Fotoschule – Teil 1

In meinem letzten Artikel habe ich Euch ja schon angekündigt, dass ich plane in den kommenden Monaten in lockerer Folge einzelne Videos und Artikel zum Thema “Ansgar’s kleine Fotoschule” zu erstellen. Heute ist der erste Teil schon fertig. Mein etwas ungehobelter Kumpel Arnulf Schmadtke hat mir im Vorfeld in seiner einzigartigen Manier einige Fragen per Video-Botschaft zukommen lassen. Diese Fragen habe ich zum Anlass genommen um Euch ein wenig zum Thema “Kennt man eine, kennt man alle” zu erzählen.

Warum dieses Thema? Ganz einfach, seit ich mit 12 Jahren Jahren meinen ersten Fotoapparat bekam hat sich an den meisten Themen der Fotografie fast nichts geändert. Es gibt einige wenige Zutaten die ein Bild aus rein technischer Sicht ausmachen. Diese Zutaten sollte man kennen und beherrschen. Es ist ein wenig wie das Lesen von Noten. Wer einst ein Konzertpianist werden will, der sollte damit beginnen des Notenlesen zu lernen.

Kommt man mit den Noten erst einmal zurecht so garantiert dies aber noch lange nicht, dass man einst als gefeierter Beethoven-Interpret auf einem Steinway-Flügel musiziert oder vielleicht stattdessen daheim vor einer etwas verstaubten Heimorgel gemeinsam mit den Enkelkindern Volkslieder übt. Das Notenlesen ist das Handwerkszeug der Musiker und was man daraus macht hängt von den eigenen Fähigkeiten ab und mehr noch davon wie hartnäckig man seine Ziele verfolgt.

Bei der Fotografie ist es ganz genauso. Wer seine Kamera nicht beherrscht (Noten lesen kann) der sollte sich keine Hoffnungen auf eine große Karriere als gefeierter Starfotograf machen. Daher mein Appell an alle die ernsthaft in die Fotografie einsteigen wollen:

  • Lernt zuerst Noten zu lesen und versucht danach schöne Lieder zu komponieren!

Für die Erstellung meines Videos habe ich insgesamt drei Kameras verwendet. Mein Ziel war ein schöner abwechslungsreicher Multi-Cam-Edit. Aber leider habe ich immer wieder meine Beispiel-Fotoapparate vor der “Detail-Kamera” zu hoch gehalten und die alternative Einstellung war letztlich nicht zu gebrauchen weil Kamera #3 keinen vollständig aufgeladenen Akku hatte. So sind letztlich nur zwei Spuren übrig geblieben. Wundert Euch also nicht wenn ich im Video immer mal wieder recht freundlich einen imaginären Fremden anlächle, das war Kamera #3…

Kamera #1 (Hauptkamera) war diesmal meine Nikon D800E mit dem AF-S VR 2.8/24-70mm Objektiv bei 1/30s, Blende 5,6 und ca. ISO-400. In der D800E war KEINE SPEICHERKARTE eingelegt, daher konnte ich ein cleanes Videosignal über HDMI ausgeben und erstmals mit meinem neuen Atoms Ninja 2 aufzeichnen. Leider war auch die D800E nicht perfekt vorbereitet. So war auch hier zwischendurch die Batterie am Ende und zusätzlich hatte ich vergessen sie so einzustellen, dass sie den Live-View tatsächlich beibehält. Statt ein ununterbrochenes Videosignal zu liefern hat sie sich alle 10 Minuten abgeschaltet. Dabei bekommt man natürlich die Krise wenn man mit drei Kameras gleichzeitig zu filmen versucht.

