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Olympus OM-D E-M5 Mark II – Hands-On und Bedienungsanleitung

Olympus-OMD-EM5-Mark-II

Mit der Olympus OM-D E-M5 ist seit März 2012 eine wunderbar kompakte Systemkamera verfügbar die in den vergangenen Jahren viele Freunde gewonnen hat. Im Oktober 2013 stellte der Hersteller mit der Olympus OM-D E-M1 ein Update der E-M5 vor. Das neue Modell war nicht nur deutlich teurer, sondern legte auch bei der ohnehin guten Bildqualität nochmals zu. Dies wurde wie bei der Nikon D800E durch einen geänderten Anti-Alisasing Filter erreicht. Bereits im Januar 2014 wurde mit der Olympus OM-D E-M10 eine weitere Kamera vorgestellt, die im Design der inzwischen schon etwas älteren E-M5 sehr ähnelt, aber mit etwa 799,- Euro inkl. 12-42mm Zoom-Objektiv bei ähnlicher Bildqualität sehr viel preiswerter ist. Obwohl im Funktionsumfang etwas beschnitten fand auch die E-M10 viele Freunde. Häufige Argument für die E-M10 (und gegen die E-M1) waren die ähnliche Bildqualität und die Möglichkeit vom gesparten Geld einige sehr gute Objektive kaufen zu können. So hat sich die E-M10 unter den weniger finanzkräftigen Fotofans fiele Freunde gefunden, während die deutlich teurere E-M1 sogar bei einigen professionellen Fotografen sehr gut ankam. Inzwischen ist es nichts ungewöhnliches mehr, wenn selbst Profis zu Shootings an entlegenen Orte auf eine Olympus OM-D E-M1 in Verbindung mit einigen Objektiven setzen.

Im Februar 2015 wurde mit der  Olympus OM-D E-M5 Mark II der in vielen Belangen verbesserte Nachfolger E-M5 zum Preis von 1099,- Euro für den Korpus oder 1299,- Euro in Verbindung mit dem Zuiko 12-50mm Zoom-Objektiv vorgestellt. Obwohl ich bereits eine E-M10, E-M5 und eine E-M1 in meinem Fuhrpark habe, war ich beim Lesen der ersten Pressemeldungen regelrecht elektrisiert. Der schwedische Hersteller Hasselblad hat bereits im Jahr 2011 mit der H4D-200MS zum Preis von damals 38.000,- Euro eine Kamera vorgestellt, die mittels “Sensorshift” aus einem 50-Megapixel Mittelformatrückteil satte 200-Megapixel heraus zu kitzeln vermag.

Diesem Vorbild sind die Olympus-Ingenieure gefolgt und mein erster Gedanke beim Lesen der Pressemitteilung war “endlich eine Hasselblad H4D für arme Leute – YES”…

Kaum hatte ich den Artikel gelesen habe ich mir “mein Exemplar” der neuen Olympus OM-D E-M5 Mark II beim Bonner Cityfotocenter bestellt. Gestern war es dann soweit, mit einem kurzen Anruf teilte mir Herr Balmes mit, dass er “endlich mal wieder eine Kamera für mich hat”. Ungemein praktisch war es, dass meine Freundin Sandra und ich sowieso gerade in der Bonner City unterwegs waren. Um 15h durfte ich das neue Wunderding dann endlich in meinen Händen halten. Nachdem wir ein wenig beim Preis gefeilscht haben, habe ich das Cityfotocenter mehr als glücklich mit der nagelneuen Olympus OM-D E-M5 Mark II samt Zuiko 12-50mm und dem Panasonic 2,5/14mm Pancake verlassen.

Olympus-OMD-EM5-Mark-II-Lumix-14mm

Daheim konnte ich die neue Kamera gleich mehrere Stunden lang ausprobieren und ich muss sagen, dass mich dieses kleine Ding mehr als begeistert. Waren die älteren Modelle eher für die Fotografie gedacht und weniger gut für die Aufnahme von Videos geeignet, so ist die neue E-M5 Mark II eine unglaublich gute Videokamera, die meiner Meinung nach an die sehr gute Panasonic GH3 spielend heranreicht und sie in einigen Belangen sogar übertrifft.

40 Megapixel

Später am Abend kam dann allerdings große Ernüchterung auf als ich begann den neuen Modus mit 40 Megapixeln zu testen! Aktiviert am diesen Modus, so ist eine Aufzeichnung der Fotos im RAW-Modus scheinbar nicht möglich! Die Kamera rechnet mit mehr als akzeptabler Qualität aus 8 Einzelbildern eine extrem große JPG-Datei zusammen. Dass hier die Verwendung eines Stativs Pflicht ist versteht sich von selbst, dass in diesem Modus jedoch nur JPG-Dateien gespeichert werden können ist meiner Meinung nach ziemlich traurig. Kann das wirklich wahr sein? Als überzeugter RAW-Shooter habe ich mich bislang um Weißabgleich, Schärfe, Kontrast, Dynamik, Rauschunterdrückung usw. NIEMALS während meiner Shootings gekümmert, denn sie sind einfach nicht wichtig weil man diese Einstellungen später in Ruhe am heimischen Computer erledigen kann.

Will man nun mit der E-M5 Mark II ein wirklich hochwertiges Foto mit 40 Megapixeln aufnehmen, so muss man sich vor der Aufnahme sehr gut überlegen wie man diese Kamera eingestellt, denn die Möglichkeiten der nachträglichen Bearbeitung der JPG-Dateien sind immer sehr eingeschränkt. Das ist wirklich schade und daher rate ich jedem der diese Kamera kaufen möchte, vor dem Kauf einen Blick in die Bedienungsanleitung zu werfen, die ich hier für Euch verknüpft habe.

Update

Ich habe nun einen Blick in die Bedienungsanleitung geworfen und folgendes entdeckt:

Olympus-OMD-EM5-Formats

Es scheint also doch möglich zu sein hochauflösende Bilder im RAW-Format aufzuzeichnen, warum nur hat es bei meinen ersten Versuchen nicht funktioniert?

Bei meinen ersten nächtlichen Testfotos hatte ich im “Aufnahme Menü 1″ als Dateiformat SN+RAW eingestellt, also ein “Small-JPG int Normaler Qualität + RAW-Datei”. Im Aufnahme Menü 2 habe ich ein paar Stunden später das erste mal die “Hochaufl. Aufnahme” aktiviert. Dabei ist mir entgangen, dass im “Aufnahme Menü 1″ aus SN+RAW plötzlich “SLF” geworden war. In dieser Einstellung nimmt die Olympus OM-D E-M5 im hoch auflösenden Modus tatsächlich nur eine 40 Megapixel große JPG-Datei auf. Aktiviert man im “Aufnahme Menü 2″ jedoch “SLF+RAW“, so wird zusätzlich zum JPG noch eine etwa 134 MB große Raw-Datei mit der Endung “ORF” gespeichert. Es funktioniert also doch, man kann mit dieser Kamera hochauflösende Bilder im RAW-Format aufnehmen, nur wie kann man sie in ein “normales” JPG konvertieren? Mein Adobe Camera RAW Version 8.5 kann es jedenfalls noch nicht. Es muss also ein Update her und das habe ich bislang noch nicht gefunden. Nach einer 60 minütigen erfolglosen Suche habe ich den Eindruck als wäre diese Kamera so brandneu, dass es noch keine passende Version von Adobe Camera RAW zu geben scheint! Hier ist also derzeit etwas Geduld gefragt…

Mit der neuesten Version 1.4.2 der Software OLYMPUS Viewer 3 erhält man beim Versuch eine hochauflösende RAW-Datei zu speichern derzeit nur diese Fehlermeldung:

Bildschirmfoto 2015-02-28 um 19.17.33

Hier habe ich einige der technischen Daten der neuen Kamera für Euch zusammengestellt. Ein ausführlicher Test mit Fotos und Videos wird in den nächsten Wochen folgen.

