Alles über Fotografie, Autos, Motorräder…

West

100 Days of Freedom – Der BLOG

Sustenpass mit BMW R80-RT

Seit meiner Jugend stehe ich total auf Motorräder. Die krasse Beschleunigung und die Wendigkeit haben mich fast mein ganzes Leben lang fasziniert. So war ich mein halbes Leben mit meinen BMW Motorrädern unterwegs und konnte sogar ab und zu eine größere Tour fahren. Doch bei jeder Tour war ich bereits nach kurzer Zeit gefrustet, weil es wieder heim gehen musste. Am nächsten Montag wartete ein neuer Tag im Büro auf mich und statt einfach in den Horizont zu reiten ging es zurück in die dunkle Garage, wie frustrierend…

Ab Juli 2015 will ich das ändern und zwar grundlegend!! Ich habe jetzt 8 Jahre lang in Mainz gearbeitet und bin unzählige Male mit dem Motorrad oder dem Auto an Rhein und Mosel entlang hin und her gefahren. Langsam kenne ich das alles auswendig, wenngleich es immer wieder schön ist. Aber mein Projekt läuft Ende Juni aus und nun kann ich kurz bevor mich das Rentenalter ereilt endlich die Tour meines Lebens machen.

100 Tage Freiheit – 100 Days of Freedom – Mit dem Motorrad einhundert Tage lang kreuz und quer durch Europa, bis auf die Kanarischen Inseln und wieder zurück. Das habe ich mir vorgenommen und daran plane ich derzeit mehr als emsig. Weil ich nur sehr wenig Gepäck mitnehmen kann habe ich mir für diese Reise ein 11″ MacBook pro gekauft. Gewissermaßen als Test habe ich mit iMove auf diesem kleinen Notebook einen Trailer für die Reise erstellt. Es sieht ein wenig nach “Indiana Jones” aus, aber er ist ja auch nicht ganz ernst gemeint. Es ist halt die iMovie-Vorlage “Abenteuer” auf der dieser Trailer basiert. Bei YouTube gibt es scheinbar viele Nutzer die das nicht verstehen und auch keinen Humor haben, so hat dieser Trailer dort auch einige negative Bewertungen kassiert. Aber bislang überwiegen die positiven Stimmen :-)

Mein großes Projekt “100 Days of Freedom” soll eine Mischung aus Abenteuer, Weltreise und Fotoexpedition werden. Ich will schöne Locations finden, geile Fotos machen und ein schönes Video erstellen. Es soll viele Tipps und Tricks geben welche Motive man in Deutschland, Schweiz, Italien, Spanien und Portugal finden kann. Auf meinem kleinen 11″ Mac werde ich nach Kräften bloggen und dokumentieren was ich unterwegs erlebe.

Weil diese Reise wirklich viel Geld verschlingen wird, werde ich mich an einigen Kindle E-Books versuchen um die immensen Kosten wenigstens teilweise auffangen zu können. Um alle Infos in gebündelter Form präsentieren zu können habe ich eigens für diese Reise einen neuen BOG eingerichtet. Dieser läuft auf meinem eigenen Webserver und so muss ich mir keine großen Gedanken über Speicherplatz usw. machen. Bei diesem neuen BLOG bin ich mein eigener Webmaster und kann alles nach Lust und Laune gestalten wie ich es will. Im Augenblick gibt es dort erst drei kurze Artikel in denen es um die Vorbereitung der Reise geht, aber es wird mehr werden, viel mehr :-)

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Gestern habe ich eine erste Testfahrt mit der neuen Fuji Fotoausrüstung UND dem neuen Reisestativ in meinem Tankrucksack gemacht. 200 Kilometer bin ich gefahren und es hat gut funktioniert. Alles passt in einen einzigen Tankrucksack, lediglich der Stopp an der Tankstelle war nervig. Um an den Tank zu kommen muss ich den großen schweren Rucksack jedes Mal abmontieren, das wird mir noch gewaltig auf die Nerven gehen.

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Kurz vor Ende meiner Tour habe ich gestern beim Café Fahrtwind einen Stopp eingelegt und sogar noch ein Stückchen des leckeren neuen Kuchens genießen können. Dort gibt es jetzt einen einzigartigen Schmandkuchen mit Mandarinen. Ich war schon während der Entstehung dieser neuen Kreation dabei und durfte sogar das erste Exemplar dieser neuen Spezialität kosten. Und er ist einfach sagenhaft gut!

Ich hoffe Ihr begleitet mich, wenn auch nur virtuell, auf dieser langen Reise! Ich hoffe auch sehr auf Eure Unterstützung. Falls jemand von Euch schöne Locations kennt die ich unbedingt besuchen sollte, so würde ich mich über einen kurzen Kommentar unter diesem Artikel sehr freuen. Wer mich ein Stück begleiteten oder unterwegs besucht werden möchte darf sich gern jederzeit melden :-)

Also dann, stellen wir uns ein auf 100 Tage Freiheit – 100 Days of Freedom…


Nikon AW100 – Motorradtour im goldenen Oktober

Heute habe ich ein Video für Euch, das ich gestern auf meinem MacBook mit Final Cut Pro X (FCPX) geschnitten habe. Alle “normalen” Sequenzen habe ich mit meiner kleinen “Immer Dabei-Kamera” der Nikon AW100 aufgenommen. Da ich für diese Kamera keine Motorradhalterung habe, gibt es einige “Archivbilder” die ich in diesem und dem letzten Jahr mit meinen GoPro Kameras aufgezeichnet habe. Das Kartenmaterial stammt aus Google Earth. Leider ist das MacBook nicht “stark” genug um den Bildschirminhalt so aufzuzeichnen, dass darauf ein “geschmeidiges” Video wird. Aber ich denke Ihr bekommt trotzdem einen guten Eindruck von der gefahrenen Strecke.

