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Kino

Abgehoben – Teil 1 – Leica Nocticron

Die Sensoren von Micro-Four-Thirds Kameras (MFT) haben nur 1/4 der Fläche eines Sensors wie man in bspw. von der Nikon D800 kennt. Damit ist die Diagonale der Sensoren nur halb so groß wie bei einem FX-Sensor und dementsprechend beträgt der Verlängerungsfaktor (Crop-Faktor) den Wert 2,0. Während man mit einer FX Kamera und einem 1,4/85mm Objektiv Portraits mit ganz bezaubernder Hintergrundunschärfe (Bokeh) aufzunehmen vermag, sieht es bei den MFT ein wenig anders aus. Bei gleichem Blickwinkel sind hier nur 42,5mm notwendig und dementsprechend ist die Schärfentiefe größer und andererseits die Hintergrundunschärfe geringer. Das ist einer der Gründe warum viele Profis in der Vergangenheit die Arbeit mit MFT-Kameras besonders im Portrait-Bereich eher belächelt oder gar vollständig abgelehnt haben.

Wer mit einer MFT-Kamera seine Motive vom Hintergrund abheben will steht zusätzlich vor dem Problem, dass praktisch jedes Kameramodell mit einem relativ lichtschwachen Zoom-Objektiv ausgliefert wird. Meist sind diese Objektive in der längsten Brennweite für ein Portrait geeignet aber oft beträgt die Lichtstärke dann nur noch F/5,6 und man erzielt ein Bokeh wie man es bei einer FX-Kamera etwa bei Blende 8 erhalten würde.

Über diesen “Nachteil” gegenüber dem oft so vollmundig gepriesenen FX- oder auch “Vollformat” wird seit es MFT Kameras gibt in allen nur denkbaren Formen vortrefflich gestritten. Seit Januar 2014 ist nun mit dem Panasonic/Leica Nocticron 1,2/42,5mm ein Objektiv verfügbar das eine MFT-Kamera auf eine völlig neues Niveau zu heben vermag. Dieses Objektiv wird von Panasonic gefertigt und wurde in Zusammenarbeit mit Leica entwickelt. Es ist mit ca. 1.500 Euro sehr teuer und mit satten 425 Gramm auch relativ schwer. An einer zierlichen Kamera wie bspw. einer Olympus OM-D EM-10 wirkt dieses große Objektiv je nach Sichtweise irgendwie deplatziert, oder eben extrem cool.

Weil der Rummel um dieses Objektiv wirklich groß war und es auf Reisen ständig echten Stress mit dem Gewicht meiner Fotoausrüstung gibt, habe ich mir das Nocticron vor einigen Wochen beim City Foto Center Bonn bestellt. Nach den ersten Testbildern mit meiner Olympus OM-D E-M1 war ich wirklich begeistert von der optischen Qualität dieser sehr modernen Konstruktion. Bereits bei Blende 1,2 liefert diese Linse perfekt scharfe Portraits. Um die gleiche Abbildungsleistung zu erzielen, müsste ich mein Nikon AF-D 1,4/85mm etwa auf Blende 2,8 abblenden. Die erzielbare Hintergrundunschärfe wäre in diesem Fall weitgehend identisch.

Sehr cool ist auch die Möglichkeit vieler MFT-Kameras, den Autofokus via Geschichtserkennung so einzustellen, dass wahlweise das linke, rechte oder eben beide Augen eines als Gesicht erkannten Motivs korrekt fokussiert werden. Dies funktioniert in der Praxis wirklich ganz außergewöhnlich gut und die Trefferquote mit dem Nocticron und bspw. der Olympus OM-D E-M1 ist ganz beachtlich.

Hier habe ich einige Test-Portraits die ich mit dem Nocticron aufgenommen habe. Wer die EXIF-Daten anschauen möchte, kann die Bilder anklicken und dann via flickr.com alle EXIF-Details einsehen.

Nocticron Test Shot #1 - Olympus OM-D E-M10 & Panasonic Leica Noctricon 1,2/42,5mm

Nocticron Test Shot #2 - Olympus OM-D E-M10 & Panasonic Leica Noctricon 1,2/42,5mm

Nocticron Test Shot #3 - Olympus OM-D E-M10 & Panasonic Leica Noctricon 1,2/42,5mm

Nocticron Test Shot #6 - Olympus OM-D E-M10 & Panasonic Leica Noctricon 1,2/42,5mm

Wie schon im letzten Artikel erwähnt, konnte ich am Montag ein kurzes Interview mit Mirko Mochetti im Hangar des Flugfeldes Mönchsheide bei Bad Breisig führen. Für dieses Interview habe ich die Panasonic GH3 und das Nocticron 1,2/42,5mm verwendet. Um den Blickwinkel noch enger zu fassen habe ich zusätzlich den “digitalen Teleconverter” der GH3 eingeschaltet. So konnte die Kamera recht weit entfernt im großen Hangar stehen und im Verlaufe des Gesprächs hat mein Gesprächspartner dann auch fast vergessen, dass wir eigentlich gefilmt werden. Die anfangs deutlich spürbare Unsicherheit ist dadurch schnell verflogen was sehr zur Qualität des Interviews beiträgt.

Für die Tonaufnahme habe ich zwei RODE SmartLAV Ansteckmikrofone verwendet. Auf der GH3 war zusätzlich das RODE VideoMIC montiert. Meine Tonspur habe ich mit meiner HTC ONE M7 und Mirkos Tonspur mit einem Apple iPod Touch 5g aufgezeichnet. Die verwendete Software war iRIG Recorder für Android, bzw. iOS. Beim Surround-Mix habe ich unsere beiden Mono-Tonspuren jeweils weit vorne links und rechts im virtuellen 5.1 Raum angeordnet. Die von der Kamera aufgezeichnete Mono-Tonspur habe ich etwa in die hintere Mitte des virtuellen 5.1 Raumes gelegt, da hier viel Hall und Umgebungsgeräusche zu hören sind. Im Ergebnis klingt das Ergebnis auf meiner 5.1 Heimkinoanlage recht natürlich. Schaut man das Video bspw. via Apple-TV und YouTube an, so kann man es im Surround-Modus wiedergeben.

Wer Ton und Bilder separat auszeichnet steht natürlich vor der Herausforderung, Bild und Ton zu synchronisieren. Ein weiteres Problem ist zuweilen die Samplingrate der Tonspuren. Während fast alle Kameras ihre Tonspur mit 48kHz aufnehmen, beherrschen viele Handy-Lösungen nur maximal 44,1kHz. Hier sollte man ggfs. die Tonspuren zunächst auf die gleiche Sampling-Rate bringen. Wer seine Videos mit Apples Final-Cut-Pro-X (FCPX) schneidet, muss nichts weiter tun, die Software konvertiert alles so, dass es passt. Dabei bleiben 10s Tonspur, ganz gleich mit welcher Samling-Rate sie aufgezeichnet wurden, immer 10s lang!

Vor dem eigentlichen Schnitt importiert man Ton und Bild in sein Projekt, markiert das was zusammengehört und wählt “Multi-Cam-Clip erstellen” aus. Diesen Clip kann man dann in einem speziellen Editior bearbeiten. Hier erfolgt der wichtigste aller Arbeitsschritte, die Synchronisation der Ton- und Videospuren! Wer keinen Timecode aufzeichnen kann, der hat die Möglichkeit hier über die Tonspuren zu synchronisieren. Sind Kameraton und die Aufzeichnungen der Ansteckmikrofone ähnlich laut und klar zu hören, so klappt es meist mit der automatischen Synchronisierung sehr gut. In unserem Fall stand aber die Kamera sehr weit weg und unsere Stimmen haben sich kaum von den Umgebungsgeräuschen abgehoben.

Multi-Cam-Editing

In solchen Fällen ist es extrem hilfreich, wenn man zu Beginn der Aufzeichnung eine Klappe benutzt. Wenn man so etwas nicht hat, reicht es völlig sich zu zweit direkt vor die Kamera zu stellen und einen Satz zu sagen wie “Interview mit Mirko – Take 1 – Die Aufnahme startet in 3-2-1 KLATSCH”. Das Klatsch spricht man natürlich nicht aus sondern klatscht so in die Hände, dass die Kamera dies “sieht” und die Mikros es “hören”. Im Multi-Cam-Editor hat man dann eine klar definierte Spitze die man für eine sehr präzise manuelle Synchronisation verwenden kann.

Wer es ganz gut machen will, der tut das Gleiche nochmals bevor er die Aufnahme beendet. So kann man sicherstellen, dass die Tonspuren zum Ende hin nicht auseinander driften. Man man es richtig, so ist alles perfekt lippensynchron! Ist alles synchronisiert, so korrigiert man die Pegel so, dass das Lautstärkeverhältnis aller Tonspuren zusammenpasst. Über Plugins wie Compressor und Limiter kann man Übersteuerungen vermeiden und die Grundlautstärke anheben. Mit dem Equalizer läßt sich die für die Sprachverständlichkeit wichtigen Frequenzen bei ca. 2kHz etwas anheben, so dass sich Stimmen besser von Umgebungsgeräuschen abheben. Wer es ganz gut machen will, der senkt entsprechend diese Frequenzen in den Tonspuren mit Umgebungsgeräuschen ab. Wer sein Werk mit Musik untermalen möchte, der kann mittels des Equalizers bei ca. 1kHz – 4kHz eine “Delle” in das Frequenzband der Musik einfügen und so die Sprachverständlichkeit steigern. Nicht vergessen sollte man die Positionierung der einzelnen Tonspuren im virtuellen Surround-Raum!