Sehr doof ist es auch wenn man sein eigener Tontechniker, Moderator und Kameramann sein muss. Wie fokussiert man eine Kamera auf das eigene Gesicht wenn man hinter der Kamera steht? Dementsprechend sind im zweiten Teil die Kameras auf dem Tisch schön scharf abgebildet, mein Gesicht hat allerdings einen kräftigen Weichzeichner :-(

Auch hatte ich ein wenig Hoffnung in den WU-1b WLAN Adapter an meiner Nikon 1V2 (Detailkamera) gesetzt. Aber die kostenlose Nikon APP ist wirklich noch primitiver als in den diversen Schmähschriften im Internet beschrieben. Zwar kann man damit via WLAN den Live-View auf das Handy oder ein iPad auslagern, aber eine Video-Aufnahme lässt sich damit nicht starten!! Hier habe ich mich echt gefragt wie dumm man sein muss wenn man zu diesen tollen Kameras und dem grundsätzlich guten WLAN-Adapter eine so primitive Software konzipiert…

Dann gab es auch noch Probleme mit dem Ton. Im ersten Teil habe ich das eigentlich recht gute Audio Technika ATR-3350 verwendet. Dieses Mikro hat einen kleinen Vorverstärker der mit einer winzigen LR44 Batterie betrieben wird. Und wie immer war diese kleine Batterie leer, was ich aber erst nach dem ersten Moderationsanlauf bemerkt habe. Mit einer neuen Batterie ging es dann eine Weile ganz gut bis nach einer der vielen Unterbrechungen wieder kein Audio-Signal mehr im Atoms Ninja 2 ankam – Arg… Also bin ich auf ein echt primitives passives Ansteckmikrofon ausgewichen das es bei amazon.de für sage und schreibe 3,95 Euro zu kaufen gibt. Und was soll ich sagen, die Tonspur ist damit sogar besser geraten!

Wundert Euch also nicht wenn etwa in der Mitte des Videos die Tonqualität wechselt, das ist das zweite Mikrofon!

Arnulf Schmadtke hat seine kleine Fragerunde übrigens mit einer Nikon 1 V2 und dem 1.2/32mm bei Blende 1,8 ISO-400 und 1/100s aufgenommen. Außerdem hat der den Portrait-Autofokus mit Gesichtserkennung verwendet. Ich war von der Qualität einer kurzen Frage-Einwürfe mehr als überrascht. Ich hample mit einer großen Profikamera herum und er nimmt seine Fragen einfach schnell mal in der Küche auf :-)

Später beim Videoschnitt habe ich erst spät einige Clips gefunden die sich doch noch für ein Multicam-Edit eignen. Da war das Video aber schon fast fertig geschnitten. Also habe ich die ursprüngliche “einfache” Videospur in Final Cut Pro X deaktiviert und eine zweite Spur “darüber” gelegt bei der ich immer mal zwischen den beiden Kameras (Nikon D800E und Nikon 1V2) gewechselt habe. Als dann nach vielen Stunden endlich das 37 Minuten lange Video fertig für den Upload bei YouTube war, gab es beim Export immer wieder Fehlermeldungen. Das hat mich fast zum Wahnsinn getrieben. Letztlich hat eine lange Recherche im Internet geholfen. Auch andere Nutzer haben seit dem letzten Update dieses Problem. Nachdem ich alle Render-Dateien (die für die Vorschau benötigt werden) gelöscht und meinen Mac zwei Stunden lang erneut vor sich hin habe arbeiten lassen, ließ sich das Video dann endlich im Format 1080p exportieren. Die stark komprimierte Videodatei war immer noch 2,89 Gigabyte groß und dementsprechend hat der YouTube Upload ganze 6 Stunden gedauert!

Und so sieht mein schwer zusammen gefummeltes Video-Projekt aus…

Bildschirmfoto 2013-11-17 um 22.23.40

Wer diesen Screenshot anklickt muss ich nicht über die Größe wundern, das liegt an der irre hohen Auflösung des 15″ Retina-Displays an meinem neuen kleinen Mac :-)

Ich hoffe das Video macht Euch trotz aller Widrigkeiten ein wenig Spaß. Ich freue mich auf Euer Feedback!

