirken, sondern die Bilder der wunderschönen Tiere die der Jungle Parque bei Arona im Süden Teneriffas für seine Besucher bereit hält.

Final Cut Pro X - Jungle Park

Während des Video-Schnitts habe ich überlegt ob ich die Bilder des einäugigen Weißkopfseeadlers und seines verletzten “Kollegen” wegschneiden soll, aber dann habe ich sie doch verwendet. Schließlich gibt es diese Tiere im Jungle Parque und sie sind trotz ihrer Behinderung beeindruckende Tiere. In der freien Natur wären sie sicher längst verendet, hier im Park werden sie liebevoll gepflegt und könnten hier in Ruhe alt werden, wenn sie nicht ständig von en Touristen angepfiffen oder sonst wie geärgert würden. Manchmal frage ich mich, wer im Tierpark eigentlich wen anschaut! Besonders bei den Affengehegen geben viele Menschen oft die deutlich animalischeren oder besser “dümmeren” Laute von sich.

Im Video kann man die Nikon 1 V2 mit FT-1 Adapter und dem Nikon AF-S VR 2,8/70-200mm mehrfach sehen. Diese Aufnahmen habe ich wiederum mit meiner Nikon 1 V1 und dem AF-S VR 6,7-13mm Weitwinkelzoom aufgenommen. Dieses hatte ich dabei auf meinem kleinen Manfrotto Schwebestativ montiert. Einige wenige Sequenzen habe ich auch mit dem wunderbaren AF-S VR 10-100mm PD und der Nikon 1 V1 gefilmt.

Hier habe ich noch einige Fotos die ich “zwischendurch” schnell aus dem Handgelenkt geschossen habe. Eigentlich wollte ich nur filmen, aber ich bin doch sehr froh, dass ich noch einige schöne Fotos mit nach Hause bringen konnte. Das ist für mich einer der größten Vorteile dieses sehr kompakten Systems. Die Kameras des Nikon 1 Systems machen nicht nur schöne Videos sondern auch sehr brauchbare Fotos.

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Hier noch meine Tipps für das Fotografieren in Zoos oder Tierparks:

  1. Teleobjektive helfen die Motive groß abzubilden und schön vom Hintergrund abzuheben. Bei der Brennweite der Teleobjektive gilt wie fast immer “Mehr ist Mehr”. Doch lichtstarke Superteleobjektive kosten schnell ein größeres Vermögen. Hier sind alle Fotoamateure im Vorteil die Kameras mit hochauflösenden kleinen Chips verwenden und daher zu preiswerteren kürzeren Teleobjektiven greifen können.
  2. Der CX-Chip der Nikon 1 Kameras hat einen Verlängerungsfaktor von 2,7. Damit wird aus einem 100mm Teleobjektiv ein 270er Tele, das ist schon sehr brauchbar. Besser ist ein 200er Tele, dass dann einem 540mm Tele entspricht. Wer nun noch einen 1,7-fach Teleconverter verwenden kann, der kommt auf sagenhafte 918mm und kann damit aus Entfernungen von ca. 10 Metern Motive die etwa einen Meter groß sind sehr schön abbilden.
  3. Etwas größer sind die Sensoren der Kameras des Micro-Four-Thirds-Systems (HFT oder auch M34). Hier hat der Chip der Kamera 1/4 der Größe eines normalen Kleinbild-Dias. Dieses wird häufig als “Vollformat” bezeichnet und hat 24x36mm. Verglichen mit den 6x7cm einer Mamiya RZ-67 ist das natürlich immer noch winzig, aber das ist ein ganz anderes Thema. Der Sensor einer MFT Kamera hat also die halbe Diagonale einer Kleinbild bzw. “Vollformatkamera”. An einer MFT Kamera kann man mit entsprechenden Adaptern diverse Fremdobjektive anbringen. Für das System werden Zoom-Objektive mit einer Brennweite bis ca. 200mm angeboten, die wegen des Verlängerungsfaktors von 2.0 einem 400er Teleobjektiv entsprechen. Wer ein Vollformat-Fremdobjektiv via Adapter benutzt muss in der Regel alles manuell einstellen, hat keinen Autofokus und keinen Bildstabilisator. Das sollte man beim Kauf eines entsprechenden Adapters bedenken!
  4. Wer beispielsweise mit einer Nikon D7000 zur Fototour ausrückt hat einen DX-Chip der halb so groß ist wie ein 35mm Diapositiv. Damit ist die Diagonale um den Faktor 1.5 kleiner als bspw. bei einer Nikon D800 mit einem “Vollformatchip”. Wer mit einer solchen Kamera im Tierpark schöne Fotos machen möchte, dem würde ich ein 400mm Teleobjektiv empfehlen, das einem 600mm Teleobjektiv im “Vollformat” entspricht. Ein Telekonverter ist ggfs. auch hier eine sinnvolle Ergänzung. Man sollte beachten, dass nicht jedes Teleobjektiv mit allen Telekonvertern kompatibel ist!
  5. Wer mit einer “Vollformatkamera” wie beispielsweise der Nikon D800 in den Zoo geht, dem würde ich ein 600er Teleobjektiv empfehlen.
  6. Um Tiere in einem Gehege zu fotografieren sollte man sich wenn möglich einen leicht erhöhten Standpunkt suchen um freien Blick zu haben. Viel Geduld hilft dabei wirklich schöne Fotos zu erhalten. Viele Tiere streifen auf den immer wieder gleichen Bahnen durch ihr Gehege. Wer die Tiere ein wenig studiert kann seine Fotos oft ein wenig “planen” und wird die besseren Bilder aufnehmen als seine ungeduldigen Kollegen.
  7. Muss durch eine Glasscheibe fotografiert werden, sollte man das Objektiv mit der Gegenlichtblende möglichst direkt vor der Scheibe positionieren. Geht das nicht, kann man mit einem Stück schwarzen Karton oder Stoff störende Reflexionen abschirmen. Wer ein schwarzes T-Shirt trägt ist hier oft im Vorteil und kann sich einfach geschickt aufstellen und damit Reflexionen sehr effizient reduzieren.
  8. Will man Tiere fotografieren die sich in einem vergitterten Gehege aufhalten, so klappt das am besten wenn sie sich etwa in der Mitte des Geheges befinden. Die Kamera setzt man möglichst nahe an das Gitter und wählt ein weit geöffnete Blende. Das Gitter sollte möglichst im Schatten liegen, damit es so gut wie möglich in der Unschärfe des langen Teleobjektiven verschwindet.
  9. Tiere die sich direkt am vorderen Gitter befinden braucht man gar nicht erst zu fotografieren, das wird eh nichts :-)
  10. Besucht man den Tierpark an kalten Tagen sind meist weniger andere Besucher zugegen. Die Tiere sind entspannter und man macht die besseren Fotos.
  11. Gute Vorbereitung hilft Zeit zu sparen. Meiner Erfahrung nach ist es besser sich auf einige wenige Tierarten zu konzentrieren statt zu versuchen, an nur einem Tag alle Tiere eines Parks abzulichten.

Fazit:

Auch wenn viele ambitionierte Amateure angesichts einer Nikon 1 oft die Nase rümpfen, kann man mit dieser Kamera gerade in Tierparks wirklich tolle Fotos und Videos machen. Bereits ein relativ preiswertes leichtes 200mm Teleobjektiv ermöglicht dank des kleinen Chips dieser Kamera bereits teils atemberaubende Abbildungsmaßstäbe. Eine Vollformatkamera mit vergleichbarem Abbildungsmaßstab schlägt schnell mit mehr als 10.000 Euro zu buche und wiegt ein vielfaches. Hier heißt es also abzuwägen zwischen Kosten, Gewicht und Nutzen.

Sehr cool ist, dass die Nikon 1 in Verbindung mit dem FT-1 Adapter moderne Nikon Objektive praktisch vollständig ausreizen kann. Autofokus, Bildstabilisator, alles funktioniert so wie man es gewohnt ist. Damit ist meiner Meinung nach die Nikon 1 bei der “preiswerten” Fotografie in Zoos und Tierparks derzeit unschlagbar.


Fotoschule Teil 9 – Reisefotografie III

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Im Vergleich zum Winter des letzten Jahres kann man diesen Winter eigentlich gar nicht so wirklich ernst nehmen. Der Grund ist ebenso einfach wie plausibel: Kalt ist woanders

Und weil sich auch beim Wetter im alles fein auszugleichen versteht, müssen gerade die Menschen in den USA und Russland heftig frieren während die dort nach Süden wandernden extrem kalten Luftmassen reichlich warme Luft von Nordafrika hinauf zu uns nach Europa drücken. Trotz des milden Wetters habe ich aktuell wieder einmal fieses Halsweh und die meiste Zeit des Wochenendes mit Tee und warmen Decken auf dem Sofa verbracht. Und weil das so extrem langweilig ist, habe ich von den schon auf Teneriffa vorbereiteten Videodateien ein neues Video zum Thema Reisefotografie für Euch bei YouTube hochgeladen.

 

Bereits gestern habe ich ein Video hochgeladen, das am gleichen Tag mal schnell zwischendurch entstanden ist. Es hat zwar mit der Fotografie nur wenig zu tun, aber vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen unter Euch wie sich der SONY HDR-MV1 im Soundcheck gegen eine GoPro HD HERO 1080 schlägt.

 

Für alle die es noch nicht kennen in hier der zweite Teil zum Thema “Reisefotografie”.

 

Damit alles rund ist, habe ich hier noch den ersten Teil für alle die ihn noch nicht gesehen haben.

 

Ich hole mir jetzt eine Tasse heißen Tee aus der Küche und hoffe, dass ich pünktlich zu Beginn der neuen Woche wieder fit bin.


Fotoschule Teil 8 – Reisefotografie auf Teneriffa

Nach der Rückkehr aus Teneriffa habe ich nun einiges an Videomaterial woraus ich noch das eine oder andere kurze Video erstellen kann. Nachdem ich Euch im letzten Teil gezeigt habe was ich auf Reise aktuell dabei habe und wofür das alles ist, gibt es heute ein etwas kürzeres Video das ich nach einer Straßensperre schnell in meinem Auto auf Teneriffa improvisiert habe. Beim Schnitt habe ich noch ein wenig “Teneriffa-Bonusmaterial” darunter “geschummelt”.

In den nächsten Tagen wird es hoffentlich einen kurzen dritten Teil zu diesem Thema geben. Danach habe ich noch etwas Material für einen Vergleich des SONY HDR-MV1 mit der GoPro HD-HERO 1080. Sobald das alles verarbeitet und veröffentlich ist werde ich mich langsam aber sicher mit dem Schnitt des eigentlichen Reisevideos beginnen. So seid Ihr dann schon ein wenig eingestimmt und könnt hoffentlich mit den Locations aus dem Reisevideo etwas mehr als nur den Namen verbinden.

Ich wünsche Euch viel Spaß mit dem neuen Video :-)

Ach ja, in meinem Video habe ich auch das “Glück” angesprochen. Hier habe ich noch ein etwas älteres Video das ich im Jahr 2011 mit meiner Nikon P7000 im Monument Valley aufgenommen habe. An diesem Tag habe ich auf eine ganz besonderes Event gehofft und es sah lange so aus als wenn es nichts werden würde. Aber dann konnte ich doch noch ein paar schöne Fotos machen.

Am Tag danach habe ich gehofft, dass es noch besser wird, denn dieses Schauspiel gibt es im Frühjahr und im Herbst an jeweils drei Tagen im Jahr. Am zweiten Tag ist das Schauspiel etwas ausgeprägter und am dritten Tag sieht es etwa so aus wie am ersten Tag. Welcher Tag laut Kalender wirklich perfekt ist, das kann man in den einschlägigen Internet-Foren erfragen oder man hat eben gleichgesinnte Mitstreiter die bereit sind sich zusammen mit Euch die Beine in den Bauch zu stehen und ordentlich lange für eine gutes Foto zu frieren. Aber ob das Wetter dann auch wirklich so mitspielt wie man es sich erhofft, das steht auf einem ganz anderen Blatt.

Also viel Spaß bei diesem Video das ich nach meinem damaligen Fotofreund Allan Vasenius aus Los Angeles benannt habe. Hier ist noch ein Foto das Allan mir später geschickt hat.

The Vasenius Shadow at Monument Valley

Nach meiner Rückkehr hat Allan mir eine E-Mail geschickt in der er seine Reise für mich und seine Freund zusammengefasst hat. Ein paar schöne Fotos gibt es dort auch zu sehen.


Fotoschule Teil 7 – Reisefotografie

Nach unserer Heimkehr aus Teneriffa ist nun etwas Zeit um mich durch die vielen Stunden Video-Material zu arbeiten und mehrere tausend RAW-Bilder zu sichten. Im Vergleich zu den letzten Reisen ist meine “fotografische Beute” diesmal etwas bescheiden ausgefallen. Dies liegt daran, dass zwei sehr schöne Locations geschlossen bzw. nicht mehr erreichbar sind und weil ich in diesem Jahr wesentlich mehr gefilmt als fotografiert habe.

Dementsprechend geht es Teil 7 meiner Serie “Ansgar’s kleine Fotoschule” nicht nur um die Fotografie sondern auch um die Hilfsmittel zur Erstellung schöner Videos die ich diesmal dabei hatte. Einige der Dinge die Ihr im Video zu sehen bekommt habe ich nicht so nutzen können wie ich es mir vorgenommen oder gewünscht habe. Das lag auch am ungewöhnlich kalten Wetter und meiner noch immer sehr angeschlagenen Gesundheit.

So war ich nur einmal zu nächtlicher Zeit über den Wolken hoch oben im Gebirge. Es war so bitterkalt, für einige neue Fotos der Milchstraße wollte ich keine neuerliche Lungenentzündung riskieren. In den letzten Tagen gab es wieder reichlich neuen Schnee mit schwerem Glatteis auf Teneriffa. Es war nicht lustig und es hat fast eine Woche gedauert bis die Straßen wieder befahrbar waren. Aktuell zeigt sich der höchste Berg der Spanier wieder herrlich weiß verschneit und ich wenn ich die Facebook-Fotos der Menschen aus La Orotava sehen, möchte ich am liebsten gleich wieder hin :-)

Aber nun muss erst einmal das Geld für die nächste Reise verdient werden. Mit ein wenig Glück geht es in ein paar Monaten nach zweijähriger Pause endlich wieder in die USA. Schauen wir mal, schöne Fotos bspw. aus dem Yellowstone Nationalpark habe ich bislang noch keine in meinem Portfolio.

Vielleicht noch ein paar Worte zum Video, ich habe es mit dem SONY HDR-MV1 Audiorecorder und einer Nikon 1 V2 aufgezeichnet. Die Tonspur kommt vom SONY HDR-MV1. Wer also überlegt sich dieses sehr coole kleine Ding zu kaufen, der sollte sich das Video ggfs. beispielsweise via Apple TV auf dem heimischen Fernseher und über eine große Stereoanlage anhören. Zu Beginn des Videos hört man dann auch schon wie extrem empfindlich die Mikrofone des HDR-MV1 sind. Ich habe eine etwas hastige Bewegung gemacht und das Gerät ein wenig durch die Gegend geschwenkt und man hört auf guten Lautsprechern sehr deutlich die damit verbundenen Windgeräusche!

Dann gibt es noch eine Szene in der ich einige streitende Tiere im Affengehege aufgenommen und dies als Tonspur für eine kurze Video-Sequenz verwendet habe. Eigentlich war es an diesem Tag im Jungle-Park fast windstill, aber eine ganz leichte Brise gab es doch und wer genau hinhört, der hört sie im Video auch sehr deutlich.

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Mein Fazit:

Die Video- und Audioqualität des SONY HDR-MV1 hat mich sehr überzeugt. Allerdings sollte man das Gerät nur in geschlossenen Räumen verwenden. Einen Windschutz kann man aufgrund der Bauweise gar nicht oder nur sehr schlecht anbringen. Daher könnte man es bei Außenaufnahmen bspw. mit einem Nikon ME-1 inkl. Windschutz kombinieren. Das habe ich versucht und die Ergebnisse waren auch ganz ordentlich. Besser eignet sich für den Außeneinsatz allerdings der ZOOM H2n inkl. Windschutz. Leider hatte ich diesen Windschutz daheim vergessen. Also habe ich meist mit einer etwas zusammen gerollten kleinen Socke improvisiert. Es sah zwar etwas komisch aus, hat aber durchaus gut funktioniert.

In den nächsten Tagen gibt es noch einen kurzen zweiten Teil zu diesem Video und dann habe ich auch noch etwas Material zum Thema “Fotografieren bei Nacht”. Es wird also nicht langweilig werden :-)

Ich bin sehr gespannt auf Euer Feedback. Schreibt mir doch mal was ihr alles auf Euren Reisen mitschleppt, was ihr davon letztlich doch nicht benutzt und wie ihr es künftig handhaben wollt. Ich freue mich darauf!!


Teneriffa 12-2013 – Tag 22

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Nach drei Wochen auf dieser tollen Insel müssen wir heute wieder heim fliegen. Der Hinflug mit den spartanischen „German Wings“ war extrem holprig und die vielen Turbulenzen haben den meisten Fluggästen das schiere Entsetzen in die Augen getrieben. Mir ist aufgefallen, dass sich auf dem Hinflug die meisten Gäste eher ruhig verhielten…

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Oft ist die Stimmung an Bord eine wenig ausgelassen, alle Fluggäste schnattern alle wild durcheinander, stehen im Gang und reden stundenlang über alle Belanglosigkeiten unseres kurzen Daseins auf dieser schönen Welt. Bei unserem Hinflug war das grundlegend anders. Alles saßen brav angeschnallt ihn ihren Sitzen, kämpften mit Angst und Brechreiz und schauten teils ängstlich auf die sich hin und her biegenden Flügel unseres Fliegers.

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Für den Rückflug mit airberlin haben wir deutlich mehr Glück mit dem Wetter. Die Maschine soll um 19h40 starten, also ist 17h30 eine gute Zeit für den Check-In am Flughafen. Im Hotel liegen Mappen der einzelnen Reiseveranstalter aus. Dort haben wir am Vortag nachgesehen ob alles planmäßig ablaufen wird.

Wegen des späten Abflugtermins haben wir am Morgen nochmals alle Zeit der Welt und genießen das tolle Wetter in der Sonne auf der Terrasse vor dem Frühstücksraum. Unsere Koffer haben wir zum Teil schon am Vorabend gepackt und so sind wir um 11h abmarschbereit. Ein Problem ist, dass unser OPEL Meriva keine Ablage für den Kofferraum mehr hat. Alles was in diesem Auto transportiert wird ist also von außen mehr als gut einsehbar. An eine letzte Tour weit ab von unserem Mietwagen mag ich daher gar nicht denken. Also treffen wir uns ein letzten Mal mit unseren Freunden unten in La Paz dem deutschen Viertel von Puerto de la Cruz. Wir parken unser Auto so, dass wir es im Blick haben während wir die warme Sonne bei einem letzten Barraquito genießen.

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Gegen 12h30 machen wir uns auf den Weg zum Flughafen. Den Weg kennen wir inzwischen wie im Schlaf und wo wir unseren Mietwagen abgeben müssen ist auch kein Geheimnis mehr. Vor zwei Jahren habe ich versehentlich den Schlüssel unseres Mietwagens nicht abgegeben und dies erst nach der Sicherheitskontrolle bemerkt. Das war ein wenig blöd aber letztlich unkritisch weil noch genug Zeit war um zurück zum CICAR Büro zu laufen und mich erneut bei der Sicherheitskontrolle anzustellen. Heute habe ich das im Kopf und so vergesse ich es nicht wieder!

So recht habe ich keine Ruhe um noch irgendwo einen Spaziergang zu unternehmen. Am Flughafen treffen wir daher viel zu früh ein. Ich gebe kurz den Schlüssel des Mietwagens ab und schaue mal ob schon ein Schalter von airberlin geöffnet hat. Wir haben erst 14h und unser Flieger soll um 19h40 starten, da wäre es toll wenn wir die Koffer abgeben und uns noch ein wenig die Umgebung anschauen könnten. Aber dieser relativ kleine “Provinzflughafen” ist darauf nicht vorbereitet. Alle Koffer kommen auf Wagen die gezielt am Ende der Förderbänder für das Gepäck aufgestellt werden. Die airberlin Fluggäste die ab 14h eingecheckt werden wollen nicht nach Köln, würde man uns jetzt auch einchecken, so würden unsere Koffer irgendwo, aber nicht in Köln landen und das wäre eine mittlere Katastrophe.

Wir erfahren, dass unser Flug am Schalter 28 und 29 ab 17h40 eingecheckt wird. Also warten wir dort hübsch brav bis wir endlich an der Reihe sind.  Immer wieder kommen Urlauber die auch nach Köln/Bonn fliegen wollen. Alle sehen den besetzten Schalter 28 und wollen sofort einchecken, aber alle sind wie wir zu früh und müssen ebenfalls warten.

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Als unser Schalter endlich um 17h40 nach langen Stunden geöffnet wird stehen wir tatsächlich am Anfang der Schlange und werden als erste Fluggäste eingecheckt. An den Sicherheitskontrollen ist viel los, aber es klappt alles mehr als problemlos. Nun haben wir noch mehr als eine Stunde bis zum Boarding. Auf der Suche nach dem Irish Pub in dem wir sonst immer gewartet haben müssen wir leider feststellen, dass es ihn nicht mehr gibt. Statt dessen ist dort nun ein etwa doppelt so großer Mix aus Imbiss und Take-Away. Ich organisiere uns zwei kleine Flaschen Rotwein, zwei Sandwiches und eine kleine Toblerone, das kostet fast 20 Euro – Flughafenpreise!

