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Fotografie

Fotoplausch im City-Foto-Center Bonn

Am Samstag war ich mal wieder zu Besuch im Bonner City-Foto-Center. Herr Balmes hat uns dabei eine Leica 1 Modell C Baujahr 1937 vorgeführt. Eine wunderschöne alte Kamera und wenn man darüber nachdenkt, dass es damals noch keine computergesteuerten CNC-Fräsen gab, so versteht man schnell die Begeisterung die diese revolutionäre Kamera damals ausgelöst hat.

Sehr cool finde ich die Antwort von Herrn Balmes auf Sandras Kommentar: “Und wenn man damit fertig ist, dann ist der Bär weg…”


Olympus OM-D E-M5 Mark II – Hands-On und Bedienungsanleitung

Olympus-OMD-EM5-Mark-II

Mit der Olympus OM-D E-M5 ist seit März 2012 eine wunderbar kompakte Systemkamera verfügbar die in den vergangenen Jahren viele Freunde gewonnen hat. Im Oktober 2013 stellte der Hersteller mit der Olympus OM-D E-M1 ein Update der E-M5 vor. Das neue Modell war nicht nur deutlich teurer, sondern legte auch bei der ohnehin guten Bildqualität nochmals zu. Dies wurde wie bei der Nikon D800E durch einen geänderten Anti-Alisasing Filter erreicht. Bereits im Januar 2014 wurde mit der Olympus OM-D E-M10 eine weitere Kamera vorgestellt, die im Design der inzwischen schon etwas älteren E-M5 sehr ähnelt, aber mit etwa 799,- Euro inkl. 12-42mm Zoom-Objektiv bei ähnlicher Bildqualität sehr viel preiswerter ist. Obwohl im Funktionsumfang etwas beschnitten fand auch die E-M10 viele Freunde. Häufige Argument für die E-M10 (und gegen die E-M1) waren die ähnliche Bildqualität und die Möglichkeit vom gesparten Geld einige sehr gute Objektive kaufen zu können. So hat sich die E-M10 unter den weniger finanzkräftigen Fotofans fiele Freunde gefunden, während die deutlich teurere E-M1 sogar bei einigen professionellen Fotografen sehr gut ankam. Inzwischen ist es nichts ungewöhnliches mehr, wenn selbst Profis zu Shootings an entlegenen Orte auf eine Olympus OM-D E-M1 in Verbindung mit einigen Objektiven setzen.

Im Februar 2015 wurde mit der  Olympus OM-D E-M5 Mark II der in vielen Belangen verbesserte Nachfolger E-M5 zum Preis von 1099,- Euro für den Korpus oder 1299,- Euro in Verbindung mit dem Zuiko 12-50mm Zoom-Objektiv vorgestellt. Obwohl ich bereits eine E-M10, E-M5 und eine E-M1 in meinem Fuhrpark habe, war ich beim Lesen der ersten Pressemeldungen regelrecht elektrisiert. Der schwedische Hersteller Hasselblad hat bereits im Jahr 2011 mit der H4D-200MS zum Preis von damals 38.000,- Euro eine Kamera vorgestellt, die mittels “Sensorshift” aus einem 50-Megapixel Mittelformatrückteil satte 200-Megapixel heraus zu kitzeln vermag.

Diesem Vorbild sind die Olympus-Ingenieure gefolgt und mein erster Gedanke beim Lesen der Pressemitteilung war “endlich eine Hasselblad H4D für arme Leute – YES”…

Kaum hatte ich den Artikel gelesen habe ich mir “mein Exemplar” der neuen Olympus OM-D E-M5 Mark II beim Bonner Cityfotocenter bestellt. Gestern war es dann soweit, mit einem kurzen Anruf teilte mir Herr Balmes mit, dass er “endlich mal wieder eine Kamera für mich hat”. Ungemein praktisch war es, dass meine Freundin Sandra und ich sowieso gerade in der Bonner City unterwegs waren. Um 15h durfte ich das neue Wunderding dann endlich in meinen Händen halten. Nachdem wir ein wenig beim Preis gefeilscht haben, habe ich das Cityfotocenter mehr als glücklich mit der nagelneuen Olympus OM-D E-M5 Mark II samt Zuiko 12-50mm und dem Panasonic 2,5/14mm Pancake verlassen.

Olympus-OMD-EM5-Mark-II-Lumix-14mm

Daheim konnte ich die neue Kamera gleich mehrere Stunden lang ausprobieren und ich muss sagen, dass mich dieses kleine Ding mehr als begeistert. Waren die älteren Modelle eher für die Fotografie gedacht und weniger gut für die Aufnahme von Videos geeignet, so ist die neue E-M5 Mark II eine unglaublich gute Videokamera, die meiner Meinung nach an die sehr gute Panasonic GH3 spielend heranreicht und sie in einigen Belangen sogar übertrifft.

40 Megapixel

Später am Abend kam dann allerdings große Ernüchterung auf als ich begann den neuen Modus mit 40 Megapixeln zu testen! Aktiviert am diesen Modus, so ist eine Aufzeichnung der Fotos im RAW-Modus scheinbar nicht möglich! Die Kamera rechnet mit mehr als akzeptabler Qualität aus 8 Einzelbildern eine extrem große JPG-Datei zusammen. Dass hier die Verwendung eines Stativs Pflicht ist versteht sich von selbst, dass in diesem Modus jedoch nur JPG-Dateien gespeichert werden können ist meiner Meinung nach ziemlich traurig. Kann das wirklich wahr sein? Als überzeugter RAW-Shooter habe ich mich bislang um Weißabgleich, Schärfe, Kontrast, Dynamik, Rauschunterdrückung usw. NIEMALS während meiner Shootings gekümmert, denn sie sind einfach nicht wichtig weil man diese Einstellungen später in Ruhe am heimischen Computer erledigen kann.

Will man nun mit der E-M5 Mark II ein wirklich hochwertiges Foto mit 40 Megapixeln aufnehmen, so muss man sich vor der Aufnahme sehr gut überlegen wie man diese Kamera eingestellt, denn die Möglichkeiten der nachträglichen Bearbeitung der JPG-Dateien sind immer sehr eingeschränkt. Das ist wirklich schade und daher rate ich jedem der diese Kamera kaufen möchte, vor dem Kauf einen Blick in die Bedienungsanleitung zu werfen, die ich hier für Euch verknüpft habe.

Update

Ich habe nun einen Blick in die Bedienungsanleitung geworfen und folgendes entdeckt:

Olympus-OMD-EM5-Formats

Es scheint also doch möglich zu sein hochauflösende Bilder im RAW-Format aufzuzeichnen, warum nur hat es bei meinen ersten Versuchen nicht funktioniert?

Bei meinen ersten nächtlichen Testfotos hatte ich im “Aufnahme Menü 1″ als Dateiformat SN+RAW eingestellt, also ein “Small-JPG int Normaler Qualität + RAW-Datei”. Im Aufnahme Menü 2 habe ich ein paar Stunden später das erste mal die “Hochaufl. Aufnahme” aktiviert. Dabei ist mir entgangen, dass im “Aufnahme Menü 1″ aus SN+RAW plötzlich “SLF” geworden war. In dieser Einstellung nimmt die Olympus OM-D E-M5 im hoch auflösenden Modus tatsächlich nur eine 40 Megapixel große JPG-Datei auf. Aktiviert man im “Aufnahme Menü 2″ jedoch “SLF+RAW“, so wird zusätzlich zum JPG noch eine etwa 134 MB große Raw-Datei mit der Endung “ORF” gespeichert. Es funktioniert also doch, man kann mit dieser Kamera hochauflösende Bilder im RAW-Format aufnehmen, nur wie kann man sie in ein “normales” JPG konvertieren? Mein Adobe Camera RAW Version 8.5 kann es jedenfalls noch nicht. Es muss also ein Update her und das habe ich bislang noch nicht gefunden. Nach einer 60 minütigen erfolglosen Suche habe ich den Eindruck als wäre diese Kamera so brandneu, dass es noch keine passende Version von Adobe Camera RAW zu geben scheint! Hier ist also derzeit etwas Geduld gefragt…

Mit der neuesten Version 1.4.2 der Software OLYMPUS Viewer 3 erhält man beim Versuch eine hochauflösende RAW-Datei zu speichern derzeit nur diese Fehlermeldung:

Bildschirmfoto 2015-02-28 um 19.17.33

Hier habe ich einige der technischen Daten der neuen Kamera für Euch zusammengestellt. Ein ausführlicher Test mit Fotos und Videos wird in den nächsten Wochen folgen.

