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Deutschland

Abgehoben – Trailer – Panasonic GH3

Es ist seit Wochen geplant aber irgendwie will es einfach nicht klappen, mein Freund Mirko und ich wollen mit einem Ultra-Leicht-Flugzeug von Bad Breizig nach Borkum fliegen. Dort wollen wir einen schönen sonnigen Tag verbringen und am Abend zu zweit mit der extrem coolen Dynamic WT9 wieder nach Hause fliegen. Die wichtigste Zutat für dieses Abenteuer ist das Wetter. Wir fliegen ohne Netz und doppelten Boden, ein reiner Sichtflug ohne Autopilot oder andere Hilfsmittel. Wenn dabei etwas schief geht kann es schnell gefährlich werden. Und damit alles stimmt müssen wir einige Tage mit einem stabilen Hochdruckgebiet ohne starke Winde abwarten.

Dieser Sommer hat uns bislang leider immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Entweder mussten wir beide arbeiten oder am Himmel waren eher Blitz und Donner als strahlendes Blau mit kleinen “Schäfchenwölkchen” zu sehen. Um uns die Wartezeit etwas zu verkürzen hat mich mein Pilot Mirko Mochetti, der eigentlich der Wirt des Café Fahrtwind in Hönningen in der Eifel ist, am Montag zum Flugfeld Mönchsheide bei Bad Breisig eingeladen.

Bewaffnet mit meiner Panasonic GH3, dem Leica/Panasonic Nocticron 1,2/42,5mm, dem Panasonic Vario G 2,8/35-100mm, dem Panasonic Vario 4/7-14mm und dem Walimex 3,5/7,5mm habe ich mich auf den Weg zum Flugfeld Mönchsheide etwas oberhalb von Bad Breisig gemacht. Es war ein toller Tag und ich habe nicht nur die Dynamic WT9 sondern auch viele andere Flugzeuge bestaunen dürfen. Auch habe ich einige andere Flieger und sogar Mirkos Fluglehrer kennenlernen dürfen. Der Fluglehrer hat in einem zweiten Hangar einen extrem coolen alten Doppel-Decker “versteckt”. Eine Maschine die fast nur aus Stoff und Holz besteht und von einem kleinen 2 Zylinder 2-Takt Motor mit ca. 36PS angetrieben wird. Dieser Flieger ist der Hammer!

Die Maschine mit der wir fliegen wollen ist vom Hersteller bis zu Windgeschwindigkeiten von 15 Knoten (ca. 30 km/h) zugelassen. Leider war es gestern mitunter deutlich windiger, so dass es auch für einen kurzen Flug zu gefährlich gewesen wäre.

Nachdem die meisten Flugzeuge frisch geputzt gegen Abend wieder im Hangar standen hatte ich Gelegenheit mit Mirko Mochetti im Hangar ein kurzes Interview zu führen. Um ca. 18h geschah dann das Unerwartete, der Wind legte sich und einer der anderen Piloten begann die Dynamic WT9 startklar zu machen. Mit meiner GH3 konnte ich die Vorbereitungen filmen und war sogar beim Start dabei.

Um das Filmmaterial nicht ungenutzt auf der Festplatte “vergammeln zu lassen” habe ich daraus heute für Euch einen nicht ganz erst gemeinten Trailer erstellt. Das Interview und weitere Bilder des Doppeldeckers werde ich in Kürze nachliefern. Ich bin schon sehr gespannt auf Euer Feedback :-)


Infrarot-Fotografie mit der Nikon 1 V1

Wie in meinem letzten Artikel angekündigt gibt es heute einige erste Testbilder die ich gestern mit meiner auf Infrarot 700nm umgebauten Nikon 1 V1 aufgenommen habe. Das erste Foto entstand im Nieselregen am Braunkohle-Tagebau in der Nähe von Bergheim. Dort gibt es einen sehr schön gemachten Aussichtspunkt der auch hochtrabend “Skywalk” genannt wird. Wie auch immer, die Aussicht ist grandios.

First Impressions #1 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm

An meiner Nikon 1 hatte ich zuvor einen manuellen Weißabgleich ausgeführt. Wegen des schlechten Wetters hatte das Foto praktisch keine Farbe und weil besonders bei der Infrarot-Fotografie erlaubt ist was gefällt, habe ich diesem Foto nachträglich einen ausgeprägten Sepia-Look verpasst. Ohne diesen Sepia-Look sehen die Fotos bei schlechtem Wetter etwa so aus wie das nächste Beispielbild. Hier kann man besonders an den Regenjacken der Kinder sehen, dass wegen des relativ “dünnen” Infrarotfilters, der bereits ab ca. 700nm für langwelliges Licht durchlässig ist, die Bildergebnisse noch ein wenig Farbe vorweisen können. Deutlich ausgeprägter ist dieser Effekt aber bei nur leicht bewölktem Himmel und schönem klaren Sonnenlicht, möglichst im Frühjahr.

First Impressions #2 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm

Doch auch bei schlechtem Wetter kann man mit dieser nun sehr coolen Kamera ungewöhnliche Fotos aufnehmen die wirklich viele Details Details zeigen.

First Impressions #3 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm

Das nächste Beispiel ist bei etwas Sonnenlicht im wunderschönen Bad Münstereifel entstanden. Sieht man hier genau hin, so sind bereits violette Bildelemente erkennbar.

First Impressions #4 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm

Das nächste Foto ist nun ein Bild das direkt aus der Kamera kommt. Durch den manuellen Weißabgleich entsteht ein recht brauchbares Schwarz-Weiß-Foto in dem alles Grün plötzlich Blau zu leuchten scheint. Ein schöner Effekt, der sich so mit meiner auf 830nm umgebauten Nikon D300 nicht erzielen lässt. Sehr gut gefällt mir, dass ich mit der Nikon 1 V1 nun Infrarot-Videos in genau diesem Look aufnehmen kann!

First Impressions #5 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm

Hier nun drei Beispiele bei denen ich die RAW-Datei mit Photoshop CS6 geöffnet und ähnlich wie im Video weiter oben gezeigt konvertiert habe.

First Impressions #6 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm

First Impressions #7 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm

First Impressions #8 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm

Fazit

Der Umbau meiner Nikon 1 V1 war mit 294,- Euro nicht gerade preiswert, aber es hat sich dennoch gelohnt. Diese Kamera liefert nun sehr abgefahre Fotos und wegen des identischen Akku-Systems ist sie eine ideale Begleiterin für Reisen bei denen meine Nikon D800E im Gepäck ist. Ohne viel weiteres Gepäck kann ich so auf der nächsten USA-Reise zusätzlich zu Videos und hochaufgelösten Fotos allerlei abgedrehtes “Infrarot-Zeugs” fotografieren.

Diese Reise wird wirklich spannend!!

Für alle die selbst ein wenig mit dem Foto aus dem Video experimentieren wollen habe ich hier die zugehörige RAW-Datei abgelegt.


Nikon D800E – Nachts fotografieren

Frankfurt Panorama - Nikon D800E & Rokinon 3,5/24mm Shift & Tilt

Bereits seit fast einem halben Jahr verabredet, konnte ich mich in der letzten Woche mit einer früheren Arbeitskollegin treffen um die Frankfurter Skyline im Abendlicht zu fotografieren. Im Vorfeld haben wir gemeinsam überlegt welche Stelle geeignet erscheint und ich habe ein wenig bei Google-Maps und in der Wikipedia recherchiert. Dabei bin ich auf Fotos gestoßen, bei denen die Frankfurter Skyline oberhalb einer schön beleuchteten Brücke fotografiert worden war. Das gefiel mir gut und so war die Position für unsere erste Fotosession schnell gefunden.

Frankfurt Downtown - Nikon D800E & AF-S 2,8/24-70mm

Gern hätten wir auch von der Aussichtsplattform des nahe gelegenen Hotel Lindner fotografiert, aber diese darf man nur nach Voranmeldung in Begleitung eines Angestellten für 30 Minuten zum Preis von 30 Euro betreten. Mit ein wenig mehr Planung können wir dies in ein paar Wochen nochmals in Angriff nehmen. Während meine Begleitung mit ihrer Nikon D5200 und dem AF-S VR 18-105mm fotografiert hat, war in meinem Fotorucksack die ganz große Kampfausrüstung. Wirklich verwendet habe ich letztlich nur zwei Objektive, das ROKINON 3,5/24mm Shift & Tilt sowie das Nikon AF-S 2,8/24-70mm. Wieder einmal hat sich auch bewahrheitet, dass man nur mit einer Kamera gleichzeitig fotografieren kann und so sind meine kleinen neuen Panasonic Kameras allesamt im dunklen Fotorucksack geblieben.

Der richtige Zeitpunkt

Viele Fotoamateure denken immer wieder, dass man eine irre teure Kamera braucht und die dann schon dafür sorgen wird, dass die Fotos ein echter Hingucker werden. Dies ist aber völlig falsch! Die wichtigste Zutat für wirklich schöne Nachtaufnahmen ist wirklich schönes Licht! Die Kamera ist dabei weniger wichtig, was zählt ist letztlich der richtige Zeitpunkt!

Was stimmen muss ist das Verhältnis der Beleuchtung der Fenster der Hochhäuser und dem Umgebungslicht. Ist man zu früh, wirken die Fassaden flach und langweilig, ist man zu spät ist der Himmel tiefschwarz und leblos. Perfekt sind meist die 30 Minuten nach Sonnenuntergang. Wann genau die Sonne untergehen wird, lässt sich beispielsweise via Smartphone mit kleinen Apps ermitteln.

Selbst mit einer uralten Nikon D1x hätte man Fotos die diese hier aufnehmen können, nur wären sie eben etwas kleiner geworden. Ausgedruckt im Format 30x45cm würde man kaum einen Unterschied sehen. Ihre Stärken kann die Nikon D800E erst bei wirklich großen Prints ausspielen. So war es letztlich auch nicht verwunderlich, dass bei unserer “Nachbesprechung” in einer nahe gelegenen Tapas-Bar im Format mit 1920 Pixeln Kantenlänge die Ergebnisse der Nikon D5200 fast genauso gut aussahen wie bei der Nikon D800E. Voraussetzung ist natürlich, dass man im RAW-Format fotografiert und die Bilder aus beiden Kameras einer identischen Nachbearbeitung unterzieht!

Frankfurt Sundown - Nikon D800E & AF-S 2,8/24-70mm

Bei der Planung ist es auch sehr hilfreich sich die Begebenheiten bspw. via Google-Maps in der Draufsicht anzuschauen. Im Hochsommer geht die Sonne ziemlich genau “links” also westlich (“21 Uhr”) des zu fotografierenden Motivs unter. Im Winter liegt diese Position eher zwischen “19 und 20 Uhr”. Bei der Planung sollte man berücksichtigen, ob man sein Motiv als Silhouette im Gegenlicht abbilden möchte, oder ob das letzte Abendlicht beispielsweise seitlich einfallen soll.

Planung-Shooting

Bewegungsunschärfe

Wer lange belichten will der muss oft auch in den Abendstunden noch zu einem Trick greifen. So hat sich meine Begleitung beispielsweise gewundert, dass trotz Blende 22 und ISO-100 bei  einer Belichtungszeit von 30 Sekunden die Ergebnisse hoffnungslos überbelichtet waren. Hier hilft nur eines, man muss die Menge des Lichts das auf den Chip der Kamera fällt zusätzlich zur kleinen Blende beschränken. Dies erreicht man mit einem geeigneten Graufilter. Dieser sollte hochwertig und möglichst “neutral-Grau” sein, um die Farben nicht unnötig zu verfälschen. Für die oben gezeigten Fotos habe ich einen HAIDA 8x Graufilter verwendet. Da der Himmel von der bereits untergegangenen Sonne dennoch erleuchtet wird und die Wolken viel zu hell waren, habe ich zusätzlich noch einen Graufverlaufsfilter benutzt. Mit zwei Filtern auf dem Objektiv werden aber die Bildecken leicht abgedunkelt. Um dies zu vermeiden habe ich bei der Aufnahme des zweiten Fotos an meinem 24-70mm Zoom-Objektiv nicht den “ganz weiten Winkel” sondern nur 29mm eingestellt.

Die meisten Objektive erreichen ihre maximale Abbildungsqualität wenn man sie um 2-3 Stufen abblendet. In Verbindung mit einem Graufilter ist es nun möglich lange Belichtungszeiten zu erzielen und am Objektiv eine mittlere Blende einzustellen. So lässt sich einerseits eine maximale Abbildungsqualität mit vielen Details erzielen und andererseits beispielsweise fließendes Wasser herrlich weich abbilden. Bei Belichtungszeiten ab ca. 10 Sekunden sind fahrende Autos, Busse, Straßenbahnen und Fahrradfahrer praktisch verschwunden. Alles was von ihnen bleibt sind dekorative “Lichtspuren”. Während unserer Fotosession sind immer wieder Straßenbahnen über die “Alte Brücke” gefahren und haben mit ihrem Licht das Wasser des unter der Brücke fließenden Mains beleuchtet. So wird die Brücke selbst als Schatten auf der Wasseroberfläche abgebildet.

Nachbearbeitung

Bei langen Belichtungszeiten stellt sich bei digitalen Kameras trotz niedriger ISO-Empfindlichkeit Bildrauschen ein. Dieses lässt sich verringern, indem man die Kamera bei identischen Einstellungen bis zu 5 mal nacheinander auslöst und die Bilder bspw. in Photoshop in mehreren Ebenen übereinander legt. Dabei reduziert man die Deckkraft der Ebenen. Die Hintergrundeben stellt man auf 100% Deckkraft, die weiteren Ebenen beispielsweise auf 75%, 50%, 25% 12%. Da das Bildrauschen meist zufällig verteilt ist, lässt es sich mit diesem kleinen Trick sehr effizient reduzieren ohne viele Details zu verlieren. Bei Kameras die eine Mehrfachbelichtung mit automatischem Abgleich der Belichtung ermöglichen, kann man diesen Trick bereits in der Kamera ausführen und erhält damit sehr gute Ergebnisse ohne großen Aufwand bei der Nachbearbeitung treiben zu müssen.

Kontraste in den Griff bekommen

Besonders nachts sind die Kontraste zwischen beleuchteten Elementen und der dunklen Umgebung sehr hoch. Hier besteht die Herausforderung darin die Bilder so zu belichten, dass möglichst wenig Bildinformation verloren geht. Mein Tipp ist hier das Histogramm bei der Kamera einzublenden und auch die Spitzlichter zu kontrollieren. Sind die Bilder überbelichtet, so blinken bei Anzeige der Spitzlichter weite Bereiche des Bildes auf. Diese Bildelemente haben in der Regel keine Zeichnung mehr und sind somit für jegliche weitere Bearbeitung “verloren”. Wer nicht komplett manuell blickten möchte, dem rate ich an der Kamera die Zeitautomatik zu aktivieren. Meist wird diese mit dem Buchstaben A gekennzeichnet, was für Aperture-Priority (Blenden-Priorität) steht. Bei der Blenden-Priorität wählt man die Blende am Objektiv vor. Dies tut man im Idealfall so, dass das Objektiv um 2-3 Stufen abgeblendet ist. Passend zur fest vorgegebenen Blende wählt die Kamera die passende Belichtung ganz automatisch. Blinken nun im Display fiese Spitzlichter auf, so hilft die Belichtungskorrektur. Bei den meisten aktuellen Kameras gibt es dafür ein +/-  Knöpfchen. Dieses hält man gedrückt und dreht an einem der Einstellrädchen der Kamera. Wie die Belichtung korrigiert wird kann man meist in einem der Displays der Kamera ablesen. Hier rate ich dazu schrittweise vorzugehen und immer wieder ein Testbild aufzunehmen. Die Belichtung ist dann korrekt korrigiert wenn nur noch ganz winzige Bereiche als Spitzlichter markiert werden.

Würde man die Belichtung so stark korrigieren, dass im Kameradisplay gar keine Spitzlichter mehr angezeigt werden, wäre das Bild in der Regel stark unterbelichtet. Man müsste nachträglich die Helligkeit stark anheben und hätte im Ergebnis mit heftigem Bildrauschen zu kämpfen.

Falls die Kamera es ermöglicht, sind Belichtungsreihen ein sehr einfaches Mittel um auch allergrößte Kontraste komplett einzufangen.

Bracketing

Das Zauberwort heißt “Bracketing”, ein Feature vieler Nikon Kameras das die Aufnahme von Belichtungsreihen ermöglicht. Meist kann auch noch die Schrittweite in Blendenwerten (EV-Exposure-Value) eingestellt werden. Aus den unterschiedlich belichteten Fotos lässt sich später mit etwas Liebe ein Foto zaubern in dem selbst helle Bereiche noch Zeichnung haben und in den dunklen Bereichen Strukturen zu sehen sind, ohne dass fieses Bildrauschen sichtbar wird. Damit sich diese unterschiedlich belichteten Fotos später problemlos zu einem einzigen Foto verarbeiten lassen sollte man den Autofokus nur vor der Aufnahme der Belichtungsreihe zur Ermittlung der korrekten Schärfe verwenden und danach abschalten. Ändert man die Brennweite, so ist es immer ratsam neu zu fokussieren. Die Blendenprorität, meist Zeitautomatik genannt hilft dabei, dass Tiefenschärfe und Bildeindruck über alle Bilder der Belichtungsreihe hinweg konstant bleiben.

RAW-Konvertierung

Bei der RAW-Konvertierung ist es wichtig den durch gezielte Einstellung der Kamera erzielten hohen Tonwertumfang für die folgende Bildbearbeitung zu erhalten. Ich stelle daher häufig im RAW-Importer von Photoshop CS6 das Kameraprofil “Neutral” ein. Damit erscheinen die Kontraste zunächst etwas flach und das Bild sieht blass aus, aber man kann die Kontraste später immer noch anheben, Verlorene Bildinformationen lassen sich nicht zurückgewinnen!

Viele RAW-Konverter bieten die Möglichkeit die hellen Bereiche des Bildes etwas abzudunkeln und die dunklen Bildbereiche aufzuhellen. Dieses Feature ist besonders bei Nachaufnahmen wirklich sinnvoll. Wer Belichtungsreihen aufgenommen hat, der kann beispielsweise mit dem RAW-Konverter von Photoshop CS6 eine dunkle, eine mittlere und eine helle Variante eines Fotos öffnen, die mittlere Variante so korrigieren wie es gefällt und dann die vorgenommenen Änderungen via “Select All” und “Synchronize” auf die anderen Bilder übertragen.

Synchronize-Pictures

DRI Verarbeitung

Wer eine “echte HDR Verarbeitung” nicht mag oder die passenden Programme nicht hat, für den ist die DRI-Technik (Dynamik-Range-Increase”)  eine sehr elegante Möglichkeit um ein “Ausgangsbild” zu erstellen in dem wirklich alle Tonwerte enthalten sind und das sowohl in hellen als auch in dunklen Bildbereichen noch Zeichnung aufweist. Der DRI-Tick besteht darin, auf ein “normal” belichtete Variante eine dunkle und eine helle Variante zu legen. In der hellen Variante selektiert man die dunklen Bildbereiche und in der dunklen Variante die hellen Bildbereiche. Das mag zunächst paradox klingen, ist aber völlig richtig! Die Selektion heller oder dunkler Bildbereiche kann man in Photoshop CS6 automatisch ausführen lassen. Dazu klickt man im Menü “Select” auf “Color Range” und wählt im Dialog der sich dann öffnet “Highlights” oder “Shadows” aus.

Select-Color-Range

Anschließend erstellt man via “Select -> Modify -> Feather” mit einem Wert irgendwo zwischen 30 und 100 eine weiche Auswahlkante.

Feather

Anschließend klickt man noch ganz unten rechts auf das kleine helle Rechtecht mit dem dunklen Kreis in der Mitte. Diese Funktion erstellt aus der Selektion eine Ebenenmaske.

Create-Layer-From-Selection

Über die Transparenz dieser Ebenen kann man nun sehr elegant die Spitzlichter und die Helligkeit der dunklen Bereiche steuern. Hat man alles wie gewünscht eingestellt, kann man die Ebenen selektieren und via Command + E zu einer Ebene zusammenfassen und sich der weiteren Bearbeitung widmen.

Das Endergebnis könnte dann beispielsweise so aussehen…

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Zusammenfassung

Aufgrund ihres großen Chips eignet sich die D800E (wie alle anderen Vollformatkameras auch), sehr gut für die Fotografie bei wenig Licht. Wer eine Kamera verwendet die einen kleineren Chip hat, der kann mit Mehrfachbelichtungen und anderen Tricks Ergebnisse erzielen die sich abgesehen von der Größe der Dateien von den Ergebnissen aus der Nikon D800E kaum unterscheiden. Entscheidend für den Erfolg ist die Verwendung eines stabilen Stativs und der Einsatz eins Kabel-, Funk- oder Infrarot-Auslösers. Wer noch die Spiegelvorauslösung verwendet und das Okular korrekt verriegelt hat so ziemlich alles getan was möglich ist.

Besonders bei Belichtungsreihen ist darauf zu achten, dass der Autofokus abgeschaltet ist und sich die Kamera im Modus “A” (Zeitautomatik) befindet. Bei einigen Kameras heißt die Zeitautomatik übrigens auch “T” wie “Time-Variant”.

Mit ein wenig Mühe bei der Bildbearbeitung lassen sich letztlich wirklich schöne Ergebnisse erzielen. Damit die Fotos ihre Freunde finden fehlen noch gute Motive und der richtige Augenblick. Letzteres kann man nicht erlernen, aber bekommt es kostenlos, wenn noch ein Prise Glück im Spiel ist…

Hier ist noch eine Variante die ich mit dem Rokinon Shift & Tilt 3,5/24mm und einem Polfilter aufgenommen habe. Das Foto habe ich via Photoshop CS6 und NIK HDR Efex Pro aus 5 RAW-Dateien erstellt. Die Bearbeitungszeit betrug nur etwa 5 Minuten.

Blue Hour - Frankfurt - Nikon D800E & Rokinon Shift & Tilt 3,5/24mm

Wer noch Fragen hat, kann mit gern eine E-Mail schreiben oder einfach die Kommentar-Funktion dieses BLOGs verwenden.


Bildgestaltung für Dummies – Teil IV

Heute geht es in meiner kleinen Serie zum Thema Bildgestaltung um zwei wichtige Themen:

  • Die Ausdauer
  • Der richtige Zeitpunkt

Zu den Rezepten erfolgreicher Landschaftsfotografen gehört es, Motive sorgfältig auszusuchen und zu überlegen wann und wie diese Motive am besten aussehen. Die echten Profis knipsen nicht einfach etwas ab, sondern sie widmen sich einem Motiv, manchmal über Monate und Jahre hinweg. Irgendwann ist der Zeitpunkt perfekt und dann haben sie das ultimative Foto.

Das geht natürlich nicht wenn man nur für ein paar Tage im Urlaub die Gelegenheit hat schöne Fotos zu machen. Aber man kann mit ein wenig Ausdauer, Wissen und Übung auch im Urlaub gute Fotos schießen. Auch wenn diese Fotos nicht irgendwann das Foyer der Commerzbank in Frankfurt schmücken werden, es können trotzdem Bilder sein die für einen selbst mehr als nur einen Schnappschuss darstellen. Hat man ein wirklich gelungenes Foto aufgenommen, so macht es Spaß davon einen schönen Print anfertigen zu lassen und es in der eigenen Wohnung an die Wand zu hängen. So erinnert man sich immer wieder an die Reise und alles was man dort erlebt hat. Sicher würde das auch mit einem Schnappschuss klappen, aber bei einem Bild in dem “Herzblut” steckt sind die Emotionen einfach grundsätzlich stärker ausgeprägt.

Am Wochenende wollte ich meiner Freundin ein wenig zeigen wie man mit einem Stativ umgeht. Wir haben uns dafür eine Stelle gesucht an der man einen schönen Blick über Rhein auf das Siebengebirge und den Posttower hat. Der Himmel war sehr bedeckt und das Licht nicht wirklich schön, so sah denn unser erstes Testbild auch ziemlich langweilig aus.

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Eigentlich ist auf dem Bild alles drauf, wir sehen den Posttower, das Siebengebirge, sogar Moby Dick kommt auf uns zu geschwommen. Wer genau hinsieht erkennt sogar das Gästehaus auf dem Petersberg. Doch die Tannenzweige die rechts in Bild hineinragen sind voll daneben. Auch steht der Posttower etwas schief und die flachen Kontraste machen das Bild richtig langweilig. Hier möchte man eher weg- als hinschauen.

