Alles über Fotografie, Autos, Motorräder…

Hobbys

Teneriffa 2014/2015 – Canadas del Teide

Supernatural Tenerife - Nikon 1 V3 & 70-300mm CX

Tag 10 – Canadas del Teide

Wer meinen YouTube Kanal verfolgt hat, dem ist sicher noch mein Video zur Nikon 1 V3 im Gedächtnis. In diesem Video habe ich ziemlich herumgeschimpft weil es einfach bei der Nikon 1 V3 einige Dinge gibt die mich total nerven, dabei ist es eine echt gute Kamera mit der ich unglaublich gern fotografiere. Seit ich hier auf Teneriffa bin habe ich noch keine andere Kamera benutzt als die Nikon 1 V3 und die Nikon 1 V1 (umgebaut auf Infrarot 700nm).

Wahrscheinlich liegt es an den kompakten guten Objektiven und den immer wieder überraschend guten Bildergebnissen. Auch heute war ich zu faul um all den ganzen Fotokrempel einzupacken den ich auch diesmal wieder mit nach Teneriffa geschleppt habe und der nun schon über eine Woche darauf wartet endlich mal benutzt zu werden. Mein alter Fotorucksack war noch von den letzten Tagen mit den beiden Nikon 1 und dem 6,7-13mm, 10-100mm und dem 70-300mm bestückt. Mehr nicht, keine Filter, kein Irgendwas, kein Schnickschnack, kein Trallala. Nur zwei Gehäuse, jeweils zwei Akkus und drei Objektive. Heute kann dann noch das kleine 10mm Pancake hinzu, allerdings habe ich es nicht einmal benutzt :-)

Mit meiner sparsamen kleinen Fotoausrüstung auf dem Rücksitz geht es gegen Mittag hinauf in die Canada del Teide. Dieses Gebiet zieht mich hier immer wieder magisch an denn es ist einfach einzigartig. Als ich nach etwa 60 Minuten Fahrzeit mitten in den Canadas bin, halte ich kurz vor den ersten Restaurants rechts in an einem kleinen Feldweg an. Schnell die Kameras auf die Schulter und los geht es. Ich bin genau dort wo ich im Jahr 2005 mit meiner damals noch nagelneuen Nikon D2x und dem genialen AF-S 2,8/17-55mm meine ersten „echten Fotos“ vom höchsten Berg Spaniens, dem Pico del Teide aufgenommen habe. Als ich etwa eine Stunde später zum Auto zurückkehre habe ich wieder nur Infrarot-Fotos aufgenommen. Diese kleine Nikon 1 V1 macht mich einfach tierisch an. Es ist schon so geil wenn man nur durch den Sucher schaut und das Schwarz-Weiß-Foto sieht. Bereits hier kann man erahnen wie die Bilder aussehen werden wenn sie durch den RAW-Konverter gelaufen und mit NIK Silver-Efex konvertiert wurden. Es macht mir einfach Spaß…

Supernatural Tenerife - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm & 6,7-13mm

Nach dieser ersten kleinen Session geht es weiter zu den Los Roques. Dort halte ich an und fotografiere mit der Nikon 1 V3 eine kleine Zeitraffer-Sequenz während ich mit der Nikon 1 V1 in Sichtweite um meine Kamera herum streune und das eine oder andere infrarote Knipsbild schieße. Auch hier vergeht fast eine Stunde. Weiter geht es auf die andere Seite dieses gewaltigen Vulkans. Während die Straße dort immer schlechter wird zieht plötzlich dichter Nebel auf. Es ist magisch, am Rande der Nebelfront scheint hier in mehr als 2.000 Metern Höhe die gleißend helle Sonne durch den Nebel auf die schroffe schwarze Lava die kaum 100 Jahre nach dem letzten Ausbruch noch immer sehr „frisch“ aussieht.

X-Mas Trees - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm & 6,7-13mm

Supernatural Tenerife - Nikon 1 V3

Ich filme ein wenig und spiele mit meiner GoPro HD HERO 4 herum. Auch so vergeht fast eine weitere Stunde. Weil es mir nicht zielführend erscheint weiter in den Nebel hineinzufahren, wende ich mein Auto und fahre zum Parador. Im Restaurant gleich nebenan gibt es zwei leckere Kaltgetränke und einen ganz ordentlichen Hot-Dog „New York“. Auf der Terrasse schmeckt das Ding im wunderbaren Sonnenschein noch viel besser. Auf meinem Handy habe ich eine kleine APP die mir die blaue Stunde anzeigt. Dazu muss ich nur kurz das GPS einschalten und anhand von Datum und Uhrzeit ermittelt die APP wann die Sonne auf- bzw. untergeht. Heute soll die Sonne um 17:49 untergehen. So genieße ich bis 17:15 die warmen Sonnenstrahlen. Es ist fast wie im Skiurlaub, eigentlich sind es hier oben in rund 2.000 Metern Höhe nur etwa 13°C, solange man in der Sonne sitzt merkt man aber nichts davon. Um kurz nach 17h suche ich kurz die Toiletten auf und bin überrascht wie toll hier alles renoviert wurde. Ok, es war auch bitter nötig!

Pünktlich zum Sonnenuntergang bin ich dann bei einer Parkbucht neben der Hauptstraße die quer durch die Canadas del Teide führt. Von hier aus habe ich eine tolle Sicht auf den Teide und die Los Roques. Genau hier war im letzten Jahr der kleine See, in diesem Jahr ist alles so wie es fast immer ist, knochentrocken… Mir soll es recht sein, ich baue schnell meine Nikon 1 V3 samt 10-100mm Objektiv auf und lasse sie alle 5s ein Foto aufnehmen. Während sie vor sich hin knipst fotografiere ich parallel mit der Nikon 1 V1 und dem 6,7-13mm Weitwinkel. Zwischendurch wechsle ich bei der 1 V3 mal die Perspektive und bin total hin und weg als ich schließlich nach Sonnenuntergang noch einige letzte Fotos mit der Nikon 1 V1 und dem 6,7-13mm aufnehme. Weil es schon dunkel ist steht die 1 V1 jetzt auf dem Stativ und die Fotos sehen einfach nur geil aus. Ich bin im Infrarot-Fieber…

Supernatural Tenerife - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm & 6,7-13mm

Supernatural Tenerife - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm & 6,7-13mm

Als ich mich auf den Heimweg mache ich es schon vollständig dunkel. Man könnte hier oben noch 3-4 Stunden warten um dann Fotos der Milchstraße zu machen, aber es sind noch viele Wolken am Himmel. Ob es bei diesem Wetter mit der nächtlichen Sicht auf die Milchstraße klappt ist eher fraglich. Zudem ist es jetzt sehr kalt geworden, das Thermometer im Auto zeigt nur noch 7°C an. Außerdem habe ich Hunger und freue mich darauf meine „Beute“ im Hotel auf dem Notebook näher anschauen zu können.

Die Fahrt den Berg hinunter durch die unendlich vielen Kurven geht sehr zügig voran. Als ich am Hotel ankomme ist es erst kurz nach 20h und ich bekomme im Restaurant noch alles was ich mir wünsche. So ist der erste Tag den ich hier allein auf Teneriffa verbringe letztlich doch sehr erfolgreich gewesen. Ich habe fotografiert bis der Arzt kommt und die Ergebnisse gefallen mir unglaublich gut. Mit dem was diese beiden kleinen Nikons leisten bin ich so froh, dass ich eigentlich keine anderen Kameras brauche. Ok, für Fotos der Milchstraße usw. ist die D800E deutlich besser geeignet. Aber für alltägliche Urlaubsbilder ist man mit der Nikon 1 V3 und dem 10-100mm Objektiv sehr gut gerüstet.

Supernatural Tenerife - Nikon 1 V3

Morgen hole ich nach dem Frühstück meinen Sohn vom Flughafen ab und dann machen wir hier eine Woche lang „Ansgar’s kleine Fotoschule“. Ich bin sehr gespannt ob ich es schaffe das Foto-Fieber auch in mein Sohn zu entfachen :-)

Supernatural Tenerife - Nikon 1 V3


Teneriffa 2014/15 – Teil 3

DCIM100GOPROG0031409.

Tag 10 – 20. Dezember

Es ist die erste Nacht im Zimmer 110 ohne meine Sandra und irgendwie ist es komisch so allein. Ich werde immer mal wieder wach und schlafe längst nicht so tief und fest wie in den vergangenen Tagen. Den Wecker in meinem Telefon habe ich auf 7:30 gestellt. Als er schließlich klingelt bin ich schon seit fast einer Stunde wach.

Frisch geduscht tauche ich um etwa 8:00 beim Frühstück auf. Ich bin halbwegs warm angezogen und in meiner Jackentasche habe ich meine GoPro HD HERO 4 Black Edition. Diese Kamera habe ich in den kleinen Rahmen montiert den es von GoPro gibt. Alles zusammen „klebt“ auf einem kleinen Küchenwecker aus Edelstahl. Unter dem Küchenwecker ist ein kleiner Magnet, so kann ich die GoPro auf allen magnetischen Untergründen sicher montieren und schöne Panorama-Zeitraffersequenzen aufnehmen die sich allerdings immer links herum drehen.

