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Deutschland

BMW K1200 – Ein typisches Bikerwochenende

Seit meiner Kindheit bin ich fasziniert von Motorrädern. Auf dem Heimweg von der Grundschule ging es mittags immer mit dem Fahrrad einen kleinen Hügel hinab. Bereits damals habe ich mir vorgestellt mein Fahrrad sei eine krasse Rennmaschine und habe mich auf das “Erwachsensein” gefreut. Dann mit 16 Jahren und dem ersten Moped zur großen Bikerparty auf den Felder eines Biker-Bauern irgendwo in der Nähe meiner Heimatstadt. Damals durfte ich das erste Mal auf einer BMW R100RS zur Probe sitzen, seit diesem Tag haben mich BMW Motorräder nicht mehr losgelassen. Nach vielen Jahren mit einer BMW R80-RT und einer R850R wurden meine Motorräder dann vor ein paar Jahren wirklich erwachsen. Zuerst kam ein BMW K1200r Sport in die Garage. Eigentlich wollte ich im Februar 2009 nur ein Witz über das schlechte Wetter und die furchtbar geringen Rabatte bei BMW machen. Aber als Verkäufer (oder nennt man das jetzt Kundengerater?) Jürgen Schnürle in der Bonner BMW-Motorradniederlassung mich dann fragte, ob er mal mit dem Disponenten wegen eines Scheißwetterrabattes telefonieren soll, da war es um mich geschehen. Der Preisnachlass war grandios und ein paar Tage später war ich stolzer Besitzer einer fast neuen BMW K1200r Sport – meiner Meinung nach eines der schönsten Motorräder die BMW jemals gebaut hat!

Doch dann kam alles anders, meine Freundin Sandra wollte nicht mit meinem “alten 850er Boxer” fahren und so habe ich meine schöne neue BMW mehrere Monate lange nur von hinten gesehen. Das war eine zutiefst frustrierende Zeit, aber was tut man nicht alles für seine Freundin. Im August 2009 habe ich meinen Boxer dann gegen eine zweite blaue BMW K1200r Sport eingetauscht – mit kräftigem Aufpreis natürlich. Aber nun waren die Fronten ausgeglichen und es ist echt praktisch wenn man mit der Freundin unterwegs ist und beide Motorräder völlig identisch sind. Man kann Koffer Sitzbänke usw. hin und her tauschen, es passt alles.

Dann kam nach 5 Jahren in einem kleinen Mainzer Hotel im Juni 2012 der Umzug in eine kleines Appartement in Mainz. Endlich keine Koffer mehr packen und am Wochenende ohne Koffer voller Wäsche zwischen Bonn und Mainz pendeln. Der Sommer war toll und ich wollte meine weiße BMW mit nach Mainz nehmen. Dieses Ansinnen schlug dann aber eine Welle der weiblichen Entrüstung – “Da können wir ja am Wochenende nur noch zu zweit auf einem Motorrad fahren °^$§%#*@&§”

Also musste ein Projektmotorrad her und es war schnell gefunden. Von einem erfahrenen KFZ Meister konnte ich eine zwar alte aber gut erhaltene BMW K1200RS Baujahr 2001 sehr preiswert erwerben. Mein “blau-weißer-Fuhrpark” hat nun sechs Räder, mehr als 450 PS und knapp 3600 ccm Hubraum – genial!

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Seit dem Erwerb der ersten BMW K1200r Sport gab es immer wieder Briefe in denen eine Rückrufaktion angekündigt wurde. Mal wurde etwas an der Kupplung geändert, mal ein anderer Spanner für die Steuerkette eingebaut, eigentlich gab es in jedem Jahr eine kleine kostenlose Modifikation meiner Motorräder. In diesem Jahr war es nicht anders und so war für das Wochenende ein Werkstattaufenthalt für beide K1200r Sport geplant. Donnerstages geht es am frühen Nachmittag dann mit dem alten “Projektmotorrad” über die Autobahn nach Bonn. Als ich die Haustüre öffne ist meine Freundin Sandra schon da und einige Minuten später sind wir schon mit unserem blauweissen-Duo unterwegs zur Bonner BMW Motorradniederlassung. Dort staune ich nicht schlecht, als ich zwei weitere BMW K1200r Sport in der gleichen Farbe auf dem Parkplatz vor der Werkstatt entdecke.

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Auch eine S1000RR steht vor der Türe. Während ich sie mit meinem Smartphone knipse kommt mir in den Sinn, dass dies “…der eleganteste Weg sein könnte sich in den Himmel oder die Hölle zu schießen…”

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Normalerweise gibt es bei Rückrufaktionen immer für ein paare Stunden ein kostenloses Leihmotorrad. Das ist ein feine Sache, denn so kann man regelmäßig völlig kostenlos ein paar Kilometer mit einem fabrikneuen Motorrad abspulen und in Ruhe ausprobieren ob es einen Grund geben könnte ein anderes Motorrad zu kaufen. Leider hat Sandra bei der telefonischen Terminabsprache vergessen nach einem oder vielleicht sogar zwei Leihmotorrädern zu fragen. Aber wie das Schicksal es will, gibt es seit wenigen Stunden ein kleines SIXT Büro in der Bonner BMW Niederlassung. Auf der Basis einer Kooperation haben SIXT und BMW schon in mehreren Niederlassungen kleine “Mietstationen” eingerichtet.

Sehr cool ist es, dass ich der erste Biker bin, dem der SIXT Mitarbeiter ein Motorrad vermieten kann. Da ich genau weiß, dass meine Sandra schon seit zwei Jahren immer wieder auf die BMW F800r im Chris Pfeiffer Design schielt, frage ich einfach mal nach einem dieser Motorräder. Und siehe da, es ist eine nagelneue F800r verfügbar. Das gute Stück ist zwar ein wenig staubig, aber auf dem Tacho stehen erst 42 Kilometer, sie ist also brandneu. Zu zweit geht es mit der F800r quer durch Bonn wieder zurück zu mir nach Hause. Dort steige ich auf meine alte K1200RS um und Sandra rutscht vom Sozius in die “Sitzmulde” der F800r.

Mit beiden Mopeds geht es in das landschaftlich sehr reizvolle Wiedtal. Sandra bleibt jedoch wiederholt weit zurück und ich muss immer mal anhalten und warten. Flottes Motorradfahren geht anders… An der Laubachmühle kurz vor Altwied ist dann Gelegenheit zu einem ersten Fazit.

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Die neue Maschine scheint nicht ganz richtig eingestellt zu sein. Mehrfach ist beim Rollen mit gezogener Kupplung der Motor stehen geblieben. Eine nicht ganz ungefährliche Situation. Kuppelt man hier bei niedriger Geschwindigkeit ein, so blockiert schnell das Hinterrad wenn das Tempo nicht ausreicht um den Motor wieder zu starten. Ungeübte Motorradfahrer liegen dann schnell mal auf der Nase.

Aber Sandra tut instinktiv das Richtige, sie hält die Kupplung gezogen, lässt das Motorrad rollen und betätigt den E-Starter. Während wir auf unser Essen warten diskutieren wir, was die Ursache sein könnte. Als es später weiter geht, schalte ich zuerst die Zündung der  F800r ein, drehe den Gasgriff langsam bis zum Anschlag auf, halte ihn dort ganz kurz und drehe ihn wieder zurück. Danach startet der Motor ganz sofort und hat ein sauberes Standgas. Ähnlich ist es bei meinen K1200r Sport wenn man nach dem Winter die Batterie wieder eingebaut hat. Die Motorelektronik hat nach Monaten ohne Strom alles vergessen was sie über das Motorrad einst wusste. Und dementsprechend ist die oben beschriebene Aktion in jedem Frühjahr einmalig notwendig.

Bei der F800r scheint es ähnlich zu sein, denn danach läuft sie problemlos. Doch Sandra ist trotzdem ziemlich enttäuscht. Die Sitzposition gefällt ihr nicht, der Krawall den der kleine Zweizylinder macht geht ihr auf den Keks und irgendwie hat sie eher das Gefühl auf einer kleinen 125er als auf einem richtigen Motorrad zu sitzen.

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Später beim Kaffee an den Resten der Brücke von Remagen ist wieder Gelegenheit über dieses Motorrad zu diskutieren. Ich finde sie eigentlich ganz cool. Der kleine Motor röhrt in meinen Ohren ganz passabel und hält man ihn zwischen 3.000 und 5.000 U/min so ist man mit dem leichten Motorrad auch wirklich flink unterwegs. Wer ein Motorrad wie meine alte BMW K1200RS die vollgetankt mit Koffern mehr als 300 Kilogramm wiegt gewohnt ist, der hat auf der F800r wirklich das Gefühl auf einem Fahrrad zu sitzen, auf einem höllisch schnellen Fahrrad. Hat man sich damit angefreundet, so kann diese leichte Maschine eine Menge Spaß vermitteln. Vor Kurven bremst man später, denn es man muss ja viel weniger kinetische Energie in Wärme umwandeln und nach der Kurve ist man auch schneller wieder am Gas. Das Fahrwerk vermittelt einen sehr sicheren Eindruck und die Bremsen verzögern sehr gut und lassen sich toll dosieren.

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Doch meine Sandra kann dieses Motorrad nicht überzeugen. Im Vergleich zu ihrer alten Yamaha YZF-750r oder meinen BMWs ist dieses kleine Motorrad überhaupt nicht ihr Ding. Sie fühlt sich unsicher und hat das Gefühl auf einem rasenden Fahrrad zu sitzen.

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Am nächsten Morgen will ich wissen ob Sandras Bedenken wirklich berechtigt sind. Zu zweit geht es mit der F800r hinauf auf den Petersberg. Dort wollen wir es uns mit Blick auf den Drachenfels und die Eifel bei einem leckeren Frühstück richtig gut gehen lassen.

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Die Straße hinauf zum Petersberg kenne ich gut und sie hat viele schöne Kurven und Spitzkehren zu bieten. Aber wirklich auskosten kann ich sie leider heute nicht. Die Reifen sind noch nicht eingefahren, wegen der sehr warmen sommerlichen Temperaturen tragen wir beide ausnahmsweise nur eine Jeans und so hat Sandra große Angst, dass wir uns mit der ungewohnten BMW F800r auf die Nase legen könnten.

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Als wir oben eintreffen sind wir für ein “richtiges” Frühstück leider ein paar Minuten zu spät. Ich muss kurz an die Szene aus “Falling Down” denken in der Michael Douglas zwei Minuten zu spät für ein Frühstück ist und er darauf den ganzen McDonalds mit einem Gewehr (versehentlich) in Schutt und Asche legt. Aber die Kellnerin kann ja auch nichts dafür und so gibt es ein echtes Biker-Frühstück. Bei einem leckeren großen alkoholfreien Bier lassen wir uns Frikadellen mit Kartoffelsalat schmecken. Weil wir wegen des Frühstücks so enttäuscht waren, bringt uns sie super nette Kellnerin noch ein Körbchen mit frischen Brötchen und dazu etwas Kräuterquark. Das Leben kann soooo schön sein :-)

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Danach ist Zeit für eine ausführliche Probefahrt. Es geht kreuz und Quer durch das Siebengebirge und das Bergische Land. Schließlich landen wir in Eitorf und lassen es uns dort in einer tollen Eisdiele ein zweites Mal ziemlich gut gehen.

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Auf dem Weg zur Bonner Motorradniederlassung meldet sich dann der Bordcomputer. Unser Sprit geht zur Neige, aber es scheint nicht akut zu sein und wir schaffen es ganz locker bis zur Tankstelle am Bonner Verteilerkreis. Unser “Testverbrauch” betrug 4,7 Liter pro 100 Kilometer, das ist nicht wirklich wenig, kann sich aber trotzdem sehen lassen.

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An der Tankstelle suche ich für einen kurzen Augenblick den Tankdeckel. Bei der F800r ist der “Tank” nur eine Attrappe unter der sich die ganze Motorelektronik usw. verbirgt. Der eigentliche Tank liegt unterhalb der Sitzbank und dementsprechend wird das Benzin rechts neben der Sitzbank eingefüllt. Ziemlich dumm ist es dabei, dass ich genau verkehrt herum an der Zapfsäule geparkt habe. Aber man(n) kann ja nicht immer an alles denken :-)

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Zurück bei der Werkstatt ist dort echt was los. Die Sonne scheint und alle Biker strömen nach den langen Wochen mit fiesem Winter und dunklen Regenwolken auf die Straßen. Doch viele Motorräder sind nicht ganz so unproblematisch wie ein normaler Großserien-PKW. Auch sind die Inspektionsintervalle bei Motorrädern viel kürzer und so haben die Mitarbeiter der Werkstatt immer wieder das Problem regelrecht von den Kunden überrannt zu werden. Wirklich erfreulich ist dabei, dass Frau Nussbaum, Herr Strasburger und die vielen anderen Mitarbeiter trotz des großen Andrangs immer hilfsbereit und überaus freundlich sind.

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Mein blau/weißes Duo ist auch schon fertig und so geht es kurz darauf los zu einer kleinen Tour durch die Eifel. Unser Ziel ist das Café Fahrtwind in der Nähe von Ahrbrück. Doch auf halbem Wege meldet sich an der weißen BMW der Bordcomputer. Das ABS ist ausgefallen… Ich denke nur “Scheiße, das wird teuer…” Unseren Freitag beschließen wir mit einer kleinen Diskussion zur Ursache der ABS-Probleme.

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Nach einer unruhigen Nacht bin ich am nächsten Morgen nicht sicher ob samstags bei der Werkstatt jemand erreichbar ist. Trotzdem stehen wir recht früh auf und fahren ohne Frühstück gleich zur Bonner BMW Motorradwerkstatt. Dort sind tatsächlich die Türen geöffnet und Herr Strasburger begrüßt uns sehr freundlich. Einige Augenblicke später steht meine weiße BMW auch schon in der Werkstatt und es wird der Inhalt des Fehlerspeichers ausgelesen. Eine Pumpe die mit dem ABS zusammenhängt hat gemeldet, dass sie zu wenig Strom hatte. Ein Grund dafür ist nicht wirklich ersichtlich. Also löschen wir zunächst nur den Fehlerspeicher.

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Während der Prozedur habe ich Gelegenheit mir eine “ausgezogene” K1200 GT anzuschauen, die meiner alten K1200RS sehr ähnlich ist. Hier sieht man sehr schön den relativ hässlichen Motor. Die Konstruktion des liegenden Reihenvierzylinders ist ja schon wirklich pfiffig und ich mag dieses Motorrad wirklich gern. Aber Motor sieht für mein Empfinden einfach komisch aus…

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Nachdem der Fehlerspeicher gelöscht ist drehe ich eine kleine Proberunde, doch die ABS-Warnleuchte meldet sich kurz darauf schon wieder. Ich halte an, Zündung aus, warten, Zündung an, warten, starten, Mist sie leuchtet dauerhaft. Aber vielleicht liegt es auch an der Batterie? Bei den modernen Motorrädern werden die Batterien immer kleiner und die elektrischen Anlagen immer komplexer. Also geht es mit der weißen K1200 wieder heimwärts. Während meine Sandra für das Sonntagsfrühstück einkauft, tausche ich die Batterien zwischen der weißen und der blauen BMW.

Das dauert nur ein paar Minuten und bei der ersten Probefahrt muss ich leider feststellen, dass auch diese Aktion nichts gebracht hat. So schnell es geht fahre ich zurück zur Werkstatt und bin überrascht Herrn Strasburger dort um 12h45 noch anzutreffen. Diese Mitarbeiter sind wirklich engagiert und setzen sich sehr für ihre Kunden ein. Viele Biker halten eben doch irgendwie zusammen.

Erneut wird der Fehlerspeicher ausgelesen, das Ergebnis ist das gleiche wie zuvor. Leicht gefrustet lasse ich mein weißes “Mädchenmotorrad” also in der Werkstatt zurück und rufe meine Sandra an, ob sie mich mit ihrem ebenfalls frisch reparierten Cabrio abholen kann. Mit offenem Verdeck genießen wir den Rest des Tages. Es geht am Rhein entlang und ich bin sehr froh, dass ich endlich mal nicht selbst fahren muss. Einfach zurücklehnen, die Augen schließen und den Wind in den Haaren genießen. Das Leben kann so schön sein.

Wie der Zufall es will, landen wir wieder an der Laubachsmühle im Wiedtal. Die Kellnerin erkennt uns wieder und wir halten ein nettes kleines Schwätzchen. Dabei sind wir uns alle drei nicht sicher ob wir einen oder zwei Tage zuvor dort waren…

Auf dem Heimweg zieht sich dann der Himmel zu und wir müssen das Verdeck schließen. Daheim angekommen sind die Nachbarn dabei alles zu befestigen und in Sicherheit zu bringen. Es sieht aus als würde ein schweres Unwetter auf uns zukommen. Sandra ist nicht ganz wohl dabei, die Reparatur war teuer und ihr Auto ist jetzt blitzblank poliert. Also tun wir es den Nachbarn gleich und parken Autos und Motorräder so, dass alles in Sicherheit ist. Das Gewitter kommt dann auch wirklich heftig, aber der befürchtete Hagel bleibt aus. Es ist alles nochmal gut gegangen…

Für den Sonntag verheißt der Wetterbericht nur wenig gutes. Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen und um 11h30 bin ich schon wieder unterwegs nach Mainz. Weil es in Bonn wegen des Gewitters vom Vorabend schon wieder schwül warm ist, ziehe ich nur eine Jeans an, die richtige Motorradhose habe ich aber in einem der beiden großen Koffer dabei. Ich entscheide mich für die B9, hier kann ich bei einem Gewitter ggfs. schnell mal halten und mich unterstellen, falls es ganz schlimm kommen sollte. Aber ich habe Glück, erst kurz vor Koblenz setzt der Regen ein. Mit nasser Jeans steige ich bei der Shell-Tankstelle an der B9 ab und bin wirklich froh, als ich auf der Herrentoilette die trockene warme Motorradhose anziehen kann.

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Kurz bevor ich wieder aufbreche unterhalte ich mich kurz mit der Kassiererin über den Zustand der B9. Sie ist sich sicher, dass auf der Höhe der Loreley noch ein weiter Abschnitt gesperrt ist. Also nehme ich den Abzweig in Richtung A61. Bei Hermeskeil geht es dann auf die A61. Meine leichten perforierten Sommerhandschuhe aus strapazierfähigem Känguru-Leder fühlen sich nun an wie zwei nasse Schwämme. Mein Halstuch ist nass und langsam aber sicher läuft mir das Wasser zwischen den Schulterblättern den Rücken hinab. Sehen kann ich auch nicht viel, aber es geht schon irgendwie. Der neue SHOEI GT-Air liegt toll im Wind und dank der Ohrenstöpsel ist auch die Geräuschkulisse ganz erträglich. Das Regenwasser perlt gut vom Visier ab und so kann ich halbwegs sicher fahren.

Ziemlich ärgerlich sind aber die rücksichtslosen Autofahrer. Als die Fahrbahn sich irgendwo im Hunsrück von drei auf zwei Fahrspuren verengt, zieht auf den letzten Zentimetern ein weißer Audi A6 Avant direkt vor mir auf meine Fahrspur. Das Wasser spritz hoch und ich bin praktisch blind. “Hätte dieser Scheißkerl sich nicht einfach hinter mir einsortieren können?” – schießt es mir in den Kopf. Dann sehe ich Lichter hinter mir, sooo dicht dass es mir Angst macht. Ein BMW X5 ist das, er scheint sich mit dem Fahrer des Audi eine ordentliche Pimmelfechterei geliefert zu haben und nun hänge ich mitten zwischen den beiden Testosteron-Trotteln. Der BMW versucht uns beide rechts zu überholen, der Audi-Fahrer fummelt an der Lichthupe und ich versuche bei all dem Wind und Regen nicht von ihnen gerammt und getötet zu werden. Nach ein paar Kilometern ist der Spuk dann endlich vorbei. Der Audi Fritze hat gewonnen, der BMW Fahrer hat die kleineren Eier und ist irgendwo von der A61 abgefahren. Mir kommt wieder eine Spruch eines Freundes in den Sinn: “Manchen Autofahren müsste man ab und zu einfach mal die Fresse polieren damit sie merken wie bescheuert sie sich verhalten haben.” Recht hat er, leider tut es niemand…

Der Regen hat endlich aufgehört und nach gefühlten 30 Kilometern fährt der weiße Audi endlich auf die gähnend leere rechte Fahrspur. Ein kurzer Ruck am Gashahn meiner alten BMW lässt die LED-Tagfahrlichter seines Audi schnell in den Rückspiegeln kleiner werden. Am liebsten hätte ich im Vorbeifahren eine Delle in seine Tür getreten…

Als ich in Mainz eintreffe klart der Himmel auf und es scheint sogar ein wenig die Sonne. Schnell parke ich meine alte blaue BMW in der Tiefgarage und bin erschüttert als ich auf die Anzeige des Hygrometers blicke, das ich ein paar Tage zuvor dort aufgehängt habe. 99% Luftfeuchtigkeit, mehr geht nicht und das in einer Garage in der so viele Autos parken. Was hier nicht verrostet wird verschimmeln, das ist Gewiß.

Der Hausverwalter stellt auf seiner Webseite ein paar Tipps zur Auswahl eines Eigenheimes usw. bereit. Leider fehlt dort der Tipp “Suchen sie sich eine Hausverwaltung die sich auch kümmert wenn es Probleme mit ihrem Haus gibt!”