Nach diesem Foto war meine Sandra kurz davor alles einzupacken und wieder heim zu fahren, schließlich hatten wir ja unser Foto “im Kasten”. Es war gar nicht einfach sie dazu zu überreden noch ein wenig neben der Kamera stehen zu bleiben und auf besseres Licht zu hoffen. Während wir auf besseres Licht warteten kamen alle möglichen Schiffe, Vögel, Autos, Menschen usw. bei uns vorbei. Gern hätte Sandra immer mal wieder schnell ihre Kamera gezückt, aber sie stand ja auf dem Stativ und wartete auf besseres Licht.

Wir haben dann noch ein paar Fotos gemacht, doch sie hat schließlich die Lust verloren. So ging sie daran das Weinlaub neben unserem Aussichtspunkt abzulichten und sich nach weiteren Motiven umzusehen. Während dessen habe ich meine Nikon 1 V1 mit dem 10-100mm Objektiv auf ein zweites Stativ gestellt und immer mal wieder mit dem kleinen Infrarot-Auslöser das eine oder andere Foto aufgenommen. Das Licht änderte sich von Minuten zu Minute. Und plötzlich riss über uns die zusammenhängende Wolkendecke etwas auf und der Horizont begann rötlich zu leuchten.

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Die Zipfel der Tannenzweigen habe ich nicht wegretuschiert um Euch zu zeigen, dass sie wirklich stören. Leider konnte ich die Kamera nicht so aufstellen, dass die Zweige bei diesem Blickwinkel nicht im Bild sind. An dieser Stelle daher mein Appell an Euch, versucht störende Äste, Zweige, Gräser, was auch immer zu vermeiden, sie sind in den seltensten Fällen ein Gewinn für den Bildaufbau!

Kommen wir zum nächsten Foto, wir stehen jetzt seit fast 45 Minuten auf der gleichen Stelle. Meine Freundin wird langsam ungehalten, ihr tun die Füße weh und sie hat einfach keine Lust weiter auf das richtige Licht zu warten.  Schaut man bei diesem Foto genau hin stellt man fest, dass im Posttower schon einige Büros beleuchtet sind. Doch das Schiff auf dem Rhein ist scharf abgebildet, also ist es noch relativ hell und die Mischung zwischen der Beleuchtung des Bürogebäudes und dem natürlichen Licht der Umgebung passen noch nicht so zusammen wie ich es mir vorstelle.

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Weil es meiner Sandra langsam aber sicher so richtig langweilig wird, packen wir unsere Sachen zusammen. Meine kleine Nikon 1 V1 lasse ich während dessen aber auf dem Stativ stehen und löse sie immer mal wieder mit dem kleinen ML-L3 Fernauslöser aus. Schließlich haben wir fast 90 Minuten gewartet und es ist etwa 30 Minuten nach Sonnenuntergang. Die “Mischung “sieht jetzt viel besser aus. Meine kleine Kamera muss jetzt mehrere Sekunden belichten, so verschwimmt die Bewegung des Frachtschiffes sehr stark. Auch die Wellen der Wasseroberfläche sind nicht mehr wirklich zu erkennen. Würde man jetzt noch einen Polfilter oder einen leichten Graufilter verwenden, so könnte man bereits Belichtungszeiten von ca. 30s erreichen. Damit wäre das Wasser glatt wie ein Spiegel und die Wolken hätten sogar ein wenig Bewegungsunschärfe. Doch ich habe heute keine Filter für meine Nikon 1 dabei :-(

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Also gebe ich mich mit dem Fotos zufrieden, schließlich sind sie nur als Beispielbilder für diesen Artikel gedacht.

Schauen wir uns das nächste Foto an. Hier sehen wir einen tollen Sonnenuntergang über La Gomera  (Punta de Teneo, Teneriffa). Während meine Freundin versuchte sich im Auto aufzuwärmen fieberte ich dem besten Moment für dieses Foto entgegen. Man muss es ihr immer wieder hoch anrechnen wie geduldig sie mit mir ist! Aber irgendwie ist man trotz allem immer im Zweitdruck wenn jemand wartet und man nicht allein oder mit zu 110% Gleichgesinnten unterwegs ist.

Blue Hour #1 - Nikon D700

So war ich ein Jahr später wieder an ähnlicher Stelle und diesmal ganz allein. So hatte ich alle Zeit der Welt und konnte mir in Ruhe den besten Platz für mein Foto suchen. Und ich hatte Glück, denn an diesem Tag war der Sonnenuntergang ungewöhnlich spektakulär und die Fotos übertreffen die Bilder des Vorjahres bei weitem.

La Gomera Sunset - Nikon D800E - Full Size

Ich hoffe meine heutige Botschaft wird damit klar. Nur wer sich darauf einlässt mehrere Stunden auf den richtigen Augenblick zu warten und sich möglichst einige Tage zuvor mit den Gegebenheiten vertraut macht wird letztlich mit Fotos heimkehren die mehr als ein Knipsbild sind. Besonders in der Landschaftsfotografie lassen sich viele Motive sehr gut planen. Mit Google Earth und gutem Kartenmaterial lässt sich der beste Punkt für eine Fotosession unter freiem Himmel finden. Je nach Jahreszeit geht die Sonne aber nicht exakt im Osten auf und im Westen wieder unter, das sollte man berücksichtigen. Für alle Smartphones gibt es kleine nützliche Programme die den Stand der Sonne an einem bestimmten Tag des Jahres berechnen können. Hilfreich sind auch kleine APPs die ausrechnen wann die Sonne auf- und wieder untergehen wird.

Meiner Erfahrung nach ist etwa 30 Minuten nach oder vor Sonnenuntergang das Licht für stimmungsvolle Landschaftsfotos ideal. Aber das ist keine allgemein gültige Regel. Wer nicht den Abendhimmel im Westen sondern die Schatten der Abendsonne in Richtung Osten fotografieren möchte, für den gelten andere Regeln. Generell ist man in der blauen Stunde am Morgen oder Abend immer auf der sicheren Seite wenn man einige zusätzliche Minuten einkalkulieren kann. So hat man Zeit um sein Stativ in Ruhe aufzustellen und einen Punkt zu suchen an dem eben keine störenden Zweige ins Bild hineinragen.

Stress kann man vorbeugen indem man seinen Mitreisenden klar macht wie sehr man auf diese Fotos erpicht ist. Wenn ich eine Reise mache, dann reise ich nicht weil das Essen toll, der Pool so klar oder die Sonne so warm ist. Wenn ich verreise dann will ich fotografieren, denn das ist für mich die beste aller Möglichkeiten um entspannt heimkehren zu können. Andere lesen ein Buch, ich sitze am liebsten einsam in der Wildnis und warte auf den perfekten Moment. Jeder der schon einmal mit seiner Angel einen Köder ausgeworfen hat wird das verstehen.

Wer schöne Landschaftsfotos machen möchte hat somit etwa drei Möglichkeiten:

  • Ihr reist allein und könnt tun und lassen was Ihr wollt
  • Ihr gebt den Mitreisen ausreichend viel Geld für ein schönes Abendprogramm ohne Euch
  • Ihr schenkt den Mitreisenden eine Fotoausrüstung und versucht Eure Begeisterung an sie zu vermitteln

Für den Anfang könntet Ihr natürlich auch allgemein bekannte Fotospots wie den im nächsten Foto besuchen. Dort am Horse Shoe Bend in der Nähe von Page in Arizona treffen sich jeden Abend viele Fotofans und warten gemeinsam auf den perfekten Augenblick. Wenn Ihr nicht allein seid, stärkt diese Gemeinschaft die Ausdauer Eurer Mitreisenden ganz enorm, es sei denn sie sind noch im Kindergartenalter… Solche Shtootings haben manchmal etwas magisches und gelegentlich entstehen dabei die besten Freundschaften mit Menschen die man dort ganz zufällig trifft.

Shooting Horse Shoe Bend - Nikon D300 & Tokina AT-X Pro 4/12-24mm

Das folgende Foto stammt von Alan Vasenius aus Los Angeles. Ich habe ihn im Jahr 2011 beim Versuch einen Permit für die Wanderung zur Wave kennen gelernt. Alan hat mir damals gesagt, dass ich etwa eine Woche später im Monument Valley sein sollte um dort ein seltenes Schauspiel zu fotografieren. So haben wir uns dann einige hundert Kilometer entfernt etwa eine Woche später wieder getroffen. Es war ein toller Abend und wie haben gemeinsam auf den richtigen Moment gewartet.

The Vasenius Shadow at Monument Valley

Diese Foto kann man so nur an zwei Tagen im Jahr aufnehmen und auch nur wenn die Wolken günstig stehen. Damit kommen wir zur Einleitung zurück. Der richtige Zeitpunkt ist nicht nur 30 Minuten nach Sonnenuntergang, sondern vielleicht auch ein einziger Tag des Jahres. Wer eine Sonnenfinsternis oder den “Supermond” fotografieren hat sogar ein noch viel weiter gespanntes enges Zeitfenster.

Das Geheimnis der Profis ist, dass sie diese “Events” kennen oder gezielt im Internet danach suchen. Sie planen für dieses Event eine Location und sind oft schon Stunden oder Tage vorher zur Stelle. Sie kennen ihr Equipment in und auswendig und so überlassen sie im wichtigen Moment nichts dem Zufall. Letztlich entstehen dann echte Kracher die vielen Leuten ein Staunen ins Gesicht treiben so wie beispielsweise dieses Foto von Michael Fatali.

Michael-Fatali-Teapot

(Bild: Michael Fatali)

Zum Abschluss noch ein Foto auf das ich im Juni 2013 auf La Palma ganze 12 Tage lang hingearbeitet habe. Ich war ständig auf der Suche nach schönen Locations und habe auf gutes Wetter gehofft. Am vorletzten Abend ist dann endlich dieses Foto gelungen. Für mich ist dieses eine Foto eines der Highlights der gesamten Reise.

La Palma Sunset - Nikon D800E

Fazit

Stimmungsvolle Landschaftsfotografien entstehen nicht einfach von ganz allein. Für ein gutes Foto muss man auch schon mal ein paar Stunden Wartezeit auf sich nehmen, eine weitere Wanderung machen und wenn man einen magischen Ort gefunden hat, ihn ggfs. so oft besuchen bis man seine Bildidee endlich umgesetzt hat. Gute Planung und Vorbereitung sind hier die halbe Miete. Die großen Helden der Landschaftsfotografie wie bspw. Ansel Adams haben ihre Fotos NIEMALS im Vorbeigehen aufgenommen. Sie haben sich stets mit viel Aufwand und Liebe zu Detail an die Umsetzung konkreter Bildideen begeben und waren damit letztlich überaus erfolgreich.

Damit ihr Euch während ihr auf den richtigen Augenblick wartet nicht ärgert weil ihr andere Motive und Situationen verpasst, solltet ihr ggfs. einfach eine zweite Kamera dabeihaben!

Mein Tipp für den gepflegten Schnappschuss zwischendurch:

Stellt an der “Zweitkamera” das Sportprogramm ein oder alternativ den kontinuierlichen Autofokus und die ISO-Automatik. So seid ihr auf den meisten Situationen gut vorbereitet. Auch wenn wegen der ISO-Automatik einige Fotos letztlich vielleicht ein wenig verrauscht sein sollten, ein leicht verrauschtes Foto ist immer noch besser ein Foto das total verwackelt ist weil man unbedingt mit ISO-100 fotografieren wollte…


Angetestet – Vanguard The Heralder 46

Bildschirmfoto 2013-10-22 um 18.48.49Bildschirmfoto 2013-10-22 um 18.48.22

Mein Fotorucksack ist inzwischen ziemlich in die Jahre gekommen und so habe ich mich in den letzten Wochen nach einer Alternative umgesehen. Dabei ist mir der Vanguard “The Heralder 46″ ins Auge gesprungen. Und weil dieser Rucksack pfiffig gemacht und sehr durchdacht ist, gibt es heute ein ausführliches Review dazu.

 

Sehr cool ist die laufende Sonderaktion “My ABEO PRO“. Wer sich bis zum Jahresende ein Stativ des Typs ABEO Pro 283 CGH bestellt, der bekommt vom Hersteller einen “The Heralder 46″ Fotorucksack geschenkt. Wer sich nicht sicher ist ob das ABEO Pro das richtige Stativ für ihn ist, der kann sich als kleine Entscheidungshilfe meine beiden Videos zu diesem Stativ anschauen.

Hier gibt es den kurzen 90s Teaser:

 

Und hier habe ich das vollständige Review:


Schöner Reisen mit Thilo Sarrazin

Vor etwa einem Jahr hat das ehemalige Vorstandsmitglied der deutschen Bundesbank namens Thilo Sarrazin (Bitte beachten sie die Schreibweise, das hat nichts mit Sarin zu tun!) uns via Facebook einige lange überfällige Tipps zur illegalen Einreise und Migration in fremde Länder gegeben.

Migrationsleitfaden

Diese Tipps & Tricks für die erfolgreiche Einreise und Migration wurden inzwischen tausendfach gelesen und mehr als 40.000 facebook User haben sogar auf “Gefällt mir” geklickt.

Angesichts dieser Zahlen frage ich mich warum so viele Menschen diese Tipps & Tricks so sehr mögen. Wollen die hier etwa weg, ihr schönes Deutsches Heimatland verlassen? Wenn ja warum brauchen sie Tipps für die Einreise ohne Ausweis und Visum in fremde Länder? Wer in Deutschland keinen Ausweis hat, der schnappt sich 100 Euro, lässt sich fotografieren, wartet eine Stunde beim Bürgeramt und kann 14 Tage später seinen neuen Reisepass abholen, gar kein Problem – warum sollte man ohne reisen??

Will man mit diesem Ausweis in die USA einreisen, so beantragt man einfach auf einer Internetseite der US-amerikanischen Regierung ein Touristenvisum und zahlt die anfallenden Gebühren bequem mit der Kreditkarte. Unterwegs in die USA füllt man eine einfache Zollerklärung aus und versichert, dass man dort keinen Terroranschlag plant. Wird man dort nach der Landung gefragt warum man einreisen möchte, reicht das einfache Wort “Vacation” und schon ist man drin. In den kommenden Wochen kann man sich mit Burgern und fettigen Fritten vollstopfen bis der Arzt kommt und kurz bevor der Herzinfarkt droht fliegt man bequem zurück nach Deutschland. Hier kann man sich anschließend die überflüssigen Kilos mit hunderten saftiger Steaks vom argentinischen Angusrind samt knackigen Salaten Abend für Abend wieder wegessen, “Low-Carb” nennt man das – schmackhaft und einfach…

Da frage ich mich, warum man eine Reise ohne Ausweis und Visum unternehmen sollte, die Schweinshaxe bekommt man in fremden Ländern schließlich auch mit gültigem Visum serviert?

Warum gefällt mehr als 40.000 Facebookern die Idee der illegalen Ausreise aus Deutschland? Vielleicht weil sie irgendwo in der Nähe von Oder und Neiße gelebt haben und konnten bis 1989 das Land der Dichter und Denker nicht verlassen, jedenfalls nicht so einfach. Vielleicht haben sie auf der falschen Seite ihres Heimatlandes gelebt und sich geärgert, dass ihre Großeltern den zweiten Deutschen Weltkrieg dummerweise gegen Kommunisten, Juden und sonstige nur wenig arische Mächte verloren haben?

KZ Auschwitz, Ankunft ungarischer Juden

Einige haben vielleicht auch vergessen wie es war als Omas Nachbarn damals von der Gestapo zum Plausch bei Kaffee und Kuchen geladen und mit Benzin im Blut wieder heim geschickt wurden. Vielleicht sehen sie die Texte des Herrn Sarrazin sogar als Anstoß für eine Bildungsreise nach Syrien? Ich bin mir sicher, wer sich in Syrien eine Beninspritze abholen möchte, der wird sie dort sehr einfach bekommen und das sogar ohne einen gültigen Deutschen Führer-Schein!!

Warum also diese Ausreise-Tipps? Warum sollen wir einen türkischen Bürgermeister vom Klang Deutscher Kirchenglocken überzeugen, wo diese doch zumindest in Limburg ohnehin bald eingeschmolzen werden um als Altmetall zur Deckung völlig unerwarteter Baukosten zu dienen? Also ich muss sagen, dieser Herr Sarazin gibt mir Rästel auf!

UnterreichtGastarbeiter_LudwigWegmannDeutschesBundesarchiv_Wikimedia

Als unsere Väter nach dem zweiten Weltkrieg das neue Rentensystem konzipierten hieß es noch “Und Kinder kriegen die Leute ja sowieso”! Doch weit gefehlt, denn Kinder kriegen in Deutschland nur noch die Dummen. Wer in diesem Land was drauf hat, der macht statt Hausaufgaben und Kinderstunde lieber Trekking-Urlaub auf Neuseeland und trinkt Cocktails auf Mauritius. Alles mit Reisepass und Visum, warum auch ohne?

Wer allerdings in 20 Jahren die Renten für die vielen Alkoholabhängigen und ihre künstlichen Hüftgelenke bezahlen soll, das bleibt hingegen ungewiss. Gewagt erscheint da die These statt Kinder zu machen und ihnen 20 Jahre lang den Hintern abzuwischen und die Ausbildung zu bezahlen, einfach fertige erwachsene Menschen preiswert aus der dritten Welt einzuführen. Wenn sie kein Visum und keinen Reisepass haben, wen juckt das schon? Sie kriegen einen Deutsch-Kurs und können dann im Hüttenwerk arbeiten oder bei der Deutschen Bank die Toiletten reinigen. Das haben wir vor 50 Jahren mit den Italienern, Griechen und Türken doch auch schon so gemacht.

Häufig wird derzeit vergessen, dass das Angebot billiger Arbeitskräfte aus aller Welt heute sogar ungleich größer ist. Auch gibt es eine natürliche Auslese während der Anreise!! Nur die Starken erreichen unser Land, nur die Besten die hier auch ordentlich schuften können bleiben übrig! Alle anderen ertrinken kostengünstig im Mittelmeer! Und im Gegensatz zu den Jahren des Deutschen Wirtschaftswunders schicken DIESE modernen Migranten kein Geld nach Hause, denn sie sind in der Regel eh allein und ihre Angehörigen wurden bereits in Syrien vergast oder irgendwo in Afrika in Einzelteilen verscharrt. So bleibt Deutsches Geld in Deutschland – ist das nicht praktisch?

Haben sich die Mägen dieser neuen Gastarbeiter erst an Eisbein und Deutsche Schweinshaxe gewöhnt, so können diese Menschen hier durchaus sinnbringend integriert werden. Wer geht nicht gern zur Eisdiele Venezia, danach auf einen Grillteller ins Restaurant Athen und anschließen noch auf einen Slibovitz ins Dalmatien? Ohne unsere Gastarbeiter würden wir in einem gastronomischen Ödland bei Weisswurst und Fleischkäse dahin vegetieren… Welch wunderbare Aussicht in 20 Jahren die Rente bei denen zu verprassen die sie uns bezahlen? Statt Pizza und Gyros gibt es dann Kuskus, Hirsebrei und Muhammara. In meinen Ohren klingt dies durchaus verlockend, oder nicht?

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Also Leute, bevor Ihr über die illegale Einreise in fremde Länder die Euch gar nicht haben wollen nachdenkt, könntet Ihr überlegen wie sich längst verloren geglaubte Tugenden wie Nächstenliebe & Co. auffrischen lassen. Ihr könntet Menschen ein Zuhause in einem Land geben in dem jeden Tag ein Drittel der Lebensmittel achtlos weggeworfen wird. Statt die Lebensmittel wegzuwerfen könntet Ihr unterernährten Menschen dabei helfen in einem Land das sie nicht kennen, dessen Kultur und Sprache sie nicht verstehen und die eigentlich viel lieber daheim geblieben wären, mit ein wenig Würde zu leben.

Wenn diese Menschen irgendwann hier bleiben wollen weil in ihrer Heimat eh alle Verwandten in Fußballstadien enthauptet oder an Hauptverkehrsstraßen an Baukränen erhängt wurden, dann ist das schon ok. Es liegt an Euch ob diese Menschen irgendwann dabei helfen Eure Rente zu bezahlen.

Alles was Ihr dazu tun müsst ist Euch nicht wie Arschlöscher zu verhalten, dann klappt das schon mit der Migration…

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(Bildquelle: Wikimedia)

 


Nikon 1J2 – Perfekte Kamera für Tourenfahrer

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Es ist traurig aber wahr, der Sommer geht langsam aber sicher zu Ende. Wie viele begeisterte Motorradfahrer wollen die letzten Sonnenstrahlen ausnutzen und brechen am Freitag gegen 10h30 auf zu einer zweitätigen Tour inkl. Übernachtung in Mainz. Am ersten Tag wollen wir quer durch die Eifel zur Mosel fahren, dann entlang der Mosel in Richtung Trier. Auf der anderen Seite der Mosel soll es durch den Hunsrück vorbei an Bad Kreuznach nach Mainz gehen. Dort wollen wir übernachten und am nächsten Tag entspannt durch das schöne Wispertal fahren. Über die Aarstraße und später entlang der Lahn wollen wir zurück zum Rhein und dann heim nach Bonn.

Nikon 1 J2 - Nikkor AF-S VR 11-27,5mm

Mit im Gepäck habe ich lediglich die wunderschöne Nikon 1 J2 die ich vor ein paar Tagen bei amazon.de für ganz kleines Geld gekauft habe. An der Kamera ist das kompakte Nikkor AF-S VR 11-27,5mm montiert. Noch eine Speicherkarte und ein voll geladener Akku, fertig ist die Biker-Fotoausrüstung. Grundsätzlich würde diese kleine Kamera auch in die Jackentasche passen, dort aber trotz der kompakten Abmessungen eine ausgeprägte Beule erzeugen. Da ich an meinem “Mädchenmotorrad” seit ein paar Tagen eine schöne Hecktasche des Zubehörspezialisten Wunderlich aus Sinzig am Rhein habe, findet meine “Fotoausrüstung” dort ihren Platz zwischen Getränken und Smartphones.

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Die erste Etappe unserer Tour führt uns über altbekannte Wege zum Café Fahrtwind in Hönningen. Leider haben wir wieder einmal die Öffnungszeiten nicht im Kopf und stehen um kurz nach 11h zusammen mit einer Gruppe anderer Biker aus Dortmund vor verschlossener Türe. Im Café Fahrtwind laufen die Vorbereitungen für den Tag auf Hochtouren, aber es ist eben noch nicht alles fertig und daher ist auch noch geschlossen. Wir überlegen kurz ob wir bis 12h warten wollen, beschließen dann aber weiter zu fahren.

Eigentlich fährt meine Freundin Sandra nicht gern voraus aber heute ist es für sie ganz einfach. Sie muss nur dem Verlauf der Straße folgen und so kommen wir ganz automatisch nach Cochem an der Mosel. Klar könnten wir den einen oder anderen wunderbaren Abzweig nehmen, aber Sandra ist in dieser Saison wenig gefahren und es fehlt an Kondition und vor allem an “Sitzfleisch”. Also cruisen wir entspannt auf gut ausgebauten Straßen der Sonne entgegen.

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In Cochem an der Mosel angekommen parken wir meine blau-weißes Duo und schauen uns ein wenig diese tolle Stadt an. Bei einem leckeren Flammkuchen beschließen wir, Cochem irgendwann einmal einen zweitätigen Besuch abzustatten und besonders die Altstadt sowie die tolle Burg einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

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Frisch gestärkt betanken wir unsere 163PS starken Supertourer mit edelstem SHELL Weltmeisterbenzin und setzen unsere Reise fort. Sandra fährt wieder voraus, sie hat die Instruktion immer der Mosel in Richtung Trier zu folgen.

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Das klappt auch ganz gut bis wir in der Nähe von Püdernich an einen Kreiserkehr kommen. Der erste Abzweig führt nach Trier, der Zweite entlang der Mosel. Sandra entscheidet sich für “Trier”. Ich bin einverstanden und erwarte gespannt die Kurven die sich uns bieten werden. Und tatsächlich ist die Landschaft hier wunderschön. Zwischendurch gibt es wieder eine dieser verhassten Vollsperrungen mit einer elend weiten Umleitung. Aber diese Umleitung führt uns durch idyllische Wälder mit tollen Kurven.

An einem abschüssigen Streckenabschnitt mit total genialen Kurven fährt wieder einmal ein LKW vor uns her. Ein richtig dicker Brummer ist das und er fährt echt langsam. 100 km/h sind erlaubt und ich überlege nach jeder Kurve ob ich nicht einfach schnell an diesem Monstrum vorbeischießen soll, aber es ist ein absolutes Überholverbot und es gibt eine doppelte durchgezogene weiße Linie! Also reiße ich mich am Riemen und bleibe brav hinter dem LKW, irgendwann werden wir schon gefahrlos überholen können.

