Nikon D300 – Die ersten Infrarotfotos
Dass ich meine meine frisch auf Infrarot 830nm umgebaute Nikon D300 abholen konnte, ist jetzt schon ein paar Tage her. Wegen der vielen Arbeit und des schlechten Wetters ist es bislang auch nur bei einigen ersten Testfotos meines Ceran-Kochfeldes geblieben. Heute sollte sich das endlich ändern!
Nachdem meine kleine Mainzer Wohnung aufgeräumt und ein wenig geputzt war ging es gegen Mittag los in Richtung Bonn. Auf dem Beifahrersitz lag endlich mal wieder ein Fotorucksack. Im Rucksack meine Nikon D300 die jetzt statt des Anti-Aliasing-Filters einen Infrarotfilter hat, der langwelliges Licht ab einer Wellenlänge von etwa 830 Nanometern passieren lässt. So “richtig Infrarot” ist das natürlich noch nicht – aber es ist mit dem vergleichbar was man früher sehr aufwändig mit Infrarot-Filmmaterial fotografieren konnte.
Das Wetter ist recht freundlich und das Thermometer zeigt lässige 17 °C. Mit geöffnetem Dach geht es mit meinem kleinen Zweisitzer über die B42 am Rhein entlang. Kurz hinter Rüdesheim kommt dann der Binger Mäuseturm in Sicht. Ganz in der Nähe ist ein Parkplatz und so kann ich die ersten Fotos aufnehmen. An der Nikon D300 ist seit dem IR-Umbau das famose Nikon AF-S 2.8/17-55mm Zoom-Objektiv montiert. Dieses Objektiv eignet sich für die Infrarot-Fotografie wirklich sehr gut. Und es ist verblüffend wie viel Licht der Chip meiner D300 trotz des sehr dichten Infrarotfilters doch noch konsumieren kann. Bei ISO-200 kann ich mit Blende 5,6 und 1/125s frei aus der Hand fotografieren – das ist wirklich beeindruckend!
Mit meiner D800E und einem auf das Objektiv geschraubten IR720 muss ich bei ISO 200 und Blende 5,6 an Tagen wie diesem (um mal eine Zitat der Toten Hosen zu verwenden) etwa 15 – 30 Sekunden lang belichten! Der Komfortgewinn durch den nun direkt vor dem Chip der Kamera befindlichen IR-Filter ist ganz außerordentlich. In vielen Situationen kann man sogar den Belichtungsmesser verwenden. Meist muss man ihn an die aktuelle Lichtsituation anpassen indem man ihn mit der +/- Taste “kalibriert”. Danach kann man den Ausschnitt ändern und der Belichtungsmesser übernimmt den Rest. Heute muss ich den Belichtungsmesser um +2 EV korrigieren. Dass das überhaupt notwendig ist liegt daran, dass der Chip der D300 jetzt praktisch farbenblind ist, aber der Belichtungsmesser leider nicht! Damit der Belichtungsmesser verlässliche Werte liefert die zur nun geänderten Empfindlichkeit des Sensors passen, müsste man auch den Belichtungsmesser mit einem identischen Infrarot-Filter bestücken. Das klappt aber leider nicht, weil bei allen Versuchen die gläserne Abdeckung des Belichtungsmessers zu entfernen diese bisher stets zerstört wurden!
Wer seine Kamera also im “Hard-Core-Verfahren” auf Infrarot umrüsten lässt, der muss damit leben, dass die Belichtungsmessung gelegentlich mal ganz kräftig daneben liegt. Aber mit ein wenig Übung und der Nutzung des +/- Korrekturknopfes bekommt man auch das in den Griff.
Hier mein erstes Testfoto mit dem Nikkor AF-S 2.8/17-55mm… (Alle Fotos sind 1000 Pixel breit – einfach in neuem TAB öffnen…)
Da man den Binger Mäuseturm hier nur im Hintergrund erahnen kann, nun ein Vergleichsbild das mit dem Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm entstanden ist. Ein Stativ hatte ich zwar dabei, aber es war heute nicht notwendig und das ist der eigentliche Knaller an diesem Kameraumbau!
Hier sehen wir den Binger Mäuseturm nun etwas größer. Die Sonne schien zwischendurch mal ganz kurz zwischen den Wolken hindurch und prompt sehen die blattlosen Bäume rechts neben diesem witzigen Bauwerk sofort ganz nett aus.
Auf der gegenüberliegenden Rheinseite ist rechts oben zwischen den Weinreben eine sehr schöne alte Burgruine. Hier habe ich mal ein Foto das ich mit Snappseed aus einem RAW-Bild erstellt habe. Es muss also nicht immer Photoshop oder Nikon Capture NX sein – das billige kleine Snapseed liefert sehr oft wirklich tolle Ergebnisse.
Und weiter geht die Reise. Entlang des Rheinufers reiht sich eine schöne alte Burg an die Nächste. Nicht umsonst ist dieser Teil des Rheins schon vor vielen Jahren zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt worden. Immer wieder halte ich kurz an und schieße mit meiner D300 und dem 2.8/70-200mm Telezoom ein Foto nach dem anderen. Und bereits bei der Sichtung der Ergebnisse im Auto wird mir klar, dass dieser Umbau letztlich doch eine gute Aktion war!
Als ich Bonn erreiche scheint das diffuse Sonnenlicht sehr schön auf das Siebengebirge. Kurz vor Bad Godesberg kann man die B42 nach rechts verlassen und dann gleich vom Straßenrand aus einige wirklich schöne Blicke auf das Siebengebirge erheischen.
Hier habe ich nun drei Fotos des frisch restaurierten “Schloss Drachenfels” für Euch. Dieses tolle Gebäude ist gar nicht so alt wie es ausschaut. Es wurde von einem Bonner Bürger erbaut nachdem er an der Pariser Börse zu Geld gekommen war. Es war mehr ein protziges Ego-Bauwerk als ein Heim für sich und seine Familie. Wirklich bewohnt hat er es indes nie und erst viele Jahre nach dem zweiten Weltkrieg hat der skurrile Millionär Paul Spinat dieses Gebäude mit Leben erfüllt. Legendär waren seine Play-Back-Konzerte an der Pfeifenorgel und sein goldfarbener Rolls-Royce! Diese Nobelkarosse war das Markenzeichen des 1989 verstorbenen Textilfabrikanten, der das Schloss 1971 zum Preis von 500 000 Mark gekauft und anschließend vor dem endgültigen Verfall gerettet hatte.
Schaut man sich diese beiden Fotos an, so fällt auf, dass eigentlich nichts auffällt. Man kann die Infrarot-Fotos aus der umgebauten D300 sowohl mit Nikon Capture NX als auch mit Photoshop CS 5 und dem integrierten Adobe Camera RAW entwickeln. Egal wie, die Ergebnisse können sich sehen lassen!
Fazit:
Der Umbau meiner mittlerweile ziemlich abgegriffenen Nikon D300 war mit 529,- Euro nicht ganz preiswert, aber scheinbar doch jeden Euro-Cent wert! Ich bin wirklich begeistert von den Ergebnissen und der enormen Geschwindigkeit mit der ich nun recht abgefahrene Schwarz-Weiß-Bilder erstellen kann. Mit der Nikon D800E hätten die Fotos eine höhere Auflösung, aber ich müsste jedes Mal ein Stativ aufstellen und es würde mich immer wieder mehrere Minuten kosten auch nur ein Bild korrekt zu fokussieren und zu belichten.
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass beim Umbau eine Korrektur des Autofokussystems durchgeführt wurde. Was genau dort gemacht wurde ist aber eher ein Betriebsgeheimnis. Aber egal, letztlich zählt das Ergebnis und damit bin ich für heute sehr zufrieden.
Fuji X100 – Silvester am Rhein
Es ist der letzte Tag des Jahres und das Wetter ist gar nicht so schmuddelig wie ich es kurz vor der Heimreise von Teneriffa befürchtet habe. Nach dem Frühstück zieht es uns hinaus in die Natur, mit dabei ist wieder meine kleine Fuji X100. Das Gehirn braucht Sauerstoff und wir wollen mal wieder so richtig durchatmen. Mit dem Auto geht es in Richtung Königswinter, unser Ziel ist die Baustelle am ältesten Ausflugsziel der Deutschen – der Drachenfels. Wir parken oberhalb von Königswinter auf der Anhöhe gleich neben dem Lemmerzbad. Vorbei am Kucksteinhäuschen geht es den Berg hinauf. Bei Burg Drachenfels legen wir einen kurzen Stopp ein. Wie erwartet ist alles geschlossen, es ist der letzte Tag des Tages. Aber ich schieße trotzdem mit der kleinen Fuji X100 einige RAW-Bilder. Später bei der RAW-Konvertierung mit Adobe Camera-RAW bin ich wieder einmal überrascht was alles in dieser kleinen Kamera steckt. Von außen ein cooler Retro-Look, innen feinste Fototechnik auf höchstem Niveau. Diese kleine Kamera macht so richtig Laune. Man kann keine Objektive wechseln, aber das lichtstarke 23mm Objektiv löst in Verbindung mit dem recht großen Chip im APS-Format selbst feinste Details auf.
(Alle Bilder sind 1000 Pixel breit oder hoch, einfach in einem neuen Tab öffnen…)
Angesichts der Ergebnisse bereue ich es nicht, dass ich mich an diesem Tag nicht mit meiner Nikon D800E und den vielen Objektiven abgeschleppt habe. Diese kleine Fuji X100 trägt nicht auf und findet zur Not auch mal in der Jackentasche ihren Platz. Sie ist ein perfekter unauffälliger Begleiter für den kleinen Spaziergang am Sonntagnachmittag.
Als wir den Fußweg hinauf zum Restaurant auf dem Drachenfels unterhalb der Ruine erreichen ist dieser geschlossen. Regen und Frost haben in den letzten Monaten den ein oder anderen Steinschlag ausgelöst. Zur Sicherheit wurde dieser wunderschöne Panoramaweg geschlossen, schade. Wir beschließen umzukehren und machen noch kurz beim Winzerhäuschen halt.
Mit dem Auto geht es weiter an der Rhein-Promenade in Königswinter entlang. Dort sind wir überrascht, dass der Rhein kurz davor ist die Promenade zu überspülen. Die Fließgeschwindigkeit ist hoch, überall hängen Gestrüpp und Holzreste in den Anlegern der Ausflugsdampfer.
Wer hier ins Wasser stürzt würde sofort von den Fluten fortgerissen und schnell ertrinken. Umso mehr wundert es mich, dass hier bei Königswinter keinerlei Sicherungen oder Absperrungen zu sehen sein. Wer hier mit seinen Kindern unterwegs ist sollte gut auf sie aufpassen!!
Unsere Fahrt führt uns weiter auf die Erpeler Ley. Dies ist der Fels oberhalb der im zweiten Weltkrieg so heftig umkämpften Brücke von Remagen. Die Aussicht ist grandios aber es ist furchtbar windig, am Himmel hängen schwere Regenwolken. Eigentlich kein Wetter für tolle Fotos könnte man denken, aber RAW-Bilder die Fuji X100 bieten enorme Reserven. Zuerst sieht alles blass und fahl aus, aber mit ein paar Kniffen entstehen in Photoshop CS5 schöne Kompositionen in Schwarz & Weiss. Einmal mehr wird klar, schlechtes Wetter ist gutes Fotowetter.
Von der Erpeler Ley hat man nicht nur einen schönen Blick ins Wohnzimmer von Thomas Gottschalk, man kann auch die schöne Apollinaris-Kirche sehr gut am anderen Rheinufer erkennen. Herr Gottschalk wohnt “zwei Zentimeter” weiter rheinabwärts also “rechts” der Apollinaris-Kirche. Meines Wissens steht dieses außergewöhnliche Anwesen derzeit zum Verkauf.
Nach der blutigen Schlacht um die Eisenbahnbrücke bei Remagen stürzte sie schließlich ein, als die amerikanischen Soldaten Panzer und anderes Material über die Brücke an das östliche Rheinufer transportierten. Viele Soldaten starben in den kalten Fluten des Rheins und mir zeigt diese Geschichte einmal mehr wie sinnlos viele Schlachten des zweiten Weltkrieges letztlich waren.
Die Brücke wurde nie wieder aufgebaut. Die Einfahrt zum Eisenbahntunnel unterhalb der Erpeler Ley ist heute mit einem großen Tor versperrt. Von Zeit zu Zeit finden im geschichtsträchtigen verlassenen Tunnel kleine Theateraufführungen statt. Als stumme Zeugen des Wahnsinns sind die beiden Brückenköpfe beiderseits des Rheins geblieben. Wer hier ganz genau hinschaut kann den westlichen Brückenkopf erkennen. Dort ist heute ein Friedensmuseum untergebracht. Im Tal weiter hinten ganz links im Bild befindet sich eine Kriegsgräberstätte.
Unser Silvesterausflug führt uns weiter nach Altwied, wir kehren in der idyllisch direkt an der Wied gelegenen Laubachsmühle ein (www.laubachsmuehle.de). Frisch gestärkt treten wir eine Stunde später unsere Heimreise nach Bonn an und freuen uns auf einen schönen ruhigen Silvesterabend mit Raclette und vielen kleinen Köstlichkeiten.
Als am Neujahrstag dann Gelegenheit ist die Fotos zu sichten wird mir klar, neben der famosen Nikon D800E ist für mich die supergute Fuji X100 DIE Entdeckung des Jahres 2012!
Wer sich für diese tolle Kamera interessiert, findet hier weitere Informationen:
Zeis Ikon – Ikonta – Beispielfotos
Am vorletzten Sonntag habe ich gemeinsam mit meiner Freundin Sandra die Ruine der Löwenburg im Siebengebirge erstiegen. Obwohl es fies kalt und windig war, herrschte oben auf der Runie Hochbetrieb. Die mag daran liegen, dass sie seit Beginn der Renovierungsarbeiten nur noch an Sonntagen geöffnet ist. Sandra hatte irgendwie kein gutes Gefühl weil überall Warnschilder standen die glaubten vor tödlichem Steinschlag warnen zu müssen. Also hatte ich etwa 5 Minuten um schnell ein paar Fotos mit der alten Zeis Ikon Ikonta zu schießen. Eingelegt war ein Fuji Velvia 50. Zur Entwicklung habe ich ihn bei Foto Oehling in Mainz abgegeben. Neun Tage später konnte ich ihn dann abholen. Einige der Fotos habe ich für Euch eingescannt und will Sie Euch hier zeigen.
Hier das erste Bild auf dem meine Freundin Sandra zu sehen ist. Sie hielt kurz inne und wagte einen Blick in die Ferne, dann ging es schon wieder abwärts. Etwas windgeschützt hat sie dann weiter unten auf mich gewartet. Hier habe ich mal den kompletten Rand den Dias mit eingescannt. Man sieht dadurch sehr schön, dass die Bildbühne leicht gewölbt ist.