DIESE HAUSVERWALTUNG scheint sich jedenfalls nicht zu kümmern! Schon mehrfach habe ich sie angeschrieben, Fotos des Hygrometers per E-Mail geschickt. Gerührt hat sich bislang niemand! Vor dem Winter sah meine schöne alte K1200 RS noch fast aus wie neu. Nun ist der gesamte Hauptständer total verrostet und viele Schrauben haben ebenfalls Rost angesetzt. In dieser Tiefgarage kann man eigentlich nichts parken, wenn man nicht will, dass es einem unter den Händen verschimmelt…

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Mich wundert nur, dass den Nachbarn scheinbar total egal ist, dass ihre Autos hier bei 99% Luftfeuchtigkeit langsam verrotten…

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Während ich mich über den unfähigen Hausverwalter ärgere, scheint in meinem kleinen Garten schon die Sonne und ich kann Handschuhe und Motorradjacke zum Trocknen aufhängen. Das stimmt etwas versöhnlich und während ich diesen Artikel schreibe überlege ich wie ich dieses verrückte Bikerwochenende würdig abschließen kann…

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Nikon D100 – Preiswerter Youngtimer II

Nach dem gestrigen Artikel zur neuen/alten Nikon D100 habe ich heute noch einige Fotos aus dieser schönen alten Kamera die gestern auf der “Suche nach dem Licht” entstanden sind.

Unsere Reise führt uns leider nicht mit den Motorrädern zum Café Fahrtwind bei Ahrbrück in der Eifel. Bei selbst gebackenem Mamorkuchen und heißem Kaffee geht es mit den wenigen anderen Gästen um Motorräder, die vor uns liegende Saison und immer wieder um das schlechte Wetter. Am späten Mittag verabschieden wir uns und ich bin erstaunt, dass heute nur Autos auf dem Parkplatz vor diesem schönen Bikertreff stehen. Im Schneetreiben geht es auch einsamen kleinen Straßen weiter in Richtung Bad Münstereifel. Zwischendurch sieht Sandra auf der rechten Seite ein großes UFO zwischen den Bergen. Es ist das Radioteleskop bei Effelsberg, das ist uns einen Abstecher wert.

Hier ein “Testbild” das die Qualitäten des billigen Nikon AF-S VR 18-55mm Objektivs zeigt. Die kahlen Äste des Baums im Hintergrund sind ganz klar abgebildet, es gibt keine Farbsäume, das ist überraschend gut!

(Alle Fotos 1000 Pixel breit oder hoch – Einfach anklicken)

Nikon D100 - AF-S VR 18-55mm

Auf halbem Weg bringt der kalte Wind unsere Augen zum tränen, die Schneeflocken hängen mir im Haar, ich habe nicht einmal eine Kaputze oder Mütze dabei. Ohne das gewaltige Teleskop gesehen zu haben kehren wir um und gehen zurück zum Auto. Mir ist kalt und ich verfluche innerlich alle Wettergötter, aber meine Sandra hat trotzdem gute Laune. Das ist mir ein Foto wert. Wieder einmal ist das kleine eingebaute Blitzlicht ein überaus praktischer kleiner Helfer.

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Später bei nach der RAW-Konvertierung bin ich überrascht wie viele Details diese mehr als 10 Jahre alte Kamera doch zum Vorschein zu bringen vermag. Nach einer “sanften” Schwarz-Weiss-Konvertierung gewinnt das Foto meiner gut gelaunten “Motorradbraut” zusätzlich an Ausstrahlung,

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Als wir schließlich in Bad Münstereifel eintreffen sind wir nicht schlecht überrascht, dass hier am Ostersonntag die Geschäfte geöffnet haben. In einem Outdoor-Laden finde ich drei farbenfrohe Hemden und ein paar richtig gute Wanderschuhe zum gemäßigten Preis. Zwischendurch gibt es trotz des Schneetreibens noch das eine oder andere Foto in diesem schönen kleinen Ort.

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Fazit

Letztlich war es doch noch ein schöner Oster-Ausflug, auch wenn die Motorräder weiterhin in der Garage auf den Frühling warten.

Meine neue/alte Nikon D100 war wieder ein leichter unauffälliger Begleiter. Im Outdoor-Laden fragte mich sogar ein älterer Mann “Ist die schon digital?” Ja ist sie und um einfach mal das eine oder andere Foto zu schießen ist sie völlig ok. Man kann sie immer im Auto dabei haben und muss ich keine Gedanken machen, dass man sie verlieren könnte oder zum Opfer eines Diebstahls wird. Und wenn es doch einmal passieren sollte, dann sind eben 150 Euro weg, was soll’s… Das ist billiger als jede Kameraversicherung und im Vergleich zu den Tagen an denen ich einen schweren Rucksack durch die Gegend geschleppt habe, entstehen trotzdem nette Fotos und ich bin am Ende des Tages deutlich entspannter.


Nikon D100 – Preiswerter Youngtimer

Nikon D100 - Front

Nach der Canon G2 war im Februar 2004 die Nikon D100 meine erste “richtige” Digitalkamera. Eigentlich war schon die neue D70 angekündigt, lieferbar war sie aber erst einige Monate später und weil ich es einfach nicht abwarten konnte, habe ich mir am Rosenmontag 2004 beim Bonner Cityfoto-Center für fast 2.000 Euro eine Nikon D100 mit ein wenig Zubehör gekauft. Im Sommer 2005 konnte ich sie an gleicher Stelle für knapp 1.000 Euro in Zahlung geben. Damit hat sie einen wesentlichen Beitrag zum Erwerb der damals ganz aktuellen Nikon D2x geleistet. Aber der Preisverlust innerhalb von nur 1,5 Jahren war schon gewaltig. Heute ist es mit der D2x ganz ähnlich. Von den Ursprünglich fast 5.000 Euro ist wenig geblieben. Gute gebrauchte Exemplare bekommt man aktuell für etwa 700 Euro!

Nikon D100 - Back

Die Nikon D100 basiert auf der analogen Nikon F80. Gehäuseabmessungen und Auslösegeräusch usw. sind sehr ähnlich. Wer diese Kamera in die Hand nimmt erkennt sofort, diese Kamera war die erste digitale Nikon die sich an Fotoamateure gerichtet hat. Ähnlich den Kameras der D1-Serie wurde hier noch ein recht kleines Display verwendet. Mehr gab es damals einfach noch nicht und gemessen an den Displays der aktuellen Kameras mutet dieses Mäusekino wie an Anachronismus an. Aber es verrichtet seinen Dienst und mehr Display braucht man eigentlich auch nicht. Das Auslöse-Geräusch der D100 ist wie bei der F80 recht unauffällig. Sie ist nicht besonders schnell und nach einigen wenigen RAW-Bildern ist der Pufferspeicher schon voll. Dann legt sie eine Pause ein bis die Daten auf die Compact-Flash Karte übertragen sind. Es werden Karten bis 2GB unterstützt. Dieses fassen etwa 200 unkomprimierte RAW-Bilder und man bekommt sie aktuell fast geschenkt. Der EN-EL3 Akku der D100 kann in den Ladegeräten der neueren Nikon D700, D300 usw. geladen werden. Auch funktionieren Akkus des Typs EN-EL3e aus der D300/D700 in der D100 ganz wunderbar. Brauchbare Ersatzakkus (EN-EL3) bekommt man bei ebay & Co. aktuell für etwa 8 Euro. CPUs oder ähnliches gibt gab es damals in den Akkus nicht. Man kann also alle Nachbauten verwenden. In modernen Kameras wie bspw. der D5100 wird man ausgeschimpft wenn man versucht einen Akku aus einer Nikon P700 einzusetzen. Sie haben die gleichen Abmessungen, aber einen digitalen “Kopierschutz” – und das nervt manchmal ganz heftig. Im Jahr 2004 war man bezüglich der Akkus bei Nikon noch etwas entspannter…

Die D100 kann RAW-Dateien verlustlos komprimieren. Man sollte sich aber genau überlegen ob man dieses Feature nutzt. Ist der Pufferspeicher voll, so dauert es echt lang bis die Bilder komprimiert UND auf die Speicherkarte verschoben wurden. Ich speichere daher bei der D100 immer unkomprimiert, das geht einfach schneller. Wer Speicherplatz sparen will, kann diese Komprimierung später an PC oder Notebook mit Nikon View oder Nikon Capture “nachholen”.

Im Jahr 2013 zählt die Nikon D100 inzwischen zum echt alten Eisen. Wirklich haben will sie kaum jemand mehr und die Preise für gut erhaltene gebrauchte Exemplare sind sehr niedrig. Was liegt da näher als sich für ganz kleines Geld solch einen Dinosaurier zu kaufen und zu schauen ob man damit im Jahr 2013 noch schöne Fotos machen kann? Auslöser war mein Artikel “Nikon D70 – I was so young” den ich vor ein paar Tagen publiziert habe. In der Folge war das Leserecho recht groß und es kamen einige Anfragen ob ich nicht genauer auf die Nikon D100 sowie die etwas neuere Nikon D70 eingehen kann.

In der letzten Woche habe ich dann bei ebay eine fast neuwertige Nikon D70 mit einem sehr schönen AF-S 18-75mm sowie eine fast neuwertige Nikon D100 ergattern können. Es waren noch diverse Speicherkarten, Akkus, Ladegeräte und ein Netzteil dabei. Alles zusammen hat inkl. Original-Kartons und Bedienungsanleitungen knapp 350 Euro gekostet. Herz was willst Du mehr :-)

Am gestrigen Samstag ging es dann bei fiesem Schneetreiben mit der Nikon D100 auf Motivsuche. Weil ich ein paar Wanderschuhe für die nächste Reise gesucht habe, hat es meine Freundin Sandra und mich zum Bonner Globetrotter verschlagen. Auf der anderen Straßenseite ist die BMW Motorrad-Niederlassung. Nach einem kleinen Schwätzchen mit den altbekannten Vertrieblern Herrn Hecker und Herrn Schnürle ging es von einem schönen Moped zum nächsten.

Hier nun eines der ersten Fotos aus meiner “neuen” Nikon D100, das so bunt ist wie eine Schüssel Ostereier und daher sehr gut zur aktuellen “Jahreszeit” passt…

Es ist die Bremsanlage einer BMW S1000RR mit knapp 200 PS. Ein Rennpferdchen das mehr als 300 km/h schnell ist und mit dem man sich in kürzester Zeit zu Tode fahren kann – wenn man vorübergehend das Hirn abschaltet… Alle Bilder sind mit dem billigen kleinen Nikon AF-S VR 18-55mm “Plastik-Objektiv” gemacht. Auch wenn Haptik und Mechanik dieser Linse eher billig sind, liefert dieses Objektiv doch immer wieder überraschend gute Bilder. Und speziell an der Nikon D100 ist man mit diesem Objektiv sehr gut bedient. Es ist billig, klein und leicht und beliefert den 6 Megapixel Sensor der Nikon D100 mit mehr als ausreichend vielen Bildinformationen.

Das Detail der S1000RR habe ich mit Photoshop CS5.1 aus einer RAW-Datei der D100 erstellt. Das geht angenehm schnell, denn die Dateien sind wirklich verglichen mit den Datenmengen einer Nikon D800 geradezu winzig. Anschließend habe ich noch ein leichtes Tonemapping angewendet und fertig ist das überaus detailreiche bunte Osterfoto :-)

(Alle Fotos sind 100 Pixel breit oder hoch – Einfach anklicken…)

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Hier nun ein Foto aus einer kleinen Serie bei der ich die D100 auf dem Boden abgestützt und den Bildausschnitt ohne durch den Sucehr zu schauen grob abgeschätzt habe. Von 8 Bildern war auf einem Bild der gewünschte Ausschnitt. Für die Aufhellung der Szenerie habe ich bei allen Bildern das sehr praktische kleine Blitzlicht mit Leitzahl 12 verwendet.

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Hier eine Detail eines Vorderrades einer BMW R1200GS.

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Das hier finde ich ganz witzig, ein Motorrad mit M + S Reifen – das gibt es wohl nur bei BMW – oder?

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Schließlich standen wir wieder einmal vor der BMW F800 in der Chris Pfeiffer Edition. Dieses Motorrad geht meiner Freundin Sandra schon seit mehr als einem Jahr im Kopf herum. Inzwischen ist es in gebrauchtem fast neuwertigem Zustand für knapp 8.000 Euro zu haben. Da könnte man glatt schwach werden, oder…

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nach der Motorrad-Stippvisite und unserer Shopping-Tour geht es nach Köln Rodenkirchen. Dort machen wir einen kleinen Spaziergang und gönnen uns in einem der schönen Rheinschiffe einen Kaffee und eine Waffel mit heissen Kirschen.

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Fazit

Wieder daheim bin ich überrascht wie detailreich und schön die Fotos trotz des schlechten Wetters geworden sind. Zwar haben sie “nur” 3008 x 2000 RGB Pixel, aber für gute Ausdrucke im Format DIN A3 reicht das problemlos. Damit wären schöne ganzseitige Abdrucke in einer Fotozeitschrift ohne Verluste möglich. Verkleinert auf 1000 Pixel Kantenlänge erkennt man praktisch keinen Unterschied zu moderneren und wesentlich teureren Kameras. Die Nikon D100 ist klein, leicht und aktuell äußerst preiswert. Damit empfiehlt sie sich für alle die Urlaubsbilder ohne großen Anspruch machen möchten und die sich im Falle eines Verlustes durch Diebstahl & Co. nicht zu Tode ärgern wollen.

Für etwa 50,- Euro mehr  bekommt man die etwas modernere Nikon D70. Sie ist etwas kleiner und leichter als die D100 und beherrscht statt dTTL schon das modernere iTTL System zur Blitzbelichtungsmessung. Außerdem kann man die D70 wegen des speziellen Anti-Aliasing-Filters recht gut mit Infrarotfiltern benutzen. Die praxisgerechten Motivprogramme und eine USB 2.0 Schnittstelle (statt USB 1.1 bei der D100) runden die Nikon D70 ab.

Trotz allem ist mir die Nikon D100 irgendwie ans Herz gewachsen. Ich mag die Möglichkeit einen einfachen Drahtauslöser verwenden zu können. Außerdem gibt es eine Spiegelvorauslösung und einen sehr praktischen Batteriegriff. Die Motivprogramme mochte ich noch nie, aber sie sind für unerfahrene Fotofreunde durchaus praktisch. Weder die Nikon D100 noch die D70 können sich ernsthaft mit modernen Boliden wie einer Nikon D800E oder der seit einigen Tagen lieferbaren Nikon D7100 messen. Aber das müssen sie auch gar nicht. Diese Kameras haben inzwischen eine ganz andere Zielgruppe und der dramatische Preisverfall macht sie als Kamera für die Kids oder den Rucksackurlaub in unsicheren Gefilden interessant.


Rollei 35S – Fototour mit Ilford XP2

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Der Kauf meiner kleinen Rollei 35S liegt nun schon ein paar Jahre zurück und nun gibt es den ersten Artikel zu dieser schönen kleinen Kamera. Aufmerksam wurde ich auf diese Kamera schon als kleiner Junge weil mein Onkel damals damit unterwegs war und viel Spaß damit hatte. Besonders witzig fand ich es damals, dass man das Objektiv in der Kamera versenken kann und dass es neben einem Belichtungsmesser keinerlei Hilfen für die Aufnahme seiner Fotos gibt. Nicht einmal einen Schnittbild-Entfernungsmesser hat dieses kleine in Singapur gefertigte Unikum zu bieten. Und um die Batterie für den Belichtungsmesser auszutauschen zu können, darf kein Film eingelegt sein, denn das Batteriefach ist innen in der Kamera. Auch ist der Spannhebel auf der falschen Seite. Ok, eigentlich gibt es keine “falsche Seite” – aber man ist es eben anders gewohnt. Auch werden die Filme im Vergleich zu ”normalen” Kameras anders herum eingelegt. Und wie bei der Nikon F muss die komplette Rückwand entfernt werden wenn man an den Film will.

Mit dieser Kamera zu fotografieren ist ein kleines Abenteuer. Aber wie diese Bilder zeigen, lohnt es sich durchaus sich mal mit dieser Kamera an einem Samstag durch Bonn zu laufen. Der Auslöser ist extrem leise und die Kamera so klein, dass man damit wunderbar unbemerkt fotografieren kann.

(Alle Fotos wieder 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

Rollei B35 - Ilford XP2

In die Kamera habe ich nach längerer Zeit mal wieder einen einen Ilford XP2 eingelegt. Das ist ein Schwarz-Weissfilm der im C41-Prozess preiswert in einem Großlabor entwickelt werden kann. Selbst kann man ihn eher nicht entwickeln und er eignet sich damit sehr gut für “faule Analogfans”. Mit ISO-400 ist es recht lichtempfindlich und zugleich wunderbar feinkörnig. Der Tonwertumfang ist sehr hoch und die Grauabstufungen ganz wunderbar. Wer will kann eine Push-Entwicklung machen lassen. Dazu muss er den Film nur mit ISO-800 oder gar ISO-1600 belichten und dies auf der Entwicklungstüte vermerken. Den Rest erledigt dann ein gutes Fachlabor!

Rollei B35 - Ilford XP2

Wenn man sich diese beiden Fotos anschaut bekommt man richtig “Bock auf Grau”. Mir jedenfalls geht das so :-)

Rollei B35 - Ilford XP2

Vor einem Geschäft gab es eine Holzkiste mit verschiedenfarbigen Wollknäulen. Schaut man sich dieses Foto genauer an so fällt auf wie scharf das Sonnar 2.8/40mm seine Motive auf den Film zu bannen vermag.

Rollei B35 - Ilford XP2

Beim nächsten Foto sieht man sehr schön, dass das leichte Weitwinkel fast verzerrungsfrei arbeitet. Alle Häuserfassaden stehen wunderbar gerade und der XP2 vermag selbst die krassen Helligkeitsunterschiede zwischen der schwarzen Kleidung der Passanten und den hellen Winterwolken komplett einzufangen. Wie schrieb einst Ken Rockwell zum Thema “Analoge Fotografie” – HDR is included – Recht hat er!

Rollei B35 - Ilford XP2

An den Markständen kann man immer mal schnell einen unbemerkten “Schuss” landen.

Rollei B35 - Ilford XP2

Und wenn man doch einmal wie hier “erwischt wird”, dann grinsen die meisten Menschen angesichts dieses kleinen Fotogerätes ein wenig ungläubig.

Rollei B35 - Ilford XP2

Auch Gegenlichtsutiationen meistert das mehrfach vergütete Objektiv der Rollei ganz ausgezeichnet.

Rollei B35 - Ilford XP2

Hier ein “Schuss” von der Treppe des Bonner Rathauses in Richtung Stadthaus. Obwohl weit weg kann man die Fenster in der Fassade des Stadthauses klar erkennen.

Rollei B35 - Ilford XP2

Und noch ein Bild mit “weitem” Winkel über den Marktplatz. Man beachte wie schön gerade die Häuser stehen. Nichts ist krumm oder schief, das hätte ich von dieser kleinen Kamera nicht erwartet. Einmal mehr verstehe ich warum mein Onkel damals schon soviel Spaß an dieser Kamera hatte.

Rollei B35 - Ilford XP2

Rollei B35 - Ilford XP2

Hier ein Blick hinauf zur Uhr die sehr schön in die frisch renovierte Fassade des Bonner Rathauses integriert ist.

Rollei B35 - Ilford XP2

Auf der Treppe unterhalb der Uhr hat mich dann dieses kleine Mädchen gefragt ob ich sie nicht fotografieren will. Ihr kleiner Bruder wollte scheinbar nicht so recht, aber sie hat ihn einfach überrumpelt :-)

Rollei B35 - Ilford XP2

Rollei B35 - Ilford XP2

Rollei B35 - Ilford XP2

Nun einige Fotos meiner Freundin Sandra. Jetzt wird es etwas schwieriger. Bei vollständig geöffneter Blende und abgeschätzter Entfernungseinstellung versuche ich mich mal mit einer leichten Unschärfe des Vorder- und Hintergrundes. Es ist nicht so ganz gelungen, aber sobald es wieder etwas wärmer wird können wir da ja mal üben :-)

Rollei B35 - Ilford XP2

Auf dem nächsten Bild sitzt die Schärfe perfekt, hier war die Blende auch auf F8 geschlossen. In Verbindung mit dem sehr lichtempfindlichen Filmmaterial sind so Belichtungszeiten von 1/500s möglich, was sehr zur guten Qualität der Fotos beiträgt.

Rollei B35 - Ilford XP2

Hier noch ein Foto des Bonner Rathauses. Aufgrund der niedrigen Aufnahmeposition wurde es nach oben schmaler, einer normaler Effekt den es bei allen Kameras gibt die kein teures Shift-Objektiv oder ähnliches haben. Ich habe das Rathaus mit Photoshop etwas gerade gerückt und so die perspektivische Verzerrung etwas abgemildet. In einer Dunkelkammer hätte man am Vergrößerungsobjektiv eine sehr kleine Blende eingestellt und das Fotopapier etwas schräg darunter abgelegt. Vieles was man heute für Photoshop-Hexerei hält, konnte man schon vor 100 Jahren mit etwas Grips und Verstand erledigen :-)

Rollei B35 - Ilford XP2

Und noch ein Foto mit offener Blende. Wieder liegt die Schärfeebene ganz leicht daneben. Ganz links im Bild der Reißverschluß, der ist scharf abgebildet aber Sandras Gesicht ist vielleicht 5cm zu nah an der Kamera. Für solche “Spielereien im Nahbereich” ist diese Kamera also nur recht eingeschränkt geeignet. Vielleicht sollte ich beim nächsten Shooting mal einen Zollstock mitnehmen :-)

Rollei B35 - Ilford XP2

Nun folgen einige Details den “Bonner Münster”. Beide Bilder sind voll in den hellen Himmel geschossen und dennoch sind alle Tonwerte herrlich fein abgestuft. Auch der Belichtungsmesser hat hier sehr gut funktioniert, respekt!

