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Motorrad

Mercedes SLK und BMW K1200 by AC Schnitzer

BMW-K1200-AC-Schnitzer

Gestern hatte ich Gelegenheit eine echt coole BMW K1200 by AC Schnitzer mit meiner Fuji X-T1 und dem XF 1,2/56mm sowie dem XF 1,4/23mm zu fotografieren. Den vollständigen Artikel gibt es hier. Weil ich etwas zu früh dran war, habe ich auch noch ein paar Fotos meines kleinen Cabriolets gemacht, man(n) muss ich ja irgendwie sinnvoll beschäftigen…


Einen WordPress-BLOG selbst hosten

Die Motivation

Einen BLOG bei WORDPRESS.COM zu betreiben ist zunächst kostenlos, einfach und intuitiv. Doch es gibt viele Beschränkungen und Dinge die letztlich doch Geld kosten. Wer seinen BLOG unter einem eigenen Domain-Namen betreiben will muss zahlen. Wer die CSS-Dateien ändern und so seinem BLOG etwas besonderes fernab der vorgefertigten Themes verleihen will muss zahlen. Wer Videos hosten will oder mehr Platz für seine Fotos braucht muss, Du hast es sicher schon erraten, auch zahlen.

Nichts in der Welt ist wirklich kostenlos, nicht einmal bei WordPress.com! Im Jahr 2009 habe ich begonnen meinen ersten BLOG zu schreiben und habe dies anfangs über einen Microsoft Dienst getan, der dann aber wenig später eingestellt wurde. Es gab damals einen “Migration-Assistenten” der beim Umzug zu WordPress sehr hilfreich war. Allerdings waren das Layout und viele andere Einstellungen verloren und mussten mühsam überarbeitet werden. Meine ersten Videos habe ich damals noch beim Microsoft-Dienst “Soapbox” hochgeladen und mit dem BLOG verknüpft. Aber, auch das hast Du schon erraten, dieser Dienst wurde kurz danach auch eingestampft weil Microsoft den Diensten von YouTube einfach nicht das Wasser reichen konnte. Alle meine Videos waren plötzlich weg und mein frisch überarbeiteter BLOG mehr eine Kraterlandschaft als ein BLOG.

Nun sind wir ein paar Jahre weiter. Aus http://anscharius.wordpress.com ist mittlerweile http://anscharius.net geworden. Eigentlich ist es nur eine kostenpflichtige Domain mit einer URL-Weiterleitung zu http://anscharius.wordpress.com, mehr nicht! Alle Einschränkungen bestehen also weiterhin! Man kann nicht einfach mal ein PlugIn installieren oder das Design seines BLOGs so anpassen wie man sich das vorstellt.

Bereits vor rund zwei Jahren ist der Speicherplatz für eigene Bilder so knapp geworden, dass ich viele alte Artikel hätte löschen müssen um neuen Platz zu schaffen, oder wieder hier und dort etwas Geld zu bezahlen… Recht lange Zeit habe ich daher alle Fotos, die eigentlich für den BLOG bestimmt, waren bei flickr.com hochgeladen und einzeln mühsam mit jedem Artikel verknüpft. Was für ein Aufwand und flickr.com ist auch nicht ganz kostenlos… Im Laufe der Zeit ist mein flickr Photostream dann immer populärer geworden und aktuell habe ich mehr als 1.600 Follower bei flickr.com und mehrere tausend Bild-Aufrufe pro Tag. Würde ich hier Detailfotos von Motorrad-Gepäckträgern usw. veröffentlichen um sie mit meinem BLOG verknüpfen zu können, so wären viele meiner Follower auf flickr.com wohl mehr als irritiert.

Die neuen BLOGs

All das hat mich vor einigen Tagen bewogen meinen BLOG anscharius.net nach anscharius.com umziehen zu lassen. Alle Artikel habe ich der Reihe nach exportiert, im neuen BLOG importiert, teilweise überarbeitet und insgesamt wirklich viel Zeit investiert. Alles was es hier zu lesen gibt, das gibt es nun auch im neuen BLOG, aber ohne die beschriebenen Beschränkungen. Und so sieht der neue BLOG aus…

anscharius-com-BLOG

 

Bereits vor einigen Tagen hatte ich schon von meinen Plänen für eine große Motorradreise berichtet. Um diese Reise für alle Motorrad-Fans klar abzugrenzen und das Stöbern zu vereinfachen, habe ich einen zweiten BLOG unter der Domain http://100-Days-of-Freedom.com eingerichtet. In diesem neuen BLOG habe ich in den letzten Tagen die “festen Einträge”, also das was über die Menüleiste geöffnet werden kann, deutlich ausgebaut.

Schaut doch mal rein?

100-Days-of-Freedom-BLOG

 

 

Die Realisierung

Um einen BLOG fernab von WordPress.com zu betreiben braucht man, wieder richtig geraten, einen eigenen Web-Server. Einen solchen Web-Server habe ich schon seit rund 6 Jahren und betreibe dort meinen kleinen Bilderladen unter http://magnumprints.com. Dieser Server steht im Rechenzentrum der “1 & 1 Internet AG”. Alles in allem kostet dieser Web-Server etwa 100 Euro im Monat. Inbegriffen sind mehrere Domains und ein eigener Mail-Server und natürlich das Shop-System. Im Paket enthalten ist auch eine MySql-Datenbank sowie PHP in der Version 5.5. Mit diesen Voraussetzungen kann man auf einem solchen Server sehr einfach einen eigenen WordPress-BLOG betreiben.

Die Realisierung ist vergleichsweise einfach:

  1. WordPress von wordpress.org herunterladen
  2. Unterverzeichnis für den BLOG auf dem Web-Server anlegen
  3. Neue Domain registrieren und auf das Verzeichnis für den neuen BLOG verweisen lassen
  4. Neue Datenbank für den BLOG anlegen
  5. Datenbank, Benutzer, Passwort usw. in WordPress Konfiguration eintragen
  6. Mittels FTP Programm alle WordPress-Komponenten in das neue Verzeichnis auf dem Web-Server hochladen
  7. WordPress-Installationsroutine über den Web-Browser aufrufen
  8. Installation durchführen
  9. WordPress-Theme auswählen und anpassen
  10. Diverse WordPress PlugIns installieren
  11. Artikel im BLOG auf WordPress.com in kleinen “Portionen” als XML-Datei exportieren
  12. Maximalen Speicherbedarf usw. über php.ini konfigurieren
  13. Über passendes Import-PlugIn in neuen BLOG importieren
  14. Artikel falls notwendig überarbeiten, Artikelbilder zuweisen usw.

Der Zeitaufwand für einen solchen Umzug kann je nach Anspruch aber wirklich immens sein. Für den Umzug von anscharius.net nach anscharius.com habe ich alles in allem etwa 40 Stunden benötigt. Im neuen BLOG 100-Days-of-Freedom.com stecken mittlerweile etwa 100 Arbeitsstunden.

Alles in allem hat sich die Mühe aber gelohnt. Künftig kann ich völlig frei schalten und walten, Bilder hochladen und einbinden wie ich es mag und vor allem darf ich nun ein wenig Werbung in meinen BLOG integrieren, was laut der Richtlinien auf WordPress.com grundsätzlich für kostenlose NICHT selbst gehostete BLOGs untersagt ist. So kommen in den nächsten Monaten vielleicht ein paar Euros zusammen mit denen sich hoffentlich die Kosten für den eigenen WebServer decken lassen. Dann wäre der BLOG wirklich “kostenlos”, lediglich die viele Arbeit muss man investieren und die kann einem BLOGGER eh niemand bezahlen :-)

Ich wünsche Euch viel Spaß auf meinen neuen Web-Seiten und freue mich auf Euer Feedback!

 


100 Days of Freedom – Der BLOG

Sustenpass mit BMW R80-RT

Seit meiner Jugend stehe ich total auf Motorräder. Die krasse Beschleunigung und die Wendigkeit haben mich fast mein ganzes Leben lang fasziniert. So war ich mein halbes Leben mit meinen BMW Motorrädern unterwegs und konnte sogar ab und zu eine größere Tour fahren. Doch bei jeder Tour war ich bereits nach kurzer Zeit gefrustet, weil es wieder heim gehen musste. Am nächsten Montag wartete ein neuer Tag im Büro auf mich und statt einfach in den Horizont zu reiten ging es zurück in die dunkle Garage, wie frustrierend…

Ab Juli 2015 will ich das ändern und zwar grundlegend!! Ich habe jetzt 8 Jahre lang in Mainz gearbeitet und bin unzählige Male mit dem Motorrad oder dem Auto an Rhein und Mosel entlang hin und her gefahren. Langsam kenne ich das alles auswendig, wenngleich es immer wieder schön ist. Aber mein Projekt läuft Ende Juni aus und nun kann ich kurz bevor mich das Rentenalter ereilt endlich die Tour meines Lebens machen.

100 Tage Freiheit – 100 Days of Freedom – Mit dem Motorrad einhundert Tage lang kreuz und quer durch Europa, bis auf die Kanarischen Inseln und wieder zurück. Das habe ich mir vorgenommen und daran plane ich derzeit mehr als emsig. Weil ich nur sehr wenig Gepäck mitnehmen kann habe ich mir für diese Reise ein 11″ MacBook pro gekauft. Gewissermaßen als Test habe ich mit iMove auf diesem kleinen Notebook einen Trailer für die Reise erstellt. Es sieht ein wenig nach “Indiana Jones” aus, aber er ist ja auch nicht ganz ernst gemeint. Es ist halt die iMovie-Vorlage “Abenteuer” auf der dieser Trailer basiert. Bei YouTube gibt es scheinbar viele Nutzer die das nicht verstehen und auch keinen Humor haben, so hat dieser Trailer dort auch einige negative Bewertungen kassiert. Aber bislang überwiegen die positiven Stimmen :-)

Mein großes Projekt “100 Days of Freedom” soll eine Mischung aus Abenteuer, Weltreise und Fotoexpedition werden. Ich will schöne Locations finden, geile Fotos machen und ein schönes Video erstellen. Es soll viele Tipps und Tricks geben welche Motive man in Deutschland, Schweiz, Italien, Spanien und Portugal finden kann. Auf meinem kleinen 11″ Mac werde ich nach Kräften bloggen und dokumentieren was ich unterwegs erlebe.