Alle Bilder sind wie immer 1000 Pixel breit oder hoch, einfach in einem neuen Tab öffnen wenn Ihr sie etwas größer anschauen wollt.
Bei schönem klaren Wetter kann man von der Löwenburg aus tatsächlich den Kölner Dom sehen. Diese beiden diskutieren das gerade und sie geht sogar etwas auf die Zehenspritzen um ihn besser sehen zu können. Ob es gewirkt hat, ich denke eher nicht
Zum Abschluß noch ein Bild mit dem Bonner Posttower. Ganz links im Bild sieht man den Turm der Ruine der Drachenburg. Ganz ganz rechts außen sieht man noch das Gästehaus auf dem Petersberg. Dort fanden die beiden Afghanistan-Konferenzen statt. Dort hat Michael Schumacher seine Hochzeit gefeiert und dort genieße ich immer wieder gern den Sonnenuntergang
Fazit:
Die schöne alte Zeiss Ikon schlägt sich überraschend gut. Einige der Bilder sind leicht verwackelt, das liegt zum Teil am etwas hakeligen Auslöser. Hätte ich ein Stativ und einen Drahtauslöser verwendet, so wären sie sicher nicht verwackelt. Aber das hätte bestimmt Streß mit meiner Freundin gegeben. Sie schimpft ständig mit mir weil sich in meinem Leben alles um die Fotografie dreht, oder um Computer, Musik, Gitarren, Autos, Motorräder, “diesen ganzen Technikscheiss eben”… Vielleicht dreht es sich einfach nur zu selten um SIE?
Places – Burg Rheinfels bei St. Goar
Heute habe ich ein Video für Euch, dass ich am letzten Wochenende mit meiner Panasonic HC-X909 auf der Ruine der Burg Rheinfels bei St. Goar aufgenommen habe. Dieser Ort ist wirklich ganz zauberhaft und wer ihn nicht kennt und auf der Suche nach schönen Fotomotiven ist, dem kann ich diesen Teil des Rheins nur wärmstens empfehlen! Auf der anderen Rheinseite bietet der Lorelei-Felsen ebenfalls eine tolle Aussicht in das Rheintal. Die kleinen Orte rund um die Burg Rheinfels sind ebenfalls sehr sehenswert. Es gibt viele alte Fachwerkhäuser, urige Kneipen und gemütliche Weinstuben.
Dieses kleine Video war ein Testlauf für die nächste Reise. Ich wollte im wesentlichen ausprobieren wie gut sich Aufnahmen aus der freien Hand unter Verwendung des Bildstabilisators machen. Und ich muss sagen, es sieht gar nicht schlecht aus. Aber wirklich gut eben auch nicht! Ein gutes Stativ ist einfach nicht zu ersetzen. Außerdem stellt das Filmformat einen “normalen” Windows-PC mit MAGIX Video Deluxe MX vor eine enorme Herausforderung. Besonders die hohe Bildwiederholfrequenz von 50 Bildern/Sekunde in voller HD-Auflösung steckt ein einfacher halbwegs moderner PC nicht weg. Der Schnitt dieses Videos war mit MAGIX Video Deluxe MX daher schlicht unmöglich. Das Programm konnte einige wenige Sekunden in der Vorschau abspielen und blieb dann immer wieder hängen.
Die MTS-Dateien habe ich schließlich auf mein 17″ MacBook Pro mit INTEL i7 Prozessor und schneller SSD übertragen. Der Versuch diese “Roh-Dateien” dann mit Final Cut Pro X (FCPX) zu importieren schlug sofort fehl. FCPX kann mit diesem Filmformat nichts anfangen. Also habe ich mir das kostenlose Tool “MediaConverter” installiert und ein Plug-In für HD-Videos nachinstalliert. Damit ließen sich die MTS-Dateien verlustfrei in das Quick-Time-Format neu “verpacken”. FCPX konnte dieses dann importieren, ist aber bei der Arbeit mit diesen Dateien immer wieder abgestürzt.
Also habe ich alle Video-Schnipsel erneut von der Speicherkarte aus der Panasonic HC-X909 direkt in FCPX importiert. Das hat sehr gut geklappt aber auch extrem lange gedauert. Der Hauptgrund ist hier in der Erstellung der Proxy-Medien zu suchen. Diese Medien brauchen außerdem viel Festplattenplatz, aber die Vorschau und der Schnitt laufen danach ganz flüssig. Der Export des fertigen Videos das keine 6 Minuten läuft, hat schließlich auf einem MacBook Pro mit 8-Prozessorkernen (Intel i7) etwa drei Stunden benötigt. Die fertige Videodatei ist knapp 900MB groß, der Upload nach YouTube hat bei mit einer 32 MBit/s (512 KBit/s Upstream) nochmals etwa drei Stunden benötigt. Alles in allem stecken in diesem Video etwa 6 Stunden Rechen- und Übertragungszeit sowie nochmals etwa 6 Stunden für das Kopieren, Konvertieren, Sichten und Schneiden!
Damit Ihr einen Eindruck davon bekommt wie der Videoschnitt mit FCPX auf dem Mac aussieht, habe ich hier einen Screenshot für Euch. Einfach in einem neuen Reiter öffnen um ihn in der vollen Auflösung zu sehen.
Kritisch gesehen – Snow White and the Huntsman
In meiner Kindheit habe ich Märchenfilme geliebt. Meist kamen sie hübsch artig daher und stammten meist aus tschechischen Filmfabriken. Während der letzten 40 Jahre hat sich aber auch dieses Genre weiterentwickelt. So kamen allein in diesem Jahr vier sehr verschiedene Adaptionen des Märchens “Schneewittchen” in unsere Kinos.
Mit “Snow White and the Huntsman” ist ein visuell faszinierender fulminanter Genremix gelungen. Mit einem Budget von 180.000.000 US-Dollar produziert, spielte dieser Film bislang bereits mehr als 400.000.000 US-Dollar ein. Und das meiner Meinung nach völlig zurecht. Zwar kommt einem die erzählte Geschichte hier und da immer wieder bekannt vor, aber wunderschöne Drehorte und aufwändig hergestellte “CGI-Kulissen” lassen dies schnell wieder vergessen. Untermalt wird der Streifen von einem gewaltigen Soundtrack aus der Feder von James Newton Howard, einem bereits 1951 geborenen “Schwergewicht” der Filmmusikszene. Unzählige Soundtracks, darunter “The Six Sense” oder “Hidalgo” gehen auf sein Konto.
Wer moderne Märchen Filme in der Ästhetik von “Krieg der Götter” oder “Thor” mag, der ist hier sehr gut aufgehoben, nicht zuletzt wegen des beeindruckenden Staraufgebotes.
Aktuell ist dieser Streifen bei amazon.de auf Blu-Ray ab 14,90 Euro erhältlich und ist damit mein Filmtipp der Woche!
Motorradtour durch die Eifel
Es ist ein tolles sonniges Wochenende und gemeinsam mit meiner Freundin Sandra und meinem Sohn geht es mit zwei Mopeds kreuz und quer durch die Eifel. Bei Rheinbach hatte ich die Idee die Tour mit meinem TomTom Urban Rider aufzuzeichnen. Da die gefahrene Runde wirklich schön war, habe ich die aufgezeichnete GPX-Datei mit Google-Earth geöffnet und für Euch einige Bilder aus der Vogelperspektive exportiert. Vielleicht hat ja der eine oder andere Spaß daran in der Eifel einige schöne neue Routen zu entdecken.
Die gefahrene Strecke betrug etwa 170 Kilometer, wir haben uns dafür etwa 6h Zeit gelassen.
Hier die Eckpunkte der Route:
- Bonn-Röttgen
- Rheinbach
- Kirchsahr
- Adenau
- Mayen
- Maria Laach
- Remagen
- Wachtberg
- Bonn-Röttgen
Und so sieht das aus der Vogelperspektive aus:
Hier die perspektivische Ansicht:
Im kleinen Örtchen Kirchsahr gibt es ein kleines nettes Restaurant. Das Tal ist landschaftlich sehr reizvoll und die Straße ist relativ wenig frequentiert, hier macht das Bikerleben großen Spaß. Auf dem Weg von Kirchsahr nach Ahrbrück kann man ein paar wirklich schöne Umwege fahren. Diese sind gespickt mit Spitzkehren und sehr schönen Bergkuppen mit tollen Blicken über die wunderschöne Landschaft der Eifel.
Bei Ahrbrück erreicht man dann das ehemalige Café Fahrtwind, das inzwischen Café Ahrwind heißt. Der neue Pächter hat einfach zwei Buchstabe gestrichen: (F)Ahr(t)wind
Das neue Café Fahrtwind ist nur einige wenige Kilometer weiter in Richtung Adenau. Da wir von unserem Zwischenstopp im Hotel bei Kirchsahr noch perfekt gesättigt waren gab es ausnahmsweise mal keinen Zwischenstopp im Café Fahrtwind. Über Adenau ging es weiter nach Mayen. Bei Schloss Bürrensheim dann ein ein kurzer Zwischenstopp, weil inzwischen der Hintern schmerzt. Das Schloss ist sehr reizvoll gelegen und ein Augenschmaus für jeden Fotografen der auf alte Burgen steht
Hier habe ich ein Bild der Infotafel für Euch, falls jemand überlegt dieses schöne alte Schloss mal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Etwa 5 Kilometer weiter südlich landet man in Mayen. Hier lädt eine weitere großartige Burg zu einer kleinen Entdeckungsreise ein. Außerdem gibt es dort ein sehr schönes Bergbau-Museum, das zu einer kleinen Grubenfahrt einlädt.
Den Rest des Tages gondeln wir entspannt in östlicher Richtung zum Rhein hinüber. Auf der B9 geht es bis Remagen, bei der Apollinaris-Kirche biegen wir links ab und fahren eine kurvenreiche schöne Landstraße bis Wachtberg. Dort werden die Motorräder in einer Waschanlage von den vielen Insekten befreit. Es gibt noch einen Zwischenstopp im wunderschönen schattigen Biergarten der Waldesruh. Danach setzen wir meinen Junior bei seiner Mama ab und lassen den heißen Sommertag langsam ausklingen.
Nikon D800E – Erste Testbilder im Detail
Die ersten Testbilder aus der D800E sind inzwischen online verfügbar. Die Bilder sind je nach Komprimierungsstufe selbst als JPG-Datei größer als 20 MB. Daher kann ich sie nicht ohne weiteres in diesem BLOG hosten und habe sie daher auf meinem Web-Server abgelegt.
Starten wir mit Bild Nummer 1 – einfach anklicken um das große JPG zu öffnen.
Öffnet man das große JPG und schaut es sich in der 100% Ansicht an, so fallen kleine weiße Punkte auf, die über das gesamte Bild verstreut sind. Das Bild ist 30 Sekunden lang belichtet und die rechenintensive “Entfernung des Bildrauschens bei Langzeitbelichtungen” war bei diesem Bild abgeschaltet. Man kann diese Punkte ganz leicht mit der Funktion “Remove Dust & Scratches” aus Photoshop entfernen, aber ich habe sie drin gelassen, damit Ihr sehen könnt wie die Aufnahme in “Echt” aussieht.
Kommen wir zu Bild Nummer 2 - einfach anklicken um das große JPG zu öffnen.
Dieses Foto ist ein einfacher “Mitzieher” der an der Nürburgring Nordschleife bei Adenau fotografiert ist. Das Foto ist nach dem Rennen entstanden und es sind einfach nur zwei Streckenposten die nach Hause fahren. Nichts spektakuläres, aber es zeigt sehr schön die Stärken den Nikkor AF-S VR 2.7/70-200mm. Das VR System in diesem Objektiv erkennt Schwenkbewegungen und kompensiert dieses so gut es geht. Hat man ein wenig Übung, so kann man bei Blende 16, ISO-50 oder ISO-100 mit einer Belichtungszeit von etwa 1/15 Sekunde schöne “Wisch-Effekte” erzielen. Das sieht oft richtig dynamisch aus und ist eigentlich recht einfach zu fotografieren. Leider wurden an der gesamten Nordschleife in den letzten Jahren hohe Fangzäune aufgestellt. Diese versperren eigentlich überall den freien Blick auf die Fahrzeuge, daher ist auch hier der blöde Zaun im Bild. Aber es ist wie gesagt ja nur ein Beispiel-Foto!
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass die hohe Auflösung der D800E hier eher hinderlich ist, weil die Kamera “nur” 4 Bilder/Sekunde schießt und wenn man einige Bilder in Serie geschossen hat, gelegentlich eine Weile blockiert ist bis der kamerainterne Pufferspeicher auf die Speicherkarte ausgelagert ist. Man kann mit der D800E also durchaus solche Fotos schießen, aber mit der D700 oder auch gar der D4 wird man eine deutlich höhere Trefferquote erzielen!
Kommen wir zum Beispiel Nr. 3 - einfach anklicken um das große JPG zu öffnen.
Hier sehen wir ein Fahrzeug dessen Bewegung durch eine kurze Belichtungszeit “eingefroren” wurde. Das Foto ist bei Blende 5.6 und ISO-400 mit 1/1600s fotografiert. Das Ergebnis ist sehr statisch und wenig aufregend. Es ist scharf, aber mehr auch nicht. Wirklich scharf ist es auch nur, weil das Auto relativ langsam gefahren ist. Wäre es mit 100 km/h oder mehr an uns vorbei gefahren, so hätte die 1/1600s sicher nicht ausgereicht um es scharf abzubilden. Dann wäre eher 1/4000s notwendig geworden. Das würde bei gleicher Blende aber bedeuten, dass ISO-400 nicht ausreichen sondern eher ISO-800 oder mehr notwendig gewesen wären. Damit kommt die D800E dann in Bereiche in denen sie ihre volle Auflösung nicht mehr ausspielen kann, weil diese mit steigenden ISO-Werten langsam aber sicher im Bildrauschen verloren geht. Auch hier ist eine D4 im Vorteil!
Bilder wie dieses müssen übrigens nicht langweilig sein! Findet man eine Stelle an einer Kurve die über eine Kuppe führt und kann mit einem tiefen Kamerastandpunkt den Rennautos quasi “in Gesicht schauen”, dann kommen kurze Belichtungszeiten oft wirklich gut! Wenn das Auto dann noch in Schräglage ist und die kurveninneren Räder einige Zentimeter hoch in der Luft schweben, dann ist es perfekt! Für diese Bilder braucht man auch keinen Autofokus. Man stelle den Fokuspunkt fix ein und löst in dem Augenblick aus, in dem das Motiv im Schärfebereich ist. Hier ist nun auch wieder ein Nutzer der D4 im Vorteil, weil er pro Sekunde fast die dreifache Bildmenge in den Pufferspeicher seiner Kamera “laden” kann. Mit der D800E sind diese Aufnahmen ggfs. doppelt so groß oder detailreicher, aber die Ausbeute ist wahrscheinlich spürbar geringer.
Kommen wir zum Beispielfoto Nr. 4 - einfach anklicken um das große JPG zu öffnen.
