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Kino

Abgehoben – Teil 1 – Leica Nocticron

Die Sensoren von Micro-Four-Thirds Kameras (MFT) haben nur 1/4 der Fläche eines Sensors wie man in bspw. von der Nikon D800 kennt. Damit ist die Diagonale der Sensoren nur halb so groß wie bei einem FX-Sensor und dementsprechend beträgt der Verlängerungsfaktor (Crop-Faktor) den Wert 2,0. Während man mit einer FX Kamera und einem 1,4/85mm Objektiv Portraits mit ganz bezaubernder Hintergrundunschärfe (Bokeh) aufzunehmen vermag, sieht es bei den MFT ein wenig anders aus. Bei gleichem Blickwinkel sind hier nur 42,5mm notwendig und dementsprechend ist die Schärfentiefe größer und andererseits die Hintergrundunschärfe geringer. Das ist einer der Gründe warum viele Profis in der Vergangenheit die Arbeit mit MFT-Kameras besonders im Portrait-Bereich eher belächelt oder gar vollständig abgelehnt haben.

Wer mit einer MFT-Kamera seine Motive vom Hintergrund abheben will steht zusätzlich vor dem Problem, dass praktisch jedes Kameramodell mit einem relativ lichtschwachen Zoom-Objektiv ausgliefert wird. Meist sind diese Objektive in der längsten Brennweite für ein Portrait geeignet aber oft beträgt die Lichtstärke dann nur noch F/5,6 und man erzielt ein Bokeh wie man es bei einer FX-Kamera etwa bei Blende 8 erhalten würde.

Über diesen “Nachteil” gegenüber dem oft so vollmundig gepriesenen FX- oder auch “Vollformat” wird seit es MFT Kameras gibt in allen nur denkbaren Formen vortrefflich gestritten. Seit Januar 2014 ist nun mit dem Panasonic/Leica Nocticron 1,2/42,5mm ein Objektiv verfügbar das eine MFT-Kamera auf eine völlig neues Niveau zu heben vermag. Dieses Objektiv wird von Panasonic gefertigt und wurde in Zusammenarbeit mit Leica entwickelt. Es ist mit ca. 1.500 Euro sehr teuer und mit satten 425 Gramm auch relativ schwer. An einer zierlichen Kamera wie bspw. einer Olympus OM-D EM-10 wirkt dieses große Objektiv je nach Sichtweise irgendwie deplatziert, oder eben extrem cool.

Weil der Rummel um dieses Objektiv wirklich groß war und es auf Reisen ständig echten Stress mit dem Gewicht meiner Fotoausrüstung gibt, habe ich mir das Nocticron vor einigen Wochen beim City Foto Center Bonn bestellt. Nach den ersten Testbildern mit meiner Olympus OM-D E-M1 war ich wirklich begeistert von der optischen Qualität dieser sehr modernen Konstruktion. Bereits bei Blende 1,2 liefert diese Linse perfekt scharfe Portraits. Um die gleiche Abbildungsleistung zu erzielen, müsste ich mein Nikon AF-D 1,4/85mm etwa auf Blende 2,8 abblenden. Die erzielbare Hintergrundunschärfe wäre in diesem Fall weitgehend identisch.

Sehr cool ist auch die Möglichkeit vieler MFT-Kameras, den Autofokus via Geschichtserkennung so einzustellen, dass wahlweise das linke, rechte oder eben beide Augen eines als Gesicht erkannten Motivs korrekt fokussiert werden. Dies funktioniert in der Praxis wirklich ganz außergewöhnlich gut und die Trefferquote mit dem Nocticron und bspw. der Olympus OM-D E-M1 ist ganz beachtlich.

Hier habe ich einige Test-Portraits die ich mit dem Nocticron aufgenommen habe. Wer die EXIF-Daten anschauen möchte, kann die Bilder anklicken und dann via flickr.com alle EXIF-Details einsehen.

Nocticron Test Shot #1 - Olympus OM-D E-M10 & Panasonic Leica Noctricon 1,2/42,5mm

Nocticron Test Shot #2 - Olympus OM-D E-M10 & Panasonic Leica Noctricon 1,2/42,5mm

Nocticron Test Shot #3 - Olympus OM-D E-M10 & Panasonic Leica Noctricon 1,2/42,5mm

Nocticron Test Shot #6 - Olympus OM-D E-M10 & Panasonic Leica Noctricon 1,2/42,5mm

Wie schon im letzten Artikel erwähnt, konnte ich am Montag ein kurzes Interview mit Mirko Mochetti im Hangar des Flugfeldes Mönchsheide bei Bad Breisig führen. Für dieses Interview habe ich die Panasonic GH3 und das Nocticron 1,2/42,5mm verwendet. Um den Blickwinkel noch enger zu fassen habe ich zusätzlich den “digitalen Teleconverter” der GH3 eingeschaltet. So konnte die Kamera recht weit entfernt im großen Hangar stehen und im Verlaufe des Gesprächs hat mein Gesprächspartner dann auch fast vergessen, dass wir eigentlich gefilmt werden. Die anfangs deutlich spürbare Unsicherheit ist dadurch schnell verflogen was sehr zur Qualität des Interviews beiträgt.