Nach der nächsten 90° Kurve schnürt es mir dann fast den Atem ab, mitten auf der Gegenfahrbahn steht eine riesige schwarze Zugmaschine mit aufgeklappter Motorhaube. An diesem Pannenfahrzeug hängt ein gewaltiger Anhänger mit drei Achsen am hinteren Ende. Dieses Hindernis nimmt die komplette Fahrbahn ein und der vor uns fahrende LKW muss abbremsen und vorsichtig dieses mörderische schwarze Monstrum passieren zu können. Etwa 100 Meter hinter dem Pannen-LKW stehen eine Warnlampe und und vergammeltes Warndreieck… Ich in total froh, dass ich hier keinen Stunt gewagt habe, denn das wäre voll ins Auge gegangen. Mitten im Überholvorgang frontal in einen stehenden LKW zu klatschen, das mag man sich gar nicht weiter ausmalen. Was wenn uns ein Biker aus der anderen Richtung entgegen gekommen wäre? Er hätte sogar noch schlechtere Karten gehabt – urgs…

Kurz vor Trier steuert meine Sandra dann einen Parkplatz an. Ich bin ganz froh darüber denn wir können beide kaum noch auf den Mopeds sitzen. Als wir gerade absteigen biegt ein Auto am Ende des Parkplatzes scharf nach rechts in einen geschotterten Weg ab. Was ist denn dort? Sandra sondiert kurz die Lage und staunt nicht schlecht als sie dort eine tolle “Wurstbude” findet. Also starten wir die Motoren und parken gleich davor.

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Bei einem leckeren Snack besprechen wir die gefährliche Situation und sind uns danach beide einig, dass das Leben manchmal am seidenen Faden hängt und dass wir auch auf dem Rest der Tour das Schicksal nicht herausfordern wollen. Frisch gestärkt geht es weiter in Richtung Bernkastel an der Mosel. Dort überqueren wir diesen wunderbaren Fluss und machen uns gemeinsam mit einer Gruppe britischer Biker an den Aufstieg in Richtung Süd-Westen. Die Briten eiern ziemlich durch die Gegend, wir wären bei britischem Linksverkehr sicher auch etwas unsicher. Also biege ich an der nächsten mir bekannten Straße ab und nun schlängeln wir uns wieder über einsame Landstraßen in Richtung Westen.

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Nach einigen kurzen Zwischenstopps erreichen wir schließlich mein kleines Appartement in der Nähe von Mainz. Bei Nieder-Olm geht es noch schnell zu einem EDEKA. Als wir den Supermarkt verlassen haben wir leckere Filet-Steaks und weitere Köstlichkeiten im Gepäck. Während die Steaks später in meinem Mainzer Garten auf dem Gasgrill ihre Farbe wechseln, müssen wir an den Verkäufer von der Fleischtheke denken. “Das ist aber nicht das Filet aus dem Sonderangebot?!??!” Ist es nicht und unsere vier kleinen Steaks kosten zusammen fast 24,- Euro. Das ist nicht billig, aber wenn die Qualität stimmt und die Tiere vernünftig gehalten wurden, dann bin ich gern bereit dafür etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

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Hier habe ich noch ein nicht ganz ernst gemeintes Grill-Video das ich mal im letzten Jahr aufgenommen habe. Sehr cool ist die Nikon P7100 im Kühlschrank :-)

Am nächsten Morgen frühstücken wir auf der Terrasse und beseitigen danach noch schnell die Spuren unseres vorabendlichen Grill-Events. Die Sonne scheint und ich beschließe noch schnell den Rasen zu mähen. Wer hätte gedacht, dass das einst freiwillig an einem Samstagmorgen erledigen würde?

Danach schnappen wir uns ein iPad und ich zeige Sandra in aller Ruhe via Google-Maps (Ja es gibt sie wieder!) wie ich mir den weiteren Verlauf unserer Tour vorstelle. Wir wollen vorbei an Mainz nach Rüdesheim fahren. Bei Lorch soll es rechts ab ins Wispertal gehen. In Bad Schwalbach wollen wir eine Pause einlegen und uns dann die geniale frisch asphaltierte Aaarstraße vornehmen. Ich stelle mir vor, dass wir kurz vor Diez wieder in Richtung Osten abzweigen und uns bis nach Nassau durchschlagen.

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Dieser Plan funktioniert ganz wunderbar und als wir am späten Nachmittag in Nassau eintreffen ist dort ein tolles Volksfest. Auf der Lahn fahren Drachenboote um die Wette. Die Stimmung ist supergut und wir mischen uns ein wenig unter das Volk. Bei Cola und Bratwurst ist die Laune gut und so bemerken wir gar nicht wie sich über uns am Himmel die Wolken zusammenziehen. Als wir wieder startklar sind fallen dann auch die ersten Regentropfen aus der bedrohlich tief hängenden Wolkendecke. Regenkombis haben wir keine dabei, also beißen wir die Zähne zusammen und hoffen, dass der Spuk schnell vorbei ist.

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Am Morgen hatte ich noch via Smartphone schnell einen Blick auf den Regenradar geworfen und tatsächlich ist es nur eine schmale Regenfront. Als wir in Linz am Rhein ankommen ist meine Lederkombi schon wieder trocken. Daheim in Bonn sind wir ziemlich erledigt und lassen uns vom “Pizza-Boy” ein kalorienreiches Biker-Abendessen liefern.

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Am Sonntag müssen wir entsetzt feststellen, dass während unserer Abwesenheit niemand den Kühlschrank nachgefüllt hat. Es ist einfach nichts da woraus sich ein leckeres Frühstück bereiten liesse. Als ich vorschlage, dass wir im Café im Kunstmuseum frühstücken könnten sagt meine Sandra “Oder sollen wir Silke und Mirko am Café Fahrtwind besuchen?” Na wenn das keine gute Idee ist! Und so beginnt Tag 3 auf dem Motorrad – geil…

Sandra ist nach 2x 9h Mopedfahren etwas mitgenommen und so beschließen wir gemeinsam mit einem Motorrad zu fahren. Weil ich an meiner blauen K1200r keinen Stauraum für die Nikon 1 J2 habe, entscheiden wir uns für das Zwilingsmotorrad – endlich darf ich mal wieder mein “Mädchenmotorrad” fahren – tirili…

Beim Café Fahrtwind angekommen ist dort richtig was los und wir lassen uns gemeinsam mit vielen anderen Bikern das Frühstück schmecken. Immer wieder kommt das Thema “Rasen & Sterben” auf. Am letzten Wochenende gab es in der Eifel wieder viele schwere Motorradunfälle. Ich kann das teilweise nachvollziehen. Auf dem Weg zum Café Fahrtwind sind wir etliche Kilometer in einer langen Karawane hinter einer Gruppe echt alter Leute in einer schwarzen Mercedes A-Klasse hergeschlichen. Viele andere Biker haben es nicht ertragen auf einer Straße auf der 100 km/h erlaubt sind mit 57 km/h zu fahren. Das hat sie zu teilweise abenteuerlichen Überholmanövern provoziert. Auch wenn sich alle über die rasenden Biker mit ihren Supersportlern aufregen, viele Autofahrer tragen oft eine Mitschuld. Ich frage mich immer wieder warum alte Leute die mit dem Autofahren total überfordert sind sich ausgerechnet am Sonntag aufmachen um auf den schönsten Straßen der Republik den Verkehr zu stauen?

Als wir nach einem extrem ausgedehnten Frühstück wieder losfahren höre ich um mich herum überall diese hochgezüchteten Supersportler. Die Typen sind heiß auf Kurven und den schnellen Adrenalinschub. Mir geht das echt auf die Nerven und ich frage mich oft warum sie nicht für 50 Euro ein paar Runden auf dem Nürburg-Ring drehen und sich danach einfach mal an die Verkehrsregeln halten und keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährden?

Da das Wetter einen stabilen Eindruck macht entschließen wir uns zu einer kleinen “Abschlussrunde” über Bad Münstereifel. Immer wieder werden wir von heulenden Supersportlern bedrängt, überholt und geschnitten, es ist echt zum Kotzen. Es kommt mir vor als hätten sich alle Adrenalin-Junkies entschlossen hier und heute in den Tod zu fahren. Ein paar Kilometer später stehen dann schon wieder zwei Autos mit eingeschalteten Warnblinkanlagen mitten auf der schmalen Landstraße. Dazwischen eine demolierte giftgrüne Kawasaki. Was genau passiert ist will ich lieber gar nicht wissen, es sind gute Zeiten für Organspenden…

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Als wir am dritten Tag wieder in Bonn einlaufen haben wir fast eine Sauerstoff-Vergiftung. Soviel frische Luft und tolle Landschaft hatten wir schon lange nicht mehr. Vielleicht ist ja der Sommer noch nicht ganz vorüber und vielleicht können wir an einem der nächsten Wochenenden noch die eine oder andere kleine Tour fahren, ich hoffe darauf!

Fazit

Die vielen Fotos die ich in den letzten Tagen mit der kleinen Nikon 1 J2 aufgenommen habe machen mir richtig viel Spaß. Die Kamera ist klein und kompakt und liefert erstaunlich gute Ergebnisse. Einige Fotos habe ich unbearbeitet “out of the cam” in voller Originalgröße bei flickr.com hochgeladen.

Die Nikon 1 J2 ist mir in den letzten Wochen echt ans Herz gewachsen. Die Bildqualität ist identisch zur Nikon 1 V1, aber diese Kamera ist noch kompakter. Der eingebaute kleine Blitz ist ungemein praktisch, um wie bei den Technikdetails der Motorräder im flickr-Album gezeigt, knackscharfe Fotos mit vielen Details zu erzielen. Besonders im Nahbereich funktioniert das ausgesprochen gut.

Bedenkt man den inzwischen sehr niedrigen Preis dieser Kamera, so ist sie meiner Meinung nach ein idealer Begleiter für alle Motorradfans die auf ihren Touren die schönsten Eindrücke in guter Qualität festhalten möchten.


BMW Isetta – Der Mythos lebt

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Etwa 10 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs lag Deutschland wirtschaftlich nicht mehr ganz am Boden. Es ging langsam aber sicher wieder bergauf und es war die Zeit des so genannten “Wirtschaftswunders”. Und es war die Zeit der kleinen preiswerten Autos. Auch kam langsam eine Art Tourismus in Gang, die Deutschen zog es wieder wieder hinaus in die weite Welt. Bis heute kennt man den Fiat 500 und ähnliche “Sparwunder”. Heute schmunzelt man beim Anblick dieser Fahrzeuge, aber sie gaben den Menschen damals eine neue Mobilität und ermöglichten es die früheren Kriegsgegner auf eigene Faust mit dem eigenen Auto zu erkunden. Aus heutiger Sicht kann man kaum glauben, dass es diese Kleinwagen waren mit denen Passstraßen wie der St. Gotthard (siehe oben) bezwungen wurden! (Fuji X100, Infrarot 720nm)

Eine der Ikone dieser Zeit war der kleine BMW Isetta. Dieser Kleinstwagen wurde von 1955 bis 1962 hergestellt. Das Fahrzeug war wirklich skurril, es gab nur eine Tür und die öffnete sich ausgerechnet nach Vorne! Wer also mit einer Isetta einen Auffahrunfall verursachte hatte es danach wirklich schwer dieses Fahrzeug wieder zu verlassen. Schnell nannten die Deutschen dieses ungewöhnliche Fahrzeug liebevoll “Macht hoch die Tür”.

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Bei meiner gestrigen Fotosession in der Nähe von Kreuzberg in der Eifel kam plötzlich der größte Isetta-Schwarm angefahren den ich bislang gesehen habe. Es hatte der Isetta-Fanclub zum Jahrestreffen 2013 in Mayschoß in der Eifel geladen. Ich wußte davon natürlich nichts und umso überraschter war ich, als plötzlich minutenlang eine Isetta nach der anderen an mir vorbei knatterte. Zwei dieser alten Fahrzeuge lieferten sich dabei sogar ein offensichtlich nicht ganz ernst gemeintes “Stechen”!!

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Meine auf Infrarot umgebaute Nikon D300 stand auf ihrem Stativ und sie war auf “Still-Photography” geeicht, also keine Chance damit diese wunderbaren Kleinwagen ablichten zu können. Aber in meiner Fototasche hatte ich die noch fast neue Nikon 1J2 samt einem winzigen Nikkor AF-S VR 11-27,5mm. Diese Kamera ist überraschend flott und so konnte ich etliche dieser außergewöhnlichen Fahrzeuge ablichten.

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Update vom 31. August 2013

Nun sind auch alle Fotos in handliche JPG-Dateien mit 1920 Pixeln Kantenlänge konvertiert. Hier gibt es das zugehörige Fotoalbum bei flickr:

Dort kann man die Fotos als Diashow ansehen und auch in der 1920 Pixel breiten “Originalgröße” herunterladen.


Nikon D300 – Burg Kreuzberg Infrarot

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(Alle Fotos sind 1000 oder 1920 Pixel breit oder hoch – einfach Anklicken…)

Schon seit vielen Jahren ist für mich das Tor zur Eifel das kleine Örtchen Kreuzberg in der Nähe von Altenahr. Bei meinen ersten Erkundungstouren gab es die modernen Straßentunnel und Umgehungsstraßen noch nicht, doch die wunderschöne Burg Kreuzberg war schon immer gut zu sehen und hatte es mir sehr früh wirklich angetan. Inzwischen hat man einen sehr schönen Blick auf die Burg wenn man den Tunnel nördlich von Kreuzberg verlässt. Das sieht einfach immer wieder schön aus und in den letzten Jahren habe ich mich immer wieder geärgert, dass ich keine Kamera dabei hatte.

Heute sollte sich das endlich ändern! Während sich meine Freundin Sandra im Café Fahrtwind vergnügt, bin ich mit meiner auf Infrarot 830nm umgebauten Nikon D300 und dem nagelneuen Nikon AF-S VR 55-300mm Objektiv unterwegs. Ich will sehen wie sich diese Linse in der Infrarot-Fotografie schlägt. Außerdem ist mein Ziel, einen der benachbarten Berge zu besteigen um so diese wunderbare Burg auf “Augenhöhe” fotografieren zu können. Ein Exemplar des Nikon AF-S VR 55-300mm habe ich ja schon vor einer ganzen Weile gekauft, aber es ist dann samt Nikon D5100 in den Besitz meiner Freundin Sandra übergegangen. Damals habe ich ein spontanes kleines Unboxing gemacht:

Und weil dieses Objektiv an der Nikon D5100 meiner Freundin inzwischen praktisch festgeschweißt ist, habe ich mir in der letzten Woche nach langem Hadern ein zweites Exemplar gekauft. Im direkten Vergleich zum drastisch teureren und deutlich unhandlicheren Nikon AF-S VR 2.8/70-200 habe ich damit an einer DX-Kamera einen größeren Telebereich, kann aber keinen Nikon Tele-Konverter benutzen. Blende 2.8 habe ich auch nicht, aber dafür hat das 55-300 bei amazon gerade einmal 219,- Euro gekostet – wenn das kein Schnäppchen ist?

Hier habe ich eine keine Karte auf der Ihr sehen könnt wie die Burg gelegen ist und von welchen Stellen ich sie fotografiert habe (1-5). Kleiner Spoiler: Die schönsten Fotos sind mir an Position 3 gelungen.

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Hier habe ich eine Sicht auf die Burg die ich von Position 1 mit meiner neuen Nikon 1 J2 aufgenommen habe.

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Hier jetzt eine getunte Variante die via RAW-Converter und einer Prise Tonemapping entstanden ist. Sie ist 1920 Pixel breit – einfach anklicken…

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Hier nun das erste Infrarot-Foto das heute mit der Nikon D300 und dem Nikon AF-S VR 55-300mm entstanden ist.

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Ganz ehrlich, mir gefällt hier auch die farbige Version besser! Infrarot sieht ja meistens ganz abgefahren aus aber hier ist einfach die Position und damit der Blick auf Burg nicht optimal. Auch ist mir aufgefallen, dass sich bei Blende 16 oder 22 im Bildzentrum ein ausgeprägter “heller Fleck” zeigt. Dies scheint ein ganz typisches Problem vieler Teleobjektive zu sein die in Verbindung mit der Infrarot-Fotografie auftreten. Ich habe ein wenig experimentiert und bei Blende 11 liefert dieses Objektiv eindeutig die besten Ergebnisse!

Interessant ist auch das “Autofokus-Problem”. Obwohl meine Nikon D300 im Rahmen der Infrarot-Umrüstung mit einem geheimen Trallala-Verfahren der Autofokus ebenfalls auf Infrarot umgerüstet wurde, liefert die Kamera im LiveView-Autofokus-Modus ganz eindeutig schärfere Ergebnisse. Ich habe die Kamera so konfiguriert, dass sie mir im LiveView-Modus bereits SW-Bilder anzeigt. Dazu habe ich den Schwarz-Weiss-Modus aktiviert, dann Kontrast und Schärfe auf Maximum eingestellt. So entsprechen die Vorschaubilder ein wenig dem was sich später aus den RAW-Bildern zaubern lässt. Aber eine schlechte Perspektive kann kein RAW-Konverter der Welt wegzaubern und so habe ich mir zu Fuß die nächste Perspektive gesucht (Punkt 2 auf der Karte). Dort angekommen kamen wieder einige BMW Isetta angeflitzt. Heute hatte der Fanclub zu einer großen Runde durch die Eifel geblasen und ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht so viele dieser eintürigen Autos auf einer Straße gesehen! Hier sieht man übrigens eine knallrote Feuerwehr-Isetta. Warum sie hier fast weiß abgebildet wird? Es ist eine Infrarot-Kamera!! Weitere Fotos dieser witzigen kleinen Autos aus der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders gibt es morgen im meinen nächsten Artikel.

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Jetzt der Blick hinauf zur Burg. Wirklich schön ist das auch nicht, denn der tolle Turm ist kaum zu sehen, also auch keine schöne Perspektive!

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Als ich im letzten Jahr meine Fuji X100 ausprobiert habe, war ich bereits kurz an der gleichen Stelle und habe dort damals einen kleinen Weg entdeckt. Der “Einstieg” ist sehr unscheinbar, aber der Aussichtspunkt der sich vor dort erreichen lässt ist umso schöner!

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Der Himmel wird hier übrigen so schön abgebildet, weil ich an der Nikon 1J2 einen relativ dichten Grauverlaufsfilter verwendet habe.

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Hier sieht man jetzt meine Nikon D300 auf dem supercoolen neuen BILROA XedriLux Stativ. Dieses Ding begleitet mich aktuell einfach überall hin. Es ist extrem flexibel, leicht und hat ein geringes Packmaß, außerdem ist es noch ausreichend stabil, also wirklich toll für Leute die ständig unterwegs sind und immer ein Stativ (das diese Bezeichnung auch verdient hat) dabei haben wollen!

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Hier noch ein Blick hinab auf das Örtchen Kreuzberg, so wie die Nikon 1 J2 es samt Grauverlaufsfilter bei 11mm Brennweite “gesehen”hat. Die Nikon 1 J2 hat einen Verlängerungsfaktor von 2.7, das entspricht also etwa 29mm Brennweite. Dieses kleine 11-27,5mm Objektiv funktioniert übrigens wirklich gut und es ist nicht nur scharf, klein und leicht, sondern auch mit nur 149,- Euro sogar überaus preiswert:

Das folgende Bild habe ich auf 1920 Pixel Kantenlänge verkleinert. Klickt es mal an und schaut in aller Ruhe auf die Details. Wenn man bedenkt, dass es mit einer Hosentaschen-Kamera gemacht ist, gibt es nichts zu meckern, gell?

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Hier ist nun mein “Foto des Tages”, die Perspektive stimmt und man sieht die Burg wie sie sehr schön in die umgebende Landschaft eingebettet hoch oben über Kreuzberg thront. (Anklicken!)

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Hier nun ein zweites Bild mit etwas längerer Brennweite. Es hat auch 1920 Pixel Kantenlänge, klickt es einfach an und achtet auf die Details. Das Nikon AF-S VR 55-300mm hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet. Es gibt praktisch keine Vignettierung und alle Details sind bis in die Ecken scharf abgebildet.

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Weiter geht es zur vierten “Perspektive”. Der Wanderweg oben in den Bergen ist übrigens wirklich schön und ich bin echt froh ihn gefunden zu haben. Wenn irgendwann gutes Wetter und viel Zeit zusammen treffen, werde ich dort einen Teil der Eifel erkunden den man vom Auto oder Motorrad einfach niemals zu sehen bekommt!

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Im farbigen Bild sieht man sehr schön, dass die tolle Burg jetzt schon wirklich weit weg ist. Umso spannender ist das Ergebnis mit dem 300mm Tele-Zoom. Und auch hier hat mich dieses tolle Objektiv nicht enttäuscht…

Wer “lange” Teleobjektiven in der Landschaftsfotografie einsetzt hat häufig mit einem bösen Feind zu kämpfen, dem DUNST! Besonders an schwül warmen Tagen bindet die Luft unendlich viele kleine Wasserpartikel die es “normalen” Kameras fast unmöglich machen mit Teleobjektiven scharfe Fotos über große Distanzen aufzunehmen. Im schmalen infraroten Spektrum am unteren Rand des mit unseren Augen sichtbaren Lichts ist das etwas anders. Hier kann das langwellige Licht den Dunst recht gut durchdringen und so gelingen auch an dunstigen Tagen immer wieder überraschend klare und scharfe Fotos! Auch das nächste Bild hat 1920 Pixel – einfach anklicken…

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Vergleicht man jetzt die beiden letzten SW-Fotos so muss man sagen, dass Perspektive 3 irgendwie besser ist als Nr. 4. Hier sieht man die Burg jetzt komplett von der Seite, der Turm wirkt übermächtig und von der schönen Fassade ist kaum noch etwas zu sehen. An Position 5 war dieser Effekt noch ausgeprägter, daher habe ich die Fotos die ich dort gemacht habe gleich in den Papierkorb verschoben :-)

Zurück am Auto, das bei Position 2 geparkt war, habe ich mir den Spaß erlaubt noch schnell zu einer der Brücken zu laufen. Unter einer der Brücken liegen kleine Felsbrocken im flachen Wasser der Ahr und es gibt niedliche “Stromschnellen”. Hier habe ich jetzt ein Foto das bei Blende 22 und ISO-100 entstanden ist. Den hellen Fleck im Bildzentrum habe ich erfolgreich mit Trick-17 in Photoshop beseitigt.

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Übrig geblieben ist eine sehr ruhige Komposition und wer das Foto in der 1920er Auflösung öffnet, kann sogar die Insekten auf dem Felsbrocken erkennen!

Fazit

Zum absoluten Kampfpreis von 219,- Euro ist das Nikon AF-S VR 55-300 eine echte Kaufempfehlung. Jeder der ein hochwertig verarbeitetes Teleobjektiv für eine Nikon DX-Kamera sucht wird damit gut beraten sein. Die deutlich teureren Kandidaten bieten einen besseren Staubschutz, ein Gehäuse aus Metall und es gibt eine Anzeige der eingestellten Entfernung. Doch diese Features braucht nicht jeder Hobbyfotograf, der einfach nur ein preiswertes Telezoom sucht das gute Bildergebnisse liefert. In der Vergangenheit habe ich schon oft mit dem Nikon AF-S VR 55-200mm fotografiert und meiner Meinung nach ist das Nikon AF-S VR 55-300mm eine ganze Klasse besser. Es verzeichnet weniger und liefert geringfügig schärfere Bildergebnisse mit leicht gesteigertem Bildkontrast. Für mich ein echter Gewinner den ich noch oft an meinen DX-Kameras verwenden werde!

Hier die Zusammenfassung der Artikel bei amazon.de


BMW K1200RS – Zubehör und Wunderliches

Meinen Führerschein der Klasse 1b habe ich mit 16 Jahren gemacht und zwei Jahre später dann den Führerschein der Klasse 1 für die “richtigen” Motorräder. Das ist inzwischen mehr als 30 Jahre her und seit dieser Zeit fahre ich ausgiebig und mit Begeisterung Motorrad. Im zarten Alter von knapp 17 Jahren habe ich mich einmal ganz kräftig “auf die Fresse gelegt” und mir eine schwere Hautabschürfung am rechten Arm zugezogen. Ich war damals einen Augenblick lang unaufmerksam und habe einen Pflasterstein übersehen der auf der Straße lag. Meine kleine 50er Zündapp ist damals regelrecht hoch gesprungen und ich bin im spitzen Winkel gegen die Gehwegkante gefahren und habe dann mit meinem rechten Arm eine Furche in den schwarzen Schotter auf de Gehweg gezogen. Wirklich fies war das und es war mir eine Lehre. Seit dieser Zeit ist nichts mehr passiert und das sollte auch so bleiben!