Sensor CMOS-Sensor 4/3″ 17,3 x 13,0 mm (Cropfaktor 2,0)
17,2 Megapixel (physikalisch) und 16,1 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch 3,6 µm
Fotoauflösung
4.608 x 3.456 Pixel (4:3)
2.560 x 1.440 Pixel (16:9)
1.024 x 768 Pixel (4:3)
640 x 480 Pixel (4:3)
Panorama Stich-Panorama-Assistent (Die Einzelbilder müssen extern zusammengefügt werden)
Bildformate JPG, RAW
Farbtiefe 36 Bit
Metadaten Exif (Version 2.2), DCF-Standard
Videoauflösung
1.920 x 1.080 (16:9) 30 fps p
1.280 x 720 (16:9) 30 fps p
640 x 480 (4:3) 30 fps p
Maximale Aufnahmedauer 1.799 Sekunden
Videoformat
MOV (Codec H.264)
AVI (Codec Motion JPEG)

Objektiv

Objektivanschluss
Micro Four Thirds
Autofokus-Funktionen Einzel-Autofokus, kontinuierlicher Autofokus, Verfolgungs-Autofokus, Manuell, AFL-Funktion, AF-Hilfslicht (LED), Fokuslupe
Schärfenkontrolle Live View

Sucher und Monitor

Monitor 3,0″ (7,6 cm) OLED Monitor mit 610.000 Bildpunkten, entspiegelt, Helligkeit einstellbar, Farbe einstellbar, neigbar um 90° nach oben und 45° nach unten, mit Touchscreen
Videosucher Videosucher (100 % Bildfeldabdeckung) mit 1.440.000 Bildpunkten, 1,2-fach Vergrößerungsfaktor, Dioptrienausgleich (-4,0 bis 2,0 dpt)

Belichtung

Belichtungsmessung Mittenbetonte Integralmessung, Matrix/Mehrfeld-Messung über 324 Felder, Spotmessung
Belichtungszeiten 1/4.000 bis 60 s (Automatik)
Bulb mit maximal 1.800 s Belichtungszeit
Belichtungssteuerung Vollautomatisch, Programmautomatik (mit Programm-Shift), Blendenautomatik, Zeitautomatik, Manuell
Belichtungsreihenfunktion Belichtungsreihenfunktion mit maximal 7 Aufnahmen, Schrittweite von 1/3 bis 1 EV, HDR-Funktion
Belichtungskorrektur -3,0 bis +3,0 EV mit Schrittgröße von 1/3 bis 1/1 EV
Lichtempfindlichkeit ISO 200 bis ISO 25.600 (Automatik)
ISO 100 bis ISO 25.600 (manuell)
Fernzugriff Fernauslösung vom Computer (nein), Kabelauslöser
Motive Automatik, diverse Motivprogramme, Dokumente, Feuerwerk, Kinder, Landschaft, Makro, Nachtaufnahme, Nachtporträt, Porträt, Sonnenuntergang, Sport, Strand/Schnee, 3 weitere Motivprogramme
Bildeffekte Fischauge, Lochkamera, Miniatureffekt, Weichzeichnung, Cross Process, Dramatischer Ton und neun weitere Effekte, Körniger Film, Pop Art
Weißabgleich Automatik, Wolken, Sonne, Weißabgleichsbelichtungsreihe, Feinabstimmung, Schatten, Blitzlicht, Unterwasser, Leuchtstofflampe, Glühlampenlicht, von 2.000 bis 14.000 K, Manuell 2 Speicherplätze
Farbraum Adobe RGB, sRGB
Serienaufnahmen Serienbildfunktion max. 9,0 Bilder/s bei höchster Auflösung und max. 70 gespeicherten Fotos, Bei JPG Aufnahmen 9 Bilder pro Sekunde bei maximaler Auflösung, solange bis die Speicherkarte voll ist
Selbstauslöser Selbstauslöser mit Abstand von 2 s, Besonderheiten: oder 10 s (wahlweise)
Timer Timer/Intervallaufnahmen, Startzeit einstellbar
Aufnahmefunktionen Spiegelvorauslösung, AEL-Funktion, AFL-Funktion, Live-Histogramm

Blitzgerät

Blitz Standard Mittenkontakt, Olympus/Panasonic (auch Leica-Kompaktkamera) Blitzschuh, Kleiner Aufsteckblitz FL-LM2 im Lieferumfang
Blitzreichweite Blitzsynchronzeit 1/250 s
Blitzfunktionen Automatik, Aufhellblitz, Blitz ein, Blitz aus, Highspeed Synchronisation, Langzeitsynchronisation, Blitzen auf den zweiten Verschlussvorhang, manuelle Blitzleistung (4 Stufen), Rote-Augen-Reduktion durch Vorblitz, Masterfunktion (4 Kanäle und 4 Gruppen), Blitzbelichtungskorrektur von -3,0 EV bis +3,0 EV

Ausstattung

Bildstabilisator Sensor-Shift (optisch)
Speicher Kartenschacht 1: SD Card
Mikrofon Stereo
Netzteilanschluss ja
Stromversorgung 1 x Olympus BLN-1 (Lithiumionen (Li-Ion), 7,2 V, 1.220 mAh)
330 Bilder nach CIPA-Standard
Wiedergabe-Funktionen Bild schützen, Spitzlichter / Schattenwarnung, Wiedergabe-Histogramm, Wiedergabe-Lupe, Bildindex
Gesichtserkennung Gesichtserkennung
Bildparameter Schärfe, Kontrast, Farbsättigung, Rauschunterdrückung
Sonder-Funktionen Elektronische Wasserwage, Gitter einblendbar, Pixelmapping, Orientierungssensor, Live View, Benutzerprofile mit 4 Benutzerprofilen
Anschlüsse Videoausgang (HDMI-Ausgang Micro (Typ D))
Unterstützte Direkt-Druck-Verfahren PictBridge
Stativgewinde 1/4″ nicht in optischer Achse
Gehäuse Spritzwasserschutz
Besonderheiten und Sonstiges Sensorreinigungssystem
Augensensor zur Umschaltung von Monitor zu Sucherbetrieb
800 auswählbare AF-Messpunkte wenn die Sucherlupenfunktion aktiviert ist
Art-Filter Belichtungsreihe
Video-Effekt Echo und Multi-Echo
Stereo-Mikrofon
drei stufiger Rauschfilter
Live-Bulb-Funktion

Größe und Gewicht

Abmessungen B x H x T 121 x 90 x 42 mm
Gewicht 425 g (betriebsbereit)

Sonstiges

mitgeliefertes Zubehör Olympus BC-2 Sonstiges Zubehör
Olympus BCN-1 Ladegerät für Spezialakkus
Olympus BLN-1 Spezialakku
Olympus CB-AVC3 Audio- / Videokabel
Olympus CB-USB6 USB-Kabel
Olympus FL-LM2 Sonstiges Blitzgerôt
Ladegerät BCM-1
USB-Anschlusskabel
AV-Kabel
Tragegurt
Bildbearbeitungssoftware Olympus Master Software für Windows und für Macintosh
optionales Zubehör Olympus AC-1 Netzgerät
Olympus BLN-1 Spezialakku
CF- und SD- Speicherkarten
Augenmuschel EP-11, Blitzgeräte FL-50R, FL-36R, FL-300R, FL600R

 


Fuji X-E2 – Fotos in voller Auflösung

In den letzten Tagen hatte ich ein wenig Gelegenheit mit der neuen Fuji X-E2 einige Testbilder aufzunehmen die ich Euch hier in voller Auflösung zeigen möchte. Wer sehen will was sich sogar ganz ohne Stativ aus dem Fuji X-Trans Sensor herausholen lässt, der klickt einfach die hier verlinkten Vorschaubilder an und wird dann zum großen Bild in meinem Flickr Fotostream weitergeleitet. Dort gibt es rechts unten ein Pfeil-Symbol, dieses klickt man an und wählt danach im Kontext-Menu “Alle Größen anzeigen” aus.

Bildschirmfoto 2015-02-24 um 19.08.30

Das erste Beispielsfoto habe ich mit dem XF 55-200mm aufgenommen das wegen des kleinen APS-C Sensors im FX-Format einem Blickwinkel eines 82,5-300mm Teleobjektivs entspricht. Bei fast vollständig geöffneter Blende ist das Ergebnis mehr als überzeugend und macht Lust auf mehr.

Testshot #7 - Fuji X-E2

Das nächste Beispielfoto habe ich mit Blende 8 aufgenommen und die Bildqualität ist wirklich herausragend.

Testshot #8 - Fuji X-E2

Als nächstes gibt es drei Fotos die ich vom gleichen Standpunkt aus mit dem XF 18-55mm bei unterschiedlichen Brennweiten bei Blende 5,6 aufgenommen habe. Auch hier ist es beeindruckend wie viele Details der X-Trans Sensor der Fuji X-E2 einzufangen vermag.

Testshot #4 - Fuji X-E2

Testshot #5 - Fuji X-E2

Testshot #6 - Fuji X-E2

Nun ein Foto auf dem einfach irre viele feinste Details zu sehen sind und auch diese Aufgabe meistert die Fuji X-E2 mit Bravour.

Is it sharp? FUJI X-E2 Test Shot

Beim nächsten Foto erkennt man in der 100% Ansicht eine leichte Unschärfe, dies liegt aber an der großen Entfernung zum Motiv und ist auf feinste Partikel zurückzuführen die sich in der Luft befinden. Fotos über weite Strecken gelingen mit einem Teleobjektiv in der Regel nur an sehr kalten Wintertagen mit extrem trockner Luft.

Testshot #2 - Fuji X-E2

Um dieses Manko auszubügeln habe ich hier ein Foto das ebenfalls mit dem XF-55-200mm aufgenommen wurde, aber eben aus deutlich kürzerer Distanz. Hier spielt die in der Wärme der Sinne flimmernde Luft keine Rolle und verfälscht das Bildergebnis nicht. Es ist erstaunlich was dieses Objektiv und dieser Sensor leisten!

Testshot #3 - Fuji X-E2

Neben der Abbildungsleistung der Objektive ist der Dynamik-Umfang eines Kamera-Sensors für gute Bildergebnisse von essentieller Bedeutung. Wer kennt sie nicht die Fotos mit den ausgefressenen Lichtern die bei grellem Licht mit den winzigen Sensoren eines Smartphones aufgenommen wurden? Hier habe ich ein Foto das im unbearbeiteten Zustand das Problem sehr schön zeigt, dass die Natur und unser Auge größere Kontraste bereiten und verarbeiten können als fast jeder aktuelle Kamera-Sensor. Schaut man sich das Bild an sieht es zunächst aus als wäre bei den Wolken jegliche Zeichnung verloren und als würden die dunklen Bildbereiche kaum noch Zeichnung aufweisen.