Hier haben wir jetzt Blende 8 bei ISO-400 und 1/1000 Sekunde. Die Brennweite war hier mit 105mm relativ kurz, so dass die gesamte Szenerie scharf abgebildet ist, von selektiver Schärfe ist hier keine Spur und auch hier stört der blöde Zaun. Die beiden Feuerlöscher geben dem Bild ein wenig Dramatik, irgendwie bleibt es trotzdem langweilig. Doch es ist ein gutes Beispiel für das was man mit der D800E ohne Stativ bei ISO-400 mit dem Nikkor AF-S VR 2.8/70-200mm hinbekommen kann.
Nun Beispiel Nr. 5 – Hier geht es um das Auflösungsvermögen des Nikkor AF-S 1.4/50mm – Anklicken für Originalgröße.
Das Licht war relativ fies und hier konnte auch die RAW-Konvertierung das Ergebnis nicht retten. Aber darum geht es hier auch gar nicht. Es geht um die Auflösung des “Normal-Objektivs” das Ihr in meinem Video zur D800E schon gesehen habt. Das AF-S 1.4/50mm ist mit etwa 350 Euro ein halbwegs preiswerter Kandidat und der leise schnelle AF-S funktioniert sehr gut. Es ist eine “universelle scharfe Linse”. Schaut Euch das Bild mal in der 100% Ansicht an, da kann man jeden Baumwipfel abzählen!
Kommen wir zum nächsten Beispiel Nr. 6 – ein schneller Schuss aus der freien Hand mit dem 70-200mm Telezoom. Anklicken für Originalgröße.
Bei 200mm Brennweite und 1/800s ist es bei Blende 5,6 noch so eben scharf. Hier sehen wir einen 100% Ausschnitt:
Schaut man genau hin sieht man, dass ich hier schon kräftig am “Schärferegler” drehen musste und dass das Bild dadurch etwas pixelig aussieht. Aber man muss auch sehen, das ist die 100% Ansicht! Würde man dieses Foto in dieser Auflösung drucken, so wäre es 150x100cm groß – also ein echt riesiger “Lappen”. Wenn der dann im Detail noch so scharf ist wie in diesem Beispiel, dann wäre das immer noch gut! Aber das Beispiel zeigt auch, dass die D800E ihre Stärken eher bei gutem Licht, niedrigen ISO-Werten und unter Verwendung von Stativ und Spiegelvorauslösung ausspielt.
Die “alte Regel” dass die kürzeste Belichtungszeit dem Kehrwert der Brennweite entsprechen sollte, kann ich hier nicht mehr so ganz unterschreiben. Sollen die Bilder wirklich absolut scharf sein, sollte man mindestens die halbe Belichtungszeit oder weniger wählen. Aber Achtung, hier kommt man schnell wieder in die “ISO-Falle” und gibt die wirklich guten Ergebnisse an die Kollegen mit der D4 ab!
Kommen wir zum nächsten Beispiel. Es ist eine ganz ähnliche Situation, nur steht hier die D800E auf einem Stativ, der VR ist ausgeschaltet, die Spiegelvorauslösung ist aktiviert. Bei ISO-100 und Blende 8 kann nun mit 1/30s fotografiert werden ohne dass das Bild nennenswert verwackelt ist. Das Ergebnis knallt so richtig. In der 100% Ansicht sieht man jeden einzelnen Stein von Schloss Drachenburg.
Beispiel Nr. 6 – anklicken für Originalgröße und dann die Steine abzählen. Wer genau hinsieht erkennt, dass im Weinberg Burgunder-Trauben angepflanzt werden!
Kommen wir zu Beispiel Nr. 7 – anklicken für Originalgröße
Hier ein 100% Ausschnitt:
Schaut man sich dieses Bild an, so gibt es keine sichtbare chromatische Aberration. Die Baumrinde ist scharf abgebildet, die hellen und dunklen Bildbereiche haben noch reichlich Zeichnung. Ausgedruckt in 100x150cm wäre es extrem detailreich und würde viele Betrachter einfach nur wegen der Details beeindrucken. Hingegen ist das Motiv eher alltäglich und ziemlich langweilig. Wäre hier noch etwas Nebel und eine Rotte Wildschweine zu sehen, dann könnte es gefallen. Aber es ist eben nur ein Beispiel für die Abbildungsqualität eines 20 Jahre alten Nikon Objektivs. Ich denke, dass ein 10-fach teureres Zeiss Objektiv an der D800E bei Blende 8 keine besseren Ergebnisse liefern würde. Das 55er Micro-Nikkor ist auch an der D800E wirklich gut, aber bei offener Blende sind die Bildränder sichtbar abgedunkelt und bei Blende 4 habe ich bei einigen Bildern einen sichtbaren Hotspot in der Bildmitte ausmachen können. Bei Blende 8 ist es jedoch ein echter Traum.
Sehr ähnlich geht es auch Nutzern des inzwischen etwas betagten AF-S 2.8/28-70mm. Es ist zu einer Zeit konstruiert worden, als es noch keine digitalen Kameras gab. Es ist für Film wirklich perfekt. Aber der Chip einer Digitalkamera reagiert an den Rändern Seher empfindlich auf schräg eintreffende Lichtstrahlen. Und genau mit diesem Problem hat dieses Objektiv zu kämpfen, wenn auch nicht sehr ausgeprägt. Bei offener Blende ist es relativ “weich”, bei Blende 8 jedoch sehr scharf. Allerdings ist trotzdem ein leichter Qualitätsabfall an den Bildrändern festzustellen. Wer sich Beispiel Nr. 6 ganz genau ansieht, wird diesen Effekt allerdings auch beim AF-S VR 2.8/70-200 feststellen können. Es ist nicht wirklich schlimm aber dennoch sichtbar.
Die D800E verzeiht den Objektiven eben nicht, absolut gar nichts! In den nächsten Tagen werde ich Euch weitere Fotos zeigen die mit dem AF-D 2.8/20mm und diversen anderen Objektiven gemacht sind. An den großen Originalbildern könnt Ihr Euch dann alles im Details selbst anschauen.
Für alle die es noch nicht kennen, hier mein Video zur D800E. In der zweiten Hälfte gibt es auch einige Objektive zu sehen.
Driving into the sunset
Gestern habe ich ja schon kurz geschrieben, dass ich mir die Wartezeit bis die Nikon D800E endlich lieferbar ist mit schönen “Männerdingen” zu verkürzen suche. So ist gestern nach langer Zeit endlich mal wieder ein kleiner “Fahrfilm” entstanden. Unterwegs am Rhein auf der B42 zwischen Königswinter und Rüdesheim habe ich meine kleine GoPro mitlaufen lassen. In meinem Appartement angekommen hatte ich so wieder fast drei Stunden Video-Material eingesammelt aus dem ich kurz vor Mitternacht noch schnell eine kleines Video für Euch geschnitten habe.
Für die Schnitt habe ich diesmal Final Cut Pro X auf meinem 17″ Mac Book verwendet. Der Core i7 bewegt Final Cut auf diesem Notebook recht zügig. Der Import der riesigen Videodateien ging viel viel schneller als mit iMovie und mit den Schneidefunktionen habe ich mich inzwischen auch angefreundet. Man muss einige wenige Tastatur-Kürzel kennen und so schaltet man schnell zwischen den einzelnen Modi für “Markieren”, “Schneiden” usw. um. Hat man die Tastaturkürzel “drauf”, so geht die Arbeit mit Final Cut Pro X recht zügig von der Hand.
Damit YouTube nicht wieder einen blöden Content-ID Treffer produziert habe ich bei der Musik ein wenig in der Mottenkiste gekramt und ein paar Musik-Schnipsel ausgegraben die ich in den letzten Wochen auf dem iPad mit Garage-Band zusammen gefummelt habe. Den kurzen Gitarrenriff habe ich auf einer Gitarre gespielt die aussieht wie eine Fender Telecaster. Aber sie stammt von der Firma Young Chang aus Korea und wird unter dem Label “Fenix” vertrieben. Young Chang ist der größte Hersteller für Musikinstrumente weltweit. Vieles was man für gut und teuer hält kommt aus diesen Fabrikationsstätten. Die Qualität ist durchaus ordentlich und meine “Tele-Copy” ist mir eine liebe Gitarre geworden. Aber sie ist auch ein wenig modifiziert. Allein dazu könnte ich vielleicht mal einen eigenen Post erstellen.
Na ich erzähl’ Euch kurz was ich mit diesem Ding angestellt habe…
Also, die “Basis-Gitarre” hat mich vor vielen Jahren etwa 200 Mark gekostet. Den Hals habe ich sauber abgerichtet, die Bundstäbchen schön rund gefeilt und poliert. Dann habe ich zwei Seymour Duncan Tonabnehmer eingebaut. Am Hals ist ein Jeff Beck Junior, eine Humbucker der so groß ist wie ein Single-Coil. Am Steg ist ein Custom-Custom mit keramischen Magneten. Auch ein Humbucker in der Größe eines Single-Coils, aber mit mächtig viel “Bumms”. Das Ding ist ordentlich laut und produziert fantastische Obertöne! Unter dem schönen neuen Perlmutt-Pickguard ist ein Batteriefach und es gibt einen kleinen Audio-Verstärker der das Signal eines Piezo-Pickups, den ich an der dünnsten Stelle mit Zwei-Komponentenklebstoff auf das Holz geklebt habe, aufbereitet. Damit ist das Sound-Spektrum dieser Gitarre riesig groß. Die Wolken-Ahorn-Decken sehen schön aus und das Teil spielt sich wirklich gut.
In Verbindung mit dem Apogee JAM und einem krassen Preset aus Mainstage kann man damit richtig schönen “Krach” machen. Mainstage ist ein Programm das zum Lieferumfang von Logic Pro auf dem Mac gehört. Man hat damit Zugriff auf alle Gitarreneffekte und virtuellen Musikinstrumente die Logic Pro mit sich bringt. Eine wirklich tolle Sache wenn man live Musik machen möchte und keine Synthesizer und anderen Krams schleppen will. Einfach einen kleinen Mac, eine USB-Midi-Keyboard anschließen und ab geht die Post. Als Gitarrist nimmt man sich vielleicht noch einen Apogee Jam und einen MIDI-Footswitch und schon hat man alle Gitarrenverstärker dieser Welt auf seinem MacBook dabei. Wirklich cool ist das!
Meine kleines Video findet ihr hier – es ist von 180 Minuten auf etwa 4 Minuten eingedampft und mit dieser Gitarre und diversen kleinen Musik-Apps auf dem iPad “vertont”. Alles in allem nicht wirklich schön, aber eben selten.
Wer mag kann sich ja mal an einem “richtigen” Soundtrack versuchen. Das Video schneide ich gern auch noch einmal neu
Fuji X100 – Freilichtmuseum Kommern
Heute habe ich für Euch einige Fotos die gestern im Rheinischen Freilichtmuseum Kommern entstanden sind. Die Fotos will ich heute ausnahmsweise nicht großartig kommentieren. Das Museum ist für jeden der keine weite Anreise hat einen Besuch wert. Wer die schönen idyllischen Ecken mit seiner Kamera erforschen möchte sollte außerhalb der “Stoßzeiten” dort sein. Sicher sehen die alten Mühlen und was es sonst noch alles gibt im frühen Morgennebel deutlich schöner aus. Aber es gibt Tage im Leben, da kann man sich das nicht aussuchen und muss mit dem Licht leben das gerade da ist.
Ok, hier nun also einige Impressionen die gleichzeitig die gute Bildqualität der Fuji Finepix X100 belegen. (Alle Fotos sind 1000 Pixel breit oder hoch – also einfach anklicken um sie in dieser Auflösung zu sehen)
Am Ende des Tages hat mich mein Weg nach Otzenhausen im Saarland geführt. Als ich dort eintraf waren meine Kollegen schon da, leider ist mit der Reservierung etwas schief gegangen und so war für mich kein Zimmer vorgesehen. Im Nachbarort Nonnweiler habe ich dennoch eine Bleibe für die Nacht gefunden. Hier der nicht ganz ernst gemeinte “letzte Schuss” aus dem Fenster des Parkhotel Simon in Nonnweiler.
Ausritt mit der besten Kamera der Welt
Nach einer langen Regenperiode lacht mein Herz als ich am Morgen aus dem Fenster schaue. Ein paar Stunden später als ich mit dem Helm in der Hand und der Lederkombi am Körper unser Haus verlasse weht mir eine Brise warmer Frühlingsluft ins Gesicht, der perfekte Tag für eine schöne Motorradtour. Seit der letzten gemeinsamen Tour mit Sandra vor einigen Wochen stehen meine beiden Lieblinge in der Garage. Das weiße “Mädchenmotorrad” steht vorn, also schnappe ich mir mal die weiße Rakete auf der Sandra sonst “reitet”.
Es geht ab in die Waschanlage, der Winterstaub muss weg. Dabei bin ich ganz vorsichtig, den Hochdruckreiniger halte ich in respektablem Abstand, wichtige Lager und Dichtungen etc. bleiben verschont. Im wesentlichen wird der Winterstaub von Sitzbank und Tanke gespült. Nach dem auch das letzte Insekt von der Verkleidung gespült ist geht es weiter.
Mein nächstes Etappenziel ist das Café Fahrtwind bei Ahrbrück in der Eifel. Als ich auf die Autobahn auffahre zischt eine blau/silberne BMW K1300RS an mir vorbei. Instinktiv reiße ich den Hahn voll auf und die Fuhre geht so richtig ab bis ich gleichauf bin. Mit gebührendem Abstand sausen wir gemeinsam in Richtung Café Fahrtwind. An einer Stelle unseres Weges ist dann vor einer unfallträchtigen Kreuzung ein Stau. Kurz darauf kommt uns ein Rettungswagen entgegen. Wenig später kann ich sehen was geschehen ist. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt ein Motorrad auf der Seite. Ich kann von unten auf die große “4 in 1″ Krümmeranlage schauen. Was genau es ist kann ich nicht sehen, es scheint eine rote Honda zu sein. Der Motorradfahrer ist nicht zu sehen, scheinbar wurde er kurz vorher im Rettungswagen an uns vorbei gefahren. Oberhalb des Motorrads steht ein blauer Mercedes SLK bedrohlich schräg am grasbewachsenen Hang zwischen bunten Gänseblümchen. Wäre es nicht so ernst, es wäre fast ein Foto wert.
Mit einem Kloß im Hals geht es weiter. Mir gehen Sandras mahnende Worte durch den Kopf und sie hat so recht. Es ist Saisonbeginn und viele Motorradfahrer überschätzen ihre Leistungsfähigkeit. Und es ist schönes Wetter, das führt bei den Autofahrern dazu, dass sie langsam durch die Gegend schnarchen, hier und da in die die Landschaft schauen und damit andere Verkehrsteilnehmer zu oft waghalsigen Überholmanövern verleiten. Würden alle “normal” fahren und sich auf den Verkehr konzentrieren, es gäbe sicher drastisch weniger viele Unfälle!