Rollei B35 - Ilford XP2

Rollei B35 - Ilford XP2

Direkt vor der Bonner Hauptpost steht dieser Kollege hier. Wer kennt ihn nicht, Ludiwg von Beethoven, der wahrscheinlich bekannteste Sohn dieser Stadt.

Rollei B35 - Ilford XP2

Und nun zwei Fotos die mir persönlich sehr gutgefallen. Ich nenne sie den “Spiegelschrank”. Eigentlich ist an diesem Schrank natürlich nichts verspiegelt, er steht hinter einer blitzsauber geputzten Schaufensterscheibe. und weil das Licht gerade günstig ist spiegelt sich die halbe Innenstadt in diesem Schaufenster. Das sieht so gut aus, das kann man sofort noch einmal im Hochformat wiederholen…

Rollei B35 - Ilford XP2

Rollei B35 - Ilford XP2

Und noch ein Versuch mit der “partiellen Schärfe”. Nun hat es endlich geklappt, das Gesicht dieser kleinen Bronzefigur ist scharf abgebildet, seine Hand und seine Schwester jedoch nicht. Es geht also doch!

Rollei B35 - Ilford XP2

Alle die vielen Fotos manchen richtig hungrig und so geht es ins Tuskolo hinter dem Bonner Münster. Ein ganz vorzügliches italienisches Restaurant. Auf dem Film sind noch ein paar Bilder, warum versuchen wir und nicht einmal an einer “Available-Light-Situation”? Gesagt getan, bei offener Blende uns 1/30s kann man mit dem Ilford XP2 fotografieren! Leider liegt nun aber die korrekte Schärfeebene nicht ganz korrekt auf Sandras Gesicht. Achtet man auf den Ring an ihrer linken Hand wird klar wo die Schärfeebene liegt, ich bin wieder etwa 5-10cm zu weit weg. Aber hier haben wir sogleich ein schönes Testfoto für das Bokeh (Hintergrundunschärfe) des Sonnar 2.8/40mm.

Rollei B35 - Ilford XP2

Fazit

Die kleine Rollei 35S ist ein tolles Fotogerät für den unbemerkte Aufnahmen und man kann damit sicherlich auch sehr ernsthafte fotografische Herausforderungen bewältigen. Sie funktioniert zu 100% vollmechanisch. Der Belichtungsmesser benötigt nur eine kleine Knopfzelle und über einen Zeiger an der Gehäuseoberseite kann man die korrekte Belichtung sehr gut abschätzen. Alles in allem macht das Fotografieren mit dieser Kamera großen Spaß und wird man “entdeckt” so nimmt es einem niemand übel, dass man ein fast unbemerktes Foto geschossen hat. Es ist ein Effekt wie bei kleinen Babies. Die grinsen immer ganz artig und lachen jeden an und wer kann ihnen dann schon böse sein?

Der Ilford XP2 ist ein toller Schwarz-Weiß-Film. Er kann kostengünstig und schnell in jedem Labor gemeinsam mit anderen Farbfilmen entwickelt werden. Im Gegensatz zum sehr ähnlichen Kodak BW-400 ist er nicht wie normale Farbfilme rot kaschiert. Man kann ihn also sehr gut in der heimischen Dunkelkammer verwenden um mit viel Gestank und Patscherei das eine oder andere schöne Papierbild zu erstellen. Wem das alles zu kompliziert ist, der scannt den Film einfach ein. Ich habe diese Scans mit einem EPSON Perfection Photo V700 bei 3200 DPI gemacht. Die Scandateien haben etwa 12 Megapixel und ist die Vorlage scharf und detailreich, so ist es der Scan ebenfalls. Sehr gut gefallen mir das ausnehmend feine Korn und die tollen Grauabstufungen dieses sehr einfach zu verarbeitenden Filmmaterials!

Mein Tipp für eines der nächsten Wochenenden:

Einfach die tolle Nikon D800 man im Schrank lassen, ein paar Ilford XP2 kaufen und mit Papas oder Opas schönen alten Kameras mal wieder auf Fototour gehen. Es macht ne Menge Spaß ist sehr ursprünglich und schärft hoffentlich den Blick für das Wesentliche, denn ganz billig ist dieser Spass leider nicht…


Nikon D300 – Die ersten Infrarotfotos

Dass ich meine meine frisch auf Infrarot 830nm umgebaute Nikon D300 abholen konnte, ist jetzt schon ein paar Tage her. Wegen der vielen Arbeit und des schlechten Wetters ist es bislang auch nur bei einigen ersten Testfotos meines Ceran-Kochfeldes geblieben. Heute sollte sich das endlich ändern!

Nachdem meine kleine Mainzer Wohnung aufgeräumt und ein wenig geputzt war ging es gegen Mittag los in Richtung Bonn. Auf dem Beifahrersitz lag endlich mal wieder ein Fotorucksack. Im Rucksack meine Nikon D300 die jetzt statt des Anti-Aliasing-Filters einen Infrarotfilter hat, der langwelliges Licht ab einer Wellenlänge von etwa 830 Nanometern passieren lässt. So “richtig Infrarot” ist das natürlich noch nicht – aber es ist mit dem vergleichbar was man früher sehr aufwändig mit Infrarot-Filmmaterial fotografieren konnte.

Das Wetter ist recht freundlich und das Thermometer zeigt lässige 17 °C. Mit geöffnetem Dach geht es mit meinem kleinen Zweisitzer über die B42 am Rhein entlang. Kurz hinter Rüdesheim kommt dann der Binger Mäuseturm in Sicht. Ganz in der Nähe ist ein Parkplatz und so kann ich die ersten Fotos aufnehmen. An der Nikon D300 ist seit dem IR-Umbau das famose Nikon AF-S 2.8/17-55mm Zoom-Objektiv montiert. Dieses Objektiv eignet sich für die Infrarot-Fotografie wirklich sehr gut. Und es ist verblüffend wie viel Licht der Chip meiner D300 trotz des sehr dichten Infrarotfilters doch noch konsumieren kann. Bei ISO-200 kann ich mit Blende 5,6 und 1/125s frei aus der Hand fotografieren – das ist wirklich beeindruckend!

Mit meiner D800E und einem auf das Objektiv geschraubten IR720 muss ich bei ISO 200 und Blende 5,6 an Tagen wie diesem (um mal eine Zitat der Toten Hosen zu verwenden) etwa 15 – 30 Sekunden lang belichten! Der Komfortgewinn durch den nun direkt vor dem Chip der Kamera befindlichen IR-Filter ist ganz außerordentlich. In vielen Situationen kann man sogar den Belichtungsmesser verwenden. Meist muss man ihn an die aktuelle Lichtsituation anpassen indem man ihn mit der +/- Taste “kalibriert”. Danach kann man den Ausschnitt ändern und der Belichtungsmesser übernimmt den Rest. Heute muss ich den Belichtungsmesser um +2 EV korrigieren. Dass das überhaupt notwendig ist liegt daran, dass der Chip der D300 jetzt praktisch farbenblind ist, aber der Belichtungsmesser leider nicht! Damit der Belichtungsmesser verlässliche Werte liefert die zur nun geänderten Empfindlichkeit des Sensors passen, müsste man auch den Belichtungsmesser mit einem identischen Infrarot-Filter bestücken. Das klappt aber leider nicht, weil bei allen Versuchen die gläserne Abdeckung des Belichtungsmessers zu entfernen diese bisher stets zerstört wurden!

Wer seine Kamera also im “Hard-Core-Verfahren” auf Infrarot umrüsten lässt, der muss damit leben, dass die Belichtungsmessung gelegentlich mal ganz kräftig daneben liegt. Aber mit ein wenig Übung und der Nutzung des +/- Korrekturknopfes bekommt man auch das in den Griff.

Hier mein erstes Testfoto mit dem Nikkor AF-S 2.8/17-55mm… (Alle Fotos sind 1000 Pixel breit – einfach in neuem TAB öffnen…)

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Da man den Binger Mäuseturm hier nur im Hintergrund erahnen kann, nun ein Vergleichsbild das mit dem Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm entstanden ist. Ein Stativ hatte ich zwar dabei, aber es war heute nicht notwendig und das ist der eigentliche Knaller an diesem Kameraumbau!

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Hier sehen wir den Binger Mäuseturm nun etwas größer. Die Sonne schien zwischendurch mal ganz kurz zwischen den Wolken hindurch und prompt sehen die blattlosen Bäume rechts neben diesem witzigen Bauwerk sofort ganz nett aus.

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Auf der gegenüberliegenden Rheinseite ist rechts oben zwischen den Weinreben eine sehr schöne alte Burgruine. Hier habe ich mal ein Foto das ich mit Snappseed aus einem RAW-Bild erstellt habe. Es muss also nicht immer Photoshop oder Nikon Capture NX sein – das billige kleine Snapseed liefert sehr oft wirklich tolle Ergebnisse.

Und weiter geht die Reise. Entlang des Rheinufers reiht sich eine schöne alte Burg an die Nächste. Nicht umsonst ist dieser Teil des Rheins schon vor vielen Jahren zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt worden. Immer wieder halte ich kurz an und schieße mit meiner D300 und dem 2.8/70-200mm Telezoom ein Foto nach dem anderen. Und bereits bei der Sichtung der Ergebnisse im Auto wird mir klar, dass dieser Umbau letztlich doch eine gute Aktion war!

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Als ich Bonn erreiche scheint das diffuse Sonnenlicht sehr schön auf das Siebengebirge. Kurz vor Bad Godesberg kann man die B42 nach rechts verlassen und dann gleich vom Straßenrand aus einige wirklich schöne Blicke auf das Siebengebirge erheischen.

Hier habe ich nun drei Fotos des frisch restaurierten “Schloss Drachenfels” für Euch. Dieses tolle Gebäude ist gar nicht so alt wie es ausschaut. Es wurde von einem Bonner Bürger erbaut nachdem er an der Pariser Börse zu Geld gekommen war. Es war mehr ein protziges Ego-Bauwerk als ein Heim für sich und seine Familie. Wirklich bewohnt hat er es indes nie und erst viele Jahre nach dem zweiten Weltkrieg hat der skurrile Millionär Paul Spinat dieses Gebäude mit Leben erfüllt. Legendär waren seine Play-Back-Konzerte an der Pfeifenorgel und sein goldfarbener Rolls-Royce! Diese Nobelkarosse war das Markenzeichen des 1989 verstorbenen Textilfabrikanten, der das Schloss 1971 zum Preis von 500 000 Mark gekauft und anschließend vor dem endgültigen Verfall gerettet hatte.

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Schaut man sich diese beiden Fotos an, so fällt auf, dass eigentlich nichts auffällt. Man kann die Infrarot-Fotos aus der umgebauten D300 sowohl mit Nikon Capture NX als auch mit Photoshop CS 5 und dem integrierten Adobe Camera RAW entwickeln. Egal wie, die Ergebnisse können sich sehen lassen!

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Fazit:

Der Umbau meiner mittlerweile ziemlich abgegriffenen Nikon D300 war mit 529,- Euro nicht ganz preiswert, aber scheinbar doch jeden Euro-Cent wert! Ich bin wirklich begeistert von den Ergebnissen und der enormen Geschwindigkeit mit der ich nun recht abgefahrene Schwarz-Weiß-Bilder erstellen kann. Mit der Nikon D800E hätten die Fotos eine höhere Auflösung, aber ich müsste jedes Mal ein Stativ aufstellen und es würde mich immer wieder mehrere Minuten  kosten auch nur ein Bild korrekt zu fokussieren und zu belichten.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass beim Umbau eine Korrektur des Autofokussystems durchgeführt wurde. Was genau dort gemacht wurde ist aber eher ein Betriebsgeheimnis. Aber egal, letztlich zählt das Ergebnis und damit bin ich für heute sehr zufrieden.


Nikon FM3A – Richtig scannen

Die Nikon FM3A wurde von 2001 bis 2006 hergestellt und ist für viele traditionsbewusste Fotofans bis heute die Krönung der vollmechanischen Spiegelreflexkameras. Bereits 1982 hatte Nikon mit der FM2 – in die ein Seiko-Verschluß eingebaut war – einen Weltrekord mit einer vollmechanisch gesteuerten kürzesten Verschlusszeit von 1/4000s aufgestellt. Die kürzeste Blitzsynchronzeit lag bei 1/200s, mit der FM2N wurde diese 1984 nochmals auf 1/250s verkürzt. Erst 7 Jahre später wurde der vollmechanische Verschluss der FM2 durch den einen gleichwertigen Hybrid-Verschluss der FM3A abgelöst der sich nun alternativ auch elektronisch gesteuert auslösen ließ. Damit ist den Nikon Ingenieuren eine Symbiose aus der famosen Nikon FM2 und FE2 gelungen. Außerdem sieht die FM3A nicht nur wirklich gut aus, sie gilt auch als überaus robust und zuverlässig. Geht ihr mal der Strom aus so ist das gar kein Problem, sie kann noch vollmechanisch betrieben werden. Bis heute ist die FM3A ein wirklich heiß begehrtes Sammlerobjekt und für neuwertige Exemplare werden nicht selten 1.000 Euro und mehr gezahlt.

Nikon Fm3a

Umso größer war meine Freude als ich ein solches Exemplar vor ein paar Tagen via ebay.ch bei einem Fotoladen in Genf sehr preiswert “abstauben” konnte. Manchmal gehört eben ein bisschen Glück dazu :-) In den nächsten Wochen werde ich ein Video zur FM3A aufnehmen und sie mit ihren Brüdern und Schwestern vergleichen. Heute soll es aber um die ersten Fotos gehen die ich mit der Nikon FM3A aufgenommen habe. Da die Nikon FM3A keine digitale Kamera ist, ist naturgemäß die Wahl des Filmmaterials für die Ergebnisse von entscheidender Bedeutung. Da aktuell in meinem Kühlschrank relativ viele Kodak T-MAX 100 sowie Kodak EKTAR-100 schlummern, habe ich mich bei der ersten “Fotoexkursion mit der FM3A für diese beiden Filme entschieden. Mit von der Partie waren ein einfacher Gelbfilter, ein Nikon AiS 1.8/50mm und ein Tokina MF 2.8/200mm. Der letzte Winter war der dunkelste Winter seit 40 Jahren und so hatten meine Freundin Sandra und ich auch kein wirklich schönes Licht als wir auf der Insel Grafenwerth bei Bad Honnef meine neue/alte FM3A ausprobieren konnten. Aber ein bedeckter Himmel liefert oft genau das weiche Licht das man für schöne Portraits haben möchte. Also schauen wir uns mal die ersten Fotos auf Kodakt T-MAX 100 an. Dieser SW-Film ist recht feinkörnig und liefert selbst bei Verwendung eines Gelbfilters sehr schöne feine Kontraste. Außerdem lässt der Gelbfilter das Gesicht meines “Models” etwas ebenmäßiger aussehen.

Nikon_Fm3a_AiS_18_50mm_TMAX_100007

Gleich beim ersten Bild sehen wir schon das schöne Bokeh des eigentlich recht ordinären AiS 1.8/50mm “Normal-Objektives”. Das obere Foto habe ich bei Blende 2.8 mit Zeitautomatik aufgenommen. Unschöne Vignettierungen gibt es nicht und das Gesicht meiner Freundin Sandra ist sehr scharf abgebildet. Vergrößert auf das richtige Fotopapier würde das ein schönes Portrait abgeben.

Nikon_Fm3a_AiS_18_50mm_TMAX_100014

Schauen wir mal weiter, im zweiten Bild fällt schon der Dunst der nasskalten Luft auf. Zwar ist der Drachenfels nur ein paar Kilometer weit entfernt und dennoch erscheint er wegen des trüben Wetters matt und lustlos.

Nikon_Fm3a_AiS_18_50mm_TMAX_100020

Hier das gleiche Foto mit dem Tokina 2.8/200mm – freihändig bei Blende 4 – eigentlich ganz brauchbar. Man sieht sehr schön das neue Restaurant oben auf dem Drachenfels. Vielleicht sollten wir uns das bald mal aus der Nähe anschauen :-) Hier nun einige Beispielfotos die ich auf Kodak Ektar-100 aufgenommen habe. Dieser Farbnegativ-Film ist extrem feinkörnig, hat einen beachtlichen Tonwertumfang und kann sehr detailreiche gute Fotos liefern – wenn der Fotograf alles richtig macht!!

Nikon_Fm3a_AiS_18_50m_EKTAR_100029

Beim ersten Foto gefällt mir die knallig bunte Wand unter der Fußgängerbrücke wirklich gut, denn sie passt farblich sehr schön zu Sandras Lippenstift! Auch hier wieder ein schönes Bokeh und sauber abgestufte Kontraste.

Nikon_Fm3a_AiS_18_50mm_EKTAR_100032

War das vorherige Bild im Schatten aufgenommen, so haben wir hier jetzt ein Portrait unter bewölktem Himmel. Es ist schon spannend, dass man bei diesem nasskalten Sauwetter ohne Reflektoren, Aufhellblitze oder andere Hilfsmittel sehr natürlich wirkende Portraits fotografieren kann.

Nikon_Fm3a_AiS_20_85mm_EKTAR_100001

Nun ein Foto das am vorletzten Samstag in der Bonner City vor dem Sterntor entstanden ist. Diesmal habe ich das famose AiS 2.0/85mm verwendet. Ein kleines leichtes oft sehr preiswert zu habendes Portrait-Teleobjektiv das ein tolles Bokeh liefert und trotzdem knackscharfe Bilder ermöglicht.

Nikon_Fm3a_AiS_20_85mm_EKTAR_100004

Man beachte in diesem Foto die Stoffstrukturen das bunten Schals!!

Nikon_Fm3a_AiS_20_85mm_EKTAR_100014

Hier nun ein Portrait bei dem ich einen Cokin-Filter vor das 85mm Objektiv gesetzt habe. Es ist ein über Kreuz fein geschliffene Kunststoffscheibe, sie liefert einen unaufdringlichen Weichzeichner-Effekt den man wirklich gut gebrauchen kann. Ganz witzig war es übrigens, dass ich auf der Insel Grafenwerth einen zweiten Kodak T-MAX 100 in meine Nikon FM3A einlegen wollte und feststellte, dass der Film schon belichtet war. Umso größer war natürlich die Spannung als ich ihn dann am Samstag fertig entwickelt beim Bonner Cityfotocenter abholen konnte und etwas später auf dem Scanner hatte. Als die ersten Bilder sichtbar wurden traute ich meinen Augen nicht, dieser Film zeigt Fotos die ich 2005 auf dem höchsten Berg Spaniens mit meiner Nikon F5 und dem AF-S 24-85mm aufgenommen habe. Seit fast genau 8 Jahren lag dieser belichtete Film unbemerkt in meinem Kühlschrank!!! Wirklich geschadet hat ihm die lange Wartezeit indes nicht. Die Fotos sind ok, wenn gleich nicht genauso feinkörnig wie die Bilder des “frischen” Pendants.

Welcher Scanner?

Vor die digitale Bearbeitung traditionell mit Filmmaterial erstellter Fotos haben die Götter den Scan gelegt. Doch wie scannt man im Jahr 2013 einen Farb- oder Schwarz-Weiß-Film? Die extrem guten Nikon Scanner Coolscan 5000 und Coolscan 9000 werden nicht mehr hergestellt. Die Software wird auf aktuellen Mac’s nicht mehr unterstützt und unter 64-Bit Windows Systemen geht auch nichts mehr. Zwar könnte man sich mit dem sehr guten Vue-Scan helfen, aber diese Software kann den automatischen Nikon Filmstreifen-Einzug nicht steuern. Dias lassen sich mit Vue-Scan digitalisieren, bei Negativ-Streifen hört der Spaß leider auf… Die Hersteller Reflecta und Plustek haben in den letzten Monaten brauchbare Mittelformatscanner vorgestellt, deren Preis sich aber bei etwa 1.500 Euro bewegt. Alternativ könnte man einen Flachbrett-Scanner mit Durchlichteinheit versuchen. Hier hat EPSON den V700 und den baugleichen V750 im Angebot. Beim deutlich teureren V750 sind ist das Vorlagen-Glas optisch vergütet um Reflektionen zu unterdrücken. Ein sehr deutlichen Qualitätsgewinn lässt sich damit allerdings nicht erzielen. Aktuell ist der EPSON V700 für 594,- Euro via amazon.de erhältlich.

IMAG1567

Sieht man sich im Internet nach Stimmen von Benutzern um, so findet man zwischen Begeisterung und Frustration die gesamte Spannbreite. Der Grund ist häufig, dass die Vorlagenhalter falsch eingestellt sind. Die Scanqualität des EPSON V700 steigt und fällt mit dem korrekten Abstand des Vorlagenhalters auf dem Vorlagenglas. EPSON liefert hier kleine Plastik-Füßchen in unterschiedlicher Höhe mit. Was damit jedoch zu tun ist wird nicht erwähnt. Hier sind alle Anwender im Vorteil die sich intensiv mit diesem Scanner auseinandersetzen können.

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Ich habe mit diesem Scanner bislang ausschließlich Mittelformat-Dias gescannt und den zugehörigen Vorlagenhalter in langen nächtlichen Sitzungen mit vielen Probescans “optimal” eingestellt. 35mm Kleinbilddias und Negative habe ich bislang immer mit einem Nikon Coolscan 5000 gescannt und in letzter Zeit häufig einfach mit der Nikon D7000, dem 40er Macro und dem Nikon ES-1 abfotografiert. Einen 32-Bit Windows Rechner habe ich in Bonn nicht mehr, daher steht der Coolscan 5000 auch in meinem kleinen Appartement in Mainz. Also versuche ich ausnahmsweise mal einige 35mm Filmstreifen mit dem EPSON V700 zu scannen. Die ersten Ergebnisse sind wie fast befürchtet vernichtend schlecht. Ich habe versehentlich einige automatische Korrekturen der Scanner-Software und das ICE aktiviert. Mit Schwarz-Weiß-Filmen funktioniert die auf Infrarotlicht basierende ICE-Technologie aber nicht! Also heißt es alle “Optimierungen” auszuschalten, die Belichtung so einzustellen, dass keine Tonwerte verloren gehen und einen erneuten Anlauf zu wagen.