Sensor CMOS-Sensor 4/3″ 17,3 x 13,0 mm (Cropfaktor 2,0)
17,2 Megapixel (physikalisch) und 16,1 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch 3,6 µm
Fotoauflösung
4.608 x 3.456 Pixel (4:3)
2.560 x 1.440 Pixel (16:9)
1.024 x 768 Pixel (4:3)
640 x 480 Pixel (4:3)
Panorama Stich-Panorama-Assistent (Die Einzelbilder müssen extern zusammengefügt werden)
Bildformate JPG, RAW
Farbtiefe 36 Bit
Metadaten Exif (Version 2.2), DCF-Standard
Videoauflösung
1.920 x 1.080 (16:9) 30 fps p
1.280 x 720 (16:9) 30 fps p
640 x 480 (4:3) 30 fps p
Maximale Aufnahmedauer 1.799 Sekunden
Videoformat
MOV (Codec H.264)
AVI (Codec Motion JPEG)

Objektiv

Objektivanschluss
Micro Four Thirds
Autofokus-Funktionen Einzel-Autofokus, kontinuierlicher Autofokus, Verfolgungs-Autofokus, Manuell, AFL-Funktion, AF-Hilfslicht (LED), Fokuslupe
Schärfenkontrolle Live View

Sucher und Monitor

Monitor 3,0″ (7,6 cm) OLED Monitor mit 610.000 Bildpunkten, entspiegelt, Helligkeit einstellbar, Farbe einstellbar, neigbar um 90° nach oben und 45° nach unten, mit Touchscreen
Videosucher Videosucher (100 % Bildfeldabdeckung) mit 1.440.000 Bildpunkten, 1,2-fach Vergrößerungsfaktor, Dioptrienausgleich (-4,0 bis 2,0 dpt)

Belichtung

Belichtungsmessung Mittenbetonte Integralmessung, Matrix/Mehrfeld-Messung über 324 Felder, Spotmessung
Belichtungszeiten 1/4.000 bis 60 s (Automatik)
Bulb mit maximal 1.800 s Belichtungszeit
Belichtungssteuerung Vollautomatisch, Programmautomatik (mit Programm-Shift), Blendenautomatik, Zeitautomatik, Manuell
Belichtungsreihenfunktion Belichtungsreihenfunktion mit maximal 7 Aufnahmen, Schrittweite von 1/3 bis 1 EV, HDR-Funktion
Belichtungskorrektur -3,0 bis +3,0 EV mit Schrittgröße von 1/3 bis 1/1 EV
Lichtempfindlichkeit ISO 200 bis ISO 25.600 (Automatik)
ISO 100 bis ISO 25.600 (manuell)
Fernzugriff Fernauslösung vom Computer (nein), Kabelauslöser
Motive Automatik, diverse Motivprogramme, Dokumente, Feuerwerk, Kinder, Landschaft, Makro, Nachtaufnahme, Nachtporträt, Porträt, Sonnenuntergang, Sport, Strand/Schnee, 3 weitere Motivprogramme
Bildeffekte Fischauge, Lochkamera, Miniatureffekt, Weichzeichnung, Cross Process, Dramatischer Ton und neun weitere Effekte, Körniger Film, Pop Art
Weißabgleich Automatik, Wolken, Sonne, Weißabgleichsbelichtungsreihe, Feinabstimmung, Schatten, Blitzlicht, Unterwasser, Leuchtstofflampe, Glühlampenlicht, von 2.000 bis 14.000 K, Manuell 2 Speicherplätze
Farbraum Adobe RGB, sRGB
Serienaufnahmen Serienbildfunktion max. 9,0 Bilder/s bei höchster Auflösung und max. 70 gespeicherten Fotos, Bei JPG Aufnahmen 9 Bilder pro Sekunde bei maximaler Auflösung, solange bis die Speicherkarte voll ist
Selbstauslöser Selbstauslöser mit Abstand von 2 s, Besonderheiten: oder 10 s (wahlweise)
Timer Timer/Intervallaufnahmen, Startzeit einstellbar
Aufnahmefunktionen Spiegelvorauslösung, AEL-Funktion, AFL-Funktion, Live-Histogramm

Blitzgerät

Blitz Standard Mittenkontakt, Olympus/Panasonic (auch Leica-Kompaktkamera) Blitzschuh, Kleiner Aufsteckblitz FL-LM2 im Lieferumfang
Blitzreichweite Blitzsynchronzeit 1/250 s
Blitzfunktionen Automatik, Aufhellblitz, Blitz ein, Blitz aus, Highspeed Synchronisation, Langzeitsynchronisation, Blitzen auf den zweiten Verschlussvorhang, manuelle Blitzleistung (4 Stufen), Rote-Augen-Reduktion durch Vorblitz, Masterfunktion (4 Kanäle und 4 Gruppen), Blitzbelichtungskorrektur von -3,0 EV bis +3,0 EV

Ausstattung

Bildstabilisator Sensor-Shift (optisch)
Speicher Kartenschacht 1: SD Card
Mikrofon Stereo
Netzteilanschluss ja
Stromversorgung 1 x Olympus BLN-1 (Lithiumionen (Li-Ion), 7,2 V, 1.220 mAh)
330 Bilder nach CIPA-Standard
Wiedergabe-Funktionen Bild schützen, Spitzlichter / Schattenwarnung, Wiedergabe-Histogramm, Wiedergabe-Lupe, Bildindex
Gesichtserkennung Gesichtserkennung
Bildparameter Schärfe, Kontrast, Farbsättigung, Rauschunterdrückung
Sonder-Funktionen Elektronische Wasserwage, Gitter einblendbar, Pixelmapping, Orientierungssensor, Live View, Benutzerprofile mit 4 Benutzerprofilen
Anschlüsse Videoausgang (HDMI-Ausgang Micro (Typ D))
Unterstützte Direkt-Druck-Verfahren PictBridge
Stativgewinde 1/4″ nicht in optischer Achse
Gehäuse Spritzwasserschutz
Besonderheiten und Sonstiges Sensorreinigungssystem
Augensensor zur Umschaltung von Monitor zu Sucherbetrieb
800 auswählbare AF-Messpunkte wenn die Sucherlupenfunktion aktiviert ist
Art-Filter Belichtungsreihe
Video-Effekt Echo und Multi-Echo
Stereo-Mikrofon
drei stufiger Rauschfilter
Live-Bulb-Funktion

Größe und Gewicht

Abmessungen B x H x T 121 x 90 x 42 mm
Gewicht 425 g (betriebsbereit)

Sonstiges

mitgeliefertes Zubehör Olympus BC-2 Sonstiges Zubehör
Olympus BCN-1 Ladegerät für Spezialakkus
Olympus BLN-1 Spezialakku
Olympus CB-AVC3 Audio- / Videokabel
Olympus CB-USB6 USB-Kabel
Olympus FL-LM2 Sonstiges Blitzgerôt
Ladegerät BCM-1
USB-Anschlusskabel
AV-Kabel
Tragegurt
Bildbearbeitungssoftware Olympus Master Software für Windows und für Macintosh
optionales Zubehör Olympus AC-1 Netzgerät
Olympus BLN-1 Spezialakku
CF- und SD- Speicherkarten
Augenmuschel EP-11, Blitzgeräte FL-50R, FL-36R, FL-300R, FL600R

Update

Inzwischen ist Version 8.8 von Adobe Camera RAW verfügbar. Einfach HIER KLICKEN, downloaden und installieren. Damit können auch die hochauflösenden 65 Megapixel RAW-Dateien der Olympus OM-D E-M5 Mark II verarbeitet werden.


Fuji X-E2 – Fotos in voller Auflösung

In den letzten Tagen hatte ich ein wenig Gelegenheit mit der neuen Fuji X-E2 einige Testbilder aufzunehmen die ich Euch hier in voller Auflösung zeigen möchte. Wer sehen will was sich sogar ganz ohne Stativ aus dem Fuji X-Trans Sensor herausholen lässt, der klickt einfach die hier verlinkten Vorschaubilder an und wird dann zum großen Bild in meinem Flickr Fotostream weitergeleitet. Dort gibt es rechts unten ein Pfeil-Symbol, dieses klickt man an und wählt danach im Kontext-Menu “Alle Größen anzeigen” aus.

Bildschirmfoto 2015-02-24 um 19.08.30

Das erste Beispielsfoto habe ich mit dem XF 55-200mm aufgenommen das wegen des kleinen APS-C Sensors im FX-Format einem Blickwinkel eines 82,5-300mm Teleobjektivs entspricht. Bei fast vollständig geöffneter Blende ist das Ergebnis mehr als überzeugend und macht Lust auf mehr.

Testshot #7 - Fuji X-E2

Das nächste Beispielfoto habe ich mit Blende 8 aufgenommen und die Bildqualität ist wirklich herausragend.

Testshot #8 - Fuji X-E2

Als nächstes gibt es drei Fotos die ich vom gleichen Standpunkt aus mit dem XF 18-55mm bei unterschiedlichen Brennweiten bei Blende 5,6 aufgenommen habe. Auch hier ist es beeindruckend wie viele Details der X-Trans Sensor der Fuji X-E2 einzufangen vermag.

Testshot #4 - Fuji X-E2

Testshot #5 - Fuji X-E2

Testshot #6 - Fuji X-E2

Nun ein Foto auf dem einfach irre viele feinste Details zu sehen sind und auch diese Aufgabe meistert die Fuji X-E2 mit Bravour.

Is it sharp? FUJI X-E2 Test Shot

Beim nächsten Foto erkennt man in der 100% Ansicht eine leichte Unschärfe, dies liegt aber an der großen Entfernung zum Motiv und ist auf feinste Partikel zurückzuführen die sich in der Luft befinden. Fotos über weite Strecken gelingen mit einem Teleobjektiv in der Regel nur an sehr kalten Wintertagen mit extrem trockner Luft.

Testshot #2 - Fuji X-E2

Um dieses Manko auszubügeln habe ich hier ein Foto das ebenfalls mit dem XF-55-200mm aufgenommen wurde, aber eben aus deutlich kürzerer Distanz. Hier spielt die in der Wärme der Sinne flimmernde Luft keine Rolle und verfälscht das Bildergebnis nicht. Es ist erstaunlich was dieses Objektiv und dieser Sensor leisten!

Testshot #3 - Fuji X-E2

Neben der Abbildungsleistung der Objektive ist der Dynamik-Umfang eines Kamera-Sensors für gute Bildergebnisse von essentieller Bedeutung. Wer kennt sie nicht die Fotos mit den ausgefressenen Lichtern die bei grellem Licht mit den winzigen Sensoren eines Smartphones aufgenommen wurden? Hier habe ich ein Foto das im unbearbeiteten Zustand das Problem sehr schön zeigt, dass die Natur und unser Auge größere Kontraste bereiten und verarbeiten können als fast jeder aktuelle Kamera-Sensor. Schaut man sich das Bild an sieht es zunächst aus als wäre bei den Wolken jegliche Zeichnung verloren und als würden die dunklen Bildbereiche kaum noch Zeichnung aufweisen.

Dynamic Range Test #1 - Fuji X-E2

Im nächsten Schritt senken wir nun im Adobe Camera RAW Converter die Lichter ein wenig ab und hellen die Schatten ein wenig auf. Zusätzlich reduzieren wir die Helligkeit um etwa 1/3 Blendenstufen und schon zeigen die Wolken eine ausgeprägte Zeichnung, ohne dass überstrahlte Lichter auffallen würden. Hellen wir jetzt noch die Schatten etwas auf, so kommt auch hier erstaunlich viel Zeichnung zum Vorschein und das ohne allzu starke Artefakte und Farbrauschen.

Dynamic Range Test #2 - Fuji X-E2

Der Tonwertumfang des Sensors der Fuji X-E2 ist wirklich ganz beachtlich und da stimmt es auch nicht weiter traurig, dass diese Kamera Belichtungsreichen mit nur 3 unterschiedlich belichteten Fotos erlaubt. In den allermeisten Situationen wird das ausreichen. Und falls mal nicht, so kann man sich mit dem sehr gut zugänglichen Einstellrad für die Belichtungskorrektur helfen. Damit kommt man schnell auf 6 oder 9 unterschiedlich belichtete Fotos aus denen sich HDR Fotos auch bei allerhärtestem Gegenlicht zaubern lassen sollten.

Fazit

Auch wenn der Video-Modus dieser Kamera anmutet an als hätte man ihn nachträglich mehr als lieblos in die Software “hineingemummelt”, so punktet die Fuji X-E2 doch bei der Bildqualität. Was diese kompakte kleine Kamera abliefern ist einfach nur erstaunlich. Im direkten Vergleich ist sie kaum größer als eine Olympus OM-D E-M1 und sich die Objektive sind nur kaum größer als die Pendants des sehr kompakten Micro-Four-Thirds Systems. Sehr gut gefällt mir an meinem neuen XF 10-24mm auch, dass der Filterdurchmesser mit 72m angenehm klein ist und man dieses Objektiv sehr gut mit dichten Graufiltern nutzen kann, ohne dass die Bildränder nennenswert abgeschattet werden, das ist außergewöhnlich!

Mit der neuen Firmware 3.0 ist es möglich bei eingeschaltetem Autofokus manuell nachzufokussieren. Das funktioniert sehr gut und das Fokuspeaking ist eine ganz ausgezeichnete Hilfe bei der Fokussierung. Auch gefällt mir sehr gut, dass man die Farben sehr frei wählen kann die beim Fokuspeaking im hervorragenden Sucher der X-E2 angezeigt werden. Aktuell habe ich “Rot” eingestellt. Drückt man den Auslöser fokussiert die X-E2 automatisch und durch Drehen des Fokus-Rings wird das Fokus-Peaking aktiviert. Als “scharf erkannte” Ecken und Kanten werden dann im Sucherbild oder auf dem rückwärtigen Display mit feinen roten Linien markiert. Das funktioniert sehr gut und hier könnten sich die Nikon Ingenieure bei der Entwicklung der Nikon 1 V4 eine dicke Scheibe abschneiden. Alternativ kann man ein digitales Schnittbild nutzen und es gibt auch Optionen um die automatische Vergrößerung des Sucherbildes beim manuellen oder halbautomatischen Fokussieren zu ändern, gut gemacht Fuji!

Neben dem neuen XF 10-24mm das im FX Format einem 15-36mm Weitwinkelzoom entspricht habe ich mir noch eine verrückte Lochblende gekauft. Was sich mit diesem Dingen alles anstellen lässt, das gibt es im nächten Artikel zu sehen!

Etwas enttäuschend ist allerdings die Kapazität der kleinen Akkus. Wer sich mit Auswahl und Komposition seiner Fotos viel Zeit lässt, die Displaybeleuchtung etwas stärker aufdreht und den Bildstabilisator dauerhaft aktiviert hat, der wird bereits nach etwa 100 Bildern feststellen, dass die Akkuladung langsam aber sicher zu Ende geht. Ich bin jetzt mit insgesamt drei Akkus ausstaffiert und bin seit heute außerdem stolzer Besitzer des sehr coolen MHG-XE Handgriffes. Dieser Handgriff kann fest mit der Fuji X-E2 verbunden bleiben und ermöglicht freien Zugang zum Batteriefach und der Speicherkarte. Außerdem ist er Arca-Swiss kompatibel und kann damit an vielen professionellen Schnell-Wechelssstemen ohne weiteres Zubehör genutzt werden.

Wie das alles aussieht, gibt es im nächsten Artikel zu sehen :-)


FUJIFILM X-E2 – Meine ersten Eindrücke

Fujifilm-X-E2-01

Eigentlich wollten wir nur in der Bonner City frühstücken, aber am letzten Samstag sind wir dann doch wieder im Bonner City Foto Center gelandet. Der Geschäftsführer ist schon eine Weile krank und ich wollte mich erkundigen ob es ihm inzwischen wieder besser geht. Außerdem wäre es zu schön gewesen, wenn meine bereits vor 14 Tagen bestellte Olympus OM-D E-M5 Mark II inzwischen eingetrudelt wäre. Aber leider ist in Bonn weit und breit noch nichts von dieser sehr coolen neuen Micro-Four-Thirds Kamera zu sehen.

Aber zu meiner Rolleiflex 3,5F die ich schon vor ein paar Jahren hier gekauft habe ist endlich ein passender Original-Objektivdeckel aufgetaucht und eine Gegenlichtblende samt einer kleinen Ledertasche gibt es auch. Nun ist meine Rolleiflex so richtig vollständig und diese kleinen netten Zubehörartikel sind sogar ein Geschenk des Hauses, wenn das kein Grund zum Feiern ist?

Rolleiflex 3.5F Baujahr 1960

Während meine Sandra sich angeregt mit einem der beiden Mitarbeiter unterhält habe ich Gelegenheit mir eine gebrauchte Fuji X-E2 näher anzuschauen. Der Zustand ist neuwertig und es gibt ein Blitzlicht und einen Handgriff dazu. Außerdem ist ein witziger roter Soft-Release-Button in den Auslöseknopf eingeschraubt. Diese Kamera sieht richtig schön nach “Retro” aus und die Bedienung ähnelt sehr stark dessen was ich bereits seit mehreren Jahren von meiner wunderschönen Fuji X-100 kenne. Unbedingt schnell und intuitiv kann man beide Kameras nicht bedienen wenn man eine Nikon DSLR wie die Nikon D7000 oder D800E gewöhnt ist. Aber man kommt mit diesen Kameras klar.

Fujifilm-X-E2-02

Zusätzlich zum sehr guten 18-55mm Standard-Zoom gibt es noch das mehr als brauchbare 55-200mm Telezoom-Objektiv. Alles in allem fühlt sich wie bei Fuji gewohnt gut schwer und wertig an. Nicht umsonst ist Fuji weltweit der einzige Hersteller der in Eigenregie eine Kamera für Hasselblad fertigen durfte, die Hasselblad X-Pan. Diese Kamera wurde von der Photowelt aufgrund ihrer hervorragenden Eigenschaften mit dem EISA Award 1999–2000 ausgezeichnet und zur Europäischen Profi-Kamera des Jahres gewählt. Na wenn das kein Ritterschlag ist?

