Zen oder die Kunst eine Kamera zu bedienen…

Reisen

Teneriffa 2013 – Das Video

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Foto: Pico del Teide – Ostseite – Nikon D800E – AF-S 2.8/24-70 – HD-Format

Aktuell ist das Wetter ein Deutschland nach einem Temperatursturz um fast 10°C wieder einmal recht frostig. Da tut es gut wenn man sich an den Bildern der letzten Reise etwas aufwärmen kann. Die vielen deutschen Auswanderer die auf Teneriffa leben kann ich zu gut verstehen. Während in den beiden Wochen seit unserer Rückkehr fast alle Arbeitskollegen krank und schniefend durch die Gegend schleichen, genießen die Menschen auf Teneriffa das milde Meeresklima ohne Pollen und andere Dinge die hierzulande den Allergikern so sehr zu schaffen machen.

Die letzten Tage war ich wieder viel unterwegs und ich habe die Zeit abends im Hotel genutzt um auf dem frisch reparierten Mac mit Final Cut Pro X ein 19 Minuten langes Video zur letzten Reise zu erstellen. Eigentlich wollte ich noch ein paar kurze Kommentare aufnehmen, aber dann gefiel mir die Musik so gut, dass ich es gelassen habe. Anhand der kurzen Einblendungen sollte klar werden worum es in den einzelnen Sequenzen geht. Wer mehr wissen will, der kann die Schlagworte aus den Einblendungen auch hier in meinem BLOG im Suchfeld eingeben und wird dann viele Artikel und weitere Infos zu diesen Locations finden.

Ok Freunde, dann lehnt Euch mal zurück, schaltet auf FULL HD um und genießt die schönen Bilder. Ach ja, über einen “Daumen nach oben” oder den einen oder anderen Tweed bei Twitter oder ein Like bei Facebook und Co. würde ich mich natürlich sehr freuen :-)

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Teneriffa 2013 – Tag 7 – Über den Wolken

Als Tag 7 beginnt bin ich ein wenig wehmütig, denn schon sehr bald werden wir diese grandiose Insel wieder verlassen müssen. Nach dem Frühstück entschließen wir uns erneut hinauf zum Pico del Teide zu fahren, wieder einmal. Diese Location zieht mich seit vielen Jahren immer wieder magisch an. Wahrscheinlich ist alles längst “abfotografiert” aber ich habe diesmal meine auf Infrarot 830nm umgerüstete Nikon D300 dabei. Die Klarheit der damit erzielbaren schwarz-weißen Infrarot-Fotografien zieht mich in ihren Bann und diese Kameras begeistert mich aktuell mehr als die supergute Nikon D800E. Klar ist die D800E moderner und besser. Sie filmt und ist noch immer der absolute Auflösungskönig. Aber eine Kamera wie die D800 oder die D800E wird schon bald zu Standardausrüstung gehören. Noch zwei Jahre und man wird kaum einen ambitionierten Fotoamateur sehen der keine Nikon D800 oder ein ähnliches Werkzeug benutzt.

Mich reizt seit jeher das Ungewöhnliche. Ich bin auf der Suche nach dem “anderen Foto”. Ich träume davon Landschaften die vielleicht schon millionenfach fotografiert wurden, anderes als alle anderen Fotografen vor mir zu fotografieren. Und aktuell ist meine umgebaute Nikon D300 dafür genau richtig.

Starten wir unsere kleine Infrarot-Serie mit meinem Favoriten dieses tollen Tages.

(Alle Bilder sind 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

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Meine Freundin Sandra hat sich regelrecht in das Vanguard Alta Pro 263 AGH und den GH-100 Kugelkopf verliebt. Das ist für mich sehr praktisch, denn so kann ich viel Platz in meinem Koffer sparen, da Sandra das Stativ transportiert. Auch heute haben wir das Alta Pro dabei und ich benutze es als Videostativ. Das klappt wirklich gut, denn auch ohne Fluidneiger gelingen mit diesem Stativ in Verbindung mit dem GH-100 Kameraschwenks wie aus dem Bilderbuch.

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An einem der Aussichtspunkte haben wir eine tolle Sicht auf Gran Canaria. In Verbindung mit der Infrarot-Kamera kann ich diese Insel trotz Dunst und der riesigen Entfernung ganz klar abbilden.

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Nach einer ausgiebigen Mittagspause und einem total leckeren Mittagessen landen wir schließlich am südlichen Hang des Teide. Hier bin ich vor etwa einem Jahr auf dem Wanderweg 17 durch eine atemberaubende vulkanische Landschaft gewandert. Heute entschließen wir uns gegen eine Wanderung, denn die Sonne brennt unbarmherzig auf uns nieder. Wir haben bereits einen satten Sonnenbrand und da wir bereits am nächsten Tag abreisen müssen, sind weder Sonnencreme noch zwei Hüte als Sonnenschutz im Gepäck. Also gibt es nur ein paar schnelle Fotos bevor wir uns wieder auf den Weg machen.

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Zwischendurch laufe ich noch schnell in den mit Asche gefüllten Krater eines alten Vulkankraters hinein. Von dort aus habe ich eine perfekte Sicht auf die beiden Vulkane von La Palma. Erneut bildet die Infrarotkamera diese wirklich weit entfernte Insel außergewöhnlich klar ab.

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Auf dem Rückweg zum Auto habe ich für Euch noch einen letzten Blick über die grandiose ungewöhnliche “Waldlandschaft” dieses schönen National Parks festgehalten. Wer genau hin schaut kann den Wanderweg 17 (Sendero 17) und die Straße erkennen, die sich durch die jungen erst etwa 100 Jahre alten Lavafelder windet.

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Hier noch ein farbiges Foto aus der Nikon D800E. Ich mag hier ganz besonders den langen schmalen Wolkenstreif der aussieht als würde der Gipfel des Pico del Teide Rauch in den Himmel blasen. Während ich dieses Foto aufgenommen habe, hat Sandra mit der Nikon D5100 und dem AF-S VR 55-300mm versucht einige der vielen Schwalben abzulichten. Aber trotz Sportprogramm war die Ausbeute nur sehr klein. Diese Vögel sind einfach zu klein und zu schnell um sie in der freien Wildbahn wirklich schön fotografieren zu können.

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Für alle die sich für das oben gezeigte Stativ interessieren, habe ich hier einen Link herausgesucht.


Teneriffa 2013 – Tag 6 – Buenavista Infrarot

El Burgado - Buenavista del Norte - Tenerife - Teneriffa

El Burgado – Landkarte anklicken für 100% Ansicht

Am 6. Tag unserer Reise bin ich von der Wanderung zur Pisaje Lunar noch ein klein wenig angeschlagen. Mir ist eher nach einem ruhigen Urlaubstag als nach der nächsten Wanderung. Sandra und ich halten nach dem Frühstück einen kurzen “Kriegsrat” und machen uns dann auf zu einem Restaurant das ich bislang nur aus der fotocommunity kenne. Letztlich landen wir in Buenavista del Norte im Restaurant El Burgado direkt am Meer.  Das Restaurant liegt wirklich ganz famos nah am Wasser. Gleich nebenan sind ein schönes Schwimmbad und der toll angelegt Golfplatz. Rechts neben dem Restaurant ist ein kleiner Wasserfall, das Wasser fließt dann durch eine Öffnung in der Wand in ein großes Wasserbecken innerhalb des Restaurants. Dann wieder über einen kleinen Wasserfall in einen kleinen künstlich angelegten Bachlauf durch das Restaurant und schließlich zwischen den Tischen hindurch über die wunderschön gelegenen Terrasse.

Wir bestellen uns zwei Steaks mit Fritten und Salat und sind von Preis und Qualität der Speisen mehr als angetan. Hier gefällt es uns und hier kann man ganz herrlich die Seele baumeln lassen.

Hier nun einige Fotos die ich mit der auf Infrarot umgebauten Nikon D300 und dem Nikon AF-S VR 16-85mm aufgenommen habe. (alle Fotos sind 1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken)

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Hier jetzt ein Foto das ich besonders beeindruckend finde. Es ist ein echtes Infrarot-Bild und es zeigt keinerlei Bewegungsunschärfe. Die Gischt der sich direkt neben dem Restaurant brechenden Welle ist bis in das letzte Tröpfchen scharf abgebildet. Mit einer herkömmlichen Kamera und einem Infrarotfilter wären diese ultrakurzen Belichtungszeiten niemals erreichbar.

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Hier einer meiner Favoriten dieser Serie. Der Horizont ist gerade wie mit dem Lineal gezogen. Und die beiden Bäume bilden einen tollen Kontrast zum blauen Himmel – der im Infrarot-Bereich natürlich fast Schwarz dargestellt wird.

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Und hier noch etwas Farbe für Eure mittlerweile “grauskalierten Augen”. Diese Fotos sind mit der Nikon D800E und dem superguten Nikon AF-S 2.8/24-70mm aufgenommen. Lieder habe ich hier nicht genug Speicherplatz um alles im Original hochzuladen. Aber vielleicht glaubt Ihr mir auch so, dass diese gewaltig großen Fotos irre fiele Details haben und hübsch groß gedruckt sehr gut aussehen würden.

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Teneriffa 2013 – Tag 5 – Paisaje Lunar

Mein Mac läuft wieder und so kann ich Euch noch kurz etwas zu den letzten Tagen der ersten Reise des Jahres 2013 schreiben – also los…

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Nachdem ich am Vortag hochgeschreckt bin und dachte, dass ich verschlafen habe, ist für den Mittwoch der Handywecker gleich mehrfach gestellt. Sandra hat ihr Handy auch auf Alarm getrimmt und so kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Ich bin ein ganz ganz schlechter Frühaufsteher, es bereitet mir regelrecht körperliche Qualen. Im Gegenzug kann ich meist nicht auf Kommando einschlafen, so dass es abends oft sehr spät wird. Am Abend VOR dem frühen Aufstehen ist das wieder einmal so. Die Nacht ist kurz und unruhig – “Bloß nicht verschlafen” geht es mir immer wieder durch den Kopf. Dann werde ich wach, draußen ist es noch dunkel und ich schaue prüfend auf die Uhrzeit an meinem Handy – ich bin 2 Minuten VOR der Weckzeit wach geworden!

Sandra will ich nicht unbedingt wecken also schleiche ich mich leise ins Badezimmer. Als ich dort fertig bin steht Sandra in der Küche. “Du weißt schon, dass Du eine Stunde zu früh bist?” Ohje, diese Zeitzonen und Sommer- und Winterzeiten machen mich echt fertig. Da habe ich bei meinem Handy alles richtig eingestellt – dachte ich. Doch irgendwas ist wieder falsch. Zwar kommt jetzt die korrekte Uhrzeit vom Netzbetreiber und die Zeitzone sollte auch korrekt sein aber die Option “Automatisch auf Sommerzeit umstellen” ist nicht aktiviert. Also bin ich irgendwie wieder falsch. Aber wie sagt man so schön “Better safe than sorry”…

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Pico del Teide bei Nacht – 2005 – Nikon D2x

Ich lege mich noch für 45 Minuten auf das Sofa im Wohnzimmer unserer tollen Hotelsuite. Wirklich schlafen kann ich nicht, zu groß ist die Angst wieder zu verschlafen – obwohl ich schon komplett startklar bin. Das wäre wirklich zu blöd…

Um 6h kommt dann Sandra aus dem Schlafzimmer und fragt mich ob ich denn nicht langsam mal los will. Ich will noch nicht, denn ich bin ja schon komplett angezogen und zum Abmarsch bereit. Da sollte es reichen um 6h30 aufzubrechen um pünktlich um 7h bei Wolfgang aufzuschlagen. Ich drehe mich auf dem Sofa um, aber zähle irgendwie doch die Minuten. Ziemlich genau um 7h bin ich dann bei Wolfgang. Er ist gerade beim Frühstück und wir können schon kurz darauf aufbrechen. Wir nehmen die Autobahn von Puerto de la Cruz in Richtung La Laguna. Bei Tacoronte verlassen wir die Autobahn und es geht über Agua Garcia und La Esperanza hinauf in die Canadas del Teide. Während ich den Mietwagen durch die zahllosen Kurven dirigiere geht bereits die Sonne auf. Insgeheim bin ich ziemlich enttäuscht. Ich hätte eine Stunde eher hier sein können, aber hätten wir das so ausgemacht, ich hätte es wahrscheinlich nicht geschafft. Als wir unseren ersten Fotospot erreichen ist die Sicht grandios, aber die Sonne steht schon recht hoch am Himmel.

Ich bin einfach nicht für Sonnenaufgänge gemacht. Wenn ich sie wirklich fotografieren will, dann muss ich an den Locations übernachten. Alles andere klappt bei mir einfach nicht, traurig aber wahr… Hier eines dieser Fotos das ich im Jahr 2005 nach einer langen kalten Nacht im Gebirge mit meiner Nikon D2x aufgenommen habe.

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Pico del Teide am Morgen – 2005 – Nikon D2x

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Pico del Teide kurz vor Sonnenaufgang – 2005 – Nikon D2x

Im Wechsel fotografiere ich mit der auf Infrarot umgebauten Nikon D300 und der famosen Nikon D800E. Später werde ich feststellen müssen, dass die D300 von der Timelapse-Aktion des letzten Abends noch auf ISO-1000 eingestellt ist. Die Fotos sind deutlich verpixelt, das hätte nicht sein müssen. Und wieder habe ich eine Lektion gelernt: Vorbereitung ist alles!

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Wir fahren weiter vor einem Aussichtspunkt zum nächsten. Es entstehen viele hundert Fotos des immer gleichen Motives. Dieser Vulkan zieht Wolfgang ebenso in seinen Bann wie er es auch bei mir schafft. Eigentlich würden ein paar Fotos ja ausreichen, aber wir versuchen uns immer wieder an diesem Motiv, denn es sieht immer wieder anders und stets majestätisch aus.

Irgendwann machen wir eine Pause und widmen uns den beiden Lunchpaketen. Später bei der Kaffeepause sehen wir dann die beiden Erlkönige wieder, von denen ich gestern schon berichtet habe.

Während wir unseren Kaffee trinken überlegen wir wie es weitergehen soll. Eigentlich habe ich hier schon alles vielfach abfotografiert, doch die Weiße Mondlandschaft, die Paisaje Lunar habe ich zuletzt im Jahr 2005 besucht. Dort könnten wir noch einmal hinfahren.

Eine Stunde später sind wir am Abzweig zur Paisaje Lunar. Die Offroad Piste ist inzwischen in recht gutem Zustand und man kann sie ohne schlechtes Gewissen mit einem Mietwagen recht gut befahren. Nach etwa 9 Kilometern endet die Huckelpiste an einem Campingplatz mitten in den Wäldern oberhalb des Dörfchens Vilaflor. Bei den Waldbränden sind vor einigen Jahren die Holzhütten zerstört wurden. Die neuen Häuser sind ins tollem Zustand und die Kinder eine großen Jugendgruppe beziehen gerade laut johlend ihre Hütten. Wolfgang und ich machen uns derweil fertig für den Aufstieg zur Paisaje Lunar. Vorsichtshalber nehme ich mein GPS mit und markiere den Standort unseres Autos mit einem Wegpunkt. Im Gepäck habe ich neben einer kleinen Flasche Wasser diesmal nur die Nikon D800E mit dem famosen AF-S 2.8/24-70mm und einem B&W Polfilter. Alles ist auf ein großes leichtes BENRO Carbonstativ montiert. Dieses Stativ habe ich Euch vor einigen Wochen in einem Video vorgestellt.

Wir starten unsere kleine Wanderung am rechten Ausgang des Parkplatzes und folgen kleinen Blechschildern die immer wieder an die herumliegenden Felsbrocken geschraubt sind. Hin und wieder gibt es auch einmal einen grünen Punkt. Sehr grob folgen wir dem Verlauf einer Wasserleitung und es geht fast stetig bergauf. Die Wanderung bringt mich an den Rand meiner Leistungsfähigkeit. Mein Asthma macht mir schwer zu schaffen und ich muss immer wieder kleine Pausen einlegen. Wolfgang ist etwa 19 Jahre älter als ich und er geht hier hinauf wie eine Bergziege. Für mich ist das frustrierend und anspornend zugleich. Dieser Kerl gibt mir immer wieder die Hoffnung auf ein entspanntes Leben als Rentner. Gemeinsam mit seiner Frau geht er jeden Donnerstag ein paar Stunden wandern, reist viel, lebt gesund und genießt das Leben in vollen Zügen. Für mich ein wirklich erstrebenswertes Ziel.

Nach etwa zwei Stunden Aufstieg hören wir plötzlich Stimmen. Irgendwer johlt und jauchzt da im Wald. Wir gehen weiter und es kommen die ersten Ausläufer der Paisaje Lunar in Sicht. Etwas später ist dann klar wer hier den Trubel veranstaltet. Es ist eine Gruppe von vier Frauen und zwei Männern. Alle sind scheinbar jenseits der 60 und benehmen sich trotzdem wie kleine Kinder. Ob ich auch einst so sein werde?

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Paisaje Lunar – 2005 – Nikon D2x

Als sie endlich weg sind wird es wirklich ruhig und wir können endlich unsere Fotos in aller Ruhe komponieren. Letztlich werde ich mit fast den gleichen Fotos zurückkehren die ich bereits im Jahr 2005 aufgenommen habe. Nur sind sie jetzt 300% größer. Na ja, wer’s braucht…

Der Rückweg ist nicht weniger anstrengend. Zwar geht es fast nur bergab, aber das lose Geröll erfordert alle Aufmerksamkeit. Wolfgang hat sich bereits vor mehr als einem Jahr von allen schweren Spiegelreflexkameras getrennt und fotografiert nur noch mit einer leichten Bridge-Kamera von Panasonic. Diese liefert immer wieder beeindruckende Bildergebnisse und ich habe den Eindruck, dass diese Fotoausrüstung sehr dazu beiträgt, dass er so unbeschwert die Berge hinauf und hinab wandern kann. Ich habe derweil die D800E von Stativ getrennt und versuche an den ganz abschüssigen Stellen den fehlenden Wanderstab so gut wie möglich mit dem Stativ zu ersetzen.

Immer wenn ich Wolfgang wieder ein Foto machen sehe bin ich ein wenig neidisch. Ich habe mehr als doppelt so viele Pixel, aber braucht man das? Der “Unbeschwerten Leichtigkeit des Seins” ist meine Fotoausrüstung jedenfalls nicht zuträglich…

Als wir zurück am Auto sind brennt die Sonne mächtig stark auf uns herab. Weil ich ziemlich geschafft bin wählen wir für den Rückweg die Autobahn. Das dauert fast genauso lang wie die tausend Kurven, aber es fährt sich etwas entspannter. Als wir bei Wolfgang und Karin eintreffen sind unsere Frauen auch schon dort. Ihre Laune ist gut, sie hatten einen tollen Tag auf Manolos kanarischem Reiterhof etwas oberhalb von Santa Ursula.

Später beim Versuch die Fotos des Tages auf meine neue externe Tunderbolt-Festplatte zu kopieren wird mir dann mein MacBook verrecken. Aber das ist ja jetzt auch schon wieder alles Geschichte. Was bleibt – zumindest bist zum nächsten Festplattencrash – sind die Fotos dieses schönen Tages. Hier eine kleine Auswahl… (1000 Pixel hoch oder breit – einfach anklicken…)

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BMW R1200 GT / RT – Modell 2013/2014

Mein kleiner Mac ist wieder heil und schon ist auch das erste Video der letzten Reise nach Teneriffa online. Die Aufnahmen entstanden am 5.  Tag als ich gemeinsam mit meinem Freund Wolfgang ganz früh am Morgen hoch in die Canadas del Teide gefahren bin. Nach unserem anstrengenden ersten Shooting haben wir eine kleine Pause etwas abseits der Straßen gemacht und uns unsere beiden Lunch-Pakete vorgeknöpft.  Diese Lunch-Pakete gibt es übrigens in fast allen Hotels für eilige Fotografen die morgens ganz früh los wollen! Im Las Aguilas in Puerto de la Cruz kosten sie 3,50 Euro – sie sind also echt preiswert. Im Lunch-Paket findet man vier Sandwitches, einen Apfel, eine Orange, eine Kiwi, einen Yoghurt, Besteck und eine kleine Flasche Mineralwasser. Das alles für 3,50 Euro – das ist nicht schlecht!

Während wir also über die Fotografie philosophieren und das Für und Wider schwerer großer Kameras diskutieren, höre ich ein fast vertrautes Geräusch, es kommt ein Motorrad. Hey und was für eines, ein getarnter Erlkönig kommt da angebraust. Im Vorbeifahren erkenne ich einen Kardan auf der linken Seite und einen Boxermotor, das muss die neue wassergekühlte BMW R1200 GT (vielleicht auch R1200 RT) sein. Ich selbst bin viele Jahren lang eine BMW R80 RT gefahren. Das ist sozusagen der “Ur-Vater” des deutschen Reisemotorrades. Ich habe sie geliebt und war mit ihr viele viele tausend Kilometer unterwegs. Nach all den Jahren hat es mich dann aber gestört immer hinter einer Scheibe zu sitzen. Ok, das war bequem, aber die Scheibe war zum Schluss stark verkratzt und ich hatte einfach Lust auf etwas neues. Die ganze Geschichte findet Ihr im Artikel “Meine Mopeds“.

