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Fuji X-E2 – Fotos in voller Auflösung

In den letzten Tagen hatte ich ein wenig Gelegenheit mit der neuen Fuji X-E2 einige Testbilder aufzunehmen die ich Euch hier in voller Auflösung zeigen möchte. Wer sehen will was sich sogar ganz ohne Stativ aus dem Fuji X-Trans Sensor herausholen lässt, der klickt einfach die hier verlinkten Vorschaubilder an und wird dann zum großen Bild in meinem Flickr Fotostream weitergeleitet. Dort gibt es rechts unten ein Pfeil-Symbol, dieses klickt man an und wählt danach im Kontext-Menu “Alle Größen anzeigen” aus.

Bildschirmfoto 2015-02-24 um 19.08.30

Das erste Beispielsfoto habe ich mit dem XF 55-200mm aufgenommen das wegen des kleinen APS-C Sensors im FX-Format einem Blickwinkel eines 82,5-300mm Teleobjektivs entspricht. Bei fast vollständig geöffneter Blende ist das Ergebnis mehr als überzeugend und macht Lust auf mehr.

Testshot #7 - Fuji X-E2

Das nächste Beispielfoto habe ich mit Blende 8 aufgenommen und die Bildqualität ist wirklich herausragend.

Testshot #8 - Fuji X-E2

Als nächstes gibt es drei Fotos die ich vom gleichen Standpunkt aus mit dem XF 18-55mm bei unterschiedlichen Brennweiten bei Blende 5,6 aufgenommen habe. Auch hier ist es beeindruckend wie viele Details der X-Trans Sensor der Fuji X-E2 einzufangen vermag.

Testshot #4 - Fuji X-E2

Testshot #5 - Fuji X-E2

Testshot #6 - Fuji X-E2

Nun ein Foto auf dem einfach irre viele feinste Details zu sehen sind und auch diese Aufgabe meistert die Fuji X-E2 mit Bravour.

Is it sharp? FUJI X-E2 Test Shot

Beim nächsten Foto erkennt man in der 100% Ansicht eine leichte Unschärfe, dies liegt aber an der großen Entfernung zum Motiv und ist auf feinste Partikel zurückzuführen die sich in der Luft befinden. Fotos über weite Strecken gelingen mit einem Teleobjektiv in der Regel nur an sehr kalten Wintertagen mit extrem trockner Luft.

Testshot #2 - Fuji X-E2

Um dieses Manko auszubügeln habe ich hier ein Foto das ebenfalls mit dem XF-55-200mm aufgenommen wurde, aber eben aus deutlich kürzerer Distanz. Hier spielt die in der Wärme der Sinne flimmernde Luft keine Rolle und verfälscht das Bildergebnis nicht. Es ist erstaunlich was dieses Objektiv und dieser Sensor leisten!

Testshot #3 - Fuji X-E2

Neben der Abbildungsleistung der Objektive ist der Dynamik-Umfang eines Kamera-Sensors für gute Bildergebnisse von essentieller Bedeutung. Wer kennt sie nicht die Fotos mit den ausgefressenen Lichtern die bei grellem Licht mit den winzigen Sensoren eines Smartphones aufgenommen wurden? Hier habe ich ein Foto das im unbearbeiteten Zustand das Problem sehr schön zeigt, dass die Natur und unser Auge größere Kontraste bereiten und verarbeiten können als fast jeder aktuelle Kamera-Sensor. Schaut man sich das Bild an sieht es zunächst aus als wäre bei den Wolken jegliche Zeichnung verloren und als würden die dunklen Bildbereiche kaum noch Zeichnung aufweisen.

Dynamic Range Test #1 - Fuji X-E2

Im nächsten Schritt senken wir nun im Adobe Camera RAW Converter die Lichter ein wenig ab und hellen die Schatten ein wenig auf. Zusätzlich reduzieren wir die Helligkeit um etwa 1/3 Blendenstufen und schon zeigen die Wolken eine ausgeprägte Zeichnung, ohne dass überstrahlte Lichter auffallen würden. Hellen wir jetzt noch die Schatten etwas auf, so kommt auch hier erstaunlich viel Zeichnung zum Vorschein und das ohne allzu starke Artefakte und Farbrauschen.

Dynamic Range Test #2 - Fuji X-E2

Der Tonwertumfang des Sensors der Fuji X-E2 ist wirklich ganz beachtlich und da stimmt es auch nicht weiter traurig, dass diese Kamera Belichtungsreichen mit nur 3 unterschiedlich belichteten Fotos erlaubt. In den allermeisten Situationen wird das ausreichen. Und falls mal nicht, so kann man sich mit dem sehr gut zugänglichen Einstellrad für die Belichtungskorrektur helfen. Damit kommt man schnell auf 6 oder 9 unterschiedlich belichtete Fotos aus denen sich HDR Fotos auch bei allerhärtestem Gegenlicht zaubern lassen sollten.

Fazit

Auch wenn der Video-Modus dieser Kamera anmutet an als hätte man ihn nachträglich mehr als lieblos in die Software “hineingemummelt”, so punktet die Fuji X-E2 doch bei der Bildqualität. Was diese kompakte kleine Kamera abliefern ist einfach nur erstaunlich. Im direkten Vergleich ist sie kaum größer als eine Olympus OM-D E-M1 und sich die Objektive sind nur kaum größer als die Pendants des sehr kompakten Micro-Four-Thirds Systems. Sehr gut gefällt mir an meinem neuen XF 10-24mm auch, dass der Filterdurchmesser mit 72m angenehm klein ist und man dieses Objektiv sehr gut mit dichten Graufiltern nutzen kann, ohne dass die Bildränder nennenswert abgeschattet werden, das ist außergewöhnlich!

Mit der neuen Firmware 3.0 ist es möglich bei eingeschaltetem Autofokus manuell nachzufokussieren. Das funktioniert sehr gut und das Fokuspeaking ist eine ganz ausgezeichnete Hilfe bei der Fokussierung. Auch gefällt mir sehr gut, dass man die Farben sehr frei wählen kann die beim Fokuspeaking im hervorragenden Sucher der X-E2 angezeigt werden. Aktuell habe ich “Rot” eingestellt. Drückt man den Auslöser fokussiert die X-E2 automatisch und durch Drehen des Fokus-Rings wird das Fokus-Peaking aktiviert. Als “scharf erkannte” Ecken und Kanten werden dann im Sucherbild oder auf dem rückwärtigen Display mit feinen roten Linien markiert. Das funktioniert sehr gut und hier könnten sich die Nikon Ingenieure bei der Entwicklung der Nikon 1 V4 eine dicke Scheibe abschneiden. Alternativ kann man ein digitales Schnittbild nutzen und es gibt auch Optionen um die automatische Vergrößerung des Sucherbildes beim manuellen oder halbautomatischen Fokussieren zu ändern, gut gemacht Fuji!

Neben dem neuen XF 10-24mm das im FX Format einem 15-36mm Weitwinkelzoom entspricht habe ich mir noch eine verrückte Lochblende gekauft. Was sich mit diesem Dingen alles anstellen lässt, das gibt es im nächten Artikel zu sehen!

Etwas enttäuschend ist allerdings die Kapazität der kleinen Akkus. Wer sich mit Auswahl und Komposition seiner Fotos viel Zeit lässt, die Displaybeleuchtung etwas stärker aufdreht und den Bildstabilisator dauerhaft aktiviert hat, der wird bereits nach etwa 100 Bildern feststellen, dass die Akkuladung langsam aber sicher zu Ende geht. Ich bin jetzt mit insgesamt drei Akkus ausstaffiert und bin seit heute außerdem stolzer Besitzer des sehr coolen MHG-XE Handgriffes. Dieser Handgriff kann fest mit der Fuji X-E2 verbunden bleiben und ermöglicht freien Zugang zum Batteriefach und der Speicherkarte. Außerdem ist er Arca-Swiss kompatibel und kann damit an vielen professionellen Schnell-Wechelssstemen ohne weiteres Zubehör genutzt werden.

Wie das alles aussieht, gibt es im nächsten Artikel zu sehen :-)


Videos erstellen mit Final-Cut-Pro X

Vor ein paar Tagen habe ich an meinem iPad aus versehen etwas zu lange auf den Home-Button gedrückt und damit die Sprach-Assistentin SIRI aktiviert. Als ich SIRI spontan mit “OK Google” begrüßt habe staunte ich nicht schlecht über ihre Antwort. Als nächstes habe ich SIRI dann gefragt was sie über PEGIDA weiß und sie hat nur Antworten gegeben die nichts mit PEGDIA zu tun hatten. Das fand ich wirklich witzig und habe daraufhin ganz spontan dieses kleine Video erstellt:

 

Nachdem es online war habe ich einige Zuschriften erhalten in denen Zuschauer mich fragten wie ich die Inhalte des iPads aufgenommen habe und wie ich es geschafft habe beide Tonspuren in dieser guten Qualität aufzunehmen. Um dies zu erklären gibt es jetzt eine kleines Making-of das auch einige Grundlagen der Video-Bearbeitung mit Apples Lösung für den Video-Schnitt enthält.

 

Meine ersten Gehversuche bei der Video-Bearbeitung habe mit MAGIX Video Deluxe gemacht. Aber dabei hat mich es mich immer gestört, dass diese Software so extrem mit Fehlern behaftet war und ständig abgestürzt ist. Immer wenn ich wieder auf eine neuere Version upgedatet habe ging das Spiel von vorne los. Ich kam mir nach einiger Zeit vor wie eine Versuchskaninchen, was wirklich nervig war. Mit den ersten Videos in 1080p machte dann mein eigentlich sehr guter DELL PC nicht mehr wirklich mit. Also habe ich diesen PC mit mehr Speicher und schnelleren Festplatten schrittweise aufgerüstet. Dazu musste ich die MAGIX Software mehrfach neu installieren und irgendwann nach drei oder vier Installationen kam dann die Meldung, dass meine Lizenz zu “meinem Schutz” deaktiviert wurde und dass ich mich an den Support wenden solle.