Weil diese Reise wirklich viel Geld verschlingen wird, werde ich mich an einigen Kindle E-Books versuchen um die immensen Kosten wenigstens teilweise auffangen zu können. Um alle Infos in gebündelter Form präsentieren zu können habe ich eigens für diese Reise einen neuen BOG eingerichtet. Dieser läuft auf meinem eigenen Webserver und so muss ich mir keine großen Gedanken über Speicherplatz usw. machen. Bei diesem neuen BLOG bin ich mein eigener Webmaster und kann alles nach Lust und Laune gestalten wie ich es will. Im Augenblick gibt es dort erst drei kurze Artikel in denen es um die Vorbereitung der Reise geht, aber es wird mehr werden, viel mehr :-)

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Gestern habe ich eine erste Testfahrt mit der neuen Fuji Fotoausrüstung UND dem neuen Reisestativ in meinem Tankrucksack gemacht. 200 Kilometer bin ich gefahren und es hat gut funktioniert. Alles passt in einen einzigen Tankrucksack, lediglich der Stopp an der Tankstelle war nervig. Um an den Tank zu kommen muss ich den großen schweren Rucksack jedes Mal abmontieren, das wird mir noch gewaltig auf die Nerven gehen.

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Kurz vor Ende meiner Tour habe ich gestern beim Café Fahrtwind einen Stopp eingelegt und sogar noch ein Stückchen des leckeren neuen Kuchens genießen können. Dort gibt es jetzt einen einzigartigen Schmandkuchen mit Mandarinen. Ich war schon während der Entstehung dieser neuen Kreation dabei und durfte sogar das erste Exemplar dieser neuen Spezialität kosten. Und er ist einfach sagenhaft gut!

Ich hoffe Ihr begleitet mich, wenn auch nur virtuell, auf dieser langen Reise! Ich hoffe auch sehr auf Eure Unterstützung. Falls jemand von Euch schöne Locations kennt die ich unbedingt besuchen sollte, so würde ich mich über einen kurzen Kommentar unter diesem Artikel sehr freuen. Wer mich ein Stück begleiteten oder unterwegs besucht werden möchte darf sich gern jederzeit melden :-)

Also dann, stellen wir uns ein auf 100 Tage Freiheit – 100 Days of Freedom…


Was rockt mich im Herbst?

In den letzten Wochen hatte ich nicht viel Zeit für lange neue Artikel. Das lag zum größten Teil an den sehr aufwendigen und langwierigen Arbeiten zu meinen neuen Videos. Besonders die drei letzten USA-Videos haben mich mehrere hundert Stunden meiner abendlichen Freizeit gekostet.

Daher gibt es heute nicht viel Text sondern einfach nur ein paar Links zu meinen aktuellen YouTube Videos. Ich würde mich sehr freuen dazu den einen oder anderen “Daumen hoch” von Euch zu erhalten. Konstruktive Kritik und Anregungen wie es besser geht sind natürlich jederzeit ganz ausdrücklich willkommen.

Wer nicht weiß wie er einen “Daumen hoch” abgeben kann, dazu benötigt man einen kostenlosen YouTube-Account. Man hat dadurch keinerlei Verpflichtungen und muss selbst keine Videos einstellen usw. Aber man kann eben bewerten, kommentieren, Playlisten anlegen und sehr einfach mit den Machern der Videos in Kontakt treten.

Okay, starten wir in umgekehrter chronologischer Reihenfolge….

In den letzten Tagen war endlich das Wetter mal so, dass man wieder mit Freude Motorrad fahren konnte. Weil ich seit ein paar Tagen drei kleine Objektive für meinen iPOD Touch habe, kam es mir in den Sinn ein Video mit Tipps für Biker zu machen. Einige der Tipps passen natürlich auch für andere Arten der “sportlichen Fortbewegung” :-)

Die Zubehörartikel aus dem Video gibt es hier

Hier habe ich ein Video das mit ganz großen Spaß bereitet. Es ist vor ein paar Wochen an einem Montag entstanden den ich gemeinsam mit meinem Freund Mirko in der Luft verbringen durfte. Ein paar Tage zuvor haben wir ein kleines Interview aufgezeichnet.

Als mein Auto vor ein paar Tagen wegen einer Rückrufaktion in die Werkstatt musste, hatte ich Gelegenheit zwei Tage lang einen Mercedes GLA-250 auszuprobieren. Ein sehr schönes Auto!!

Hier nur nun die inzwischen fertig gestellten Teile 1-3 meiner Reportage zur USA-Reise im May 2014:


Schuberth C3 Pro – Praxistest

Die Ausgangssituation

Als sehr aktiver Motorradfahrer stehe ich zu Beginn jeder neuen Saison vor der Frage ob es der alte Helm noch ein Jahr lang tun wird, oder ob es mal wieder Zeit für eine neue “Mütze” ist. Im Jahr 2007 bin ich von einem in die Jahre gekommenen Arai Helm auf einen Schubert S1 Pro aufgestiegen und bin von diesem Helm weitgehend begeistert. Er hat allerdings auch seine Schwächen. So hat das Visier zwei kleine Stifte die gern abbrechen und dann läuft man schnell Gefahr das Visier beim Öffnen plötzlich einfach in der Hand zu halten weil es keinen Endanschlag mehr gibt.

Auch muss man peinlich genau darauf achten, dass man beim Tragen die Dichtung rund um das Visier herum nicht beschädigt. Hat sich diese erst einmal gelöst, weil man sie beim Tragen versehentlich etwas daran gerissen hat, so schließt das Visier nicht mehr richtig und man verspürt einen dauerhaften unangenehmen Zug an den Augen. Abhängig vom Motorrad auf dem man ihn benutzt, neigt die inzwischen schon recht alte Konstruktion etwas dazu, bei hohen Geschwindigkeiten leicht zu pendeln. Besonders bei Fahrten mit meiner Sozia ist mir das schon oft unangenehm aufgefallen. Aber es tritt erst bei deutlich mehr als 120 Km/h auf. Schneller muss man zu zweit eh nicht dauerhaft fahren. Störend empfinde ich auch das Pin-Lock Visier. Besonders wenn man der tief stehenden Sonne entgegenfährt und den Helm ganz nach unten neigt um nicht geblendet zu werden, stört die Kante des Pin-Locks deutlich, weil sie mitten im Sichtfeld positioniert ist. Das ist der Grund warum ich meinen S1 Pro seit geraumer Zeit nur noch ohne Pin-Lock Visier fahre!

Aber der Schuberth S1 Pro hat auch viele gute Seiten. So ist die Geräuschkulisse innerhalb des Helms niedriger als bei fast allen anderen lieferbaren Helmen. Das Innenfutter ist überaus angenehm, der Doppel-D Kinnriemen schließt perfekt, das Innenvisier lässt sich sehr einfach bedienen und insgesamt sitzt der Helm sehr komfortabel.

Doch der S1 Pro wird nicht mehr hergestellt und sein Nachfolger der S2 ist nicht mein Ding. Ich bekomme ich kaum über die Ohren gezogen und das neue Design gefällt mir auch nicht. Dieses Ding sieht mehr nach einem Ritterhelm als nach einem modernen Kopfschutz aus. Es gäbe nicht den neuen Schuberth SR-1, aber das ist ein reinrassiger Helm für die Rennstrecke. Es gibt kein zweites innenliegendes Sonnenschutzvisier und Geräuschdämmung spielt beim SR-1 eine untergeordnete Rolle. Für weite entspannte Touren ist dieser Helm eher nicht gemacht.

Weil mein S1 Pro nach sieben Jahren und mehreren selbst ausgeführten kleinen Reparaturen langsam aber sicher in die Jahre gekommen ist, habe ich mich in den letzten beiden Jahren immer wieder nach neuen Helmen umgesehen.

Meine Helme

Meine aktuelle Helmsammlung umfasste bis zuletzt:

  • Arai (Alt nicht mehr in Benutzung)
  • HJC R-PHA 10 (Sehr leicht aber laut, seit 2013 in Benutzung)
  • Shoei XR-1100 (Gute Aerodynamik aber laut, selten in Benutzung,  im Jahr 2014 abgelöst vom NXR)
  • Shoei GT-Air (Sehr guter Helm, seit 2013 in Benutzung)
  • Schuberth S1 Pro (Mein Liebling, aber inzwischen alt und nicht mehr lieferbar)
  • UVEX (Uralt und schon lange nicht mehr in Benutzung)

Vor zwei Tagen habe ich dann bei einer kurzen Stippvisite bei POLO in Mainz dem Schuberth C3 Pro eine Chance gegeben. Das Vorgängermodell habe ich schon zweimal ausgiebig getestet und war damit nicht zufrieden. Zu laut und zu unbequem war mit dieser Helm im Vergleich zum Schuberth S1 Pro. Im Jahr 2012 habe ich mir daher den Shoei XR-1100 gekauft. Doch dieser Helm ist zwar toll verarbeitet, es gibt sehr gute Visiere mit Verlaufstönung usw. aber er ist bei geöffneten Lüftungsöffnungen auf meinen Motorrädern extrem laut. Es pfeift dann in diesem Helm so sehr, dass man ihn ohne Gehörschutz meiner Meinung nach überhaupt nicht für längere Zeit tragen kann.

Daher habe ich mir im Jahr 2013 den HJC R-PHA 10 gekauft. Er war recht preiswert und es wurden zwei Visiere inkl. Pin-Lock mitgeliefert. Dieser Helm sitzt gut, ist sehr gut belüftet, ist extrem leicht aber auch sehr laut. Ohne Gehörschutz ist auch dieser Helm kaum über weite Strecken zu ertragen. Im Jahr 2013 habe ich mir schließlich noch den Shoei GT-Air gekauft. Dies ist ein sehr guter Allrounder der fast alles kann was der Schuberth S1 Pro auch kann. Allerdings ist das Innenfutter etwas kratzig und durch die Anbringung des Hebels für das Sonnenvisier produziert er besonders auf der linken Kopfseite laute Windgeräusche.

Wirklich optimal sind alle meine Helme also nicht und mit keinem dieser Helme bin ich vollständig glücklich. Sie erfüllen ihren Zweck, sollten aber bei jeder längeren Tour mit einem Gehörschutz gefahren werden.

Bei meiner Probefahrt mit dem neuen Schuberth C3 Pro hatte ich spontan das Gefühl, dass dieser Helm sich sehr leicht aufsetzen lässt und geschlossen eng aber gut sitzt. Das Futter hat fast die Qualität wie bei meinem S1 Pro und das Blickfeld ist ähnlich groß. Das Pin-Lock wurde etwas geändert und stört nun nicht mehr so sehr wie beim S1 Pro. Allerdings hat man es beim Shoei GT-Ari geschafft die obere Kante des Pin-Lock Visiers komplett aus dem Blickfeld verschwinden zu lassen. Hier kann man bei Schuberth noch dazulernen! Bei niedrigen Geschwindigkeiten kann man ihn so einstellen, dann man noch genügend viel Frischluft bekommt, es aber nicht an den Augen zieht. Das Visier kann leicht mit beiden Händen geschlossen und geöffnet werden. Bei den Shoei Helmen geht das nur mit der linken Hand die ich leider oft an der Kupplung habe wenn ich gern den Helm öffnen würde. Das gefällt mir gar nicht!