Ich habe alles als GPX-Datei mit meinem TomTom Urban-Rider aufgezeichnet. Wer diese Dateien haben möchte um sich ein paar gute Streckenabschnitten abzuschauen, der kann sich gern bei mir melden. Über Kommentare und Anregungen freue ich mich sehr.

Die Hintergrundmusik stammt komplett aus dem Lieferumfang von Apples “iLive”. Eine Monetarisierung des Videos ist damit leider nicht möglich, YouTube hat bereits kurz nach dem Upload den ersten Content-ID Treffer produziert.


BMW K1200RS versus BMW K1200r Schnitzer

Die Vorgeschichte

Ich erinnere mich noch sehr gut an meine erste gemeinsame Motorradtour mit meinem Freund Hermann. Damals haben wir auf halber Strecke die Motorräder getauscht und er sagte etwa 50 Kilometer später “Die geb’ ich nicht mehr her!” Zugegeben, es war ein ungleicher Kampf, eine BMW K1200r Sport Baujahr 2007 gegen eine BMW R1100 Baujahr 1997. Dazwischen lagen 10 Jahre Entwicklungsarbeit und der Leistungsunterschied betrug 84PS zu 163PS.

Es dauerte nicht lang, da stand in der Garage meines Freundes auch eine BMW K1200r Sport – sogar ein Modell das von AC Schnitzer überarbeitet worden war. Ein echt heißer “Ofen” und für meinen Freund der Beginn einer neuen Zeitrechnung. Hier habe ich zwei Videos aus dem letzten Jahr, dort sieht man den “alten” Boxer und im zweiten Video die neue K1200r Sport.

Die Testkandidaten

Heute war das Wetter großartig und wir hatten uns nach langer Zeit endlich einmal wieder zu einer gemeinsamen Tour verabredet. Statt meiner blauen BMW K1200r Sport war ich heute mal mit einer BMW K1200RS Baujahr 2001 unterwegs. Dieses Motorrad hat in den letzten Wochen einige kleine Modifikationen erfahren. Die leicht verschrammte Standard-Scheibe ist einer kurzen leicht getönten neuen Scheibe gewichen. (Gibt es bei amazon.de für ca. 219,- Euro) Die hässlichen gelben Blinker mussten modischen weißen Pendants weichen, das Rücklicht ist auch weiß und wird von einer ganzen Batterie roter LEDs beleuchtet. Auf den Rädern drehen sich zwei nagelneue Michelin Pilot Road 3. Die Stummellenker sind über zwei Zwischenstücke etwas erhöht montiert und so wurde es auch möglich, einen RAM-Mount für eine TomTom Urban Rider zu befestigen. Auf dem Tacho stehen mehr als 100.000 Kilometer, aber der längs eingebaute 131 PS starke Vierzylinder-Reihenmotor verrichtet seine Arbeit noch ganz ordentlich.

Die Teststrecke

Wir starten in Mainz und es geht über den Rhein in den Taunus. Hermann kennt die Strecken wie seine Westentasche und sobald die Geschwindigkeitsbegrenzungen aufgehoben sind sehe ich eigentlich nicht einmal seinen Hinterreifen mehr. Ab und zu taucht er wieder am Horizont auf, er fährt Schrittgeschwindigkeit und wartet auf mich. Sobald er den Scheinwerfer meiner 300 Kilogramm schweren “Fuhre” sieht dreht er am Hahn und gibt den 163 Pferden des großen quer eingebauten Reihenvierzylinders ordentlich die Sporen. Es geht durch das Wispertal und später in Richtung Lorsch am Rhein. Doch kurz bevor wir Lorsch erreichen biegt er scharf rechts ab.

Hier beginnt eine geniale kurvenreiche Strecke, die Straße ist sehr gut ausgebaut und trotz meiner Gehörschutzstopfen höre ich wie Hermanns K1200 irgendwo weit vor mir ihr “Lied singt”. Oben auf der Höhe angekommen ist Hermann schon lässig an sein Moped angelehnt, den Helm hat er bereits abgenommen und die Handschuhe sind auch schon ausgezogen. Eine gute Zeit für ein paar Handy-Fotos mit dem HTC Desire HD. (Anklicken für 1000er Auflösung)

Bevor es weitergeht beschließen wir die Mopeds zu tauschen. Eigentlich ist seine AC Schnitzer Version meiner K1200r Sport sehr ähnlich und doch ist sie anders! Ich sitze höher, es kommt mir vor als wäre ein Teil verbaut, welches das Heck höher stellt. Der Superbike-Lenker ist noch breiter als an meiner K1200r Sport und die Bugverkleidung wurde bei AC Schnitzer durch eine kleine Lampenverkleidung ersetzt. Der Schnitzer Auspufftopf sieht nicht nur viel besser aus als die von BMW im Original verbaute “Thermoskanne” er hört sich auch so richtig gut an. Trotz dB-Killer produziert diese Maschine einen sonoren Sound der richtig Spaß macht.

Am allermeisten überrascht mich die Sitzposition und das Handling dieser Schnitzer-Variante der K1200r Sport. “Das Ding fährt wie ein Fahrrad” geht es mir durch den Kopf, wie ein Fahrrad das mit einer Rakete angetrieben wird. Vielleicht irre ich mich, aber bei Schnitzer scheint man auch etwas an der Motorsteuerung geändert zu haben. Dieses Biest hängt noch gieriger am Gas als meine 100% originale K1200r Sport.