Beim Café Fahrtwind gibt es bei Kaffee und Apfelkuchen ein paar “Benzingespräche” mit den anderen Bikern. Einige interessieren sich für meine modifizierte K1200r Sport. Als ich ihnen erzähle, dass dies mein “Mädchenmotorrad” ist schauen sie mich gang ungläubig an
Es geht weiter, getrieben vom Gedanken ein schönes Foto für diesen Artikel zu knipsen lande ich schließlich bei Burg Ohlbrück.
Unter den Augen einer grinsenden Burg-Besucherin krabble ich mit der besten Kamera der Welt durch die Wiese vor der Burg. Diese Kamera hat einen sehr kleinen Chip und eine sehr kurze Brennweite. Damit ist fast die “unendliche Tiefenschärfe” möglich und das ganz ohne Tricks mit teuren Shift- und Tilt-Objektiven…
Etwas später geht es weiter in Richtung Rhein. Einige Kilometer vor Bad Tönnistein überhole ich dann den historischen Vulkan Express. Zwar wird er von einer uralten Diesellok gezogen, aber auch ohne Dampflock ist es ein schönes Bild. Ein Stückchen weiter kann ich vor einer historischen Eisenbahnbrücke anhalten. Schnell springe ich von der K1200 und haste unter der Brücke hindurch auf die andere Seite.
Kurz drauf kommt dann auch schon der Vulkan Express dann auch schon vorbei geschnauft um mit einem Quietschen das durch Mark und Bein geht kurz anzuhalten.
Nachdem ich wieder startklar bin geht es runter zum Rhein, den Vulkan Express sehe ich dabei wieder. Ich überlege ob ich noch hier und da anhalten soll, aber die Szenerie ist unübersichtlich, die Straße schmal und Gegenlicht habe ich auch. Also geht es weiter in Richtung B9. Mit einer Hand am Lenker geht es auf der B9 mit lässigen 1.900 Umdrehungen im 6. Gang ganz entspannt heimwärts. Als ich mich späterer aus meiner Lederkombi heraus kämpfe bin ich ziemlich platt. Der erste größere Ausritt war wirklich schön aber auch wirklich anstrengend. Am nächsten Tag wird mir der “Gas-Arm” weh tun, aber davon ahne ich an diesem Abend noch nichts…
Der Ausritt mit der besten Kamera der Welt – was ist die beste Kamera der Welt? Ich denke und da bin ich nicht allein, es ist DIE Kamera die man dabei hat, es ist nämlich in diesem Augenblick die EINZIGE und damit die BESTE die verfügbar ist. Und eine Kamera die so klein und leicht ist, dass man sie praktisch immer und überall dabei haben kann, ist dann während der meisten Zeit des Lebens irgendwie “Die beste Kamera der Welt”. Und die Bilder zeigen, dass man auch ohne teures Equipment und das eine oder andere nette Erinnerungs-Foto knipsen kann.
Eine D800 oder etwas ähnliches hätte ich auf diese Tour gar nicht mitnehmen können. Jedenfalls nicht ohne Tankrucksack oder seitliche Koffer. Auch wäre ich in Sorge gewesen ob die Rüttelei auf den oft sehr desolaten Landstraßen der Kamera nicht unnötig stark zugesetzt hätte. Auch wenn ich mich wirklich darauf freue sie endlich beim Fotohändler meines Vertrauens abzuholen und sie jetzt gerade vielleicht in einem kalten dunklen Container irgendwo auf dem Meer unterwegs ist, sie ist für mich NICHT die beste Kamera der Welt. Denn in den schönsten und wichtigsten Momenten meines Lebens wird sie wohl nicht zugegen sein. Das ist zwar traurig, bleibt aber leider dennoch die Wahrheit
Nikon D700 – Was leistet das Nikon AF 28-80G
(Nikon D7000 mit Nikon AiS 2.8/85mm, F/16, ISO-200, SB-800 mit Bouncer von rechts, RAW-Modus)
In einem meiner letzten Videos habe ich kurz erwähnt, dass ich mich in den kommenden Wochen einigen Objektiven widmen möchte, die von “Forumsexperten” gern als “Scherbe” oder “Kit-Linse” bezeichnet werden. Aufmerksam geworden bin ich auf diese billigen Plastikdinger wegen eines Artikels von Ken Rockwell, dem “Chuck Norris of Photography”. Er hat einen wirklich guten und sehr ausführlichen Test zu verschiedenen “Standard-Zooms” erstellt. Am Ende dieses Berichts schreibt er, dass er trotz allem was diese dicken, teuren und schweren Objektive leisten, bei langen Wanderungen gern mal das kleine leichte Nikon AF-D 28-80G an seiner Nikon D3 oder D800 verwendet.
Das hat mich aufmerksam gemacht und ich habe mir eben dieses Objektiv via amazon.de in fast neuwertigem Zustand zum Spottpreis von nur 45,- Euro gekauft. Was kann eine 45 Euro Scherbe an einer Kamera für 2.000 Euro leisten? Das ist die Frage! Einige meiner YouTube Zuschauer haben mich dann aufmerksam gemacht, dass es ja auch noch das ältere AF-D 28-80 gibt – also ohne “G” – eine Variante die noch über einen Blendenring verfügt. Damit könnte man dieses ebenfalls wirklich billige Plastikding sogar noch an der Nikon F4 ganz gut verwenden.
Bei meinen ersten Bildern eines ISO 12233 Testcharts war ich dann schon ziemlich überrascht. Das kleine 28-80G kommt mit zwei Linsen weniger aus als das etwas größere 28-80 mit Blendenring und liefert dennoch wirklich tolle scharfe detailreiche Bilder die in den “Extremstellungen” in vertretbarem Maße verzeichnet sind. Bei Blende 8 und 11 ist die Abbildungsqualität wirklich beeindruckend. Hier muss sich diese kleine Scherbe nicht hinter deutlich teureren Objektiven verstecken. Wer also ohnehin mit einem Stativ arbeitet, keinen VR benötigt und mit Blende 8/11 leben kann, der hätte mit dem 28-80G ein äußerst preiswertes Objektiv mit überraschend guten Eigenschaften.
Gestern war etwas Gelegenheit diese kleine “Scherbe”, die sich zweifellos wirklich billig anfühlt und auch so aussieht, an der Burg Satzvey bei Euskirchen bei fiesem Gegenlicht auf die Probe zu stellen.
Hier sind einige der Bilder die dabei entstanden sind.
Beginnen wir mit diesem kleinen “Baron Münchhausen” der sich auf seinen Ritt auf der Kanonenkugel vorbereitet. Seinen Namen habe ich vergessen, der kleine Junge sprach auch nur Französisch und ich habe mir ziemlich einen abgebrochen. Dieses Sprache ist echt nicht mein Ding, trotz der Jahre auf dem Gymnasium. Aber das ist heute nicht das Thema. Schaut man sich das Bild an, so haben wir eine ganz leichte Hintergrundunschärfe. Sie könnte deutlich ausgeprägter sein, das ist nicht gerade die Domäne dieser der kleinen Billiglinse. Aber dennoch hebt sich der kleine Junge sehr schön vom Hintergrund ab. Das fiese Gegenlicht ist auf dem Foto nicht spürbar, die Schatten in seinem Gesicht habe ich mit dem eingebauten kleinen Blitzlicht der D700 kompensiert. Ich verstehe nicht, warum so viele Leute diese kleinen eingebauten “Blitze” immer wieder so verdammen. Ok, das Sucherbild ist dadurch etwas kleiner, aber diese Dinger sind total praktisch! Ohne Aufhellblitz wäre das Gesicht des Jungen voll im Schatten und die Farben blass und langweilig.
Nun ein krasser Gegenlicht-Test. Voll in die Mittagssonne fotografiert, meine Vater hätte früher mit dem Kopf geschüttelt “Das macht man nicht, das wird doch eh nix!!” Aber der Tonwertumfang der D700 ist riesig und die billige Scherbe schlägt sich auch hier wirklich gut. Ich hätte im linken unteren Bildbereich fiese Farbflecken und Lens-Flares erwartet. Aber das ist nichts, wirklich beeindruckend, das können manche Objektive für 1.000 Euro und mehr weniger gut!
Hier noch ein “Schuss aus der Hüfte” den ich perspektivisch korrigiert habe, damit die Burg Satzvey gerade steht. Volles Gegenlicht und dennoch sind die Farben ok und das Bild ist scharf und detailreich bis in die Ecken. Vignettierungen der Bildecken sind kaum wahrnehmbar, ein überraschend gutes Ergebnis.
Jetzt versuchen wir uns mal an einem HDR. Eine Belichtungsreihe aus 9 Bildern mit 0,7EV Unterschied. Ausgelöst habe ich die D700 via Menü Option “Intervall-Bilder”. Hier habe ich ein wirklich billiges kleines DÖRR Stativ mit einem ganz einfachen Gitzo-Kugelkopf verwendet. Das Ergebnis ist ebenfalls überraschend gut. Die Farbsäume halten sich in Grenzen und abgesehen von einem “Regenbogen-Effekt” in der Mitte des Bildes sind keine weiteren Abbildungsfehler erkennbar, großartig!
Nun ein krassifiziertes HDR, man muss es nicht mögen
Es ist in etwa 60s aus fünf JPGs mit kleinster Größe und stärkster Komprimierung via Photomotiv Pro 4.0 entstanden. Interessant finde ich, dass man auch ohne großen Schnickschnack mit der D700 und diesem billigen Objektiv brauchbare Fotos hinbekommt.
Hier einige der Vorschau-JPGs aus der D700, sie sind “Out-Of-The-Cam” – also völlig unbearbeitete Bilder ohne jedweden künstlerischen Anspruch. Sie zeigen jedoch, die Abbildungseigenschaften dieses Objektivs unter schwierigen Bedingungen recht gut.
Abschließend ist mein Fazit unerwartet positiv. Diese Ergebnisse hätte ich der 45 Euro Linse nicht zugetraut. Auf weiten Wanderungen wird dieses Objektiv künftig wohl einer meiner Begleiter sein. Warum soll man sich mit einem AF-S VR 2.8/24-70 abschleppen, wenn man an der D700 und auch der D7000 mit diesem leichten kleinen Objektiv ähnlich gute Ergebnisse erzielen kann?
Nikon P7100 – Mercedes SLK – Challenge 2012
Die Arbeit der Woche ist getan und nun geht es bei tollem Wetter “oben ohne” auf der B42 am Rhein entlang nach Hause. Wie lange habe ich mich auf diese Stunden gefreut, fast mein ganzes Leben lang. Es ist Zeit für einen Film! Und jeder erfolgreiche Blockbuster braucht natürlich einen Trailer – nicht irgendeinen Trailer – einen Theatrical Trailer – der Wahnsinn
Gefilmt wird mit der kleinen feinen Nikon P7100, das einzige Zubehörteil ist ein kleines leichtes Stativ das ich seit vielen Jahren immer wieder dabei habe. Es ist billig und fast unverwüstlich. Der Ton kommt diesmal direkt aus der P7100. Die Einstellung “Hintergrundgeräusche reduzieren” habe ausgeschaltet, damit hört man zwar bei höheren Geschwindigkeiten den Wind, aber es wird auch nicht ständig laut und leise!
Auf einem kleinen Parkplatz kurz hinter Rüdesheim halte ich kurz mal an. Die P7100 kommt auf das Stativ, das Dach mache ich mal auf und zu, damit man es auf dem Video auch schön sehen kann. Dann fahre ich einfach mal von der Kamera weg, wieder zurück, stelle die Kamera ans andere Ende des Parkplatzes, fahre wieder darauf zu, wieder zurück und noch einmal das ganze… Die Radfahrer die vorbei kommen halten mich für geisteskrank. Aber sie wissen ja auch nicht, dass ich einen Trailer im Kopf habe, einen Theatrical Trailer
Ich hoffe dieser kurze kleine Spaß gefällt Euch. Über Kommentare und Anmerkungen freue ich mich wie immer sehr!
Edit am nächsten Morgen:
Der kleine Film hat mir so großen Spaß gemacht, dass ich noch eine zweite Version erstellt habe. Hier sind einige Outtakes am Ende zu sehen. Die Kamera habe ich mit den beiden vorderen Beinen des Stativs in den Fußraum gestellt und das hintere Stativ-Bein gegen den Beifahrersitz abgestützt. Prinzipiell hat das gut funktioniert. Nur durch die ganzen Schlaglöcher und das viele Gerüttel hat sich meine kleine “Konstruktion” immer wieder gelöst und in der einen oder anderen Kurve ist mir die Kamera dann immer wieder umgekippt. So musste ich die meiste Zeit mit einer Hand lenken und mit der anderen Hand das Stativ festhalten. Was man nicht alles für seine Leser und Zuschauer auf sich nimmt
Dann habe ich den Trailer im Sinne eines Qualitätsvergleichs mal bei VIMEO hochgeladen. So könnt Ihr Euch selbst ein Bild der Bildqualität dieser so unterschiedlichen Plattformen machen. Bei VIMEO muss man grundsätzlich bezahlen, damit man seine Videos dort ablegen darf. Aber es gibt dort praktisch keine Idioten. Bei Youtube ist das anders, da stand schon mal unter einem meiner Videos ein Kommentar mit der Endung “You fucking dog”. So etwas nervt total und ist überflüssig wie ein Kropf. Daher werde ich in den kommenden Monaten immer mal wieder Videos bei VIMEO posten und schauen was dort alles passiert.
Okidoky, eine englische Version meines kleinen Spaß-Trailers habe ich auch erstellt.
Als SLK 55 AMG ist er definitiv ein Männerauto – aber dann kostest er fast das Doppelte. Ob das den Spaß, die verbrannten Reifen und die Schrecksekunden an der Zapfsäule wert ist?
Mercedes SLK 200 – Soundcheck
Als es los nach Mainz geht ist es noch dunkel und kalt, die Uhr steht erst bei 6h – ich bin noch müde aber wenn ich später fahre sind die Straßen unerträglich voll, also los… Auf dem Beifahrersitz habe ich meine kleine Nikon P7100 und ein einfaches DÖRR Stativ mit einem simplen Gitzo-Kugelkopf. Mein neues ZOOM H2n ist auch dabei. Im Kofferraum liegt das neue MacBook, ich bin gut ausgestattet. Während mich die Sitzheizung ordentlich auftaut werde ich langsam wach. Irgendwo hinter Koblenz halte ich kurz an und bringe die P7100 auf dem Beifahrersitz in Position. Zwei Beine des Stativs sind zu 2/3 ausgezogen und weisen in den Fußraum der Beifahrerseite. In der Mitte drücken sie gegen das Handschuhfach. Das dritte Bein ist fast vollständig ausgezogen und stützt sich nach hinten gegen den Beifahrersitz ab. So steht die kleine leichte Kamera recht stabil und ich kann sogar während der Fahrt auf dem Display kontrollieren was wirklich aufgezeichnet wird. Sogar den Zoom kann ich betätigen als mich rechts ein stromlinienförmiger Zug der Deutschen Bahn zu überholen versucht.
Am Abend in Mainz kopiere ich die 20 minuten dauernde 1GB große Videodatei und ein großes WAV-File aus meinem ZOOM H2n auf die 750er Festplatte in meinem MacBook das ich am Wochenende zuvor umgebaut und zusätzlich mit einer pfeilschnellen SSD versehen habe. Die Arbeit an diesem Notebook gerät jetzt richtig zur Freude. Zuerst versuche ich mich mit iMovie. Aber ich bekomme die Tonspur wieder nicht synchron unter das Video gelegt, vom späteren Schnitt ganz zu schweigen. Also wird nicht lange gefackelt, ich starte das MacBook neu, halte die Alt-Taste gedrückt und wechsle zu Windows 7. Dort habe ich mir das Magix Video Deluxe MX installiert und damit komme ich inzwischen richtig gut zurecht. Es ist nicht so einfach zu bedienen wie iMovie, aber die Möglichkeiten sind wesentlich vielfältiger und letztlich irgendwie professioneller.
Nun klappt es auch die mit dem ZOOM H2 separat aufgenommene Tonspur perfekt unter das Video zu legen. Bevor ich losgefahren bin, habe ich im Auto einmal laut in die Hände geklatscht. Damit habe ich einen guten Synchronpunkt, das Klatschen ist auf dem Video-Ton ebenso wie auf der separaten Audiospur zu hören und in der Wellenformdarstellung in Magix Video Deluxe gut zu sehen. Am Ende habe ich nochmals kurz in die Hände geklatscht, damit habe ich die Sicherheit, dass nichts auseinander gelaufen ist. Das Problem mit unterschiedlichen Samplingraten von 44,1 und 48 kHz macht mich nämlich manchmal wirklich fertig…
Nach etwa zwei Stunden ist das Video zusammen montiert. Auf dem I7 Prozessor mit seinen acht Prozessorkernen braucht das 17″ MacBook für den Export des Videos in Richtung YouTube gerade mal 3 Minuten. Das Video dauert 5 Minuten, damit ist dieses Notebook schneller als alle anderen Computer die ich daheim habe!
Als das Video fertig ist schaue ich es in Ruhe mit einem ordentlichen Kopfhörer an und bin begeistert wie schön man das Schmatzen hört, dass der SLK zwischen den Gängen produziert. Die 7-Gang Automatik schaltet nicht einfach hoch, der SLK gibt jeweils einen kurzen Gas-Stoß in die Zylinder, was der relativ kleine 1,8 Liter Vierzylinder mit einem satten Brabbeln quittiert. Die Sounddesigner waren hier wirklich kreativ und das Ding klingt trotz aller Vernunft, Downsizing und Spritsparbemühungen wie ein echter Roadster. Auf den teilweise miserablen Straßenabschnitten der B9 habe ich später noch reichlich Gelgenheit seine sportliche Federung zu “genießen”.
Als das Video fertig für den Upload ist, sind von mehr als 1.0 GB noch 0,085 GB übrig, nach zwei Stunden sind diese 85 MB dan sogar bei YouTube abgetankt und hier ist nun mein neues Video. Hört mal genau hin, ich habe es mehrfach eingebaut, wie dieses Auto zwischen den Gängen kurz auf das elektronische Gaspedal drückt, ist in meinen Ohren eine wahre Freude. Roooooaaaaar Brrr Rooooooaaaaaaaaarrrrr
Hier ist ein kleines Video das sehr schön zeigt wie der Sound des kleinen Vierzylinders für die Insassen dieses Fahrzeugs aufbereitet wird
Mit der D700 in die Eifel
Es ist Samstag und wir können es kaum glauben wie draußen die Sonne lacht. Also ab ins Cabrio und auf in Richtung Süden! Kurz hinter Bad Godesberg halten wir auf dem Seitenstreifen mal an. Zu schön ist der Blück hinüber zum Siebengebirge.
Es geht weiter, hinter Bad Breisig biegen wir rechts ab und folgen den Gleisen des historischen “Vulkan Express”. In der Nähe von Bad Tönnisstein halten wir an und lassen es uns in der Schenke unter einer der historischen Brücken gut gehen. Es gibt Wild-Ragout mit hausgemachten Spätzle – lecker! Dazu ein alkoholfreies Hefeweizen und zur Abrundung danach eine Tasse Kaffee – super!
Schnell eine kleine Fotosession. Was ist denn das? Hinter dem Haus gibt es eine Reihe wirklich interessanter Höhlen! Schnell das Stativ auspacken, den Kabelauslöser und los geht der Spaß.
Aus ein paar Minuten wird dann doch eine ganze Stunde. Sandra fotografiert mit dem langen Tele alle Blümchen die sie findet und freut sich an der schönen Hintergrundunschärfe des neuen AF-S VR 55-300mm Tele-Zooms.
Die Sonne steht tief als es weitergeht. Wir fahren in Richtung Mayen. Auf dem Rückweg von Otzenhausen bin ich durch Mayen und dann nach Bell gefahren. Etwa auf halber Strecke hat man einen schönen Blick in ein bewaldetes Tal mit wirklich schönen herbstlich bunten Laubbäumen. Als wir dort ankommen geht die Sonne aber nicht dort unter wo ich es erhofft habe, sie ist dabei hinter einem kleinen ehemaligen Vulkan zu verschwinden. Als wir eine Schild finden “Frei bis Waldparkplatz” biegen wir ab und folgen der Straße. Später am Parkplatz habe ich ein “Déjà Vue”. Vor vielleicht 8 oder 9 Jahren war ich hier schon einmal. Oben auf dem Hügel – sorry – Vulkan – ist ein kleiner schöner Aussichtsturm. Also schnappe ich mir meinen Rucksack. Drin sind die D7000, die D700, diverse Objektive, Batterien, Filter, Ladegeräte und draußen hängt das neue kleine leichte Carbon-Stativ dran.
Es geht bergauf, Sandra will lieber beim Auto bleiben. Gleich neben dem Parkplatz stehen auch ein paar Haflinger auf der Weide. Das ist für Mädchen eh interessanter als ein Turm von dem aus man eine gute Sicht über die Eifel hat!
Als ich am Turm ankomme bin ich ziemlich fertig. Keuchend schleppe ich mich die Stufen hinauf, warum habe ich nur immer so viel Zeugs dabei?
Später auf dem Abstieg werde ich fast NICHTS davon benutzt haben! Lediglich die D700 mit dem neuen AF-S VR 16-35mm, samt Stativ und Kabelauslöser. Schon fertig… Irgendwie ist einmal mehr klar, das Rucksäcke manchmal völlig unpraktisch sind. Da habe ich extra die D7000 eingepackt damit ich ein paar Videos aufnehmen kann und am Ende des Tages habe ich sie nur einmal ganz kurz am Rhein heraus geholt. Ich sollte für die Filmerei nur noch die P7100 mitnehmen…
Später daheim ist die “Beute” nicht so wirklich toll. Das Licht war schlechter als erwartet und der Sonnenuntergang ein Flop. Auch ist auf der westlichen Seite des Turms alles so sehr zugewachsen, dass man den Sonnenuntergang gar nicht richtig sehen kann. Die Sicht nach Osten ist allerdings wirklich gut. Für einen Sonnenaufgang wäre das der perfekte Platz. Na mal sehen, vielleicht schaffe ich es ja mal morgens ganz früh aufzustehen und mich kurz vor Sonnenaufgang im Schnee hoch zu diesem Turm zu schleppen…
Von Bernkastel nach Koblenz
Es ist wieder Wochenende und es geht an einem wirklich supertollen Spätsommertag mit der blauen K1200 heimwärts. Woher fahren wir denn diesmal? Ich habe noch die mahnenden Worte meines Nachbarn Tobias im Ohr “Du musst auch mal woanders entlang fahren. Immer nur am Rhein, das wird auf Dauer doch total langweilig!”
Wie Recht er doch hat, nicht nur für Euch “Zuschauer” sondern auch für mich als”Filmproduzenten” ist es schön mal ab und zu eine neue Strecke auszuprobieren. Da es einer der letzten schönen Tage sein wird, habe ich mir etwas besonderes überlegt. Es soll von Mainz über die A60/A61 und die B50 nach Bernkastel an der Mosel gehen. Dann ganz entspannt an der Mosel entlang nach Koblenz, dort auf die B9 und ab nach Hause.
Einige kleine Videoschnipsel habe ich dazu ja schon gepostet. Heute war dann nach ziemlich genau 132 Stunden der “Roh-Film” erstellt, der alle drei Kameraperspektiven enthält. Darüber habe ich ja auch schon kurz berichtet. Aus diesem “Rohfilm” habe ich dann heute einen kleinen Extrakt erstellt und ihn mit etwas “Chilout-Musik” unterlegt die zum Lieferumfang der Software “Magix Retten Sie Ihre Videocassetten” gehört.
Hier ist nun mein Video! Vielleicht bedenkt ihr beim Anschauen, wie viele Kilowattstunden Strom für die Erstellung und den Upload notwendig waren!
Hier nochmals die Tour in der Übersicht – das Video zeigt den Abschnitt von Bernkastel nach Koblenz und ein Stückchen der B9 in Richtung Bonn.
Von Bernkastel nach Koblenz
Es ist wieder Wochenende und es geht von Mainz zurück nach Bonn – nur wie?? Um 15h bin ich startklar, den TomTom Urban Rider “sage” ich zunächst, dass es mir den Weg nach Bernkastel an der Mosel zeigen soll. Meine K1200r Sport ist vollgetankt und es geht bei Mainz auf die A60 in Richtung Westen. Bei Bingen wechseln wir auf die B61, kurz hinter Stromberg biegen wir ab auf die B50 in Richtung Bernkastel. Nach etwa 120 Kilometern bin ich dann an der Mosel. Das Wetter ist ein Traum und ich bin wirklich glücklich, dass wir nach dem durchwachsenen Sommer nun einen schönen Oktober haben.
In Bernkastel ein kurzer Stopp und nun werden alle Kameras “gezündet”. Beim Aufsteigen erwische ich die hintere Kamera mit dem Fuß und dabei habe ich sie dann tatsächlich abgeschaltet. Dies fällt mir aber erst beim nächsten Zwischenstopp und der “Kamerakontrolle” an einer Baustellenampel auf – na egal, die hintere Kamera hatte eh fast nur Gegenlicht – ok – ist doch schade… Es ist DIE TOUR des Jahres und von drei Kameras laufen nur zwei
Die Mosel hat deutlich mehr Brücken als der Rhein und so kann man munter lustig hin und her wechseln – ein Angebot, das ich auch gern annehme!
Bei Koblenz geht es dann auf die B9 und ab nach Bonn. Daheim angekommen wartet Sandra schon mit Wein und Pizza – großartig! Die Tour hat rund 4 Stunden gedauert, ich bin gut 300 Kilometer gefahren und hatte einfach nur Spaß – ein genialer Start isn Wochenende!
Dabei sah es am Vormittag zwischendurch noch so aus, als würde alles ins Wasser fallen. Es gab Probleme bei der Installation unseres neuen Software-Releases in einer Windows 2003 Umgebung mit Citrix Servern. Ein zentrales Steuerelement der DateTime-Picker hat immer das aktuelle Datum angezeigt und man konnte das Datum auch nicht löschen. Blöd, wirklich blöd und so wäre ein sinnvoller Test durch die Fachseite nicht nöglich gewesen. Aber dank der tollen Zusammenarbeit mit unserem überaus pfiffigen Projektleiter war das Problem um 13h aus der Welt und so konnte ich einen der letzten Tage doch noch genießen und eine Tour fahren die nicht ganz alltäglich ist.
Und so sah sie aus: (Der Link öffnet die Karte in Google-Maps, oder einfach das Bild anklicken, dann wird es groß)
Nach der Pizza schaut sich Sandra eine Doppelfolge von Cobra 11 an. Ich als “Fernsehverweigerer” schneide noch schnell zwei Videos aus dem vieln Material das ich auch heute wieder eingefangen habe…
Zunächst die letzten Minuten bevor ich Bernkastel an der Mosel erreiche. Der “Abstieg” von der B50 hinab zur Mosel ist wirklich schön!
Dann habe ich hier noch einen Soundcheck mit der GoPro HD HERO 960 in einem komplett geschlossenen Unterwassergehäuse. Die Kamera ist mit einem Rohrhalter an den Superbike-Lenker (AC-Schnitzer) meiner K1200 Sport montiert. An der Shell Tankstelle kann ich von der Kasse aus sehen, wie ein paar Autofahrer neugierig um mein Moped mit den drei GoPro Kameras und dem TomTom Navigationssystem herumschleichen – irgendwie sind die Kameras doch ein wenig peinlich, aber ohne sie gibt es keine Videos…
Morgen gibt es dann ein volles heimisches Programm. Bloggen, aufräumen, Bürokrams erledigen und nachmittags zusammen mit Sandra ihr neues Auto abholen. Ob sie dann endlich wieder schlafen kann??
Nikon D7000 und Micro Nikkor AF-S 2.8/40mm DX
Es ist Freitag, Sandra hat Urlaub, ich habe meinen freien Tag und wir können ausschlafen – super! Zur Mittagszeit geht es mit meinem “Mädchen-Motorrad” zur Bonner Peugeot Niederlassung. Wegen des krassen Ölverlusts am letzten Wochenende hat Sandra mein Auto am letzten Montag dort abgeliefert. Heute um 13h soll meine Dieselrakete wieder heil sein, mal sehen ob das klappt! Um 12h30 trudeln wir zwei mit dem Motorrad an der Werkstatt ein. Der Meister macht gerade eine Probefahrt. Na prima, da ist noch Zeit um gegenüber bei BMW schnell mal einen Monteur zu fragen ob er eine Idee hat, wie man die Sitzbank herunter bekommt. Diese Aktion ist fast ein wenig witzig. Während der Meister mit dem gesamten Körper auf dem Heck meiner K1200r jongliert versucht einer seiner Monteure mit dem Zündschlüssel die Sitzbank zu entriegeln. Irgendwann haben sie es dann tatsächlich geschafft. Und es wird auch klar wo das Problem lag. Diese Sitzbank hat die Möglichkeit, dass man das Service-Heft mit zwei dicken Gummibändern unterhalb der Sitzbank festschnallen kann. Bei der letzten Inspektion hat sich scheinbar genau dieses Gummi gelöst und ist zwischen den kleinen Haken, den man mit dem Zündschlüssel drehen muss und die Sitzbank geraten. Der Monteur kann es kaum glauben und sprüht sicherheitshalber mal alles mit Silikonspray ein. Danach läßt sich die Sitzbank wunderbar leicht schließen und wieder entfernen, super!!
Gegenüber ist nun auch mein Auto eingetroffen. Die Rechnung ist wie erwartet ziemlich hoch. Der Ölverlust war auf eine defekte Hochdruckleitung der Servolenkung zurückzuführen. Außerdem wurde noch das Abgasrückführungsventil ausgetauscht. Alles zusammen kostet der Spaß 1502,- Euro – Schluck… Aber nun ruckt er endlich nicht mehr, nun macht das Fahren mit diesem Auto wieder Spaß!
Kaum daheim angekommen klingelt es an der Türe, der DHL-Bote ist da. Ein Päckchen von amazon.de, was da wohl drin ist?
Am Samstag geht es dann ins Siebengebirge. Wir genießen den schönen Sommertag und lassen die Woche bei einem Salat mit Rinder-Filet-Streifen auf dem Petersberg ausklingen. Während des wunderschönen Sonnenuntergangs mache ich noch ein paar Testbilder mit der Nikon D7000 und dem neuen Micro Nikkor AF-S 2.9/40mm DX – was für eine Typenbezeichnung…
Wieder daheim suche ich eines der Bilder aus und konvertiere es mit Nikon Capture in ein schönes großes JPG - Wow – wirklich viele feine Details sind da zu sehen und das ganz ohne Stativ. Einfach nur ein schnelles Knipsbild das im Vorbeigehen entstanden ist.
Wer neugierig ist, kann sich das Bild hier anschauen. Einfach Anklicken um das große Original (5.8 MB) zu sehen.
Hier ist ein Ausschnitt der etwa einer 1:1 Ansicht entspricht:
Der Detailreichtum und die Schärfe sind wirklich verblüffend. Die 254,- Euro für dieses Objektiv waren eine gute Investition. Richtig cool ist es auch, dass nun Videos in voller HD Auflösung mit einem Motivabstand von wenigen Zentimetern möglich sind. Das kann eine “normale” HD-Videokamera NICHT!!
Zu Besuch in Schwetzingen
Das schöne an meinem Beruf ist, dass ich Abends immer mal wieder – sofern es das Wetter zuläßt – eine kleine Runde mit dem Motorrad drehen kann. In der letzten Woche war ich mal mit dem Motorrad in Schwetzingen bei Heidelberg.
Schaut man in der Wikipedia nach, findet man viele Infos zur Geschichte dieser schönen Stadt:
Schwetzingen wurde erstmals am 21. Dezember 766 im Lorscher Codex als „suezzingen“ erwähnt[5]. Siedlungsspuren existieren aber bereits aus der Jungsteinzeit, darunter viele Bandkeramik-Funde. 803 wird „Suezzingen Superiore“ genannt (soviel wie „Oberschwetzingen“). Ursprünglich gab es zwei Siedlungen, Ober- und Unterschwetzingen, die erst im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts zu einem Dorf zusammenwuchsen. Gehörte das Gebiet anfangs zum Bistum Worms, so gelangte es bereits im 12. Jahrhundert unter die Herrschaft der Pfalzgrafen. Aus dem Jahr 1439 stammt die erste bekannte Einwohnerzahl: 230 Seelen.
Nördlicher Schlossplatz
Das Schwetzinger Wasserschloss wird erstmals 1350 erwähnt, als der Pfalzgraf bei Rhein Rudolf II. das Wohnrecht im Schloss erhielt. Im Dreißigjährigen Krieg und im Pfälzer Erbfolgekrieg wurde das Schloss zerstört und von Kurfürst Johann Wilhelm bzw. dessen Vorgänger wieder aufgebaut. Ab 1720 diente es Kurfürst Carl Philipp nach seinem Auszug aus Heidelberg zunächst zeitweise als Ausweichresidenz; ab 1742 ließ er es zur Sommerresidenz ausbauen. 1750 wurde die „Neuen Stadt“ mit Schlossplatz geplant und angelegt, die das Ober- und Unterdorf miteinander verband. 1752 eröffnete das Schlosstheater.
1759 erhielt Schwetzingen das Marktrecht und wurde im 18. Jahrhundert im Barockstil ausgebaut. 1803 fiel der Ort mit der gesamten rechtsrheinischen Kurpfalz an Baden und wurde zum Amtssitz erhoben. 1833 erhielt die Gemeinde durch Großherzog Leopold die Stadtrechte. Ab 1850 setzte die Industrialisierung ein. Schwetzingen wurde unter anderem Sitz von Zigarren- und Konservenfabriken. Auch der Spargelanbau gewann an Bedeutung.
1924 wurde das Bezirksamt Schwetzingen aufgehoben und sein Gebiet mit dem Bezirksamt Mannheim vereinigt, aus welchem 1938 der Landkreis Mannheim entstand. 1930 erhielt die Stadt Schwetzingen einen erheblichen Gebietszuwachs durch Aufteilung des Hardtwalds.
Im Zuge der Kreisreform wurde der Landkreis Mannheim zum 1. Januar 1973 aufgelöst und die Stadt Schwetzingen dem neu gebildeten Rhein-Neckar-Kreis zugeordnet. Im Jahr 1992 überschritt die Einwohnerzahl die 20.000-Grenze. Daraufhin stellte die Stadt Schwetzingen den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung zum 1. April 1993 beschloss.
Ich selbst mag Schwetzingen immer wieder richtig gern und habe hier noch ein paar Handy-Knipsbilder die ich kurz vor dem großen Regen gemacht habe. Während der Regenpause gab es in einem der vielen Restaurants rund um den Schloßplatz etwas zu Essen. Später ging es dann tatsächlich trockenen Fußes wieder zurück nach Mainz.
Eine Tour die Ihr auch mal machen könntet
Hier noch schnell die versprochenen Fotos…
Eine neue Woche in Mainz
Update am 12.08.2011:
Hier habe ich noch eine Version mit GEMA-freier Musik. Die sollte man sich hoffentlich auch in Deutschland ohne Probleme anschauen können
Als mein Telefon klingelt ist es 5h morgens, es ist mein privater Weckruf und es ist schön am Morgen Sandras vertraute Stimme zu hören. Kurz drauf stehe ich unter der Dusche, dann schnell anziehen und das Motorrad satteln. Heute darf mal der Tankrucksack mit den ich noch nie benutzt habe, Kollege Hauke möchte ihn sich mal anschauen. Der Rucksack ist ganz praktisch, hätte ich gar nicht gedacht! Es passt sogar die Nikon D7000 hinein, endlich kann ich mal einen Fotoapparat auf dem Motorrad mitnehmen ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen – cool!
Als es losgeht ist es noch vor 6h – es ist Sommer und doch recht kalt – das Thermometer zeigt gerade einmal 15,5°C – ich trage nur eine Lederkombi und oben herum auch nur ein T-Shirt – nicht wirklich klug – damit hätte ich nicht gerechnet. Bei Bad Breisig fällt mir dann auf, dass die kleine GoPro Kamera wieder einmal im Fotomodus war und ich bei meiner Abfahrt nur ein Bild geknipst habe statt die Aufnahme zu starten. Aber das wird jetzt nach geholt. Kaum habe ich den Seitenstreifen verlassen kommt von hinten ein Typ in einem Porsche, Lichthupe, dicht auffahren, ganz plötzlich steht Pimmelfechten auf dem Programm. Also kurz den Gashahn aufreißen, 2. Gang, 3. Gang, wenige Sekunden vergehen und vom schweineteuren Porsche sind im Rückspiegel nur noch zwei kleine Lichter übrig. Aber da heißt es dann auch schon wieder vom Gas zu gehen. Erstens darf man hier noch gar nicht so schnell fahren und zweitens ist da auch ein Bus der die freie Sicht versperrt. Der Typ im Porsche hat es kapiert, da fährt keine voll bepackte 125er vor ihm, er hält Abstand und kurz drauf ist er dann auch hinter den überholten Autos verschwunden. 2KG/PS sind kein schlechtes Verhältnis
Es geht über die B9 nach Mainz, das Wetter ist nicht so schön wie erwartet. Statt des erhofften grandios eingefärbten Morgenhimmels gibt es nur Nebel im Rheintal. Aber kurz nach Bingen klart es dann auf. In Mainz steuere ich kurz mein Appartement an. Schnell umziehen und dann ab ins Büro, die Arbeit wartet.
Später kopiere ich die Video-Dateien auf meinen Mac Mini. Der Import der Dateien soll mehrere Stunden dauern, da bleibt Zeit für einen Besuch auf der Kirmes gleich nebenan. Als ich zurück bin ist immer noch nicht alles konvertiert, was für eine Datensintflut…
Bis das Video geschnitten, exportiert und bei YouTube hochgeladen ist werden mehrere Tage vergehen!
Am Donnerstag starte ich um kurz nach 7h den Upload. Das Video läuft knapp 28 Minuten und ist etwa 1,8GB groß – wow… Am Abend ist es dann geschafft, das Video ist online – aber in einigen Ländern wegen der unterlegten Musik von Joe Satriani gesperrt. Also schnell das Einspruchsformular ausfüllen, die Songs sind krass zusammen gedampft und die Lautstärke ist reduziert, das wird sich wohl niemand heraus kopieren und auf eine CD brennen wollen.
Schnell noch diesen kurzen Artikel schreiben und dann geht es auch schon wieder zurück nach Bonn. Draußen scheint die Sonne, die Batterie der kleinen GoPro ist frisch geladen und ich überlege welchen Weg ich fahren und filmen soll. Na, schauen wir einfach mal…
Los geht’s – bis später
Bonn nach Mainz im Zeitraffer
Es ist 17h am Donnerstag und ich kann schon ins Wochenende starten. Zuerst geht es vom Büro zum Appartement, umziehen, die sieben Sachen zusammenpacken und dann rauf aufs Motorrad. Über die Route habe ich mir keine großartigen Gedanken gemacht, ich will erst einmal raus aus Mainz und dann vielleicht mal Rhein entlang, aber mal sehen.
Die ersten paar hundert Meter ist noch alles gut. Es ist etwa 17:30 und es sind angenehme 25 °C, vor mir liegen ca. 150 Kilometer Fahrspaß – denke ich – doch es soll noch ganz anders kommen…
Kaum auf der Autobahn ist da ein riesiger Stau weil kurz vor dem Mainzer Tunnel ein Auto liegen geblieben ist. Als das durchgestanden ist will ich weiter bis Bingen auf der Autobahn fahren. Doch dann wieder ein Stau, nicht ganz so groß, aber auch nervig. Ich entschließe mich die Autobahn zu verlassen, doch diese Ausfahrt ist gesperrt. “Meine” Fahrbahn wird gerade neu asphaltiert. Es zwängen sich vier enge Fahrspuren auf endlosen Kilometern über die gegenüberliegende Seite der Autobahn. Die Zeit vergeht im Zeitraffer. Neben mir stehen dicke LKW und pusten mir den Ruß auf das Visier. Nach einer halben Stunde kann ich die Kupplung kaum noch ziehen, ich stehe jetzt insgesamt schon fast eine Stunde im Stau herum. Dann die Erlösung, es ist ein Auto liegen geblieben, ein Polizist steht daneben und winkt damit die Gaffer weiterfahren und den Stau nicht noch länger machen.
Endlich bin ich an einer Ausfahrt, es ist schon kurz vor Bingen. Also runter von der Autobahn, wer weiß was mich noch erwarten würde. Es geht über die B9 in Richtung Rhein. Bei Bingen muss ich anhalten. Der Gehörschutz, den ich mir kurz vor der Abfahrt noch schnell bei LOUIS für 5,95 Euro gekauft habe, ist schon wieder heraus gerutscht. Diese kleinen Silikon-Dinger sind ja nett, aber erst bekommt man sie in die Ohren nicht hinein und dann fallen sie von allein wieder heraus. Kann das im Sinne des Erfinders sein? Ich muss mal bei Hein Gericke schauen, ob die nicht etwas haben was in meinen Ohren besser funktioniert.
Nachdem die guten alten Ohropax in die Ohren gestopft sind geht es wieder weiter. Als ich um kurz vor 21h daheim ankomme bin ich fix und fertig. Fast vier Stunden hat die Fahrt ins Wochenende gedauert. Kurz lüften, etwa trinken und dann auf dem MacBook mal schauen wie die Video Sequenzen mit der neuen GoPro geworden sind.
Die Verarbeitung dauert ewig lang. Während dessen spiele ich mal ein wenig mit Photo-Booth herum. Das Ergebnis lade einfach mal so wie es ist bei YouTube hoch und verlinke es in einem kurzen Artikel. Als ich das Video dann anschaue sind Bild und Ton in keiner Weise synchron – was ist denn da schon wieder schief gelaufen?
Also alles löschen und ab ins Bett – meine Abonnenten werden sich fragen was das denn wohl ist – aber heute werden sie ja aufgeklärt
Am nächsten Tag steht eine Motorradtour mit meinem Sohn auf dem Programm, um 14h soll es losgehen. Es ist also noch etwas Zeit um das Video zu schneiden und in den Wartezeiten mal den Staubsauger zu benutzen. Während die Reinigung der Wohnung schnell gute Formen annimmt, geht es mit dem Video nur schleppend voran. Die Datenmengen sind gewaltig. Der Film ist relativ schnell geschnitten, aber der Export ist langwierig. Das kleine MacBook arbeitet zwei Stunden vor sich hin um dann irgendwie abzubrechen, es ist kein Video auf der Festplatte. Ich starte neue und versuche allerhand, bis es schließlich klappt. Das Video hat in guter Qualität bei einer Auflösung von 720p satte 4,43GB !!!
Also eine zweite Version erstellen, doch es ist schon 13h und ich muss langsam los um meinen Sohn abzuholen. Das Video muss also noch warten.
Als ich spät am Abend wieder daheim bin, geht es weiter. In iMovie wähle ich “Exportieren mit Quicktime” und schraube so lange an den Einstellungen bis letztlich eine etwa 0,45GB große Datei entsteht. 10% der Originalgröße – das ist doch was – aber man sieht auch den Unterschied! Leider kann ich alles andere in diesem Leben wohl nicht mehr bei YouTube abladen
Also hoch damit.
Am nächsten Morgen ist es dann endlich geschafft – mein neues Video ist online
Mit der Nikon D7000 am Rhein entlang
Kurz bevor die Peugeot Werkstadt in Mainz Hechtsheim schließt, flitze ich vom Büro rüber zu meinem kleinen Peugeot 207 SW. Beim Starten des Motors vergesse ich wieder die Kupplung zu treten, an eine Automatik gewöhnt man sich wirklich schnell… Beim zweiten Versuch klappt es dann auf Anhieb
Kurz drauf bin ich bei der Werkstadt. Der Kofferraumdeckel bei meinem 407 Coupé läßt sich nun wieder öffnen, es musste ein Teil des Kabelbaumes ersetzt werden. Am Vorabend habe ich ein wenig gegoogelt, was die Ursache sein könnte und bin auf mehrere Diskussions-Threads gestoßen, innerhalb derer andere Peugeot-Fahrer vom gleichen Problem berichtet haben. Eigentlich ist es ein Konstruktionsfehler, wenn man ein Stück Kabelbaum von der festen Karosserie zum Kofferraumdeckel führen muss. Aber egal, jetzt klappt es wieder und die Reparatur liegt mit 228 Euro noch halbwegs im Rahmen.