Im Speisesaal schnappe ich mir einen Teller und schaufle mit etwas Rührei, Bohnen, Speck, Tomaten und einige der kleinen leckere Fleischbällchen darauf. Es ist ein echtes Männerfrühstück wie ich es hier bislang noch nicht zu mir genommen habe. Aber für das was heute vor mir liegt brauche ich Energie :-)

Einige Augenblicke später sitze ich als absolut einziger Gast draußen in der Dunkelheit auf der Terrasse. Alle anderen Gäste müssen mich für komplett verstrahlt halten. Während ich meine Eier, Bohnen und den Speck in mich hineinstopfe schaut sich meine GoPro den wunderbaren Himmel an. Mit ein bisschen Glück gibt es heute einen ganz famosen Sonnenaufgang. Nach etwa 10 Minuten habe ich alles aufgegessen und weil mir ein wenig kalt ist beschließe ich mir einen Kaffee zu holen. Meine GoPro lasse ich mir etwas schlechtem Gewissen ganz allein auf dem Geländer in der Lieferanteneinfahrt zurück.

Beim Kaffeeautomaten gibt es eine etwas längere Schlange. Schließlich ist nur noch ein weiterer Gast vor mir, er zieht sich einen Espresso aus der Maschine in eine recht große Kaffeetasse. Das Ding ist anders als alles was es hier im Hotel gibt, wahrscheinlich hat er sich das Monstrum von daheim mitgebracht. Als der letzte Tropfen des schwarzen Goldes in seine Tasse getropft ist will ich meine Tasse in Position bringen, aber der Typ macht keine Anstalten sich weg zubewegen. Als ich ihn freundlich darauf hinweise, dass sein Kaffee fertig ist sagt er nur „Mooooooment junger Mann!!“ und drückt ein zweites Mal auf die Taste der Kaffeemaschine die mit „Espresso“ beschriftet ist. Als die zweite Portion durchgelaufen ist bewegt er sich noch immer nicht. In Zeitlupe und mit einem etwas hämischen Grinsen im Gesicht drückt er die Espresso-Taste ein drittes Mal. Das ist Macht, das ich wahre Macht und er kostet sie jetzt in vollen Zügen aus. Als Espresso Nummer drei in den schier unendlichen Weiten seiner Kaffeetasse verschwunden versperrt er weiterhin den Weg zum „flüssigen Schlaf“. Er schaut mich über die linke Schulter an, mustert mich, grinst und drückt ein viertes Mal auf „Espresso“. Langsam werde ich ungeduldig, schließlich steht meine GoPro draußen ganz allein auf dem Geländer und fotografiert die morgendliche Stimmung über La Orotava. Die zweite Kaffeemaschine ist noch nicht eingeschaltet und so muss ich tatsächlich ein fünftes Mal warten bis der Typ mit aller Seelenruhe die man im Alter nur haben kann einen Espresso in seine Kaffeetasse laufen lässt. Die Tasse ist nun randvoll und es würde kein weiterer Espresso hineinpassen, also hat er jetzt auch keine Argumente mehr und ich warte sehnsüchtig bis er endlich in Zeitlupe seine Kaffeetasse und sich selbst von mir wegbewegt.

Oh Mann, war das eine Grenzerfahrung. Manchmal kann ich echt verstehen wenn Leute explodieren und andere Zeitgenossen vermöbeln was das Zeug hält. Mein Kaffee ist in einigen Sekunden in meine Tasse gelaufen, schnell noch etwas Milch hinein und schon bin ich wieder startklar.

DCIM100GOPROG0020727.

Als ich mit der Kaffeetasse in der Hand auf die Türe zusteuere sehe ich wie draußen in der Dämmerung ein Typ in einem blauen Pullover verschwindet. Meine GoPro, wo ist meine 450,- teure Euro GoPro? Schnell stelle ich meinen Kaffee neben meinem leeren Teller ab und sprinte dem blauen Pullover hinterher.

DCIM100GOPROG0020732.

Der Typ dreht sich um und er hat meine GoPro in der Hand. Es scheint ein Mitarbeiter des Hotels zu sein. Er spricht nur Spanisch und alles was ich verstehe ist immer wieder „Entrada“. Dass es hier der Lieferanteneingang ist weiß ich ja selbst. Dann zeigt er mit dem Finger auf eine Überwachungskamera die neuerdings gleich neben der Terrasse angebracht ist. „Kamera“ – ja ich sehe, dass dort eine Kamera ist. „Entrada, Deutsch?“ Ich weiß echt nicht was er von mir will. Irgendwann habe ich meine Kamera wieder in der Hand und stelle sie auf die gemauerte Abgrenzung der Terrasse. „Ok?“ „No……“ Mir kommt echt alles spanisch vor, aber das ist ja auch kein Wunder. Ich stelle die kleine GoPro direkt vor meinem Tisch auf die kleine Mauer. „Hier ok?“ Der Typ nickt, murmelt noch irgendwas, dreht sich um und verschwindet. Während ich meinen Kaffee trinke knipst meine GoPro alle 5 Sekunden ein Foto des sich anbahnenden Sonnenaufgangs. Allerdings ist die Perspektive mehr als dämlich.

DCIM100GOPROG0020742.

Als meine Kaffee leer ist schnappe ich mir die Kamera und laufe außen am Speisesaal vorbei. Hier ist fast alle mit großen Pflanzen zugewachsen welche die Sicht auf den Sonnenaufgang versperren. Aber irgendwo finde ich dann doch eine Ecke in der es recht gut aussehen könnte.

DCIM100GOPROG0030993.

Ich lasse die Kamera dort einige Minuten lang vor sich hin knipsen bis ich schließlich auf einer kleinen Treppe auf der Rückseite des Hotels lande. Hier habe ich einen ganz ordentlichen Blick und hier scheint es keine Überwachungskameras zu geben. Während meine GoPro weiterhin alle 5 Sekunden ein Bild aufnimmt hätte ich gern einen Kaffee denn langsam aber sicher bekomme ich echt kalte Füße. Doch ich mag mich hier nicht mehr weg bewegen, sonst ist meine teure kleine Action-Cam irgendwann wirklich verschwunden.

Der Sonnenaufgang ist letztlich deutlich weniger spektakulär als erhofft. Die Sonne kommt einfach nur langsam über das Gebirge geklettert. Die Wolken hängen hoch und es gibt nur gleißend helles Gegenlicht statt des erhofften Lichterspiels. Also schnappe ich mir erneut meine kleine GoPro und wandere weiter in den Garten des Hotels. Weil das Las Aguilas auf einem Hügel oberhalb von Puerto de la Cruz gelegen ist, hat man hier einen schönen Blick über den Ort und auf das Meer hinaus. Wieder stelle ich meine Kamera auf dem Geländer ab. Sie hält hier sehr gut, alles ist schön magnetisch. Die Eieruhr ziehe ich auf 20 Minuten und während die GoPro einen neuerlichen Panorama-Schwenk fotografiert sitze ich im wärmenden Licht der Morgensonne und lese auf meinem Handy meine Mail.

Eines der Fotos das ich am Vorabend bei flickr hochgeladen habe hat es in den Explore geschafft. Nun hat es schon viele Favoriten-Sternchen und mein Telefon steht kaum eine Minute still. Als meine GoPro-Eieruhr nach 20 Minuten mit einem lauten klingeln signalisiert, dass sie jetzt fertig ist, muss ich leider feststellen, dass ich in den letzten 20 Minuten satte 20MB via UMTS mit meinem Smartphone heruntergeladen habe. Das wird etwa 10 Euro kosten, in den nächsten Tagen werde ich mich schwer zusammen reißen müssen….


Teneriffa 2014/15 – Teil 1

Teneriffa 2014/2015

Tag 1 – Anreise mit Hindernissen

12. Dezember

Teneriffa-2010-23_thumb.jpg

Weil mich im letzten Jahr kurz vor der Abreise nach Teneriffa eine Lungenentzündung an den Rand meiner Überlebensfähigkeit gebracht hat, ging es in diesem Jahr für mich nur darum nicht wieder krank zu werden. So war es mir ein Graus als die Kollegen unbedingt kurz vor der Abreise nach Teneriffa in diesem Jahr den Weihnachtsmarkt in Mainz besuchen wollten. Doch rückblickend war es da eigentlich schon zu spät. Bereits Ende November war ich tagelang heiser und konnte kaum noch sprechen. Für eine Plaudertasche wie mich ist das besonders schwer :-)

Anfang Dezember war es dann wie im letzten Jahr ganz vorbei. Montags und Dienstags konnte ich noch arbeiten aber in der Nacht zum Mittwoch war es dann wieder um mich geschehen. Fieber, Husten, Kopfweh, das ganze Programm. Letztlich war es nicht so schlimm wie im Jahr zuvor aber ich habe dann doch wieder einige Tage stramm im Bett liegen müssen. Irgendwann war ich in der Lage einen Arzt aufzusuchen und kurz drauf lag ich schon wieder im Bett allerdings versorgt mit einer Mischung aus Schleimlösern, Hustensaft und einem Antibiotikum.