Als wir im Flieger sitzen haben wir Platz 13 A und B – also linke Seite in unserer Boing 737-800 und sogar VOR den Triebwerken. Eigentlich ein mehr als idealer Platz um beim Start ein wenig zu filmen oder schöne Fotos vom Pico del Teide zu machen. Aber wegen des späten Starts ist es schon stockfinster und der Teide ist ebenso wenig zu sehen wie der unbeleuchtete Rest der Insel. Mein großes Reisevideo wird also ohne eine entsprechende Szene auskommen müssen. Oder ich nehme einfach eine Sequenz aus einem der letzten Jahr, “das merkt eh keiner” :-)

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Der Flug ist relativ kurz und mehr als problemlos. Der Service bei airberlin ist vorbildlich und wird sind froh, dass wir nicht ständig das Portemonnaie zücken müssen nur um einen Schluck Wasser zu erhalten. Mein Account bei WatchEver ist inzwischen ausgelaufen und so habe ich aktuelle keine Filme mehr die ich auf dem Rückflug anschauen kann. Alles was noch im Offline-Modus verfügbar war, habe ich in den letzten Tagen schnell „weggeguckt“. Nun bin ich ganz gespannt auf die dritte Staffel der sehr coolen Serie „True Blood“. Weil ich eh nichts zum Anschauen habe, lehne ich mich in meinem Sitz entspannt zurück und genieße unter meinem BOSE QuitComfort 15 die Abgeschiedenheit vom Fluggeschehen und die wunderbare stille bei leiser musikalischer Berieselung aus meinem Smartphone.

Als wir in Köln landen ist es kurz vor 2h in der Nacht. Am Gepäckband ist mein Koffer einer der allerersten, ganz kurz danach kommt Sandras Koffer – super!! In Köln ist es nasskalt und wirklich ungemütlich, daher sind wir froh, dass wir sofort ein schönes großes Taxi finden, in das all unser Gepäck auf Anhieb hineinpasst. Geld für das Taxi habe ich noch übrig und so klappt der Transfer vom Flughafen bis nach Hause wirklich problemlos. Als wir mitten in der Nacht um 3h endlich daheim im Bett liegen sind wir ziemlich erledigt aber auch sehr froh wieder heil daheim zu sein.

Am nächsten Morgen sind die Augen verklebt, der Kopf tut weh und ich habe noch ein wenig mit den Folgen des Fluges zu kämpfen. Mir schlägt die Luft und den Flugzeugen immer schwer auf die Atemwege. Dass es bei airberlin immer mal wieder einen kostenlosen Schluck Wasser gibt hilft da ein wenig. Nach drei Wochen auf Teneriffa schmeckt der erste frische Kaffee aus dem tollen eigenen Vollautomaten irgendwie fremd und ungewohnt. Wirklich gut schmeckt das eigentlich nicht, aber er macht wach und hilft mir den ersten Tag in Deutschland im Jahr 2014 anzugehen.

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Deutschland hat uns also wieder und in ein paar Stunden bin ich schon wieder in meinem kleinen Mainzer Appartement und morgen pflichtbewusst und pünktlich im Büro. Die Reise war wieder wunderbar und ich habe mich so erholt wie ich es gehofft hatte.

Die allerbesten Fotos sind gleich am Anfang der Reise nachts oben am Pico del Teide entstanden. Ich bin also mit meiner “Beute” ganz zufrieden und das was ich nicht geschafft habe, werde ich vielleicht im Dezember dieses neuen Jahres nachholen. Aber schauen wir mal, jetzt kann 2014 erst einmal kommen…

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Teneriffa 12-2013 – Tag 21

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Heute ist der letzte Tag unserer Reise, schon morgen geht es in den Abendstunden wieder zurück ins kalte und verregnete Deutschland. Zwar waren die Temperaturen während der letzten Wochen in Deutschland ungewöhnlich mild, aber es hat vielerorts lange und ausgiebig geregnet. Hier auf Teneriffa hatten wir nur an einem Tag am Nachmittag und in den Abendstunden etwas Regen. Mein Freund Wolfgang hat mir erzählt, dass es hier auch schon einmal über sagenhafte 18 Monate keinen Regen gab. Das ist natürlich mehr als heftig und so gesehen können wir sehr froh über den Regen sein, auch wenn man an einem Abend mal nicht draußen sitzen konnte.

Sehr schön ist übrigens auch, dass durch den vielen Regen den die Stürme im November und Anfang Dezember mitgebracht haben die Insel derzeit saftig grün ist. Zwar blühen hier aktuell deutlich weniger Pflanzenarten als beispielsweise im Mai und Juni, aber besonders im Süden der Insel fällt im Vergleich zu den Vorjahren auf, dass sogar in der unwirklichen felsigen Landschaft überall saftiges Grün zu sehen ist.

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Zum Frühstück nehmen wir uns warme Jacken mit und setzen uns sofort nach draußen. Die Sonne ist noch hinter dem Gebirge irgendwo über Gran Canaria, aber die Temperaturen sind trotzdem recht mild. Als wir unsere erste Tasse Kaffee trinken kommt dann auch schon die Sonne heraus. Nun beginnt der große Ansturm auf die wenigen Plätze auf der Terrasse vor dem Speisesaal, aber heute haben wir uns zwei Logenplätze gesichert und das sogar OHNE HANDTÜCHER!!

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Während wir die Sonne genießen nimmt meine Nikon 1 V1 oben im Schlafzimmer durch das kleine Fenster das nach Osten zeigt wieder eine Zeitraffer-Sequenz auf. Alle 10s ein Bild und das 900x – das dauert seine Zeit und als wir nach unserem echt ausgiebigen Frühstück wieder auf dem Zimmer sind ist die Sonne schon „voll da“ und die 900 Bilder sind dennoch nicht erreicht, also drücke ich die Taste „Menu“ und schon ist die Serie beendet. Schnell die Karte in das Notebook und alles auf die Urlaubsfestplatte kopieren, es wurden 598 Fotos aufgenommen. Bei 30 Bildern pro Sekunde dauert dieses Sequenz dann etwa 20 Sekunden, für mein großes Video eigentlich schon viel zu lang. Daher werde ich bim Videoschnitt entscheiden ob ich etwas wegschneide oder vielleicht das Tempo nochmals etwas anhebe. Diesmal habe ich alle Bilder sowohl im RAW- als auch  JPG-Format aufgenommen. So kann ich auf meinem Mac blitzschnell mit dem kleinen Programm „Time-Lapse“ eine Vorschau der Sequenz erstellen. Das dauert kaum zwei Minuten und schon kann ich ungefähr sehen wie es werden wird. So machen Zeitraffer-Aufnahmen wirklich Spaß.

Gegen Mittag entschließen wir uns zu einem letzen kleinen Ausflug. Unser Weg führt uns über die Autobahn in Richtung La Laguna. Kurz bevor es auf die Südliche Autobahn geht, nehmen die Abfahrt zur Umgehungsstraße in Richtung Anaga-Gebirge. Wir folgen der Ausschilderung nach Tejina und Tegueste. Als wir auf der Höhe von Tegueste sind ist dann auch unser eigentliches Ziel Punta de Hidalgo ausgeschildert. Mitten im Ort biegen wir nach links ab und parken unser Auto in der Nähe der Promenade beim Hotel „Altagay“.

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Unterhalb des Hotels gibt es eine nettes Italienisches Restaurant mit dem schönen Namen „Angelo“. Dort kann man im Garten unter gewaltigen Gummibäumen sitzen und hat einen großartigen Blick auf den Pico del Teide. Als ich meine Sandra darauf aufmerksam mache sieht sie ihn allerdings nicht, denn der Dunst ist heute ziemlich. Erst nach mehrmaligem „Ja daaaaa…“ quittiert sie meine Bemühungen mit einem „Ach daaaaa…“.

Die Speisekarte gibt so etliches her und wir entscheiden uns für den Fisch des Tages mit einem Salat, etwas Brot und Pommes und Papas Arugadas. Als der Fisch kommt sind wir wirklich überrascht, jeder von uns bekommt einen kompletten aufgeschnittenen Fisch mit viel Knoblauch frisch vom Grill – lecker! Zur Abrundung gibt es noch einen Barraquito mit Likör und einen Ramazotti für meine Sandra, man kann es sich hier sehr schön machen! Das gesamte mehr als opulente Mahl kostet 42,90 Euro.

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Nach einer Weile haben wir das Gefühl uns wieder bewegen zu können, ich hole mein Stativ und schon geht unten an der Promenade die Fotosession los. Ich probiere dies und das, aber das Licht ist nicht schön und Wind heftiger Wellengang treibt immer wieder feine Wassertropfen durch die Luft. Später im Hotel werde ich feststellen, dass eigentlich alle HDR-Versuche unbrauchbar sind, weil sich auf den Frontlinsen meiner Objektive hunderte feinster Wassertropen angesammelt haben. Aber irgendwie hat mich die Muse heute eh nicht so geküsst…

Um 17h15 ist der Sonnenuntergang nicht mehr ganz fern, ob er spektakulär wird darf man bezweifeln. Meiner Sandra ist kalt, sie muss mal wohin und hat außerdem überhaupt keine Lust mehr mir bei meinen Leibesübungen mit Stativ und Kamera zuzuschauen. Wer wirklich intensiv fotografieren will, macht das eben am allerbesten allein! Bevor es Genörgel gibt und die Bilder eh nichts taugen packe ich meine Sachen zusammen und wir wandern zum Auto zurück.

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In einem Kreisverkehr geht es hoch nach La Laguna zur Autobahn, dort sind wir auf dem Hinweg auch hergekommen. Gleich rechts geht es nach Puerto de la Cruz. Sandra weist mir den Weg und ich folge ihrem Hinweis. Aber eigentlich ist es falsch, doch umeigentlich ist es auch egal, so können wir uns noch ein wenig die niedlichen Ortschaften rund um El Socorro anschauen.

In einer recht unübersichtlichen Rechtskurve treten die beiden Autofahrer vor mir dann urplötzlich voll auf die Bremse. Rechts steht Polizei, gelbes Blinklicht, irgendwas ist los…

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Seit dem 1.1.2014 gilt auch auf Teneriffa eine Promillegrenze von 0,0% Alkohol!! Da ich hier lieber keinen Ärger will, gab es zum Mittagessen für mich kein Bier sondern eine Cola und der kleine Barraquito liegt schon mehrere Stunden zurück. Aber es ist gar keine Verkehrskontrolle, hier hat es ganz ordentlich gekracht! Zwei Abschleppwagen sind dabei zwei heftig demolierte Autos nach einem seitlichen Frontalzusammenstoß abzutransportieren. Daher hat die Polizei die Straße kurzzeitig gesperrt. Die reumütige Verursacherin steht noch eine Weile neben dem Citroen C5 der Verkehrspolizei und muss diverse Unterschriften leisten. Die Insassen des anderen Autos haben schon alles erledigt und müssen jetzt zu Fuß los und sich ein Taxi suchen. Nach etwa 15 Minuten sind die demolierten Autos verladen und die Glassplitter von der Straße gefegt, es geht wieder weiter. Ein paar hundert Meter später stoßen wir auch schon auf die Autobahn. Man fährt ein Stück neben der Autobahn und kann dann ganz elegant aus einem kleinen Kreisverkehr heraus direkt auf die Autobahn auffahren.

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Als wir auf einer Höhe etwa 10 Kilometer vor Puerto de la Cruz sind, bietet sich uns ein gewaltiges Schauspiel. Die Sonne verschwindet gerade hinter einer dichten Wolkenfront, unten scheint es hinaus als wären lauter riesige Taschenlampen eingeschaltet worden und der Teide hat von der rechten Seite plötzlich ein regelrechtes gelbes Flutlicht. Eigentlich müsste man jetzt sofort anhalten und die Kameras zücken, aber man kann nicht alles im Leben fotografieren. Als wir im Hotel ankommen kann man weder den Teide, noch die Sonne, noch irgendetwas anderes sehen was sich zu fotografieren lohnen würde. Also gibt es noch eine schnelle abschließende Zeitraffersequenz mit der Nikon 1 V1 am geöffneten Schlafzimmerfenster. Während die Kamera vor sich hin knipst sitzen wir aber schon beim letzen Abendmahl. Das Publikum hat inzwischen einmal komplett gewechselt. Wir fühlen uns fast wie die Hotel-Dinosaurier und irgendwie bin ich nun doch froh, dass wir morgen wieder daheim sein werden. Zwar wird das Kantinenessen am Montag nicht gerade eine Offenbarung sein, aber es ist auch mal was anderes als gegrillter Fisch mit Unmengen Knoblauch und Kanarischen Schrumpelkartoffeln :-)


Teneriffa 12-2013 – Tag 20

Unsere Reise steuert schnurstracks auf ihr Ende zu und so ist heute Zeit für ein „Zwischenfazit“.

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  • Die beiden Nikon 1 Kameras haben sich hier mehr als bewährt und die Nikon D800E und die D300-IR sind erstaunlich oft allein im Hotel geblieben. Ich schätze das deutliche geringere Gewicht dieser sehr kompakten Kameras und ich liebe die Ergebnisse im Video-Modus.
  • Die Bilder die ich bei Vollmond oben auf dem Teide aufgenommen habe sind die besten Fotos die ich in den letzten 10 Jahren hier auf Teneriffa aufgenommen habe. Mit einer Nikon 1 hätte das nicht geklappt und ich bin sehr froh, dass ich die Nikon D800E in genau dieser Situation dabei hatte!
  • Das billige SAMYANG 2,8/14mm hat mir gute Dienste geleistet, aber ich habe es seltener verwendet als gedacht. Mit dem wunderbaren AF-S VR 4/16-35mm habe ich relativ viel fotografiert und die Ergebnisse sind sehr gut geworden. Das AF-S 2,8/24-70 habe ich fast nicht verwendet, mit dem AF-D 2,8/10,5 habe ich bislang noch gar nicht fotografiert. Das AF-S VR 2,8/70-200mm habe ich bislang nur in Verbindung mit einer der beiden Nikon 1 Kameras verwendet.
  • Mein kleines Blitzlicht für die Nikon 1 habe ich gar nicht benutzt, es liegt noch immer im Tresor, wie auch all die anderen Blitzlichter in den Jahren zuvor…
  • Der SONY HDR-MV1 hat mir gute Dienste geleistet aber man kann in „in der freien Natur“ fast nie einsetzen weil selbst leichter Wind extrem starke Windgeräusche produziert die jede Audio-Aufnahme sofort ruinieren.
  • Den ZOOM H2x habe ich weniger als erhofft eingesetzt um 4-Kanal Surround-Aufnahmen zu machen. Den Windschutz aus Schaumgummi habe ich leider daheim vergessen, so habe ich die kleine „Transportsocke“ etwas aufgekrempelt und über die Mikrofone gezogen, das war ein recht wirksamer Windschutz.
  • Gar nicht und nur extrem selten verwendet habe ich viele kleine Accessoires wie Ansteckmikrofon, Cokin-Filter, 40,5mm Filter für Nikon 1 usw.
  • Auch die 10mm und 18,5mm Objektive für die Nikon 1 habe ich bislang nicht benutzt.
  • Das neue Manfrotto Schwebestativ hat mir gute Dienste geleistet aber ich habe es sehr selten eingesetzt weil ich meist das große Stativ dabei hatte und es blöd ist ein Kamera unbeaufsichtigt irgendwo stehen zu lassen, während man mit dem Schwebestativ durch die Gegend läuft.

Eigentlich wollte ich mich viel öfter selbst mit dem Schwebestativ filmen und viele kleine neue Teile für „Ansgar’s kleine Fotoschule“ aufnehmen. Aber dann war es mir zu peinlich mich irgendwo zwischen die Leute zu stellen und mit mir selbst zu reden und mir dabei eine Kamera vor das Gesicht zu halten. Gestern im Jungle Park habe ich ein kurzes „Intro“ für die Jungle Park Sequenz aufgenommen und bin prompt von meiner Freundin Sandra „erwischt worden“. Sie hat mich ein wenig verhöhnt und spätestens jetzt habe ich keine Lust mehr dazu :-)

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Auch viele Motive habe ich nicht wie gewünscht „geschafft“. Das liegt daran, dass der Schmetterlingsgarten geschlossen ist und die Straße zum Punta de Teno nun dauerhaft gesperrt wurde. Auch habe ich keinen einzigen Sonnenaufgang fotografiert, denn dafür wohnen wir auf der falschen Seite der Insel. Richtig tolle Sonnenuntergänge gibt es hier auch nicht und ich habe es nicht geschafft mich mitten in der Nacht aufzuraffen um für einige kitschige Fotos fast 300 Kilometer hin und zurück auf die andere Seite der Insel zu fahren.

Eigentlich hatte ich gehofft mit der D800E oben auf dem Teide bei Neumond einige schöne neue Fotos der Milchstraße aufzunehmen. Aber dort oben ist es derzeit nachts bitterkalt, ich habe nur wenig warme Kleidung dabei und irgendwie brauche ich derzeit meinen Schlaf. Diese Fotos müssen also bis zu unserem nächsten Besuch auf dieser tollen Insel warten. Vielleicht mieten wir uns ja auch mal auf der „Sonnenseite“ ein, so dass die Wege zu schönen Sonnenaufgängen mit Strand, Felsen und den „üblichen gestalterischen Bildelementen“ nicht so weit sind.

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Zusammenfassend kann ich also sagen, dass ich mich in den Tagen die wir hier verbringen durften sehr gut erholt habe. Aber es sind weniger Fotos entstanden als erhofft. Aber ich denke, dass ich allerhand Material für ein schönes neues Video einsammeln konnte.

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Das einzige was mir bei dieser Reise etwas negativ aufgefallen ist, waren die Menschenmengen die sich in den letzten Wochen hier auf der Insel aufgehalten haben. Inzwischen haben sich die Reihen etwas gelichtet und der Speisesaal im Hotel ist wieder auf die normale Größe verkleinert worden. Auch findet man abends wieder problemlos einen Parkplatz vor dem Hotel.

Auch war diese Reise relativ teuer. Inklusive Mietwagen, Benzin, Minibar, Essen & Trinken bin ich fast 4.500 Euro los geworden. Das Loch in der „Portokasse“ ist also ganz erheblich und für dieses Geld hätte ich allein locker 6 Wochen durch die USA oder Kanada reisen können. Aber trotzdem war mir diese Reise lieber als ein Foto-Egotrip durch die USA, denn hier haben wir einige Freunde und kennen uns inzwischen sehr gut aus. Der Erholungswert ist damit höher als bei einer manchmal etwas aufreibenden „Abenteuerreise“.

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Um 12h mache ich mich auf zum einem alten Kanarischen Herrenhaus mit dem schönen Namen Abaco. Dort will ich mit meinen Weitwinkel-Objektiven und der D800E eine Reihe schöner Fotos mit herrlich altmodischem Touch aufnehmen. Im Internet habe ich gelesen, dass das Museum von 10h30 bis 13h30 geöffnet ist. Als ich nach ein paar Minuten dort eintreffe ist allerdings alles verschlossen. Außen an der Fassade hängt ein Schild auf dem steht, dass die Öffnungszeiten von 13h bis 23h sind. Also vergnüge ich mich noch eine Weile und als ich zum zweiten Mal vor dem Gebäude stehe, hat es tatsächlich geöffnet.

Schnell schnappe ich mit mein Stativ und meinen Rucksack mit der „kleinen Ausrüstung“. Heute habe ich die Nikon D800E mit dem SAMYANG 2,8/14mm und dem Nikon AF-S VR 4/16-35mm dabei. Außerdem ist noch die Nikon 1 V1 mit dem AF-S VR 10-100PD im Gepäck. Als ich das Gebäude betrete scheint es recht verlassen zu sein, aber ein Blick in den Garten zeigt, dass es wohl geöffnet ist, denn dort sitzen Leute und trinken etwas.

Das eigentliche Museum ist im oberen Stockwerk. Eine tolle majestätische Holztreppe führt dort hinauf. In den oberen Räumen kann ich Stimmen hören, aber Menschen sehe ich nicht. Also packe ich einfach mal meine Nikon D800E aus und schieße einige Fotos. Für die teilweise relativ engen Räume erscheint mir das 16-35mm Objektiv etwas zu „lang“ und so fotografiere ich den Rest des Tages ausschließlich mit dem SAMYANG 2,8/14mm. Damit die Bilder nicht verwackeln verwende ich meinen tollen neuen Funkauslöser. So kann ich die Kamera sogar vom Nebenraum auslösen und weder unglückliche Schatten werfen noch in einem der vielen Spiegel auftauchen.

Nach den ersten Fotos werden die Stimmen lauter und plötzlich bewegt sich eine größere Reisegruppe auf mich zu. Eine etwas ältere hochgewachsene Frau mit pechschwarzem Haar scheint die „Reiseleiterin“ zu sein. Als sie mich erblickt fragt sie mich in tollem Englisch, ob ich allein bin oder zu dieser Reisegruppe gehöre. Da ich allein bin, kann ich den Eintrittspreis in Höhe von 9,- Euro bei ihr bezahlen, aber ich soll mir Zeit lassen bis ich mit meinen Fotos fertig bin.