800 Abonnenten auf YouTube

800 Abos - Abonnenten - YouTube - anscharius.net - ancharius

Als ich mich im Juli 2009 bei YouTube angemeldet habe, war ich auf der Suche nach einer kostenlosen Möglichkeit um Videos abzulegen die sich dann leicht mit meinem BLOG verknüpfen lassen. Da VIMEO relativ teuer ist, kam eigentlich nur YouTube als Alternative in Frage. Anfangs habe ich die Videos zum meinem BLOG noch bei Microsofts kostenlosem Video-Dienst Soapbox (Seifenkiste) abgespeichert. Aber einige Monate später hat Microsoft erkannt, dass dieses kostenloses Angebot keine Chance gegen die Übermacht von YouTube hat. So war Soapbox zusammen mit dem kostenlosen BLOG-Dienst auch kurz darauf schon wieder Geschichte. Alle treuen Blogger mussten mit ihren BLOGs umziehen, es gab eine “Umzugshilfe” in Richtung WordPress. So bin ich mehr oder weniger zufällig hier bei WordPress gelandet.

Während des “Umzugs” hieß es: Es wird ihnen gefallen was sie dort sehen werden! Und ich muss sagen, da hat Microsoft nicht zu viel versprochen. Gemessen am alten Microsoft Angebot eröffnet sich dem fleißigen Blogger auf WordPress ein ganz neues Universum.

Hier ist mein allererstes YouTube-Video:

Als ich dieses Video aufgenommen habe, war neben einer kleinen Nikon S600 die einzige Möglichkeit etwas zu filmen mein NOKIA N95 Telefon. Die schöne Noblex 150 HS hat mir übrigens einiges an Kopfzerbrechen bereitet und viele Bilder beschert,  die zu einem Teil doppelt belichtet waren. Irgend etwas stimmte mit dem Filmtransport nicht. Letztlich habe ich sie dann gegen die ultracoole fast neue Hasselblad 500 C/W mit dem perfekten Carl Zeiss 100mm eingetauscht, worüber ich im Nachhinein wirklich froh bin! Diese Kamera ist zu 100% mechanisch und funktioniert einfach immer und überall. Egal ob kalt oder heiß, das Siebengebirge oder der Mond, diese Hasselblad macht einfach gute Fotos und das ganz ohne Strom – wirklich genial!

Ansgar-Hasselblad-500CW

Im Frühjahr 2009 war ich das erste mal im bedrückend engen Spooky Canyon in Utah. Damals war mir nicht klar, dass es hier giftige Spinnen und Klapperschlangen gibt. Einige Wochen später hat sich ein übergewichtiger Fotoamateur so heftig zwischen die Felswände gezwängt, dass er stecken blieb und fast verdurstet wäre. Nach zwei Tagen haben ihn andere Wanderer gefunden und ihm das Leben gerettet! Er hatte alles was man zum Überleben braucht dabei, aber es lag ein paar Meter entfernt und er steckte zwischen den Felswänden fest.

Als ich dort mein unbeschwertes Video aufgenommen habe, war ich mir der Gefahren die dort lauern nicht wirklich bewusst…

Zwei Jahre später hatte ich dann die famose kleine Nikon P7000 mit dabei und habe ich Utah dieses Video aufgenommen. Inzwischen hatte ich ein kleines Mac Book und konnte meine Videos mit iMovie bearbeiten.

Mit der Nikon P7000 entstand auch dieses Video während ich gemeinsam mit meinem Sohn das Phantasialand in Brühl bei Köln besucht habe.

Hatten meine Videos bis dahin eher dokumentarischen Charakter, so kam spätestens mit der Nikon D7000 mehr “Ernst” ins Spiel. Ich habe mit meiner Reihe “Nikon History” begonnen und fast eine ganze Saison über viele Motorradfahrten mit bis zu drei GoPro Kameras gefilmt. Die Videos waren lang und für “nicht Biker” ziemlich langweilig. Aber mir machen sie noch heute in der kalten fiesen Jahreszeit eine Menge Spaß. Ab und zu schaue ich mal hinein und freue mich darauf, dass es bald wieder Frühling wird und die neue Motorradsaison startet.