Am Tag vor der Abreise nach Teneriffa muss ich erstmal von Bonn nach Mainz fahren, kurz im Büro vorbeischauen, meine Zeiterfassung erledigen und danach meine Koffer packen. Alles geschieht irgendwie fast wie im Traum, ich bin nicht wirklich klar im Kopf. Während ich meinen Koffer packe fällt mir auf, dass ich das Ladegerät für den Akku meiner heiß geliebten Nikon D800E nirgendwo in meiner Mainzer Wohnung finden kann. Das alte Mistding ist sehr wahrscheinlich in meinem Fotokoffer den ich im Mai mit in den USA hatte. Eigentlich wollte ich noch einen Blick hineingeworfen haben, bei der Abreise nach Mainz war ich dann aber wegen meiner Erkältung noch so umnebelt, dass ich es einfach vergessen habe. Bis in die Nacht hinein werden in Mainz alle Kisten mit Kameras und Fotozubehör abgesucht, aber ein Nikon MH-25 Ladegerät will einfach nirgendwo auftauchen. ich bin total genervt schließlich habe drei Stück von diesen Dingern. Eines war bei meiner Nikon D7000 dabei, eines bei der D800E und Nummer 3 wurde mit der Nikon 1 V1 geliefert.

Ziemlich frustriert schlafe ich irgendwann nach Mitternacht ein, dann muss ich mich eben auf Teneriffa darum kümmern ein Ladegerät zu bekommen, es wird schon schief gehen…

Kaum drei Stunden später muss ich auch schon wieder aufstehen, ich bin völlig am Ende und unter der Dusche kann ich nicht unterscheiden ob es Tränen oder Wassertropfen sind die mir da auf die Füße plätschern, wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem.

Oh je, könnte ich doch noch eine Woche daheim bleiben um erst einmal richtig gesund zu werden…

Pünktlich um 4h30 steht das mein Taxi vor der Tür. Es ist nicht Önder, sondern sein Vater der mich heute zum Flughafen bringen wird. Die Autobahn ist so früh am morgen noch einsam und frei, bis zum Flughafen in Frankfurt dauert es kaum 30 Minuten. Am Check-In ist auch noch nichts los, einige Minuten später bin ich dann auch schon eingecheckt. Die Bestätigung meiner Sitzplatzreservierung habe ich leider nicht ausgedruckt, blöd gelaufen. So sitze ich nun auf Platz 10A statt auf 7A. Macht also keinen Unterscheid, aber die kostenpflichtige Reservierung hätte ich mir auch sparen können…

Als ich schließlich im Flugzeug sitze bin ich völlig fertig. Der Kopf tut weh, mir ist übel und ich schwitze aus allen Poren. Zudem ist es im Flugzeug ungewöhnlich warm, aber vielleicht empfinde ich das auch nur so weil ich noch krank bin und eigentlich noch ins Bett gehöre.

Nach dem Start krame ich dann meine neues iPad Mini heraus und schaue mir den neuen Spiderman an. Eigentlich hatte ich mir noch einige andere Filme bei iTunes gekauft, aber weil beim Download der Speicherplatz zu eng wurde, habe ich im Delirium mein iPad „aufgeräumt“ und danach wohl nur den Spiderman erneut heruntergeladen. So habe ich jetzt ein fast nutzloses iPad dabei, es ist keinerlei Musik drauf, ich habe fast alle APPs gelöscht und es gibt genau EINEN Film – Na super Ansgar, das war eine echte Meisterleistung…

Auf Teneriffa angekommen flitze ich schnell zum Schalter von CICAR. Dort habe ich einige Minuten später auch schon meinen Opel Astra. Er kostet für 28 Tage 522,46 Euro und ist in sehr gutem Zustand. Auf dem Kilometerzähler stehen rund 34.000 Kilometer, das Auto ist also noch relativ neu. Auch diesmal ist der Tank leer, ich finde das ganz praktisch, denn gleich am Flughafen ist eine Tankstelle und dort kann für exakt 50,- Euro den Tank vollständig befallen. Der Liter Super 95 kostet hier 1,06 Euro, das ist etwas teurer als an den freien Tankstellen in der Umgebung, dort kann man teilweise für 0,96 Euro tanken.

Es ist kein Wunder, dass der spanische Staat ein Milliarden schweres Haushaltsdefizit hat, denn er nimmt im Vergleich zu Deutschland deutlich weniger Steuern ein. Den Urlaubern und Inselbewohnern mag das zugute kommen, aber für das Ende der Finanzkrise ist es sicher nicht zuträglich. Auch gibt es hier auf Teneriffa kaum Parkuhren und viele öffentliche Einrichtungen kann man kostenlos oder sehr preiswert nutzen. Kommt man aus Deutschland hierher, so mutet vieles enorm preiswert an.

Meine 28-tägige Reise habe ich bei via Neckermann gebucht und meine Suite im Las Aguilas kostet mit Halbpension inkl. Flug mit Condor 1.711,- Euro. Rechnet man den Mietwagen und Benzin dazu, so bin ich hier mit etwas 2.700,- Euro pro Monat dabei, das ist nicht ganz schlecht.

Im Hotel angekommen ist es gerade mal 12h und es sind noch mehr als vier Stunden bis meine Sandra eintrudeln wird. So ist Zeit in Ruhe das Zimmer zu beziehen und ein paar Minuten die Füße hochzulegen. Als ich im Zimmer 412 eintreffe stelle ich fest, dass es keine Suite ist, sondern nur ein normales einfaches Zimmer mit Kochecke und einem großen Doppelbett. Kurz drauf an der Rezeption muss ich feststellen, dass die blumige Umschreibung im Internet genau auf dieses Zimmer zutrifft. In den letzten Jahren hatte ich hier stets eine Suite mit separatem Schlafzimmer, im letzten Jahr sogar ein ganz besonders große Suite. Ein paar Minuten später ist aber mit den supernetten Mitarbeitern an der Rezeption alles abgestimmt, ich ziehe um in Zimmer 110. Hier habe ich zwar nicht den tollen Panoramablick hinauf auf das Meer, aber die Suite ist sehr groß und meine Sandra und ich werden hier viel Platz haben. Der Aufpreis auf das Einzelzimmer beträgt 30 Euro an Tag, also 840,- Euro. Damit kostet meine Reise dann schon runde 3.540,- Euro, langsam aber sicher wird es teurer…

Als ich später wieder am Flughafen eintreffe habe ich schon 2x 90 Kilometer hinter mir und muss nun fast eine Stunde warten weil der Flieger meiner Sandra ab Düsseldorf mit viel Verspätung unterwegs ist. Schließlich klappt es dann aber doch und meine Sandra ist mehr als glücklich, dass ich sie tatsächlich am Flughafen abhole und sie nicht mit dem Bus eine Inselrundfahrt unternehmen muss.

Wieder im Hotel angekommen wird dann meine Sandra eingecheckt. Ihr Flug hat 230,- Euro gekostet und der Aufenthalt im Hotel kostet inkl. Halbpension 30,- Euro pro Tag. Damit ist ihre sieben tätige Reise mit 440,- Euro relativ preiswert. Kurz nach Sandras abreise wird mich dann mein Sohn für eine Woche besuchen kommen, so bin ich an Weihnachten nicht allein nach mehr als 10 Jahren können wir mal die Weihnachtstage gemeinsam verbringen.

Später beim Abendessen treffen wir einige alte Bekannte wieder und freuen uns, dass einige der Mitarbeiter des Hotels uns wiederkennen und mehr als freundlich begrüßen.

Vor dem Schlafengehen bin ich wirklich am Ende. Die Ohren schmerzen wie die Hölle. Während des Fluges habe ich keinen Druckausgleich hinbekommen und bin bei Start und Landung fast eingegangen weil die Ohren so weh taten. Später im Auto bei dem ganzen  auf und ab auf dieser Insel hat es alle paar Meter in den Ohren geknackst. „Ich höre was, ich höre nichts….. ich höre was, ich höre nichts…….“

Tag 2 – 13. Dezember

Am nächsten Morgen geht es etwas besser, die Kopfschmerzen haben nachgelassen, der Husten löst sich jetzt aber die Ohren gehen noch immer auf und zu. Beim Frühstück knackst es bei jedem Biss in den Ohren und es tut wirklich weh. Etwas später machen wir uns auf den Weg nach Santa Cruz. In der Inselhauptstadt gibt es einen Mediamarkt und dort will ich versuchen eine Ladegerät für meine Nikon D800E und die Nikon 1 V1 zu ergattern. Ein „echtes“ Nikon MH-25 ist leider nicht zu bekommen, aber es gibt ein ganz ordentliches Universal-Ladegerät. Ich habe einen wirklich ganz extrem netten Verkäufer erwischt und er packt sogar mehrere Geräte aus und testet mit dem EN-EL15 Akku den ich mitgebracht habe ob er sich laden lässt oder nicht. Ein passendes Gerät ist so schnell gefunden und ich bin mehr als glücklich, dass ich die beiden zugehörigen Kameras nicht umsonst mit nach Teneriffa geschleppt habe.