Heute liebe ich meine BMW K1200 mit Reihenvierzylinder. Egal ob die neue oder das alte Modell, es sind tolle Motorräder. Erst heute habe ich die erste kleine Ausfahrt mit meiner alten K1200 RS Baujahr 2001 (131 PS) unternommen. Der Tacho steht inzwischen bei 103.900 Kilometer und sie läuft noch immer fast wie eine neues Motorrad. Hier habe ich ein Video in dem man sie sehen kann.

Und hier könnt Ihr sehen und vor allem hören wie sich das neuere Modell, meine K1200R Sport Baujahr 2007 mit 163 PS anfühlt. Eine hammergeile Rakete ist das :-)

Verglichen mit der K1200R Sport ist eine BMW R1200 GT eher ein gemütliches Reisemotorrad. Irgendwie ist es eine sehr konsequente Weiterentwicklung meiner alten R80 RT. Diese war damals bahnbrechend und gemeinsam mit der sportlicheren R100 RS eines der allerersten Motorräder mit einer Vollverkleidung. Noch heute werden diese Motorräder in vielen Ländern von der Polizei gefahren und dort wegen ihrer Robustheit und Zuverlässigkeit sehr geschätzt.

Die Abgasrichtlinien innerhalb der EU werden auch für Motorräder immer strenger. Mit einem luftgekühlten Boxermotor war da letztlich nichts mehr zu holen. Also hat man sich bei BMW entschlossen ein komplett neues Motorrad zu konstruieren. Der Motor sollte wassergekühlt sein. Doch wie baut man einen Boxermotor der noch halbwegs nach einem BMW Boxer aussieht, der aber eine Wasserkühlung verwendet? Meiner Meinung nach haben die BMW-Ingenieure diese Aufgabe sehr gut gelöst. Das neue Modell ist keine “Güllepumpe” wie die alte Honda CX500 geworden und das ist auch gut so! Dieser Motor war nämlich wirklich keine Schönheit. Der Trick beim neuen BMW Boxer ist, dass er nur zu etwa 35% auf die Wasserkühlung angewiesen ist. Den Rest besorgen weiterhin Kühlrippen an den Außenwänden der beiden Zylinder.

Die Wasserkühler sind zudem so gut versteckt, dass es eigentlich kaum auffällt, dass dieser Motor eine komplett neue Generation darstellt.

Sehr auffällig ist, dass die erst vor einigen Tagen vorgestellte neue BWM R1200 GS – also die Geländeversion –  den für BMW so typischen Kardanantrieb nun auf der linken Seite hat. Als diese getarnte neue BMW da oben im Gebirge auf Teneriffa an mir vorbei gerauscht ist, fiel mir dies sofort auf und es schoss mir durch den Kopf “Der Kardan ist links – der Wahnsinn – das muss die neue BMW R1200 GT sein!” (Vielleicht wird sie auch R1200 RT heißen – warten wir es mal ab…)

Einige Sekunden später dann das gleiche Geräusch, es gab noch einen zweiten identischen Erlkönig. Ich war da ein wenig aus dem Häuschen und habe mich geärgert, dass ich keinen Fotoapparat griffbereit hatte. Aber dann etwa eine Stunde später, als wir uns gemütlich auf etwa 2.000 Metern Höhe in der Sonne einen Kaffee (Barraquito) genehmigen, kommen die beiden Erlkönige wieder angefahren und parken sogar direkt vor unserer Nase. Schnell rüber zum Auto, die Videokamera holen, kurz warten bis die beiden Mädels auf dem Klo verschwunden sind die die Kerle sich einen Kaffee bestellen und schon kann ich zwei Motorräder filmen die es eigentlich noch gar nicht gibt.

Teneriffa ist nicht so wirklich groß und so habe ich diese beiden auffälligen Motorräder noch mehrmals wieder gesehen. Ganz witzig war übrigens, dass mir auch die Radfahrer des SKY-Teams immer wieder vor der Nase herum geflitzt sind, aber das ist eine andere Geschichte :-)


Teneriffa 2013 – Tag 5 – Der Mac ist kaputt

Eigentlich begann der Tag ganz ordentlich. Abgesehen davon, dass ich heute eine ganze Stunde zu frueh auf den Beinen war, klappte bis vor etwa einer Stunde soweit alles ganz gut. Zum Sonnenaufgang war ich mit meinem Freund Wolfgang oben am Teide und es gab viele schñne Fotos. Beim Kaffee danach habe wir zwei Erlkoenige gesehen und fotografiert. Zwei komplett mit Folie getarnte BMW R1200 GT werden aktuell hier auf Teneriffa zur Probe gefahren. Schoene Mopeds und ich habe Fotos davon :-)

Nach der Begegnung mit den Erlkoenigen ging es zusammen mit Wolfgang zur Paisaje Lunar, der weissen Mondlandschaft. Der Weg dahin ist weit und staubig. Zuletzt war ich 2005 dort, also war und dieses schoene Areal heute eine lange schweisstreibende Wanderung wert. Am Ende des Tages habe ich dann eben versucht die fotografische Beute an meinem schonen fast neuen MacBook Pro auf die ganz neue exteren Tunderbolt Festplatte zu kopieren.

Der Kopiervorgang blieb dann mitten drin stehen. Nichts geht mehr auf dem schoenen Mac, nur die Maus laesst sich noch bewegen. Nach etlichen langen Warteminuten halte ich den Ein/Ausschalter so lange fest bis das Ding neu startet. Aber er start nicht wirklich sondern schaltet sich nach einer Weile immer wieder ab. Ich versuche es mit der Reparaturkonsole. Dort sagt mir dann das Festplattendienstprogramm, dass die primaere Festplatte, eine schnelle SAMSUNG SSD mit 256 GB defekt ist und repariert werden muss. Diese Reparatur klappt aber nicht, ich solle alle Daten sichern und dann das Betriebssystem nach einer Formatierung der SSD neu installieren. Na super, das hat mir gerade noch gefehlt…

Es ist also Essig mit neuen Fotos und bloggen kann ich nur noch fuer einen Euro je 15 Minuten an einem der Computer die im Foyer des Hotels bereitstehen :-(

Liebe Freunde, ich versuche jetzt mal diesen Tag mit einer Muetze Schlaf zu beenden und mich nicht zu sehr zu aergern.

Am Wochenende bin ich wieder daheim und da gibt es ein ordentliches WLAN, Schraubendreher, jede Menge Reservefestplatten und hoffentlich eine Prise Glueck. Na schauen wir mal…

Bis Sonntag ist hier also leider Funkstille – frustig aber wahr…


Teneriffa 2013 – Tag 4 – Auditorio und Taganana

Als ich durch ein Geräusch hochschrecke scheint schon das erste Tageslicht in unser Schlafzimmer. Ich zucke zusammen und frage mich ob ich vielleicht verschlafen habe. Irgendwas wildes habe ich geträumt, was genau kann ich nicht mehr sagen, aber es muss wirklich wild gewesen sein. Mein Handy das mich wecken sollte, ist nicht auf der kleinen Kommode neben meinem Bett. Ob ich es überhört habe? Wie elektrisiert springe ich halb schlaftrunken aus meinem Bett und wanke ins Wohnzimmer. Wo ist das Handy, wo ist es bloss. Schließlich finde ich es in meinem Fotorucksack. Es ist im Flugmodus und es zeigt als Uhrzeit 8h51 – Oh Mist – Mist – Mist – ich habe verschlafen, ich wollte um 7h oben bei Wolfgang und Karin sein und dann wollte ich gemeinsam mit Wolfgang hinauf in die Canadas del Teide fahren um den höchsten Berg Spaniens im ersten Morgenlicht zu fotografieren.

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Ziemlich hektisch versuche ich das Telefon zu entriegeln. Endlich klappt es, schnell den Wolfgang anrufen und fragen ob er schon los ist oder ob er noch auf mich wartet. Es klingelt, und klingelt und klingelt – es klingelt ziemlich lang und dann ist Wolfgang dran. Mit sonorer Stimme sagt er „Guten Morgen!“ Ich lege sofort los „Hallo Wolfgang, Du es tut mir total leid, aber ich habe irgendwie verschlafen und jetzt ist es schon fast 9h. Ich ziehe mich schnell an und komme dann zu Euch hoch, ok?“ Am anderen Ende eine kurze Bedenkpause, das muss Wolfgang erst einmal sacken lassen. Und als er sich sicher ist, dass ich ihn nicht zum Narren halten will sagt er: „Mittwoch Ansgar, Mittwoch, wir wollen uns am Mittwoch treffen, das ist MORGEN! Komm leg‘ Dich wieder hin!“ Ich bin sprachlos, wie konnte ich mich so vertun. Ok, ich bin jetzt 49 Jahre alt, da lässt das Hirn langsam nach, aber um einen ganzen Tag? Das ist mir lange nicht passiert. Ich entschuldige mich kurz für meinen “Weckruf” und wanke samt Telefon zurück ins Schlafzimmer.

Sandra schaut mich an: „Was hat Dich denn gebissen, Du bist ja eben aus dem Bett gesprungen als hätte Dich eine Tarantel gebissen!“ Ich erzähle ihr wie ich mich vertan habe. Danach synchronisieren wir unsere Handy-Wecker. Mein Telefon ist so eingestellt, dass es die aktuelle Uhrzeit NICHT vom Telefon-Provider übernimmt. Das ist ein Fehler, denn es nicht kurz vor 9h wie gedacht sondern erst kurz vor 7h. Wolfgang muss mich für komplett verrückt halten. Na ja, morgen können wir das klären…

Also wieder rein ins Bett und noch ein bisschen weiterschlafen. Das ist auch gut, denn nach diesem Schreck bin ich ziemlich fertig mit den Nerven!

Später gibt es dann Frühstück und gegen 11h sind wir endlich startklar. Keine Ahnung warum wir morgens immer so unglaublich lange brauchen bis wir endlich startklar sind, aber wir sind ja nicht auf der Flucht sondern haben Ferien! Unser Ziel ist das Auditorio in der Hauptstadt Santa Cruz. Dieses schöne Opernhaus hat es mir angetan und ich war schon einmal dort um es zur blauen Stunde zu fotografieren. Heute will ich mal versuchen einige abstrakte Details zu finden und das Spiel aus Licht, Schatten und geschwungenen Formen mit meiner auf Infrarot 830nm umgebauten Nikon D300 festzuhalten.

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Gleich neben dem Auditorio finden wir einen Parkplatz und sind nicht schlecht überrascht, dass das große schöne angelegte Schwimmbad gleich neben dem Auditorio fast leer ist.

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Am Opernhaus angekommen nehmen wir uns viel Zeit für unglaublich viele Fotos. Dieses Gebäude ist wirklich einzigartig. Zu meinem Erschrecken muss ich aber feststellen, dass sich auch hier die ersten baulichen Mängel zeigen. Scheinbar ist das hier so üblich. Die Mehrzahl der Häuser wird billig gebaut und dann versucht man sie teuer zu verkaufen. Findet sich ein Dummer, so wundert er sich nicht schlecht wenn er nach wenigen Jahren mit umfangreichen Sanierungsarbeiten beginnen darf. Beim Auditorio scheint das nicht anders zu sein. Mich stimmt das jedenfalls nachdenklich…

Nach unserer Fotosession geht es zurück zum Parkplatz. Dort ist der kleinste MacDonalds den wir je gesehen habe. Er gleicht ein wenig einer Wurstbude auf einem Weinfest oder einer Kirmes. Aber die Burger sind ganz frisch und schmecken lecker. Zwei Burger später geht es dann mit dem total aufgeheizten Mietwagen in Richtung Norden.

Am Morgen sind wir bei etwa 22°C gestartet, inzwischen sind die Temeraturen weitergeklettert. Die Klimaanlage läuft auf höchster Stufe, trotzdem schwitzen wir im Auto vor uns hin. Wenn man bedenkt, dass in Deutschland aktuell nachts noch Bodenfrost herrscht, dann ist das schon ein krasser Unterschied. Vorbei an den Hafenanlagen fahren wir in Richtung Playa de las Teresitas. Kurz vorher weist dann ein Schild nach links in Richtung Taganana. Die Straße ist toll ausgebaut und während ich unseren Opel Astra durch die Kurven schwinge wünsche ich mir hier mal ein paar Wochen Urlaub mit einem Motorrad zu machen. Bis Taganana sind es etwa 16 Kilometer. Eigentlich wollen wir auch gar nicht nach Taganana sondern etwas weiter bis nach Benijo. Dort gibt es schöne einsame Strände und hier könnte Sandra etwas schwimmen gehen während ich am nächsten Strand ein paar Fotos mache.

Gesagt getan, zwischen Taganana und Benijo setze ich Sandra am Strand ab und fahre ein paar Minuten weiter nach Benijo. Dort finde ich tatsächlich sofort einen Parkplatz, was dort wegen der super engen Straßen gar nicht selbstverständlich ist. Bepackt mit mehreren Objektiven, Kameras und einem großen Stativ geht es die vielen Stufen hinab bis zum felsigen „Strand“. Es ist heiß wie die Hölle und während mir die Sonne das Hirn grillt versuche ich ein paar vernünftige Fotos auf die Reihe zu bekommen. Bewegen kann ich mich kaum denn ich bin so verschwitzt, dass die Hose an den Beinen klebt.

Hier dreimal das gleiche Motiv. Einmal mit Nikon AF-S VR 16-85mm, dann mit Lens Baby II und dann mit Nikon AF-D 2.8/10,5mm Fisheye!

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Nach etwa einer Stunde gebe ich auf und sammle Sandra wieder am Strand ein. Beide haben wir einen Sonnenbrand. Bei mir ist es mal wieder die Nase, bei ihr der Rücken, Schultern, eigentlich ist fast die halbe Frau rot von der intensiven Sonne. In einem der vielen Restaurants gibt es ein großes Glas Bier mit Sprite – lecker! So gestärkt fahren wir die gefühlten 1.000 Kurven zurück zum Hotel. Am Mirador oberhalb von Las Mercedes springe ich kurz mit der D300 aus dem Auto um quer über die Insel hinweg ein Foto meines Lieblingsberges zu schießen. In den letzten Tagen und Wochen hat sich der Gute häufig in Wolken versteckt, nun ist er endlich einmal sehr schön klar zu sehen. Ein wenig dunstig ist es rund herum, aber die Infrarot-Kamera vermag das zu einem guten Stück zu durchdringen, so dass letztlich doch zwei ganz brauchbare Fotos entstehen.

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Alles in allem war es ein sehr schöner Tag, auch wenn die ungewohnt starke Sonne und heute ziemlich zugesetzt hat. Aber das wollten wir ja auch. Kalt und grau könnten wir es ja auch in Deutschland haben :-)

Obwohl ich die Videokamera und die Nikon D800E mit im Gepäck hatte, habe ich fast ausschließlich mit der ultracoolen Infrarot-Kamera fotografiert. Heute habe ich diese D300 mit langen Teleobjektiven benutzt (erstes Foto ganz oben), es war eine “Loreo Lens in a Cap” Lochblende mit Plastiklinse montiert, ich habe mit einem Lens Baby II experimentiert und nicht zuletzt habe ich am Auditorio etliche Infrarot-Fotos mit dem Nikon AF-D 2.8/10,5mm Fisheye geschossen.

Dieser Umbau hat sich für mich zu 100 Prozent gelohnt. Dass ich bei jedem Foto einige Staubkörner wegstempeln muss, die sich scheinbar zwischen dem neuen Infrarotfilter und dem Chip befinden, das ist lästig, aber man kann damit leben. Das geniale ist eben, dass ich nun Infrarot-Fotos mit praktisch allen Objektiven aufnehmen kann die sich an das Nikon F-Bajonett ansetzen lassen. Ob Lochblende oder Fisheye, es klappt so ziemlich alles an dieser Kamera und das hebt die Infrarot-Möglichkeiten auf ein vollkommen neues Niveau!

Hier noch drei Fotos die ich mit der Nikon D800E gemacht habe. Irgendwie ist sie auch ziemlich cool :-)

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Mein “Bild des Tages” ist dieses hier. Es ist mit der D800E und dem Nikon AF-S VR 4/16-35mm aufgenommen. Bei der Schwarz-Weiß-Konvertierung habe ich das Preset “Infrarot” verwendet. Damit bekommt das Bild einen ganz ähnlichen Touch wie die Bilder aus der D300. Nur sieht es für mein Empfinden noch etwas edler aus. Was mir hier ganz besonders gut gefällt sind die vielen diagonalen Linien die fast perfekt in den Bildecken auslaufen. Ich hätte es noch korrigieren können, aber ich wollte Euch auch mal ein Bild zeigen, bei den ich nur die Farben durch Graustufen ersetzt habe und das ansonsten unbearbeitet ist.

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Fazit

Beide Kameras machen Spaß, aber man kann eben nicht wirklich mit mehr als einer Kamera gleichzeitig fotografieren. Und morgen werde ich versuchen nicht zu verschlafen und ganz pünktlich um 7h bei Wolfgang vor der Türe zu stehen. Ob es geklappt hat, das könnt Ihr morgen Abend lesen :-)


Teneriffa 2013 – Tag 3 – Mein Geburtstag

Vor vielen Jahren habe ich mal einen Afrikaner aus Kenia kennengelernt. Sein Name war Cliff und wir haben uns irgendwann einmal darüber unterhalten wie er in Kenia früher seinen Geburtstag „begangen“ hat. Cliff hat mir damals erzählt, dass die Menschen in seinem Dorf ihren Geburtstag als einen Tag der Einkehr begangen haben. Dass sie allein hinaus in die Natur gegangen sind um dort diesen Tag allein mit ihren Gedanken zu verbringen. Mir war das damals sehr fremd, für mich gehörten eine Party und viele tolle Geschenke zu einem Geburtstag einfach dazu.

Inzwischen ist das bei mir grundlegend anders. Parties mag ich nicht mehr so richtig und als ich im Jahr 2010 meinen Geburtstag auf dem Weg nach Las Vegas erleben durfte und dieser unter Berücksichtigung der Zeitverschiebung mehr als 30 Stunden lang war, da setzte ein Umdenken ein. Inzwischen ist mir der Gedanke sehr vertraut an einem Tag im Jahr mal über das Leben, das Universum und den ganzen Rest nachzudenken. Heute hätte es so ein Tag werden können, aber dann kam alles ganz anders…

Nach dem ausgedehnten Frühstück erreiche ich meinen Freund Wolfgang am Telefon. Er sitzt unten in La Paz dem deutschen Stadtteil von Puerto de la Cruz bei „Pepito“. Dort treffen sich jeden Montag einige deutsche Residenten um den neuen Spiegel zu lesen und die politischen Ereignisse in aller Welt zu diskutieren. Als wir telefonieren löst sich die Runde gerade auf. Wir verabreden uns für 13h am Plaza de Charco, dem zentralen Platz im Herzen von Puerto de la Cruz. Von dort aus geht es zu einem sehr netten kleinen Thailändischen Restaurant. Später gibt es auf der Plaza eine tolles leckeres Eis und einen Barraquito con Vitaminas – lecker!!

Ich habe heute alle Kameras im Hotel gelassen, lediglich die um Infrarot umgebaute Nikon D300 mit dem 16-85mm Objektiv darf mit. „Less is More“ wie Ludwig Mies van der Rohe bereits im letzten Jahrhundert postulierte… Wir parken unser Auto am Playa de Jardín und schießen dort die ersten Fotos.

(Alle Fotos 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

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Unsere Frauen entschließen sich gemeinsam hoch zum Manolos Reiterhof zu fahren. Wolfgangs Frau Karin gibt dort eine Stunde Reitunterricht für ein kleines Mädchen. Sandra ist sowieso Feuer und Flamme für diesen Reiterhof und freut sich sehr die vielen Pferde wieder zu sehen. Also trennen sich kurz unsere Wege. Sandra, Karin und Wolfgang fahren schon einmal vor und ich nutze den Weg zum Auto für einige Infrarotfotos.

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Während sich unsere Mädels mit den Pferden beschäftigen, tun Wolfgang und ich etwas Vernünftiges, wir genießen den schönen warmen Tag bei Kaffee und Keksen auf seiner Terrasse mit Blick auf den höchsten Berg Spaniens, den Pico del Teide. Leider müssen wir heute wegen der dichten Wolken raten wo er gerade ist, aber er bewegt sich extrem langsam und daher steht er auch heute noch dort wo er bereits seit einigen tausend Jahren steht. Die Wolken sind also kein Problem, er ist ja da, wir wissen es…

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Als Karin und Sandra vom Reiten zurück sind plauschen wir noch ein Weile. Sandra und ich verabschieden uns gegen 19h und fahren rüber zum Monasterio in Los Realejos. Das ist ein schönes alten Kloster von dem ich hier schon oft berichtet habe. Ein deutscher Wirt hat hier eine Reihe toller Restaurants mit leckerem Essen und gutem Service etabliert.

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Als wir „unserer Restaurant“ betreten werden wir von Oberkellner D. Juan mit einem Handschlag begrüßt. Man kennt sich inzwischen und er scheint sich zu freuen, dass wir ihm und seinen Mitarbeitern immer wieder einen Besuch abstatten. Zuletzt waren wir dort an Heiligabend zu unsrem großen Weihnachtsessen. Heute gibt es gegrillte Fisch-Filets mit Kanarischen Schrumpelkartoffeln sowie roter und grüßer Mojo-Sauce. Das schmeckt supergut und wir spülen mit einem großen Radler nach, das man hier Shandy nennt.