Mit meinem Video zur letzten Reise nach Teneriffa ist dann mein bislang aufwändigstes Video bei YouTube gelandet. Hier waren vier Kameras am Werk und Schnitt und Vertonung haben fast eine Woche verschlungen. Aber es war eine tolle Zeit, Abend für Abend habe ich diese tolle Reise erneut erleben können.

So haben sich inzwischen fast 250 Videos in meinem YouTube Kanal angesammelt, die verteilt über rund 750 Artikel in diesem BLOG einen wirklich sehr schönen kreativen Lebensabschnitt dokumentieren.

An dieser Stelle möchte ich allen Zuschauern und Lesern ganz herzlich danken, dass sie mir ihre Zeit geschenkt haben und mich mit soviel Zuspruch, E-Mails, Kommentaren und sogar gemeinsamen Reisen unterstützt haben.

D*A*N*K*E

Vorbereitungen für das größte Video aller Zeiten

Hasselblad verus Nikon

Jeder ernsthafte Fotofan steht früher oder später vor der Frage: “Welches Stativ soll ich mir kaufen?”

Um hier ein wenig Lichts ins Dunkel zu bringen und Euch mit ein paar Tipps aus meinen Erfahrungen hilfreich beiseite zu stehen plane ich derzeit ein Video in dem es nur um eines geht um das “Stillstehen”. Die meisten unter Euch werden es als Kinder gehasst haben. Still stehen, still sitzen, still sein, für Kinder ist das wirklich schwer und für leblose Kreaturen wie eine Kamera ist es noch einmal deutlich schwieriger. Eigentlich haben sie es gar nicht drauf, das “Stillhalten” und das ist auch der Grund warum tagtäglich viele Millionen Fotos auf der ganzen Welt leicht verwackelt sind. Viele Fotoamateure wundern sich immer wieder über ihre unscharfen Fotos und denken, dass der Autofokus schuld ist. Aber nein, es ist das “Stillhalten” was mal wieder nicht funktioniert hat.

Unter all den vielen Millionen Fotos sind dann noch Exemplare die zusätzlich zur Unschärfe durch eine verwackelte Kamera noch mit einem anderen Problem zu Kämpfen haben. Sie wurden einfach schnell “hin gerotzt”. Aus der Hüfte geschossen, schnell geknipst, ohne Sinn und Verstand, so wie mein Titelfoto hier oben… (Leider konnte kein Stativ für dieses Bild benutzen, denn die waren alle schon belegt…) Aber so hat es zu einer echt coolen Reflektion gereicht. Wer sich im übrigen zu erklären vermag woher dieses zauberhafte Farbenspiel stammt, der sollte das in einem Kommentar unter diesem Artikel deutlich kundtun und damit den Rest der Leserschaft auf diese Art und Weise davon überzeugen, dass er ein echtes Mastermind der exakten Bildanalyse ist!

Verwackelte und schnell hingerotzte Fotos, das muss nicht sein! Wer sich die Nutzung eines Stativs “auferlegt” wird schnell bemerken, dass er entspannter fotografiert, besser über seine Bildkomposition nachdenken kann und neben alle dem von der Mehrzahl seiner “Zuschauer” als echter Profi wahrgenommen wird. So werden nicht nur die Fotos besser, das zu kleine Ego wird  wird auch gleich aufpoliert… Ok, liebe Freunde, ich hoffe Ihr könnte jetzt noch ruhig schlafen, denn ein wenig müsst Ihr es noch abwarten bis “Das größte Video aller Zeiten” bei YouTube zu sehen sein wird! Bis dahein sind übrigens Vorschläge für Inhalt und Ausführung Eurerseits jederzeit ganz herzlich willkommen :-)

Wer sich jetzt fragt warum ich diese Zeilen schreibe, ganz einfach, weil ich Ironie und Sarkasmus mag, gute Laune habe und ich mich auf das Video richtig freue!

