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Hilfe was schenke ich meinem Mann – Teil 1

Alle Jahre wieder steht man(n) bzw. Frau vor der Situation, dass der Göttergatte unerwartet plötzlich Geburtstag hat, es völlig überraschend wieder einmal Weihnachten geworden ist oder sich der Tag des ersten Kusses unerwartet jährt. Was tun, ein Geschenk wäre toll, aber worüber freut sich der männliche Mann wirklich?

Hier eine Liste üblicher Präsente:

  • Parfum und Duschgel - ohje
  • Gutschein für ein Essen in einem schönen Restaurant – ganz nett
  • Nagelschere mit Zubehör – naja
  • Ein toller Blumenstrauß, hübsch kurz gebunden – gähn
  • CD mit Partykrachern der 90er – ne ne ne
  • Tolles neues Oberhemd – brauchbar aber langweilig
  • Selbst gestrickte Socken – autsch

Diese Liste könnte man(n) noch echt lange fortführen. Doch es ist wenig hilfreich nur die Dinge anzuprangern angesichts derer der moderne Mann beim Auspacken höflich lächelt und Euch Frauen danach brav in den Arm nimmt und ein Küsschen auf die Wange drückt, sich insgeheim aber nicht verstanden fühlt.

Was mögen Männer wirklich? Diese Frage ist ebenso einfach wie komplex zugleich und um die kollektiven weiblichen Ratlosigkeit ein wenig zu mildern, werde ich hier in den kommenden Wochen immer mal das eine oder andere nette kleine Gadget aufzeigen über das sich (die meisten) Männer wirklich freuen.

Beginnen wir mit einem sehr delikaten Thema, der männlichen (Un)Pünktlichkeit. Welche Frau hat sich nicht schon einmal darüber geärgert, hier könnte eine Uhr helfen die IHM so gut gefällt, dass er sie auch wirklich trägt und gern anschaut. Doch welche Uhr gefällt einem Mann?

Für alle Männer kann ich leider nicht sprechen, aber man kann Männer grundsätzlich in zwei Gruppen unterteilen.

  1. Männer die fotografieren
  2. Männer die es nicht tun

Da dieser BLOG im wesentlichen von Männern zwischen 20 und 80 Jahren konsumiert wird, die sich der ersten Gruppe zuschreiben, schauen wir doch mal ob es nicht eine Uhr für Kerle gibt die gern fotografieren?

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Jeder Mann der gern in der Natur ist und sich dem Abenteuer Landschaftsfotografie verschrieben hat weiß, dass es für gute Fotos nicht nur auf die perfekte Uhrzeit, sondern auch auf Himmelsrichtung, Temperatur und gelegentlich auch Ebbe und Flut ankommt. Ich selbst bin gern am Meer auf irgendwelchen schönen Inseln und liebe herrlich kitschige Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge. Für jedes moderne Smartphone gibt es kleine preiswerte APPs mit denen man die “Blaue Stunde” berechnen kann.

Wirklich supercool ist es, wenn man dann noch eine Uhr hat, mit der man die Himmelsrichtung und die Gezeiten ermitteln kann. Ok, das kann auch jedes Smartphone, aber wer diese Dinger kennt der weiß auch, dass die Akkus immer genau dann am Ende sind wenn man sie am dringendsten benötigt.

Der amerikanische Uhrenhersteller Timex bietet eine Reihe recht cooler Uhren für Outdoorfans an. Ich habe mich in den letzten Tagen recht intensiv mit der “Timex Intelligent Quartz Tide Temp Compass” beschäftigt und habe hier ein sehr schön gemachtes Review gefunden:

Das gute Stück gibt es aktuell bei amazon.de für nur 125,- Euro (statt 169,- Euro):

Also liebe Frauen, wenn Euer Kerl ein Knipser ist und sich im Urlaub gern mit Stativ und anderen seltsamen Dingen früh am Morgen oder spät am Abend am Meer oder den Bergen herumtreibt, dann wird er sich sehr wahrscheinlich über eine Uhr wie diese Timex mehr freuen als über einen modisch verpackten Herrenduft :-)

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BMW K1200 – Ein typisches Bikerwochenende

Seit meiner Kindheit bin ich fasziniert von Motorrädern. Auf dem Heimweg von der Grundschule ging es mittags immer mit dem Fahrrad einen kleinen Hügel hinab. Bereits damals habe ich mir vorgestellt mein Fahrrad sei eine krasse Rennmaschine und habe mich auf das “Erwachsensein” gefreut. Dann mit 16 Jahren und dem ersten Moped zur großen Bikerparty auf den Felder eines Biker-Bauern irgendwo in der Nähe meiner Heimatstadt. Damals durfte ich das erste Mal auf einer BMW R100RS zur Probe sitzen, seit diesem Tag haben mich BMW Motorräder nicht mehr losgelassen. Nach vielen Jahren mit einer BMW R80-RT und einer R850R wurden meine Motorräder dann vor ein paar Jahren wirklich erwachsen. Zuerst kam ein BMW K1200r Sport in die Garage. Eigentlich wollte ich im Februar 2009 nur ein Witz über das schlechte Wetter und die furchtbar geringen Rabatte bei BMW machen. Aber als Verkäufer (oder nennt man das jetzt Kundengerater?) Jürgen Schnürle in der Bonner BMW-Motorradniederlassung mich dann fragte, ob er mal mit dem Disponenten wegen eines Scheißwetterrabattes telefonieren soll, da war es um mich geschehen. Der Preisnachlass war grandios und ein paar Tage später war ich stolzer Besitzer einer fast neuen BMW K1200r Sport – meiner Meinung nach eines der schönsten Motorräder die BMW jemals gebaut hat!