Dynamic Range Test #1 - Fuji X-E2

Im nächsten Schritt senken wir nun im Adobe Camera RAW Converter die Lichter ein wenig ab und hellen die Schatten ein wenig auf. Zusätzlich reduzieren wir die Helligkeit um etwa 1/3 Blendenstufen und schon zeigen die Wolken eine ausgeprägte Zeichnung, ohne dass überstrahlte Lichter auffallen würden. Hellen wir jetzt noch die Schatten etwas auf, so kommt auch hier erstaunlich viel Zeichnung zum Vorschein und das ohne allzu starke Artefakte und Farbrauschen.

Dynamic Range Test #2 - Fuji X-E2

Der Tonwertumfang des Sensors der Fuji X-E2 ist wirklich ganz beachtlich und da stimmt es auch nicht weiter traurig, dass diese Kamera Belichtungsreichen mit nur 3 unterschiedlich belichteten Fotos erlaubt. In den allermeisten Situationen wird das ausreichen. Und falls mal nicht, so kann man sich mit dem sehr gut zugänglichen Einstellrad für die Belichtungskorrektur helfen. Damit kommt man schnell auf 6 oder 9 unterschiedlich belichtete Fotos aus denen sich HDR Fotos auch bei allerhärtestem Gegenlicht zaubern lassen sollten.

Fazit

Auch wenn der Video-Modus dieser Kamera anmutet an als hätte man ihn nachträglich mehr als lieblos in die Software “hineingemummelt”, so punktet die Fuji X-E2 doch bei der Bildqualität. Was diese kompakte kleine Kamera abliefern ist einfach nur erstaunlich. Im direkten Vergleich ist sie kaum größer als eine Olympus OM-D E-M1 und sich die Objektive sind nur kaum größer als die Pendants des sehr kompakten Micro-Four-Thirds Systems. Sehr gut gefällt mir an meinem neuen XF 10-24mm auch, dass der Filterdurchmesser mit 72m angenehm klein ist und man dieses Objektiv sehr gut mit dichten Graufiltern nutzen kann, ohne dass die Bildränder nennenswert abgeschattet werden, das ist außergewöhnlich!

Mit der neuen Firmware 3.0 ist es möglich bei eingeschaltetem Autofokus manuell nachzufokussieren. Das funktioniert sehr gut und das Fokuspeaking ist eine ganz ausgezeichnete Hilfe bei der Fokussierung. Auch gefällt mir sehr gut, dass man die Farben sehr frei wählen kann die beim Fokuspeaking im hervorragenden Sucher der X-E2 angezeigt werden. Aktuell habe ich “Rot” eingestellt. Drückt man den Auslöser fokussiert die X-E2 automatisch und durch Drehen des Fokus-Rings wird das Fokus-Peaking aktiviert. Als “scharf erkannte” Ecken und Kanten werden dann im Sucherbild oder auf dem rückwärtigen Display mit feinen roten Linien markiert. Das funktioniert sehr gut und hier könnten sich die Nikon Ingenieure bei der Entwicklung der Nikon 1 V4 eine dicke Scheibe abschneiden. Alternativ kann man ein digitales Schnittbild nutzen und es gibt auch Optionen um die automatische Vergrößerung des Sucherbildes beim manuellen oder halbautomatischen Fokussieren zu ändern, gut gemacht Fuji!

Neben dem neuen XF 10-24mm das im FX Format einem 15-36mm Weitwinkelzoom entspricht habe ich mir noch eine verrückte Lochblende gekauft. Was sich mit diesem Dingen alles anstellen lässt, das gibt es im nächten Artikel zu sehen!

Etwas enttäuschend ist allerdings die Kapazität der kleinen Akkus. Wer sich mit Auswahl und Komposition seiner Fotos viel Zeit lässt, die Displaybeleuchtung etwas stärker aufdreht und den Bildstabilisator dauerhaft aktiviert hat, der wird bereits nach etwa 100 Bildern feststellen, dass die Akkuladung langsam aber sicher zu Ende geht. Ich bin jetzt mit insgesamt drei Akkus ausstaffiert und bin seit heute außerdem stolzer Besitzer des sehr coolen MHG-XE Handgriffes. Dieser Handgriff kann fest mit der Fuji X-E2 verbunden bleiben und ermöglicht freien Zugang zum Batteriefach und der Speicherkarte. Außerdem ist er Arca-Swiss kompatibel und kann damit an vielen professionellen Schnell-Wechelssstemen ohne weiteres Zubehör genutzt werden.

Wie das alles aussieht, gibt es im nächsten Artikel zu sehen :-)


FUJIFILM X-E2 – Meine ersten Eindrücke

Fujifilm-X-E2-01

Eigentlich wollten wir nur in der Bonner City frühstücken, aber am letzten Samstag sind wir dann doch wieder im Bonner City Foto Center gelandet. Der Geschäftsführer ist schon eine Weile krank und ich wollte mich erkundigen ob es ihm inzwischen wieder besser geht. Außerdem wäre es zu schön gewesen, wenn meine bereits vor 14 Tagen bestellte Olympus OM-D E-M5 Mark II inzwischen eingetrudelt wäre. Aber leider ist in Bonn weit und breit noch nichts von dieser sehr coolen neuen Micro-Four-Thirds Kamera zu sehen.

Aber zu meiner Rolleiflex 3,5F die ich schon vor ein paar Jahren hier gekauft habe ist endlich ein passender Original-Objektivdeckel aufgetaucht und eine Gegenlichtblende samt einer kleinen Ledertasche gibt es auch. Nun ist meine Rolleiflex so richtig vollständig und diese kleinen netten Zubehörartikel sind sogar ein Geschenk des Hauses, wenn das kein Grund zum Feiern ist?

Rolleiflex 3.5F Baujahr 1960

Während meine Sandra sich angeregt mit einem der beiden Mitarbeiter unterhält habe ich Gelegenheit mir eine gebrauchte Fuji X-E2 näher anzuschauen. Der Zustand ist neuwertig und es gibt ein Blitzlicht und einen Handgriff dazu. Außerdem ist ein witziger roter Soft-Release-Button in den Auslöseknopf eingeschraubt. Diese Kamera sieht richtig schön nach “Retro” aus und die Bedienung ähnelt sehr stark dessen was ich bereits seit mehreren Jahren von meiner wunderschönen Fuji X-100 kenne. Unbedingt schnell und intuitiv kann man beide Kameras nicht bedienen wenn man eine Nikon DSLR wie die Nikon D7000 oder D800E gewöhnt ist. Aber man kommt mit diesen Kameras klar.

Fujifilm-X-E2-02

Zusätzlich zum sehr guten 18-55mm Standard-Zoom gibt es noch das mehr als brauchbare 55-200mm Telezoom-Objektiv. Alles in allem fühlt sich wie bei Fuji gewohnt gut schwer und wertig an. Nicht umsonst ist Fuji weltweit der einzige Hersteller der in Eigenregie eine Kamera für Hasselblad fertigen durfte, die Hasselblad X-Pan. Diese Kamera wurde von der Photowelt aufgrund ihrer hervorragenden Eigenschaften mit dem EISA Award 1999–2000 ausgezeichnet und zur Europäischen Profi-Kamera des Jahres gewählt. Na wenn das kein Ritterschlag ist?

Fujifilm-X-E2-03

Die Olympus OM-D E-M5 Mark II ist noch immer nicht lieferbar und so ist die Anspannung relativ hoch, ich habe nun schon seit mehreren Monaten keine neue Kamera mehr in Händen gehabt. Warum also keine Fuji X-E2, zumal diese Kamera in der Fachpresse seit Monaten über den grünen Klee gelobt wird? Also beginnen wir mit unseren Verhandlungen. Nach etwa 30 Minuten sind wir uns einig. Ich bekomme eine praktisch neuwertige Fuji X-E2 mit 18-55mm, 55-200mm, 2 Gegenlichtblenden, 2 Akkus, Ladegerät, Blitzlicht, 32GB Speicherkarte und einer sehr schönen Fototasche für zusammen 1.500 Euro. Na wenn das kein Schnäppchen ist?

Nachdem die Firmware der Fuji X-E2 auf Version 3.0 upgedatet ist, geht es etwas später nach Königswinter zum Sea-Life Aquarium. Dort ist reichlich Gelegenheit die neue Kamera bei höhen ISO Werten und unter schwierigen Lichtbedingungen einem ersten Test zu unterziehen.