Während ich mir einen Raum nach dem anderen vorknöpfe und mich langsam durcharbeite, führt die Dame eine Reisegruppe nach der anderen durch das Gebäude. Nach der zweiten Reisegruppe ist etwas Zeit für einen kurzen Plausch. Ich gebe ihr 10 Euro und erzähle, dass ich schon mehrmals hier war, allerdings immer mit einer „unpassenden“ Kamera. Als sie hört, dass ich ein „Wiederholungstäter“ bin, will sie mir das Geld sogar zurück geben. Aber nein, sie kann es gern behalten, denn das Abaco ist ein echtes Schmuckstück und mit diesem kleinen Eintrittsgeld trage ich gern etwas zur Erhaltung dieses großartigen Gebäudes bei.

Nach fast drei Stunden bin ich mit meinen Fotos soweit durch und montiere noch schnell die Nikon 1 V1 auf mein Stativ um damit einige kurze Video-Sequenzen und Zoomfahrten aufzunehmen. Einige schnelle Fotos gibt es auch noch. Die kann ich als Kontrast zu den extremen Weitwinkelaufnahmen sehr gut in mein großes Reisevideo integrieren.

Während meiner Fotosession konnte ich aus dem Innenhof immer wieder ganz witzige folkloristische Livemusik hören. Als ich den Garten betrete ist gerade wieder eine Reisegruppe im Garten und schaut sich eine musikalische Darbietung von drei Frauen und einem Mann an. Es wird gesungen und getanzt und alles in traditionell anmutender Trachtenkleidung. Das ist wirklich nett und es scheint auch niemanden zu stören, dass ich einige Minuten der Darbietung mit meiner kleinen Nikon 1 aufnehme.

Als ich meine Sachen zusammenpacke kommt die unglaublich nette Managerin noch einmal zu mir und fragt mich ob ich denn die Fotos machen konnte die ich mir gewünscht habe. Wir kommen ein wenig ins Gespräch und ich erfahre, warum sie so perfektes Elegisch spricht, sie stammt aus Hawaii. Es ist schon witzig woher die Menschen auf dieser Insel alle stammen. Vor ein paar Jahren habe ich hier ein Paar kennengelernt. Sie stammt aus Kolumbien und er aus Schweden. Gemeinsam haben sie die Welt bereist und einen Ort gesucht an dem sie nicht frieren und er nicht schwitzen muss. So sind sie auf Puerto de la Cruz gestoßen und haben in der Nähe des Plaza del Charco eine nette kleine Cocktailbar eröffnet.

Das ist es was ich so mag, der Mix der Menschen ist hier deutlich bunter als bei uns daheim im kalten Deutschland. Weil das Wetter meistens gut ist, sind die Leute zumeist gut drauf und eigentlich immer sehr freundlich.

Hier drei Beispielfotos aus meiner Nikon D800E mit dem SAMYANG 2,8/14mm in einer 1000er Auflösung – Bei höheren Auflösungen schlägt derzeit jeder Upload fehl. Sobald ich eine vernünftige Internet-Anbindung habe, gibt es die Bilder auch in groß. Die anderen Fotos stammen übrigens aus meiner Nikon 1 V1 und wurden mit dem Nikkor AF-S VR 10-100 PD aufgenommen.

(Bilder einfach Anklicken für 1000er Auflösung)

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Auf dieser Insel leben derzeit etwa 1.000.000 Menschen, davon etwa ein Drittel Europäer die zum größten Teil in Rente sind und sich ein paar schöne Jahre auf Teneriffa machen wollen bis es gesundheitlich nicht mehr geht. Derzeit gibt es hier ein recht großes Angebot von Häusern die von älteren Menschen bewohnt wurden. Viele der Verkäufer sind inzwischen so alt, dass sie zurück nach Deutschland wollen um dort ihre letzten Tage mit guter medizinischer Versorgung zu verbringen. Allerdings werden viele dieser Häuser recht teuer angeboten, weil die Besitzer mit einer fetten Rendite rechnen und hoffen ein Haus das vor 20 Jahren billig gebaut wurde heute zu Preisen zu veräußern die man in Deutschland für ein hochwertiges Einfamilienhaus erzielen könnte. Wer hier zu diesen Preisen etwas kauft ist selbst schuld. Ich selbst würde hier allenfalls für ein paar Jahre ein Haus mieten. Denn hier wird „billig gebaut und teuer verkauft“, wer nicht aufpasst wird hier schnell übers Ohr gehauen.

Sehr spannend ist auch, dass sich derzeit jährlich rund 20.000 Europäer auf Teneriffa für ein paar Jahre niederlassen. Man muss es den Inselbewohnern wirklich hoch anrechnen, dass sie damit gelassen umgehen und dass es hier keine offensichtliche Fremdenfeindlichkeit gibt. Auf dieser Insel ist fast jeder ein “Zugereister”, die ersten Bewohner kamen vor einigen tausend Jahren mit primitiven Booten aus Afrika hierhin. Vielleicht liegt es daran, aber vielleicht liegt es auch daran, dass gut betuchte Europäer hier auch eine Menge Geld ausgeben und der lokalen Wirtschaft neue Impulse verleihen.

Wie dem auch sei, ich selbst könnte mir vorstellen hier irgendwann den einen oder anderen Winter zu verbringen. Während der kalten Jahreszeit hier für drei bis vier Monate zu überwintern, das wäre schon eine wunderbare Vorstellung.

Als ich zurück im Hotel bin und meine Beute des Tages auf meine externe „Urlaubsfestplatte“ kopiere, öffnet sich auch  schon die Türe und meine Sandra kommt von ihrer Einkaufstour zurück. Sie ist gut gelaunt und hat Unmengen Wäsche und Anziehsachen zu irre günstigen Preisen eingekauft. Im nächsten Jahr könnte sie sogar mit einem leeren Koffer anreisen weil es hier die Anziehsachen so unglaublich preiswert zu kaufen gibt.

Ok, das war der vorletzte Tag. Morgen machen wir es uns noch einmal richtig schön, am Samstag werden dann die Koffer gepackt und dann geht es wieder ab nach Hause. Dort ist es irgendwie ja auch sehr schön, wenn nur der Regen und die Kälte nicht wären…


Teneriffa 12-2013 – Tag 19

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Als ich die Augen aufschlage ist es fast genau 7h30 – Zeit um aufzustehen – heute geht es nach Arona in den Jungle Park. Um 8h30 sind wir auf der Autobahn und wie erwartet herrscht hier endlich einmal gähnende Leere. 99,9% aller Bewohner dieser Insel liegen noch im Bett und versuchen die Folgen des rauschenden Silvesterfestes zu verarbeiten. Wir haben den Jahreswechsel tatsächlich verschlafen, für mich das erste Mal seit etwa 40 Jahren – ich sollte es im Kalender rot anstreichen! Aber ich habe nun auch keinen Kater, bin gut ausgeruht und das einzige was mich stört ist die noch tief stehende Morgensonne.

Während ich mich auf dem Fahrersitz hin und her winde frage ich mich, warum die Konstrukteure moderner Autos es nach einer Entwicklungszeit von rund 100 Jahren immer noch nicht geschafft haben Gegenlichtblenden zu konstruieren, die dort wo der Innenspiegel ist auch gegen das blendend grelle Sonnenlicht schützen? Es ist wirklich seltsam, man kann inzwischen Autos bauen die wie von Geisterhand ganz allein rückwärts in eine Parklücke einparken, aber ein Auto bei dem die Sonne den Fahrer nicht ständig um den Rückspiegel herum blendet, scheint es noch immer nicht zu geben…

Weil die Autobahn so sensationell frei ist, erreichen wir den Jungle Park oder auch Adler-Park sogar ein paar Minuten zu früh. Wir parken unser Auto in der wärmenden Morgensonne, das Thermometer zeigt zur frühen Stunde gerade einmal 13°C, aber im Laufe des Tages wird es noch auf lässige 22°C klettern!

Pünktlich um 10h öffnen sich die Pforten dieses kleinen schönes Parks. Der Andrang ist mit dem Loro Parque in Puerto de la Cruz nicht zu vergleichen. Hier hat man an „normalen“ Tagen noch ein wenig Ruhe, heute ist es sogar richtig still :-) Der Eintritt kostet 24,- Euro pro Nase, der Park ist von 10 bis 16h30 geöffnet. Die letzte Show ist im 16h danach werden die Gehege geputzt und die Tiere gefüttert. Die meisten Menschen sind während dessen bereits auf dem Heimweg.

In meinem Fotorucksack habe ich die Nikon 1 V1 und die Nikon 1V2. Heute will ich im wesentlichen mit der Nikon 1 V2 filmen und habe die Nikon 1V1 mit dem 6,7-13mm Weitwinkel-Zoom bestückt und auf mein kleines Manfrotto Schwebestativ montiert. So kann ich zwischendurch immer mal einen kleinen Kamera-Schwenk aufnehmen und sofort danach wieder mit dem lange Teleobjektiv voll draufhalten ohne etwas umbauen zu müssen.

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Die Nikon 1 V2 ist mit dem FT-1 Adapter an mein AF-S VR 2,8/70-200mm montiert. Alles zusammen ruht auf meinem großen SIRUI 3204 Carbon-Stativ mit KX-30 Kugelkopf. Sitzen die Tiere still an einer Stelle, so ist es recht einfach die Kamera präzise auszurichten und den Kugelkopf stramm zu ziehen. Allerdings sollte man den Ausschnitt stets ein klein wenig zu hoch wählen. Ist der Kugelkopf stramm gezogen und lässt man die Kamera los, so sackt sie ein klein wenig ab. Das ist für längere Teleobjektive ziemlich typisch und eine gute Kombination aus Kugelkopf & Stativ schafft es diese „Nick-Bewegung“ klein zu halten. Bei meinem Stativ fällt es relativ klein aus und ich bin damit recht zufrieden.

Bewegen sich die Tiere in ihren Gehegen, so wird es allerdings mit einem Kugelkopf recht schwierig ihnen „flüssig“ zu folgen. Mit ein wenig Übung findet man eine Einstellung für die „Friktion“ bei der sich der Kugelkopf recht geschmeidig drehen lässt. Allerdings liegt es in der Natur der Sache, dass ein langes Teleobjektiv auf einem Kugelkopf dazu neigt seitlich wegzukippen. Hier wäre eigentlich eine „Affenschaukel“ wie in einem meiner Videos der Reihe „Das perfekte Stativ“ angesagt. Aber meine BENRO Affenschaukel wiegt fast ein Kilogramm und ist einfach zu schwer für die Reise. Also lege ich meine linke Hand auf das Objektiv und versuche es so gut wie möglich zu stabilisieren. Wenn ich „Mitzieher“ filme, habe ich den VR eingeschaltet. Wenn ich Fotos der Tiere aufnehme, schalte ich den VR aus und löse die kleine Nikon möglichst mit dem ML-L3 Infrarot-Auslöser völlig erschütterungsfrei aus.

Gegen Mittag treffen Sandra und ich uns an einem der kleinen Restaurants. Es gibt ein ganz ordentliche Tiefkühlpizza und eine große Pepsi mit echt viel Eis. Danach gehen wir wieder getrennt auf Fotopirsch. Um 16h wollen wir uns am zentralen Platz treffen und gemeinsam die letzte große Greifvogel-Show fotografieren. Extra für diese Show habe ich die Nikon 1 V2 mit nach Teneriffa genommen. Diese Kamera kann mit 5, 15, 30 oder 60 Bildern pro Sekunde im vollen RAW-Format fotografieren. Damit sollten sich geile Fotos der Greifvögel aufnehmen lassen, wenn sie an einem der beiden Türme starten oder landen.

Gegen 15h trudle ich dort ein und meine Sandra ist auch schon da. Mir tun inzwischen kräftig die Füße weh und sie ist komplett durchgefroren. Sie bittet mich um den Autoschlüssel und sitzt ein paar Minuten später allein im warmen Auto. Während ich auf den Beginn der Show warte vergeht mir irgendwie die Lust. Es ist schon blöd wenn Sandra allein mehr als 90 Minuten im Auto auf mich wartet während ich die Adler knipse. Nach etwa 10 Minuten habe ich schließlich auch keine Lust mehr und außerdem habe ich diese Show schon fast 10-mal gesehen und mit Nikon D2x, D300 und D700 immer wieder ausgiebig fotografiert. In meinem Archiv sollte ich so ziemlich alle Fotos dieser Show haben, also packe ich um 16:10 meine Sachen und mache mich auch auf den Weg zum Auto.

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Der Rückweg geht fast so schnell vonstatten wie die Anreise. Als wir am Hotel eintrudeln ist es noch früh am Abend und es ist noch Zeit die Inhalte unserer Speicherkarten auf unsere externen Festplatten zu kopieren und unsere „Beute“ kurz zu sichten.

Auch heute habe ich fast nur gefilmt und ich bin richtig glücklich mit der Video-Qualität der Nikon 1 V2 in Verbindung mit dem AF-S VR 2,8/70-200mm. Einige wenig Szenen sind etwas unscharf, aber das meiste sieht gut aus, ich habe inzwischen etwas Übung im Umgang mit diesem Setup.

Auch die wenigen Fotos sehen klasse aus. Der kleine CX-Sensor des Nikon 1 Systems wurde in den letzten Monaten von vielen selbsternannten Fotoexperten regelmässig verrissen. Aber ich finde ihn so richtig gut! Berücksichtigt man den Verlängerungsfaktor von 2,7, so wird aus meinem 70-200mm ein 180-540mm Teleobjektiv mit durchgehender Lichtstärke 2,8 und gut funktionierendem Bildstabilisator. Wenn ich meinen Teleconverter dazwischen setze, habe ich ein 320-920mm Supertele mit Blende 4,8. Das ist einfach „schweinegeil“ und besonders bei Videoaufnahmen mit offener Blende werden Netze und Gitter der Gehege unsichtbar und lassen sich die Tiere in ihren Gehegen wunderbar von der Umgebung abheben.

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Da ich schon viele tausend „Standard-Tierfotos“ in meinem Archiv habe, versuche ich heute ein wenig mit Objekten im Vordergrund zu spielen und achte darauf, dass der Hintergrund so weit weg wie möglich ist. Auch versuche ich Positionen zu finden in denen der Hintergrund relativ „ruhig“ und möglichst einheitlich und ggfs. sogar dunkel ist.

Gegen Ende des Tages habe ich dann die Idee eine Position zu finden in der ich zwei Weißkopfseeadler im Bild habe und eine „Schärfefahrt“ zwischen den Köpfen der Tiere filmen kann. Das funktioniert nach einige Versuchen wirklich gut und ich bin mit dem Ergebnis sehr glücklich. Allerdings muss ich die Kamera recht tief stellen, fast auf Augenhöhe der Adler. In dieser Stellung durch den elektronischen Sucher der Nikon 1 V2 zu schauen ist ohne gewaltige Verrenkungen fast nicht möglich. Nachdem ich eine Weile vor der Kamera gekniet habe, kommt mir eine geniale Idee. Die beiden „Imbissbuden“ hinter mit sind schon geschlossen und davor stehen viele Tische und Stühle. Also schnappe ich mit einen bequemen Korbstuhl und stelle ihn von meine Kamera – herrlich – so könnte ich diese beiden Tiere stundenlang filmen :-) Als meine Szene „im Kasten ist“, stelle ich den Stuhl zurück und freue mich über das Ergebnis.

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Später im Hotel meldet sich pünktlich um 18h30 der kleine Hunger. Als wir gerade zum Essen wollen fällt mir der famose Abendhimmel auf. Das wäre was für eine schnelle Zeitraffersequenz. Also schnell die Nikon 1 V1 greifen (die schöne Nikon 1 V2 kann leider keine Intervallbilder aufnehmen…) und das Stativ suchen. Mist, alles ist durcheinander, keine Speicherkarte, der Akku schon im Ladegerät, die Stativplatte irgendwo im Rucksack und meine Sandra steht in der Tür und will zum Abendessen. Ich wühle durch den Rucksack, da ist die Stativplatte… Schnell anschrauben, Mist, jetzt kriege ich den Akku nicht mehr hinein, alles wieder ab, Akku und Speicherkarte rein, Stativplatte wieder dran, alles schnell ans Stativ schrauben…

Plötzlich liegt meine schöne Nikon 1 V1 samt 6,7-13mm Weitwinkelzoom mit einem lauten Rumms auf den Fliesen unserer Suite. Irgendwie habe ich sie in der Eile nicht korrekt in den Schwalbenschwanz des Stativkopfes geschoben. Ohhh NEIIINNN….

Aber es ist nichts passiert, die Streulichtblende hat den Sturz abgefangen und hängt jetzt etwas schief am Objektiv. Aber es ist nichts kaputt, ich kann nicht einmal Schrammen finden – noch einmal gut gegangen…

Also ab auf den Balkon damit, Kamera einschalten, Intervallbilder starten – oh Mist, es ist einfach alles total falsch eingestellt… Also ISO-100 wählen, RAW-Modus, Zeitautomatik, Blende 8, fokussieren und dann auf MF umschalten, Intervall 5 Sekunden und 300 Bilder einstellen, los geht’s – Schatz wir können zum Abendessen…

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Nach dem Essen läuft im Fernsehen Pretty Woman, wieder einmal. Ich weiß schon gar nicht mehr wie oft meine Sandra diesen Film in meinem Beisein schon angeschaut hat. Er gefällt ihr immer wieder. Aber es ist alles cool, so kann ich schnell diesen Artikel zusammen tippen. Gleich schnell runter in die Lobby und schon ist mein erster BLOG-Artikel für das Jahr 2014 fertig :-)

Fazit

Die kleine Nikon 1 V2 hat heute gezeigt war in ihr steckt. In Verbindung mit famosen Objektiven liefert diese Kamera trotz des kleines Chips überraschend gute Bildergebnisse. Für mich ist der Kleine CX-Sensor der größte Vorteil dieses Kamerasystems. Der Sensor ist deutlich größer als bei den preiswerten Videokameras und trotzdem noch groß bzw. klein genug um kompakte Objektive mit brauchbarer Bildqualität kombinieren zu können. Wer mit dieser Kamera keine vernünftigen Ergebnisse erzielt, der verwendet die falschen Objektive oder macht irgendetwas falsch.

Einmal mehr muss ich sagen/schreiben, dass ich dieses wunderbare Kamerasystem total unterschätzt habe. Aktuell sind alle Nikon-Fans total geil auf „Vollformat“ oder sparen für eine Nikon Df in schrägem Retro-Design. Nach der Nikon 1 kräht eigentlich kein Hahn, wie ich meine völlig zu Unrecht.

Klar rauscht der kleine Sensor bei ISO 1.600 und natürlich stellt er jedes Objektiv vor die doppelte Herausforderung im Vergleich zur Nikon D800E. Und für Zeitrafferaufnahmen in völliger Dunkelheit nimmt man besser eine Nikon D610, aber diese Kamera hat eben ganz andere Stärken! Viele meiner „Adlerportraits“ habe ich heute mit 15 Bildern pro Sekunde im vollen RAW-Format aufgenommen. Welche andere Nikon kann das schon?

Auch mein relativ altes Nikon AF-S VR 2,8/70-200mm wird von vielen „Lens-Nerds“ gescholten, weil am äußersten Bildrand im „Vollformat“ die Schärfe leicht abfällt. Fotografiert man mit dieser Linse im DX oder CX Format ist dieser Schärfeabfall nicht sichtbar und im Zentrum ist diese Linse einfach derartig „rattenscharf“, dass sogar der 14.000.000 Pixel Sensor der Nikon 1 V2 damit adäquat gefüttert werden kann.

Ich habe schon mal überlegt auf die neuere Version umzusteigen, aber mich doch immer wieder dagegen entschieden. Wenn ich mit diesem Objektiv an meiner D800E fotografiere ist der Schärfeabfall meiner Meinung nach zu vernachlässigen, bei vielen Portraits und Tierfotos sieht er im Vollformat sogar ganz gut aus. Und im Vergleich zur neueren Version ist die Naheinstellgrenze signifikant kürzer, was aus meiner Sicht ein deutlicher Vorteil ist. Gerade wenn man in Tierparks fotografiert und die Tiere aus kurzer Entfernung „so richtig groß“ ablichten will, ist eine kurze Naheinstellgrenze für mich deutlich wertvoller als eine Nanokristallvergütung und ein VR der zweiten Generation.

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Womit wir schon beim nächsten Thema wären :-)

Oft fragen mich meine Leser wann man denn den VR einschalten sollte und wann nicht? Früher habe ich ausschließlich mit eingeschaltetem VR fotografiert und das Objektiv falls möglich sogar auf „Aktiv“ gestellt. Doch inzwischen bin ich davon immer weiter abgerückt. Besonders der Modus „Aktiv“ kostet echt viel Batteriestrom. Ich habe heute mit der Nikon 1 V2 wieder drei Akkus vollständig entleert! Beim Filmen schalte ich den VR immer dann ein, wenn ich versuche einem Motiv zu folgen, die Ergebnisse sind einfach deutlich ruhiger. Bei Serienbildern schalte ich den VR inzwischen meistens ab, weil der Autofokus ohne VR spürbar schneller arbeitet. Wenn ich mit Stativ und Fernauslöser fotografiere, ist der VR ebenfalls ausgeschaltet, denn nur so ist das Objektiv wirklich sauber zentriert und das Ergebnis in allen Bildecken gleichmäßig scharf oder eben unscharf, ganz wie man es haben möchte.