Epson_Scan_Settings

Epson_Scan_Preview

Epson_Scan_Histogram

Danach sehen die ersten Scans grundsätzlich ganz ok aus, nur sind sie nicht wirklich scharf. Sehr schnell kommen mir die kleinen Füßchen aus Plastik wieder in den Sinn. Die vier Füße bzw. Abstandshalter sind schnell getauscht und die Ergebnisse danach sichtbar besser. Mehr oder weniger aus ungebremstem Spieltrieb zerschneide ich eine alte Visitenkarte und klebe die Streifen mit etwas Tesafilm unter die vier Abstandshalter. Und siehe da, das bringt tatsächlich einen weiteren Qualitätsgewinn.

IMAG1573

IMAG1571

Hier nun ein 100% Vergleich eines Scan des gleichen Negativs ohne und mit Korrektur der Höhe des Vorlagenhalters. (Einfach anklicken für Original-Größe)

EPSON-V700-Sharpness-35mm-100Percent

Das Bild zeigt einen Ausschnitt des Kraters des jüngsten Vulkans den Teneriffa zu bieten hat, den Pico Viejo. Hier habe ich einige weitere Scans dieses Films der satte 8 Jahre auf seine Entwicklung warten musste… (alle Bilder 1000 Pixel breit)

Teneriffa-T-MAX-100027

Teneriffa-T-MAX-100029

Teneriffa-T-MAX-100045

Fazit:

Richtig justiert liefert ein recht preiswerter Flachbrettscanner wie der EPSON V700 auch bei 35mm Kleinbildvorlagen sehr brauchbare Ergebnisse. Sehr angenehm ist dabei, dass die EPSON Software den “Mehrfachzuschnitt” beherrscht und die einzelnen Bilder recht sicher erkennt und sauber zuschneidet. Je nach Länge der Filmstreifen lassen sich so 20, 24 oder sogar 28 Bilder in einem Arbeitsgang scannen. Allerdings sollte man sich die Mühe machen und für jedes einzelne Bild die Helligkeit korrekt einstellen. Zwar gibt es einen “Automatik-Modus” – aber dieser liefert meiner Meinung nach keine guten Ergebnisse. Helle Bildbereiche sind schnell ausgefranst und dunkle Bildbereiche versinken leicht in tiefem Schwarz. Einmal mehr zeigt sich auch hier, ein guter Scan ist eine “Einzelanfertigung”.

Mein persönliches Fazit ist, dass mir meine neue Nikon FM3A richtig viel Spaß macht und ich mich darauf freue sie auf vielen Fototouren einzusetzen. Der Kodak EKTAR-100 lässt sich mit dem EPSON V700 sehr gut scannen und liefert erstaunlich scharfe detailreiche Fotos mit schönen knackigen Farben. Aber auch hier gilt, ohne gutes Licht keine guten Farben! Und was mich an der Nikon FM3A ganz besonders begeistert, ist die wirklich zuverlässig arbeitende Belichtungsautomatik die in Verbindung mit dem hohen Belichtungsspielraum nur wenig Ausschuss aufgrund von Fehlbelichtung erwarten lässt.

Epson_Scan_Preview_Ektar

Zum Abschluss habe ich hier für alle “Pixelpeeper” noch einen Scan aus dem EPSON V700 in voller Originalgröße – einfach anklicken…

EPSON V700 - Sample - Beispielbild


Nikon D2x – Tipps für bessere Fotos

Manchmal ist es schon interessant wen man als Blogger und YouTuber mit seinen Artikeln und Videos erreicht. Wenn ich im Detail nachschaue wer meine Videos bei YouTube konsumiert, dann sind das meist Männer im Alter zwischen 45 und 54 Jahren. 14 Jahre alte Jungs sind da eher die Ausnahme und Frauen leider sowieso…

YouTube-Demografie

Vor ein paar Tagen habe ich in einem Video die Nikon D800E mit verschiedenen anderen semiprofessionellen Kameras vergleichen. Umso mehr habe ich mich natürlich gefreut, als sich kurz darauf der 14 Jahre alte Julian mir per E-Mail bei gemeldet hat um mir zu erzählen, dass er seine Nikon D7000 gegen eine Nikon  D2x eingetauscht hat. Im ersten Moment dachte ich nur “Urgs, hoffentlich habe ich mit diesem Video keinen Fehler gemacht und hoffentlich wird Julian mit der D2x auch glücklich!”

Aber warum sollte er das nicht? Wenn ich selbst “nur fotografieren will” und vor der Wahl stünde meine D7000 oder meine D2x einzupacken, ich selbst würde immer die D2x mitnehmen. In der “echten Welt” war im letzten Jahr dann doch oft die D7000 in der Fototasche, denn sie ist etwas universeller ausgestattet und kann auch Videos in FULL HD aufzeichnen. Da ich immer wieder viele kleine “Video-Schnipsel” aufgenommen habe, war also die D7000 im Fotorucksack. Seit ich die D800E habe, nehme ich meist nur noch die D800E mit, weil sie einfach alles kann was ich mir wünsche.

Doch die Nikon D2x ist noch immer ein robustes gutes “Arbeitstier” und man kann damit wirklich tolle Fotos machen. Ich habe hier mal ein paar Tipps aufgeschrieben mit denen man noch bessere Fotos erhält. Diese Tipps gelten natürlich auch für “fast” alle anderen Kameras! Also aufgepasst und weitergelesen :-)

Hier meine 10-Gebote für bessere Fotos:

  1. Bei jedem Bild über Bildgestaltung, Inhalt und Aussage nachdenken.
  2. Im RAW-Modus fotografieren
  3. Für Landschaften und Stills immer ein Stativ benutzen
  4. Wenn mit Stativ, dann ohne VR fotografieren
  5. Zusätzlich zum Stativ immer die Spiegelvorauslösung und den Okularverschluss benutzen
  6. Einen Kabelauslöser wie bspw. den Nikon MC-20 verwenden
  7. Alle billigen UV-Filter und Skylight-Filter an Angsthasen verschenken und statt dessen hochwertige vergütete Zirkular-Polfilter und Grauverlaufsfilter benutzen (B&W)
  8. Wenn möglich Belichtungsreihen aufnehmen (bspw. 3 Fotos mit 0.7 EV Unterschied)
  9. Falls möglich, Objektive mit wenigen Linsen verwenden, also Festbrennweiten
  10. Alle Objektive um 2-3 Stufen abblenden.
    1. 1.4er Objektive auf Blende 5.6
    2. 2.8er Objektive auf Blende 8
    3. 4.0er Objektive auf  Blende 8 – 11
    4. 5.6er Objektive auf Blende 11

Hat man alle diese Gebote beachtet, so steht man nach der Fototour vor der Herausforderung, das beste aus den gemachten Fotos herauszuholen. Damit die Sichtung der Bilder auf einem Windows PC schneller geht, kann man mit der D2x (und vielen anderen Kameras) immer zusätzlich zum RAW-Bild ein kleines stark komprimiertes JPG aufnehmen. Diese JPG-Bilder kann bspw. die Windows “Bild und Faxanzeige” sehr schnell darstellen. So kann man schnell durch viele hundert Fotos navigieren und sich die besten Fotos für die Nachbearbeitung herauspicken.

Ich lege meist einen Unterordner mit dem Namen “Reworked” an und speichere dort nach der RAW-Konvertierung alle Fotos als 16-Bit TIFF Datei. Zusätzlich erstelle ich meist für meinen BLOG eine kleine Version mit 1000 Pixeln Kantenlänge, das erledigt ein kleines Photoshop-Makro für mich. Diese kleinen Bilder verwende ich für meinen BLOG. Die großen TIFF-Dateien warten dann darauf, dass ich große Prints davon anfertige oder anderes damit mache.

Ganz wichtig:

Niemals die RAW-Dateien nach der Konvertierung löschen! Der Geschmack ändert sich und die Leistungsfähigkeit der RAW-Konverter steigt von Jahr zu Jahr. Nicht selten sehe ich heute Fotos die ich vor 10 Jahren gemacht habe und denke nur “Oh Gott wie konnte ich nur…” Dann ist es sehr vorteilhaft, wenn man noch die RAW-Bilder hat und sie mit allen Kenntnissen und Erfahrungen die man neu dazu gewonnen hat erneut verarbeitet. Nicht selten entstehen dabei Fotos von deren Qualität man selbst überrascht ist!

Hier nun ein Foto das mir Julian per E-Mail zugeschickt hat in voller Größe – einfach anklicken…

Nikon D2x - Nikon AF-S VR 18-299mm

Bei diesem Foto stört mich etwas, dass man an den oberen Kanten “angeschnittene” Baumstämme sieht. Das lässt sich ganz einfach mit einer trapez-förmigen Entzerrung in beheben. Viele Programme bieten dazu eine “Perspektiv-Korrektur”. In Photoshop CS5 kann man bspw. Strg+A, Strg+T drücken und ist dann im Modus “Transformieren”. Jetzt klickt man mit der rechten Maustaste in das Bild und wählte “Perspective” oder “Perspektive”. Danach kann man das Bild an den Ecken mit dem Mauszeiger “greifen” und es breiter oder schmaler ziehen. Das ist sehr praktisch um “stürzende Linien” auszugleichen. Aber man sollte es nicht übertreiben, sonst sieht es komisch aus.

Das Bild habe ich im JPG-Modus “bekommen” und ich habe mich gefragt, wie man es ein wenig aufpeppen kann? Die Farben sind recht kühl und grundsätzlich korrekt. Trotzdem habe ich es via Strg+A und Strg+C in die Zwischenablage kopiert, dann mit Photoshop CS5 ein kräftiges “HDR-Toning” durchgeführt und dann das Original-Foto via Strg+V als neue Ebene darüber gelegt. Über die Transparenz dieser Ebene kann man dann sehr schön regeln wie stark das Tonemapping letztlich ausfallen soll. Als nächsten Schritt habe ich via Strg+U den Dialog “Hue/Saturation” oder auch “Farbton/Sättigung” aufgerufen und die Sättigung der roten und gelben Bildelemente verstärkt. Dann habe ich im Dialog “Photo Filter” den “Warming Filter (85)” mit 25% Deckkraft (Voreinstellung) darüber gelegt. Zum Schluss habe ich die Helligkeit der Mitteltöne durch ganz leichtes Biegen der Gradationskurve (Strg+M) abgesenkt. Das Bild hat nun einen leicht violetten Farbstich. Dieser ließe sich ganz einfach korrigieren, aber gerade dieser Farbstich gefällt mir hier außergewöhnlich gut. Viele Fotografen setzen farbige Cokin-Filter ein um genau diesen Effekt zu erzielen. Hier hat er sich ganz nebenbei ergeben und es gefällt mir so wie es ist :-)

Nikon D2x - Nikon AF-S VR 18-299mm

Weitere Tipps & Tricks für bessere Fotos habe ich hier für Euch zusammengestellt:

Meine Literaturtipps für alle die dazu lernen möchten und bessere Fotos machen wollen:

Hier findet Ihr weitere Fotos vom 14 Jahre alten Julian:


Fuji X100 – Silvester am Rhein

Es ist der letzte Tag des Jahres und das Wetter ist gar nicht so schmuddelig wie ich es kurz vor der Heimreise von Teneriffa befürchtet habe. Nach dem Frühstück zieht es uns hinaus in die Natur, mit dabei ist wieder meine kleine Fuji X100. Das Gehirn braucht Sauerstoff und wir wollen mal wieder so richtig durchatmen. Mit dem Auto geht es in Richtung Königswinter, unser Ziel ist die Baustelle am ältesten Ausflugsziel der Deutschen – der Drachenfels. Wir parken oberhalb von Königswinter auf der Anhöhe gleich neben dem Lemmerzbad. Vorbei am Kucksteinhäuschen geht es den Berg hinauf. Bei Burg Drachenfels legen wir einen kurzen Stopp ein. Wie erwartet ist alles geschlossen, es ist der letzte Tag des Tages. Aber ich schieße trotzdem mit der kleinen Fuji X100 einige RAW-Bilder. Später bei der RAW-Konvertierung mit Adobe Camera-RAW bin ich wieder einmal überrascht was alles in dieser kleinen Kamera steckt. Von außen ein cooler Retro-Look, innen feinste Fototechnik auf höchstem Niveau. Diese kleine Kamera macht so richtig Laune. Man kann keine Objektive wechseln, aber das lichtstarke 23mm Objektiv löst in Verbindung mit dem recht großen Chip im APS-Format selbst feinste Details auf.

(Alle Bilder sind 1000 Pixel breit oder hoch, einfach in einem neuen Tab öffnen…)

Burg Drachenfels - Fuji X100

Angesichts der Ergebnisse bereue ich es nicht, dass ich mich an diesem Tag nicht mit meiner Nikon D800E und den vielen Objektiven abgeschleppt habe. Diese kleine Fuji X100 trägt nicht auf und findet zur Not auch mal in der Jackentasche ihren Platz. Sie ist ein perfekter unauffälliger Begleiter für den kleinen Spaziergang am Sonntagnachmittag.

Burg Drachenfels - Fuji X100

Zahnradbahn am Drachenfels - Fuji X100

Als wir den Fußweg hinauf zum Restaurant auf dem Drachenfels unterhalb der Ruine erreichen ist dieser geschlossen. Regen und Frost haben in den letzten Monaten den ein oder anderen Steinschlag ausgelöst. Zur Sicherheit wurde dieser wunderschöne Panoramaweg geschlossen, schade. Wir beschließen umzukehren und machen noch kurz beim Winzerhäuschen halt.

Am Drachenfels mit Fuji X100

Mit dem Auto geht es weiter an der Rhein-Promenade in Königswinter entlang. Dort sind wir überrascht, dass der Rhein kurz davor ist die Promenade zu überspülen. Die Fließgeschwindigkeit ist hoch, überall hängen Gestrüpp und Holzreste in den Anlegern der Ausflugsdampfer.

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Wer hier ins Wasser stürzt würde sofort von den Fluten fortgerissen und schnell ertrinken. Umso mehr wundert es mich, dass hier bei Königswinter keinerlei Sicherungen oder Absperrungen zu sehen sein. Wer hier mit seinen Kindern unterwegs ist sollte gut auf sie aufpassen!!

Unsere Fahrt führt uns weiter auf die Erpeler Ley. Dies ist der Fels oberhalb der im zweiten Weltkrieg so heftig umkämpften Brücke von Remagen. Die Aussicht ist grandios aber es ist furchtbar windig, am Himmel hängen schwere Regenwolken. Eigentlich kein Wetter für tolle Fotos könnte man denken, aber RAW-Bilder die Fuji X100 bieten enorme Reserven. Zuerst sieht alles blass und fahl aus, aber mit ein paar Kniffen entstehen in Photoshop CS5 schöne Kompositionen in Schwarz & Weiss. Einmal mehr wird klar, schlechtes Wetter ist gutes Fotowetter.

Auf der Erpeler Ley - Fuji X100

Von der Erpeler Ley hat man nicht nur einen schönen Blick ins Wohnzimmer von Thomas Gottschalk, man kann auch die schöne Apollinaris-Kirche sehr gut am anderen Rheinufer erkennen. Herr Gottschalk wohnt “zwei Zentimeter” weiter rheinabwärts also “rechts” der Apollinaris-Kirche. Meines Wissens steht dieses außergewöhnliche Anwesen derzeit zum Verkauf.

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Nach der blutigen Schlacht um die Eisenbahnbrücke bei Remagen stürzte sie schließlich ein, als die amerikanischen Soldaten Panzer und anderes Material über die Brücke an das östliche Rheinufer transportierten. Viele Soldaten starben in den kalten Fluten des Rheins und mir zeigt diese Geschichte einmal mehr wie sinnlos viele Schlachten des zweiten Weltkrieges letztlich waren.

Die Brücke wurde nie wieder aufgebaut. Die Einfahrt zum Eisenbahntunnel unterhalb der Erpeler Ley ist heute mit einem großen Tor versperrt. Von Zeit zu Zeit finden im geschichtsträchtigen verlassenen Tunnel kleine Theateraufführungen statt. Als stumme Zeugen des Wahnsinns sind die beiden Brückenköpfe beiderseits des Rheins geblieben. Wer hier ganz genau hinschaut kann den westlichen Brückenkopf erkennen. Dort ist heute ein Friedensmuseum untergebracht. Im Tal weiter hinten ganz links im Bild befindet sich eine Kriegsgräberstätte.

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Unser Silvesterausflug führt uns weiter nach Altwied, wir kehren in der idyllisch direkt an der Wied gelegenen Laubachsmühle ein (www.laubachsmuehle.de). Frisch gestärkt treten wir eine Stunde später unsere Heimreise nach Bonn an und freuen uns auf einen schönen ruhigen Silvesterabend mit Raclette und vielen kleinen Köstlichkeiten.

Als am Neujahrstag dann Gelegenheit ist die Fotos zu sichten wird mir klar, neben der famosen Nikon D800E ist für mich die supergute Fuji X100 DIE Entdeckung des Jahres 2012!

Fuji Finepix X100

Wer sich für diese tolle Kamera interessiert, findet hier weitere Informationen:


Hochwassertourismus auf zwei Rädern

Das Jahr 2012 neigt sich dem Ende zu und unsere letzte Reise wirkt noch immer nach. Auf meinem Telefon gibt es noch das eine oder andere Foto mit dokumentarischem Charakter. Hier habe ich ein Bild das mein Handgepäck zeigt. Was man hier sieht ist der BOSE Quiet Comfort 15, ein iPad, ein 17″ MacBook, eine Nikon D800E, eine Nikon D7000, eine Panasonic HC-X909, fünf Objektive von 15mm bis 400mm, Polfilter, Infrarotfilter, Ladegeräte, Sensor-SWABs und vieles mehr. Alles hübsch verpackt und sehr einfach durch die Flughäfen dieser Welt zu rollen.

Fotorucksack leicht transportiert

Früher habe ich den Fotorucksack immer auf dem Rücken durch den Flughafen getragen. Da man immer wieder irgendwo herumsteht und auf das warten muss was als nächstes passieren wird, wurde mir der Rucksack regelmäßig zur Last. Am Reiseziel angekommen taten die Schultern weh und ich habe ihn verflucht. Seit der vorletzten Reise mache ich es anders. Es ist ein LOWEPRO Minitrecker AW, dieser Rucksack passt ganz hervorragend so wie er ist in einen kleinen Handgepäck-Koffer. Oben drauf passt ganz wunderbar eine kleine Notebooktasche und den tollen BOSE Kopfhörer kann man auch noch außen dran hängen. So lässt sich die Fotoausrüstung spielerisch transportieren, ganz gleich wie weit die Wege am Flughafen auch sein mögen.

Mein Tipp für Eure nächste Reise!!

Am Samstag den 29. Dezember ist das Wetter überraschend schön. Mein kleiner Flitzer hat schon eine Weile keine Frische Luft mehr gesehen und die Dieselrakete wird in den kommenden Wochen noch reichlich Bewegung finden. Also wagen wir mit meinem silbrigen Kleinwagen einen Ausflug an den Rand der Eifel, nach Ahrweiler. Als wir dort durch die historische Innenstadt schlendern geht über unseren Köpfen ein wunderbares Schauspiel los. Erst bemerke ich es gar nicht, aber als ständig der eine oder andere Passant mit offenem Mund vor mir steht und gebannt mit seinem Handy den Himmel knipst, da muss ich es auch mal tun. Was für eine großartige Abendstimmung, da muss man gar nicht auf Teneriffa sein, hier daheim gibt es das manchmal auch zu sehen. Ok, auf Teneriffa wäre es deutlich wärmer gewesen ;-)

HTC Desire HD - Ahrweiler - Sunset

Eines der Highlights dieser schönen Stadt ist die sehr gut konservierte Stadtmauer mit ihren vielen Toren und Türmen. Sie sind allesamt wunderschön beleuchtet und man kann sogar Teile der Wehrgänge selbst erkunden. Besonders für kleine Mittelalterfans ein tolles Erlebnis!

HTC Desire HD - Ahrweiler - Sunset

In den Schaufenstern gibt es hier und dort witzige Dinge zu sehen. Besonders gefällt mir der Tee mit dem schönen Titel “Wilde Lust” – hier war jemand wirklich äußerst kreativ :-)

Wilde Lust in Ahrweiler

Am nächsten Morgen haben wir den vorletzten Tag des Jahres, es ist bereits am Morgen wieder ein wenig sonnig. Zwar ziehen die Wolken am Himmel dahin als wären sie unterwegs zum Sommerschlussverkauf, aber das schockt uns nicht. Und so sitzen wir schon gegen 11h auf meiner blauen BMW K1200r Sport. Meine Freundin Sandra ist noch gesundheitlich angeschlagen, daher fährt sie bei mir mit und mein weißes “Mädchenmotorrad” bleibt noch eine Weile in der trockenen Garage stehen.