Vor mir gibt sich Hermann auf der alten K1200RS alle Mühe mich abzuhängen, aber es klappt nicht. Nun wird mir auch klar warum ich mit der schweren etwas unbeweglichen alten K1200RS zuvor keine Sonne gesehen habe. Das Handling dieser Schnitzer Version ist nicht nur besser als bei der originalen “Basis” es ist auch ungleich besser als beim doppelt so alten Vorgängermodell. Die K1200RS macht auch Spaß, aber die Sitzposition ist völlig anders, das Drehverhalten des Motors ist viel entspannter und ruhiger. Die Leistungsentfaltung ist sehr satt und gleichmäßig, aber gegen die deutlich leichtere und 32 PS stärkere Schnitzer BMW hat sie keine Chance.

Vielleicht würde es auf einer längeren Autobahnstrecke etwas anders aussehen. Auf der K1200RS sitzt man deutlich tiefer und die Sitzposition ist deutlich nach vorn geneigt. Der AC Schnitzer Superbike-Lenker ermöglich im Gegenzug ein genial leichtes Handling aber auch eine völlig aufrechte Sitzposition. Es ist fast wie auf einem “Hollandrad”. Bei Geschwindigkeiten bis 120 km/h ist das kein Problem, aber darüber könnte es doch anstrengend werden. Hier und auch nur hier könnte die K1200RS Punkte sammeln. In allen anderen Disziplinen hat die K1200r Sport mit ihrem neuen Fahrwerk und völlig neuem Motorkonzept die Nase vorn.

Nach einem Tankstopp bei Nahstätten tauschen wir wieder unsere Motorräder. Irgendwie macht die alte K1200RS trotzdem Spaß. Ok, sie ist deutlich schwerer, wirkt im Vergleich etwas träge, aber sie läuft auch sehr souverän und “unaufgeregt”. Auf der Aartal-Straße lässt Hermann es erneut so richtig krachen und ich habe nun wieder große Mühe “dran zu bleiben”. In einigen Kurven schleift plötzlich meine Stiefelspitze am Asphalt. Immer mal ein kurzer Schreck, danach stelle ich die Füße mit den Ballen auf die Rasten, nun schleift nichts mehr. Im Zweifel würde jetzt die Fußrasten aufsetzen, aber so weit will ich es nicht treiben, schließlich haben die beiden neuen Reifen erst knapp 200 Straßenkilometer gesehen…

Fazit:

Wieder daheim kann ich gut verstehen warum Hermann von seiner K1200r Schnitzer so begeistert ist. Das Ding geht richtig ab, der Motor ist eine Musterbeispiel für Laufruhe und Drehfreudigkeit. Im direkten Vergleich zur “Basis-Version” ist diese K1200r Sport noch einfacher zu fahren. Ihr Motor läuft “gefühlt” satter und ist durch die geänderte Verkleidung wird das Motorrad während der Fahrt irgendwie kleiner und leichter als eine “normale” K1200r Sport.

Doch auch die doppelt so alte und etwa 80 Kilogramm schwerere K1200RS hat ihre Stärken. Mit diesem Motorrad fährt man sehr entspannt, trotz der etwas sportlicheren Sitzposition. Dieses Motorrad verleitet weniger zum “Kurven-Räubern”, ihre Domäne sind das entspannte “Kilometer-Fressen” auf wunderschönen Landstraßen und die flotte Hatz auf der Autobahn. Trotz der 100.000 Kilometer läuft die K1200RS noch sehr ruhig, lediglich bei kaltem Motor dringen hin und wieder Geräusche an das Fahrer-Ohr die man eigentlich eher nicht vernehmen möchte. Aber das scheint mir “hausgemacht” zu sein. Ist der Motor war, sind die Geräusche weg. Die Getriebe lassen sich übrigens bei beiden Modellen sehr gut bedienen. Dass man bei BMW keine Getriebe bauen kann, scheint mir ein Marketing-Gag der Japanischen Motorradhersteller zu sein :-)

Wirklich vergleichen kann man diese Motorräder nicht, dafür sind sie zu verschieden, ausgeprägten Fahrspaß entwickeln aber beide Modelle. Und nicht zu vergessen, eine K1200RS ab Baujahr 2001 (das neuere Modell) bekommt man in gutem Zustand bereits ab etwa 3.000 Euro. Eine gute K1200r Sport ab Baujahr 2006 wird bei 8.000 bis 9.000 Euro liegen. Wer nicht so viel Geld ausgeben möchte oder kann und mit der Charakteristik der älteren Maschine leben kann, der sollte hier ggfs. zugreifen.

Übrigens hat sich das Fahrverhalten der K1200RS mit der Montage der Michelin Pilot Road 3 (MPR3) drastisch verbessert. Wer mit dem Fahrverhalten seines Motorrades nicht ganz glücklich ist, der sollte vielleicht mal diese neuen Reifen ausprobieren!


Fuji X100 – Low Light Test

Es ist der Karnevals-Sonntag und weder Sandra noch ich haben Lust uns zu schminken und auf Knopfdruck fröhlich zu sein. Stattdessen geht es am Rhein entlang in Richtung Koblenz. Im Gepäck ist die Fuji X100 samt Siocore 0.45x Teleconverter, 52mm Grauverlaufsfilter und 52er Polfilter. In Koblenz angekommen schneit es wie wild, so dass wir beschließend am südlichen Moselufer in Richtung Westen zu fahren. In Alken halten wir an und gönnen uns ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee – lecker!