Ein Objektiv mit VR ist in den meisten Fällen ein Plus, aber es geht oft auch sehr gut ohne. Bewegt sich ein Tier sehr schnell, so helfen nur kurze Belichtungszeiten für scharfe Fotos. Hier hilft ein VR-System meist nur wenig. Im Internet liest man immer wieder, dass die Leute nach einem 2,8/24-70 mit VR schreien oder sogar das 2,8/14-24 mit VR haben wollen. Meiner Meinung nach kommen diese ohnehin großen und schweren Objektive sehr gut ohne VR aus. Bei den meisten Vollformat-Kameras kann man die ISO-Empfindlichkeit ohne große Einbußen bei der Bildqualität inzwischen recht hoch einstellen und so die kurzen Belichtungszeiten erzielen die man für scharfe Foto braucht. Hier würde ein VR System die Objektive nur träger, größer, schwerer und teurer machen und außerdem zusätzlichen Batteriestrom verbrauchen. Bei Teleobjektiven ist ein VR meiner Meinung nach trotzdem ein Segen, denn besonders im Modus „Aktiv“ ist das Sucherbild gerade bei sehr langen Brennweiten deutlich ruhiger. Dies ist zumindest für mich eine große Hilfe bei der Komposition überlegter Fotos.

VR hin oder her, in Teleobjektiven halte ich ihn für sinnvoll aber nicht grundsätzlich für notwendig. Bei einem 14-24mm Objektiv ist ein VR meiner Meinung nach überflüssig.


Teneriffa 12-2013 – Tag 18

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(Alle Fotos Nikon 1 V1 mit AF-S VR 10-100 PD – Anklicken um sie größer zu sehen…)

Es ist der letzte Tag des Jahres und als ich meine Augen das erste Mal öffne sehe ich durch die Gardine hindurch wie sich draußen ein wunderschönes Morgenrot anbahnt. Wie elektrisiert springe ich aus dem Bett und bringe meine Nikon 1 V1 in Position. 900 Bilder, jeweils ein Bild alle 5 Sekunden, das dauert eine ganze Weile. Damit der Akku der Nikon 1 durchhält schalte ich das rückwertige Display ab. So schafft sie mit einer Batterieladung auch Zeitraffer-Sequenzen die sich über mehrere Stunden erstrecken.

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Nach dem Frühstück haben wir alle Zeit der Welt und ich kann in aller Ruhe den Artikel des Vortages in meinem BLOG veröffentlichen. Um 13h15 treffen wir uns in La Paz dem deutschen Viertel von Puerto de la Cruz mit unseren Freunden Karin & Wolfgang. Geht man von La Paz hinab zum Playa Martiánez, so erreicht man nach ein paar hundert Metern auf der rechten Seite das Restaurant Shanghai.

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Dort wollen wir heute zu Mittag essen. Bei lässigen 22°C sitzen wir im Garten in der Sonne und lassen es uns gut gehen. Dieses Restaurant kann man mit sehr gutem Gewissen weiterempfehlen, dort schmeckt es wirklich ganz ausgezeichnet.

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Nach dem Essen gibt es noch Kaffee & Kuchen mit einem famosen Ausblick auf den Pico del Teide. Den Abend verbringen wir ganz ruhig und halten uns von allen Parties fern. Für Morgen haben wir einen Besuch im wirklich schönen Jungle Park bei Arona im Süden der Insel ins Auge gefasst. Schauen wir mal ob wir es auch schaffen rechtzeitig dort einzutreffen :-)

Das war 2013…

Hier in der Lobby im Hotel ist es jetzt 23:19 und bei Euch in Deutschland, der schönen Schweiz und in Österreich hat das neue Jahr schon angefangen. Ich habe hier noch ein Foto das gestern im Lord Parque entstanden ist. Der Gorilla sieht so aus als würde er sich fragen wie das nächste Jahr wohl werden wird. Irgendwo im Fernsehen habe ich in den letzten Tagen etwas gehört, dass die Mehrzahl der Deutschen mit 2013 ganz zufrieden war und dem Jahr 2014 positiv gegenübersteht. Ich kann das nur unterstreichen! Das letzte Jahr war wirklich gut und ich freue mich auf 2014.

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Liebe Freundinnen und Freude, ich möchte Euch an dieser Stelle ein gesundes und glückliches Jahr mit gutem Licht, schönen Motiven und wirklich vielen tollen Fotos wünschen!!

Und diesem Gorilla wünsche ich, dass die vielen Touristen endlich aufhören ihn im Sekundentakt mit den Blitzlichtern der Kameras zu nerven, deren Bedienungsanleitungen sie noch nie gelesen haben und von denen die meisten gar nicht wissen wie man das Blitzlicht abschaltet…  :-)


Teneriffa 12-2013 – Tag 17

Als ich aufwache fühlen sich Mund und Hals an als hätte ich Zement geschluckt. Alles ist trocken und ich habe gar keine Spucke mehr im Mund, scheinbar habe ich die Nacht mit weit geöffnetem Mund verbracht und nun sind alle Schleimhäute komplett ausgetrocknet. Im Bad grenzt es an ein Wunder was sich mit Zahnbürste, Zahnpasta, einfachem Wasser und etwas Mundspülung ausrichten lässt, ich kann wieder schlucken!!

Wetterbericht-Silvester

Schlucken muss ich auch als mir meine Sandra einige Minuten später offenbart, dass ich die ganze Nacht geschnarcht habe wie drei oder vielleicht auch vier Männer die in einem Sägewerk arbeiten. Wirklich geschlafen hat sie indes nicht. Den Griff zum Ohropax wollte sie nicht wagen, zu groß war die Angst zu verschlafen und sich letztlich wieder mit Heerscharen von Touristen durch den Loro Parque quetschen zu müssen. So sind wir heute echt früh dran und als wir am Loro Parque eintreffen sind sogar  alle Parkplätze frei und das Tor ist noch geschlossen. Wir müssen ein paar Minuten warten und dann werden pünktlich um 8h30 die beiden großen Tore beiseite geschoben. Ich bin heute der erste Gast der ein Ticket kauft, die anderen Gäste haben entweder eine Jahreskarte oder das „Come Back Ticket“ für 10,- Euro. Weil ich beim letzten Besuch vergessen habe mir dieses Ticket ausstellen zu lassen, muss ich heute ein zweites Mal volle 33,- Euro berappen. Aber im Grunde genommen ist es für mich ok, denn ein großer Teil der Eintrittsgelder kommt hier den Tieren zugute. Nichts wäre schlimmer als wenn der Park sich nicht rentieren würde und die laufenden Kosten letztlich auf dem Rücken der Tiere gesenkt werden müssten.

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(Nikon 1 V2 mit 1,2/32 und B&W ND1000)

Um kurz vor 9h ist der Park noch schön ruhig, einige Tiere sind gerade gefüttert worden und besonders die Gorillas sind sehr aktiv. Leider ist es richtig schwer die abrupten Bewegungen einzufangen. Man müsste sich sicher über mehrere Tage hinweg immer wieder nur mit ihnen befassen um einige wenige Minuten Videomaterial aufnehmen zu können, die ihrem Wesen und Verhalten wirklich gerecht werden. Aber ich habe inzwischen gelernt, dass das Verhalten vieler Tiere im Zoo oft ein wenig vorhersehbar ist. Viele Tiere tun in ihren Gehegen meist immer wieder die gleichen Dinge. Beispielsweise die Raubkatzen haben oft feste Wege auf denen sie wieder und wieder durch ihr Gehege streifen. Hat man dies erst einmal verstanden, so kann man mit etwas Geduld sehr gute Fotos schießen indem man sich auf einzelne Abschnitte des Geheges konzentriert. Manchmal braucht man aber eben auch etwas mehr Geduld und eben auch viel Zeit. Aber die Zeit ist meist das Hauptproblem, will man mit mehr als nur einigen wenigen Szenen oder Fotos nur einer Tierart aus dem Zoo zurückkommen, so kann es schnell recht stressig werden. Hier ist es meiner Meinung nach besser sich auf einige wenige Gehege und ihre Tiere zu konzertieren und sich andere Tierarten für einen späteren Besuch aufzuheben. Hier heißt es die richtige Balance zu finden. Hetzt man nur von einem Gehege zum nächsten, so wie es 99,9% aller „normalen“ Besucher machen, hat man am Ende eines Tages nur die üblichen Knipsbilder. Tiere von hinten, unscharf, verwackelt, ihr kennt das sicher alle… Für ein wirklich gelungenes Tierfoto muss man sich auch im Zoo oder Tierpark wirklich viel Zeit nehmen und zusätzlich das richtige Equipment dabei haben.

Ich habe heute wieder nur die Nikon 1 V1 und Nikon 1 V2 dabei. Außerdem einige Objektive und den FT-1 Adapter samt Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm. Am Ende des Tages sind die mit Abstand besten Sequenzen mit genau diesem Objektiv entstanden. Sequenzen deshalb, weil ich auch heute (bis auf einige wenige Ausnahmen) wieder nur gefilmt habe. Eben habe ich meine „Beute“ gesichtet und bin mit einigen kurzen Einstellungen ganz glücklich. Leider sitzt bei einigen grundsätzlich sehr schönen Einstellungen die Schärfe nicht so präzise wie ich es mir wünschen würde. Die Mehrzahl der Einstellungen habe ich mit 1/100s und Blende 2,8 und der ISO-Automatik gefilmt. Diese Belichtungszeit ist bei der Nikon 1 im Video-Modus leider die kürzeste Zeit. Lieber wäre mit 1/60s oder gar 1/30s, denn dann könnte man bei wenig Licht mit deutlich geringeren ISO-Werten filmen und hätte außerdem mehr Kontrolle über die „richtige“ Bewegungsunschärfe.

Durch das Filmen mit der komplett geöffneten Blende ergibt sich mit dem AF-S VR 2.8/70-200 eine tolle Hintergrundunschärfe und man kann die Tiere die man filmen möchte sehr schön vom Hintergrund abheben, sofern er ein paar Meter entfernt ist. Ist die Brennweite nur lang genug, so kann man auch mit kleinen Chips mit selektiver Schärfe spielen.

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Allerdings ist genau das dann schnell auch der Grund für unscharfe Aufnahmen. Bewegen sich die Tiere und versucht man ihnen mit der Kamera zu folgen, so klappt es auch mit dem kontinuierlichen Autofokus meist nicht sie wirklich scharf im Bild zu halten. Verwendet man stattdessen den AF-S (Einzel-Autofokus) zu muss man während man filmt immer mal wieder den Auslöser drücken um den Autofokus neu einzustellen. „Sieht“ das zentrale AF-Messfeld in diesem Augenblick nicht genügend viele Kontraste, so ist die Einstellung meist komplett ruiniert, weil der Autofokus einmal komplett hin und her fährt und dann auch noch einfach in einer Position stehen bleibt, in der einfach gar nichts mehr scharf ist. Hier hilft dann nur, die Schärfe manuell mit der linken Hand nachzuführen. Dies ist allerdings gar nicht so einfach, aber dank des hochauflösenden scharfen hellen Suchers der Nikon 1 ist es zumindest „machbar“. Wie gut die Ergebnisse letztlich ausfallen hängt stark von der Übung des Kameramannes oder der Kamerafrau ab. Ein weiteres Problem ist, dass man beim ständigen Herumfuchteln am Objektiv immer dazu neigt die gesamte Aufnahme zu verwackeln.

Wer hofft im Zoo mit tollem teuren Equipment Aufnahmen hinzubekommen wie man sie bspw. von den Tierdokumentationen der BBC kennt, der wird am Ende des Tages mehr als enttäuscht sein.

Ich war heute schon während der Aufnahmen teilweise enttäuscht. Denn beispielsweise die Gorillas haben sich immer mal groß aufgerichtet und sich lautstark geben den Brustkorb geschlagen. Doch immer wenn sie es taten war die Kamera gerade nicht bereit oder ein anderes Tier im Fokus.

Letztlich habe ich heute Videomaterial mit einem Umfang von fast 64GB erstellt, das wahrscheinlich mehrere Stunden laufen würde wenn man es komplett anschauen müsste. Wenn es gut läuft, sind davon etwa 2-3 Minuten wirklich gelungen, vielleicht ist auch nichts dabei was wirklich gut ist! Es ist alles eine Frage der eigenen Maßstäbe, aber wenn man sich seine Aufnahmen objektiv und wirklich kritisch ansieht, wird man bei den allermeisten Einstellungen etwas finden was störend ist und sie damit von professionell erstellten Szenen unterscheidet.

Ist eine Video-Sequenz korrekt belichtet, nicht verwackelt, mit perfektem Weißabgleich, niedrigem ISO-Rauschen, schöner Bewegungsunschärfe und guter Freistellung des Motivs, dann braucht es immer noch irgendeine Form der „Action“. Wer will schon einem schläfrigen Löwen dabei zuschauen wie sich allenfalls die Schwanzspitze bewegt? Wer einen ganzen Tag im Zoo verbringt und dort eine Speicherkarte nach der anderen füllt und einen Akku nach dem anderen entleert, der kann Pech haben und am Ende des Tages mit „leeren Händen“ heimkehren.

Ich hoffe, dass es bei mir heute halbwegs gut gelaufen ist und ich wie gesagt einige Minuten Video-Material aufzeichnen konnte, dass man sich anschauen kann ohne dabei einzuschlafen.

Ob dieser Eindruck aber wirklich korrekt ist, das wird letztlich erst das fertige Video im Januar oder Februar zeigen.

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Nach unserer Session im Lord Parque rufe ich meine Sandra mal via Handy an und sie hat den Park längst verlassen. Sie ist in der Innenstadt und hat sogar schon eine Pizza gegessen. Also mache ich mich auf den Weg zum Auto. Auch heute ist alles gut, keine platten Reifen und diesmal sogar komplett kostenlos und direkt neben dem Eingangstor! Etwa 10 Minuten später bin ich am Playa Martiánez und kann dort meine Sandra einsammeln. Wir überlegen nicht lange und fahren einfach schnell zur Finca San Juan um dort Caro & Jo Schlichting zu besuchen.

Dort angekommen ist Jo leider gerade unterwegs um neue Gäste vom Flughafen abzuholen. Aktuell bekommt man keine Mietwagen mehr und so ist es gar nicht so einfach sich vom Flughafen zur Finch San Juan durchzuschlagen. Da ist es ein toller Service vom Meister persönlich am Flughafen abgeholt zu werden!

Caro hat wieder leckeren Kuchen für uns. Und während ich noch einen Kaffee trinke, bekommen zwei Gäste am Nachbartisch lauter leckere Sachen serviert. Als der Kuchen verputzt ist, bestellen wir uns daher zwei Portionen Gambas mit Brot und Aioli. Das schmeckt so richtig gut und als wir zwei Stunden später die Heimreise antreten wollen geht es uns ganz prächtig. Auf dem Parkplatz kommen wir noch mit zwei  sehr netten deutschen Urlaubern ins Gespräch. Sie sind an dem Tag an dem wir am Playa de San Marcos den großen Regen hatten durch den Barranco de Ruiz hinauf zum Aussichtspunkt Mazape gewandert. Dort hat sie der große Regen überrascht und sie haben sich zur Finch San Juan „gerettet“. Als der Regen einfach nicht aufhören wollte, hat Jo sie hinunter zu ihrem Auto gefahren und sie wollen sich heute nochmals für ihre „Rettung“ bedanken.

So geht für uns wieder ein typischer Tag auf Teneriffa zu Ende. Lauter schöne Eindrücke, leckeres Essen und tolle entspannte Leute, das ist es was mir hier immer wieder so gut gefällt.


Teneriffa 12-2013 – Tag 16

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Es sind noch zwei Tage bis wir 2013 abhaken können und wir haben absolut keinen Plan was heute abgehen soll. Letztlich entschließen wir uns zu einer kleinen „Rundreise“ um diese manchmal doch überraschend große Insel. Gegen Mittag geht es über Buenavista del Norte nach Masca im Teno Gebirge. Oberhalb von Masca machen wir am Mirador eine kleine Pause, essen ein belegtes Brötchen und machen uns auf in Richtung Santiago del Teide. Gern würden wir im malerischen Masca einen kleinen Spaziergang unternehmen, aber der Ort platzt aus allen Nähten. Die Parkplätze sind übervoll und die Touristen haben auch schon alle Wendezonen und Sperrflächen zugeparkt. Wie hier noch einer der Linienbusse durchkommen soll ist mir völlig schleierhaft. Würde die Polizei hier mit einer Armee von Abschleppwagen anrücken, sie würden heute sicher steinreich…

Auf der „anderen Seite“ von Masca machen wir kurz halt, dort hat man einen zauberhaften Blick auf den Teide und das herrliche verschlafene Santiago del Teide. Wenn man ein paar Schritte den Berg hinaufgeht und sich etwas in die Hocke begibt, so kann man einige Sträucher und Felsbrocken so in den Vordergrund seiner Fotos rücken, dass sie jegliche Anzeichen von Zivilisation perfekt verdecken. Alternativ kann man auch etwas am Zoomring drehen und so das Objekt der fotografischen Begierde etwas “heranholen”.

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So entstehen in kürzester Zeit fast 100 neue Fotos meines Lieblingsberges :-) Allerdings sind sie heute nicht in Farbe, denn ich habe mich entschieden die Nikon D300 mitzunehmen die ich mir auf Infrarot 830nm habe umbauen lassen.

Unsere kleine Reise führt uns weiter nach Puerto del Santiago, ein hübscher sonniger Ort mit schönem Strand und kleinen netten Restaurants soweit das Auge reicht. Nach einem kurzen Stop an einem kleinen Supermarkt geht es weiter in Richtung Santa Cruz und letztlich wieder zurück zu Hotel.

Am Hotel angekommen sieht der Himmel wirklich toll aus und statt gleich zum Abendessen zu wandern gibt es noch eine kleine Fotosession. Während ich mit der Nikon D300 fotografiere, nimmt meine wunderbare Nikon 1 V1 mit AF-S VR 10-100 PD einige schöne Video-Sequenzen auf.

Nach einer Stunde ist die Show vorbei und es gibt zum Abendessen. Der Speisesaal ist deutlich leerer als gestern, es sind heute wirklich viele Gäste abgereist. So können wir die letzten Tage mit ein wenig Ruhe verbringen, worauf ich mich sehr freue.

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Während im Fernsehen „Iron Man 2“ läuft schaue ich mir die Beute des Tages an und bin sehr erfreut welch coole Fotos meine Infrarot-Kamera auch heute wieder geliefert hat. Die wichtigste Zutat für schöne Infrarot-Fotos hatten wir heute, blauen Himmel mit kräftigen weißen Wolken! Und das hat sich wieder einmal mehr als ausgezahlt :-)

Auch wenn es 33,- Euro Eintritt kosten wird, morgen geht es nochmals in den Loro Parque. Damit wir vor dem großen Gedränge dort sind, werden wir versuchen um ca. 8h15 dort einzutreffen. So können wir um 8h30 mit den ersten Gästen in den Park und uns mit unseren Kameras den noch entspannten Tieren widmen. Irgendwann zwischendurch werden wir ein kurzes Frühstück einstreuen und solange unsere Füße uns tragen versuchen ein paar schöne Tierfotos zu schießen. Ob uns das gelingt werdet Ihr morgen oder übermorgen zu lesen und so sehen bekommen :-)


Teneriffa 12-2013 – Tag 15

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Es ist der 28. Dezember 2013 und wir sind jetzt seit mehr als zwei Wochen auf dieser tollen Insel. Kurz vor der Abreise habe ich fast zwei Wochen lang mit einer Lungenentzündung im Bett gelegen. Es hat sich schlimm angefühlt und es gab zwei Tage an denen ich gedacht habe, dass ich es vielleicht nicht schaffe. Aber das liegt jetzt fast einen Monat zurück und diese Insel hat mir wieder einmal sehr gut getan. Es ist wirklich ein wenig so wie in der Fernsehserie „Lost“. Dort stranden einige Überlebende eines Flugzeugabsturzes auf einer seltsamen einsamen Insel. Und diese Insel hat magische Fähigkeiten. Lahme können plötzlich wieder laufen, Wunden heilen schneller als üblich und Erkältungskrankeiten kennen die Gestrandeten auch nicht.

Das klingt alles sehr nach Hollywood, ist es auch – aber hier gibt es zumindest für mich echte Parallelen. Mein Asthma bessert sich wenn ich hier bin innerhalb von etwa zwei Wochen spürbar. Viele der alten Leute die hier dauerhaft leben kommen ohne Medikamente aus, die für sie in Deutschland zum Alltag gehört haben. Und selbst wenn der Himmel hier mal bewölkt ist, so wirklich kalt wird es nur oben in den Bergen. Für mich ist diese Insel einer der besten Orte der Welt, ganz ehrlich!

Was indes nervt sind die ewig unzufriedenen alten Leute die in absolut jeder Suppe ein Haar oder mehrere zu finden in der Lage sind. Vorgestern standen wir kurz mit einer verschrobenen alten Dame im Aufzug und während wir nur zwei Etagen hinauf gefahren sind, hat sie sich bei uns einmal über das gesamte Hotel beschwert. Aus den Duschen kommt nicht genug Wasser, die Hotelleitung spart an allen Ecken und Enden – es war eine echt lange Negativliste die da aus ihr heraus gesprudelt ist. Wie ich finde, völlig zu Unrecht! Das Hotel ist sauber und in gutem Zustand, das Essen ist auf gutem Niveau und alle Mitarbeiter sind stets zuvorkommend und unglaublich freundlich. Für mich gibt es hier bis auf die schlechte Anbindung ans Internet nicht aber auch gar nichts zu bemängeln.

Manchmal frage ich mich, warum diese unzufriedenen Leute nicht einfach daheim im nasskalten Deutschland bleiben und dort ihre Nachbarn ärgern. Da kommen sie Jahr für Jahr zu Weihnachten auf diese Insel und finden alles doof. Mir will das irgendwie nicht so recht in den Kopf, aber vielleicht sind es ja Reise-Masochisten? Aber warum wohnen sie dann nicht in den teils arg verranzten alten Hotelburgen die es hier ebenfalls zur Genüge gibt? Na, vielleicht sind sie eben **** Reise-Masochisten, wer weiß das schon…

Ich für meinen Teil genieße es jedenfalls morgens die Augen zu öffnen und zu sehen wie sich die Wolken schon ein wenig rosa verfärbt haben. Direkt gegenüber des Fußendes unserer Betten ist ein Fenster und das zeigt in Richtung Nord-Osten. Mit einem langen Teleobjektiv kann ich sogar das Haus von Wolfgang & Karin ganz deutlich in der Ferne ausmachen.

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Weil der Himmel heute besonders toll aussieht, schnappe ich mir um kurz nach 7h meine Nikon 1 V1 und montiere schnell das 1,2/32mm, stecke eine Speicherkarte ein, formatiere sie schnell, dann noch ein frischer (neuer!) Akku, alles auf mein großes stabiles Stativ und wenig später nimmt sie auch schon eine Serie mit 300 Fotos und einem Intervall von 5s auf. Am Abend zuvor habe ich die Nikon 1 V2 noch ein wenig den Abendhimmel filmen lassen. Das Video kann man später beim Videoschnitt einfach deutlich schneller ablaufen lassen und hat dann mit wenig Aufwand eine ganz nette Zeitraffer-Sequenz. Aber das klappt nur über einen Zeitraum von maximal 20 Minuten. Eine wirklich große Zeitspanne lässt sich damit also nicht überwinden. Da die Nikon 1 V2 leider KEINE Intervall-Bilder aufnehmen kann, ist also meine Nikon 1 V1 die Kamera der Wahl wenn es um Zeitraffer-Sequenzen geht, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Sehr cool ist dabei auch, dass diese Kamera keinen Spiegel hat und man einen elektronischen Verschluss benutzen kann. Ich muss mir also keine Sorgen über Verschleiß am Verschlusssystem machen, sondern kann einfach nach Lust und Laune tausende Fotos mit meiner kleinen Nikon 1 aufnehmen. Sehr cool ist dabei übrigens auch, dass der elektronische Verschluss zu 100% erschütterungsfrei arbeitet. Selbst bei der Nutzung extrem langer Teleobjektive sind damit verwackelte Bilder ausgeschlossen, sofern nicht gerade der Wind Kamera und Stativ durchschüttelt.

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Gegen Mittag entschließen wir uns zu einer kleinen Tour in Richtung Süd-Westen. Wir meiden die Autobahn und fahren entspannt durch Los Realejos bis wir schließlich doch auf der Höhe des Mirador Pedro aus dem Ausläufer der Autobahn landen. Ein echtes Ziel haben wir nicht, mir schwebt vor, in der Nähe von Icod de los Vinos nach rechts in Richtung Meer abzubiegen und mal zu schauen was wir dort finden. Als wir Icod erreichen, ist der “Playa de San Marcos” ausgeschildert. Wir folgen der Beschilderung und landen in einem kleinen Örtchen ganz unten am Meer. Des gibt einen kleinen Hafen und einen Kran um die Fischerboote ins Wasser zu hieven. Während ich mich meiner Nikon 1 V1 einige kurze Video-Sequenzen aufnehme, sondiert meine Sandra die Restaurants in dieser netten kleinen Bucht. Letztlich landen wir in einem niedlichen kleinen Restaurant mit dem Namen „La Valanala“ (oder so ähnlich).

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Die Kellnerin stammt aus Berlin Tegel und ist zur „Hälfe“ Spanierin. Sie kann uns ein Steak mit Bratkartoffeln und Gemüse anbieten. Das klingt und nach all dem Fisch der letzten beiden Wochen freue ich mich über ein „richtiges“ Mittagessen.

Vor dem Essen waren in süd-westlicher Richtung über Garachico und Buenavista bereits schwere Wolken zu sehen die sich langsam über das Teno-Gebirge in unsere Richtung bewegten. Als wir mit dem Essen fertig sind und noch ein wenig mit der sehr netten Inhaberin des Restaurants schwätzen, beginnt es dann so richtig zu regnen. Abgesehen von den letzten vier Wochen erlebt man hier recht selten und so sind die Menschen sehr entspannt. Während sich in Deutschland alle ärgern wenn es mal wieder regnet, sind hier die meisten Menschen froh denn der Regen bringt der Insel dringend benötigtes Frischwasser. Überall an den Feldern sind große betonierte Wasserspeicher und diese müssen in der Sommerzeit manchmal über viele Monate hinweg ausreichen um die Felder mit Tomaten, Kartoffeln, Bananen und anderen Gewächsen zu bewässern. Unter den „Einheimischen“  ist der gelegentliche Regen also mehr als willkommen.

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Im letzten Jahr gab es ab April über einen Zeitraum von sagenhaften 8 Monaten keinen Regen auf dieser Insel! Also bin ich auch nicht sauer sondern hole schnell das Auto und lade meine Sandra ein. Die Chefin des Restaurants lässt es sich nicht nehmen meine Sandra mit einem Sonnenschirm auf die andere Straßenseite zu begleiten und beim Einsteigen dafür zu sorgen, dass es nicht in unseren Mietwagen regnet. In welcher Stadt dieser Erde würde man diesen Service bekommen? Es sind genau diesen netten Begebenheiten die ich für mich die Reisen zu dieser Insel so lebenswert machen.

Zurück im Hotel lassen wir den Abend gemütlich ausklingen. Sandra schaut noch ein wenig Fern und ich schaue mir im Schlafzimmer auf dem iPad via Watchever Offline-Client eine weitere Folge der Fernsehserie „True Blood“ an. Diese Serie begann etwas schleppend, aber etwas seit der Mitte der ersten Staffel geht es ganz ordentlich zu Sache und es macht wirklich Spaß diese etwas anderen Vampir-Geschichte zu verfolgen.

Irgendwann meldet sich dann doch noch der „kleine Hunger“ und so beschließen wir nachzusehen was die anderen Gäste vom Buffet noch übrig gelassen haben. Der große Ansturm ist schon vorbei und so finden wir auf Anhieb einen Tisch. Es gibt auch heute wieder viele leckere Dinge und es ist gar nicht so einfach sich für etwas zu entscheiden. Ich bin kein Mensch der gern Lebensmittel wegwirft und so versuche ich das was ich mir vom Buffet hole auch aufzuessen. Wenn ich nicht weiß ob mir etwas schmeckt, so tendiere ich eher dazu es mir nicht auf den Teller zu schaufeln und halte mich an das was ich kenne. Viele der anderen Gäste denken diesbezüglich scheinbar ganz anders. Einige schaufeln sich die Teller voll als gäbe es kein Morgen um nach dem ersten Bissen allen anderen Gästen im Saal lautstark mitzuteilen, dass ihnen genau das was sie da in größeren Mengen vom  Buffet geholt haben nicht schmeckt. Ich frage mich beispielsweise wie man von einer Schüssel mit eingelegter Makrele die zwischen den Salaten steht erwarten kann, dass der Fisch warm und frisch gebraten ist?

Am Tisch neben uns fallen mir vier Leute mit schütterem Haar um die 60 auf. Sie sitzen einander schweigend gegenüber. Mann – Frau – Mann – Frau und in der Mitte des Tisches steht eine Flasche Rotwein. Sauber zur rechten Hand steht jeweils ein Weinglas, alle vier Gläser sind akkurat in exakt gleicher Weise gefüllt. Alle vier schweigen sich an und schauen etwas betreten die Flasche an. Wüsste ich es nicht besser, man könnte meinen es wären vier Vampire die lieber ein Schlückchen „True-Blood B+“ trinken würden. Unversehens macht die Dame auf 6h einen Anfang und ergreift mit der Rechten ihre Glas, sie nimmt einen winzigen Schluck und stellt das Glas präzise an die gleiche Stelle zurück. Genau 30 Sekunden später greift der Mann zu ihrer Linken in der gleichen Weise zu seinem Glas, nimmt schweigend einen Schluck zu sich und stellt sein Glas mit gleicher Präzision zurück. Das Spiel wiederholt sich fortan mehrfach, jeweils im Uhrzeigersinn auf 0h, 3h, 6h und 9h. Nun wird mir klar, das sind keine Vampire, es sind Anhänger eines geheimen Ordens, vielleicht die Rotweinschweiger, oder quadrophile Rotweinjünger die ein Schweigegelübte abgelegt haben?

Plötzlich geht mir ein Licht auf, alle tragen ein blaues Band am linken Handgelenkt, es sind Glaubensbrüder des ALLINC-Ordens, wie konnte ich das nur übersehen! Sie haben wahrscheinlich  den ganzen langen Tag über alles Essen und trinken müssen was im Hotel angeboten wurde. Nun sind sie ermattet und zu müde um sich noch über irgendetwas zu beschweren…

Am Tisch zu meiner Rechten sitzen zwei Frauen und ein Mann. Alle zusammen scheinen mit etwa 200 Jahre alt zu sein. Er erklärt uns und den anderen Gästen wie hoch die Margen im Einzelhandel sind und dass es schon Fernseher gibt mit denen man sogar ins Internet gehen kann? Ich frage mich wie das funktionieren soll, denn die meisten Fernseher werden ja heutzutage mit einer Wandhalterung fest ab einer ebensolchen angeschraubt. Aber ich habe wahrscheinlich einfach nur keine Ahnung.

Zu meiner Linken sitzen zwei Männer und eine Frau. Einer der beiden hat eine Glatze, trägt eine Brille und erfreut die anderen Gäste mit einer sonoren Stimme bei der sogar Herr Naseband aus dem Unterschichtenfernsehen neidisch werden würde. An diesem Tisch geht es um den Verlust von Wertgegenständen aus verschlossenen Automobilen. Tatsächlich hat jemand für nur fünf Minuten an einem Aussichtspunkt sein Fahrzeug verlassen und bei seiner Rückkehr überraschend die komplette Geldbörse vermisst. Entweder war es Zauberei oder die Diebe waren einfach gut. Man stelle sich vor, die haben die Geldbörse komplett mitgenommen, also inkl. der eingesteckten Kreditkarten, EC-Karten, Führerschein, Personalausweis und vielem mehr. Ich beginne über die Brutalität dieses Verbrechens nachzudenken und es ist wirklich unglaublich, dass die Diebe nicht den Anstand hatten Vorort kurz das Bargeld auszusortieren und die wertlosen Plastikkarten artig zurückzulegen. Daran merkt man, dass wir nicht in Deutschland sind. Ein ordentlicher deutscher Dieb wäre sicherlich nicht mit der kompletten Geldbörse abgerauscht. In Deutschland sind eben sogar die Diebe in jeder Hinsicht professioneller!

Zurück in unserem Zimmer kann ich mir einige bissige Sätze nicht verkneifen, zu laut und zu rücksichtslos erscheinen mir manche Gäste. Wahrscheinlich sind es aber genau diese Gäste die sich an der Rezeption beschweren wenn des nachts im Nebenzimmer ein Kind weint oder vielleicht einmal ein Floh hustet. Das Leben scheint mit den Jahren schwerer zu werden und den älteren Menschen die Augen für die Unzulänglichkeiten unseres Daseins zu öffnen… Ich bin nun schon fast 50 und wenn ich darüber nachdenke habe ich echt Angst davor einmal so zu werden wie diesen unzufriedenen Herrschaften.

Mir soll das aber vorerst alles egal sein, ich habe heute mit meiner Nikon 1 V1 großen Spaß gehabt, aber kein einziges Foto aufgenommen sondern nur Videos und Zeitraffer-Sequenzen geknipst. Für diesen Artikel habe ich einige Bilder aus den Videos ausgeschnitten, daher die etwas “einfache” Qualität.

Den Abend beschließe ich auf dem Sofa mit meinem iPad und schaue mir noch zwei Folgen von „True Blood“ an, die Mehrzahl dieser “Serien-Vampire” hat nämlich wirklich gute Manieren!


Teneriffa 12-2013 – Tag 14

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Es ist Freitag der 27. Dezember 2013 – Weihnachten haben wir ohne Stress hinter und gebracht und wir haben ein wenig die Hoffnung, dass es im Loro Parque heute nicht so extrem voll sein wird, schließlich ist es Freitag und es ist eher für den Samstag & Sonntag mit einem sehr großen Andrang zu rechnen. Doch als wir mit unserem Mini-Van viel zu spät gegen 12h mittags dort eintrudeln, sind bereits alle Parkmöglichkeiten ausgeschöpft. Recht weit weg in der Nähe des Maritim-Hotels ist ein Fußballplatz und dort könnte man parken. Als wir dort eintrudeln steht ein Typ in dunkelgrauer Hose mit braunem Pullover wild winkend auf der Straße und weist uns mit seinen Händen den Weg auf den Parkplatz. „Nicht der schon wieder…“ geht es mir durch den Kopf. Den Typen habe ich hier schon mehrfach gesehen und er ist ein selbst ernannter Parkwächter ohne Lizenz oder eine andere Form der Legitimation. Als wir aussteigen kommt er uns auch schon entgegen. Von den Spaniern die vor uns auf den Parkplatz gefahren sind will er zwei Euro, weil wir reiche Deutsche sind will er von uns 5 Euro. Ich bin ja bereit ihm etwas zu geben, denn zu genau habe ich die Geschichte meines Freundes Wolfgang im Ohr der ihm im letzten Jahr nichts gegeben hat und nach dem Besuch des Loro Parque sein Auto mit einem platten Reifen vorfand.

Da ich absolut keine Lust habe später am Abend an unserem Mietwagen eine Rad wechseln zu müssen, gebe ich ihm die 5 Euro. Er dreht sich um und ist weg. Ich rufe ihm hinter her „Hey Senor…“ Er kommt zurück und ich frage ihn nach einer Quittung. Nein, die will er mir nicht geben, aber er wird ein Auge auf unser Auto werfen. Ich will aber eine Quittung!! Er ist genervt und drückt mir die 5 Euro wieder in die Hand. Aber ich will keinen platten Reifen also gebe ich ihm die 5 Euro wieder zurück und frage nochmals nach ein Quittung. Er ist genervt und versichert, dass er auf das Auto aufpassen wird.

Mir wird das Spiel zu blöd und wir gehen einfach weiter. Der einzige vor dem man unseren Mietwagen hier beschützen muss ist meiner Meinung nach eben genau dieser Aufpasser. Insgeheim hoffe ich, dass der Mietwagen nach unserer Rückkehr keinen Plattfuß haben wird…

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Vor dem Loro Parque wird uns dann klar, dass es ziemlich blöd war in Ruhe auszuschlafen und erst so spät hier anzukommen. Die Schlange an den Kassen ist lang und bis ich meine 33,- Euro bezahlen darf dauert es fast 20 Minuten. Meine Sandra ist schneller drin, sie hat ein tolles Kombi-Ticket!

Im Loro Parque ist dann die absolute Hölle los. Alles wäre nicht so schlimm wenn nicht überall Kinder schreien und herumtoben würden. Wenn wir früher mit unseren Eltern im Zoo waren, wurden wir immer wieder ermahnt nicht zu schreien, zu rennen oder herum zu toben – aus Rücksicht auf die Tiere. Aber das Wort Rücksicht kennen moderne Eltern scheinbar nicht mehr und so dürfen Kinder heute einfach überall und jeder Zeit an die Scheiben klopfen die Tiere mit ihren Handys anblitzen und mir ihr Scheiß-Eis an die Hose schmieren und auf die Schuhe tropfen.

Es gibt Tage im Leben, da ist es schwer Kinder als einen Segen und eine Bereicherung für unser aller Leben zu empfinden…

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Meine große Nikon D800E mit allem Zipp & Zapp habe ich heute daheim gelassen. Statt dessen filme und fotografiere ich ausschließlich mit der Nikon 1 V1 und dem Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm. Zwischendurch kommt auch immer mal wieder der 1,7x Teleconverter dazwischen. So kann ich praktisch alles Getier wirklich schön groß abbilden und sogar während ich filme die Szenerie trotz des hellen Umgebungslichts im elektronischen Sucher kontrollieren. Mit der Nikon D800E wäre das kaum möglich. Zwar liefert die D800E eine noch etwas bessere Video-Qualität aber auf dem Display sieht man bei hellem Licht fast nichts und so ist es ohne weiteres spezielles Video-Zubehör manchmal kaum möglich vernünftig damit zu filmen.

Hier sind die kleinen Nikon 1 Kameras echt im Vorteil und aufgrund des kleinen Chips wird mein 70-200mm Telezoom zur 190 – 540mm Telekanone mit Blende 2,8. Nimmt man noch den Teleconverter dazu, so wird es richtig geil und alles mit einer Naheinstellgrenze von 150 cm!!!!

Gegen 17h will ich noch ein wenig bei den Gorillas und Schimpansen filmen. Aber es ist jetzt gar keine gute Zeit mehr. Die Sonne steht jetzt sehr tief und scheint von hinten auf das Glas der Gehege. So sind kaum noch schöne Aufnahmen möglich. Wer im Loro Parque schöne Aufnahmen der Schimpansen machen möchte, der sollte früh am Morgen als erster Gast vor den Toren des Parks stehen und sofort zu den Schimpansen durchmarschieren. So habe ich bislang immer schöne Fotos aufnehmen können. Heute bin ich ziemlich enttäuscht und ärgere mich ziemlich, dass wir nicht um 8h30 ohne Frühstück sofort zum Park gefahren sind.

Als wir gegen 18h an unserem Auto ankommen sind wir müde und ziemlich am Ende. Da freut es mich umso mehr, das an unserem Auto alle Reifen prächtig viel Luft haben und wir uns gleich auf den Heimweg zum Hotel machen können.

Später bei der Sichtung meiner „Beute“ bin ich ganz zufrieden, aber ich hatte nur knapp 5 Stunden und das ist eigentlich viel zu wenig. Außerdem habe ich beim Verlassen des Park vergessen mich für den „Zweiten Besuch“ zu registrieren. Das kostet nur 10,- statt nochmals 33,- Euro und ist ein echt gutes Angebot. Das ist ziemlich ärgerlich, denn ich mag diesen Park wirklich gern. Na, vielleicht besuche ich in den nächsten Tagen noch den Jungle Park (auch als Adler Park bekannt) in der Nähe von Arona im Süden der Insel. Dort gibt es eine sehr coole Flugshow und auch hier könnte die sehr coole Nikon 1 all ihre Stärken voll ausspielen. Na schauen wir mal…


Teneriffa 12-2013 – Tag 13

Der zweite Weihnachtstag beginnt wie alle Tage hier auf der Insel. Der Himmel ist etwas bedeckt und der Wellengang ist ein wenig stärker als sonst. Obwohl das Meer zwar in unmittelbarer Sichtweite aber dennoch etliche hundert Meter entfernt ist, kann ich das Donnern der Wellen hier oben ganz deutlich hören.

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Via Internet habe ich mir eine Trial-Version der Software Sandisk RescuePRO besorgt und damit versucht die defekten Dateien auf Sandras Speicherkarten wieder herzustellen. Nach etlichen Stunden musste ich dann aber feststellen, dass dieses Programm nur Dateien wiederherstellen kann die man versehentlich gelöscht hat. Wer also versehentlich seine Speicherkarte neu formatiert hat und noch keine neuen Bilder darauf abgelegt hat, der kann mit dieser Software die vermeintlich gelöschten Fotos wieder herstellen. Bei einer 32GB großen Speicherkarte dauert das Prozedere fast zwei Stunden. Im Profil des angemeldeten Benutzers wird danach ein Ordner mit dem Namen „Recovered“ angelegt. Dort gibt es Unterorder mit Zeitstempeln für jeden Wiederherstellungslauf. Da es die Trial-Version ist, kann man nur maximal 25 Dateien wiederherstellen. So enthält der Recovered-Ordner nach der langwierigen Aktion nur Dateien, die man ohnehin ganz normal anzeigen und abspielen konnte. Also versuche ich das System auszutricksen und lösche auf der Speicherkarte alle Dateien die wir sowieso schon kopiert haben und die völlig in Ordnung sind. Weitere zwei Stunden später hat das Programm dann aber genau dieses Dateien ein weiteres Mal gefunden. Wiederherstellen kann ich sie jedoch nicht, weil man mit der Trial-Version nur einmalig maximal 25 Dateien retten kann. Also war die mehr als vier Stunden andauernde Prozedur mehr als überflüssig. Wir werden die Speicherkarten mal mit heim nehmen und dort versuchen ob sich die beschädigten Dateien irgendwie reparieren lassen.

Sandra will gleich mit dem Bus in die Stadt fahren und dort endlich einmal das wunderschöne Schwimmbad besuchen das der Kanarische Künstler César Manrique hier im Jahr 1971 gestaltet hat.

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Ich werde mich wohl in meinen OPEL Meriva setzen und wieder einmal mit kompletter Fotoausrüstung samt GoPro auf der Suche nach schönen Motiven durch das Gebirge fahren.