Doch dann kam alles anders, meine Freundin Sandra wollte nicht mit meinem “alten 850er Boxer” fahren und so habe ich meine schöne neue BMW mehrere Monate lange nur von hinten gesehen. Das war eine zutiefst frustrierende Zeit, aber was tut man nicht alles für seine Freundin. Im August 2009 habe ich meinen Boxer dann gegen eine zweite blaue BMW K1200r Sport eingetauscht – mit kräftigem Aufpreis natürlich. Aber nun waren die Fronten ausgeglichen und es ist echt praktisch wenn man mit der Freundin unterwegs ist und beide Motorräder völlig identisch sind. Man kann Koffer Sitzbänke usw. hin und her tauschen, es passt alles.

Dann kam nach 5 Jahren in einem kleinen Mainzer Hotel im Juni 2012 der Umzug in eine kleines Appartement in Mainz. Endlich keine Koffer mehr packen und am Wochenende ohne Koffer voller Wäsche zwischen Bonn und Mainz pendeln. Der Sommer war toll und ich wollte meine weiße BMW mit nach Mainz nehmen. Dieses Ansinnen schlug dann aber eine Welle der weiblichen Entrüstung – “Da können wir ja am Wochenende nur noch zu zweit auf einem Motorrad fahren °^$§%#*@&§”

Also musste ein Projektmotorrad her und es war schnell gefunden. Von einem erfahrenen KFZ Meister konnte ich eine zwar alte aber gut erhaltene BMW K1200RS Baujahr 2001 sehr preiswert erwerben. Mein “blau-weißer-Fuhrpark” hat nun sechs Räder, mehr als 450 PS und knapp 3600 ccm Hubraum – genial!

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Seit dem Erwerb der ersten BMW K1200r Sport gab es immer wieder Briefe in denen eine Rückrufaktion angekündigt wurde. Mal wurde etwas an der Kupplung geändert, mal ein anderer Spanner für die Steuerkette eingebaut, eigentlich gab es in jedem Jahr eine kleine kostenlose Modifikation meiner Motorräder. In diesem Jahr war es nicht anders und so war für das Wochenende ein Werkstattaufenthalt für beide K1200r Sport geplant. Donnerstages geht es am frühen Nachmittag dann mit dem alten “Projektmotorrad” über die Autobahn nach Bonn. Als ich die Haustüre öffne ist meine Freundin Sandra schon da und einige Minuten später sind wir schon mit unserem blauweissen-Duo unterwegs zur Bonner BMW Motorradniederlassung. Dort staune ich nicht schlecht, als ich zwei weitere BMW K1200r Sport in der gleichen Farbe auf dem Parkplatz vor der Werkstatt entdecke.

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Auch eine S1000RR steht vor der Türe. Während ich sie mit meinem Smartphone knipse kommt mir in den Sinn, dass dies “…der eleganteste Weg sein könnte sich in den Himmel oder die Hölle zu schießen…”

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Normalerweise gibt es bei Rückrufaktionen immer für ein paare Stunden ein kostenloses Leihmotorrad. Das ist ein feine Sache, denn so kann man regelmäßig völlig kostenlos ein paar Kilometer mit einem fabrikneuen Motorrad abspulen und in Ruhe ausprobieren ob es einen Grund geben könnte ein anderes Motorrad zu kaufen. Leider hat Sandra bei der telefonischen Terminabsprache vergessen nach einem oder vielleicht sogar zwei Leihmotorrädern zu fragen. Aber wie das Schicksal es will, gibt es seit wenigen Stunden ein kleines SIXT Büro in der Bonner BMW Niederlassung. Auf der Basis einer Kooperation haben SIXT und BMW schon in mehreren Niederlassungen kleine “Mietstationen” eingerichtet.

Sehr cool ist es, dass ich der erste Biker bin, dem der SIXT Mitarbeiter ein Motorrad vermieten kann. Da ich genau weiß, dass meine Sandra schon seit zwei Jahren immer wieder auf die BMW F800r im Chris Pfeiffer Design schielt, frage ich einfach mal nach einem dieser Motorräder. Und siehe da, es ist eine nagelneue F800r verfügbar. Das gute Stück ist zwar ein wenig staubig, aber auf dem Tacho stehen erst 42 Kilometer, sie ist also brandneu. Zu zweit geht es mit der F800r quer durch Bonn wieder zurück zu mir nach Hause. Dort steige ich auf meine alte K1200RS um und Sandra rutscht vom Sozius in die “Sitzmulde” der F800r.

Mit beiden Mopeds geht es in das landschaftlich sehr reizvolle Wiedtal. Sandra bleibt jedoch wiederholt weit zurück und ich muss immer mal anhalten und warten. Flottes Motorradfahren geht anders… An der Laubachmühle kurz vor Altwied ist dann Gelegenheit zu einem ersten Fazit.

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Die neue Maschine scheint nicht ganz richtig eingestellt zu sein. Mehrfach ist beim Rollen mit gezogener Kupplung der Motor stehen geblieben. Eine nicht ganz ungefährliche Situation. Kuppelt man hier bei niedriger Geschwindigkeit ein, so blockiert schnell das Hinterrad wenn das Tempo nicht ausreicht um den Motor wieder zu starten. Ungeübte Motorradfahrer liegen dann schnell mal auf der Nase.

Aber Sandra tut instinktiv das Richtige, sie hält die Kupplung gezogen, lässt das Motorrad rollen und betätigt den E-Starter. Während wir auf unser Essen warten diskutieren wir, was die Ursache sein könnte. Als es später weiter geht, schalte ich zuerst die Zündung der  F800r ein, drehe den Gasgriff langsam bis zum Anschlag auf, halte ihn dort ganz kurz und drehe ihn wieder zurück. