Zen oder die Kunst eine Kamera zu bedienen…

Fuji

Nikon D800E – Fazit nach dem ersten Jahr

Nikon D800E - Nikon AF-S VR 4/16-35mm

Als Nikon im Vorfeld der CES in Las Vegas im Februar 2012 die neue Nikon D4 und die D800 bzw. D800E ankündigte hat dies die Nikon-Welt ziemlich durchgerüttelt. Die Nikon D4 ist mit 11 Bildern/Sekunde DIE pfeilschnelle Maschine für alle Sportfotografen dieser Welt. Nie zuvor hat es eine derart schnelle digitale Spiegelreflexkamera gegeben. Mit der D4 entgeht einem geübten Sportfotografen nun praktisch (fast) nichts mehr.

Im Vergleich zur D4 sind die 4 Bilder/Sekunde der D800/D800E eher “gemächlich” – aber diese Kamera hat andere Qualitäten. Befürchtungen, dass die Dynamik des neuen Chips  aufgrund der winzigen Pixel sichtbar gering ausfallen könnte, haben sich nicht bestätigt. Und die ISO-Performance liegt auf dem Niveau der bereits sehr guten Nikon D700. Verkleinert man die Bilder aus der D800 auf das Format der Fotos die man mit einer D700 machen kann, so hat die D800 bei der ISO-Performance sogar die Nase vorn.

Haben anfangs noch viele Fotografen, die mit sündhaft teuren Mittelformatkameras arbeiten, die Nase über die neue D800 bzw. D800E gerümpft, so nehmen viele von ihnen diese neue Kamera inzwischen sehr ernst. Zwar kann auch die D800E trotz aller Innovation nicht mit einem 10-fach teureren Mittelformat-Rückteil mithalten, aber für die allermeisten Produktionen liefert sie genau die Auflösung die für einen überaus detailreichen hochwertigen Fine-Art-Print im Format bis etwa 150x100cm notwendig ist.

Selbst der international renommierte Fotograf Tom Till aus Moab in Utah lässt inzwischen seine Großformat-Kamera daheim und geht mit einer Nikon D800E und einigen Objektiven auf Fototour.

Ich selbst habe meine Nikon D800E im Februar 2012 im Bonner Cityfotocenter bestellt und musste tatsächlich bis zum Juni 2012 warten, bis das gute Stück endlich lieferbar war. Wer es noch nicht kennt, der kann in diesem Video sehen, welche Freude mir der “Tag der Abholung” dieser tollen neuen Kamera gemacht hat.

Sehr cool war es, als ich am letzten Samstag wieder einmal im Bonner Cityfotocenter stand und plötzlich einer der anderen Kunden zu mir sagte “Hallo, Du kennst mich nicht, aber ich kenne Dich!”. So habe ich Dominic aus St. Augustin kennengelernt. Er hatte das Video gesehen, das ich oben verknüpft habe und war im Cityfotocenter um sich mal eine Nikon D800 “live” anzuschauen. Leider war kein Exemplar vorrätig, denn angesichts der harten Konkurrenz von amazon, ebay & Co. macht es in Verbindung mit dem rasanten Preisverfall für die meisten Fotogeräte keinen Sinn sie “auf Halde” zu kaufen. Dominic muss sich also ein “Ansichtsexemplar” erst bestellen. Aber was soll ich sagen, ich musste ja auch viele Monate warten :-)

Heute ist der 24. Mai 2013 und ich habe diese Kamera jetzt fast ein Jahr lang viel intensiv genutzt. Und wie lautet mein Urteil?

Die Nikon D800E ist für mich die “ultimative Fotografiermaschine”. Nie zuvor hatte ich eine Kamera in der Hand deren Software und Bedienung so durchdacht und so praxisnah ist. Die Verarbeitungsqualität ist über alle Zweifel erhaben und die Bildqualität lässt meiner Meinung nach keine Wünsche offen. Diese Kamera ist einfach gut und macht echt viel Spaß!

Wenn mich jemand fragt welche Kamera ich ihm empfehlen würde, dann kommt meist sehr schnell das Gespräch auf die D800 bzw. die D800E. Diese Kameras kann ich uneingeschränkt jedem Fotofan empfehlen, der mit 4 Bildern/Sekunde leben kann. Wer eine schnelle Kamera braucht, der ist im preiswerten Segment mit der Nikon D7000 bzw. der neueren Nikon D7100 sehr gut bedient. Wenn es “unbedingt Vollformat sein soll”, dann sind auch die D600 und auch die ältere D700 wirklich großartige Kameras. Die absolute Powermaschine für Action und hohe ISO-Werte ist jedoch weiterhin die Nikon D4. Aber diese Kamera ist eben auch extrem teuer und Hand auf’s Herz – für die meisten Fotoamateure ziemlich “Over the top”.

Womit wir beim wichtigsten Thema sind. Nicht jeder Fotoamateur braucht eine reinrassige Profikamera. Die wenigsten Amateure fotografieren ständig bei Kunstlicht ein Basketballspiel mit ISO 6400 und wer muss schon einen Redakteur oder Galeristen tagtäglich mit atemberaubenden  Fine-Art-Prints beglücken?

Alle jene die damit klarkommen mit einer “kleinen Amateurkamera” durch die Gegend zu wandern können überlegen, ob sie nicht einen preiswerteren Kamerakorpus erwerben und das gesparte Geld in sinnvolles Zubehör investieren. Dann ist noch die Frage DX oder FX zu klären. Schaut man sie die Bildqualität der Nikon D7100 genau an, so lässt auch diese Kamera praktisch keine Wünsche offen. Sie kann alles was man sich wünschen kann und das zu einem sehr moderaten Preis. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Preisdifferenz zwischen DX und FX Objektiven. Zum Preis einer Nikon D4 mit EINEM AF-S 2.8/24-70mm bekommt man eine Nikon D7100 mit perfekten Objektiven zwischen 8 und 400 Millimetern Brennweise, dazu mehrere SB-910, Softboxen, Stative, Fotorucksäcke und ein schönes Notebook ist auch noch drin… Würde man all das in Profiqualität inkl. einer D4 erwerben, so kostet diese Fotoausrüstung schnell bis zu 20.000 Euro und mehr.

Besonders für Fotoamateure die gerade in dieses Thema einsteigen ist eine gute DX-Ausstattung meiner Meinung nach mehr als sinnvoll. Mit dem gesparten Geld kann man Workshops bezahlen, sich in Fotostudios einmieten, Models engagieren, schöne Fotoreisen machen und letztlich die besseren Fotos schießen. Für alle die nicht gerade im Geld schwimmen ist eine komplette teure Profiausrüstung aufgrund der finanziellen Belastung eher ein Fluch als ein Segen – meine Meinung.

Während der Zeit in der ich der Lieferung meiner Nikon D800E entgegen gefiebert habe hatte ich die Hoffnung, dass diese neue Kamera “mein Leben verändern wird”. Heute fast ein Jahr später muss ich sagen, dass ich die Erwartungen an diese neue Kamera überbewertet habe. Mein Leben ist auch mit der D800E eigentlich genauso wie zuvor. Meine Fotos sind nicht wirklich anders oder besser geworden und der Spaß am Fotografieren verharrt auf dem gleichen (hohen) Niveau. Klar ist die D800E eine “Überkamera” aber kann ich ihr Potential wirklich ausschöpfen?

Damit ich mich mit meiner Nikon D800E so richtig austoben kann, habe ich ein neues Notebook gekauft, dann noch etliche neue externe Festplatten um die gewaltigen Datenmengen speichern zu können. Außerdem neue größere stabile Stative, neue Objektive, das alles war echt kostspielig und spätestens seit dem Kauf der Fuji X100 bleibt diese teure schwere Ausrüstung immer wieder daheim zurück, während ich mich mit einem 23mm Objektiv und einem Chip im APS-C Format vergnüge.

Wenn Ihr also gerade so drauf sein solltet wie ich vor einem Jahr:

Bleibt ruhig und lasst Euch von der tollen Werbung nicht verrückt machen! Gute Fotos entstehen seit fast 200 Jahren und diese Bilder entstehen weniger in einer Kamera, als vielmehr in einem kreativen Kopf. 

Die Bildqualität der D800E

Für all jene die ich jetzt noch nicht verschreckt habe, gibt es nun einige Testfotos aus meiner D800E in voller Auflösung – einfach die Vorschaubilder anklicken (und warten bis die 10MB großen Bilder geladen werden…).

Nikon D800E - Example - Beispiel - Nikon AiS 2.8/55mm

Nikon D800E - Example - Beispiel - Nikon AiS 2.8/55mm

Nikon D800E - Example - Beispiel - Nikon AiS 2.8/55mm

Nikon D800E - Example - Beispiel - Nikon AiS 2.8/55mm

Nikon D800E - Example - Beispiel - Nikon AiS 2.8/55mm

Nikon D800E - Example - Beispiel - Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm

Nikon D800E - Example - Beispiel - Nikon AiS 2.8/55mm

Nikon D800E - Example - Beispiel - Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm

Nikon D800E - Example - Beispiel - Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm

Nikon D800E - Example - Beispiel - Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm

Hier eine “Videokostprobe” aus meiner Nikon D800E. Das Intro stammt aus einem HTC Desire HD Smartphone, die Szenen im Schmetterlingsgarten und bei der Paisaje Lunar habe ich mit der D800E gefilmt. Alles andere ist mit einer Panasonic HC-X909 gefilmt oder mit einer auf Infrarot 830nm umgebauten Nikon D300 fotografiert.

Fazit

Die Nikon D800E ist derzeit kaum zu schlagen. Abgesehen von der Serienbild-Geschwindigkeit, kann sie alles was man sich wünschen kann.

Doch trotz allem hat diese Kamera mein Leben viel weniger geändert als erwartet. In den 11 Monaten die ich diese Kamera benutzen durfte, habe ich wieder Spaß an der Benutzung billiger einfacher “Knipskisten” gewonnen. Statt die “Überkamera” einzupacken war oft die wunderbare Fuji X100 in einer sehr kleinen Fototasche. Machmal waren sogar meine geniale Nikon Fm3a oder die schnuckelige Nikon FA dabei. Aktuell freue ich mich auf eine ausgiebige Fototour mit meiner neuen Nikon F6!!!

Halten wir fest:

Für gute Fotos braucht man nicht unbedingt eine Nikon D800E. Aber wenn man eine hat, dann kann man damit wirklich gute Fotos machen. Doch diese Fotos entstehen nicht allein wegen der tollen Kamera, sondern genau dann wenn gutes Licht, interessante Motive und kluge Köpfe zueinander finden.

Ach ja, seit heute habe ich übrigens auch eine Nikon 1 :-)

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Nikon D300 – Umrüstung auf Infrarot 830nm

Infrarot-mit-Nikon-D800E-und-AF-S-VR-416-35mm-II

Die Infrarotfotografie reizt mich schon seit geraumer Zeit. Wirklich neu ist sie nicht, bereits für etwa 100 Jahren wurden die ersten Versuche mit der Infrarotfotografie unternommen. War es in den Kindertragen dieser besonderen Spielart der Fotografie noch etwas ganz besonderes, so ist es im Zeitalter der digitalen Spiegelreflexkameras recht einfach geworden. Der Sensor einer handelsüblichen digitalen Spiegelreflexkamera ist in einem weiten Spektrum des sichtbaren und nicht mehr sichtbaren Lichtes empfindlich. Kurzwelliges für unsere Augen nicht mehr wahrnehmbares UV-Licht kann ebenso abgebildet werden wie langwellige Wärmestrahlung.

Nachtsichtgeräte machen sich diesen Umstand schon seit vielen Jahren zunutze. Besonders die warmen Körper von Menschen und Säugetieren lassen sich nachts im infraroten Bereich noch einfangen, selbst wenn unsere Augen längst nur noch tiefe Dunkelheit wahrnehmen können. Doch der Chip einer Digitalkamera soll eigentlich Bilder aufzeichnen die dem entsprechen was unser Auge im Moment der Fotografie wahrgenommen hat. Hier schlägt nun die Stunde der AA-Filter. Diese Anti-Aliasing-Filter sind aus außergewöhnlich hochwertigem Glas gefertigt und erfüllen mehrere Zwecke. Zum einen wirken sie wie ein leichter Weichzeichner um die Bildung unschöner Moiré-Effekte zu vermeiden. Diese ergeben sich durch die gleichmäßige Anordnung der Pixel auf einem herkömmlichen Sensor in Verbindung mit Motiven die feine Mustern und geometrische Strukturen enthalten. Bei einem Stück Film ist das anders, dort sind die lichtempfindlichen Kristalle relativ zufällig verteilt, so dass hier kaum Moiré-Effekte entstehen können.

Eine weitere Aufgabe des AA-Filters ist es, die Bereiche des Lichtspektrums die wir Menschen nicht sehen können vom Chip fern zu halten, damit sie das Bildergebnis nicht verfälschen. Bei Kameras wie der Fuji X100 ist das ein wenig anders. Diese Kameras verwenden AA-Filter die deutlich weniger in das “Bildgeschehen” eingreifen und zusätzlich sind die lichtempfindlichen Pixel ein wenig unregelmäßig verteilt. Damit können diese Kameras eine ganz außergewöhnlich hohe Vielfalt an kleinsten Details abbilden und man kann sie sogar in Verbindung mit einem handelsüblichen Infrarotfilter (720nm) für die Infrarotfotografie einsetzen. Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Farbdarstellung dieser Kameras manchmal nicht so präzise ist wie es sich mancher Techniker in seinem Labor wünschen würde.

Hier habe ich ein Beispielfoto für Euch, das im letzten Jahr in der Schweiz entstanden ist. Ich habe es mit der Fuji X100 und einem HAMA IR72 aufgenommen.

Neulich-am-Zaubersee

Aber man kann Farbverschiebungen in Verbindung mit einem kleinen Trick Rechnung tragen und Kameras mit dünnem oder gar fehlendem AA-Filter so auf die Sprünge helfen, dass sie eine korrekte Farbdarstellung liefern. Hierzu braucht man lediglich ein paar passende ICC-Profile und einen RAW-Konverer wie Adobe Camera-RAW. Wie das geht habe ich in diesem Video gezeigt.

Schaut man sich die beiden Fotos weiter oben etwas genauer an, so fällt auf, dass die Wolken relativ viel Bewegungsunschärfe zeigen. Woran liegt das? Besonders die Nikon D800E ist als hochauflösende Studiokamera konzipiert und der AA-Filter lässt fast kein Infrarotlicht passieren. Setzt man nun einen Infrarotfilter vor sein Objektiv, so muss man selbst an sonnigen Tagen bei ISO-100 bis zu 30s und länger belichten. Das Ergebnis sind besonders bei der D800E Fotos, die aufgrund der langen Belichtungszeit sehr mit Bildrauschen zu kämpfen haben. Um das Bildrauschen zu verringern könnte man jedes Bild VIERMAL aufnehmen und später in Photoshop mit schwindender Deckkraft “übereinander legen”. Doch das wird eine zeitraubende Angelegenheit, weil man 4x 30s belichten muss, 4x 30s warten muss bis die Rauschunterdrückung fertig ist und dann noch eine längere Zeit mit Photoshop verbringen muss.

Bei der Nikon D700 ist das Bildrauschen weniger stark, aber auch diese Kamera verwendet einen sehr dichten AA-Filter. Wer die Nikon D700 für die Infrarotfotografie in Verbindung mit einem IR-Filter vor dem Objektiv nutzen möchte, der muss wie bei der D800 ständig den Filter an und wieder abschrauben. Das ist nicht nur lästig, da besteht auch immer die Gefahr, dass man beim Hantieren mit dem Infrarotfilter das Objektiv stärker als erlaubt berührt und die eingestellte Fokussierung versehentlich verstellt.