 

10 Jahre Nikon-Fotografie

Das Vorhaben alle meine CD’s in die Apple iCloud zu kopieren gestaltet sich zunehmend als schwierig. Hunderte von CD’s warten noch in Kisten und Kartons auf den Weg in die iCloud aber sie ist voll! Da heißt es jetzt “selektieren” – auch wenn es weh tut – der Schrott muss weg – definitiv! Doch das gestaltet sich mehr und mehr als Abenteuer. iTunes produziert eine Fehlermeldung nach der anderen und mein “Hauptrechner” ist unter Windows 7 seit zwei Wochen damit beschäftigt genau die Songs in die Cloud zu “pumpen”, die via iTunes-Match nicht erkannt wurden.

Es muss in großem Stil aufgeräumt werden! Zu blöd, das iTunes sogar auf dem Mac gern einfach mal abschmiert wenn man mehrere hundert Dubletten, ungeeignete Dateien und anderen Schrott aus seiner Mediathek und der iCloud löschen möchte. Aber in all dem Chaos gibt es auch kleine Lichtblicke! So ist mir doch heute eine winzig kleine MP3-Datei ins “Auge gesprungen” die ich vor sage und schreibe 11 Jahren auf meinem Klavier im meinem Wohnzimmer mit 5 Mikrophonen, einem Mackie-Mischpult und einem DAT-Recorder aufgenommen habe.

Mit dem neuen AKG Kopfhörer klingt das gar nicht mal schlecht, eigentlich sogar gut genug um es nicht auf der 2001er Weihnachts-CD versauern zu lassen. Man könnte diese “meditative kleine Perle” bei YouTube einstellen, dann kann sie jeder hören und mir sagen wie es ihm gefällt. Mit Final Cut Pro X ist schnell ein Titel gemacht und das Lied darunter gelegt, aber das Ergebnis ist super langweilig. Eigentlich wäre eine Diashow ganz nett? Ich gebe bei der Google-Bildersuche einfach mal Ansgar Hillebrand fotocommunity ein und finde auf einen Schlag viele viele Fotos die ich im Laufe der letzten Jahre in der fotocommunity abgelegt habe. Gleich neben meinen Safari-Webbrowser ist ein Fenster des “Finders” geöffnet. Via Drag & Drop wandert so ein Bild nach dem anderen in einen Ordner auf der lokalen Festplatte.

Doch wie macht man aus den vielen Bildern ohne großen Aufwand eine ansprechende Diashow? Da kommt mir eine Idee – auf dem Mac gibt es doch iPhoto! Damit habe ich mich schon mehrfach beschäftigt und versucht ansehnliche Fotobücher zu erstellen. Diese habe ich letztlich alle wieder verworfen weil iPhoto bei vielen Fotos kein vernünftiges Fotobuch mehr hinbekommt – Sorry Annette – es waren die Bilder Deines 50. Geburtstages – ich schäme mich ja auch – aber iPhoto kriegt das einfach nicht so hin wie ich es mir gewünscht habe… :-(

Aber vielleicht klappt es ja mit einer Diashow? Und siehe da, das ist gar nicht schwer. Es gibt verschiedene nette Vorlagen, man kann die Musik selbst auswählen, alles ganz einfach. Doch dann dauert es doch etwas länger weil ich die Fotos sortieren möchte. Einen richtigen Leuchttisch hätte ich gern, aber iPhoto stellt einfach nur alle Bilder in einer langen Reihe nebeneinander dar. Man kann sie verschieben, doch wenn es viele Bilder sind, gerät das zur Geduldsprobe. Doch letztlich ist es dann fertig! Ich exportiere die Diashow in Full HD mit allerhöchster Auflösung, das dauert eine ganze Weile, aber es klappt! Doch das Ergebnis haut mich um! Keine 5 Minuten dauert das Video und es hat 2,27 GB – was für ein Wahnsinn dieses HD-Zeitalter doch ist… Also versuche ich mich mit anderen Einstellungen. Schließlich wähle ich “Exportieren für Monitor”. Damit entsteht nach etwa 20 Minuten eine 0,23 GB große Datei – das ist ok! Man sieht zwar deutliche Spuren der krassen Kompression, aber YouTube würde auch die gewaltige Video-Datei auf eine Qualität eindampfen die nur wenig besser wäre, wenn überhaupt… Also ab damit in Richtung YouTube.