First Testshot with Fuji X-E2

Umringt von total überdrehten schreienden Kindern versuche ich durch die dicken verschrammten Scheiben das eine oder andere coole Foto aufzunehmen. Das nur mäßig lichtstarke Standard-Zoom kann man zwar bei schönem Sonnenlicht mehr als gut gebrauchen, aber hier in der Dunkelheit ist es unpassend. Der Autofokus funktioniert nicht wirklich und das manuelle Fokussieren nervt mich total. Ich bin einfach kein Freund von edlen Hochleistungsobjektiven bei denen der Fokus elektronisch über die Kamera eingestellt wird wenn man am “Endlos-Fokusring” dreht. Ich komme aus der alten Welt und ich mag Objekte wie die alten Nikon AiS Linsen die einen satt aber dennoch weich laufenden Fokusring haben. Das Fuji XF 18-55mm sieht zwar edel aus, aber man kann die Ringe für Blende, Fokus und Zoom kaum durch Tasten voneinander unterscheiden. Ständig drehe ich am Zoom-Ring obwohl ich fokussieren möchte, das nervt!

Das Objektiv hat einen schön gemachten Ring zur Steuerung der Blende. Das funktioniert auch recht gut, aber man kann an diesem Ring nicht ablesen welche Blende eingestellt ist. Wie der Fokusring auch ist es ein Endlosring den man nach Belieben verdrehen kann und der keinen Anschlag hat. So verstelle ich beim Tasten in der Dunkelheit immer wieder versehentlich die Blende wenn ich doch eigentlich Zoomen will, das nervt ebenfalls. Warum kann man die eingestellte Blende nicht arretieren?

Mit 7 Bildern pro Sekunde ist die Serienbild-Geschwindigkeit der Fuji X-E2 relativ hoch. Aber es gibt bei 7 B/s keinen Autofokus, man macht also alle Fotos mit der Fokuseinstellung des ersten Bildes! Das ist bei der Nikon 1 V3 auch so, aber sie schafft dann bis zu 60 RAW-Bilder pro Sekunde! Mit vollständig funktionierendem Autofokus schafft die Nikon 1 V3 noch immer satte 20 Bilder pro Sekunde und das im RAW-Format!

Will man mit der Fuji X-E2 Serienbilder mit vollständig funktionierendem Autofokus aufnehmen, so muss man die Serienbild-Geschwindigkeit auf langsame 3 Bilder pro Sekunde reduzieren, da ist sogar meine Nikon D800E schneller. Außerdem ist schon nach 8 RAW-Bildern Schluss, das können andere Kamera sehr viel besser!

In der Fachpresse wird die Fuji wegen der “totalen Rauscharmut” bei hohen ISO-Werten immer wieder gelobt. Als ich die Ergebnisse anschaue die ich bei ISO-4000 und ISO-6400 gemacht habe, so kann ich hier massives Rauschen erkennen. Das ist bei der Nikon D800E auch nicht schlechter, allerdings in mehr als der doppelten Auflösung.

Letztlich hätte ich mich mit meiner Nikon D800E und einem AiS 1,4/50mm oder meinem AiS 2.0/85mm hier deutlich wohler gefühlt. Zwar funktioniert der elektronische Sucher der Fuji X-E2 unter schlechten Lichtbedingungen noch recht gut, aber das manuelle Fokussieren ist ein Geduldsspiel und der Autofokus macht bei diesem schlechten Licht meist was er will. Später daheim habe ich dann auch fast 1.000 Fotos auf meiner neuen Speicherkarte. Aber es ist praktisch alles unscharfer Ausschuss, das Licht in diesem Aquarium ist einfach zu schlecht und die Scheiben sind sie dick für gute Fotos.

Daran ist natürlich die Fuji X-E2 vollkommen unschuldig, sie hat sich relativ gut geschlagen und mit einer lichtstarken Festbrennweite hätte das Fotografieren auch mehr Spaß gemacht. Allerdings ist das Angebot passender XF-Objektive sehr eingeschränkt, außerdem sind die XF-Objektive extrem teuer. Für diesen Preis bekommt man natürlich auch exorbitant gute Qualität geliefert. Die meisten XF-Festbrennweiten sind besser als alles was man bspw. Leica je konstruiert hat, aber diese Qualität lässt man sich auch fürstlich bezahlen. Ist die Fuji X-E2 mit einem Preis von rund 700,- Euro für den Korpus noch relativ preiswert, so wird es bei den Objektiven sehr schnell sehr teuer. Dieses System ist nichts für begeisterte Amateure die Geld sparen wollen, sie wären mit einer Nikon D7100 und einigen AF-S Objektiven sicher preiswerter bedient.

In den letzten Jahren habe ich zusätzlich zur Fotografie mehr und mehr begonnen mit meinen Kameras auch Videos aufzunehmen. Das macht großen Spaß und mein YouTube-Kanal hat inzwischen fast 4.000 Abonnenten. So habe ich natürlich auch im Sea-Life Center einige kurze Video-Sequenzen aufgenommen. Hierbei ist mir sehr negativ aufgefallen, dass alle Video-Features der Fuji X-E2 wirken als wären sie halbherzig nachträglich in das Konzept “hineingefummelt” worden. Es gibt keinen Knopf um ein Video direkt zu starten, man muss den “Drive-Button” drücken und in der Liste von Auslösearten bis ans Ende scrollen, erst dann kann man Videos aufnehmen. Hat man eine längere Serie fotografiert muss man warten bis alle Bilder gespeichert sind bevor man in den Video-Modus umschalten kann, das nervt!

Endlich im Video-Modus angekommen hat man keinerlei Möglichkeiten die Belichtungszeit zu steuern oder zu sehen wie die Kamera die einzelnen Bilder des Videos belichtet. Über den Blendenring kann man eine Blende manuell vorgeben, das war es dann auch schon. Ansonsten macht der Video-Modus der Kamera was er will. Während der Video-Aufnahme lässt sich die Fokussierung nicht ändern, das nervt ebenfalls. Bei allen DSLR-Kameras die ich bislang benutzt habe, konnte ich während ich gefilmt habe den Fokuspunkt verlagern. Mit dem stylischen 18-55mm XF-Objektiv geht das nicht, warum nur?

Allerdings sind die kurzen Video-Sequenzen trotz aller Einschränkungen relativ brauchbar. Und nach einigen belanglosen Testfotos bin ich mit der Bildqualität der Fuji X-E2 sehr zufrieden. An die Nikon D800E kommt sie in keiner Weise heran, aber sie ist ja auch sehr viel kleiner, preiswerter und kompakter. Wer anspruchsvoll fotografieren möchte, hat mit der Fuji X-E2 durchaus eine gute Kamera zur Hand. Mit einer Nikon D800E und einigen guten Objektiven wird man jedoch bessere Bildergebnisse erzielen. Doch ob man dieses Mehr an Bildqualität wirklich benötigt, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich war lange Jahre auf der Suche nach der perfekten Kamera und habe sie mit der Nikon D800E gefunden. In der Zeit in der ich sie mit Begeisterung benutze hat sich dann aber für mich herausgestellt, dass ich häufig mit den Ergebnisse aus der wunderbar kompakten Nikon 1 V3 ebenso glücklich bin!

Bei flickr. com sind inzwischen einige Fotos die mit der Nikon 1 V3 entstanden sind im “Explore” gelandet und erfreuen sich großer Beliebtheit. Hier habe ich eines dieser Fotos für Euch verlinkt.

Fish Eagle Portrait - Nikon 1 V3 & AF-S VR 70-300mm

Es muss also nicht immer eine Nikon D800E mit teuren schweren Objektiven sein. Manchmal ist man auch mit kleineren leichteren Kameras gut bedient und erzielt Ergebnisse die sich durchaus sehen lassen können. Ob diese kleinere leichtere Kamera nun unbedingt eine Fuji X-E2 sein muss, da bin ich im Zweifel. Klar ist die Bildqualität des Sensors im APS-C Format unglaublich gut und schlägt sogar Kameras wie die Nikon D7000, aber es hat eben auch seinen Preis. Und genau wie bei der exorbitanten Bildqualität der Nikon D800E muss sich die Fuji X-E2 die Frage gefallen lassen ob man diese Bildqualität benötigt.

Eine Olympus OM-D E-M10 spielt meiner Meinung nach durchaus in einer ähnlichen Liga, nur zu einem geringeren Preis und mit deutlich geringeren Gewicht.

Fazit

Mit der Fuji X-E2 hat man eine Kamera in tollem Repro-Design die sich gut und fertig anfühlt. Das Angebot passender XF-Objektive ist klein und die Objektive sind sehr hochwertig aber auch sehr teuer. Im Vergleich zu einer guten Spiegelreflex-Kamera spart man bei einer umfangreichen Ausrüstung also kaum Geld. Was man spart sind Größe und Gewicht.

Die Bedienung der Fuji X-E2 ist nicht sonderlich intuitiv aber nach einer kurzen Eingewöhnung ganz ok. Der lieblos implementierte Video-Modus ist ein echter Minus-Punkt. Hier hätte ich deutlich mehr erwartet.

Ein Geschwindigkeitswunder ist die Fuji X-E2 nicht wirklich. Hat man den Menüpunkt “Höchstleistung” aktiviert, so ist der Autofokus angenehm schnell, aber nicht schneller als bei der Nikon 1 V3 oder der Olympus OM-D E-M1. Im direkten Vergleich punkteten Nikon 1 V3 und Olympus OM-D E-M1 mit Klapp-Displays die zudem Touch-Sensitiv sind.