Fujifilm-X-E2-03

Die Olympus OM-D E-M5 Mark II ist noch immer nicht lieferbar und so ist die Anspannung relativ hoch, ich habe nun schon seit mehreren Monaten keine neue Kamera mehr in Händen gehabt. Warum also keine Fuji X-E2, zumal diese Kamera in der Fachpresse seit Monaten über den grünen Klee gelobt wird? Also beginnen wir mit unseren Verhandlungen. Nach etwa 30 Minuten sind wir uns einig. Ich bekomme eine praktisch neuwertige Fuji X-E2 mit 18-55mm, 55-200mm, 2 Gegenlichtblenden, 2 Akkus, Ladegerät, Blitzlicht, 32GB Speicherkarte und einer sehr schönen Fototasche für zusammen 1.500 Euro. Na wenn das kein Schnäppchen ist?

Nachdem die Firmware der Fuji X-E2 auf Version 3.0 upgedatet ist, geht es etwas später nach Königswinter zum Sea-Life Aquarium. Dort ist reichlich Gelegenheit die neue Kamera bei höhen ISO Werten und unter schwierigen Lichtbedingungen einem ersten Test zu unterziehen.

First Testshot with Fuji X-E2

Umringt von total überdrehten schreienden Kindern versuche ich durch die dicken verschrammten Scheiben das eine oder andere coole Foto aufzunehmen. Das nur mäßig lichtstarke Standard-Zoom kann man zwar bei schönem Sonnenlicht mehr als gut gebrauchen, aber hier in der Dunkelheit ist es unpassend. Der Autofokus funktioniert nicht wirklich und das manuelle Fokussieren nervt mich total. Ich bin einfach kein Freund von edlen Hochleistungsobjektiven bei denen der Fokus elektronisch über die Kamera eingestellt wird wenn man am “Endlos-Fokusring” dreht. Ich komme aus der alten Welt und ich mag Objekte wie die alten Nikon AiS Linsen die einen satt aber dennoch weich laufenden Fokusring haben. Das Fuji XF 18-55mm sieht zwar edel aus, aber man kann die Ringe für Blende, Fokus und Zoom kaum durch Tasten voneinander unterscheiden. Ständig drehe ich am Zoom-Ring obwohl ich fokussieren möchte, das nervt!

Das Objektiv hat einen schön gemachten Ring zur Steuerung der Blende. Das funktioniert auch recht gut, aber man kann an diesem Ring nicht ablesen welche Blende eingestellt ist. Wie der Fokusring auch ist es ein Endlosring den man nach Belieben verdrehen kann und der keinen Anschlag hat. So verstelle ich beim Tasten in der Dunkelheit immer wieder versehentlich die Blende wenn ich doch eigentlich Zoomen will, das nervt ebenfalls. Warum kann man die eingestellte Blende nicht arretieren?

Mit 7 Bildern pro Sekunde ist die Serienbild-Geschwindigkeit der Fuji X-E2 relativ hoch. Aber es gibt bei 7 B/s keinen Autofokus, man macht also alle Fotos mit der Fokuseinstellung des ersten Bildes! Das ist bei der Nikon 1 V3 auch so, aber sie schafft dann bis zu 60 RAW-Bilder pro Sekunde! Mit vollständig funktionierendem Autofokus schafft die Nikon 1 V3 noch immer satte 20 Bilder pro Sekunde und das im RAW-Format!

Will man mit der Fuji X-E2 Serienbilder mit vollständig funktionierendem Autofokus aufnehmen, so muss man die Serienbild-Geschwindigkeit auf langsame 3 Bilder pro Sekunde reduzieren, da ist sogar meine Nikon D800E schneller. Außerdem ist schon nach 8 RAW-Bildern Schluss, das können andere Kamera sehr viel besser!

In der Fachpresse wird die Fuji wegen der “totalen Rauscharmut” bei hohen ISO-Werten immer wieder gelobt. Als ich die Ergebnisse anschaue die ich bei ISO-4000 und ISO-6400 gemacht habe, so kann ich hier massives Rauschen erkennen. Das ist bei der Nikon D800E auch nicht schlechter, allerdings in mehr als der doppelten Auflösung.

Letztlich hätte ich mich mit meiner Nikon D800E und einem AiS 1,4/50mm oder meinem AiS 2.0/85mm hier deutlich wohler gefühlt. Zwar funktioniert der elektronische Sucher der Fuji X-E2 unter schlechten Lichtbedingungen noch recht gut, aber das manuelle Fokussieren ist ein Geduldsspiel und der Autofokus macht bei diesem schlechten Licht meist was er will. Später daheim habe ich dann auch fast 1.000 Fotos auf meiner neuen Speicherkarte. Aber es ist praktisch alles unscharfer Ausschuss, das Licht in diesem Aquarium ist einfach zu schlecht und die Scheiben sind sie dick für gute Fotos.

Daran ist natürlich die Fuji X-E2 vollkommen unschuldig, sie hat sich relativ gut geschlagen und mit einer lichtstarken Festbrennweite hätte das Fotografieren auch mehr Spaß gemacht. Allerdings ist das Angebot passender XF-Objektive sehr eingeschränkt, außerdem sind die XF-Objektive extrem teuer. Für diesen Preis bekommt man natürlich auch exorbitant gute Qualität geliefert. Die meisten XF-Festbrennweiten sind besser als alles was man bspw. Leica je konstruiert hat, aber diese Qualität lässt man sich auch fürstlich bezahlen. Ist die Fuji X-E2 mit einem Preis von rund 700,- Euro für den Korpus noch relativ preiswert, so wird es bei den Objektiven sehr schnell sehr teuer. Dieses System ist nichts für begeisterte Amateure die Geld sparen wollen, sie wären mit einer Nikon D7100 und einigen AF-S Objektiven sicher preiswerter bedient.

In den letzten Jahren habe ich zusätzlich zur Fotografie mehr und mehr begonnen mit meinen Kameras auch Videos aufzunehmen. Das macht großen Spaß und mein YouTube-Kanal hat inzwischen fast 4.000 Abonnenten. So habe ich natürlich auch im Sea-Life Center einige kurze Video-Sequenzen aufgenommen. Hierbei ist mir sehr negativ aufgefallen, dass alle Video-Features der Fuji X-E2 wirken als wären sie halbherzig nachträglich in das Konzept “hineingefummelt” worden. Es gibt keinen Knopf um ein Video direkt zu starten, man muss den “Drive-Button” drücken und in der Liste von Auslösearten bis ans Ende scrollen, erst dann kann man Videos aufnehmen. Hat man eine längere Serie fotografiert muss man warten bis alle Bilder gespeichert sind bevor man in den Video-Modus umschalten kann, das nervt!

Endlich im Video-Modus angekommen hat man keinerlei Möglichkeiten die Belichtungszeit zu steuern oder zu sehen wie die Kamera die einzelnen Bilder des Videos belichtet. Über den Blendenring kann man eine Blende manuell vorgeben, das war es dann auch schon. Ansonsten macht der Video-Modus der Kamera was er will. Während der Video-Aufnahme lässt sich die Fokussierung nicht ändern, das nervt ebenfalls. Bei allen DSLR-Kameras die ich bislang benutzt habe, konnte ich während ich gefilmt habe den Fokuspunkt verlagern. Mit dem stylischen 18-55mm XF-Objektiv geht das nicht, warum nur?

Allerdings sind die kurzen Video-Sequenzen trotz aller Einschränkungen relativ brauchbar. Und nach einigen belanglosen Testfotos bin ich mit der Bildqualität der Fuji X-E2 sehr zufrieden. An die Nikon D800E kommt sie in keiner Weise heran, aber sie ist ja auch sehr viel kleiner, preiswerter und kompakter. Wer anspruchsvoll fotografieren möchte, hat mit der Fuji X-E2 durchaus eine gute Kamera zur Hand. Mit einer Nikon D800E und einigen guten Objektiven wird man jedoch bessere Bildergebnisse erzielen. Doch ob man dieses Mehr an Bildqualität wirklich benötigt, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich war lange Jahre auf der Suche nach der perfekten Kamera und habe sie mit der Nikon D800E gefunden. In der Zeit in der ich sie mit Begeisterung benutze hat sich dann aber für mich herausgestellt, dass ich häufig mit den Ergebnisse aus der wunderbar kompakten Nikon 1 V3 ebenso glücklich bin!

Bei flickr. com sind inzwischen einige Fotos die mit der Nikon 1 V3 entstanden sind im “Explore” gelandet und erfreuen sich großer Beliebtheit. Hier habe ich eines dieser Fotos für Euch verlinkt.

Fish Eagle Portrait - Nikon 1 V3 & AF-S VR 70-300mm

Es muss also nicht immer eine Nikon D800E mit teuren schweren Objektiven sein. Manchmal ist man auch mit kleineren leichteren Kameras gut bedient und erzielt Ergebnisse die sich durchaus sehen lassen können. Ob diese kleinere leichtere Kamera nun unbedingt eine Fuji X-E2 sein muss, da bin ich im Zweifel. Klar ist die Bildqualität des Sensors im APS-C Format unglaublich gut und schlägt sogar Kameras wie die Nikon D7000, aber es hat eben auch seinen Preis. Und genau wie bei der exorbitanten Bildqualität der Nikon D800E muss sich die Fuji X-E2 die Frage gefallen lassen ob man diese Bildqualität benötigt.