Auf dem Rückweg geht es kreuz und quer durch die Eifel bis wir schließlich kurz vor Sonnenuntergang am Kloster Maria Laach landen. Es schneit nicht mehr, aber es ist auch nur 2°C “warm”. Also schnell rein in die Kirche und ein paar Fotos machen…

Später geht es über Bad Tönnisstein zum Rhein und dann wieder nach Hause. Kurz hinter Bad Tönnisstein halten wir noch an einer einsamen schönen Burg. Der farbige Abendhimmel ist grandios und die Fuji Finepix X100 ist in ihrem Element!

Hier eine kleine Auswahl der “Bilder des Tages”. Beginnen wir mit einem Blick auf die Klosterkirche Maria Laach. Es ist ein Bild ohne Konverter. Die RAW-Konvertierung habe ich mit Photoshop CS 5.1 ausgeführt, die Perspektive entzerrt und den Mond aufgehen lassen…

Die Klosterkirche in Maria Laach mit der Fuji Finepix X100

Hier nun die Klosterkirche mit Siocore 0.45 Konverter.

Die Klosterkirche in Maria Laach mit der Fuji Finepix X100 und Siocore Konverter

Ein “freihändiger” Blick in das Kirchenschiff der Klosterkirche bei ISO-3200!

Blick in die Klosterkirche in Maria Laach mit der Fuji Finepix X100 bei ISO 3200

Der Altar der Klosterkirche – HDR aus drei JPGs, ISO-800, HDR- Verarbeitung mit Photoshop CS 5.1

Altar der Klosterkirche in Maria Laach mit der Fuji Finepix X100

Zum Abschluß noch das schaurig schöne Spukschlößchen bei Bad Tönnisstein. Rapunzels Kerzenleuchter habe ich mit Photoshop angezündet…

Spukschloß bei Bad Tönnisstein


Fuji X100 – Auflösungtest und erste Testbilder

Heute habe ich ein kleines Video mit einigen Testbildern für Euch erstellt. Ein erstes Testbild vom Turm der Nürburg habe ich auch für Euch. Diese kleine Fuji überrascht micht immer wieder, die Bildqualität ist großartig! Die bewegten Teile des Videos sind mit einer Nikon D7000 und dem AF-D 2.8/60mm Macro gefilmt. Die Testbilder liefere ich später nach.

Einfach dieses Bild anklicken und es in voller Originalgröße anschauen, es lohnt sich!!

Eifelblick vom Turm der Nürburg

Hier noch ein Bild aus Bad Münstereifel. Dort waren wir noch kurz was essen und und haben bei dieser Gelegenheit das kleine Fuji-Blitzlicht ausprobiert. Nach ein paar Versuchsbildern hatte ich dann den richtigen Mix aus ISO-Empfindlichkeit, Weißabgleich, Blitzposition, Blende und Zeit gefunden. Allerdings war Sandra nach den vielen Testbildern schon ein wenig angenervt von meiner Knipserei. Trotzdem gefällt mir das Foto recht gut :-)

Bilddaten: Aufsteckblitz im Winkel von 90° mit ausgeklapptem Diffusor gegen die Decke, ISO-400, F/2, 1/30s, +0.7EV, RAW-Modus, Konvertiert mit Silkypix

Portraitfoto mit Fuji Finepix X100 und Blitzlicht

Morgen geht es wieder an die Arbeit, ich wünsche Euch einen guten Wochenstart!


Nikon P7100 – Probefahrt mit Mercedes SLK R172

Es ist Freitag und wieder einmal scheint die Sonne, ein schöner sonniger Wintertag beginnt. Während ich die Scheiben meiner ziemlich zugefrohrenen Dieselrakete frei kratze, saust eine Nachbarin mit “Sidolin Streifenfrei” und zwei Putzlappen um ihr neues Auto herum. Hier und da wird gewienert, dann noch die Scheiben säubern, da ist noch ein Krümelchen, ein prüfender Blick, nochmal die Scheinwerfer polieren, schauen, putzen, schauen, fertig… Das Leben hält hat manchmal seltsame menschliche Tätigkeiten bereit!

Auch meine Tätigkeit wird heute ein wenig seltsam sein, eine Probefahrt mit einem Mercedes Benz SLK Modell R172 steht auf dem Programm. Im Gepäck habe ich die kleine feine Nikon P7100. Ich will mal sehen wie sich das kleine Ding im Bereich der “Produktfotografie” schlagen wird. Gegenüber des Autohauses ist ein McDonalds Restaurant, da gibt es erst einmal ein kleines Frühstück. Frisch gestärkt geht es danach rüber auf die andere Straßenseite. Der Verkäufer schüttelt mit kurz die Hand und hat sogar meinen Namen parat. Sicher stehe ich in irgendeinem Terminplan.

Das Auto wird kurz erklärt und ich kann mit der P7100 einige Fotos machen. Später daheim am Computer bin ich von der Qualität der Bilder angenehm überrascht. Aber sie sehen sehr “normal” aus. Also schaue ich mal wie es wirkt wenn man mit Photomatix Pro 4.0 eine leichtes Tonemapping auf die Bilder anwendet. Die RAW-Bilder werden zunächst mit Nikon Capture geöffnet, grob korrigiert und dann als 16-BIT TIFF-Datei gespeichert. Danach werden sie in Photoshop CS4 geöffnet. Parallel öffne ich jedes Bild mit Photomatix und erstelle ein kräftiges Tonemapping.

Beim Befehl “Speichern unter” öffnet Photomatix das bearbeitete Bild dann automatisch in Photoshop – es ist danach dort zweifach geöffnet! Einmal das Original und einmal die Tonemapping-Variante. Die Tonemapping-Variante klicke ich kurz an, dann Strg+A, Strg+C, Strg+F4, Strg+V und schon habe ich ein Bild mit zwei Ebenen. Unten das Original, oben die krassifizierte Tonemapping-Variante. Mit dem Transparenz-Regler der oberen Ebene kann ich nun das Tonemapping beliebig abschwächen, bis es ggfs. gar nicht mehr sichtbar ist. Die Wahrheit liegt meist irgendwo “dazwischen”, aber auch die Extremwerte gefallen mit manchmal wirklich gut.