Für die Tonaufnahme habe ich zwei RODE SmartLAV Ansteckmikrofone verwendet. Auf der GH3 war zusätzlich das RODE VideoMIC montiert. Meine Tonspur habe ich mit meiner HTC ONE M7 und Mirkos Tonspur mit einem Apple iPod Touch 5g aufgezeichnet. Die verwendete Software war iRIG Recorder für Android, bzw. iOS. Beim Surround-Mix habe ich unsere beiden Mono-Tonspuren jeweils weit vorne links und rechts im virtuellen 5.1 Raum angeordnet. Die von der Kamera aufgezeichnete Mono-Tonspur habe ich etwa in die hintere Mitte des virtuellen 5.1 Raumes gelegt, da hier viel Hall und Umgebungsgeräusche zu hören sind. Im Ergebnis klingt das Ergebnis auf meiner 5.1 Heimkinoanlage recht natürlich. Schaut man das Video bspw. via Apple-TV und YouTube an, so kann man es im Surround-Modus wiedergeben.

Wer Ton und Bilder separat auszeichnet steht natürlich vor der Herausforderung, Bild und Ton zu synchronisieren. Ein weiteres Problem ist zuweilen die Samplingrate der Tonspuren. Während fast alle Kameras ihre Tonspur mit 48kHz aufnehmen, beherrschen viele Handy-Lösungen nur maximal 44,1kHz. Hier sollte man ggfs. die Tonspuren zunächst auf die gleiche Sampling-Rate bringen. Wer seine Videos mit Apples Final-Cut-Pro-X (FCPX) schneidet, muss nichts weiter tun, die Software konvertiert alles so, dass es passt. Dabei bleiben 10s Tonspur, ganz gleich mit welcher Samling-Rate sie aufgezeichnet wurden, immer 10s lang!

Vor dem eigentlichen Schnitt importiert man Ton und Bild in sein Projekt, markiert das was zusammengehört und wählt “Multi-Cam-Clip erstellen” aus. Diesen Clip kann man dann in einem speziellen Editior bearbeiten. Hier erfolgt der wichtigste aller Arbeitsschritte, die Synchronisation der Ton- und Videospuren! Wer keinen Timecode aufzeichnen kann, der hat die Möglichkeit hier über die Tonspuren zu synchronisieren. Sind Kameraton und die Aufzeichnungen der Ansteckmikrofone ähnlich laut und klar zu hören, so klappt es meist mit der automatischen Synchronisierung sehr gut. In unserem Fall stand aber die Kamera sehr weit weg und unsere Stimmen haben sich kaum von den Umgebungsgeräuschen abgehoben.

Multi-Cam-Editing

In solchen Fällen ist es extrem hilfreich, wenn man zu Beginn der Aufzeichnung eine Klappe benutzt. Wenn man so etwas nicht hat, reicht es völlig sich zu zweit direkt vor die Kamera zu stellen und einen Satz zu sagen wie “Interview mit Mirko – Take 1 – Die Aufnahme startet in 3-2-1 KLATSCH”. Das Klatsch spricht man natürlich nicht aus sondern klatscht so in die Hände, dass die Kamera dies “sieht” und die Mikros es “hören”. Im Multi-Cam-Editor hat man dann eine klar definierte Spitze die man für eine sehr präzise manuelle Synchronisation verwenden kann.

Wer es ganz gut machen will, der tut das Gleiche nochmals bevor er die Aufnahme beendet. So kann man sicherstellen, dass die Tonspuren zum Ende hin nicht auseinander driften. Man man es richtig, so ist alles perfekt lippensynchron! Ist alles synchronisiert, so korrigiert man die Pegel so, dass das Lautstärkeverhältnis aller Tonspuren zusammenpasst. Über Plugins wie Compressor und Limiter kann man Übersteuerungen vermeiden und die Grundlautstärke anheben. Mit dem Equalizer läßt sich die für die Sprachverständlichkeit wichtigen Frequenzen bei ca. 2kHz etwas anheben, so dass sich Stimmen besser von Umgebungsgeräuschen abheben. Wer es ganz gut machen will, der senkt entsprechend diese Frequenzen in den Tonspuren mit Umgebungsgeräuschen ab. Wer sein Werk mit Musik untermalen möchte, der kann mittels des Equalizers bei ca. 1kHz – 4kHz eine “Delle” in das Frequenzband der Musik einfügen und so die Sprachverständlichkeit steigern. Nicht vergessen sollte man die Positionierung der einzelnen Tonspuren im virtuellen Surround-Raum!

Ist das alles erledigt, kann man den Multi-Cam-Clip in die Timeline ziehen, Versprecher und Störungen wegschneiden, Titel ergänzen und die eine oder andere erklärende Video-Sequenz hinzufügen.

Fazit

Vom Ergebnis bin ich wirklich sehr angetan. Die Hintergrundunschärfe im Video sieht aus wie bei einer “erwachsenen” Video-Kamera und auch die Synchronisierung der Tonspuren ist recht gut gelungen. Das Nocticron ist zwar kein ganz billiger Spaß, aber meiner Meinung nach ist dieses Objektiv sein Geld wirklich wert. Allerdings sollte man nicht verschweigen, dass man mit dem Olympus 1,8/45mm zum Kampfpreis von ca. 275,- Euro eine recht ähnliche Bildqualität erzielen kann. Hier muss jeder abwägen wie viel Bokeh er braucht und was er dafür auszugeben bereit ist. Nicht vergessen sollte man auch das vergleichsweise hohe Gewicht des Nocticron. Das Olympus 1,8/45mm wiegt nur einen Bruchteil dieser “Edel-Linse”!

Mir hat das Interview wirklich ganz großen Spaß gemacht und ich freue mich darauf mit diesem Setup weitere Gespräche mit interessanten Menschen führen zu dürfen. Wenn jemand unter Euch eine gute Geschichte zu erzählen hat oder ein ungewöhnliches Hobby betreibt, so freue ich mich über eine kurze “Wortmeldung”. Vielleicht ist er ja schon bald im nächsten Interview zu sehen und zu hören!


Abgehoben – Trailer – Panasonic GH3

Es ist seit Wochen geplant aber irgendwie will es einfach nicht klappen, mein Freund Mirko und ich wollen mit einem Ultra-Leicht-Flugzeug von Bad Breizig nach Borkum fliegen. Dort wollen wir einen schönen sonnigen Tag verbringen und am Abend zu zweit mit der extrem coolen Dynamic WT9 wieder nach Hause fliegen. Die wichtigste Zutat für dieses Abenteuer ist das Wetter. Wir fliegen ohne Netz und doppelten Boden, ein reiner Sichtflug ohne Autopilot oder andere Hilfsmittel. Wenn dabei etwas schief geht kann es schnell gefährlich werden. Und damit alles stimmt müssen wir einige Tage mit einem stabilen Hochdruckgebiet ohne starke Winde abwarten.

Dieser Sommer hat uns bislang leider immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Entweder mussten wir beide arbeiten oder am Himmel waren eher Blitz und Donner als strahlendes Blau mit kleinen “Schäfchenwölkchen” zu sehen. Um uns die Wartezeit etwas zu verkürzen hat mich mein Pilot Mirko Mochetti, der eigentlich der Wirt des Café Fahrtwind in Hönningen in der Eifel ist, am Montag zum Flugfeld Mönchsheide bei Bad Breisig eingeladen.

Bewaffnet mit meiner Panasonic GH3, dem Leica/Panasonic Nocticron 1,2/42,5mm, dem Panasonic Vario G 2,8/35-100mm, dem Panasonic Vario 4/7-14mm und dem Walimex 3,5/7,5mm habe ich mich auf den Weg zum Flugfeld Mönchsheide etwas oberhalb von Bad Breisig gemacht. Es war ein toller Tag und ich habe nicht nur die Dynamic WT9 sondern auch viele andere Flugzeuge bestaunen dürfen. Auch habe ich einige andere Flieger und sogar Mirkos Fluglehrer kennenlernen dürfen. Der Fluglehrer hat in einem zweiten Hangar einen extrem coolen alten Doppel-Decker “versteckt”. Eine Maschine die fast nur aus Stoff und Holz besteht und von einem kleinen 2 Zylinder 2-Takt Motor mit ca. 36PS angetrieben wird. Dieser Flieger ist der Hammer!

Die Maschine mit der wir fliegen wollen ist vom Hersteller bis zu Windgeschwindigkeiten von 15 Knoten (ca. 30 km/h) zugelassen. Leider war es gestern mitunter deutlich windiger, so dass es auch für einen kurzen Flug zu gefährlich gewesen wäre.

Nachdem die meisten Flugzeuge frisch geputzt gegen Abend wieder im Hangar standen hatte ich Gelegenheit mit Mirko Mochetti im Hangar ein kurzes Interview zu führen. Um ca. 18h geschah dann das Unerwartete, der Wind legte sich und einer der anderen Piloten begann die Dynamic WT9 startklar zu machen. Mit meiner GH3 konnte ich die Vorbereitungen filmen und war sogar beim Start dabei.

Um das Filmmaterial nicht ungenutzt auf der Festplatte “vergammeln zu lassen” habe ich daraus heute für Euch einen nicht ganz erst gemeinten Trailer erstellt. Das Interview und weitere Bilder des Doppeldeckers werde ich in Kürze nachliefern. Ich bin schon sehr gespannt auf Euer Feedback :-)


The Lonley Island

Unsere Gespräche bei einer morgendlichen Tasse Kaffee (ich) und einem Energy Drink (Fabian) sind immer wieder sehr befruchtend. Fabian, der unter dem Pseudonym Rainer Schauder Spielereviews und mehr bei YouTube und in Spiele-Magazinen veröffentlicht, ist deutlich jünger als ich, hat aber einen sehr ähnlichen Humor. Immer wieder erzählen wir uns gegenseitig von coolen Filmen, Musik und andere witzigen Dingen.

In dieser Woche hatten wir es mit der Art und Weise wie DJ’s üblicher Weise versuchen einen Spannungsbogen aufzubauen. Eines der wichtigsten Elemente ist dabei, einfach mal für eine ganze Zeit die Bassdrum wegzunehmen, indem man (analog) die tiefen Bässe ganz krass wegpegelt oder (digital) den Track der Bass und Bass-Drum enthält ausschaltet (muted). Kurz bevor die Zuhörer dann wieder begeistert zu übertrieben wummernden Bass-Beats abtanzen dürfen gibt es meistens noch einen der üblichen Trommelwirbel “aus der Konserve”. Fertig ist der Spannungsbogen.

Die Musik/Comedy-Truppe “The Lonley Island” nahm 2006 zusammen mit Justin Timberlake ihre erste Platte auf. Die Bandmitglieder sind alle samt Comedians die u.a. bei Saturday Night Live bekannt geworden sind. Sie sind echte Spassvögel und mit ihren Songs und Musik-Videos nehmen sie alles auf die Schüppe was der MTV-Generation heilig ist.

Bei “When Will The Bass Drop” geht es nun genau um die Art wie (überbezahlte ?) DJ’s versuchen einen Spannungsbogen aufzubauen. Im Video hampelt ein bejubelter DJ wild hinter seinen Plattenspielern herum die gar keine Platten abspielen. Er malt Bilder und tut lauter Dinge die das Publikum gar nicht sehen kann. Und vor allem hat er einen großen Roten Knopf mit dem er den “BASS” einschalten kann. Wann wird es den Knopf drücken, wann werden endlich wieder die tiefen Frequenzen die Mägen der Tanzenden durchschütteln? Dieser DJ ist super, denn er lässt sich viel Zeit und die Spannung wird so unerträglich, dass im Augenblick in dem der “BASS” endlich wummert es den Leuten die Köpfe von den Schultern haut.

Das ist eine echt geile Parodie und manch ein DJ sollte sich das mal zu Herzen nehmen und versuchen neue Wege zu gehen…

Hier ist es nun dieser saucoole “Saturday Night Live Digital Short”…

 

Begeistert von diesem witzigen Ding habe ich in den letzen Tagen weiter im Oeuvre der Band gestöbert. Dabei kam mit das grandiose “Jizz in my Pants” unter die Fernbedienung. Wer schon mal ein Musik-Video bei MTV oder VIVA gesehen hat in dem tappende Typen arschgeile Weiber ansabbern, der wird hier seinen Spaß haben.

 

Dann gibt es noch die Gattung der Musik-Videos in denen feiste Rapper auf einer Luxusjacht ihre Weltanschauung zum Besten geben und dabei von ultraheißen Bikini-Mäusen umschaust werden. Mit “I’m On a Boat” gibt es auch dazu eine echt lustige Parodie. Sehr geil wie die Stimme des schwarzen “Sängers” mit einer Autotune Software (Antares Autotune?) im Stil von Cher’s “Believe” gepitched wird.

 

So funktioniert das mit dem Autotune via Antares Plugin…

 

Sehr geil ist auch das Video zu YOLO. Dieses Word ist inzwischen ein fester Bestandteil des Sprachgebrauchs unserer Kinder. Was Du kennst es nicht? Zugegeben, es klingt ein wenig nach einem neuen James Bond: “You Only Live Once”. Bei YOLO fühle ich mich spontan an die Videos der unzähligen gecasteten Boy Groups erinnert. Alles smarte Typen mit stylischen Sonnenbrillen die wunderbar im Chor singen können. Echt lustig :-)

 

Für alle Freunde von Harry Potter hier noch ein kleines Schmankerl :-)

 

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende :-)


Kalifornien aus der Vogelperspektive

Für alle USA Fans habe ich heute eine sehr schön gemachte Dokumentation über den Highway No. 1, einige Highlights und natürlich das wunderbare San Francisco.

 

Für alle die es noch nicht kennen ist hier mein Video zu unserer Reise im Jahr 2011. Damals kannte ich die Spiegel Dokumentation leider noch nicht, ansonsten hätten wir sicher noch einige Abstecher in unsere Route eingefügt. Aber wir sind ja noch jung und können das sonnige Kalifornien hoffentlich irgendwann noch einmal besuchen.


Filmtipp – Lilyhammer

Es ist schon fast ein Jahr her, dass ich echt viele Stunden mit Tony Soprano und seinen Mafia-Kumpels verbracht habe. Nach sechs Staffeln und gefühlten 200 Stunden war diese Serie dann aber irgendwann doch zu Ende. Der Abschied von Tony und seinen Kumpels war für mich ebenso abrupt wie traurig. Nach all den Stunden waren Tony Soprano alias James Gandolfini und seine Mafia Freunde fast zu einem Teil meiner Familie geworden. Neben dem grandiosen James Gandolfini gefiel mir der ewig mürrisch drein schauende Silvio Dante alias Steven van Zandt wirklich gut. James Gandolfini ist am 19. Juni 2013 viel zu früh an einem Herzinfarkt gestorben.

Vor einigen Jahren wurden die “Sopranos” gar zur best geschriebenen Fernsehserie aller Zeiten gewählt. Der Grund mag sein, dass die Autoren neben viel schwarzem Humor auch immer wieder sehr ernste Szenen wie beispielsweise AJ’s Selbstmordversuch erdacht haben.

Ich mochte die Sopranos und war am Ende der Serien regelrecht gefrustet, weil ich zu gern gewusst hätte wie es mit dieser unkonventionellen Familie weitergeht. Nicht zuletzt durch den Tod von James Gandolfini war aber klar, dass es keine Fortsetzung geben würde.

Umso größer waren Überraschung und Freude als ich vor einigen Tagen las, dass “Silvio Dante” weiterlebt. Es gibt ein Leben nach den Sopranos und den ewig grimmig drein schauenden Steven van Zandt führte dieses Leben nach Lillehammer im kalten Norwegen.

Die Story hinter der Fernsehserie “Lilyhammer” ist schnell erklärt. Ein Mafiosi des Kalibers eines Silvio Dante überwirft sich mit der Mafia und geht via FBI-Zeugenschutzprogramm nach Lillehammer in Norwegen. Das ist weit weg und dort wird ihn garantiert niemand suchen. Außerdem ist Lillehammer schön, schließlich waren dort mal Olympische Spiele! In der neuen fremden Welt angekommen schaut unser Protagonist noch genauso grimmig wie zu den besten Zeiten der Sopranos und macht natürlich das, was er bei den Sopranos auch schon gemacht hat. Er baut einen Club auf, besticht die Polizei, verprügelt üble Kotzbrocken und ist auf der Suche nach der großen Liebe. Eine Fernsehserie die das Leben schrieb :-)

“Lilyhammer” ist eine Koproduktion der staatlichen norwegischen Rundfunkanstalt NRK und des US-amerikanischen Video-on-Demand-Anbieters Netflix und stellt die erste Eigenproduktion von Netflix dar. Die Erstausstrahlung erfolgte am 25. Januar 2012 beim norwegischen Sender NRK1, bevor am 6. Februar 2013 über Netflix alle acht produzierten Episoden der ersten Staffel abrufbar waren. Die deutschsprachige Erstausstrahlung begann am 17. Januar 2013 auf dem Schweizer Sender SRF zwei. Seit einigen Tagen kann man “Lilyhammer” nun auch bei Watchever anschauen.

Bereits nach den beiden ersten Folgen bin ich regelrecht euphorisch und freue mich schon auf viele vergängliche Stunden mit dem grandios grimmigen Steven van Zandt der inzwischen Frank Tagliano heißt…

Die Soprans leben also weiter, wie schön wenn es gute Nachrichten gibt :-)

Das Steven van Zandt ein coole Sau ist beweist er übrigens gerne mal, wenn er mit seiner Gitarre auf der Bühne steht und gar nicht mehr so grimmig drein schaut…

Falls jemand den Talkmaster nicht erkannt hat, es ist Arsenio Hall. Der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch an seine Rolle in “Der Prinz aus Zamunda” an der Seite von Eddy Murphy? Sehr schön ist auch diese Szene :-)

 


Das kleinste Video der Welt

 

Das ist das “kleinste Video der Welt” und das zugehörige “Making-OF” wird von den dümmsten Menschen im Universum angeschaut…