Über Bonn Bad Godesberg und einsame Landstraßen geht es in Richtung Eifel, unser Ziel ist das Café Fahrtwind bei Ahrbrück. Aber als wir uns in der Nähe von Gelsdorf langsam aber sicher der Eifel nähern beginnt es zu regnen. Heute wird das nichts, der Chef im Café Fahrtwind wird heute seinen selbst gebackenen Kuchen leider anderen Bikern verkaufen müssen. Wir biegen links ab und fahren durch die Weinberge bei Dernau hinunter zur Ahr. Kurz vor Ahrweiler sind auf der rechten Seite das Cafeolé und das Restaurant “Barrique & Bier”. Im Barrique sehen wir Licht und es gibt einige Wanderer die gerade auf den Eingang zusteuern. Kurze Zeit darauf steht dampfendes Wildgulasch mit Spätzle und selbst gemachtem Apfelkompott auf dem Tisch. Dazu ein Malzbier, das Leben kann auch im Winter in Deutschland ganz schön sein.

Während draußen ein Regenschauer niedergeht der im April wirklich stilecht wäre, lassen wir es uns gut gehen. Als der Himmel wieder aufklart geht es weiter in Richtung Remagen. Am Rhein entlang genießen wir den Sonnenschein, das Thermometer klettert bis auf 12°C. Bei Oberwinter halten wir kurz an, hier sieht man besonders gut wie viel Wasser der Rhein aktuell mit sich führt. Die Wasseroberfläche scheint zum Greifen nah. Eigentlich geht es über eine kleine Treppe etliche Meter hinab ans Ufer. Doch heute ist diese Treppe schon fast in den Fluten verschwunden.

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Wir verharren ein wenig und genießen die tolle Aussicht auf den Rhein und das Siebengebirge. Es ist schon toll, wir dürfen dort leben wo andere Leute Urlaub machen :-)

Rhein und Siebengebirge bei Oberwinter mit K1200r Sport

Rhein und Siebengebirge bei Oberwinter

Als wir wenig später daheim sind könnte ich noch stundenlang weiter fahren. Aber meiner Freundin ist kalt und sie freut sich auf ein heißes Bad, was will man da entgegnen? Es ist wie eine Naturgewalt der man(n) sich fügen muss :-) Während in meiner Wohnung das Badewasser einläuft, parke ich meine beiden Geschwister so platzsparend wie möglich ein und rolle meinen silbrigen Kleinwagen so dicht wie möglich dagegen.

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Ein letzter Blick ins Cockpit und schon ist die letzte Motorradtour 2012 auch schon wieder Geschichte…

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Fotografieren mit dem Hasselblad Flexbody II

Im ersten Teil dieses Artikels habe Euch vorgestellt wie man mit dem Hasselblad Flexbody fotografiert. Heute will ich ein paar Beispielbilder nachliefern. Die Arbeit mit dem Flexbody ist nicht einfach und es gibt vieles zu beachten damit die Bilder wirklich gelingen. Beim Einstecken und Herausziehen des Edelstahlschiebers sollte man sich schützend vor die Kamera stellen und dieses so gut diese wie möglich gegen das Sonnenlicht abschirmen. Ansonsten kann es passieren, dass man mit dem Edelstahlschieber die Lichtrichtung etwas beiseite drückt und dadurch fieses Streulicth auf den Film fallen kann.

Außerdem ist beim Einsatz von Weitwinkelobjektiven (< 50mm) ein Polfilter mit Vorsicht zu genießen, denn dieser dunkelt die Bildecken ab. Zwischen den Bildern heißt es auch immer wieder, den Edelstahlschieber einzustecken und den Film zu transportieren. Vergisst man den Transport des Films, so hat man später unerwünschte Doppelbelichtungen.

Hier habe ich ein Stück Filmstreifen für Euch auf dem alle Fehler zu sehen sind die man bei der Arbeit mit dem Flexbody machen kann…

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Hat man sich nicht gemerkt ob man den Film weiter transportiert hatte und dreht in “sicherheitshalber” ein Bild weiter, so hat man schnell ein 36cm² großes Stück wertvolles Zelluloid verschenkt. Wirklich unschön sind auch Teilpolarisationen beim Einsatz eines Polfilters. Hier sollte man de Filter entweder nicht ganz schließen oder alternativ auf einen einfachen Graufverlaufsfilter zurückgreifen.

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Hier nun einige Scans die ich mit “etwas Liebe”, dem entsprechenden Filmhalter und einem EPSON Perfection Photo V700 erstellt habe. Als Scan-Software habe ich VueScan benutzt. Die Bilder habe ich von VueScan aus im DNG-Format gespeichert und dann mit Adobe Photoshop CS 5.1 nachbearbeitet und auf 1000 Pixel Seitenlänge verkleinert. Die Bilder zeigen irre viele Details und mit besseren Scanner wie beispielsweise einem Nikon Coolscan 9000 würde man noch deutlich mehr Feinheiten herausarbeiten können.

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Aber bereits bei diesem Bild kann man angesichts der feinen Äste im oberen Bildbereich erahnen was ein Stück Fuji Velvia 50 im Jahr 2012 noch zu leisten vermag. Aber es ist nicht der Film allein! Vergleicht man diese Bilder mit den Ergebnissen aus der etwa 50 Jahre alten Zeiss Ikonta meines letzten Artikels so fällt auf, dass diese Bilder ungleich kontrastreicher und schärfer sind. Dies ist allerdings auch der Tatsache geschuldet, dass ich die Bilder mit Zeiss Ikonta bei fiesem Mittagslicht ohne Streulichtblende und ohne Stativ bei fast geöffneter Blende machen musste. Gibt man sich ein wenig mehr Mühe und achtet auf das perfekte Licht, so läßt sich auch mit der alten Zeiss Ikonta deutlich mehr erreichen.

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Hier sieht man jetzt einen weiten Blick über das Siebengebirge in Richtung Bonn. Im Vordergrund kann man sehr schön die zerklüftete Landschaft erkennen in der über viele hundert Jahre hinweg die Steine für den Bau des Kölner Doms und anderer Bauwerke abgetragen wurden.

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Die der Natur von Menschenhand hinzugefügten ”Narben” sind allerdings aus rein fotografischer Sicht durchaus reizvoll. Zum perfekten Bild fehlt nur noch etwas Bodennebel und ein Einhorn am Ende der Schlucht :-)

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Hier jetzt Bild auf den Drachenfels mit der Ruine der Drachenburg. Dieses Bild ist mit einer “normalen” Hasselblad 500 C/W und einem 110mm “Normalobjektiv” gemacht. Die Kamera stand auf einem Stativ und ich habe die Spiegelvorauslösung verwendet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen,

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Unabhängig v0n der verwendeten Kamera neigt dieses Filmmagazin aber immer wieder zu unschönem Lichteinfall, wie im folgenden Bild zu sehen. Zwar ist der Lichtstrahl nur ganz leicht zu sehen, aber ein “ernst gemeintes” Foto wäre damit trotzdem unbrauchbar. Außerdem ist das Dia leicht überbelichtet, was zu den unschönen blassen Farben geführt hat. Sicher könnte man hier noch einiges ”retten”, aber ich will Euch ja zeigen wie schmal der Grad zwischen der korrekten und falschen Belichtung bei einem Diafilm ist.

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Ein guter Trick um zu einem korrekt belichteten Dia zu kommen ist übrigens ein Testbild mit einer Nikon D800E bei ISO-50. Es klingt paradox und ist auch nicht ganz ernst gemeint, aber gelegentlich ist die D800E sogar als Belichtungsmesser sehr gut zu gebrauchen. Vielleicht ist sie damit der teuerste Belichtungsmesser der Welt, wer weiss das schon…

In den kommen Wochen erwarten Euch Fotos und Videos der wunderbaren Kanareninsel Teneriffa. Dort kann die D800E endlich zeigen was in ihr steckt  und dass sie mehr ist als nur ein Belichtungsmesser für kranke Freaks die im Jahr 2012 noch mit einem Hasselblad Flexbody im Siebengebirge umherirren :-)


Zeis Ikon – Ikonta – Beispielfotos

Am vorletzten Sonntag habe ich gemeinsam mit meiner Freundin Sandra die Ruine der Löwenburg im Siebengebirge erstiegen. Obwohl es fies kalt und windig war, herrschte oben auf der Runie Hochbetrieb. Die mag daran liegen, dass sie seit Beginn der Renovierungsarbeiten nur noch an Sonntagen geöffnet ist. Sandra hatte irgendwie kein gutes Gefühl weil überall Warnschilder standen die glaubten vor tödlichem Steinschlag warnen zu müssen. Also hatte ich etwa 5 Minuten um schnell ein paar Fotos mit der alten Zeis Ikon Ikonta zu schießen. Eingelegt war ein Fuji Velvia 50. Zur Entwicklung habe ich ihn bei Foto Oehling in Mainz abgegeben. Neun Tage später konnte ich ihn dann abholen. Einige der Fotos habe ich für Euch eingescannt und will Sie Euch hier zeigen.

Hier das erste Bild auf dem meine Freundin Sandra zu sehen ist. Sie hielt kurz inne und wagte einen Blick in die Ferne, dann ging es schon wieder abwärts. Etwas windgeschützt hat sie dann weiter unten auf mich gewartet. Hier habe ich mal den kompletten Rand den Dias mit eingescannt. Man sieht dadurch sehr schön, dass die Bildbühne leicht gewölbt ist.

Alle Bilder sind wie immer 1000 Pixel breit oder hoch, einfach in einem neuen Tab öffnen wenn Ihr sie etwas größer anschauen wollt.

Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50 Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50 Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50

Bei schönem klaren Wetter kann man von der Löwenburg aus tatsächlich den Kölner Dom sehen. Diese beiden diskutieren das gerade und sie geht sogar etwas auf die Zehenspritzen um ihn besser sehen zu können. Ob es gewirkt hat, ich denke eher nicht :-)

Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50 Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50 Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50

Zum Abschluß noch ein Bild mit dem Bonner Posttower. Ganz links im Bild sieht man den Turm der Ruine der Drachenburg. Ganz ganz rechts außen sieht man noch das Gästehaus auf dem Petersberg. Dort fanden die beiden Afghanistan-Konferenzen statt. Dort hat Michael Schumacher seine Hochzeit gefeiert und dort genieße ich immer wieder gern den Sonnenuntergang :-)

Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50

Fazit:

Die schöne alte Zeiss Ikon schlägt sich überraschend gut. Einige der Bilder sind leicht verwackelt, das liegt zum Teil am etwas hakeligen Auslöser. Hätte ich ein Stativ und einen Drahtauslöser verwendet, so wären sie sicher nicht verwackelt. Aber das hätte bestimmt Streß mit meiner Freundin gegeben. Sie schimpft ständig mit mir weil sich in meinem Leben alles um die Fotografie dreht, oder um Computer, Musik, Gitarren, Autos, Motorräder, “diesen ganzen Technikscheiss eben”… Vielleicht dreht es sich einfach nur zu selten um SIE?


Das perfekte Stativ – Teil 5

Es hat eine Weile gedauert, aber nun ist er fertig, der fünfte Teil meiner Reihe über Stative für Fotografen und Video-Amateure. Heute wird das Vanguard Alta Pro 263AT mit dem bereits im ersten Teil gezeigten GH-100 Kugelkopf vorgestellt.

Wer sich für diese Kombination interessiert findet hier weitere Informationen:

Sinnvolle Kritik und Verbesserungsvorschläge sind wie immer jederzeit herzlich willkommen :-)

Für alle Freaks hier noch einer der beliebten Screenshots den ich während des Video-Schnitts auf meinem Notebook gemacht habe.

Videoschnitt - Das perfekte Stativ - Teil 5

Videoschnitt – Das perfekte Stativ – Teil 5


Places – Burg Rheinfels bei St. Goar

Heute habe ich ein Video für Euch, dass ich am letzten Wochenende mit meiner Panasonic HC-X909 auf der Ruine der Burg Rheinfels bei St. Goar aufgenommen habe. Dieser Ort ist wirklich ganz zauberhaft und wer ihn nicht kennt und auf der Suche nach schönen Fotomotiven ist, dem kann ich diesen Teil des Rheins nur wärmstens empfehlen! Auf der anderen Rheinseite bietet der Lorelei-Felsen ebenfalls eine tolle Aussicht in das Rheintal. Die kleinen Orte rund um die Burg Rheinfels sind ebenfalls sehr sehenswert. Es gibt viele alte Fachwerkhäuser, urige Kneipen und gemütliche Weinstuben.

Dieses kleine Video war ein Testlauf für die nächste Reise. Ich wollte im wesentlichen ausprobieren wie gut sich Aufnahmen aus der freien Hand unter Verwendung des Bildstabilisators machen. Und ich muss sagen, es sieht gar nicht schlecht aus. Aber wirklich gut eben auch nicht! Ein gutes Stativ ist einfach nicht zu ersetzen. Außerdem stellt das Filmformat einen “normalen” Windows-PC mit MAGIX Video Deluxe MX vor eine enorme Herausforderung. Besonders die hohe Bildwiederholfrequenz von 50 Bildern/Sekunde in voller HD-Auflösung steckt ein einfacher halbwegs moderner PC nicht weg. Der Schnitt dieses Videos war mit MAGIX Video Deluxe MX daher schlicht unmöglich. Das Programm konnte einige wenige Sekunden in der Vorschau abspielen und blieb dann immer wieder hängen.

Die MTS-Dateien habe ich schließlich auf mein 17″ MacBook Pro mit INTEL i7 Prozessor und schneller SSD übertragen. Der Versuch diese “Roh-Dateien” dann mit Final Cut Pro X (FCPX) zu importieren schlug sofort fehl. FCPX kann mit diesem Filmformat nichts anfangen. Also habe ich mir das kostenlose Tool “MediaConverter” installiert und ein Plug-In für HD-Videos nachinstalliert. Damit ließen sich die MTS-Dateien verlustfrei in das Quick-Time-Format neu “verpacken”. FCPX konnte dieses dann importieren, ist aber bei der Arbeit mit diesen Dateien immer wieder abgestürzt.

Also habe ich alle Video-Schnipsel erneut von der Speicherkarte aus der Panasonic HC-X909 direkt in FCPX importiert. Das hat sehr gut geklappt aber auch extrem lange gedauert. Der Hauptgrund ist hier in der Erstellung der Proxy-Medien zu suchen. Diese Medien brauchen außerdem viel Festplattenplatz, aber die Vorschau und der Schnitt laufen danach ganz flüssig. Der Export des fertigen Videos das keine 6 Minuten läuft, hat schließlich auf einem MacBook Pro mit 8-Prozessorkernen (Intel i7) etwa drei Stunden benötigt. Die fertige Videodatei ist knapp 900MB groß, der Upload nach YouTube hat bei mit einer 32 MBit/s (512 KBit/s Upstream)  nochmals etwa drei Stunden benötigt. Alles in allem stecken in diesem Video etwa 6 Stunden Rechen- und Übertragungszeit sowie nochmals etwa 6 Stunden für das Kopieren, Konvertieren, Sichten und Schneiden!

Damit Ihr einen Eindruck davon bekommt wie der Videoschnitt mit FCPX auf dem Mac aussieht, habe ich hier einen Screenshot für Euch. Einfach in einem neuen Reiter öffnen um ihn in der vollen Auflösung zu sehen.

Ein Screenshot vom Video-Schnitt mit Final Cut Pro X


Fotografieren mit dem Hasselblad Flexbody

Welcher begeisterte Fotoamateur hat sich nicht schon einmal eines dieser sündhaft teuren Tilt- und Shift-Objektive gewünscht um die Linien eine Hochhauses bolzengerade abzubilden oder die “unendliche Tiefenschärfe” zu erzielen? Doch diese Objektive sind extrem teuer und sind in der Regel den Profis vorbehalten.

In einer ganz ähnlichen Liga spielt der Hasselblad Flexbody. Allerdings hat man sich bei Hasselblad etwas ganz besonderes überlegt als man den Flexbody konstruiert hat. Statt komplexe neue Tilt- und Shift-Objektive zu konstruieren hat man einfach den Kamerakorpus ersetzt. Bereits bei der Hasselblad SWC (SuperWide-Camera) hatte man einen spiegellosen sehr einfachen Kamerakorpus mit einem festmontierten starken Weitwinken sehr erfolgreich kombiniert. Mit dem Flexbody wurde dann 1995 eine sehr spezielle Kamera präsentiert, die einer Fachkamera recht ähnlich ist, ohne jedoch deren Möglichkeiten in vollem Umfang bieten zu können. Aber man kann das Magazin in den Höhe verschieben und es in recht weiten Bereichen neigen. Außerdem bietet der eingebaute Balgen viel zusätzliche Flexibilität bei der Fokussierung. Nach der Vorstellung des Flexbody musste man sich bei Hasselblad aber auch Kritik gefallen lassen. Denn nicht alle Objektive die für den 6x6cm großen Bildkreis konstruiert sind leuchten bei extremen Einstellungen noch das komplette Bildformat aus. Daher wurde 1997 also nur zwei Jahre später der Arcbody vorgestellt. Diese Kamera ist dem Flexbody sehr ähnlich, beschreitet aber völlig neue Wege. Die herkömmlichen Objektive können nicht mehr verwendet werden, statt dessen wurden drei speziell konstruierte Objektive der Firma Rodenstock vorgestellt. Diese Objektive leuchten in allen Einstellungen am Arcbody stets den vollen Bildkreis aus. Aufgrund der geringen Stückzahlen ist der Archbody noch heute äußerst selten zu bekommen und die Preise bewegen sich zumeist in exorbitanten Regionen.

Kann man mit den leichten Einschränkungen des Flexbody-Modells leben, so bekommt man hier zum halbwegs moderaten Preis ein skurriles Kamerasystem das relativ einzigartig ist.

Hier habe ich zwei wirklich großartige Hasselblad-Publikationen für Euch verknüpft die es bei amazon.de zu kaufen gibt:

Für die Komposition des Bildes benötigt man eine Mattscheibe. Diese gehört zum Lieferumfang. Stellt man die Bildbühne schräg, so ist das Bild das die Mattscheibe produziert ab Winkeln von etwa 10° relativ dunkel. Dies lässt ich korrigieren indem man eine spezielle Fresnel-Linse vor der Mattscheibe einschiebt. Je nach Richtung des Winkels muss man diese Linse von links oder rechts einschieben. Für größere Winkel gibt es zwei weitere Frensel-Linsen. Außerdem steht das Bild welches man auf der Mattscheibe sieht stets auf dem Kopf und ist auch noch seitenverkehrt. Man braucht also ein gewisses Maß an Vorstellungsvermögen bei der Bildkomposition. An die Mattscheibe lassen sich eine Sucherlupe oder ein Prismensucher ansetzen. Mit dem Prismensucher ist das Bild dann seitenrichtig, steht aber noch immer auf dem Kopf, weil es nicht durch einen Schwenkspiegel umgekehrt wird.

Nach der Komposition des Bildes, der Belichtungsmessung und der korrekten Fokussierung wird es spannend. Man schließt den Verschluss durch Drücken des Drahtauslösers. Danach ist das Objektiv lichtdicht. Anschließend nimmt man die Mattscheibe ab, setzt ein Magazin an die Kamera, stellt sicher, dass ein Stück unbelichtetes Filmmaterial aufgezogen ist und entfernt den Schieber aus Edelstahl. Nach einem leisen Klick ist dann das “Bild im Kasten”. Nun heißt es den Schieber wieder in das Magazin zu stecken, das Magazin abzunehmen, die Mattscheibe anzusetzen und den Verschluss wieder zu öffnen. Danach ist man bereit für das nächste Motiv.

Das alles ist relativ komplex und man kann vieles falsch machen. Passt man nicht auf, so hat man seine Bilder häufig doppelt belichtet. Denn das Spannen des Verschlusses und das Transportieren des Films sind zwei getrennte Arbeitsschritte! Außerdem ist extrem wichtig nach dem Auslösevorgang sofort den Edelstahlschieber wieder einzusetzen. Bei einer Hasselblad 500 C/W – also einer Spiegelreflexkamera – hat man einen Hilfsverschluss. Dieser schützt das Filmmaterial und macht eine “normale” Hasselblad damit relativ “Idiotensicher”. Beim Flexbody gibt es das alles nicht, hier fotografiert man ohne Netz und doppelten Boden! Und das ist vielleicht der besondere Reiz den dieses System auf mich ausübt.

Allein bin ich damit übrigens nicht! Beispielsweise bei flickr.com findet sich eine Gruppe von Leuten die dort mit dem Flexbody arbeiten. Schaut mal rein, dieses Bilder zeigen sehr schön, was mit dem Hasselblad Flexbody möglich ist.


http://www.flickr.com/groups/flexbody/pool

Hasselblad Flexbody

Hasselblad Flexbody


Nikon AW100 – Motorradtour im goldenen Oktober

Heute habe ich ein Video für Euch, das ich gestern auf meinem MacBook mit Final Cut Pro X (FCPX) geschnitten habe. Alle “normalen” Sequenzen habe ich mit meiner kleinen “Immer Dabei-Kamera” der Nikon AW100 aufgenommen. Da ich für diese Kamera keine Motorradhalterung habe, gibt es einige “Archivbilder” die ich in diesem und dem letzten Jahr mit meinen GoPro Kameras aufgezeichnet habe. Das Kartenmaterial stammt aus Google Earth. Leider ist das MacBook nicht “stark” genug um den Bildschirminhalt so aufzuzeichnen, dass darauf ein “geschmeidiges” Video wird. Aber ich denke Ihr bekommt trotzdem einen guten Eindruck von der gefahrenen Strecke.

Ich habe alles als GPX-Datei mit meinem TomTom Urban-Rider aufgezeichnet. Wer diese Dateien haben möchte um sich ein paar gute Streckenabschnitten abzuschauen, der kann sich gern bei mir melden. Über Kommentare und Anregungen freue ich mich sehr.

Die Hintergrundmusik stammt komplett aus dem Lieferumfang von Apples “iLive”. Eine Monetarisierung des Videos ist damit leider nicht möglich, YouTube hat bereits kurz nach dem Upload den ersten Content-ID Treffer produziert.