Hier ein Beispiel für ein krasses Tonemapping: (Alle Bilder haben 1000 Pixel Seitenlänge – einfach anklicken)

Ein wenig abgemildert und beschnitten wirkt es sho natürlicher…

Hier die Heckansicht (mit ganz wenig Tonemapping).

Nach den Fotos verabschieden wir uns und der Spaß kann beginnen. Es geht in die Eifel, die Sonne lacht und die kleinen engen Straßen machen richtig Spaß. Der Mercedes liegt toll auf der Straße und man kann ihn wirklich sportlich um die Ecken jagen. Der kleine 1.8 Liter Motor leistet “nur” 184 PS und hat “nur” 270 Nm Drehmoment. Aber er röhrt und poltert, dass es eine wahre Freude ist. Ab 3000 U/Min klingt er wie ein erwachsener 6-Zylinder, hier haben die “Sounddesigner” ganze Arbeit geleistet! Meine Peugeot Dieselrakete hat 440 Nm und 204 PS – ist aber im Vergleich zu diesem kleinen Roadster eher eine behäbige Limousine. Der Turbolader macht dem kleinen Motor ordentlich Druck. Stellt man die 7-Gang Automatik statt auf E wie Economic auf S wie Sport geht es richtig gierig vorwärts. Hier spürt man das etwa 400 Kilogramm geringere Gewicht dieses kleinen Roadsters.

Hin und wieder halte ich mal an, Dach auf, Dach zu, Knips hier Knips da, dann geht es wieder weiter. Der SLK macht Spaß, trotz des “kleinen” Motors ist er nicht träge. Das eng abgestufte Automatikgetriebe hält den Motor stets im optimalen Drehzahlbereich, so kann er die Kraft die er hat auch bei jedem Tritt auf das Gaspedal fast sofort ausspielen. Langsamer als mein Peugeot 407 Coupé kommt er mir nicht vor, nur quirliger.

Hier habe ich es mit dem Tonemapping ganz bewußt ein wenig übertrieben. Man sieht, dass der Lack dadurch ungleichmäßig und stumpf wirkt. Nicht jedes Foto wird durch Tonemapping besser. Manchmal passt es und machmal eben nicht!

Letztlich war es ein wirklich schöner Nachmittag in einem supercoolen Auto das richtig Spaß macht. Mit diesem Ding mal kreuz und quer über Gran Canaria oder Teneriffa zu düsen, das wäre wirklich großartig. Aber mal abwarten, vielleicht gibt es das ja irgendwann einmal :-)

Und die kleine Nikon P7100 kommt sogar mit den hellen Reflektionen der Sonnenstrahlen im blitzblanken Autolack ganz gut zurecht. Wirklich gut hat mir gefallen, dass man das Display nach oben und unten klappen kann. So sind Überkopffotos wie hier gezeigt kein Problem. Auch kann man das Auto sehr schön auf “Augenhöhe” fotografieren ohne ständig eine Kniebeuge nach der anderen machen zu müssen. Und die Bildqualität geht auch in Ordnung. Erwähnen sollte man allerdings, dass das separate Tonemapping die Bilder rein technisch gesehen bezüglich der Qualität fast immer verschlechtet – jedenfalls bei extremen Einstellungen. Gerade dunkle Bildbereiche sind plötzlich pixelig und verrauscht während helle Bildbereiche gern mal “grau zulaufen”.

Also auch hier gilt, weniger ist mehr :-)


Nikon P7100 – Praxistest am Rhein

Heute ging es für zwei Stunden nach Unkel am Rhein. Dieser bezaubernde kleine Ort hat eine wirklich schöne Promenade am Rheinufer. Die Fernsicht war nicht überragend aber die Sonne schien doch immer mal wieder zwischen den Wolken hindurch. Die große schwere Fotoausrüstung habe ich mir auch heute erspart und mal versucht mit der Nikon P7100 ein paar schöne Fotos auf die Beine zu stellen. Die Location kannte noch noch nicht so recht und ich denke es würde sich lohnen an einem schönen kalten klaren Wintermorgen von dort aus mit einem langen Teleobjektiv ein paar schöne Bilder in Richtung Drachenfels zu schießen.

Hier ist eine kleine Auswahl meiner Fotos aus der kleinen Nikon P7100. Fast alles ist “Out-Of-The-Cam”, also genauso wie die P7100 es als JPG-Datei auf der Speicherkarte abgelegt hat.

Wer mal ein Bild im Original sehen möchte oder sich anhand eines RAW-Bildes eine eigene Meinung zur P7100 verschaffen will, kann sich gern bei mir melden. Alle hier verknüpften Fotos haben 1000 Pixel Seitenlänge. Also mal anklicken um sie größer zu sehen.

Beginnen wir mit einem “schnellen Schuß” aus dem Treppenhaus. Es ist ein mit Nikon Capture konvertiertes RAW-Bild.

Jetzt einige JPGs von der Rhein-Promenade in Unkel.

Hier ein Test für den Zoombereich der P7100. Diese Perspektive wäre an einem kalten klaren Wintermorgen wahrscheinlich sehr interessant.

Besonders interessant ist derzeit die Uferlinie des Rheins weil er aufgrund der langen Trockenperiode sehr wenig Wasser führt. Überall liegt Treibgut herum das man wunderbar in seine Bilder einbeziehen kann.