Alle Versuche jemanden beim MAGIX Support zu erreichen schlugen fehl und so habe ich nach einigen Wochen ziemlich frustriert dieser Firma den Rücken gekehrt und zähneknirschend auf meinem MacBook Pro die Software Final Cut Pro X zum Preis von damals 179,- Euro gekauft. Diese Software kostet inzwischen 299,- Euro, ist also im Vergleich zur MAGIX Variante nicht preiswert. Aber man muss sehen, dass sich MAGIX jedes einzelne Update bezahlen lässt. Ich habe in den letzten Jahren alle Updates zu FCPX von Apple kostenlos erhalten, wirklich alle! Rechnet man alles zusammen, war FCPX damit billiger als Video DeLuxe von MAGIX.

Bevor Apple seine aktuelle OS-X Variante “Yosemite” auf den Markt gebracht hat (übrigens auch ein kostenloses Update) war es übrigens gar nicht so einfach das aufzuzeichnen was man auf einem iPad gemacht hat. Ich wollte damals ein Video machen in dem ich vor der Kamera sitze und man das was ich auf dem iPad mache im Hintergrund sehen kann. Die Lösung war nicht weiter schwierig, ich habe mich vor den Fernseher gesetzt und via Airplay das Display meines iPADs auf den Fernseher hinter mir gespiegelt. Das sah dann so aus:

 

Später habe ich noch eine Hauppauge HD-PVR 2 gekauft um den HDMI Datenstream zwischen Apple-TV und Fernseher aufzeichnen zu können. Mit Yosemite ist dies inzwischen aber alles nicht mehr notwenig und meine Pläne einige APPs vorzustellen die ich auf dem iPad so richtig gut finde habe ich bislang immer vor mir hergeschoben und wegen mangelnder Freizeit noch nicht realisieren können. Aber vielleicht bald :-)

Hier habe ich nun noch einige gut gemachte Videos zum für alle die sich in die Video-Bearbeitung mit Final-Cut-Pro X einarbeiten wollen.

 

Wer schon ein wenig fortgeschritten ist, der findet hier Infos wie man mit mehreren Kameras arbeitet und wie Farbkorrekturen in FCPX durchgeführt werden können.

 

Im folgenden Video geht es dann um Masken mit denen man Korrekturen nur auf einen Ausschnitt innerhalb eines Clips anwenden kann.

 

Im nächsten Video geht um darum wie man mit FCPX schöne Titel hinbekommt und welche Möglichkeiten es gibt.

 

Im letzten Video das ich Euch zeigen möchte geht es nun um den gepflegten Surround-Sound aus der eigenen “Hexenküche”.

 


Teneriffa 2014/15 – Es ist Weihnachten

CONFLICT - Nikon 1 V3 & 1Nikkor 70-300mm CX

Tag 14 – 24. Dezember – Heiligabend bei 25°C

Heiligabend bei 24°C zu verbringen, für viele Deutsche ist das undenkbar. An Heiligabend sollte es knackig kalt sein, draußen sollte Schnee liegen und man sollte sich mit der Familie daheim vor dem Kamin gemütlich machen und dem Knistern der Holzscheite im Kamin lauschen. Aber so viele Klischees auf einmal funktionieren leider einfach nicht. Entweder streiten sich die Familien an Weihnachten bis aufs Blut, Ehen zerbrechen, Menschen begehen Selbstmord und als wäre das alles noch nicht genug ist das Wetter in Deutschland meist so richtig beschissen. Es ist dunkel, regnerisch und statt zu schneien regnet es den ganzen Tag. Das kann wirklich frustrierend sein und einem schwer auf das Gemüt schlagen. Daher bin ich an Weihnachten gern weit weg von Deutschland, möglichst irgendwo im Süden, zumeist auf Teneriffa.

Hier ist alles sehr entspannt und schöne sonnige Tage gefallen mir viel besser als hektisches Einkaufen der letzten Geschenke die von den Lieben meistens eh nicht honoriert werden. Hier gibt es keine Geschenke, hier gibt es nur kaltes Bier und gute Laune.

So soll es auch in diesem Jahr werden! Für den heiligen Abend haben sich mein Sohn Leon und ich einen Besuch im Adlerpark in der Nähe von Arona vorgenommen. Der Park öffnet um 10h am Morgen und schließt um 17h30. Als morsgens um 7h mein Handwecker Alarm schlägt bin ich noch hundemüde. Trotzdem quäle ich mich unter die Dusche, schließlich soll es für meinen Sohn ein schöner Tag werden.

Als wir endlich fertig sind ist es schon kurz nach 9h. Eigentlich wollten wir um 10h pünktlich wenn der Park öffnet dort sein, aber nun kommen wir 30 Minuten später. Es stört niemanden, hier ist alles ganz entspannt!!

In meinem Fotorucksack habe ich heute nur die ganz kleine Ausrüstung, Nikon 1 V3, Nikon 1 V1 (Infrarot 700nm) und die Objektive 6,7-13mm, 10mm, 10-100mm, 70-300mm. Das klingt nach viel Aufwand, ist es aber nicht, denn alles zusammen wiegt kaum mehr als eine nackte Nikon D800 mit einem 14-24mm Weitwinkel. Am Ende des Tages werde ich wieder fast ausschließlich mit das 70-300mm benutzt haben und beim nächsten Mal werde ich nur das 10er und das 70-300 einpacken. Dieses Teleobjektiv ist einfach der Hammer, es leistet ganz erstaunliches und ist dabei unglaublich leicht und kompakt. Seit ich dieses Objektiv und die Nikon 1 V3 benutze mag ich gar keine andere Kamera mehr in die Hand nehmen.

Meine Olympus OM-D E-M1 liegt noch immer ungenutzt im Zimmer-Tresor. Der Grund ist, dass es für das  grundsätzlich ganz hervorragende MFT-System (Micro-Four-Thirds), kein Objektiv wie das 70-300 für die Nikon 1 gibt. Klar gibt es ein 100-300mm von Panasonic und das ist auch eine echt gute Linse, aber es entspricht an der Olympus einem 200-600mm Teleobjektiv, während das 1Nikkor 70-300 an der Nikon 1 V3 einem 189-810mm Objektiv entspricht. Außerdem hat die Nikon 1 V3 mit 18 Megapixeln im Format 3:2 zumindest auf dem Papier eine etwas höhere Auflösung als die Olympus OM-D E-M1. In der Praxis fallen die Unterscheide bei der Auflösung der Sensoren allerdings kaum auf und jedes System hat seinen ganz eigenen „Look“ bei den Bildergebnissen.

Die Fotos aus der Nikon 1 V3 lassen durchgängig ein ganz leichtes feines Rauschen erkennen, das ein wenig an gute Scans hochwertiger analoger Fotografien erinnert. Anti-Rausch Fanatiker und High-ISO-Päpste würden sicher das eine oder andere Haar in der Suppe finden, aber für meine Art der Fotografie ist dieses Nikon 1 V3 in Verbindung mit dem 70-300 Objektiv genau richtig! Alles ist klein und kompakt, der Autofokus arbeitet schnell und leise und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Jeder der auf Reisen eine kleine leistungsfähige Kamera sucht und dem eine möglichst lange Tele-Brennweite wichtig ist wird an dieser Kombination sehr viel Spaß finden.

Wem 600mm Tele-Brennweite ausreichen, der wird allerdings mit der Olympus OM-D E-M1 die meiner Meinung nach bessere Kamera finden. Sie hat den etwas größeren elektronischen Sucher, man kann ein vernünftiges Blitzlicht verwenden, es gibt eine WiFi-App die wirklich viel kann und es stehen exzellente Objektive in Hülle und Fülle zur Verfügung. Ein weiterer Vorteil des MFT-Systems ist, das mit dem Panasonic 7-14mm ein ganz ausgezeichnetes Weitwinkelobjektiv verfügbar ist, das einem 14-24mm im FX Format entspricht. Für das Nikon 1 System gibt es bislang nur das 6,7-13mm was einem 18-35mm Weitwinkel entspricht. Das ist nicht schlecht und dieses Objektiv ist toll, aber es ermöglicht eben nicht die besonders dramatischen Perspektiven des 7-14mm von Panasonic.

Im Adlerpark angekommen bin ich etwas überrascht, dass der Eingangsbereich umgebaut wurde. Auch die Eintrittspreise scheinen sich verteuert zu haben. Für meinen 17 Jahre alten Sohn und mich muss ich jetzt jeweils 25,- Euro bezahlen. Im Park widmen wir uns sofort den Adlern, Eulen, Uhus, Geiern und was es sonst noch alles gibt. Ich fotografiere mit der Nikon 1 und mein Sohn macht mit seiner neuen Nikon D2x und dem Sigma 18-250mm seine ersten Gehversuche in der Tierfotografie.

Um 12h und um 16h sind die Shows bei denen die Greifvögel des Park eine halb Stunde lang völlig frei fliegen dürfen. Wegen der sehr speziellen Wetterlage, es ist Calima, können einige Vögel die gern hoch und weit hinaus fliegen heute nicht an der Show teilnehmen. Beim Calima sind die höheren Luftschichten mit feinem Staub und Bakterien aus der Sahara geschwängert. Das behindert die Orientierung der Vögel und kann zu weiteren Komplikationen führen.

Dennoch bekommen wir einige Weißkopf-Seeadler, Marabus, Geier und anderes Federvieh zu sehen und vor allem zu fotografieren. Allerdings kann man das was ich heute mit der Nikon 1 V3 veranstalte nicht wirklich als Fotografieren bezeichnen. Es ist eher ein wildes herumfuchteln mit dem Teleobjektiv in der Hoffnung einige wenige gute Fotos schießen zu können. Die Nikon 1 V3 beherrscht sagenhafte 60 Bilder pro Sekunde. Das klingt außergewöhnlich gut, aber in der Praxis ist es der letzte Mist, denn wer im RAW-Modus fotografiert kann so nur etwa 25 Fotos aufnehmen bevor die Kamera massiv langsam wird weil der interne Kameraspeicher nun voll ist und die Bilder auf die Speicherkarte ausgelagert werden müssen. Das kann je nach Karte schon mal mehrere Minuten dauern und ist echt nervig. Bei 60 B/s kann man also etwa eine halbe Sekunde lang fotografieren und muss dann mehrere Minuten warten bis alle Bilder auf die Speicherkarte übertragen wurden. Klar kann man zwischendurch wieder einige wenige Fotos in schneller Folge aufnehmen, aber es sind eben nur sehr wenige. Will man in den Video-Modus umschalten muss man warten bis alle Fotos gespeichert wurden, das kann ebenfalls zu extrem nervtötenden Geduldsprobe werden. Ist man zu hektisch beim Umschalten, so kommt es ab und zu vor, dass ich die Nikon 1 V3 mit der Firmware 1.00 einfach aufhängt. Es geht dann gar nichts mehr und man muss die Batterie herausnehmen und die Kamera neu beleben zu können.