Nikon P7100 – Tipps für bessere Fotos

Es ist Sonntag und das Wetter ist durchwachsen. Da unsere Hirne ein wenig Sauerstoff sehr gut gebrauchen könnten entschließen wir uns zu einem kleinen Spaziergang durch den herbstlich gefärbten Bonner Rheinauen-Park. Viel Gepäck will ich nicht mitnehmen, schließlich ist das Wetter durchwachsen und wir wollen nur einen kleinen Spaziergang wagen.

So oder ähnlich geht es tagtäglich vielen tausend Besitzern kleiner preiswerter Kameras. Man will nicht viel mit sich herumschleppen und glaubt eh nicht daran, dass sich an diesem Tag ein großartiges Motiv bieten wird. Aber bevor man im Falle eines Falles völlig “unbewaffnet” ist, steckt man statt der großen schweren Spiegelreflexkamera eine kleine Kompaktkamera ein. Später daheim werden vielfach die Fotos des Tages angeschaut und die meisten Fotofreunde denken sich “Siehst Du, da hätte ich die Kamera auch daheim lassen können!”

Aber das muss nicht sein! Schaut man sich intensiv um, so findet man oft Motive die mehr oder weniger offensichtlich am Wegesrand darauf warten entdeckt zu werden.

Schauen wir uns doch mal ein paar Beispiele an. Beginnen wir mit einem Negativbeispiel, einem typischen aussagelosen Allerweltsfoto:

Was ist falsch an diesem Bild? Es ist korrekt belichtet, es ist scharf und der Horizont ist gerade? Falsch ist, dass es im Grunde genommen einfach nichts zeigt. Es ist kein Bildaufbau erkennbar und die Ente, oder sind es zwei Graugänse (KEINE ENTEN – Siehe Kommentar von Alex weiter unten…), sind viel zu klein abgebildet. Was könnte man hier besser machen? Schauen wir uns das nächste Foto des gleichen Motivs an.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Hier nun ein Foto mit langer Telebrennweite und extrem tiefer Kameraposition. Durch die relativ lange Telebrennweite gelingt sogar mit dem winzigen Chip der Nikon P7100 eine leichte Unschärfe im Vordergrund und auch im Hintergrund. Das Bild ist im RAW-Modus aufgenommen, durch die Korrekturen während der “RAW-Entwicklung” sind die Farben Satt und leuchtend. Das “Enten-Motiv” ist weit nach rechts gerückt, in den “Goldenen Schnitt”. Dort wohin die Ente schaut ist viel Platz und die Augen des Betrachters folgen diesem Blick unfreiwillig. Man fragt sich was die Ente wohl beäugt haben wird. Und dann diese komischen Füße? Erst beim zweiten Hinsehen fällt auf, das sind zwei Enten in identische Körperhaltung. Durch die Perspektive ergibt sich ein reizvolles “Wechselspiel”.

Welches Foto ist aussagekräftiger und macht Spaß beim Anschauen, das obere Knipsbild oder das reduzierte Foto mit einer erkennbaren Komposition und Bildaussage?

Und weiter geht es mit dem nächsten Foto. Hier geht es nun darum die farbenfrohe herbstliche Stimmung einzufangen. Wie macht man das mit einer kleinen Kompaktkamera? Beginnen wir mit dem gleichen Ansatz wie beim letzten Foto, der tiefen Aufnahmeposition. Dankt des neuen Schwenkdisplays der P7100 lassen sich Bilder bei denen die Kamera fast auf dem Boden liegt sehr einfach realisieren. Man muss sich nicht auf die nasse Wiese legen sondern geht einfach etwas in die Hocke und schon kann man sein Foto komponieren. Das geht mit einer “erwachsenen” teuren Profikamera nicht so einfach!

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Diesmal habe ich im Makromodus auf die braunen Blätter im Vordergrund fokussiert, den Auslöser gedrückt gehalten (AF-Speicher), den Bildausschnitt neu gewählt und dann durchgedrückt bis die Kamera aus gelöst hat. Um Hintergrund ergibt sich eine malerische Unschärfe. Die vielen bunten Blätter tun ein übriges. Die Blätter im Vordergrund “erklären” was man eigentlich sieht. Die Blätter sind verwelkt: “Aha, es ist Herbst!” Die “Horizont” liegt im unteren Drittel des Bildes, in Verbindung mit dem extremen Schärfeverlauf ergibt sich ein ungewöhnliche Foto das die Mehrzahl der Freizeitfotografen so nicht aufnehmen würde.

Bleiben wir beim bunten Herbstlaub und schauen wir uns das nächste Foto an.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Diesmal habe ich auf den Hintergrund fokussiert und durch die tiefe Aufnahmeposition eine extrem Vordergrundunschärfe erzeugt. Der hell gelb leuchtende Strauch ist wieder in den goldenen Schnitt gerückt. Eigentlich ein stimmungsvolles Foto, doch der Ast stört irgendwie? Also versuchen wir es mal mit einem Ausschnitt aus diesem Foto (2000 Pixel breit, einfach anklicken oder in einem neuen Fenster öffnen).

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Der störende Ast ist weg und übrig bleibt ein stimmungsvolles Panoramafoto.

Wir sind an einem Teich und hier ist überall Schilf. Warum versuchen wir es nicht einmal mit einer Makroeinstellung, oder dem was Hersteller von Kompaktkameras als “Makro” versprechen…

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Der Makromodus lässt den Hintergrund in Unschärfe verschwimmen und ein Stückchen Schilf ragt fast in das Objektiv hinein. Im goldenen Schnitt ist ein Wassertropfen. Leider ist es sehr klein, manchmal muss man nehmen was man kriegt. Aber er liegt genau im eng begrenzten Schärfebereich, wodurch die Blicke sehr schön auf ihn gelenkt werden und dieser helle Wassertropfen das Bild dominiert. Alles in allem nicht mehr als ein Beispielfoto. Damit es spannend und wirklich gut wird müsste der Wassertropfen deutlich größer sein. Im Hintergrund noch ein Spinnennetz mit ein paar Tautropfen dran und das Gegenlicht der untergehenden Sonne? Mit diesen “Zutaten”  könnte aus dieser Bildidee ein Spitzenfoto werden!

Die herbstliche Stimmung lässt sich aber auch anders darstellen. Schauen wir uns das nächste Beispiel an.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Der vorderde Felsbrocken liegt ist im goldenen Schnitt positioniert. Der zweite Brocken lenkt dem Blick nach oben links auf die knallig roten Sträucher welche das Pendant zum vorderen Gestaltungselement darstellen. Der kleine Chip der Kamera kommt mit kurzen Brennweiten aus und so ist einfach alles scharf abgebildet. Mit einer Großformat-Kamera wäre solch ein Bild wohl kaum möglich gewesen. Die extreme Tiefenschärfe der Kameras mit kleinen Chips ist oft nervig, aber man kann sie auch gezielt in der Bildgestaltung nutzen.

Kommen wir zu einem weiteren Negativbeispiel. Kaum ist das Laub der Bäume herrlich bunt versuchen viele Fotografen dies in ihren Bildern festzuhalten. Manch einer kennt Fotos wie dieses hier.

Auch dieses Bild zeigt “alles gar nichts”. Es enthält viele Details, ist scharf und dennoch mehr als langweilig. Will man hier ein aussagekräftige Foto aufnehmen so lautet das Moto “Reduktion” und “Ran an das Motiv”, vielleicht so wie im nächsten Beispiel.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Im Gegenlicht aufgenommen leuchtet das Blatt in wunderschönen roten Farben. Es gibt ein aufsteigende Diagonale die das Auge zum oben liegenden Schwerpunkt des Bildes lenkt. Eine Waagerechte und eine Senkrechte treffen (fast) im goldenen Schnitt mit der Diagonalen zusammen. Die von Raupen gefressenen Löcher erklären dem Betrachter die Vergänglichkeit des Motivs.

Eine weitere beliebte Aufnahmetechnik ist es, mit der Kamera während der Aufnahme zu “zittern” um so ein künstliche Bewegungsunschärfe zu erzielen. Das Ergebnis ist ein malerisches Farbenspiel das dem Betrachter zunächst ein Rätsel aufgibt, sich dann aber nach und nach erklärt.

Sample Picture - Beispielfoto - Nikon P7100

Ist man im Herbst an einem Teich unterwegs, so liegen im flachen Wasser am Ufer meist viele schöne bunte Blätter. Hier kommt wieder das schwenkbare Display der P7100 zum Einsatz. Man kippt das Display nach unten und hält die Kamera am ausgestreckten Arm lotrecht über das Wasser am Ufer. Fertig ist das wunderbare Farbenspiel.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Kommen wir zum nächsten Tipp, dem Aufnahmestandort. Das erste Beispielfoto zu diesem Thema ist grundsätzlich ganz ok. Die Farben sind schön und es zeigt eine herbstliche ruhige Parklandschaft. Die kleine Insel ist im goldenen Schnitt platziert und im Vordergrund gibt es einige herbstliche gelbe Blätter.

Doch gehen wir einfach mal ein paar Schritte zur Seite und prompt finden wir knallig rote knochigen Zweige im Vordergrund.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

In Verbindung mit den bei der RAW-Entwicklung gepushten Farben ergibt sich eine wesentlich spannendere Komposition, obwohl es grundsätzlich das gleich Foto ist!

Weiter geht es mit der Arbeit an einem eigenständigen Motiv, hier ein unspektakuläres Denkmal. Zuerst das Negativbeispiel, ein Knipsbild aus zu großer Entfernung, das Motiv ist mittig positioniert, langweiliger geht es kaum noch und schief steht der Turm auch noch…

Gehen wir mal näher ran, verwenden den RAW-Modus und geben der tristen Stimmung durch einen nachträglich geänderten Weißabgleich etwas mehr “Herbst-Charakter”.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Das ist schon etwas besser, aber auch nicht wirklich gut. Wie wäre es, wenn wir dieses Bild in Photoshop öffnen, die Ebene verdoppeln, mit dem Gaußschen Weichzeichner bearbeiten und dann über eine Ebenenmaske den Turm wieder herausarbeiten? Versuchen wir es mal…

Beipielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Das Ergebnis wirkt ein wenig wie beim derzeit so beliebten “Miniatureffekt”, aber dieser ist hier partiell auf die Baumkronen beschränkt. Das Laub am Boden ist perfekt scharf abgebildet, ach ja, eine künstliche Vordergrundunschärfe haben wir auch erzielt. Das Auge des Betrachters ist zunächst ein wenig verwirrt und wer sich nicht auskennt, dem wird nur auffallen wie deutlich sich jetzt das Denkmal vor seiner Umgebung absetzt. Kein schlechter Trick!

Aber dennoch ist die Perspektive statisch und langweilig. Versuchen wir noch einmal die Stärken der Kompaktkamera für uns zu nutzen. Mit Klappdisplay und “unendlicher Tiefenschärfe” suchen wir uns eine ungewöhnliche Perspektive. Das Bild das jetzt entsteht ist völlig neu und hat mit unserem oberen “Negativbeispiel” nichts mehr zu tun.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Und weiter geht es… Nun stehen wir auf einer kleinen Brücke und blicken hinüber zum Posttower. Die Spiegelungen im Wasser sind ganz nett, der Bildaufbau ist ok, aber die Farben sind blass und langweilig. Hier wird man auch mit Tonemapping und anderen Tricks nichts ausrichten können, oder doch?

Ein paar Meter weiter ist eine Wand aus schwarzem Lavagestein das sehr wahrscheinlich aus der nahegelegenen Eifel stammt. Im Laufe der Jahre haben sich hier Flechten angesiedelt und geben der Oberfläche des dunkeln Steins ein “Gesicht”. Wie wäre es, wenn wir einfach mal beiden Fotos in Photoshop übereinander legen und mit dem “Mischmodus” der Ebenen experimentieren?

Das Ergebnis könnte aussehen wie hier:

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Mit einem einfachen Trick haben wir dem langweiligen strukturlosen Himmel eine Struktur gegeben, die viele Betrachter zunächst irritieren wird. “Ist es ein Foto oder gemalt?” werden sich ungeübte Betrachter fragen. Auch kein schlechter Trick!

Weiter geht es mit der Fotografie von Personen. Ist Man(n) mit seiner Frau unterwegs, so wird diese in der Regel bevorzugt abgelichtet. Ganz gleich wie fotogen sie auch sein mag, nicht jede Perspektive ist auf anhieb erfolgreich. Und wieder ein Negativbeispiel. Das Motiv steht stocksteif in der Gegend und ist viel zu weit weg.

Gehen wir einfach mal ran an unser Model und bitten es doch einfach nur mal die Füße voreinander zu setzen. Schon sieht unser Foto deutlich besser aus…

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Zudem haben wir unser Model im goldenen Schnitt positioniert, das “Geländer” verläuft sich schön in der oberen linken Bildecke und der Wasserfall im Hintergrund sorgt für Abwechslung. Es geht sicher noch besser, aber es ist ja auch nur ein Beispiel. Hier sind eben der Kopf und die Kreativität gefragt!

Damit wären wir am Wasserfall angekommen. Ein Stativ haben wir nicht dabei und ich bekomme die Frage gestellt, wie man dieses Wasser so fotografiert, dass es verwischt und unscharf ist. Nun ist die Kenntnis der Möglichkeiten der Kamera gefragt! Wer seine Nikon P7100 kennt der weiß, dass sie einen integrierten elektronischen “Graufilter” hat. Zuerst aktivieren wir dieses Feature. Dann stellen wir die niedrigste ISO-Empfindlichkeit ein (ISO-100). Danach wählen wir die Zeitautomatik (A) und drehen am vorderen Rädchen der Kamera bis bei leicht gedrücktem Auslöser auf der Rückseite im Display die kleinste Blende angezeigt wird. Der größte Blendenwert, ergibt hierbei die kleinste Blendenöffnung und damit die längste Belichtungszeit. Dann aktivieren wir das Bracketing mit 5-Bildern und 0.7 EV Unterschied zwischen den Bildern. Danach wird noch der Selbstauslöser der Kamera mit einer Vorlaufzeit von 10 Sekunden aktiviert. Nun sind wir startklar! Mit abgeklapptem Display versuchen wir die Kamera irgendwo abzulegen, da wir sie absolut erschütterungsfrei auslösen wollen. Dann betätigen wir vorsichtig den Auslöser, die Kamera piepst und nimmt eine Belichtungsreihe mit fünf “unterschiedlich hellen” Fotos auf.

Später am Computer öffnen wir diese Bilder mit einem HDR-Programm wie beispielsweise Photomatix Pro und erstellen aus der Belichtungsreihe ein aussagekräftiges HDR Bild.

Beispielfoto - Sample Picture - HDR - Nikon P7100

Schauen wir uns noch ein zweites Foto mit verwischtem Wasser an, diesmal kein HDR.

Hier fällt sehr störend auf, dass die Kamera schief steht und der unter gestalterischen Aspekten korrekt positionierte Posttower umzustürzen droht. Hier hilft die Korrektur der Perspektive beispielsweise in Photoshop.

Beispielfoto - Sample Picture - HDR - Nikon P7100

Nun steht zwar der Turm schön gerade, aber die Farben sind blass und matt. Jetzt zum Vergleich ein HDR aus wieder aus 5 Einzelbildern erstellt wurde. Die Farben sind deutlich kräftiger und das Bild wirkt insgesamt reizvoller. Streiten kann man sich nun über das “Gestrüpp” im Vordergrund. Hier lohnt es sich entweder ein kleines Stativ in die Jackentasche zu stecken oder die lästigen Grashalme einfach weg zu zupfen. Ich habe den Grashalm hier mal stehen gelassen. Erscheint er doch aufgrund der Perspektive deutlich größer als der etwa  100 Meter hohe Posttower :-)

Damit wäre ich mit meinem kleinen Tutorial für bessere Fotos mit einfachen Kameras am Ende. Wer Anmerkungen machen möchte ist herzlich eingeladen die Kommentarfunktion zu verwenden. Das geht auch völlig anonym.

Zwei sehr interessante locker und leicht verständlich geschriebene Bücher zu diesem Thema möchte ich Euch auch noch empfehlen:

Die Nikon P7100 gibt es aktuell bei amazon.de für ganze 359,- Euro zu kaufen!


Indian Summer in Deutschland

Pünktlich zum Wochenstart habe ich ein neues Video für Euch! Eigentlich wollte ich über die Autobahn nach Mainz, aber dann war da wieder richtig viel los, so dass ich kurz vor Koblenz abgefahren bin. Ein paar Kilometer später war ich dann schon unten an der Mosel. Das Navigationssystem wollte mich immer zurück auf die A61 schleusen, aber ich habe es konsequent ignoriert. So bin ich dann im wunderschönen Cochem an der Mosel gelandet. Kurz darauf gibt es eine Brücke über die Mosel. Hinter der Brücke bin ich der Mosel noch ein paar Kilometer gefolgt und dann in ein schönes Tal abgebogen das ich schon oft mit dem Motorrad gefahren bin.

Meine kleine GoPro HD HERO 960 hatte ich auf dem Beifahrersitz liegen. Eigentlich hatte ich sie eingesteckt um in der kommenden Woche mal ein paar Aufnahmen mit meiner BMW K1200RS zu machen. An der Mosel war es dann so zauberhaft, dass ich die kleine GoPro ganz ohne Gehäuse usw. einfach mal eingeschaltet und ein wenig damit herum gespielt habe.

Mal habe ich sie aus dem Fenster gehalten, dann auf die Mittelkonsole gelegt, auf das Armaturenbrett, wie der aus dem Fenster, neben den Spiegel, eben alles was mir so eingefallen ist. Irgendwann bin ich versehentlich falsch abgebogen und wieder hin in Richtung Mosel gefahren. Die Straße ist krass und voller Spitzkehren. Also war ich nicht wirklich böse wegen dieses kleinen Versehens. Am Ende der Straße konnte ich dann anhalten und wenden. Bei diesem Stopp habe ich dann ein wenig im Kofferraum gekramt und tatsächlich in einer Tüte die Scheibenhalterung für diese kleine GoPro Kamera gefunden. Mit einem Taschentuch und ein wenig Spucke ließen sich dann sowohl der Kotflügel säubern als auch die GoPro sicher befestigen. Samt Kamera ging es dann mit Vollgas die Serpentinen wieder hinauf, was für ein Spaß.

Später habe ich die Kamera mal auf dem Glasdach montiert und den Rest des Weges bis zu einem McDonalds “Restaurant” aus dieser Perspektive gefilmt. Das Wetter war kalt und frisch, aber dadurch war die Aussicht großartig und die Farben der Bäume ganz wunderbar. Noch eine Woche und der Herbst ist voll da!

Mein Tipp für das nächste Wochenende:

Schnappt Euch einen Polfilter und eine Kamera dazu und geht mal im Wald spazieren!

Das Video habe ich auf meinem 17″ MacBook Pro mit Final Cut Pro X geschnitten. Dieses Notebook hat schon eine i7-CPU und damit läuft der Videoschnitts sehr flüssig. Das macht Spaß!

Was gar keinen Spaß gemacht hat ist, dass beim Herausnehmen der Speicherkarte aus dem Kartenleser mein schöner Mac voll abgestürzt ist. Er hat kurz danach  neu gestartet, aber meine lokale iTunes Mediathek ist jetzt komplett zerstört und ich muss sie neu aufbauen. Das ist total ärgerlich, so dass ich meinem Frust eben bei Facebook erst einmal Luft machen musste. Apple bewirbt seine Produkte als wären sie das Beste seit dem Urknall und immer wieder gibt es Situationen in denen sich zeigt, dass auch dieser Konzern nur mit Wasser kocht. Da reden fesch gestylte hippe Verkäufer den Kunden diese MacBooks schön, aber haben selbst noch nie mit einem wirklich gut konfigurierten Windows 7 PC gearbeitet.

An Tagen wie diesem geht mir dieser fast religiöse Apple-Kult wieder einmal total auf die Nerven. Ok, die Dinger sehen gut aus, aber sie haben die gleichen Fehler und Schwachstellen wie die Produkte anderer Hersteller auch. Umso unglaublicher  mutet es da an, wie Millionen von “Apple-Jüngern” genau diese Fehler tagtäglich zu ignorieren verstehen. Entweder sind sie blind, oder die Marketing-Gehirnwäsche hat bei ihnen funktioniert. :-)

GoPro HD HERO

Wer sich selbst einmal an einem solchen Video versuchen möchte der könnte sich die neuere Version der GoPro kaufen. Dieses Video habe ich mit der inzwischen schon recht betagten HD HERO 960 in der Auflösung 720p aufgenommen. Dieses Modell hat einen sehr ausgeprägtes Weitwinkelobjektiv. Mit  der GoPro HD HERO 1080 sehen die Videos etwas weniger nach Fisheye aus. Die neueste Version dieser Kamera liefert bei wenig Licht sichtbar rauschärmere Bilder. Außerdem ist der Kontrastumfang des neuen Modells etwas höher, so dass helle Wolkenpartien weniger stark überstrahlt aussehen werden als in meinem Video.

Die GoPro HD HERO 2 gibt es bei amazon.de aktuell in der Motorsports-Edition ab 280,- Euro.

Filmmusik

Bevor ist es vergesse, in diesem Video habe ich erstmals Musik von www.monkeyecho.de verwendet. Wirklich cool und groovy ist das – Danke Stefan!!


Nikon AW-100 – Der ideale Begleiter für Motorradfahrer

 

Nikon Coolpix AW-100 (AW100)

Zur Nikon AW-100 habe ich bereits mehrere Artikel verfasst. Heute möchte ich Euch ein kurzes Video vorstellen, dass ich eben auf meinem 17″ MacBook Pro mit Final-Cut-Pro-X erstellt habe. Mit dieser Apple-Software stehe ich derzeit noch ziemlich auf Kriegsfuß, denn es ist einfach alles ganz anders als bei dem Programm mit dem ich mich gut auskenne: Magix Video-Deluxe-MX.