Beruflich hat es mich schon vor mehr als 6 Jahren nach Mainz gezogen und ich verbringe hier wirklich viel Zeit, auch mit dem Motorrad. Seit ich beim ersten Ausritt im Sommer 2007 die Gegend rund um Mainz zu erkunden begann sind ein paar Motorräder gekommen und gegangen. Inzwischen habe ich Motorrad Nummer 5 hier, meine uralte BMW K1200RS – Baujahr 2001. Auf dem Tacho stehen inzwischen mehr als 105.000 Kilometer und das Ding läuft noch immer wie ein Uhrwerk. Die vielen Kilometer bin ich natürlich nicht selbst gefahren. Als ich dieses Motorrad im letzten Jahr gekauft habe, hatte es schon 98.000 Kilometer auf der Uhr.

Und wie das bei mir immer so ist, auch dieses Motorrad war vor meinem Spieltrieb nicht sicher. Als erste Aktion bekam meine BMW eine andere kürzere Scheibe. Dadurch sitze ich jetzt mehr im Wind und habe weniger lautstarke Wirbel am Helm. Insgesamt fährt es sich dadurch deutlich entspannter. Danach wurde das Rücklicht gegen ein schickes LED-Rücklicht getauscht. Auch die vier Blinker sind jetzt weiß, das alles gab es bei www.whitelights.de für kleines Geld. Die kurze Scheibe kommt von ZTechnik und kann via Louis oder ebay bezogen werden. In die Blinker habe ich versilberte Blinklampen eingesetzt, die gab es für Stück ca. 5 Euro bei eBay…

Am letzten Wochenende konnte ich auf dem Weg von Mainz nach Bonn beim BMW-Zubehörspezialisten Wunderlich in Sinzig einen Zwischenstopp einlegen. Für mein Mädchenmotorrad gab es dort eine schöne kleine Tasche für den Heck-Gepäckträger. Für mein altes Projektmotorrad habe ich dort vier Zierringe im ALU-Design für das Cockpit gekauft.  Außerdem noch ein wunderschön gearbeitetes analoges Thermometer und ein sehr pfiffiges Zubehörteil das es sehr erleichtert an der Tankstelle den Luftdruck zu prüfen, ein Winkelventil.

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Zusätzlich ist mir dann noch ein kleines Plastikteil ins Auge gesprungen, das unter dem Namen “Throttle-Rocker” zum horrenden Preis von 12,50 Euro vertrieben wird.

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Kurz nach 18h ging es dann heute ans Werk. Mit einer ordentlichen Portion Glasreiniger habe ich zunächst das das Cockpit gesäubert und dann mit etwas Montagekleber aus dem Baumarkt die vier Zierringe auf die Ränder der ziemlich verschrammten Instrumente geklebt. Der Klebstoff hat eine Konsistenz wie Fensterkitt und lässt sich sehr gut verarbeiten. Einfach zwei kleine Kleckse in jeden Ring und schon lassen sie sich sehr präzise im Cockpit positionieren. Mit einem scharfen Küchenmesser konnte ich die Lenkkopfabdeckung lösen und durch das schöne Thermometer ersetzten. Hier habe ich das sogenannte Pattex Kraft-GEL verwendet.

Der Throttle-Rocker war schnell auf das Ende des Gasgriffs geschoben, alles gar kein Problem. Das Eckventil ist übrigens nicht für den Fahrbetrieb gedacht! Aber in den letzten Jahren habe ich mich so oft an Tankstellen geärgert, dass die Gräte zur Luftdruck-Kontrolle auf den extrem kurzen Ventilen einfach nicht halten wollten, dass ich die um 90° gebogene Verlängerung künftig öfters bei mir haben werden. Erst vor ein paar Tagen ist das Nachfüllen des Hinterrades so gründlich in die Hose gegangen, dass ich mit einem fast platten Reifen zu einer anderen Tankstelle fahren musste. Das war nicht witzig und künftig wird das hoffentlich nicht mehr vorkommen!

Frisch gestylt muss meine alte Dame natürlich ein wenig ausgeführt werden. Also schnell rein in die luftige Sommerkombi und auf geht es. Mit meinem TomTom Urban-Rider lässt sich die Route sehr schön aufzeichnen. Von Mainz führt mich mein Weg mit ein paar Umwegen nach Süden in Richtung Alzey.

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Dort biege ich rechts ab und fahre dem Sonnenuntergang entgegen. Auf meinem Kopf habe ich den SHOEI GT-Air. Die integrierte Sonnenblende funktioniert sehr gut und wenn das Gegenlicht zu heftig wird senke ich den Kopf etwas und schon wirkt der Helm fast wie eine Baseball-Kappe – Sehr gut! Auch der Throttle-Rocker bewährt sich ganz hervorragend. Damit muss man den Gasgriff nicht mehr fest umklammern, sondern legt einfach ganz entspannt den Handballen auf. Ein leichter Druck und im 6. Gang gleitet die alte BMW mit 100 km/h dahin – großartig – warum gab es das nicht schon vor 30 Jahren?

Als ich in der Nähe von Wolfsheim bin geht gerade ein ganz wunderbarer Vollmond auf. Es sieht einfach nur geil aus, wie mich diese große weiße Scheibe das direkt über dem Horizont anlächelt. Auf der anderen Seite geht gerade die Sonne unter und so wird der volle Mond in ein tolles violettes Licht getaucht. Da hilft nichts, da muss man anhalten und ein paar Fotos mit dem Handy machen. Meine schöne neue Nikon 1J2 habe ich leider nicht dabei. Sie ist zwar wunderbar klein aber für die Jackentasche doch noch ein wenig zu groß. Aber mein HTC Desire HD schießt zur Not auch ganz brauchbare Fotos…

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Hier noch ein etwas verfremdetes Foto meiner alten Dame mit dem Vollmond im Hintergrund. Jeder der nicht Motorrad fährt wird solche Momente nie erleben und wohl auch nicht verstehen können, dass dies für mich einer der Gründe ist warum ich so gerne Motorrad fahre. Dieses Gefühl der Ungebundenheit und der Freiheit lässt sich schwer in Worte fassen, man muss es einfach selbst erlebt haben…

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Dieses Foto ist übrigens 1920 Pixel breit – einfach anklicken…


Nikon D300 – Infrarote Landschaftsfotografie II

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Es ist ein wunderschöner sonniger Sonntag und auf dem Programm steht eine Fahrt über die B9 entlang am Rhein von Bonn nach Mainz. Eine gute Gelegenheit neue Infrarot-Fotos zu schießen. Zu meinen erklärten Lieblingsmotiven gehören die Burgen links und rechts des Rheintals. Nirgendwo sonst findet man gut erhaltene Burgen in dieser Menge auf derartig dicht beieinander. Aber es ist auch Erntezeit und in den letzten Wochen habe ich immer wieder Mähdrescher auf den Feldern gesehen, nur eine Kamera hatte ich nie dabei, das soll sich heute ändern! Besonders zwischen Koblenz und Bingen zeigt sich das Rheintal von seiner schönsten Seite. Kaum hat man das Auto gestartet und ist ein paar Minuten gefahren, bietet sich ein schönes neues Panorama. Letztlich komme ich kaum vorwärts denn ich muss fast zwanghaft immer wieder anhalten, aussteigen und meine auf Infrarot 830 Nanometer umgerüstete Nikon D300 zücken. Auch heute ist wieder das Nikon AF-S VR 16-85mm Objektiv dabei. Diese Linse so so gut, man könnte sie eigentlich an der Nikon D300 anschweißen lassen. Meine Nikon D800E bleibt während dessen ungeachtet einsam im Kofferraum zurück…

In den letzten Monaten wurde ich oft gefragt wie viele Fotos ist pro Motiv aufnehme. Diese Frage lässt sich ganz einfach beantworten, es sind meist sehr viele. Ich variiere häufig die Brennweite und den Standpunkt. Häufig neige ich leider dazu die Kamera etwas schief zu halten. Daher nehme ich oft mehrere “fast” identische Fotos auf, bei denen ich die Kamera leicht nach rechts oder links neige. Klar, man kann jedes Bild mit schiefem Horizont nachträglich “gerade biegen”. Aber das ist immer mit Einbußen bei der Bildqualität verbunden. Je weniger man an einem Foto korrigieren muss umso besser ist es. So kamen auch heute während einer etwa vier Stunden währenden “Oben-Ohne-Fahrt” wieder viele hundert Fotos zusammen. Letztlich waren es aber nur etwa 20 verschiedene Motive…

Einige wenige Fotos habe ich hier für Euch zusammengestellt. Alle Fotos sind 1920 Pixel breit oder hoch, also einfach anklicken und vielleicht als Desktop-Foto einrichten :-)

Wenn Ihr Fragen zur Konvertierung oder Einstellungen der Kamera habt, dann könnt Ihr mir diese in den Kommentaren stellen. Ich beantwortet sie dann gern.

Nun aber die Fotos…

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Nikon D300 – Bad Münstereifel – Infrarot

Es ist der heißeste Tage des Jahres und meine Freundin Sandra und ich sind mit dem Cabrio unterwegs in der Eifel. Das Dach geöffnet, die Haare im Wind und die Klimaanlage so, dass die Füße kühl bleiben geht es irgendwann in Richtung Bad Münstereifel – wieder einmal… Im Kofferraum liegt meine auf Infrarot 830 Nanometer umgerüstete Nikon D300. Es ist das famose Nikon AF-S VR 16-85mm montiert, mein aktuelles Lieblingsobjektiv für das DX-Format.

Das Wetter ist heftig, vom wolkenlosen Himmel scheint die Sonne auf uns nieder, dass wir uns fühlen wie zwei Weintrauben im Übergangsstadium zur   Rosine. Zubehör habe ich nicht dabei, auch keinen Batteriegriff oder Reserve-Akku. Einfach nur die D300 mit Objektiv, Streulichtblende, Akku und Speicherkarte. Der Akku ist zuletzt auf La Palma geladen worden. Das ist nicht nur über 4.000 Kilometer weit weg, das ist auch schon wieder mehrere Wochen her. Aber diese Nikon-Akkus sind inzwischen so gut, dass man auch mit einem halb leeren Akku noch mehrere hundert Fotos machen kann.

Der wolkenlose Himmel und das gnadenlos harte Sonnenlicht sind eigentlich völlig falsch wenn es um schöne Fotos geht. Aber Infrarot-Kameras ticken grundlegend anders. Hier kommt es gerade gut wenn viel Licht vorhanden ist. Viele Motive sehen besonders gut aus wenn sie direkt im Sonnenlicht sind. Dann kommt der “Infrarot-Effekt” besonders stark zur Geltung. Hier zwei Beispiele. Das Werther Tor am Eingang der Stadt, einmal im Gegenlicht und einmal im Sonnenschein. Welche Variante gefällt Euch besser?

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Quer durch diesen wunderschönen Ort fließt ein kleiner Bach und die vielen niedlichen Brücken sind für das Stadtbild sehr prägend. Ein wenig erinnert mich dieser Ort auch an das zauberhafte Monschau kurz vor der Grenze zu Belgien!

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Die Burg oberhalb der Stadt ist nahezu allgegenwärtig. Von dort hat man mit einem leichten Teleobjektiv einen tollen Blick über die Stadt und kann sehr schön das Kurhaus am gegenüberliegenden Hang sehen.

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Wenn mal ein Motiv trotz Weitwinkel nicht wirklich auf den Chip passt, dann darf man seine Kamera auch ruhig mal schief halten :-)

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Fazit

Trotz dem extrem heißen Tages mit bis zu 39°C hat es viel Spaß gemacht mit der Nikon D300 Infrarot-Fotografien zu erstellen. Diese Bilder sind einfach wie von einer anderen Welt. Die weißen Bäume die aussehen als wären sie mit frischem Schnee bedeckt faszinieren mich immer wieder. Übertreibt man es bei der RAW-Konvertierung nicht, so ergeben sich sehr scharfe Fotos mit vielen feinen Details und wundervoll weichen Grau-Stufen.

Und das beste, es geht rasend schnell. Nicht eines dieser Fotos ist mit einem Stativ aufgenommen. Einfach ISO-200, +2.0EV, RAW-Modus, Blende 8, Zeitautomatik einstellen und los geht es. Das macht viel Spaß und ist absolut kein Vergleich zum langwierigen Gefummel mit einer Kamera bei der man den Infrarot-Filter immer wieder an- und abschrauben muss. Nach einem halben Jahr und vielen hundert Fotos muss ich sagen, dieser Umbau hat sich trotz des Preises von etwa 570,- Euro mehr als gelohnt.


Nikon D300 – Infrarote Landschaftsfotografie

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

(Für mehr Spaß beim Anschauen sind die meisten Fotos 1920 Pixel breit oder hoch. Einfach anklicken…)

Wer meinen BLOG in den letzten Monaten verfolgt hat der weiß bereits, dass ich meine wunderbare Nikon D300 Anfang des Jahre für einen Infrarot-Umbau “geopfert” habe. Dabei wurde die Kamera komplett zerlegt. Das AA-Filter (Anita-Aliasing-Filter) wurde vom Chip entfernt und durch ein gleichgroßes Stückchen “Glas” ersetzt. Aber dieses Glas hat es in sich, es wurde durch Zugabe verschiedener Chemikalien in die Glas-Schmelze eingefärbt und lässt nun nur noch einen sehr schmalen Bereich des sichtbaren Lichtes passieren. Dieser Bereich liegt bei einer Wellenlänge von etwa 830nm (Nanometer). In diesem Bereich ist der Chip der D300 gerade noch so zu gebrauchen. Wäre die Wellenlänge noch länger, so könnte die D300 es nicht mehr “sehen” – wäre also praktisch blind und damit unbrauchbar.

Bedingt durch das sehr schmale “Band” sind die Fotos die man mit dieser Kamera jetzt aufnimmt nahezu monochrom. Stellt man den Weißabgleich der Kamera auf “Tageslicht” so haben die Fotos eine intensiv violette Färbung. Um unmittelbar nach einem Foto abschätzen zu können wie das Ergebnis aussehen könnte, habe ich im Menü der D300 den Schwarz-Weiss-Modus aktiviert und den Kontrast auf das Maximum eingestellt.

Der Autofokus der D300 wird durch den IR-Filter nicht beeinflußt und wurde im Rahmen des Umbaus entsprechend der größeren Wellenlänge etwas korrigiert. Leider ist es ist nicht möglich den Belichtungsmesser entsprechend zu korrigieren. Es braucht also ein wenig Erfahrung bis man seine Fotos korrekt belichtet hat. Auch sollte man unbedingt im 14-Bit RAW-Modus fotografieren, nur so hat man alle Optionen um später aus den Bilddateien das herausholen zu können was auch wirklich darin steckt. Mit dieser Kamera nur JPG-Datei zu knipsen wäre ein Verbrechen!

Da man den Infrarot-Filter nach dem Umbau IN der Kamera hat, muss man keinen Filter mehr vor das Objektiv schrauben. Dadurch kann diese Kamera wie eine ganz normale Spiegelreflexkamera benutzt werden, das Sucherbild ist unverändert klar und hell. Die Empfindlichkeit des Chips für das Lichtspektrum um 830nm reicht aus um bei ISO-200 und Blende 8 an hellen Tagen mit ca. 1/250s ohne Stativ aus der Hand fotografieren zu können. Es ist also kein Vergleich zum nervigen Gefummel mit einem Infrarot-Filter der VOR dem Objektiv sitzt.

Im ersten Foto weiter oben seht Ihr ein Motiv das ich am Sommer irgendwo zwischen Westerwald und Taunus während der Fahrt mit geöffnetem Dach aufgenommen habe. Einfach so, freihändig ohne durch den Sucher schauen zu können. Einfach die Kamera greifen, mit dem rechten Zeigefinger einschalten, aus dem Auto halten und abdrücken. Mit allen anderen Kameras wären solche Infrarot-Aufnahmen absolut undenkbar.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Sehr cool sehen Sommerlandschaften bei Sonnenschein aus, wenn es noch einige nette Wolken gibt. Das kalte Blau des Himmels wird dunkel oder sogar schwarz dargestellt. Alles was rot oder gelb ist wird nahezu weiß abgebildet. Die Blätter der Bäume erscheinen je nach Intensität des Sonnenlichts hellgrau bis weiß. Dadurch erhalten “echte” Infrarot-Fotos einen Look der sich mit keinem Bildbearbeitungsprogramm in gleicher Weise erzielen läßt.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Hier nun einige Beispielfotos die ich am letzten Freitag nach der Arbeit auf dem Heimweg aufgenommen habe. Während sich die Sommerurlauber auf der A3 das Gezeter ihrer verschwitzten unzufriedenen Familienmitglieder anhören mussten, habe ich mich für die wunderbare B42 entschieden. Ich bin also rechtsrheinisch von Mainz nach Bonn gefahren. Als am späten Nachmittag die Sonne tief stand war ich auf dem Loreley-Felsen und konnte bei satten 33°C einige Fotos für Euch aufnehmen. Leute, es war heiß wie die Hölle und der Schweiß brannte in den Augen. Aber meine D300 hat das problemlos weggesteckt und einfach schöne Fotos gemacht.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Hier seht Ihr jetzt die andere Richtung, also ein Blick nach Süden. Beim vorherigen Foto und folgenden Foto stand die Sonne also seitlich. Das ist nach meinen Erfahrungen immer sehr vorteilhaft, nicht nur in der Infrarot-Fotografie. Durch die Verlagerung des Lichtspektrums funktioniert die Vergütung der Objektive nicht mehr. Dieses Vergütung besteht aus mehreren auf die Linsen aufgedampften Metallschichten die jeweils so dick sind wie die halbe Wellenlänge des Lichtspektrums dessen Reflektionen sie vermeiden sollen. Das Prinzip basiert auf der Auslöschung der Lichtstrahlen in Verbindung mit einer Totalreflektion an der Oberseite der Linsen und der Unterseite der metallischen Vergütungsschicht. Für ein reinrassiges Infrarot-Objektiv bräuchte man nur eine einfache Metallschicht die diese müsste so ca. 415 Nano-Meter dick sein.

Leider gibt es derart vergütete Objektive meines Wissens für das Nikon-Bajonett leider nicht. Wer also mit einer derart umgebauten Kamera direkt in die Sonne fotografiert muss mit heftigen Lichtreflexen an den Linsenoberflächen innerhalb seiner Objektive rechnen.

Im Zweifel kann man diese “Eigenart” für eine kreative Bildgestaltung wie im folgenden Foto nutzen. Meist wird man aber bessere Bilder erzielen wenn man die Sonne im Rücken hat oder sie im einem Winkel von ca. 90° seitlich auf das Motiv einfällt.

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Bei der Bildgestaltung gelten natürlich die gleichen Regeln wie für “normale” Fotos auch. Der Horizont sollte im oberen oder unteren Drittel des Bildes liegen. Die für das Bild wichtigen Objekte sollten auf einem der vier Schnittpunkte angeordnet sein die sich ergeben, wenn man sein Foto in Gedanken mit vier Linien in 9 gleichgroße Flächen aufteilt. Wenn man es drüber hinaus noch schafft dem Bild eine sichtbaren Vordergrund-, Motiv- und Hintergrund-Ebene zu verleihen ist man auf einem guten Weg zu einem interessanten Foto.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Ein guter Freund hat mit mal gesagt ich solle immer darauf achten, dass “etwas rotes” auf jedem Fotos zu sehen sein solle. Im nächsten Foto ist ein kleiner Junge mit einem roten Pullover der fröhlich zwischen den Bäumen tobt zu sehen. Im infraroten Lichtspektrum geht die Farbe seines Pullovers leider verloren :-(

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Hier ein sehr schöner Blick hinab in das Rheintal. Ich habe eine Weile gewartet bis ich ein Schiff in das Foto integrieren konnte, das den Rhein aufwärts fährt. So werden die Dimensionen des Tals sehr schön verdeutlicht. Dieses riesige Schiff wirkt aus der Ferne im der Weite des Rheintals nur noch wie ein kleines Streichholz im Wasser.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Am letzten Sonntag habe ich das Wetter für eine ausgiebige etwa 300 Kilometer lange Cabrio-Tour genutzt. Die D300 lag für etwa sechs stunden in der prallen Sonne neben mir auf dem Beifahrersitz und ich habe immer wieder aus dem fahrenden Auto fotografiert. Hier ein Foto das sehr gut gelungen ist. Man sieht hier zwei uralte aber sehr schön renovierte Trecker. Im Bild ist unten links eine leichte Bewegungsunschärfe zu erkennen. Sehr gut gefällt mit der Verlauf der linken Fahrbahnmarkierung die genau in der unteren linken Bildecke “ausläuft”. Als Gegenpart machen die Zipfel der Bäume auf der linken Seite den gleichen schönen Schwung nach oben.

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Im nächsten Foto sieht man sehr schön, dass die roten Rücklichter meines Autos hellgrau abgebildet werden.

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Hier noch ein Foto das auf einer sehr steilen kleinen Nebenstraße entstanden ist. Auch hier ist das “bildwichtige Motiv” im unteren rechten Drittel des Bildes angeordnet. Die Straße führt in Form einer Diagonale zu diesem Objekt, das Auge wird fast wie von ganz allein dorthin gelenkt wo es verweilen soll.

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Bei der Aufnahme aus niedrigen Perspektiven kommen oft ungewöhnliche Fotos zustande. Im nächsten Foto weist einfach alles nach oben und das Laub der Bäume ergibt in Verbindung mit dem Licht der Sonne fast ein “Kathedrale aus Licht”.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Hier nun ein Foto das heute auf dem Heimweg entstanden ist. Auf der Rheinhessen-Straße sah ich vor mir diese Wolkenformation. Es sieht fast aus als wäre weit vor mir etwas explodiert. Ich habe bei der erst besten Gelegenheit rechts angehalten, bin ein paar Schritte in ein Feld gelaufen und habe bei diesem Foto versucht nicht nur die Wolkenformation einzufangen, sondern ihr auch eine “Basis” zu geben. Der Horizont ist auch hier wieder im unteren Drittel des Bildes angesiedelt.

Was hier wirklich gut aussieht hängt vom Einzelfall ab. Ich habe mir angewöhnt einfach mehrere Fotos aufzunehmen und später zu entscheiden was mir davon am besten gefällt. Womit wir schon beim nächsten Tipp wären. Besorgt Euch einfach ein paar große Speicherkarten und arbeitet an Euren Motiven. Nicht nur schnell ein Foto knipsen und gleich weiter hasten. Oft ist es besser erst einmal die Gegend auf sich wirken zu lassen. Geht ein wenig herum, schaut Euch um. Geht in die Hocke, achtet auf die Geräusche und den Stand der Sonne. Fotografiert zuerst “im Kopf” und danach mit der Kamera. Schießt von jedem Motiv eine Serie von vielleicht 20 Bildern. Wechselt dabei auch in das Hochformat, viele Motive sehen an der Wand im Hochformat einfach richtig gut aus!

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Durch das eng begrenzte Lichtspektrum ist die D300 fast blind für UV-Strahlung. Damit kann sie durch Dunst ein wenig “hindurch sehen”, so dass sich Infrarot-Fotos oft durch eine außergewöhnliche “Klarheit” auszeichnen. Schaut Euch im nächsten Foto mal den Mond an. Diese Foto habe ich heute Morgen um kurz vor 6h aufgenommen. Die Sonne war gerade aufgegangen und stand in meinem Rücken. Es sieht fast aus wie eine Fotomontage, ist es aber nicht!!

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Kurz nach diesem Foto habe ich mich um 180° gedreht und meine D300 voll in die aufgehende Sonne gerichtet. Die oben angesprochenen Reflexionen sind deutlich sichtbar. Man kann sie etwas verringern indem man das Objektiv nicht zu stark abblendet. Durch die Verwendung des RAW-Modus hatte dieses Foto so enorme Reserven, dass man tatsächlich noch die im Schatten liegende Seite meines Autos deutlich erkennen kann.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Hier ein Foto das gestern kurz nach Sonnenaufgang ganz in der Nähe entstanden ist. Hier kam das Sonnenlicht von rechts und betont so die Wolkenfront am linken Bildrand sehr schön. Da die Kamera durch den Dunst “hindurch sehen” kann, wird sogar der Regenschauer in der Bildmitte deutlich sichtbar.

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Hier noch ein spontanes Experiment. Am Ortseingang von Mainz Hechtsheim ist das Gartencenter Fuchs gelegen. Das Wappentier ist ein Fuchs der aus einer Mischung aus Draht und Pflanzen besteht. Ich habe hier versucht das Auge dieses Fuchses ein wenig aufleuchten zu lassen. So wirklich hat es leider nicht funktioniert, die Position für dieses Motiv ist im Winter besser weil die Sonne dann viel weiter rechts aufgeht und man diese Bildidee dadurch sehr viel schöner umsetzen kann. Auch sieht man hier wieder die Reflektionen und man sieht auch sehr deutlich, dass der Kontrastumfang der D300 selbst im 14-Bit RAW-Modus hier an seine Grenzen stößt.