Bildschirmfoto 2014-02-02 um 22.46.07

Hier ist das unbedingt sehenswerte “Making-Of”

 

Wer nun denkt, dass er mit seinem 499,- Euro teuren TokTamSigron SupaDupa 18-270mm Makro-Zoom echte “Makro-Fotos” machen kann, der sollte sich das Video nochmals in aller Ruhe anschauen. In diesem Video beträgt der Vergrößerungsmaßstab nicht 1 : 4,7 sondern sagenhafte 10.000.000 : 1 Das ist “echte Makro-Fotografie” auf dem höchsten aller Level :-)

Aber Kopf hoch, mit keinem Makro-Objektiv der Welt wird man jemals Atome bei Baden oder Frühstücken fotografieren können…


Blitzlicht – Gravity

Es ist schon ganz erstaunlich welch wunderbare kleine Perlen man gelegentlich bei Video-Diensten wie bspw. Vimeo findet. Heute möchte ich Euch ein geniales Video präsentieren das ein richtiges kleines Kunstwerk ist. Es wurde mit einer Canon Spiegelreflexkamera und verschiedenen alten lichtstarken Nikon Objektiven erstellt, allein deshalb ist es schon sehenswert :-)

Hier ist ein Auszug aus der Videobeschreibung:

the film was shot in 2011. we started the project spontaneously in february in burkina faso and two shots from there even survived over the process. we continued to shoot additional scenes at the north sea cost without still knowing all of the story we would be telling at the end. then in hamburg we shot most of the scenes and finished it in brussels in july.

all in all i would say: round about 7 days of shooting. lots of nice shots we didn’t put in the final editing ;) shot on canon eos 5d mkII with older nikon prime lenses. 35mm 1.4 // 50mm 1.2 // 85mm 1.4 // 105mm 1.8 all pics are manually shot single photos in sraw2 format.

Und jetzt – Film ab…

GRAVITY // UN RÊVE DE DEMAIN from Filip Piskorzynski on Vimeo.


Kritisch gesehen – Point Blank – Aus kurzer Distanz

Meine ersten Kontakte zu amerikanischen Filmproduktionen hatte ich als kleiner Junge mit Filmen, die es damals im deutschen Fernsehen gezeigt wurden. Flipper, Daktari, Bonanza, Tarzan, Fury, Lassie, Ein Colt für alle Fälle, Das A-Team, Hart aber Herzlich, Drei Engel für Charlie, Detektiv Rockford, Magnum, Dallas, Falcon Crest, die Liste ließe sich fast endlos verlängern. Heute, fast 40 Jahre später fällt es mir zunehmend schwer diesen unendlich vielen US-Produktionen noch etwas abzugewinnen. Wieder und wieder bedrohen Terroristen Los Angeles, Aliens überfallen Los Angeles, Jack Bauer beschützt Los Angeles vor einem Atombombenangriff, Bruce Willis stirbt mal wieder ganz ganz langsam. Ich kann es eigentlich nicht mehr sehen!

Filme wie “Ziemlich beste Freunde” wirken da schon fast wie Medizin für die strapazierten Sehnerven. Aber die Franzosen haben nicht nur gute Komödien und Retro-Streifen wie “The Artist” im Gepäck, sie können auch ganz anders. Und das beweisen Sie mit dem Streifen “Point Blank – Aus kurzer Distanz”. Endlich mal ein flotter schwungvoller Actionstreifen mit überzeugenden Akteuren die man noch nicht in zig anderen Filmen bewundern durfte. Endlich kein Brad Pit, kein Richard Gere, kein Will Smith, endlich mal eine gute Geschichte und Action dass die Handflächen feucht werden.

Das Deutschlandradio beschrieb diesen Film so:

„”Point Blank – Aus kurzer Distanz” bietet brillantes, französisches Hochspannungskino, das an den Nerven mächtig angenehm zerrt. In Tempo, Typen, Bewegung und vor allem in den (METRO- und letztlich Polizeirevier-)Action-Motiven ein prima emotionaler “Ruckzuck-Thriller”: In nicht einmal 90, ständig unterhaltsamen Minuten auf beste Suspense gebracht, kann er “Hollywood” Klasse-Paroli bieten.“

Hier kommen Erinnerungen an Gene Hackman in John Frankenheimers French Connection II auf. Dieser Film ist einfach gut und daher habe ich hier noch einen Trailer für Euch :-)

Fazit

Wer das ewige US-Einerlei nicht mehr sehen mag, der findet mit “Point Blank – Aus kurzer Distanz” einen spannenden Actionstreifen abseits des Hollywood-Mainstreams.

Erhältlich ist der Film auf Blu-Ray bei Amazon für knapp 13 Euro.