Und hier ist sie nun, meine erste iPhoto-Diashow mit lauter selbst fotografierten Bildern (relativ wahllos ausgewählt) und einem kleinen selbst gespielten Präludium von Johann Sebastian Bach aus dem Jahr 2001 – Violà…

Nikon AW-100 – Bildbearbeitung und Bildqualität

Funktionen wie die Erkennung von Gesichtern, einen Lächelauslöser oder eine Blinzelwarnung kennt heute fast jede moderne Digitalkamera. Die notwendigen Algorithmen programmiert man bei Canon oder Nikon schon seit langer Zeit nicht mehr selbst. Es gibt Firmen die sich auf genau diese Features spezialisiert haben. Daher sind die Funktionen auf bei fast allen Kameras gleich, denn es steckt oft der gleiche Lieferant dahinter.

Auch nicht ganz neu ist die Möglichkeit, Fotos gleich in der Kamera zu bearbeiten. Eigentlich ist das “Bah” – und fast jeder Fotograf der sich ein wenig mit Photoshop oder ähnlichen Programmen auskennt wird diese Möglichkeit der Bildbearbeitung mehr oder weniger verächtlich abtun. Ich selbst habe sie bislang noch NIE benutzt. Aber da meine Freundin Sandra immer wieder freudig juchzt wenn sie einen neuen Effektfilter in ihrer D5100 entdeckt hat, will ich heute doch mal schauen was es mit dieser Bildbearbeitung direkt in der Kamera auf sich hat.

Mein “Testobjekt” ist die kleine Nikon AW-100. Nach der Arbeit geht es im letzten Tageslicht von meinem Appartement aus ein paar hundert Meter am Rhein entlang auf eine kleine Fußgängerbrücke. Ein Stativ habe ich nicht dabei, aber es gibt mehrere massive Betonpfeiler auf denen man die Kamera sehr gut abstellen und dann mit dem Selbstauslöser “bedienen” kann. Später suche ich mit ein Foto aus und schaue mal was die interne Bildbearbeitung so hergibt. Der erste positive Eindruck, man macht nichts “kaputt”. Es werden stets Kopien des bearbeiteten Originals gespeichert. Wirklich praktisch! Weniger praktisch ist, dass man Effekte nicht mehrfach nacheinander anwenden kann. Also eine Kombination aus “Miniatur-Effekt” und “Delithing” ist nicht möglich!

1) Hier das verkleinerte völlig unbearbeitete “Originalfoto”. Es ist ganz ok und bei 1000 Pixel Seitenbreite (einfach anklicken) wirklich brauchbar!

2) Das gleiche Foto mit dem Effektfilter “Delithing”. Es ist insgesamt heller und wird sich recht gut für die Ausgabe auf einem Belichtet oder Ink-Printer eignen. Eigentlich gar nicht schlecht und der Effekt ist auch nicht übertrieben!

3) Dieser Filter heißt “Schleier entfernen”. Der Kontrast wird gesteigert und das Bild kommt insgesamt “kräftiger” daher. Für die Präsentation auf einer Web-Seite vielleicht gar nicht so verkehrt. Auch sind die Kontraste nicht krass übertrieben.

4) Hier ist der “Minatureffekt” – Farben und Kontraste sind verstärkt und am oberen und unteren Bildrand ist ein Gaußscher Weichzeichner zu sehen. Eine ganz nette Spielerei, die sich aber auch sehr einfach mit Photoshop nachstellen ließe.

5) Hier jetzt ein 90-Sekunden “Blitzbearbeitung” die ich eben mit Photoshop gemacht habe. Etwas mehr Kontrast und Farbe und ein bisschen “HDR” aus Photoshop CS5. Hätte man nun noch ein schönes Motiv, so wäre es vielleicht gar kein schlechtes Foto :-)

Zum Abschluss noch eine nähere Betrachtung der 16 Millionen Pixel der Nikon AW-100…

Im folgenden habe ich mehrere 100% Ausschnitte aus der Bildmitte bei ISO-400, f/3.9 und 0.3s zusammen gestellt.