Hier sollte Nikon schnellstens mit einem Firmware-Update nachbessern!

Damit sind für mich die extrem schnellen Modi mit 20, 40 und 60 Bildern pro Sekunde zumindest beim Fotografieren der Greifvogel-Show komplett unbrauchbar, weil man garantiert alle guten Momente verpassen wird, weil die Kamera mit dem Speichern der Fotos beschäftigt sein wird. Auch fällt bei Mitziehern die man unter Verwendung des elektronischen Verschlusses macht ein sichtbarer “Rolling-Shutter” auf. Je nach Geschwindigkeit des Mitziehen stehen senkrechte Objektive in den Fotos ausgeprägt schief. Dies ist übrigens bei Kameras wie der Panasonic GH3 wenn man den elektronischen Verschluss verwendet ganz genauso!

So nutze ich nach einigen „Gehversuchen“ ausschließlich den noch immer recht schnellen mechanischen Auslöser. Damit ist die Nikon 1 V3 sogar etwas langsamer als eine Olympus OM-D E-M1. Die sagenhaften 60 Bilder pro Sekunde sind also eher ein Marketing-Gag als eine Hilfe bei der Fotografie schnell bewegter Motive, zumindest für alle die im RAW-Modus in voller Auflösung fotografieren wollen. Nimmt man JPGs in reduzierter Größe auf und schaltet rechenintensive zusätzliche Verarbeitungsprozesse ab, so sieht die Welt etwas anders aus. Das soll zur Ehrenrettung der Nikon 1 V3 gesagt sein. Aber ich als bekennender RAW-Shooter mag eben keine JPGs knipsen…

Während der Tag mit 13°C um 9h relativ kühl begonnen hatte, klettert im Laufe des Tages das Thermometer auf angenehme 24°C. Das passt sehr gut zum 24. Dezember und ich frage mich ob wir am nächsten Tag die 25°C erreichen werden.

Als der Park um 17:30 seine Pforten schließt habe ich zwei schnelle 64-GB Micro-SD Speicherkarten fast vollständig gefüllt und insgesamt vier Akkus geleert. Mit der Nikon 1 V1 habe ich kein einziges Infrarot-Foto aufgenommen, sie war also nur unnötiger Ballast!

Mein Sohn hat mit seiner neuen Nikon D2x etwa 1.000 Fotos aufgenommen. Unter dem Strich habe ich selbst etwa 6.000 Bilddateien mitgebracht. Bei der ersten Sichtung bin ich mit einigen wenigen Fotos sehr glücklich. Von den 6.000 Fotos sind vielleicht 10-20 Bilder so gelungen, dass ich sie bei flickr und anderswo zeigen würde. Der Rest sind entweder belanglos Knipsbilder oder unscharfer oder verwackelter Ausschuss. Die Verfolgung schnell bewegter Objekte mit dem elektronischen Sucher der Nikon 1 V3 ist mitunter gar nicht so einfach. Hier ist ein guter optischer Sucher eine Spiegelreflexkamera einfach schöner. Allerdings hätte dieser bei 10 Bildern pro Sekunde sehr viele „Aussetzer“ die man beim elektronischen Sucher der Nikon 1 V3 nicht hat. Man muss es einfach mal für sich selbst ausprobieren, schwenkt man eine lange Teebrennweite mit dem elektronischen Sucher vor unruhigem Hintergrund hin und her, so sieht man im Sucher eigentlich gar nichts mehr. Klar wird dort etwas angezeigt aber es ist eben verwischt und verpixelt, was übrigens bei der Olympus OM-D E-M1 und ähnlichen Kameras nicht anders ist.

Elektronische Sucher funktionieren meiner Meinung nach dann sehr gut, wenn sich die Objekte die man ablichten möchte langsam oder gar nicht bewegen. Wenn aber ein Adler vom Himmel stürzt, sind sie zumindest mit dem derzeitigen Stand der Technologie meiner Meinung nach einem echten optischen Sucher noch immer unterlegen.

Dennoch hat mir das Fotografieren mit der Nikon 1 V3 auch heute wieder viel Spaß gemacht. Dies ist nicht zuletzt dem sehr geringen Gewicht meines Rucksacks geschuldet. Weil die Kamera so leicht ist und man das Display klappen kann, habe ich auch nur eine kleines leichtes Stativ dabei. Diese leichte Ausrüstung trägt sehr zum Wohlbefinden an einem langen Fototag bei. Auch ist es wirklich cool, dass man mit der Nikon 1 V3 so schön filmen kann und dass sich über das Display Autofokus und Auslöser so wunderbar steuern lassen.

Alles in allem war unser Besuch im Adlerpark ein rundum gelungenes Abenteuer.

Auf dem Rückweg nach Puerto de la Cruz überlegen wir was wir noch tun sollen. Dabei kommt uns die Idee, auf dem Rummelplatz bei Puerto de la Cruz einige der bunt beleuchteten Fahrgeschäfte zu fotografieren. Weil unser Benzin so eben bis zur Tankstelle unterhalb des Hotels reicht, füllen wir erst einmal den Tank zum Preis von 0,96 €/Liter nach und machen eine kurze Pause im Hotel. Als es dunkel wird geht es wieder los. Weil wir noch etwas Hunger haben, steuern wir im Stadtteil La Paz einige Restaurants an. Ich halte kurz an und mein Sohn fragt ob es noch einen freien Platz gibt. Die meinten Restaurants sind ausgebucht, aber im „Krombacher Inn“ ist noch etwas frei. Wir würden gern gegrillte Seezunge essen, aber heute gibt es nur Schollenfilet. Ok, das nehmen wir. Als das Essen schließlich serviert wird sind wir überrascht, dass wir statt der gewünschten Pommes Frites schlabbrige Bratkartoffeln auf dem Teller vorfinden. Und der gemischte Salat besteht aus je einer Scheibe Gurke und Tomate mit etwas Krautsalat mit Kümmel. Das schmeckt echt ziemlich fies und ich kratze nur etwas Fisch aus der dicken Panade heraus. Letztlich muss ich dafür 20 Euro bezahlen. Als mein Sohn dann meint, dass die beiden Gläser Bier für 20 Euro ziemlich teuer waren, muss ich dann doch Grinsen und meine Laune wird schnell wieder besser.

Am Rummelplatz angekommen sind wir mehr als enttäuscht, dass er wohl gerade geschlossen wurde, heute ist Heiligabend und hier auf Teneriffa ist die Mehrzahl der Bevölkerung katholisch!

Also wandern wir auf der Suche nach dem einen oder anderen schönen Motiv relativ ziellos durch die Stadt. In der Nähe des Hafens kommt uns ein Paar entgegen und als sie auf unserer Höhe sind schaut er mich plötzlich an und sagt „Ansgar, hallo Ansgar!!“ Ich bin total verdutzt, wer ist denn das?

Im Gespräch stellt sich heraus, dass die Zwei meine YouTube-Videos über Teneriffa gesehen haben. Sie haben dort den kleinen temporären See oben in den Canadas del Teide gesehen und kennen mich auch aus anderen Videos. Da ich hier mit Stativ und Fotorucksack unterwegs bin haben sie mich sofort wiedererkannt. Das ist wirklich witzig und die beiden wohnen sogar in der Nähe von Bonn. Wir plauschen etwas und erzählen uns was wir in den letzten Tagen auf der Insel so gemacht haben. Nachdem wir uns verabschiedet haben ist mein Sohn schwer erstaunt und ich bin irgendwie richtig froh über diese unerwartete Begegnung.

Wirklich schöne Motive finden wir an diesem Abend leider keine mehr, aber am Plaza de Charco gibt es noch etwas leckeres zu trinken und als wir gegen 23h wieder im Hotel eintreffen sind wir mehr als erledigt. Es war ein langer schöner Tag, unser erster Heiligabend bei 24°C und das war wirklich gut so!

Tag 15 – 25. Dezember

Heute wollen wir uns mit unseren Freunden Karin und Wolfgang im Surfpoint in El Medano zum Frühstück treffen. Diese „Surferbude“ habe ich in den letzten Tagen schon zweimal gemeinsam mit meiner Freundin Sandra besucht. Als wir dort um 10h eintreffen sind Karin und Wolfgang schon dort, das Thermometer zeigt wie erhofft satte 25°C. Karin und Wolfgang haben ihren kleinen Hund „Zimba“ dabei. Mit am Tisch sind Freunde aus Deutschland die ebenfalls ihren kleinen Hund „Lotta“ dabei haben. Wie sich herausstellt ist Lotta die Schwester von Zimba. Ihre Herrchen und Frauchen haben sich über den Züchter kennengelernt und da sie auch gern nach Teneriffa reisen, dürfen heute die Geschwister Zimba und Lotta einen Tag miteinander verbringen. Und was soll man dazu nur sagen, diese beiden wuseligen kleinen Hunde sind einfach nur niedlich. Ich habe heute wieder meine Nikon 1 V3 mit dem 70-300mm Objektiv dabei und ich knipse was das Zeug hält. Nach dem Frühstück fahren wir zum Hundestrand der nahe der nächsten Ortschaft Los Abrigos gelegen ist. Hier in El Medano (und in vielen anderen Orten) sind Hunde am Strand verboten und Karin sagt man könne mit Strafen von rund 300 Euro rechnen wenn man mit seinem Hund an einem Strand erwischt wird der für Hunde gesperrt ist.

Zimba & Lotta - Brother & Sister - Nikon 1 V3 & 1Nikkor 70-300mm CX

Am Hundestrand ist dann so richtig was los. Lauter Vierbeiner toben hier herum und die Stimmung ist sehr ausgelassen. Viele Badefreunde sonnen sich komplett nackt oder toben so wie Gott sie schuf mit ihren Hunden an Strand herum, es ist mitunter wirklich bizarr.