Hier ein Beispielfoto das ich mit meiner Nikon D700 gemacht habe. Für dieses Foto habe ich ein altes manuell fokussiertes Nikon AiS 2.0/35mm in Verbindung mit einem HAMA IR-72 verwendet, das recht unempfindlich gegenüber versehentlicher “De-Fokussierung” ist.

Siegwehr-mit-Nikon-D700-und-Infratrot-Filter-IR-72

Einerseits ist die Bewegungsunschärfe dieser Fotos ja sehr schön, aber die Entstehung dieser Bilder ist abgesehen von der genialen kleinen Fuji X100 meist sehr mühsam.

Daher habe ich mich lange gefragt ob es nicht irgendwie einfacher geht? Und siehe da, das Problem lässt sich lösen. Schauen wir uns die Sensor-Einheit der Nikon D300 einmal genauer an. Auf dem folgenden Foto sieht man sehr schön den eigentlichen Chip der Nikon D300 und den Halter für den AA-Filter. Um an diese Baugruppe zu kommen, muss man die D300 sehr weitgehend zerlegen. Keine einfache Aufgabe, aber für einen geübten Servicetechniker durchaus machbar. Danach kann der AA-Filter entfernt und durch einen Filter ersetzt werden, der nur noch langwellige Wärmestrahlung passieren lässt.

Nikon-D300-CMOS-Sensor

Ich habe mich vor 5 Wochen entschlossen die ältere meiner beiden Nikon D2x entsprechend umbauen zu lassen. Leider gab es ein technisches Problem, daher habe ich mich entschieden meine Nikon D300 zu “opfern” und sie zu einer Wärmebildkamera umbauen zu lassen. Der Umbau hat 529,- Euro gekostet und mit dem Ergebnis bin ich relativ zufrieden. Ein Problem bei extrem dichten Infrarotfiltern ist, dass sich in der Schmelze aus Glas und Blei winzige Klumpen bilden können. Hat man einen solchen Filter weit weg vom Sensor vor dem Objektiv so ist das alles völlig unkritisch. Baut man einen solchen Filter nun aber direkt vor dem Sensor der Kamera statt des AA-Filters ein, so werden selbst allerfeinste “Miko-Klumpen” als dunkle Flecken auf den Bildern sichtbar. Je dichter ein Infrarotfilter ist, umso größer ist das Risiko, dass diese “Klumpen” auftreten. Besonders bei “echten” Infrarotfiltern mit 830nm ist das Risiko groß. Daher müssen diese Filter einzeln selektiert werden und oft bemerkt man erst nach dem Zusammenbau der Kamera, dass der Filter nicht geeignet ist. Dann hilft nur eines, das ganze Ding muss wieder zerlegt werden und es muss ein zweiter Versuch gestartet werden. Zusätzlich kann beim Umbau noch allerfeinster Staub zwischen Sensor und Chip gelangen. Dieser lässt sich später nicht mehr entfernen und man muss die “Fehlstellen” entweder in jedem seiner Fotos immer wieder manuell mit Photoshop und dem Kopierstempel entfernen oder man arbeitet grundsätzlich im RAW-Modus und verwendet Nikon Capture für die RAW-Konvertierung. Hier kann man dann ein Staubreferenzbild verwenden um die Schatten der Staubkörner automatisch aus den Bildern zu entfernen.

Bei den ersten Testbildern musste ich leider feststellen, dass auf meiner teuer umgebauten Nikon D300 nicht nur 2-3 kleine “Klumpen” zu sehen sind, sondern etwa 20 winzig kleine dunkle Fehlstellen. Angesichts des Umbaupreises in Höhe von 529,- Euro ist das wirklich frustrierend! Wie sehr sie im “echten Leben” aber wirklich stören werden, dass wird sich zeigen.

Hier habe ich nun mein erstes Test-Foto mit der umgebauten Nikon D300. Jeder der daheim ein Ceran-Kochfeld hat weiß, dass diese Dinger fast schwarz sind und dass man die Heißspiralen nur sieht, wenn sie tief drinnen im Kochfeld rot aufglühen. Mit der umgebauten Nikon D300 kann man nun durch dieses “Glas” hindurchschauen. Und das Krasse ist, dass dies bereits bei ISO-800, Blende 2.8 und 1/30s funktioniert – also freihändig ganz ohne Stativ!

Nikon D300 - Infrarot - Infrared

Schaltet man eines der Kochfelder für etwa 10s ein, so wird es im Bild wie im folgenden Fotos dargestellt. Die sich langsam erwärmende Heizspirale wird weiß abgebildet. Lässt man das Kochfeld eingeschaltet bis man mit bloßem Auge die Heizspirale sehen kann, so überstrahlt dieses eine Kochfeld im Testbild schnell das gesamte Foto. Die Nikon D300 kann also “Wärme” nach dem Umbau sehr gut differenzieren!

Nikon D300 - Infrarot - Infrared

Hier nun das Kochfeld vorne links im Detail. Es war etwa 15s lang eingeschaltet und schon sehen wir, dass man mit sehr kurzen Belichtungszeiten arbeiten kann und dass die Wärmestrahlung zu weißen Bildbereichen führt während der Rest des Kochfeldes ist tiefer Dunkelheit versinkt.

Nikon D300 - Infrarot - Infrared

Nun ein Test im Schneetreiben an der Bonner Museumsmeile mit ISO-200, 1/125s und Blende 5,6 ohne Stativ. Als Objektiv habe ich das Nikon AF-S 2.8/17-55 verwendet.

Nikon D300 - Infrarot - Infrared

Das Bild zeigt überraschend viele feine Details und lässt für das Frühjahr auf schöne Landschaftsfotos mit der D300 hoffen. In der kalten Winterzeit sind Infrarotfotos meist relativ langweilig weil nur wenige Bildelemente wirklich warm sind. Blühen aber erst einmal die Pflanzen und produzieren die Blätter der Bäume wieder ordentlich viel Chlorophyll, so werden mit der umgebauten Nikon D300 Infrarotfotos wie dieses hier ganz einfach möglich sein und darauf freue ich mich jetzt schon ganz besonders :-)

Sonogno-im-Tessin-mit-Fuji-X100-und-IR-72


Fuji X-E1 – Kurztest mit XF 18-55

Heute hatte ich Gelegenheit die Fuji X-E1 mit dem XF 18-55/2.8-4.0 kurz anzutesten. Größe, Verarbeitung, Bedienung und Haptik erinnern sehr an die wunderbare Fuji X100. Im direkten Vergleich zur Fuji X-Pro 1 fällt auf, dass diese Kamera etwas größer als die X100 und etwas kleiner als die X-Pro 1 ist. Durch den optischen Sucher baut die X-Pro 1 etwas höher und ist zugleich ein wenig breiter. Trotzdem liegen alle drei Kameras gut in der Hand, wobei die X100 als unauffällige kleine Kamera in fast jede Tasche passt und dadurch besonders in der Streetphotography in den beiden letzten Jahren viele Freunde  gewonnen hat. Ein großes Plus der X100 ist ihr unaufdringliches gelungenes Retro-Design. Das hilft besonders in der Begegnung mit fremden Menschen Hürden abzubauen und Vertrauen zu schaffen.

Die neue Fuji X-E1 ist wie die X100 in einem schwarzen und einem silbrig schimmernden Design lieferbar. Mir hat es besonders diese silbrige Variante angetan. Sah die X100 noch sehr nach einer “traditionellen Leica” aus, so ist die Fuji X-E1 mehr eine “moderne Leica”. Ganz gleich für welche Variante man sich auch entscheidet, alle Kameras bestechen durch ein gelungenes Design und hervorragende Bildqualität.

Fuji_X-E1_Top_Left

Fuji_X-E1_Top_Flash

Fuji_X-E1_Left_Lens

Fuji_X-E1_Back

Hier nun einige wenige erste Beispielfotos in voller Größe und völlig unbearbeitet. Einfach anklicken, dann sollten sie sich in einem neuen TAB öffnen und können dann kritisch begutachtet werden.

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Bei der Begutachtung der Bilder fällt auf, dass sie selbst bei vergleichsweise langen Belichtungszeiten von 1/30s und weniger nicht verwackelt sind. Dies liegt daran, dass hier kein Spiegelschlag für ungewollte Vibrationen sorgt. Das Zoom Objektiv liefert selbst bei vollständig geöffneter Blende überraschend viele Details. Der elektronische Sucher ist mit dem Sucher der X100 vergleichbar, nur dass er im Gegensatz zur X100 eben nur elektronisch betrieben werden kann. Einen “Augensensor” gibt es auch bei der X-E1. Ist er aktiviert, so wird das rückwärtige Display automatisch abgeschaltet sobald man den Sucher verwendet. Das ist praktisch und hilft wertvollen Batteriestrom zu sparen.

Fazit

Die neue Fuji XE-1 ist eine sehr kompakte Kamera mit tollem funktionalen Design. Die Bildqualität ist ausgezeichnet und die Möglichkeit aus einer Reihe unterschiedlicher Objektive zu wählen gibt viel zusätzliche Flexibilität. Die Objektive sind überaus hochwertig gemacht, aber auch nicht ganz preiswert. Für ein Makro, ein universelles Zoom, eine lichtstarke Portrait-Brennweite und die Fuji X-E1 kommen schnell mehr als 3.000 Euro zusammen. Ob man zum gleichen Preis nicht eine Nikon D7000 mit Blitz und einer Reihe toller Objektive bei insgesamt vergleichbarer Bildqualität kauft, das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Die Vorzüge einer Spiegelreflexkamera wie bspw. der D7000 sind:

  • Schnellerer Autofokus
  • Zwei Kartenschächte für SD-Karten
  • Optischer Sucher
  • Größere Zubehörpalette

Die Fuji X-E1 setzt dagegen:

  • Kompakte Bauweise
  • Tolles Design
  • Elektronischer Sucher auf im Video-Betrieb aktiv

Etwas negativ aufgefallen ist mir:

  • Manuelles Fokussieren schwierig
  • Chip nicht durch einen Verschluss geschützt

Fuji X100 – Silvester am Rhein

Es ist der letzte Tag des Jahres und das Wetter ist gar nicht so schmuddelig wie ich es kurz vor der Heimreise von Teneriffa befürchtet habe. Nach dem Frühstück zieht es uns hinaus in die Natur, mit dabei ist wieder meine kleine Fuji X100. Das Gehirn braucht Sauerstoff und wir wollen mal wieder so richtig durchatmen. Mit dem Auto geht es in Richtung Königswinter, unser Ziel ist die Baustelle am ältesten Ausflugsziel der Deutschen – der Drachenfels. Wir parken oberhalb von Königswinter auf der Anhöhe gleich neben dem Lemmerzbad. Vorbei am Kucksteinhäuschen geht es den Berg hinauf. Bei Burg Drachenfels legen wir einen kurzen Stopp ein. Wie erwartet ist alles geschlossen, es ist der letzte Tag des Tages. Aber ich schieße trotzdem mit der kleinen Fuji X100 einige RAW-Bilder. Später bei der RAW-Konvertierung mit Adobe Camera-RAW bin ich wieder einmal überrascht was alles in dieser kleinen Kamera steckt. Von außen ein cooler Retro-Look, innen feinste Fototechnik auf höchstem Niveau. Diese kleine Kamera macht so richtig Laune. Man kann keine Objektive wechseln, aber das lichtstarke 23mm Objektiv löst in Verbindung mit dem recht großen Chip im APS-Format selbst feinste Details auf.

(Alle Bilder sind 1000 Pixel breit oder hoch, einfach in einem neuen Tab öffnen…)

Burg Drachenfels - Fuji X100

Angesichts der Ergebnisse bereue ich es nicht, dass ich mich an diesem Tag nicht mit meiner Nikon D800E und den vielen Objektiven abgeschleppt habe. Diese kleine Fuji X100 trägt nicht auf und findet zur Not auch mal in der Jackentasche ihren Platz. Sie ist ein perfekter unauffälliger Begleiter für den kleinen Spaziergang am Sonntagnachmittag.

Burg Drachenfels - Fuji X100

Zahnradbahn am Drachenfels - Fuji X100

Als wir den Fußweg hinauf zum Restaurant auf dem Drachenfels unterhalb der Ruine erreichen ist dieser geschlossen. Regen und Frost haben in den letzten Monaten den ein oder anderen Steinschlag ausgelöst. Zur Sicherheit wurde dieser wunderschöne Panoramaweg geschlossen, schade. Wir beschließen umzukehren und machen noch kurz beim Winzerhäuschen halt.

Am Drachenfels mit Fuji X100

Mit dem Auto geht es weiter an der Rhein-Promenade in Königswinter entlang. Dort sind wir überrascht, dass der Rhein kurz davor ist die Promenade zu überspülen. Die Fließgeschwindigkeit ist hoch, überall hängen Gestrüpp und Holzreste in den Anlegern der Ausflugsdampfer.

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Wer hier ins Wasser stürzt würde sofort von den Fluten fortgerissen und schnell ertrinken. Umso mehr wundert es mich, dass hier bei Königswinter keinerlei Sicherungen oder Absperrungen zu sehen sein. Wer hier mit seinen Kindern unterwegs ist sollte gut auf sie aufpassen!!

Unsere Fahrt führt uns weiter auf die Erpeler Ley. Dies ist der Fels oberhalb der im zweiten Weltkrieg so heftig umkämpften Brücke von Remagen. Die Aussicht ist grandios aber es ist furchtbar windig, am Himmel hängen schwere Regenwolken. Eigentlich kein Wetter für tolle Fotos könnte man denken, aber RAW-Bilder die Fuji X100 bieten enorme Reserven. Zuerst sieht alles blass und fahl aus, aber mit ein paar Kniffen entstehen in Photoshop CS5 schöne Kompositionen in Schwarz & Weiss. Einmal mehr wird klar, schlechtes Wetter ist gutes Fotowetter.

Auf der Erpeler Ley - Fuji X100

Von der Erpeler Ley hat man nicht nur einen schönen Blick ins Wohnzimmer von Thomas Gottschalk, man kann auch die schöne Apollinaris-Kirche sehr gut am anderen Rheinufer erkennen. Herr Gottschalk wohnt “zwei Zentimeter” weiter rheinabwärts also “rechts” der Apollinaris-Kirche. Meines Wissens steht dieses außergewöhnliche Anwesen derzeit zum Verkauf.

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Nach der blutigen Schlacht um die Eisenbahnbrücke bei Remagen stürzte sie schließlich ein, als die amerikanischen Soldaten Panzer und anderes Material über die Brücke an das östliche Rheinufer transportierten. Viele Soldaten starben in den kalten Fluten des Rheins und mir zeigt diese Geschichte einmal mehr wie sinnlos viele Schlachten des zweiten Weltkrieges letztlich waren.

Die Brücke wurde nie wieder aufgebaut. Die Einfahrt zum Eisenbahntunnel unterhalb der Erpeler Ley ist heute mit einem großen Tor versperrt. Von Zeit zu Zeit finden im geschichtsträchtigen verlassenen Tunnel kleine Theateraufführungen statt. Als stumme Zeugen des Wahnsinns sind die beiden Brückenköpfe beiderseits des Rheins geblieben. Wer hier ganz genau hinschaut kann den westlichen Brückenkopf erkennen. Dort ist heute ein Friedensmuseum untergebracht. Im Tal weiter hinten ganz links im Bild befindet sich eine Kriegsgräberstätte.

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Unser Silvesterausflug führt uns weiter nach Altwied, wir kehren in der idyllisch direkt an der Wied gelegenen Laubachsmühle ein (www.laubachsmuehle.de). Frisch gestärkt treten wir eine Stunde später unsere Heimreise nach Bonn an und freuen uns auf einen schönen ruhigen Silvesterabend mit Raclette und vielen kleinen Köstlichkeiten.

Als am Neujahrstag dann Gelegenheit ist die Fotos zu sichten wird mir klar, neben der famosen Nikon D800E ist für mich die supergute Fuji X100 DIE Entdeckung des Jahres 2012!

Fuji Finepix X100

Wer sich für diese tolle Kamera interessiert, findet hier weitere Informationen:


Teneriffa 2012 – Tag 5

Driving Sideways

Und auch dieser Tag beginnt wie alle Tage hier beginnen. Die Sonne geht auf, es ist halbwegs warm, am Himmel hängen draußen über dem Meer ein paar nette bunte Wolken, so muss es im Paradies sein :-) Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen und statten Tomy und Sylvia auf der Finca San Juan einen kurzen Besuch ab. Dort werden wir mit diesen Worten empfangen: „Na, Ihr zwei könnt auch nicht ohne uns gell?“ Momente wie dieser machen für mich die Reisen nach Teneriffa aus. Klar könnte man auch nach La Gomera, Gran Canaria oder zu einer der vielen anderen schönen Inseln fliegen. Aber hier auf Teneriffa haben wir inzwischen Freunde gefunden und hier fühlen wir uns schon fast wie zuhause. Man kann schlecht in Worte fassen was es ist was mich hier so fasziniert. Dadurch, dass ich mich hier mittlerweile so gut auskenne gibt es praktisch keinen Urlaubsstress. Bei anderen Urlaubszielen muss man sich stets neu orientieren, schauen wie was geht, wo man was findet. Das hat auch seinen Reiz, aber es kann auch ein wenig aufreibend und anstrengend sein. Wenn ich einfach nur meine Ruhe haben will und gleichzeitig den fiesen nasskalten Tagen in der Heimat entkommen möchte, dann bin ich hier genau richtig.

Und „abfotografiert“ ist diese Insel noch lange nicht :-)

(Alle Bilder 1000 Pixel breit oder hoch – einfach in neuem Tab öffnen)

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Heute geht es nach der kurzen Stippvisite bei Tomy und Sylvia über kleine verwinkelte Straßen in Richtung Süd-Westen. Unser Ziel ist der „Trailhead“ unterhalb des „kleinen Gala“. Von dort hat man eine großartige Sicht auf den Teide, wenn es nicht neblig ist! Und heute ist es leider wieder einmal echt neblig. Das scheinen die letzten Ausläufer des Tiefdruckgebietes zu sein, dass in den letzten Wochen hier so krasse Niederschläge mit sich gebracht hat.

Sandra ist es zu kalt und sie bleibt mit ihrem Kindle im Auto zurück. Ich wandere mit der D800E, mehreren Objektiven und meinem großen BENRO Carbon-Stativ den Weg zum kleinen Gala hinauf. Immer wieder halte ich an und mache ein paar Fotos. Viele Bilder mit Infrarot-Filter. Das klappt besonders mit dem Nikon AF-S VR 4/16-35mm recht gut. Das Filtergewinde an diesem Objektiv ist fest mit dem Gehäuse verbunden und man berührt das eigentliche Objektiv-System nicht wenn man den Infrarot-Filter aufschraubt. Man kann also in Ruhe ohne den Filter sein Motiv wählen, korrekt scharf stellen und dann den Filter aufschrauben. Den Autofokus schaltet man zwischendurch auch noch ab und dann gelingen bei ISO-100, Blende 11 und 30 Sekunden (!!!) Belichtungszeit sehr ungewöhnliche Schwarzweiß-Fotos.

Irgendwann sind die Wolken und der Nebel so dicht, dass ich kaum noch meine Füße erkennen kann. Das hilft bei der Erkenntnis, dass es heute mit tollen Fotos wohl nichts mehr werden wird – wieder einmal. Etwas frustriert geht es den Berg hinab zum Auto in dem Sandra schon sehnsüchtig auf mich wartet. Wir haben Hunger! Kein Problem, ein paar hundert Meter weiter ist ein nettes Restaurant in dem ich schon mehrmals war. Dort gibt es leckeres Kaninchen mit original kanarischen Schrumpel-Kartoffeln (Papas Arugadas), frisches Brot und ein Töpfchen Aioli – lecker!

Auf dem Rückweg nehmen wir eine noch kleinere Seitenstraße. Sandra kriegt zwischendurch ein wenig die Krise, diese Straßen sind echt eng und vor allem extrem kurvenreich. Im Auto philosophieren wir woran das liegen könnte. Mir kommt es vor als wären die Orte durch die wir fahren in einer Zeit entstanden, als es hier noch keine Autos gab. Für ein paar Esel und Pferde sind die Straßen damals sicher breit genug gewesen. Dann kamen die Autos und die Touristen. Viele Bewohner der kleinen Bergdörfer müssen nur kurz stolpern und schon stehen sie nicht mehr im Wohnzimmer sondern mitten auf der Straße. Bei uns wäre das kaum denkbar, hier ist es völlig normal.

Daheim im Hotel gibt es wieder Naseband & Co – K11 nennt man das wohl. Danach kommt die nächste Sendung mit der 11 – Alarm für Cobra 11. Dann der Transporter, dieser Krams nimmt einfach nie ein Ende. Aber ich muss nicht hinschauen und auch nicht hinhören. Ich kümmere mich um meine Fotos und Videos und schreibe für Euch diesen kleinen Artikel. Der WLAN Empfang hier oben kommt und geht. Je nach dem wie und wo man sitzt klappt es mal und dann wieder nicht. Also geht es jetzt noch schnell runter in die Lobby, da geht es recht gut.

Einige Bilder des Tages hänge ich Euch auch noch an. Die Video-Sequenzen gibt es dann im Januar als Teil meines nächsten „großen Videoprojektes“ zu sehen.

Hier einige “echte” Infrarot-Aufnahmen. Durch die lange Belichtungszeit von 30 Sekunden sind die Wolken krass verwischt. Ein Effekt der mir sehr gut gefällt. Eigentlich ist die D800E nicht wirklich gut für der Infrarot-Fotografie geeignet. Der eingebaute Infrarot-Sperrfilter wirkt sich in der Regel eher störend aus. Mit aufgeschraubtem Infrarot-Filter funktioniert an dieser Kamera nichts mehr was elektronisch oder automatisch ist. Man muss den Filter ständig ab- und wieder anschrauben, das nervt total. Bei meiner kleinen Fuji X100 ist das grundlegend anders. Und wenn ich Chaot den blöden Filter-Adapterring nicht verschusselt hätte, könnte ich mit ihr hier im infraroten Bereich knipsen was das Zeug hält. So muss es mit der sperrigen D800E gehen. Aber die Ergebnisse sind wirklich überzeugend und entschädigen so für den Frust bei ihrer Erstellung.

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Hier nun ein HDR-Foto das ich in ein Schwarz-Weißbild konvertiert habe – sieht auch gut aus – gell? Nur die Wolken sind eben gar nicht verwischt…

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Hier nochmals ein “echtes” Infrarot-Foto. Wer genau hinsieht kann die Spitze des höchsten Berges der Spanier zwischen all den Wolken erkennen…

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Und zum Abschluss noch einmal das identische Motiv. Diese beiden Fotos sind sehr unterschiedlich und zeigen sehr schön wie krass sich heute die Lichtverhältnisse innerhalb von nur wenigen Augenblicken immer wieder geändert haben.

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Morgen ist schon Freitag, die Zeit vergeht hier scheinbar schneller als daheim. Kaum ist man wirklich angekommen, da muss man schon fast wieder los. Manchmal beneide ich die rüstigen Rentner die hier in ihren komischen kurzen Hosen mit weißen Tennissocken in Sandalen etwas ungelenk herum laufen. Sie haben es wirklich gut, es ist fast immer angenehm warm. Das Meer reguliert die Temperaturen und die salzhaltige Luft ist wie Balsam für meine Bronchien.

Manchmal wenn ich hier bin muss ich an die Insel aus der Fernsehserie „Lost“ denken. Dort stürzt ein Flugzeug auf einer einsamen Insel ab die magische Kräfte hat. Kranke werden schnell wieder gesund, Lahme können wieder laufen. Ok, ganz so ist es nicht, aber es geht eindeutig in diese Richtung :-)


Fotografieren mit dem Hasselblad Flexbody II

Im ersten Teil dieses Artikels habe Euch vorgestellt wie man mit dem Hasselblad Flexbody fotografiert. Heute will ich ein paar Beispielbilder nachliefern. Die Arbeit mit dem Flexbody ist nicht einfach und es gibt vieles zu beachten damit die Bilder wirklich gelingen. Beim Einstecken und Herausziehen des Edelstahlschiebers sollte man sich schützend vor die Kamera stellen und dieses so gut diese wie möglich gegen das Sonnenlicht abschirmen. Ansonsten kann es passieren, dass man mit dem Edelstahlschieber die Lichtrichtung etwas beiseite drückt und dadurch fieses Streulicth auf den Film fallen kann.

Außerdem ist beim Einsatz von Weitwinkelobjektiven (< 50mm) ein Polfilter mit Vorsicht zu genießen, denn dieser dunkelt die Bildecken ab. Zwischen den Bildern heißt es auch immer wieder, den Edelstahlschieber einzustecken und den Film zu transportieren. Vergisst man den Transport des Films, so hat man später unerwünschte Doppelbelichtungen.

Hier habe ich ein Stück Filmstreifen für Euch auf dem alle Fehler zu sehen sind die man bei der Arbeit mit dem Flexbody machen kann…

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Hat man sich nicht gemerkt ob man den Film weiter transportiert hatte und dreht in “sicherheitshalber” ein Bild weiter, so hat man schnell ein 36cm² großes Stück wertvolles Zelluloid verschenkt. Wirklich unschön sind auch Teilpolarisationen beim Einsatz eines Polfilters. Hier sollte man de Filter entweder nicht ganz schließen oder alternativ auf einen einfachen Graufverlaufsfilter zurückgreifen.

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Hier nun einige Scans die ich mit “etwas Liebe”, dem entsprechenden Filmhalter und einem EPSON Perfection Photo V700 erstellt habe. Als Scan-Software habe ich VueScan benutzt. Die Bilder habe ich von VueScan aus im DNG-Format gespeichert und dann mit Adobe Photoshop CS 5.1 nachbearbeitet und auf 1000 Pixel Seitenlänge verkleinert. Die Bilder zeigen irre viele Details und mit besseren Scanner wie beispielsweise einem Nikon Coolscan 9000 würde man noch deutlich mehr Feinheiten herausarbeiten können.

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Aber bereits bei diesem Bild kann man angesichts der feinen Äste im oberen Bildbereich erahnen was ein Stück Fuji Velvia 50 im Jahr 2012 noch zu leisten vermag. Aber es ist nicht der Film allein! Vergleicht man diese Bilder mit den Ergebnissen aus der etwa 50 Jahre alten Zeiss Ikonta meines letzten Artikels so fällt auf, dass diese Bilder ungleich kontrastreicher und schärfer sind. Dies ist allerdings auch der Tatsache geschuldet, dass ich die Bilder mit Zeiss Ikonta bei fiesem Mittagslicht ohne Streulichtblende und ohne Stativ bei fast geöffneter Blende machen musste. Gibt man sich ein wenig mehr Mühe und achtet auf das perfekte Licht, so läßt sich auch mit der alten Zeiss Ikonta deutlich mehr erreichen.

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Hier sieht man jetzt einen weiten Blick über das Siebengebirge in Richtung Bonn. Im Vordergrund kann man sehr schön die zerklüftete Landschaft erkennen in der über viele hundert Jahre hinweg die Steine für den Bau des Kölner Doms und anderer Bauwerke abgetragen wurden.

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Die der Natur von Menschenhand hinzugefügten ”Narben” sind allerdings aus rein fotografischer Sicht durchaus reizvoll. Zum perfekten Bild fehlt nur noch etwas Bodennebel und ein Einhorn am Ende der Schlucht :-)

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Hier jetzt Bild auf den Drachenfels mit der Ruine der Drachenburg. Dieses Bild ist mit einer “normalen” Hasselblad 500 C/W und einem 110mm “Normalobjektiv” gemacht. Die Kamera stand auf einem Stativ und ich habe die Spiegelvorauslösung verwendet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen,

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Unabhängig v0n der verwendeten Kamera neigt dieses Filmmagazin aber immer wieder zu unschönem Lichteinfall, wie im folgenden Bild zu sehen. Zwar ist der Lichtstrahl nur ganz leicht zu sehen, aber ein “ernst gemeintes” Foto wäre damit trotzdem unbrauchbar. Außerdem ist das Dia leicht überbelichtet, was zu den unschönen blassen Farben geführt hat. Sicher könnte man hier noch einiges ”retten”, aber ich will Euch ja zeigen wie schmal der Grad zwischen der korrekten und falschen Belichtung bei einem Diafilm ist.

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Ein guter Trick um zu einem korrekt belichteten Dia zu kommen ist übrigens ein Testbild mit einer Nikon D800E bei ISO-50. Es klingt paradox und ist auch nicht ganz ernst gemeint, aber gelegentlich ist die D800E sogar als Belichtungsmesser sehr gut zu gebrauchen. Vielleicht ist sie damit der teuerste Belichtungsmesser der Welt, wer weiss das schon…

In den kommen Wochen erwarten Euch Fotos und Videos der wunderbaren Kanareninsel Teneriffa. Dort kann die D800E endlich zeigen was in ihr steckt  und dass sie mehr ist als nur ein Belichtungsmesser für kranke Freaks die im Jahr 2012 noch mit einem Hasselblad Flexbody im Siebengebirge umherirren :-)


Das perfekte Stativ – Teil 1

Wer kennt es nicht, man sieht in einen Katalog oder einer Online-Auktion ein preiswertes tolles Stativ. Nachdem der Postbote es geliefert hat und man alles auspackt ist stellt man fest, dass das Ding ist nicht so wie erwartet. Die Mittelsäule hat Spiel, der Stativkopf ist aus billigem Plastik, am liebsten möchte man das ganze Ding wieder zurückgeben. Mir ging das in den letzten Jahren mehrfach so. Durch einige Fehlkäufe habe ich gelernt worauf es wirklich ankommt. Ein billiges Stativ kann manchmal ganz schön teuer werden. Ein guter Freund hat mir mal gesagt “Um billigen Krempel zu kaufen habe ich nicht genug Geld!” In diesem Spruch steckt eine Menge Wahrheit.

Das beste Stativ ist das Stativ das man auch dabei hat! In der Regel kann ein Stativ gar nicht schwer genug sein, Masse gibt Ruhe. Jeder der schon einmal mit einem schweren Profistativ gearbeitet hat wird das bestätigen. Fotografiert man jedoch auf Reisen, so muss man das Stativ ggfs. im Flugzeug transportieren und es vielleicht auf langen Wanderungen mit sich herumschleppen. Spätestens jetzt wird man ein schweres Stativ verfluchen. Aber auch in dem Augenblick in dem man mit einem “kleinen Wackelding” versucht bei etwas Wind in der Blue Hour 10 Sekunden lang zu belichten, wird man dieses Ding ebenfalls verfluchen. Es muss also etwas her das stabil ist und das sich trotzdem halbwegs gut tragen lässt.