Als ich losfahren will meldet sich ersteinmal wieder der Bordcomputer “Einparkhilfe defekt”… ich ignoriere das mit aller Tapferkeit und fahre in Richtung Autobahn. Der Motor ist noch kalt und die Dieselrakete ruckt immer mal wieder “Fehler im Abgassystem” – irgendwann ist das Abgasrückführungsventil wohl doch noch fällig…
Auf der Autobahn geht dann gar nichts. Im Radio wird durchgesagt, dass bei Mainz Finten Gegenstände auf der Fahrbahn liegen, ich fahre irgendwann entnervt wieder runter in Richtung Innenstadt. Das ist auch nicht viel besser, aber ich schaffe es schließlich auf die andere Rheinseite. Es geht auf der B42 am rechten Ufer des Rheins entlang. Immer wieder sehe ich im krassen Gegenlicht die ein oder andere Burg am gegenüberliegenden Ufer. Dann hält mich nichts mehr, ich fahre an den Straßenrand, krame die neue D7000 aus dem Kofferraum, montiere das AF-S 2.8/70-200 samt B&W Polfilter und schieße einen ganzen Haufen RAW-Bilder diverser Burgen.
Daheim angekommen ist es dann auch schon fast 20h, was für ein Tag!
Beim Kaisers gibt es noch ein letztes Roggenbrot. Fingerdick mit Nutella bestrichen ist das der Hammer schlechthin – sowas von lecker!
Dann kommt die D7000 auf ein Stativ und nun darf sie den Posttower filmen wie er sich langsam vor dem blauen Nachthimmel schlafen legt. Während desssen schaue ich mir meine Beute an. Es ist nicht viel dabei, das Gegenlicht war wirklich fies, die Farben sind flau es gibt kaum Kontraste – es war definitiv kein Fotowetter. Aber in den RAW-Bildern stecken doch noch allerlei Reserven. Was Nikon Capture da noch herausholt ist überaus erstaunlich!
Aber seht selbst – hier ein JPG sowie es die Kamera geliefert hat und gleich danach ein konvertiertes RAW-Bild.
Hier drei der vielen schönen Burgen die man im “Westen” zu sehen bekommt.
Hier habe ich noch ein HDR, das vorgestern an der Mainzer Theodor-Heuss-Brücke zusammen mit Tobias entstanden ist.
Und nun schaue ich mir mal die Videos an, die ich parallel mit der D7000 während des Sonnenuntergangs aufgenommen habe.
Die große Osterrunde im Detail
Während der Wochen in den USA habe ich immer wieder sehnsüchtig den relaxten Bikern auf ihren dicken Harleys hinterher geschaut. Nun ist es soweit, die große Osterrunde kann beginnen!
Es ist Karfreitag, wir schlafen aus und versuchen unsere schlaffen Körper mit einem großen starken Kaffee in den “Fahrmodus” zu versetzen. Es klappt und um kurz nach 9h sind wir abfahrbereit. Die Mopeds sind ein wenig staubig, sie haben mehrere Monate einsam im dunklen Keller gestanden. Eine Woche zuvor haben wir gemeinsam mit meinem Sohnemann eine kleine erste Frühlingsrunde gedreht. Das war alles noch ganz entspannt, heute wird es dann ernst. Wir wollen nach Luxembourg, dort übernachten und dann weiter in den Süden solange der Hintern es aushält. Irgendwo bei Strasbourg wollen wir eine zweite Nacht verbringen und dann auf verschlungenen Pfaden heim nach Bonn fahren. Drei Tage sollen es werden, drei Tage Bikerspaß bis der Arzt kommt. Mal sehen was draus wird…
Es geht auf der B9 am Rhein entlang. Das Thermometer steht bei etwa 17°C. Die ungefütterte Lederkombi gibt die Temperaturen ziemlich ungefiltert nach innen weiter. Es ist nicht gerade warm, aber das soll sich noch ändern! Kurz hinter Remagen geht es nach Westen in Richtung Altenar. Auf Höhe der Römer-Villa bei Ahrweiler schließen wir uns unfreiwillig einer Truppe von etwa 20 Moptorradfahrern an. Die Truppe ist so groß, sie würden gar nicht bemerken wenn sie ihr Schlusslicht verlören. Das würde mir keinen Spaß machen. Wir schlängeln uns im Schneckentempo an der Ahr entlang. Das Wetter ist toll, die Strecke großartig aber die Karawane macht mir keinen Spaß. An einem der vielen Lokale kommt dann alles endgültig ins Stocken. Als wir die Anführer der Karawane sehen können wird mir vieles klarer, es sind zwei echte dicke behäbige Typen die jeweils ein Gespann lenken. Echte Anführer
Als wir sie passieren sind wir froh, dass es endlich zügig weiter geht. Am Café Fahrtwind machen wir unsere erste Pause. Wir haben richtigen Kohldampf und freuen uns auf ein leckeres Frühstück. Als dann die Qual der Wahl ansteht entscheide ich mich spontan für ein Stück Apfelkuchen. Es ist kurz nach 11h – eine gute Zeit für ein Stück Kuchen
Sandra möchte ein belegtes Brötchen. Der Chef verkauft mir für 1,70€ eine “Schmier-Genehmigung”. Das ist ein Teller mit einem kleinen Kassenzettel. Ich gebe ihn Sandra und sie hat damit die Genehmigung sich ein Brötchen zu “schmieren”. Zunächst ist sie noch verwundert, aber später kommt sie mir einem breiten Grinsen und einem Teller voller Käse und anderen guten Zutaten zurück. Ihre erste “Schmier-Genehmigung” war überaus positiv!
Eine halbe Stunde später geht es weiter. Ich gebe meinem TomTom Urba-Rider als Ziel “Trier” an, als Routenführungsoption wähle ich “Kurvenreiche Strecke”. Wir lassen uns mal überraschen. Und das was dann passiert ist eine wirkliche Überraschung, den die Wege die das TomTom vorschlägt sind wirklich schön. Es geht über verwunschene einsame Landstraßen, durch Wälder und Täler, es ist einfach wunderschön.
Als wir in Trier ankommen ist es früher Nachmittag. Der Hintern gebinnt langsam weh zu tun und wir sind froh, als wir an der großen Basilika einen netten Italiener finden bei dem wir unter einem Sonnenschirm ein paar leckere Nudeln essen können. Das tut wirklich gut und als wir auf der anschließenden kleinen Stadtbesichtigung noch eine Eisdiele finden ist der Tag schon fast perfekt. Nach dem Eis geht es zurück zu den Mopeds. Ich gebe als nächstes Ziel Luxembourg ein, diesmal die “Schnellste Route”. Wir fahren los und nach den ersten Kurven haben wir uns auch schon irgendwie mitten in Trier verhaspelt. Ich wünsche mir eine nach Norden ausgerichtete Ansicht der Karte im TomTom. Da wüßte ich wenigstens wohin wir fahren. So habe ich nur den Kompass und der zeigt immer nach Norden. Wir wollen aber nach Süd-Westen. Wohin zeigt dann wohl die kleine Kompaß-Nadel?? Schließlich finden wir die Autobahn, alles ist wird gut – immer!
In Luxembourg ist dann die Hölle los. Es ist 30°C heiß, mir steht das Wasser in den Stiefeln. Wir halten kurz an um ein etwas besseres Ziel als “Stadtmitte” in das TomTom eintippen zu können. Ich schaue mal nach den “POIs in der Nähe” und finde das Hotel Bristol. Das hatte ich mir vor einigen Tagen schon via HRS angeschaut. Es ist relativ preiswert und machte auf den HRS-Seiten einen netten Eindruck. Es geht weiter, das TomTom lotst uns in Richtung Bahnhof. Auf der breiten mehrspurigen Straße ist die Hölle los. Busse so weit das Auge reicht, kleine Mopeds, Roller, Cabrios und ganz ganz viele “normale” Autos. Alle schwitzen vor sich hin und sind schwer angenervt. Als wir am Hotel ankommen bin ich wirklich erleichtert. Auch Sandras Schmerzgrenze ist zu 100% erreicht. Eine Reservierung haben wir nicht und ich bin froh und dankbar, dass noch ein letztes Doppelzimmer frei ist. Es ist in der 3. Etage und kostet 75,-€ inkl. Frühstück. Als wir das Zimmer dann sehen sind wir wirklich ernüchtert. Das Bristol ist eine ziemliche Absteige. Der Blick in den Hinterhof wäre super für alle Gäste die sich mit Selbstmordgedanken tragen. Die Duschkabine ist so undicht, dass man beim Duschen das gesamte Bad flutet.
Aus dem Wasserhahn kommt nur ein schmales Rinnsal, dafür ist der Abfluß verstopft. Direkt neben der Toilette ist ein großer Halter für Toilettenpapier angeschraubt. Leider genau so, dass man nur schräg auf der Schüssel sitzen kann. Aber dafür ist er defekt und das sicherlich verzweifelte Zimmermädchen hat das Toilettenpapier oben drauf gestellt. Na ja, es ist ja nur für eine Nacht…
Wir machen uns ein wenig frisch und dann geht es in die eigentliche Innenstadt. Das ist in Luxembourg nicht ganz einfach, denn diese Stadt verteilt sich über mehrere Hügel die mit einigen wunderschönen Brücken untereinander verbunden sind. Wir landen im “Café Francais“, dort gibt es Spargel und Steaks. Das tut gut nach diesem langen anstrengenden heißen Tag. Zurück am Hotel sind wir uns unsicher wo wir die Mopeds abstellen sollen. Direkt vor einer Kneipe ist eine Parkplatz frei. Aber als Sandra ihren Helm abnimmt wird sie gleich von einem offensichtlich angetrunkenen Barbesucher angemacht. Ob dieser Platz so glücklich ist?
Wir parken die Mopeds trotzdem dort und trinken im kleinen Bistro neben dem Bristol ein recht gutes Glas Rotwein. Während wir den Tag Revue passieren lassen werden wir dann doch unruhig. Als der Wein ausgetrunken ist, parken wir die Mopeds dann doch etwa einhundert Meter weiter die Straße hinauf. Dort sind keine Geschäfte und hoffentlich auch keine betrunkenen Barbesucher die einfach mal zwei Mopeds mit deutschen Kennzeichen um schubsen…
Die Nacht ist warm und unruhig. Das Bett ist unbequem und irgendwie zu kurz. Hinten schauen meine Füße heraus und oben stoße ich ständig mit den Händen an ein Stück Holz. Sandra ist am nächsten Morgen nicht sehr glücklich wegen meiner nächtlichen “Klopferei”… Aber beim recht guten Frühstück ist das alles dann schnell wieder vergessen. Wir satteln unsere Bikes und es geht weiter in Richtung Süden. Ich gebe beim TomTom einfach mal Straßbourg ein - ”Schnellste Route”. Wir wollen Luxembourg ohne Streß so schnell wie möglich verlassen. Das klappt auch ganz gut. Etwa 30 Kilometer weiter südlich sieht die Landschaft dann ganz nett aus und ich biege einfach mal von der Autobahn ab. Das TomTom schimpft und rechnet ständig neu, aber es ist mir egal. Die Sonne scheint und ich kann mich leicht an den Schatten der Bäume und Leitpfosten orientieren. Es ist etwa 10h die Sonnen kommt von rechs, also fahren wir nach Süden, das ist ganz einfach!
Es geht vorbei an saftig grüßen Wiesen und fast kitschig gelben Rapsfeldern. Am Horizont sehen wir die Kühltürme eines Atomkraftwerks. Wasserdampf steigt auf und bildet schöne Formationen am Himmel. Hier wird gerade der Strom produziert der in Deutschland nach der Abschaltung der ersten Atomkraftwerke fehlt. Fast malerisch mutet das an… Während wir eine der Starkstromtrassen kreuzen kann ich die vom Atomstrom ionisierte Luft regelrecht schmecken. Französische Kraftwerke haben keinen Atomstromfilter, das kann man hier ganz deutlich spüren. Unterhalb der Stromtrassen haben die Tachionen - die nur im Atomstrom vorkommen – die einst üppige Vegetation häßlich braun eingefärbt. Jeder Atomkraftgegner wäre entzückt angesichts der deutlich sichtbaren Beweise für das zerstörerische Werk des Atomstroms!
Wir fahren weiter und ich bin überlege welche Strahlendosis wir inmitten dieser wunderbaren Landschaft gerade abbekommen. Mir kommen Bilder von krebskranken Arbeitern aus afrikanischen Uranminen in den Sinn. Ich muss an die radioaktiv belasteten Abwässer denken die von der Wiederaufbereitungsanlage in La Hague einfach in die Nordsee eingeleitet werden. Es kommt mir in den Sinn, dass ein Atomkraftwerk die Energie die in den verwendeten Brennstoffen steckt nur zu etwa 1% in elektrische Energie umwandelt. 99% sind strahlende Verluste und Abwärme über die sich der Fischbestand der angrenzenden Gewässer sicher nur im Winter freuen kann. Vor meinem geistigen Auge sehe ich Autos mit sauberem Elektroantrieb deren Batterien die mit sauberem Atomstrom aufgeladen werden, ich stelle mir die stolzen umweltbewußten Besitzer vor und komme zum Schluß, dass nur Sparen eine wirkliche Alternative zum Atomstrom ist.
Mit schlechtem Gewissen schaue ich auf den Bordcomputer meiner BMW. Dort kann ich lesen, dass sie seit dem letzten Reset im Schnitt 4.9 Liter Superplus auf 100 Kilometern verbraucht hat - wieviel Kilogramm CO² das wohl sein mögen? Wir könnten auch mit einem Moped fahren, aber das fühlt sich an wie ein Ferrari mit Anhänger. Wir fahren weiter und nach etwa 100 Kilometern und endlos vielen Kurven ist das schlechte Gewissen dann auch wieder Geschichte – vorerst!
Irgendwann brauchen unsere Mopeds frischen Sprit. Das TomTom kennt eine Tankstelle in 5,5km Entfernung. Dort angekommen ist es ein komplizierter Flopp. Man kann nur mit einer Karte tanken, nur was für eine Karte?? Ich versuche es mit der Kreditkarte und der EC-Karte. Es steht nur für mich unverständliches Zeugs auf dem durchaus großen Display. Au Backe, das ist echt schwierig hier! Ich wünsche mir die Tankstellen in Arizona herbei. Einfach die Kreditkarte einstecken, rausziehen, tanken, weiterfahren… Wir steuern die nächste Tankstelle an, das TomTom ist da sehr hilfreich. Und hier gibt es tatsächlich einen echten Menschen in einem kleinen Häuschen. Wir können tanken, ich reiche 50 Euro durch einen kleinen Schlitz und bekomme etwa 8 Euro zurück. Der Sprit ist hier nicht wirklich billiger als daheim in Deutschland.