Im Shoei GT-Air empfinde ich die Belüftung als etwas schwach und das leicht kratzige Innenfutter mag ich auch nicht so sehr.

Fazit nach den ersten Ausfahrten

Das alles ist beim Schuberth C3 Pro nun anders. Die Belüftung stimmt, auch bei höheren Geschwindigkeiten. Das Visier lässt sich sehr komfortabel bedienen, der Ratschenverschluss ist ok, wenn auch kurz vor der Grenze. Ich sitze bei meinen BMW K1200 leicht nach vorn geneigt. Daher drückt der Verschluss hier nicht auf den Kehlkopf. Wer einen lässigen Chopper fährt und weit zurückgelehnt sitzt, der könnte mit dem dicken Ratschenverschluss seine liebe Not bekommen!

Die Kopflüftung kann in zwei Stufen geöffnet werden und produziert keine störenden pfeifenden Geräusche. Das Sonnenvisier lässt sich sehr leicht öffnen und schließen. Die Geräuschkulisse ist bei 100 km/h auch über etwas weitere Strecken erträglich, auch wenn Schuberth schreibt, dass es der leistete Schuberth aller Zeiten sei… Wer mit diesem Helm weite Strecken auf der Autobahn zurücklegen will, der sollte wie in praktisch jedem Motorradhelm auch hier unbedingt einen Gehörschutz tragen!!

Mein Traum wäre ein Helm der die Akustik eines normalen PKW bietet. Aber das werde ich wohl niemals bekommen…

Meinen Schuberth C3 Pro werde ich in den nächsten Wochen ausgiebig testen und sobald es Anlass zur Kritik gibt werde ich mich hier wieder melden.

Bis dahin ist der Schuberth C3 Pro meine Empfehlung für alle die etwas mehr Geld ausgeben können und einen bequemen Helm für entspannte weite Touren suchen.

 

 

 

 


Nikon 1J2 – Perfekte Kamera für Tourenfahrer

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Es ist traurig aber wahr, der Sommer geht langsam aber sicher zu Ende. Wie viele begeisterte Motorradfahrer wollen die letzten Sonnenstrahlen ausnutzen und brechen am Freitag gegen 10h30 auf zu einer zweitätigen Tour inkl. Übernachtung in Mainz. Am ersten Tag wollen wir quer durch die Eifel zur Mosel fahren, dann entlang der Mosel in Richtung Trier. Auf der anderen Seite der Mosel soll es durch den Hunsrück vorbei an Bad Kreuznach nach Mainz gehen. Dort wollen wir übernachten und am nächsten Tag entspannt durch das schöne Wispertal fahren. Über die Aarstraße und später entlang der Lahn wollen wir zurück zum Rhein und dann heim nach Bonn.

Nikon 1 J2 - Nikkor AF-S VR 11-27,5mm

Mit im Gepäck habe ich lediglich die wunderschöne Nikon 1 J2 die ich vor ein paar Tagen bei amazon.de für ganz kleines Geld gekauft habe. An der Kamera ist das kompakte Nikkor AF-S VR 11-27,5mm montiert. Noch eine Speicherkarte und ein voll geladener Akku, fertig ist die Biker-Fotoausrüstung. Grundsätzlich würde diese kleine Kamera auch in die Jackentasche passen, dort aber trotz der kompakten Abmessungen eine ausgeprägte Beule erzeugen. Da ich an meinem “Mädchenmotorrad” seit ein paar Tagen eine schöne Hecktasche des Zubehörspezialisten Wunderlich aus Sinzig am Rhein habe, findet meine “Fotoausrüstung” dort ihren Platz zwischen Getränken und Smartphones.

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Die erste Etappe unserer Tour führt uns über altbekannte Wege zum Café Fahrtwind in Hönningen. Leider haben wir wieder einmal die Öffnungszeiten nicht im Kopf und stehen um kurz nach 11h zusammen mit einer Gruppe anderer Biker aus Dortmund vor verschlossener Türe. Im Café Fahrtwind laufen die Vorbereitungen für den Tag auf Hochtouren, aber es ist eben noch nicht alles fertig und daher ist auch noch geschlossen. Wir überlegen kurz ob wir bis 12h warten wollen, beschließen dann aber weiter zu fahren.

Eigentlich fährt meine Freundin Sandra nicht gern voraus aber heute ist es für sie ganz einfach. Sie muss nur dem Verlauf der Straße folgen und so kommen wir ganz automatisch nach Cochem an der Mosel. Klar könnten wir den einen oder anderen wunderbaren Abzweig nehmen, aber Sandra ist in dieser Saison wenig gefahren und es fehlt an Kondition und vor allem an “Sitzfleisch”. Also cruisen wir entspannt auf gut ausgebauten Straßen der Sonne entgegen.

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In Cochem an der Mosel angekommen parken wir meine blau-weißes Duo und schauen uns ein wenig diese tolle Stadt an. Bei einem leckeren Flammkuchen beschließen wir, Cochem irgendwann einmal einen zweitätigen Besuch abzustatten und besonders die Altstadt sowie die tolle Burg einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

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Frisch gestärkt betanken wir unsere 163PS starken Supertourer mit edelstem SHELL Weltmeisterbenzin und setzen unsere Reise fort. Sandra fährt wieder voraus, sie hat die Instruktion immer der Mosel in Richtung Trier zu folgen.

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Das klappt auch ganz gut bis wir in der Nähe von Püdernich an einen Kreiserkehr kommen. Der erste Abzweig führt nach Trier, der Zweite entlang der Mosel. Sandra entscheidet sich für “Trier”. Ich bin einverstanden und erwarte gespannt die Kurven die sich uns bieten werden. Und tatsächlich ist die Landschaft hier wunderschön. Zwischendurch gibt es wieder eine dieser verhassten Vollsperrungen mit einer elend weiten Umleitung. Aber diese Umleitung führt uns durch idyllische Wälder mit tollen Kurven.

An einem abschüssigen Streckenabschnitt mit total genialen Kurven fährt wieder einmal ein LKW vor uns her. Ein richtig dicker Brummer ist das und er fährt echt langsam. 100 km/h sind erlaubt und ich überlege nach jeder Kurve ob ich nicht einfach schnell an diesem Monstrum vorbeischießen soll, aber es ist ein absolutes Überholverbot und es gibt eine doppelte durchgezogene weiße Linie! Also reiße ich mich am Riemen und bleibe brav hinter dem LKW, irgendwann werden wir schon gefahrlos überholen können.

Nach der nächsten 90° Kurve schnürt es mir dann fast den Atem ab, mitten auf der Gegenfahrbahn steht eine riesige schwarze Zugmaschine mit aufgeklappter Motorhaube. An diesem Pannenfahrzeug hängt ein gewaltiger Anhänger mit drei Achsen am hinteren Ende. Dieses Hindernis nimmt die komplette Fahrbahn ein und der vor uns fahrende LKW muss abbremsen und vorsichtig dieses mörderische schwarze Monstrum passieren zu können. Etwa 100 Meter hinter dem Pannen-LKW stehen eine Warnlampe und und vergammeltes Warndreieck… Ich in total froh, dass ich hier keinen Stunt gewagt habe, denn das wäre voll ins Auge gegangen. Mitten im Überholvorgang frontal in einen stehenden LKW zu klatschen, das mag man sich gar nicht weiter ausmalen. Was wenn uns ein Biker aus der anderen Richtung entgegen gekommen wäre? Er hätte sogar noch schlechtere Karten gehabt – urgs…

Kurz vor Trier steuert meine Sandra dann einen Parkplatz an. Ich bin ganz froh darüber denn wir können beide kaum noch auf den Mopeds sitzen. Als wir gerade absteigen biegt ein Auto am Ende des Parkplatzes scharf nach rechts in einen geschotterten Weg ab. Was ist denn dort? Sandra sondiert kurz die Lage und staunt nicht schlecht als sie dort eine tolle “Wurstbude” findet. Also starten wir die Motoren und parken gleich davor.

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Bei einem leckeren Snack besprechen wir die gefährliche Situation und sind uns danach beide einig, dass das Leben manchmal am seidenen Faden hängt und dass wir auch auf dem Rest der Tour das Schicksal nicht herausfordern wollen. Frisch gestärkt geht es weiter in Richtung Bernkastel an der Mosel. Dort überqueren wir diesen wunderbaren Fluss und machen uns gemeinsam mit einer Gruppe britischer Biker an den Aufstieg in Richtung Süd-Westen. Die Briten eiern ziemlich durch die Gegend, wir wären bei britischem Linksverkehr sicher auch etwas unsicher. Also biege ich an der nächsten mir bekannten Straße ab und nun schlängeln wir uns wieder über einsame Landstraßen in Richtung Westen.

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Nach einigen kurzen Zwischenstopps erreichen wir schließlich mein kleines Appartement in der Nähe von Mainz. Bei Nieder-Olm geht es noch schnell zu einem EDEKA. Als wir den Supermarkt verlassen haben wir leckere Filet-Steaks und weitere Köstlichkeiten im Gepäck. Während die Steaks später in meinem Mainzer Garten auf dem Gasgrill ihre Farbe wechseln, müssen wir an den Verkäufer von der Fleischtheke denken. “Das ist aber nicht das Filet aus dem Sonderangebot?!??!” Ist es nicht und unsere vier kleinen Steaks kosten zusammen fast 24,- Euro. Das ist nicht billig, aber wenn die Qualität stimmt und die Tiere vernünftig gehalten wurden, dann bin ich gern bereit dafür etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

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Hier habe ich noch ein nicht ganz ernst gemeintes Grill-Video das ich mal im letzten Jahr aufgenommen habe. Sehr cool ist die Nikon P7100 im Kühlschrank :-)

Am nächsten Morgen frühstücken wir auf der Terrasse und beseitigen danach noch schnell die Spuren unseres vorabendlichen Grill-Events. Die Sonne scheint und ich beschließe noch schnell den Rasen zu mähen. Wer hätte gedacht, dass das einst freiwillig an einem Samstagmorgen erledigen würde?