Dies ist der Grund für meine neue Reihe “Das perfekte Stativ”. Ich werde Euch einige Stative und Stativköpfe vorstellen die wirklich gut funktionieren, mit der passenden Kamera natürlich! Den Auftakt macht das Manfrotto 732CY mit dem Vanguard GH-100. Das kleine Manfrotto Carbon Stativ ist wunderbar kompakt und herrlich leicht. Zudem ist es wirklich preiswert. In Verbindung mit der gezeigten Kombination aus Pistolengriff und Kugelkopf hat man hier für deutlich unter 200 Euro eine stabile Kombination die in Verbindung mit einer relativ leichten Kamera eine tolle Kombination für die Reise darstellt.

Wenn Ihr Wünsche habt oder ein spezielles Stativ sehen wollt, dann benutzt einfach die Kommentarfunktion. Falls es machbar ist werde ich solch ein Stativ ausleihen und es für Euch auf Herz und Nieren testen.

Hier noch einige technische Details


Fuji X100 – Praxistest in der Schweiz – Fazit

Fuji Finepix X100

Es ist Dienstag und es geht wieder heim nach Deutschland. Ein letztes Mal genießen wir den superguten Schweizer Käse, danach werden unsere Koffer gepackt und die Hotelrechnung bezahlt. Im strömenden Regen verstauen wir unser Gepäck in meinem kleinen Flitzerchen. Um 10h sind wir unterwegs, vor uns liegen fast 600 Kilometer und die werden uns heute wirklich lang werden. In der Schweiz ist noch alles gut, aber kaum haben wir die Schweiz verlassen, quälen wir uns durch schier endlose Baustellen auf der A5 und stehen immer wieder im Stau. Bei Bingen verheißt die “Stauschau” im Radio nichts gutes. Wir wechseln auf die B9 und fahren den Rest des Weges am Rhein entlang.

Daheim angekommen wird die Wohnung gelüftet und die Waschmaschine angeworfen, eben das was man so macht wenn man eine Weile nicht daheim war.

Als alles erledigt ist kopiere ich die letzten Videodateien von der Speicherkarte der Fuji X100 auf meinen heimischen Windows PC. Mit Magix Video Deluxe MX werden die verwackelten Teile der Videosequenzen des Vorabends entfernt. Danach beschleunige ich einzelne Videosequenzen auf das 50-fache Tempo. Diese werden als unkompliziertes AVI-exportiert. Danach schneide ich daraus einen kurzen “Abschiedsfilm”. Zur musikalischen Untermalung dient eine Stück Royalty Free Musik von einer Magix-DVD. Die originale Geräuschkulisse des Vierwaldstätter Sees lege ich darunter, an Anfang und Ende jeweils etwas lauter. Nach einer Stunde ist das Video fertig, eine Stunde später ist es bei YouTube online und ich kann gar nicht aufhören es via Apple-TV auf dem großen LCD-Fernseher anzuschauen.

Hinter uns liegen fünf Tage voller wunderbarer Eindrücke. Erst gestern waren wir noch im Tessin, heute sind wir schon wieder in Bonn. Sandra ist jetzt sogar schon wieder daheim in Marl, was für ein “Zigeunerleben”. Ganze fünf Tage lang hat mich die Fuji X100 überall hin begleitet. Ich habe vieles ausprobiert und diese kleine Kamera hat mich bei der allabendlichen Sichtung des Bildmaterials immer wieder überraschst. Die Bildqualität ist hervorragend und muss sich hinter aktuellen Spiegelreflex-Kameras nicht verstecken.

Aber fassen wir mal zusammen. Was gefällt mir nicht?

  1. Der Autofokus ist relativ langsam und im Videomodus nicht wirklich berechenbar.
  2. Bei extrem heller Umgebung ist es schwer sein Bild “sauber” zu komponieren.
  3. Ein aktivierter Selbstauslöser ist nach dem Ein- und Ausschalten der Kamera immer deaktiviert. Besonders ärgerlich wenn man Infrarotbilder erschütterungsfrei mit dem Selbstauslöser “starten” will. Jedes mal muss man ihn neu aktivieren, das nervt! Alternativ kann man natürlich einen guten alten Drahtauslöser verwenden!
  4. Die Auflösung im Videomodus ist nur HD 720p und die Komprimierungsartefakte sind unübersehbar. Das kann die Nikon D7000 eindeutig viel besser! Der Video-Modus ist hier eher eine Zugabe. Wer ernsthaft Videos aufzeichnen will, er sollte die X100 nicht in Erwägung ziehen.
  5. Der manuelle Autofokus ist eine “Krankheit”. Am schön “designten” Einstellrad bewegt man das Objektiv gar nicht wirklich mechanisch. Statt dessen steuert man einen kleinen Elektromotor der den Fokuspunkt des Objektives ändert. Auf dem Display wird angezeigt wo etwa der Fokuspunkt liegt. Das geht irgendwie, Spaß macht es aber definitiv nicht.
  6. Der Akku ist relativ klein dimensioniert. Man sollte ihn täglich laden, sonst steht man irgendwann wie ich in toller Umgebung und hat keinen Strom. Oder man packt seinen Reserve-Akku auch wirklich ein!
  7. Das umgekehrte 49er Filtergewinde empfinde ich als unpraktisch. Mit einem “normalen” 52er Filtergewinde wäre vieles leichter. Das sähe vielleicht weniger cool aus, wäre aber deutlich praktikabler.

Weitere Kritikpunkte fallen mich nicht ein. Was gefällt mir an der Fuji X100?

  1. Das Gehäuse ist sehr hochwertig gebaucht und sieht einfach gut aus. Die Bedienelemente sprechen für sich und man kommt mit dieser Kamera spontan zurecht.
  2. Die Bildqualität der X100 ist über alle Zweifel erhaben.
  3. Die praktisch kreisrunde Blendenöffnung liefert trotz der kurzen Brennweite und des kleinen Chips eine recht angenehmes Bokeh.
  4. Der Hybridsucher ist ein wirklich tolles Feature, aber er könnte speziell im vollelektronischen Modus heller sein.
  5. Wenn der Autofokus “getroffen” hat, dann ist das Ergebnis meist sehr überzeugend.
  6. Die Kamera ist klein und handlich, sie sieht cool aus und verschreckt Menschen auf der Straße nicht. “Streetphotography” funktioniert damit wirklich gut, sofern man mit dem recht langsamen Autofokus klar kommt.
  7. Das zusätzlich erhältliche Systemblitzlicht verrichtet seinen Dienst sehr ordentlich.
  8. Der Makromodus funktioniert recht gut. Leider muss man ihn separat aktivieren, was manchmal störend ist. Besonders wenn man vergisst ihn zu deaktivieren und danach ein Landschaftsfoto machen möchte! Eigentlich wäre das nicht nötig.

Alles in allem ist mir diese Kamera richtig ans Herz gewachsen und die D800E wird es gegen sie schwer haben. Manchmal habe ich ein Zoom-Objektiv vermisst. Speziell bei der Session in der Glashütte in Hergiswil wäre es schön gewesen größere Details der Arbeit mit dem flüssigen Glas aufnehmen zu können. Aber ein Zoom-Objektiv ist weniger lichtstark, verzeichnet stärker und liefert niemals die gleiche Bildqualität wie eine gute Festbrennweite. Somit ist die X100 keine Kamera für “alles”, sondern eher ein sehr spezielles Fotogerät für Leute die es gern schlicht und präzise mögen. Um den Bildausschnitt zu verändern muss man sich bewegen. Ok, machmal geht das nicht. Da muss man ggfs. mit einer Ausschnittsvergrößerung leben. Die Auflösung der X100 ist aber so gut, dass man bei einem 50% Ausschnitt noch einen guten DIN A3 Print erstellen kann. Wer es wirklich will, der kann ggfs. einen Weitwinkel- oder auch Tele-Converter vor das perfekte Objektiv schrauben, muss damit aber deutliche Abstriche in der Bildqualität in Kauf nehmen.

Ganz besonders gut gefällt mir die Fuji X100 im Bereich der Infrarotfotografie. Bereits vor einigen Wochen habe ich diese kleine Video zu diesem Thema erstellt.

Während der vergangenen Tage habe ich nun wirklich viele IR-Bilder aufgenommen und bin von der überaus einfachen Benutzung dieser Kamera mit einem Infrarotfilter (HAMA IR-72) total begeistert. Hat man ein kontrastreiches helles Motiv, so arbeitet sogar der Autofokus noch, das ist der Hammer überhaupt!

Ist die Umgebung nicht zu hell, so kann man auf dem rückwärtigen Display oder durch den Hybridsucher sein Motiv sehr schön komponieren. Das funktioniert höchstens bei einer alten zweiäugigen Rolleiflex so einfach wie bei der X100. Diese Kamera ist daher mein absoluter Favorit für alles was mit Infrarot zu tun hat! Hier ein Beispiel das sehr schön zeigt was ich meine. Bei dieser Art der Fotografie liefert die X100 einfach immer wieder erstaunliche Ergebnisse. Allerdings sollte man unbedingt im RAW-Modus fotografieren und die Belichtung um -1.0 EV korrigieren. Ist man sich mit der Einstellung der Entfernung nicht ganz sicher, so kann man den IR-Filter abschrauben, korrekt automatisch fokussieren und den Autofokus danach abstellen. Meine IR-Bilder habe ich fast fast ausschließlich mit Blende 8 oder 11 unter Verwendung von Zeitautomatik und Stativ bei ISO-200 aufgenommen. Meist war der Autofokus abgeschaltet!

Sonogno im Tessin mit Fuji Finepix X100

Für die RAW-Konvertierung habe ich Adobe Camera RAW Version 6.7 verwendet.


Fuji X100 – Praxistest in der Schweiz – Tag 5

Auch heute verheißt die Wettervorhersage nichts gutes für die Region rund um den Vierwaldstätter See. Als wir nach dem Frühstück zurück in unserem Zimmer mit „Seeblick“ sind, können wir den See nicht sehen, weil es wie aus Eimern regnet. Was tun?

Ich nutze noch ein wenig die teure 7-Tage Internet-Flatrate und schaue mir einfach bei Google-Maps die Schweiz von oben an. Dann kommt mir die Idee, nach langer Zeit vielleicht einmal wieder einen Abstecher ins Tessin zu unternehmen. Nimmt man den Tunnel unter dem St. Gotthard, so sind es von Buochs bis Locarno nur 160 Kilometer, warum eigentlich nicht?

Als wir schließlich abreisefertig sind, hat auch der Regen aufgehört und der Himmel klar langsam aber sicher auf. Nach einem kurzen Tankstopp machen wir uns an den Aufstieg zum Gotthard. Das Wetter ist inzwischen ein wenig sommerlich, es sind 16°C und es ist trocken, warum nicht das Dach öffnen und oben ohne fahren? Herrlich, schnell disponieren wir um uns sagen dem Navigationssystem, dass es Autobahnen vermeiden soll.

(Alle Fotos sind wie immer 1000 Pixel breit oder hoch – einfach Anklicken)

Auf dem Weg zum St- Gotthard Pass

So finden wir ohne Probleme den Aufstieg zum St. Gotthard-Pass. Hier war ich zuletzt im Jahr 2002 auf der Rückreise aus der Toscana. Es war damals ein großartiger Tag und ich freie mich still vor mich hin während wir Höhenmeter um Höhenmeter erklimmen.

Unterwegs auf dem St. Gotthard Pass mit Fuji X100

Unterwegs auf dem St. Gotthard Pass mit Fuji X100

Auf der Passhöhe schauen wir mal ob die „Tremola“ geöffnet ist. Aber diese malerische extrem kurvenreiche Nebenstraße ist gesperrt und uns kommt sogar ein Schneepflug entgegen! Also nehmen wie die gut ausgebaute breite Hauptstraße. Sandra ist das auch viel lieber, sie hasst diese kleinen kurvigen Routen.

Auf dem St. Gotthard Pass mit Fuji X100 und Infrarotfilter IR-72

Auf dem St. Gotthard Pass mit Fuji X100 und Infrarotfilter IR-72

Unten im Tal angekommen zweigen wir ab und vermeiden bis kurz vor Locarno erneut die Autobahn. Das Wetter ist grandios und wir genießen die Cabrio-Fahrt in vollen Zügen. Kurz vor Locarno biegen wir dann nach Norden ab und machen uns an den Aufstieg nach Sonogno am Ende des Valle Versasca.

Etwa 30 Kilometer später erreichen wir dieses malerisch zwischen hohen Bergen gelegene kleine Dorf das irgendwie an eine großes Freilichtmuseum erinnert. Sandra und ich zücken unsere Kameras und gehen eine Weile auf Motivsuche. In der Grotto Redorta gibt es einen kleinen Snack. Später „daheim“ in Buochs wollen wir ein letztes Mal im Hotel Rigiblick am See die Abendkarte durchstöbern. Gegen 16h30 machen wir uns auf den Heimweg. Eigentlich könnte man locker eine ganze Woche hier verbringen, zu schön ist dieses Tal mit seinen vielen niedlichen kleinen Orten, urigen Brücken, Wasserfällen, hohen Bergen und nicht zuletzt seinem majestätischen Stausee.

Mit dem SLK zu Besuch in Sonogno

Für den Rückweg nehmen wir die Autobahn und den fast 17 Kilometer langen St. Gotthard Tunnel. Während wir durch die schmale lange zweispurige Röhre fahren, gehen mir die Bilder und Berichte des schweren Unglücks durch den Kopf. Als wir den Tunnel endlich verlassen können bin ich irgendwie erleichtert und ich habe den Eindruck, dass Sandra neben mir auch aufatmet.

Im Hotel angekommen stellen wir zu unserer Überraschung fest, dass wir noch in der Nebensaisson sind und das Restaurant im Hotel heute geschlossen ist. Kein Problem, Sandra sucht auf iPad schnell einen Italiener in der Nähe heraus. In der Pizzeria Antica lassen wir es uns kurze Zeit später wirklich gut gehen. Es gibt Pizza, Wein und zum Abschluss eine Zabaione. Der ganze Spaß kostet dann prompt auch wieder 75,- Franken. Wirklich preiswert ist in der Schweiz eigentlich gar nichts.

Aber es war ein toller Tag und später im Zimmer werden wir von einem schönen Abendrot belohnt. Auch war der Tag aus fotografischer Sicht wirklich ertragreich. Die Infrarot-Bilder aus Sonogno gefallen mir sehr gut. Irgendwie hebt diese Art der Fotografie den mediterranen Stil dieses uralten kleinen Ortes sehr schön hervor.

Aber seht selbst…

Sonogno im Tessin mit Fuji Finepix X100

Sonogno im Tessin mit Fuji Finepix X100

Sonogno im Tessin mit Fuji Finepix X100

Sonogno im Tessin mit Fuji Finepix X100

Sonogno im Tessin mit Fuji Finepix X100

Sonogno im Tessin mit Fuji Finepix X100

Sonogno im Tessin mit Fuji Finepix X100

Sonogno im Tessin mit Fuji Finepix X100

Sonogno im Tessin mit Fuji Finepix X100

Sonogno im Tessin mit Fuji Finepix X100

Sonogno im Tessin mit Fuji Finepix X100

Sonogno im Tessin mit Fuji Finepix X100

Sonogno im Tessin mit Fuji Finepix X100

Mein Praxistest der Fuji Finepix X100 ist damit fast beendet. Morgen geht es wieder zurück nach Haus. Dort werde ich dann ein kleinen Fazit schreiben. Vorab kann ich schon mal sagen, dass ich wirklich sehr positiv überrascht bin welch enormes Potential in dieser kleinen Kamera steckt. Sie sieht nicht nur toll aus, sie ist auch eine wirklich gutes Werkzeug!