Am frühen Nachmittag erreichen wir ein wunderbares Tal. Die Straße ist großartig und die Kurven schier endlos. Das TomTom ”sagt”, dass erst in 22 Kilometern der nächste Abzweig ist, das läßt mich hoffen, dass es noch lange so weiter geht. Und ich werde nicht enttäuscht! Hinter mir läßt Sandra auf der weißen K1200 verdächtig oft die “Beine baumeln”. Es sieht im Rückspiegel so aus, als bräuchte sie eine Pause. Und da ist auch schon ein Platz gefunden. Sie erzählt mir, dass sie die ganze Zeit über das Gefühl hat, als wenn wir hier schon einmal gewesen wären. Ich kann das kaum glauben, schließlich ist Frankreich wirklich groß und wir sind ziemlich “drauf los” gefahren. Als es dann weiter geht finden wir kurz drauf eine tolle Gastwirtschaft die von Bikern aus Frankreich, der Schweiz und Deutschland frequentiert wird. Es gibt leckeres Essen und ein paar “Beweisfotos”.
Als es wieder los geht habe ich ein paar Kurven später ein “Déjà-vue”. Vor zwei Jahren auf der Tour mit meinem Bruder Florian waren wir genau hier – nur sind wir aus der anderen Richtung gekommen. Ich erkenne die Stelle an der wir uns kurz vertan haben und wenden mussten. Mir kommt in den Sinn wie Sandra damals ein Problem hatte ihre schwere YZF auf der abschüssigen Straße zu wenden. Es gibt Zufälle im Leben, die sind wirklich cool!
Während der Pause habe ich dem TomTom ”gesagt”, dass wir nach Offenburg wollen. Es ist halbwegs nah und wir wollen wieder nach Deutschland. Es geht vorbei an Strasbourg, wir kreuzen den Rhein und sind kurz drauf auch schon mitten in der Fußgängerzone von Offenburg. Auf der linken Seite ist das Hotel Sonne. Ich frage einfach mal und es gibt noch ein letztes Doppelzimmer. Warum bekomme ich eigentlich immer genau das letzte Zimmer? Diesmal ist es ein Zimmer mit Waschbecken. Dusche und WC sind auf dem Gang. Aber es kostet nur 63,- € – da nimmt man das schon einmal in Kauf. Und es ist ein Frühstück im Preis enthalten. Und wir können die Mopeds kostenlos in der großen Garage abstellen. Das Hotel heißt “Sonne” und es ist wirklich schön. Das Haus blickt auf eine 650 jährige Tradition zurück. Hier haben schon Menschen gewohnt, als es in Amerika noch Büffel gab und Indianer nicht wussten, dass es weiße Männer gibt. Krass eigentlich…
Wir beziehen unser neues Zuhause und machen uns ein wenig frisch. Danach geht es gleich wieder los, wir besuchen die beste Eisdiele von Offenburg und die ist wirklich gut! Später gibt es Spargel mit Kräuterpfannkuchen, Salzkartoffeln und gekochtem Schinken. Das Leben kann so schön sein! Da alles auf der Welt einen Ausgleich braucht haben wir im Gegenzug ein knarrendes Bett. Jedesmal wenn ich mich herum drehe wird Sandra wach, was für eine Nacht…
Am Morgen ist die Pein bei einem wunderbaren Frühstück dann wenigstens für mich schnell wieder vergessen. Wir packen, verabschieden uns von der wirklich netten Wirtsfamilie und sind schon wieder unterwegs. Es geht über die Autobahn A5 nach Norden. Hier reiht sich eine Großbaustelle an die Andere, aber es ist noch wenig los und wir kommen gut voran. Bei Heidelberg dann ein kurzer Regenguss. Die warmen Tage haben viel Dunst in den Himmel transportiert. Wir fahren den Gewitterwolken davon bis uns das Hinterteil so sehr weh tut, dass wir einfach eine Pause brauchen.
Es geht weiter, unser Ziel ist das Wispertal. Im letzten Jahr hat mir Ex-Kollege Oliver dieses schöne Tal gezeigt. Leider lag damals schon viel Laub auf der Straße und es war nasskalt. Heute ist es großartig. Sandra fährt vor und se macht mir Spaß zu sehen wie sie voller Spaß die große K1200 durch die Kurven schwingt.
Nach einer kleinen Pause an der “Laukenmühle” geht es weiter. Wir fahren auf der B42 am Rhein entlang. Das Wetter ist großartig, vergessen sind die Gewitterwolken über Heidelberg. Nicht vergessen sind aber die Schmerzen im Hinterteil. Als sie fast unerträglich werden machen wir einen Stopp an der Erpeler Ley.
Im Licht der Abendsonne laufen wir am Ostersonntag wieder daheim in Bonn ein. Als die Mopeds geparkt und abgesattelt sind liegen wir müde und verschwitzt auf dem Bett – was für eine coole Tour! Wirklich schön ist danach die lange ausgiebige heiße Dusche. Anschließend kramen wir in der DVD Sammlung und finden tatsächlich einen Klassiker den Sandra noch nicht kennt – “Pulp Fiction” – nicht ganz passend zu Ostern aber doch ganz unterhaltsam…
Am Ostermontag sind wir dann immer noch ziemlich gezeichnet von den vielen Stunden im “Sattel”. Der Kühlschrank ist erschreckend leer und so fahren wir kurzerhand mit der blauen BMW zum Café Fahrtwind – denn dort gibt es ja die “Schmier-Genehmigung”
Auf dem Rückweg nehmen wir einen kleinen Umweg durch die Berge und genießen noch ein wenig die Sonne in historischen Ahrweiler.
Später daheim heißt es dann aufräumen, Wäsche waschen, Wohnung putzen, Sperrmüll hinaus stellen und und und… Morgen sind wir dann schon wieder unterwegs. Sandra fährt nach Norden, ich nach Süden, bis zum nächsten Wochenende…
Alle Fotos sind übrigens mit der 99,- € Hosentaschenkamera (Nikon S3000) gemacht…
Die grosse Osterrunde
Es ist Karfreitag, die Wohnung ist immer noch nicht aufgeräumt, der USA Koffer liegt noch immer halb ausgepackt in der Ecke und schon geht es wieder los. Um 10h wollen wir im Café Fahrtwind frühstücken. Dann soll es weiter gehen in Richtung Süden bis zur Mosel. Dann entlang der Mosel bis nach Luxemburg. Je nach Lust und Laune wollen wir dort die Nacht verbringen.
Am Samstag könnte es durch Frankreich hinab in Richtung Schweiz gehen. Dann vielleicht über den Schwarzwald wieder heim. Irgendwann am Ostermontag wollen wir zurück sein, mal sehen
…jetzt aber los…
Update um 18h
Nach etwa vier Stunden endloser Kurven und Landstraßen treffen wir Nachmittags in Trier ein. Es gibt was zu essen, direkt neben der alten Basilika. Danach eine kleine Runde durch die Stadt und dann weiter nach Luxembourg. Dort ist die Hölle los. Als wir total verschwitzt im Zimmer 208 ankommen wollen wir nur noch duschen. Was für ein Tag
Update am nächsten Tag:
Es geht kreuz und quer durch Frankreich bis wir schliesslich in Offenburg landen. Im Hotel Sonne ist noch ein Zimmer frei. Es gibt ein tolles Eis, dann duschen und relaxen. Später dann noch einmal vor die Türe auf ein Glas Rotwein. Was für eine entspannte schöne Osterrunde.
Death Valley II
Nach einer langen fröstelnden Nacht tut die heiße Dusche am Morgen richtig gut. Danach wird gebloggt und gegen 9h schauen wir uns bei Google Maps an, wo man in Beatty ein Frühstück bekommt. Es geht los, zu Fuß! Für Amerikaner vollkommen unüblich – aber wir sind ja auch keine Amerikaner – jedenfalls noch nicht
Wir gehen die Straße hoch, genau die über die wir am Vortag das erste Mal in dieses kleine Dorf gekommen sind. Aber irgendwas ist falsch, das Restaurant das wir erwarten kommt einfach nicht, statt dessen ist dort nur Gestrüpp. Hm, was haben wir falsch gemacht? Wir kehren um, Sandra wird langsam motzig weil sie richtig heftigen Hunger hat. Wir passieren unser Motel und wandern in der anderen Richtung weiter. Die Eatery, der Saloon, alles hat noch geschlossen, dann fällt uns auf der anderen Straße eine Touristeninformation auf. Dort fällt es uns dann wie Schuppen aus den Haaren, der Grill den wir suchen ist an der Straße die nach Süden führt, nicht an der Straße die nach Westen geht – wie konnten wir uns nur so vertun… Unverzeihlich…
5 Minuten später sitzen wir bei einem Kaffee in einem etwa warzigen kleinen Kaffee. Das Frühstück kommt schnell, es gibt Bratkartoffeln mit Rührei und Schinken – richtig Cholesterinarm ist das
So gut gestärkt geht es nach einem kleinen Zwischenstopp dann wieder los. Wir hören Musik über mein Handy, das wir mit einem Kabel an das Radio angeschlossen haben. Zwar ist in dieses Auto ein Sirius-Satellitenradio eingebaut, aber man kann nur Kanal 189 von 200 Kanälen hören. Immer wenn wir versuchen einen anderen Kanal zu wählen steht im Display, dass wir eine Telefonnummer anrufen sollen um das Radio frei zu schalten, wie blöd ist das denn… Ich sehne mich nach dem schwarzen Jeep vom letzten Jahr zurück… Aber in meinem Handy steckt eine 32GB Micro-SD Karte und da passt echt viele Musik drauf! Wir hören die Coors – Live bei MTV – die Laune ist gut und die Landschaft wirklich weit und farbenfroh. Um mal was neues auszuprobieren nehmen wir die Straße nach Norden bis wir nach etwa 40 Kilometern links in Richtung Scotty’s Castel abbiegen. Sofort wird der Asphalt schlechter, die Kurven werden enger, aber unserer Laune tut das keinen Abbruch.
Nach einem kleinen Zwischenstopp bei einer verlassenen Goldmine finden wir eine halbe Stunde später auf der rechten Seite mitten im Nichts Scotty’s Castle. Auf dem Parkplatz steht eine BMW neben der anderen. Alles Enduros, fast alles Boxer, alle mit US-Kennzeichen! Die folgenden Bilder sind übrigens fast alle mit der kleinen Nikon P7000 gemacht!
Scotty’s Castle hat es uns angetan, wir schleichen um das Gebäude und knipsen ein Detail nach dem Anderen. Wie verrückt muss dieser Scotty eigentlich gewesen sein.
Bei einer kurzen Recherche finde ich dann diese Geschichte:
http://www.kalifornien.citysam.de/death-valley-sights.htm
Scotty’s Castle ist ein einzigartiger Ort im Norden von Death Valley: In den 1920er Jahren ließ der Chicagoer Geschäftsmann Albert Johnson dieses burgartige Haus mitten in der Wüste errichten und investierte auf Anraten des Abenteurers Walter Scott (besser bekannt als “Death Valley Scotty”) in eine Goldmine. Obwohl es damals in Death Valley noch nicht einmal Straßen zum Transport des Baumaterials gab, konnte der Bau fast beendet werden. Erst der Börsenkrach des Jahres 1929 versetzte dem Bauvorhaben einen herben Rückschlag, denn Albert Johnson verlor fast sein gesamtes Vermögen und finanzierte den Prunkbau nicht weiter.
Noch heute befinden sich einige Teile von Johnsons Einrichtung im Haus. Den Namen erhielt das Anwesen, da der gewiefte Geschichtenerzähler Death Valley Scotty stetig behauptete, das Haus gehöre ihm. Irgendwann glaubten die Leute seine Geschichte und die Villa erhielt ihren heutigen Namen. Scotty’s Castle erkundet man am besten im Rahmen einer der Führungen.
Ok, so war das also, der Scotty hat immer nur erzählt, dass es sein Castle war
Schlitzohr…
Von Scotty’s Castle geht es dann in südlicher Richtung über die “Scotty’s Castle Road”. Wir machen einen kleinen Abstecher zum Ubehebe Krater.
Auf dem Rückweg wird die Straße eng und kurvig und während wir ein paar Fotos am Straßenrand machen jagen ein Krankenwagen und ein Feuerwehrwagen an uns vorbei. Später sehen wir dann was los ist. Ein PKW ist ins Schleudern gekommen und hat sich überschlagen. Der Fahrer sitzt ziemlich geschockt auf der verbeulten Motorhaube. Mit einem Kloß im Hals geht es weiter bis wir wieder Anhalten und fast zwei Stunden lang den Abendhimmel fotografieren der sich von Minuten zu Minute anders darstellt. Was für eine Schauspiel und es ist jeden Tag neu und völlig kostenlos! Neben der Tatsache, dass wir alle sterben müssen ist auch das wahre Gleichberechtigung für uns alle!
Als das Schauspiel vorbei ist fahren wir zurück nach Beatty. Wir laden alles aus und gehen rüber in die Eatery die jetzt geöffnet hat. Eine kleine nette Kellnerin erzählt und gleich ganz fröhlich was es alles auf der Tageskarte gibt. Wir verstehen nur Bahnhof. Sie wiederholt alles, aber nicht weniger schnell, wir verstehen immer noch nichts. “Do you speak english?” fragt ist uns – wie peinlich “Yes, a little bit…” Sie grinst und spricht nun ganz ganz langsam, so können auch wir verstehen worum es geht. Aus den verdorbenen Mägen der vergangenen Jahre habe ich gelernt, dass es in kleinen Läden wie diesem meist eine gute Idee ist das Tagesgericht zu wählen. Das ist meist frisch und macht in der Regel nicht für 2-3 Tage krank. Also bestellen wir uns das Tagesgericht. Als es dann kommt sind wir beide ein wenig überrascht, ganz so hatten wir uns das nicht vorgestellt, sie hat wohl doch nicht langsam genug gesprochen. Aber die beiden Stücke Brot mit Truthan und Gemüse sind wirklich lecker. Dazu gibt es ein Sierra Nevada Bier. Der ganze Spaß kostet inkl. Steuern und Trinkgeld 23 $ – also etwa 18 Euro – da kann man wirklich nichts gegen sagen…
Im Motel wird gebloggt und dann werden wir wohl um 21h im Bett liegen. Morgen wird eine langer Tag, wir wollen in Richtung Los Angeles weiterfahren. Mal sehen wie weit wir kommen.










































































































































































Letzte Kommentare