Am den Nachbartischen sitzen mehrere deutsche Paare. Ich bekomme nur das Gehabe mit, verstehen tue ich bei all den Umgebungsgeräuschen fast nichts. Und das ist vielleicht auch besser so. Sandra spitzt jedenfalls die Ohren, verdreht die Augen und hat Mühe zu fassen wie sehr sich manch deutscher Tourist im Ausland daneben zu benehmen vermag. Zoff wegen der Bestellung am einen Tisch, am anderen Tisch eine Flasche Wein die er probiert, für gut befindet, die sie aber nicht trinken will weil sie der Meinung ist der Wein schmecke nach Kork. Ihm ist die Show irgendwie peinlich, er geht rüber zum Kellner und bittet um einen anderen Wein. Dieser kommt sofort aber dann lässt er sie kosten. Die Rache des kleinen Mannes könnte man es nennen. Ihr scheint das ein wenig peinlich zu sein, aber sie überspielt es so gekonnt, dass selbst wir es nicht bemerken. Erst riecht sie intensiv am Korken, dann am Wein im Glas, dann nochmals am Korken, dann wird der Wein hin und her geschwenkt, zweimal riechen, dreimal, viermal, ein Schlückchen, schlabbern zwischen den Backentraschen, schlucken riechen, ein neuer Schluck, riechen, dann das erlösende „Oh ja, der ist ganz ok!“ Au Backe denke ich nur und bin froh, dass ich nur das Gehabe erleben durfte und die passende Konversation nicht in voller Schönheit verfolgen musste.

Manchmal ist es gar nicht so verkehrt wenn man nicht alles hören kann :-)

Nach dem leckeren Essen geht es zurück ins Hotel. In der Stadt hat Sandra eine Flasche Ramazotti organisiert. Der ist hier schwer zu kriegen und ich bin froh, dass ich beim BLOGgen einen leckeren Schluck zu mir nehmen kann.

So einfach kann ein Geburtstag auch sein. Keine unzufriedenen Schwiegermütter, keine streitenden Kinder, alles erläuft in Harmonie und Frieden. Vielleicht war dieser Tag dem was mein Freund Cliff damals beschrieben hat gar nicht so unähnlich.

Ok, Freunde, jetzt werde ich mich meiner Geburtagspost widmen. Neben all den Anrufen habe ich fast 100 E-Mails, Grußkarten, Facbook-Messages usw. bekommen. An dieser Stelle schon einmal meinen ganz herzlichen Dank an meine Familie und Freund, sowie an alle treuen Leser und alle die mir bei meinen Reisen und Artikeln so oft mit Rat und Tat beiseite gestanden haben.

D*A*N*K*E


Teneriffa 2013 – Tag 2 – Infrarotfotografie im Paradies

Als ich wach werde schmerzen die Schultern wie die Hölle. Das Hotel ist wirklich gut, aber die Matratzen hart wie das Grün auf einem Billardtisch. Und dann die Kopfkissen, sie sind schmal und lang, dafür ziemlich dünn, alles nichts für Seitenschläfer. Dementsprechend bin ich beim Frühstück noch ziemlich zerknittert. Das Hotel ist ziemlich voll, beim Frühstück kommt es mir vor als wäre es nahezu ausverkauft. Wegen des etwas kühlen Wetters sitzt aber niemand draußen auf der Terrasse. Vielleicht traut sich auch niemand. Da es im Speisesaal brechend voll ist, machen wir den ersten Schritt und setzen uns raus unter die Wolken :-)

Vor uns liegt das Tal von La Orotava und ganz oben am Rand des Gebirgszuges kann ich die weißen Türme der Sternwarte sehen. Sandra nennt sie immer die Wetterstation. Ich muss jedes Mal grinsen, was haben Teleskope mit dem Wetter zu tun? Irgendwann sprechen wir darüber und jetzt ist es auch für mich nur noch die „Wetterstation“.

(Alle Fotos sind 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

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Da es gegen 10h nur etwa 19°C warm ist, beschließen wir mit unseren Kameras zum Schmetterlingsgarten in Icod de Los Vinos zu fahren. Natürlich fahren wir nicht wirklich mit unseren Kameras, sondern mit unserem Mietwagen, die Kameras liegen nur im Kofferraum – nur dass hier keine Missverständnisse passieren und Legenden geboren werden. „Ach der Ansgar, das ist doch der der immer mit seiner Nikon durch die Gegen fährt…“

In Icod angekommen fahren wir immer in Richtung „Drago Millenario“. Das ist ein mehrere hundert Jahre alter Drachenbaum der hier auf der Insel sehr verehrt wird. Kurz vor dem „Parque del Drago“ ist auf der linken Seite ein sehr modernes Parkhaus in den Felsen gebaut. Dort stellen wir unser Auto ab und laufen ein paar Meter zum „Mariposario“. Der Eintritt ist nicht teuer und in dem großen warmen Raum erwarten uns viele hundert wunderschöne Schmetterlinge. Eine Jacke braucht man hier nicht, die Schmetterlinge lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von etwa 27°C – Es ist also endlich warm – fast ein wenig zu warm – aber uns Deutschen kann man es ja eh nicht recht machen :-)

Statt zu fotografieren filme ich fast ausschließlich mit der Nikon D800E, dem AF-S VR 2.8/70-200mm und dem TC-17E II Telekonverter. Die Hintergrundunschärfe ist mit dieser Objektiv-Kombination noch bei Blende 8 wirklich schön. Und man kommt sehr nah an die Schmetterlinge heran. Das korrekte Fokussieren ist etwas schwierig und ich würde mir einen Getriebeneiger wünschen. Aber mit dem FLM 38FT Kugelkopf klappt es trotzdem recht gut. Als Stativ habe ich ein recht großes BENRO Carbonstativ dabei. Zum Stativ und Kugelkopf gibt es bei YouTube ein Video das ich vor einigen Wochen aufgenommen habe. Diese Kombination ist schön leicht, trotzdem stabil und funktioniert sehr gut.

Lediglich saubere Kameraschwenks sind damit schwierig oder gar nicht zu realisieren. Auch kann man nicht zoomen oder am Fokusring drehen ohne, dass die jeweilige Video-Sequenz völlig verwackelt ist. Hier wären einige Hilfsmittel angesagt, oder gleich eine „richtige Videokamera“.

Im Schmetterlingsgarten halten wir uns wirklich lange auf und als die Füße langsam weh tun und die Akkus fast leer sind geht zurück zum Auto. Die Parkgebühr beträgt 4,10 Euro, das ist ganz erträglich. Von Icod de Los Vinos geht es weiter in Richtung Buenavista del Norte. Dort zweigen wir dann in Richtung Masca ab und machen am Mirador oberhalb von Masca eine schöne Mittagspause. Es sind schwere Wolken am Himmel und es fällt das eine oder andere einsame Regentröpfchen traurig zwischen die noch eingedeckten Tische. Wir setzen uns trotzdem hinein, draußen ist es etwas windig und kühl. Bei Kanarischen Schrumpelkartoffeln und leckerem Bier lassen wir es es uns gut gehen. Zum Abschluss gibt es noch ein Eis von „Kalise“ – das schmeckt wie ein Magnum Mandel – sooo lecker…

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Frisch gestärkt wandern wir durch Masca. Der kleine Ort ist nach den schweren Brände vor einigen Jahren wieder völlig hergestellt. Nur die schwarzen Stämme der vielen Palmen erinnern noch an das Inferno. Nach unserer kleinen Wanderung genießen wir auf der Terrasse eines der Restaurants bei einem leckeren Barraquito con Vitaminas lassen wir es uns so richtig gut gehen.

Mit vielen Zwischenstopps geht es über Santiago del Teide über die Serpentinen an den südlichen Hängen hinauf in die Canadas del Teide. Kurz vor Sonnenuntergang sind wir dort. Es ist jetzt etwa 19h und die Sonne wird in etwa 60 Minuten untergehen. Wenn wir das abwarten bekommen wir im Hotel nichts mehr zu Essen. Außerdem haben wir dort auf 2.300 Metern im Schatten nur noch 4°C und und uns bläst ein strammer Wind ins Gesicht. Also gibt es nur noch wenige Zwischenstopps, wir geben Gas und fahren den weniger kurvenreichen weg über La Esperanza, Agua Garcia und Tacoronte zurück nach Puerto de la Cruz. Im Hotel angekommen bin ich froh als ich das Auto endlich abstellen kann. Wir sind nun seit fast 10 Stunden unterwegs und ich bin die vielen Kurven leid. Der Kopf tut weh und ich habe irgendwie ziemlich heftige Zahnschmerzen. All das kommt mir vor als wäre ich von der Fliegerei des Vortages noch etwas angeschlagen.

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Da kommt es gerade recht, dass meine liebe Sandra mit mit einer Kopfschmerztablette beiseite steht. Es werde noch kurz einige Fotos dieses tollen Tages gesichtet und schon bin ich im Reich der Träume. Während ich dort bin träume ich von vielen weiteren Infrarot-Fotos mit der umgebauten Nikon D300. Anfangs war ich etwas skeptisch, aber nachdem ich neue IR-Filterglas vor dem Chip einer gründlichen Reinigung unterzogen habe, bleiben je Foto aktuell vier kleine Staubkrümel die immer wieder weggestempelt werden müssen. Das ist etwas lästig, aber damit kann man andererseits auch recht gut leben.

Denn derart krasse Infrarot-Fotografien wären in dieser Einfachheit und diesem enormen Tempo anders nicht möglich. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich das erste Foto ganz oben mit dem Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm gemacht habe. Alle anderen Fotos habe ich mit dem famosen Nikon AF-S VR 16-85mm aufgenommen. Dieses Objektiv eignet sich für Infrarot wirklich ganz vorzüglich. Lediglich bei direktem Fotografieren in die Sonne sieht man sehr viele Lichtreflexe auf den Oberflächen der vielen Linsen. Hier ist ggf. ein Lensbaby oder etwas ähnlich primitives im Vorteil.

Fazit

Der Umbau der D300 war mit 529,- Euro nicht ganz billig, aber es war dennoch eine mehr als lohnenswerte Investition. Der Kamera merkt man nicht an, dass sie umgebaut wurde. Das gesamt Handling ist praktisch unverändert. Lediglich die Belichtungsmessung funktioniert nun etwas anders. Bei hellem Tageslicht muss man den Belichtungsmesser um +2EV korrigieren. Dann ist fast alles korrekt belichtet. Für die Kontrolle der Bilder habe ich mir die Kamera so eingestellt, dass sie eine Schwarz-Weiss-Konvertierung macht. Das Active-Delithing ist abgeschaltet, der Kontrast voll aufgedreht. Damit ergeben sich Vorschaubilder die dem “erstrebten Ziel” schon recht nahe kommen.

Hier noch einige Fotos dieses wunderbaren Tages…

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Teneriffa 2013 – Tag 1 – Infrarot mit der Nikon D300

Eigentlich hatten wir für meinen Geburtstag eine Tour mit dem Cabrio in den sonnigen Süden geplant. Wir wollten uns treiben lassen und mal schauen wohin es uns verschlägt. Erst einmal den Rhein hinauf, dann durch die Schweiz, vielleicht nach Italien oder Österreich? Doch dann kam alles anders…

(Alle Fotos 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Am vorletzten Wochenende soll der dunkelste und kälteste Winter der letzten Jahre endlich zu Ende gehen. Doch ein Hochdruckgebiet im Norden blockiert die warmen Luftströme die aus dem Norden Afrikas über Spanien hinweg warme Luft nach Deutschland bringen könnten. Statt dessen bläst ein unerbittlicher kalter Wind und obwohl es fast Ostern ist erfrieren den Bauern die Kartoffeln auf den Feldern. Keine guten Voraussetzungen für eine entspannte schöne „Oben-Ohne-Tour“ mit dem Cabrio. Als mir dies am Samstagabend klar wird, schläft meine Freundin Sandra neben mir bereits tief und fest. Was wäre eine schöne Alternative? Ich schaue hier und da, wende die Weltkarte bei Google-Earth hin und her und komme letztlich zu keinem Ergebnis.

Statt der Tour mit dem Cabrio könnte es auch eine schöne Reise sein, kurz und knackig sollte sie sein, nicht zu teuer und ganz spontan zu buchen. Es sollte etwas sein wofür es keine Impfung braucht, kein Visum und keinen Reisepass, denn der ist wieder einmal nicht mehr dort wo ich ihn glaubte zuletzt sorgfältig abgelegt zu haben.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Irgendwann lande ich wieder bei den Kanarischen Inseln. La Palma wäre eine Option, vielleicht auch mal La Gomera, oder Gran Canaria? Das Angebot der Last-Minute-Reisen ist gewaltig. Es gibt 7 Tage All-Inclusive für bspw. 347,- Euro pro Nase. Aber schaut man genauer hin, so kommen entweder weitere Gebühren hinzu oder die Hotels haben zusätzlich zu den zwei Sternen (Landeskategorie) noch mehrere hundert durchwachsene bis schlechte Bewertungen. Wenn schon eine Geburtstagsreise in die Sonne, dann nicht in einen alten verschimmelten Hotelbunker aus den 70er Jahren, da muss nicht sein… Und wie das immer ist, ich finde nichts obwohl das Angebot riesengroß ist. Die Nacht ist unruhig und am nächsten Morgen halten meine Freundin und ich „Urlaubs-Kriegsrat“. Am Ende sind wir der Meinung, dass es nichts schändliches ist nur einige Wochen nachdem wir zuletzt auf Teneriffa waren erneut dorthin zu fliegen. Gleiches Hotel, Halbpension, Air Berlin, Abflug von Köln Bonn und alles zusammen kostet für zwei Personen 1.400,- Euro. Beschlossen verkündet und gebucht – kaum zwei Wochen später geht es wieder einmal nach Teneriffa und wieder einmal in das Las Aguilas in Puerto de la Cruz. Bei Cicar habe ich einen „Neuen Opel Astra“ gebucht. Der kostest für 8 Tage 174,- Euro – All Inclusive – das ist drastisch billiger als daheim bei uns in Deutschland…

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Als die Reise vor der Türe steht bin ich irgendwie unruhig. Zwar fliege ich seit vielen Jahren beruflich und privat durch die Gegend, doch das Reisefieber kommt immer wieder auf wenn es eine Reise ist bei der man nichts vergessen sollte. Und ich habe schon wieder einiges vergessen. Der Reisepass ist nicht aufzufinden, sicher steckt er noch in einem Fotorucksack oder eine Notebooktasche, ich werde ihn finden, dessen bin ich mir sicher, aber wann wird das sein? Mein schönes kompaktes kleines Manfrotto Carbonstativ – es ist verschollen. Habe ich es meiner Freundin geliehen, liegt es in meinem Appartement in Mainz, im Auto im Kofferraum, wo nur? Alles nichts weltbewegendes, aber ich bin doch unruhig. Der Flieger geht am Samstagmorgen um 4h30 und als ich am Vorabend versuche um 20h wie auf Kommando einzuschlafen, klappt das natürlich nicht. Sandra kann das irgendwie, ich nicht. Während sie an der Matratze lauscht sitze ich in meinem Wohnzimmer und höre via Kopfhörer Musik. Auf dem Wohnzimmertisch liegt seit dem letzten Wochenende das Notebook meines Sohnes. Es ist irgendwie hingefallen, vorne links ist das Plastik etwas beschädigt und die Buchse für den Stromanschluss ist so geschickt herausgebrochen, dass sie beim Versuch das Ding mit Energie zu versorgen im Inneren dieses DELL Notebooks verschwindet. Mein Sohn war ratlos und da ich ja eigentlich alles kann, habe ich sein Notebook natürlich schnell mal zerlegt. Fast bis auf die letzte Schraube, denn erst dann kann man diese Buchse mit Klebstoff fixieren. Das habe ich gemacht und der Klebstoff hatte eine Woche lang Zeit wirklich gut auszuhärten. Ob ich dieses China-Plastik-Dings jemals wieder zusammen bekomme?

Nach einer Weile beschließe ich doch etwas gegen meine Schlaflosigkeit zu unternehmen und siehe da, eine Stunde später funktioniert nach dem zweiten Anlauf das Notebook meines Juniors wieder ganz vorzüglich. Es sind drei kleine Schrauben übrig, aber gefühlte 100 Schrauben habe ich wieder zurück geschraubt. Und trotz aller Sorgfalt kann ich die Gewinde nicht finden in die ich diese drei Schrauben drehen könnte. Die Uhr rückt langsam weiter, während ich auf dem Sofa Musik höre und darauf warte endlich einzuschlafen ist es dann plötzlich schon 1h am Morgen. Zeit aufzustehen, wirklich geschlafen habe ich indes nicht. Unter der Dusche versuche ich langsam wach zu werden. Eine Stunde später sind wir mit dem Auto unterwegs zum Flughafen. Es ist eine introvertierte ruhige Fahrt. Am Flughafen Köln/Bonn stellen wir das Auto kurz ab, wir sind mehr als gut in der Zeit. Schnell die Koffer raus und etwa 50 Meter weiter ist schon der Check-In von Air Berlin – das ist mehr als praktisch! Kurz darauf sind unsere Koffer aufgegeben, ich parke mein Auto im Parkhaus 3, Sandra bewacht unterdessen meine Fotoausrüstung, meinen Mac und meine Videokamera. Was Männer alles mitschleppen…

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Vom P3 zum Terminal sind es ein paar hundert Meter Fußweg, das geht schnell und als wir pünktlich um 4h30 abheben kommt langsam die Müdigkeit in mir auf. Auf meinem iPad habe ich die komplette zweite Staffel von Game Of Thrones. Aber ich schaffe nicht einmal eine Folge, da fallen mir schon die Augen zu. Als ich wach werde hänge ich total verdreht zwischen den engen Sitzen. Alles tut weh und die Leute die neben mir auf dem Gang darauf warten, dass sie endlich die Toilette benutzen dürfen versuchen zu überspielen, dass sie sich darüber amüsiert haben, dass ich mit offenem Mund neben ihnen in meinem Sitz wahrscheinlich lautstark geschnarcht habe.

Das Hochdruckgebiet im Norden hat heute endlich einen positiven Effekt, wir sind fast 30 Minuten schneller als geplant – Rückenwind ist ein effizientes Energiesparmittel. Warum baut Porsche nicht einfach Autos mit Rückenwind, die wären schneller und würden weniger Benzin verbrauchen…

Am Flughafen Teneriffa Süd angekommen bin ich ziemlich neben der Spur. Die Schultern tun weh, ich kann einfach nicht im sitzen schlafen. Während sich Sandra um die Koffer kümmert organisiere ich den Mietwagen. Alles klappt wie immer problemlos und zügig. Unser neuer Opel Astra ist dann aber ein paar Jahre alt, auf dem Tacho stehen 78.000 Kilometer. In Deutschland wäre dieses Auto längst ausgemustert, aber wir sind rein geografisch gesehen in Afrika und das Ding kostet eben für 8 Tage ganze 174 Euro! Also los zum Hotel. Den Weg fahre ich schon wie im Schlaf, das ist auch gut so denn langsam beginne ich gegen selbigen anzukämpfen. Als wir nach etwa einer Stunde am Hotel eintreffen ist es gerade mal 9h am Morgen. Unser Zimmer ist noch nicht fertig. Kein Problem, wir können die Koffer im Büro hinter der Rezeption abstellen. Es geht zum Frühstück und das ist eine Wucht. Während wir auf das Tal von La Orotava schauen bin ich froh, dass wir hier am Morgen bei 18°C draußen sitzen und gemütlich einen Kaffee trinken können. Diese Insel ist begnadet, das denke ich mir immer wieder. Gegen 11h ist das Zimmer fertig und wir beziehen unser neues Zuhause. Diesmal sind wir auf der anderen Seite, unser Balkon weist nicht nach Nord zum Meer, sondern nach Süden auf die Berge. Kein Problem, hier ist es wärmer, denn in diese Zimmer scheint den ganzen Tag die Sonne. Im Hochsommer eher ein Nachteil, so ist es im Frühjahr hier einfach etwas wärmer. Auf den Einbau einer Heizung wird auf den „Inseln des ewigen Frühlings“ gern verzichtet. Mich stört das nicht so sehr, aber vielen Frauen ist es hier im Winter dann oft doch ein wenig zu kalt. Im Dezember hatten wir im Zimmer auf der anderen Seite des Korridors einen kleinen Heizlüfter den uns mein Freund Wolfgang ausgeliehen hatte.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Derlei Gerät ist im April auf der Südseite des Hotels nicht mehr von Nöten. Während ich mein Notebook anwerfe nimmt meine Panasonic Videokamera bereits die erste kleine Zeitraffersequenz auf. Das macht sie wirklich gut und es ist soooo einfach. Nichts klappert, nichts klickt und nichts muss nachbearbeitet werden. Einfach im Menü einstellen, dass man eine Zeitraffersequenz aufnehmen möchte, das Zeitintervall einstellen und los geht‘s – sehr praktisch diese kleine Kamera!