Fuji X100 – Praxistest in der Schweiz – Tag 4

Noch heute erinnere ich mich gut an den Januar 2000 und wie es war zum ersten Mal die Schweiz nicht nur kurz mit dem Bus auf dem Weg nach Italien zu durchqueren. Damals habe ich mir am Flughafen Zürich Kloten bei SIXT einen Golf gemietet und bin damit zu einem Meeting nach Luzern gefahren. Ein Navi hatte der Mietwagen damals noch nicht und so musste ich meinen Weg selbst finden. Irgendwie habe ich es damals geschafft die Autobahn in Richtung Süden auf der westlichen Seite des Zürisees zu finden. An einer Raststätte habe ich damals angehalten und mir eine Straßenkarte für die Schweiz gekauft. Danach ging es über einen unscheinbaren kleinen Pass (den Hirzel) in Richtung Zug und weiter nach Luzern.

Viele Monate später war das dann alles kalter Kaffee, die anfängliche Unsicherheit war verflogen und die Schweiz wurde von Montag bis Freitag so langsam aber sicher meine zweite Heimat. Heute fast 12 Jahre später habe ich mehrere Jahre dort verbracht und habe das Land und seine Menschen schätzen und lieben gelernt.

Im Pfingstmontag 2000 habe ich meine alte BMW abgestaubt und bin mit ihr nach Luzern gefahren. In den folgenden Monaten habe ich dieses Land nach Feierabend mit meinem schönen alten 50PS „Dampfer“ durchkämmt und wirklich viele tolle neue Orte, Täler und Pässe entdeckt. Richtig genial fand ich immer den Pragelpass der vom Muotatal bei Schwyz in Nord-Östlicher-Richtung zum Klöntalsee bei Glarus führt. Nimmt man den Klausenpass für die „Rückreise“ so hat man eine großartige etwas abenteuerliche „Feierabendrunde“.

Die Wettervorhersage für heute war nicht wirklich berauschend und so hatte ich heute die Idee, diese Runde endlich einmal wieder abzufahren. Doch bim Blick in die Liste der Alpenpässe wurde schnell klar, dass der Pragelpass derzeit gesperrt ist. Außerdem haben wir Sonntag, da ist er eh gesperrt. Also Plan-B – über den Klausenpass nach Glarus, dann zum Klöntalsee und danach vorbei am Zürisee über den Hirzel und Zug zurück nach Buochs. Das sollte Spaß bringen und locker an einem Tag zu schaffen sein.

Also los… Kurz bevor der Klausenpass landschaftlich wirklich toll wird halten wir kurz an und ich „klebe“ die kleine GoPro HD HERO 1080 auf das Glasdach meines silbrigen Spaßmobils. Es geht weiter bis kurz unterhalb der Passhöhe. Dort halten wir an, die Aussicht ist grandios. Sandra mag nicht aussteigen, sie hat Höhenangst und es geht gleich neben dem Auto kräftig tief nach unten. Also schieße ich mir der kleinen Fuji X100 ein paar Fotos. Das ist aber gar nicht so einfach. Versucht man sein Bild über das rückwärtige Display zu komponieren, so erkennt man im gleißend hellen Sonnenlicht eigentlich gar nichts. Verwendet man den tollen Hybridsucher, so sieht man zwar alles, aber es ist trotzdem schwer den richtigen Ausschnitt zu finden, denn der  Leuchtrahmen zeigt doch nicht ganz exakt das was schließlich auf dem Chip landen wird. Verwendet man des „vollelektronische“ Sucherbild, so ist es irgendwie zu dunkel und so richtig hilfreich ist es daher auch nicht.

Hier einige Impressionen dieser tollen Tour. Das “Fahrvideo” gibt es wenn ich wieder daheim bin und einen vernünftigen Internetzugang habe!

Alle Fotos sind wie immer 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken…

Mit der GoPro HD HERO 1080 auf dem Klausenpass

Auf dem Klausenpass mit Fuji Finepix X100

Auf dem Klausenpass mit Fuji Finepix X100

Auf dem Klausenpass mit GoPro HD HERO 1080

Auf dem Klausenpass mit Fuji Finepix X100

Unter diesen Bedingungen ist eine Spiegelreflexkamera nach wie vor so richtig schwer im Vorteil! Ganz egal wie hell es in der Umgebung auch sein mal, mit einer Spiegelreflexkamera kann ich mein Bild in aller Ruhe komponieren. Das geht mit der X100 auch, aber man muss doch deutliche Abstriche in Kauf nehmen. Wohlgemerkt nur bei extrem heller Umgebung!

Auf der Rückseite des Klausenpass ist es schwer nebelig. An einer Spitzkehre halten wir trotzdem kurz an und ich versuche mich mit einigen Makro-Fotos. Ohne Nahlinse geht das mit der X100 nicht so richtig gut, aber die Ergebnisse sind dennoch ganz brauchbar.

Auf dem Klausenpass mit Fuji Finepix X100 - Makro-Testfoto

Es geht weiter zum MacDonald‘s bei Glarus. Dort gibt es ein schönes Kaltgetränk und einige industriell gefertigte Kohlehydrate…

Wenig später sind wir dann am Klöntalsee. Über dem gewaltigen Gebirgsmassiv auf der Rückseite des Sees wabern schwere Wolken hin und her, es sieht fast aus als wären die Bergzipfel in Zuckerwatte gehüllt. Wirklich sehen kann man sie nicht, aber sie lassen sich erahnen. Dadurch, dass sich die Wolken dort oben fleissig abregnen stürzen an vielen Stellen geniale Wasserfälle aus mehreren hundert Metern Höhe in die Tiefe. Das kenne ich so sonst nur aus Norwegen. Aber auch bei meinem „Erstkontakt“ vor 12 Jahren mit dem Motorrad hatte es am Vortrag schwer geregnet und bereits damals haben mich diese Wasserfälle völlig fasziniert. Leider hatte ich damals nur eine kleine APS-Kamera dabei! Als ich ein paar Jahre später erneut dort war, schien die Sonne, der Himmel war super blau und von Wasserfällen war keine Spur zu sehen, man kann nicht immer Glück haben…

Heute ist das anders! Schlechtes Wetter ist gutes Fotowetter, das zeigt sich hier einmal mehr!

Am Klöntalsee mit Fuji Finepix X100

Am Klöntalsee mit Fuji Finepix X100

Am Klöntalsee mit Fuji Finepix X100

Am Klöntalsee mit Fuji Finepix X100

Am Klöntalsee mit Fuji Finepix X100

Am Klöntalsee mit Fuji Finepix X100

Am Klöntalsee mit Fuji Finepix X100

Als ich gerade mitten drin bin in meiner Fotosession mit Infrarot-Filter und Stativ, macht unerwartet die Batterie schlapp. So ein Mist! Eine Ersatzbatterie habe ich, aber sie liegt daheim in Bonn. Ein Ladegerät habe ich dabei, aber wir müssten zurück zum MacDonald‘s fahren und uns dort eine Steckdose suchen und dazu haben wir keine Lust. Also öffnen wir das Dach des Spaßmobils und genießen einfach die tolle Straße die uns am Seeufer entlangführt.

Später geht es wie geplant über den Hirzel nach Zug. Dort „parkieren“ wir das Auto in einem neuen schier unglaublich sauberen Parkhaus und genießen den unerwarteten Sonnenschein in einem der viele Cafés direkt am Zuger Seeufer. Das Leben kann wirklich schön sein!

Als der Tag sich dem Abend entgegen neigt, geht es entlang am Seeufer in Richtung Brunnen. Dort zweigen wir nach Süden ab und umrunden wieder einmal den „unteren“ Teil des Vierwaldstätter Sees. Pünktlich zum Abendessen sind wir zurück am Hotel und lassen es uns dort noch eine Weile gut gehen. Was für ein toller Tag! Morgen geht es weiter und morgen sind alle Akkus frisch geladen und die Speicherkarten leer gefegt…


Fuji X100 – Praxistest in der Schweiz – Tag 3

Als ich wach werde ist es kurz nach 6h, der erste Blick aus dem Fenster verheißt nicht viel Gutes für den Tag. Um 12h haben wir uns mit Karin und Heinz an der Talstation der Seilbahn in Weggis verabredet, eigentlich wollen wir auf der RIGI eine kleine Fotowanderung unternehmen. Vor dem Frühstück klart der Himmel ein wenig auf und ich nutze die Zeit für einige Makroexperimente mit der kleinen Fuji X100.

Makrofoto mit der Fuji Finepix X100

Nach dem Frühstück halten wir kurz Kriegsrat und weil wir die Spitze der RIGI trotz allem noch nicht wirklich sehen können, verabreden wir uns mit Karin und Heinz um 12h am Bahnhof in Luzern. Der Weg von Buochs nach Luzern ist nicht weit und so sind wir schon etwas eher dort, so dass ich die Zeit für ein paar Experimente im Bereich der “Streetphotography” nutzen kann. Die Fuji X100 ist klein und leicht und das moderate Weitwinkel bietet ein recht hohes Maß an Tiefenschärfe. Zwar ist der Autofokus relativ langsam aber dennoch gelingen einige schöne Fotos aus dem Handgelenk. Im Vergleich mit einer erwachsenen großen Spiegelreflex weckt die X100 bei den fotografierten Personen weniger Unbehagen. Eine kurze Frage “Hey, darf ich Sie fotografieren?” Und fast jeder stellt sich sofort ein wenig in Pose, es ist wirklich toll wie diese Kamera bei den “potentiellen Fotomotiven” ankommt.

Hier habe ich einige weiter Beispielbilder aus der X100 für Euch. Alle Bilder sind wie immer 1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken. Beginnen wir mit der witzigen “Tür ins Nichts”.

Abstrakte Welt mit Fuji Finepix X100

Hier ein Bild der weltberühmten nach dem Brand von 1993 wieder aufgebauten Kapellbrücke. Dieses Ding ist das meistfotografierte Bauwerk der Schweiz  und es ist gar nicht so einfach hier mal eine Perspektive zu finden die nicht täglich hundertfach genauso abfotografiert wird.

Kapellbrücke in Luzern

Hier ein Test für den Dynamikumfang des Chips der X100. Bei krassem Gegenlicht habe ich hier für Euch den alten Pulverturm neben der Kapellbrücke abgelichtet. Zwischendurch hat er auch mal als Gefängnis gedient, heute werden dort Souvenirs verkauft.

Alter Pulverturm an der Kapellbrück in Luzern

Hier ein kleiner witziger Fiat 500 der in einer Seitenstraße als Werbeträger für ein Restaurant dient. Dieses Foto schreit geradezu nach einem heftigen Tonemapping…

Fiat 500 mit Fuji Finepix X100

Weiter geht es in den nach einem Brand von 1971 vollkommen zerstörten und später vom Stararchitekten Santiago Calatrava neu gestalteten Bahnhof. Im Untergeschoss steht eine junge Mutter eine ganze Weile regungslos da und beschäftigt sich mit ihrem Telefon. Zeit für einen schnellen Schuss aus der Hüfte.  Als ich ihr später das Foto zeige grinst sie nur sag “Aber sicher, dass können sie gern haben!”.

Streetfotography mit der Fuji Finepix X100 im Bahnhof von Luzern

Während ich auf Sandra warte die mal kurz verschwinden muss, probiere ich aus was die X100 bei vorhandenem hergibt. Hier ein völlig unbearbeitetes JPG  (Out-Of-The-Cam).

Out-Of-The-Cam mit Fuji Finepix X100

Um Punkt 12h treffen wir Karin und Heinz vor dem Bahnhof. Die RIGI können wir gar nicht sehen, sie ist komplett von Wolken umhüllt. Heute wird es sich nicht lohnen dort hinauf zu fahren, das Geld können wir uns sparen und wir sparen da eine Menge Geld! Statt dessen entschließen wir uns die Glashütte in Hergiswil zu besuchen. Ein Highlight, das bereits seit 12 Jahren auf meiner “Liste” steht.

In der Glashütte ist es krass warm und man kann von einer Empore den Glasbläsern bei der Arbeit zusehen.

Hier ein “Available-Light” Foto mit ISO-800 und Blende 4. Danach ein Ausschnitt aus diesem Bild. Die X100 hat kein Zoomobjektiv, aber die wirklich hohe Auflösung ermöglicht moderate Ausschnitte bei guter Qualität.

In der Glashütte bei Hergiswil mit der Fuji Finepix X100

In der Glashütte bei Hergiswil mit der Fuji Finepix X100

Und weil es so schön ist hier noch ein Vergleich – Original zu Crop

In der Glashütte bei Hergiswil mit der Fuji Finepix X100

In der Glashütte bei Hergiswil mit der Fuji Finepix X100

Oben auf der Empore stehen ganz im Abseits einige Kunstwerke aus teilweise Glas, teilweise diese die Oberfläche sehr uneben und erzeugt wirklich schöne abstrakte Lichtmuster.

In der Glashütte bei Hergiswil mit der Fuji Finepix X100

Hier noch zwei Beispiel für die tolle Bildqualität der X100.

In der Glashütte bei Hergiswil mit der Fuji Finepix X100

In der Glashütte bei Hergiswil mit der Fuji Finepix X100

In der Glasausstellung gleich nebenan finde ich diese ungewöhnliche Thermometer. Die Kontraste waren sehr flach aber die RAW-Bearbeitung bringt dann doch einen Knaller hervor.

In der Glashütte bei Hergiswil mit der Fuji Finepix X100

Nach soviel Glas und Hitze brauchen wir eine kleine Erfrischung. Hinter der Glashütte kann man ganz toll am See sitzen und den Tag bei einem Eis und einer kühlen Limonade genießen. Während wir die Sonne genießen hebt auf dem See neben uns ein Wasserflugzeug nach dem anderen ab und landet wieder. Später erfahren wir, dass hier heute ein Treffen einiger Fans dieser ungewöhnlichen Flugzeuge stattfindet. Irgendwann habe ich dann Sandras Nikon D5100 in der Hand. Als Objektiv ist das große Sigma 120-400mm Telezoom montiert das Heinz in seinem Fotorucksack dabei hat. Ich verfolge einen knallig gelben Flieger und bin entzückt als er direkt vor mit eine Wende fliegt und sich schön in die Bilddiagonale dreht – Perfekt!

Wasserflugzeug mit Nikon D5100 und Sigma HSM 120-400mm

Wenn man dieses Bild anschaut wird klar, dass man auch mit Kameras die deutlich einfacher und preiswerter als die Nikon D800 sind wirklich schöne Fotos machen kann! Wichtig sind das Motiv, das Licht und der richtige Augenblick. Hat man dann noch die passende Brennweite zur Hand, ist es fast egal ob es eine Sony, Olympus, Nikon oder Canon ist. Der Fotograf macht das Bild, nicht die Kamera!

Dann darf ich die Speicherkarte aus meiner Fuji X100 tatsächlich mal in die Nikon D800 stecken die Heinz etwa für mich mitgebracht hat. Mein Herz schlägt schneller und ich bin wirklich ein bisschen aufgeregt. Diese Kamera fühlt sich auf Anhieb gut an. Sie ist ein wenig größer als meine D700, liegt aber trotzdem wirklich gut in der Hand. Alles ist so wie ich es gewohnt bin und ich fühle mich auf Anhieb sehr wohl mit dieser nagelneuen Kamera.

Hier ein Beispiel für die Stärken der Kamera, ein Schnappschuss der eigentlich ziemlich missglückt ist. (Nikon D800, AF-S VR 24-120 @120mm, F/4, ISO-100)

Testbild mit Nikon D800

Das Motiv ist witzig aber es ist voll in der Bildmitte, von einem halbwegs sinnvollen Bildaufbau ist hier keine Spur zu sehen.