Ist das alles erledigt, kann man den Multi-Cam-Clip in die Timeline ziehen, Versprecher und Störungen wegschneiden, Titel ergänzen und die eine oder andere erklärende Video-Sequenz hinzufügen.

Fazit

Vom Ergebnis bin ich wirklich sehr angetan. Die Hintergrundunschärfe im Video sieht aus wie bei einer “erwachsenen” Video-Kamera und auch die Synchronisierung der Tonspuren ist recht gut gelungen. Das Nocticron ist zwar kein ganz billiger Spaß, aber meiner Meinung nach ist dieses Objektiv sein Geld wirklich wert. Allerdings sollte man nicht verschweigen, dass man mit dem Olympus 1,8/45mm zum Kampfpreis von ca. 275,- Euro eine recht ähnliche Bildqualität erzielen kann. Hier muss jeder abwägen wie viel Bokeh er braucht und was er dafür auszugeben bereit ist. Nicht vergessen sollte man auch das vergleichsweise hohe Gewicht des Nocticron. Das Olympus 1,8/45mm wiegt nur einen Bruchteil dieser “Edel-Linse”!

Mir hat das Interview wirklich ganz großen Spaß gemacht und ich freue mich darauf mit diesem Setup weitere Gespräche mit interessanten Menschen führen zu dürfen. Wenn jemand unter Euch eine gute Geschichte zu erzählen hat oder ein ungewöhnliches Hobby betreibt, so freue ich mich über eine kurze “Wortmeldung”. Vielleicht ist er ja schon bald im nächsten Interview zu sehen und zu hören!


Abgehoben – Trailer – Panasonic GH3

Es ist seit Wochen geplant aber irgendwie will es einfach nicht klappen, mein Freund Mirko und ich wollen mit einem Ultra-Leicht-Flugzeug von Bad Breizig nach Borkum fliegen. Dort wollen wir einen schönen sonnigen Tag verbringen und am Abend zu zweit mit der extrem coolen Dynamic WT9 wieder nach Hause fliegen. Die wichtigste Zutat für dieses Abenteuer ist das Wetter. Wir fliegen ohne Netz und doppelten Boden, ein reiner Sichtflug ohne Autopilot oder andere Hilfsmittel. Wenn dabei etwas schief geht kann es schnell gefährlich werden. Und damit alles stimmt müssen wir einige Tage mit einem stabilen Hochdruckgebiet ohne starke Winde abwarten.

Dieser Sommer hat uns bislang leider immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Entweder mussten wir beide arbeiten oder am Himmel waren eher Blitz und Donner als strahlendes Blau mit kleinen “Schäfchenwölkchen” zu sehen. Um uns die Wartezeit etwas zu verkürzen hat mich mein Pilot Mirko Mochetti, der eigentlich der Wirt des Café Fahrtwind in Hönningen in der Eifel ist, am Montag zum Flugfeld Mönchsheide bei Bad Breisig eingeladen.

Bewaffnet mit meiner Panasonic GH3, dem Leica/Panasonic Nocticron 1,2/42,5mm, dem Panasonic Vario G 2,8/35-100mm, dem Panasonic Vario 4/7-14mm und dem Walimex 3,5/7,5mm habe ich mich auf den Weg zum Flugfeld Mönchsheide etwas oberhalb von Bad Breisig gemacht. Es war ein toller Tag und ich habe nicht nur die Dynamic WT9 sondern auch viele andere Flugzeuge bestaunen dürfen. Auch habe ich einige andere Flieger und sogar Mirkos Fluglehrer kennenlernen dürfen. Der Fluglehrer hat in einem zweiten Hangar einen extrem coolen alten Doppel-Decker “versteckt”. Eine Maschine die fast nur aus Stoff und Holz besteht und von einem kleinen 2 Zylinder 2-Takt Motor mit ca. 36PS angetrieben wird. Dieser Flieger ist der Hammer!

Die Maschine mit der wir fliegen wollen ist vom Hersteller bis zu Windgeschwindigkeiten von 15 Knoten (ca. 30 km/h) zugelassen. Leider war es gestern mitunter deutlich windiger, so dass es auch für einen kurzen Flug zu gefährlich gewesen wäre.

Nachdem die meisten Flugzeuge frisch geputzt gegen Abend wieder im Hangar standen hatte ich Gelegenheit mit Mirko Mochetti im Hangar ein kurzes Interview zu führen. Um ca. 18h geschah dann das Unerwartete, der Wind legte sich und einer der anderen Piloten begann die Dynamic WT9 startklar zu machen. Mit meiner GH3 konnte ich die Vorbereitungen filmen und war sogar beim Start dabei.

Um das Filmmaterial nicht ungenutzt auf der Festplatte “vergammeln zu lassen” habe ich daraus heute für Euch einen nicht ganz erst gemeinten Trailer erstellt. Das Interview und weitere Bilder des Doppeldeckers werde ich in Kürze nachliefern. Ich bin schon sehr gespannt auf Euer Feedback :-)


The Lonley Island

Unsere Gespräche bei einer morgendlichen Tasse Kaffee (ich) und einem Energy Drink (Fabian) sind immer wieder sehr befruchtend. Fabian, der unter dem Pseudonym Rainer Schauder Spielereviews und mehr bei YouTube und in Spiele-Magazinen veröffentlicht, ist deutlich jünger als ich, hat aber einen sehr ähnlichen Humor. Immer wieder erzählen wir uns gegenseitig von coolen Filmen, Musik und andere witzigen Dingen.

In dieser Woche hatten wir es mit der Art und Weise wie DJ’s üblicher Weise versuchen einen Spannungsbogen aufzubauen. Eines der wichtigsten Elemente ist dabei, einfach mal für eine ganze Zeit die Bassdrum wegzunehmen, indem man (analog) die tiefen Bässe ganz krass wegpegelt oder (digital) den Track der Bass und Bass-Drum enthält ausschaltet (muted). Kurz bevor die Zuhörer dann wieder begeistert zu übertrieben wummernden Bass-Beats abtanzen dürfen gibt es meistens noch einen der üblichen Trommelwirbel “aus der Konserve”. Fertig ist der Spannungsbogen.

Die Musik/Comedy-Truppe “The Lonley Island” nahm 2006 zusammen mit Justin Timberlake ihre erste Platte auf. Die Bandmitglieder sind alle samt Comedians die u.a. bei Saturday Night Live bekannt geworden sind. Sie sind echte Spassvögel und mit ihren Songs und Musik-Videos nehmen sie alles auf die Schüppe was der MTV-Generation heilig ist.

Bei “When Will The Bass Drop” geht es nun genau um die Art wie (überbezahlte ?) DJ’s versuchen einen Spannungsbogen aufzubauen. Im Video hampelt ein bejubelter DJ wild hinter seinen Plattenspielern herum die gar keine Platten abspielen. Er malt Bilder und tut lauter Dinge die das Publikum gar nicht sehen kann. Und vor allem hat er einen großen Roten Knopf mit dem er den “BASS” einschalten kann. Wann wird es den Knopf drücken, wann werden endlich wieder die tiefen Frequenzen die Mägen der Tanzenden durchschütteln? Dieser DJ ist super, denn er lässt sich viel Zeit und die Spannung wird so unerträglich, dass im Augenblick in dem der “BASS” endlich wummert es den Leuten die Köpfe von den Schultern haut.

Das ist eine echt geile Parodie und manch ein DJ sollte sich das mal zu Herzen nehmen und versuchen neue Wege zu gehen…

Hier ist es nun dieser saucoole “Saturday Night Live Digital Short”…

 

Begeistert von diesem witzigen Ding habe ich in den letzen Tagen weiter im Oeuvre der Band gestöbert. Dabei kam mit das grandiose “Jizz in my Pants” unter die Fernbedienung. Wer schon mal ein Musik-Video bei MTV oder VIVA gesehen hat in dem tappende Typen arschgeile Weiber ansabbern, der wird hier seinen Spaß haben.

 

Dann gibt es noch die Gattung der Musik-Videos in denen feiste Rapper auf einer Luxusjacht ihre Weltanschauung zum Besten geben und dabei von ultraheißen Bikini-Mäusen umschaust werden. Mit “I’m On a Boat” gibt es auch dazu eine echt lustige Parodie. Sehr geil wie die Stimme des schwarzen “Sängers” mit einer Autotune Software (Antares Autotune?) im Stil von Cher’s “Believe” gepitched wird.