Als wir nach einigen Stunden zurück nach El Medano fahren habe ich wieder rund 34 Gigabyte Fotomaterial mit meiner kleinen Nikon eingesammelt. Weil ich mich nicht mit meiner gesamten Ausrüstung im Sand wälzen mag, habe ich die Hunde in den allerwenigsten Fotos auf Augenhöhe. Daher sehen diese Fotos nicht schön aus und von den rund 2.000 Hundeknipsbildern könnte ich fast alles löschen. Aber es sind einige wenige Fotos dabei auf denen die Vierbeiner sehr schön auf Augenhöhe sind, weil sie oben am Strand posieren und ich fast im Wasser stehe. Diese Fotos sind teilweise wirklich gelungen und ich habe viel Spaß daran.

Merke: Wer kleine Tiere wie Hunde und Katzen fotografieren möchte sollte die Kamera dabei stets auf Augenhöhe haben. Diese einfache Regel gilt eben nicht nur für das Fotografieren von Kindern. Also entweder legt man such zu den Hunden auf den Boden oder in den Dreck, oder man stellt die Hunde an einen etwas erhöhten Punkt, so dass man sie ohne seltsame Verrenkungen ablichten kann.

Zimba #2 - Brother & Sister - Nikon 1 V3 & 1Nikkor 70-300mm CX

Zurück in El Medano geht es zum China Restaurant Hong Kong. Dort war ich nun schon mehrfach und es schmeckt immer wieder gut und der Service ist mehr als zuvorkommend. Auch heute ist wieder alles bestens und als es nach dem Essen gleich um die Ecke noch ein leckeres Eis gibt ist die Welt in Ordnung.

Zurück am Auto zeigt das Thermometer zunächst 30°C. Uff, das ist ordentlich für den ersten Weihnachtstag. Als wir schließlich losfahren fällt es durch den Fahrtwind dann aber auf 27°C und das ist sehr angenehm.

Zimba #1 - Brother & Sister - Nikon 1 V3 & 1Nikkor 70-300mm CX

Auf dem Weg nach Puerto de la Cruz hören wir wieder Musik mit meinem Telefon. Dort habe ich die App des französischen Musikdienstes „Deezer“ installiert. Durch den Kauf zweier Songs Lautsprecher für meine Bonner Wohnung habe ich ein einjähriges Deezer-Abo bekommen und das finde ich so richtig gut. Während es sich bei Streaming-Diensten wie Spotify sehr wesentlich um die „soziale Komponente“ dreht, ist bei Deezer alles auf Musik ausgerichtet. Hier ist es weniger wichtig wer den eigenen Playlisten folgt und wen man mit seinem Musikgeschmack zu überzeugen vermag, hier geht es einfach darum Musik zu hören und neu für sich zu entdecken.

Während ich in den vergangenen Jahren immer USB-Sticks mit Musik bespielt oder CDs gebrannt habe, liegt heute einfach nur mein HTC ONE M8 in einem Fach im Armaturenbrett. Es ist ganz primitiv über ein einfaches Kabel mit zwei 3,5mm Klinkensteckern an das Radio angeschlossen und selbiges ist auf AUX eingestellt. So kann man wunderbar Musik hören, sogar im Tunnel!

Da man mit der App von Deezer seine Musik auch offline hören kann, habe ich vor dem Antritt der Reise viele Gigabyte Musik auf mein Smartphone heruntergeladen. Es gibt lange Listen mit Empfehlungen der Deezer Redaktion und viele Klassiker von Rockbands aus den 70er und 80er Jahren. So macht Autofahren im Urlaub richtig Spaß. Wenn uns mal eines der Lieder auf die Nerven geht schnappt sich mein Sohn Leon das Telefon und tippt sich zum nächsten Song weiter, das ist wahrer Luxus für Autofahrer :-)

Lotta & Zimba - Brother & Sister - Nikon 1 V3 & 1Nikkor 70-300mm CX

Im Hotel sind wir erledigt von so viel Sonne und frischer Luft. Gegen 20h ist es beim Abendessen nicht mehr so brechend voll und wir essen noch etwas Brot und trinken dazu ein Bier. So bringen wir dann den ersten Weihnachtstag auf Teneriffa wirklich sehr entspannt zu Ende und sind sehr glücklich, dass wir dem hektischen Treiben im nasskalten Deutschland entfliehen konnten.

Lotta - Brother & Sister - Nikon 1 V3 & 1Nikkor 70-300mm CX


USA 2014 – Wieder eine Reise ins Ungewisse Teil 1-4

Wer noch nie ein Video erstellt hat das knapp 30 Minuten dauert und halbwegs “Hand & Fuß” hat, der wird kaum ermessen können wie viel Arbeit es bereitet eine vier Wochen dauernde abenteuerliche sehr freie Reise umfassend in einem Video zu dokumentieren. Eine Reportage zu erstellen die auch bei einer Spielzeit von mehr als 5 Minuten nicht langweilig wird, die viele Informationen transportiert, die mit gut verständlichem Ton daherkommt und bei der die Schnitte zum Rhythmus der Musik passen, das ist eine echte Herausforderung. Neben dem Bildmaterial das man natürlich während der Reise einsammeln muss, braucht es noch eine geeignete Ausstattung mit Computern, riesigen Festplatten, Mikrofonen und vor allem mit ZEIT mit ganz viel ZEIT. Tag für Tag wühlt man sich später durch viele tausend Fotos und hunderte von Gigabytes mit Video-Material, schreibt Texte, probiert GEMA-freie Musik aus, und ist einfach nur froh wenn man sein Video endlich veröffentlichen kann.

Mein aktuelles Video-Projekt sieht so aus wie im folgenden Screenshot. Wer diesen genau anschaut sieht sofort aus wie vielen kleinen Schnipseln der vierte Teil meiner USA-Reportage besteht. Dabei ist jeder kleine Schnipsel “handverlesen”, ich habe bei jedem Schnipsel über Anfang und Ende nachgedacht, überlegt ob es einen harten Schnitt oder eine weiche Überblendung geben soll. Ich habe Stunden damit verbracht nach Musik und Soundeffekten zu suchen. Und als die Musik und Video-Clips zusammen gefügt waren, habe ich an jedem Anfang eines Clips und jedem Ende versucht ihn so zu trimmen, dass er mit der untermalenden Musik harmoniert.

USA-2014 - Final-Cut-Pro-X

Es mich jetzt wieder einen Monat lang fast jeden freien Abend gekostet den vierten Teil von  “Wieder eine Reise ins Ungewisse zu erstellen”.

Das “Original” von 2011

Als ich vor ein paar Jahren meinen Film “Reise ins Ungewisse” erstellt habe, betrug der Zeitaufwand verteilt über 14 Tage hinweg etwa 160 Stunden. Ich konnte mir dies nur leisten, weil ich damals ziemlich erkältet daheim herumgesessen habe. Ich war nicht krank genug um nur im Bett zu liegen aber auch nicht gesund genug um zur Arbeit zu gehen. Also habe ich mit warm eingepackt mit viel heißem Tee an meinen Windows Computer gesetzt und mit der Arbeit an diesem Video begonnen. Damals habe ich noch MAGIX Video Deluxe benutzt. Diese Software hatte ich mir kurz zuvor offiziell gekauft und sie war mehr als fehlerhaft. Immer wieder ist sie ausgestiegen und fast täglich gab es Updates zum Download. Irgendwann lief es dann halbwegs stabil und dann gab es eine neue kostenpflichtige Version und das Leid begann von Neuem. Wer sich mit dem Schnitt längerer Videos in 1080p Qualität beschäftigt, bringt seinen Computer schnell an seine Grenzen. So habe ich meinen Windows-Computer mehrfach aufgerüstet und mit schnelleren größeren Festplatten bestückt. Nach einigen wenigen Installationen von MAGIX Video Deluxe verweigerte dann das Installationsprogramm seinen Dienst. Ich hatte die Software zu oft installiert und “zu meinem Schutz” konnte ich sie nicht erneut installieren. FUCK, so ein Mist! Ich habe E-Mails an den MAGIX Support geschrieben die nicht beantwortet wurden, ich habe ausdauernd die Dudelmusik in der Warteschleife der MAGIX Hotline ertragen, aber beim Hersteller hat man sich nicht gerührt. Bis heute habe ich eine offiziell gekaufte Version von MAGIX Video Deluxe die ich nicht mehr installieren kann, zu “meinem eigenen Schutz” wohlgemerkt!

Ungeachtet dessen schickt man mir von MAGIX regelmäßig Werbemails und nette Prospekte mit der Post. Alle drei Monate gibt es neuere schnellere und viel bessere Versionen von MAGIX Video Deluxe die nur noch für ein paar Tage zum Preis von 59,- Euro gekauft werden können. Schon zweimal habe ich einen dieser Prospekte mit der Post zurückgeschickt und in einem Begleitbrief darum gebeten, dass endlich irgend jemand meine offiziell gekaufte Lizenznummer freischaltet, damit ich diese Software wieder installieren kann. Aber es kam wie erwartet keine Antwort.

Letztlich habe ich dann für etwa 150 Euro via App-Store die Apple Software Final-Cut-Pro-X für mein MacBook Pro gekauft. Diese Videoschnittsystem läuft stabiler als MAGIX Video Deluxe es jemals tat und ich habe bislang ALLE, wirklich ALLE Updates kostenlos erhalten!!

MAGIX Video Deluxe ist daher für mich echt gestorben und ich bin mehr als enttäuscht, vom Support des Herstellers!

Ungeachtet dessen habe ich es geschafft mittels MAGIX Video Deluxe die “Mutter meiner Reisedokumentationen” fertigzustellen

Von diesem Video habe ich später noch eine zweite Version erstellt, denn bei der ersten Variante  musste ich ständig husten weil ich so erkältet war. Immer wieder musste ich meine Moderation wiederholen bis es endlich halbwegs gut gepasst hat. Beide Versionen zusammen sind inzwischen mehr als 40.000 mal angeschaut worden und mir persönlich gefällt irgendwie die erste Fassung noch immer am Besten.