Danach schnappen wir uns ein iPad und ich zeige Sandra in aller Ruhe via Google-Maps (Ja es gibt sie wieder!) wie ich mir den weiteren Verlauf unserer Tour vorstelle. Wir wollen vorbei an Mainz nach Rüdesheim fahren. Bei Lorch soll es rechts ab ins Wispertal gehen. In Bad Schwalbach wollen wir eine Pause einlegen und uns dann die geniale frisch asphaltierte Aaarstraße vornehmen. Ich stelle mir vor, dass wir kurz vor Diez wieder in Richtung Osten abzweigen und uns bis nach Nassau durchschlagen.

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Dieser Plan funktioniert ganz wunderbar und als wir am späten Nachmittag in Nassau eintreffen ist dort ein tolles Volksfest. Auf der Lahn fahren Drachenboote um die Wette. Die Stimmung ist supergut und wir mischen uns ein wenig unter das Volk. Bei Cola und Bratwurst ist die Laune gut und so bemerken wir gar nicht wie sich über uns am Himmel die Wolken zusammenziehen. Als wir wieder startklar sind fallen dann auch die ersten Regentropfen aus der bedrohlich tief hängenden Wolkendecke. Regenkombis haben wir keine dabei, also beißen wir die Zähne zusammen und hoffen, dass der Spuk schnell vorbei ist.

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Am Morgen hatte ich noch via Smartphone schnell einen Blick auf den Regenradar geworfen und tatsächlich ist es nur eine schmale Regenfront. Als wir in Linz am Rhein ankommen ist meine Lederkombi schon wieder trocken. Daheim in Bonn sind wir ziemlich erledigt und lassen uns vom “Pizza-Boy” ein kalorienreiches Biker-Abendessen liefern.

Regenradar

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Am Sonntag müssen wir entsetzt feststellen, dass während unserer Abwesenheit niemand den Kühlschrank nachgefüllt hat. Es ist einfach nichts da woraus sich ein leckeres Frühstück bereiten liesse. Als ich vorschlage, dass wir im Café im Kunstmuseum frühstücken könnten sagt meine Sandra “Oder sollen wir Silke und Mirko am Café Fahrtwind besuchen?” Na wenn das keine gute Idee ist! Und so beginnt Tag 3 auf dem Motorrad – geil…

Sandra ist nach 2x 9h Mopedfahren etwas mitgenommen und so beschließen wir gemeinsam mit einem Motorrad zu fahren. Weil ich an meiner blauen K1200r keinen Stauraum für die Nikon 1 J2 habe, entscheiden wir uns für das Zwilingsmotorrad – endlich darf ich mal wieder mein “Mädchenmotorrad” fahren – tirili…

Beim Café Fahrtwind angekommen ist dort richtig was los und wir lassen uns gemeinsam mit vielen anderen Bikern das Frühstück schmecken. Immer wieder kommt das Thema “Rasen & Sterben” auf. Am letzten Wochenende gab es in der Eifel wieder viele schwere Motorradunfälle. Ich kann das teilweise nachvollziehen. Auf dem Weg zum Café Fahrtwind sind wir etliche Kilometer in einer langen Karawane hinter einer Gruppe echt alter Leute in einer schwarzen Mercedes A-Klasse hergeschlichen. Viele andere Biker haben es nicht ertragen auf einer Straße auf der 100 km/h erlaubt sind mit 57 km/h zu fahren. Das hat sie zu teilweise abenteuerlichen Überholmanövern provoziert. Auch wenn sich alle über die rasenden Biker mit ihren Supersportlern aufregen, viele Autofahrer tragen oft eine Mitschuld. Ich frage mich immer wieder warum alte Leute die mit dem Autofahren total überfordert sind sich ausgerechnet am Sonntag aufmachen um auf den schönsten Straßen der Republik den Verkehr zu stauen?

Als wir nach einem extrem ausgedehnten Frühstück wieder losfahren höre ich um mich herum überall diese hochgezüchteten Supersportler. Die Typen sind heiß auf Kurven und den schnellen Adrenalinschub. Mir geht das echt auf die Nerven und ich frage mich oft warum sie nicht für 50 Euro ein paar Runden auf dem Nürburg-Ring drehen und sich danach einfach mal an die Verkehrsregeln halten und keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährden?

Da das Wetter einen stabilen Eindruck macht entschließen wir uns zu einer kleinen “Abschlussrunde” über Bad Münstereifel. Immer wieder werden wir von heulenden Supersportlern bedrängt, überholt und geschnitten, es ist echt zum Kotzen. Es kommt mir vor als hätten sich alle Adrenalin-Junkies entschlossen hier und heute in den Tod zu fahren. Ein paar Kilometer später stehen dann schon wieder zwei Autos mit eingeschalteten Warnblinkanlagen mitten auf der schmalen Landstraße. Dazwischen eine demolierte giftgrüne Kawasaki. Was genau passiert ist will ich lieber gar nicht wissen, es sind gute Zeiten für Organspenden…

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Als wir am dritten Tag wieder in Bonn einlaufen haben wir fast eine Sauerstoff-Vergiftung. Soviel frische Luft und tolle Landschaft hatten wir schon lange nicht mehr. Vielleicht ist ja der Sommer noch nicht ganz vorüber und vielleicht können wir an einem der nächsten Wochenenden noch die eine oder andere kleine Tour fahren, ich hoffe darauf!

Fazit

Die vielen Fotos die ich in den letzten Tagen mit der kleinen Nikon 1 J2 aufgenommen habe machen mir richtig viel Spaß. Die Kamera ist klein und kompakt und liefert erstaunlich gute Ergebnisse. Einige Fotos habe ich unbearbeitet “out of the cam” in voller Originalgröße bei flickr.com hochgeladen.

Die Nikon 1 J2 ist mir in den letzten Wochen echt ans Herz gewachsen. Die Bildqualität ist identisch zur Nikon 1 V1, aber diese Kamera ist noch kompakter. Der eingebaute kleine Blitz ist ungemein praktisch, um wie bei den Technikdetails der Motorräder im flickr-Album gezeigt, knackscharfe Fotos mit vielen Details zu erzielen. Besonders im Nahbereich funktioniert das ausgesprochen gut.

Bedenkt man den inzwischen sehr niedrigen Preis dieser Kamera, so ist sie meiner Meinung nach ein idealer Begleiter für alle Motorradfans die auf ihren Touren die schönsten Eindrücke in guter Qualität festhalten möchten.


BMW K1200RS – Zubehör und Wunderliches

Meinen Führerschein der Klasse 1b habe ich mit 16 Jahren gemacht und zwei Jahre später dann den Führerschein der Klasse 1 für die “richtigen” Motorräder. Das ist inzwischen mehr als 30 Jahre her und seit dieser Zeit fahre ich ausgiebig und mit Begeisterung Motorrad. Im zarten Alter von knapp 17 Jahren habe ich mich einmal ganz kräftig “auf die Fresse gelegt” und mir eine schwere Hautabschürfung am rechten Arm zugezogen. Ich war damals einen Augenblick lang unaufmerksam und habe einen Pflasterstein übersehen der auf der Straße lag. Meine kleine 50er Zündapp ist damals regelrecht hoch gesprungen und ich bin im spitzen Winkel gegen die Gehwegkante gefahren und habe dann mit meinem rechten Arm eine Furche in den schwarzen Schotter auf de Gehweg gezogen. Wirklich fies war das und es war mir eine Lehre. Seit dieser Zeit ist nichts mehr passiert und das sollte auch so bleiben!

Beruflich hat es mich schon vor mehr als 6 Jahren nach Mainz gezogen und ich verbringe hier wirklich viel Zeit, auch mit dem Motorrad. Seit ich beim ersten Ausritt im Sommer 2007 die Gegend rund um Mainz zu erkunden begann sind ein paar Motorräder gekommen und gegangen. Inzwischen habe ich Motorrad Nummer 5 hier, meine uralte BMW K1200RS – Baujahr 2001. Auf dem Tacho stehen inzwischen mehr als 105.000 Kilometer und das Ding läuft noch immer wie ein Uhrwerk. Die vielen Kilometer bin ich natürlich nicht selbst gefahren. Als ich dieses Motorrad im letzten Jahr gekauft habe, hatte es schon 98.000 Kilometer auf der Uhr.

Und wie das bei mir immer so ist, auch dieses Motorrad war vor meinem Spieltrieb nicht sicher. Als erste Aktion bekam meine BMW eine andere kürzere Scheibe. Dadurch sitze ich jetzt mehr im Wind und habe weniger lautstarke Wirbel am Helm. Insgesamt fährt es sich dadurch deutlich entspannter. Danach wurde das Rücklicht gegen ein schickes LED-Rücklicht getauscht. Auch die vier Blinker sind jetzt weiß, das alles gab es bei www.whitelights.de für kleines Geld. Die kurze Scheibe kommt von ZTechnik und kann via Louis oder ebay bezogen werden. In die Blinker habe ich versilberte Blinklampen eingesetzt, die gab es für Stück ca. 5 Euro bei eBay…

Am letzten Wochenende konnte ich auf dem Weg von Mainz nach Bonn beim BMW-Zubehörspezialisten Wunderlich in Sinzig einen Zwischenstopp einlegen. Für mein Mädchenmotorrad gab es dort eine schöne kleine Tasche für den Heck-Gepäckträger. Für mein altes Projektmotorrad habe ich dort vier Zierringe im ALU-Design für das Cockpit gekauft.  Außerdem noch ein wunderschön gearbeitetes analoges Thermometer und ein sehr pfiffiges Zubehörteil das es sehr erleichtert an der Tankstelle den Luftdruck zu prüfen, ein Winkelventil.

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Zusätzlich ist mir dann noch ein kleines Plastikteil ins Auge gesprungen, das unter dem Namen “Throttle-Rocker” zum horrenden Preis von 12,50 Euro vertrieben wird.

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Kurz nach 18h ging es dann heute ans Werk. Mit einer ordentlichen Portion Glasreiniger habe ich zunächst das das Cockpit gesäubert und dann mit etwas Montagekleber aus dem Baumarkt die vier Zierringe auf die Ränder der ziemlich verschrammten Instrumente geklebt. Der Klebstoff hat eine Konsistenz wie Fensterkitt und lässt sich sehr gut verarbeiten. Einfach zwei kleine Kleckse in jeden Ring und schon lassen sie sich sehr präzise im Cockpit positionieren. Mit einem scharfen Küchenmesser konnte ich die Lenkkopfabdeckung lösen und durch das schöne Thermometer ersetzten. Hier habe ich das sogenannte Pattex Kraft-GEL verwendet.