 

So funktioniert das mit dem Autotune via Antares Plugin…

 

Sehr geil ist auch das Video zu YOLO. Dieses Word ist inzwischen ein fester Bestandteil des Sprachgebrauchs unserer Kinder. Was Du kennst es nicht? Zugegeben, es klingt ein wenig nach einem neuen James Bond: “You Only Live Once”. Bei YOLO fühle ich mich spontan an die Videos der unzähligen gecasteten Boy Groups erinnert. Alles smarte Typen mit stylischen Sonnenbrillen die wunderbar im Chor singen können. Echt lustig :-)

 

Für alle Freunde von Harry Potter hier noch ein kleines Schmankerl :-)

 

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende :-)


Kalifornien aus der Vogelperspektive

Für alle USA Fans habe ich heute eine sehr schön gemachte Dokumentation über den Highway No. 1, einige Highlights und natürlich das wunderbare San Francisco.

 

Für alle die es noch nicht kennen ist hier mein Video zu unserer Reise im Jahr 2011. Damals kannte ich die Spiegel Dokumentation leider noch nicht, ansonsten hätten wir sicher noch einige Abstecher in unsere Route eingefügt. Aber wir sind ja noch jung und können das sonnige Kalifornien hoffentlich irgendwann noch einmal besuchen.


Filmtipp – Lilyhammer

Es ist schon fast ein Jahr her, dass ich echt viele Stunden mit Tony Soprano und seinen Mafia-Kumpels verbracht habe. Nach sechs Staffeln und gefühlten 200 Stunden war diese Serie dann aber irgendwann doch zu Ende. Der Abschied von Tony und seinen Kumpels war für mich ebenso abrupt wie traurig. Nach all den Stunden waren Tony Soprano alias James Gandolfini und seine Mafia Freunde fast zu einem Teil meiner Familie geworden. Neben dem grandiosen James Gandolfini gefiel mir der ewig mürrisch drein schauende Silvio Dante alias Steven van Zandt wirklich gut. James Gandolfini ist am 19. Juni 2013 viel zu früh an einem Herzinfarkt gestorben.

Vor einigen Jahren wurden die “Sopranos” gar zur best geschriebenen Fernsehserie aller Zeiten gewählt. Der Grund mag sein, dass die Autoren neben viel schwarzem Humor auch immer wieder sehr ernste Szenen wie beispielsweise AJ’s Selbstmordversuch erdacht haben.

Ich mochte die Sopranos und war am Ende der Serien regelrecht gefrustet, weil ich zu gern gewusst hätte wie es mit dieser unkonventionellen Familie weitergeht. Nicht zuletzt durch den Tod von James Gandolfini war aber klar, dass es keine Fortsetzung geben würde.

Umso größer waren Überraschung und Freude als ich vor einigen Tagen las, dass “Silvio Dante” weiterlebt. Es gibt ein Leben nach den Sopranos und den ewig grimmig drein schauenden Steven van Zandt führte dieses Leben nach Lillehammer im kalten Norwegen.

Die Story hinter der Fernsehserie “Lilyhammer” ist schnell erklärt. Ein Mafiosi des Kalibers eines Silvio Dante überwirft sich mit der Mafia und geht via FBI-Zeugenschutzprogramm nach Lillehammer in Norwegen. Das ist weit weg und dort wird ihn garantiert niemand suchen. Außerdem ist Lillehammer schön, schließlich waren dort mal Olympische Spiele! In der neuen fremden Welt angekommen schaut unser Protagonist noch genauso grimmig wie zu den besten Zeiten der Sopranos und macht natürlich das, was er bei den Sopranos auch schon gemacht hat. Er baut einen Club auf, besticht die Polizei, verprügelt üble Kotzbrocken und ist auf der Suche nach der großen Liebe. Eine Fernsehserie die das Leben schrieb :-)

“Lilyhammer” ist eine Koproduktion der staatlichen norwegischen Rundfunkanstalt NRK und des US-amerikanischen Video-on-Demand-Anbieters Netflix und stellt die erste Eigenproduktion von Netflix dar. Die Erstausstrahlung erfolgte am 25. Januar 2012 beim norwegischen Sender NRK1, bevor am 6. Februar 2013 über Netflix alle acht produzierten Episoden der ersten Staffel abrufbar waren. Die deutschsprachige Erstausstrahlung begann am 17. Januar 2013 auf dem Schweizer Sender SRF zwei. Seit einigen Tagen kann man “Lilyhammer” nun auch bei Watchever anschauen.

Bereits nach den beiden ersten Folgen bin ich regelrecht euphorisch und freue mich schon auf viele vergängliche Stunden mit dem grandios grimmigen Steven van Zandt der inzwischen Frank Tagliano heißt…

Die Soprans leben also weiter, wie schön wenn es gute Nachrichten gibt :-)

Das Steven van Zandt ein coole Sau ist beweist er übrigens gerne mal, wenn er mit seiner Gitarre auf der Bühne steht und gar nicht mehr so grimmig drein schaut…

Falls jemand den Talkmaster nicht erkannt hat, es ist Arsenio Hall. Der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch an seine Rolle in “Der Prinz aus Zamunda” an der Seite von Eddy Murphy? Sehr schön ist auch diese Szene :-)

 


Das kleinste Video der Welt

 

Das ist das “kleinste Video der Welt” und das zugehörige “Making-OF” wird von den dümmsten Menschen im Universum angeschaut…

Bildschirmfoto 2014-02-02 um 22.46.07

Hier ist das unbedingt sehenswerte “Making-Of”

 

Wer nun denkt, dass er mit seinem 499,- Euro teuren TokTamSigron SupaDupa 18-270mm Makro-Zoom echte “Makro-Fotos” machen kann, der sollte sich das Video nochmals in aller Ruhe anschauen. In diesem Video beträgt der Vergrößerungsmaßstab nicht 1 : 4,7 sondern sagenhafte 10.000.000 : 1 Das ist “echte Makro-Fotografie” auf dem höchsten aller Level :-)

Aber Kopf hoch, mit keinem Makro-Objektiv der Welt wird man jemals Atome bei Baden oder Frühstücken fotografieren können…


Blitzlicht – Gravity

Es ist schon ganz erstaunlich welch wunderbare kleine Perlen man gelegentlich bei Video-Diensten wie bspw. Vimeo findet. Heute möchte ich Euch ein geniales Video präsentieren das ein richtiges kleines Kunstwerk ist. Es wurde mit einer Canon Spiegelreflexkamera und verschiedenen alten lichtstarken Nikon Objektiven erstellt, allein deshalb ist es schon sehenswert :-)

Hier ist ein Auszug aus der Videobeschreibung:

the film was shot in 2011. we started the project spontaneously in february in burkina faso and two shots from there even survived over the process. we continued to shoot additional scenes at the north sea cost without still knowing all of the story we would be telling at the end. then in hamburg we shot most of the scenes and finished it in brussels in july.

all in all i would say: round about 7 days of shooting. lots of nice shots we didn’t put in the final editing ;) shot on canon eos 5d mkII with older nikon prime lenses. 35mm 1.4 // 50mm 1.2 // 85mm 1.4 // 105mm 1.8 all pics are manually shot single photos in sraw2 format.

Und jetzt – Film ab…

GRAVITY // UN RÊVE DE DEMAIN from Filip Piskorzynski on Vimeo.


Kritisch gesehen – Point Blank – Aus kurzer Distanz

Meine ersten Kontakte zu amerikanischen Filmproduktionen hatte ich als kleiner Junge mit Filmen, die es damals im deutschen Fernsehen gezeigt wurden. Flipper, Daktari, Bonanza, Tarzan, Fury, Lassie, Ein Colt für alle Fälle, Das A-Team, Hart aber Herzlich, Drei Engel für Charlie, Detektiv Rockford, Magnum, Dallas, Falcon Crest, die Liste ließe sich fast endlos verlängern. Heute, fast 40 Jahre später fällt es mir zunehmend schwer diesen unendlich vielen US-Produktionen noch etwas abzugewinnen. Wieder und wieder bedrohen Terroristen Los Angeles, Aliens überfallen Los Angeles, Jack Bauer beschützt Los Angeles vor einem Atombombenangriff, Bruce Willis stirbt mal wieder ganz ganz langsam. Ich kann es eigentlich nicht mehr sehen!

Filme wie “Ziemlich beste Freunde” wirken da schon fast wie Medizin für die strapazierten Sehnerven. Aber die Franzosen haben nicht nur gute Komödien und Retro-Streifen wie “The Artist” im Gepäck, sie können auch ganz anders. Und das beweisen Sie mit dem Streifen “Point Blank – Aus kurzer Distanz”. Endlich mal ein flotter schwungvoller Actionstreifen mit überzeugenden Akteuren die man noch nicht in zig anderen Filmen bewundern durfte. Endlich kein Brad Pit, kein Richard Gere, kein Will Smith, endlich mal eine gute Geschichte und Action dass die Handflächen feucht werden.

Das Deutschlandradio beschrieb diesen Film so:

„”Point Blank – Aus kurzer Distanz” bietet brillantes, französisches Hochspannungskino, das an den Nerven mächtig angenehm zerrt. In Tempo, Typen, Bewegung und vor allem in den (METRO- und letztlich Polizeirevier-)Action-Motiven ein prima emotionaler “Ruckzuck-Thriller”: In nicht einmal 90, ständig unterhaltsamen Minuten auf beste Suspense gebracht, kann er “Hollywood” Klasse-Paroli bieten.“

Hier kommen Erinnerungen an Gene Hackman in John Frankenheimers French Connection II auf. Dieser Film ist einfach gut und daher habe ich hier noch einen Trailer für Euch :-)

Fazit

Wer das ewige US-Einerlei nicht mehr sehen mag, der findet mit “Point Blank – Aus kurzer Distanz” einen spannenden Actionstreifen abseits des Hollywood-Mainstreams.