Vor diesem Hintergrund habe ich an praktisch jedem Tag den ich im Mai in den USA verbracht habe daran gedacht wie ich Fotos und Filmmaterial für eine neue, umfassendere und bessere Reisedokumentation erstellen kann. Meine Sandra hat oft mit dem Kopf geschüttelt, wenn ich mal wieder nachts unterwegs war statt einfach nur die Reise zu genießen. Aber ich war während der Reise wie ein “Getriebener”, der nicht ohne brauchbares Material heimkehren wollte. Schließlich habe ich diese Reise im wesentlichen unternommen um eine hoffentlich gut gemachte Reportage daraus entwicklen zu können. Ich habe für mehrere tausend Euro Foto-Equipment angeschafft, die gesamte Reise geplant und finanziert. Ich konnte einen Monat lang nicht arbeiten und damit auf keinen einzigen Cent verdienen. Da ich freiberuflich arbeite bekomme ich natürlich kein Urlaubsgeld und so schlägt jeder Reisetag doppelt hart zu Buche.

Umso frustrierender ist es dann, wenn man nach all der Arbeit ein neues Video endlich veröffentlichen kann und es schon nach nur EINER MINUTE eine negative Bewertung erhalten hat, es also noch nicht einmal angeschaut wurde! Manchmal ist es echt ärgerlich, dass bei YouTube jeder noch so kleine kleine Furz einfach voten kann wie er will und das vollständig anonym. Zugleich ist es frustrierend, wenn beispielsweise das Video aus dem Jahr 2011 rund 40.000 mal angeschaut wurde, aber nur 214 YouTube eine positive Bewertung abgegeben haben. Der Content ist kostenlos und unter Einsatz von viel Zeit und Mühe entstanden, doch im Jahr 2014 wird all das nicht mehr wertgeschätzt sondern einfach nur anonym konsumiert und dann wahrscheinlich gleich auch wieder vergessen…

Die Dokumentation USA 2014

Ungeachtet dessen habe ich beschlossen mich nicht frustrieren zu lassen und mit meinen Videos weiterzumachen. Ich tue dies für die Leser dieses BLOGs und zu einem großen Teil auch für mich selbst. So kann ich mich immer mal wieder vor dem Fernseher zurücklehnen und via Apple-TV oder über die eingebaute YouTube-App eines dieser Videos anschauen und die eine oder andere tolle Reise noch einmal erleben, das ist auch was wert :-)

Hier sind nun die vier bislang fertig gestellten Teile in chronologischer Reihenfolge.

Fazit

Die Reise ist noch nicht zu Ende!! Als ich mit der Arbeit an Teil 1 begann dachte ich, dass ich mit zwei oder drei Teilen auskommen werde. Aber nun sieht es so aus, als wenn draus insgesamt FÜNF Folgen entstehen werden. Dort wo Teil 4 aufhört geht es noch eine ganze Woche weiter und dies werde ich im nächsten Jahr aufarbeiten und damit diese Serie abschließen. Als krönenden Abschluss habe ich mir noch einen kompletten “Directors-Cut” vorgenommen. Dieser hat dann eine Laufzeit von rund 90 Minuten und ich bin sehr gespannt darauf ob ich das wirklich auf die Beine gestellt bekomme. Aber in ein paar Tagen geht es erstmal für vier Wochen nach Teneriffa, auf “MEINE INSEL”. Ich habe Urlaub echt nötig denn derzeit ist es mit dem Husten schon fast wieder so schlimm wie damals als ich meine allererste USA-Reportage erstellt habe. Aber die gute Luft auf Teneriffa sollte helfen das endlich auszukurieren.

Auch im letzten Dezember war ich eine ganze Weile auf Teneriffa und ich habe dort auch sehr viel gefilmt und fotografiert. Wegen der Arbeit an “Wieder eine Reise ins Ungewisse” habe ich es ein ganzes Jahr lang nicht geschafft aus diesem Material ein Video zu erstellen. Aber vielleicht gibt es zu Ostern dann ein “Kombi-Paket mit dem Filmmaterial aus zwei Jahren, schauen wir mal…


Telefonat mit Adolf Hitler

Darf man Witze über Adolf Hitler machen?

 

Der zweite Weltkrieg und die Zeit des Nationalsozialismus gehört zu den dunkelsten Epochen der Deutschen Geschichte. Und dieses Grauen wirkt bei vielen Menschen bis heute nach. So gilt es noch immer als verwerflich, militärische Aktionen des Staates Israel öffentlich kritisieren. Wer in diesem Zusammenhang von unangemessener Härte und Brutalität gegenüber der Zivilbevölkerung spricht wird schnell pauschal als Antisemit abgestempelt. Die Kollektivschuld lastet auch mehr als 70 Jahre nach Kriegende noch immer schwer auf deutschen Schultern.

So macht man scheinbar auch keine Witze über Adolf Hitler, oh nein oh nein, das tut man nicht. Denn der Mann war sowas von durchtrieben und abgrundtief böse, dass man nicht einmal einen Witz über ihn reißen darf… Ok ok, bei 3SAT traut man sich das gelegentlich einmal…

Ausgerechnet Hoeneß

 

Im Rest der Welt wird das Gott sei Dank ein wenig anders gesehen. Der Film “Der Untergang” aus dem Jahre 2004 stammt aus der Feder von Bernd Eichinger, der diesen Film auch produziert hat. Oliver Hirschbiegel hat als Regisseur ganze Arbeit geleistet und dieser Film war ein großer internationaler Erfolg. Dies lag nicht zuletzt an der unglaublichen Leistung des Schweizer Schauspielers Bruno Ganz der in einem Interview gesagt hat, dass er nach dem Ende der Dreharbeiten noch lange damit zu kämpfen hatten in welcher Tiefe er in die Rolle des Adolf Hitler hineingeschlüpft sei.

Ein wichtiger Teil des Films sind Telefonate die Adolf Hitler mit verschiedenen Generälen und anderen Mitarbeitern seines Stabs führt. Im Ausland wurden in den letzten Jahren unglaublich viele teilweise sehr witzige aber auch kontrovers diskutierte Parodien auf diese Szenen erstellt. In Deutschland scheint dergleichen, vielleicht wegen der latent gelebten deutschen Kollektivschuld, nicht gut anzukommen. Jedenfalls gibt es deutlich weniger Parodien in deutscher Sprache. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass es Amerikaner die eh kein Wort Deutsch verstehen leichter haben einfach witzige Untertitel unter eines der Hitlertelefonate zu setzen und das Ergebnis als “Hitler telefoniert mit Gadafi” oder so ähnlich bei YouTube usw. zu veröffentlichen. Gelegentlich hat Adolf auch mal ein Problem mit seinem DSL-Anschluß und muss in einem Callcenter in Indien um Hilfe bitten. Wer kennt das nicht…

Anruf im Callcenter (Untertitel)

 

Ich habe mich in den letzten Wochen immer mal wieder mit diesem Thema beschäftigt und dabei kam mit die Idee selbst mal mit Adolf Hitler zu telefonieren. Damit er mich auch wirklich anrufen kann, habe ich mich selbst vom Festnetz aus auf dem Handy angerufen, die Nummer als neuen Kontakt gespeichert, ein bekanntes Hitlerfoto als Kontaktbild gewählt und als Klingelton das Finale der symphonischen Dichtung “Les Preludes” von Franz Liszt aus den Jahren zwischen 1848 und 1854 gewählt. Franz Liszt war mehr Pianist als Komponist und die Anzahl seiner Kompositionen ist eher überschaubar. Während des zweiten Weltkrieges wurde das Haupt-Thema aus “Les Preludes” von den ersten Deutschen Radiomachern ausgesucht und als Erkennungsmelodie verwendet. Damals war diese Komposition aber schon rund 90 Jahre alt!

Außer im Radio wurde dieses Thema auch in den Berichten der Wochenschau verwendet und in den Deutschen Kinos in die Ohren der Zuschauer regelrecht eingehämmert. Obwohl Franz Liszt schon lange tot war, haben die NAZIs damit seine eigentlich sehr schöne Komposition in den Schmutz gezogen. Und so wie man das Wort “Führer” in Deutschland nicht laut ausspricht spielt man natürlich diese Musik auch nicht, jedenfalls nicht so, dass man dabei erwischt werden könnte. Ich empfinde das als falsch, denn die Musik kann ja nichts dazu, in welcher Art sie missbraucht wurde.

Meine Hitler-Parodie

Zurück zu meiner eigenen Hitler-Parodie… Wer sich bei YouTube etwas umschaut findet hunderte von Parodien die aber fast ausnahmslos auf Untertiteln basieren. Etwas wie “Ausgerechnet Hoeneß” bekommt da leider fast niemand hin, oder es traut sich vielleicht auch niemand. Wer will schon einer Horde NAZIs ihr schmieriges Idol madig machen oder in der Öffentlichkeit falsch verstanden werden?

Ich habe die Idee einer Parodie schon seit Wochen in meinem Kopf mit mir herumgetragen und sie schließlich gestern sehr spät am Abend endlich realisiert. Als Thema für das Telefonat mit Adolf Hitler habe ich mir den noch nicht fertig gestellten “Teil 3″ meiner USA-Reportage gewählt. Meine Tonspur habe ich mit einem RODE SmartLAV und einem iPOD Touch 5G aufgenommen. Dabei habe ich die RODE-App verwendet. Beim Mix habe ich die Stereo-Tonspur meiner Panasonic GH3 etwas leiser darunter gelegt. Die Synchronisation hat dank 48 kHz Samplingfrequenz und WAV-Format sehr gut funktioniert.

FCPX-Hitler-Editing-Screenshot

Während meine Nachbarn in den Wohnungen um mich herum bereits schliefen, habe ich hier mit keifender Stimme mein Telefonat mit dem “Führer” aufgenommen. Dabei dachte ich nur “Hoffentlich hört niemand was ich hier mache und zieht daraus falsche Schlüsse…” Gegen 2h am Morgen war mein Video dann “online” und bereits nach einigen Minuten gab es die ersten “Daumen nach unten”. Es ist in Deutschland nicht einfach bei YouTube Witze über ein derart komplexes Thema zu machen…

 

Mich würde interessieren was Ihr darüber denkt?