Kritisch gesehen – Black Gold von Jean-Jacques Annaud

Im Jahr 1963 erhielt das bildgewaltige Monumentalfilm “Lawrence von Arabien” des Regisseurs David Lean und des Produzenten Sam Spiegel mit den Hauptdarstellern Peter O’Toole und Omar Sharif insgesamt sieben Oscars. Dieser Film markierte damit den Höhepunkt einer Filmgattung die heutzutage fast ausgestorben ist, das Wüstenepos. Viele Jahre später kam mit dem Streifen “Black Gold” nach zähem Ringen um Finanzierung, Hauptdarsteller und Drehorte eine Hommage an Lawrence von Arabien in unsere Kinos. Umgesetzt hat dieses Epos der französische Filmemacher Jean-Jacques Annaud. Gedreht wurde 2010 und 2011 in Tunesien während der Wirren der “Jasmin Revolution“.

Wirft man einen Blick auf einige ausgewählte Werke von Jean-jacues Annaud, so erinnert man sich gern an Blockbuster wie der “Name der Rose” mit Sean Connery mit oder “Sieben Jahre in Tibet” mit  Brad Pitt.

  • 1981: Am Anfang war das Feuer (La guerre du feu)
  • 1986: Der Name der Rose (Il nome della rosa)
  • 1988: Der Bär (L’ours)
  • 1992: Der Liebhaber (L’Amant)
  • 1997: Sieben Jahre in Tibet (Seven Years in Tibet)
  • 2001: Duell – Enemy at the Gates (Enemy at the Gates)
  • 2011: Black Gold (Or Noir)

Bereits beim Film “Der Name der Rose” setzte Jean-Jacques Annaud auf den bis dahin relativ unbekannten Filmmusik-Komponisten James Horner und dieser feierte mit seinem Soundtrack prompt den ersten großen Erfolg. Viele Produzenten weiterer Blockbuster setzten danach auf ausgeprägte musikalische Filmsprache von James Horner.

Allein die Liste seiner Oscar-Nominierungen ist einzigartig:

  • 1987: Somewhere Out There (aus: An American Tail, bester Song)
  • 1987: Aliens (bester Score)
  • 1990: Field of Dreams (bester Score)
  • 1996: Braveheart (bester Drama-Score)
  • 1996: Apollo 13 (bester Drama-Score)
  • 1998: Titanic (bester Drama-Score, Gewinner)
  • 1998: My Heart Will Go On (aus: Titanic, bester Song, Gewinner)
  • 2002: A Beautiful Mind (bester Score)
  • 2004: House Of Sand And Fog (bester Score)
  • 2010: Avatar – Aufbruch nach Pandora (bester Score)

Hinzu kommen etliche Grammy-Nominierungen und Golden-Globes. Aber “Black Gold” hat weit mehr zu bieten. Zwar wurde der Film im wesentlichen von Geldgebern aus arabischen Ländern finanziert, doch für die Hauptrollen konnten international renommierte Stars gewonnen werden. Mit Antonio Banderas, Mark Strong, Freida Pinto (Slumdog Millionaire) und nicht zuletzt dem wunderbaren Tahar Rahim ist dieser Film ganz großartig besetzt. Im Gegensatz zu allem was wir aus Hollywood kennen, übernehmen hier die amerikanischen Ölsucher eher eine Statistenrolle. Das Hauptaugenmerk liegt auf den unterschiedlichen Weltanschauungen der beiden Könige und den Konflikten die sie beim Übergang hin zu einer modernen Gesellschaft, die sich westliche Errungenschaften zum Vorbild nimmt, meistern müssen.

Worum geht es in Black Gold?

Müsste man diesen Film in einer Schlagzeile zusammenfassen könnte diese lauten “Lawrence von Arabien trifft auf There will be blood“. In den 30er Jahren tauschen verfeindete Stämme irgendwo in Arabien nach einer blutigen Schlacht zwei Geiseln aus. Der unterlegene Scheich (Mark Strong) übergibt seine beiden Söhne dem siegreichen Feldherren (Antonio Banderas). Die beiden Kinder wachsen in Gefangenschaft auf und werden ohne es zu wollen doch Teil der eigentlich verfeindeten Gesellschaft. 15 Jahre später wird im Niemandsland zwischen den beiden Königreichen von amerikanischen Ingenieuren Öl gefunden. Im mündlichen “Friedensvertrag” war aber 15 Jahre zuvor festgelegt worden, dass dieser “gelbe Gürtel” von keinem der Wüstenkönigreiche beansprucht werden soll. Während Scheich “Antonio Banderas” die Ölquellen ausbeuten lässt und mit dem Öldollars sein Köngreich modernisiert, wachsen bei seinen Gegnern Argwohn und Misstrauen gegenüber den Ausländern die jetzt scharenweise ins Land kommen um das Schwarze Gold zu fördern.