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Jetzt noch einige Beispielfotos der letzten Tage.

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Fazit

Die Fotografie im deutlich roten Spektrum des sichtbaren Lichts kann Landschaftsfotografien eine schier unglaubliche Dynamik verleihen. Wolken die man mit bloßem Auge als “nett” empfindet werden plötzlich zu bedrohlichen Monstern. Auch hier gilt die alte Regel “Schlechtes Wetter ist gutes Wetter für schöne Fotos!”

Ab und zu fragen mich meine Leser welche Tipp ich ihnen für gute Fotos geben kann. Ich antworte dann meist, dass es einen sehr elementaren einfachen Tipp gibt:

  • Arsch hoch und raus aus der Bude!!!

In der Landschaftsfotografie ist dies der wichtigste Tipp von allen! Zuhause oder im heimischen Garten wird man nur wenige interessante Motive finden. Wer schöne Landschaften fotografieren will muss reisen und sollte Spaß daran haben viel unterwegs zu sein. Eine Kamera gehört dann (fast) immer ins Gepäck. Auch wenn es nur ein Handy ist, selbst damit lassen sich ansprechende Fotos aufnehmen, sofern man die eingebaute Kamera beherrscht!

Bei uns in Deutschland sind Frühling, Sommer und Herbst die besten Jahreszeiten für die Infrarot-Fotografie. Im Winter bei Schnee und Eis kann diese Spielart der Fotografie ihre besonderen Stärken nicht wirklich ausspielen. Hier habe ich ein Foto das ich im letzten Dezember kurz vor Heiligabend auf Teneriffa mit der D300 aufgenommen habe. Man sieht, es geht auch im Winter, aber nur weit weg von unserer kalten nassen Heimat :-)

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Schöne Infrarot-Fotos lassen sich aber nicht nur mit einer speziell umgebauten Kamera aufnehmen. In diesem Artikel findet Ihr eine Reihe von Fotos die ich mit einer Nikon D800E und einem HAMA Infrarot-Filter (720 Nanometer) aufgenommen habe.

Richtig viele Infos zum Thema “Infrarot” finden sich über die Schlagwort-Wolke auf der rechten Seite. Klickt hier einfach mal auf Infrarot und schon könnt Ihr Euch durch wirklich viele Fotos und Artikel rund um dieses spannende Thema wühlen.


BMW K1200 – Ein typisches Bikerwochenende

Seit meiner Kindheit bin ich fasziniert von Motorrädern. Auf dem Heimweg von der Grundschule ging es mittags immer mit dem Fahrrad einen kleinen Hügel hinab. Bereits damals habe ich mir vorgestellt mein Fahrrad sei eine krasse Rennmaschine und habe mich auf das “Erwachsensein” gefreut. Dann mit 16 Jahren und dem ersten Moped zur großen Bikerparty auf den Felder eines Biker-Bauern irgendwo in der Nähe meiner Heimatstadt. Damals durfte ich das erste Mal auf einer BMW R100RS zur Probe sitzen, seit diesem Tag haben mich BMW Motorräder nicht mehr losgelassen. Nach vielen Jahren mit einer BMW R80-RT und einer R850R wurden meine Motorräder dann vor ein paar Jahren wirklich erwachsen. Zuerst kam ein BMW K1200r Sport in die Garage. Eigentlich wollte ich im Februar 2009 nur ein Witz über das schlechte Wetter und die furchtbar geringen Rabatte bei BMW machen. Aber als Verkäufer (oder nennt man das jetzt Kundengerater?) Jürgen Schnürle in der Bonner BMW-Motorradniederlassung mich dann fragte, ob er mal mit dem Disponenten wegen eines Scheißwetterrabattes telefonieren soll, da war es um mich geschehen. Der Preisnachlass war grandios und ein paar Tage später war ich stolzer Besitzer einer fast neuen BMW K1200r Sport – meiner Meinung nach eines der schönsten Motorräder die BMW jemals gebaut hat!

Doch dann kam alles anders, meine Freundin Sandra wollte nicht mit meinem “alten 850er Boxer” fahren und so habe ich meine schöne neue BMW mehrere Monate lange nur von hinten gesehen. Das war eine zutiefst frustrierende Zeit, aber was tut man nicht alles für seine Freundin. Im August 2009 habe ich meinen Boxer dann gegen eine zweite blaue BMW K1200r Sport eingetauscht – mit kräftigem Aufpreis natürlich. Aber nun waren die Fronten ausgeglichen und es ist echt praktisch wenn man mit der Freundin unterwegs ist und beide Motorräder völlig identisch sind. Man kann Koffer Sitzbänke usw. hin und her tauschen, es passt alles.

Dann kam nach 5 Jahren in einem kleinen Mainzer Hotel im Juni 2012 der Umzug in eine kleines Appartement in Mainz. Endlich keine Koffer mehr packen und am Wochenende ohne Koffer voller Wäsche zwischen Bonn und Mainz pendeln. Der Sommer war toll und ich wollte meine weiße BMW mit nach Mainz nehmen. Dieses Ansinnen schlug dann aber eine Welle der weiblichen Entrüstung – “Da können wir ja am Wochenende nur noch zu zweit auf einem Motorrad fahren °^$§%#*@&§”

Also musste ein Projektmotorrad her und es war schnell gefunden. Von einem erfahrenen KFZ Meister konnte ich eine zwar alte aber gut erhaltene BMW K1200RS Baujahr 2001 sehr preiswert erwerben. Mein “blau-weißer-Fuhrpark” hat nun sechs Räder, mehr als 450 PS und knapp 3600 ccm Hubraum – genial!

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Seit dem Erwerb der ersten BMW K1200r Sport gab es immer wieder Briefe in denen eine Rückrufaktion angekündigt wurde. Mal wurde etwas an der Kupplung geändert, mal ein anderer Spanner für die Steuerkette eingebaut, eigentlich gab es in jedem Jahr eine kleine kostenlose Modifikation meiner Motorräder. In diesem Jahr war es nicht anders und so war für das Wochenende ein Werkstattaufenthalt für beide K1200r Sport geplant. Donnerstages geht es am frühen Nachmittag dann mit dem alten “Projektmotorrad” über die Autobahn nach Bonn. Als ich die Haustüre öffne ist meine Freundin Sandra schon da und einige Minuten später sind wir schon mit unserem blauweissen-Duo unterwegs zur Bonner BMW Motorradniederlassung. Dort staune ich nicht schlecht, als ich zwei weitere BMW K1200r Sport in der gleichen Farbe auf dem Parkplatz vor der Werkstatt entdecke.

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Auch eine S1000RR steht vor der Türe. Während ich sie mit meinem Smartphone knipse kommt mir in den Sinn, dass dies “…der eleganteste Weg sein könnte sich in den Himmel oder die Hölle zu schießen…”

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Normalerweise gibt es bei Rückrufaktionen immer für ein paare Stunden ein kostenloses Leihmotorrad. Das ist ein feine Sache, denn so kann man regelmäßig völlig kostenlos ein paar Kilometer mit einem fabrikneuen Motorrad abspulen und in Ruhe ausprobieren ob es einen Grund geben könnte ein anderes Motorrad zu kaufen. Leider hat Sandra bei der telefonischen Terminabsprache vergessen nach einem oder vielleicht sogar zwei Leihmotorrädern zu fragen. Aber wie das Schicksal es will, gibt es seit wenigen Stunden ein kleines SIXT Büro in der Bonner BMW Niederlassung. Auf der Basis einer Kooperation haben SIXT und BMW schon in mehreren Niederlassungen kleine “Mietstationen” eingerichtet.

Sehr cool ist es, dass ich der erste Biker bin, dem der SIXT Mitarbeiter ein Motorrad vermieten kann. Da ich genau weiß, dass meine Sandra schon seit zwei Jahren immer wieder auf die BMW F800r im Chris Pfeiffer Design schielt, frage ich einfach mal nach einem dieser Motorräder. Und siehe da, es ist eine nagelneue F800r verfügbar. Das gute Stück ist zwar ein wenig staubig, aber auf dem Tacho stehen erst 42 Kilometer, sie ist also brandneu. Zu zweit geht es mit der F800r quer durch Bonn wieder zurück zu mir nach Hause. Dort steige ich auf meine alte K1200RS um und Sandra rutscht vom Sozius in die “Sitzmulde” der F800r.

Mit beiden Mopeds geht es in das landschaftlich sehr reizvolle Wiedtal. Sandra bleibt jedoch wiederholt weit zurück und ich muss immer mal anhalten und warten. Flottes Motorradfahren geht anders… An der Laubachmühle kurz vor Altwied ist dann Gelegenheit zu einem ersten Fazit.

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Die neue Maschine scheint nicht ganz richtig eingestellt zu sein. Mehrfach ist beim Rollen mit gezogener Kupplung der Motor stehen geblieben. Eine nicht ganz ungefährliche Situation. Kuppelt man hier bei niedriger Geschwindigkeit ein, so blockiert schnell das Hinterrad wenn das Tempo nicht ausreicht um den Motor wieder zu starten. Ungeübte Motorradfahrer liegen dann schnell mal auf der Nase.

Aber Sandra tut instinktiv das Richtige, sie hält die Kupplung gezogen, lässt das Motorrad rollen und betätigt den E-Starter. Während wir auf unser Essen warten diskutieren wir, was die Ursache sein könnte. Als es später weiter geht, schalte ich zuerst die Zündung der  F800r ein, drehe den Gasgriff langsam bis zum Anschlag auf, halte ihn dort ganz kurz und drehe ihn wieder zurück. Danach startet der Motor ganz sofort und hat ein sauberes Standgas. Ähnlich ist es bei meinen K1200r Sport wenn man nach dem Winter die Batterie wieder eingebaut hat. Die Motorelektronik hat nach Monaten ohne Strom alles vergessen was sie über das Motorrad einst wusste. Und dementsprechend ist die oben beschriebene Aktion in jedem Frühjahr einmalig notwendig.

Bei der F800r scheint es ähnlich zu sein, denn danach läuft sie problemlos. Doch Sandra ist trotzdem ziemlich enttäuscht. Die Sitzposition gefällt ihr nicht, der Krawall den der kleine Zweizylinder macht geht ihr auf den Keks und irgendwie hat sie eher das Gefühl auf einer kleinen 125er als auf einem richtigen Motorrad zu sitzen.

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Später beim Kaffee an den Resten der Brücke von Remagen ist wieder Gelegenheit über dieses Motorrad zu diskutieren. Ich finde sie eigentlich ganz cool. Der kleine Motor röhrt in meinen Ohren ganz passabel und hält man ihn zwischen 3.000 und 5.000 U/min so ist man mit dem leichten Motorrad auch wirklich flink unterwegs. Wer ein Motorrad wie meine alte BMW K1200RS die vollgetankt mit Koffern mehr als 300 Kilogramm wiegt gewohnt ist, der hat auf der F800r wirklich das Gefühl auf einem Fahrrad zu sitzen, auf einem höllisch schnellen Fahrrad. Hat man sich damit angefreundet, so kann diese leichte Maschine eine Menge Spaß vermitteln. Vor Kurven bremst man später, denn es man muss ja viel weniger kinetische Energie in Wärme umwandeln und nach der Kurve ist man auch schneller wieder am Gas. Das Fahrwerk vermittelt einen sehr sicheren Eindruck und die Bremsen verzögern sehr gut und lassen sich toll dosieren.

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Doch meine Sandra kann dieses Motorrad nicht überzeugen. Im Vergleich zu ihrer alten Yamaha YZF-750r oder meinen BMWs ist dieses kleine Motorrad überhaupt nicht ihr Ding. Sie fühlt sich unsicher und hat das Gefühl auf einem rasenden Fahrrad zu sitzen.

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Am nächsten Morgen will ich wissen ob Sandras Bedenken wirklich berechtigt sind. Zu zweit geht es mit der F800r hinauf auf den Petersberg. Dort wollen wir es uns mit Blick auf den Drachenfels und die Eifel bei einem leckeren Frühstück richtig gut gehen lassen.

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Die Straße hinauf zum Petersberg kenne ich gut und sie hat viele schöne Kurven und Spitzkehren zu bieten. Aber wirklich auskosten kann ich sie leider heute nicht. Die Reifen sind noch nicht eingefahren, wegen der sehr warmen sommerlichen Temperaturen tragen wir beide ausnahmsweise nur eine Jeans und so hat Sandra große Angst, dass wir uns mit der ungewohnten BMW F800r auf die Nase legen könnten.

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Als wir oben eintreffen sind wir für ein “richtiges” Frühstück leider ein paar Minuten zu spät. Ich muss kurz an die Szene aus “Falling Down” denken in der Michael Douglas zwei Minuten zu spät für ein Frühstück ist und er darauf den ganzen McDonalds mit einem Gewehr (versehentlich) in Schutt und Asche legt. Aber die Kellnerin kann ja auch nichts dafür und so gibt es ein echtes Biker-Frühstück. Bei einem leckeren großen alkoholfreien Bier lassen wir uns Frikadellen mit Kartoffelsalat schmecken. Weil wir wegen des Frühstücks so enttäuscht waren, bringt uns sie super nette Kellnerin noch ein Körbchen mit frischen Brötchen und dazu etwas Kräuterquark. Das Leben kann soooo schön sein :-)

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Danach ist Zeit für eine ausführliche Probefahrt. Es geht kreuz und Quer durch das Siebengebirge und das Bergische Land. Schließlich landen wir in Eitorf und lassen es uns dort in einer tollen Eisdiele ein zweites Mal ziemlich gut gehen.

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Auf dem Weg zur Bonner Motorradniederlassung meldet sich dann der Bordcomputer. Unser Sprit geht zur Neige, aber es scheint nicht akut zu sein und wir schaffen es ganz locker bis zur Tankstelle am Bonner Verteilerkreis. Unser “Testverbrauch” betrug 4,7 Liter pro 100 Kilometer, das ist nicht wirklich wenig, kann sich aber trotzdem sehen lassen.

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An der Tankstelle suche ich für einen kurzen Augenblick den Tankdeckel. Bei der F800r ist der “Tank” nur eine Attrappe unter der sich die ganze Motorelektronik usw. verbirgt. Der eigentliche Tank liegt unterhalb der Sitzbank und dementsprechend wird das Benzin rechts neben der Sitzbank eingefüllt. Ziemlich dumm ist es dabei, dass ich genau verkehrt herum an der Zapfsäule geparkt habe. Aber man(n) kann ja nicht immer an alles denken :-)

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Zurück bei der Werkstatt ist dort echt was los. Die Sonne scheint und alle Biker strömen nach den langen Wochen mit fiesem Winter und dunklen Regenwolken auf die Straßen. Doch viele Motorräder sind nicht ganz so unproblematisch wie ein normaler Großserien-PKW. Auch sind die Inspektionsintervalle bei Motorrädern viel kürzer und so haben die Mitarbeiter der Werkstatt immer wieder das Problem regelrecht von den Kunden überrannt zu werden. Wirklich erfreulich ist dabei, dass Frau Nussbaum, Herr Strasburger und die vielen anderen Mitarbeiter trotz des großen Andrangs immer hilfsbereit und überaus freundlich sind.

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Mein blau/weißes Duo ist auch schon fertig und so geht es kurz darauf los zu einer kleinen Tour durch die Eifel. Unser Ziel ist das Café Fahrtwind in der Nähe von Ahrbrück. Doch auf halbem Wege meldet sich an der weißen BMW der Bordcomputer. Das ABS ist ausgefallen… Ich denke nur “Scheiße, das wird teuer…” Unseren Freitag beschließen wir mit einer kleinen Diskussion zur Ursache der ABS-Probleme.

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Nach einer unruhigen Nacht bin ich am nächsten Morgen nicht sicher ob samstags bei der Werkstatt jemand erreichbar ist. Trotzdem stehen wir recht früh auf und fahren ohne Frühstück gleich zur Bonner BMW Motorradwerkstatt. Dort sind tatsächlich die Türen geöffnet und Herr Strasburger begrüßt uns sehr freundlich. Einige Augenblicke später steht meine weiße BMW auch schon in der Werkstatt und es wird der Inhalt des Fehlerspeichers ausgelesen. Eine Pumpe die mit dem ABS zusammenhängt hat gemeldet, dass sie zu wenig Strom hatte. Ein Grund dafür ist nicht wirklich ersichtlich. Also löschen wir zunächst nur den Fehlerspeicher.

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Während der Prozedur habe ich Gelegenheit mir eine “ausgezogene” K1200 GT anzuschauen, die meiner alten K1200RS sehr ähnlich ist. Hier sieht man sehr schön den relativ hässlichen Motor. Die Konstruktion des liegenden Reihenvierzylinders ist ja schon wirklich pfiffig und ich mag dieses Motorrad wirklich gern. Aber Motor sieht für mein Empfinden einfach komisch aus…

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Nachdem der Fehlerspeicher gelöscht ist drehe ich eine kleine Proberunde, doch die ABS-Warnleuchte meldet sich kurz darauf schon wieder. Ich halte an, Zündung aus, warten, Zündung an, warten, starten, Mist sie leuchtet dauerhaft. Aber vielleicht liegt es auch an der Batterie? Bei den modernen Motorrädern werden die Batterien immer kleiner und die elektrischen Anlagen immer komplexer. Also geht es mit der weißen K1200 wieder heimwärts. Während meine Sandra für das Sonntagsfrühstück einkauft, tausche ich die Batterien zwischen der weißen und der blauen BMW.

Das dauert nur ein paar Minuten und bei der ersten Probefahrt muss ich leider feststellen, dass auch diese Aktion nichts gebracht hat. So schnell es geht fahre ich zurück zur Werkstatt und bin überrascht Herrn Strasburger dort um 12h45 noch anzutreffen. Diese Mitarbeiter sind wirklich engagiert und setzen sich sehr für ihre Kunden ein. Viele Biker halten eben doch irgendwie zusammen.

Erneut wird der Fehlerspeicher ausgelesen, das Ergebnis ist das gleiche wie zuvor. Leicht gefrustet lasse ich mein weißes “Mädchenmotorrad” also in der Werkstatt zurück und rufe meine Sandra an, ob sie mich mit ihrem ebenfalls frisch reparierten Cabrio abholen kann. Mit offenem Verdeck genießen wir den Rest des Tages. Es geht am Rhein entlang und ich bin sehr froh, dass ich endlich mal nicht selbst fahren muss. Einfach zurücklehnen, die Augen schließen und den Wind in den Haaren genießen. Das Leben kann so schön sein.

Wie der Zufall es will, landen wir wieder an der Laubachsmühle im Wiedtal. Die Kellnerin erkennt uns wieder und wir halten ein nettes kleines Schwätzchen. Dabei sind wir uns alle drei nicht sicher ob wir einen oder zwei Tage zuvor dort waren…

Auf dem Heimweg zieht sich dann der Himmel zu und wir müssen das Verdeck schließen. Daheim angekommen sind die Nachbarn dabei alles zu befestigen und in Sicherheit zu bringen. Es sieht aus als würde ein schweres Unwetter auf uns zukommen. Sandra ist nicht ganz wohl dabei, die Reparatur war teuer und ihr Auto ist jetzt blitzblank poliert. Also tun wir es den Nachbarn gleich und parken Autos und Motorräder so, dass alles in Sicherheit ist. Das Gewitter kommt dann auch wirklich heftig, aber der befürchtete Hagel bleibt aus. Es ist alles nochmal gut gegangen…

Für den Sonntag verheißt der Wetterbericht nur wenig gutes. Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen und um 11h30 bin ich schon wieder unterwegs nach Mainz. Weil es in Bonn wegen des Gewitters vom Vorabend schon wieder schwül warm ist, ziehe ich nur eine Jeans an, die richtige Motorradhose habe ich aber in einem der beiden großen Koffer dabei. Ich entscheide mich für die B9, hier kann ich bei einem Gewitter ggfs. schnell mal halten und mich unterstellen, falls es ganz schlimm kommen sollte. Aber ich habe Glück, erst kurz vor Koblenz setzt der Regen ein. Mit nasser Jeans steige ich bei der Shell-Tankstelle an der B9 ab und bin wirklich froh, als ich auf der Herrentoilette die trockene warme Motorradhose anziehen kann.

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Kurz bevor ich wieder aufbreche unterhalte ich mich kurz mit der Kassiererin über den Zustand der B9. Sie ist sich sicher, dass auf der Höhe der Loreley noch ein weiter Abschnitt gesperrt ist. Also nehme ich den Abzweig in Richtung A61. Bei Hermeskeil geht es dann auf die A61. Meine leichten perforierten Sommerhandschuhe aus strapazierfähigem Känguru-Leder fühlen sich nun an wie zwei nasse Schwämme. Mein Halstuch ist nass und langsam aber sicher läuft mir das Wasser zwischen den Schulterblättern den Rücken hinab. Sehen kann ich auch nicht viel, aber es geht schon irgendwie. Der neue SHOEI GT-Air liegt toll im Wind und dank der Ohrenstöpsel ist auch die Geräuschkulisse ganz erträglich. Das Regenwasser perlt gut vom Visier ab und so kann ich halbwegs sicher fahren.

Ziemlich ärgerlich sind aber die rücksichtslosen Autofahrer. Als die Fahrbahn sich irgendwo im Hunsrück von drei auf zwei Fahrspuren verengt, zieht auf den letzten Zentimetern ein weißer Audi A6 Avant direkt vor mir auf meine Fahrspur. Das Wasser spritz hoch und ich bin praktisch blind. “Hätte dieser Scheißkerl sich nicht einfach hinter mir einsortieren können?” – schießt es mir in den Kopf. Dann sehe ich Lichter hinter mir, sooo dicht dass es mir Angst macht. Ein BMW X5 ist das, er scheint sich mit dem Fahrer des Audi eine ordentliche Pimmelfechterei geliefert zu haben und nun hänge ich mitten zwischen den beiden Testosteron-Trotteln. Der BMW versucht uns beide rechts zu überholen, der Audi-Fahrer fummelt an der Lichthupe und ich versuche bei all dem Wind und Regen nicht von ihnen gerammt und getötet zu werden. Nach ein paar Kilometern ist der Spuk dann endlich vorbei. Der Audi Fritze hat gewonnen, der BMW Fahrer hat die kleineren Eier und ist irgendwo von der A61 abgefahren. Mir kommt wieder eine Spruch eines Freundes in den Sinn: “Manchen Autofahren müsste man ab und zu einfach mal die Fresse polieren damit sie merken wie bescheuert sie sich verhalten haben.” Recht hat er, leider tut es niemand…

Der Regen hat endlich aufgehört und nach gefühlten 30 Kilometern fährt der weiße Audi endlich auf die gähnend leere rechte Fahrspur. Ein kurzer Ruck am Gashahn meiner alten BMW lässt die LED-Tagfahrlichter seines Audi schnell in den Rückspiegeln kleiner werden. Am liebsten hätte ich im Vorbeifahren eine Delle in seine Tür getreten…

Als ich in Mainz eintreffe klart der Himmel auf und es scheint sogar ein wenig die Sonne. Schnell parke ich meine alte blaue BMW in der Tiefgarage und bin erschüttert als ich auf die Anzeige des Hygrometers blicke, das ich ein paar Tage zuvor dort aufgehängt habe. 99% Luftfeuchtigkeit, mehr geht nicht und das in einer Garage in der so viele Autos parken. Was hier nicht verrostet wird verschimmeln, das ist Gewiß.

Der Hausverwalter stellt auf seiner Webseite ein paar Tipps zur Auswahl eines Eigenheimes usw. bereit. Leider fehlt dort der Tipp “Suchen sie sich eine Hausverwaltung die sich auch kümmert wenn es Probleme mit ihrem Haus gibt!”

DIESE HAUSVERWALTUNG scheint sich jedenfalls nicht zu kümmern! Schon mehrfach habe ich sie angeschrieben, Fotos des Hygrometers per E-Mail geschickt. Gerührt hat sich bislang niemand! Vor dem Winter sah meine schöne alte K1200 RS noch fast aus wie neu. Nun ist der gesamte Hauptständer total verrostet und viele Schrauben haben ebenfalls Rost angesetzt. In dieser Tiefgarage kann man eigentlich nichts parken, wenn man nicht will, dass es einem unter den Händen verschimmelt…

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Mich wundert nur, dass den Nachbarn scheinbar total egal ist, dass ihre Autos hier bei 99% Luftfeuchtigkeit langsam verrotten…

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Während ich mich über den unfähigen Hausverwalter ärgere, scheint in meinem kleinen Garten schon die Sonne und ich kann Handschuhe und Motorradjacke zum Trocknen aufhängen. Das stimmt etwas versöhnlich und während ich diesen Artikel schreibe überlege ich wie ich dieses verrückte Bikerwochenende würdig abschließen kann…

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Nikon D100 – Preiswerter Youngtimer II

Nach dem gestrigen Artikel zur neuen/alten Nikon D100 habe ich heute noch einige Fotos aus dieser schönen alten Kamera die gestern auf der “Suche nach dem Licht” entstanden sind.