Wer mag kann einfach die kostenlose Kommentarfunktion verwenden und so mit mir und anderen Lesern diskutieren. Ich bin sehr gespannt wer sich traut dies tatsächlich zu tun…

Serdar Somuncu über “Mein Kampf”

Als überaus spannend empfinde ich es auch, dass sich der Comedian Serdar Somuncu immer wieder dafür rechtfertigen muss in welcher Weise er sich mit dem hohlen Irrsinn auseinandersetzt, den Adolf Hitler während er 1924 in Landsberg am Lech im Gefängnis saß, seinem Zellengenossen und späterem Stellvertreter Rudolf Heß in die Feder diktiert hat. Dieses “Werk” ist später als “Mein Kampf” in Buchform erschienen und kann heute in aller Welt gekauft werden, außer in Deutschland. Muss man deutsche Jugendliche wirklich vor 700 Seiten Unsinn schützen indem man dieses wahrscheinlich schlechteste aller Bücher verbietet?

 


RODE SmartLAV – Audiorecording mit dem Smartphone

 

Nach meinem Interview mit Mirko Mochetti haben einige meiner Leser per E-Mail darum gebeten nochmals kurz zu erklären wie ich die beiden separaten Tonspuren während des Interviews aufgenommen habe. Nun könnte ich dazu ein langes Video erstellen, aber es gibt ja nichts was es nicht schon gibt. Wer bei YouTube ein wenig sucht, der findet sehr schnell den Kanal des Mikrofon-Herstellers RODE und dort gibt es viele kurze Videos in denen kurz und bündig erklärt wird, wie man das kleine RODE SmartLAV in Verbindung mit einem Smartphone benutzt.

Das erste Video gibt einen recht guten Überblick zum Handling dieses Ansteckmikrofons und der zugehörigen Software.

 

Bei meinem Interview mit Mirko Mochetti ich habe ich einen iPod Touch 5g und ein HTC One M7 verwendet. Für die Aufzeichnung habe ich die Software iRIG RECORDER benutzt, die es sowohl für iOS als auch for Android gibt. Bei der Synchronisierung der Tonspuren musste ich dann feststellen, dass die Tonspuren eine sehr unterschiedliche Klangcharakteristik haben. Wer es nicht weiß, der merkt es vielleicht nicht, aber wer jetzt mein Interview mit Mirko Mochetti nochmals genau anhöret, der wird bemerken, dass die Tonspur die Mirko mit dem iPOD aufgenommen hat einfach besser klingt. Bei den nächsten Interviews werde ich die kostenpflichtige APP des Herstellers RODE verwenden. Dieses APP hat den großen Vorteil, dass man das Display abschalten kann und der Ton weiterhin aufgenommen wird. Dies ist sehr wichtig, damit man beim Einstecken des Aufnahmegerätes in Hemd oder Hosentasche die Aufnahme nicht versehentlich abbricht.

Um Unterschiede bei der Klangcharakteristik künftig zu vermeiden, habe ich mir in der letzten Woche einen zweiten iPOD Touch 5g gekauft – Nobel geht die Welt zugrunde… Das nächste Video ist etwas länger und hier gehen die Macher auch etwas auf den Video-Schnitt ein. Aber gerade hier ist noch unendlich viel Potential für bessere Tonspuren. Aber es ist ja auch nur ein einfaches Intro!

 

Wer mit mehr als einem RODE SmartLAV arbeitet und vielleicht auch noch die Tonspur aus einer Kamera behalten möchte, der sollte in Final-Cut-Pro-X ein so genannten “Multicam Editing” durchführen. Dazu markiert man nach dem Import die Video-Clips die zusammen gehören und klickt einen der Clips mit der rechten Maustaste an. Es öffnet sich ein Kontext-Menü in dem man “Neuer Multicam-Clip…”. Nachdem man einen Namen vergeben hat wird der Clip erstellt und man kann ihn in die TimeLine seines Videos ziehen. Dort kann man den Clip dann bearbeiten, bis alle Tonspuren so sind wie man es sich vorstellt.

Wer sein Projekt als Surround-Projekt anlegt, der hat die Möglichkeit die einzelnen Stimmen frei im virtuellen Raum anordnen zu können.

Surround-Sound-Project

Multicam-Editing

 

Wer den ersten Screenshot ganz genau anschaut der sieht, dass dort von einer 48 kHz Samplingrate ausgegangen wird. Dies ist die beste Audio-Qualität die sich mit der RODE APP auf dem Smartphone oder iPOD erzielen lässt und diese Qualität sollte man auch einstellen! Während der Aufnahme sollten Blue-Tooth und WLAN übrigens ausgeschaltet sein. Wer ein Smartphone benutzt, der sollte es besser vor der Aufnahme in den Flugmodus bringen.

Noch ein kurzer Tipp: In einem solchen Mix sollte man WAV-Dateien verwenden weil diese eine feste Bitrate haben und sich damit praktisch keine Timing-Probleme ergeben. In der Vergangenheit habe ich schon mehrfach eine separate Tonspur im MP3-Format aufgenommen, die nach einigen Minuten nicht mehr vollständig synchron zum Bild lief. Solche Probleme kann man durch Nutzung des WAV-Formates weitgehend vermeiden.

Hier habe ich noch ein ganz nett gemachtes Review zum RODE SmartLAV:

 

Das RODE SmartLAV gibt es aktuell sehr günstig bei amazon.de zu kaufen:

 


Abgehoben – Teil 1 – Leica Nocticron

Die Sensoren von Micro-Four-Thirds Kameras (MFT) haben nur 1/4 der Fläche eines Sensors wie man in bspw. von der Nikon D800 kennt. Damit ist die Diagonale der Sensoren nur halb so groß wie bei einem FX-Sensor und dementsprechend beträgt der Verlängerungsfaktor (Crop-Faktor) den Wert 2,0. Während man mit einer FX Kamera und einem 1,4/85mm Objektiv Portraits mit ganz bezaubernder Hintergrundunschärfe (Bokeh) aufzunehmen vermag, sieht es bei den MFT ein wenig anders aus. Bei gleichem Blickwinkel sind hier nur 42,5mm notwendig und dementsprechend ist die Schärfentiefe größer und andererseits die Hintergrundunschärfe geringer. Das ist einer der Gründe warum viele Profis in der Vergangenheit die Arbeit mit MFT-Kameras besonders im Portrait-Bereich eher belächelt oder gar vollständig abgelehnt haben.

Wer mit einer MFT-Kamera seine Motive vom Hintergrund abheben will steht zusätzlich vor dem Problem, dass praktisch jedes Kameramodell mit einem relativ lichtschwachen Zoom-Objektiv ausgliefert wird. Meist sind diese Objektive in der längsten Brennweite für ein Portrait geeignet aber oft beträgt die Lichtstärke dann nur noch F/5,6 und man erzielt ein Bokeh wie man es bei einer FX-Kamera etwa bei Blende 8 erhalten würde.

Über diesen “Nachteil” gegenüber dem oft so vollmundig gepriesenen FX- oder auch “Vollformat” wird seit es MFT Kameras gibt in allen nur denkbaren Formen vortrefflich gestritten. Seit Januar 2014 ist nun mit dem Panasonic/Leica Nocticron 1,2/42,5mm ein Objektiv verfügbar das eine MFT-Kamera auf eine völlig neues Niveau zu heben vermag. Dieses Objektiv wird von Panasonic gefertigt und wurde in Zusammenarbeit mit Leica entwickelt. Es ist mit ca. 1.500 Euro sehr teuer und mit satten 425 Gramm auch relativ schwer. An einer zierlichen Kamera wie bspw. einer Olympus OM-D EM-10 wirkt dieses große Objektiv je nach Sichtweise irgendwie deplatziert, oder eben extrem cool.

Weil der Rummel um dieses Objektiv wirklich groß war und es auf Reisen ständig echten Stress mit dem Gewicht meiner Fotoausrüstung gibt, habe ich mir das Nocticron vor einigen Wochen beim City Foto Center Bonn bestellt. Nach den ersten Testbildern mit meiner Olympus OM-D E-M1 war ich wirklich begeistert von der optischen Qualität dieser sehr modernen Konstruktion. Bereits bei Blende 1,2 liefert diese Linse perfekt scharfe Portraits. Um die gleiche Abbildungsleistung zu erzielen, müsste ich mein Nikon AF-D 1,4/85mm etwa auf Blende 2,8 abblenden. Die erzielbare Hintergrundunschärfe wäre in diesem Fall weitgehend identisch.

Sehr cool ist auch die Möglichkeit vieler MFT-Kameras, den Autofokus via Geschichtserkennung so einzustellen, dass wahlweise das linke, rechte oder eben beide Augen eines als Gesicht erkannten Motivs korrekt fokussiert werden. Dies funktioniert in der Praxis wirklich ganz außergewöhnlich gut und die Trefferquote mit dem Nocticron und bspw. der Olympus OM-D E-M1 ist ganz beachtlich.

Hier habe ich einige Test-Portraits die ich mit dem Nocticron aufgenommen habe. Wer die EXIF-Daten anschauen möchte, kann die Bilder anklicken und dann via flickr.com alle EXIF-Details einsehen.

Nocticron Test Shot #1 - Olympus OM-D E-M10 & Panasonic Leica Noctricon 1,2/42,5mm

Nocticron Test Shot #2 - Olympus OM-D E-M10 & Panasonic Leica Noctricon 1,2/42,5mm

Nocticron Test Shot #3 - Olympus OM-D E-M10 & Panasonic Leica Noctricon 1,2/42,5mm

Nocticron Test Shot #6 - Olympus OM-D E-M10 & Panasonic Leica Noctricon 1,2/42,5mm

Wie schon im letzten Artikel erwähnt, konnte ich am Montag ein kurzes Interview mit Mirko Mochetti im Hangar des Flugfeldes Mönchsheide bei Bad Breisig führen. Für dieses Interview habe ich die Panasonic GH3 und das Nocticron 1,2/42,5mm verwendet. Um den Blickwinkel noch enger zu fassen habe ich zusätzlich den “digitalen Teleconverter” der GH3 eingeschaltet. So konnte die Kamera recht weit entfernt im großen Hangar stehen und im Verlaufe des Gesprächs hat mein Gesprächspartner dann auch fast vergessen, dass wir eigentlich gefilmt werden. Die anfangs deutlich spürbare Unsicherheit ist dadurch schnell verflogen was sehr zur Qualität des Interviews beiträgt.