Erhältlich ist der Film auf Blu-Ray bei Amazon für knapp 13 Euro.


Kritisch gesehen – Black Gold von Jean-Jacques Annaud

Im Jahr 1963 erhielt das bildgewaltige Monumentalfilm “Lawrence von Arabien” des Regisseurs David Lean und des Produzenten Sam Spiegel mit den Hauptdarstellern Peter O’Toole und Omar Sharif insgesamt sieben Oscars. Dieser Film markierte damit den Höhepunkt einer Filmgattung die heutzutage fast ausgestorben ist, das Wüstenepos. Viele Jahre später kam mit dem Streifen “Black Gold” nach zähem Ringen um Finanzierung, Hauptdarsteller und Drehorte eine Hommage an Lawrence von Arabien in unsere Kinos. Umgesetzt hat dieses Epos der französische Filmemacher Jean-Jacques Annaud. Gedreht wurde 2010 und 2011 in Tunesien während der Wirren der “Jasmin Revolution“.

Wirft man einen Blick auf einige ausgewählte Werke von Jean-jacues Annaud, so erinnert man sich gern an Blockbuster wie der “Name der Rose” mit Sean Connery mit oder “Sieben Jahre in Tibet” mit  Brad Pitt.

  • 1981: Am Anfang war das Feuer (La guerre du feu)
  • 1986: Der Name der Rose (Il nome della rosa)
  • 1988: Der Bär (L’ours)
  • 1992: Der Liebhaber (L’Amant)
  • 1997: Sieben Jahre in Tibet (Seven Years in Tibet)
  • 2001: Duell – Enemy at the Gates (Enemy at the Gates)
  • 2011: Black Gold (Or Noir)

Bereits beim Film “Der Name der Rose” setzte Jean-Jacques Annaud auf den bis dahin relativ unbekannten Filmmusik-Komponisten James Horner und dieser feierte mit seinem Soundtrack prompt den ersten großen Erfolg. Viele Produzenten weiterer Blockbuster setzten danach auf ausgeprägte musikalische Filmsprache von James Horner.

Allein die Liste seiner Oscar-Nominierungen ist einzigartig:

  • 1987: Somewhere Out There (aus: An American Tail, bester Song)
  • 1987: Aliens (bester Score)
  • 1990: Field of Dreams (bester Score)
  • 1996: Braveheart (bester Drama-Score)
  • 1996: Apollo 13 (bester Drama-Score)
  • 1998: Titanic (bester Drama-Score, Gewinner)
  • 1998: My Heart Will Go On (aus: Titanic, bester Song, Gewinner)
  • 2002: A Beautiful Mind (bester Score)
  • 2004: House Of Sand And Fog (bester Score)
  • 2010: Avatar – Aufbruch nach Pandora (bester Score)

Hinzu kommen etliche Grammy-Nominierungen und Golden-Globes. Aber “Black Gold” hat weit mehr zu bieten. Zwar wurde der Film im wesentlichen von Geldgebern aus arabischen Ländern finanziert, doch für die Hauptrollen konnten international renommierte Stars gewonnen werden. Mit Antonio Banderas, Mark Strong, Freida Pinto (Slumdog Millionaire) und nicht zuletzt dem wunderbaren Tahar Rahim ist dieser Film ganz großartig besetzt. Im Gegensatz zu allem was wir aus Hollywood kennen, übernehmen hier die amerikanischen Ölsucher eher eine Statistenrolle. Das Hauptaugenmerk liegt auf den unterschiedlichen Weltanschauungen der beiden Könige und den Konflikten die sie beim Übergang hin zu einer modernen Gesellschaft, die sich westliche Errungenschaften zum Vorbild nimmt, meistern müssen.

Worum geht es in Black Gold?

Müsste man diesen Film in einer Schlagzeile zusammenfassen könnte diese lauten “Lawrence von Arabien trifft auf There will be blood“. In den 30er Jahren tauschen verfeindete Stämme irgendwo in Arabien nach einer blutigen Schlacht zwei Geiseln aus. Der unterlegene Scheich (Mark Strong) übergibt seine beiden Söhne dem siegreichen Feldherren (Antonio Banderas). Die beiden Kinder wachsen in Gefangenschaft auf und werden ohne es zu wollen doch Teil der eigentlich verfeindeten Gesellschaft. 15 Jahre später wird im Niemandsland zwischen den beiden Königreichen von amerikanischen Ingenieuren Öl gefunden. Im mündlichen “Friedensvertrag” war aber 15 Jahre zuvor festgelegt worden, dass dieser “gelbe Gürtel” von keinem der Wüstenkönigreiche beansprucht werden soll. Während Scheich “Antonio Banderas” die Ölquellen ausbeuten lässt und mit dem Öldollars sein Köngreich modernisiert, wachsen bei seinen Gegnern Argwohn und Misstrauen gegenüber den Ausländern die jetzt scharenweise ins Land kommen um das Schwarze Gold zu fördern.

Jean-Jacques Annaud lässt sich viel Zeit um die Ausgangslage zu erzählen und die einzelnen Charaktere genau vorzustellen. Somit ist der erste Teil des Films eine zauberhafte ruhige arabische Familiensaga. Doch dann entbrennt der Krieg zwischen den Königreichen aufs Neue. Nun gibt Annaud richtig Gas und entwickelt auf dem bombastischen Soundtrack einen bildgewaltigen Wüstenkrieg. Dieser spitzt sich in einer “Tour de force” des jungen Helden Tahar Rahim immer weiter zu und bleibt dabei wirklich spannend.

Fazit

Als der Film nach 2 Stunden und 10 Minuten zu ende geht ist man fasziniert von dieser für uns so fremden und doch so einzigartigen arabischen Welt. Eine tolle Geschichte subtil untermalt mit einem großartigen Soundtrack und guten Schauspielern. Da vergisst man schnell die manchmal etwas hölzernen Dialoge und die ruhige fast 60 Minuten dauernde ruhige “Einleitung”.

Black Gold ist großes Kino das jeder Liebhaber ambitionierter Abenteuerfilme gesehen haben sollte. Aktuell ist der Film bei amazon.de auf Blu-Ray bereits ab 9,97 Euro erhältlich:


Kritisch gesehen – Running Scared

Wer Filme von Quentin Tarantino mag und schon alles gesehen hat was des Oeuvre des Meisters zu bieten hat, der landet irgendwann auch bei  Running Scared. Ein atmosphärisch dichtes düsteres Gangsterepos. Ganz im Stile von Quentin Tarantino setzt auch dieser Film auf krasse Gewaltausbrüche gepaart mit ungewöhnlichen visuellen Effekten. Es gibt überzeugende Darsteller und eine eigentlich sehr einfache leicht nachvollziehbare Geschichte. In Deutschland hat der Streifen die FSK Freigabe 16 – für mich nicht ganz nachvollziehbar.

Worum geht es eigentlich in diesem Film?

Fassen wir zusammen: Bei einem Drogendeal platzen drei maskierte Typen herein. Wie immer gibt es eine Schießerei mit viel Blut und vielen Toten. Leider sind auch Polizisten unter den Toten, einer hat bei der Schießerei dummer Weise auch noch seine Eier verloren. Eine auffällige Pistole muss ganz schnell verschwinden. Im Gegensatz zu Pulp Fiction überlebt jedoch der Typ auf der Rücksitzbank. Blöderweise landet die Pistole in den Händen eines 10 Jahre alten Jungen der damit seinen prügelnden russischen Stiefvater zu erschießen versucht. Wirklich blöd, denn die Ballistiker der Polizei könnten hier unschöne Zusammenhänge konstruieren. Also muss Paul Walker, der zweite coole Typ aus “The Fast and the Furious”, es irgendwie richten. Ja genau, Paul Wer? Kennt Ihr nicht? Es ist der der nicht Vin Diesel ist, dämmert jetzt was??

Ok, wenn es dämmert, dieser Paul Walker liefert hier ein durchaus gute Performance ab und auch die übrigen Darsteller sind in bester “Spiellaune”. Wer sich noch an Maynard, Zed und Hinkebein aus Pulp Fiction erinnert, der wird bei einer Kinderschänder-Sequenz ein Flashback haben. Und sich bei der “Auflösung” dieser “Problemstellung” auf die Schenkel klopfen.

Am Ende kommt alles wie es kommen muss, oder doch nicht? Eher “doch nicht”… Warum das? Bei allen Filmen gibt es Probevorführungen, so wurde damals bei “The Saint” entschieden, dass Val Kilmer auf mysteriöse Art und Weise sein Ende mit der Geliebten in einem Wohnwagen einsam in den Bergen zu fristen soll, statt im kalten Moskau zu versterben. Dieser neue Schluss wurde damals produziert um dem Publikumsgeschmack “näher” zu kommen.