Der Throttle-Rocker war schnell auf das Ende des Gasgriffs geschoben, alles gar kein Problem. Das Eckventil ist übrigens nicht für den Fahrbetrieb gedacht! Aber in den letzten Jahren habe ich mich so oft an Tankstellen geärgert, dass die Gräte zur Luftdruck-Kontrolle auf den extrem kurzen Ventilen einfach nicht halten wollten, dass ich die um 90° gebogene Verlängerung künftig öfters bei mir haben werden. Erst vor ein paar Tagen ist das Nachfüllen des Hinterrades so gründlich in die Hose gegangen, dass ich mit einem fast platten Reifen zu einer anderen Tankstelle fahren musste. Das war nicht witzig und künftig wird das hoffentlich nicht mehr vorkommen!

Frisch gestylt muss meine alte Dame natürlich ein wenig ausgeführt werden. Also schnell rein in die luftige Sommerkombi und auf geht es. Mit meinem TomTom Urban-Rider lässt sich die Route sehr schön aufzeichnen. Von Mainz führt mich mein Weg mit ein paar Umwegen nach Süden in Richtung Alzey.

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Dort biege ich rechts ab und fahre dem Sonnenuntergang entgegen. Auf meinem Kopf habe ich den SHOEI GT-Air. Die integrierte Sonnenblende funktioniert sehr gut und wenn das Gegenlicht zu heftig wird senke ich den Kopf etwas und schon wirkt der Helm fast wie eine Baseball-Kappe – Sehr gut! Auch der Throttle-Rocker bewährt sich ganz hervorragend. Damit muss man den Gasgriff nicht mehr fest umklammern, sondern legt einfach ganz entspannt den Handballen auf. Ein leichter Druck und im 6. Gang gleitet die alte BMW mit 100 km/h dahin – großartig – warum gab es das nicht schon vor 30 Jahren?

Als ich in der Nähe von Wolfsheim bin geht gerade ein ganz wunderbarer Vollmond auf. Es sieht einfach nur geil aus, wie mich diese große weiße Scheibe das direkt über dem Horizont anlächelt. Auf der anderen Seite geht gerade die Sonne unter und so wird der volle Mond in ein tolles violettes Licht getaucht. Da hilft nichts, da muss man anhalten und ein paar Fotos mit dem Handy machen. Meine schöne neue Nikon 1J2 habe ich leider nicht dabei. Sie ist zwar wunderbar klein aber für die Jackentasche doch noch ein wenig zu groß. Aber mein HTC Desire HD schießt zur Not auch ganz brauchbare Fotos…

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Hier noch ein etwas verfremdetes Foto meiner alten Dame mit dem Vollmond im Hintergrund. Jeder der nicht Motorrad fährt wird solche Momente nie erleben und wohl auch nicht verstehen können, dass dies für mich einer der Gründe ist warum ich so gerne Motorrad fahre. Dieses Gefühl der Ungebundenheit und der Freiheit lässt sich schwer in Worte fassen, man muss es einfach selbst erlebt haben…

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Dieses Foto ist übrigens 1920 Pixel breit – einfach anklicken…


Nikon 1V1 – Unterwegs mit dem Motorrad

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(Alle Fotos sind 1920 oder 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

Es soll der bislang heißeste Tag des Jahres werden, in den Nachrichten sprechen alle davon, dass “Deutschland Fieber” bekommen soll. Leider sagen sie nicht welche Art von Fieber, aber mein Motorrad-Fieber scheinen sie nicht zu meinen :-) Wie dem auch sei, der Winter war lang und dunkel und meine Freundin Sandra und ich mussten zweimal aus Deutschland flüchten bis hier endlich die Sonne scheint.

In den letzten Jahren bin ich meist in etwas rustikaler Motorradkluft unterwegs gewesen und die ist bei den aktuellen hochsommerlichen Temperaturen eindeutig viel zu warm. Andererseits sind die Zeiten in denen ich selbst noch mit Helm, T-Shirt, Nierengurt und kurzer Hose Motorrad gefahren bin eigentlich auch vorbei. Im Alter wird man langsam vernünftiger :-) So begab es sich dann auch, dass ich mich in der letzten Woche in der Mainzer POLO-Niederlassung nach einer luftigen Motorradkombi für den bevorstehenden Hochsommer umgesehen habe. Die Auswahl fiel mir schwer und ich habe vorher viel im Internet gelesen. Letztlich ist es dann eine Kombi des Herstellers FLM geworden, weil sie gut sitzt, ordentliche Protektoren hat und man das Sympatex-Innenfutter komplett herausnehmen kann.

Und so sieht meine aktuelle Sommerkombi aus:

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Diese Jacke hat ausreichend viele Taschen ohne gleich wie eine Tourenjacke für “alte Herren” auszusehen. Es gibt sechs Öffnungen die mit Reißverschlüssen versehen sind. So lässt sich diese Jacke auch an heißen Tagen sehr gut belüften. Der Kragen ist recht weich und so hoch, dass man an heißen Tagen auch mal ohne Halstuch fahren kann. Für ganze 10 Euro gibt es bei Polo einen ganz vernünftigen passenden Rücken-Protector dazu.

Der Preis dieser Sommerjacke liegt aktuell bei 250,- Euro

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Die Hose mit der ich dieses Jacke kombiniert habe stammt ist eine FLM Air Mesh WP zum Preis von 150,- Euro. Diese Hose hat keine Lüftungsöffnungen, aber auch ein herausnehmbares Sympatex-Innenfutter. Außerdem lässt sich die Weite des Bundes in Grenzen ändern. Wer also ein paar Kilo zu- oder abnimmt sollte immer noch hineinpassen :-) Es gibt Taschen, seitliche Polster, ordentliche Knie-Protektoren und der Clou: Diese Hose kneift nicht in den Kniekehlen!

Sehr wichtig ist auch, dass es am Gesäß zwei aufgenähte raue dünne Gummistreifen gibt, so rutscht man beim Bremsen nicht auf der Sitzbank hin und her.

FLM_MESH_Hose_Cordura

Ordentliche Handschuhe dürfen bei der neuen Sommerausstattung natürlich nicht fehlen. Ich habe mich für ein Paar Firefox Sporty Mesh entschieden, der Preis liegt bei 45,- Euro. Diese Handschuhe haben auf der Innenseite ein recht dünnes Leder und vermitteln eine sehr gutes Gefühl für Kupplung, Gas und Bremse.

Firefox_Sporty_Mesh_Handschuh

Meine Tour startet gegen 11h am Morgen. Das Thermometer zeigt bereits 28°C, aber ich habe ein komplettes Wochenende für mich ganz allein und will natürlich die neue Kombi auch ausprobieren. Als Helm ist heute mal der noch recht neue SHOEI GT-Air dabei. Den Whisper-Strip habe ich nach der letzten Tour wieder entfernt. Ohne ist der Helm deutlich “luftiger” aber auch deutlich lauter. Auch fällt auf, dass man bei SHOEI den Hebel für das integrierte Visier ungünstig an der linken Seite des Helmes angebracht hat. Fährt man diesen Helm ohne Gehörschutz, so sind die Windgeräusche am linken Ohr deutlich lauter als auf der rechten Seite. Das hat man bei Schuberth mit dem S1 Pro bereits vor vielen Jahr deutlich besser gelöst, hier ist der Hebel für die Sonnenblende an der linken Unterkante des Helms angebracht.

Ich Gepäck habe ich außer etwas Geld noch einen Nierengurt und meine kleine Nikon 1V1. Von Mainz aus geht es immer in Richtung Süden. Mein TomTom Urban Rider habe muss ich leider daheim zurück lassen, der Akku ist leer und ich habe nur die blöde Passivhalterung an meiner K1200RS. Die Aktivhalterungen sind deutlich praktischer, aber leider auch ziemliche Mimosen. Die TomToms werden über vier winzige vergoldete Stifte mit Strom versorgt. Bricht eine der winzigen Federn ab, so werden diese Stifte nicht mehr korrekt gegen die Rückseite des TomToms gedrückt und die Aktivhalterung ist reif für den Schrott. Ich habe bereits zwei neue Aktivhalterungen gekauft und sie kosten jeweils rund 80,- Euro – eine ziemliche Frechheit – aber das ist ein anderes Thema…

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Da ich also kein GPS dabei habe, muss der Kopf die Navigation übernehmen. Und das klappt bei klarem Himmel dann sehr gut, wenn man eine Uhr zur Hand oder am Motorrad hat. Ich will nach Süden und es ist Mittagszeit. Also sollten die Leitpfosten am Straßenrande einen Schatten werfen, der zu mir hin weist. Hat man sich zusätzlich noch einige markante Eckpunkte der Tour eingeprägt, findet man auch ohne moderne technische Hilfsmittel seinen Weg.

Mein Tagesziel ist der Pfälzer Wald, das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Etwas südöstlich von Kaiserslautern gelegen ist er recht einfach zu finden. Ich fahre also zunächst immer in Richtung Süden, vorbei an Alzey bis ich ein Hinweisschild finde: Hochspeyer und die B48 – das ist mein Ziel. Kurz darauf muss ich leider feststellen, dass die B48 komplett gesperrt ist und es eine große sehr umständliche Umfahrung gibt. Ich habe manchmal wenig Verständnis dafür warum man die Bauarbeiten an solch wichtigen Verkehrsadern nicht ohne Vollsperrungen gestalten kann. Aber die Umfahrung führt mich durch ein verwunschenes wunderbares kleines Tal. Hier ist es relativ kühl und so halte ich kurz an um einige “Bikerbilder” mit der kleinen Nikon 1V1 zu knipsen.

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Bei dieser  kurzen Foto-Session erweist sich diese kleine Kamera wieder einmal als sehr nützliches leistungsfähiges Fotowerkzeug. Einige meiner Freunde sagen über diese Kamera, sie sei zu groß um sie immer dabei zu haben und nicht leistungsfähig genug für ernsthafte Fotos, dem kann ich nicht so ganz zustimmen. Diese Kamera ist sehr klein und kompakt, aber in die Motorradjacke passt sie tatsächlich nicht. Das ist der Grund warum ich heute mit den fast leeren großen Koffern unterwegs bin. Eigentlich sind nur die Nikon 1V1, ein paar Filter und eine gut gepolsterte Fototasche darin.