Für die Tonaufnahme habe ich zwei RODE SmartLAV Ansteckmikrofone verwendet. Auf der GH3 war zusätzlich das RODE VideoMIC montiert. Meine Tonspur habe ich mit meiner HTC ONE M7 und Mirkos Tonspur mit einem Apple iPod Touch 5g aufgezeichnet. Die verwendete Software war iRIG Recorder für Android, bzw. iOS. Beim Surround-Mix habe ich unsere beiden Mono-Tonspuren jeweils weit vorne links und rechts im virtuellen 5.1 Raum angeordnet. Die von der Kamera aufgezeichnete Mono-Tonspur habe ich etwa in die hintere Mitte des virtuellen 5.1 Raumes gelegt, da hier viel Hall und Umgebungsgeräusche zu hören sind. Im Ergebnis klingt das Ergebnis auf meiner 5.1 Heimkinoanlage recht natürlich. Schaut man das Video bspw. via Apple-TV und YouTube an, so kann man es im Surround-Modus wiedergeben.

Wer Ton und Bilder separat auszeichnet steht natürlich vor der Herausforderung, Bild und Ton zu synchronisieren. Ein weiteres Problem ist zuweilen die Samplingrate der Tonspuren. Während fast alle Kameras ihre Tonspur mit 48kHz aufnehmen, beherrschen viele Handy-Lösungen nur maximal 44,1kHz. Hier sollte man ggfs. die Tonspuren zunächst auf die gleiche Sampling-Rate bringen. Wer seine Videos mit Apples Final-Cut-Pro-X (FCPX) schneidet, muss nichts weiter tun, die Software konvertiert alles so, dass es passt. Dabei bleiben 10s Tonspur, ganz gleich mit welcher Samling-Rate sie aufgezeichnet wurden, immer 10s lang!

Vor dem eigentlichen Schnitt importiert man Ton und Bild in sein Projekt, markiert das was zusammengehört und wählt “Multi-Cam-Clip erstellen” aus. Diesen Clip kann man dann in einem speziellen Editior bearbeiten. Hier erfolgt der wichtigste aller Arbeitsschritte, die Synchronisation der Ton- und Videospuren! Wer keinen Timecode aufzeichnen kann, der hat die Möglichkeit hier über die Tonspuren zu synchronisieren. Sind Kameraton und die Aufzeichnungen der Ansteckmikrofone ähnlich laut und klar zu hören, so klappt es meist mit der automatischen Synchronisierung sehr gut. In unserem Fall stand aber die Kamera sehr weit weg und unsere Stimmen haben sich kaum von den Umgebungsgeräuschen abgehoben.

Multi-Cam-Editing

In solchen Fällen ist es extrem hilfreich, wenn man zu Beginn der Aufzeichnung eine Klappe benutzt. Wenn man so etwas nicht hat, reicht es völlig sich zu zweit direkt vor die Kamera zu stellen und einen Satz zu sagen wie “Interview mit Mirko – Take 1 – Die Aufnahme startet in 3-2-1 KLATSCH”. Das Klatsch spricht man natürlich nicht aus sondern klatscht so in die Hände, dass die Kamera dies “sieht” und die Mikros es “hören”. Im Multi-Cam-Editor hat man dann eine klar definierte Spitze die man für eine sehr präzise manuelle Synchronisation verwenden kann.

Wer es ganz gut machen will, der tut das Gleiche nochmals bevor er die Aufnahme beendet. So kann man sicherstellen, dass die Tonspuren zum Ende hin nicht auseinander driften. Man man es richtig, so ist alles perfekt lippensynchron! Ist alles synchronisiert, so korrigiert man die Pegel so, dass das Lautstärkeverhältnis aller Tonspuren zusammenpasst. Über Plugins wie Compressor und Limiter kann man Übersteuerungen vermeiden und die Grundlautstärke anheben. Mit dem Equalizer läßt sich die für die Sprachverständlichkeit wichtigen Frequenzen bei ca. 2kHz etwas anheben, so dass sich Stimmen besser von Umgebungsgeräuschen abheben. Wer es ganz gut machen will, der senkt entsprechend diese Frequenzen in den Tonspuren mit Umgebungsgeräuschen ab. Wer sein Werk mit Musik untermalen möchte, der kann mittels des Equalizers bei ca. 1kHz – 4kHz eine “Delle” in das Frequenzband der Musik einfügen und so die Sprachverständlichkeit steigern. Nicht vergessen sollte man die Positionierung der einzelnen Tonspuren im virtuellen Surround-Raum!

Ist das alles erledigt, kann man den Multi-Cam-Clip in die Timeline ziehen, Versprecher und Störungen wegschneiden, Titel ergänzen und die eine oder andere erklärende Video-Sequenz hinzufügen.

Fazit

Vom Ergebnis bin ich wirklich sehr angetan. Die Hintergrundunschärfe im Video sieht aus wie bei einer “erwachsenen” Video-Kamera und auch die Synchronisierung der Tonspuren ist recht gut gelungen. Das Nocticron ist zwar kein ganz billiger Spaß, aber meiner Meinung nach ist dieses Objektiv sein Geld wirklich wert. Allerdings sollte man nicht verschweigen, dass man mit dem Olympus 1,8/45mm zum Kampfpreis von ca. 275,- Euro eine recht ähnliche Bildqualität erzielen kann. Hier muss jeder abwägen wie viel Bokeh er braucht und was er dafür auszugeben bereit ist. Nicht vergessen sollte man auch das vergleichsweise hohe Gewicht des Nocticron. Das Olympus 1,8/45mm wiegt nur einen Bruchteil dieser “Edel-Linse”!

Mir hat das Interview wirklich ganz großen Spaß gemacht und ich freue mich darauf mit diesem Setup weitere Gespräche mit interessanten Menschen führen zu dürfen. Wenn jemand unter Euch eine gute Geschichte zu erzählen hat oder ein ungewöhnliches Hobby betreibt, so freue ich mich über eine kurze “Wortmeldung”. Vielleicht ist er ja schon bald im nächsten Interview zu sehen und zu hören!


Reise ins Ungewisse – Teil 2 – Trailer

Wer ein halbwegs aktuelles MacBook verwendet und gelegentlich schon ein mal mit iMovie herumgespielt hat, der kennt vielleicht die Vorlagen aus denen man in kurzer Zeit wirklich coole Trailer zaubern kann.

iMovie-Trailer-Vorlage

Um einen Trailer zu erstellen wählt man einfach eine Vorlage aus, importiert einige kurze Video-Sequenzen und verteilt diese auf die vorgefertigten Szenen-Elemente. Anschließend gibt man noch hier und dort ein wenig Text ein und kann seinen megacoolen vor Pathos nur so triefenden Trailer bei YouTube oder sonst wo veröffentlichen. Eine wirklich spaßige Sache ist das :-)

iMovie-Trailer-Sample


USA-2014 – Wieder eine Reise ins Ungewisse – Teil 1

 

Pünktlich zum Start in ein hoffentlich sonniges Wochenende kann ich Euch heute den ersten Teil meiner großen Reportage “USA-2014″ präsentieren. In diesem Video steckt viel mehr Arbeit als man denken würde. Zunächst muss man natürlich einmal diese Reise unternehmen und an all den Orten fotografieren und filmen. Ständig hält man an, schaut nach ob die GoPro noch außen am Auto klebt und wenn wieder einmal der Akku leer ist freut man sich über ein Ladekabel im Auto. Später daheim sucht man aus tausenden von Bildern und Video-Sequenzen einige Highlights zusammen, denn das Video soll möglichst kompakt und unterhaltsam sein.

Beim Videoschnitt steht man dann vor der Aufgabe Bilder und Musik so gut wie möglich miteinander zu verschmelzen. Wenn es perfekt sein soll, muss jeder Schnitt zur Musik passen und die Bilder müssen mit der Musik harmonieren und darauf so gut wie möglich abgestimmt sein. Bei jedem Schnitt stellt sich die Frage des “Übergangs”. Soll es ein einfacher harter Cut sein, oder soll es eine Überblendung geben? Vielleicht einen Effekt dazu? Wie lange soll der Übergang dauern, wann blendet man die Musik aus und den nächsten Track wieder ein?

FCPX-Videoschnitt

Bei der Aufnahme des Kommentars kann man sich einen langen Text vorschreiben und ihn vor einem Mikrofon “herunter sprechen”. Ich mag es aber lieber die Bilder zu schauen und quasi “live” zu kommentieren. Der Kommentar darf natürlich nicht übersteuert sein und die Lautstärke muss möglichst über das gesamte Video hinweg konstant bleiben. Arbeitet man über viele Tage hinweg Abend für Abend an einem solchen Video, so steht das Mikrofon mal hier mal dort, keine einfache Aufgabe hier eine wirklich durchgängige Lautstärke und gleichbleibende Tonqualität zu erzielen. Tödlich sind Versprecher, die immer wieder vorkommen, oder eine falsche Betonung. Wieder und wieder beginnt man aufs neue bis man schließlich einige Sekunden eines neuen Kommentars korrekt gesprochen hat. Während der vielen Runden die man dabei dreht verliert man immer wieder das Gefühl für den Gesamtzusammenhang. So stellt man machmal erst eine Woche später fest, dass man sich irgendwo wiederholt hat. Man entdeckt doppelte Adjektive und stellt beschämt fest, dass man bei 10 Kommentarschnipseln 6 mal “wirklich” gesagt hat.

Nun muss man entscheiden ob man damit leben kann oder ob man wieder einen gesamten Abend zu opfern bereit ist um die entsprechenden Kommentare erneut aufzunehmen…

Schwierig wird es zuweilen auch beim Upload in Richtung YouTube. 15 Minuten Video in guter FULL-HD Qualität sind etwa 2 Gigabyte groß. Natürlich kann man es stärker komprimieren, aber dann sieht das “was letztlich zählt” einfach schlechter aus als es möglich wäre. Ohnehin muss man im Vergleich zur Ausgabe auf eine Blu-Ray mit schweren Qualitätseinbußen leben wenn man ein solches Video über YouTube veröffentlicht. Da soll es nicht noch schlechter werden nur damit sich die Upload-Zeit verkürzt. Wirkich blöd wird es, wenn der Upload übers Wochenende läuft und man viele Stunden später feststellen muss, dass er schon wieder abgebrochen ist. Vielleicht lag es am DSL-Router der sich in der Nacht neu verbunden hat? Man weiß es nicht und kann nur frustriert einen neuen Upload starten.