Unsere Reise führt uns leider nicht mit den Motorrädern zum Café Fahrtwind bei Ahrbrück in der Eifel. Bei selbst gebackenem Mamorkuchen und heißem Kaffee geht es mit den wenigen anderen Gästen um Motorräder, die vor uns liegende Saison und immer wieder um das schlechte Wetter. Am späten Mittag verabschieden wir uns und ich bin erstaunt, dass heute nur Autos auf dem Parkplatz vor diesem schönen Bikertreff stehen. Im Schneetreiben geht es auch einsamen kleinen Straßen weiter in Richtung Bad Münstereifel. Zwischendurch sieht Sandra auf der rechten Seite ein großes UFO zwischen den Bergen. Es ist das Radioteleskop bei Effelsberg, das ist uns einen Abstecher wert.

Hier ein “Testbild” das die Qualitäten des billigen Nikon AF-S VR 18-55mm Objektivs zeigt. Die kahlen Äste des Baums im Hintergrund sind ganz klar abgebildet, es gibt keine Farbsäume, das ist überraschend gut!

(Alle Fotos 1000 Pixel breit oder hoch – Einfach anklicken)

Nikon D100 - AF-S VR 18-55mm

Auf halbem Weg bringt der kalte Wind unsere Augen zum tränen, die Schneeflocken hängen mir im Haar, ich habe nicht einmal eine Kaputze oder Mütze dabei. Ohne das gewaltige Teleskop gesehen zu haben kehren wir um und gehen zurück zum Auto. Mir ist kalt und ich verfluche innerlich alle Wettergötter, aber meine Sandra hat trotzdem gute Laune. Das ist mir ein Foto wert. Wieder einmal ist das kleine eingebaute Blitzlicht ein überaus praktischer kleiner Helfer.

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Später bei nach der RAW-Konvertierung bin ich überrascht wie viele Details diese mehr als 10 Jahre alte Kamera doch zum Vorschein zu bringen vermag. Nach einer “sanften” Schwarz-Weiss-Konvertierung gewinnt das Foto meiner gut gelaunten “Motorradbraut” zusätzlich an Ausstrahlung,

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Als wir schließlich in Bad Münstereifel eintreffen sind wir nicht schlecht überrascht, dass hier am Ostersonntag die Geschäfte geöffnet haben. In einem Outdoor-Laden finde ich drei farbenfrohe Hemden und ein paar richtig gute Wanderschuhe zum gemäßigten Preis. Zwischendurch gibt es trotz des Schneetreibens noch das eine oder andere Foto in diesem schönen kleinen Ort.

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Fazit

Letztlich war es doch noch ein schöner Oster-Ausflug, auch wenn die Motorräder weiterhin in der Garage auf den Frühling warten.

Meine neue/alte Nikon D100 war wieder ein leichter unauffälliger Begleiter. Im Outdoor-Laden fragte mich sogar ein älterer Mann “Ist die schon digital?” Ja ist sie und um einfach mal das eine oder andere Foto zu schießen ist sie völlig ok. Man kann sie immer im Auto dabei haben und muss ich keine Gedanken machen, dass man sie verlieren könnte oder zum Opfer eines Diebstahls wird. Und wenn es doch einmal passieren sollte, dann sind eben 150 Euro weg, was soll’s… Das ist billiger als jede Kameraversicherung und im Vergleich zu den Tagen an denen ich einen schweren Rucksack durch die Gegend geschleppt habe, entstehen trotzdem nette Fotos und ich bin am Ende des Tages deutlich entspannter.


Nikon D100 – Preiswerter Youngtimer

Nikon D100 - Front

Nach der Canon G2 war im Februar 2004 die Nikon D100 meine erste “richtige” Digitalkamera. Eigentlich war schon die neue D70 angekündigt, lieferbar war sie aber erst einige Monate später und weil ich es einfach nicht abwarten konnte, habe ich mir am Rosenmontag 2004 beim Bonner Cityfoto-Center für fast 2.000 Euro eine Nikon D100 mit ein wenig Zubehör gekauft. Im Sommer 2005 konnte ich sie an gleicher Stelle für knapp 1.000 Euro in Zahlung geben. Damit hat sie einen wesentlichen Beitrag zum Erwerb der damals ganz aktuellen Nikon D2x geleistet. Aber der Preisverlust innerhalb von nur 1,5 Jahren war schon gewaltig. Heute ist es mit der D2x ganz ähnlich. Von den Ursprünglich fast 5.000 Euro ist wenig geblieben. Gute gebrauchte Exemplare bekommt man aktuell für etwa 700 Euro!

Nikon D100 - Back

Die Nikon D100 basiert auf der analogen Nikon F80. Gehäuseabmessungen und Auslösegeräusch usw. sind sehr ähnlich. Wer diese Kamera in die Hand nimmt erkennt sofort, diese Kamera war die erste digitale Nikon die sich an Fotoamateure gerichtet hat. Ähnlich den Kameras der D1-Serie wurde hier noch ein recht kleines Display verwendet. Mehr gab es damals einfach noch nicht und gemessen an den Displays der aktuellen Kameras mutet dieses Mäusekino wie an Anachronismus an. Aber es verrichtet seinen Dienst und mehr Display braucht man eigentlich auch nicht. Das Auslöse-Geräusch der D100 ist wie bei der F80 recht unauffällig. Sie ist nicht besonders schnell und nach einigen wenigen RAW-Bildern ist der Pufferspeicher schon voll. Dann legt sie eine Pause ein bis die Daten auf die Compact-Flash Karte übertragen sind. Es werden Karten bis 2GB unterstützt. Dieses fassen etwa 200 unkomprimierte RAW-Bilder und man bekommt sie aktuell fast geschenkt. Der EN-EL3 Akku der D100 kann in den Ladegeräten der neueren Nikon D700, D300 usw. geladen werden. Auch funktionieren Akkus des Typs EN-EL3e aus der D300/D700 in der D100 ganz wunderbar. Brauchbare Ersatzakkus (EN-EL3) bekommt man bei ebay & Co. aktuell für etwa 8 Euro. CPUs oder ähnliches gibt gab es damals in den Akkus nicht. Man kann also alle Nachbauten verwenden. In modernen Kameras wie bspw. der D5100 wird man ausgeschimpft wenn man versucht einen Akku aus einer Nikon P700 einzusetzen. Sie haben die gleichen Abmessungen, aber einen digitalen “Kopierschutz” – und das nervt manchmal ganz heftig. Im Jahr 2004 war man bezüglich der Akkus bei Nikon noch etwas entspannter…

Die D100 kann RAW-Dateien verlustlos komprimieren. Man sollte sich aber genau überlegen ob man dieses Feature nutzt. Ist der Pufferspeicher voll, so dauert es echt lang bis die Bilder komprimiert UND auf die Speicherkarte verschoben wurden. Ich speichere daher bei der D100 immer unkomprimiert, das geht einfach schneller. Wer Speicherplatz sparen will, kann diese Komprimierung später an PC oder Notebook mit Nikon View oder Nikon Capture “nachholen”.

Im Jahr 2013 zählt die Nikon D100 inzwischen zum echt alten Eisen. Wirklich haben will sie kaum jemand mehr und die Preise für gut erhaltene gebrauchte Exemplare sind sehr niedrig. Was liegt da näher als sich für ganz kleines Geld solch einen Dinosaurier zu kaufen und zu schauen ob man damit im Jahr 2013 noch schöne Fotos machen kann? Auslöser war mein Artikel “Nikon D70 – I was so young” den ich vor ein paar Tagen publiziert habe. In der Folge war das Leserecho recht groß und es kamen einige Anfragen ob ich nicht genauer auf die Nikon D100 sowie die etwas neuere Nikon D70 eingehen kann.

In der letzten Woche habe ich dann bei ebay eine fast neuwertige Nikon D70 mit einem sehr schönen AF-S 18-75mm sowie eine fast neuwertige Nikon D100 ergattern können. Es waren noch diverse Speicherkarten, Akkus, Ladegeräte und ein Netzteil dabei. Alles zusammen hat inkl. Original-Kartons und Bedienungsanleitungen knapp 350 Euro gekostet. Herz was willst Du mehr :-)

Am gestrigen Samstag ging es dann bei fiesem Schneetreiben mit der Nikon D100 auf Motivsuche. Weil ich ein paar Wanderschuhe für die nächste Reise gesucht habe, hat es meine Freundin Sandra und mich zum Bonner Globetrotter verschlagen. Auf der anderen Straßenseite ist die BMW Motorrad-Niederlassung. Nach einem kleinen Schwätzchen mit den altbekannten Vertrieblern Herrn Hecker und Herrn Schnürle ging es von einem schönen Moped zum nächsten.

Hier nun eines der ersten Fotos aus meiner “neuen” Nikon D100, das so bunt ist wie eine Schüssel Ostereier und daher sehr gut zur aktuellen “Jahreszeit” passt…

Es ist die Bremsanlage einer BMW S1000RR mit knapp 200 PS. Ein Rennpferdchen das mehr als 300 km/h schnell ist und mit dem man sich in kürzester Zeit zu Tode fahren kann – wenn man vorübergehend das Hirn abschaltet… Alle Bilder sind mit dem billigen kleinen Nikon AF-S VR 18-55mm “Plastik-Objektiv” gemacht. Auch wenn Haptik und Mechanik dieser Linse eher billig sind, liefert dieses Objektiv doch immer wieder überraschend gute Bilder. Und speziell an der Nikon D100 ist man mit diesem Objektiv sehr gut bedient. Es ist billig, klein und leicht und beliefert den 6 Megapixel Sensor der Nikon D100 mit mehr als ausreichend vielen Bildinformationen.

Das Detail der S1000RR habe ich mit Photoshop CS5.1 aus einer RAW-Datei der D100 erstellt. Das geht angenehm schnell, denn die Dateien sind wirklich verglichen mit den Datenmengen einer Nikon D800 geradezu winzig. Anschließend habe ich noch ein leichtes Tonemapping angewendet und fertig ist das überaus detailreiche bunte Osterfoto :-)

(Alle Fotos sind 100 Pixel breit oder hoch – Einfach anklicken…)

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Hier nun ein Foto aus einer kleinen Serie bei der ich die D100 auf dem Boden abgestützt und den Bildausschnitt ohne durch den Sucehr zu schauen grob abgeschätzt habe. Von 8 Bildern war auf einem Bild der gewünschte Ausschnitt. Für die Aufhellung der Szenerie habe ich bei allen Bildern das sehr praktische kleine Blitzlicht mit Leitzahl 12 verwendet.

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Hier eine Detail eines Vorderrades einer BMW R1200GS.

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Das hier finde ich ganz witzig, ein Motorrad mit M + S Reifen – das gibt es wohl nur bei BMW – oder?

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Schließlich standen wir wieder einmal vor der BMW F800 in der Chris Pfeiffer Edition. Dieses Motorrad geht meiner Freundin Sandra schon seit mehr als einem Jahr im Kopf herum. Inzwischen ist es in gebrauchtem fast neuwertigem Zustand für knapp 8.000 Euro zu haben. Da könnte man glatt schwach werden, oder…

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nach der Motorrad-Stippvisite und unserer Shopping-Tour geht es nach Köln Rodenkirchen. Dort machen wir einen kleinen Spaziergang und gönnen uns in einem der schönen Rheinschiffe einen Kaffee und eine Waffel mit heissen Kirschen.

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Fazit

Wieder daheim bin ich überrascht wie detailreich und schön die Fotos trotz des schlechten Wetters geworden sind. Zwar haben sie “nur” 3008 x 2000 RGB Pixel, aber für gute Ausdrucke im Format DIN A3 reicht das problemlos. Damit wären schöne ganzseitige Abdrucke in einer Fotozeitschrift ohne Verluste möglich. Verkleinert auf 1000 Pixel Kantenlänge erkennt man praktisch keinen Unterschied zu moderneren und wesentlich teureren Kameras. Die Nikon D100 ist klein, leicht und aktuell äußerst preiswert. Damit empfiehlt sie sich für alle die Urlaubsbilder ohne großen Anspruch machen möchten und die sich im Falle eines Verlustes durch Diebstahl & Co. nicht zu Tode ärgern wollen.

Für etwa 50,- Euro mehr  bekommt man die etwas modernere Nikon D70. Sie ist etwas kleiner und leichter als die D100 und beherrscht statt dTTL schon das modernere iTTL System zur Blitzbelichtungsmessung. Außerdem kann man die D70 wegen des speziellen Anti-Aliasing-Filters recht gut mit Infrarotfiltern benutzen. Die praxisgerechten Motivprogramme und eine USB 2.0 Schnittstelle (statt USB 1.1 bei der D100) runden die Nikon D70 ab.

Trotz allem ist mir die Nikon D100 irgendwie ans Herz gewachsen. Ich mag die Möglichkeit einen einfachen Drahtauslöser verwenden zu können. Außerdem gibt es eine Spiegelvorauslösung und einen sehr praktischen Batteriegriff. Die Motivprogramme mochte ich noch nie, aber sie sind für unerfahrene Fotofreunde durchaus praktisch. Weder die Nikon D100 noch die D70 können sich ernsthaft mit modernen Boliden wie einer Nikon D800E oder der seit einigen Tagen lieferbaren Nikon D7100 messen. Aber das müssen sie auch gar nicht. Diese Kameras haben inzwischen eine ganz andere Zielgruppe und der dramatische Preisverfall macht sie als Kamera für die Kids oder den Rucksackurlaub in unsicheren Gefilden interessant.


Rollei 35S – Fototour mit Ilford XP2

Rollei B35 - Ilford XP2

Der Kauf meiner kleinen Rollei 35S liegt nun schon ein paar Jahre zurück und nun gibt es den ersten Artikel zu dieser schönen kleinen Kamera. Aufmerksam wurde ich auf diese Kamera schon als kleiner Junge weil mein Onkel damals damit unterwegs war und viel Spaß damit hatte. Besonders witzig fand ich es damals, dass man das Objektiv in der Kamera versenken kann und dass es neben einem Belichtungsmesser keinerlei Hilfen für die Aufnahme seiner Fotos gibt. Nicht einmal einen Schnittbild-Entfernungsmesser hat dieses kleine in Singapur gefertigte Unikum zu bieten. Und um die Batterie für den Belichtungsmesser auszutauschen zu können, darf kein Film eingelegt sein, denn das Batteriefach ist innen in der Kamera. Auch ist der Spannhebel auf der falschen Seite. Ok, eigentlich gibt es keine “falsche Seite” – aber man ist es eben anders gewohnt. Auch werden die Filme im Vergleich zu “normalen” Kameras anders herum eingelegt. Und wie bei der Nikon F muss die komplette Rückwand entfernt werden wenn man an den Film will.

Mit dieser Kamera zu fotografieren ist ein kleines Abenteuer. Aber wie diese Bilder zeigen, lohnt es sich durchaus sich mal mit dieser Kamera an einem Samstag durch Bonn zu laufen. Der Auslöser ist extrem leise und die Kamera so klein, dass man damit wunderbar unbemerkt fotografieren kann.

(Alle Fotos wieder 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

Rollei B35 - Ilford XP2

In die Kamera habe ich nach längerer Zeit mal wieder einen einen Ilford XP2 eingelegt. Das ist ein Schwarz-Weissfilm der im C41-Prozess preiswert in einem Großlabor entwickelt werden kann. Selbst kann man ihn eher nicht entwickeln und er eignet sich damit sehr gut für “faule Analogfans”. Mit ISO-400 ist es recht lichtempfindlich und zugleich wunderbar feinkörnig. Der Tonwertumfang ist sehr hoch und die Grauabstufungen ganz wunderbar. Wer will kann eine Push-Entwicklung machen lassen. Dazu muss er den Film nur mit ISO-800 oder gar ISO-1600 belichten und dies auf der Entwicklungstüte vermerken. Den Rest erledigt dann ein gutes Fachlabor!

Rollei B35 - Ilford XP2

Wenn man sich diese beiden Fotos anschaut bekommt man richtig “Bock auf Grau”. Mir jedenfalls geht das so :-)

Rollei B35 - Ilford XP2

Vor einem Geschäft gab es eine Holzkiste mit verschiedenfarbigen Wollknäulen. Schaut man sich dieses Foto genauer an so fällt auf wie scharf das Sonnar 2.8/40mm seine Motive auf den Film zu bannen vermag.

Rollei B35 - Ilford XP2

Beim nächsten Foto sieht man sehr schön, dass das leichte Weitwinkel fast verzerrungsfrei arbeitet. Alle Häuserfassaden stehen wunderbar gerade und der XP2 vermag selbst die krassen Helligkeitsunterschiede zwischen der schwarzen Kleidung der Passanten und den hellen Winterwolken komplett einzufangen. Wie schrieb einst Ken Rockwell zum Thema “Analoge Fotografie” – HDR is included – Recht hat er!

Rollei B35 - Ilford XP2

An den Markständen kann man immer mal schnell einen unbemerkten “Schuss” landen.

Rollei B35 - Ilford XP2

Und wenn man doch einmal wie hier “erwischt wird”, dann grinsen die meisten Menschen angesichts dieses kleinen Fotogerätes ein wenig ungläubig.

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Auch Gegenlichtsutiationen meistert das mehrfach vergütete Objektiv der Rollei ganz ausgezeichnet.

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Hier ein “Schuss” von der Treppe des Bonner Rathauses in Richtung Stadthaus. Obwohl weit weg kann man die Fenster in der Fassade des Stadthauses klar erkennen.

Rollei B35 - Ilford XP2

Und noch ein Bild mit “weitem” Winkel über den Marktplatz. Man beachte wie schön gerade die Häuser stehen. Nichts ist krumm oder schief, das hätte ich von dieser kleinen Kamera nicht erwartet. Einmal mehr verstehe ich warum mein Onkel damals schon soviel Spaß an dieser Kamera hatte.

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Rollei B35 - Ilford XP2

Hier ein Blick hinauf zur Uhr die sehr schön in die frisch renovierte Fassade des Bonner Rathauses integriert ist.

Rollei B35 - Ilford XP2

Auf der Treppe unterhalb der Uhr hat mich dann dieses kleine Mädchen gefragt ob ich sie nicht fotografieren will. Ihr kleiner Bruder wollte scheinbar nicht so recht, aber sie hat ihn einfach überrumpelt :-)

Rollei B35 - Ilford XP2

Rollei B35 - Ilford XP2

Rollei B35 - Ilford XP2

Nun einige Fotos meiner Freundin Sandra. Jetzt wird es etwas schwieriger. Bei vollständig geöffneter Blende und abgeschätzter Entfernungseinstellung versuche ich mich mal mit einer leichten Unschärfe des Vorder- und Hintergrundes. Es ist nicht so ganz gelungen, aber sobald es wieder etwas wärmer wird können wir da ja mal üben :-)

Rollei B35 - Ilford XP2

Auf dem nächsten Bild sitzt die Schärfe perfekt, hier war die Blende auch auf F8 geschlossen. In Verbindung mit dem sehr lichtempfindlichen Filmmaterial sind so Belichtungszeiten von 1/500s möglich, was sehr zur guten Qualität der Fotos beiträgt.

Rollei B35 - Ilford XP2

Hier noch ein Foto des Bonner Rathauses. Aufgrund der niedrigen Aufnahmeposition wurde es nach oben schmaler, einer normaler Effekt den es bei allen Kameras gibt die kein teures Shift-Objektiv oder ähnliches haben. Ich habe das Rathaus mit Photoshop etwas gerade gerückt und so die perspektivische Verzerrung etwas abgemildet. In einer Dunkelkammer hätte man am Vergrößerungsobjektiv eine sehr kleine Blende eingestellt und das Fotopapier etwas schräg darunter abgelegt. Vieles was man heute für Photoshop-Hexerei hält, konnte man schon vor 100 Jahren mit etwas Grips und Verstand erledigen :-)

Rollei B35 - Ilford XP2

Und noch ein Foto mit offener Blende. Wieder liegt die Schärfeebene ganz leicht daneben. Ganz links im Bild der Reißverschluß, der ist scharf abgebildet aber Sandras Gesicht ist vielleicht 5cm zu nah an der Kamera. Für solche “Spielereien im Nahbereich” ist diese Kamera also nur recht eingeschränkt geeignet. Vielleicht sollte ich beim nächsten Shooting mal einen Zollstock mitnehmen :-)

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Nun folgen einige Details den “Bonner Münster”. Beide Bilder sind voll in den hellen Himmel geschossen und dennoch sind alle Tonwerte herrlich fein abgestuft. Auch der Belichtungsmesser hat hier sehr gut funktioniert, respekt!

Rollei B35 - Ilford XP2

Rollei B35 - Ilford XP2

Direkt vor der Bonner Hauptpost steht dieser Kollege hier. Wer kennt ihn nicht, Ludiwg von Beethoven, der wahrscheinlich bekannteste Sohn dieser Stadt.

Rollei B35 - Ilford XP2

Und nun zwei Fotos die mir persönlich sehr gutgefallen. Ich nenne sie den “Spiegelschrank”. Eigentlich ist an diesem Schrank natürlich nichts verspiegelt, er steht hinter einer blitzsauber geputzten Schaufensterscheibe. und weil das Licht gerade günstig ist spiegelt sich die halbe Innenstadt in diesem Schaufenster. Das sieht so gut aus, das kann man sofort noch einmal im Hochformat wiederholen…

Rollei B35 - Ilford XP2

Rollei B35 - Ilford XP2

Und noch ein Versuch mit der “partiellen Schärfe”. Nun hat es endlich geklappt, das Gesicht dieser kleinen Bronzefigur ist scharf abgebildet, seine Hand und seine Schwester jedoch nicht. Es geht also doch!

Rollei B35 - Ilford XP2

Alle die vielen Fotos manchen richtig hungrig und so geht es ins Tuskolo hinter dem Bonner Münster. Ein ganz vorzügliches italienisches Restaurant. Auf dem Film sind noch ein paar Bilder, warum versuchen wir und nicht einmal an einer “Available-Light-Situation”? Gesagt getan, bei offener Blende uns 1/30s kann man mit dem Ilford XP2 fotografieren! Leider liegt nun aber die korrekte Schärfeebene nicht ganz korrekt auf Sandras Gesicht. Achtet man auf den Ring an ihrer linken Hand wird klar wo die Schärfeebene liegt, ich bin wieder etwa 5-10cm zu weit weg. Aber hier haben wir sogleich ein schönes Testfoto für das Bokeh (Hintergrundunschärfe) des Sonnar 2.8/40mm.

Rollei B35 - Ilford XP2

Fazit

Die kleine Rollei 35S ist ein tolles Fotogerät für den unbemerkte Aufnahmen und man kann damit sicherlich auch sehr ernsthafte fotografische Herausforderungen bewältigen. Sie funktioniert zu 100% vollmechanisch. Der Belichtungsmesser benötigt nur eine kleine Knopfzelle und über einen Zeiger an der Gehäuseoberseite kann man die korrekte Belichtung sehr gut abschätzen. Alles in allem macht das Fotografieren mit dieser Kamera großen Spaß und wird man “entdeckt” so nimmt es einem niemand übel, dass man ein fast unbemerktes Foto geschossen hat. Es ist ein Effekt wie bei kleinen Babies. Die grinsen immer ganz artig und lachen jeden an und wer kann ihnen dann schon böse sein?

Der Ilford XP2 ist ein toller Schwarz-Weiß-Film. Er kann kostengünstig und schnell in jedem Labor gemeinsam mit anderen Farbfilmen entwickelt werden. Im Gegensatz zum sehr ähnlichen Kodak BW-400 ist er nicht wie normale Farbfilme rot kaschiert. Man kann ihn also sehr gut in der heimischen Dunkelkammer verwenden um mit viel Gestank und Patscherei das eine oder andere schöne Papierbild zu erstellen. Wem das alles zu kompliziert ist, der scannt den Film einfach ein. Ich habe diese Scans mit einem EPSON Perfection Photo V700 bei 3200 DPI gemacht. Die Scandateien haben etwa 12 Megapixel und ist die Vorlage scharf und detailreich, so ist es der Scan ebenfalls. Sehr gut gefallen mir das ausnehmend feine Korn und die tollen Grauabstufungen dieses sehr einfach zu verarbeitenden Filmmaterials!