DSC_8352

Es ist fast Mittag und wir machen uns auf dem Weg nach San Juan de la Rambla. Etwas oberhalb gelegen ist die wunderbare Finca San Juan. Dort haben wir in den letzten Jahren schon mehrfach gewohnt und dort wollen wir uns ein leckeres Mittagessen gönnen.

DSC_8348

Als wird dort ankommen können wir überall die Spuren der schweren Unwetter sehen die hier in den letzten Monaten gewütet haben. Aber das Meiste ist schon wieder aufgeräumt und der Schutt einiger umgestürzter Mauern wurde sorgsam an den Straßenrand geschoben, so dass die Zufahrt zur Finca wieder frei ist. Dort angekommen müssen wir feststellen, dass sich in diesem Jahr etwas geändert hat. Köchin Caro ist nicht mehr da, aber die Nachfolge ist sehr gut geregelt. Während wir uns eine Seezunge vom Grill schmecken lassen, werden wird über die Neuigkeiten der letzten Monate informiert. Später kommt dann der Chef Jo Schlichting dazu und so wird es wieder ein wirklich schöner fast familiärer Besuch auf dieser tollen Finca. Gäbe es dort oben einen Internet-Zugang, ich würde gern mal wieder dort wohnen…

So geht unser erster Tag auf Teneriffa ohne besondere Vorkommnisse zu Ende.

DSC_8354

DSC_8364

DSC_8380

DSC_8407

Tag 3 – 14. Dezember

Am nächsten Tag geht es mir wieder ein wenig besser, aber nun ist meine Sandra schwer erkältet. Sie hustet, hat Kopfweh und der Hals tut weh. Ob ich sie angesteckt habe??

Nach dem Frühstück sitzen wir entspannt mit einem Glas Sekt in der Sonne auf der Terrasse vor dem Speisesaal des Hotels. Vor uns ziehen die Wolken langsam in Richtung Osten ab. Nach dem Regen des Vortages sieht es aus als wenn es hier heute ganz schön werden könnte.

Später machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Es ist etwa 11h, wir haben Sonntag und in uns tragen wir die Hoffnung, dass wir hier eine Apotheke finden in der meine Sandra etwas Medizin gegen die aufkeimende Grippe kaufen kann. Es geht zuerst runter nach La Paz, das ist das deutsche Viertel von Puerto de la Cruz. Hier ist so ziemlich alles auf die Bedürfnisse deutscher Urlauber abgestimmt und es gibt hier eine Apotheke in der Deutsch gesprochen wird. Hier wird es sicher kein Problem sein ein Erkältungsbad und etwas Medizin zu kaufen. Aber die Apotheke ist leider geschlossen, mist!!!

Also geht es weiter. Ein paar Meter weiter unten biege ich instinktiv in die winzige kurvenreiche Straße ab die steil hinab zum Meer führt. Danach geht es kreuz und quer durch die engen Straßen von Puerto de la Cruz. Würde ich mich hier nicht nach all den Jahren gut auskennen, so wären diese engen Gassen fast zum Fürchten. Alle Apotheken die wir finde haben heute geschlossen. Wir sind frustriert, aber dann gleich gegenüber vom Loro Parque hat eine Apotheke geöffnet. Sandra springt aus dem Auto und ich habe nun Gelegenheit mein Smartphone via Audio-Kabel mit dem AUX-Eingang des Autoradios zu verbinden. Einige Sekunden später öffnet dann jemand die hintere Türe meines Autos. Ich zucke zusammen, aber es ist meine Sandra. Sie kramt kurz in ihrem Rucksack und fischt dann ein Wörterbuch Deutsch-Spanisch – Spanisch-Deutsch heraus. Ein paar Minuten später hat sie dann alles was sie braucht und ich freue mich, dass der Urlaub nun bald wird beginnen können.

Auf dem Weg zum Hotel ziehen sich die Wolken zu, es sieht aus als würde es wieder Regen geben wie am Tag zuvor. Ich schlage meiner Sandra vor, dass wir auf die andere Seite der Insel fahren und ich ihr endlich mal den Ort El Medano gleich beim Flughafen zeige. Sie willigt ein und so geht es los. Der Weg ist nicht wirklich weit, es sind wieder etwa 90 lässige Autobahnkilometer. Diese Strecke werde ich in den nächsten Wochen noch mehrfach fahren. Denn am 19. Dezember muss meine Sandra wieder abreisen und gleich drauf wird dann mein Sohn Leon für eine Woche auf „meine Insel“ kommen um hier mit mir die Weihnachtstage zu verbringen. Wir waren zuletzt im Jahr 2008 zusammen auf dieser Insel und damals war mein Leon noch ein kleiner Junge!

DSC_9564

In El Medano scheint die Sonne wie man es sich nur wünschen kann. Es ist wunderbar warm und es geht ein frischer Wind. In der Bucht von El Medano sind rund 100 Surfer mit Kites und anderem Gerät unterwegs. Wir steuern das Restaurant Hong Kong gleich neben dem Hotel El Medano an und lassen es uns dort gut gehen. Später gibt es noch einen Spaziergang und ein paar Fotos der wagemutigen Surfer draußen auf dem Meer. Ich habe heute leider nur meine Nikon 1 V3 mit dem 10-100mm „Reisezoom“ dabei. So gelingen keine wirklich spektakulären Fotos, aber ich kann ja in den nächsten Wochen nochmal mit dem neuen 70-300mm Telezoom vorbeikommen. Umgerechnet auf das FX-Format habe ich damit ein 189-810mm Teleobjektiv, damit kann man hier am Strand sicher ordentlich was reißen. Ich bin gespannt…

Später im Hotel genießt meine Sandra das Leben in der Badewanne und als sie danach etwas benebelt von all den ätherischen Ölen im Bademantel auf dem Sofa sitzt ist dieser Artikel auch schon fertig geschrieben :-)

DSC_8504

DSC_9553

DSC_8553

DSC_8567

DSC_8574

DSC_8586

DSC_8628

DSC_9284

DSC_9421

DSC_9483


USA 2014 – Wieder eine Reise ins Ungewisse Teil 1-4

Wer noch nie ein Video erstellt hat das knapp 30 Minuten dauert und halbwegs “Hand & Fuß” hat, der wird kaum ermessen können wie viel Arbeit es bereitet eine vier Wochen dauernde abenteuerliche sehr freie Reise umfassend in einem Video zu dokumentieren. Eine Reportage zu erstellen die auch bei einer Spielzeit von mehr als 5 Minuten nicht langweilig wird, die viele Informationen transportiert, die mit gut verständlichem Ton daherkommt und bei der die Schnitte zum Rhythmus der Musik passen, das ist eine echte Herausforderung. Neben dem Bildmaterial das man natürlich während der Reise einsammeln muss, braucht es noch eine geeignete Ausstattung mit Computern, riesigen Festplatten, Mikrofonen und vor allem mit ZEIT mit ganz viel ZEIT. Tag für Tag wühlt man sich später durch viele tausend Fotos und hunderte von Gigabytes mit Video-Material, schreibt Texte, probiert GEMA-freie Musik aus, und ist einfach nur froh wenn man sein Video endlich veröffentlichen kann.

Mein aktuelles Video-Projekt sieht so aus wie im folgenden Screenshot. Wer diesen genau anschaut sieht sofort aus wie vielen kleinen Schnipseln der vierte Teil meiner USA-Reportage besteht. Dabei ist jeder kleine Schnipsel “handverlesen”, ich habe bei jedem Schnipsel über Anfang und Ende nachgedacht, überlegt ob es einen harten Schnitt oder eine weiche Überblendung geben soll. Ich habe Stunden damit verbracht nach Musik und Soundeffekten zu suchen. Und als die Musik und Video-Clips zusammen gefügt waren, habe ich an jedem Anfang eines Clips und jedem Ende versucht ihn so zu trimmen, dass er mit der untermalenden Musik harmoniert.

USA-2014 - Final-Cut-Pro-X

Es mich jetzt wieder einen Monat lang fast jeden freien Abend gekostet den vierten Teil von  “Wieder eine Reise ins Ungewisse zu erstellen”.

Das “Original” von 2011

Als ich vor ein paar Jahren meinen Film “Reise ins Ungewisse” erstellt habe, betrug der Zeitaufwand verteilt über 14 Tage hinweg etwa 160 Stunden. Ich konnte mir dies nur leisten, weil ich damals ziemlich erkältet daheim herumgesessen habe. Ich war nicht krank genug um nur im Bett zu liegen aber auch nicht gesund genug um zur Arbeit zu gehen. Also habe ich mit warm eingepackt mit viel heißem Tee an meinen Windows Computer gesetzt und mit der Arbeit an diesem Video begonnen. Damals habe ich noch MAGIX Video Deluxe benutzt. Diese Software hatte ich mir kurz zuvor offiziell gekauft und sie war mehr als fehlerhaft. Immer wieder ist sie ausgestiegen und fast täglich gab es Updates zum Download. Irgendwann lief es dann halbwegs stabil und dann gab es eine neue kostenpflichtige Version und das Leid begann von Neuem. Wer sich mit dem Schnitt längerer Videos in 1080p Qualität beschäftigt, bringt seinen Computer schnell an seine Grenzen. So habe ich meinen Windows-Computer mehrfach aufgerüstet und mit schnelleren größeren Festplatten bestückt. Nach einigen wenigen Installationen von MAGIX Video Deluxe verweigerte dann das Installationsprogramm seinen Dienst. Ich hatte die Software zu oft installiert und “zu meinem Schutz” konnte ich sie nicht erneut installieren. FUCK, so ein Mist! Ich habe E-Mails an den MAGIX Support geschrieben die nicht beantwortet wurden, ich habe ausdauernd die Dudelmusik in der Warteschleife der MAGIX Hotline ertragen, aber beim Hersteller hat man sich nicht gerührt. Bis heute habe ich eine offiziell gekaufte Version von MAGIX Video Deluxe die ich nicht mehr installieren kann, zu “meinem eigenen Schutz” wohlgemerkt!

Ungeachtet dessen schickt man mir von MAGIX regelmäßig Werbemails und nette Prospekte mit der Post. Alle drei Monate gibt es neuere schnellere und viel bessere Versionen von MAGIX Video Deluxe die nur noch für ein paar Tage zum Preis von 59,- Euro gekauft werden können. Schon zweimal habe ich einen dieser Prospekte mit der Post zurückgeschickt und in einem Begleitbrief darum gebeten, dass endlich irgend jemand meine offiziell gekaufte Lizenznummer freischaltet, damit ich diese Software wieder installieren kann. Aber es kam wie erwartet keine Antwort.

Letztlich habe ich dann für etwa 150 Euro via App-Store die Apple Software Final-Cut-Pro-X für mein MacBook Pro gekauft. Diese Videoschnittsystem läuft stabiler als MAGIX Video Deluxe es jemals tat und ich habe bislang ALLE, wirklich ALLE Updates kostenlos erhalten!!

MAGIX Video Deluxe ist daher für mich echt gestorben und ich bin mehr als enttäuscht, vom Support des Herstellers!

Ungeachtet dessen habe ich es geschafft mittels MAGIX Video Deluxe die “Mutter meiner Reisedokumentationen” fertigzustellen

Von diesem Video habe ich später noch eine zweite Version erstellt, denn bei der ersten Variante  musste ich ständig husten weil ich so erkältet war. Immer wieder musste ich meine Moderation wiederholen bis es endlich halbwegs gut gepasst hat. Beide Versionen zusammen sind inzwischen mehr als 40.000 mal angeschaut worden und mir persönlich gefällt irgendwie die erste Fassung noch immer am Besten.

Vor diesem Hintergrund habe ich an praktisch jedem Tag den ich im Mai in den USA verbracht habe daran gedacht wie ich Fotos und Filmmaterial für eine neue, umfassendere und bessere Reisedokumentation erstellen kann. Meine Sandra hat oft mit dem Kopf geschüttelt, wenn ich mal wieder nachts unterwegs war statt einfach nur die Reise zu genießen. Aber ich war während der Reise wie ein “Getriebener”, der nicht ohne brauchbares Material heimkehren wollte. Schließlich habe ich diese Reise im wesentlichen unternommen um eine hoffentlich gut gemachte Reportage daraus entwicklen zu können. Ich habe für mehrere tausend Euro Foto-Equipment angeschafft, die gesamte Reise geplant und finanziert. Ich konnte einen Monat lang nicht arbeiten und damit auf keinen einzigen Cent verdienen. Da ich freiberuflich arbeite bekomme ich natürlich kein Urlaubsgeld und so schlägt jeder Reisetag doppelt hart zu Buche.

Umso frustrierender ist es dann, wenn man nach all der Arbeit ein neues Video endlich veröffentlichen kann und es schon nach nur EINER MINUTE eine negative Bewertung erhalten hat, es also noch nicht einmal angeschaut wurde! Manchmal ist es echt ärgerlich, dass bei YouTube jeder noch so kleine kleine Furz einfach voten kann wie er will und das vollständig anonym. Zugleich ist es frustrierend, wenn beispielsweise das Video aus dem Jahr 2011 rund 40.000 mal angeschaut wurde, aber nur 214 YouTube eine positive Bewertung abgegeben haben. Der Content ist kostenlos und unter Einsatz von viel Zeit und Mühe entstanden, doch im Jahr 2014 wird all das nicht mehr wertgeschätzt sondern einfach nur anonym konsumiert und dann wahrscheinlich gleich auch wieder vergessen…

Die Dokumentation USA 2014

Ungeachtet dessen habe ich beschlossen mich nicht frustrieren zu lassen und mit meinen Videos weiterzumachen. Ich tue dies für die Leser dieses BLOGs und zu einem großen Teil auch für mich selbst. So kann ich mich immer mal wieder vor dem Fernseher zurücklehnen und via Apple-TV oder über die eingebaute YouTube-App eines dieser Videos anschauen und die eine oder andere tolle Reise noch einmal erleben, das ist auch was wert :-)

Hier sind nun die vier bislang fertig gestellten Teile in chronologischer Reihenfolge.

Fazit

Die Reise ist noch nicht zu Ende!! Als ich mit der Arbeit an Teil 1 begann dachte ich, dass ich mit zwei oder drei Teilen auskommen werde. Aber nun sieht es so aus, als wenn draus insgesamt FÜNF Folgen entstehen werden. Dort wo Teil 4 aufhört geht es noch eine ganze Woche weiter und dies werde ich im nächsten Jahr aufarbeiten und damit diese Serie abschließen. Als krönenden Abschluss habe ich mir noch einen kompletten “Directors-Cut” vorgenommen. Dieser hat dann eine Laufzeit von rund 90 Minuten und ich bin sehr gespannt darauf ob ich das wirklich auf die Beine gestellt bekomme. Aber in ein paar Tagen geht es erstmal für vier Wochen nach Teneriffa, auf “MEINE INSEL”. Ich habe Urlaub echt nötig denn derzeit ist es mit dem Husten schon fast wieder so schlimm wie damals als ich meine allererste USA-Reportage erstellt habe. Aber die gute Luft auf Teneriffa sollte helfen das endlich auszukurieren.

Auch im letzten Dezember war ich eine ganze Weile auf Teneriffa und ich habe dort auch sehr viel gefilmt und fotografiert. Wegen der Arbeit an “Wieder eine Reise ins Ungewisse” habe ich es ein ganzes Jahr lang nicht geschafft aus diesem Material ein Video zu erstellen. Aber vielleicht gibt es zu Ostern dann ein “Kombi-Paket mit dem Filmmaterial aus zwei Jahren, schauen wir mal…


Nikon 1 V3 – Fotopraxis

Fish Eagle Portrait - Nikon 1 V3 & AF-S VR 70-300mm

Als Nikon das neue 1er System vorgestellt hat, ist dies irgendwie weitgehend an mir vorbei gegangen. Damals war ich gerade voll auf dem FX-Trip, nichts konnte groß und schwer genug sein, warum also eine Kamera mit einem kleinen Chip im CX Format kaufen?

Doch als ich eine Weile später zum ersten Mal eine schwarze Nikon 1 V1 in Händen hielt keimte dann doch die Neugierde in mir auf. Nach und nach habe ich dieses sehr eigenständige und neuartige Kamerasystem für mich entdeckt und erobert. Nun ein paar Jahre später habe ich alle Objektive die Nikon für dieses System anbietet. Ich habe eine Nikon 1 V1 die inzwischen auf Infrarot 700nm umgebaut ist, ich habe eine Nikon 1 J2, eine 1 V2 und seit einigen Wochen auch die 1 V3.

Eigentlich wollte ich die Nikon 1 V3 nicht kaufen, weil sie einfach zu teuer ist. Klar hat diese Kamera einige tolle Features, aber einige wichtige Features hat sie eben nicht, diese wurden meiner Meinung nach gezielt weggelassen um teurere ertragreichere Kameras nicht auszustechen. Es gibt einiges was an dieser wirklich total nervt. Dazu gehört beispielsweise, dass ich weder das GPS noch das zusätzliche Blitzlicht nutzen kann wenn der elektronische Sucher montiert ist. Es nervt, dass ich den Handgriff komplett abschrauben muss wenn ich die Batterie wechseln will. Bei meiner Olympus OM-D E-M10 habe ich auch einen zusätzlichen Handgriff, dieser ist aber mit einem pfiffigen Schnellverschluss versehen und ist eben so blitzschnell ab- wie wieder anmontiert. Warum kriegt man sowas bei Nikon nicht hin?

Dass ich diese Kamera dann doch gekauft habe lag an einem extrem guten Angebot des Nikon Service-Point München. Dort hat man via eBay ein Vorführmodell in neuwertigem zustand inkl. Sucher, Handgriff und 10-30mm PD Objektiv zum Preis von 700 Euro angeboten. Das ist meiner Meinung nach genau der Preis den diese Kamera auch wert ist. Der Listenpreis in Höhe von 1249,- Euro ist meiner Meinung nach angesichts der fehlenden Features und der unglaublich schlechten “Play Memories” WiFi-App für iOS und Android einfach nicht zu rechtfertigen. Grund Nummer 2 diese Kamera zu kaufen war, dass mit dem neuen 1 Nikkor 70-300mm ein kompaktes, ausreichend lichtstarkes Teleobjektiv auf dem Markt ist. Dieses Objektiv schlägt zwar mit 1049,- Euro ein kräftiges Loch in die Portokasse, aber man erhält im Gegenzug ein Objektiv, dass viel weniger als ein 28-70mm FX Zoom wiegt und einer FX Brennweite von 189-810mm entspricht, das ist schlichtweg einzigartig!

Nikon_1_V3_70_300

Angesichts der exorbitant hohen Preise für einige der Nikon 1 Objektive ist es total unverständlich, dass man häufig die wichtigen und sinnvollen Streulichtblenden separat erwerben muss. Beim 70-300mm ist zum Preis von rund 1.050,- Euro eine Steulichblende enthalten, das sollte bei allen Objektive so sein!

Um Gegensatz zu ALLEN Nikon Objektiven die sich via FT-1 Adapter an die Nikon 1 anschließen lassen, wird der sehr gute Autofokus der Nikon 1 nur mit diesem Telezoom vollständig unterstützt. Damit sind in Verbindung mit der rasanten Serienbildgschwindigkeit der Nikon 1 extrem schnelle “Verfolgungsjagden”  wie diese hier möglich, ein echtes Alleinstellungsmerkmal dieses Systems!

Eagle versus Nikon 1 V3

Auch nervt es mich total, dass die Kamera sich nicht merkt ob der Augensensor abgeschaltet ist oder nicht. Nutzt man die Kamera auf einem Stativ, hat das Display im Winkel von ca 45° abgekappt und will mit dem Finger auf den eigentlich sehr guten Touch-Display einen Fokuspunkt setzen, so schlägt der als Voreinstellung aktive Augensensor immer wieder zu. Das Display schaltet sich ab und man sieht nichts mehr, arg… Selbst wenn man nah an der Kamera steht schaltet sich das Display immer mal wieder ab. Jedes mal muss man seitlich den Knopf am eigentlich extrem guten elektronischen Sucher drücken um dieses Verhalten der Kamera zu ändern. Sie merkt sich die ISO-Einstellung, oder die Serienbildgschwindigkeit, warum nicht auch ob der Augensensor aktiv ist oder nicht?

Zur Ehrenrettung der Nikon 1 V3 sollte man erwähnen, dass sich andere Systemkameras mit Augensensor leider genauso verhalten. Aber das ist für mich kein Grund es nicht besser zu machen.

Gleiches gilt für den Selbstauslöser! Bei meiner Panasonic GH3, GX7, GM1, oder der Olympus OM-D E-M10, EM5 und EM1 kann ich eine Auslöseverzögerung einstellen. Das wirkt wie ein Selbstauslöser, aber die Kameras merken sich diese Einstellung. So kann man die Kamera auch ohne Infrarot-Auslöser in Verbindung mit einem Stativ erschütterungsfrei auslösen. Warum kann die Nikon 1 das nicht?

Aber genug geschimpft… Vor einigen Tagen hatte ich die Gelegenheit ein paar Stunden bei wirklich bedecktem Himmel im Opel Zoo in Kronberg im Taunus zu fotografieren und zu filmen. Dabei ist das folgende kurze Video entstanden. Ich habe dabei fast ausschließlich mit dem neuen 1 Nikkor AF-S VR G ED 4,5-5,6/70-300mm gefilmt.

Mit dem 1 Nikkor 70-300mm im Opel Zoo

Ein paar Tage später war ich am Wochenende mit meiner Nikon 1 und einige Objektiven unterwegs. Die Wartezeit auf den Sonnenuntergang habe ich genutzt um ganz spontan in meinem Auto mit dem HTC ONE (M8) dieses Video aufzunehmen.

Fotopraxis mit der Nikon 1 V3

Nur ein paar Tage später habe ich zusammen mit meiner Sandra unseren Freund Mirko Mochetti in seinem Café Fahrtwind in Hönningen in der Eifel besucht. Das Wetter war schön und unsere Mädels haben sich spontan bereit erklärt die Gäste des Cafés zu versorgen, so dass wir zum Sonnenuntergang noch eine halbe Stunde fliegen konnten. Im Kofferraum meines Autos hatte ich noch die Fotoausrüstung vom vorherigen Video. Da es im Cockpit der Aerosol Dynamic WT9 sehr beengt zugeht, habe ich das wunderbar kompakte AF-S VR 10-100mm (entspricht 27-270mm im FX-Format) an meine Nikon 1 V3 montiert und ausschließlich mit diesem Objektiv spontan das folgende Video gefilmt.

Sunset Flight mit 10-100mm (non PD)

Das 10-100mm ist nicht besonders lichtstark und so musste die ISO-Automatik meiner Nikon 1 V3 bei den letzten Sequenzen, die etwa 60 Minuten nach Sonnenuntergang gefilmt wurden, einfach alles geben. Teilweises hat die Kamera bis zu ISO-3200 einstellen müssen, was man im Video auch ganz deutlich sehen kann. Hier wäre bspw.  eine Nikon D750 ganz klar im Vorteil, weil sie statt 1/100s 1/25s als längste Belichtungszeit im Video-Modus ermöglicht. Statt mit ISO 3200 hätte also eine Nikon D750 mit lässigen ISO 800 filmen können…

Das folgende Foto habe ich mit dem 10-100mm bei 10mm Brennweite und vollständig geöffneter Blende aufgenommen. Die Vignettierung habe ich bei der RAW-Konvertierung hinzugefügt. Das Klappdisplay der Nikon 1 V3 erlaubt herrlich tiefe Perspektiven ohne, dass man sich umständlich verrenken muss, das ist wirklich toll!

Sunset flight #1 - Nikon 1 V3 & AF-S VR 10-100mm (non PD)

Hier ist noch ein Bild das am ausgestreckten Arm entstanden ist, dazu habe ich das Display im Winkel von 90° nach unten geklappt.

Sunset flight #6 - Nikon 1 V3 & AF-S VR 10-100mm (non PD)

Zusammenfassung

Wer sich auf eine Nikon 1 V3 einlässt muss wirklich tief in die Tasche greifen und sich mit fehlenden Features und teilweise nervigem Verhalten der Kamera abplagen. Aber dennoch kann diese Kamera viel Spaß machen. Das liegt im wesentlichen daran, dass sie wunderbar leicht und kompakt ist. Der Look der Bilder erinnert stark an das analoge Zeitalter. Die Fotos sehen so aus wie ein sehr gutes 35mm Dia, das mit einem herausragend guten Scanner digitalisiert wurde. Der Dynamik-Umfang der Nikon 1 V3 ist deutlich geringer als bspw. bei der Nikon D750 oder D800, aber er ist im Grunde genommen noch groß genug. Hier habe ich ein Beispielfoto das ich aus zwei Bilder mit 1.0 EV Unterschied aufgenommen habe. Dass ich dabei ein Stativ benutzt habe sollte klar sein… Via DRI-Technik habe ich diese beiden RAW-Bilder zu diesem sehr kontrastreichen Gegenlicht-Foto verarbeiten können. Es ist alles drin, keine zugelaufenen dunklen Bildbereiche und keine ausgefressenen Lichter. So sollte es sein und so ist es mit der Nikon 1 V3 trotz des kleines Chips und der winzigen Pixel auch machbar!

Nikon 1 V3 - DRI Test

Das fehlende BKT-Feauture, also die automatische Erstellung von Belichtungsreihen kann man umgehen, in dem man die Nikon 1 V3 auf einem stabilen Stativ positioniert, alles auf M wie Manuell stellt und dann eine Belichtungsreihe aufnimmt, bei der man mit dem hinteren Wählrad die Belichtungszeiten variiert. Ist das Stativ stabil genug und das Motiv statisch genug, so sind Fotos wie dieses hier gar kein Problem.

Nikon 1 V3 - HDR Test

Ausblick

Alles in allem bin ich mit der Nikon 1 V3 ziemlich happy und ich werde sie im Dezember für vier Wochen mit nach Teneriffa nehmen. Für nächtliche Aufnahmen der Milchstraße wird aber zusätzlich die Nikon D800E samt AF-S 2,8/14-24mm in den Rucksack wandern. Und für den “einfachen Fotoalltag” werde ich diesmal die Olympus OM-D E-M1 einpacken. Sie ein paar Tagen habe ich einen sehr coolen Filterhalter für das Panasonic 7-14mm Extremweitwinkel, sowie einige passende Grau- und Verlaufsfilter. Schon heute freue ich mich sehr darauf mit dieser Kamera an den Stränden von Teneriffa schöne Abendstimmungen bei langen Belichtungszeiten einzufangen. Ab dem 12. Dezember wird es hier und bei flickr.com viele neue Fotos zu sehen geben.


Telefonat mit Adolf Hitler

Darf man Witze über Adolf Hitler machen?