Das WLAN wurde scheinbar umgebaut oder aufgestockt, auf dem Balkon klappt es sehr gut und 24 WiFi-Zeitstunden kosten 5 Euro. Surft man täglich 3 Stunden lang im Web, so kommt man damit eine Woche lang über die Runden. Damit kann ich gut leben. Im letzten Jahr haben 5 Tage WiFi in Hotel Rigiblick in der Schweiz 69,- Euro gekostet! Das ist hier deutlich preiswerter und sorgt für weniger Verdruss.

So gegen 12h machen wir uns auf den Weg ins Einkaufszentrum auf der anderen Seite der Autobahn unterhalb des Hügels auf dem unser Hotel thront. Im „Alcampo“ besorgen wir uns Shampoo, Kekse, Wasser, Bier und was man sonst noch alles braucht. Danach geht es zur Finca San Juan zu Jo Schlichting. Wir waren nun schon ein paar Wochen nicht mehr dort und irgendwie haben wir „Heimweh“. Natürlich interessiert es uns auch wie es dort mit der Bewirtung des Restaurants weiter geht. Auf der Finca angekommen ist die Freude groß als wir Jo und seine Frau Karo dort antreffen. Zusammen mit Koch Helmut schmeißt sie jetzt dort den Laden. Und der geht scheinbar richtig gut. Heute sind mehrere Gesellschaften dort, alles zusammen fast 75 Gäste. Am letzten Sonntag waren es 150 Gäste – Qualität zahlt sich aus und wir hoffen sehr, dass wir noch oft zum Brunchen oder Abendessen auf dieser tollen FInca sein dürfen. Gegen 15h verabschieden wir uns wieder und ich habe endlich Zeit ein par Fotos mit der auf Infrarot umgebauten Nikon D300 aufzunehmen. Später im Hotel bin ich dann echt hingerissen von den Ergebnissen. Und alles ist so einfach! Nichts Stativ, Filter ab – dran – ab – dran – ab – 30 Sekunden belichten – Rauschunterdrückung trallala – einfach ISO-200 einstellen, Blende 8 und „Klick“. Bei einer 1/250s gelingen scharfe Infrarot-Fotos aus dem Handgelenk – das ist mehr als cool!!
Während ich mich an den tollen Infrarot-Fotos freue und überlege warum ich mich mit der D800E und all den Objektiven abschleppe, holt die mich die vergangene Nacht dann doch noch ein.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Als Sandra mich weckt ist es fast 18h. Ich habe etwa zwei Stunden geschlafen – endlich – geholfen hat es allerdings nur begrenzt. Ich fühle mich als hätte mich ein Pferd getreten. Etwas später wandern wir durch die weitläufigen Außenanlagen des Hotels und ich versuche langsam wieder wach zu werden. Um, kurz vor 19h gibt es dann ein echt tolles Abendessen. Die Qualität der Speisen hat sich seit meinem ersten Besuch im Jahre 2008 sehr gebessert. Es gibt eine riesige Auswahl und das Angebotene schmeckt zumeist sehr gut. Bei Spanferkel mit Reis und Kürbis-Gemüse genieße ich ein großes Glas kaltes frisches Bier. Ich bin angekommen!

Gegen 20h sind wir wieder im Hotel. Ich kann nun mit dem Mac im Bett sitzen, neben mir ein Radler aus dem Alcampo und im Geiste lasse ich einen langen schönen Tag Revue passieren. Diese Insel hat mich in ihren Bann gezogen und ich werde wohl zu Weihnachten wieder hier sein. Es ist einfach zu schön hier. Die Menschen sind freundlich und das Leben als Urlauber ist hier mehr als unkompliziert. In der Werbung würde man es „I am loving it“ nennen :-)

Zum Abschluss noch ein Foto mit dem 10,5mm Fisheye vom Balkon unserer Suite. Das sieht übrigens wilder aus als es ist. Schließt man die Türen ist es ziemlich ruhig hier oben.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-D 2.8/10,5mm

Gute Nacht liebe Freunde, morgen geht der Wettstreit “neu fett und teuer” gegen “alt abgewetzt und cool” weiter. Was für ein Wettstreit soll das denn sein fragt ihr euch jetzt vielleicht? Ganz einfach, es ist der Wettstreit – nehme ich die D800E oder die umgebaute D300 mit? Wie er ausgeht – wir werden es sehen…


Nikon D100 – Preiswerter Youngtimer II

Nach dem gestrigen Artikel zur neuen/alten Nikon D100 habe ich heute noch einige Fotos aus dieser schönen alten Kamera die gestern auf der “Suche nach dem Licht” entstanden sind.

Unsere Reise führt uns leider nicht mit den Motorrädern zum Café Fahrtwind bei Ahrbrück in der Eifel. Bei selbst gebackenem Mamorkuchen und heißem Kaffee geht es mit den wenigen anderen Gästen um Motorräder, die vor uns liegende Saison und immer wieder um das schlechte Wetter. Am späten Mittag verabschieden wir uns und ich bin erstaunt, dass heute nur Autos auf dem Parkplatz vor diesem schönen Bikertreff stehen. Im Schneetreiben geht es auch einsamen kleinen Straßen weiter in Richtung Bad Münstereifel. Zwischendurch sieht Sandra auf der rechten Seite ein großes UFO zwischen den Bergen. Es ist das Radioteleskop bei Effelsberg, das ist uns einen Abstecher wert.

Hier ein “Testbild” das die Qualitäten des billigen Nikon AF-S VR 18-55mm Objektivs zeigt. Die kahlen Äste des Baums im Hintergrund sind ganz klar abgebildet, es gibt keine Farbsäume, das ist überraschend gut!

(Alle Fotos 1000 Pixel breit oder hoch – Einfach anklicken)

Nikon D100 - AF-S VR 18-55mm

Auf halbem Weg bringt der kalte Wind unsere Augen zum tränen, die Schneeflocken hängen mir im Haar, ich habe nicht einmal eine Kaputze oder Mütze dabei. Ohne das gewaltige Teleskop gesehen zu haben kehren wir um und gehen zurück zum Auto. Mir ist kalt und ich verfluche innerlich alle Wettergötter, aber meine Sandra hat trotzdem gute Laune. Das ist mir ein Foto wert. Wieder einmal ist das kleine eingebaute Blitzlicht ein überaus praktischer kleiner Helfer.

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Später bei nach der RAW-Konvertierung bin ich überrascht wie viele Details diese mehr als 10 Jahre alte Kamera doch zum Vorschein zu bringen vermag. Nach einer “sanften” Schwarz-Weiss-Konvertierung gewinnt das Foto meiner gut gelaunten “Motorradbraut” zusätzlich an Ausstrahlung,

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Als wir schließlich in Bad Münstereifel eintreffen sind wir nicht schlecht überrascht, dass hier am Ostersonntag die Geschäfte geöffnet haben. In einem Outdoor-Laden finde ich drei farbenfrohe Hemden und ein paar richtig gute Wanderschuhe zum gemäßigten Preis. Zwischendurch gibt es trotz des Schneetreibens noch das eine oder andere Foto in diesem schönen kleinen Ort.

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Fazit

Letztlich war es doch noch ein schöner Oster-Ausflug, auch wenn die Motorräder weiterhin in der Garage auf den Frühling warten.

Meine neue/alte Nikon D100 war wieder ein leichter unauffälliger Begleiter. Im Outdoor-Laden fragte mich sogar ein älterer Mann “Ist die schon digital?” Ja ist sie und um einfach mal das eine oder andere Foto zu schießen ist sie völlig ok. Man kann sie immer im Auto dabei haben und muss ich keine Gedanken machen, dass man sie verlieren könnte oder zum Opfer eines Diebstahls wird. Und wenn es doch einmal passieren sollte, dann sind eben 150 Euro weg, was soll’s… Das ist billiger als jede Kameraversicherung und im Vergleich zu den Tagen an denen ich einen schweren Rucksack durch die Gegend geschleppt habe, entstehen trotzdem nette Fotos und ich bin am Ende des Tages deutlich entspannter.


Nikon D100 – Preiswerter Youngtimer

Nikon D100 - Front

Nach der Canon G2 war im Februar 2004 die Nikon D100 meine erste “richtige” Digitalkamera. Eigentlich war schon die neue D70 angekündigt, lieferbar war sie aber erst einige Monate später und weil ich es einfach nicht abwarten konnte, habe ich mir am Rosenmontag 2004 beim Bonner Cityfoto-Center für fast 2.000 Euro eine Nikon D100 mit ein wenig Zubehör gekauft. Im Sommer 2005 konnte ich sie an gleicher Stelle für knapp 1.000 Euro in Zahlung geben. Damit hat sie einen wesentlichen Beitrag zum Erwerb der damals ganz aktuellen Nikon D2x geleistet. Aber der Preisverlust innerhalb von nur 1,5 Jahren war schon gewaltig. Heute ist es mit der D2x ganz ähnlich. Von den Ursprünglich fast 5.000 Euro ist wenig geblieben. Gute gebrauchte Exemplare bekommt man aktuell für etwa 700 Euro!

Nikon D100 - Back

Die Nikon D100 basiert auf der analogen Nikon F80. Gehäuseabmessungen und Auslösegeräusch usw. sind sehr ähnlich. Wer diese Kamera in die Hand nimmt erkennt sofort, diese Kamera war die erste digitale Nikon die sich an Fotoamateure gerichtet hat. Ähnlich den Kameras der D1-Serie wurde hier noch ein recht kleines Display verwendet. Mehr gab es damals einfach noch nicht und gemessen an den Displays der aktuellen Kameras mutet dieses Mäusekino wie an Anachronismus an. Aber es verrichtet seinen Dienst und mehr Display braucht man eigentlich auch nicht. Das Auslöse-Geräusch der D100 ist wie bei der F80 recht unauffällig. Sie ist nicht besonders schnell und nach einigen wenigen RAW-Bildern ist der Pufferspeicher schon voll. Dann legt sie eine Pause ein bis die Daten auf die Compact-Flash Karte übertragen sind. Es werden Karten bis 2GB unterstützt. Dieses fassen etwa 200 unkomprimierte RAW-Bilder und man bekommt sie aktuell fast geschenkt. Der EN-EL3 Akku der D100 kann in den Ladegeräten der neueren Nikon D700, D300 usw. geladen werden. Auch funktionieren Akkus des Typs EN-EL3e aus der D300/D700 in der D100 ganz wunderbar. Brauchbare Ersatzakkus (EN-EL3) bekommt man bei ebay & Co. aktuell für etwa 8 Euro. CPUs oder ähnliches gibt gab es damals in den Akkus nicht. Man kann also alle Nachbauten verwenden. In modernen Kameras wie bspw. der D5100 wird man ausgeschimpft wenn man versucht einen Akku aus einer Nikon P700 einzusetzen. Sie haben die gleichen Abmessungen, aber einen digitalen “Kopierschutz” – und das nervt manchmal ganz heftig. Im Jahr 2004 war man bezüglich der Akkus bei Nikon noch etwas entspannter…

Die D100 kann RAW-Dateien verlustlos komprimieren. Man sollte sich aber genau überlegen ob man dieses Feature nutzt. Ist der Pufferspeicher voll, so dauert es echt lang bis die Bilder komprimiert UND auf die Speicherkarte verschoben wurden. Ich speichere daher bei der D100 immer unkomprimiert, das geht einfach schneller. Wer Speicherplatz sparen will, kann diese Komprimierung später an PC oder Notebook mit Nikon View oder Nikon Capture “nachholen”.

Im Jahr 2013 zählt die Nikon D100 inzwischen zum echt alten Eisen. Wirklich haben will sie kaum jemand mehr und die Preise für gut erhaltene gebrauchte Exemplare sind sehr niedrig. Was liegt da näher als sich für ganz kleines Geld solch einen Dinosaurier zu kaufen und zu schauen ob man damit im Jahr 2013 noch schöne Fotos machen kann? Auslöser war mein Artikel “Nikon D70 – I was so young” den ich vor ein paar Tagen publiziert habe. In der Folge war das Leserecho recht groß und es kamen einige Anfragen ob ich nicht genauer auf die Nikon D100 sowie die etwas neuere Nikon D70 eingehen kann.

In der letzten Woche habe ich dann bei ebay eine fast neuwertige Nikon D70 mit einem sehr schönen AF-S 18-75mm sowie eine fast neuwertige Nikon D100 ergattern können. Es waren noch diverse Speicherkarten, Akkus, Ladegeräte und ein Netzteil dabei. Alles zusammen hat inkl. Original-Kartons und Bedienungsanleitungen knapp 350 Euro gekostet. Herz was willst Du mehr :-)

Am gestrigen Samstag ging es dann bei fiesem Schneetreiben mit der Nikon D100 auf Motivsuche. Weil ich ein paar Wanderschuhe für die nächste Reise gesucht habe, hat es meine Freundin Sandra und mich zum Bonner Globetrotter verschlagen. Auf der anderen Straßenseite ist die BMW Motorrad-Niederlassung. Nach einem kleinen Schwätzchen mit den altbekannten Vertrieblern Herrn Hecker und Herrn Schnürle ging es von einem schönen Moped zum nächsten.

Hier nun eines der ersten Fotos aus meiner “neuen” Nikon D100, das so bunt ist wie eine Schüssel Ostereier und daher sehr gut zur aktuellen “Jahreszeit” passt…

Es ist die Bremsanlage einer BMW S1000RR mit knapp 200 PS. Ein Rennpferdchen das mehr als 300 km/h schnell ist und mit dem man sich in kürzester Zeit zu Tode fahren kann – wenn man vorübergehend das Hirn abschaltet… Alle Bilder sind mit dem billigen kleinen Nikon AF-S VR 18-55mm “Plastik-Objektiv” gemacht. Auch wenn Haptik und Mechanik dieser Linse eher billig sind, liefert dieses Objektiv doch immer wieder überraschend gute Bilder. Und speziell an der Nikon D100 ist man mit diesem Objektiv sehr gut bedient. Es ist billig, klein und leicht und beliefert den 6 Megapixel Sensor der Nikon D100 mit mehr als ausreichend vielen Bildinformationen.

Das Detail der S1000RR habe ich mit Photoshop CS5.1 aus einer RAW-Datei der D100 erstellt. Das geht angenehm schnell, denn die Dateien sind wirklich verglichen mit den Datenmengen einer Nikon D800 geradezu winzig. Anschließend habe ich noch ein leichtes Tonemapping angewendet und fertig ist das überaus detailreiche bunte Osterfoto :-)

(Alle Fotos sind 100 Pixel breit oder hoch – Einfach anklicken…)

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Hier nun ein Foto aus einer kleinen Serie bei der ich die D100 auf dem Boden abgestützt und den Bildausschnitt ohne durch den Sucehr zu schauen grob abgeschätzt habe. Von 8 Bildern war auf einem Bild der gewünschte Ausschnitt. Für die Aufhellung der Szenerie habe ich bei allen Bildern das sehr praktische kleine Blitzlicht mit Leitzahl 12 verwendet.

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Hier eine Detail eines Vorderrades einer BMW R1200GS.

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Das hier finde ich ganz witzig, ein Motorrad mit M + S Reifen – das gibt es wohl nur bei BMW – oder?

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Schließlich standen wir wieder einmal vor der BMW F800 in der Chris Pfeiffer Edition. Dieses Motorrad geht meiner Freundin Sandra schon seit mehr als einem Jahr im Kopf herum. Inzwischen ist es in gebrauchtem fast neuwertigem Zustand für knapp 8.000 Euro zu haben. Da könnte man glatt schwach werden, oder…

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nach der Motorrad-Stippvisite und unserer Shopping-Tour geht es nach Köln Rodenkirchen. Dort machen wir einen kleinen Spaziergang und gönnen uns in einem der schönen Rheinschiffe einen Kaffee und eine Waffel mit heissen Kirschen.

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Nikon D100 - AF-S VR 18-55

Fazit

Wieder daheim bin ich überrascht wie detailreich und schön die Fotos trotz des schlechten Wetters geworden sind. Zwar haben sie “nur” 3008 x 2000 RGB Pixel, aber für gute Ausdrucke im Format DIN A3 reicht das problemlos. Damit wären schöne ganzseitige Abdrucke in einer Fotozeitschrift ohne Verluste möglich. Verkleinert auf 1000 Pixel Kantenlänge erkennt man praktisch keinen Unterschied zu moderneren und wesentlich teureren Kameras. Die Nikon D100 ist klein, leicht und aktuell äußerst preiswert. Damit empfiehlt sie sich für alle die Urlaubsbilder ohne großen Anspruch machen möchten und die sich im Falle eines Verlustes durch Diebstahl & Co. nicht zu Tode ärgern wollen.

Für etwa 50,- Euro mehr  bekommt man die etwas modernere Nikon D70. Sie ist etwas kleiner und leichter als die D100 und beherrscht statt dTTL schon das modernere iTTL System zur Blitzbelichtungsmessung. Außerdem kann man die D70 wegen des speziellen Anti-Aliasing-Filters recht gut mit Infrarotfiltern benutzen. Die praxisgerechten Motivprogramme und eine USB 2.0 Schnittstelle (statt USB 1.1 bei der D100) runden die Nikon D70 ab.

Trotz allem ist mir die Nikon D100 irgendwie ans Herz gewachsen. Ich mag die Möglichkeit einen einfachen Drahtauslöser verwenden zu können. Außerdem gibt es eine Spiegelvorauslösung und einen sehr praktischen Batteriegriff. Die Motivprogramme mochte ich noch nie, aber sie sind für unerfahrene Fotofreunde durchaus praktisch. Weder die Nikon D100 noch die D70 können sich ernsthaft mit modernen Boliden wie einer Nikon D800E oder der seit einigen Tagen lieferbaren Nikon D7100 messen. Aber das müssen sie auch gar nicht. Diese Kameras haben inzwischen eine ganz andere Zielgruppe und der dramatische Preisverfall macht sie als Kamera für die Kids oder den Rucksackurlaub in unsicheren Gefilden interessant.


Rollei 35S – Fototour mit Ilford XP2

Rollei B35 - Ilford XP2

Der Kauf meiner kleinen Rollei 35S liegt nun schon ein paar Jahre zurück und nun gibt es den ersten Artikel zu dieser schönen kleinen Kamera. Aufmerksam wurde ich auf diese Kamera schon als kleiner Junge weil mein Onkel damals damit unterwegs war und viel Spaß damit hatte. Besonders witzig fand ich es damals, dass man das Objektiv in der Kamera versenken kann und dass es neben einem Belichtungsmesser keinerlei Hilfen für die Aufnahme seiner Fotos gibt. Nicht einmal einen Schnittbild-Entfernungsmesser hat dieses kleine in Singapur gefertigte Unikum zu bieten. Und um die Batterie für den Belichtungsmesser auszutauschen zu können, darf kein Film eingelegt sein, denn das Batteriefach ist innen in der Kamera. Auch ist der Spannhebel auf der falschen Seite. Ok, eigentlich gibt es keine “falsche Seite” – aber man ist es eben anders gewohnt. Auch werden die Filme im Vergleich zu ”normalen” Kameras anders herum eingelegt. Und wie bei der Nikon F muss die komplette Rückwand entfernt werden wenn man an den Film will.

Mit dieser Kamera zu fotografieren ist ein kleines Abenteuer. Aber wie diese Bilder zeigen, lohnt es sich durchaus sich mal mit dieser Kamera an einem Samstag durch Bonn zu laufen. Der Auslöser ist extrem leise und die Kamera so klein, dass man damit wunderbar unbemerkt fotografieren kann.

(Alle Fotos wieder 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

Rollei B35 - Ilford XP2

In die Kamera habe ich nach längerer Zeit mal wieder einen einen Ilford XP2 eingelegt. Das ist ein Schwarz-Weissfilm der im C41-Prozess preiswert in einem Großlabor entwickelt werden kann. Selbst kann man ihn eher nicht entwickeln und er eignet sich damit sehr gut für “faule Analogfans”. Mit ISO-400 ist es recht lichtempfindlich und zugleich wunderbar feinkörnig. Der Tonwertumfang ist sehr hoch und die Grauabstufungen ganz wunderbar. Wer will kann eine Push-Entwicklung machen lassen. Dazu muss er den Film nur mit ISO-800 oder gar ISO-1600 belichten und dies auf der Entwicklungstüte vermerken. Den Rest erledigt dann ein gutes Fachlabor!

Rollei B35 - Ilford XP2

Wenn man sich diese beiden Fotos anschaut bekommt man richtig “Bock auf Grau”. Mir jedenfalls geht das so :-)

Rollei B35 - Ilford XP2

Vor einem Geschäft gab es eine Holzkiste mit verschiedenfarbigen Wollknäulen. Schaut man sich dieses Foto genauer an so fällt auf wie scharf das Sonnar 2.8/40mm seine Motive auf den Film zu bannen vermag.

Rollei B35 - Ilford XP2

Beim nächsten Foto sieht man sehr schön, dass das leichte Weitwinkel fast verzerrungsfrei arbeitet. Alle Häuserfassaden stehen wunderbar gerade und der XP2 vermag selbst die krassen Helligkeitsunterschiede zwischen der schwarzen Kleidung der Passanten und den hellen Winterwolken komplett einzufangen. Wie schrieb einst Ken Rockwell zum Thema “Analoge Fotografie” – HDR is included – Recht hat er!

Rollei B35 - Ilford XP2

An den Markständen kann man immer mal schnell einen unbemerkten “Schuss” landen.

Rollei B35 - Ilford XP2

Und wenn man doch einmal wie hier “erwischt wird”, dann grinsen die meisten Menschen angesichts dieses kleinen Fotogerätes ein wenig ungläubig.

Rollei B35 - Ilford XP2

Auch Gegenlichtsutiationen meistert das mehrfach vergütete Objektiv der Rollei ganz ausgezeichnet.

Rollei B35 - Ilford XP2

Hier ein “Schuss” von der Treppe des Bonner Rathauses in Richtung Stadthaus. Obwohl weit weg kann man die Fenster in der Fassade des Stadthauses klar erkennen.

Rollei B35 - Ilford XP2

Und noch ein Bild mit “weitem” Winkel über den Marktplatz. Man beachte wie schön gerade die Häuser stehen. Nichts ist krumm oder schief, das hätte ich von dieser kleinen Kamera nicht erwartet. Einmal mehr verstehe ich warum mein Onkel damals schon soviel Spaß an dieser Kamera hatte.

Rollei B35 - Ilford XP2

Rollei B35 - Ilford XP2

Hier ein Blick hinauf zur Uhr die sehr schön in die frisch renovierte Fassade des Bonner Rathauses integriert ist.

Rollei B35 - Ilford XP2

Auf der Treppe unterhalb der Uhr hat mich dann dieses kleine Mädchen gefragt ob ich sie nicht fotografieren will. Ihr kleiner Bruder wollte scheinbar nicht so recht, aber sie hat ihn einfach überrumpelt :-)

Rollei B35 - Ilford XP2

Rollei B35 - Ilford XP2

Rollei B35 - Ilford XP2

Nun einige Fotos meiner Freundin Sandra. Jetzt wird es etwas schwieriger. Bei vollständig geöffneter Blende und abgeschätzter Entfernungseinstellung versuche ich mich mal mit einer leichten Unschärfe des Vorder- und Hintergrundes. Es ist nicht so ganz gelungen, aber sobald es wieder etwas wärmer wird können wir da ja mal üben :-)

Rollei B35 - Ilford XP2

Auf dem nächsten Bild sitzt die Schärfe perfekt, hier war die Blende auch auf F8 geschlossen. In Verbindung mit dem sehr lichtempfindlichen Filmmaterial sind so Belichtungszeiten von 1/500s möglich, was sehr zur guten Qualität der Fotos beiträgt.

Rollei B35 - Ilford XP2

Hier noch ein Foto des Bonner Rathauses. Aufgrund der niedrigen Aufnahmeposition wurde es nach oben schmaler, einer normaler Effekt den es bei allen Kameras gibt die kein teures Shift-Objektiv oder ähnliches haben. Ich habe das Rathaus mit Photoshop etwas gerade gerückt und so die perspektivische Verzerrung etwas abgemildet. In einer Dunkelkammer hätte man am Vergrößerungsobjektiv eine sehr kleine Blende eingestellt und das Fotopapier etwas schräg darunter abgelegt. Vieles was man heute für Photoshop-Hexerei hält, konnte man schon vor 100 Jahren mit etwas Grips und Verstand erledigen :-)

Rollei B35 - Ilford XP2

Und noch ein Foto mit offener Blende. Wieder liegt die Schärfeebene ganz leicht daneben. Ganz links im Bild der Reißverschluß, der ist scharf abgebildet aber Sandras Gesicht ist vielleicht 5cm zu nah an der Kamera. Für solche “Spielereien im Nahbereich” ist diese Kamera also nur recht eingeschränkt geeignet. Vielleicht sollte ich beim nächsten Shooting mal einen Zollstock mitnehmen :-)

Rollei B35 - Ilford XP2

Nun folgen einige Details den “Bonner Münster”. Beide Bilder sind voll in den hellen Himmel geschossen und dennoch sind alle Tonwerte herrlich fein abgestuft. Auch der Belichtungsmesser hat hier sehr gut funktioniert, respekt!

Rollei B35 - Ilford XP2

Rollei B35 - Ilford XP2

Direkt vor der Bonner Hauptpost steht dieser Kollege hier. Wer kennt ihn nicht, Ludiwg von Beethoven, der wahrscheinlich bekannteste Sohn dieser Stadt.

Rollei B35 - Ilford XP2

Und nun zwei Fotos die mir persönlich sehr gutgefallen. Ich nenne sie den “Spiegelschrank”. Eigentlich ist an diesem Schrank natürlich nichts verspiegelt, er steht hinter einer blitzsauber geputzten Schaufensterscheibe. und weil das Licht gerade günstig ist spiegelt sich die halbe Innenstadt in diesem Schaufenster. Das sieht so gut aus, das kann man sofort noch einmal im Hochformat wiederholen…

Rollei B35 - Ilford XP2

Rollei B35 - Ilford XP2

Und noch ein Versuch mit der “partiellen Schärfe”. Nun hat es endlich geklappt, das Gesicht dieser kleinen Bronzefigur ist scharf abgebildet, seine Hand und seine Schwester jedoch nicht. Es geht also doch!

Rollei B35 - Ilford XP2

Alle die vielen Fotos manchen richtig hungrig und so geht es ins Tuskolo hinter dem Bonner Münster. Ein ganz vorzügliches italienisches Restaurant. Auf dem Film sind noch ein paar Bilder, warum versuchen wir und nicht einmal an einer “Available-Light-Situation”? Gesagt getan, bei offener Blende uns 1/30s kann man mit dem Ilford XP2 fotografieren! Leider liegt nun aber die korrekte Schärfeebene nicht ganz korrekt auf Sandras Gesicht. Achtet man auf den Ring an ihrer linken Hand wird klar wo die Schärfeebene liegt, ich bin wieder etwa 5-10cm zu weit weg. Aber hier haben wir sogleich ein schönes Testfoto für das Bokeh (Hintergrundunschärfe) des Sonnar 2.8/40mm.

Rollei B35 - Ilford XP2

Fazit

Die kleine Rollei 35S ist ein tolles Fotogerät für den unbemerkte Aufnahmen und man kann damit sicherlich auch sehr ernsthafte fotografische Herausforderungen bewältigen. Sie funktioniert zu 100% vollmechanisch. Der Belichtungsmesser benötigt nur eine kleine Knopfzelle und über einen Zeiger an der Gehäuseoberseite kann man die korrekte Belichtung sehr gut abschätzen. Alles in allem macht das Fotografieren mit dieser Kamera großen Spaß und wird man “entdeckt” so nimmt es einem niemand übel, dass man ein fast unbemerktes Foto geschossen hat. Es ist ein Effekt wie bei kleinen Babies. Die grinsen immer ganz artig und lachen jeden an und wer kann ihnen dann schon böse sein?

Der Ilford XP2 ist ein toller Schwarz-Weiß-Film. Er kann kostengünstig und schnell in jedem Labor gemeinsam mit anderen Farbfilmen entwickelt werden. Im Gegensatz zum sehr ähnlichen Kodak BW-400 ist er nicht wie normale Farbfilme rot kaschiert. Man kann ihn also sehr gut in der heimischen Dunkelkammer verwenden um mit viel Gestank und Patscherei das eine oder andere schöne Papierbild zu erstellen. Wem das alles zu kompliziert ist, der scannt den Film einfach ein. Ich habe diese Scans mit einem EPSON Perfection Photo V700 bei 3200 DPI gemacht. Die Scandateien haben etwa 12 Megapixel und ist die Vorlage scharf und detailreich, so ist es der Scan ebenfalls. Sehr gut gefallen mir das ausnehmend feine Korn und die tollen Grauabstufungen dieses sehr einfach zu verarbeitenden Filmmaterials!

Mein Tipp für eines der nächsten Wochenenden:

Einfach die tolle Nikon D800 man im Schrank lassen, ein paar Ilford XP2 kaufen und mit Papas oder Opas schönen alten Kameras mal wieder auf Fototour gehen. Es macht ne Menge Spaß ist sehr ursprünglich und schärft hoffentlich den Blick für das Wesentliche, denn ganz billig ist dieser Spass leider nicht…


Nikon D7100 – Das perfekte Telezoom

In letzten Artikel habe ich Euch einige Beispiele zum von mir im DX-Bereich präferierten Nikon AF-S 2.8/17-55mm gezeigt. Heute soll das Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm an der Reihe sein. Dieses Objektiv gibt es inzwischen in einer neueren Version. Neben der neuen Vergütung auf der Basis von Nanokristallen ist die Auflösung an den äußeren Bildrändern etwas besser als beim älteren Modell. Außerdem konnte die Funktionsweise des VR verbessert werden, so dass mit der neueren Version etwas längere Belichtungszeiten aus der freien Hand möglich sind. Hier eine Fotos der ersten Version dieses Objektivs.

Nikon Nikkor AF-S VR 2.8/70-200mm

Wegen der besseren Daten der neueren Version sind in den letzten Monaten vermehrt Exemplare der ersten Baureihe von “Vollformat-Aufsteigern” verkauft worden. Wie ich meine aber zu Unrecht, denn auch das etwas ältere 2.8/70-200mm liefert bspw. an der Nikon D800E perfekte Bildergebnisse, entsprechende Beispiele findet Ihr in diesem Artikel. Hier ein Beispiel aus diesem Artikel.

(Alle Fotos wie immer 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

Nikon D800E mit Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm - Reitturnier Mainz Ebersheim - 2012

Wie schon im letzten Artikel erwähnt, machen sich die leichten Unschärfen an den Bildrändern im DX Format in keiner Weise bemerkbar. Damit ist das AF-S R 2.7/70-200mm der ersten Generation prädestiniert für die Nutzung mit der Nikon D7100. Von allen Telezoom-Objektiven mit vergleichbarem Zoombereich liefert dieses Objektiv die beste Auflösung und ist wegen des Nachfolgers inzwischen am Gebrauchtmarkt deutlich günstiger zu haben als das neuere Modell. Eine Alternative wäre noch das AF-S VR 4/70-200mm das Nikon vor einigen Monaten vorgestellt hat. Es ist weniger lichtstark und liefert in der Portrait-Fotografie ein weniger weiches Bokeh. Aber aufgrund von Preis und Gewicht ist es trotzdem ebenfalls eine Empfehlung für die Nikon D7100. Allerdings funktioniert der Einsatz mit einem Teleconverter aufgrund der größeren Ausgangsöffnung bei der 2.8er Variante deutlich besser. Das Sucherbild ist heller und der Autofokus ist bei wenig Licht mit der 2.8er Version deutlich treffsicherer.

Hier einige Portraits die ich mit dem AF-S VR 2.8/70-200 bereits vor einigen Jahren outdoor in Verbindung mit dem Nikon SB-900 als Fillflash aufgenommen habe.

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Wegen der hohen Lichtstärke funktioniert die Arbeit mit diesem Objektiv auch in Innenräumen mit gedämpftem Tageslicht ganz ausgezeichnet.

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Hier ein Foto das vor einigen Jahren auf der Essener Motorshow ganz spontan entstanden ist.

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Landschaftsfotografie mit dem Teleobjektiv, geht das überhaupt? Irgendwie erscheint es ein wenig paradox, denn gesonders das Thema “Landschaftsfotografie” wird gemein fast automatisch mit Weitwinkelobjektiven assoziiert. Wie ich meine zu Unrecht, denn gerade mit mittleren Telebrennweiten lassen sich in der Landschaftsfotografie einzelne Motive sehr schön vom Hintergrund separieren. Sei es durch das gezielte Spiel mit der Vorder- bzw. Hintergrundunschärfe oder durch die Nutzung des engen Blickwinkels, Teleobjektive verdichten den Raum und eröffnen im Vergleich zum Weitwinkel vollkommen andere Sichtweisen.

Dazu jetzt einige Beispiele die ich mit dem Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm (Generation 1) und einer Nikon D300 in der Nähe von Page in Arizona aufgenommen habe. Beim ersten Bild regiert die “Diagonale” den Bildaufbau. Das Hauptmotiv ist dekorativ ins linke Drittel des Bildes gerückt.

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Hier nun eine andere Sicht auf diesen schönen Hoodoo (White Ghost). Bei diesem Foto sehen wir eine gewollte deutliche Unschärfe im Vordergrund. Die Schärfe liegt auf dem Hoodoo und wie beabsichtigt nimmt die Schärfe im Hintergrund leicht ab. Dadurch ist der Hoodoo schön freigestellt und der Betrachter erkennt instinktiv worum es in diesem Foto geht.

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Jedoch fehlt dem Bild trotzdem etwas, es gibt keinen Maßstab. Der Hoodoo könnte 50cm klein oder 10 Meter groß sein. Schauen wir uns die gleiche Szenerie in Verbindung mit einem Menschen als “Maßstab” an.

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Wow, was für ein Unterschied – sofort wird klar, dieser Hoodoo ist wirklich ein waschechter weißer Riese :-) Und wir haben gelernt, dass es dem Betrachter eines Bildes hilft die Dimensionen zu erkennen, sobald ein Mensch auf dem Bild zu sehen ist.

Hier nun ein Beispiel aus dem Coalmine-Canyon. Wieder habe ich meinen Freund Wolfgang als “Maßstab” in das Bild integriert.

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Das Foto zeigt zugleich die Qualität dieser Linse im DX-Format. Weder sind die Bildränder abgeschattet noch gibt es Unschärfen an den äußeren Bildrändern. DX-Fotografen sind hier klar im Vorteil, sie nutzen das “Dicke vom Glas” und haben bei diesem Objektiv ein Brennweiten-Äquivalent von 105-300mm bei Blende 2.8 inkl. Bildstabilisator zur Verfügung!

Besonders das “Herauspicken” einzelner Details funktioniert mit diesem Objektiv sehr gut. Manchmal sagen kleine Details mehr aus als ein Foto das mit einem extremen Weitwinkel aufgenommen wurde.

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Werfen wir einen 100% Blick auf ein Detail dieses Bildes. Wir sehen hier, dass dieses Objektiv selbst feinste Details auf dem Chip der Nikon D300 sauber abzubilden vermag. Die neue Nikon D7100 verfügt über die doppelte Auflösung und das auch noch ohne Tiefpassfilter. Wer diesen Chip wirklich ausreizen will, der braucht ein Objektiv das mehr ist als ein “Flaschenboden in einer Kunststofffassung”. Neben der sehr guten Auflösung bietet das Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm auf einen perfekten Staubschutz für das Innenleben der verwendeten Kamera. Alles ist perfekt abgedichtet und selbst nach vielen Jahren und tausenden Fotos in der Wüste und anderen garstigen Orten funktioniert mein Exemplar noch immer wie am ersten Tag.

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Hier zwei weitere Beispielfotos mit je einem 100% Ausschnitt.

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Weiter oben habe ich schon geschrieben, dass sich mit leichten Telebrennweiten Landschaftsmotive etwas “kompakter” darstellen lassen. Nach den Details nun eine Landschaft im “Vollformat”…

_DSC2454

Hier nun eine ähnliche Perspektive aus dem AF-S 2.8/17-55mm.

Nikon AF-S 2.8/17-55- Example

Schauen wir uns nun zwei Fotos eines anderen Motivs an und überlegen wo die Unterschiede sind. Das erste Foto ist eigentlich ganz ok, es gibt eine schöne diagonale Linie die ins Bild hineinführt und das Hauptmotiv liegt dekorativ im linken oberen Drittel des Bildes. Aber geht das nicht auch besser?

Nikon AF-S 2.8/17-55- Example

Ich denke es geht VIEL besser, nämlich so wie in diesem Bild. Der tiefe Standpunkt und die kurze Weitwinkelbrennweite geben dem Bild einen ganz anderen Charakter. Außerdem bilden die Gräser einen klar definierten Vordergrund und die Wolken einen definierten Hintergrund. Aus der Mitte hebt sich nun sehr schön unsere Gesteinsformation ab und der trockene Baum erzählt seine ganz eigene Geschichte. Fotos wie dieses lassen sich mit dem AF-S VR 2.8/70-200mm allerdings NICHT aufnehmen!

Nikon AF-S 2.8/17-55- Example

Und damit wird einmal mehr deutlich, dass es Sinn macht mit mehreren Objektiven auf Fototour zu gehen. Sicher könnte man ein 18-300mm Suuuuperzooooomm verwenden, aber das halte ich an Kameras wie der neuen Nikon D7100 nicht für sinnvoll, da diese Objektive einfach alles können, aber nichts davon richtig!!

Wer in Canyons und engen Schluchten fotografiert ist meiner Meinung nach mit dem AF-S 2.8/17-55mm sehr gut bedient. Alternativ könnte man in diesen Situationen auch zum Tokina AT-X Pro 4/12-24mm oder dem 11-16mm Pendant greifen. Lange Brennweiten sind in diesen Situationen eher unpraktisch.

Nikon AF-S 2.8/17-55 - Example

Nikon AF-S 2.8/17-55 - Example

Fazit

Mit dem Nikkor AF-S VR 2.8/70-200mm gibt es ein bezahlbares Telezoom das für die Nutzung an der Nikon D7100 wie geschaffen ist. Dieses Objektiv ist bezahlbar, hat relativ kompakte Abmessungen, kann sehr gut mit dem 1.7er oder 2.0er Teleconverter verwendet werden, liefert exzellente Bildergebnisse und ist neben alle dem so robust gebaut wie ein Panzer.

Mein Tipp, verwendet diese geniale Linse NICHT mit einem billigen UC-Filter als Objektivschutz. Wer das tut schützt zwar die Frontlinse, verschenkt aber ein großes Stück der sehr guten Bildqualität. Ich setze den stabilen Objektivdeckel in der Regel so schnell wie möglich wieder auf das Objektiv und verwende es GRUNDSÄTZLICH mit der großen Gegenlichtblende. Damit ist die Frontlinse im Falle eines Sturzes gut geschützt. Für die Reinigung der Frontlinse verwende ich einen Blasebalg oder etwas Druckluft aus der Dose. Erst wenn alle Staubpartikel weggepustet sind lasse ich einen Lenspen an die Frontlinse. Auch schöne alte hunderfach gewaschene Taschentücher aus Baumwolle sind sehr gut für die Reinigung der Frontlinse geeignet.

Im Fotofachhandel findet man darüber hinaus einige Reinigungssets denen eine Reinigungsflüssigkeit für hartnäckige Verschmutzungen beiliegt. Einen UV-Filter würde ich als Schutz nur dann vor dieses Objektiv schrauben wenn es am Meer oder auf dem Wasser verwendet wird.

Ob man sich für die weniger lichtstarke 4.0er oder die neuere Generation des 2.8er entscheidet, das muss jeder mit sich und seiner Geldbörse abstimmen. Mein Favorit für die Nikon D7100 ist ganz klar die sehr gute preiswertere ältere Version, hier habe ich für Euch alle drei Kandidaten bei amazon.de herausgesucht…


Nikon D7100 – Das perfekte Objektiv

In diesen Tagen werden die ersten Exemplare der neuen Nikon D7100 an die Händler ausgeliefert. Dass eine Kamera immer nur so gut ist wie das Objektiv und der Fotograf der beides verwendet, das sollte jedem klar sein. Die Kamera allein macht keine guten Bilder und mit schlechten Objektiven lassen sich keine detailreichen scharfen Fotos erstellen. Doch welches Objektiv ist für die neue Nikon D7100 die “perfekte Linse”? Meiner Meinung nach ist das Angebot sehr guter DX Objektive recht gut, da man als DX-Fotograf auch alle FX-Linsen verwenden kann.

Am 3. März 2009 konnte ich gemeinsam mit meinem Freund Wolfgang das Coyote Buttes North Areal in Arizona besuchen. In meinem Rucksack hatte ich:

  • Nikon D300
  • Nikon F100 mit Fuji Velvia 50 und Kodak Ektar 100
  • Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm
  • Nikon AF-S 2.8/17-55mm
  • Nikon AF-D 2.8/10,5mm
  • Tokina AT-X PRO 4/12-24mm
  • Lensbaby II

All diese Objektive ermöglichen Fotos in allerbester Qualität, das Lensbaby vielleicht ausgenommen. Es hat andere Qualitäten, aber später mehr dazu…

(Alle Fotos sind 1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken…)

Nikon AF-S 2.8/17-55mm IF-ED

Heute ist mir bei der Sichtung der mittlerweile 4 Jahre Bildergebnisse wieder einmal aufgefallen, dass ich auch bei diesem Trip die überwiegende Zahl der Fotos mit dem famosen Nikon AF-S 2.8/17-55mm aufgenommen habe. Dieses Objektiv ist einfach perfekt und neben der überragenden optischen Qualität auch noch “robust wie ein Panzer”.

Wer sich eine Nikon D7100 gönnt und auf der Suche nach dem absolut perfekten Midrange Zoom Objektiv ist, der kommt an dieser Linse nur sehr schwer vorbei. Wer zusätzlich ein sehr gutes Weitwinkel-Zoom sucht, der ist mit dem Tokina 4/12-24 oder auch der 11-16mm Variante sehr gut bedient. Wer ein Fisheye für die D7100 sucht, dem sei das wunderbare Nikon AF-D 2.8/10,5mm sehr empfohlen. Im Telebereich liefern sowohl das etwas ältere AF-S VR 2.8/70-200 als auch die neuerer Version perfekte Bildergebnisse. Eigentlich sind es FX-Objektive und so gibt es bei der D7100 weder Probleme mit Randunschärfen oder unschönen Vignettierungen der Bildränder. “Wer im DX-Bereich mit FX-Linsen fotografiert, der verwendet nur das Gute der eingebauten Gläser, also nur das dicke Glas aus der Mitte!!!” – Mit diesen Worten hat das mal ein guter Freund auf den Punkt gebracht und Recht hat er!