Der erweiterte ISO-Bereich steht im RAW-Modus nicht zur Verfügung! Wer wie ich grundsätzlich im RAW-Modus fotografiert kann ISO-200 bis ISO-6400 nutzen. Bei Langzeitbelichtungen mit Graufiltern usw. könnte man mit ISO-100 die doppelte Belichtungszeit erreichen. Warum das im RAW-Modus nicht geht wissen wohl nur die Fuji-Götter.

Die programmierbaren Fn-Buttons gefallen mir gut und die Art und Weise wie sie programmiert werden ist super! Aber es sind für meinen Geschmack zu wenige Buttons. Ich würde mir wünschen, dass man auch die Buttons für AE-L und AF-L frei programmieren könnte und auf der Vorderseite würde ich mir einen Button zur Kontrolle der Schärfentiefe wünschen.

Der zusätzlich lieferbare Handgriff erhöht die Ergonomie der Fuji X-E2 ganz beträchtlich, aber man muss ich jedes Mal abschrauben wenn man an Akku oder Speicherkarte möchte, das nervt und ich frage mich warum man sich hier keine andere Lösung finden lässt? Bei der Nikon 1 V3 oder der Olympus OM-D E-M1 kann ich die Speicherkarte seitlich einstecken. Bei der Olympus OM-D E-M10 ist der Handgriff zweiteilig und kann mit einem einzigen schnellen Handgriff entfernt werden um den Zugriff auf den Akku freizugeben. Eine ähnliche Konstruktion würde sich an der Fuji X-E2 auch gut machen.

Die Fuji X-E2 hat keinen Synchron-Anschluß für externe Blitzgeräte. Wer bspw. im Studio mit dieser Kamera arbeiten möchte muss also auf einen Funk-Auslöser ausweichen und Blitzgeräte verwenden die sich über den kleinen eingebauten Blitz der Fuji X-E2 fernzünden lassen.

Alles in allem ist die Fuji X-E2 eine schön designte Kamera die sehr gute Fotos zu einem moderaten Preis liefert. Sie ist nicht sensationell und sie hat ich Schwächen, ganz besonders im Video-Modus. Trotzdem macht das Fotografieren mit dieser Kamera Spaß und ich freue mich schon auf den Novoflex-Adapter for das Nikon F Bajonett. Damit kann ich alle AiS Nikon Objektive an dieser Kamera benutzen und wie die Bildergebnisse werden, dass könnte Ihr hier bald nachlesen :-)


Alles über GoPro Kameras

Heute habe ich ein ausführliches Video für Euch in dem sich alles um die Action-Cams des Herstellers GoPro dreht. Meine erste GoPro war eine HERO 960 und weil sie mit so gut gefiel habe ich kurz darauf noch zwei GoPro HD HERO gekauft. Mit der Zeit sind dann noch vier weitere GoPro Kameras dazugekommen, so dass ich inzwischen ganze sieben GoPro Kameras habe und sie immer wieder mit Begeisterung benutze.

 

Hier habe ich einige Videos für Euch herausgesucht die ich in den letzten Jahren mit meinen unterschiedlichen GoPro Kameras aufgenommen habe. Das erste Video habe ich vor langer Zeit mit meiner GoPro HERO 960 und meinem Peugeot 407 Coupé in einer Waschanlage in Mainz gefilmt. Ich wollte mal ausprobieren was man den GoPro Unterwassergehäusen alles zumuten kann. Und diese kleine Kamera hat sich sehr gut geschlagen!

 

Hier habe ich ein teilweise ziemlich haarsträubendes Video das mit meiner GoPro HD HERO 960 entstanden ist. Normaler Weise geht es nicht so wild zu wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin…

 

Mit den Jahren wird man ruhiger, die Kameras werden besser und der Fahrstil ist weniger wild. In diesem Video sieht man den Qualitätssprung der ersten Modelle hin zur GoPro 3+ Black Edition sehr deutlich.

 

Hier nun ein Video bei dem ich GoPro Kameras aus verschiedenen Generationen gemeinsam verwendet habe. Wenn man darauf achtet sieht man deutlich welche Teile des Videos mit der alten HD HERO gefilmt wurden.

 

Sobald das Wetter es zulässt und die freie Zeit ebenso, soll es mit meinem Freund Mirko mit der Aerospol Dynamic WT-9 nach Borkum gehen. Für diesen Flug habe ich mit die neue GoPro HERO 4 Black Edition gekauft und ich bin wirklich sehr gespannt darauf welche Bilder sie liefern wird.


Teneriffa für Anfänger

Vor ein paar Tagen habe ich in der Nähe des Leuchtturms bei El Poris auf Teneriffa für Euch dieses Video aufgenommen. Leider ist der Ton an einigen Stellen etwas übersteuert. Die automatische “Audioverbesserung” von Final Cut Pro X hat es auch nicht gerade besser gemacht. Ich hoffe Ihr habt trotzdem Spaß an diesem Video.


Fotoschule Teil 10 – Nachts fotografieren

Shooting Nikon D800E while shooting El Teide

Nur wenig scheint meine Zuschauer bei YouTube so sehr zu faszinieren wie das Fotografieren zu nächtlicher Zeit. Daher habe ich in der Nacht vom 31.12.2014 auf den 01.01.2015 nach meiner Session auf dem Weg ins warme Bett kurz am Wegesrand angehalten und ein neues Video zu diesem Thema aufgenommen.

 

Hier noch einige Beispiele. Alle Bildinfos bekommt man wenn man das Bild anklickt und bei flickr.com anschaut.

Folgende Kameras habe ich benutzt:

  • GoPro HD HERO 4+ Black Edition
  • Nikon 1 V3 mit 1Nikkor 2,8/10mm
  • Nikon D800E mit Nikkor 2,8/14-24mm
  • Oympus OMD E-M1 mit Panasonic 4/7-14mm, 1,2/42,5mm, 2,8/12-35mm

Nightwatch #2 - GoPro HD HERO 4+ Black Edition

Nightwatch #1 - GoPro HD HERO 4+ Black Edition

Chasing the Evil through Puerto de la Cruz

Canarian Night Sky - Nikon D800E & Nikkor 2,8/14-24mm

Startrails over Tenerife - Olympus OM-D E-M1

El Teide at Night #2 - Nikon D800E & Nikkor 2,8/14-24mm

El Teide at Night #1 - Nikon D800E & Nikkor 2,8/14-24mm

Puerto de la Cruz after Sundown - Nikon 1 V3

Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm versus Olympus OM-D E-M1 & Panasonic 4/7-14mm

Roque Chincado at Night - Olympus OM-D E-M1 & Leica Nocticron 1,2/42,5mm

Nikon D800E versus Olympus OM-D E-M1 - Nikon

Nikon D800E versus Olympus OM-D E-M1 - Olympus

The Stone Monster is waiting for new tourists....

Shooting at night with the Nikon 1 V3


Mein Fotorucksack 2015

Einen der ersten Tage des neuen Jahres habe ich genutzt um Euch den Inhalt meines Fotorucksacks zu präsentieren. Im Video habe ich alles rund um das Thema “Lensbaby” ausgespart, weil ich meinen neuen Lensbaby Composer samt diverser Objektive und “Kreativ-Blenden” leider gar nicht benutzt habe. Dieses System ist wirklich sehr speziell und vier Wochen sind letztlich fast nicht lang genug um alles was ich dabei hatte in Ruhe auszuprobieren. Bei der nächsten Reise werde ich wohl auch die Nikon D800E samt der schweren Objektiven daheim lassen und nur noch die Olympus OM-D E-M1 mit ein wenig Zubehör einpacken. Klar ist die Nikon D800E die absolute Überkamera die fast alles besser kann, aber dieses Plus an Bildqualität brauche ich häufig einfach nicht.

Statt mich ständig mit einem irre schweren Rucksack abzumühen werde ich in den nächsten Monaten verstärkt mit meinem herrlich kompakten Micro-Four-Thirds fotografieren. Sobald es für dieses System ein 400mm Teleobjektiv geben sollte, wird wohl auch die Nikon 1 V3 gelegentlich daheim bleiben müssen.

 

Im letzten Jahr sah noch alles wie in diesem Video aus. Seitdem hat sich vieles weiterentwickelt. Konnte mir vor ein paar Jahren noch kein Objektiv groß und schwer genug sein, so sehe ich das inzwischen anders und bin froh wenn meine Ausrüstung leicht und kompakt ist.