16.MPix, also Originalgröße. Bedingt durch die ISO-400 ist das Rauschen deutlich wahrnehmbar, auch sind viele Komprimierungsartefakte erkennbar. Die Blätter des Baumes und die Dachziegel können nicht mehr differenziert dargestellt werden.

12 MPix – auch hier fallen die starken Artefakte noch auf, aber die Bildqualität wirkt insgesamt ein wenig besser.

Auch bei 9 MPix sind noch unschöne Artefakte erkennbar. Wir sind schon fast bei der Hälfte der vom Hersteller angegebenen Auflösung angekommen!

6.7 MPix – das ist ein Wert den Kameras mit einem deutlich größeren Chip vor 6 Jahren erreicht haben. Wir sind hier ungefähr auf dem Niveau einer Nikon D1x, wobei ich mir vorstellen könnte, das die Bildqualität der D1x hier immer noch besser wäre. Aber das werde ich in ein paar Tagen mal ausprobieren :-)

4.7 MPix – das ist etwa das Niveau meiner ersten Canon G2. Alles in allem wäre das ganz ordentlich, doch der Baum erscheint immer noch verwaschen und es sind noch deutliche Artefakte erkennbar.

Nun sind wir bei 2.000 x 1.500 Pixel – sprich bei 3 MPix angekommen. Das ist das Niveau einer Nikon D1h die vor 12 Jahren auf den Markt kam. Die Gebäude erscheinen klar konturiert, es sind kaum noch Bildstörungen zu erkennen und so traurig es auch sein mag, bei etwas längeren Belichtungszeiten und ISO-400 kann man aus einem winzig kleinen Chip eben keine Wunder heraus zaubern.

Diesen kleinen Test werde ich in den nächsten Tagen mal bei gutem Licht und ISO-125 wiederholen. Die AW-100 ist wie vergleichbare Kameras auch, nicht die erste Wahl wenn es darauf geht in den Abendstunden schöne Fotos zu machen. Wie so oft gilt auch hier “Size Matters” – das hat Roland Emmerich bei der Werbekampagne zu “Godzilla” schon sehr treffend postuliert.

Ganz ähnlich wird es aussehen, wenn man Bilder aus der Nikon D3x mit Bildmaterial aus einem Mittelformat-Rückteil (bspw. Hasselblad CFV-50) vergleichen wird. Nimmt man dann einen Trommel-Scan eines der perfekten Großformat-Dias à la Andreas Gursky, so sehen sogar die D3x und das Hasselblad CFV-50 relativ alt aus. Doch bei allem stellt sich immer die Frage nach dem WARUM? Was will man mit 100.000.000 Pixeln pro Bild?

Wenn ich einen guten LFP-RIP (Large-Format-Print Raster-Image-Processor) nehme und ein perfektes Bild mit 12 Megapixeln bspw. aus einer D700 in 60 x 90cm bei höchster Qualität auf einem EPSON 7880 drucke, dann habe ich ein wirklich gutes Ergebnis. Mit solch einem Bild macht man, ein geniales Motiv vorausgesetzt, jeden interessierten Kurator oder Galeristen glücklich. Ok, man braucht noch ein sauber gearbeitetes Passepartout und einen schönen Rahmen mit hochwertigem entspiegeltem Glas, aber das war es dann auch!

Bitte korrigiert mich wenn ich hier Unsinn schreibe, aber 16.000.000 Pixel auf wenigen Quadratmillimetern sind meiner Meinung nach einfach nur Blödsinn. Als Ergebnis wird man auch im Jahr 2011 praktisch immer ein Bild mit vielen Artefakten haben das viel digitalen Pixelmüll enthält. Aber es ist das was die Kunden wollen. “Boah die hat sechzehnmillionen Pixel, die macht sicher Fotos die doppelt so gut sind wie meine alte Nikon D80 – boah geil!” Meiner Meinung nach ist das ein Trugschluss der einfach nur die Festplatten dieser Welt verstopft. Aber “wir” haben es ja so gewollt :-)