Eine Olympus OM-D E-M10 spielt meiner Meinung nach durchaus in einer ähnlichen Liga, nur zu einem geringeren Preis und mit deutlich geringeren Gewicht.

Fazit

Mit der Fuji X-E2 hat man eine Kamera in tollem Repro-Design die sich gut und fertig anfühlt. Das Angebot passender XF-Objektive ist klein und die Objektive sind sehr hochwertig aber auch sehr teuer. Im Vergleich zu einer guten Spiegelreflex-Kamera spart man bei einer umfangreichen Ausrüstung also kaum Geld. Was man spart sind Größe und Gewicht.

Die Bedienung der Fuji X-E2 ist nicht sonderlich intuitiv aber nach einer kurzen Eingewöhnung ganz ok. Der lieblos implementierte Video-Modus ist ein echter Minus-Punkt. Hier hätte ich deutlich mehr erwartet.

Ein Geschwindigkeitswunder ist die Fuji X-E2 nicht wirklich. Hat man den Menüpunkt “Höchstleistung” aktiviert, so ist der Autofokus angenehm schnell, aber nicht schneller als bei der Nikon 1 V3 oder der Olympus OM-D E-M1. Im direkten Vergleich punkteten Nikon 1 V3 und Olympus OM-D E-M1 mit Klapp-Displays die zudem Touch-Sensitiv sind.

Der erweiterte ISO-Bereich steht im RAW-Modus nicht zur Verfügung! Wer wie ich grundsätzlich im RAW-Modus fotografiert kann ISO-200 bis ISO-6400 nutzen. Bei Langzeitbelichtungen mit Graufiltern usw. könnte man mit ISO-100 die doppelte Belichtungszeit erreichen. Warum das im RAW-Modus nicht geht wissen wohl nur die Fuji-Götter.

Die programmierbaren Fn-Buttons gefallen mir gut und die Art und Weise wie sie programmiert werden ist super! Aber es sind für meinen Geschmack zu wenige Buttons. Ich würde mir wünschen, dass man auch die Buttons für AE-L und AF-L frei programmieren könnte und auf der Vorderseite würde ich mir einen Button zur Kontrolle der Schärfentiefe wünschen.

Der zusätzlich lieferbare Handgriff erhöht die Ergonomie der Fuji X-E2 ganz beträchtlich, aber man muss ich jedes Mal abschrauben wenn man an Akku oder Speicherkarte möchte, das nervt und ich frage mich warum man sich hier keine andere Lösung finden lässt? Bei der Nikon 1 V3 oder der Olympus OM-D E-M1 kann ich die Speicherkarte seitlich einstecken. Bei der Olympus OM-D E-M10 ist der Handgriff zweiteilig und kann mit einem einzigen schnellen Handgriff entfernt werden um den Zugriff auf den Akku freizugeben. Eine ähnliche Konstruktion würde sich an der Fuji X-E2 auch gut machen.

Die Fuji X-E2 hat keinen Synchron-Anschluß für externe Blitzgeräte. Wer bspw. im Studio mit dieser Kamera arbeiten möchte muss also auf einen Funk-Auslöser ausweichen und Blitzgeräte verwenden die sich über den kleinen eingebauten Blitz der Fuji X-E2 fernzünden lassen.

Alles in allem ist die Fuji X-E2 eine schön designte Kamera die sehr gute Fotos zu einem moderaten Preis liefert. Sie ist nicht sensationell und sie hat ich Schwächen, ganz besonders im Video-Modus. Trotzdem macht das Fotografieren mit dieser Kamera Spaß und ich freue mich schon auf den Novoflex-Adapter for das Nikon F Bajonett. Damit kann ich alle AiS Nikon Objektive an dieser Kamera benutzen und wie die Bildergebnisse werden, dass könnte Ihr hier bald nachlesen :-)


Alles über GoPro Kameras

Heute habe ich ein ausführliches Video für Euch in dem sich alles um die Action-Cams des Herstellers GoPro dreht. Meine erste GoPro war eine HERO 960 und weil sie mit so gut gefiel habe ich kurz darauf noch zwei GoPro HD HERO gekauft. Mit der Zeit sind dann noch vier weitere GoPro Kameras dazugekommen, so dass ich inzwischen ganze sieben GoPro Kameras habe und sie immer wieder mit Begeisterung benutze.

 

Hier habe ich einige Videos für Euch herausgesucht die ich in den letzten Jahren mit meinen unterschiedlichen GoPro Kameras aufgenommen habe. Das erste Video habe ich vor langer Zeit mit meiner GoPro HERO 960 und meinem Peugeot 407 Coupé in einer Waschanlage in Mainz gefilmt. Ich wollte mal ausprobieren was man den GoPro Unterwassergehäusen alles zumuten kann. Und diese kleine Kamera hat sich sehr gut geschlagen!

 

Hier habe ich ein teilweise ziemlich haarsträubendes Video das mit meiner GoPro HD HERO 960 entstanden ist. Normaler Weise geht es nicht so wild zu wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin…

 

Mit den Jahren wird man ruhiger, die Kameras werden besser und der Fahrstil ist weniger wild. In diesem Video sieht man den Qualitätssprung der ersten Modelle hin zur GoPro 3+ Black Edition sehr deutlich.

 

Hier nun ein Video bei dem ich GoPro Kameras aus verschiedenen Generationen gemeinsam verwendet habe. Wenn man darauf achtet sieht man deutlich welche Teile des Videos mit der alten HD HERO gefilmt wurden.

 

Sobald das Wetter es zulässt und die freie Zeit ebenso, soll es mit meinem Freund Mirko mit der Aerospol Dynamic WT-9 nach Borkum gehen. Für diesen Flug habe ich mit die neue GoPro HERO 4 Black Edition gekauft und ich bin wirklich sehr gespannt darauf welche Bilder sie liefern wird.


Teneriffa für Anfänger

Vor ein paar Tagen habe ich in der Nähe des Leuchtturms bei El Poris auf Teneriffa für Euch dieses Video aufgenommen. Leider ist der Ton an einigen Stellen etwas übersteuert. Die automatische “Audioverbesserung” von Final Cut Pro X hat es auch nicht gerade besser gemacht. Ich hoffe Ihr habt trotzdem Spaß an diesem Video.


Fotoschule Teil 10 – Nachts fotografieren

Shooting Nikon D800E while shooting El Teide

Nur wenig scheint meine Zuschauer bei YouTube so sehr zu faszinieren wie das Fotografieren zu nächtlicher Zeit. Daher habe ich in der Nacht vom 31.12.2014 auf den 01.01.2015 nach meiner Session auf dem Weg ins warme Bett kurz am Wegesrand angehalten und ein neues Video zu diesem Thema aufgenommen.

 

Hier noch einige Beispiele. Alle Bildinfos bekommt man wenn man das Bild anklickt und bei flickr.com anschaut.

Folgende Kameras habe ich benutzt:

  • GoPro HD HERO 4+ Black Edition
  • Nikon 1 V3 mit 1Nikkor 2,8/10mm
  • Nikon D800E mit Nikkor 2,8/14-24mm
  • Oympus OMD E-M1 mit Panasonic 4/7-14mm, 1,2/42,5mm, 2,8/12-35mm

Nightwatch #2 - GoPro HD HERO 4+ Black Edition

Nightwatch #1 - GoPro HD HERO 4+ Black Edition

Chasing the Evil through Puerto de la Cruz

Canarian Night Sky - Nikon D800E & Nikkor 2,8/14-24mm

Startrails over Tenerife - Olympus OM-D E-M1

El Teide at Night #2 - Nikon D800E & Nikkor 2,8/14-24mm

El Teide at Night #1 - Nikon D800E & Nikkor 2,8/14-24mm

Puerto de la Cruz after Sundown - Nikon 1 V3

Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm versus Olympus OM-D E-M1 & Panasonic 4/7-14mm

Roque Chincado at Night - Olympus OM-D E-M1 & Leica Nocticron 1,2/42,5mm

Nikon D800E versus Olympus OM-D E-M1 - Nikon

Nikon D800E versus Olympus OM-D E-M1 - Olympus

The Stone Monster is waiting for new tourists....

Shooting at night with the Nikon 1 V3


Mein Fotorucksack 2015

Einen der ersten Tage des neuen Jahres habe ich genutzt um Euch den Inhalt meines Fotorucksacks zu präsentieren. Im Video habe ich alles rund um das Thema “Lensbaby” ausgespart, weil ich meinen neuen Lensbaby Composer samt diverser Objektive und “Kreativ-Blenden” leider gar nicht benutzt habe. Dieses System ist wirklich sehr speziell und vier Wochen sind letztlich fast nicht lang genug um alles was ich dabei hatte in Ruhe auszuprobieren. Bei der nächsten Reise werde ich wohl auch die Nikon D800E samt der schweren Objektiven daheim lassen und nur noch die Olympus OM-D E-M1 mit ein wenig Zubehör einpacken. Klar ist die Nikon D800E die absolute Überkamera die fast alles besser kann, aber dieses Plus an Bildqualität brauche ich häufig einfach nicht.