Schauen wir uns einige Fotos an die mit dem AF-S 2.8/17-55 mm und der Nikon D300 im März 2009 in der berühmten “Wave” in Arizona entstanden sind.

Das erste Foto besticht nicht gerade durch gute Farben und überragende Schärfe. Wie kommt das? Ganz einfach, hier habe ich absichtlich eine recht schludrige RAW-Konvertierung mit Snapseed durchgeführt. Dieses Beispiel soll zeigen, dass das wirklich gute Foto auch bei der Nikon D7100 nicht wie von allein auf der Speicherkarte landet. Wer wirklich perfekte Bildergebnisse mit der D7100 erzielen will, der kommt neben der richtigen Aufnahmetechnik und den perfekten Objektiven um die Arbeit im RAW-Modus und die anschließende Konvertierung nicht herum.

Auf diesem Fotos kann man übrigens das Areal rund um “The Wave” schon in der Ferne erkennen. Es liegt im V-förmigen Einschnitt an der oberen Bildmitte.

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Hier zum Vergleich ein korrekt konvertiertes RAW-Bild das nur wenige Augenblicke später bei gleichem Licht entstanden ist. Zwischen diesen beiden Fotos liegen Welten, oder?

Hier nun eine Reihe von Fotos dieses wunderschönen Trips. Alle Fotos enthalten die vollständigen EXIF-Daten. Wer sich für die Details interessiert kann, der kann dort alles nachlesen.

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Hier jetzt ein Fotos das ich mit dem Lensbaby II aufgenommen habe. Es gibt mir bei diesem Bild darum das Zentrum zu betonen und den Rest des Bildes in Unschärfe zu hüllen. Sieht man genau hin, so fällt die sehr gute Schärfe im Zentrum des Bildes auf, währen die Ränder leicht unscharf abgebildet werden, Dieser Effekt ist bei Nutzung des Lensbaby II im FX-Format übrigens deutlich ausgeprägter!

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Hier jetzt ein Foto das ich bei Blende 11 und 19mm Brennweite mit dem Tokina AT-X Pro 4/12-24mm aufgenommen habe. Es ist scharf bis in das letzte Sandkorn hinein und lässt keinerlei Wünsche offen. Auch an der neuen Nikon D1700 wird dieses Objektiv stets ein verlässlicher Partner sein!

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Hier nun ein Foto im Hochformat das ich mit dem Nikon AF-D 2.8/10,5mm Fisheye aufgenommen habe. Eigentlich war es krumm wie eine Banane, aber die automatische Objektivkorrektur von Adobe Camera RAW 6.7 hat das Bild wunderbar entzerrt und so entsteht ein sehr schöner für extrem kurze Brennweiten typischer “Sogeffekt” mit nahezu unendlicher Tiefenschärfe.

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Zum Vergleich noch eine ähnliche Perspektive die mit dem AF-S 2.8/17-55mm bei 23mm Brennweite aufgenommen ist. Man erkennt den Schärfeabfall zum Hintergrund. Dies ist auf die eingestellte Blende 5,6 zurückzuführen und ist durchaus als gestalterisches Mittel gedacht, auch DX-Kameras bieten durchaus Spielraum für die kreative Nutzung der Hyperfokal-Distanz!

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Fazit

DX-Kameras gehören noch lange nicht zum alten Eisen und mit dem AF-S 2.8/17-55mm IF-ED hat Nikon ein Midrange Zoomobjektiv im Programm das sich mit Festbrennweiten von ZEISS & Co. durchaus messen kann. Wer ein sehr hochwertiges “Immerdrauf” für seine neue Nikon D7100 sucht liegt mit dieser Linse genau richtig.

Aktuell gibt es dieses Objektiv bei amazon.de zum Preis von 1242,- Euro zu kaufen.


Nikon D300 – Delicate Sunset

Oft ist es spannend und “ertragreich” auf einer der vielen externen Festplatten in alten Fotos zu stöbern. Mir ist dabei heute eine Reihe von Fotos ins Auge gesprungen die noch in Form von RAW-Dateien seit April 2010 auf einer externen Festplatte darauf gewartet haben endlich entdeckt zu werden. Die Fotos sind am 22. April 2010 im Arches Nationalpark entstanden. Morgens habe ich mich mit meiner D2x auf die Nase gelegt, wobei sie schwer beschädigt wurde. Die Reparaturkosten betrugen fast 1.000 Euro und als wenn ich es geahnt hätte, hat mir dieser dumme Sturz fast den Tag verdorben.

Aber man darf sich nicht unterkriegen lassen und so bin ich dann zum Sonnenuntergang einmal wieder hinauf zum Delicate Arch gestiegen. Die D2x hatte ich im Adventure Inn in Moab zurück gelassen. Sie hat noch funktioniert, aber der Autofokus war beschädigt und das Gehäuse hatte einen tiefen Riss – damit wollte ich das Schicksal nicht erneut herausfordern.

(Alle Foto sind 1000 Pixel breit, einfach anklicken…)

Nikon D300 - Delicate Arch

Zum Sonnenuntergang treffen sich tagtäglich wirklich viele Fotofreunde am Delicate Arch ein. Der Aufstieg ist etwas beschwerlich, aber diese Location ist einzigartig und der Delicate Arch ist vielleicht der schönste natürliche Gesteinsbogen den unser Planet zu bieten hat. Besonders schön sieht er im letzten Abendlicht aus wenn ihn das warme Licht der untergehenden Sonne für einige wenige Minuten rötlich aufleuchten lässt bevor sie hinter den Felsen versinkt die den Delicate Arch nach Westen hin umgeben. Sehr schön ist es, wenn die Gipfel der La Sal Mountains im Hintergrund noch mit dem Schnee des Winters bedeckt sind.

Doch nicht nur aus dieser “klassischen Perspektive” sieht der Deliate Arch gut aus. Wie bei allen Motiven lohnt es sich auch hier das Areal ein wenig zu erkunden und den heimlichen Star des Arches Nationalparks aus ungewöhnlichen Perspektiven abzulichten.

Nikon D300 - Delicate Arch

Ich spiele immer wieder gern mit dem Weißabgleich. Normaler Weise bin ich immer auf der Such nach den “korrekten Farben”, aber bei Fotos im letzten Abendlicht sollte auch mal erlaubt sein was gefällt. In den leider fast vergangenen Zeiten der analogen Fotografie halfen Fotografen aus aller Welt durch die Wahl des Filmmaterials und den Einsatz farbiger Cokin-Filter der Stimmung ihrer Fotos ein wenig auf die Sprünge. Im Zeitalter der digitalen Fotografie ist das meist nicht mehr notwendig. Heutzutage ist ein stabiles Stativ und eine Kamera die Belichtungsreihen beherrscht viel wichtiger. Selbst extreme Tonwertunterschiede bekommt man so in den Griff und die Ergebnisse sind häufig ganz erstaunlich, beinahe übernatürlich. Manch einer mag das ablehnen, aber letztlich geht es in der Landschaftsfotografie darum den einen oder anderen Hingucker zu erstellen. Und wenn HDR, DRI und Co. dabei helfen, warum nicht?

Hier einige weitere Fotos dieses schönen Abends am Delicate Arch in Utah.

Nikon D300 - Delicate Arch

Nikon D300 - Delicate Arch

Nikon D300 - Delicate Arch

Nikon D300 - Delicate Arch

Nikon D300 - Delicate Arch

Nikon D300 - Delicate Arch

 

Fazit

Das Kramen in alten Fotos macht immer wieder Spaß und fördert oft Erstaunliches zu Tage. Als die Nikon D300 im Jahr 2007 erstmals die Regale deutscher Fotogeschäfte zierte, war sie das heißeste Eisen das man sich für Geld kaufen konnte. Inzwischen musste sie diesen Rang an die Nikon D800E abtreten. Aber tolle Fotos kann man mit dieser Kamera auch im Jahr 2013 noch machen. Wer sich bislang keine digitale semiprofessionelle Kameras leisten konnte, der wird in den kommenden Wochen am Gebrauchtmarkt viele sehr gute erhaltene Exemplare finden die dort preiswert verkauft werden um die Geldbörsen für den Kauf der einen oder anderen Nikon D7100 zu füllen. Für 600 bis 700 Euro sollte sich dann eine Nikon D300 “besorgen” lassen und glaubt mir, mit dieser Kamera könnt Ihr noch viele Jahre lang eine Menge Spaß haben – Alteisen sieht anders aus!


Nikon D300 – Fotosafari in Utah

Im Sommer 2007 habe ich meine famose Nikon D2x mit einer Nikon D300 ergänzt. Der zusätzliche MB-D10 Batteriegriff und der ebenfalls zusätzliche Nikon BL-3 Adapter ermöglichten die Nutzung des riesigen EN-EL4 Akkus sowohl in der D2x als auch in der D300. Schnell war noch ein weiterer EN-EL4 gekauft und los ging es mit zwei Kameras. Weil sie etwas besser bei der Auflösung feinster Details ist und im Gegenzug bei ISO-100 die etwas besseren Bilder liefert, war die D2x meist mit AF-S 2.8/17-55mm Midrange-Zoom bestückt.  Die “normale” ISO-Empfindlichkeit der D300 ist mit ISO-200 doppelt so hoch wie bei der D2x und die Bildfolge ist im 12-Bit RAW-Modus mit angesetztem EN-EL4 mit satten 8 B/s wirklich schnell. Daher hatte ich die D300 meist mit dem famosen Nikon AF-S VR 2.8/70-200 bestückt. Als es dann im Frühjahr 2009 für ganze sechs Wochen im Südwesten der USA ging, musste die D2x aber trotzdem daheim bleiben. Zusätzlich zur D300 hatte ich damals noch eine Nikon S600, eine Nikon F5 und eine Nikon F100 im Gepäck. Es war ein ziemlicher Wahnsinn, die Fotoausrüstung wog fast mehr als der Rest meines Gepäcks, da war für die D2x einfach kein Platz mehr.

Am Ende der Rückreise habe ich mein Gepäck noch schnell mit der Nikon S600 abgelichtet und so sah das damals aus…

Nikon D300 - USA South West - 2009

Diese Zeiten sind inzwischen vorbei, damals habe ich gemerkt, dass man eh nicht parallel mit mehreren Kameras fotografieren kann. Zusätzlich zur D300 noch einmal fast jedes Motiv parallel auf Fuji VELVIA-50 oder Kodak EKTAR-100 abzulichten, das erspare ich mir mittlerweile. Heutzutage geht es entweder komplett “analog” auf Tour oder eben nur mit einer digitale Kamera im Rucksack.

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Wenn es das nächste mal in die USA geht, wird die D800E im Fotorucksack sein und zusätzlich die sehr gute Panasonic HC-X909 Videokamera. Dann noch ein paar Objektive und fertig. Mehr braucht man im Jahr 2013 eigentlich nicht mehr. Auch bei den Objektiven werde ich ausdünnen, das AF-S VR 5/16-35, das AF-S 2.8/24-70 und das AF-S VR 2.8/70-200 werde ich einpacken.

Im Jahr 2009 war das noch anders und ich habe damals sehr lange hin und her überlegt was ich mitnehmen soll. Rückblickend wäre ich allein mit der Nikon D300 sehr gut ausgerüstet gewesen. Diese Kamera ist schnell und robust, sie ist flexibel und die Bildqualität läßt zumindest bei niedrigen ISO-Werten kaum Wünsche offen. Läßt man den MD-D10 Batteriegriff im Auto, so spart man Gewicht und die Kamera macht trotzdem noch gute Fotos…

Nikon D300 - USA South West - 2009

“Never hike alone” – diesen Hinweis findet man im Südwesten der USA immer wieder. Ich war meist mit meiner D300 ganz allein auf abgelegenen Pfaden unterwegs und immer wenn ich mal wieder ein verendetes totes Tier fand hatte ich ein ungutes Gefühl. Passiert ist mir letztlich nichts, ich war auch nicht besonders wagemutig und habe nach einigen Wochen begonnen mich jeden Tag an Rezeption abzumelden und auf einem Zettel zu hinterlassen wohin es gehen soll.

Nikon D300 - USA South West - 2009

Die schönen Foto-Locations im Südwesten der USA sind teilweise sehr einfach zu erreichen, wie beispielsweise der Horse-Shoe-Bend bei Page in Arizona. vom Parkplatz aus läuft man ein paar hundert Meter über eine Sanddüse und schon sieht man diese mächtige Schlucht in der man den Kölner Dom gleich mehrfach verschwinden lassen könnte…

Nikon D300 - USA South West - 2009

Rund um Page hat Arizona mit  The Wave, White Pocket, Lake Powell, Antelope Canyon usw. viele tolle Fotomotive zu bieten. Trotzdem zog es mich nach einiger Zeit in Richtung Utah. Monument Valley, Arches National Park, Canyonlands National Park das sind einige der Highlights die von der Mehrzahl der Touristen besucht und systematisch abfotografiert werden. Doch besonders abseits der Touristenströme gibt es viele tolle Sachen zu entdecken. Mein Freund Wolfgang hat mich damals für ein paar Tage in den USA besucht und gemeinsam haben wir einige Touren in der Nähe von Escalante in Utah unternommen. Dort gibt es die wunderbare “Hole in the Rock Road” oder auch HITRR genannt. Diese Off-Road Piste ist eine harte Prüfung für jeden Pneu der vielen Geländewagen die dort tagtäglich ihre langen Staubfahnen hinter sich her ziehen.

Gleich zu Beginn der HITRR gibt es auch der rechten Seite ein Areal mit dem schönen Namen Devils Garden. Dort gibt es viel zu sehen und man kann sich dort schon mal einen Tag oder länger aufhalten.

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Etwas weiter in Richtung Nord-Osten haben wir damals geparkt und sind den Wegpunkten auf Wolfgangs Garmin Colorado 300 gefolgt. Unser Ziel waren die Moqui-Marbles etwas oberhalb des Zebra-Canyons und natürlich auch dieser wunderschöne Canyon selbst.

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

In den darauf folgenden Wochen ging es mehrere tausend Meilen weit kreuz und quer durch den Süd-Westen. Immer auf der Suche nach schönen Locations war die Nikon D300 mein stetiger Begleiter. Wenn ich mir rückblickend die Fotos anschaue die ich damals mit dieser Kamera aufgenommen habe, so bin ich immer wieder erstaunt über den Tonwertumfang und das was sich mit einigen wenigen Klicks aus den RAW-Dateien herausholen läßt.

Hier noch einige weitere Beispiel-Fotos die ich 2009 in Utah aufgenommen habe.

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Fazit

In den letzten 6 Jahren habe ich mit der Nikon D300 viele Reisen und zig tausend Fotos bestritten. Sie war bis heute nicht ein einziges Mal zur Reparatur und nach dem Umbau auf Infrarot 803nm (Nanno-Meter) werde ich sie wohl noch viele Jahre mit Begeisterung benutzen. Die neue Nikon D800E liefert bei dreifacher Auflösung und besserem ISO-Rauschverhalten eine nochmals drastisch bessere Bildqualität. Aber man muss auch den Preis dieser Kamera bedenken. Wer ein preiswertes zuverlässiges robustes Arbeitsgerät sucht und selten Prints anfertigen läßt die größer als 60×90 cm sind, der ist auch im Jahr 2013 mit der Nikon D300 oder der etwas neueren Nikon D300s noch sehr gut bedient.


Nikon D300 – Die ersten Infrarotfotos

Dass ich meine meine frisch auf Infrarot 830nm umgebaute Nikon D300 abholen konnte, ist jetzt schon ein paar Tage her. Wegen der vielen Arbeit und des schlechten Wetters ist es bislang auch nur bei einigen ersten Testfotos meines Ceran-Kochfeldes geblieben. Heute sollte sich das endlich ändern!

Nachdem meine kleine Mainzer Wohnung aufgeräumt und ein wenig geputzt war ging es gegen Mittag los in Richtung Bonn. Auf dem Beifahrersitz lag endlich mal wieder ein Fotorucksack. Im Rucksack meine Nikon D300 die jetzt statt des Anti-Aliasing-Filters einen Infrarotfilter hat, der langwelliges Licht ab einer Wellenlänge von etwa 830 Nanometern passieren lässt. So “richtig Infrarot” ist das natürlich noch nicht – aber es ist mit dem vergleichbar was man früher sehr aufwändig mit Infrarot-Filmmaterial fotografieren konnte.

Das Wetter ist recht freundlich und das Thermometer zeigt lässige 17 °C. Mit geöffnetem Dach geht es mit meinem kleinen Zweisitzer über die B42 am Rhein entlang. Kurz hinter Rüdesheim kommt dann der Binger Mäuseturm in Sicht. Ganz in der Nähe ist ein Parkplatz und so kann ich die ersten Fotos aufnehmen. An der Nikon D300 ist seit dem IR-Umbau das famose Nikon AF-S 2.8/17-55mm Zoom-Objektiv montiert. Dieses Objektiv eignet sich für die Infrarot-Fotografie wirklich sehr gut. Und es ist verblüffend wie viel Licht der Chip meiner D300 trotz des sehr dichten Infrarotfilters doch noch konsumieren kann. Bei ISO-200 kann ich mit Blende 5,6 und 1/125s frei aus der Hand fotografieren – das ist wirklich beeindruckend!

Mit meiner D800E und einem auf das Objektiv geschraubten IR720 muss ich bei ISO 200 und Blende 5,6 an Tagen wie diesem (um mal eine Zitat der Toten Hosen zu verwenden) etwa 15 – 30 Sekunden lang belichten! Der Komfortgewinn durch den nun direkt vor dem Chip der Kamera befindlichen IR-Filter ist ganz außerordentlich. In vielen Situationen kann man sogar den Belichtungsmesser verwenden. Meist muss man ihn an die aktuelle Lichtsituation anpassen indem man ihn mit der +/- Taste “kalibriert”. Danach kann man den Ausschnitt ändern und der Belichtungsmesser übernimmt den Rest. Heute muss ich den Belichtungsmesser um +2 EV korrigieren. Dass das überhaupt notwendig ist liegt daran, dass der Chip der D300 jetzt praktisch farbenblind ist, aber der Belichtungsmesser leider nicht! Damit der Belichtungsmesser verlässliche Werte liefert die zur nun geänderten Empfindlichkeit des Sensors passen, müsste man auch den Belichtungsmesser mit einem identischen Infrarot-Filter bestücken. Das klappt aber leider nicht, weil bei allen Versuchen die gläserne Abdeckung des Belichtungsmessers zu entfernen diese bisher stets zerstört wurden!

Wer seine Kamera also im “Hard-Core-Verfahren” auf Infrarot umrüsten lässt, der muss damit leben, dass die Belichtungsmessung gelegentlich mal ganz kräftig daneben liegt. Aber mit ein wenig Übung und der Nutzung des +/- Korrekturknopfes bekommt man auch das in den Griff.

Hier mein erstes Testfoto mit dem Nikkor AF-S 2.8/17-55mm… (Alle Fotos sind 1000 Pixel breit – einfach in neuem TAB öffnen…)

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Da man den Binger Mäuseturm hier nur im Hintergrund erahnen kann, nun ein Vergleichsbild das mit dem Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm entstanden ist. Ein Stativ hatte ich zwar dabei, aber es war heute nicht notwendig und das ist der eigentliche Knaller an diesem Kameraumbau!

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Hier sehen wir den Binger Mäuseturm nun etwas größer. Die Sonne schien zwischendurch mal ganz kurz zwischen den Wolken hindurch und prompt sehen die blattlosen Bäume rechts neben diesem witzigen Bauwerk sofort ganz nett aus.

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Auf der gegenüberliegenden Rheinseite ist rechts oben zwischen den Weinreben eine sehr schöne alte Burgruine. Hier habe ich mal ein Foto das ich mit Snappseed aus einem RAW-Bild erstellt habe. Es muss also nicht immer Photoshop oder Nikon Capture NX sein – das billige kleine Snapseed liefert sehr oft wirklich tolle Ergebnisse.

Und weiter geht die Reise. Entlang des Rheinufers reiht sich eine schöne alte Burg an die Nächste. Nicht umsonst ist dieser Teil des Rheins schon vor vielen Jahren zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt worden. Immer wieder halte ich kurz an und schieße mit meiner D300 und dem 2.8/70-200mm Telezoom ein Foto nach dem anderen. Und bereits bei der Sichtung der Ergebnisse im Auto wird mir klar, dass dieser Umbau letztlich doch eine gute Aktion war!

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Als ich Bonn erreiche scheint das diffuse Sonnenlicht sehr schön auf das Siebengebirge. Kurz vor Bad Godesberg kann man die B42 nach rechts verlassen und dann gleich vom Straßenrand aus einige wirklich schöne Blicke auf das Siebengebirge erheischen.

Hier habe ich nun drei Fotos des frisch restaurierten “Schloss Drachenfels” für Euch. Dieses tolle Gebäude ist gar nicht so alt wie es ausschaut. Es wurde von einem Bonner Bürger erbaut nachdem er an der Pariser Börse zu Geld gekommen war. Es war mehr ein protziges Ego-Bauwerk als ein Heim für sich und seine Familie. Wirklich bewohnt hat er es indes nie und erst viele Jahre nach dem zweiten Weltkrieg hat der skurrile Millionär Paul Spinat dieses Gebäude mit Leben erfüllt. Legendär waren seine Play-Back-Konzerte an der Pfeifenorgel und sein goldfarbener Rolls-Royce! Diese Nobelkarosse war das Markenzeichen des 1989 verstorbenen Textilfabrikanten, der das Schloss 1971 zum Preis von 500 000 Mark gekauft und anschließend vor dem endgültigen Verfall gerettet hatte.