Aber schauen wir doch mal was geht… Als ich versuche das Bild mit Photoshop CS5.1 zu öffnen so klappt das nicht. Meine Version von Nikon Camera-RAW braucht ein Update! Nach dem Update auf Version 6.7 kann ich die Datei öffnen, prima! Nikon Capture NX Version 2.3.1 kann sie auch öffnen, ich bin bereit für mein ganz persönliches Exemplar der D800E :-)

Beispielfoto mit Nikon D800 und Nikon AF-S VR 24-120mm

Trotz des verwendeten 24-120mm Zoom-Objektives ist das Bild bei vollständig geöffneter Blende scharf und detailreich. Gespiegelt und beschnitten ist es dann ganz brauchbar. Weniger schön ist das Bokeh dieses Objektives. Aber man muss auch bedenken, dass dieses Objektiv für maximale Abbildungsqualität optimiert wurde, was bei einem Zoom mit derart weitem Brennweitenbereich gar nicht so einfach ist! Ein spezielles Portrait-Objektiv wie das neue AF-S 1.4/85mm würde hier den Hintergrund etwas schöner “verschwimmen” lassen. Aber auch das 24-120 ist schon ganz brauchbar.

Hoch oben über dem Örtchen Horw lassen wir es und am Nachmittag im Gasthaus Schwendelberg richtig gut gehen. Als wir am Abend die Heimreise antreten sind wir wirklich glücklich, dass wir mit Karin und Heinz zwei supernette Schweizer kennen gelernt haben. Auf dem Weg nach Buochs überlegen wir, wann wir sie das nächste Mal in der Schweiz besuchen könnten. Aber vielleicht haben sie ja auch Lust mal einen preiswerten Kurzurlaub in Deutschland zu verbringen :-) ??

Zurück am Hotel steht der ganze Parkplatz voll mit superschönen Jaguar E-Type. Ich bin entzückt und während Sandra im Hotel verschwindet habe ich noch eine spannende Fotosession.

Jaguar E-Type mit Fuji Finepix X100

Jaguar E-Type mit Fuji Finepix X100

Jaguar E-Type mit Fuji Finepix X100

Zum Schluss noch ein Blick auf die friedliche Abendstimmung an diesem wunderschönen Fleckchen Erde.

Vierwaldstätter See mit Fuji Finepix X100

Was für ein wunderbarer Tag…


Fuji X100 – Praxistest in der Schweiz – Tag 2

Nach einer stürmischen Nacht mit Gewitter und schweren Regenfällen sieht unser Alpenpanorama am nächsten morgen ziemlich traurig aus. Die Wolken hängen tief und lassen nichts Gutes für den Rest des Tages erahnen. Schnell ein paar Foto mit der Fuji X100 knipsen und dann geht es auf zum Frühstück.

Morgenstimmung am Vierwaldstätter See bei Buochs

Morgenstimmung am Vierwaldstätter See bei Buchs mi Fuji X100

Beim Frühstück bin ich erstaunt, dass das Rührei 6 Franken extra kostet. Aber es ist lecker und sicher aus besonderen Bio-Eiern hergestellt. Morgen werde ich ein einfaches gekochtes Ei essen, das ist im Übernachtungspreis enthalten…

Nach dem Frühstück geht es auf in Richtung Luzern. Wir entscheiden uns für den langen Weg um den süd-östlichen Teil des Sees herum. Kurz hinter Buochs biegen wir bei Beckenried versehentlich falsch ab und landen so in einer wirklich schönen viele Kilometer langen Sackgasse hoch oben auf dem Seelisberg der gewagt in den Vierwaldstätter See hineinragt und famos Ausblicke auf die anderen Ufer dieses auf so wunderbare Art und Weise verzweigten Sees freigibt.

Hier habe ich unserer Routenplanung – einfach Anklicken um sie in der originalen Auflösung sehen zu können.

Unsere Routenplanung - Buochs nach Luzern

Fotos entstehen leider keine, denn es regnet ohne Unterlass. Irgendwie ist es schon frustrierend. Ich bin selbständig und wenn ich den Einkommensausfall, die Hotelkosten und alles andere zusammen rechne, so sind diese wenigen Tage wirklich richtig richtig teuer. Aber irgendwann muss man ja auch mal etwas anderes sehen und außerdem möchte ich die Fuji X100 endlich so richtig auf Herz und Nieren testen.

Als wir auf der Höhe der Tellsplatte sind, halten kurz an. Hier zeigt sich schnell, dass es ein Fehler war den Weitwinkel-Konverter daheim zu lassen. Die Berge auf der anderen Seite des Sees sind majestätisch und wirklich schön, aber sinnvoll ablichten lassen sie sich mit der Fuji X100 aus dieser Perspektive leider nicht. Auch habe ich meinen kleinen selbstgebauten Nodalpunktadapter daheim vergessen. Irgendwie bin ich weniger gut vorbereitet als ich es gedacht hatte…

Zwischenstopp an der Tellsplatte am Vierwaldstätter See mit Fuji X100

Gegen Mittag treffen wir in Luzern ein. Am Ortseingang ist der übliche Stau und als wir endlich in der Tiefgarage im Löwencenter einen der 13 freien Parkplätze ergattert haben sind wir überglücklich. Kurz drauf sitzen wir im Restaurant des Hotels Reebstock. Hier habe ich viele viele Monate meines Beraterlebens verbracht und es ist ein wenig so, als würde man ich wieder nach Hause kommen. Ganz witzig ist es da, dass eine der Kellnerinnen mich nach all den Jahren noch wieder erkennt. Seit die Eigentümerin sich im Jahr 2008 von diesem kleinen Juwel verabschiedet hat, hat sich vieles geändert.

Der Reebstock ist sicher noch ein gutes Hotel, aber es ist dennoch nicht mehr so wie damals.

Frisch gestärkt geht es gegen 15h rüber ins Löwencenter, es regnet wieder ohne Unterlass. Nach einem kurzen Einkauf sitzen wir im Auto und überlegen was wir machen sollen. Es geht zum Verkehrshaus der Schweiz. Schauen wir doch mal was es dort gibt. Sandra steigt kurz aus und checkt den Spielplan im dort ebenfalls ansässigen IMAX-Kino. Es gibt Man in Black III in 3D und Titantic in 3D – beides nicht ihre Filme. Frustriert vom vielen Regen geht es weiter zurück in Richtung Buochs. Dort lassen wir bei einem tollen Abendessen den Tag ausklingen.

Als ich später diesen Block schreiben möchte ist der Akku meines MaxBook endgültig erschöpft, es braucht frische Energie. Ziemlich überrascht muss ich jedoch feststellen, dass der dicke Schuko-Stecker des Netzteils für mein MacBook hier im Zimmer in keine einzige Steckdose passt! Die beiden Kontakte sind sind fach zu dick! Mist, wie soll ich ohne Strom bloggen?

Etwas frustriert überlege ich was gehen könnte. Dann habe ich eine Idee. Am Apple-Netzteil kann man das Stromkabel abziehen. Dort passt ganz prima das Stromkabel hinein, dass zum Lagegerät der kleinen Fuji X100 gehört. Die Kontakte am anderen Ende des Kabels sind etwas dünner und so passen sie in eine Schweizerische Steckdose! Mein BLOG ist gerettet…

Während ich den Tag Revue passieren lasse und mir die wenigen Fotos anschaue kommt mir in den Sinn, dass die 119 Franken für unser Abendessen echt teuer waren. Auch die beiden Salate zur Mittagszeit haben mit 70 Franken ordentlich das Budget belastet. An der Tankstelle haben wir 1.82 Franken für einen Liter Super bezahlt und das Parken im Löwencenter hat für zwei Stunden 8 Franken gekostet. Eine Reise in die Schweiz gehört nicht zum preiswertesten was man sich vorstellen kann. Für 5 Tage Urlaub in der Schweiz könnte man auch 14 Tage Urlaub auf Teneriffa buchen und sehr individuell auf der Finca San Juan wohnen. Man könnte dort dreimal am Tag sehr gut essen und würde noch weniger bezahlen als hier allein das Abendessen kostet. Ok ok, ich will nicht klagen, schließlich habe ich es mir selbst ausgesucht, aber teuer ist es hier trotzdem!

Und der WLAN-Zugang via monzoon ist eine einzige Krankheit. Will man ein Bild in seinen BLOG hochladen, so „friert“ der Safari Browser auf dem Mac immer wieder ein. Kann ich daheim meinen BLOG einfach via Safari-Web-Browser schreiben und Bilder verknüpfen usw. so muss ich hier alles in Pages oder einem anderen Programm vorschreiben und hoffen, dass ich es später auch veröffentlicht bekomme. So schlecht wie das WLAN funktioniert so teuer ist es. Rein rechnerisch ist für uns eine Buchung für 7 Tage die sinnvollste Lösung, aber das kostet 69 Schweizer Franken. Dafür kann man bei 1&1 in Deutschland schon fast 60 Tage VDSL bekommen. Aber hier ist eben vieles doch ein wenig anders. Wer hier her verreist muss wissen was ihn erwartet, sonst bekommt er hier regelmäßig die Krise.

Hier habe ich noch ein Infrarot-Foto, das ich heute morgen um etwa 10h vom Balkon unseres Hotelzimmers aufgenommen habe.

Morgenstimmung über dem Vierwaldstätter See mit Fuji X100 und Infrarotfilter

Ich muss wirklich sagen, dass mich die Unwirklichkeit dieser Infrarot-Bilder echt umhaut. Sobald es mal nicht die ganze Zeit regnet werde ich mal schauen wie es aussieht wenn man auf belebten Plätzen mit Belichtungszeiten von etwa 5 Sekunden fotografieren kann!

Morgen wollen wir uns um 12h in Weggis an der Talstation der Seilbahn mit Heinz und seiner Frau treffen. Gemeinsam wollen wir ein wenig oben auf der RIGI spazieren gehen. Ich werde eine CF-Speicherkarte dabei haben und Heinz hat mir versprochen, dass ich ein paar Testbilder mit seiner nagelneuen Nikon D800 aufnehmen darf. Darauf freue ich mich schon sehr. Eigentlich war diese Tour als “Erprobungsrunde” für meine Nikon D800E gedacht, aber von dieser Kamera ist bislang selbst am Horizont noch keine Spur zu sehen.

Also schauen wir morgen mal was in der D800 steckt :-)


Fuji X100 – Praxistest in der Schweiz – Tag 1

Fuji X100 - Infrarot Sunset in Buochs am Vierwaldstätter See

Nach einigen Monaten ohne Urlaub freuen wir uns unbändig auf ein paar freie Tage. Es soll in die Schweiz gehen, ein genaues Ziel haben wir nicht, irgendwas in der Nähe von Luzern wäre schön. Luzern kenne ich sehr gut, dort habe ich mehrere Jahre gearbeitet und bin rund um Luzern schon viele tausend Kilometer mit dem Motorrad unterwegs gewesen.

Als wir in Mainz starten zeigt das Thermometer 21°C, Sekunden später ist das Dach geöffnet. Unser erstes Ziel ist Ebersheim. Dort interessiere ich mich für eine kleine Wohnung und es könne mein neues Zuhause werden. Nach einer kurzen Stippvisite und einem Frühstück in der Nähe von Nieder-Olm geht es weiter. Im Navigationssystem gebe ich Colmar in Frankreich als Zwischenziel ein. So sucht sich das Navigationssystem einen schönen Weg durch das östliche Frankreich. Auf den französischen Autobahnen ist nicht viel los, auch mutet es so an als hätten die Franzosen heute keinen Feiertag.

Kurz vor Basel wechseln wir über den Rhein zurück auf die A5. Beim letzten Rastplatz vor der Grenze halten wir kurz an und kaufen für 35 Euro eine Vignette. Es ist bereits Juni und diese Vignette ist schon zur Hälfte abgelaufen. Eigentlich ist es total unfair, dass man den vollen Preis bezahlen muss, auch wenn man sie nur noch 7 Monate nutzen kann!

Aber ich will einen kleinen Trick versuchen. Im Handschuhfach habe ich etwas TESA-Film. Damit kleben wir die Vignette vorsichtig von innen in die Windschutzscheibe. So kann ich sie später „spurlos“ entfernen und sie vielleicht bei einer Herbsttour mit dem Motorrad erneut benutzen.

An der Grenze bei Basel müssen wir eine Weile warten, das Thermometer klettert auf fast 30 Grad. Wir kühlen uns die Füße mit der Klimaanlage. Als wir an der Reihe sind will ich unsere Reisepässe zeigen aber einer der drei Grenzbeamten winkt uns durch. Als ich gerade auf das Gaspedal treten will reißt er den Arm hoch und springt vor mein Auto. Was ist jetzt? Wie Terroristen sehen wir doch gar nicht aus, eher wie übergewichtige Spießbürger.

Aus dem Augenwinkel hat er gesehen, dass die Vignette verkehrt herum am Fenster klebt. Die „12“ ist auf der Klebeseite ROT auf der Innenseite WEISS. Auf der Innenseite ist noch das schützende Stück Papier und ihm ist es aufgefallen. „Das ist nicht zulässig!“ sagt er mir mit bestimmter Stimme. Wir müssen die teure zur Hälfte abgelaufene Vignette von der Scheibe lösen. er zieht das Papier der Unterseite ab und dann wird sie so in die Windschutzscheibe geklebt, dass man sie garantier nicht abbekommt ohne sie zu zerstören. Na prima…

Ziemlich verärgert setzen wir unserer Reise fort. Stau haben wir bis Luzern nicht mehr und ich bin erstaunt, dass die Großbaustellen rund um Luzern inzwischen alle fertig sind. Durch blitzblanke neue Tunnel fahren wir in Richtung Buochs. Dort kenne ich das kleine Hotel „Rigiblick am See“. Als wir dort ankommen ist es fast 17h, wir sind hungrig und so bin ich froh, dass wir ein Doppelzimmer für 208,- Euro bekommen. Schnell sind unsere Koffer hoch getragen. Kurz darauf genießen wir ein tolles Essen mit Vorspeise, tollem Schweizer Weißwein und einer großen Portion Fischknusperli mit Salat. Zum Dessert gibt es einen Espresso und eine gebrannte Creme mit Rahm. Was für eine Kalorienbombe…

Als wir gerade fertig sind fallen die ersten Regentropfen und wir helfen den Kellnerinnen schnell die Sitzkissen einzusammeln. Kurz drauf kommt die nette Dame die mir das Zimmer 35 gezeigt hat, gesekten Blickes auf mich zu. „Ich habe gerade einen Rüffel vom Chef bekommen. Er meint das Zimmer 35 wäre nicht so schön und ich soll ihnen doch das Zimmer 31 mit Seeblick geben. Ich hoffe sie haben noch nicht ausgepackt?“

Das haben wir nicht! Und so sitzen wir ein paar Minuten später mit einem breiten Grinsen auf einem Balkon in der 3. Etage und haben einen vorzüglichen freien Blick auf den Vierwaldstätter See und einige Viertausender am Horizont. Was für ein schöner Tag.

Auch wenn ich mich nach der vielen Futterei kaum noch bewegen kann, so zücke ich doch meine Fuji X100, montiere sie auf mein kleines leichtes Manfrotto Stativ und schraube verschiedene Filter vor das Objektiv. Später am Notebook gefallen mir dann die Bilder die ich mit dem Infrarot-Filter gemacht habe irgendwo am allerbesten. Das Geniale dabei ist, dass die Camera das wenige Licht das den Filter auf den Chip fällt so gut aufbereitet, dass man entweder im Hybridsucher oder auf dem rückwärtigen Display sein Motiv ganz perfekt komponieren kann. Bei der Nikon D700 geht dies beispielsweise nicht. Da muss man sein Bild OHNE den Infrarotfilter komponieren und den Filter ständig an- und wieder abschrauben. Das ist sehr lästig und wer es mal gemacht hat wird die X100 speziell bei der Infrarot-Fotografie sehr zu schätzen wissen!