Dieses Foto ist ein ein verkleinertes “Original-JPG”. Bei gutem Licht liefert diese kleine Kamera wirklich sehr detailreiche schöne Fotos.

Hier ein weiteres JPG direkt aus der Kamera.

Zum Abschluss ein Vergleichsfoto zum ersten Bild aus diesem Post. Hier ist es besonders interessant wie sehr sich die Fassade eines Gebäudes in Abhängigkeit der Tageszeit aus fotografischer Sicht verändert. Und es zeigt zugleich, dass es durchaus sinnvoll ist sich ein Motiv zu “erarbeiten” indem man es immer mal wieder besucht.


Nikon P7100 – Dynamikumfang erweitern

Es ist Samstag und mein Freund Anas hat sich mit uns für 13h verabredet. Zusammen mit Sandra fahren wir hoch zur Margaretenhöhe im Siebengebirge, unser Ziel ist der Oelberg. Die höchste Erhebung im Siebengebirge. Bei schönem Wetter kann man bis nach Köln schauen, heute ist es leider sehr diesig und wir können kaum den Bonner Posttower sehen. Während die Wanderer kommen und gehen lassen wir es uns bei Rehkeule mit Klößen gut gehen.

Als sich der Tag dem Ende entgegen neigt müssen wir aufbrechen wenn wir noch bei Tageslicht am Auto eintreffen wollen. Doch es ist noch Zeit für einen schnellen Schuß mit der neuen Nikon P7100. Ein Stativ und einen Infrarotauslöser habe ich nicht dabei, schade denn das Abendrot ist wirklich schön.

Der Kontrast ist so heftig, man bekommt den tollen Sonnenuntergang einfach nicht auf den kleinen Chip gebannt. Entweder ist der Himmel fast weiß oder die Felsen im Vordergrund versinken in tiefem Schwarz.

Was tun, ein Stativ habe ich nicht und ohne selbiges läßt sich kein wirklich schönes HDR erstellen. Eine typische Situation die tausende Fotografen tagtäglich erleben. Man könnte einen Grauverlaufsfilter verwenden, das würde ein wenig helfen, aber die P7100 hat kein Filtergewinde, jedenfalls nicht ohne Zubehör.

Wie wäre es denn mit einer Belichtungsreihe – ich könnte versuchen die Kamera einfach still zu halten und das Motiv so zu wählen, dass ich später aus zwei Fotos mit ggfs. leicht unterschiedlichem Bildausschnitt ein einziges Foto zusammen zu setzen. Kaum gedacht auch schon geknipst…

Später am Computer suche ich mir aus der 5-fach Belichtungsreihe zwei Bilder heraus die zusammen passen könnten. Einmal ist der untere Bildbereich ok, beim zweiten Bild ist der Himmel schön strukturiert und nicht überstrahlt.

Mit Nikon Capture passe ich die beiden Bilder so an, dass sie den gleichen Weißabgleich usw. verwenden. Danach öffne ich sie in Photoshop und lege das dunklere Bild in einer Ebene über das hellere Bild. Anschließend füge ich eine Ebenenmaske hinzu und gebe dieser einen Farbverlauf von weiß nach schwarz. fertig ist meine Montage – na jedenfalls fast fertig. Das der Ausschnitt nicht so ganz korrekt ist stelle ich die Deckkraft des oberen Bildes auf 50%, drücke das V und verschiebe es dann mit den Cursortasten bis die Ruine auf dem Drachenfels deckungsgleich ist. Danach ändere ich die Deckkraft wieder auf 100% und beschneide das Bild so, dass es keine Räder gibt die wegen der nicht präzisen Überdeckung der beiden Bilder entstanden sind.

Anschließend via Makro auf 1000 Pixel Seitenlänge verkleinern und ab in die fotocommunity damit :-)

War doch ganz einfach und sieht gar nicht übel aus, oder? Alles ganz ohne HDR und ohne Tonemapping!

 

 


Nikon AW-100 Panoramatest

Es ist Sonntag die Sonne lacht und Sandra und ich wollen noch ein wenig an die frische Luft. Also geht es mit dem Auto nach Wachtberg. In der “Waldesruh” gibt es Gänsekeule mit Knödeln und Rotkohl. Frisch gestärkt machen wir uns an einen kleinen Spaziergang durch den vorwinterlichen Wald. In der Jackentasche habe ich die neue Nikon AW-100 mit aufgesetztem Polarisations-Filter. Die Farben des Waldes sind großartig und das milde Sonnenlicht des späten Nachmittags lässt das Laub der Bäume in den allerschönsten Farben aufleuchten. Der Polfilter unterstreicht die Farben sehr wirkungsvoll!

Mitten im Wald versuche ich mal meinen “Spezialtrick”. Ich hauche das kleine flache Frontglas der AW-100 an und schieße einige Fotos. Das Ergebnis gefällt mir recht gut, es ist eine fast impressionistische Stimmung. Zum direkten Vergleich hier zweimal das gleiche Motiv!

Zurück am Auto hat die Sonne den Horizont schon fast erreicht. Wir müssen noch Tanken, meine schwarze Rakete braucht frisches Heizöl… Auf dem Heimweg kommen wir an einem kleinen Waldparkplatz vorbei. Ich parke mein Auto in der Sonne und schnappe mir Sandras großes Stativ und die winzige kleine Nikon AW-100. Sandra bleibt im Auto, ihr ist es draußen zu kalt. Sie will die letzten Sonnenstrahlen genießen. Im Stechschritt geht es mit dem Stativ auf der Schulter und der AW-100 in der Hand in den Wald hinein. Zwischendurch kommen mir immer wieder Leute entgegen. Jeder zweite hat eine Kamera dabei, meist sind es die Männer und meist haben sie eine Canon in der Hand. Alle blicken mich ein wenig fragend an mit dem großen Stativ auf der Schulter und der winzigen AW-100 in der Hand. Aber sie wissen ja auch nicht was ich ausprobieren will!