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Schaut man sich diese beiden Fotos an, so fällt auf, dass eigentlich nichts auffällt. Man kann die Infrarot-Fotos aus der umgebauten D300 sowohl mit Nikon Capture NX als auch mit Photoshop CS 5 und dem integrierten Adobe Camera RAW entwickeln. Egal wie, die Ergebnisse können sich sehen lassen!

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Nikon D300 - Infrared - Infrarot - 830nm

Fazit:

Der Umbau meiner mittlerweile ziemlich abgegriffenen Nikon D300 war mit 529,- Euro nicht ganz preiswert, aber scheinbar doch jeden Euro-Cent wert! Ich bin wirklich begeistert von den Ergebnissen und der enormen Geschwindigkeit mit der ich nun recht abgefahrene Schwarz-Weiß-Bilder erstellen kann. Mit der Nikon D800E hätten die Fotos eine höhere Auflösung, aber ich müsste jedes Mal ein Stativ aufstellen und es würde mich immer wieder mehrere Minuten  kosten auch nur ein Bild korrekt zu fokussieren und zu belichten.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass beim Umbau eine Korrektur des Autofokussystems durchgeführt wurde. Was genau dort gemacht wurde ist aber eher ein Betriebsgeheimnis. Aber egal, letztlich zählt das Ergebnis und damit bin ich für heute sehr zufrieden.


Nikon FM3A – Richtig scannen

Die Nikon FM3A wurde von 2001 bis 2006 hergestellt und ist für viele traditionsbewusste Fotofans bis heute die Krönung der vollmechanischen Spiegelreflexkameras. Bereits 1982 hatte Nikon mit der FM2 – in die ein Seiko-Verschluß eingebaut war – einen Weltrekord mit einer vollmechanisch gesteuerten kürzesten Verschlusszeit von 1/4000s aufgestellt. Die kürzeste Blitzsynchronzeit lag bei 1/200s, mit der FM2N wurde diese 1984 nochmals auf 1/250s verkürzt. Erst 7 Jahre später wurde der vollmechanische Verschluss der FM2 durch den einen gleichwertigen Hybrid-Verschluss der FM3A abgelöst der sich nun alternativ auch elektronisch gesteuert auslösen ließ. Damit ist den Nikon Ingenieuren eine Symbiose aus der famosen Nikon FM2 und FE2 gelungen. Außerdem sieht die FM3A nicht nur wirklich gut aus, sie gilt auch als überaus robust und zuverlässig. Geht ihr mal der Strom aus so ist das gar kein Problem, sie kann noch vollmechanisch betrieben werden. Bis heute ist die FM3A ein wirklich heiß begehrtes Sammlerobjekt und für neuwertige Exemplare werden nicht selten 1.000 Euro und mehr gezahlt.

Nikon Fm3a

Umso größer war meine Freude als ich ein solches Exemplar vor ein paar Tagen via ebay.ch bei einem Fotoladen in Genf sehr preiswert “abstauben” konnte. Manchmal gehört eben ein bisschen Glück dazu :-) In den nächsten Wochen werde ich ein Video zur FM3A aufnehmen und sie mit ihren Brüdern und Schwestern vergleichen. Heute soll es aber um die ersten Fotos gehen die ich mit der Nikon FM3A aufgenommen habe. Da die Nikon FM3A keine digitale Kamera ist, ist naturgemäß die Wahl des Filmmaterials für die Ergebnisse von entscheidender Bedeutung. Da aktuell in meinem Kühlschrank relativ viele Kodak T-MAX 100 sowie Kodak EKTAR-100 schlummern, habe ich mich bei der ersten “Fotoexkursion mit der FM3A für diese beiden Filme entschieden. Mit von der Partie waren ein einfacher Gelbfilter, ein Nikon AiS 1.8/50mm und ein Tokina MF 2.8/200mm. Der letzte Winter war der dunkelste Winter seit 40 Jahren und so hatten meine Freundin Sandra und ich auch kein wirklich schönes Licht als wir auf der Insel Grafenwerth bei Bad Honnef meine neue/alte FM3A ausprobieren konnten. Aber ein bedeckter Himmel liefert oft genau das weiche Licht das man für schöne Portraits haben möchte. Also schauen wir uns mal die ersten Fotos auf Kodakt T-MAX 100 an. Dieser SW-Film ist recht feinkörnig und liefert selbst bei Verwendung eines Gelbfilters sehr schöne feine Kontraste. Außerdem lässt der Gelbfilter das Gesicht meines “Models” etwas ebenmäßiger aussehen.

Nikon_Fm3a_AiS_18_50mm_TMAX_100007

Gleich beim ersten Bild sehen wir schon das schöne Bokeh des eigentlich recht ordinären AiS 1.8/50mm “Normal-Objektives”. Das obere Foto habe ich bei Blende 2.8 mit Zeitautomatik aufgenommen. Unschöne Vignettierungen gibt es nicht und das Gesicht meiner Freundin Sandra ist sehr scharf abgebildet. Vergrößert auf das richtige Fotopapier würde das ein schönes Portrait abgeben.

Nikon_Fm3a_AiS_18_50mm_TMAX_100014

Schauen wir mal weiter, im zweiten Bild fällt schon der Dunst der nasskalten Luft auf. Zwar ist der Drachenfels nur ein paar Kilometer weit entfernt und dennoch erscheint er wegen des trüben Wetters matt und lustlos.

Nikon_Fm3a_AiS_18_50mm_TMAX_100020

Hier das gleiche Foto mit dem Tokina 2.8/200mm – freihändig bei Blende 4 – eigentlich ganz brauchbar. Man sieht sehr schön das neue Restaurant oben auf dem Drachenfels. Vielleicht sollten wir uns das bald mal aus der Nähe anschauen :-) Hier nun einige Beispielfotos die ich auf Kodak Ektar-100 aufgenommen habe. Dieser Farbnegativ-Film ist extrem feinkörnig, hat einen beachtlichen Tonwertumfang und kann sehr detailreiche gute Fotos liefern – wenn der Fotograf alles richtig macht!!

Nikon_Fm3a_AiS_18_50m_EKTAR_100029

Beim ersten Foto gefällt mir die knallig bunte Wand unter der Fußgängerbrücke wirklich gut, denn sie passt farblich sehr schön zu Sandras Lippenstift! Auch hier wieder ein schönes Bokeh und sauber abgestufte Kontraste.

Nikon_Fm3a_AiS_18_50mm_EKTAR_100032

War das vorherige Bild im Schatten aufgenommen, so haben wir hier jetzt ein Portrait unter bewölktem Himmel. Es ist schon spannend, dass man bei diesem nasskalten Sauwetter ohne Reflektoren, Aufhellblitze oder andere Hilfsmittel sehr natürlich wirkende Portraits fotografieren kann.

Nikon_Fm3a_AiS_20_85mm_EKTAR_100001

Nun ein Foto das am vorletzten Samstag in der Bonner City vor dem Sterntor entstanden ist. Diesmal habe ich das famose AiS 2.0/85mm verwendet. Ein kleines leichtes oft sehr preiswert zu habendes Portrait-Teleobjektiv das ein tolles Bokeh liefert und trotzdem knackscharfe Bilder ermöglicht.

Nikon_Fm3a_AiS_20_85mm_EKTAR_100004

Man beachte in diesem Foto die Stoffstrukturen das bunten Schals!!

Nikon_Fm3a_AiS_20_85mm_EKTAR_100014

Hier nun ein Portrait bei dem ich einen Cokin-Filter vor das 85mm Objektiv gesetzt habe. Es ist ein über Kreuz fein geschliffene Kunststoffscheibe, sie liefert einen unaufdringlichen Weichzeichner-Effekt den man wirklich gut gebrauchen kann. Ganz witzig war es übrigens, dass ich auf der Insel Grafenwerth einen zweiten Kodak T-MAX 100 in meine Nikon FM3A einlegen wollte und feststellte, dass der Film schon belichtet war. Umso größer war natürlich die Spannung als ich ihn dann am Samstag fertig entwickelt beim Bonner Cityfotocenter abholen konnte und etwas später auf dem Scanner hatte. Als die ersten Bilder sichtbar wurden traute ich meinen Augen nicht, dieser Film zeigt Fotos die ich 2005 auf dem höchsten Berg Spaniens mit meiner Nikon F5 und dem AF-S 24-85mm aufgenommen habe. Seit fast genau 8 Jahren lag dieser belichtete Film unbemerkt in meinem Kühlschrank!!! Wirklich geschadet hat ihm die lange Wartezeit indes nicht. Die Fotos sind ok, wenn gleich nicht genauso feinkörnig wie die Bilder des “frischen” Pendants.

Welcher Scanner?

Vor die digitale Bearbeitung traditionell mit Filmmaterial erstellter Fotos haben die Götter den Scan gelegt. Doch wie scannt man im Jahr 2013 einen Farb- oder Schwarz-Weiß-Film? Die extrem guten Nikon Scanner Coolscan 5000 und Coolscan 9000 werden nicht mehr hergestellt. Die Software wird auf aktuellen Mac’s nicht mehr unterstützt und unter 64-Bit Windows Systemen geht auch nichts mehr. Zwar könnte man sich mit dem sehr guten Vue-Scan helfen, aber diese Software kann den automatischen Nikon Filmstreifen-Einzug nicht steuern. Dias lassen sich mit Vue-Scan digitalisieren, bei Negativ-Streifen hört der Spaß leider auf… Die Hersteller Reflecta und Plustek haben in den letzten Monaten brauchbare Mittelformatscanner vorgestellt, deren Preis sich aber bei etwa 1.500 Euro bewegt. Alternativ könnte man einen Flachbrett-Scanner mit Durchlichteinheit versuchen. Hier hat EPSON den V700 und den baugleichen V750 im Angebot. Beim deutlich teureren V750 sind ist das Vorlagen-Glas optisch vergütet um Reflektionen zu unterdrücken. Ein sehr deutlichen Qualitätsgewinn lässt sich damit allerdings nicht erzielen. Aktuell ist der EPSON V700 für 594,- Euro via amazon.de erhältlich.

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Sieht man sich im Internet nach Stimmen von Benutzern um, so findet man zwischen Begeisterung und Frustration die gesamte Spannbreite. Der Grund ist häufig, dass die Vorlagenhalter falsch eingestellt sind. Die Scanqualität des EPSON V700 steigt und fällt mit dem korrekten Abstand des Vorlagenhalters auf dem Vorlagenglas. EPSON liefert hier kleine Plastik-Füßchen in unterschiedlicher Höhe mit. Was damit jedoch zu tun ist wird nicht erwähnt. Hier sind alle Anwender im Vorteil die sich intensiv mit diesem Scanner auseinandersetzen können.

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Ich habe mit diesem Scanner bislang ausschließlich Mittelformat-Dias gescannt und den zugehörigen Vorlagenhalter in langen nächtlichen Sitzungen mit vielen Probescans “optimal” eingestellt. 35mm Kleinbilddias und Negative habe ich bislang immer mit einem Nikon Coolscan 5000 gescannt und in letzter Zeit häufig einfach mit der Nikon D7000, dem 40er Macro und dem Nikon ES-1 abfotografiert. Einen 32-Bit Windows Rechner habe ich in Bonn nicht mehr, daher steht der Coolscan 5000 auch in meinem kleinen Appartement in Mainz. Also versuche ich ausnahmsweise mal einige 35mm Filmstreifen mit dem EPSON V700 zu scannen. Die ersten Ergebnisse sind wie fast befürchtet vernichtend schlecht. Ich habe versehentlich einige automatische Korrekturen der Scanner-Software und das ICE aktiviert. Mit Schwarz-Weiß-Filmen funktioniert die auf Infrarotlicht basierende ICE-Technologie aber nicht! Also heißt es alle “Optimierungen” auszuschalten, die Belichtung so einzustellen, dass keine Tonwerte verloren gehen und einen erneuten Anlauf zu wagen.

Epson_Scan_Settings

Epson_Scan_Preview

Epson_Scan_Histogram

Danach sehen die ersten Scans grundsätzlich ganz ok aus, nur sind sie nicht wirklich scharf. Sehr schnell kommen mir die kleinen Füßchen aus Plastik wieder in den Sinn. Die vier Füße bzw. Abstandshalter sind schnell getauscht und die Ergebnisse danach sichtbar besser. Mehr oder weniger aus ungebremstem Spieltrieb zerschneide ich eine alte Visitenkarte und klebe die Streifen mit etwas Tesafilm unter die vier Abstandshalter. Und siehe da, das bringt tatsächlich einen weiteren Qualitätsgewinn.

IMAG1573

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Hier nun ein 100% Vergleich eines Scan des gleichen Negativs ohne und mit Korrektur der Höhe des Vorlagenhalters. (Einfach anklicken für Original-Größe)

EPSON-V700-Sharpness-35mm-100Percent

Das Bild zeigt einen Ausschnitt des Kraters des jüngsten Vulkans den Teneriffa zu bieten hat, den Pico Viejo. Hier habe ich einige weitere Scans dieses Films der satte 8 Jahre auf seine Entwicklung warten musste… (alle Bilder 1000 Pixel breit)

Teneriffa-T-MAX-100027

Teneriffa-T-MAX-100029

Teneriffa-T-MAX-100045

Fazit:

Richtig justiert liefert ein recht preiswerter Flachbrettscanner wie der EPSON V700 auch bei 35mm Kleinbildvorlagen sehr brauchbare Ergebnisse. Sehr angenehm ist dabei, dass die EPSON Software den “Mehrfachzuschnitt” beherrscht und die einzelnen Bilder recht sicher erkennt und sauber zuschneidet. Je nach Länge der Filmstreifen lassen sich so 20, 24 oder sogar 28 Bilder in einem Arbeitsgang scannen. Allerdings sollte man sich die Mühe machen und für jedes einzelne Bild die Helligkeit korrekt einstellen. Zwar gibt es einen “Automatik-Modus” – aber dieser liefert meiner Meinung nach keine guten Ergebnisse. Helle Bildbereiche sind schnell ausgefranst und dunkle Bildbereiche versinken leicht in tiefem Schwarz. Einmal mehr zeigt sich auch hier, ein guter Scan ist eine “Einzelanfertigung”.

Mein persönliches Fazit ist, dass mir meine neue Nikon FM3A richtig viel Spaß macht und ich mich darauf freue sie auf vielen Fototouren einzusetzen. Der Kodak EKTAR-100 lässt sich mit dem EPSON V700 sehr gut scannen und liefert erstaunlich scharfe detailreiche Fotos mit schönen knackigen Farben. Aber auch hier gilt, ohne gutes Licht keine guten Farben! Und was mich an der Nikon FM3A ganz besonders begeistert, ist die wirklich zuverlässig arbeitende Belichtungsautomatik die in Verbindung mit dem hohen Belichtungsspielraum nur wenig Ausschuss aufgrund von Fehlbelichtung erwarten lässt.

Epson_Scan_Preview_Ektar

Zum Abschluss habe ich hier für alle “Pixelpeeper” noch einen Scan aus dem EPSON V700 in voller Originalgröße – einfach anklicken…

EPSON V700 - Sample - Beispielbild


Nikon D2x – Tipps für bessere Fotos

Manchmal ist es schon interessant wen man als Blogger und YouTuber mit seinen Artikeln und Videos erreicht. Wenn ich im Detail nachschaue wer meine Videos bei YouTube konsumiert, dann sind das meist Männer im Alter zwischen 45 und 54 Jahren. 14 Jahre alte Jungs sind da eher die Ausnahme und Frauen leider sowieso…

YouTube-Demografie

Vor ein paar Tagen habe ich in einem Video die Nikon D800E mit verschiedenen anderen semiprofessionellen Kameras vergleichen. Umso mehr habe ich mich natürlich gefreut, als sich kurz darauf der 14 Jahre alte Julian mir per E-Mail bei gemeldet hat um mir zu erzählen, dass er seine Nikon D7000 gegen eine Nikon  D2x eingetauscht hat. Im ersten Moment dachte ich nur “Urgs, hoffentlich habe ich mit diesem Video keinen Fehler gemacht und hoffentlich wird Julian mit der D2x auch glücklich!”

Aber warum sollte er das nicht? Wenn ich selbst “nur fotografieren will” und vor der Wahl stünde meine D7000 oder meine D2x einzupacken, ich selbst würde immer die D2x mitnehmen. In der “echten Welt” war im letzten Jahr dann doch oft die D7000 in der Fototasche, denn sie ist etwas universeller ausgestattet und kann auch Videos in FULL HD aufzeichnen. Da ich immer wieder viele kleine “Video-Schnipsel” aufgenommen habe, war also die D7000 im Fotorucksack. Seit ich die D800E habe, nehme ich meist nur noch die D800E mit, weil sie einfach alles kann was ich mir wünsche.

Doch die Nikon D2x ist noch immer ein robustes gutes “Arbeitstier” und man kann damit wirklich tolle Fotos machen. Ich habe hier mal ein paar Tipps aufgeschrieben mit denen man noch bessere Fotos erhält. Diese Tipps gelten natürlich auch für “fast” alle anderen Kameras! Also aufgepasst und weitergelesen :-)

Hier meine 10-Gebote für bessere Fotos:

  1. Bei jedem Bild über Bildgestaltung, Inhalt und Aussage nachdenken.
  2. Im RAW-Modus fotografieren
  3. Für Landschaften und Stills immer ein Stativ benutzen
  4. Wenn mit Stativ, dann ohne VR fotografieren
  5. Zusätzlich zum Stativ immer die Spiegelvorauslösung und den Okularverschluss benutzen
  6. Einen Kabelauslöser wie bspw. den Nikon MC-20 verwenden
  7. Alle billigen UV-Filter und Skylight-Filter an Angsthasen verschenken und statt dessen hochwertige vergütete Zirkular-Polfilter und Grauverlaufsfilter benutzen (B&W)
  8. Wenn möglich Belichtungsreihen aufnehmen (bspw. 3 Fotos mit 0.7 EV Unterschied)
  9. Falls möglich, Objektive mit wenigen Linsen verwenden, also Festbrennweiten
  10. Alle Objektive um 2-3 Stufen abblenden.
    1. 1.4er Objektive auf Blende 5.6
    2. 2.8er Objektive auf Blende 8
    3. 4.0er Objektive auf  Blende 8 – 11
    4. 5.6er Objektive auf Blende 11

Hat man alle diese Gebote beachtet, so steht man nach der Fototour vor der Herausforderung, das beste aus den gemachten Fotos herauszuholen. Damit die Sichtung der Bilder auf einem Windows PC schneller geht, kann man mit der D2x (und vielen anderen Kameras) immer zusätzlich zum RAW-Bild ein kleines stark komprimiertes JPG aufnehmen. Diese JPG-Bilder kann bspw. die Windows “Bild und Faxanzeige” sehr schnell darstellen. So kann man schnell durch viele hundert Fotos navigieren und sich die besten Fotos für die Nachbearbeitung herauspicken.

Ich lege meist einen Unterordner mit dem Namen “Reworked” an und speichere dort nach der RAW-Konvertierung alle Fotos als 16-Bit TIFF Datei. Zusätzlich erstelle ich meist für meinen BLOG eine kleine Version mit 1000 Pixeln Kantenlänge, das erledigt ein kleines Photoshop-Makro für mich. Diese kleinen Bilder verwende ich für meinen BLOG. Die großen TIFF-Dateien warten dann darauf, dass ich große Prints davon anfertige oder anderes damit mache.

Ganz wichtig:

Niemals die RAW-Dateien nach der Konvertierung löschen! Der Geschmack ändert sich und die Leistungsfähigkeit der RAW-Konverter steigt von Jahr zu Jahr. Nicht selten sehe ich heute Fotos die ich vor 10 Jahren gemacht habe und denke nur “Oh Gott wie konnte ich nur…” Dann ist es sehr vorteilhaft, wenn man noch die RAW-Bilder hat und sie mit allen Kenntnissen und Erfahrungen die man neu dazu gewonnen hat erneut verarbeitet. Nicht selten entstehen dabei Fotos von deren Qualität man selbst überrascht ist!

Hier nun ein Foto das mir Julian per E-Mail zugeschickt hat in voller Größe – einfach anklicken…

Nikon D2x - Nikon AF-S VR 18-299mm

Bei diesem Foto stört mich etwas, dass man an den oberen Kanten “angeschnittene” Baumstämme sieht. Das lässt sich ganz einfach mit einer trapez-förmigen Entzerrung in beheben. Viele Programme bieten dazu eine “Perspektiv-Korrektur”. In Photoshop CS5 kann man bspw. Strg+A, Strg+T drücken und ist dann im Modus “Transformieren”. Jetzt klickt man mit der rechten Maustaste in das Bild und wählte “Perspective” oder “Perspektive”. Danach kann man das Bild an den Ecken mit dem Mauszeiger “greifen” und es breiter oder schmaler ziehen. Das ist sehr praktisch um “stürzende Linien” auszugleichen. Aber man sollte es nicht übertreiben, sonst sieht es komisch aus.