 

Schauen wir mal wie es im nächsten Jahr sein wird, es bleibt spannend :-)


Teneriffa 2014/15 – Der Weg zu den Sternen

Tag 26 – 5. Januar

Es ist Montag und weil mir der Heimweg des Vortages noch ein wenig in den Knochen steckt lasse ich es heute ganz ruhig angehen. Um 10h30 treffen sich an jedem Morgen einige Residenten bei der Bar „Pepito“ in La Paz, dem deutschsprachigen Stadtteil von Puerto de la Cruz. Dort will ich mich mit meinem Freund Wolfgang treffen, allerdings bin ich heute fast eine Viertelstunde zu spät. Stören tut das hier indes niemanden, wer auf Teneriffa lebt hat meistens viel Zeit und alle Ruhe der Welt. Das gilt leider auch für Handwerker aller Art…

Gegen Mittag bin ich wieder im Hotel, schreibe einen Artikel für meinen BLOG und gammle ein wenig im Hotel herum. Das ist entspannt aber auch ziemlich langweilig. Immer wieder muss ich an Veronica denken, die ich vor ein paar Jahren kennengelernt habe. Sie konnte stundenlang aufzählen in welchen Ländern sie schon im Urlaub war und hatte tausende Fotos von ihren Reisen. Seltsamerweise war sie auf ALLEN Fotos im Bikini an unterschiedlichsten Pools in Hotelanlagen zu sehen, die letztlich doch alle wieder ähnlich aussahen. Als ich sie damals gefragt habe ob sie sich denn mal ein Auto gemietet hat um die Landschaft zu erkunden, war sie irritiert und sprachlos. Sie hat wirklich über all die Jahre hinweg ihre freie Zeit vollständig in weit entfernten Hotelanlagen verbracht und kannte die Länder drumherum nur durch die Fenster der Shuttle-Busse.

Damals habe ich mir geschworen, dass ich solch einen Urlaub niemals nie nicht machen werde!!! Und heute bin ich doch ein wenig zu einem Teil davon geworden. Irgendwie ist es mir unangenehm zwischen all den Menschen mit dem blauen „All-Inclusive-Armband“ am Pool zu sitzen. Natürlich habe ich nichts gegen sie persönlich, aber diese Art Urlaub zu machen, mit Flatrate-Saufen und Sonnenbrand bis es verbrannt riecht, kann ich einfach nicht ab.

Als es dunkel wird muss ich da raus, es ist mir einfach unerträglich. Beim abendlichen Buffett esse ich noch schnell etwas Fisch, Kartoffeln und Gemüse und staune nicht schlecht als meine „Lieblingskellnerin“ mir völlig ungefragt ganz locker im vorbeigehen einen großen Humpen leckeres kaltes Bier auf den Tisch stellt. Was für ein Service und diese total netten Mitarbeiter müssen sich den ganzen Tag mit Menschen herumschlagen die ihre unvorteilhaften Figuren missmutig und betrunken am Pool herum bewegen. Oh je, jetzt werde ich zynisch, also lassen wir das…

Im Zimmer raffe ich meine Fototaschen zusammen. Es ist alles hier und dort verteilt weil ich am Nachmittag vor lauter Langeweile einen neuen Teil für „Ansgar’s kleine Fotoschule“ aufgenommen habe.

Als ich los will ist es erst 19h, eigentlich noch viel zu früh für schöne Fotos der Sterne hoch oben in den Bergen über Teneriffa. Also schneide ich noch schnell die Videoschnipsel des Nachmittages zu einem herrlich verwackelten YouTube-Video zusammen. Diesmal habe ich alles einfach ganz schnell und hemdsärmelig mit meinem Handy gefilmt. Schon beim Schneiden wird mir flau im Magen und ich bin gespannt wie viele meiner Zuschauer dabei wegen akuter visueller Überforderung in Ohnmacht fallen werden :-)

Zuletzt widerstehe ich noch der dringenden Versuchung mit fieser Fresse „Aalter isch Rahsier Disch!“ in die Kamera zu grunzen oder so laut wie möglich „Knallgas“ ins Mikrofon zu brüllen. Besser ist das, denn das machen ja schon die angesagten Stars auf YouTube. Wer nicht weiß wovon ihr hier schreibe gibt sich mal kurz den “Kaller” oder auch “Gillette Abdi” – Au Backe – Das Video von “Gillette Abdi” wurde schon fast eine halbe Millionen mal angeschaut. Was ist nur aus unserer Welt geworden? Alles wird den Bach runter gehen und weil die Jugend nur noch so einen Müll anschaut, wird sie es noch nicht einmal bemerken sondern nur dazu johlen: “Aaalter wir eh wir rasyrn dysch eh aalter…”

Aber das soll uns egal sein, wir wollen ja die Sterne fotografieren, also weiter geht’s… Um zum Pico del Teide hinaufzufahren gibt es insgesamt rund sechs verschiedene Möglichkeiten. Weil es schon 22h ist mag ich heute nicht viele Kurven fahren und entscheide mich für die sehr entspannte Anfahrt aus dem Nord-Osten über den kleinen Ort La Esperanza. Das ist zwar deutlich weiter, aber die Straßen sind gut geteert und viel besser zu befahren als die Straße oberhalb von La Orotava.

Anfahrt-Teide-La-Esperanza

Ein paar Kilometer hinter dem Flughafen montiere ich meine neue GoPro HD HERO 4+ Black Edition auf das Dach meines Autos, starte das WiFi-Netzwerk und steuere die Kamera aus dem warmen Auto heraus mit meinem Smartphone. Das funktioniert ganz wunderbar und nachdem ich eine Video-Sequenz aufgenommen habe die etwa 5 Minuten dauert, schalte ich die Kamera in den Zeitraffermodus für Nachtaufnahmen (Night-Time-Lapse). Mit ISO-800 und einer Belichtungszeit von etwas einer Sekunde knipst die GoPro nun Bild um Bild. Als ich ein paar Kilometer später anhalte bin ich richtig aus dem Häuschen als ich sehe wie schweinemäßig cool diese Fotos aussehen.

chasing the evil through the forest walls

Draußen sind es jetzt nur noch 5°C und der Akku meiner GoPro macht wegen unvollständiger Ladung, akutem Stromentzug und fieser Kälte schlapp. Ich verstehe das, wäre ich eine Batterie mir wäre da oben auf dem Auto auch nicht wohl. Also hole ich die kleine Kamera aus dem Unterwassergehäuse auf dem Dach und lade sie über einen USB-Adapter der im Zigarettenanzünder steckt.

Am ersten Aussichtspunkt angekommen baue ich meine Nikon D800E und das Nikkor 2,8/14-24mm auf und lasse sie bei ISO-800 und Blende 4 ganze 30 Sekunden lang belichten. Bereits diese ersten Fotos sehen gut aus, denn über mir am Himmel scheint der volle Mond so hell, dass man fast Zeitung lesen könnte. Während ich mit der D800E immer mal wieder neue Bildausschnitte wähle, habe ich inzwischen auch die Olympus OM-D E-M1 startklar. Für die ersten Fotos verwende ich das Leica 1,2/42,5mm Nocticron. Den Autofokus habe ich auf  M wie „Manuell“ gestellt. Schalte ich die Kamera aus und wieder ein, so fokussiert sich das lichtstarke Nocticron sauber auf „Unendlich“, das funktioniert wirklich gut!

DCIM100GOPROG0082478.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Mit der Olympus probiere ich nun verschiedene Einstellungen aus. In meinem Auto habe ich die Kamera zuvor etwas umkonfiguriert und so kann ich nun mit dem Feature „Live-Time“ bei Blende 4 und ISO-400 schöne Fotos machen. Eine feste Belichtungszeit gibt es dabei nicht. Auf dem Display kann ich verfolgen wie das Bild entsteht. Unten links im Bild wird ein Histogramm eingeblendet und immer wenn ich das Gefühl habe, dass keine dunklen Bildbereiche „abgeschnitten“ werden, drücke ich den Auslöser ein zweites Mal um den Belichtungsvorgang zu beenden. Weil der feste relativ fixe Blickwinkel mir irgendwann zu starr ist, nehme ich noch einige Fotos mit dem Panasonic 2,8/35-100mm (FX: 70-200mm) und dem Panasonic 2,8/12-35mm (FX: 24-70mm) auf.

El Teide at Night #1 - Nikon D800E & Nikkor 2,8/14-24mm

Um das „Geschehen“ dokumentieren zu können, lasse ich die kleine GoPro die Szenerie verfolgen. Sie knipst jetzt mit 30s Belichtungszeit lautlos vor sich hin. Ein drittes Stativ für die GoPro habe ich leider nicht dabei, aber es gibt an diesem Aussichtspunkt überall Möglichkeiten um die Kamera abzustellen. Wegen des krassen Weitwinkels der GoPro kommt es auch nicht so genau darauf an wo und wie sie steht, sie knipst irgendwie schon das was ich möchte. Zwischendurch zücke ich kurz mein Smartphone und kontrolliere sicherheitshalber doch was in der kleinen GoPro vor sich geht.

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Gegen 1h am Morgen habe ich den Eindruck, dass ich alles soweit wie sinnvoll „abfotografiert“ habe. Am Aussichtspunkt ist es fast windstill und es sind 7°C, so bin ich auch nach mehr als einer Stunde nicht total durchgefroren und nehme schnell mit meiner GoPro im Auto ein weiteres Video zum Thema “Nachts fotografieren” auf.

Es geht weiter zur nächsten Location. Es ist eine nicht weit entfernte Stelle die mein Freund Wolfgang mal als den „Grand-Canyon von Teneriffa“ bezeichnet hat. Dort kann man das Auto gut abstellen und bewaffnet mit meinen Kameras geht es einen kleinen Hügel hinauf auf einen gewaltigen Felsvorsprung. Von hier aus kann ich La Orotava und Puerto de la Cruz sehen. Gleich links oberhalb thront majestätisch der Pico del Teide sehr fotogen am Horizont. Direkt von oben beleuchtet das Mondlicht die Szenerie auf fast gespenstische Art und Weise.