Ein Stück weiter bin ich an diesem kleinen gelb gestrichenen Häuschen angekommen. Schnell das Stativ aufstellen und ein paar Panoramaschwenks ausprobieren. Auf den Manfrotto Fluid-Neider schraube ich eine kleine selbstgebaute Vorrichtung mit der ich die AW-100 sehr einfach in das Hochformat bringen kann.

 

Es ist ein kleiner Winkel aus dem Baumarkt für 1,68 Euro. Am kürzeren Schenkel hat er zwei Bohrungen und ein Langloch. Daheim habe ich mit einer Feile den Steg zwischen Langloch und der äußeren Bohrung “geöffnet”. Nun kann ich den Winkel so auf dem Stativ positionieren, dass sich die AW-100 um den Nodalpunkt drehen lässt. Damit sollten schöne Panoramafotos möglich sein! Für die Befestigung der Kamera verwende ich drei Schrauben aus einem HAMA Schraubensatz. Die im Bild gezeigte untere Mutter wird mit einem Gegenstück aus Aluminium gesichert. Die Schraube an der ich die AW-100 befestigen möchte stecht lose in einer der Bohrungen. Diese habe ich daheim ordentlich mit einer runden Feile vergrößern müssen, damit die Schraube auch hindurch passt. Nun steckt sie aber lose in dem kleinen Winkel. Aber das ist nicht schlimm, für den Transport kann ich sie oben oder unten an einer der beiden anderen Schrauben befestigen.

Ich versuche mich an etwa 10 Panorama-Schwenks. Steht das Stativ fest und gerade gelingen die Bilder fast auf Anhieb, wirklich cool! Leider ist es schon fast dunkel. Daher muss die AW-100 etwas länger belichten, da ich gleichzeitig aber die Kamera drehen muss um ein Panorama zu erhalten, sind die Bilder später doch wegen einer leichten Bewegungsunschärfe später kaum zu gebrauchen. Wieder etwas gelernt!

Anschließend versuche ich mich an einem Panorama mit dem Panorama-Assistenten. Wirklich gut lassen sich die Bilder aber später am Notebook nicht zusammenfügen. Dieser Assistent ist so eine Sache, für ein gutes Panorama braucht man einfach mehr Bilder und stärkere Überlagerungen.

An einem kleinen Teich fotografiere ich mal ein Panorama aus 8 Hochformataufnahmen. Später füge ich sie mit Autopano-Pro zusammen und erhalte ein Bild, das rein theoretisch 36.000.000 Pixel hat – aber  nur in der Theorie! Schaut man sich das Panorama genauer an, so ist es zwar perfekt zusammen gerechnet, aber es sind einfach wirklich wenig Details zu erkennen. Der Algorithmus zur Rauschunterdrückung hat hier alle vorhandenen Strukturen wirkungsvoll entfernt. Kameras mit diesen kleinen Chips sind nicht wirklich für das Fotografieren bei wenig Licht geeignet! Also verkleinere ich das Bild mal bis ich das Gefühl habe, dass es jetzt scharf und halbwegs detailreich ist.

Aber schaut selbst – einfach anklicken…

Nach dem Panorama kommt mir die Idee als Weißabgleich mal “Blitz” einzustellen. Es entstehen Bilder mit krassem Blaustich – aber das ist gewollt! Danach aktiviere ich den Selbstauslöser – 10s. Während sie piepst decke ich die obere Hälfte des immer noch vor das Objektiv montierten Polfilters mit einem Taschentuch ab und hauche den unteren Teil an. So kann ich den kleinen Teich in eine malerische Unschärfe tauchen. Es entstehen Bilder die fast unwirklich aussehen, man könnte meinen sie wären bei Vollmond entstanden. Ein Geisterwald nur ganz ohne Vampiere :-)

Der Rück weg zum Auto zieht sich hin wie Kaugummi. Als ich am Auto ankomme ist es finster und kalt. Sandra ist sauer weil ich mal wieder die Zeit vergessen habe und sie seit einer Stunde frierend im Auto sitzt. Nach einem heißen Bad ist die Welt wieder in Ordnung und ich freue mich an meinem überaus coolen blauen Geisterwald :-)


Nikon P7100 at low light

Es ist schon ein paar Tage her, dass ich abends mit meinem Auto ins Rheinhessische gefahren bin um die neue Nikon P7100 einem kleinen Stresstest bei krassem Gegenlicht und einsetzender Dunkelheit zu unterziehen. Hier habe ich noch ein paar Fotos dieser Session die ich gerade etwas aufbereitet habe.

Beginnen wir mit krassem Gegenlicht. Das folgende Bild habe ich aus zwei Einzelbildern zusammen gefügt. Für die Aufnahme habe ich einmal direkt in die Sonne “geschossen” und beim zweiten mal die Sonne mit einem Finger vor dem Objektiv abgedeckt. So gibt es im Bild unten rechts keine “Blendeneffekte” durch Reflektionen der Sonne an den Linsenoberflächen innerhalb des Objektivs. Da wegen der abgedeckten Sonne weniger Streulicht innerhalb des Linsensystem herum vagabundiert, sind im unteren Bildbereich auch die Kontraste sehr schön.