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Bei meiner kleinen Fotosession erweist sich der kleine Zoom-Bereich des standardmäßig gelieferten 10-30mm Objektivs als sehr brauchbar. Im Hochformat gelingen damit sogar ganz ordentliche Weitwinkelaufnahmen. Allerdings sind die Wolken am Himmel nur weiße Flecken auf den Bildern und die Gipfel der Bäume werden nicht wirklich klar abgebildet. Hier hilft ein kleiner Grauverlaufsfilter. Wegen des winzigen Filterdurchmessers sind diese “Filterchen” sogar überraschend preiswert. Vor einigen Tagen habe ich mir ein Set aus Graufilter, Grauverlaufsfilter und Polfilter via amazon.de für 29,- Euro bestellt. Im Set sind zwei kleine Schraub-Deckel enthalten. So kann man die Filter zu einem kleinen Stapel zusammen setzen und an beiden Seiten mit einem Deckel vor Verschmutzung und Beschädigung schützen, das ist sehr praktisch.

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Und ich finde die Bildqualität wirklich ansprechend. Schaut Euch mal das allererste Bild ganz oben doch einmal genauer an. Ich habe es auf 1920 Pixel Seitenlänge eingeschrumpft, das Original war 6,4 MB groß! Schaut man sich dieses Foto in Ruhe an, so fällt die recht gute Bildqualität der Nikon 1V1 auf. Ich habe im RAW-Modus fotografiert und die JPG-Konvertierung mit Photoshop CS6 erledigt. Das war alles nicht wirklich aufwändig und klappt mit ein wenig Übung wirklich schnell. Die Ergebnisse sind meiner Meinung nach durchweg besser als bei “einfachen” JPG-Datei die direkt innerhalb der Kamera entstanden sind.

Meine Tour führt mich über die B48 in Richtung Süden. Es geht vorbei an der Burg Trifels und anderen visuellen “Köstlichkeiten”. Doch inzwischen ist es sehr heiß geworden und der Fahrtwind fühlt sich eher wie ein heißer Wüstenwind denn wie eine kühlende Brise an. Hier eine halbe Stunde stehen zu bleiben wäre wirklich fies und so spare ich mir diese Motive für die nächste hoffentlich kühlere Tour auf.

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Nach etwa fünf Stunden und vielen hundert Kurven ist es so heiß, dass es kaum noch zu ertragen ist. Ich entschließe mich über die Autobahn den Heimweg anzutreten. Doch dieser Plan geht nicht wirklich auf. Auf der Autobahn ist die Luft noch heißer und es ist wirklich viel los. An der erstbesten Raststätte tanke ich meine schöne alte BMW auf und staune nicht schlecht, dass hier der Liter Sprit 10 Cent teurer ist als “daheim” in Mainz. Bei einem Sandwich und einem nicht wirklich kalten Eistee gibt es einen kleinen Plausch mit zwei Bikern die noch bis nach Aachen wollen.

Nachdem Hunger und Durst gestillt sind geht es auch für mich wieder weiter. Doch kaum habe ich auf 160 km/h beschleunigt, da krieche ich auch schon wieder mit Tempo 50 durch eine überfüllte Autobahnbaustelle. Meine neue Sommerkombi ist wirklich schön luftig und trägt sich sehr angenehm, aber das ist nun wirklich zuviel. Noch vor dem Ende der Baustelle verlasse ich die Autobahn südlich von Kirchheim Bolanden. Über gut ausgebaute Bundesstraßen geht es danach in entspanntem “Eiltempo” zurück nach Mainz.

Hier habe ich ein Video das ich im letzten Jahr mit der Nikon AW-100 bei einer sehr ähnlichen Tour aufgenommen habe.

Fazit

Die neue Kombi hat sich bewährt, bis 30°C kann man sich darin sehr wohl fühlen. Wird es deutlich heißer, so verkommt eine langsame Fahrt zur Quälerei. Der SHOEI GT-Air sitzt sehr gut und die Aerodynamik ist auch bei flotten Streckenabschnitten auf der Autobahn sehr gut. Allerdings kann auch dieser Helm nicht zaubern. Ganz ohne Gehörschutz kann ich ihn bis ca. Tempo 80 relativ gut ertragen. Darüber hinaus wird es auf Dauer wirklich anstrengend. Auf längeren Strecken sollte also auch bei diesem Helm ein Gehörschutz mit von der Partie sein.

Die Nikon 1V1 hat mir wieder viel Spaß gemacht. Diese Kamera ist klein und leicht. Die Bedienung funktioniert nach einer kurzen Eingewöhnungszeit wie im Schlaf und die Bildqualität ist für ein paar “Bikerbilder” mehr als ausreichend. Aus Sicht eines Motorradfahrers ist ihr größter Nachteil jedoch ihre Größe. Eine Nikon AW-100 kann man leicht in einer Tasche der Jacke verstauen und diese Kamera liefert ebenfalls recht brauchbare Ergebnisse. Allerdings beherrscht die AW-100 keinen RAW-Modus und trotz der auf dem Papier deutlich höheren Auflösung bei deutlich kleinerem Chip ist die Bildqualität der Nikon 1V1 sichtbar besser.

Hier muss man also abwägen was wichtig ist, der Komfort die Kamera einfach schnell aus der Jacke ziehen zu können oder die Qualität der Fotos. Ich hatte meine Nikon 1V1 heute wieder im linken Koffer. So ist sie auch recht schnell zur Hand, aber man überlegt es sich trotzdem dreimal ob man für eine Foto wirklich anhält, den Motor stoppt, absteigt, denn Koffer öffnet usw.

In den nächsten Tagen werde ich mal schauen ob es nicht eine geschickte kleine Tasche für den Gepäckträger meiner BMW K1200RS gibt. Damit ließe sich die Nikon 1V1 sehr gut transportieren und sie wäre jederzeit schnell zur Hand. Na schauen wir mal…


BMW K1200 – Ein typisches Bikerwochenende

Seit meiner Kindheit bin ich fasziniert von Motorrädern. Auf dem Heimweg von der Grundschule ging es mittags immer mit dem Fahrrad einen kleinen Hügel hinab. Bereits damals habe ich mir vorgestellt mein Fahrrad sei eine krasse Rennmaschine und habe mich auf das “Erwachsensein” gefreut. Dann mit 16 Jahren und dem ersten Moped zur großen Bikerparty auf den Felder eines Biker-Bauern irgendwo in der Nähe meiner Heimatstadt. Damals durfte ich das erste Mal auf einer BMW R100RS zur Probe sitzen, seit diesem Tag haben mich BMW Motorräder nicht mehr losgelassen. Nach vielen Jahren mit einer BMW R80-RT und einer R850R wurden meine Motorräder dann vor ein paar Jahren wirklich erwachsen. Zuerst kam ein BMW K1200r Sport in die Garage. Eigentlich wollte ich im Februar 2009 nur ein Witz über das schlechte Wetter und die furchtbar geringen Rabatte bei BMW machen. Aber als Verkäufer (oder nennt man das jetzt Kundengerater?) Jürgen Schnürle in der Bonner BMW-Motorradniederlassung mich dann fragte, ob er mal mit dem Disponenten wegen eines Scheißwetterrabattes telefonieren soll, da war es um mich geschehen. Der Preisnachlass war grandios und ein paar Tage später war ich stolzer Besitzer einer fast neuen BMW K1200r Sport – meiner Meinung nach eines der schönsten Motorräder die BMW jemals gebaut hat!

Doch dann kam alles anders, meine Freundin Sandra wollte nicht mit meinem “alten 850er Boxer” fahren und so habe ich meine schöne neue BMW mehrere Monate lange nur von hinten gesehen. Das war eine zutiefst frustrierende Zeit, aber was tut man nicht alles für seine Freundin. Im August 2009 habe ich meinen Boxer dann gegen eine zweite blaue BMW K1200r Sport eingetauscht – mit kräftigem Aufpreis natürlich. Aber nun waren die Fronten ausgeglichen und es ist echt praktisch wenn man mit der Freundin unterwegs ist und beide Motorräder völlig identisch sind. Man kann Koffer Sitzbänke usw. hin und her tauschen, es passt alles.

Dann kam nach 5 Jahren in einem kleinen Mainzer Hotel im Juni 2012 der Umzug in eine kleines Appartement in Mainz. Endlich keine Koffer mehr packen und am Wochenende ohne Koffer voller Wäsche zwischen Bonn und Mainz pendeln. Der Sommer war toll und ich wollte meine weiße BMW mit nach Mainz nehmen. Dieses Ansinnen schlug dann aber eine Welle der weiblichen Entrüstung – “Da können wir ja am Wochenende nur noch zu zweit auf einem Motorrad fahren °^$§%#*@&§”

Also musste ein Projektmotorrad her und es war schnell gefunden. Von einem erfahrenen KFZ Meister konnte ich eine zwar alte aber gut erhaltene BMW K1200RS Baujahr 2001 sehr preiswert erwerben. Mein “blau-weißer-Fuhrpark” hat nun sechs Räder, mehr als 450 PS und knapp 3600 ccm Hubraum – genial!

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Seit dem Erwerb der ersten BMW K1200r Sport gab es immer wieder Briefe in denen eine Rückrufaktion angekündigt wurde. Mal wurde etwas an der Kupplung geändert, mal ein anderer Spanner für die Steuerkette eingebaut, eigentlich gab es in jedem Jahr eine kleine kostenlose Modifikation meiner Motorräder. In diesem Jahr war es nicht anders und so war für das Wochenende ein Werkstattaufenthalt für beide K1200r Sport geplant. Donnerstages geht es am frühen Nachmittag dann mit dem alten “Projektmotorrad” über die Autobahn nach Bonn. Als ich die Haustüre öffne ist meine Freundin Sandra schon da und einige Minuten später sind wir schon mit unserem blauweissen-Duo unterwegs zur Bonner BMW Motorradniederlassung. Dort staune ich nicht schlecht, als ich zwei weitere BMW K1200r Sport in der gleichen Farbe auf dem Parkplatz vor der Werkstatt entdecke.

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Auch eine S1000RR steht vor der Türe. Während ich sie mit meinem Smartphone knipse kommt mir in den Sinn, dass dies “…der eleganteste Weg sein könnte sich in den Himmel oder die Hölle zu schießen…”

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Normalerweise gibt es bei Rückrufaktionen immer für ein paare Stunden ein kostenloses Leihmotorrad. Das ist ein feine Sache, denn so kann man regelmäßig völlig kostenlos ein paar Kilometer mit einem fabrikneuen Motorrad abspulen und in Ruhe ausprobieren ob es einen Grund geben könnte ein anderes Motorrad zu kaufen. Leider hat Sandra bei der telefonischen Terminabsprache vergessen nach einem oder vielleicht sogar zwei Leihmotorrädern zu fragen. Aber wie das Schicksal es will, gibt es seit wenigen Stunden ein kleines SIXT Büro in der Bonner BMW Niederlassung. Auf der Basis einer Kooperation haben SIXT und BMW schon in mehreren Niederlassungen kleine “Mietstationen” eingerichtet.