Hier noch ein Infrarot-Bild aus der genialen kleinen Fuji Finepix X100.

Fuji X100 - Infrarot Sunset in Buochs am Vierwaldstätter See

Während wir den Abend bei einigen Leckereien aus der Minibar ausklingen lassen sind wir froh und glücklich, dass diese Reise so wunderbar begonnen hat.


Fuji X100 – Praxistest in der Schweiz

Es ist Donnerstag und wir haben lange geschlafen weil heute ein Feiertag ist. Den Freitag haben wir frei und die nächste Woche können wir auch machen was wir wollen. Was für ein Luxus :-)

So (ähnlich) wird unsere Route aussehen:

Reiseroute von Mainz nach Luzern

In den nächsten Tagen wir die geniale kleine Fuji X100 beweisen müssen was in ihre steckt. Mit im Gepäck sind verschiedene Speicherkarten, Verlaufsfilter, ein Polfilter und endlich einmal wieder ein Infrarotfilter. Natürlich noch ein Stativ und ein Drahtauslöser. Das Wetter soll sehr durchwachsen sein. Wenn es zu fies wird, fahren wir einfach weiter nach Italien. Schließlich sind wir frei wie die Vögel und keine Pauschaltouristen :-)

Hier ein kleiner Vorgeschmack, diese Fotos habe ich Mai 2008 mit einer Nikon D300 rund um Luzern aufgenommen. Alle Fotos sind wieder 1000 Pixel breit, also anklicken wenn es größer sein soll.

Mit der Gongel hoch zur RIGI - Blick auf den Pilatus

Blick von der RIGI hinüber zum Pilatus

In Luzern an der Reuss

Abendstimmung mit Blick auf den Pilatus bei Weggis am Vierwaldstätter See

Abendstimmung mit Blick auf den Pilatus bei Weggis am Vierwaldstätter See

Ja, dann mal los…


Fuji X100 – Bilder ohne Nachbearbeitung, geht das?

Inzwischen kennen die meisten unter Euch die “Erste Regel” der digitalen Fotografie “Shoot RAW!” Doch RAW-Bilder sind auch groß und manchmal unhandlich. Ist man auf langen Reisen unterwegs und möchte nur hier und da eine kleine Erinnerung aufzeichnen, so muss es nicht immer das RAW-Format sein. Der Schlüssel zum Erfolg liegt hier in der sofortigen kritischen Kontrolle der Ergebnisse und der Beherrschung aller für die kamerainterne RAW-Konvertierung relevanten Parameter.

Macht man hier alles richtig, so liefert die kleine Fuji Finepix X100 überraschend gute Ergebnisse. Die Möglichkeiten der Nachbearbeitung sind wegen des kleineren Farbraums usw. gegenüber den RAW-Bildern aber deutlich eingeschränkt, oft jedoch durchaus ausreichend. Die wichtigen Parameter sind Weißabgleich, Belichtung, Filmsimulation, Schärfe, Sättigung, Dynamik usw. Mit ein wenig Übung findet man hier die für das gewünschte Bildergebnis passenden Einstellungen und kann in Ausnahmesituationen auch mal gegen die “Erste Regel” verstoßen :-)

Hier habe ich einige Beispielbilder die für Euch vor einigen Tagen in Monschau an der Grenze zu Belgien aufgenommen habe. Alles ist komplett unbearbeitet, so wie die Kamera die Bilder auf die Speicherkarte geschrieben hat. Ich habe alle Bilder zusätzlich im RAW-Format aufgenommen, daher sind die JPG-Dateien auf 3 Megapixel reduziert. Um daraus ein Bild im Format 10×15 für das Fotoalbum zu machen ist das noch immer mehr als ausreichend.

Aber seht selbst – Die Bilder einfach anklicken um sie im Original zu öffnen…

 

Hier noch ein “Negativbeispiel” für ein Bild mit “irreparablen” Überstrahlungen. Die grelle Sonne macht es hier dem Belichtungsmesser besonders schwer. Da hilft nur die sofortige kritische Bildkontrolle. Fallen dabei starke Überstrahlungen auf, so kann man den Belichtungsmesser entsprechend korrigieren, das geht bei der X100 ganz besonders einfach. Oder man nimmt einfach gezielt einzelne Fotos im RAW-Format auf. Auch hier ist die korrekte Belichtung essentiell wichtig, aber es ist einfach mehr Spielraum vorhanden um dunkle Bildbereiche so aufzuhellen, dass sich letztlich noch ein gutes Resultat erzielen lässt.

Hier noch ein Beispiel für ein Motiv das ich im Abstand von etwa zwei Stunden für Euch aufgenommen habe. Beim ersten Bild steht die Sonne noch sehr hoch und die Schatten sind wirklich krass. Der Eingangsbereich der kleinen Kapelle liegt fast komplett im Schatten des Vordachs. Ein idyllisches Motiv, aber nicht schön eingefangen.

Hier ist der Stand der Sonne günstiger, aber die Belichtung ist etwas zu knapp gewählt, das Ergebnis ist unbefriedigend.

Hier das gleiche Bild nach der RAW-Konvertierung und voller Auflösung – einfach anklicken…

Konvertiertes RAW-Bild aus Fuji Finepix X100 - Beispielbild - Monschau

Die Steine im Wasser sind nicht mehr überstrahlt und die dunklen Bildbereiche rechts im Bild haben noch deutlich Zeichnung und zeigen keine Artefakte. Der Weißabgleich ist zu dem etwas wärmer gewählt und die Abbildungsfehler des Objektives sind korrigiert. Schaut man sich das Bild in Originalgröße an, so ist es scharf bis in die Ecken und jedes einzelne Blatt ist deutlich erkennbar. Die RAW-Konvertierung ist nicht unbedingt perfekt aber sie zeigt wie viel mehr in den RAW-Bildern steckt.

Mein Fazit

Bilder “Out-of-the-Cam” – ich denke es geht solange die Lichtsituation nicht zu schwierig ist. Wer mit Speicherplatz geizen muss und keine sehr hohen Ansprüche an die technische Qualität seiner Bilder stellt, der kann zwischendurch auch einfach mal nur den JPG-Modus benutzen. Im wesentlichen müssen hier die Belichtung und der Weißabgleich kontrolliert eingesetzt werden. Dann sind die Ergebnisse in der Regel ganz brauchbar.

Wer aber aus seiner Kamera das letzte BIT herausholen möchte, der kommt auch bei der X100 nicht um die Nutzung des RAW-Modus herum.

Also: SHOOT RAW – IF POSSIBLE


10 Jahre Nikon-Fotografie

Das Vorhaben alle meine CD’s in die Apple iCloud zu kopieren gestaltet sich zunehmend als schwierig. Hunderte von CD’s warten noch in Kisten und Kartons auf den Weg in die iCloud aber sie ist voll! Da heißt es jetzt “selektieren” – auch wenn es weh tut – der Schrott muss weg – definitiv! Doch das gestaltet sich mehr und mehr als Abenteuer. iTunes produziert eine Fehlermeldung nach der anderen und mein “Hauptrechner” ist unter Windows 7 seit zwei Wochen damit beschäftigt genau die Songs in die Cloud zu “pumpen”, die via iTunes-Match nicht erkannt wurden.

Es muss in großem Stil aufgeräumt werden! Zu blöd, das iTunes sogar auf dem Mac gern einfach mal abschmiert wenn man mehrere hundert Dubletten, ungeeignete Dateien und anderen Schrott aus seiner Mediathek und der iCloud löschen möchte. Aber in all dem Chaos gibt es auch kleine Lichtblicke! So ist mir doch heute eine winzig kleine MP3-Datei ins “Auge gesprungen” die ich vor sage und schreibe 11 Jahren auf meinem Klavier im meinem Wohnzimmer mit 5 Mikrophonen, einem Mackie-Mischpult und einem DAT-Recorder aufgenommen habe.

Mit dem neuen AKG Kopfhörer klingt das gar nicht mal schlecht, eigentlich sogar gut genug um es nicht auf der 2001er Weihnachts-CD versauern zu lassen. Man könnte diese “meditative kleine Perle” bei YouTube einstellen, dann kann sie jeder hören und mir sagen wie es ihm gefällt. Mit Final Cut Pro X ist schnell ein Titel gemacht und das Lied darunter gelegt, aber das Ergebnis ist super langweilig. Eigentlich wäre eine Diashow ganz nett? Ich gebe bei der Google-Bildersuche einfach mal Ansgar Hillebrand fotocommunity ein und finde auf einen Schlag viele viele Fotos die ich im Laufe der letzten Jahre in der fotocommunity abgelegt habe. Gleich neben meinen Safari-Webbrowser ist ein Fenster des “Finders” geöffnet. Via Drag & Drop wandert so ein Bild nach dem anderen in einen Ordner auf der lokalen Festplatte.

Doch wie macht man aus den vielen Bildern ohne großen Aufwand eine ansprechende Diashow? Da kommt mir eine Idee – auf dem Mac gibt es doch iPhoto! Damit habe ich mich schon mehrfach beschäftigt und versucht ansehnliche Fotobücher zu erstellen. Diese habe ich letztlich alle wieder verworfen weil iPhoto bei vielen Fotos kein vernünftiges Fotobuch mehr hinbekommt – Sorry Annette – es waren die Bilder Deines 50. Geburtstages – ich schäme mich ja auch – aber iPhoto kriegt das einfach nicht so hin wie ich es mir gewünscht habe… :-(

Aber vielleicht klappt es ja mit einer Diashow? Und siehe da, das ist gar nicht schwer. Es gibt verschiedene nette Vorlagen, man kann die Musik selbst auswählen, alles ganz einfach. Doch dann dauert es doch etwas länger weil ich die Fotos sortieren möchte. Einen richtigen Leuchttisch hätte ich gern, aber iPhoto stellt einfach nur alle Bilder in einer langen Reihe nebeneinander dar. Man kann sie verschieben, doch wenn es viele Bilder sind, gerät das zur Geduldsprobe. Doch letztlich ist es dann fertig! Ich exportiere die Diashow in Full HD mit allerhöchster Auflösung, das dauert eine ganze Weile, aber es klappt! Doch das Ergebnis haut mich um! Keine 5 Minuten dauert das Video und es hat 2,27 GB – was für ein Wahnsinn dieses HD-Zeitalter doch ist… Also versuche ich mich mit anderen Einstellungen. Schließlich wähle ich “Exportieren für Monitor”. Damit entsteht nach etwa 20 Minuten eine 0,23 GB große Datei – das ist ok! Man sieht zwar deutliche Spuren der krassen Kompression, aber YouTube würde auch die gewaltige Video-Datei auf eine Qualität eindampfen die nur wenig besser wäre, wenn überhaupt… Also ab damit in Richtung YouTube.

Und hier ist sie nun, meine erste iPhoto-Diashow mit lauter selbst fotografierten Bildern (relativ wahllos ausgewählt) und einem kleinen selbst gespielten Präludium von Johann Sebastian Bach aus dem Jahr 2001 – Violà…


Fuji X100 – Fotografieren bei Available-Light

Das Thema “Fotografieren bei vorhandenem Licht” ist so alt wie die Fotografie selbst. Irgendwie ist der Titel ein wenig paradox, wie soll man ohne das vorhandene Licht fotografieren? Aber lassen wir diese Spitzfindigkeiten, es geht darum lediglich das vorhandene Licht zu nutzen und keine zusätzlichen Lichtquellen wie Blitzlichter oder Scheinwerfer einzusetzen um die Szenerie auszuleuchten. Der Einsatz von Reflektoren oder ähnlichen Hilfsmitteln ist dabei durchaus legitim, ist bei Hardcore-Available-Light-Fotografen aber verpönt.

Heute möchte  ich Euch kurz zeigen wie man mit der Fuji Finepix X100 ohne jeglichen zusätzlichen Schnickschnack sehr schön ausdrucksstarke Momentaufnahmen hinbekommt.

Als Beispiel habe ich einige Fotos die heute ganz spontan zur Mittagszeit in meinem Büro entstanden sind. Meine X100 hatte ich mehr oder wenig zufällig dabei, geplant war nichts und eigentlich wollte ich meinem Kollegen Niklas nur kurz demonstrieren, dass man mit dieser kleinen unscheinbaren Kamera im Retrokleid mehre als nur Knipsbilder machen kann. Nach dem ersten Bild hat er mich dann gefragt warum ich die Kamera zur Seite geschwenkt habe. Ganz einfach, es sieht bei den meisten Portrait nicht gut aus wenn der portraitierte Mensch mittig im Bild zu sehen ist. Schaut man bei Kinofilmen berühmter Regisseure und Kameraleute bewusst hin stellt man fest, dass auch sie diese Regel praktisch immer befolgen. In der Mitte der Fotos sind die “Verlierer” der Filme. Die Stars und Helden stehen meist im linken oder rechten Drittel des verfügbaren Ausschnitts.

Nachdem einer kurzen Diskussion dann das gleiche Fotos mit Niklas in der Bildmitte. Die Aussage ist gänzlich anders. Dann fällt uns auf, dass die Leuchtstoffröhren an der Ecke einen (umgekehrten) V-förmigen Lichtschein auf die Wand bringen. Als Niklas mittig davor stand sah es coole aus, fast wie ein Heiligenschein. So entstanden innerhalb kürzester Zeit drei sehr unterschiedliche Fotos die Ihr hier seht. Diese Bilder könnt ihr hier sehen. Ich habe sie nur auf 590 Pixel Seitenbreite verkleinert, sie sind also völlig “ungeschminkt”. Die “getunten” Versionen sehr ihr in etwas höherer Auflösung weiter unten. Aber nun zur Diskussion dieser Bilder…

Bild 1 - Fuji FinePix X100 - Available Light

Bild 2 - Fuji FinePix X100 - Available Light

Bild 3 - Fuji FinePix X100 - Available Light

Schaut man sich Bild 1 und 2 im Vergleich sehr genau an, wird eine Schwäche der Fuji X100 im Bezug auf die Portrait-Fotogafie sichtbar. Diese Kamera hat ein eingebautes Weitwinkelobjektiv mit fixer Brennweite. Diese Objektive sind für Portraits aus nächster Nähe meist recht ungeeignet weil sie die Proportionen der Gesichter der fotografierten Personen verzerren. Je näher man einem Gesicht kommt umso mehr tritt der Abstand zwischen Nasenspitze und Ohren negativ in Erscheinung. Fotografiert man ein Gesicht beispielsweise mit einem extremen Weitwinkelobjektiv aus nur 2-3 cm Entfernung, so wäre die Nase riesengroß abgebildet, die Ohren aber unverhältnismäßig klein. Das Ergebnis sind die “Knollnasen-Bilder” die tagtäglich mit den Handys dieser Welt geknipst werden. Schön sind sie nicht. Wer mit der X100 ein Portrait fotografieren möchte sollte dies immer im Hinterkopf behalten – Abstand – das hier ganz wichtig.

Doch durch den Abstand gelangen auch mehr Elemente der Umgebung auf das Bild, dies lenkt oft von der portraitierten Person ab. Profis nutzen deshalb meist ein leichtes Teleobjektiv. Durch den engen Blickwinkel hebt sich die fotografierte Person schön von der Umgebung ab. Auch kann bei komplett geöffneter Blende die Tiefenschärfe so weit reduziert werden, dass Bildelemente des Hintergrundes sehr schön in Unschärfe verschwimmen. Ob diese Unschärfe schön aussieht oder nicht, daran reiben sich ebenfalls viele Fotografen. Die Hintergrundunschärfe wird meist als “Bokeh” bezeichnet. Makroobjektive sind für höchsten Detailreichtum ausgelegt und haben oft kein wirklich tolles Bokeh, sind also für Portraits meist nicht die erste Wahl. Objektive wie das Nikon AF-D 1.4/85mm sind speziell für die Portraitfotografie konstruiert und ihr Bokeh ist meist wirklich umwerfend. Diese Objektive heben die Personen schön vom Hintergrund ab und lenken das Auge des Betrachters implizit auf das Wesentliche.