Wer all diese Arbeit freiwillig und unentgeltlich auf sich nimmt muss dann auch noch damit leben, dass irgendwelche verstrahlten Typen sich einen Spaß daraus machen das mühsam erstellte Video mit überflüssigen Kommentaren und negativen Bewertungen zu überziehen. An solchen Tagen fragt man sich dann warum man das alles macht…

Aber manchmal gibt es dann Tage die einen all das vergessen lassen, während man E-Mails wie diese hier liest:

Feedback zum YouTube Video

 

In den nächsten Wochen werde ich also weiterarbeiten an diesem großem Video-Projekt. In Teil 2 wird es um die Tage am Lake Tahoe, in Sun Valley Idaho und den ersten Kontakt mit dem Yellowstone Nationalpark gehen.

Ich freue mich auf Euer Feedback. Wer mag kann die kostenlose Kommentarfunktion in diesem BLOG verwenden. Man muss sich nicht groß registrieren und kann so den anderen Lesern seine Meinung mitteilen. Über einen “Daumen hoch” bei YouTube freue ich mich natürlich auch, schließlich ist es zumeist der einzige Lohn den man für diese Arbeit erhält…


Nikon 1 V2 – Filmen im Tierpark

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen nach unserer Rückkehr aus Teneriffa ein einziges großes Video zu erstellen. Aber nun habe ich irgendwie Spaß daran einzelne Teile zu kurzen “handlichen” Videos zu verarbeiten. Heute habe ich ein neues Video für Euch das ohne viel Schnickschnack auskommt. Es gibt nur einfache Schnitte und zwei sehr sparsame Ausblendungen. Manchmal ist weniger mehr, bei diesem Video sollen nicht die tollen Übergangseffekte aus Final Cut Pro X wirken, sondern die Bilder der wunderschönen Tiere die der Jungle Parque bei Arona im Süden Teneriffas für seine Besucher bereit hält.

Final Cut Pro X - Jungle Park

Während des Video-Schnitts habe ich überlegt ob ich die Bilder des einäugigen Weißkopfseeadlers und seines verletzten “Kollegen” wegschneiden soll, aber dann habe ich sie doch verwendet. Schließlich gibt es diese Tiere im Jungle Parque und sie sind trotz ihrer Behinderung beeindruckende Tiere. In der freien Natur wären sie sicher längst verendet, hier im Park werden sie liebevoll gepflegt und könnten hier in Ruhe alt werden, wenn sie nicht ständig von en Touristen angepfiffen oder sonst wie geärgert würden. Manchmal frage ich mich, wer im Tierpark eigentlich wen anschaut! Besonders bei den Affengehegen geben viele Menschen oft die deutlich animalischeren oder besser “dümmeren” Laute von sich.

Im Video kann man die Nikon 1 V2 mit FT-1 Adapter und dem Nikon AF-S VR 2,8/70-200mm mehrfach sehen. Diese Aufnahmen habe ich wiederum mit meiner Nikon 1 V1 und dem AF-S VR 6,7-13mm Weitwinkelzoom aufgenommen. Dieses hatte ich dabei auf meinem kleinen Manfrotto Schwebestativ montiert. Einige wenige Sequenzen habe ich auch mit dem wunderbaren AF-S VR 10-100mm PD und der Nikon 1 V1 gefilmt.

Hier habe ich noch einige Fotos die ich “zwischendurch” schnell aus dem Handgelenkt geschossen habe. Eigentlich wollte ich nur filmen, aber ich bin doch sehr froh, dass ich noch einige schöne Fotos mit nach Hause bringen konnte. Das ist für mich einer der größten Vorteile dieses sehr kompakten Systems. Die Kameras des Nikon 1 Systems machen nicht nur schöne Videos sondern auch sehr brauchbare Fotos.

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Hier noch meine Tipps für das Fotografieren in Zoos oder Tierparks:

  1. Teleobjektive helfen die Motive groß abzubilden und schön vom Hintergrund abzuheben. Bei der Brennweite der Teleobjektive gilt wie fast immer “Mehr ist Mehr”. Doch lichtstarke Superteleobjektive kosten schnell ein größeres Vermögen. Hier sind alle Fotoamateure im Vorteil die Kameras mit hochauflösenden kleinen Chips verwenden und daher zu preiswerteren kürzeren Teleobjektiven greifen können.
  2. Der CX-Chip der Nikon 1 Kameras hat einen Verlängerungsfaktor von 2,7. Damit wird aus einem 100mm Teleobjektiv ein 270er Tele, das ist schon sehr brauchbar. Besser ist ein 200er Tele, dass dann einem 540mm Tele entspricht. Wer nun noch einen 1,7-fach Teleconverter verwenden kann, der kommt auf sagenhafte 918mm und kann damit aus Entfernungen von ca. 10 Metern Motive die etwa einen Meter groß sind sehr schön abbilden.
  3. Etwas größer sind die Sensoren der Kameras des Micro-Four-Thirds-Systems (HFT oder auch M34). Hier hat der Chip der Kamera 1/4 der Größe eines normalen Kleinbild-Dias. Dieses wird häufig als “Vollformat” bezeichnet und hat 24x36mm. Verglichen mit den 6x7cm einer Mamiya RZ-67 ist das natürlich immer noch winzig, aber das ist ein ganz anderes Thema. Der Sensor einer MFT Kamera hat also die halbe Diagonale einer Kleinbild bzw. “Vollformatkamera”. An einer MFT Kamera kann man mit entsprechenden Adaptern diverse Fremdobjektive anbringen. Für das System werden Zoom-Objektive mit einer Brennweite bis ca. 200mm angeboten, die wegen des Verlängerungsfaktors von 2.0 einem 400er Teleobjektiv entsprechen. Wer ein Vollformat-Fremdobjektiv via Adapter benutzt muss in der Regel alles manuell einstellen, hat keinen Autofokus und keinen Bildstabilisator. Das sollte man beim Kauf eines entsprechenden Adapters bedenken!
  4. Wer beispielsweise mit einer Nikon D7000 zur Fototour ausrückt hat einen DX-Chip der halb so groß ist wie ein 35mm Diapositiv. Damit ist die Diagonale um den Faktor 1.5 kleiner als bspw. bei einer Nikon D800 mit einem “Vollformatchip”. Wer mit einer solchen Kamera im Tierpark schöne Fotos machen möchte, dem würde ich ein 400mm Teleobjektiv empfehlen, das einem 600mm Teleobjektiv im “Vollformat” entspricht. Ein Telekonverter ist ggfs. auch hier eine sinnvolle Ergänzung. Man sollte beachten, dass nicht jedes Teleobjektiv mit allen Telekonvertern kompatibel ist!
  5. Wer mit einer “Vollformatkamera” wie beispielsweise der Nikon D800 in den Zoo geht, dem würde ich ein 600er Teleobjektiv empfehlen.
  6. Um Tiere in einem Gehege zu fotografieren sollte man sich wenn möglich einen leicht erhöhten Standpunkt suchen um freien Blick zu haben. Viel Geduld hilft dabei wirklich schöne Fotos zu erhalten. Viele Tiere streifen auf den immer wieder gleichen Bahnen durch ihr Gehege. Wer die Tiere ein wenig studiert kann seine Fotos oft ein wenig “planen” und wird die besseren Bilder aufnehmen als seine ungeduldigen Kollegen.
  7. Muss durch eine Glasscheibe fotografiert werden, sollte man das Objektiv mit der Gegenlichtblende möglichst direkt vor der Scheibe positionieren. Geht das nicht, kann man mit einem Stück schwarzen Karton oder Stoff störende Reflexionen abschirmen. Wer ein schwarzes T-Shirt trägt ist hier oft im Vorteil und kann sich einfach geschickt aufstellen und damit Reflexionen sehr effizient reduzieren.
  8. Will man Tiere fotografieren die sich in einem vergitterten Gehege aufhalten, so klappt das am besten wenn sie sich etwa in der Mitte des Geheges befinden. Die Kamera setzt man möglichst nahe an das Gitter und wählt ein weit geöffnete Blende. Das Gitter sollte möglichst im Schatten liegen, damit es so gut wie möglich in der Unschärfe des langen Teleobjektiven verschwindet.
  9. Tiere die sich direkt am vorderen Gitter befinden braucht man gar nicht erst zu fotografieren, das wird eh nichts :-)
  10. Besucht man den Tierpark an kalten Tagen sind meist weniger andere Besucher zugegen. Die Tiere sind entspannter und man macht die besseren Fotos.
  11. Gute Vorbereitung hilft Zeit zu sparen. Meiner Erfahrung nach ist es besser sich auf einige wenige Tierarten zu konzentrieren statt zu versuchen, an nur einem Tag alle Tiere eines Parks abzulichten.

Fazit:

Auch wenn viele ambitionierte Amateure angesichts einer Nikon 1 oft die Nase rümpfen, kann man mit dieser Kamera gerade in Tierparks wirklich tolle Fotos und Videos machen. Bereits ein relativ preiswertes leichtes 200mm Teleobjektiv ermöglicht dank des kleinen Chips dieser Kamera bereits teils atemberaubende Abbildungsmaßstäbe. Eine Vollformatkamera mit vergleichbarem Abbildungsmaßstab schlägt schnell mit mehr als 10.000 Euro zu buche und wiegt ein vielfaches. Hier heißt es also abzuwägen zwischen Kosten, Gewicht und Nutzen.

Sehr cool ist, dass die Nikon 1 in Verbindung mit dem FT-1 Adapter moderne Nikon Objektive praktisch vollständig ausreizen kann. Autofokus, Bildstabilisator, alles funktioniert so wie man es gewohnt ist. Damit ist meiner Meinung nach die Nikon 1 bei der “preiswerten” Fotografie in Zoos und Tierparks derzeit unschlagbar.


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