Sehr cool ist es, dass ich der erste Biker bin, dem der SIXT Mitarbeiter ein Motorrad vermieten kann. Da ich genau weiß, dass meine Sandra schon seit zwei Jahren immer wieder auf die BMW F800r im Chris Pfeiffer Design schielt, frage ich einfach mal nach einem dieser Motorräder. Und siehe da, es ist eine nagelneue F800r verfügbar. Das gute Stück ist zwar ein wenig staubig, aber auf dem Tacho stehen erst 42 Kilometer, sie ist also brandneu. Zu zweit geht es mit der F800r quer durch Bonn wieder zurück zu mir nach Hause. Dort steige ich auf meine alte K1200RS um und Sandra rutscht vom Sozius in die “Sitzmulde” der F800r.

Mit beiden Mopeds geht es in das landschaftlich sehr reizvolle Wiedtal. Sandra bleibt jedoch wiederholt weit zurück und ich muss immer mal anhalten und warten. Flottes Motorradfahren geht anders… An der Laubachmühle kurz vor Altwied ist dann Gelegenheit zu einem ersten Fazit.

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Die neue Maschine scheint nicht ganz richtig eingestellt zu sein. Mehrfach ist beim Rollen mit gezogener Kupplung der Motor stehen geblieben. Eine nicht ganz ungefährliche Situation. Kuppelt man hier bei niedriger Geschwindigkeit ein, so blockiert schnell das Hinterrad wenn das Tempo nicht ausreicht um den Motor wieder zu starten. Ungeübte Motorradfahrer liegen dann schnell mal auf der Nase.

Aber Sandra tut instinktiv das Richtige, sie hält die Kupplung gezogen, lässt das Motorrad rollen und betätigt den E-Starter. Während wir auf unser Essen warten diskutieren wir, was die Ursache sein könnte. Als es später weiter geht, schalte ich zuerst die Zündung der  F800r ein, drehe den Gasgriff langsam bis zum Anschlag auf, halte ihn dort ganz kurz und drehe ihn wieder zurück. Danach startet der Motor ganz sofort und hat ein sauberes Standgas. Ähnlich ist es bei meinen K1200r Sport wenn man nach dem Winter die Batterie wieder eingebaut hat. Die Motorelektronik hat nach Monaten ohne Strom alles vergessen was sie über das Motorrad einst wusste. Und dementsprechend ist die oben beschriebene Aktion in jedem Frühjahr einmalig notwendig.

Bei der F800r scheint es ähnlich zu sein, denn danach läuft sie problemlos. Doch Sandra ist trotzdem ziemlich enttäuscht. Die Sitzposition gefällt ihr nicht, der Krawall den der kleine Zweizylinder macht geht ihr auf den Keks und irgendwie hat sie eher das Gefühl auf einer kleinen 125er als auf einem richtigen Motorrad zu sitzen.

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Später beim Kaffee an den Resten der Brücke von Remagen ist wieder Gelegenheit über dieses Motorrad zu diskutieren. Ich finde sie eigentlich ganz cool. Der kleine Motor röhrt in meinen Ohren ganz passabel und hält man ihn zwischen 3.000 und 5.000 U/min so ist man mit dem leichten Motorrad auch wirklich flink unterwegs. Wer ein Motorrad wie meine alte BMW K1200RS die vollgetankt mit Koffern mehr als 300 Kilogramm wiegt gewohnt ist, der hat auf der F800r wirklich das Gefühl auf einem Fahrrad zu sitzen, auf einem höllisch schnellen Fahrrad. Hat man sich damit angefreundet, so kann diese leichte Maschine eine Menge Spaß vermitteln. Vor Kurven bremst man später, denn es man muss ja viel weniger kinetische Energie in Wärme umwandeln und nach der Kurve ist man auch schneller wieder am Gas. Das Fahrwerk vermittelt einen sehr sicheren Eindruck und die Bremsen verzögern sehr gut und lassen sich toll dosieren.

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Doch meine Sandra kann dieses Motorrad nicht überzeugen. Im Vergleich zu ihrer alten Yamaha YZF-750r oder meinen BMWs ist dieses kleine Motorrad überhaupt nicht ihr Ding. Sie fühlt sich unsicher und hat das Gefühl auf einem rasenden Fahrrad zu sitzen.

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Am nächsten Morgen will ich wissen ob Sandras Bedenken wirklich berechtigt sind. Zu zweit geht es mit der F800r hinauf auf den Petersberg. Dort wollen wir es uns mit Blick auf den Drachenfels und die Eifel bei einem leckeren Frühstück richtig gut gehen lassen.

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Die Straße hinauf zum Petersberg kenne ich gut und sie hat viele schöne Kurven und Spitzkehren zu bieten. Aber wirklich auskosten kann ich sie leider heute nicht. Die Reifen sind noch nicht eingefahren, wegen der sehr warmen sommerlichen Temperaturen tragen wir beide ausnahmsweise nur eine Jeans und so hat Sandra große Angst, dass wir uns mit der ungewohnten BMW F800r auf die Nase legen könnten.

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Als wir oben eintreffen sind wir für ein “richtiges” Frühstück leider ein paar Minuten zu spät. Ich muss kurz an die Szene aus “Falling Down” denken in der Michael Douglas zwei Minuten zu spät für ein Frühstück ist und er darauf den ganzen McDonalds mit einem Gewehr (versehentlich) in Schutt und Asche legt. Aber die Kellnerin kann ja auch nichts dafür und so gibt es ein echtes Biker-Frühstück. Bei einem leckeren großen alkoholfreien Bier lassen wir uns Frikadellen mit Kartoffelsalat schmecken. Weil wir wegen des Frühstücks so enttäuscht waren, bringt uns sie super nette Kellnerin noch ein Körbchen mit frischen Brötchen und dazu etwas Kräuterquark. Das Leben kann soooo schön sein :-)

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Danach ist Zeit für eine ausführliche Probefahrt. Es geht kreuz und Quer durch das Siebengebirge und das Bergische Land. Schließlich landen wir in Eitorf und lassen es uns dort in einer tollen Eisdiele ein zweites Mal ziemlich gut gehen.

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Auf dem Weg zur Bonner Motorradniederlassung meldet sich dann der Bordcomputer. Unser Sprit geht zur Neige, aber es scheint nicht akut zu sein und wir schaffen es ganz locker bis zur Tankstelle am Bonner Verteilerkreis. Unser “Testverbrauch” betrug 4,7 Liter pro 100 Kilometer, das ist nicht wirklich wenig, kann sich aber trotzdem sehen lassen.

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An der Tankstelle suche ich für einen kurzen Augenblick den Tankdeckel. Bei der F800r ist der “Tank” nur eine Attrappe unter der sich die ganze Motorelektronik usw. verbirgt. Der eigentliche Tank liegt unterhalb der Sitzbank und dementsprechend wird das Benzin rechts neben der Sitzbank eingefüllt. Ziemlich dumm ist es dabei, dass ich genau verkehrt herum an der Zapfsäule geparkt habe. Aber man(n) kann ja nicht immer an alles denken :-)

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Zurück bei der Werkstatt ist dort echt was los. Die Sonne scheint und alle Biker strömen nach den langen Wochen mit fiesem Winter und dunklen Regenwolken auf die Straßen. Doch viele Motorräder sind nicht ganz so unproblematisch wie ein normaler Großserien-PKW. Auch sind die Inspektionsintervalle bei Motorrädern viel kürzer und so haben die Mitarbeiter der Werkstatt immer wieder das Problem regelrecht von den Kunden überrannt zu werden. Wirklich erfreulich ist dabei, dass Frau Nussbaum, Herr Strasburger und die vielen anderen Mitarbeiter trotz des großen Andrangs immer hilfsbereit und überaus freundlich sind.

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Mein blau/weißes Duo ist auch schon fertig und so geht es kurz darauf los zu einer kleinen Tour durch die Eifel. Unser Ziel ist das Café Fahrtwind in der Nähe von Ahrbrück. Doch auf halbem Wege meldet sich an der weißen BMW der Bordcomputer. Das ABS ist ausgefallen… Ich denke nur “Scheiße, das wird teuer…” Unseren Freitag beschließen wir mit einer kleinen Diskussion zur Ursache der ABS-Probleme.

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Nach einer unruhigen Nacht bin ich am nächsten Morgen nicht sicher ob samstags bei der Werkstatt jemand erreichbar ist. Trotzdem stehen wir recht früh auf und fahren ohne Frühstück gleich zur Bonner BMW Motorradwerkstatt. Dort sind tatsächlich die Türen geöffnet und Herr Strasburger begrüßt uns sehr freundlich. Einige Augenblicke später steht meine weiße BMW auch schon in der Werkstatt und es wird der Inhalt des Fehlerspeichers ausgelesen. Eine Pumpe die mit dem ABS zusammenhängt hat gemeldet, dass sie zu wenig Strom hatte. Ein Grund dafür ist nicht wirklich ersichtlich. Also löschen wir zunächst nur den Fehlerspeicher.

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Während der Prozedur habe ich Gelegenheit mir eine “ausgezogene” K1200 GT anzuschauen, die meiner alten K1200RS sehr ähnlich ist. Hier sieht man sehr schön den relativ hässlichen Motor. Die Konstruktion des liegenden Reihenvierzylinders ist ja schon wirklich pfiffig und ich mag dieses Motorrad wirklich gern. Aber Motor sieht für mein Empfinden einfach komisch aus…

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Nachdem der Fehlerspeicher gelöscht ist drehe ich eine kleine Proberunde, doch die ABS-Warnleuchte meldet sich kurz darauf schon wieder. Ich halte an, Zündung aus, warten, Zündung an, warten, starten, Mist sie leuchtet dauerhaft. Aber vielleicht liegt es auch an der Batterie? Bei den modernen Motorrädern werden die Batterien immer kleiner und die elektrischen Anlagen immer komplexer. Also geht es mit der weißen K1200 wieder heimwärts. Während meine Sandra für das Sonntagsfrühstück einkauft, tausche ich die Batterien zwischen der weißen und der blauen BMW.

Das dauert nur ein paar Minuten und bei der ersten Probefahrt muss ich leider feststellen, dass auch diese Aktion nichts gebracht hat. So schnell es geht fahre ich zurück zur Werkstatt und bin überrascht Herrn Strasburger dort um 12h45 noch anzutreffen. Diese Mitarbeiter sind wirklich engagiert und setzen sich sehr für ihre Kunden ein. Viele Biker halten eben doch irgendwie zusammen.