Schwierig war der obere Bildbereich. Fotografiert man mit Kameras mit kleinem Chip direkt in die Sonne, so muss man immer beachten, dass der Dynamikumfang der kleinen Chips oft sehr klein ist. Das führt dann dazu, dass die Sonne sich kaum scharf konturiert abbilden lässt. In der Regel wird es nicht mehr als ein großer weißer Fleck sein. So war es auch hier. Damit das Foto halbwegs ansehnlich wird, habe ich den hellen “Sonnenfleck” komplett wegretuschiert. Danach habe ich die Ebene in Photoshop verdoppelt, via Strg+L das Histogramm geöffnet und die unsere Ebene sehr sehr hell eingestellt. Auf einer Ebenenmaske habe ich dann in der oberen Ebene mit einem Pinsel unterschiedlicher Härte und unterschiedlichen Durchmessers eine “künstliche Sonne freigelegt”.

Kommen wir zum nächsten Bild. Hier habe ich zunächst ein HDR aus 5 RAW-Bildern erstellt. Dieses Foto sah aber wirklich schlimm aus. Also habe ich im oberen Bereich eines der dunklem Bilder der 5-fach Belichtungsreihe darüber gelegt. Im unteren Bildbereich habe ich eines der helleren Fotos verwendet. Die beiden Ebenen habe ich auf etwa 50% Deckkraft gestellt. so ergibt sich ein Foto mit halbwegs natürlicher Anmutung. Man beachte, dass die Sonne nun scharf konturiert ist, aber doch einen recht großen roten “Hof” hat. Das ist ein Zeichen geringer Dynamik und es tritt trotz HDR & Co. bei Kameras mit kleinen Chips in krassen Gegenlicht-Situationen immer wieder auf.

Bild Nummer drei ist einfach aus zwei Bildern einer 5-fach Belichtungsreihe zusammen gesetzt. Bei solch einfachen Motiven klappt das recht gut. Wäre bspw. eine Person im Vordergrund oder ähnliches, so könnte man diesen Trick nicht anwenden. Bei beiden Bildern habe ich zunächst die RAW-Dateien mit Nikon Capture NX 2.2.8 geöffnet und die Bilder dort so korrigiert, dass sie farblich und bezüglich der Helligkeit gut zusammen passen. Ein sehr einfacher “Kniff” und das Ergebnis gefällt mir deutlich besser als das vorherige Bild. Es zeigt auch, dass es sich lohnt auf die “Blaue Stunde” zu warten. In den ersten Minuten direkt nach Sonnenuntergang ist der Abendhimmel oft sehr schön, die Kontraste sind mild und trotzdem ist noch so hell, dass kleine Kameras wie die P7000 oder die P7100 keine gewaltigen ISO-Werte für ein korrekt belichtetes Foto benötigen. Dementsprechend sind die Bilder meist recht brauchbar und weisen wenig Bildrauschen auf.

Nun zum letzten Bild der Serie. Wieder ein “einfaches Motiv”, so dass eine Montage aus zwei Bildern ganz einfach möglich ist. Wieder habe ich zwei RAW-Bilder einer 5-fach Belichtungsreihe mit Nikon Capture geöffnet und danach in Photoshop zusammen gefügt. Beim unteren Bild habe ich diesmal einen bewusst falschen Weißabgleich eingestellt. Der sehr helle obere Teil des Bildes war dadurch fast violett eingefärbt. Da ich nur den unteren Teil verwendet habe, schimmert mein Auto jetzt jetzt leicht violett. Trotzdem ist das Gras neben den Weinreben noch ein wenig grün. Alles in allem gefällt mir diese Variante besser als die HDR-Version die ich vor einigen Wochen erstellt habe.

 

Aber entscheidet selbst…

Letztlich muss man sagen, dass es nicht einfach ist mit der Nikon P7000 oder P7100 unter derart schwierigen Lichtverhältnissen brauchbare Ergebnisse zu erzielen. Die Nikon D700 ist das wesentlich “härter im Nehmen”. Irgendwie ist alles eine Frage der Dynamik und die nimmt mit kleiner werdenden Pixeln spürbar ab. Genau das ist auch der Grund warum ein betuchter Profi statt einer Nikon D3x eher zu einer Hasselblad mit digitalem Rückteil greifen würde. Hier ist die Sensorfläche nochmals mehr als doppelt so groß. Aufgrund der dafür notwendigen längeren Brennweiten sind die Möglichkeiten beim Spiel mit Schärfe und Unschärfe ausgeprägter als im Kleinbild Format. Bei einer Hasselblad entspricht ein 100mm Objektiv etwa einem 50mm Objektiv an der D3x. Wer mal ein 100mm Objektiv im Kleinbildformat verwendet hat, weiß dass hier das Spiel mit der Schärfe schon gut gelingt. An einer Hasselblad ist ein 200mm Tele eine tolle Portrait-Brennweite. Im Kleinbild ist das schon fast ein “Fernrohr” und bei Portraits weniger gut einsetzbar weil der Kontakt zum Model durch die notwendige Distanz leidet.

Und was lernen wir daraus? Man kann nicht alles haben :-) Eine Hasselblad ist groß, schwer und teuer. Eine Nikon D3x ist immer noch schwer und teuer, bezüglich der Dynamik unterlegen, aber dafür deutlich flexibler im krassen Weitwinkel- oder Teilbereich.

Eine kleine Nikon P7000 oder P7100 spielt in dieser Liga nicht mit und das merkt man auch bei den Bildern. Sie sind wirklich gut, aber eher bei gutem Licht! Wer sich von einer dieser kleinen Kameras erwartet auch nachts noch tolle Fotos machen zu können sollte die Kamera erst einmal irgendwo ausleihen und in Ruhe ausprobieren.

Die Bilder zeigen, dass es geht. Aber sie zeigen auch, dass meist eine ordentliche Portion Nacharbeit notwendig ist.

 


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