>>Pause<<

Etwa eine Stunde später bin ich endlich startklar, während Sandra in den Bus nach Puerto de la Cruz einsteigt fahre ich mit meinem Mietwagen in Richtung La Esperanza in der Nähe von La Laguna im Norden der Insel. Im Gepäck habe ich so ziemlich alle Fotosachen die ich derzeit hier auf Teneriffa habe. Die Auffahrt zum Teide macht Spaß, unterwegs halte ich kurz an und befestige meine GoPro an der linken hinteren Seitenscheibe. Am Abzweig der in Richtung Südosten nach Güimar hinabführt ist dann die Straße gesperrt – arg… Die Schranken sind geschlossen und es stehen zwei Polizeifahrzeuge davor. Die zwei Autofahrer sind direkt vor mir fuhren stehen direkt vor der Absperrung und diskutieren mit den Polizisten. Ich habe darauf keine Lust, es käme mir sehr wahrscheinlich eh alles spanisch vor :-)

Also biege ich nach links in Richtung Güimar ab. In diesem Ort gibt es mehrere kleine etwas seltsam anmutende Pyramiden, das Wahrzeichen dieses Ortes. Ich glaube sogar, dass Thor Hayerdahl diese Pyramiden in den 70er Jahren gefunden hat, ich sollte es mal nachschlagen… Oberhalb von Güimar halte ich am Seitenstreifen an und überlege was ich mit dem so jäh unterbrochenen Tag anfangen soll. Weil ich soviel Fotozeugs dabei habe, versuche ich mich an einem kurzen YouTube Video – ob es was geworden ist werden wir im nächsten Jahr sehen :-)

Ganz witzig ist, dass ständig irgendwelche Autos hinter mir anhalten, die Leute aussteigen und sich wundern warum ich dort halte, wo es dort doch gar nichts außergewöhnliches zu sehen gibt. Ich glaube so beginnt „Schwarmintelligenz“ :-)

Nachdem ich meine Spielereien abgeschlossen habe geht es hinab zur Süd-Autobahn und dann weiter bis Los Christians. Dort biege ich auf die TF-28 ab und fahre via Arona vorbei am Jungle Park und dem Camel Park über Vilaflor hinauf in die Canadas del Tiede. Die Fahrt ist wirklich schön, aber auch weit und anstrengend. Nach einem Umweg von fast 150 Kilometern bin ich um ca. 17h am südlichen Zipfel der Canadas del Teide. Ich nehme ein paar Fotos auf und filme ein wenig mit der Nikon 1 V1 und meinem kleinen Manfrotto Schwebestativ zu dem ich zuvor ein mein kurzes Video aufgenommen habe. Danach erzähle ich im Auto noch etwas zum Thema „Fotografieren auf Teneriffa“ und mache mich dann auf zu den Los Roques. Leider fehlt mir letztlich ganz genau die Zeit die ich im Auto mit meinem YouTube Video verplempert habe. Statt eines tollen Sonnenuntergangs mit Schattenspiel und allem Drumherum ist die Show schon fast vorbei. Aber egal, ich habe schon so viele tolle Fotos aus dieser Perspektive :-) Letztlich schnappe ich mir nochmals die Nikon 1 V1 samt Schwebestativ und nehme noch eine kleine Video-Sequenz auf. Darüber vergesse ich fast die Zeit und als ich wieder am Auto bin ist schon richtig dunkel und wirklich kalt geworden.

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Auf meinem Weg zurück zum Hotel halte ich kurz an und schreibe meiner Sandra eine SMS, dass ich ca. 20h am Hotel sein werde. Sie antwortet sofort und wird mit dem Essen auf mich warten. Es ist sehr cool, dass das jetzt hoch oben in den Canadas funktioniert. Vor etwa drei Jahren hatte man dort oben noch keinen Handy-Empfang. Es ist sehr cool und trägt auch ein Stück weit zur Sicherheit der Wanderer bei, dass man dort jetzt telefonieren kann.

Ich mache mich auf den langen Weg zurück zum Hotel. Nach einigen wenigen Kilometern blockiert  ein Mietwagen mit zwei weißhaarigen Insassen praktisch die Straße. Es ist eng und kurvenreich und man kann im Grunde genommen eigentlich nicht überholen. Quälend langsam schleichen sie den Berg hinunter und stellen mich auf eine enorme Gedultsprobe. Ich bin kurz davor hektisch auf die Hupe zu schlagen als wir an eine etwas längere gerade Straßenpassage kommen. Der Typ im Auto vor mit blinkt rechts und geht vom Gas, also nehme ich mir ein Herz und überhole ihn. Als ich vor ihm bin schaltet der Kerl hinter mir das Fernlicht ein. Entweder peilt er gar nichts mehr oder er will mich ärgern weil ich seiner Meinung nach zu lange zu dicht hinter ihm her gefahren bin. Die Scheinwerfer seines Autos blenden schrecklich und so gebe ich kräftig Gas damit ich schnell weit weg bin und er mich nicht mehr ärgern kann. Während ich so mit eigentlich viel zu hoher Geschwindigkeit den Berg hinab flitze tauchen plötzlich hinter mir die Lichter eines echt großen Autos auf. Das Fahrzeug hat auch die Nebelscheinwerfer eingeschaltet und fährt so dicht auf, dass ich das Gefühl habe, er wolle mich von der Straße schieben. Da ich eigentlich viel zu schnell war habe ich ein echt schlechtes Gewissen und hoffe sehr, dass es nicht die Polizei ist. Für den Fall der Fälle gehe ich etwas vom Gas und fahre nun ganz vorschriftsmäßig. Nach einer Weile kommt wieder eine etwas längere Gerade und da schießt das Auto dann auch an mir vorbei, es ist ein Porsche Cayenne! Darin sitzen ein grobschlächtiger Typ mit Glatze und eine Frau die aussieht als wäre sie auf den Kanaren aufgewachsen. Der Typ tritt jetzt mächtig aufs Gas und da es keine Polizei ist und da er mit seinem schweren „Panzer“ sowieso alles platt machen würde was sich uns  in den Weg stellt, sause ich hemmungslos hinterher. Der Porsche-Fahrer fühlt sich dadurch schwer angespornt und so wird es wirklich sportlich und eigentlich auch ziemlich gefährlich. Aber ich fahre seit mehr als 30 Jahren fast täglich mit dem Auto, ich kenne die Strecke sehr gut und so klebt mein OPEL Meriva Minivan wie eine Zecke an diesem schweinegeilen sauteuren großen fetten SUV. Die Straße ist eng und kurvenreich, es ist dunkel und sicher hat er schweren Stress mit seiner weiblichen Begleitung, der mit großer Sicherheit schwer übel ist. Aber wenn man erst einmal mit dem Pimmelfechten angefangen hat, ist es schwer damit wieder aufzuhören!

Kurz hinter der Forellenzucht erreichen wir bewohntes Gebiet und bei der extrem steilen „Abkürzung“ reißt der Typ ohne zu blinken das Lenkrad herum und jagt fast senkrecht Berg hinab. Eigentlich mag ich diese Straße nicht, aber sie spart brutal viele Kurven und so sause ich hinterher. Die Straße ist so steil, dass selbst im ersten Gang die Motorbremse nicht ausreicht und man eigentlich permanent auf der Bremse stehen muss.

Der Porsche gibt zwischendurch sogar noch Gas und so riecht es nach wenigen Metern mehr als penetrant nach verbrannten Bremsbelägen. Etwa auf der Hälfte der echt langen „Abkürzung“ hält der Porsche rechts an und ich denke, dass er dort wohl wohnen wird. Also fahre ich einfach an diesem großen SUV vorbei und stehe urplötzlich vor einem kleinen gelben Auto das sich in Gegenrichtung den Berg hinauf quält. Es wird eng, sogar echt eng, aber es passt und nun ist mir auch klar warum der Porsche dort oben angehalten hat, bei ihm hätte es nämlich nicht gepasst.

Jetzt ist der Typ aber so richtig angepisst, mit kompletter Festbeleuchtung schiebt er mich regelrecht den steilen Hang hinunter. An einer besonders engen Stelle ist die Straße als Einbahnstraße ausgelegt und man muss entweder links oder rechts um die Häuserblöcke herumfahren. Ich fahre links herum, der Porsche rechts. Irgendetwas scheint ihn dort aber aufgehalten zu haben, denn als ich wieder auf den letzten Metern der „Abkürzung“ bin, ist er endlich weg. Als ich einige Minuten später unten in La Orotava auf die Autobahn auffahre ist er plötzlich wieder hinter mir. Auf dem Beschleunigungsstreifen brüllt der Motor auf und noch bevor die durchgezogene Linie aufgehört hat durchgezogen zu sein, schießt das schwere SUV-Ding links an mir vorbei direkt auf die Überholspur.

Na der Typ hat sich über diesen Mietwagen den er einfach nicht abschütteln konnte heute sicherlich einen Besenstiel in den Hintern geärgert :-) Ich bin einige Minuten später am Hotel und muss tatsächlich feststellen, dass ich dort fast 20 Minuten eher als geplant eingetroffen bin. Allerdings habe ich echt schwer feuchte Hände und bevor es zum Essen geht muss ich meine schwitzigen Ralley-Finger erst einmal mit reichlich Seife und kaltem Wasser auf normale Betriebswärme herunter kühlen. Die ganze Heizerei hat dann doch ein wenig an den Nerven gezerrt und ich beschließe mich beim nächsten Mal nicht wieder provozieren zu lassen, hoffentlich klappt es, ich sollte es mir vielleicht zu Sylvester erneut als guten Vorsatz für das neue Jahr durch den Kopf gehen lassen.


Teneriffa 12-2013 – Tag 12

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Nachdem wir Heiligabend so easy und stressfrei überstanden haben starten wir mehr als entspannt in den ersten Weihnachtstag. Wir haben alle Zeit der Welt und genießen nach dem Frühstück wieder die wunderbar warme Morgensonne auf der Terrasse vor dem Speisesaal. Etwas später versuche ich in der Lobby mit meinem kleinen Mac mein Glück und tatsächlich klappt es nach mehreren Tagen endlich wieder mit der Verbindung zum Internet. Es ist zwar extrem langsam, aber es geht… So kann ich die Artikel veröffentlichen die ich schon seit Tagen in Pages vorgeschrieben habe.

Doch beim Versuch einige Fotos bei flickr.com hochzuladen hänge ich wieder ewig lang in der Warteschleife. Parallel habe ich auf meinem Mac ein Terminal-Fenster geöffnet und lasse dort einen „ping www.google.de“ in einer Endlosschleife laufen. So kann ich immer sehen ob ich noch online bin oder ob irgendeine der vielen Komponenten auf dem Weg ins Internet mal wieder eine Pause einlegt. Mit den flickr-Fotos ist es also Essig und ich lade einige wenige Fotos in meinen BLOG hoch. Dort wird bei fast 900 Artikel allerdings langsam der Speicherplatz knapp. Aber es ist Weihachten und ich möchte Euch mit mehr als nur einem Foto an dieser tollen Reise teilhaben lassen. Also sitze ich geschlagene DREI STUNDEN in der Lobby um 12 Fotos in meinen BLOG hochzuladen. Daheim dauert das zwei bis drei Minuten, diese Insel ist denkbar ungeeignet für alle die ihre tägliche Arbeit via Internet erledigen müssen.

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Um 13h15 treffen wir uns mit unseren Freunden Karin & Wolfgang bei der Bar „Pepito“ gegenüber vom Supermercado 2000 in La Paz, dem deutschen Viertel von Puerto de la Cruz. Gemeinsam gehen wir ein paar Meter weiter und landen in einem deutschen Restaurant. Dort treffen wir die ehemalige Wirtin der „Bar La Terazza“ aus dem Viertel Romantica 1 bei Los Realejos wieder. Diese Bar war sehr wunderbar etwas oberhalb vom „Casa de Dios“ gelegen. Doch die ewigen Streitigkeiten mit der Vermieterin und die zwar schöne aber doch eher Insiders bekannte Lage des Restaurants haben letztlich dazu geführt, dass sie und ihr Mann das Restaurant wieder geschlossen haben und ihr Geld jetzt anderswo verdienen. Inzwischen hat auch schon ein weiteres Paar das Handtuch geworfen und so wird die „Bar La Terazza“ aktuell von Spaniern bewirtet. Schauen wir mal wie lange sie dort überleben können…

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Im Restaurant ist heute viel los ist und so ist leider keine Zeit für einen netten Plausch. Stattdessen konzentrieren wir uns auf die Weihnachtskarte. Es gibt ein Zwiebelsuppe, gefolgt von Burgunderbraten mit Rotkohl und Klößen, kein schlechtes Weihnachtsessen wenn man bedenkt, dass wir rein geographisch gesehen in Afrika sind!

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Nach dem Essen machen wir uns auf den Weg zum Plaza del Charco und genießen bei Kaffee und Kochen das lebendige Treiben. Das Thermometer zeigt lässige 21°C und ich bin wirklich froh, dass ich nicht daheim bei Sturm und Regen ausharren muss.

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Als wir zum Abend am Hotel eintrudeln sind wir beide ziemlich platt, auch wenn wir heute nichts aber auch rein gar nichts geleistet haben. Essen und relaxen können echt anstrengend sein. So statten wir dem abendlichen Buffet auch nur eine kurze Visite ab, schauen noch etwas fern und gehen früh ins Bett. So entspannt habe ich Weihnachten selten verbracht!

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Teneriffa 12-2013 – Tag 11

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Nach dem Aufstehen stellt meine Sandra fest, dass viele der Fotos ihrer tollen Delfin-Tour des Vortages zwar als Datei auf der Micro-SD Speicherkarte vorhanden sind, sich aber nicht öffnen lassen. Sie ist enttäuscht und ziemlich frustriert, aber vom Hersteller SanDisk gibt es ein Reparaturprogramm für SD-Karten, vielleicht können wir damit etwas retten. Allerdings bräuchte man dafür einen Zugang zum Internet und der ist seit Tagen ausgefallen. Ich fühle mich an die Reise nach La Palma erinnert, dort haben wir auch einen Internetzugang für zwei Wochen bezahlt und konnten ihn letztlich nur ein paar Stunden lang nutzen.

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Wenn ich mich meinem Notebook auf dem Balkon sitze ist das „FREE TRIAL Twifi La Paz“ in Reichweite, aber die Sendeleistung meines Notebooks reicht nicht für eine „Antwort“. Hätte ich an meinem Notebook eine externe Richtantenne, so könnte ich mich vielleicht mit diesem Netzwerk verbinden, aber wer hat derzeit Equipment auf seinen Reisen schon dabei?

Also geht es zum Frühstück. Der Speisesaal ist heute übervoll, alle Tische sind belegt, es ist ein höllischer Lärm und die Kellner verrichten ihre Arbeit im Laufschritt. Diese Mitarbeiter sind echt zu bewundern, sie haben Stress ohne Ende und sind trotzdem stets freundlich und aufmerksam.

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Schließlich finden wir einen Tisch der gerade leer geworden ist und holen uns schnell neues Besteck und Servietten. Nach dem Frühstück wird sogar auf der Sonnenterrasse noch ein Plätzchen frei und so kann ich bei einem Glas Sekt und einer Tasse Kaffee den Tagesbeginn in vollen Zügen genießen.

Neben mir sitzen zwei ältere Herren. Der eine mit zusammengekniffenen Augen und faltiger Vollglatze, der andere mit schütterem aber nassem strähnigen Haar. Er trägt ein kartiertes Hemd, kurze Hosen und Badeschlappen. Seine schorfigen Füße hat er entspannt gekreuzt. Er spricht ohne Unterlass auf den Glatzkopf ein und erzählt von alten längst vergangenen Zeiten. Sein Gegenüber hat nicht beizusteuern, zu atemberaubend sind die Geschichten. In die wenigen kurzen Pause vermag er nur ein kurzes „Ja Ja“ einzustreuen, dann geht die „Besprechung“ weiter.

Als der Typ mit den schorfigen Füßen einen Schluck Kaffee zu sich nimmt und an seiner Zigarette saugt die bislang ungeachtet zwischen den vom Nikotin gelb verfärbten Fingern vor sich hin gequalmt hat, nutzt der Glatzkopf seine Chance und erzählt wie er als junger Mann oft schon um halb acht bei der Arbeit sein musste und als erste Tätigkeit einen Koksofen zu säubern hatte.

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Eigentlich will ich das alles gar nicht wissen und weil ich inzwischen nicht mehr so gut hören kann gehen diese unwichtigen Konversationen üblicher Weise auch komplett an mir vorbei. Man könnte sagen, sie versinken im Umgebungslärm. Aber diese beiden Kollegen sind wohl aufgrund ihres fortgeschrittenen Lebensalters noch schwerhöriger als ich und dementsprechend laut fällt auch ihre Konversation aus. Nach etwa 15 Minuten wird es mir zu bunt und zu warm ist es mir auch, ich treten den Weg zu unserem Zimmer an.

Dort werfe ich noch einen kurzen Blick auf die fotografische Beute des Vortages und bin wirklich begeistert was die kleine Nikon 1 da geleistet hat. Sicher wäre die Bildqualität mit der Nikon D800E sichtbar besser, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden.

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Heute ist der 24. Dezember 2013 – wir haben Heiligabend und der komplette Weihnachtsstress ist spurlos an mir vorübergegangen.

Gegen Mittag entschließen wir uns zu einem kleinen Ausflug nach Taganana im Norden der Insel. Meine große Fotoausrüstung lasse ich heute mal daheim und packe nur die Nikon 1 V1 und drei Objektive ein. Für die gefühlten 100.000 Kurven bis nach Taganana brauchen wir etwa 90 Minuten.  In unserem „Stamm-Restaurant“ gibt es wie jedes Jahr ein leckeres Menü mit mehreren Gängen und einem Zackenbarsch als Höhepunkt.

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Nach dieser opulenten Mahlzeit widmen wir uns dem Roque de las Bodegas, ein sehr markanter Felsen der früher dazu diente die Weinfässer die an Bord der Segelschiffe sollten ins Wasser zu befördern. Die Fässer schwammen dann im Meer und konnten von den Seeleuten mit ihren Ruderbooten zu den großen Segelschiffen gezogen werden. Dort wurden sie schließlich vertäut und mit einem Flaschenzug an Bord gehievt. Dieser Felsen hat schon viel erlebt und manch großer spanischer Eroberer hat hier den Rotwein für die Überfahrt nach Amerika an Bord seines Segelschiffes holen lassen.

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Ich wage zuerst einige Experimente mit dem 6,7-13mm Weitwinkel-Zoom samt B&W ND-1000 Graufilter. Da dies Sonne scheint ist es sogar mit diesem relativ lichtschwachen Objektiv hell genug, so dass sogar der Autofokus funktioniert. Nach einigen Fotos wechsle ich gegen das 1,2/32mm Objektiv und freue mich über das deutlich hellere Sucherbild. Während eine Langzeitbelichtung nach der anderen entsteht fallen mit die Surfer im Wasser neben dem Roque de las Bodegas auf. Ganz hinten auf dem Felsen kann ich zwei Männer sehen die Fotos von den Surfern machen. Plötzlich nimmt der Wellengang zu und die Fotos sehen sicher sehr cool aus. Immer wieder müssen die Surfer vor den Wellen abtauchen um nicht wahllos herum gewirbelt zu werden. Plötzlich kommt eine wirklich große Welle, bricht sich am Fuße des Felsen und schwappt viele Meter hoch um sich über die beiden Fotografen zu ergießen. Diese reißen Instinktiv die Arme hoch aber sind dennoch in Sekundenschnelle komplett durchnässt. Mit nassen Haaren, Hemden und Hosen laufen sie lachend ein paar Minuten später an mir vorbei. In ihrem Auto haben sie ein Handtuch und ich kann zuschauen wie sie ihre Fotoapparate trocken legen. Auf dem nächsten Foto kann man sie erkennen, einfach anklicken und im großen Format anschauen :-)

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Da der Felsen jetzt frei ist versuche ich mein Glück. Zunächst habe ich noch das 1,2/32mm an meiner Nikon 1 V1 doch damit sind die Surfer nur kleine Punkte inmitten der des aufgewühlten Meeres. Also suche ich mir eine ruhige Ecke und montiere das Nikon AF-S VR 10-100 PD an meine Nikon 1. Dieses Objektiv entspricht einem 270mm Teleobjektiv im 35mm Kleinbildformat und so kann ich die Surfer schon etwas größer abbilden. Einer der Jungs sieht aus wie der große Bruder von Moritz Bleibtreu und währen er immer wieder in die Wellen schwimmt grinst er mich aus dem Wasser an. Doch die Wellen sind eher mau und die Fotos nicht so richtig spannend. Um für den richtigen Augenblick besser gewappnet zu sein stelle ich an der Nikon 1 den Verschluss auf „Elektronisch High“ und kann jetzt zwischen 10, 30 und 60 Bildern pro Sekunde wählen. Ich entscheide mich für 10 Bilder pro Sekunde, denn dabei funktioniert noch der Autofokus zwischen den Bildern. Bei höheren Bildraten werden alle Fotos mit der Fokussierung des ersten Bildes aufgenommen. Und ganz ehrlich, 10 Bilder pro Sekunde im vollen RAW-Format sind völlig ok.

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Während ich auf bessere Wellen warte treiben die Jungs relativ weit weg von mir unten im Wasser.  Der schmale Weg auf dem Roque de las Bodegas ist im hinteren Drittel pitschnass, es ist genau die Stelle an der sich die beiden Jungs vor etwa einer halben Stunde eine kräftige Dusche eingefangen haben. Um näher an die Surfer heranzukommen vertraue ich auf meinen Schutzengel und wage mich bis an das Ende des Weges vor. Nun bin ich mit den Surfern fast auf Augenhöhe und weil sich fast genau gegenüber die Sonne anschickt langsam unterzugehen, ist das Spiel aus Licht, Schatten und weißen Schaumkronen wirklich schön.