Doch je länger man sich mit Final-Cut-Pro-X (FCPX) beschäftigt umso leichter geht die Arbeit damit von der Hand.

Gestern war der Tag der Deutschen Einheit und ich habe den schönen Tag für eine Motorradtour zu Orten genutzt an denen ich niemals zuvor gewesen bin. Orte wie Pirmasens kannte ich bislang nur aus dem Radio, ein Vorstellung davon wo dieser Ort liegt und wie es dort aussieht hatte ich bislang nicht. Oder Bad Dürkheim, Ludwigshafen, Kaiserslautern, ist jemand von Euch schon einmal dort gewesen??

Ich jedenfalls nicht und so habe ich mir gedacht, dass es zum Tag der Deutschen Einheit sehr gut passen würde eine wenig “Heimatkunde” zu betreiben. Zwischendurch habe ich immer mal wieder angehalten und die kleine Nikon AW-100 aus der Brusttasche gefischt. Schnell ein paar Video-Schnipsel aufgenommen und wieder ging es weiter. Heute ist dann in Verbindung mit einem neuen Musikstück, des von mir überaus geschätzten Elektronik-Pioniers Gereon M. Hillebrand (www.gerimusic.com), ein kurzes Motorradvideo entstanden.

Wer nicht auf Motorradvideos steht kann trotzdem schauen wie sich die preiswerte kleine Nikon AW-100 im Video-Modus schlägt. Ich bin von den Qualitäten dieser kleinen Kamera immer wieder überrascht. Ein wenig schade ist es jedoch, dass sie nur mit 30 Bildern/Sekunde filmen kann. Meine Nikon D7000 filmt mit 23,97 Bildern/Sekunde und andere Kameras wiederum mit 15, 24, 25, 50 oder gar 60 Bildern/Sekunde. Das alles zu einem Video zu verarbeiten das später auch noch”flüssig” läuft ist kaum möglich. Daher muss man beim Einsatz mehrerer unterschiedlicher Kameras im Vorfeld genau überlegen welche Kameras man verwenden will und mit welcher Framerate man arbeiten möchte! Tut man dies nicht, so steht man später beim “Multi-Cam-Editing” von großen Problemen die sich wenn überhaupt, meist nur sehr zeitaufwändig lösen lassen.

Hier nun das Video…


Nikon D800E – At Low Light

Heute habe ich mein erstes Video für Euch. Es ist bereits vor einigen Wochen an einem schönen Sommerabend spät abends südlich von Mainz entstanden. Alle Videosequenzen habe ich mit einem Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm aufgenommen. Die D800E stand dabei auf einem kleinen leichten Manfrotto-Stativ. Beim Starten und Stoppen der Aufzeichnung hat dieses kleine leichte Ding ordentlich gewackelt, daher musste ich bei jeder Sequenz einige Sekunden an Anfang und Ende wegschneiden. Die letzten Szenen sind teilweise voll in die Sonne “geschossen”. Hier habe ich den Belichtungsmesser krass korrigiert, teilweise um -3.0 EV. So wurden die Wolken schön dramatisch dunkel und die Sonne ist noch halbwegs ordentlich konturiert.

Nikon D800E & Nikon AF_S VR 2.8/70-200mm / Nikon TC17-E II

Von der Qualität des Videos bin ich begeistert. Die D800E hat teilweise mit ISO 1600 gearbeitet und dennoch sieht das Ergebnis wirklich gut aus.

Warum ISO1600, das mag sich jetzt der eine oder andere fragen. Der Typ hat doch ein Stativ benutzt, da kann er doch auch ISO100 einstellen?? Die Lösung dieses kleinen Technikrätsels ist ebenso einfach wie einleuchtend. Fotografiert man mit der D800E und hat ein Stativ, so kann man praktisch immer mit ISO 100 arbeiten und hat so einfach die beste erzielbare Qualität. Filmt man jedoch mit der D800E, so liegen die Dinge etwas anders! Hier müssen zwischen 24 und 30 Bilder je Sekunde aufgezeichnet werden. Da wird klar, dass die kürzeste Belichtungszeit  eben 1/30s sein muss. Hat man zu wenig Licht um bei 1/30s noch ein brauchbares Bild zu erhalten, so muss man die Empfindlichkeit des Chips erhöhen, sprich das gelieferte Signal kräftig verstärken. Eine andere Wahl hat man leider nicht. Und genau das ist das Problem mit dem Kameras zu kämpfen haben, die im Gegensatz zur D800E nur einen winzig kleinen Chip verwenden. Filmt man beispielsweise mit einem Handy im letzten Abendlicht, so kann man sich drehen und wenden wie man will, das Ergebnis wird immer nach einem Handy-Video aussehen.

Die Nikon D7000 liefert bei wenig Licht schon recht brauchbare Ergebnisse. Wer mag kann sich einige meiner letzten Unboxings auf meinem YouTube-Kanal anschauen. Sie sind zum Großteil mit einer D7000 bei normalem Lampenlicht aufgenommen.

Im direkten Vergleich setzt die D800E hier nochmals “kräftig einen oben drauf”.  In der Werbung heißt es, die D800 würde Videos in “Broadcast Quality” liefern und ich weiß nun, das ist nicht gelogen! Wer ganz krass drauf ist, der kann sogar den unkomprimierten Video-Stream am seitlichen HDMI-Ausgang abgreifen und versuchen die Datensintfluten irgendwie aufzuzeichnen. Inzwischen gibt es dafür Lösungen die mit pfeilschnellen SSD-”Festplattten” arbeiten. Diese Dinger kosten allerdings etwa 1 Euro je Gigabyte. Will man damit etwa 10 Minuten Full-HD Video in unkomprimierter Form aufzeichnen, so sind das etwa 256 Gigabyte. Die anfallenden Kosten wären damit bei 256 Euro, das sind etwa 25 Euro je Minute Videofilm!

Angesichts dieser kleinen Schätzung ist man dann doch froh, dass die D800E den “Video-Wahnsinn” serienmäßig und ohne weiteres Zutun in komprimierter Form auf einer billigen SDHC-Karte zu speichern vermag.

Letztlich bleibt die unkomprimierte Speicherung derzeit etwas für die absoluten Profis. Wer mit der D800 einen professionellen Videofilm, vielleicht einen Werbespot oder ein Musikvideo produzieren möchte, der wird vielleicht eine unkomprimierte Speicherung erwägen. “Normale” Menschen werden mit dem serienmäßigen Ergebnis aber sehr zufrieden sein.

Für alle die es noch nicht kennen habe ich hier mein Unboxing zur Nikon D800E, das ich mit einer Panasonic HC-X909 aufgezeichnet habe.

Hier ein Tutorial das ich mit der D7000 aufgenommen habe.

Zum Vergleich hier eine ähnliche Lichtsituation und ein Video aus einer Nikon P7100 deren Chip etwa 25% der Fläche des Chips der Nikon D800 misst. Die Bildqualität ist sichtbar schlechter!


Mit vier BMWs durch das Sauerland

Auch wenn der Wetterbericht nicht viel Gutes verheißt, es ist das erste und letzte Wochenende an dem mein Bruder, mein Schwager, meine Freundin und ich gemeinsam die Zeit für eine ausgedehnte Motorradtour finden. Es soll kreuz und quer durch das Sauerland gehen. Bereits als kleiner Bub habe ich viel Zeit bei der Oma in Scharfenberg bei Brilon verbracht. Noch gut erinnere ich mich an die “Sommerfrischler” die meine Oma von Jahr zu Jahr im eigenen Haus beherbergte und verköstigte. Sommerfrischler, das waren meist Gäste aus Holland. Besucher aus dem Land ohne Berge die einmal im Jahr etwas anderes sehen wollten als Deiche und plattes Land.

Morgenstimmung am Möhnesee

Unter ihnen war auch die Familie Mulder. Während ich noch die Grundschule besuchte haben wir immer wieder die  Sommerferien im Haus dieser Familie in Den Helder an der Nordsee verbracht. Die Mulders haben während dieser Zeit bei meiner Oma gewohnt. So hatten wir Kinder Strand und Sonne und die Mulders sonnige Tage in einem wunderschönen Mittelgebirge.

Beim Gedanken an eine Motorradtour durch das Sauerland rümpfen hartgesottene Alpen-Biker schnell die Nase. Aber wer dieses schöne Fleckchen Erde erst einmal kennen gelernt hat, den zieht es immer wieder dorthin.

Warten auf die anderen Biker

Als Ausgangspunkt für unserer Reise haben wir uns das kleine Café an der Staumauer des Möhnesee ausgesucht. So haben wir alle eine recht moderate Anreise zu bewältigen. Sandra und ich entscheiden uns für die Autobahn. Sie sucht sich heute wieder mein Mädchenmotorrad aus, eine BMW K1200r Sport mit 163 PS. Ich entscheide mich für meine 11 Jahre alte BMW K1200RS mit “nur” 131 PS. Mein Bruder wird mit seiner BMW R1150R (86PS) anreisen und meine Schwager wird seine wunderschöne chromblitzende BMW R1200C Classic (61PS) ausführen. Gemeinsam haben wir damit fast 5 Liter Hubraum, 12 Zylinder und satte 442 PS. Das alles bei einem Benzinverbrauch von etwa 24 Litern/100km und einem Gesamtgewicht von ca. 1000 KG – Nicht schlecht!!

BMW R1200C Classic

Um kurz nach 11h sind wir vollzählig und es geht los. Mein Bruder hat die Tour daheim am PC geplant und die Route in sein Garmin GPS übertragen. Er kennt sich hier gut aus und so ist er der Anführer unserer Truppe. Sobald Kurven in Sicht sind “verlässt” er uns und wartet auf der nächsten Gerade bis wir auch da sind. Gern würde ich mal so richtig den Hahn aufreißen, aber wenn man in einer Gruppe fährt muss man lernen sich zusammen zu reißen. Auch wenn es schwer fällt, aber so habe ich als “Schlusslicht” meine Freundin und meinen Schwager stets im Blick. Ich kann mich auf die reizvolle Landschaft konzentrieren und muss nicht im Spiegel schauen “wo sie denn bleiben”. Das hat auch was und ist auf Dauer sehr entspannt. Man kann auch Spaß haben wenn man nicht am Limit fährt!

Am Nachmittag gibt es eine Pause am am Sorpesee. Hier hole ich kurz meine Nikon AW100 “Immer-Dabei-Kamera” heraus und lichte für Euch die vier so verschiedenen Motorräder ab.

Schauen wir mal was wir da haben… Zuerst der moderne Klassiker, eine R1150R mit einem klassischen Boxermotor. Halt, so ganz klassisch ist er gar nicht mehr! Dank elektronische gesteuerter Einspritzanlage, geregeltem 3-Wege-Katalysator und Doppelzündung ist es ein sehr modernes Triebwerk. Lange Jahre bin ich etwas ganz ähnliches gefahren. Doch schließlich ging es mir auf den Geist, dass praktisch keine Werkstatt in der Lage war diesen Motor so einzustellen, dass beide Zylinder völlig synchron arbeiten. Das Ergebnis waren stetige Vibrationen die zwar “typisch” sind, die mir aber irgendwann einfach auf den Geist gegangen sind. Danach brach für mich nach langen Jahren mit verschiedenen Boxer-Motoren die Ära des “4-Zylinders” an.

BMW R1150 R

Hier haben wir einen dieser Vertreter. Eigentlich war dieses Motorrad für mich gedacht. Doch wegen der niedrigen Sitzbank und des entspannten Superbike-Lenkers wurde es dann mein “Mädchenmotorrad”. Wirklich viel bewegt habe ich dieses krasse Ding in den letzten Jahren nicht, meist ist meine Freundin damit unterwegs… Da ich irgendwann auch mal mit solch einem Geschoß fahren wollte, habe ich mir schließlich das gleiche Ding ein zweites Mal gekauft, allerdings in “Blau”. Hier habe ich ein kleines Video das ein wenig vermittelt wie das Fahrgefühl mit diesem krassen Ding ist.

BMW K1200r Sport

Dieses Geschoß geht ab wie die Hölle, das Triebwerk katapultiert die Fuhre in wenigen Sekunden auf bis zu 260 km/h. Dies ist indes ein Wert von eher theoretischem Nutzen. Bei 260 km/h ist der Lärm unmenschlich, der Winddruck abartig, die notwendige Sitzhaltung eine Katastrophe. Dieses Ding kann zwar schnell fahren, aber es macht keinen wirklichen Spaß. Die Domäne dieser Maschine ist eher die satte Beschleunigung aus dem “Drehzahlkeller”. Im 4. oder 5. Gang hängt sie auf kurvigen Landstraßen gierig am Gas und zaubert mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Eine geniale Fahrmaschine und bislang das beste Motorrad das ich je gefahren bin. Auch wenn es nach Meinung eingefleischter BMW-Fans gar keine echte BMW ist, denn eine echte BMW “muss einen Boxermotor haben”! Naja…

Kommen wir zur R1200C Classic. Dieses Motorrad erregte vor einigen Jahren weltweites Aufsehen als James Bond damit vor einem Hubschrauber voller Bösewichter floh. In der Classic-Edition hat BMW hier verchromte Speichenräder verbaut. Dieses Motorrad ist ein Albtraum für jeden Biker mit “Putzfimmel”. Blitz blank sauber geputzt, ist sie eine echte Augenweide.

BMW R1200C Classic

Im Gegensatz zu anderen modernen Boxermotoren leistet dieses Aggregat “nur” 61 PS. Das erscheint auf den ersten Blick wenig zu sein, aber es reicht völlig für einen entspannten Ritt über wundervolle einsame Landstraßen. Dieses Motorrad ist eine BMW für Genießer. Wer sich für dieses Maschine entscheidet fährt eine “Harley aus Bayern” die nicht liegenbleibt und die die Blicke der Passanten nicht wegen einer ohrenbetäubenden Geräuschkulisse auf sich zieht. Dieses Motorrad ist zeitlos elegant und es ist wirklich schade, dass es nicht mehr hergestellt wird!

Kommen wir zu einer ganz anderen BMW, der K1200RS. Mit der K-Reihe hat BMW nach Jahrzehnten neue Wege beschritten. Die Motorräder der K-Reihe hatten einen liegend eingebauten Motor mit drei oder vier Zylindern. In Fahrtrichtung war links der Zylinderkopf und rechts die Kurbelwelle. Von oben wurden die Motoren mit zündfähigem Gemisch beatmet, nach unten ging es in eine ebenso einfach wie effizient konstruierte Auspuffanlage.

Wegen der sehr gewöhnungsbedürftigen Erscheinung dieser Motorkonstruktion hatte diese Baureihe schnell einen Spitznamen: “Flying Brick” – “Fliegender Ziegelstein”.

Wirkliche Erfolge konnte BMW mit dieser in sich völlig logischen und einzigartigen neuen Konstruktionsweise hingegen nicht feiern. Eingefleischte Fans kauften weiterhin Modelle mit Boxermotoren. Dies änderte sich erst, als die Designer begannen den hässlichen Ziegelstein in einer Vollverkleidung zu verstecken. Im Jahr 1996 erschien die BMW K1200RS. Ein Sporttourer mit engem Kniewinkel und bärenstarkem Motor. Dieses Triebwerk konnte in der offenen Version satte 131PS mobilisieren, das hatte es bei BMW nie zuvor gegeben. Doch die Konstrukteure waren zu spät. Die Konkurrenz aus Japan und Italien hatte bereits sportlichere Motorräder mit deutlich höherer Motorleistung im Angebot.

Doch diese Variante des fliegen Ziegelsteins fand nach und nach doch ihre Fans. Im Jahr 2001 wurde das Motorrad ein wenig überarbeitet. Die Sitzposition ist weniger sportlich und das Design etwas gefälliger. Gebaut bis zum Jahr 2005 ist sie heute ein Meilenstein der Motorradgeschichte.

BMW K1200RS - Flying Brick - Fliegender Ziegelstein

Mein Exemplar dieses Motorrades ist aus dem Jahr 2001, also eines der ersten Exemplare der überarbeiteten Baureihe. Der Tacho zeigt mittlerweile über 100.000 Kilometer an. Doch dank guter Pflege sieht sie noch immer fast aus wie neu. Ich habe diese Maschine vor einigen Wochen für etwas über 3.000 Euro erstanden und sie macht mir immer wieder richtig viel Spaß. Im Gegensatz zur neueren K1200r Sport entfaltet der Motor seine Kraft sehr ruhig und gleichmäßig. Man kann ohne Probleme mit 1.500 U/min durch eine Ortschaft zuckeln und am Ortsausgang ohne zu schalten auf bis zu 240 km/h beschleunigen. Das reicht für alle Lebenslagen, lediglich das mit fast 300 Kilogramm hohe Gewicht bekommt man immer wieder deutlich zu spüren. Diese Maschine ist weniger quirlig als die neuere K1200r. Besonders mit einem AC Schnitzer Superbike-Lenker ist das Handling des neueren Model fast so spielerisch wie bei einem Fahrrad. Fahrer der älteren K1200RS müssen hier schon mal richtig “arbeiten”. Besonders auf den ersten Kilometern ist mir dies mit der alten K1200RS schwer gefallen. Aber es lag an den Reifen! Seit sie mit zwei neuen Michelin Pilot Road 3 (MOR3) bestückt ist, fährt auch dieses Motorrad “wie auf Schienen”.

Unsere Route habe ich mit meinem TomTom Urban Rider mitgeschnitten und hier für Euch ein wenig aufbereitet. Wer die originale GPX-Datei haben möchte, der kann sich einfach bei mir melden.

Beginnen wir mit der Übersicht. Man sieht die Anreise von Bonn aus über die A59, A3, A1 und A44 bis zum Möhnesee. Nach der Runde trennen sich unsere Wege in der Nähe von Brilon und wir fahren über Meschede und Olpe auf der A4 zurück nach Bonn.

Sauerland Tour - Übersicht

Hier die ersten schönen Abschnitte der Tour im Detail.

Sauerland Tour - Details

Sauerland Tour - Details

Am Nachmittag machen wir etwas östlich von Brilon an einem sehr schön gelegenen Bikertreff Rast.

Sauerland Tour - Details

Die Aussicht ist wunderbar.

Sauerland Tour - Details

Benzingespräche und heißen Kaffee am Bikertreff

Der Blick über das Sauerland

Als wir mit hereinbrechender Dunkelheit daheim in Bonn ankommen sind wir beide ziemlich geschafft. Hinter uns liegen fast 11 Stunden auf dem Motorrad und rund 500 Kilometer. Zieht man etwa 250 Autobahn-Kilometer ab, so bleiben rund 250 Kilometer auf kleinen kurvenreichen Landstraßen mit überwiegend gutem Straßenbelag und recht wenig Verkehr. Das Sauerland lässt das Biker-Herz schneller schlagen. Nach dieser Tour verstehe ich einmal mehr warum meine Oma so oft Besuch aus Holland hatte :-)

So unterschiedlich unsere vier BMWs auch sind, alle bringen Spaß. Sie sind gut verarbeitet, vermitteln eine sicheres Gefühl und sind in praktisch allen Lebenslagen gut beherrschbar. Bremsen, Fahrwerk, Bedienelemente, alles ist auf einem hohen Qualitätsniveau. Und einmal mehr wird klar, dass man für eine schöne Tour keine 163 PS haben muss, man kommt auch mit “nur” 61 PS ganz gut vorwärts.

Hier habe ich noch ein kurzes Werbevideo zur neuen Baureihe der K1200r. Der Film bringt sehr schön die Faszination zum Ausdruck die dieses krasse Ding auf mich ausübt…

Hier noch ein schönes Video mit zwei voll verkleideten Modellen. Diese heißen dann BMW K1200S, sind abgesehen von der Verkleidung im Kern aber mit der K1200r Sport identisch.


Motorradtour durch die Eifel

Es ist ein tolles sonniges Wochenende und gemeinsam mit meiner Freundin Sandra und meinem Sohn geht es mit zwei Mopeds kreuz und quer durch die Eifel. Bei Rheinbach hatte ich die Idee die Tour mit meinem TomTom Urban Rider aufzuzeichnen. Da die gefahrene Runde wirklich schön war, habe ich die aufgezeichnete GPX-Datei mit Google-Earth geöffnet und für Euch einige Bilder aus der Vogelperspektive exportiert. Vielleicht hat ja der eine oder andere Spaß daran in der Eifel einige schöne neue Routen zu entdecken.

Die gefahrene Strecke betrug etwa 170 Kilometer, wir haben uns dafür etwa 6h Zeit gelassen.

Hier die Eckpunkte der Route:

  • Bonn-Röttgen
  • Rheinbach
  • Kirchsahr
  • Adenau
  • Mayen
  • Maria Laach
  • Remagen
  • Wachtberg
  • Bonn-Röttgen

Und so sieht das aus der Vogelperspektive aus:

Hier die perspektivische Ansicht:

Im kleinen Örtchen Kirchsahr gibt es ein kleines nettes Restaurant. Das Tal ist landschaftlich sehr reizvoll und die Straße ist relativ wenig frequentiert, hier macht das Bikerleben großen Spaß. Auf dem Weg von Kirchsahr nach Ahrbrück kann man ein paar wirklich schöne Umwege fahren. Diese sind gespickt mit Spitzkehren und sehr schönen Bergkuppen mit tollen Blicken über die wunderschöne Landschaft der Eifel.