Mein Tipp für eines der nächsten Wochenenden:

Einfach die tolle Nikon D800 man im Schrank lassen, ein paar Ilford XP2 kaufen und mit Papas oder Opas schönen alten Kameras mal wieder auf Fototour gehen. Es macht ne Menge Spaß ist sehr ursprünglich und schärft hoffentlich den Blick für das Wesentliche, denn ganz billig ist dieser Spass leider nicht…


Nikon D300 – Die ersten Infrarotfotos

Dass ich meine meine frisch auf Infrarot 830nm umgebaute Nikon D300 abholen konnte, ist jetzt schon ein paar Tage her. Wegen der vielen Arbeit und des schlechten Wetters ist es bislang auch nur bei einigen ersten Testfotos meines Ceran-Kochfeldes geblieben. Heute sollte sich das endlich ändern!

Nachdem meine kleine Mainzer Wohnung aufgeräumt und ein wenig geputzt war ging es gegen Mittag los in Richtung Bonn. Auf dem Beifahrersitz lag endlich mal wieder ein Fotorucksack. Im Rucksack meine Nikon D300 die jetzt statt des Anti-Aliasing-Filters einen Infrarotfilter hat, der langwelliges Licht ab einer Wellenlänge von etwa 830 Nanometern passieren lässt. So “richtig Infrarot” ist das natürlich noch nicht – aber es ist mit dem vergleichbar was man früher sehr aufwändig mit Infrarot-Filmmaterial fotografieren konnte.

Das Wetter ist recht freundlich und das Thermometer zeigt lässige 17 °C. Mit geöffnetem Dach geht es mit meinem kleinen Zweisitzer über die B42 am Rhein entlang. Kurz hinter Rüdesheim kommt dann der Binger Mäuseturm in Sicht. Ganz in der Nähe ist ein Parkplatz und so kann ich die ersten Fotos aufnehmen. An der Nikon D300 ist seit dem IR-Umbau das famose Nikon AF-S 2.8/17-55mm Zoom-Objektiv montiert. Dieses Objektiv eignet sich für die Infrarot-Fotografie wirklich sehr gut. Und es ist verblüffend wie viel Licht der Chip meiner D300 trotz des sehr dichten Infrarotfilters doch noch konsumieren kann. Bei ISO-200 kann ich mit Blende 5,6 und 1/125s frei aus der Hand fotografieren – das ist wirklich beeindruckend!

Mit meiner D800E und einem auf das Objektiv geschraubten IR720 muss ich bei ISO 200 und Blende 5,6 an Tagen wie diesem (um mal eine Zitat der Toten Hosen zu verwenden) etwa 15 – 30 Sekunden lang belichten! Der Komfortgewinn durch den nun direkt vor dem Chip der Kamera befindlichen IR-Filter ist ganz außerordentlich. In vielen Situationen kann man sogar den Belichtungsmesser verwenden. Meist muss man ihn an die aktuelle Lichtsituation anpassen indem man ihn mit der +/- Taste “kalibriert”. Danach kann man den Ausschnitt ändern und der Belichtungsmesser übernimmt den Rest. Heute muss ich den Belichtungsmesser um +2 EV korrigieren. Dass das überhaupt notwendig ist liegt daran, dass der Chip der D300 jetzt praktisch farbenblind ist, aber der Belichtungsmesser leider nicht! Damit der Belichtungsmesser verlässliche Werte liefert die zur nun geänderten Empfindlichkeit des Sensors passen, müsste man auch den Belichtungsmesser mit einem identischen Infrarot-Filter bestücken. Das klappt aber leider nicht, weil bei allen Versuchen die gläserne Abdeckung des Belichtungsmessers zu entfernen diese bisher stets zerstört wurden!

Wer seine Kamera also im “Hard-Core-Verfahren” auf Infrarot umrüsten lässt, der muss damit leben, dass die Belichtungsmessung gelegentlich mal ganz kräftig daneben liegt. Aber mit ein wenig Übung und der Nutzung des +/- Korrekturknopfes bekommt man auch das in den Griff.

Hier mein erstes Testfoto mit dem Nikkor AF-S 2.8/17-55mm… (Alle Fotos sind 1000 Pixel breit – einfach in neuem TAB öffnen…)

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Da man den Binger Mäuseturm hier nur im Hintergrund erahnen kann, nun ein Vergleichsbild das mit dem Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm entstanden ist. Ein Stativ hatte ich zwar dabei, aber es war heute nicht notwendig und das ist der eigentliche Knaller an diesem Kameraumbau!

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Hier sehen wir den Binger Mäuseturm nun etwas größer. Die Sonne schien zwischendurch mal ganz kurz zwischen den Wolken hindurch und prompt sehen die blattlosen Bäume rechts neben diesem witzigen Bauwerk sofort ganz nett aus.

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Auf der gegenüberliegenden Rheinseite ist rechts oben zwischen den Weinreben eine sehr schöne alte Burgruine. Hier habe ich mal ein Foto das ich mit Snappseed aus einem RAW-Bild erstellt habe. Es muss also nicht immer Photoshop oder Nikon Capture NX sein – das billige kleine Snapseed liefert sehr oft wirklich tolle Ergebnisse.

Und weiter geht die Reise. Entlang des Rheinufers reiht sich eine schöne alte Burg an die Nächste. Nicht umsonst ist dieser Teil des Rheins schon vor vielen Jahren zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt worden. Immer wieder halte ich kurz an und schieße mit meiner D300 und dem 2.8/70-200mm Telezoom ein Foto nach dem anderen. Und bereits bei der Sichtung der Ergebnisse im Auto wird mir klar, dass dieser Umbau letztlich doch eine gute Aktion war!

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Als ich Bonn erreiche scheint das diffuse Sonnenlicht sehr schön auf das Siebengebirge. Kurz vor Bad Godesberg kann man die B42 nach rechts verlassen und dann gleich vom Straßenrand aus einige wirklich schöne Blicke auf das Siebengebirge erheischen.

Hier habe ich nun drei Fotos des frisch restaurierten “Schloss Drachenfels” für Euch. Dieses tolle Gebäude ist gar nicht so alt wie es ausschaut. Es wurde von einem Bonner Bürger erbaut nachdem er an der Pariser Börse zu Geld gekommen war. Es war mehr ein protziges Ego-Bauwerk als ein Heim für sich und seine Familie. Wirklich bewohnt hat er es indes nie und erst viele Jahre nach dem zweiten Weltkrieg hat der skurrile Millionär Paul Spinat dieses Gebäude mit Leben erfüllt. Legendär waren seine Play-Back-Konzerte an der Pfeifenorgel und sein goldfarbener Rolls-Royce! Diese Nobelkarosse war das Markenzeichen des 1989 verstorbenen Textilfabrikanten, der das Schloss 1971 zum Preis von 500 000 Mark gekauft und anschließend vor dem endgültigen Verfall gerettet hatte.

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Schaut man sich diese beiden Fotos an, so fällt auf, dass eigentlich nichts auffällt. Man kann die Infrarot-Fotos aus der umgebauten D300 sowohl mit Nikon Capture NX als auch mit Photoshop CS 5 und dem integrierten Adobe Camera RAW entwickeln. Egal wie, die Ergebnisse können sich sehen lassen!

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Fazit:

Der Umbau meiner mittlerweile ziemlich abgegriffenen Nikon D300 war mit 529,- Euro nicht ganz preiswert, aber scheinbar doch jeden Euro-Cent wert! Ich bin wirklich begeistert von den Ergebnissen und der enormen Geschwindigkeit mit der ich nun recht abgefahrene Schwarz-Weiß-Bilder erstellen kann. Mit der Nikon D800E hätten die Fotos eine höhere Auflösung, aber ich müsste jedes Mal ein Stativ aufstellen und es würde mich immer wieder mehrere Minuten  kosten auch nur ein Bild korrekt zu fokussieren und zu belichten.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass beim Umbau eine Korrektur des Autofokussystems durchgeführt wurde. Was genau dort gemacht wurde ist aber eher ein Betriebsgeheimnis. Aber egal, letztlich zählt das Ergebnis und damit bin ich für heute sehr zufrieden.


Nikon FM3A – Richtig scannen

Die Nikon FM3A wurde von 2001 bis 2006 hergestellt und ist für viele traditionsbewusste Fotofans bis heute die Krönung der vollmechanischen Spiegelreflexkameras. Bereits 1982 hatte Nikon mit der FM2 – in die ein Seiko-Verschluß eingebaut war – einen Weltrekord mit einer vollmechanisch gesteuerten kürzesten Verschlusszeit von 1/4000s aufgestellt. Die kürzeste Blitzsynchronzeit lag bei 1/200s, mit der FM2N wurde diese 1984 nochmals auf 1/250s verkürzt. Erst 7 Jahre später wurde der vollmechanische Verschluss der FM2 durch den einen gleichwertigen Hybrid-Verschluss der FM3A abgelöst der sich nun alternativ auch elektronisch gesteuert auslösen ließ. Damit ist den Nikon Ingenieuren eine Symbiose aus der famosen Nikon FM2 und FE2 gelungen. Außerdem sieht die FM3A nicht nur wirklich gut aus, sie gilt auch als überaus robust und zuverlässig. Geht ihr mal der Strom aus so ist das gar kein Problem, sie kann noch vollmechanisch betrieben werden. Bis heute ist die FM3A ein wirklich heiß begehrtes Sammlerobjekt und für neuwertige Exemplare werden nicht selten 1.000 Euro und mehr gezahlt.

Nikon Fm3a

Umso größer war meine Freude als ich ein solches Exemplar vor ein paar Tagen via ebay.ch bei einem Fotoladen in Genf sehr preiswert “abstauben” konnte. Manchmal gehört eben ein bisschen Glück dazu :-) In den nächsten Wochen werde ich ein Video zur FM3A aufnehmen und sie mit ihren Brüdern und Schwestern vergleichen. Heute soll es aber um die ersten Fotos gehen die ich mit der Nikon FM3A aufgenommen habe. Da die Nikon FM3A keine digitale Kamera ist, ist naturgemäß die Wahl des Filmmaterials für die Ergebnisse von entscheidender Bedeutung. Da aktuell in meinem Kühlschrank relativ viele Kodak T-MAX 100 sowie Kodak EKTAR-100 schlummern, habe ich mich bei der ersten “Fotoexkursion mit der FM3A für diese beiden Filme entschieden. Mit von der Partie waren ein einfacher Gelbfilter, ein Nikon AiS 1.8/50mm und ein Tokina MF 2.8/200mm. Der letzte Winter war der dunkelste Winter seit 40 Jahren und so hatten meine Freundin Sandra und ich auch kein wirklich schönes Licht als wir auf der Insel Grafenwerth bei Bad Honnef meine neue/alte FM3A ausprobieren konnten. Aber ein bedeckter Himmel liefert oft genau das weiche Licht das man für schöne Portraits haben möchte. Also schauen wir uns mal die ersten Fotos auf Kodakt T-MAX 100 an. Dieser SW-Film ist recht feinkörnig und liefert selbst bei Verwendung eines Gelbfilters sehr schöne feine Kontraste. Außerdem lässt der Gelbfilter das Gesicht meines “Models” etwas ebenmäßiger aussehen.

Nikon_Fm3a_AiS_18_50mm_TMAX_100007

Gleich beim ersten Bild sehen wir schon das schöne Bokeh des eigentlich recht ordinären AiS 1.8/50mm “Normal-Objektives”. Das obere Foto habe ich bei Blende 2.8 mit Zeitautomatik aufgenommen. Unschöne Vignettierungen gibt es nicht und das Gesicht meiner Freundin Sandra ist sehr scharf abgebildet. Vergrößert auf das richtige Fotopapier würde das ein schönes Portrait abgeben.

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Schauen wir mal weiter, im zweiten Bild fällt schon der Dunst der nasskalten Luft auf. Zwar ist der Drachenfels nur ein paar Kilometer weit entfernt und dennoch erscheint er wegen des trüben Wetters matt und lustlos.

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Hier das gleiche Foto mit dem Tokina 2.8/200mm – freihändig bei Blende 4 – eigentlich ganz brauchbar. Man sieht sehr schön das neue Restaurant oben auf dem Drachenfels. Vielleicht sollten wir uns das bald mal aus der Nähe anschauen :-) Hier nun einige Beispielfotos die ich auf Kodak Ektar-100 aufgenommen habe. Dieser Farbnegativ-Film ist extrem feinkörnig, hat einen beachtlichen Tonwertumfang und kann sehr detailreiche gute Fotos liefern – wenn der Fotograf alles richtig macht!!

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Beim ersten Foto gefällt mir die knallig bunte Wand unter der Fußgängerbrücke wirklich gut, denn sie passt farblich sehr schön zu Sandras Lippenstift! Auch hier wieder ein schönes Bokeh und sauber abgestufte Kontraste.

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War das vorherige Bild im Schatten aufgenommen, so haben wir hier jetzt ein Portrait unter bewölktem Himmel. Es ist schon spannend, dass man bei diesem nasskalten Sauwetter ohne Reflektoren, Aufhellblitze oder andere Hilfsmittel sehr natürlich wirkende Portraits fotografieren kann.

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Nun ein Foto das am vorletzten Samstag in der Bonner City vor dem Sterntor entstanden ist. Diesmal habe ich das famose AiS 2.0/85mm verwendet. Ein kleines leichtes oft sehr preiswert zu habendes Portrait-Teleobjektiv das ein tolles Bokeh liefert und trotzdem knackscharfe Bilder ermöglicht.

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Man beachte in diesem Foto die Stoffstrukturen das bunten Schals!!

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Hier nun ein Portrait bei dem ich einen Cokin-Filter vor das 85mm Objektiv gesetzt habe. Es ist ein über Kreuz fein geschliffene Kunststoffscheibe, sie liefert einen unaufdringlichen Weichzeichner-Effekt den man wirklich gut gebrauchen kann. Ganz witzig war es übrigens, dass ich auf der Insel Grafenwerth einen zweiten Kodak T-MAX 100 in meine Nikon FM3A einlegen wollte und feststellte, dass der Film schon belichtet war. Umso größer war natürlich die Spannung als ich ihn dann am Samstag fertig entwickelt beim Bonner Cityfotocenter abholen konnte und etwas später auf dem Scanner hatte. Als die ersten Bilder sichtbar wurden traute ich meinen Augen nicht, dieser Film zeigt Fotos die ich 2005 auf dem höchsten Berg Spaniens mit meiner Nikon F5 und dem AF-S 24-85mm aufgenommen habe. Seit fast genau 8 Jahren lag dieser belichtete Film unbemerkt in meinem Kühlschrank!!! Wirklich geschadet hat ihm die lange Wartezeit indes nicht. Die Fotos sind ok, wenn gleich nicht genauso feinkörnig wie die Bilder des “frischen” Pendants.

Welcher Scanner?

Vor die digitale Bearbeitung traditionell mit Filmmaterial erstellter Fotos haben die Götter den Scan gelegt. Doch wie scannt man im Jahr 2013 einen Farb- oder Schwarz-Weiß-Film? Die extrem guten Nikon Scanner Coolscan 5000 und Coolscan 9000 werden nicht mehr hergestellt. Die Software wird auf aktuellen Mac’s nicht mehr unterstützt und unter 64-Bit Windows Systemen geht auch nichts mehr. Zwar könnte man sich mit dem sehr guten Vue-Scan helfen, aber diese Software kann den automatischen Nikon Filmstreifen-Einzug nicht steuern. Dias lassen sich mit Vue-Scan digitalisieren, bei Negativ-Streifen hört der Spaß leider auf… Die Hersteller Reflecta und Plustek haben in den letzten Monaten brauchbare Mittelformatscanner vorgestellt, deren Preis sich aber bei etwa 1.500 Euro bewegt. Alternativ könnte man einen Flachbrett-Scanner mit Durchlichteinheit versuchen. Hier hat EPSON den V700 und den baugleichen V750 im Angebot. Beim deutlich teureren V750 sind ist das Vorlagen-Glas optisch vergütet um Reflektionen zu unterdrücken. Ein sehr deutlichen Qualitätsgewinn lässt sich damit allerdings nicht erzielen. Aktuell ist der EPSON V700 für 594,- Euro via amazon.de erhältlich.

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Sieht man sich im Internet nach Stimmen von Benutzern um, so findet man zwischen Begeisterung und Frustration die gesamte Spannbreite. Der Grund ist häufig, dass die Vorlagenhalter falsch eingestellt sind. Die Scanqualität des EPSON V700 steigt und fällt mit dem korrekten Abstand des Vorlagenhalters auf dem Vorlagenglas. EPSON liefert hier kleine Plastik-Füßchen in unterschiedlicher Höhe mit. Was damit jedoch zu tun ist wird nicht erwähnt. Hier sind alle Anwender im Vorteil die sich intensiv mit diesem Scanner auseinandersetzen können.

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Ich habe mit diesem Scanner bislang ausschließlich Mittelformat-Dias gescannt und den zugehörigen Vorlagenhalter in langen nächtlichen Sitzungen mit vielen Probescans “optimal” eingestellt. 35mm Kleinbilddias und Negative habe ich bislang immer mit einem Nikon Coolscan 5000 gescannt und in letzter Zeit häufig einfach mit der Nikon D7000, dem 40er Macro und dem Nikon ES-1 abfotografiert. Einen 32-Bit Windows Rechner habe ich in Bonn nicht mehr, daher steht der Coolscan 5000 auch in meinem kleinen Appartement in Mainz. Also versuche ich ausnahmsweise mal einige 35mm Filmstreifen mit dem EPSON V700 zu scannen. Die ersten Ergebnisse sind wie fast befürchtet vernichtend schlecht. Ich habe versehentlich einige automatische Korrekturen der Scanner-Software und das ICE aktiviert. Mit Schwarz-Weiß-Filmen funktioniert die auf Infrarotlicht basierende ICE-Technologie aber nicht! Also heißt es alle “Optimierungen” auszuschalten, die Belichtung so einzustellen, dass keine Tonwerte verloren gehen und einen erneuten Anlauf zu wagen.

Epson_Scan_Settings

Epson_Scan_Preview

Epson_Scan_Histogram

Danach sehen die ersten Scans grundsätzlich ganz ok aus, nur sind sie nicht wirklich scharf. Sehr schnell kommen mir die kleinen Füßchen aus Plastik wieder in den Sinn. Die vier Füße bzw. Abstandshalter sind schnell getauscht und die Ergebnisse danach sichtbar besser. Mehr oder weniger aus ungebremstem Spieltrieb zerschneide ich eine alte Visitenkarte und klebe die Streifen mit etwas Tesafilm unter die vier Abstandshalter. Und siehe da, das bringt tatsächlich einen weiteren Qualitätsgewinn.

IMAG1573

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Hier nun ein 100% Vergleich eines Scan des gleichen Negativs ohne und mit Korrektur der Höhe des Vorlagenhalters. (Einfach anklicken für Original-Größe)

EPSON-V700-Sharpness-35mm-100Percent

Das Bild zeigt einen Ausschnitt des Kraters des jüngsten Vulkans den Teneriffa zu bieten hat, den Pico Viejo. Hier habe ich einige weitere Scans dieses Films der satte 8 Jahre auf seine Entwicklung warten musste… (alle Bilder 1000 Pixel breit)

Teneriffa-T-MAX-100027

Teneriffa-T-MAX-100029

Teneriffa-T-MAX-100045

Fazit:

Richtig justiert liefert ein recht preiswerter Flachbrettscanner wie der EPSON V700 auch bei 35mm Kleinbildvorlagen sehr brauchbare Ergebnisse. Sehr angenehm ist dabei, dass die EPSON Software den “Mehrfachzuschnitt” beherrscht und die einzelnen Bilder recht sicher erkennt und sauber zuschneidet. Je nach Länge der Filmstreifen lassen sich so 20, 24 oder sogar 28 Bilder in einem Arbeitsgang scannen. Allerdings sollte man sich die Mühe machen und für jedes einzelne Bild die Helligkeit korrekt einstellen. Zwar gibt es einen “Automatik-Modus” – aber dieser liefert meiner Meinung nach keine guten Ergebnisse. Helle Bildbereiche sind schnell ausgefranst und dunkle Bildbereiche versinken leicht in tiefem Schwarz. Einmal mehr zeigt sich auch hier, ein guter Scan ist eine “Einzelanfertigung”.

Mein persönliches Fazit ist, dass mir meine neue Nikon FM3A richtig viel Spaß macht und ich mich darauf freue sie auf vielen Fototouren einzusetzen. Der Kodak EKTAR-100 lässt sich mit dem EPSON V700 sehr gut scannen und liefert erstaunlich scharfe detailreiche Fotos mit schönen knackigen Farben. Aber auch hier gilt, ohne gutes Licht keine guten Farben! Und was mich an der Nikon FM3A ganz besonders begeistert, ist die wirklich zuverlässig arbeitende Belichtungsautomatik die in Verbindung mit dem hohen Belichtungsspielraum nur wenig Ausschuss aufgrund von Fehlbelichtung erwarten lässt.

Epson_Scan_Preview_Ektar

Zum Abschluss habe ich hier für alle “Pixelpeeper” noch einen Scan aus dem EPSON V700 in voller Originalgröße – einfach anklicken…

EPSON V700 - Sample - Beispielbild


Nikon D2x – Tipps für bessere Fotos

Manchmal ist es schon interessant wen man als Blogger und YouTuber mit seinen Artikeln und Videos erreicht. Wenn ich im Detail nachschaue wer meine Videos bei YouTube konsumiert, dann sind das meist Männer im Alter zwischen 45 und 54 Jahren. 14 Jahre alte Jungs sind da eher die Ausnahme und Frauen leider sowieso…

YouTube-Demografie

Vor ein paar Tagen habe ich in einem Video die Nikon D800E mit verschiedenen anderen semiprofessionellen Kameras vergleichen. Umso mehr habe ich mich natürlich gefreut, als sich kurz darauf der 14 Jahre alte Julian mir per E-Mail bei gemeldet hat um mir zu erzählen, dass er seine Nikon D7000 gegen eine Nikon  D2x eingetauscht hat. Im ersten Moment dachte ich nur “Urgs, hoffentlich habe ich mit diesem Video keinen Fehler gemacht und hoffentlich wird Julian mit der D2x auch glücklich!”

Aber warum sollte er das nicht? Wenn ich selbst “nur fotografieren will” und vor der Wahl stünde meine D7000 oder meine D2x einzupacken, ich selbst würde immer die D2x mitnehmen. In der “echten Welt” war im letzten Jahr dann doch oft die D7000 in der Fototasche, denn sie ist etwas universeller ausgestattet und kann auch Videos in FULL HD aufzeichnen. Da ich immer wieder viele kleine “Video-Schnipsel” aufgenommen habe, war also die D7000 im Fotorucksack. Seit ich die D800E habe, nehme ich meist nur noch die D800E mit, weil sie einfach alles kann was ich mir wünsche.

Doch die Nikon D2x ist noch immer ein robustes gutes “Arbeitstier” und man kann damit wirklich tolle Fotos machen. Ich habe hier mal ein paar Tipps aufgeschrieben mit denen man noch bessere Fotos erhält. Diese Tipps gelten natürlich auch für “fast” alle anderen Kameras! Also aufgepasst und weitergelesen :-)

Hier meine 10-Gebote für bessere Fotos:

  1. Bei jedem Bild über Bildgestaltung, Inhalt und Aussage nachdenken.
  2. Im RAW-Modus fotografieren
  3. Für Landschaften und Stills immer ein Stativ benutzen
  4. Wenn mit Stativ, dann ohne VR fotografieren
  5. Zusätzlich zum Stativ immer die Spiegelvorauslösung und den Okularverschluss benutzen
  6. Einen Kabelauslöser wie bspw. den Nikon MC-20 verwenden
  7. Alle billigen UV-Filter und Skylight-Filter an Angsthasen verschenken und statt dessen hochwertige vergütete Zirkular-Polfilter und Grauverlaufsfilter benutzen (B&W)
  8. Wenn möglich Belichtungsreihen aufnehmen (bspw. 3 Fotos mit 0.7 EV Unterschied)
  9. Falls möglich, Objektive mit wenigen Linsen verwenden, also Festbrennweiten
  10. Alle Objektive um 2-3 Stufen abblenden.
    1. 1.4er Objektive auf Blende 5.6
    2. 2.8er Objektive auf Blende 8
    3. 4.0er Objektive auf  Blende 8 – 11
    4. 5.6er Objektive auf Blende 11

Hat man alle diese Gebote beachtet, so steht man nach der Fototour vor der Herausforderung, das beste aus den gemachten Fotos herauszuholen. Damit die Sichtung der Bilder auf einem Windows PC schneller geht, kann man mit der D2x (und vielen anderen Kameras) immer zusätzlich zum RAW-Bild ein kleines stark komprimiertes JPG aufnehmen. Diese JPG-Bilder kann bspw. die Windows “Bild und Faxanzeige” sehr schnell darstellen. So kann man schnell durch viele hundert Fotos navigieren und sich die besten Fotos für die Nachbearbeitung herauspicken.