Statt mich ständig mit einem irre schweren Rucksack abzumühen werde ich in den nächsten Monaten verstärkt mit meinem herrlich kompakten Micro-Four-Thirds fotografieren. Sobald es für dieses System ein 400mm Teleobjektiv geben sollte, wird wohl auch die Nikon 1 V3 gelegentlich daheim bleiben müssen.

 

Im letzten Jahr sah noch alles wie in diesem Video aus. Seitdem hat sich vieles weiterentwickelt. Konnte mir vor ein paar Jahren noch kein Objektiv groß und schwer genug sein, so sehe ich das inzwischen anders und bin froh wenn meine Ausrüstung leicht und kompakt ist.

 

Schauen wir mal wie es im nächsten Jahr sein wird, es bleibt spannend :-)


Teneriffa 2014/15 – Die letzten Tage

Good Bye Tenerife - Nikon 1 V3 & 10-100mm

Tag 27 – 6. Januar

Ich bin jetzt seit fast 4 Wochen auf Teneriffa und von meiner letzten nächtlichen Fotosession bin am Morgen noch immer ziemlich mitgenommen. So plane ich keine weiteren Aktionen sondern bereite mich langsam aber sicher auf meine Heimreise vor. Die meiste Zeit des Tages verbringe ich damit mal wieder etwas für diesen BLOG zu schreiben und einige wenige Fotos bei flickr.com hochzuladen. Am Nachmittag treffe ich mich dann mit meinem flickr-Freund Jürgen, den ich bislang nur in der virtuellen Welt kenne. Wir verbringen den Rest des Tages zusammen, es gibt leckeren Kuchen auf der Finca San Juan und abends lerne ich seine beiden Söhne Matthias und Timo kennen.

Gemeinsam sind wir noch eine ganze Weile auf der Weihnachtskirmes unterwegs die wie in jedem Jahr gleich neben dem Hafen in Puerto de la Cruz aufgebaut ist. Ich habe zwar meine gesamte schwere Fotoausrüstung dabei, aber ich entschließe mich heute zum “Tag der offenen Blende” und fotografiere ausschließlich mit meiner Olympus OM-D E-M1 und dem Panasonic/Leica Nocticron 1,2/42,5mm.

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Während der mechanische Verschluss meiner Olympus OM-D E-M1 mit 10 Bildern pro Sekunde vor sich hin klappert sammeln sich auf der 64 GB Sandisk Micro-SD Karte wahre Datensintfluten an. Bei meiner Rückkehr im Hotel werde ich auf der Speicherkarte knapp 3.500 Bilddateien vorfinden und da ich RAW-Bilder und JPG-Dateien gleichzeitig aufgenommen habe muss mein MacBook mit fast 7.000 Bilddateien in einem Ordner klar kommen. Das bringt ihn spürbar ins schwitzen und so macht es nur wenig Freude die Fotos durchzuschauen. Letztlich teile ich die Bilderflut etwas auf und verteile die Dateien über mehrere Ordner. Danach geht das Anschauen und Aussortieren deutlich schneller.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Weil es so extrem viele Bilder sind verzichte ich heute ausnahmsweise vollständig auf jede RAW-Konvertierung und Nachbearbeitung und öffne statt dessen einfach die kleinen “JPG-Vorschaubilder” mit Photoshop um sie etwas zu verkleinern und mein Logo einzufügen. Alles was Ihr hier seht kommt also so wie es ist “live” aus der Kamera und dem Nocticron 1,2/42,5mm Portrait-Tele.

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Tag 28 – 7. Januar

Den nächsten Tag schlafe ich auch wieder bis der Arzt kommt und bin beim Frühstück einer der allerletzten Gäste. Den Rest des Tages verbringe ich mit meinen GoPro Kameras und meinem iPod im Garten des Hotels. Hier und dort nehme ich eine kleine Zeitraffer-Sequenz auf und genieße während die Kameras um die Wette knipsen den wunderbaren Sonnenschein in einem der vielen Liegestühle am Pool. Weil es heute etwas windig ist bin ich fast allein. Der Mehrzahl der andere Gäste scheint es heute zu kühl zu sein um ihre Bäuche in die Sonne zu halten, mir soll es recht sein, so habe ich meine Ruhe :-)

Den Rest des Tages verbringe ich mit der Bastelei an einigen kleinen Zeitraffer-Sequenzen und räume langsam aber sicher meine Sachen zusammen, damit ich nicht versehentlich etwas vergesse. Seit meiner Reise im Jahr 2013 vermisse ich mein kleines wunderbares Manfrotto Carbon-Stativ und mittlerweile bin ich mir fast sicher, dass ich es auf dem Balkon des Hotels vergessen habe. Das soll mir nicht noch einmal passieren!

Am Nachmittag nehme ich noch schnell mit meinem HTC ONE M8 eine neue Folge für meine Serie “Ansgar’s kleine Fotoschule” auf. Heute geht es wie ein Jahr zuvor wieder um den Inhalt meines Fotorucksacks. Ich hole alles mal kurz heraus und sage zu fast jedem Ding einige wenige Worte. So sollte klar werden warum ich diese Dinge dabei habe und welchen Zweck sie im Fotoalltag erfüllen. Zum Schnitt des Videos werde ich allerdings erst einige Tage später kommen, denn obwohl das Video recht simpel strukturiert ist muss man doch alle Hustenanfälle und Versprecher wegschneiden und zur Erläuterung das eine oder andere Foto einblenden. So nimmt die Fertigstellung dieses Videos dann auch fast 8 Stunden meiner knappen Freizeit in Anspruch.

Tag 29 – 8. Januar

Am nächsten Tag plagt mich etwas das schlechte Gewissen. Ich habe nun schon zwei Tage nicht mehr ernsthaft fotografiert. Aber letztlich ist es auch egal, ich verdiene mit alle dem kein Geld und warum soll ich mir die letzten Stunden auf der Insel mit der Jagd nach Fotos vermiesen das sich eh nicht verkaufen lassen? Also packe ich in aller Ruhe meine Koffer ein und bereite mich seelisch auf die Heimreise vor. Als mich am Nachmittag der Hunger plagt geht es ein letztes Mal zur Finca San Juan auf ein wirklich leckeres Stückchen Kuchen.

Später am Abend treffe ich mich noch mit meinem Facebook-Freund Frank. Wie haben uns ein paar Tage zuvor auf unserer Küstenwanderung von Taganana nach Las Palmas de Anaga kennengelernt. Den Abend verbringen wir an der Hotelbar und unterhalten uns über das Leben auf Teneriffa, die Fotografie, das Universum und den ganzen Rest.

Chasing the Evil through Puerto de la Cruz

Tag 30 – 9. Januar

In der Nacht bekomme ich kaum ein Auge zu. Es ist immer das gleiche, zwar bin ich ein sehr geübter “Reisender”, aber wenn wichtiger Flug ansteht den man rechtzeitig erreichen sollte, so bin ich auch nach all den Jahren noch immer etwas aufgeregt. Beim Frühstück habe ich drei 20,- Euro Scheine für meine beiden Lieblingskellnerinnen und die Mitarbeiter der Küche dabei. Weil es noch so früh ist, sind sie leider beide noch nicht zu sehen. Letztlich stecke ich das Geld in die kleine Sammeldose die am Eingang des Restaurants auf Spenden wartet. 60 Euro Trinkgeld muten auf den ersten Blick etwas heftig an, aber wenn man bedenkt, dass die Mitarbeiter sich unter anderem für mich ganze vier Wochen lang echt ein Bein ausgerissen haben und an wirklich jedem Abend ohne Trinkgeld nach Hause gegangen sind, so sind 60 Euro letztlich doch nur 2 Euro pro Abend.

Hätte ich jeden Abend in einem Restaurant verbracht, so hätte ich wahrscheinlich deutlich mehr Trinkgeld bezahlt. Also sind die 60 Euro gut angelegt und da hier alle Mitarbeiter unglaublich nett und sehr zuvorkommend sind ist es mir das auch wert.

Ganz witzig ist es, dass via Google-Now auf meinem Smartphone sehr detailliert angezeigt wird wann mein Flug geht und wann ich mich auf den Weg machen sollte. Es ist sehr cool, dass Google die Fahrzeit vom Hotel zum Flughafen automatisch berechnet und meine aktuelle Position aus dem WLAN des Hotels ermitteln kann!

Google-Now

Weil am Freitag das morgendliche Staurisiko relativ hoch ist, fahre ich schon um 8h30 los. Aber es klappt alles mehr als problemlos und ich bin letztlich viel zu früh am Flughafen. Schnell den Schlüssel für den Mietwagen abgeben und auf zum Schalter 62 wo Condor gerade seine Passagiere abfertigt. Als ich am Schalter ankomme steht nur ein Pärchen dort und ich bin nach wenigen Sekunden eingecheckt. Das ist wirklich toll!