Wer so etwas mag, der wird nach Running Scared einen zufriedenen letzten Schluck aus der Bierflasche nehmen und die letzten Erdnüsse in die Mundhöhle purzeln lassen. Ich habe mich jedenfalls verarscht gefühlt.

Aber mein Geschmack ist ja kein Evangelium und daher könnt Ihr Euch eine eigene Meinung bilden. Den Streifen gibt es aktuell bei amazon.de auf Blu-Ray ab 9,63 Euro. Die DVD ist für 6,99 Euro zu haben.

Hier habe ich noch einen weiteren Trailer für Euch, vielleicht versteht Ihr damit besser was ich meine :-)


Kritisch gesehen – The Cold Light of Day

Darauf hat sich die ganze Familie gefreut: Die Shaws sind aus den USA angereist, um einen gemeinsamen Segeltörn vor Spaniens Küste zu unternehmen. Doch was wie ein Traumurlaub beginnt, wird rasch zu einem lebensgefährlichen Alptraum, als Sohn Will (Henry Cavill) nach einem Landausflug auf die gemietete Segelyacht zurückkehrt und statt seiner Familie nur Blutspuren und Indizien für einen Kampf vorfindet. Außer sich vor Sorge bittet Will die örtliche Polizei um Hilfe, aber die scheint in die Vorfälle sogar verwickelt zu sein. Bevor sie auch Will in ihre Gewalt bringen kann, taucht wie aus dem Nichts dessen Vater Martin (Bruce Willis) auf und kommt ihm zur Hilfe. Ganz offensichtlich wurden die restlichen Familienmitglieder von Geheimagenten entführt, die es auf eine Aktentasche abgesehen haben, die sich im Besitz von Martin befindet. Das erfährt Will von einer mysteriösen CIA-Agentin (Sigourney Weaver), die sich als Kollegin seines Vaters ausgibt und ihm ihre Hilfe anbietet. Will traut ihr nicht, muss aber feststellen, dass sein Vater nicht nur wie er selbst als Unternehmensberater arbeitet, sondern eine Doppel-Existenz führt.

Hauptdarsteller Henry Cavill ist vielleicht dem einen oder anderen Fan der Serie “Die Tudors” als Charles Brandon dem Freund und Berater von Heinrich VIII (Jonathan Rhys Meyers) in Erinnerung. Vielleicht habt Ihr ihn auch als “Theseus” in “Krieg der Götter” gesehen? Außerdem wird der im neuen Superman von Zack Snyder im nächsten Jahr auf der Kinoleinwand zu sehen sein.

Dieser Film ist kein außergewöhnliches Highlight aber aufgrund der wirklich guten Besetzung mit Action “Haudegen” Bruce Willis und Nachwuchsstar Henry Cavill für einen gemütlichen Männerabend durchaus tauglich. Diesen soliden Action-Streifen gibt es bei amazon.de auf Blu-Ray aktuell ab 12,99 Euro.


Kritisch gesehen – Agent Hamilton

Heute möchte ich Euch einen ziemlich coolen Thriller aus Schweden vorstellen, der das Zeug zu einem nordischen James Bond hat und neben einer tollen Besetzung wirklich flott und rasant produziert ist. Ein echter Augenschmaus für jeden Fan anspruchsvoller Actionfilme mit einer Prise James Bond sozusagen.

Worum geht es in diesem Streifen?

Während eines Deals in einer der Wüsten Usbekistans greifen maskierte Soldaten ein Fahrzeug an, das mit geschmuggelten High-Tech-Raketen geladen und auf dem Weg zu einer geheimen Operation ist. Später wird ein schwedischer Ingenieur in Ägypten entführt. Das alles ruft einen der besten Agenten der schwedischen Regierung auf den Plan: Carl Hamilton (Mikael Persbrandt). Er wird damit beauftragt, die Entführung in Form eines Undercover-Einsatzes aufzuklären und stößt dabei nicht nur auf eine internationale Verschwörung, die im Zusammenhang mit den gestohlenen High-Tech-Raketen steht und in der höchste Regierungskreise verwickelt sind. Hamilton erhält von einer durch ihn befreiten Geisel Informationen zu einem terroristischen Anschlag in Schweden. Seine Loyalität wird auf eine harte Probe gestellt, als er entscheiden muss, auf welcher Seite er wirklich steht…

Auf diesem Plot entsteht ein spannender Thriller ohne große Schwächen. Er ist professionell produziert und unterscheidet sich sehr wohltuend vom Krimi-Einheitsbrei den man üblicherweise im Fernsehen zu sehen bekommt.

Der schwedische Hauptdarsteller Mikael Persbrandt bereitete sich für die Rolle des Carl Hamilton mit einem Training bei den American Navy Seals in San Diego vor. Dort erlernte er Techniken wie den Silent Takedown (leise Überwältigung) und Weapon Disarming (Entwaffnung). Außerdem wurde er zusätzlich von der SSG, der Schwedischen Elite Einheit, trainiert. Dieser Einsatz zahlt sich aus, der Film wirkt niemals unfreiwillig komisch, alle Kampfszenen sitzen auf den Punkt genau. Aufgrund einiger harter Szenen ist der Film übrigens erst für Zuschauer über 18 Jahren freigegeben!

Dieser Film ist mein “Tipp des Tages”. Bei amazon.de gibt es diesen Streifen aktuell auf Blu-Ray zum Preis von 14,99 Euro


Kritisch gesehen – Snow White and the Huntsman

In meiner Kindheit habe ich Märchenfilme geliebt. Meist kamen sie hübsch artig daher und stammten meist aus tschechischen Filmfabriken. Während der letzten 40 Jahre hat sich aber auch dieses Genre weiterentwickelt. So kamen allein in diesem Jahr vier sehr verschiedene Adaptionen des Märchens “Schneewittchen” in unsere Kinos.

Mit “Snow White and the Huntsman” ist ein visuell faszinierender fulminanter Genremix gelungen. Mit einem Budget von 180.000.000 US-Dollar produziert, spielte dieser Film bislang bereits mehr als 400.000.000 US-Dollar ein. Und das meiner Meinung nach völlig zurecht. Zwar kommt einem die erzählte Geschichte hier und da immer wieder bekannt vor, aber wunderschöne Drehorte und aufwändig hergestellte “CGI-Kulissen” lassen dies schnell wieder vergessen. Untermalt wird der Streifen von einem gewaltigen Soundtrack aus der Feder von James Newton Howard, einem bereits 1951 geborenen “Schwergewicht” der Filmmusikszene. Unzählige Soundtracks, darunter “The Six Sense” oder “Hidalgo” gehen auf sein Konto.

Wer moderne Märchen Filme in der Ästhetik von “Krieg der Götter” oder “Thor” mag, der ist hier sehr gut aufgehoben, nicht zuletzt wegen des beeindruckenden Staraufgebotes.

Aktuell ist dieser Streifen bei amazon.de auf Blu-Ray ab 14,90 Euro erhältlich und ist damit mein Filmtipp der Woche!


Kritisch gesehen – Headhunters

Der nur 1.68 große Roger Brown ist ein moderner Headhunter. Er sucht im Auftrag großer Konzerne nach neuen Führungskräften für gut dotierte Managerpositionen. Doch der kleine Roger ist ein eitler Kotzbrocken der über seine Verhältnisse lebt. Während der Vorgespräche horcht er die mitunter gut situierten Kandidaten aus um dann während ihrer Vorstellungsgespräche ihre Wohnungen auszurauben. Auf dieser Basis entwickelt sich ein spannender Thriller mit vielen Wendungen und Hollywood untypischen Charakteren.

Dieser Krimi hat mir so gut gefallen, dass er mein Filmtip für eines der kommenden verregneten Wochenenden ist :-)

Bei amazon.de ist der Film auf Blu-Ray derzeit ab 9,79 Euro zu haben.


Kritisch gesehen – Catch .44 – Der ganz große Coup

Wer kennt es nicht, man steht zwischen all den Regalen mit Blu-Rays und DVDs und ist auf der Suche nach einem spannenden interessanten neuen Film für einen der nächsten Abende. Letztlich steht man an der Kasse und hat einen kleinen Stapel nett verpackter Filme unter dem Arm. Die Kasse zeigt schnell über 100 Euro, man bezahlt und denkt sich dabei “Mist, jetzt habe ich wieder lauter Filme gekauft von denen ich gar nichts weiss! Na hoffentlich…”

Ok, vielleicht geht es Euch ja nicht so, aber falls doch, hilft Euch meine Rubrik “Kritisch gesehen” vielleicht einige Nieten im Regal stehen zu lassen und Euer Geld für den Kauf der neuen Nikon D600 zu sparen :-)

Heute möchte ich Euch mit “Catch .44″ einen Film vorstellen den ich schon vor einigen Wochen auf Blu-Ray gekauft habe. Er war in Vergessenheit geraten und gestern hätte ich ihn beinahe via iTunes für 4,99 Euro ausgeliehen! Heute fiel er mit dann in die Hände, also schnell ein Bier aus dem Kühlschrank holen, ein paar Salzstangen und los kann es gehen mit Bruce Willis und Forest Whitaker. Zwei wirklich tolle Schauspieler die ich sehr gern mag. Dazu gibt es noch einige wirklich gute Nebendarsteller die sogar schon kleine Rollen bei Produktionen wie “Herr der Ringe” absolviert haben. Wenn Bruce Willis mitspielt, dann dürfen ein paar hübsche weibliche Darstellerinnen auch nicht fehlen. Am längsten überlebt in diesem Streifen die mir bislang nicht bekannte schwedisch-kanadische Schauspielerin Malin Åkerman.