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Nachdem ich eine ganze Weile gewartet habe frischt endlich der Wind etwas auf und es gibt einige höhere Wellen. Überall um mich herum rauscht und klatscht es gegen den Felsen und ich konzentriere mich auf die Junge mit ihren kleine Surfboards. Bild um Bild entsteht bis es plötzlich hinter mir einen riesigen Schlag tut und ich höre wie sich ein paar hundert Liter Meerwasser anschicken ein wenig durch die Luft geschleudert zu werden. Und ich liege gar nicht falsch, denn nur Bruchteile von Sekunden später haben die Wassermoleküle ihren kurzen Höhenflug schon wieder beendet und müssen sich der Anziehungskraft von Mutter Erde geschlagen geben. Dummerweise stehe ich mitten in ihrer Flugbahn und weil sie nicht mehr ausweichen können schlagen sie sich mehr oder weniger widerwillig auf mir nieder. Ich kann mich gerade noch schützend über meine Kamera beugen, als ich spüre wie mich das Wasser auf der Rückseite komplett erwischt. Kamera nass, Haare nass, Fototasche nass, Hose nasse, Füße bass, Hemd nass, Ansgar nass – igitt…

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Sandra hat sich das Schauspiel aus sicherer Entfernung angeschaut und reicht mir ein Handtuch, sie ist immer so gut vorbereitet… Es ist ja nur Wasser denke ich mir und lege zunächst meine Kamera samt des wertvollen Objektivs trocken. Danach bin ich an der Reihe. Meine schwarze Fleece-Jacke ist so nass, dass ich sie auswringen kann. Trockene Anziehsachen habe ich nicht dabei und so findet unsere Fotosession ein ziemlich abruptes Ende. Auf den Autositz legen wir eines der Handtücher und während wir die Heimfahrt antreten fühlt es sich an, als hätte ich in die Hose gemacht. Nach einigen wenigen Kilometern beginnen die Fenster unseres Mietwagens von innen zu beschlagen, dass ich die Ursache bin ist eigentlich klar, aber die Klimaanlage kann für freie Sicht sorgen. Kurz hinter dem Tunnel entscheiden wir uns für den kurzen Abstieg hinunter nach Santa Cruz, der Hauptstadt von Teneriffa. Diese Straße ist deutlich besser ausgebaut und wir sparen uns locker 10 Kilometer enge kurvenreiche Wegstrecke.

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Etwas überhalb des Meers treffen wir bei San Andrés auf bewohntes Gebiet und sind kurz danach auf der großen Hauptstraße die am Hafen von Santa Cruz entlangführt. Draußen vor dem Hafen warten große Frachtschiffe darauf entladen zu werden. Im Hafen liegen zwei majestätische Kreuzfahrtschiffe, eines ist die AIDA Vista. Im Licht der Abendsonne sieht das alles echt malerisch aus und auch das wunderschöne Gebäude der Oper wäre einen Fotostop wert. Aber mein Rücken ist ganz kalt und dem Hintern geht es auch nicht viel besser. Auf einem Plakat kann ich lesen, dass hier aktuell die „Los Miserables“ gespielt werden. Irgendetwas ist da falsch geschrieben denke ich nicht und schon sind wir auf der Autobahn…

Zurück am Hotel geht es unter die warme Dusche, danach wird die Beute des Tages gesichtet. Eigentlich bin ich ganz zufrieden und das letzte Bild der Serie ist auch ganz witzig, hier kann man die Freunde der Wassermoleküle sehen die an meinem Rücken angelandet sind. Kein aufregendes Foto, aber ein witziger Zeitzeuge.

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Während im Fernsehen ein Indiana Jones nach dem anderen läuft sitzen wir gemütlich auf dem Sofa, trinken einen leckeren Rotwein aus dem Ort neben an und freuen uns über einen heiligen Abend ohne Stress, Zank und Streit. So kann man sogar Weihnachten aushalten, da lässt es sich sogar fast verschmerzen, dass der blöde Internet-Zugang des Hotels immer noch nicht funktioniert :-)


Teneriffa 12-2013 – Tag 10

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Heute ist für meine Sandra der Tag der Tage! Heute geht es zum Delfin Watching und darauf freut sie sich schon fast ein Jahr lang. Um 11h wird sie hier mit einem Auto abgeholt, dann geht es in den Süden und dann von Playa de las Americas mit einem Boot zur Spielwiese der Delfine draußen auf dem Meer. Die Delfine kennen das inzwischen sehr gut und einige genießen es in den Wellen die von den starken Motoren der Boote erzeugt werden zu surfen.

Einige Delfine sind inzwischen sehr zutraulich und kommen direkt an die Boote heran. Angefüttert werden sie indes nicht, denn dies ist streng verboten und wer seine Lizenz behalten will ermahnt seine Gäste den Delfinen nichts ins Wasser zu werfen. Berücksichtigt man den durchschnittlichen Touristen IQ, so würden anderenfalls sicherlich Berge von Brot, Obst und Bonbons bei den Delfinen im Meer landen. Einige Delfine folgen inzwischen den Booten in eine kleine Bucht und dort können ganz Unerschrockene zu den Tieren ins Wasser steigen.

Nach dem Frühstück steigt bei meiner Sandra die Nervosität spürbar. Sie packt ihren neuen Rucksack und bittet mich ein Backup ihrer Speicherkarten zu machen. Ich selbst achte penibel darauf JEDEN ABEND den Inhalt meiner Speicherkarten auf meine externe Festplatte zu kopieren.  Nachdem alles kopiert ist lösche die Dateien von den Speicherkarten. Oft habe ich für den Notfall eine zweite externe Festplatte dabei und lege hier eine Sicherheitskopie ab. Bislang sind mit nur EINMAL Daten verloren gegangen. Das war im Jahr 2011 in der Nähe von Big Sur am der Westküste der USA. Damals habe ich von mehreren Speicherkarten den Inhalt in einen Ordner auf meiner externen Festplatte kopiert. Bei der zweiten Speicherkarte hat mein Mac mich damals „gefragt“ ob er das vorhandene Objekt namens „DCIM“ ersetzen oder den Kopiervorgang abbrechen soll. Ich war es von meinen Windows-Computern gewohnt hier einfach auf „Ja“ zu klicken, denn bei Windows wird der Inhalt des neuen Ordners dem bestehenden hinzugefügt.

Inzwischen kann man in diesen Situationen auf dem Mac auf „Beide Ordner behalten“ klicken, damals ging das noch nicht und es wurde der vorhandene Ordner gelöscht und mit dem neuen Ordner ersetzt. So waren plötzlich fast alle Bilder eines Tages verloren. Damals habe ich mich schwer geärgert und bin am nächsten Tag noch einmal zurück gefahren um alles erneut zu fotografieren. Doch ein Foto ist fast immer eine einzigartige Momentaufnahme die sich meist nicht wiederholen lässt. So bin ich damals mit vielen neuen und vor allem besseren Fotos zurück gekehrt. Ein echter Verlust war es also nicht, aber ich habe vor allem daraus gelernt noch sorgfältiger bei der Datensicherung vorzugehen. Daher kann ich es auch nicht haben, wenn ich bei der abendlichen Datensicherung angesprochen werden und zwischen durch mal schnell dieses oder jenes erledigen soll. Denn dann geht meist etwas schief weil man nach dem Abendessen oder einer anderen eingeschobenen „Nebentätigkeit“ nicht mehr so genau weiß was schon alles gesichert ist, was man löschen kann und was eben noch „einzigartig“ ist.

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In den Tagen die wir hier auf der Insel sind hat meine Sandra noch gar keine Daten gesichert. Heute ist daher „Holland in Not“ denn für die Delfin-Tour braucht sie Platz auf ihren Speicherkarten.  So drückt sie mir zwei Stunden bevor es los geht eine kleine Sammlung unterschiedlichster Speicherkarten in die Hand. Es ist ein kleiner Zoo, Micro-SD in Adaptern, normale SD-Karten, 8-GB, 16-GB, 32-GB, es ist alles dabei. Ihre neue externe 1TB Festplatte mit USB-3.0 ist noch leer und so schnappe ich mir meinen neuen Mac und schiebe alles auf die leere Festplatte. Weil wir nicht wissen was auf welcher Karte ist, lege ich dort einen Ordner „Unsortiert“ an und erstelle für jede Speicherkarte einen Unterordner mit schönen Namen wie „Micro-SD 8GB SanDisk – Buenavista“. Beim Kopieren der Daten fällt auf, dass die Lesegeschwindigkeit stark variiert. Bei einigen Karten kann 1GB in rund 60s kopiert werden, bei anderen Karten dauert ein vergleichbarer Vorgang bis zu 180s lang.

Es fällt auch auf, dass meine neuen 64GB großen 400x CF-Karten mit Ultra-DMA (Direct Memory Access) im Vergleich einfach rasend schnell sind. Hier kann ich 1GB in ca. 20s auf eine externe Festplatte mit USB 3.0 kopieren. Das ist sehr cool wenn man nach einer ausgedehnten Session die Datensintfluten der Nikon D800E sichern möchte. Gestern habe ich im Jardín Botáninco wirklich viele Video-Sequenzen aufgezeichnet und so sind fast 40GB zusammen gekommen. Dieser Datenwust lies sich relativ schnell in Sicherheit bringen. In den Zeiten meiner Nikon D100 wäre dies via USB 1.1 eine abendfüllende Veranstaltung geworden!!

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Hier im Hotel klappt es mit dem Zugang zum Internet heute mal wieder überhaupt nicht. Gestern ging es kurzzeitig aber spät am Abend war zwar das WLAN erreichbar, aber die Webseite für die Autorisierung lies sich nicht öffnen. Heute ist es das gleiche Spiel, eben habe ich unten an der Rezeption nachgefragt was den los ist und ob man nicht irgendetwas tun könne damit es mit dem Zugang zum Internet wieder klappt. Die nette Dame an der Rezeption hat mir daraufhin gesagt, der Router sei schon wieder einmal kaputt und sie habe den Servicetechniker angerufen. Dieser sollte schon vor einer Stunde hier sein. Ich solle mich bitte noch etwas gedulden…

Wirklich verstehen tue ich das alles nicht mehr, meine heimische Fritzbox läuft seit Jahren ohne Probleme und ich kann mich nicht einmal daran erinnern, wann ich sie zuletzt neu starten musste. Aber hier auf Teneriffa ist man mit diesem leidigen Thema seit Jahren konfrontiert. Ganz gleich wo man ist, der Internet-Zugang ist ein Trauerspiel. Meist klappt es via Smartphone und HSPDA sehr gut, aber mit einem deutschen Vertrag ist genau das eben unglaublich teuer.

Wer mit dem Gedanken spielt hier her zuziehen und hier zu leben und dafür einen schnellen Zugang zum Internet braucht, der sollte sich vorher unbedingt schlau machen was wo geht und was eben nicht. Sicher ist es eine gute Idee vor der Unterzeichnung eines Mietvertrages mal einen Plausch mit den zukünftigen Nachbarn zu halten. Wer in La Laguna wohnt wird es beispielsweise etwas einfacher haben. Dort sollen 6 MBit/s möglich sein, aber hier draußen „auf dem Lande“ gibt es oftmals nur sehr alte Telefonleitungen die keine flotten Datenraten ermöglichen. Während in deutschen Großstädten mittlerweile 100 MBit/s möglich sind geht es hier in der Nähe von Afrika doch eher „gemütlich“ zu…

Gegen 12h gebe ich alle Versuche einen Artikel zu publizieren auf und beschäftige mich ein wenig mit meiner Fotoausrüstung. Irgendwie kann ich den vierten Akku für meine D800E nicht finden. Eigentlich bin mich mir sicher, dass ich vier Akkus dabei habe. Aber ein Exemplar scheint sich so gut zu verstecken, dass ich es einfach nicht finden kann. Bei der Spielerei fällt mir auf, dass die Nikon 1 V1 bei einem EN-EL15 Akku im Display anzeigt, dieser Akku wäre verbraucht und könnte nicht mehr verwendet werden. Tatsächlich zeigt die Akku-Diagnose sowohl der D800E als auch der Nikon 1 V1 an, dass dieser Akku sich in Stufe 4 befinde, was auch immer das heißen mag… Stufe 4 ist jedenfalls nicht gut, das heißt, dass der Akku kaum noch Kapazität hat und nicht mehr lange durchhalten wird. Die D800E funktioniert noch damit, aber meine Nikon 1 V1 lehnt ihn kategorisch ab. Also packe ich gegen 13h meine Sachen und fahre rüber zum Alcmapo La Villa. Dort gibt es einen kleinen Fotoladen, vielleicht hat der einen Akku für meine Kamera(s). Der Weg zum Einkaufszentrum ist schnell und problemlos, einen Akku gibt es in dem kleine Fotoladen freilich nicht. Mir kommt in den Sinn es mal bei Visanta in der Innenstadt zu versuchen. Das ist der einzige Laden in Puerto dem man wirklich vertrauen kann. Die unzähligen kleinen Foto und Elektronik Läden an der Promenade sollte man eher meiden wenn man nicht von A bis Z über’s Ohr gehauen werden will.

Also beschließe ich im Parkhaus unter dem Alcampo mein Auto zur Ausfahrt nach Santa Cruz zu lenken. Allerdings erweist sich das als großer Fehler, als ein echt großer Fehler! Es ist der letzte Tag vor Weihnachten und es ist einfach die Hölle los. Nichts geht mehr, bis zur Autobahn brauche ich fast eine halbe Stunde obwohl es nur ein paar hundert Meter sind. Als ich schließlich etwas oberhalb von Puerto de la Cruz bin, ist der Blick auf die Bucht am Playa Martianez sehr schön und ich halte meinen OPEL Meriva instinktiv am rechten Seitenstreifen an. Schnell raus und ein paar Fotos machen. Dabei staune ich nicht schlecht, als ich plötzlich vor dem Auto meines Freundes Wolfgang stehe, die Welt ist hier wirklich klein. Ich schreibe ihm gleich mal eine SMS, aber es kommt keine Antwort. Ok, ich will auch nicht stören also mache ich noch ein paar Fotos. Schließlich bin ich schon etliche hundert Meter den Berg hinab in Richtung Innenstadt gelaufen. Warum also umkehren und das Auto holen, wenn man in der Stadt eh keinen Parkplatz findet? Also geht es zu Fuß weiter. Am Strand angekommen filme ich ein wenig die Surfer und mache mich dann auf den Weg zu einer der beiden Visanta Niederlassungen. Dort werde ich tatsächlich sofort fündig, es gibt sogar zwei Akkus! Es sind keine Original-Akkus, aber der Verkäufer versichert mir, dass sie problemlos in meinen Kameras funktionieren. Wir machen die Probe aufs Exempel, schließlich habe ich meine Nikon 1 V1 dabei. Und siehe da, die Akku-Diagnose erkennt diese Batterie und zeigt sie mit „0“ an, also „Neu“ statt „4“ wie „Alt“. Der Akku hat sogar noch 43% seiner Ladung – perfekt er ist gekauft!

Beim Preis muss ich ein wenig schlucken, denn diese Akkus sind nur wenig billiger als die Original-Akkus von Nikon. Satte 75,- Euro für zwei EN-EL15 Akkus, wahrscheinlich wären sie via amazon.de in Deutschland billiger gewesen. Aber egal, die Dinger funktionieren und ich will hier in den nächsten Wochen noch viel fotografieren!

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Mit den beiden Akkus in der Fototasche geht es ein wenig durch die Stadt. Ein paar Meter weiter finde ich einen Typen der sich komplett mit goldener Farbe angemalt hat und eine grinsende Statue gibt. Mal sitzt er auch einem unsichtbaren Stuhl, mal grinst er und freut sich wenn man ihm ein paar Euros in seine kleine goldene Konservendose wirft. Mir kommt die Idee ihn mit meinem ND-1000 zu fotografieren. Schnell ist das Nikon AF-S 1,2/32mm an die Nikon 1 V1 montiert. Jetzt noch der Filter-Adapter von 40,5 auf 77mm und schon passt mein B&W ND-1000 Graufilter! Später werde ich ganz erstaunt über die Farbwiedergabe sein. Bislang habe ich diesen Filter an der Nikon 1V1 noch nicht benutzt und ich bin überrascht wie gut diese Kamera sich mit diesem Filter schlägt!

Etwas unterhalb der Promenade ist eine kleine betonierte Fläche von der aus man einen schönen Blick auf das Meer hat. Dort stelle ich mein kleines Stativ auf und schraube die Nikon 1 V1 oben drauf. Mit dem ML-L3 Infrarot-Auslöser kann ich sie nun perfekt erschütterungsfrei auslösen. Und so entsteht Bild um Bild. Plötzlich fällt mir der tolle Abendhimmel über der Stadt auf. Schnell wechsle ich das 1,2/32mm geben das 6,7-13mm Weitwinkel-Zoom. Doch diese Objektiv ist deutlich weniger lichtstark und so zeigt die Kamera in Kombination mit dem ND-1000 Filter auf dem rückwärtigen Display praktisch gar nichts mehr an. Auch der Autofokus funktioniert nicht. Aber man kann diese Kamera auch ganz prima manuell fokussieren. Und bei Blende 8 ist aufgrund der kurzen Brennweite die Tiefenschärfe so gewaltig, dass ohnehin alles scharf abgebildet wird.

Ich gehe etwas zur Seite und direkt vor mir ist ein großer Lava-Felsen im Wasser an dem sich ganz wunderbar das Wasser bricht. Gelegentlich rollt vom Meer eine kräftige Welle heran und überspült diesen Kameraden komplett. Das sieht bei etwas längeren Belichtungszeiten richtig geil aus. Als es für den ND-1000 zu dunkel ist, tausche ich den Filter gegen einen „normalen“ Grauverlaufsfilter. Damit sieht der Himmel jetzt so richtig krass kitschig aus und die dunklen Felsen haben noch etwas Zeichnung. Bild um Bild entsteht und ich bin richtig aus dem Häuschen weil sie auf dem Display der Nikon 1 so supergut aussehen.

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Später im Hotel halten diese Fotos dann tatsächlich was das Display schon versprach. Ich bin total glücklich mit der fotografischen Beute dieses recht ungeplanten Tages. Gegen 20h ist dann auch meine Sandra von ihrer Tour zurück. Sie hat rund hundert Delfine und alle möglichen anderen Fische gesehen. Sie ist müde aber überglücklich. Schnell schauen wir uns einige ihrer Fotos auf dem Display ihrer Nikon D5100 an. Und ich bin beeindruckt was das Sportprogramm dieser Kamera heute wieder geleistet hat!! Allerdings hat meine Sandra die ersten und wichtigen Fotos mit einer 32GB großen Micro-SD Karte und einem Karten-Adapter aufgenommen. Irgendwann hat die Kamera nicht mehr ausgelöst und nur noch Fehler gemeldet. Ob diese Fotos nun alle verloren sind, werden wir morgen sehen. Aber selbst wenn, der Tag war auch ohne fotografische Ausbeute für sie wirklich gelungen.

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Nun haben wir 22h30 und der Tag war lang und meine Füße schmerzen. Ich bin viel in der Stadt herumgelaufen und habe stundenlang neben meiner kleinen Kamera gestanden und auf die perfekte Welle gewartet. Der Internet-Zugang des Hotels funktioniert noch immer nicht, es ist ein Trauerspiel. Also gehe ich jetzt mal ins Bett und versuche mich ein wenig auf das Weihnachtsfest einzustimmen, das laut Kalender morgen vor der Türe stehen soll, glauben kann ich es ja nicht so wirklich…


Teneriffa 12-2013 – Tag 9

„Hase aufstehen, Haaaase, es ist gleich neun Uhr, Früüüüühstüüüüück…“ Die Worten erklingen in weiter Ferne, in meinen Träumen bin ich noch mit der Nikon D800E unterwegs und habe die geilsten Motive der Welt vor dem Objektiv. Aber die Worte sind auf sehr real und schließlich wache ich doch noch auf. So wirklich will ich mich aber noch nicht von meinem warmen weichen Bettchen trennen. „Aaaaansgaaar nun mach schon!“ „Och Mausi, hast Du nicht mal ein liebevolles Wort für mich?“ „Los jetzt!!“

Tage die so beginnen können eigentlich nur gut werden. Nach der Körperpflege sitzen wir beim Frühstück. Während ich versuche wach zu werden und wir uns die vielen Leckereien schmecken lassen, läuft ganz in der Nähe eine Waschmaschine mit unserer ersten Ladung weißer Wäsche. Man kommt hier wirklich sehr gut mit wenig Wäsche über die Runden. Eigentlich würde es völlig ausreichen Kleidung für 5-7 Tage einzupacken und diese alle paar Tage für kleines Geld (5,- Euro Waschmaschine + 4,- Euro Trockner) schnell durchzuwaschen. Die Waschmaschine läuft 30 Minuten und der Trockner braucht nochmals 45 Minuten. Als um 10h die Wäsche fertig ist saust meine Sandra schnell rüber und lädt alles in den Trockner um. Nun haben wir 45 Minuten um auf der Terrasse die warme Morgensonne zu genießen und uns dabei ein Glas Sekt und eine Tasse Kaffee schmecken zu lassen. 15 Minuten bevor der Trockner fertig ist wird es mir zu warm, ich bin kein Sonnenanbeter. „Du Schatz, ist es ok für Dich wenn ich schon einmal hoch gehe?“ „Ja.“ „Duhu, hast Du noch ein liebes Wort für mich?“ „Tschüss!“

Unsere Kommunikation ist einfach aber effizient und meine Sandra grinst dabei :-)

Etwas später entscheidet Sandra sich zu einem kleinen Einkaufsbummel im Alcampo La Villa und ich entschließe mich zu einem Besuch im Botanischen Garten. Auf dem Weg zum Botanischen Garten setze ich meine Sandra am Einkaufszentrum ab und bin rund 10 Minuten später schon an meinem Ziel. Der Eintritt kostet nur 3,- Euro und schon kann ich loslegen. Heute habe ich die famose Nikon 1 mal daheim gelassen und habe die Nikon D800E nebst 5 Objektiven sowie meine Nikon D300 (Infrarot 830nm) samt 16-85mm und 10,5mm dabei. Mein Rucksack ist also wieder viel zu schwer aber am Ende des Tages werde ich fast alle Objektive benutzt haben und mit vielen schönen Fotos zurückkehren. Das Rokinon 3,5/24mm Shift & Tilt und das Nikon AF-S 2,8/24-70mm sind allerdings unbenutzt im Rucksack verblieben!