Erneut wird der Fehlerspeicher ausgelesen, das Ergebnis ist das gleiche wie zuvor. Leicht gefrustet lasse ich mein weißes “Mädchenmotorrad” also in der Werkstatt zurück und rufe meine Sandra an, ob sie mich mit ihrem ebenfalls frisch reparierten Cabrio abholen kann. Mit offenem Verdeck genießen wir den Rest des Tages. Es geht am Rhein entlang und ich bin sehr froh, dass ich endlich mal nicht selbst fahren muss. Einfach zurücklehnen, die Augen schließen und den Wind in den Haaren genießen. Das Leben kann so schön sein.

Wie der Zufall es will, landen wir wieder an der Laubachsmühle im Wiedtal. Die Kellnerin erkennt uns wieder und wir halten ein nettes kleines Schwätzchen. Dabei sind wir uns alle drei nicht sicher ob wir einen oder zwei Tage zuvor dort waren…

Auf dem Heimweg zieht sich dann der Himmel zu und wir müssen das Verdeck schließen. Daheim angekommen sind die Nachbarn dabei alles zu befestigen und in Sicherheit zu bringen. Es sieht aus als würde ein schweres Unwetter auf uns zukommen. Sandra ist nicht ganz wohl dabei, die Reparatur war teuer und ihr Auto ist jetzt blitzblank poliert. Also tun wir es den Nachbarn gleich und parken Autos und Motorräder so, dass alles in Sicherheit ist. Das Gewitter kommt dann auch wirklich heftig, aber der befürchtete Hagel bleibt aus. Es ist alles nochmal gut gegangen…

Für den Sonntag verheißt der Wetterbericht nur wenig gutes. Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen und um 11h30 bin ich schon wieder unterwegs nach Mainz. Weil es in Bonn wegen des Gewitters vom Vorabend schon wieder schwül warm ist, ziehe ich nur eine Jeans an, die richtige Motorradhose habe ich aber in einem der beiden großen Koffer dabei. Ich entscheide mich für die B9, hier kann ich bei einem Gewitter ggfs. schnell mal halten und mich unterstellen, falls es ganz schlimm kommen sollte. Aber ich habe Glück, erst kurz vor Koblenz setzt der Regen ein. Mit nasser Jeans steige ich bei der Shell-Tankstelle an der B9 ab und bin wirklich froh, als ich auf der Herrentoilette die trockene warme Motorradhose anziehen kann.

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Kurz bevor ich wieder aufbreche unterhalte ich mich kurz mit der Kassiererin über den Zustand der B9. Sie ist sich sicher, dass auf der Höhe der Loreley noch ein weiter Abschnitt gesperrt ist. Also nehme ich den Abzweig in Richtung A61. Bei Hermeskeil geht es dann auf die A61. Meine leichten perforierten Sommerhandschuhe aus strapazierfähigem Känguru-Leder fühlen sich nun an wie zwei nasse Schwämme. Mein Halstuch ist nass und langsam aber sicher läuft mir das Wasser zwischen den Schulterblättern den Rücken hinab. Sehen kann ich auch nicht viel, aber es geht schon irgendwie. Der neue SHOEI GT-Air liegt toll im Wind und dank der Ohrenstöpsel ist auch die Geräuschkulisse ganz erträglich. Das Regenwasser perlt gut vom Visier ab und so kann ich halbwegs sicher fahren.

Ziemlich ärgerlich sind aber die rücksichtslosen Autofahrer. Als die Fahrbahn sich irgendwo im Hunsrück von drei auf zwei Fahrspuren verengt, zieht auf den letzten Zentimetern ein weißer Audi A6 Avant direkt vor mir auf meine Fahrspur. Das Wasser spritz hoch und ich bin praktisch blind. “Hätte dieser Scheißkerl sich nicht einfach hinter mir einsortieren können?” – schießt es mir in den Kopf. Dann sehe ich Lichter hinter mir, sooo dicht dass es mir Angst macht. Ein BMW X5 ist das, er scheint sich mit dem Fahrer des Audi eine ordentliche Pimmelfechterei geliefert zu haben und nun hänge ich mitten zwischen den beiden Testosteron-Trotteln. Der BMW versucht uns beide rechts zu überholen, der Audi-Fahrer fummelt an der Lichthupe und ich versuche bei all dem Wind und Regen nicht von ihnen gerammt und getötet zu werden. Nach ein paar Kilometern ist der Spuk dann endlich vorbei. Der Audi Fritze hat gewonnen, der BMW Fahrer hat die kleineren Eier und ist irgendwo von der A61 abgefahren. Mir kommt wieder eine Spruch eines Freundes in den Sinn: “Manchen Autofahren müsste man ab und zu einfach mal die Fresse polieren damit sie merken wie bescheuert sie sich verhalten haben.” Recht hat er, leider tut es niemand…

Der Regen hat endlich aufgehört und nach gefühlten 30 Kilometern fährt der weiße Audi endlich auf die gähnend leere rechte Fahrspur. Ein kurzer Ruck am Gashahn meiner alten BMW lässt die LED-Tagfahrlichter seines Audi schnell in den Rückspiegeln kleiner werden. Am liebsten hätte ich im Vorbeifahren eine Delle in seine Tür getreten…

Als ich in Mainz eintreffe klart der Himmel auf und es scheint sogar ein wenig die Sonne. Schnell parke ich meine alte blaue BMW in der Tiefgarage und bin erschüttert als ich auf die Anzeige des Hygrometers blicke, das ich ein paar Tage zuvor dort aufgehängt habe. 99% Luftfeuchtigkeit, mehr geht nicht und das in einer Garage in der so viele Autos parken. Was hier nicht verrostet wird verschimmeln, das ist Gewiß.

Der Hausverwalter stellt auf seiner Webseite ein paar Tipps zur Auswahl eines Eigenheimes usw. bereit. Leider fehlt dort der Tipp “Suchen sie sich eine Hausverwaltung die sich auch kümmert wenn es Probleme mit ihrem Haus gibt!”

DIESE HAUSVERWALTUNG scheint sich jedenfalls nicht zu kümmern! Schon mehrfach habe ich sie angeschrieben, Fotos des Hygrometers per E-Mail geschickt. Gerührt hat sich bislang niemand! Vor dem Winter sah meine schöne alte K1200 RS noch fast aus wie neu. Nun ist der gesamte Hauptständer total verrostet und viele Schrauben haben ebenfalls Rost angesetzt. In dieser Tiefgarage kann man eigentlich nichts parken, wenn man nicht will, dass es einem unter den Händen verschimmelt…

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Mich wundert nur, dass den Nachbarn scheinbar total egal ist, dass ihre Autos hier bei 99% Luftfeuchtigkeit langsam verrotten…

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Während ich mich über den unfähigen Hausverwalter ärgere, scheint in meinem kleinen Garten schon die Sonne und ich kann Handschuhe und Motorradjacke zum Trocknen aufhängen. Das stimmt etwas versöhnlich und während ich diesen Artikel schreibe überlege ich wie ich dieses verrückte Bikerwochenende würdig abschließen kann…

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Honda CB 1100 – Ein moderner Klassiker 2013

Honda CB 1100 - Model 2013

(Quelle: www.honda.de)

Mit der CB 750 Four hat Honda in den 70er Jahren einen modernen Klassiker auf den Markt gebracht. Weltweit mehr als 555.000 mal verkauft, ist diese Maschine ist für viele begeisterte Motorradfahrer bis heute das erste “Superbike”. Ich erinnere mich noch gut wie ich im zarten Alter von 16 Jahren die ersten Kilometer auf meiner kleinen Zündapp GTS-50 abgespult habe. Damals lief der erste Teil von Mad Max im Kino. Ein Endzeit-Streifen aus Australien mit dem Mel Gibson praktisch über Nacht zum Superstar avancierte. Dass seine Textpassagen für die Aufführung in US-Kinos wegen seines krassen Australischen Akzents neu synchronisiert werden musste, ist hier ein witziges Detail.

Die heimlichen Stars des Films waren für mich ganz klar Motorräder im Stile der Kawasaki Z1000 oder eben der Honda CB 750 Four.

Die Motorräder haben sich im Laufe der Jahre enorm weiterentwickelt. Inzwischen leisten Motorräder wie die BMW S1000 RR fast serienmäßig fast 200PS und wiegen dabei deutlich unter 200 KG. Im Vergleich wäre das etwa ein Golf 1 mit dem 1000 PS Motor eines Bugatti Veyron. Nur um den “Nicht-Bikern” unter Euch  eine Idee davon zu vermitteln was in modernen Motorrädern drin steckt!

Aber so sehr diese modernen Motorräder auch begeistern, beim Anblick einer perfekt erhaltenen CB750 Four halten die meisten Biker meiner Generation kurz inne und denken an die längst vergangenen schönen Zeiten. Die enormen Leistungssteigerungen haben radikale Änderungen der Motorästhetik bedingt. Kein moderner Hochleistungs-Motorradmotor kommt mehr ausschließlich Luftgekühlt daher. Die Motorren sehen heutzutage eher aus wie futuristische Antriebsmaschinen. Vom Design der 70er Jahre ist praktisch nichts geblieben.

Da erscheint es fast mutig, dass Honda nun mit der CB 1100 ein Motorrad auf den Markt bringt, dass wieder einen wunderbaren zu 100% luftgekühlten Motor verwendet. Die Leistung dieses Triebwerks fällt indes mit “nur” 90 PS relativ moderat aus. Doch neben all dem Chrom und schönen Retro-Accessoires fügt er sich perfekt ins Bild des modernen Klassikers ein. Trotz der vielen Retro-Designelemente überzeugt die neue CB 1100 aber mit moderner Technik und aktuellen Sicherheitsstandards.

Aber seht selbst….

 

Hier habe ich einen schönen Vergleich Alt/Neu für Euch herausgesucht:

 

Dass diese neue Honda weniger zum Rasen als vielmehr zum genüsslichen Gleiten verführt zeigt auch dieses Video:

 

Ein schön gemachtes Review-Video aus dem kurvigen Österreich gibt es auch schon…

 

Zum Abschluss habe ich hier noch ein Video das im letzten Herbst entstanden ist. Ich war mit meiner BMW K1200R Sport zwischen Mainz und Bonn unterwegs und habe einen kleinen Umweg über Bernkastel an der Mosel gemacht. Insgesamt waren drei GoPro Kameras mit von der Partie. Bei der Abfahrt habe ich dann aber irgendwie die hintere GoPro nicht korrekt gestartet. Bei einem kurzen Check an einer Baustelle ist es mir dann aufgefallen. Die Szene in der die dritte Kamera hinzukommt ist dann auch ganz witzig :-)


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