Malin Akerman (Quelle: Wikipedia)

Während ich den Film anschaue kommt er mir vor wie eine Mischung aus “Pulp-Fiction” und “Desperate Housewives”. Er ist schon irgendwie cool gemacht, die Schnitte und Rückblenden verschleiern die Zusammenhänge der Geschichte zunächst und man erkennt erst nach und nach wie alles zusammen gehört. Das kennt man bereits aus Pulp-Fiction und die vielen langen Dialoge kommen einem auch seltsam vertraut vor. Doch sie sind verglichen mit Pulp-Fiction irgendwie weniger komisch und weniger ideenreich. Ganz nett die kleine Szene in der die drei Mädels im Auto streiten ob sie eine Kassette mit Musik aus den 80er hören wollen. Eine Kassette mit Musik von “Bruce Willis” – ja genau “Bruce Willis” – dem Bruce Willis der hier auf herrlich lakonische Art und Weise den abgehalfterten Drogenbaron gibt. Das ist ganz witzig, kann den Film aber nicht über seine Längen retten. In der ersten Hälfte des Films erinnert Oskar-Preisträger Forest Whitaker (Idi Amin in “Der letzte König von Schottland”) an den Profikiller aus “No Country For Old Men” der Coen Brüder um später zum leicht trottelig wirkenden liebeskranken Bodyguard zu verkommen, schade!

Der Film plätschert vor sich hin und ich überlege, ob er vielleicht doch von Quentin Tarantino geschrieben oder produziert sein könnte. Hm, irgendwie erinnert alles an altbekannte “Coole Gangsterfilme” aus seiner Feder. Aber die Klasse von Filmen wie diesen hier mag sich einfach nicht einstellen.

Nach weniger als 90 Minuten geht schließlich ein durchaus gut gemachter und unterhaltsamer Gansterfilm zu Ende. Ein Film mit einer überschaubaren Handlung, einigen eher unnötigen Rückblenden , sehr wenigen unterschiedlichen Sets, krassen plötzlichen Gewaltausbrüchen und einer ordentlichen Portion Kunstblut nebst gut gemachten sparsamen CGI-Effekten. Am Ende kommt es wie es kommen muss, es wird ja auch schon in der zweiten Szene verraten…

Fazit:

Fans des Genres werden diesen Streifen “mögen” aber nicht “feiern”. Er ist durchaus als geeigneter Zeitvertreib für einen lakonisch stillen Männerabend mit einigen Flaschen Bier geeignet – mehr aber auch nicht. Statt zu versuchen die Werke des großen Vorbilds Quentin Tarantino zu kopieren, hätte Autor und Regisseur Aaron Harvey gut daran getan sich etwas neues und eigenständiges zu überlegen. So bleibt “Catch .44″ kaum mehr als eine Hommage an große Vorbilder die zu ihrer Zeit neu und beeindruckend waren, eine Kopie von Filmen die das Kino des 20. Jahrhunderts verändert haben. Leider nicht mehr aber auch nicht weniger.


Kritisch gesehen – Battleship

Via iTunes gibt es seit kurzem den US-Spielfilm “Battleship” zum Preis von 4,99 Euro auf dem Apple-TV zu sehen. Fans romantischer Komödien und anspruchsvollen Autorenkinos werden sich hier angewidert abwenden. Wer aber einen Mix aus “Transformers”, “Alarmstufe Rot” und “Die Hard” mag, der wird mit diesem Streifen recht gut bedient sein. Natürlich darf eine große Tüte Popkorn nicht fehlen wenn Außerirdische die Erde angreifen und die besten Helden der US-Navy die seit vielen Jahren nur noch als Museum dienende USS-Missouri mal eben schnell wieder flott machen um damit final die Welt zu retten.

Dieses alte Schlachtschiff wurde bereits 1944 in Gang gesetzt und zuletzt 1991 im Golf-Krieg eingesetzt. Auf dem Weg zur “letzten Ruhestätte” bei Hawaii wurden im Jahr 1992 dort noch einige Szenen des Actionstreifens “Alarmstufe Rot” mit Steven Segal gedreht. Unvergessen sein Spruch “Ich bin hier nur der Koch!”

Seit 1999 wird die USS-Missouri als Museum genutzt. Fahrbereit ist es ganz sicher nicht mehr, aber das schien die Drehbuchautoren dieses kruden Action-Streifens nicht weiter zu stören und damit es so richtig schön patriotisch wird, gibt es eine Horde von Kriegsveteranen die dieses historische Monstrum mal eben schnell wieder auf Trab bringen. Ok ok, schließlich gilt es die Welt vor den bösen Aliens zu retten. Sehr cool der Spruch eines alten Veteranen zur “Quoten-Soldatin”: “Na Schätzchen, bist Du bereit mit den großen Jungs zu spielen?”

Diese Quoten-Soldatin wird übrigens von Pop-Sternchen Rihanna verkörpert!

Das alles ist herrlich flacher Action-Humor den die großen Jungs im Kino so sehr lieben. Einfach zwei Stunden lang das Hirn abschalten, in der Popkorn-Tüte rascheln und an der Bierflasche nuckeln. Zwischendurch ein “Boah eh” ausstoßen wie es nur beim Sylvester-Feuerwerk lauter zu hören ist. Irgendwie muss man für solche Filme geboren sein oder einen leichten genetisch bedingten Defekt mitbringen. Aber wenn man dieses Genre mag, dann ist man mit “Battleship” sehr gut bedient.

Nach dem Nachspann gibt es auch noch ein kleines nettes “überaschendes Ende”. Wie hat Steven Spielberg mal gesagt: “Ein Gruselfilm ist nur dann gut, wenn der Grusel nach dem Film mit nach Hause geht!” bei “Battleship” haben sich die Drehbuchautoren ein nettes und unerwartetes Bonbon für all die tapferen “Kino-Sitzenbleiber” ausgedacht, sehr schön wie hier der “Grusel mit nach Hause geht”!

Die Redaktion von Filmstarts.de hat diesem Streifen 3 von 5 Sternen gegeben. Ich denke, dass diese Wertung dem Streifen nicht gerecht wird. Wer dieses Genre mag, dem wird der Film 5 Sterne wert sein. Wer es nicht mag, der wird eher einen oder gar keinen Stern vergeben. Es ist einer dieser Streifen die auf den Geschmack von Teenager und solchen die es immer bleiben werden zugeschnitten sind. Das gab es bei “Independence Day” und anderen Streifen in ähnlich starker Ausprägung bereits oft zu sehen.

Die Klasse von “District 9″ erreicht “Battleship” bei weitem nicht. Aber darum geht es auch gar nicht, schließlich hat hier wie bereits bei Transformers 1,2 und 3 der Spielzeughersteller HASBRO kräftig mitgemischt. Es geht darum den Kids den Kauf neuer Spielzeuge einzuimpfen und die HASBRO Produkte in buntem hippem Kino-Licht erstrahlen zu lassen.

Dass Stars wie Liam Neeson eine kleine Nebenrolle übernehmen rettet den Streifen darüber hinaus nicht wirklich. Ein amüsantes Action-Feuerwerk für große Jungs bleibt es hingegen dennoch!


Kritisch gesehen – Haywire von Steven Soderberg

Regisseur Steven Soderberg ist vielen Zuschauern sicher als “Macher” so intelligenter Filme wie “Out of Sight”, “Erin Brockovich” und “Ocean’s Eleven” bekannt. Mit Haywire hat liefert er nun einen gradlinigen Thriller ab bei dem, ähnlich wie bei Erin Brockovich, ein starke Frau die Hauptrolle über nimmt. Die Liste seiner Stars ist lang und liest sich wie ein Who-Is-Who des zeitgenössischen Kinos:

  • Ewan McGregor: Kenneth
  • Michael Douglas: Coblenz
  • Michael Fassbender: Paul
  • Channing Tatum: Aaron
  • Antonio Banderas: Rodrigo
  • Mathieu Kassovitz: Studer
  • Bill Paxton: Mallory´s Vater
  • Michael Angarano: Scott

Und zwischen all diesen Stars dann ein völlig unbekanntes neues Gesicht, Gina Carano alias Mallory Kane. Eine Martial Arts Kämpferin die nicht nur so tut, sondern es wirklich drauf hat. Einige Szenen des Films habe ich mir mehrfach angeschaut weil ich kaum glauben konnte, dass diese Frau das alles selbst macht. Immer wieder habe ich mich gefragt “Wo ist das Double, wer ist ein Stuntman und wer nicht?” Doch sie spielt die Mehrzahl der Szenen wirklich selbst und das mit einem grandiosen Drive den man selten so im Kino gesehen hat. Dagegen wirken die Kampfszenen aus “Alias die Agentin” ein Stückchen “Sesamstraße für Action-Fans”.