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An der D800E ist noch das SAMYANG 2,8/14mm montiert und ich so schieße damit meine ersten Fotos. Etwas später kommt das Nikon AF-S 4/16-35mm an das Bajonett, später dann das Nikon AF-S VR 2,8/70-200mm. Fotografieren tue ich wenig, die meiste Zeit filme ich die vielen ungewöhnlichen Pflanzen im dieser schönen Gartenanlage.

Der korrekte Name ist eigentlich „Jardín de Aclimatacion de la Orotava“, aber hier kennt man ihn meist nur als „Jardín Botánico“. Der Garten stammt noch aus der Zeit der großen spanischen Seefahrer. Damals brachten sie Pflanzen aus allen Ecken der Welt mit nach Madrid. Da Madrid mit rund 600 Metern über dem Meer relativ hoch liegt, sind dort die Winter kalt und die Sommer heiß. Nur wenige der mitbedachten Pflanzen haben damals die harten Winter in Madrid überlebt. Die Mehrzahl der Pflanzen war nicht winterhart und war nach dem ersten Winter dahin. Die Ursache kannte man wohlgleich noch nicht und so wurde der Gedanke geboren die Pflanzen auf Teneriffa ganz langsam an das kältere Klima in Madrid zu gewöhnen. Einige Jahre später musste man schließlich aber am spanischen Königshause feststellen, dass dieser Plan nicht aufging. Pflanzen die keinen Frost vertragen kann man auch nicht daran gewöhnen. So geriet der Jardín Botánico langsam aber sicher in Vergessenheit. Dank des Engagements einzelner Privatpersonen haben aber viele der Pflanzen, die aus aller Herren Länder dort zusammengetragen wurden, bis heute überlebt und stellen nun einen echten Schatz dar. Es gibt Pflanzen aus Australien, gleich daneben etwas aus Brasilien, Papua Neuguinea, Neuseeland, Indien, China, die Liste ist wirklich lang.

Da wir auch auf den Kanaren aktuell Winter haben, blühen leider nur sehr wenige Pflanzen. Das meiste was man dort aktuell sehen kann ist einfach nur grün. Aber dieser Garten ist dennoch auch im „Winter“ bei 23°C einen Besuch wert. Die Stimmung ist angenehm ruhig und die vielen Bänke unter Palmen oder dem australischen Affenbrotbaum laden dazu ein hier zu verweilen.

So schaffe ich es auch tatsächlich fast sechs Stunden lang zu filmen, zu fotografieren und mich immer mal wieder für ein paar Minuten auf eine der Bänke zu setzen und die friedliche Stimmung zu genießen.

Am Ende des Tages habe ich fast zwei Stunden Videomaterial und rund 200 Fotos aufgenommen. Die Mehrzahl der „coolen Fotos“ stammt allerdings aus meiner Infrarot-Kamera. Dieses Kamera liebt gedämpftes Sonnenlicht und grüne Pflanzen. Ihre Blätter werden weiß wie Schnee dargestellt und so ergibt sich bei den meisten Fotos eine herrlich unwirkliche Szenerie.


Teneriffa 12-2013 – Tag 8 – Teil 2

Der achte Tag ist wirklich sehr entspannt. Nachdem die Internet-Anbindung des Hotels endlich wieder halbwegs funktioniert und ich einen Artikel veröffentlichen konnte, schaue ich in Ruhe meine E-Mails durch und sehe mal was sich auf Facebook so getan hat. Meine Sandra ist während dessen mit dem Bus nach La Paz gefahren und stöbert dort ein wenig durch die Geschäfte. Unterdessen nehme ich nach längerer Pause mal wieder einen neuen Teil für „Ansgars kleine Fotoschule“ auf. Diesmal geht es um die Reisefotografie und das Equipment das ich aktuell dabei habe. Nach etwa zwei Stunden ist das Video soweit aufgenommen und muss noch geschnitten werden. Aber das hat noch Zeit, schließlich kann ich es hier auf Teneriffa ohnehin nicht veröffentlichen. Um 16h meldet sich dann auch mein Frauchen, sie sitzt in La Paz bei Pepito und lässt sich ein Gläschen HUGO schmecken. Ich packe schnell meine Sachen ein und bin schon 30 Minuten später mit dem Auto dort um sie einzusammeln.

Gemeinsam fahren wir zur Finca San Juan und freuen uns Jo & Caro Schlichting weiterzusehen. Jo hat leckeren Kuchen für uns und es gibt ein Tässchen guten deutschen Filterkaffee mit warmer Milch – super!

Finca San Juan - Tenerife

Von Jo erfahren wir, dass die Inselregierung beschlossen hat die Straße zum Punta de Teno dauerhaft zu sperren. Die Steinschlaggefahr ist hoch und nachdem im letzten Jahr einige Touristen an einem Strand bei einem Steinschlag ums Leben gekommen sind, will man offensichtlich weitere negative Schlagzeilen verhindern. Das ist sehr schade denn damit ist ein echtes Highlight der Insel künftig nicht mehr wirklich erreichbar. Gerade am Punta de Teno hatte man einen famosen Blick auf den Sonnenuntergang über La Gomera. Ich muss also froh sein, dass ich dort im letzten Jahr einen wunderbaren Sonnenuntergang erleben durfte, es war das letzte Mal! Wer künftig dorthin will muss sehr gut zu Fuß sein und eine lange anstrengende Wanderung auf sich nehmen!

Canarian Sunset - Nikon D800E - Tenerife - Teneriffa

Interessant ist es auch zu hören, dass die Arbeiten am südlichen Autobahnring weitgehend fertig gestellt sind, dass nun aber das Geld für die Asphaltierung fehlt. Von der EU sind etliche hundert Millionen Euro nach Teneriffa geflossen um den Autobahnring zu schließen und damit neue Arbeitsplätze zu schaffen. Aber fast die Hälfte dieser Mittel sind einfach „verschwunden“. Es hat sich also irgendjemand sehr großzügig bedient und nun gibt es eine Autobahntrasse auf der wenn überhaupt nur Allradautos im Schritttempo fahren könnten. Das ist wirklich ärgerlich und wird künftige Zuwendungen der EU sicher deutlich erschweren.

Überhaupt scheint es weltweit mit Großprojekten schwierig zu sein. Hier auf Teneriffa bekommt man die Autobahn nicht fertig, in Deutschland werden Flughäfen gebaut die man besser wieder abreißen sollte oder es gibt Baustellen für einen Bahnhof die total aus dem Ruder laufen.

Als die Sonne tief steht verabschieden wir uns von Jo und Caro und machen uns auf den Rückweg zum Hotel. Während ich mit meinem Noise-Canceling-Kopfhörer mein Video schneide schaut Sandra etwas im Fernsehen. Um 20h gehen wir zum Abendessen und lassen danach den Tag ausklingen. Das Leben hier ist wirklich sehr entspannt!


Teneriffa 12-2013 – Tag 8

F2,8 - Nikon D800E & AF-S VR 2.8/70-200mm

Langsam fällt es mir schwer korrekt zu ermitteln welchen Tag wir heute haben. Auch weiß ich immer nicht was es für ein Wochentag ist. Völlig überrascht war ich als mir gestern klar wurde, dass in der nächsten Woche schon Weihnachten ist. Aktuell denke ich, dass wir am Dienstag Heiligabend haben werden. Eigentlich kann ich es selbst kaum glauben, die Zeit in der wir als Kinder der Bescherung mit vielen tollen Geschenken entgegen gefiebert haben ist in meiner Erinnerung noch sehr präsent. Die Stunden vergingen quälend langsam und irgendwann hat uns dann die Mama mit einer kleinen Glocke erlöst. Der Papa hatte seine Super 8 Kamera vor dem rechten Auge und verzog wieder das Gesicht so wie er es immer tat wenn er filmte. Wir hatten einen gewaltigen Halogenstrahler. Das Ding hatte 2.000 Watt und wurde nach ein paar Minuten so heiß, dass man sich die Finger daran verbrennen konnte. Aber dann war der wertvolle Film ja eh schon einmal durch die Kassette gelaufen. Während wir uns auf die Geschenke stürzten und der Papa uns mit stolz geschwelltere Brust dabei filmte, versuchte die Mama mit der Filmleuchte für eine ausreichende Beleuchtung der Szenerie zu sorgen.

In meinen Gedanken ist das alles gar nicht so weit weg, aber in der Realität sind es schon mehr als 40 Jahre. Meine Einstellung zu Weihnachten hat sich seitdem sehr verändert. Konnte ich es früher kaum erwarten, gab es später die Phase in der ich wie die anderen Leute auch kurz vor den Feiertagen noch hektisch von einem Geschäft ins nächste gelaufen bin. Alles war voll, überall wurde gedrängelt und alle waren schwer gestresst. Seit ich zum Weihnachtsflüchtling geworden bin ist mein Leben an einem Monat im Jahr spürbar entspannter. Während ich dies hier schreibe haben wir wahrscheinlich Samstag. Ich sitze im T-Shirt auf einem grauen Gartenstuhl an einem etwas wackligen Gartentisch aus schnödem grauen Kunststoff. Ich kann einen kleinen Wasserfall hören, er ist gleich vor mir, vielleicht 30 Meter weit weg unten am Pool. Überall stehen Palmen die sich heute ausnahmsweise mal sanft im Wind wiegen. Ich kann ein paar Kinder hören die sich im Pool vergnügen. Weiter unten am Berg geht gerade ein älteres Ehepaar den Weg in Richtung Stadt hinunter. Beide haben kleine Fotoapparate dabei, bleiben immer wieder stehen und zeigen sich gegenseitig die Fotos die sie gerade gemacht haben.

Ein paar hundert Meter weiter kann ich den Parque Taoro und das ehemalige Grand Hotel sehen. Gleich dahinter beginnt der Atlantik. Während es gestern so stürmisch war, dass uns mehrfach beinahe die Kameras samt Stativ umgefallen wären, ist es heute schön ruhig. Das Wasser der See zeigt nur hier und da mal eine kleine Schaumkrone, sicher könnte man heute unten am Playa de Jardin sehr gut schwimmen gehen.

Das Thermometer zeigt auch heute wieder lockere 23°C und die gesamte Szenerie ist mehr als friedlich. Wenn ich mir vorstelle ich müsste jetzt mit kalten Füßen und Schneematsch an den Schuhen im Kaufhaus überlegen welches Parfum ich Tante Berta im letzten Jahr geschenkt habe und welches ihr in diesem Jahr gefallen könnte, ein Horror…

Sicher kann Weihnachten auch sehr schön sein, aber für mich hat der Reiz der Geschenke und das Leuchten in den Augen schon vor langer Zeit aufgehört. Es sind eher die jungen Familien mit ihren kleinen Kindern die in der nächsten Woche die Augen zu Leuchten bringen. Ich bin es nicht mehr, ich bin inzwischen einfach nur froh wenn der ganze Spuk vorbei ist und ich für die Oma keine Weihnachtslieder mehr auf dem Klavier spielen muss.

Los Roques & El Teide - Nikon D800E - Full Moon Capture!

Meine Sandra ist gerade unterwegs in die Stadt. Ein Nagel ist kaputt gegangen und unten in La Paz gibt es ein Nagelstudio. Das klingt irgendwie martialisch, ist es aber gar nicht. Wir haben vereinbart, dass ich sie gegen 16h beim Supermercado 2000 (geiler Name für einen Supermarkt) abhole und wir dann Jo & Caro Schlichting auf der Finca San Juan besuchen werden. Sicher hat Caro eine kleine Leckerei für uns. Später zum Sonnenuntergang könnten wir vielleicht noch schnell nach Mesa del Mar fahren, aber das werden wir ganz spontan entscheiden.

Heute war auch der erste Tag der Reise an dem wir ausschlafen konnten weil wir keinen Termin hatten und nirgendwo hin mussten. Beim Frühstück waren wir sehr spät und sind tatsächlich satt geworden. Unseren Kaffee haben wir in der warmen Morgensonne auf der Terrasse genossen und uns gefreut als wir mithören durften, wie sich Herr Prof. Dr. Alexander von und zu Humboldt samt Gattin von anderen Gästen verabschiedet haben, weil sie morgen abreisen werden. Für den Rest der Reise wird sich also niemand mehr mit spitzen Ellenbogen am Buffet durchkämpfen. Nach seiner Abreise wird es keine Vorratsteller mit Bergen von Essen zu bestaunen geben, die nur 30 Minuten später leicht angenagt komplett in den Müll wandern. Es gibt Gäste die fallen einfach auf, leider nicht immer nur positiv…

El Teide with transient Lake after a huge storm - Nikon D800E & SAMYANG 2,8/14mm

Als ich gestern meinen Artikel zum Tag 7 veröffentlichen wollte, ging mal wieder gar nichts. Ich habe fast 60 Minuten lang unten in der Lobby versucht eine Verbindung herzustellen, aber es war nichts zu machen. Ziemlich gefrustet habe ich mir daher auf dem Zimmer mein Handy gegriffen, das Roaming aktiviert, einen WLAN-Hotspot eingerichtet und darüber meinen Artikel veröffentlicht. Anschließend habe ich noch kurz ein paar E-Mails auf meinem Handy gecheckt und war erstaunt, dass dabei satte 13,59 MB über die Antenne gegangen sind. 1 MB kostet bei meinem aktuellen Handy-Vertrag 50 Euro-Cent, die ganze Aktion hat also fast 7,- Euro gekostet. Das ist nicht viel, aber es ist doch ärgerlich wenn man parallel einen WLAN-Zugang bezahlt der nicht funktioniert. Heute scheint es aber ganz gut zu klappen. Eben konnte ich einige neue Fotos bei flickr.com hochladen und meine E-Mails konnte ich auch abrufen. Vielleicht liegt es daran, dass wir hier schon fast 12h haben. Die meisten Gäste sind am Pool oder mit ihren Mietwagen auf der Insel unterwegs. Eigentlich ist das keine schlechte Idee und ich denke ich fahre gleich vielleicht auch mal zum Jardin Botanico und gehe dort auf die Suche nach schönen Motiven.

Aber schauen wir mal, ich muss ja keine Geschenke kaufen und somit ist hier auch alles ganz entspannt. Bis später dann :-)


Teneriffa 12-2013 – Tag 7

D800E_2520

Für den siebten Tag unserer Reise hat Sandra einen Besuch im Siam Park im Süden der Insel geplant. Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen und setzen uns in Bewegung. Auf der Autobahn ist recht viel Verkehr aber wir kommen trotzdem ohne Stau vorwärts. Nach etwa einer Stunde sind wir in der Nähe des Flughafens und treffen uns dort mit Heinz aus der Schweiz. Am Tag zuvor hat es mit einem Treffen leider nicht geklappt, aber heute haben wir Gelegenheit uns kennenzulernen und eine gemeinsame Fototour zu unternehmen. Heinz ist heute allein, seine Frau lässt es sich im Ort Playa de las Americas gut gehen. Zuerst setzen wir meine Sandra beim Siam Park ab und fahren dann ein Stück zurück zur alten Lepra Station in der Nähe des Ortes Abades.

Nach den schweren Stürmen des letzten Monats ist die Straße zur alten Geisterstadt in schlechtem Zustand. Aber ich fahre ganz vorsichtig und so geht alles gut. Wir parken unseren OPEL Meriva vor dem alten Eingangstor und schauen welche Fotosachen wir heute mitnehmen. Ich habe meine komplette Nikon 1 Ausrüstung dabei, aber da man eh nicht mit mehreren Kameras gleichzeitig fotografieren kann entschließe ich mich sie im Auto zu lassen. Mein Rucksack mit der Nikon D800E, einigen Objektiven und der Nikon D300 (Infrarot 830nm) ist auch so schon schwer genug. Bewaffnet mit unseren SIRUI Stativen gehen wir auf Motivsuche.

Es ist schon witzig, dass Heinz und ich eine sehr ähnliche Fotoausrüstung haben. Er fotografiert mit einer Nikon D600 und verwendet praktisch die gleichen Objektive auf die ich auch schwöre.

Bei der ersten Location tauschen wir mal die Linsen und Heinz hat nun Gelegenheit mein Rokinon 3,5/24mm Shift &Tilt auszuprobieren. Ich fotografiere derweil mit dem SAMYANG 2.8/14mm und dem Nikon AF-S VR 4/16-35. Irgendwann wechseln wir die Linsen wieder zurück und ich versuche mich mit dem Shift & Tilt Objektiv an der einen oder anderen „Miniatur-Aufnahme“. Dazu schwenke ich das Objektiv etwas nach oben oder unten und fotografiere mit vollständig geöffneter Blende. Durch drehen am Fokusring kann ich so beeinflussen welche Stellen des Bildes scharf abgebildet werden und was in Unschärfe zerfließt. Auch bei Video-Sequenzen sieht dieser Effekt ganz witzig aus.

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In der kleinen Bucht etwas unterhalb der Geisterstadt montiere ich das AF-S VR 16-35mm an meine D800E und schraube einen B&W ND1000 Graufilter vor das Objektiv. Wenn ich die Blende öffne zeigt die D800E im Live-View sehr schön was man fotografieren wird. Der Blick durch den Sucher hingegen ist durch den Filter vollständig abgedunkelt. Aber es ist sehr cool, sogar der Autofokus funktioniert mit diesem Filter! Nachdem das Motiv gewählt ist, schalte ich den Autofokus aus, schließe die Blende bis auf 11 oder sogar 16 und kann so zwischen 15 und 30 Sekunden lang belichten. Die Wellen des stürmisch aufgepeitschten Meeres zerfliessen so zu einem sahnig weichen Pudding was bei vollem Gegenlicht ziemlich abgefahren aussieht.

Plötzlich finde ich eine kleine Höhle, ganz ähnlich wie die kleine Höhle die ich im Juli auf La Palma entdeckt habe. In der Höhle riecht es extrem fies nach Urin und anderen Dingen von denen ich lieber nicht wissen möchte was es ist. Aber für ein gelungenes Foto muss man schon einmal ein bisschen leiden. Und ich leide heute richtig! Zusammen gekauert hocke ich neben meiner Kamera und warte Bild um Bild still ab bis die langen Belichtungszeiten endlich rum sind.

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Etwa eine Stunde später beschließen wir uns weitere Gebäude der Geisterstadt anzuschauen. Aber es ist äußerst stürmisch und wir müssen aufpassen, dass der Wind unsere Kameras nicht samt Stativ einfach umwirft. Gegen 16h meldet sich der Hunger und meine Sandra schickt mir auch schon eine SMS, dass sie genug vom den Wasserrutschen und anderen Attraktionen im Siam Park hat.

Also flitzen wir zum Auto, holen Sandra ab und lassen uns an der Promenade von Playa de las Americas einen kleinen Snack schmecken. Gegen 18h machen wir uns auf den Heimweg. Nachdem wir unseren Freund Heinz am Hotel abgesetzt haben geht es über die Autobahn weiter nach Puerto de la Cruz. Der Himmel hat sich inzwischen außergewöhnlich eingefärbt. Alles ist in sanftes Rosa gehüllt, wäre es nicht so kitschig könnte man es richtig schön finden. Sicher gibt es heute oben am Pico del Teide wieder einen famosen Sonnenuntergang. Die Spitze ist noch immer weiß verschneit und wir können sie von der Autobahn aus klar und deutlich sehen. Aber man kann nicht alles haben. Wäre ich ganz allein, ich würde es mir sicher geben schnell den Berg hinauf zu flitzen, aber andererseits ist es schon spät und ich würde sicher erst wieder nach dem Ende des großen Schauspiels dort eintreffen.

Im Hotel gibt es nicht einen kleinen Nachtisch und schon ist auch dieser Tag fast wieder vorbei. Gleich werde ich mal versuchen diesen und den Artikel des gestrigen Tages zu veröffentlichen. Am Morgen habe ich noch schnell alles gegeben, aber die Internet-Anbindung war so langsam, dass nicht einmal der WordPress Texteditor geladen werden konnte. Alle Versuche zwei etwas größere Bilder bei flickr.com hochzuladen habe nach ca. 30 Minuten abgebrochen. In den letzten Jahren war die Internet-Anbindung auf dieser Insel ja schon immer eine Katastrophe, aber aktuell geht da fast gar nichts. Das ist wirklich ärgerlich zumal dieser unglaublich schlechte Internetzugang auch noch bezahlt werden muss. Eigentlich wäre für jede verzweifelte Stunde ein kleines Schmerzensgeld fällig…


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