Bei Ahrbrück erreicht man dann das ehemalige Café Fahrtwind, das inzwischen Café Ahrwind heißt. Der neue Pächter hat einfach zwei Buchstabe gestrichen: (F)Ahr(t)wind

Das neue Café Fahrtwind ist nur einige wenige Kilometer weiter in Richtung Adenau. Da wir von unserem Zwischenstopp im Hotel bei Kirchsahr noch perfekt gesättigt waren gab es ausnahmsweise mal keinen Zwischenstopp im Café Fahrtwind. Über Adenau ging es weiter nach Mayen. Bei Schloss Bürrensheim dann ein ein kurzer Zwischenstopp, weil inzwischen der Hintern schmerzt. Das Schloss ist sehr reizvoll gelegen und ein Augenschmaus für jeden Fotografen der auf alte Burgen steht :-)

Schloss Bürresheim mit HTC Desire HD

Hier habe ich ein Bild der Infotafel für Euch, falls jemand überlegt dieses schöne alte Schloss mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Etwa 5 Kilometer weiter südlich landet man in Mayen. Hier lädt eine weitere großartige Burg zu einer kleinen Entdeckungsreise ein. Außerdem gibt es dort ein sehr schönes Bergbau-Museum, das zu einer kleinen Grubenfahrt einlädt.

Den Rest des Tages gondeln wir entspannt in östlicher Richtung zum Rhein hinüber. Auf der B9 geht es bis Remagen, bei der Apollinaris-Kirche biegen wir links ab und fahren eine kurvenreiche schöne Landstraße bis Wachtberg. Dort werden die Motorräder in einer Waschanlage von den vielen Insekten befreit. Es gibt noch einen Zwischenstopp im wunderschönen schattigen Biergarten der Waldesruh. Danach setzen wir meinen Junior bei seiner Mama ab und lassen den heißen Sommertag langsam ausklingen.


BMW K1200RS versus BMW K1200r Schnitzer

Die Vorgeschichte

Ich erinnere mich noch sehr gut an meine erste gemeinsame Motorradtour mit meinem Freund Hermann. Damals haben wir auf halber Strecke die Motorräder getauscht und er sagte etwa 50 Kilometer später “Die geb’ ich nicht mehr her!” Zugegeben, es war ein ungleicher Kampf, eine BMW K1200r Sport Baujahr 2007 gegen eine BMW R1100 Baujahr 1997. Dazwischen lagen 10 Jahre Entwicklungsarbeit und der Leistungsunterschied betrug 84PS zu 163PS.

Es dauerte nicht lang, da stand in der Garage meines Freundes auch eine BMW K1200r Sport – sogar ein Modell das von AC Schnitzer überarbeitet worden war. Ein echt heißer “Ofen” und für meinen Freund der Beginn einer neuen Zeitrechnung. Hier habe ich zwei Videos aus dem letzten Jahr, dort sieht man den “alten” Boxer und im zweiten Video die neue K1200r Sport.

Die Testkandidaten

Heute war das Wetter großartig und wir hatten uns nach langer Zeit endlich einmal wieder zu einer gemeinsamen Tour verabredet. Statt meiner blauen BMW K1200r Sport war ich heute mal mit einer BMW K1200RS Baujahr 2001 unterwegs. Dieses Motorrad hat in den letzten Wochen einige kleine Modifikationen erfahren. Die leicht verschrammte Standard-Scheibe ist einer kurzen leicht getönten neuen Scheibe gewichen. (Gibt es bei amazon.de für ca. 219,- Euro) Die hässlichen gelben Blinker mussten modischen weißen Pendants weichen, das Rücklicht ist auch weiß und wird von einer ganzen Batterie roter LEDs beleuchtet. Auf den Rädern drehen sich zwei nagelneue Michelin Pilot Road 3. Die Stummellenker sind über zwei Zwischenstücke etwas erhöht montiert und so wurde es auch möglich, einen RAM-Mount für eine TomTom Urban Rider zu befestigen. Auf dem Tacho stehen mehr als 100.000 Kilometer, aber der längs eingebaute 131 PS starke Vierzylinder-Reihenmotor verrichtet seine Arbeit noch ganz ordentlich.

Die Teststrecke

Wir starten in Mainz und es geht über den Rhein in den Taunus. Hermann kennt die Strecken wie seine Westentasche und sobald die Geschwindigkeitsbegrenzungen aufgehoben sind sehe ich eigentlich nicht einmal seinen Hinterreifen mehr. Ab und zu taucht er wieder am Horizont auf, er fährt Schrittgeschwindigkeit und wartet auf mich. Sobald er den Scheinwerfer meiner 300 Kilogramm schweren “Fuhre” sieht dreht er am Hahn und gibt den 163 Pferden des großen quer eingebauten Reihenvierzylinders ordentlich die Sporen. Es geht durch das Wispertal und später in Richtung Lorsch am Rhein. Doch kurz bevor wir Lorsch erreichen biegt er scharf rechts ab.

Hier beginnt eine geniale kurvenreiche Strecke, die Straße ist sehr gut ausgebaut und trotz meiner Gehörschutzstopfen höre ich wie Hermanns K1200 irgendwo weit vor mir ihr “Lied singt”. Oben auf der Höhe angekommen ist Hermann schon lässig an sein Moped angelehnt, den Helm hat er bereits abgenommen und die Handschuhe sind auch schon ausgezogen. Eine gute Zeit für ein paar Handy-Fotos mit dem HTC Desire HD. (Anklicken für 1000er Auflösung)

Bevor es weitergeht beschließen wir die Mopeds zu tauschen. Eigentlich ist seine AC Schnitzer Version meiner K1200r Sport sehr ähnlich und doch ist sie anders! Ich sitze höher, es kommt mir vor als wäre ein Teil verbaut, welches das Heck höher stellt. Der Superbike-Lenker ist noch breiter als an meiner K1200r Sport und die Bugverkleidung wurde bei AC Schnitzer durch eine kleine Lampenverkleidung ersetzt. Der Schnitzer Auspufftopf sieht nicht nur viel besser aus als die von BMW im Original verbaute “Thermoskanne” er hört sich auch so richtig gut an. Trotz dB-Killer produziert diese Maschine einen sonoren Sound der richtig Spaß macht.

Am allermeisten überrascht mich die Sitzposition und das Handling dieser Schnitzer-Variante der K1200r Sport. “Das Ding fährt wie ein Fahrrad” geht es mir durch den Kopf, wie ein Fahrrad das mit einer Rakete angetrieben wird. Vielleicht irre ich mich, aber bei Schnitzer scheint man auch etwas an der Motorsteuerung geändert zu haben. Dieses Biest hängt noch gieriger am Gas als meine 100% originale K1200r Sport.

Vor mir gibt sich Hermann auf der alten K1200RS alle Mühe mich abzuhängen, aber es klappt nicht. Nun wird mir auch klar warum ich mit der schweren etwas unbeweglichen alten K1200RS zuvor keine Sonne gesehen habe. Das Handling dieser Schnitzer Version ist nicht nur besser als bei der originalen “Basis” es ist auch ungleich besser als beim doppelt so alten Vorgängermodell. Die K1200RS macht auch Spaß, aber die Sitzposition ist völlig anders, das Drehverhalten des Motors ist viel entspannter und ruhiger. Die Leistungsentfaltung ist sehr satt und gleichmäßig, aber gegen die deutlich leichtere und 32 PS stärkere Schnitzer BMW hat sie keine Chance.

Vielleicht würde es auf einer längeren Autobahnstrecke etwas anders aussehen. Auf der K1200RS sitzt man deutlich tiefer und die Sitzposition ist deutlich nach vorn geneigt. Der AC Schnitzer Superbike-Lenker ermöglich im Gegenzug ein genial leichtes Handling aber auch eine völlig aufrechte Sitzposition. Es ist fast wie auf einem “Hollandrad”. Bei Geschwindigkeiten bis 120 km/h ist das kein Problem, aber darüber könnte es doch anstrengend werden. Hier und auch nur hier könnte die K1200RS Punkte sammeln. In allen anderen Disziplinen hat die K1200r Sport mit ihrem neuen Fahrwerk und völlig neuem Motorkonzept die Nase vorn.

Nach einem Tankstopp bei Nahstätten tauschen wir wieder unsere Motorräder. Irgendwie macht die alte K1200RS trotzdem Spaß. Ok, sie ist deutlich schwerer, wirkt im Vergleich etwas träge, aber sie läuft auch sehr souverän und “unaufgeregt”. Auf der Aartal-Straße lässt Hermann es erneut so richtig krachen und ich habe nun wieder große Mühe “dran zu bleiben”. In einigen Kurven schleift plötzlich meine Stiefelspitze am Asphalt. Immer mal ein kurzer Schreck, danach stelle ich die Füße mit den Ballen auf die Rasten, nun schleift nichts mehr. Im Zweifel würde jetzt die Fußrasten aufsetzen, aber so weit will ich es nicht treiben, schließlich haben die beiden neuen Reifen erst knapp 200 Straßenkilometer gesehen…

Fazit:

Wieder daheim kann ich gut verstehen warum Hermann von seiner K1200r Schnitzer so begeistert ist. Das Ding geht richtig ab, der Motor ist eine Musterbeispiel für Laufruhe und Drehfreudigkeit. Im direkten Vergleich zur “Basis-Version” ist diese K1200r Sport noch einfacher zu fahren. Ihr Motor läuft “gefühlt” satter und ist durch die geänderte Verkleidung wird das Motorrad während der Fahrt irgendwie kleiner und leichter als eine “normale” K1200r Sport.

Doch auch die doppelt so alte und etwa 80 Kilogramm schwerere K1200RS hat ihre Stärken. Mit diesem Motorrad fährt man sehr entspannt, trotz der etwas sportlicheren Sitzposition. Dieses Motorrad verleitet weniger zum “Kurven-Räubern”, ihre Domäne sind das entspannte “Kilometer-Fressen” auf wunderschönen Landstraßen und die flotte Hatz auf der Autobahn. Trotz der 100.000 Kilometer läuft die K1200RS noch sehr ruhig, lediglich bei kaltem Motor dringen hin und wieder Geräusche an das Fahrer-Ohr die man eigentlich eher nicht vernehmen möchte. Aber das scheint mir “hausgemacht” zu sein. Ist der Motor war, sind die Geräusche weg. Die Getriebe lassen sich übrigens bei beiden Modellen sehr gut bedienen. Dass man bei BMW keine Getriebe bauen kann, scheint mir ein Marketing-Gag der Japanischen Motorradhersteller zu sein :-)

Wirklich vergleichen kann man diese Motorräder nicht, dafür sind sie zu verschieden, ausgeprägten Fahrspaß entwickeln aber beide Modelle. Und nicht zu vergessen, eine K1200RS ab Baujahr 2001 (das neuere Modell) bekommt man in gutem Zustand bereits ab etwa 3.000 Euro. Eine gute K1200r Sport ab Baujahr 2006 wird bei 8.000 bis 9.000 Euro liegen. Wer nicht so viel Geld ausgeben möchte oder kann und mit der Charakteristik der älteren Maschine leben kann, der sollte hier ggfs. zugreifen.

Übrigens hat sich das Fahrverhalten der K1200RS mit der Montage der Michelin Pilot Road 3 (MPR3) drastisch verbessert. Wer mit dem Fahrverhalten seines Motorrades nicht ganz glücklich ist, der sollte vielleicht mal diese neuen Reifen ausprobieren!


Mercedes SLK B200 – Fahrspaß mit 184 PS?

Zugegeben, als ich ihn ausgesucht habe, musste ich den Bauch aus- und den Verstand einschalten. 184 PS aus nur vier Zylindern, kann das Spaß machen? Ich war ehrlich gesagt ziemlich skeptisch. Aber die ersten Ausfahrten habe diese Skepsis widerlegt. Der “kleine” SLK Modell R172 ist im Unterhalt recht genügsam. Bei nur 1,8 Litern Hubraum sind die KFZ-Steuer niedrig und mit durchschnittlich 7,4 Litern E10 ist der Verbrauch erträglich.

Das moderne Fahrwerk und die elektronische Kraftverteilung am Hinterachsdifferential bringen auf engen kurvenreichen Straßen eine Menge Fahrspaß. Das eng gestufte 7-Gang Automatikgetriebe kann sowohl manuell als auch im ECO und SPORT-Modus betrieben werden. Die Schaltwippen am Lenkrad funktionieren sehr gut. Ist man im Sportmodus und schaltet einmalig herunter, so dass statt des 7. Ganges bspw. der 5. Gang eingelegt ist, schaltet der SLK nicht selbständig wieder hoch. Er bleibt maximal im 5 Gang. Gleiches gilt natrülich auch für die übrigen Gänge. Damit läuft der kleine Motor auf engen kurvenreichen Straßen meist im optimalen Drehzahlbereich. Klar ist man damit kein Schumi, aber innerhalb der Grenzen dessen was auf öffentlichen Straßen erlaubt ist, kommt man damit zügig vorwärts.

Für eine angemessene Soundkulisse sorgt ein spezielles Resonator-System. Ab 3000 U/Min röhrt der kleine Motor ganz herrlich, auch ohne AMG Luftfilter und Sportauspuff. Sehr schön ist das Zwischengas beim Kick-Down. Mit einem deutlich hörbaren Gasstoß zwischen den Gängen kommt in den Schaltpausen fast ein “Bulitt-Feeling” a la Steve McQueen auf.

Hier mein kleiner “Soundcheck” – ok im Vergleich zum Mustang aus Bulitt – KEIN VERGLEICH :-)

Hier noch einige der Videos die ich mit diesem coolen Auto bislang erstellt habe.

Mein Fa(hr)zit:

Der neue 2012er SLK macht auch mit dem kleinen Motor Spaß. Und wer mag kann ihn via Chiptuning von 184 auf 224 PS bringen. Allerdings wird damit wahrscheinlich die Garantie verloren gehen und der Spritverbrauch deutlich ansteigen.


Fuji X100 – Praxistest in der Schweiz – Tag 2

Nach einer stürmischen Nacht mit Gewitter und schweren Regenfällen sieht unser Alpenpanorama am nächsten morgen ziemlich traurig aus. Die Wolken hängen tief und lassen nichts Gutes für den Rest des Tages erahnen. Schnell ein paar Foto mit der Fuji X100 knipsen und dann geht es auf zum Frühstück.

Morgenstimmung am Vierwaldstätter See bei Buochs

Morgenstimmung am Vierwaldstätter See bei Buchs mi Fuji X100

Beim Frühstück bin ich erstaunt, dass das Rührei 6 Franken extra kostet. Aber es ist lecker und sicher aus besonderen Bio-Eiern hergestellt. Morgen werde ich ein einfaches gekochtes Ei essen, das ist im Übernachtungspreis enthalten…

Nach dem Frühstück geht es auf in Richtung Luzern. Wir entscheiden uns für den langen Weg um den süd-östlichen Teil des Sees herum. Kurz hinter Buochs biegen wir bei Beckenried versehentlich falsch ab und landen so in einer wirklich schönen viele Kilometer langen Sackgasse hoch oben auf dem Seelisberg der gewagt in den Vierwaldstätter See hineinragt und famos Ausblicke auf die anderen Ufer dieses auf so wunderbare Art und Weise verzweigten Sees freigibt.

Hier habe ich unserer Routenplanung – einfach Anklicken um sie in der originalen Auflösung sehen zu können.

Unsere Routenplanung - Buochs nach Luzern

Fotos entstehen leider keine, denn es regnet ohne Unterlass. Irgendwie ist es schon frustrierend. Ich bin selbständig und wenn ich den Einkommensausfall, die Hotelkosten und alles andere zusammen rechne, so sind diese wenigen Tage wirklich richtig richtig teuer. Aber irgendwann muss man ja auch mal etwas anderes sehen und außerdem möchte ich die Fuji X100 endlich so richtig auf Herz und Nieren testen.

Als wir auf der Höhe der Tellsplatte sind, halten kurz an. Hier zeigt sich schnell, dass es ein Fehler war den Weitwinkel-Konverter daheim zu lassen. Die Berge auf der anderen Seite des Sees sind majestätisch und wirklich schön, aber sinnvoll ablichten lassen sie sich mit der Fuji X100 aus dieser Perspektive leider nicht. Auch habe ich meinen kleinen selbstgebauten Nodalpunktadapter daheim vergessen. Irgendwie bin ich weniger gut vorbereitet als ich es gedacht hatte…

Zwischenstopp an der Tellsplatte am Vierwaldstätter See mit Fuji X100

Gegen Mittag treffen wir in Luzern ein. Am Ortseingang ist der übliche Stau und als wir endlich in der Tiefgarage im Löwencenter einen der 13 freien Parkplätze ergattert haben sind wir überglücklich. Kurz drauf sitzen wir im Restaurant des Hotels Reebstock. Hier habe ich viele viele Monate meines Beraterlebens verbracht und es ist ein wenig so, als würde man ich wieder nach Hause kommen. Ganz witzig ist es da, dass eine der Kellnerinnen mich nach all den Jahren noch wieder erkennt. Seit die Eigentümerin sich im Jahr 2008 von diesem kleinen Juwel verabschiedet hat, hat sich vieles geändert.

Der Reebstock ist sicher noch ein gutes Hotel, aber es ist dennoch nicht mehr so wie damals.

Frisch gestärkt geht es gegen 15h rüber ins Löwencenter, es regnet wieder ohne Unterlass. Nach einem kurzen Einkauf sitzen wir im Auto und überlegen was wir machen sollen. Es geht zum Verkehrshaus der Schweiz. Schauen wir doch mal was es dort gibt. Sandra steigt kurz aus und checkt den Spielplan im dort ebenfalls ansässigen IMAX-Kino. Es gibt Man in Black III in 3D und Titantic in 3D – beides nicht ihre Filme. Frustriert vom vielen Regen geht es weiter zurück in Richtung Buochs. Dort lassen wir bei einem tollen Abendessen den Tag ausklingen.

Als ich später diesen Block schreiben möchte ist der Akku meines MaxBook endgültig erschöpft, es braucht frische Energie. Ziemlich überrascht muss ich jedoch feststellen, dass der dicke Schuko-Stecker des Netzteils für mein MacBook hier im Zimmer in keine einzige Steckdose passt! Die beiden Kontakte sind sind fach zu dick! Mist, wie soll ich ohne Strom bloggen?

Etwas frustriert überlege ich was gehen könnte. Dann habe ich eine Idee. Am Apple-Netzteil kann man das Stromkabel abziehen. Dort passt ganz prima das Stromkabel hinein, dass zum Lagegerät der kleinen Fuji X100 gehört. Die Kontakte am anderen Ende des Kabels sind etwas dünner und so passen sie in eine Schweizerische Steckdose! Mein BLOG ist gerettet…

Während ich den Tag Revue passieren lasse und mir die wenigen Fotos anschaue kommt mir in den Sinn, dass die 119 Franken für unser Abendessen echt teuer waren. Auch die beiden Salate zur Mittagszeit haben mit 70 Franken ordentlich das Budget belastet. An der Tankstelle haben wir 1.82 Franken für einen Liter Super bezahlt und das Parken im Löwencenter hat für zwei Stunden 8 Franken gekostet. Eine Reise in die Schweiz gehört nicht zum preiswertesten was man sich vorstellen kann. Für 5 Tage Urlaub in der Schweiz könnte man auch 14 Tage Urlaub auf Teneriffa buchen und sehr individuell auf der Finca San Juan wohnen. Man könnte dort dreimal am Tag sehr gut essen und würde noch weniger bezahlen als hier allein das Abendessen kostet. Ok ok, ich will nicht klagen, schließlich habe ich es mir selbst ausgesucht, aber teuer ist es hier trotzdem!

Und der WLAN-Zugang via monzoon ist eine einzige Krankheit. Will man ein Bild in seinen BLOG hochladen, so „friert“ der Safari Browser auf dem Mac immer wieder ein. Kann ich daheim meinen BLOG einfach via Safari-Web-Browser schreiben und Bilder verknüpfen usw. so muss ich hier alles in Pages oder einem anderen Programm vorschreiben und hoffen, dass ich es später auch veröffentlicht bekomme. So schlecht wie das WLAN funktioniert so teuer ist es. Rein rechnerisch ist für uns eine Buchung für 7 Tage die sinnvollste Lösung, aber das kostet 69 Schweizer Franken. Dafür kann man bei 1&1 in Deutschland schon fast 60 Tage VDSL bekommen. Aber hier ist eben vieles doch ein wenig anders. Wer hier her verreist muss wissen was ihn erwartet, sonst bekommt er hier regelmäßig die Krise.

Hier habe ich noch ein Infrarot-Foto, das ich heute morgen um etwa 10h vom Balkon unseres Hotelzimmers aufgenommen habe.

Morgenstimmung über dem Vierwaldstätter See mit Fuji X100 und Infrarotfilter

Ich muss wirklich sagen, dass mich die Unwirklichkeit dieser Infrarot-Bilder echt umhaut. Sobald es mal nicht die ganze Zeit regnet werde ich mal schauen wie es aussieht wenn man auf belebten Plätzen mit Belichtungszeiten von etwa 5 Sekunden fotografieren kann!

Morgen wollen wir uns um 12h in Weggis an der Talstation der Seilbahn mit Heinz und seiner Frau treffen. Gemeinsam wollen wir ein wenig oben auf der RIGI spazieren gehen. Ich werde eine CF-Speicherkarte dabei haben und Heinz hat mir versprochen, dass ich ein paar Testbilder mit seiner nagelneuen Nikon D800 aufnehmen darf. Darauf freue ich mich schon sehr. Eigentlich war diese Tour als “Erprobungsrunde” für meine Nikon D800E gedacht, aber von dieser Kamera ist bislang selbst am Horizont noch keine Spur zu sehen.

Also schauen wir morgen mal was in der D800 steckt :-)


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