Das Bild habe ich im JPG-Modus “bekommen” und ich habe mich gefragt, wie man es ein wenig aufpeppen kann? Die Farben sind recht kühl und grundsätzlich korrekt. Trotzdem habe ich es via Strg+A und Strg+C in die Zwischenablage kopiert, dann mit Photoshop CS5 ein kräftiges “HDR-Toning” durchgeführt und dann das Original-Foto via Strg+V als neue Ebene darüber gelegt. Über die Transparenz dieser Ebene kann man dann sehr schön regeln wie stark das Tonemapping letztlich ausfallen soll. Als nächsten Schritt habe ich via Strg+U den Dialog “Hue/Saturation” oder auch “Farbton/Sättigung” aufgerufen und die Sättigung der roten und gelben Bildelemente verstärkt. Dann habe ich im Dialog “Photo Filter” den “Warming Filter (85)” mit 25% Deckkraft (Voreinstellung) darüber gelegt. Zum Schluss habe ich die Helligkeit der Mitteltöne durch ganz leichtes Biegen der Gradationskurve (Strg+M) abgesenkt. Das Bild hat nun einen leicht violetten Farbstich. Dieser ließe sich ganz einfach korrigieren, aber gerade dieser Farbstich gefällt mir hier außergewöhnlich gut. Viele Fotografen setzen farbige Cokin-Filter ein um genau diesen Effekt zu erzielen. Hier hat er sich ganz nebenbei ergeben und es gefällt mir so wie es ist :-)

Nikon D2x - Nikon AF-S VR 18-299mm

Weitere Tipps & Tricks für bessere Fotos habe ich hier für Euch zusammengestellt:

Meine Literaturtipps für alle die dazu lernen möchten und bessere Fotos machen wollen:

Hier findet Ihr weitere Fotos vom 14 Jahre alten Julian:


Nikon D300 – National Parks im HD-Format

Heute habe ich einige Fotos im HD-Format für Euch die im Jahr 2010 mit der Nikon D300 an einigen sehr schönen Locations im Südwesten der USA entstanden sind. (Einfach anklicken…) Die Bilder habe ich mit Snapseed bearbeitet und mit 1920 Pixeln Kantenlänge hier eingebunden. Wirklich oft kann ich das leider nicht machen, denn langsam aber sicher geht in meinem BLOG der Speicherplatz zu Ende…

Beginnen wir mit der Location die Steven Spielberg für das Intro von “Indiana Jones 3″ gewählt hat. Dass es hier keine Höhle gibt in der man alte Goldschätze finden kann sollte klar sein, oder? Der Bild hinab ich den Arches Nationalpark ist trotzdem großartig :-)

Arches_NP_04

Arches_NP_02

Arches_NP_03

Hier ein Suchbild das gleich nebenan entstanden ist. Man achte auf das kleine Mädchen das ganz rechts im großen Bogen sitzt und staunt :-)

Arches_NP_01

Etwas weiter Südlich in Arizona liegt der Lake Powell, das größte Wassersportgebiet der USA. Für etwa 500 bis 1.000 Dollar pro Tag kann man hier toll ausgestattete Hausboote mieten und damit die vielen nahezu unendlich verästelten Seitenarme des Lake Powell erforschen. Es ist kein ganz billiges Vergnügen, aber auf den Booten finden locker 8 Personen platz, damit ist diese Bootspartie pro Kopf dann doch gar nicht mehr so teuer.

Lake_Powell_01

Hier nun ein Foto das am vielleicht schönsten Aussichtspunkt entstanden ist den der Lake Powell zu bieten hat. Der Alstrom Point ist mit einem Allradauto mit viel Bodenfreiheit relativ einfach zu erreichen. Allerdings ist die Fahrt eine ziemliche Tortour weil es keine richtige Straße gibt und man viele Kilometer lang über eine staubige Piste mit Schlaglöchern, Querrillen und dicken Felsbrocken muss. Hat man es endlich geschafft, so ist man mehrere hundert Meter hoch über dem See und hat einen unvergleichlichen Ausblick. Besonders früh am Morgen oder zum Sonnenuntergang ist es hier wirklich spektakulär!

Alstrom_Point

Zurück im Örtchen Page kann man dann den Antelope Canyon besuchen. Hier hat man die Wahl zwischen Upper- und Lower-Antelope Canyon. Der untere Teil hat einen engen schmalen Einstieg und ist aus fotografischer Sicht schöner. Den oberen Teil des Canyons erreicht man inzwischen nur noch im Rahmen einer Jeep-Tour. Zu einem horrenden Preis wird man einige wenige Kilometer mit einem Geländewagen zum Eingang des Canyons gefahren der nur ein paar hundert Meter lang ist. Auch hier sind durchaus schöne Fotos möglich, aber im Gegensatz zum unteren Teil des Canyons ist das Zeitfenster oft sehr klein. Besonders an stürmischen Tagen sind beide Canyons nicht zu empfehlen weil dann extrem viel Sand hinein geweht wird, der so manche Kamera irreparabel zerstören kann.

Upper_Antelope_Canyon_02

Upper_Antelope_Canyon_01

Hier habe ich noch ein Foto für Euch in dem man die Dimensionen dieses Canyons sehr schön erahnen kann. Der untere Teil auf der anderen Straßenseite ist ungleich enger aber eben interessanter und außerdem deutlich preiswerter!

Upper_Antelope_Canyon_03

Nicht hereinfallen sollte man auf die Canyon-Adventure-Tours die im nahe gelegenen Örtchen Page angeboten werden. Die großem Geländewagen suggerieren hier ein tolles Abenteuer, aber letztlich ist es nicht viel mehr als eine windiger Bustransfer. Also lieber mit dem eigenen Auto hinfahren und nur den Lowe-Antelope-Canoyn besuchen.

Vor einigen Jahren ist hier eine Gruppe mit Touristen nach einem plötzlichen Regenfall ertrunken. Danach wurde ein gutes Warnsystem installiert. Wer den Canyon besuchen möchte sollte es nicht am Tag nach schweren Gewittern tun, denn dann wird der Canyon wahrscheinlich gesperrt sein.

Eine sehr schöne Alternative ist der nahe gelegene Waterholes Canyon. Hier braucht man eine Genehmigung die man ganz in der Nähe bekommt. In diesem Artikel findet Ihr weitere Details:


Nikon D2x – Im Land der Riesenbögen

Es war der Tag vor dem großen Sturz im Arches Nationalpark im Jahr 2010. Bewaffnet mit Nikon D300 und D2x ging es kreuz und quer durch diesen wunderbaren sehr weitläufigen Park. Viele Kilometer kann man dort wandern und selbst mit dem Auto ist man eine ganze Weile unterwegs um bis ans östliche Ende des Parks zu fahren. Fotografiert habe ich parallel mit der Nikon D300 mit AF-S VR 2.8/70-200mm und dem famosen AF-S 2.8/17-55mm an der Nikon D2x. Zwischendurch habe ich dann mal das Tokina AT-X PRO 4/12-24mm an die D300 montiert…

Alle Fotos sind wie immer 1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken…

Nikon D300 - Arches National Park

Diese Location ist einzigartig und sie lädt immer wieder dazu ein die “Klassiker” zu fotografieren die man aus der National Geographic oder der Galerie von Tom Till in Moab kennt.

Nikon D300 - Arches National Park

Hier ist ein Bild bei dem meine Freundin Sandra unter dem großen Bogen aus dem oberen Foto sitzt. Das Ding ist wirklich gewaltig und man hat Mühe sich vorzustellen, dass dieser Bogen einst eine Wand war und, dass er irgendwann so wie auch der Delcate Arch und seine Freunde einstürzen wird.

Nikon D300 - Arches National Park

Sehr interessant ist immer wieder der Größenvergleich der winzigen Menschen mit den Formationen dieser einzigartigen Landschaft.

Nikon D300 - Arches National Park

Diese Formation erinnert mich immer wieder an einen Zwerg der entspannt mit heraus gestecktem Bauch die Unterlippe vorschiebt.

Nikon D300 - Arches National Park

Hier ist meine Freundin Sandra unterwegs zum Double-O-Arch. Die Wanderwege sind übrigens nicht gesichert! Wer hier ausrutscht und ein paar Meter in die Tiefe stürzt kann sich schnell sehr schwer verletzen. Mein Freund Wolfgang hat dort vor einigen Jahren mit einer Videokamera hantiert und war so vertieft in seinen Film, dass er aus Versehen in ein recht großes Loch gefallen ist. Mit verstauchtem Knöchel musste er viele Kilometer zurück zu Auto humpeln und war danach mehr als eine Woche nicht in der Lage längere Strecken zu Fuß zu gehen. Diese Zeit hat er sich mit Bootsfahrten auf dem Colorado-River vertrieben – das hat auch seinen Reiz :-)

Nikon D300 - Arches National Park

Hier ist eine Formation die aussieht wie ein Stückchen Schokoladenkuchen…

Nikon D300 - Arches National Park

Hier ein Blick über das Castle Valley in Richtung La Sal Mountains. Dieses Gebirge ist im Frühjahr noch oft mit Schnee bedeckt und wer den wunderschönen Delicate Arch im Abendlicht fotografiert kann sich dann über verschneite Berge im Hintergrund freuen!

Hier eine Teil des Weges der mich zurück vom Double-O-Arch zum Parkplatz geführt hat.

Nikon D2x - Arches National Park

Hier der Landscape Arch, aus dem vor einigen Jahren einige große Felsbrocken abgestürzt sind. Nun ist der nur noch ein paar Meter dick und wird wohl sehr bald wie einige seiner “Kollegen” vor ihm einstürzen. In einigen tausend Jahren wird ganz in der Nähe ein neuer Arch entstanden sein, aber das werden wir alle nicht mehr erleben :-)

Nikon D2x - Arches National Park

Hier ein ganz besonderer Arch, der einen wunderbaren Blick in die Ferne ermöglicht. Ich habe an dieser Location mehrere Fotos gemacht, aber erst mit dem freundlichen älteren Herren als Maßstab funktioniert das Bild so wie ich es mir vorstelle.

Nikon D2x - Arches National Park

Auf dem Rückweg bin ich in ein schweres Unwetter geraten. Als der Regen überstanden war hingen bedrohlich schwere Wolken am Himmel. Meine beiden Nikons waren pitschnass, aber sie stecken das weg. Vor allem bei Objektiven wie dem AF-S 2.8/17-55mm ist die Konstruktion des Objektives für den Einsatz in rauer Umgebung ausgelegt. Ein kleines billiges “Kit-Objektiv” hätte diesen krassen Regenguss sicher nicht unbeschadet überstanden :-)

Nikon D2x - Arches National Park

Betrachtet man sich die JPG-Bilder die ich hier mit der D2x gemacht habe. so sind sie fast Schwarz-Weiß – zu heftig waren die Kontraste. Aber mit der einfachen billigen Software “Snapseed” ließen sich noch erstaunlich viele Details sichtbar machen.

Nikon D2x - Arches National Park

Auch hier zeigt sich einmal mehr welche unglaublichen Reserven der RAW-Modus bietet.

Nikon D2x - Arches National Park

Fazit

Auch wenn die Bilder nun ein paar Jahre auf der Festplatte auf die Hintergrundbeleuchtung eurer Monitore gewartet haben, so zeigen sie doch immer noch einige Impressionen aus einem tollen weitläufigen Nationalpark. Dieser Park ist so groß, dass man dort schnell mal eine ganze Woche verbringen kann. Ich selbst habe dort nun etwa 10 Tage verbracht und habe letztlich das Gefühl, dass ich dort noch einmal hin muss weil ich noch immer nicht alles gesehen habe :-)


Nikon D300 – Einmal Norwegen und zurück

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Im Jahr 2009 bin ich mit meinem damals 12 Jahre alten Sohn in einem Wohnmobil nach Norwegen gefahren. Es war eine wirklich tolle “Vater-Sohn-Tour” und wir haben viel gesehen und erlebt. Auf dieser Reise hatte ich eine Nikon D300 im Gepäck. Zusätzlich waren eine Mamiya 645 Pro II und eine alte zweiäugige Rolleiflex 3,5F mit von der Partie. Leider musste ich gleich bei den ersten Fotos mit der Mamiya feststellen, dass die kleine Spezialbatterie leer war. So hatte ich viele tausend Kilometer eine tolle Mittelformatkamera und viele Rollen Fuji Velvia 50 im Gepäck. Aber fotografieren konnte ich damit nicht weil ich keinen Fotoladen finden konnte, der in der Lage war mit diese fiese kleine Spezialbatterie zu verkaufen.

Also habe ich mich auf die Rolleiflex und ganz besonders auf die Nikon D300 konzentriert. Heute liegt die Reise schon ein paar Jahre zurück und die D300 steht kurz davor von der D400 (…oder 7100 oder D8000 oder was auch immer…) abgelöst zu werden. Ich habe mich heute gefragt ob dies wirklich notwendig ist? Nach der letzten Fotosession mit der meiner Nikon D2x ist mir einmal mehr klar geworden, dass 12 Millionen RGB-Pixel für “normale Fotos” mehr als ausreichend sind. Wer kein Andreas Gursky ist und seine Bilder nicht auf Hauswände aufkleben will, der ist auch im Jahr 2013 mit einer Kamera die 12.000.000 Pixel auflösen kann noch immer sehr gut bedient.

Unsere Route hat uns von Bonn über Hamburg und Dänemark nach Schweden geführt. Über Oslo ging es weiter entlang der südlichen Küste Norwegens nach Bergen. Von dort sind wir über Europas größte Hochebene die Hardanger Viadda zurück nach Oslo gefahren und dann durch Dänemark wieder heim nach Bonn.

Ein komplette Reisebeschreibung findet Ihr hier:

Aber schauen wir uns doch mal welche Fotos ich mit der Nikon D300 in Norwegen hinbekommen habe. Alle Bilder sind wie immer 1000 Pixel breit. Einfach anklicken und in einem neuen Tab öffnen.

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Fazit:

Die hier gezeigten Bilder sind nur eine kleine Auswahl aus vielen tausend Bildern die während dieser Reise entstanden sind. Die D300 hat nicht einmal herum gezickt. Die Akkus liefern richtig lange richtig viel Strom. Ich hatte zusätzlich einen Batteriegriff dabei in dem ich einen zweiten Akku unterbringen konnte. Damit war die D300 stets und überall schussbereit. Die heute etwas altmodisch anmutenden Compact-Flash-Karten haben sich auch auf dieser Reise bewährt. Sie sind überaus robust und stecken ordentlich was weg. Da muss man sich keine Sorgen machen, bei den kleinen SD-Karten ist das anders. Die gehen gern mal schnell kaputt und dann sind vielleicht alle Bilder eines Tages oder einer ganzen Reise verloren.

Der Autofokus der D300 arbeitet schnell und zuverlässig, der Sucher ist groß und hell, der Belichtungsmesser versieht seine Aufgaben ohne große Fehler. Die Möglichkeit Belichtungsreihen mit bis zu 9-Bildern aufzunehmen ist grandios und ich vermisse dies gelegentlich bei der Nikon D7000. Mit Batteriegriff lieft die D300 toll in der Hand, sie ist eher ein erwachsenes Arbeitsgerät als eine “Kinderkamera”, mir kommt das sehr entgegen.

Und last but not least ist die Bildqualität, besonders wenn man den 14-Bit RAW-Modus benutzt, über alle Zweifel erhaben. Diese Kamera kann alles was man braucht und das auf sehr hohem Niveau.

Steht man vor der Wahl ob Nikon D300 oder Nikon D700 so ist die Antwort nicht einfach. Ich würde vielleicht die D700 nehmen, obwohl sie etwas langsamer ist und die größeren schwereren Objektive benötigt. Aber das liegt daran, dass mir kaum eine Kamera zu schwer ist, wenn ich sie nicht allzu weit tragen muss. Kommt es einzig auf die Bildqualität an, so liefert die D300 bei ordentlichen Lichtverhältnissen die gleiche Bildqualität wie die D700, gute Objektive natürlich vorausgesetzt.

Wer im Jahr 2013 eine gebrauchte gute robuste Kamera sucht, der liegt mit der D300 meiner Meinung nach genau richtig. Sie ist etwas moderner als die D2x (Live-View, 14-Bit) und bei vergleichbarer Bildqualität deutlich preiswerter als die D700. Man muss hierbei auch bedenken, dass die Kamera nur ein kleiner Baustein einer größeren Fotoausrüstung ist. Gute Objektive sind für die D300 deutlich preiswerter als für die D700. Letztlich wird man es den allerwenigsten Fotos ansehen ob sie mit einer D300 oder D700 gemacht wurden.


Teneriffa 2012 – Das große Video

Tagelang habe ich kopiert, geschoben, geschnitten und vertont. Endlich ist es fertig, mein Video zur Reise nach Teneriffa im Dezember 2012. Unendlich viel Material ist der digitalen Schere zum Opfer gefallen und dennoch hat das Video satte 37:40 Minuten. Es ist also wieder einmal ein ausführliches “Special Interest Video” geworden. Damit ist es nichts für den schnellen Konsum auf dem Handy in der Straßenbahn, ich hoffe ihr könnt Euch entspannt zurücklehnen und die Bilder dieser tollen Insel genießen.

Das Video ist zu wesentlichen Teilen mit der wirklich superguten Panasonic HC-X909 gefilmt. Zwischendurch habe ich immer mal wieder die Nikon D800E verwendet. Schaut mal genau hin, seht Ihr den Unterschied? Bei den Gorillas war der Akku der Panasonic am Ende und daher habe ich diese Sequenz mit der D800E und dem alt ehrwürdigen Nikon AF-D VR 80-400mm Telezoom gefilmt. Das Ding ist ein wenig sperrig, aber schafft man es richtig zu fokussieren, so kann man damit großartige Videosquenzen erstellen.

Die Panasonic HC-X909 gibt es aktuell bei amazon.de bereits für etwa 800,- Euro. Mein Exemplar hat noch 950,- Euro gekostet!

Geschnitten habe ich das Video mit Apple Final-Cut-Pro-X (FCPX). Die Musik habe ich mit Garageband erstellt, da gibt es eine Funktion “Magic-Song”. Damit kann man Vorlagen für Musikstücke für verschiedene Stilrichtungen erzeugen. Man kann zwischen jeweils 5-6 verschiedenen Instrumenten wechseln, dies separat für Melodie, Schlagzeug, Bass, erste Gitarre, zweite Gitarre, Klavier usw. Damit ergeben sich je Stilrichtung etwa 6x6x6x6x6 Variationen für einen Song, schon cool! Und man kann diese Vorlagen dann in Garage-Band oder sogar in Logic-Studio weiter bearbeiten. Das ist es was Apple von Microsoft so deutlich unterscheidet. Diese Software gibt es auf dem Mac kostenlos und sie ist genial. Bei Microsoft hat man traditionell eher die Geschäftsanwender im Fokus, denen würde man so herrlich kreative Software wohl niemals an die Hand geben. Sie würden nur noch im Büro sitzen mit Garageband Musik machen und mit iMovie YouTube-Vidoes schneiden :-)

Damit ihr einen Eindruck von der Arbeit mit FCPX bekommt, habe ich hier ein paar Screenshots für Euch eingebunden. Im ersten Screenshot seht Ihr die komplette Timeline. Oben links sind einige importierte Clips zu sehen. Dort sieht man auch was verwendet wurde und was nicht. Oben rechts der Einstellungsbereich. Hier kann man Bild und Ton sehr weitreichend beeinflussen. Unten rechts sind die Übergänge zu sehen. Diese zieht man einfach per Drag & Drop zwischen zwei Clips und schon hat man einen Übergang. Anschließend kann man weitere Parameter einstellen.

Videoschnitt mit Apple Final Cut Pro X

Hier sehen wir jetzt oben rechts den Einstellbereich für die Farben. Ich habe fast nichts korrigiert weil die Kameras es meistens richtig machen. Aber wenn man doch einmal etwas korrigiert, dann kann man diese Einstellungen sehr einfach auf andere Clips übertragen, so dass sich ein homogenes Gesamtbild ergibt. Unten rechts sind die Optionen für den “Look” einzelner Clips zu sehen. Auch diese zieht man einfach per Drag & Drop auf den gewünschten Clip.

Videoschnitt mit Apple Final Cut Pro X

Zu guten Schluss noch der Präzisionseditor für den Video-Schnitt. Hier kann man wirklich sehr präzise auf der Ebene einzelner Bilder arbeiten. Rechts seht ihr den Bereich für die Titel-Vorlagen. Diese zieht man einfach dahin wo der Titel erscheinen soll. Man kann sie zwischen den Clips oder oberhalb der Clips einrasten. Sind sie oberhalb, so werden sie in den Clip eingeblendet. Durch Ziehen an den Enden und Schieben kann man Dauer und Position des Titels sehr einfach ändern. In der Vorschau macht man einen Doppelklick auf den Titel und kann dann dort den Text ändern. Zusätzlich hat jeder Titel einen Einstellbereich, dort kann man die Texte und weitere Einstellungen bearbeiten.

Videoschnitt mit Apple Final Cut Pro X

Über Verbesserungsvorschläge und konstruktive Kritik freue ich mich wie immer sehr. Ich wünsche Euch einen guten Start ins Jahr 2013, gutes Licht und viele schöne neue Filme :-)


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