Und wieder fotografiere ich was das Zeug hält. Hier ist es nun etwas kälter, es sind nur noch 3°C aber es ist nahezu windstill. So muss ich mir keine Sorgen machen, dass ein Windstoß eine meiner Kameras in den tiefen Canyon schubsen könnte. Mit zwei Kameras geht es auch hier sehr effizient voran. Ich flitze zwischen Kameras hin und her und immer wenn die eine Kamera belichtet und die Rauschunterdrückung ausführt hantiere ich an der jeweils anderen Kamera. So vergeht die Zeit wie im Flug und als ich irgendwann meine Füße kaum noch spüren kann ist es auch schon deutlich nach 3h am Morgen.

El Teide at Night #2 - Nikon D800E & Nikkor 2,8/14-24mm

Weil die Session so viel Spaß gemacht hat war ich zwischendurch regelrecht euphorisch und habe ernsthaft in Betracht gezogen an weiteren Locations zu fotografieren und zum Sonnenaufgang unterhalb des kleinen Gala auf der Westseite des Vulkans zu sein. Aber die Müdigkeit übermannt mich jetzt unaufhaltsam und so beschließe ich meine Sachen zu packen und zurück zu Hotel zu fahren.

Der Rückweg ist denn auch gar nicht leicht und es fällt schwer die Augen offen zu halten. Aber die Füße tauen langsam auf. Während die Heizung auf der höchsten Stufe läuft muss ich schließlich ein Fester ein wenig öffnen um noch etwas Frischluft im Auto zu haben. Im Hotel angekommen fällt mir jeder Meter schwer. Von meinem Proviant habe ich nichts aber auch gar nichts gegessen. Aber es war gut ihn dabeizuhaben, man weiß nie was passiert und welche absurden Ideen mir manchmal mitten in der Nacht durch den Kopf schießen.

Vor meiner Zimmertüre im Hotel setzt schlagartig große Ernüchterung ein. Die Euphorie ist weg, denn meine Karte für das Türschloss funktioniert nicht mehr. Oh je, es ist kurz nach 4h am Morgen und ich komme nicht in mein Zimmer. Meine Kameras und alles andere lasse ich vor dem Zimmer liegen und laufe schnell zur Rezeption hinüber. Dort treffe ich zum Glück eine der Mitarbeiterinnen die hier sonst tagsüber arbeitet. Eigentlich hatte ich den Nachtportier erwartet. Meine Zimmer-Karte ist schnell neu programmiert und als ich gefragt werde wo ich denn so spät in der Nacht noch wandern war zücke ich mein Telefon um voller stolz einige der Fotos auf meinem Smartphone zu präsentieren die ich in den letzten Tagen bei flickr hochgeladen habe.

Die Mitarbeiterin des Hotels ist irritiert und kann kaum glauben, dass diese vielen Fotos in der Nacht entstanden sein sollen. Aber ich kann ihr die Sterne zeigen und sie kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Als ich mich verabschiede haut es mich fast aus den Schuhen als sie mir sagt sie sei völlig überrascht was man heutzutage alles mit einem modernen Telefon fotografieren könne :-)


Teneriffa 2014/15 – Punta del Hidalgo

Tag 25 – 4. Januar

Nach den Anstrengungen des Vortages nutze ich den Sonntag um mich ein wenig auszuruhen. Ich schlafe lange und bin spät beim Frühstück. Danach verbringe ich viele Stunden mit meinem MacBook auf dem Balkon. Einige Artikel habe ich schon in „Pages“ offline geschrieben, aber weil hier die Internet-Anbindung immer wieder nach nur einigen Minuten abreißt, ist das Publizieren der Artikel eine echte Geduldsprobe. Zwischendurch fegt mal kurz das Zimmermädchen durch meine kleine Suite und schon bin ich wieder allein.

Am Abend packe ich meine Olympus OM-D E-M1 und die Nikon D800E in meinen Fotorucksack. Dazu kommen das 24mm Shift & Tilt und das 2,8/14-24mm Weitwinkel. Für die Olympus packe ich einfach alle Objektive ein die ich dabei habe. Damit nichts anbrennt stecke ich zum Schluss noch schnell die Nikon 1 V3 mit dem 10mm Pancake in eine freie Stelle meines Rucksacks. (Lowe Pro – Minitrecker AW)

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Der Punta del Hidalgo ist eine kleine Landzunge die weit im Norden in das Meer hinausragt. Weiter nördlich ist nun noch das Anaga-Gebirge. Meine Anfahrt dauert etwa 45 Minuten und hier ist wirklich die Welt zu Ende. Es gibt dort einen kleinen Aussichtspunkt und eine Möglichkeit für die Busse dort zu wenden. Das war es dann auch schon!

Die ganz ganz harten Wanderer starten hier Wanderungen in das Anaga-Gebirge hinein. Wer sich die Berge anschaut die auf diesen Wanderungen zu überwinden sind, der bekommt schnell Hochachtung vor dem jungen durchtrainierten Volk das hier unterwegs ist.

Ich parke mein Auto etwas unterhalb in der Zufahrtsstraße zu einer gewaltigen Bananen-Plantage. Den Strand weiter unten kann ich gut sehen, dort steht auch ein kleines Auto. Es kann also nicht so schwer sein dorthin zu kommen. Mit Stativ und Rucksack geht es los kreuz und quer durch die Plantage. Es ist der Teil der nicht mehr ernsthaft bewirtschaftet wird. Hier und da wurden vor kurzem noch einige Kartoffeln angepflanzt aber die größte Fläche liegt brach.

Unten am Meer angekommen traue ich meinen Augen nicht, als ich plötzlich vor einem verschlossenen Gitter stehe. Auf der anderen Seite flanieren einige Urlauber und ich bin in der Plantage eingeschlossen, wie blöd ist das denn? Etwa weiter rechts hat jemand die Netze welche die Plantage überspannen aufgerissen und es sind von der Mauer einige Steine abgebrochen. Das Grünzeug vor dieser Stelle ist zertrampelt, hier könnte es also gehen. Die Mauer sehr scharfkantig und es ist nicht leicht darüber zu klettern. Aber mit einem beherzten Sprung schaffe ich es schließlich auf die andere Seite.

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Dort erwartet mich ein eine wilde Mischung aus erkalteter Lava und winzigen Buchten die das Meer im Laufe der Jahrhunderte ausgewaschen hat. Vor mir sind nur noch die gewaltigen Berge des Anaga-Massivs. Mit meinem Nocticron und dem ND-1000 Filter in Verbindung mit einem Grauverlaufsfilter mache ich die ersten Fotos. Dank der hohen Lichtstärke kann ich sogar bei 1/30s, Blende 1,2 und ISO-800 durch diesen Filter filmen, wie cool ist das denn?

Calima Sunset @ Punta del Hidalgo #1

Später muss das Noctricron dem Panasonic 2,8/12-35mm (FX: 24-70mm) weichen, zu eingeschränkt ist mir der relativ enge Blickwinkel des 42,5mm Objektives (FX: 85mm). Auch für das 2,8/12-35mm habe ich diverse Graufilter mit 58mm Durchmesser dabei. Es entsteht Bild um Bild und während es langsam dunkel wird geht am Horizont sehr malerisch der Mond auf. Hinter mir kommt ein Auto nach dem anderen angefahren. Lauter Canarios springen mit ihren Smartphones heraus und knipsen das seltene Schauspiel.

Calima Sunset @ Punta del Hidalgo #2

Es ist mal wieder Calima und einen schönen Sonnenuntergang gibt es dann meistens nicht. Im Himmel hängt extrem feiner Sand aus der Sahara und zum Sonnenuntergang wird es meist einfach dunkel. Daher habe ich mich entschlossen mich nach Osten zu wenden und das zu fotografieren was von der Sonne angeleuchtet wird. Da wir derzeit Vollmond haben, muss auch dort irgendwann der volle Mond zu sehen sein. Ist klar, oder?

Calima Sunset @ Punta del Hidalgo #3

Calima Sunset @ Punta del Hidalgo

Calima Sunset @ Punta del Hidalgo #4

Irgendwann ist es so dunkel, dass ich nur noch den Polfilter vor meinem 12-35mm Zoom habe. Später kommt auch der dann auch noch runter. Als gegen 19h die Show vorbei und der Mond schon hoch über dem Anaga-Gebirge steht mache ich mich auf den Rückweg. Die Stelle der Mauer an der ich heruntergesprungen bin ist allerdings so hoch, dass ich mit dem schweren Fotorucksack und meinem großen Stativ dort nicht hinaufkomme. Außerdem bin ich mir nicht sicher ob ich in der Dunkelheit den sehr verworrenen Hinweg zurück finden werde. Also gehe ich lieber an der Schotterpiste entlang über die ein Auto nach dem anderen den „Strand“ verlässt. Irgendwann bin ich ganz allein und fluche weil diese verflucht große Bananenplantage einfach kein “scheiß Ende” nehmen will. Nach endlosen Metern geht links ein kleiner Weg steil den Berg hinauf. Ok, verlaufen kann ich mich eigentlich nicht. Oberhalb des Meeres ist die Straße die zu meinem Auto führt, ich muss also „nur“ nach oben und dann nach links zum Auto laufen. Das sollte kein Problem sein. Als ich schließlich mein Auto erreiche bin ich ziemlich am Ende, ich musste einen irre großen Umweg laufen weil diese blöde Plantage zwar von Wegen durchzogen ist, aber alle Tore in Richtung Meer verschlossen sind.