 

Der zweite Weltkrieg und die Zeit des Nationalsozialismus gehört zu den dunkelsten Epochen der Deutschen Geschichte. Und dieses Grauen wirkt bei vielen Menschen bis heute nach. So gilt es noch immer als verwerflich, militärische Aktionen des Staates Israel öffentlich kritisieren. Wer in diesem Zusammenhang von unangemessener Härte und Brutalität gegenüber der Zivilbevölkerung spricht wird schnell pauschal als Antisemit abgestempelt. Die Kollektivschuld lastet auch mehr als 70 Jahre nach Kriegende noch immer schwer auf deutschen Schultern.

So macht man scheinbar auch keine Witze über Adolf Hitler, oh nein oh nein, das tut man nicht. Denn der Mann war sowas von durchtrieben und abgrundtief böse, dass man nicht einmal einen Witz über ihn reißen darf… Ok ok, bei 3SAT traut man sich das gelegentlich einmal…

Ausgerechnet Hoeneß

 

Im Rest der Welt wird das Gott sei Dank ein wenig anders gesehen. Der Film “Der Untergang” aus dem Jahre 2004 stammt aus der Feder von Bernd Eichinger, der diesen Film auch produziert hat. Oliver Hirschbiegel hat als Regisseur ganze Arbeit geleistet und dieser Film war ein großer internationaler Erfolg. Dies lag nicht zuletzt an der unglaublichen Leistung des Schweizer Schauspielers Bruno Ganz der in einem Interview gesagt hat, dass er nach dem Ende der Dreharbeiten noch lange damit zu kämpfen hatten in welcher Tiefe er in die Rolle des Adolf Hitler hineingeschlüpft sei.

Ein wichtiger Teil des Films sind Telefonate die Adolf Hitler mit verschiedenen Generälen und anderen Mitarbeitern seines Stabs führt. Im Ausland wurden in den letzten Jahren unglaublich viele teilweise sehr witzige aber auch kontrovers diskutierte Parodien auf diese Szenen erstellt. In Deutschland scheint dergleichen, vielleicht wegen der latent gelebten deutschen Kollektivschuld, nicht gut anzukommen. Jedenfalls gibt es deutlich weniger Parodien in deutscher Sprache. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass es Amerikaner die eh kein Wort Deutsch verstehen leichter haben einfach witzige Untertitel unter eines der Hitlertelefonate zu setzen und das Ergebnis als “Hitler telefoniert mit Gadafi” oder so ähnlich bei YouTube usw. zu veröffentlichen. Gelegentlich hat Adolf auch mal ein Problem mit seinem DSL-Anschluß und muss in einem Callcenter in Indien um Hilfe bitten. Wer kennt das nicht…

Anruf im Callcenter (Untertitel)

 

Ich habe mich in den letzten Wochen immer mal wieder mit diesem Thema beschäftigt und dabei kam mit die Idee selbst mal mit Adolf Hitler zu telefonieren. Damit er mich auch wirklich anrufen kann, habe ich mich selbst vom Festnetz aus auf dem Handy angerufen, die Nummer als neuen Kontakt gespeichert, ein bekanntes Hitlerfoto als Kontaktbild gewählt und als Klingelton das Finale der symphonischen Dichtung “Les Preludes” von Franz Liszt aus den Jahren zwischen 1848 und 1854 gewählt. Franz Liszt war mehr Pianist als Komponist und die Anzahl seiner Kompositionen ist eher überschaubar. Während des zweiten Weltkrieges wurde das Haupt-Thema aus “Les Preludes” von den ersten Deutschen Radiomachern ausgesucht und als Erkennungsmelodie verwendet. Damals war diese Komposition aber schon rund 90 Jahre alt!

Außer im Radio wurde dieses Thema auch in den Berichten der Wochenschau verwendet und in den Deutschen Kinos in die Ohren der Zuschauer regelrecht eingehämmert. Obwohl Franz Liszt schon lange tot war, haben die NAZIs damit seine eigentlich sehr schöne Komposition in den Schmutz gezogen. Und so wie man das Wort “Führer” in Deutschland nicht laut ausspricht spielt man natürlich diese Musik auch nicht, jedenfalls nicht so, dass man dabei erwischt werden könnte. Ich empfinde das als falsch, denn die Musik kann ja nichts dazu, in welcher Art sie missbraucht wurde.

Meine Hitler-Parodie

Zurück zu meiner eigenen Hitler-Parodie… Wer sich bei YouTube etwas umschaut findet hunderte von Parodien die aber fast ausnahmslos auf Untertiteln basieren. Etwas wie “Ausgerechnet Hoeneß” bekommt da leider fast niemand hin, oder es traut sich vielleicht auch niemand. Wer will schon einer Horde NAZIs ihr schmieriges Idol madig machen oder in der Öffentlichkeit falsch verstanden werden?

Ich habe die Idee einer Parodie schon seit Wochen in meinem Kopf mit mir herumgetragen und sie schließlich gestern sehr spät am Abend endlich realisiert. Als Thema für das Telefonat mit Adolf Hitler habe ich mir den noch nicht fertig gestellten “Teil 3″ meiner USA-Reportage gewählt. Meine Tonspur habe ich mit einem RODE SmartLAV und einem iPOD Touch 5G aufgenommen. Dabei habe ich die RODE-App verwendet. Beim Mix habe ich die Stereo-Tonspur meiner Panasonic GH3 etwas leiser darunter gelegt. Die Synchronisation hat dank 48 kHz Samplingfrequenz und WAV-Format sehr gut funktioniert.

FCPX-Hitler-Editing-Screenshot

Während meine Nachbarn in den Wohnungen um mich herum bereits schliefen, habe ich hier mit keifender Stimme mein Telefonat mit dem “Führer” aufgenommen. Dabei dachte ich nur “Hoffentlich hört niemand was ich hier mache und zieht daraus falsche Schlüsse…” Gegen 2h am Morgen war mein Video dann “online” und bereits nach einigen Minuten gab es die ersten “Daumen nach unten”. Es ist in Deutschland nicht einfach bei YouTube Witze über ein derart komplexes Thema zu machen…

 

Mich würde interessieren was Ihr darüber denkt?

Wer mag kann einfach die kostenlose Kommentarfunktion verwenden und so mit mir und anderen Lesern diskutieren. Ich bin sehr gespannt wer sich traut dies tatsächlich zu tun…

Serdar Somuncu über “Mein Kampf”

Als überaus spannend empfinde ich es auch, dass sich der Comedian Serdar Somuncu immer wieder dafür rechtfertigen muss in welcher Weise er sich mit dem hohlen Irrsinn auseinandersetzt, den Adolf Hitler während er 1924 in Landsberg am Lech im Gefängnis saß, seinem Zellengenossen und späterem Stellvertreter Rudolf Heß in die Feder diktiert hat. Dieses “Werk” ist später als “Mein Kampf” in Buchform erschienen und kann heute in aller Welt gekauft werden, außer in Deutschland. Muss man deutsche Jugendliche wirklich vor 700 Seiten Unsinn schützen indem man dieses wahrscheinlich schlechteste aller Bücher verbietet?

 


USA-2014 – Wieder eine Reise ins Ungewisse – Teil 2

Das Wochenende ist nah und es ist Zeit für den zweiten Teil meiner Reportage zur USA-Reise im May 2014. In dieser Folge dreht sich alles um die Fahrt der Tahoe Queen auf dem Lake Tahoe und meinen ersten Tag in Idaho. Die zugehörigen Artikel aus meinem BLOG findet Ihr hier:

Im dritten Teil wird uns unsere Reise weiter zum Yellowstone National Park und nach Cody in Wyoming führen. Nach einigen Tagen geht es dann von Wyoming in Richtung Süden nach MOAB. Hier wird dann Teil 4 anschließen.

Während der Wochen in den USA war ich viel nachts unterwegs und habe recht viele Fotos auf denen der Sternenhimmel mit einigen schönen Strukturen im Vordergrund zu sehen ist. Diese Fotos sind eine wahre “Fundgrube” und so habe ich in den letzten Tagen zwischen all der “Video-Bearbeiterei” immer mal auf der Festplatte gesucht welche Fotos für eine Nachbearbeitung lohnend erscheinen. Die Ausbeute war gar nicht schlecht und drei Fotos habe ich bereits bei flickr.com hochgeladen. Die Resonanz auf das folgende Bild ist abermals überraschend gut. Das Foto hat es nach nur einem Tag in den “Explore” geschafft, es ist also derzeit auf der Startseite von flickr.com zu sehen. Dieser Erfolg freut mich sehr und bestärkt mich in meinem Willen die Fotos nicht einfach unbeachtet auf der Festplatte altern zu lassen, sondern in den kommenden Wochen immer mal wieder zu schauen welche Schätze sich dort noch verbergen.

Moving in Circles around the Polar Star - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

 

Im zweiten Teil meines Videos gibt es auch ein Kapitel in dem es sich um den “großen Motivationsschub” via flickr.com geht. Während meiner Nacht in den Alabama Hills bei Lone Pine sind auch die beiden folgenden Fotos entstanden.