Soviel des Lobes, die Geschichte ist ansonsten relativ schlicht und dennoch ebenso vielschichtig erzählt wie zunächst schwer verständlich. Eigentlich geht es nur darum einen unbequemen Dissidenten auf geschickte Art und Weise los zu werden und seinen Tod jemand anderem in die Schuhe zu schieben, den man ebenfalls loswerden möchte. Doch auf dieser simplen Grundlage konstruiert Steven Soderberg dann doch einen spannenden ungewöhnlichen atmosphärischen Thriller. Seine Machart ist nicht revolutionär, bietet aber dennoch viele neue spannende Elemente. Toll choreographierte harte Actionsequenzen und wirklich coole Verfolgungsjagden wie in “French Connection II” oder “Rocknrolla”.

Alles in allem ist Haywire ein Film der die Coolness von “Ocean’s Eleven” mit der Action aus “The Bourne Identity” zu einem neuen ruhigen aber keineswegs langweiligen Genremix verknüpft. Mir hat er gefallen und ich würde ihn jedem Fans von “Collateral” und “Mister Brooks” empfehlen.

Wer einen ungewöhnlichen Krimi für einen lauen Sommerabend sucht, der ist mit Haywire sehr gut bedient.

 


Filmtipp – Der Gott des Gemetzels

Es ist eines der meist gespielten zeitgenössischen Theaterstücke und in der Verfilmung von Roman Polanski gibt es eine wirklich wichtige Schlüsselszene. Dieser Szene geht voraus, dass Titanic-Star Kate Winslet immer mal wieder erwähnt, dass ihr übel ist. Im Bad will sie nicht verschwinden und die warme Cola die sie von Jodie Foster zugesteckt bekommt wirkt auch nicht. Irgendwann ist es dann zu spät und der Wahnsinn nimmt seinen Lauf…

Wer den Film “Der Gott des Gemetzels” noch nicht kennt, der sollte ihn sich mal anschauen :-)


Kritisch gesehen – Der Gott des Gemetzels

Was haben Der Pianist, Titanic, Magnolia, Inglourious Bastards und Das Schweigen der Lämmer gemeinsam? Ganz einfach, Roman Polanski (Der Pianist) hat sich vier blendende Schauspieler gesucht um ein Theaterstück auf die Leinwand zu bringen, dass im am 2. Dezember 2006 im Schauspielhaus Zürich uraufgeführt wurde: Der Gott des Gemetzels

Die Geschichte ist so schlicht wie man es sich nur denken kann. Zwei 11 jährige “verkloppen” sich auf dem Spielplatz. Die Hintergründe sind nicht wirklich klar und mit beiden Jungs hat auch noch niemand so wirklich gesprochen. Aber die Eltern der Kinder treffen sich um den Sachverhalt wie zivilisierte Menschen aus der Welt zu schaffen. Doch dann gibt ein Wort das andere und die Situation entgleist.

Während ich den Film geschaut habe dachte ich nur “Das könnte man supergut in einem Theater aufführen”. Und was lese ich später, es ist ein verfilmtes Theaterstück, sogar eines der meist gespielten zeitgenössischen Theaterstücke überhaupt! Und genauso kommt es auch rüber, wie ein wunderbares Kammerspiel bei dem sich die vier Hauptdarsteller in allerbester Spiellaune zeigen.

Während in einem kleinen Theater die Zuschauer stets die ganze Bühne überblicken können, hat Regisseur Roman Polanski diese Sichtweise mit kinotypischen Mitteln neu definiert. Es gibt viele schöne Schnitte welche die Handlung vorantreiben und dem Zuschauer das Gefühl vermitteln richtig mitten drin zu sein in dieser wunderbar vorgetragenen Streitigkeit unter vier ach so aufgeklärten vernünftigen Erwachsenen. Es macht Spaß zu sehen wie sich Jodie Foster aufregt, rot anläuft und die Adern an ihrem Hals anschwellen. Diese Schauspieler sind absolute Oberklasse und nicht zuletzt ist Christoph Waltz wieder einmal ganz in seinem Element. Wirklich toll wie erst ständig unflätig mit dem Handy am Ohr jede aufkeimende Diskussion abwürgt und sich seinem wichtigsten Klienten widmet. All das bis schließlich seiner Frau nach langen Jahren endgültig der Kragen platzt und der schöne Blackberry im Wasser der Tulpenvase landet.

Ich musste bei diesem Film wirklich grinsen und es hat Spaß gemacht ihn anzuschauen. Der Film ist neu im Angebot von iTunes, das Ausleihen via Apple-TV kostet 4,99 Euro. Deutlich billiger als eine Theaterkarte und auf seine Art und Weise genauso sympathisch.

Mein Fazit:

Mit diesem Film ist Roman Polanski ein Adaption gut inszenierte und vergnügliche Umsetzung der Gesellschaftssatire von Yasmina Rezas Erfolgsstück gelungen. Die vier großartigen Schauspieler lassen die 79 Minuten zu einem wirklich kurzweiligen Erlebnis werden. Wirklich witzig der Abspann. Da sieht man noch einmal die Kids wie sie sich längst vertragen haben und sich die kleine Prügelei auf ihren Smartphones anschauen. Danach steigen sie auf ihre Skateboards und genießen den Tag.

Mein Tipp:

Wem dieser Film gefällt, der sollte sich auch den Film “Nach Fünf im Urwald” gönnen!


Tutorial – How to use a Portal Gun

POrtal: Terminal Velocity from Jason Craft on Vimeo.

Das eine oder andere Computerspiel hat jeder von uns schon einmal gespiel. Ich selbst habe eine ganze Weil “Commander Keen” gespielt, aber das ist schon 20 Jahre her. Inzwischen ist viel Zeit vergangen und die Anzahl der Videospiele ist astronomisch angestiegen. Mit Computerspielen wird inzwischen weltweit mehr Geld verdient als mit Kinofilmen. Bei der unglaublichen Menge der Spiele ist es schwer neue Ideen und neue Konzepte zu entwickeln. Das Spiel “Portal” ist hier eine löbliche Ausnahme.

Einer der Fans hat überlegt wie eine echte “Portal Gun” im wahren Leben aussehen und funktionieren würde. Und weil er es kann hat er es auch gleich gefilmt, wirklich cool!

Wo man diese Waffe kaufen kann verrät er uns leider nicht :-(


Kritisch gesehen – Die Fälscher

Der österreichische Film “Die Fälscher” des Drehbuchautors und Regisseurs Stefan Ruzowitzky basiert auf den Erinnerungen eines Juden mit dem so ganz und gar nicht jüdischen Namen Adolf Burger. Der Film erzählt die Geschichte der groß angelegten “Aktion Bernhard”, bei der die Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkrieges Falschgeld, Pässe und Wertpapiere in großem Stil fälschen ließen um die horrenden Kosten des zweiten Weltkriegs wenigstens teilweise decken zu können.

Adolf Burger ist der letzte Überlebende der im Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin zur Herstellung von Falschgeld gezwungenen Menschen. Der Film basiert weitgehend auf seinen Erinnerungen. Im Film wird er von August Diehl dargestellt.

Adolf Burger

Ein wesentlicher Bestandteil des Films ist der moralische Zweikampf zweier “Fälscher”. Auf der einen Seite steht Adolf Burger der mit aller Kraft versucht zu verhindern, dass täuschend echt wirkende Dollar-Noten den Nazis helfen könnten den Krieg vielleicht doch noch zu gewinnen. Auf der anderen Seite steht Salomon Sorowitsch der einfach nur versucht in dieser Hölle zu überleben.

Adolf Burger und weiteren Häftlingen ist es zuzuschreiben, dass sie durch das Vortäuschen von Problemen bei der Herstellung die endgültige Fertigstellung der gefälschten Dollarnoten um mehrere Monate verzögern konnten. Somit konnte der Großteil der gefälschten Dollarnoten mit einem Wert des vierfachen der Britischen Geldreserven nicht mehr in Umlauf gebracht werden.

Sehr gut gefallen hat mir auch die Leistung des David Striesow welcher die ambivalente Figur des Sturmbannführers Friedrich Herzog perfekt verkörpert. Mal ist er nett, mal fies, mal verängstigt und stets versucht er auf seine Weise zu überleben und für den Fall der Fälle mit gefälschten schwedischen Pässen für sich und seine Familie dem verdienten Ende doch noch zu entkommen.

Hier ein kurzes Interview mit Adolf Burger.

Und hier noch ein Interview mit Hemmt Diehl der die Rolle des Adolf Burger verkörpert.


Kritisch gesehen – Das Experiment

Amerikaner synchronisieren keine europäischen Filme, das wäre ja viel zu einfach. Sie drehen sie einfach neu, so auch geschehen mit dem Spielfilm von Oliver Hirschbiegel aus dem Jahr 2001 “Das Experiment”.

Hier ist der Trailer des “Originals”.

Warum stelle ich Euch heute diesen Film vor? Ganz einfach, weil ich ihn gestern gesehen und für GUT befunden habe. Die Geschichte ist ungewöhnlich und filmische Umsetzung sowie Leistung der Schauspieler sind wirklich überzeugend. Wer in dieser verregneten Zeit einen Film mit “Geist & Verstand” sucht, der ist mit dem Original von “Das Experiment” sehr gut bedient. Neben Motiv Bleibtreu hat mir besonders Justus von Dohnányi in der Rolle des wirklich fiesen Berus gefallen. Dass die Handlung nach Köln verlegt und mit einer kleinen Liebesgeschichte in Form einer Nebenhandlung garniert wurde stört mich dabei nicht weiter.