Während meiner letzten Tage auf Teneriffa wurde in Paris der Anschlag auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo verübt. Daher werden heute alle Passagiere ganz besonders gründlich überprüft. Bei mir führt dies leider dazu, dass der kleine “Pistolengriff” den ich im oben verlinkten Video benutzt habe mehr als auffällt. Ich muss meine gesamte Fotoausrüstung auspacken, den Koffer mit allen Kabeln und Ladegeräten öffnen, mein Notebook, mein iPad, meinen iPod, mein Telefon und vieles mehr auf etliche dieser weißen Plastikschalen verteilen. Alles wird zweimal gecheckt während ich ohne Gürtel auf Socken daneben stehe und zu jeder einzelnen Kamera diese und jene Frage beantworten muss. Kurz bevor mir meine “bequeme Reisejeans” auf peinliche Weise von den leider viel zu üppigen Hüften gleitet, bekomme ich schließlich meinen Gürtel zurück. Das Zusammenklauben meiner vielen kleinen Einzelteile macht mich fast wahnsinnig und ich bin letztlich richtig froh als ich wieder alles beisammen habe und mir mein Gate suchen kann.

Endlich im Flugzeug angekommen ist der Flug extrem entspannt und weil ich mir schon viele Wochen zuvor via Internet einen XL-Seat direkt am Notausgang gebucht habe, ist die Beinfreiheit fast grenzenlos. Wegen des Notausganges ist die Sitzreihe vor mir nur mit zwei Sitzplätzen bestückt und so kann ich meine Füße wirklich sowas von weit ausstrecken, dass ich fast unter dem Gurt hindurch von meinem Platz rutsche, das ist so geil…

Während ich mir auf meinem iPad Mini ein paar Filme anschaue die ich zwar schon kenne aber lange nicht mehr gesehen habe, vergeht die Zeit wie im Flug. Ok ok, wie sollte ist in einem Airbus A321 auch anders sein :-)

High Noon - Airbus A321 - Seat 11A - Nikon 1 V3 & 10-100mm non-PD

In Frankfurt setzen wir auf die Minute pünktlich auf. Ziemlich nervig ist es, dass es bis zum Einsteigen ins Taxi noch geschlagene 90 Minuten dauern wird. Als ich endlich in Önders schönem neuen Taxi sitze bin ich echt froh, dass auch diesmal alles wieder so reibungslos funktioniert hat. Es tut mir nur ziemlich leid, dass Önder so lange auf mich warten musste. Sehr cool ist es auch, dass er mir etwas kaltes zu trinken mitgebracht hat. Dieser Taxifahrer denkt einfach an alles und es gibt in Mainz keine bessere Möglichkeit als sich von Önder oder seinem Vater fahren zu lassen!

Meine Meinung zum Thema “Pegida”

Dass Önder kein “deutscher Name” ist leuchtet sofort ein. Er und seine Familie haben ihre Wurzeln in der Türkei, leben aber seit vielen Jahren in Mainz. Angesichts der verkackten Demos der gestörten Pegida-Affen kriege ich echt die Krise wenn ich daran denke, dass deren bescheuerter Fremdenhass sich auch gegen Menschen wie Önder und seine Familie richtet. Diese Pegida-Vollidioten mit ihren kranken Sprüchen wie “Sachsen bleibt deutsch” hätten sich besser in ihrer Jugend in der Schule angestrengt, dann müssten sie sich jetzt um Jobs sorgen die sie selbst gar nicht annehmen würden. Mir geht echt die Hutschnur hoch wenn ich im Fernsehen schmierige Proleten sehe die “Wir sind das Volk” skandieren und bei denen sofort klar ist, dass sie in ihrem ganzen Leben nicht eine Mark selbst ehrlich verdient haben und sich auf Sozialleistungen ausruhen um die sie jetzt medienwirksam bangen.

Aber noch mehr kotzt es mich an wenn Sarrazin und andere Hetzer zusätzlich verbales Öl ins Feuer gießen. Ich frage mich manchmal ob diese schmierigen Witzbolde aus der deutschen Vergangenheit überhaupt nichts gelernt haben. Die Deutschen waren mal die Weltmeister in der Disziplin der organisierten Vernichtung einer großen Glaubensgemeinschaft. Wenn im Jahr 2015 Menschen vor dem Terror der IS-Mörder oder Taliban fliehen, dann hat kein anderes als unser Volk eine tiefer verwurzelte Pflicht diese Menschen aufzunehmen und ihnen in unserem Land so gut es geht ein neues Zuhause zu bieten.

Scheinbar kann sich keiner der Pegida-Idioten vorstellen, dass Menschen die in Syrien oder anderswo aufgewachsen sind, lieber dort in einer funktionierenden friedfertigen Gemeinschaft leben würden in der man sie versteht und ihre Sprache spricht, als sich im kalten Deutschland mit hasserfüllten Populisten und kahl rasierten Neo-Nazis herumzuplagen. Leider herrscht dort wo sie geboren wurden aber Krieg und dass sie dort geboren wurden konnten sie sich nicht aussuchen. Es gibt Tage da wünschte ich mir alle Pegida-Sympathisanten müssten mal ein Jahr lang im Irak auf der Straße leben oder im Gaza-Streifen um das nackte Überleben kämpfen.


Teneriffa 2014/15 – Der Weg zu den Sternen

Tag 26 – 5. Januar

Es ist Montag und weil mir der Heimweg des Vortages noch ein wenig in den Knochen steckt lasse ich es heute ganz ruhig angehen. Um 10h30 treffen sich an jedem Morgen einige Residenten bei der Bar „Pepito“ in La Paz, dem deutschsprachigen Stadtteil von Puerto de la Cruz. Dort will ich mich mit meinem Freund Wolfgang treffen, allerdings bin ich heute fast eine Viertelstunde zu spät. Stören tut das hier indes niemanden, wer auf Teneriffa lebt hat meistens viel Zeit und alle Ruhe der Welt. Das gilt leider auch für Handwerker aller Art…

Gegen Mittag bin ich wieder im Hotel, schreibe einen Artikel für meinen BLOG und gammle ein wenig im Hotel herum. Das ist entspannt aber auch ziemlich langweilig. Immer wieder muss ich an Veronica denken, die ich vor ein paar Jahren kennengelernt habe. Sie konnte stundenlang aufzählen in welchen Ländern sie schon im Urlaub war und hatte tausende Fotos von ihren Reisen. Seltsamerweise war sie auf ALLEN Fotos im Bikini an unterschiedlichsten Pools in Hotelanlagen zu sehen, die letztlich doch alle wieder ähnlich aussahen. Als ich sie damals gefragt habe ob sie sich denn mal ein Auto gemietet hat um die Landschaft zu erkunden, war sie irritiert und sprachlos. Sie hat wirklich über all die Jahre hinweg ihre freie Zeit vollständig in weit entfernten Hotelanlagen verbracht und kannte die Länder drumherum nur durch die Fenster der Shuttle-Busse.

Damals habe ich mir geschworen, dass ich solch einen Urlaub niemals nie nicht machen werde!!! Und heute bin ich doch ein wenig zu einem Teil davon geworden. Irgendwie ist es mir unangenehm zwischen all den Menschen mit dem blauen „All-Inclusive-Armband“ am Pool zu sitzen. Natürlich habe ich nichts gegen sie persönlich, aber diese Art Urlaub zu machen, mit Flatrate-Saufen und Sonnenbrand bis es verbrannt riecht, kann ich einfach nicht ab.

Als es dunkel wird muss ich da raus, es ist mir einfach unerträglich. Beim abendlichen Buffett esse ich noch schnell etwas Fisch, Kartoffeln und Gemüse und staune nicht schlecht als meine „Lieblingskellnerin“ mir völlig ungefragt ganz locker im vorbeigehen einen großen Humpen leckeres kaltes Bier auf den Tisch stellt. Was für ein Service und diese total netten Mitarbeiter müssen sich den ganzen Tag mit Menschen herumschlagen die ihre unvorteilhaften Figuren missmutig und betrunken am Pool herum bewegen. Oh je, jetzt werde ich zynisch, also lassen wir das…

Im Zimmer raffe ich meine Fototaschen zusammen. Es ist alles hier und dort verteilt weil ich am Nachmittag vor lauter Langeweile einen neuen Teil für „Ansgar’s kleine Fotoschule“ aufgenommen habe.