Mobius Sky - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

Nightsky over Alabama Hills - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

 

Alles in allem war für mich das sehr positive Feedback auf flickr.com das besondere Element der letzten Reise. Nie zuvor habe ich Foto ausgestellt die an nur einem Tag mehr als 20.000 mal aufgerufen wurden und mehr als 1.000 Favoriten “Sternchen” einsammeln konnten.

Für dieses Feedback und die vielen privaten Nachrichten und Rückmeldungen möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich auch bei den Lesern dieses BLOG’s bedanken.


RODE SmartLAV – Audiorecording mit dem Smartphone

 

Nach meinem Interview mit Mirko Mochetti haben einige meiner Leser per E-Mail darum gebeten nochmals kurz zu erklären wie ich die beiden separaten Tonspuren während des Interviews aufgenommen habe. Nun könnte ich dazu ein langes Video erstellen, aber es gibt ja nichts was es nicht schon gibt. Wer bei YouTube ein wenig sucht, der findet sehr schnell den Kanal des Mikrofon-Herstellers RODE und dort gibt es viele kurze Videos in denen kurz und bündig erklärt wird, wie man das kleine RODE SmartLAV in Verbindung mit einem Smartphone benutzt.

Das erste Video gibt einen recht guten Überblick zum Handling dieses Ansteckmikrofons und der zugehörigen Software.

 

Bei meinem Interview mit Mirko Mochetti ich habe ich einen iPod Touch 5g und ein HTC One M7 verwendet. Für die Aufzeichnung habe ich die Software iRIG RECORDER benutzt, die es sowohl für iOS als auch for Android gibt. Bei der Synchronisierung der Tonspuren musste ich dann feststellen, dass die Tonspuren eine sehr unterschiedliche Klangcharakteristik haben. Wer es nicht weiß, der merkt es vielleicht nicht, aber wer jetzt mein Interview mit Mirko Mochetti nochmals genau anhöret, der wird bemerken, dass die Tonspur die Mirko mit dem iPOD aufgenommen hat einfach besser klingt. Bei den nächsten Interviews werde ich die kostenpflichtige APP des Herstellers RODE verwenden. Dieses APP hat den großen Vorteil, dass man das Display abschalten kann und der Ton weiterhin aufgenommen wird. Dies ist sehr wichtig, damit man beim Einstecken des Aufnahmegerätes in Hemd oder Hosentasche die Aufnahme nicht versehentlich abbricht.

Um Unterschiede bei der Klangcharakteristik künftig zu vermeiden, habe ich mir in der letzten Woche einen zweiten iPOD Touch 5g gekauft – Nobel geht die Welt zugrunde… Das nächste Video ist etwas länger und hier gehen die Macher auch etwas auf den Video-Schnitt ein. Aber gerade hier ist noch unendlich viel Potential für bessere Tonspuren. Aber es ist ja auch nur ein einfaches Intro!

 

Wer mit mehr als einem RODE SmartLAV arbeitet und vielleicht auch noch die Tonspur aus einer Kamera behalten möchte, der sollte in Final-Cut-Pro-X ein so genannten “Multicam Editing” durchführen. Dazu markiert man nach dem Import die Video-Clips die zusammen gehören und klickt einen der Clips mit der rechten Maustaste an. Es öffnet sich ein Kontext-Menü in dem man “Neuer Multicam-Clip…”. Nachdem man einen Namen vergeben hat wird der Clip erstellt und man kann ihn in die TimeLine seines Videos ziehen. Dort kann man den Clip dann bearbeiten, bis alle Tonspuren so sind wie man es sich vorstellt.

Wer sein Projekt als Surround-Projekt anlegt, der hat die Möglichkeit die einzelnen Stimmen frei im virtuellen Raum anordnen zu können.

Surround-Sound-Project

Multicam-Editing

 

Wer den ersten Screenshot ganz genau anschaut der sieht, dass dort von einer 48 kHz Samplingrate ausgegangen wird. Dies ist die beste Audio-Qualität die sich mit der RODE APP auf dem Smartphone oder iPOD erzielen lässt und diese Qualität sollte man auch einstellen! Während der Aufnahme sollten Blue-Tooth und WLAN übrigens ausgeschaltet sein. Wer ein Smartphone benutzt, der sollte es besser vor der Aufnahme in den Flugmodus bringen.

Noch ein kurzer Tipp: In einem solchen Mix sollte man WAV-Dateien verwenden weil diese eine feste Bitrate haben und sich damit praktisch keine Timing-Probleme ergeben. In der Vergangenheit habe ich schon mehrfach eine separate Tonspur im MP3-Format aufgenommen, die nach einigen Minuten nicht mehr vollständig synchron zum Bild lief. Solche Probleme kann man durch Nutzung des WAV-Formates weitgehend vermeiden.

Hier habe ich noch ein ganz nett gemachtes Review zum RODE SmartLAV:

 

Das RODE SmartLAV gibt es aktuell sehr günstig bei amazon.de zu kaufen:

 


Abgehoben – Trailer – Panasonic GH3

Es ist seit Wochen geplant aber irgendwie will es einfach nicht klappen, mein Freund Mirko und ich wollen mit einem Ultra-Leicht-Flugzeug von Bad Breizig nach Borkum fliegen. Dort wollen wir einen schönen sonnigen Tag verbringen und am Abend zu zweit mit der extrem coolen Dynamic WT9 wieder nach Hause fliegen. Die wichtigste Zutat für dieses Abenteuer ist das Wetter. Wir fliegen ohne Netz und doppelten Boden, ein reiner Sichtflug ohne Autopilot oder andere Hilfsmittel. Wenn dabei etwas schief geht kann es schnell gefährlich werden. Und damit alles stimmt müssen wir einige Tage mit einem stabilen Hochdruckgebiet ohne starke Winde abwarten.

Dieser Sommer hat uns bislang leider immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Entweder mussten wir beide arbeiten oder am Himmel waren eher Blitz und Donner als strahlendes Blau mit kleinen “Schäfchenwölkchen” zu sehen. Um uns die Wartezeit etwas zu verkürzen hat mich mein Pilot Mirko Mochetti, der eigentlich der Wirt des Café Fahrtwind in Hönningen in der Eifel ist, am Montag zum Flugfeld Mönchsheide bei Bad Breisig eingeladen.

Bewaffnet mit meiner Panasonic GH3, dem Leica/Panasonic Nocticron 1,2/42,5mm, dem Panasonic Vario G 2,8/35-100mm, dem Panasonic Vario 4/7-14mm und dem Walimex 3,5/7,5mm habe ich mich auf den Weg zum Flugfeld Mönchsheide etwas oberhalb von Bad Breisig gemacht. Es war ein toller Tag und ich habe nicht nur die Dynamic WT9 sondern auch viele andere Flugzeuge bestaunen dürfen. Auch habe ich einige andere Flieger und sogar Mirkos Fluglehrer kennenlernen dürfen. Der Fluglehrer hat in einem zweiten Hangar einen extrem coolen alten Doppel-Decker “versteckt”. Eine Maschine die fast nur aus Stoff und Holz besteht und von einem kleinen 2 Zylinder 2-Takt Motor mit ca. 36PS angetrieben wird. Dieser Flieger ist der Hammer!

Die Maschine mit der wir fliegen wollen ist vom Hersteller bis zu Windgeschwindigkeiten von 15 Knoten (ca. 30 km/h) zugelassen. Leider war es gestern mitunter deutlich windiger, so dass es auch für einen kurzen Flug zu gefährlich gewesen wäre.

Nachdem die meisten Flugzeuge frisch geputzt gegen Abend wieder im Hangar standen hatte ich Gelegenheit mit Mirko Mochetti im Hangar ein kurzes Interview zu führen. Um ca. 18h geschah dann das Unerwartete, der Wind legte sich und einer der anderen Piloten begann die Dynamic WT9 startklar zu machen. Mit meiner GH3 konnte ich die Vorbereitungen filmen und war sogar beim Start dabei.

Um das Filmmaterial nicht ungenutzt auf der Festplatte “vergammeln zu lassen” habe ich daraus heute für Euch einen nicht ganz erst gemeinten Trailer erstellt. Das Interview und weitere Bilder des Doppeldeckers werde ich in Kürze nachliefern. Ich bin schon sehr gespannt auf Euer Feedback :-)


Reise ins Ungewisse – Teil 2 – Trailer

Wer ein halbwegs aktuelles MacBook verwendet und gelegentlich schon ein mal mit iMovie herumgespielt hat, der kennt vielleicht die Vorlagen aus denen man in kurzer Zeit wirklich coole Trailer zaubern kann.

iMovie-Trailer-Vorlage

Um einen Trailer zu erstellen wählt man einfach eine Vorlage aus, importiert einige kurze Video-Sequenzen und verteilt diese auf die vorgefertigten Szenen-Elemente. Anschließend gibt man noch hier und dort ein wenig Text ein und kann seinen megacoolen vor Pathos nur so triefenden Trailer bei YouTube oder sonst wo veröffentlichen. Eine wirklich spaßige Sache ist das :-)

iMovie-Trailer-Sample


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 523 Followern an