Jean-Jacques Annaud lässt sich viel Zeit um die Ausgangslage zu erzählen und die einzelnen Charaktere genau vorzustellen. Somit ist der erste Teil des Films eine zauberhafte ruhige arabische Familiensaga. Doch dann entbrennt der Krieg zwischen den Königreichen aufs Neue. Nun gibt Annaud richtig Gas und entwickelt auf dem bombastischen Soundtrack einen bildgewaltigen Wüstenkrieg. Dieser spitzt sich in einer “Tour de force” des jungen Helden Tahar Rahim immer weiter zu und bleibt dabei wirklich spannend.

Fazit

Als der Film nach 2 Stunden und 10 Minuten zu ende geht ist man fasziniert von dieser für uns so fremden und doch so einzigartigen arabischen Welt. Eine tolle Geschichte subtil untermalt mit einem großartigen Soundtrack und guten Schauspielern. Da vergisst man schnell die manchmal etwas hölzernen Dialoge und die ruhige fast 60 Minuten dauernde ruhige “Einleitung”.

Black Gold ist großes Kino das jeder Liebhaber ambitionierter Abenteuerfilme gesehen haben sollte. Aktuell ist der Film bei amazon.de auf Blu-Ray bereits ab 9,97 Euro erhältlich:


Kritisch gesehen – Running Scared

Wer Filme von Quentin Tarantino mag und schon alles gesehen hat was des Oeuvre des Meisters zu bieten hat, der landet irgendwann auch bei  Running Scared. Ein atmosphärisch dichtes düsteres Gangsterepos. Ganz im Stile von Quentin Tarantino setzt auch dieser Film auf krasse Gewaltausbrüche gepaart mit ungewöhnlichen visuellen Effekten. Es gibt überzeugende Darsteller und eine eigentlich sehr einfache leicht nachvollziehbare Geschichte. In Deutschland hat der Streifen die FSK Freigabe 16 – für mich nicht ganz nachvollziehbar.

Worum geht es eigentlich in diesem Film?

Fassen wir zusammen: Bei einem Drogendeal platzen drei maskierte Typen herein. Wie immer gibt es eine Schießerei mit viel Blut und vielen Toten. Leider sind auch Polizisten unter den Toten, einer hat bei der Schießerei dummer Weise auch noch seine Eier verloren. Eine auffällige Pistole muss ganz schnell verschwinden. Im Gegensatz zu Pulp Fiction überlebt jedoch der Typ auf der Rücksitzbank. Blöderweise landet die Pistole in den Händen eines 10 Jahre alten Jungen der damit seinen prügelnden russischen Stiefvater zu erschießen versucht. Wirklich blöd, denn die Ballistiker der Polizei könnten hier unschöne Zusammenhänge konstruieren. Also muss Paul Walker, der zweite coole Typ aus “The Fast and the Furious”, es irgendwie richten. Ja genau, Paul Wer? Kennt Ihr nicht? Es ist der der nicht Vin Diesel ist, dämmert jetzt was??

Ok, wenn es dämmert, dieser Paul Walker liefert hier ein durchaus gute Performance ab und auch die übrigen Darsteller sind in bester “Spiellaune”. Wer sich noch an Maynard, Zed und Hinkebein aus Pulp Fiction erinnert, der wird bei einer Kinderschänder-Sequenz ein Flashback haben. Und sich bei der “Auflösung” dieser “Problemstellung” auf die Schenkel klopfen.

Am Ende kommt alles wie es kommen muss, oder doch nicht? Eher “doch nicht”… Warum das? Bei allen Filmen gibt es Probevorführungen, so wurde damals bei “The Saint” entschieden, dass Val Kilmer auf mysteriöse Art und Weise sein Ende mit der Geliebten in einem Wohnwagen einsam in den Bergen zu fristen soll, statt im kalten Moskau zu versterben. Dieser neue Schluss wurde damals produziert um dem Publikumsgeschmack “näher” zu kommen.

Wer so etwas mag, der wird nach Running Scared einen zufriedenen letzten Schluck aus der Bierflasche nehmen und die letzten Erdnüsse in die Mundhöhle purzeln lassen. Ich habe mich jedenfalls verarscht gefühlt.

Aber mein Geschmack ist ja kein Evangelium und daher könnt Ihr Euch eine eigene Meinung bilden. Den Streifen gibt es aktuell bei amazon.de auf Blu-Ray ab 9,63 Euro. Die DVD ist für 6,99 Euro zu haben.

Hier habe ich noch einen weiteren Trailer für Euch, vielleicht versteht Ihr damit besser was ich meine :-)


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