Wie sieht es diesbezüglich bei der Fuji X100 aus? Das Objektiv dieser Kamera ist 1:2.0 relativ lichtstark und liefert bei geöffneter Blende ein brauchbares Bokeh. Es ist nicht mit dem Nikon 1.4/85 zu vergleichen, aber wie man in den Beispielbildern sieht durchaus brauchbar.

Um mit der X100 ohne Stativ und Blitzlicht fotografieren zu können habe ich spontan ISO-400 eingestellt. Bei Blende 2.0 hat die Kamera dann 1/420s belichtet. Eine Bewegungsunschärfe ist damit fast ausgeschlossen, schaut man sich die Bilder im der 100% Ansicht an, so sind sie erstaunlich scharf und detailreich.

Hier ein 100% Ausschnitt:

Schaut man genau hin so sieht man, dass die Nasenspitze nicht wirklich scharf ist, die Bartstoppeln und die Wimpern aber sehr deutlich abgebildet sind. Damit wären wir beim nächsten Aspekt der Portrait-Fotografie angekommen. Die Augen der Menschen sind oft der wesentliche Aspekt eines Portraitfotos. Die Augen sollten scharf abgebildet sein, aber wie man hier sieht, beträgt die Tiefenschärfe selbst bei der X100 mit voll geöffneter Blende nur wenige Zentimeter. Hier sind Erfahrung und Präzision die besten Helfer. Es ist oft auch hilfreich mehrere Fotos nacheinander zu machen. Zum einen “entkrampft” sich das Modell, denn es tut ja gar “nicht weh”. Zum anderen steigt mit jedem Bild die Chance, dass die Schärfeebene perfekt dort liegt wo man sie haben möchte, auf den Augen.

Fotografiert man ein Gesicht von der Seite ist es oft kaum möglich beide Augen scharf abzubilden. Hier muss man sich also entscheiden, die meisten Fotografen entschließen sich in dieser Situation das Auge scharf abzubilden welches der Kamera am nächsten ist. Das kann man machen, muss man aber nicht. Oft ist auch eine etwas andere Perspektive eine gute Option.

Nun zur Ausarbeitung der Fotos. Die drei oben gezeigten Bilder haben einen gelblichen Farbstich. Mit den Farben nimmt es die X100 sowieso nicht so ganz genau. Hier müsste man eigentlich mit Tools wie beispielsweise dem X-Rite Colorchecker Passport zu Beginn der Session ein Referenzbild aufnehmen aus dem sich ein zur Session passendes ICC-Profil für die RAW-Konertierung ableiten lässt. Hat man all das nicht zur Verfügung, so ist kann man jedoch später bei der RAW-Konvertierung viele Schwächen der Bilder ausgleichen.

Hier habe ich Bild 3 mit Adobe Camera-RAW Version 6.6 in ein JPG konvertiert. Die Farbsättigung habe ich verringert, die Objektivkorrektur hat Vignettierung und Verzeichnungen des Objektivs verschwinden lassen. Dann habe ich noch die knallig rote Ecke des Bürostuhl und ein paar kleine Unschönheiten mit dem Kopierstempel entfernt. That’s it! (1000 Pixel breit – einfach anklicken)

Zum Abschluss hier noch die Schwarz-Weiss Version dieses Bildes. Hier habe ich in Photoshop CS 5.1 den Black&White Dialog verwendet. Ausgehend von der Simulation eines Gelbfilters habe ich die Graustufen so angepasst, dass sich ein harmonisches Gesamtbild ergibt. Zum Abschluss habe ich einen ganz leichten Sepia-Farbton ergänzt.

Ob der Lichtschein im Hintergrund nun cool ist oder nicht muss jeder für sich selbst entscheiden. Je öfter ich ihn anschaue umso weniger gut gefällt er mir inzwischen, aber das ist eben “Available Light”. Hier hilft nur die gezielte Beurteilung der Bilder im Rahmen der Aufnahmesession. Durch Änderung der Perspektive und “Wandern im Raum”  können unterschiedliche Stimmungen eingefangen werden. Später bei der Ausarbeitung des Bildmaterials kann man sich dann in Ruhe für einzelne Bilder der Session entscheiden.


Fuji X100 – Die perfekte Landschaftsfotografie

Ihren guten Ruf als perfektes Werkzeug für die Street-Fotografie hat die Fuji Finepix X100 nicht zu unrecht. Das lichtstarke leichte Weitwinkelobjektiv und der vergleichsweise große Chip machen diese Kamera aber auch zu einem tollen Werkzeug für die Landschaftsfotografie. Heute will ich Euch hier vier völlig gleiche und dennoch extrem verschiedene Fotos vorstellen die gestern im Laufe des Tages entstanden sind. Bild 1 habe ich um 12:00 bei hoch stehender Sonne und einem für den April so typischen Wolkenhimmel aufgenommen. Bereits um 14:00 sah die Szenerie ganz anders aus, aber zwischen diesen Bildern liegen immerhin auch zwei volle Stunden!

Ganz anders am Abend, Bild 3 ist um 20:00 entstanden, Bild 4 bereits um 20:15!

Vergleicht man diese Bilder, so haben sie aufgrund des intensiven Wolkenhimmels alle ihren Reiz. Doch mein ganz persönlicher Favorit ist Bild Nummer 4. Für meinen Geschmack bilden hier die milden Kontraste und die intensiven Farben einen schönen Gegenpol zum statischen Symmetrie des eigentlich relativ langweiligen Motivs.

Bonner Museumsmeile mit Fuji Finepix X100

Bonner Museumsmeile mit Fuji Finepix X100

Bonner Museumsmeile mit Fuji Finepix X100

Bonner Museumsmeile mit Fuji Finepix X100

In einem Buch über die Geschichte der Fotografie habe ich vor einer ganzen Weile einen Bericht über einen deutschen Fotografen gelesen, der vor mehr als 100 Jahren mit dem Auftrag die Akropolis in Athen zu fotografieren nach Griechenland gereist ist. Als er heimkehrte hatte er etwa 20 verschiedene Fotografien der Akropolis dabei. Entstanden sind diese Fotografien im sagenhaften Zeitraum von 12 Monaten! Er hat sich das schwierige Motiv damals mühsam erarbeitet. Zunächst hat er einige Wochen lang die richtige Perspektive gesucht und dann mehrere Monate zu unterschiedlichen Jahreszeiten immer wieder neue Fotos aufgenommen. So hat er letztlich ein bis heute bekanntes perfektes Foto der Akropolis geschaffen. Millionen von Touristen knipse jährlich das gleiche Motiv, aber nahezu keines dieser Bilder hat auch nur annähernd die Qualität der über 100 Jahre alten Fotografie.

Einer der berühmtesten Landschaftsfotografen der “Neuzeit” ist Ansel Adams. Seine Fotos kennt zumindest in den USA fast jedes Kind. Auch er hat sich seine Motive mit langem Zeitaufwand mühsam erarbeitet und letztlich unvergleichliche Ergebnisse erzielt.

In unserer schnelllebigen Zeit ist dieses Herangehen kaum mehr möglich. Und selbst mit Hilfe der immer perfekter werdenden Kameras ist der wichtigste Einflussfaktor in der Landschaftsfotografie bis heute noch immer das Licht. Die Frage die ich hier stellen möchte lautet:

Ist es im Jahr 2012 mit geringem zeitlichen Aufwand möglich gute Landschaftsfotografien zu erstellen? Ich denke JA!

Heute gibt es viele Hilfsmittel die noch vor 20 Jahren nicht zur Verfügung stehen. Beispielsweise kann man via Google-Earth ein Gelände zuvor virtuell erkunden und sogar den Schattenwurf der Sonne im Laufe eines Tages simulieren. Auf Panoramio findet man zu vielen interessanten Fotolocations Beispielbilder, denen man zumindest Informationen zur Topografie entnehmen kann. Auch fördert das Stöbern bei Bilderdiensten wie flickr, fototreff24 oder der fotocomunity oft hilfreiche Tipps und Ideen zutage. In Verbindung mit dem Wissen über die Lichtverhältnisse zur “Blauen Stunde” und die Wetterberichte von http://www.Wetter-Online.de und anderen Wetterdiensten ist es heute sehr viel einfacher einen “magischen Moment” zu erwischen. Dennoch ist all das keine Garantie und nach wie vor liegt das Geheimnis des Erfolges von Landschaftsfotografen wie Tom Till oder Michael Fatali darin begründet, dass sie sich “ihre Motive” immer wieder neu erarbeiten.

Die verwendete Technik liefert ihnen ein technisch perfektes Ergebnis, aber den richtigen Augenblick beeinflusst es nicht. Somit ist aus meiner Sicht, ganz unabhängig von der hier verwendeten Fuji X100, eigentlich auch jede moderne Kamera für die Landschaftsfotografie geeignet. Nur sollte man seine Kamera kennen und zur Not im Schlaf bedienen können. In Verbindung mit dem richtigen Licht und dem Wissen um das Motiv sind dann auch mit einfachen Kameras eindrucksvolle Fotografien möglich.

Hier einige Beispiele die NICHT mit der X100 entstanden sind.

Das erste Bild habe ich vor vielen Jahren mit einer Nikon F4 und einem 70-300 Zoom am Vierwaldstätter See in Luzern aufgenommen. Auf dieses Alpenglühen habe ich etwa ein Jahr lang gewartet und es schließlich bei grimmiger Kälte auf einen Kodak Extra Color 100 aufnehmen können. Die verwendete mutet heute schon fast prähistorisch an, aber dennoch wurde dieses Foto für den Werbeprospekt der Bergstation auf dem hier gezeigten “Pilatus” verwendet.

Alpenglühen am Pilatus bei Luzern mit Nikon F4

Beispiel 2 ist ein Sonnenaufgang über dem La Sal Gebirge bei Moab in Utah. Um dieses Bild aufnehmen zu können bin ich dreimal an diesem Ort gewesen und habe mir im winterlichen Morgengrauen die Finger abgefroren. Es ist mit einer Nikon D300 und einem AF-S 2.8/17-55mm fotografiert. Im Zeitalter der D800 auch schon wieder ein Stück “Alteisen” – aber man kann damit noch gute Fotos machen. Die D300 ist seit der Vorstellung der D800 nur billiger geworden, nicht schlechter! Dieses Foto verkauft sich über über verschiedene Online-Stores recht gut und hat es in die Galerie der fotocommunity.de geschafft.

Sonnenaufgang am Mesa Arch mit Nikon D300

Und zum Schluss noch eine “Momentaufnahme” aus dem Jahr 2010. Dieses Bild ist am Ende eines Tages mit dichten Wolken, Sturm und fiesem Licht im Monument Valley in Arizona entstanden. Während ich am Visitor Center gewartet habe, dass meine Freundin den Weg zur Damentoilette findet, schien für einen kurzen Augenblick die Sonne fast waagerecht zwischen dem bedrohlichen Wolkenhimmel und dem Boden auf die drei berühmten Tafelberge. In diesem Augenblick hatte ich meine Nikon D300 schussbereit auf dem Stativ und habe wie elektrisiert ein Bild nach dem anderen geschossen. Während der RAW-Bearbeitung habe ich später versucht die Emotionen auszuarbeiten die ich in diesem Augenblick hatte.

Sunset im Monument Valley

Die beiden letzten Beispiele hätte man in der gleichen Qualität mit fast identischem Ausschnitt auch mit der Fuji X100 erstellen können. Die X100 ist definitiv mehr als nur eine hübsch gemachte Retro-Kamera, sie ist ein ernst zu nehmendes “Werkzeug für den perfekten Augenblick”.


Fuji X100 – Ausflug nach Andernach am Rhein

Es ist mein Geburtstag und ich werde heute voll im Ernst krasse 48 Jahre alt… Während des Frühstücks frage ich mich wo die Jahre geblieben sind. Im Kopf fühle ich mich noch wie 24, aber in den Knien und dem Rücken spüre ich deutlich, dass ich älter werde. Viel Zeit bleibt mir nicht mehr, wenn es gut läuft noch 30 bis 40 Jahre… Ok, das ist noch eine ganze Weile :-) Nachdem sich der morgendliche Schneeschauer gelegt hat kommt um 10h tatsächlich die Sonne durch. Sandra und mich hält nichts mehr “in der Bude”. Ab ins Auto und auf in Richtung “Süden”. Ein wirkliches Ziel haben wir nicht und so verschlägt es uns nach Andernach. Sandra kennt diesen Ort noch gar nicht und ich selbst war auch schon lange nicht mehr hier. Wir parken das Auto und es geht ein wenig am Rhein entlang.

An meiner Schulter hängt die frisch reparierte Fuji Finepix X100. Die ersten Fotos nach der Reparatur sind vielversprechend. Alle Bilder sind korrekt belichtet, die Service-Leute haben das komplette Objektiv samt Innenleben ausgetauscht. So macht sie wieder richtig Spaß. Und witzig sind die Blicke der anderen Spaziergänger als sie mir zuschauen wie ich diese kleine Retrokamera nehme und die braune Lederhülle aufklappe. Während ich in den wunderbaren Hybridsucher schaue blicken Sie mich ein wenig ungläubig an. Die Frauen sehen aus als wäre sie kurz davor Dinge zu sagen wie “Ach wie niedlich, schau mal Heinz, so eine Kamera hatte mein Vater in den 60er auch mal…” Die männlichen Spaziergänger sehen ein wenig ungläubig aus und ich glaube in ihren fragenden Gesichtern Dinge ablesen zu können wie “Hä, knipst der noch mit Film oder was?”

Wie dem auch sei, nach einem kleinen Spaziergang durch die Innenstadt geht es weiter am Rhein entlang. Bei Koblenz wechseln wir von der B9 auf die B42, dort scheint die Sonne! Gern würden wir oben auf dem Loreley-Felsen etwas essen, aber da ist gerade ein Mittelalter-Event und so flüchten wir uns nach Assmannshausen etwas nördlich von Rüdesheim. Im Restaurant “Anker” genießen wir die überaus skurrile Inneneinrichtung und lassen es uns bei frischem Spargel mit Kartoffeln und Schnitzel gut gehen.

Später daheim schaue ich meine Beute am und bin sehr angenehm überrascht wie scharf und detailreich doch die Fotos aus der kleinen X100 sind. Es ist einfach eine tolle Kamera, sie hat kein Zoom-Objektiv, aber vielleicht macht es mir gerade deshalb so großen Spaß damit zu fotografieren. Es ist ein wenig wie ganz ganz früher als ich mit meiner allerersten silbernen Sucherkamera die ersten Fotos belichtet habe. Nur sind heute die Ergebnisse um Größenordnungen besser. Manchmal ist es doch gut zu altern, solange es in “Würde” geschieht :-) Schaue ich mir heute an was ich mit 24 fotografiert habe, so schlage ich regelmäßig die Hände über dem Kopf zusammen.

Irgendwie ist das mit dem älter werden schon ok und mein 48-ter Geburtstag ist einer der ruhigsten und schönsten Tage die man sich wünschen kann :-)

(Alle Fotos sind 1000 Pixel breit – einfach anklicken)

Andernach am Rhein mit Fuji Finepix X100

Andernach am Rhein mit Fuji Finepix X100

Andernach am Rhein mit Fuji Finepix X100

 

 


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