Als ich los will ist es erst 19h, eigentlich noch viel zu früh für schöne Fotos der Sterne hoch oben in den Bergen über Teneriffa. Also schneide ich noch schnell die Videoschnipsel des Nachmittages zu einem herrlich verwackelten YouTube-Video zusammen. Diesmal habe ich alles einfach ganz schnell und hemdsärmelig mit meinem Handy gefilmt. Schon beim Schneiden wird mir flau im Magen und ich bin gespannt wie viele meiner Zuschauer dabei wegen akuter visueller Überforderung in Ohnmacht fallen werden :-)

Zuletzt widerstehe ich noch der dringenden Versuchung mit fieser Fresse „Aalter isch Rahsier Disch!“ in die Kamera zu grunzen oder so laut wie möglich „Knallgas“ ins Mikrofon zu brüllen. Besser ist das, denn das machen ja schon die angesagten Stars auf YouTube. Wer nicht weiß wovon ihr hier schreibe gibt sich mal kurz den “Kaller” oder auch “Gillette Abdi” – Au Backe – Das Video von “Gillette Abdi” wurde schon fast eine halbe Millionen mal angeschaut. Was ist nur aus unserer Welt geworden? Alles wird den Bach runter gehen und weil die Jugend nur noch so einen Müll anschaut, wird sie es noch nicht einmal bemerken sondern nur dazu johlen: “Aaalter wir eh wir rasyrn dysch eh aalter…”

Aber das soll uns egal sein, wir wollen ja die Sterne fotografieren, also weiter geht’s… Um zum Pico del Teide hinaufzufahren gibt es insgesamt rund sechs verschiedene Möglichkeiten. Weil es schon 22h ist mag ich heute nicht viele Kurven fahren und entscheide mich für die sehr entspannte Anfahrt aus dem Nord-Osten über den kleinen Ort La Esperanza. Das ist zwar deutlich weiter, aber die Straßen sind gut geteert und viel besser zu befahren als die Straße oberhalb von La Orotava.

Anfahrt-Teide-La-Esperanza

Ein paar Kilometer hinter dem Flughafen montiere ich meine neue GoPro HD HERO 4+ Black Edition auf das Dach meines Autos, starte das WiFi-Netzwerk und steuere die Kamera aus dem warmen Auto heraus mit meinem Smartphone. Das funktioniert ganz wunderbar und nachdem ich eine Video-Sequenz aufgenommen habe die etwa 5 Minuten dauert, schalte ich die Kamera in den Zeitraffermodus für Nachtaufnahmen (Night-Time-Lapse). Mit ISO-800 und einer Belichtungszeit von etwas einer Sekunde knipst die GoPro nun Bild um Bild. Als ich ein paar Kilometer später anhalte bin ich richtig aus dem Häuschen als ich sehe wie schweinemäßig cool diese Fotos aussehen.

chasing the evil through the forest walls

Draußen sind es jetzt nur noch 5°C und der Akku meiner GoPro macht wegen unvollständiger Ladung, akutem Stromentzug und fieser Kälte schlapp. Ich verstehe das, wäre ich eine Batterie mir wäre da oben auf dem Auto auch nicht wohl. Also hole ich die kleine Kamera aus dem Unterwassergehäuse auf dem Dach und lade sie über einen USB-Adapter der im Zigarettenanzünder steckt.

Am ersten Aussichtspunkt angekommen baue ich meine Nikon D800E und das Nikkor 2,8/14-24mm auf und lasse sie bei ISO-800 und Blende 4 ganze 30 Sekunden lang belichten. Bereits diese ersten Fotos sehen gut aus, denn über mir am Himmel scheint der volle Mond so hell, dass man fast Zeitung lesen könnte. Während ich mit der D800E immer mal wieder neue Bildausschnitte wähle, habe ich inzwischen auch die Olympus OM-D E-M1 startklar. Für die ersten Fotos verwende ich das Leica 1,2/42,5mm Nocticron. Den Autofokus habe ich auf  M wie „Manuell“ gestellt. Schalte ich die Kamera aus und wieder ein, so fokussiert sich das lichtstarke Nocticron sauber auf „Unendlich“, das funktioniert wirklich gut!

DCIM100GOPROG0082478.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Mit der Olympus probiere ich nun verschiedene Einstellungen aus. In meinem Auto habe ich die Kamera zuvor etwas umkonfiguriert und so kann ich nun mit dem Feature „Live-Time“ bei Blende 4 und ISO-400 schöne Fotos machen. Eine feste Belichtungszeit gibt es dabei nicht. Auf dem Display kann ich verfolgen wie das Bild entsteht. Unten links im Bild wird ein Histogramm eingeblendet und immer wenn ich das Gefühl habe, dass keine dunklen Bildbereiche „abgeschnitten“ werden, drücke ich den Auslöser ein zweites Mal um den Belichtungsvorgang zu beenden. Weil der feste relativ fixe Blickwinkel mir irgendwann zu starr ist, nehme ich noch einige Fotos mit dem Panasonic 2,8/35-100mm (FX: 70-200mm) und dem Panasonic 2,8/12-35mm (FX: 24-70mm) auf.

El Teide at Night #1 - Nikon D800E & Nikkor 2,8/14-24mm

Um das „Geschehen“ dokumentieren zu können, lasse ich die kleine GoPro die Szenerie verfolgen. Sie knipst jetzt mit 30s Belichtungszeit lautlos vor sich hin. Ein drittes Stativ für die GoPro habe ich leider nicht dabei, aber es gibt an diesem Aussichtspunkt überall Möglichkeiten um die Kamera abzustellen. Wegen des krassen Weitwinkels der GoPro kommt es auch nicht so genau darauf an wo und wie sie steht, sie knipst irgendwie schon das was ich möchte. Zwischendurch zücke ich kurz mein Smartphone und kontrolliere sicherheitshalber doch was in der kleinen GoPro vor sich geht.

DCIM100GOPROG0082469.

Gegen 1h am Morgen habe ich den Eindruck, dass ich alles soweit wie sinnvoll „abfotografiert“ habe. Am Aussichtspunkt ist es fast windstill und es sind 7°C, so bin ich auch nach mehr als einer Stunde nicht total durchgefroren und nehme schnell mit meiner GoPro im Auto ein weiteres Video zum Thema “Nachts fotografieren” auf.

Es geht weiter zur nächsten Location. Es ist eine nicht weit entfernte Stelle die mein Freund Wolfgang mal als den „Grand-Canyon von Teneriffa“ bezeichnet hat. Dort kann man das Auto gut abstellen und bewaffnet mit meinen Kameras geht es einen kleinen Hügel hinauf auf einen gewaltigen Felsvorsprung. Von hier aus kann ich La Orotava und Puerto de la Cruz sehen. Gleich links oberhalb thront majestätisch der Pico del Teide sehr fotogen am Horizont. Direkt von oben beleuchtet das Mondlicht die Szenerie auf fast gespenstische Art und Weise.

Und wieder fotografiere ich was das Zeug hält. Hier ist es nun etwas kälter, es sind nur noch 3°C aber es ist nahezu windstill. So muss ich mir keine Sorgen machen, dass ein Windstoß eine meiner Kameras in den tiefen Canyon schubsen könnte. Mit zwei Kameras geht es auch hier sehr effizient voran. Ich flitze zwischen Kameras hin und her und immer wenn die eine Kamera belichtet und die Rauschunterdrückung ausführt hantiere ich an der jeweils anderen Kamera. So vergeht die Zeit wie im Flug und als ich irgendwann meine Füße kaum noch spüren kann ist es auch schon deutlich nach 3h am Morgen.

El Teide at Night #2 - Nikon D800E & Nikkor 2,8/14-24mm

Weil die Session so viel Spaß gemacht hat war ich zwischendurch regelrecht euphorisch und habe ernsthaft in Betracht gezogen an weiteren Locations zu fotografieren und zum Sonnenaufgang unterhalb des kleinen Gala auf der Westseite des Vulkans zu sein. Aber die Müdigkeit übermannt mich jetzt unaufhaltsam und so beschließe ich meine Sachen zu packen und zurück zu Hotel zu fahren.

Der Rückweg ist denn auch gar nicht leicht und es fällt schwer die Augen offen zu halten. Aber die Füße tauen langsam auf. Während die Heizung auf der höchsten Stufe läuft muss ich schließlich ein Fester ein wenig öffnen um noch etwas Frischluft im Auto zu haben. Im Hotel angekommen fällt mir jeder Meter schwer. Von meinem Proviant habe ich nichts aber auch gar nichts gegessen. Aber es war gut ihn dabeizuhaben, man weiß nie was passiert und welche absurden Ideen mir manchmal mitten in der Nacht durch den Kopf schießen.

Vor meiner Zimmertüre im Hotel setzt schlagartig große Ernüchterung ein. Die Euphorie ist weg, denn meine Karte für das Türschloss funktioniert nicht mehr. Oh je, es ist kurz nach 4h am Morgen und ich komme nicht in mein Zimmer. Meine Kameras und alles andere lasse ich vor dem Zimmer liegen und laufe schnell zur Rezeption hinüber. Dort treffe ich zum Glück eine der Mitarbeiterinnen die hier sonst tagsüber arbeitet. Eigentlich hatte ich den Nachtportier erwartet. Meine Zimmer-Karte ist schnell neu programmiert und als ich gefragt werde wo ich denn so spät in der Nacht noch wandern war zücke ich mein Telefon um voller stolz einige der Fotos auf meinem Smartphone zu präsentieren die ich in den letzten Tagen bei flickr hochgeladen habe.

Die Mitarbeiterin des Hotels ist irritiert und kann kaum glauben, dass diese vielen Fotos in der Nacht entstanden sein sollen. Aber ich kann ihr die Sterne zeigen und sie kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Als ich mich verabschiede haut es mich fast aus den Schuhen als sie mir sagt sie sei völlig überrascht was man heutzutage alles mit einem modernen Telefon fotografieren könne :-)


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