Punta del Hidalgo Coastline

Ein ganzes Stück vor meinem Auto sitzt dann eine junge Frau mit einem riesigen Rucksack am Straßenrand. Vor ihr kniet ein junger Mann der ebenfalls einen echt großen Rucksack auf dem Rücken hat. Ich frage kurz ob alles ok ist. Sie sind völlig fertig weil sie einen Abstieg aus dem Anaga-Gebirge hinter sich haben der viel weiter und anstrengender war als gedacht. Sie ist am Ende ihrer Kräfte. Als ich frage ob ich sie mit nehmen soll winkt sie nur ab und sagt „Nein Nein Nein, lasst mich einfach hier sitzen, es geht gleich wieder…“

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Er schaut mich an, ich schaue ihn an, er zuckt mit den Schultern, ich zucke mit den Schultern und laufe weiter zu meinem Auto. Als ich später an der gleichen Stelle vorbeifahre sind die beiden weg. Ich sehe sie ein paar hundert Meter später auf dem Gehweg wieder. Sie hat sie hochgerappelt und geht tapfer ihren Weg zu Ende, recht so!

Ich schaffe es noch zum Abendessen ins Hotel und bin bei der Sichtung meiner Fotos ganz verzückt. Zwar habe ich heute im Grunde nur ein einziges Motiv fotografiert, aber es sind doch einige schöne Fotos entstanden. Dieser Ausflug hat sich also gelohnt. Nur, dass ich wieder meine D800E und die vielen Objektive über die halbe Insel getragen habe ohne sie auch nur für ein einziges Foto zu benutzen, das nervt wirklich…

Hier habe ich für Euch nochmal meine Wanderroute aufgezeichnet. Bei 1 steht das Auto, bei 2 habe ich fotografiert und der Rest ist der schweißtreibende dunkle Rückweg…

Punta-Hidalgo-Hike


Teneriffa 2014/15 – Küstenwanderung nach Afur

Tag 24 – 3. Januar 2015

Die Topologie von Teneriffa ist überaus bergig und das Wandern ist hier fast überall sehr mühselig. Für Samstag den 3. Januar habe ich mir zusammen mit meinen Freunden Karin und Wolfgang eine Küstenwanderung von Taganana zum Strand von Afur vorgenommen. Wolfgangs Nachbarn haben sich uns heute zusammen mit ihren beiden Töchtern angeschlossen. Mit zwei Autos geht es von Puerto de la Cruz nach Taganana. Diese Strecke ist gut zu fahren und man benötigt etwa 90 Minuten wenn man so fährt, dass den Beifahrern nicht nach kurzer Zeit übel wird.

In Taganana zweigt bei der ersten Bushaltestelle eine sehr schmale Straße nach links ab. Das „Zentrum“ ist hier ausgeschildert. Was dann kommt ist gelinde gesagt für deutsche Autofahrer etwas „atemberaubend“. Die Straßen sind so eng, dass man kaum mit einem Mal um die Kurven kommt und die Spiegel fast links und rechts die Wände der Häuser streifen. Damit wir nicht in einer dieser winzigen Gassen einfach steckenbleiben hat Wolfgang ein detailliertes Luftbild ausgedruckt und dort den Weg markiert den man mit einem Auto tatsächlich fahren kann.

Taganana ist erst seit einigen wenigen Jahrzehnten mit dem Auto erreichbar und die engen Gassen wurden über hunderte von Jahren nur zu Fuß oder mit Pferd und Esel benutzt.

Am Ortsausgang wird die Straße dann ein einspuriger schmaler Feldweg ohne Ausweichmöglichkeiten. Ich hoffe nur, dass uns hier kein anderes Auto entgegen kommen wird. Kurz vor dem Ende dieses Weges parken wir meinen Mietwagen unter einer Palme. Wir sind hier wieder einmal fast am Ende der Welt und es ist einfach nur wunderschön.

Canarian style near Taganana - Nikon 1 V3 & 10-100mm

In meinem Fotorucksack habe ich heute nur die Nikon 1 V3 mit dem 10-100mm und die Nikon 1 V1 (Infrarot 700nm) mit dem 6,7-13mm Weitwinkel-Zoom. Alles was an Raum im Fotorucksack übrig ist habe ich mit Proviant und Wasser ausgefüllt. Meine Wanderstöcke sind mir nach der letzten Wanderung leider irgendwie abhanden gekommen und ich habe keine Idee wo sie noch sein könnten. So muss ich ganz ohne Wanderstäbe los und auf dem losen Geröll fällt es mir immer wieder schwer nicht filmreif zu stürzen. Am Ende des Tages werde ich es immer wieder verflucht haben ohne Wanderstäbe unterwegs zu sein.

Old Finca near Taganana - Nikon 1 V3 & 10-100mm

Unterwegs halte ich bei Gelegenheit kurz an und nehme mir einen Augenblick um die Aussicht zu genießen und ein Foto zu machen. Aber wirklich fotografieren kann man es nicht nennen, es ist mehr ein „Photo-Walk“. Ich komme ständig ins Hintertreffen und muss meiner Gruppe hinterher hetzen. So laufe ich letztlich den ganzen Tag allein auf diesem schönen Küstenwanderweg. Ein paar ganz nette Fotos entstehen trotzdem, aber es ist weder eine “richtige” Wanderung noch kann ich in Ruhe fotografieren.

Say CHEEEEEESE - Nikon 1 V3 & 10-100mm

Hier bewahrheitet es sich aufs neue, dass man allein losziehen sollte um wirklich in Ruhe fotografieren zu können. Alles andere ist eher Stress als Vergnügen.

Das Ziel unserer Wanderung ist der Strand von Afur den ich bereits vor einigen Jahren besucht habe. Damals bin ich von Afur zum Strand abgestiegen und wieder hinauf geklettert. Eine sehr anstrengende Tour! Heute soll es etwas moderater zugehen, aber am Ende des Tages zeigt Wolfgangs GPS, dass wir recht genau 10 Kilometer gelaufen sind und dabei zweimal etwa 400 Höhenmeter überwunden haben.

Tiny little hiker taking a picture - Nikon 1 V3 & 10-100mm

Looking up the huge wall - Nikon 1 V3 & 10-100mm

Old Finca at Afur Beach - Nikon 1 V3 & 10-100mm

Auf dem Rückweg zum Auto tut mir alles weh und ich kann kaum noch laufen weil mit an einer abschüssigen Stelle auf losem Geröll der vordere linke Fuß weggerollt ist. Beim folgenden „Ausfallschritt“ bin ich dann mit dem rechten Knie heftig auf einen Stein aufschlagen. Nun muss ich fünf Kilometer und 400 Höhenmeter weit mit einem schmerzenden Knie wandern, was keine echte Freude ist.

Having a break at Afur Beach - Nikon 1 V1  - Infrared 700nm

DSC_7434

Coastline Hike # - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm

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Während die Nachbarn sich auf den Weg nach Hause machen lassen Karin und Wolfgang den Tag mit einem leckeren Stückkuchen in der krassesten Bäckerei ausklingen die die Welt je gesehen hat. Weil Hunde auf den Kanaren grundsätzlich in allen Bäckereien und Restaurants verboten sind muss Simba der kleine Hund von Wolfgang und Karin bei leicht geöffneten Fenstern eine Weile in meinem Mietwagen bleiben. Als wir zurückkommen hat er das halbe Auto auseinander genommen, sogar den Warnblinker hat er einschaltet und Lenkrad, Schaltknüppel, Fenster und Türen sind komplett voll gesabbert. Oh man is das eklig… Bevor es losgeht muss ich erst einmal den Schaltknüppel notdürftig mit einem Taschentuch trocken legen. Später daheim bei Karin und Wolfgang schnappt sich Karin einen Eimer mit Wasser und Seifenlauge und putzt das ganze Auto von innen. So sauber ist es in den letzten Monaten wohl selten gewesen.

Bevor ich zum Hotel fahre nutze ich die schöne Aussicht vor dem Haus von Karin und Wolfgang für einige Fotos hinab in das Tal von La Orotava wo sich Puerto de la Cruz in Richtung Meer anschließt.

Sunset over La Orotava - Nikon 1 V3 & 10-100mm

Puerto de la Cruz after Sundown - Nikon 1 V3

Für den Sonntag werde ich mir nichts vornehmen. Ich müsste mal meinen BLOG aktualisieren, in den letzten Tagen ist die Internet-Anbindung immer wieder ausgefallen und ich habe alles was ich mit Pages auf meinem Mac “vorgeschrieben” habe noch auf Halde liegen. Nach schauen wir mal wie es am Montag mit der Internet-Anbindung aussieht :-)

 


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