Wirft man einen Blick in die Wikipedia findet man weitere Hintergrundinformationen:

Film und Roman lehnen sich an ein reales Experiment an, das im Sommer 1971 unter der Leitung von Philip Zimbardo an der Universität Stanford durchgeführt wurde. Das Stanford-Prison-Experiment wurde nach sechs von vierzehn geplanten Tagen abgebrochen, nachdem es unter moralischen Gesichtspunkten nicht länger tragbar war. Im Film endet die Eskalation erst, nachdem es zu Toten und Schwerverletzten gekommen ist. Da die Darstellung im Film über das reale Vorbild hinausgeht, klagte Zimbardo erfolgreich gegen den Untertitel des Films „beruht auf einer wahren Begebenheit“.

Unter der Regie von Paul Scheuring entstand 2010 das US-Remake The Experiment, welches jedoch eine leicht veränderte Storyline verfolgt, andere Charaktere bietet und ein anderes Ende aufweist.

Infos zum echten Experiment findet man hier: http://www.prisonexp.org/deutsch

Hier gibt es eine gut gemachte Dokumentation der BBC:

Wer sich jetzt für diesen Streifen interessiert sollte unbedingt darauf achten das deutsche “Original” zu erwischen. Sicher ist Adrian Brody auch kein schlechterer Schauspieler als Moritz Bleibtreu, aber wie immer gilt beim Film “Nur original ist original” :-)


Kritisch gesehen – Der Mandant

Der verregnete Sonntag macht einfach keinen Spaß und so stöbere ich nach dem Action Streifen des Nachmittags später nach einem zweiten “Film des Tages”. Schließlich bleibe ich bei “Der Mandant” hängen.

Der Autor John Grisham war in seinem “früheren Leben” selbst Anwalt und das mag ein Grund für die Authentizität und Glaubwürdigkeit seiner erfolgreichen Gerichts-Thriller sein. Bereits im Jahr 1989 kamen Verfilmungen seiner Romane in die Kinos. Die Liste dieser erfolgreichen Produktionen ist lang, Die Jury, Die Firma, Die Akte, Der Klient, Die Kammer, wer kennt diese Filme nicht?

Der Schauspieler mit dem scher zu schreibenden Namen Matthew David McConaughey wurde mit dem Film “Die Jury” bekannt und diesen Streifen mag ich bis heute. Leider werden wir auch im Jahr 2012 noch mit unterirdisch schlechten Gerichtsserien bombardiert. Richterin Salesch und ihre Kollegen machen es leicht den Fernseher zu meiden wie die Pest denn das was da täglich produziert und ausgestrahlt wird ist in meinen Augen billig produzierter Fernsehmüll mit schlechten Laiendarstellern und dünnen Stories. Jeder der diesen Schrott mal 5 Minuten lang kritisch gesehen hat wünscht sich eine Wiederholung von “Die 12 Geschworenen” aus dem Jahr 1957 von Sidney Lumet mit Henry Fonda.

Doch die Flut der Pseudo-Reality-Gerichtsshows macht es den Klassikern der Genres heute wirklich schwer. Hand aufs Herz, wer mag sich bei alle dem noch einen Gerichtsthriller anschauen? Oder doch, wenn er gut ist?

Kommen wir zur Sache, das Drehbuch zu der Mandant ist NICHT von John Grisham, aber der Schauspieler mit dem schwierigen Namen spielt nach vielen Flops endlich mal wieder das was er am besten kann, einen aalglatten selbstgefälligen Strafverteidiger. Die Story beginnt wie beim Katz und Mausspiel zwischen Richard Gere und Edward Norton im Gerichtsthriller “Zwielicht”. Und auch hier gibt es eine Wendung, die man als Fan des Genres fast erwartet. Schließlich ist nichts mehr wie es scheint und der Anwalt steht selbst in der Schusslinie.

Dass es da kleine überflüssige Nebenhandlungen gibt wie die Beziehung zu seiner Ex-Frau, samt kleiner Tochter, das mögen wir dem Drehbuchautor verzeihen. Dass unser Akteur ein Glas hochprozentigen Etwas nach dem anderen herunterschluckt wohl auch. Vielleicht muss das einfach in den USA so sein. Menschen die dort Probleme haben müssen scheinbar im Film auch Alkohol in größeren Mengen konsumieren.

Doch dem Film tut es keinen Abbruch. Und auch wenn vieles vorhersehbar ist, so bleibt das Drehbuch doch bis zum Schluss logisch und schlüssig. Fans krasser Action werden den Film nicht mögen, es gibt nur eine kurze Schießerei und keine Verfolgungsjagd, aber das braucht dieser Film auch nicht. Statt dessen sieht man routiniert agierende Schauspieler die man beispielsweise als Berater der Präsidenten aus 24 kennt. Der Typ vom Schlüsseldienst aus LA Crash gibt sich ein Stelldichein und nicht zuletzt gibt Teeneeschwarm und Jung-Vampir Ryan Philippe das hintergründig unschuldige Opfer.

Mein Fazit

Wer die Romanverfilmungen von John Grisham mochte, der findet in “Der Mandant” eine gelungene Wiedergeburt eines leider vom privaten Ramschfernsehen fast gänzlich zerstörten Genres, einen gut gemachten Gerichtsfilm.

Für alle denen das Genre fremd ist hier ein paar Filmtipps…


Kritisch gesehen – A Lonely Place To Die

Was kann man an einem völlig verregneten Sonntag besseres tun als mit einer leckeren Tafel Schokolade und einem Glas Kirschsaft auf dem Sofa zu liegen? Ganz einfach, man kann zusätzlich noch einen guten Film anschauen! Nur welchen Film sollte man sich zu Gemüte führen?

Schauen wir doch mal was das neue Apple TV in 1080p alles zu bieten hat. Zwischen den vielen hundert Trailern sticht mir schließlich der Film “A Lonely Place To Die” ins Auge. Auf den ersten Blick könnte man meinen es handle sich um einen Bergsteigerfilm, vielleicht eine Neuauflage von Cliffhanger? Das Ausleihen via Apple-TV kostest bei iTunes 4,99 Euro – warum also nicht…

Im Gegensatz zum Ausleihen eines Films via Playstation 3 oder anderen Diensten startet beim Apple-TV der Film bereits nach einigen wenigen Sekunden. Die Apple-Cloud funktioniert wirklich gut, hier leisten die vielen hundert Microsoft-Azure-Container ganze Arbeit!

Und der Film startet furios. Es gibt tolle Kletterszenen, einen “Beinahe-Unfall” und im Hintergrund sieht man immer wieder die grandiosen Schottischen Highlands. Die Kulisse ist atemberaubend und erinnert mich an die Reise über die norwegische Hardangervidda im Jahr 2009. Unsere Hauptcharaktere finden bei ihrer zweiten Wanderung mitten in der Wildnis ein kleines Mädchen dessen Sprache sie nicht verstehen. Sie scheint entführt worden zu sein. Die Gruppe beschließt das Mädchen zu retten, aber sie haben die Rechnung ohne zwei finstere Gesellen gemacht die ihnen fortan auf den Fersen sind.

Meiner Meinung nach fällt der Film nach der ersten halben Stunde sehr ab. Ist der Auftakt noch furios und lässt auf eine ungewöhnliche neue Geschichte hoffen, so beginnt jetzt ein genretypisches Katz- und Mausspiel. Einer nach dem anderen müssen die Charaktere ihr Leben lassen um die kleine Anna zu retten. Wer wird der nächste sein? Das alles ist durchaus spannend und gut inszeniert, auch wissen Schauspieler und Drehorte durchaus zu gefallen und die Musik tut ihr übriges. Doch echte Wendungen und Überraschungen gibt es leider nicht.

So wird die Entführungsgeschichte konsequent weiter geführt, die Frequenz der Schießereien steigert sich und die Anzahl der Toten wachst von Minute zu Minute. Wer hier subtilen Nervenkrieg während der Verhandlungen mit den Entführern erwartet wird enttäuscht werden. Stattdessen gibt es viele durchaus gut gestaltete Szenen während eines nächtlichen Straßenfests, das zunehmend an den Monstercorso der Schweizer Fastnacht erinnert. Der Showdown ist dann letztlich zwar gut ins Szene gesetzt, aber doch sehr vorhersehbar.

Mein Fazit

Dieser Film ist ein solide inszenierter Actionstreifen. Drehorte, Inszenierung, Musik und Schauspieler wissen durchaus zu gefallen, aber die Geschichte hat leider nur wenig neues zu bieten. Meiner Meinung nach wurde die Chance verpasst eine wirklich ungewöhnliche Geschichte auf spannende Art und Weise zu erzählen. Lies der Auftakt dies noch hoffen, so bleibt letztlich ein durchaus unterhaltsamer Film für einen verregneten Sonntagnachmittag. Lange in Erinnerung wird er wohl nicht bleiben, schade eigentlich…


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