Ich lege meist einen Unterordner mit dem Namen “Reworked” an und speichere dort nach der RAW-Konvertierung alle Fotos als 16-Bit TIFF Datei. Zusätzlich erstelle ich meist für meinen BLOG eine kleine Version mit 1000 Pixeln Kantenlänge, das erledigt ein kleines Photoshop-Makro für mich. Diese kleinen Bilder verwende ich für meinen BLOG. Die großen TIFF-Dateien warten dann darauf, dass ich große Prints davon anfertige oder anderes damit mache.

Ganz wichtig:

Niemals die RAW-Dateien nach der Konvertierung löschen! Der Geschmack ändert sich und die Leistungsfähigkeit der RAW-Konverter steigt von Jahr zu Jahr. Nicht selten sehe ich heute Fotos die ich vor 10 Jahren gemacht habe und denke nur “Oh Gott wie konnte ich nur…” Dann ist es sehr vorteilhaft, wenn man noch die RAW-Bilder hat und sie mit allen Kenntnissen und Erfahrungen die man neu dazu gewonnen hat erneut verarbeitet. Nicht selten entstehen dabei Fotos von deren Qualität man selbst überrascht ist!

Hier nun ein Foto das mir Julian per E-Mail zugeschickt hat in voller Größe – einfach anklicken…

Nikon D2x - Nikon AF-S VR 18-299mm

Bei diesem Foto stört mich etwas, dass man an den oberen Kanten “angeschnittene” Baumstämme sieht. Das lässt sich ganz einfach mit einer trapez-förmigen Entzerrung in beheben. Viele Programme bieten dazu eine “Perspektiv-Korrektur”. In Photoshop CS5 kann man bspw. Strg+A, Strg+T drücken und ist dann im Modus “Transformieren”. Jetzt klickt man mit der rechten Maustaste in das Bild und wählte “Perspective” oder “Perspektive”. Danach kann man das Bild an den Ecken mit dem Mauszeiger “greifen” und es breiter oder schmaler ziehen. Das ist sehr praktisch um “stürzende Linien” auszugleichen. Aber man sollte es nicht übertreiben, sonst sieht es komisch aus.

Das Bild habe ich im JPG-Modus “bekommen” und ich habe mich gefragt, wie man es ein wenig aufpeppen kann? Die Farben sind recht kühl und grundsätzlich korrekt. Trotzdem habe ich es via Strg+A und Strg+C in die Zwischenablage kopiert, dann mit Photoshop CS5 ein kräftiges “HDR-Toning” durchgeführt und dann das Original-Foto via Strg+V als neue Ebene darüber gelegt. Über die Transparenz dieser Ebene kann man dann sehr schön regeln wie stark das Tonemapping letztlich ausfallen soll. Als nächsten Schritt habe ich via Strg+U den Dialog “Hue/Saturation” oder auch “Farbton/Sättigung” aufgerufen und die Sättigung der roten und gelben Bildelemente verstärkt. Dann habe ich im Dialog “Photo Filter” den “Warming Filter (85)” mit 25% Deckkraft (Voreinstellung) darüber gelegt. Zum Schluss habe ich die Helligkeit der Mitteltöne durch ganz leichtes Biegen der Gradationskurve (Strg+M) abgesenkt. Das Bild hat nun einen leicht violetten Farbstich. Dieser ließe sich ganz einfach korrigieren, aber gerade dieser Farbstich gefällt mir hier außergewöhnlich gut. Viele Fotografen setzen farbige Cokin-Filter ein um genau diesen Effekt zu erzielen. Hier hat er sich ganz nebenbei ergeben und es gefällt mir so wie es ist :-)

Nikon D2x - Nikon AF-S VR 18-299mm

Weitere Tipps & Tricks für bessere Fotos habe ich hier für Euch zusammengestellt:

Meine Literaturtipps für alle die dazu lernen möchten und bessere Fotos machen wollen:

Hier findet Ihr weitere Fotos vom 14 Jahre alten Julian:


Fuji X100 – Silvester am Rhein

Es ist der letzte Tag des Jahres und das Wetter ist gar nicht so schmuddelig wie ich es kurz vor der Heimreise von Teneriffa befürchtet habe. Nach dem Frühstück zieht es uns hinaus in die Natur, mit dabei ist wieder meine kleine Fuji X100. Das Gehirn braucht Sauerstoff und wir wollen mal wieder so richtig durchatmen. Mit dem Auto geht es in Richtung Königswinter, unser Ziel ist die Baustelle am ältesten Ausflugsziel der Deutschen – der Drachenfels. Wir parken oberhalb von Königswinter auf der Anhöhe gleich neben dem Lemmerzbad. Vorbei am Kucksteinhäuschen geht es den Berg hinauf. Bei Burg Drachenfels legen wir einen kurzen Stopp ein. Wie erwartet ist alles geschlossen, es ist der letzte Tag des Tages. Aber ich schieße trotzdem mit der kleinen Fuji X100 einige RAW-Bilder. Später bei der RAW-Konvertierung mit Adobe Camera-RAW bin ich wieder einmal überrascht was alles in dieser kleinen Kamera steckt. Von außen ein cooler Retro-Look, innen feinste Fototechnik auf höchstem Niveau. Diese kleine Kamera macht so richtig Laune. Man kann keine Objektive wechseln, aber das lichtstarke 23mm Objektiv löst in Verbindung mit dem recht großen Chip im APS-Format selbst feinste Details auf.

(Alle Bilder sind 1000 Pixel breit oder hoch, einfach in einem neuen Tab öffnen…)

Burg Drachenfels - Fuji X100

Angesichts der Ergebnisse bereue ich es nicht, dass ich mich an diesem Tag nicht mit meiner Nikon D800E und den vielen Objektiven abgeschleppt habe. Diese kleine Fuji X100 trägt nicht auf und findet zur Not auch mal in der Jackentasche ihren Platz. Sie ist ein perfekter unauffälliger Begleiter für den kleinen Spaziergang am Sonntagnachmittag.

Burg Drachenfels - Fuji X100

Zahnradbahn am Drachenfels - Fuji X100

Als wir den Fußweg hinauf zum Restaurant auf dem Drachenfels unterhalb der Ruine erreichen ist dieser geschlossen. Regen und Frost haben in den letzten Monaten den ein oder anderen Steinschlag ausgelöst. Zur Sicherheit wurde dieser wunderschöne Panoramaweg geschlossen, schade. Wir beschließen umzukehren und machen noch kurz beim Winzerhäuschen halt.

Am Drachenfels mit Fuji X100

Mit dem Auto geht es weiter an der Rhein-Promenade in Königswinter entlang. Dort sind wir überrascht, dass der Rhein kurz davor ist die Promenade zu überspülen. Die Fließgeschwindigkeit ist hoch, überall hängen Gestrüpp und Holzreste in den Anlegern der Ausflugsdampfer.

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Wer hier ins Wasser stürzt würde sofort von den Fluten fortgerissen und schnell ertrinken. Umso mehr wundert es mich, dass hier bei Königswinter keinerlei Sicherungen oder Absperrungen zu sehen sein. Wer hier mit seinen Kindern unterwegs ist sollte gut auf sie aufpassen!!

Unsere Fahrt führt uns weiter auf die Erpeler Ley. Dies ist der Fels oberhalb der im zweiten Weltkrieg so heftig umkämpften Brücke von Remagen. Die Aussicht ist grandios aber es ist furchtbar windig, am Himmel hängen schwere Regenwolken. Eigentlich kein Wetter für tolle Fotos könnte man denken, aber RAW-Bilder die Fuji X100 bieten enorme Reserven. Zuerst sieht alles blass und fahl aus, aber mit ein paar Kniffen entstehen in Photoshop CS5 schöne Kompositionen in Schwarz & Weiss. Einmal mehr wird klar, schlechtes Wetter ist gutes Fotowetter.

Auf der Erpeler Ley - Fuji X100

Von der Erpeler Ley hat man nicht nur einen schönen Blick ins Wohnzimmer von Thomas Gottschalk, man kann auch die schöne Apollinaris-Kirche sehr gut am anderen Rheinufer erkennen. Herr Gottschalk wohnt “zwei Zentimeter” weiter rheinabwärts also “rechts” der Apollinaris-Kirche. Meines Wissens steht dieses außergewöhnliche Anwesen derzeit zum Verkauf.

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Nach der blutigen Schlacht um die Eisenbahnbrücke bei Remagen stürzte sie schließlich ein, als die amerikanischen Soldaten Panzer und anderes Material über die Brücke an das östliche Rheinufer transportierten. Viele Soldaten starben in den kalten Fluten des Rheins und mir zeigt diese Geschichte einmal mehr wie sinnlos viele Schlachten des zweiten Weltkrieges letztlich waren.

Die Brücke wurde nie wieder aufgebaut. Die Einfahrt zum Eisenbahntunnel unterhalb der Erpeler Ley ist heute mit einem großen Tor versperrt. Von Zeit zu Zeit finden im geschichtsträchtigen verlassenen Tunnel kleine Theateraufführungen statt. Als stumme Zeugen des Wahnsinns sind die beiden Brückenköpfe beiderseits des Rheins geblieben. Wer hier ganz genau hinschaut kann den westlichen Brückenkopf erkennen. Dort ist heute ein Friedensmuseum untergebracht. Im Tal weiter hinten ganz links im Bild befindet sich eine Kriegsgräberstätte.

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Unser Silvesterausflug führt uns weiter nach Altwied, wir kehren in der idyllisch direkt an der Wied gelegenen Laubachsmühle ein (www.laubachsmuehle.de). Frisch gestärkt treten wir eine Stunde später unsere Heimreise nach Bonn an und freuen uns auf einen schönen ruhigen Silvesterabend mit Raclette und vielen kleinen Köstlichkeiten.

Als am Neujahrstag dann Gelegenheit ist die Fotos zu sichten wird mir klar, neben der famosen Nikon D800E ist für mich die supergute Fuji X100 DIE Entdeckung des Jahres 2012!

Fuji Finepix X100

Wer sich für diese tolle Kamera interessiert, findet hier weitere Informationen:


Hochwassertourismus auf zwei Rädern

Das Jahr 2012 neigt sich dem Ende zu und unsere letzte Reise wirkt noch immer nach. Auf meinem Telefon gibt es noch das eine oder andere Foto mit dokumentarischem Charakter. Hier habe ich ein Bild das mein Handgepäck zeigt. Was man hier sieht ist der BOSE Quiet Comfort 15, ein iPad, ein 17″ MacBook, eine Nikon D800E, eine Nikon D7000, eine Panasonic HC-X909, fünf Objektive von 15mm bis 400mm, Polfilter, Infrarotfilter, Ladegeräte, Sensor-SWABs und vieles mehr. Alles hübsch verpackt und sehr einfach durch die Flughäfen dieser Welt zu rollen.

Fotorucksack leicht transportiert

Früher habe ich den Fotorucksack immer auf dem Rücken durch den Flughafen getragen. Da man immer wieder irgendwo herumsteht und auf das warten muss was als nächstes passieren wird, wurde mir der Rucksack regelmäßig zur Last. Am Reiseziel angekommen taten die Schultern weh und ich habe ihn verflucht. Seit der vorletzten Reise mache ich es anders. Es ist ein LOWEPRO Minitrecker AW, dieser Rucksack passt ganz hervorragend so wie er ist in einen kleinen Handgepäck-Koffer. Oben drauf passt ganz wunderbar eine kleine Notebooktasche und den tollen BOSE Kopfhörer kann man auch noch außen dran hängen. So lässt sich die Fotoausrüstung spielerisch transportieren, ganz gleich wie weit die Wege am Flughafen auch sein mögen.

Mein Tipp für Eure nächste Reise!!

Am Samstag den 29. Dezember ist das Wetter überraschend schön. Mein kleiner Flitzer hat schon eine Weile keine Frische Luft mehr gesehen und die Dieselrakete wird in den kommenden Wochen noch reichlich Bewegung finden. Also wagen wir mit meinem silbrigen Kleinwagen einen Ausflug an den Rand der Eifel, nach Ahrweiler. Als wir dort durch die historische Innenstadt schlendern geht über unseren Köpfen ein wunderbares Schauspiel los. Erst bemerke ich es gar nicht, aber als ständig der eine oder andere Passant mit offenem Mund vor mir steht und gebannt mit seinem Handy den Himmel knipst, da muss ich es auch mal tun. Was für eine großartige Abendstimmung, da muss man gar nicht auf Teneriffa sein, hier daheim gibt es das manchmal auch zu sehen. Ok, auf Teneriffa wäre es deutlich wärmer gewesen ;-)

HTC Desire HD - Ahrweiler - Sunset

Eines der Highlights dieser schönen Stadt ist die sehr gut konservierte Stadtmauer mit ihren vielen Toren und Türmen. Sie sind allesamt wunderschön beleuchtet und man kann sogar Teile der Wehrgänge selbst erkunden. Besonders für kleine Mittelalterfans ein tolles Erlebnis!

HTC Desire HD - Ahrweiler - Sunset

In den Schaufenstern gibt es hier und dort witzige Dinge zu sehen. Besonders gefällt mir der Tee mit dem schönen Titel “Wilde Lust” – hier war jemand wirklich äußerst kreativ :-)

Wilde Lust in Ahrweiler

Am nächsten Morgen haben wir den vorletzten Tag des Jahres, es ist bereits am Morgen wieder ein wenig sonnig. Zwar ziehen die Wolken am Himmel dahin als wären sie unterwegs zum Sommerschlussverkauf, aber das schockt uns nicht. Und so sitzen wir schon gegen 11h auf meiner blauen BMW K1200r Sport. Meine Freundin Sandra ist noch gesundheitlich angeschlagen, daher fährt sie bei mir mit und mein weißes “Mädchenmotorrad” bleibt noch eine Weile in der trockenen Garage stehen.

Über Bonn Bad Godesberg und einsame Landstraßen geht es in Richtung Eifel, unser Ziel ist das Café Fahrtwind bei Ahrbrück. Aber als wir uns in der Nähe von Gelsdorf langsam aber sicher der Eifel nähern beginnt es zu regnen. Heute wird das nichts, der Chef im Café Fahrtwind wird heute seinen selbst gebackenen Kuchen leider anderen Bikern verkaufen müssen. Wir biegen links ab und fahren durch die Weinberge bei Dernau hinunter zur Ahr. Kurz vor Ahrweiler sind auf der rechten Seite das Cafeolé und das Restaurant “Barrique & Bier”. Im Barrique sehen wir Licht und es gibt einige Wanderer die gerade auf den Eingang zusteuern. Kurze Zeit darauf steht dampfendes Wildgulasch mit Spätzle und selbst gemachtem Apfelkompott auf dem Tisch. Dazu ein Malzbier, das Leben kann auch im Winter in Deutschland ganz schön sein.

Während draußen ein Regenschauer niedergeht der im April wirklich stilecht wäre, lassen wir es uns gut gehen. Als der Himmel wieder aufklart geht es weiter in Richtung Remagen. Am Rhein entlang genießen wir den Sonnenschein, das Thermometer klettert bis auf 12°C. Bei Oberwinter halten wir kurz an, hier sieht man besonders gut wie viel Wasser der Rhein aktuell mit sich führt. Die Wasseroberfläche scheint zum Greifen nah. Eigentlich geht es über eine kleine Treppe etliche Meter hinab ans Ufer. Doch heute ist diese Treppe schon fast in den Fluten verschwunden.

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Wir verharren ein wenig und genießen die tolle Aussicht auf den Rhein und das Siebengebirge. Es ist schon toll, wir dürfen dort leben wo andere Leute Urlaub machen :-)

Rhein und Siebengebirge bei Oberwinter mit K1200r Sport

Rhein und Siebengebirge bei Oberwinter

Als wir wenig später daheim sind könnte ich noch stundenlang weiter fahren. Aber meiner Freundin ist kalt und sie freut sich auf ein heißes Bad, was will man da entgegnen? Es ist wie eine Naturgewalt der man(n) sich fügen muss :-) Während in meiner Wohnung das Badewasser einläuft, parke ich meine beiden Geschwister so platzsparend wie möglich ein und rolle meinen silbrigen Kleinwagen so dicht wie möglich dagegen.

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Ein letzter Blick ins Cockpit und schon ist die letzte Motorradtour 2012 auch schon wieder Geschichte…

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Fotografieren mit dem Hasselblad Flexbody II

Im ersten Teil dieses Artikels habe Euch vorgestellt wie man mit dem Hasselblad Flexbody fotografiert. Heute will ich ein paar Beispielbilder nachliefern. Die Arbeit mit dem Flexbody ist nicht einfach und es gibt vieles zu beachten damit die Bilder wirklich gelingen. Beim Einstecken und Herausziehen des Edelstahlschiebers sollte man sich schützend vor die Kamera stellen und dieses so gut diese wie möglich gegen das Sonnenlicht abschirmen. Ansonsten kann es passieren, dass man mit dem Edelstahlschieber die Lichtrichtung etwas beiseite drückt und dadurch fieses Streulicth auf den Film fallen kann.

Außerdem ist beim Einsatz von Weitwinkelobjektiven (< 50mm) ein Polfilter mit Vorsicht zu genießen, denn dieser dunkelt die Bildecken ab. Zwischen den Bildern heißt es auch immer wieder, den Edelstahlschieber einzustecken und den Film zu transportieren. Vergisst man den Transport des Films, so hat man später unerwünschte Doppelbelichtungen.

Hier habe ich ein Stück Filmstreifen für Euch auf dem alle Fehler zu sehen sind die man bei der Arbeit mit dem Flexbody machen kann…

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Hat man sich nicht gemerkt ob man den Film weiter transportiert hatte und dreht in “sicherheitshalber” ein Bild weiter, so hat man schnell ein 36cm² großes Stück wertvolles Zelluloid verschenkt. Wirklich unschön sind auch Teilpolarisationen beim Einsatz eines Polfilters. Hier sollte man de Filter entweder nicht ganz schließen oder alternativ auf einen einfachen Graufverlaufsfilter zurückgreifen.

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Hier nun einige Scans die ich mit “etwas Liebe”, dem entsprechenden Filmhalter und einem EPSON Perfection Photo V700 erstellt habe. Als Scan-Software habe ich VueScan benutzt. Die Bilder habe ich von VueScan aus im DNG-Format gespeichert und dann mit Adobe Photoshop CS 5.1 nachbearbeitet und auf 1000 Pixel Seitenlänge verkleinert. Die Bilder zeigen irre viele Details und mit besseren Scanner wie beispielsweise einem Nikon Coolscan 9000 würde man noch deutlich mehr Feinheiten herausarbeiten können.

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Aber bereits bei diesem Bild kann man angesichts der feinen Äste im oberen Bildbereich erahnen was ein Stück Fuji Velvia 50 im Jahr 2012 noch zu leisten vermag. Aber es ist nicht der Film allein! Vergleicht man diese Bilder mit den Ergebnissen aus der etwa 50 Jahre alten Zeiss Ikonta meines letzten Artikels so fällt auf, dass diese Bilder ungleich kontrastreicher und schärfer sind. Dies ist allerdings auch der Tatsache geschuldet, dass ich die Bilder mit Zeiss Ikonta bei fiesem Mittagslicht ohne Streulichtblende und ohne Stativ bei fast geöffneter Blende machen musste. Gibt man sich ein wenig mehr Mühe und achtet auf das perfekte Licht, so läßt sich auch mit der alten Zeiss Ikonta deutlich mehr erreichen.

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Hier sieht man jetzt einen weiten Blick über das Siebengebirge in Richtung Bonn. Im Vordergrund kann man sehr schön die zerklüftete Landschaft erkennen in der über viele hundert Jahre hinweg die Steine für den Bau des Kölner Doms und anderer Bauwerke abgetragen wurden.

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Die der Natur von Menschenhand hinzugefügten “Narben” sind allerdings aus rein fotografischer Sicht durchaus reizvoll. Zum perfekten Bild fehlt nur noch etwas Bodennebel und ein Einhorn am Ende der Schlucht :-)

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Hier jetzt Bild auf den Drachenfels mit der Ruine der Drachenburg. Dieses Bild ist mit einer “normalen” Hasselblad 500 C/W und einem 110mm “Normalobjektiv” gemacht. Die Kamera stand auf einem Stativ und ich habe die Spiegelvorauslösung verwendet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen,

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Unabhängig v0n der verwendeten Kamera neigt dieses Filmmagazin aber immer wieder zu unschönem Lichteinfall, wie im folgenden Bild zu sehen. Zwar ist der Lichtstrahl nur ganz leicht zu sehen, aber ein “ernst gemeintes” Foto wäre damit trotzdem unbrauchbar. Außerdem ist das Dia leicht überbelichtet, was zu den unschönen blassen Farben geführt hat. Sicher könnte man hier noch einiges “retten”, aber ich will Euch ja zeigen wie schmal der Grad zwischen der korrekten und falschen Belichtung bei einem Diafilm ist.

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Ein guter Trick um zu einem korrekt belichteten Dia zu kommen ist übrigens ein Testbild mit einer Nikon D800E bei ISO-50. Es klingt paradox und ist auch nicht ganz ernst gemeint, aber gelegentlich ist die D800E sogar als Belichtungsmesser sehr gut zu gebrauchen. Vielleicht ist sie damit der teuerste Belichtungsmesser der Welt, wer weiss das schon…

In den kommen Wochen erwarten Euch Fotos und Videos der wunderbaren Kanareninsel Teneriffa. Dort kann die D800E endlich zeigen was in ihr steckt  und dass sie mehr ist als nur ein Belichtungsmesser für kranke Freaks die im Jahr 2012 noch mit einem Hasselblad Flexbody im Siebengebirge umherirren :-)


Zeis Ikon – Ikonta – Beispielfotos

Am vorletzten Sonntag habe ich gemeinsam mit meiner Freundin Sandra die Ruine der Löwenburg im Siebengebirge erstiegen. Obwohl es fies kalt und windig war, herrschte oben auf der Runie Hochbetrieb. Die mag daran liegen, dass sie seit Beginn der Renovierungsarbeiten nur noch an Sonntagen geöffnet ist. Sandra hatte irgendwie kein gutes Gefühl weil überall Warnschilder standen die glaubten vor tödlichem Steinschlag warnen zu müssen. Also hatte ich etwa 5 Minuten um schnell ein paar Fotos mit der alten Zeis Ikon Ikonta zu schießen. Eingelegt war ein Fuji Velvia 50. Zur Entwicklung habe ich ihn bei Foto Oehling in Mainz abgegeben. Neun Tage später konnte ich ihn dann abholen. Einige der Fotos habe ich für Euch eingescannt und will Sie Euch hier zeigen.

Hier das erste Bild auf dem meine Freundin Sandra zu sehen ist. Sie hielt kurz inne und wagte einen Blick in die Ferne, dann ging es schon wieder abwärts. Etwas windgeschützt hat sie dann weiter unten auf mich gewartet. Hier habe ich mal den kompletten Rand den Dias mit eingescannt. Man sieht dadurch sehr schön, dass die Bildbühne leicht gewölbt ist.

Alle Bilder sind wie immer 1000 Pixel breit oder hoch, einfach in einem neuen Tab öffnen wenn Ihr sie etwas größer anschauen wollt.

Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50 Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50 Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50

Bei schönem klaren Wetter kann man von der Löwenburg aus tatsächlich den Kölner Dom sehen. Diese beiden diskutieren das gerade und sie geht sogar etwas auf die Zehenspritzen um ihn besser sehen zu können. Ob es gewirkt hat, ich denke eher nicht :-)

Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50 Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50 Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50

Zum Abschluß noch ein Bild mit dem Bonner Posttower. Ganz links im Bild sieht man den Turm der Ruine der Drachenburg. Ganz ganz rechts außen sieht man noch das Gästehaus auf dem Petersberg. Dort fanden die beiden Afghanistan-Konferenzen statt. Dort hat Michael Schumacher seine Hochzeit gefeiert und dort genieße ich immer wieder gern den Sonnenuntergang :-)

Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50

Fazit:

Die schöne alte Zeiss Ikon schlägt sich überraschend gut. Einige der Bilder sind leicht verwackelt, das liegt zum Teil am etwas hakeligen Auslöser. Hätte ich ein Stativ und einen Drahtauslöser verwendet, so wären sie sicher nicht verwackelt. Aber das hätte bestimmt Streß mit meiner Freundin gegeben. Sie schimpft ständig mit mir weil sich in meinem Leben alles um die Fotografie dreht, oder um Computer, Musik, Gitarren, Autos, Motorräder, “diesen ganzen Technikscheiss eben”… Vielleicht dreht es sich einfach nur zu selten um SIE?


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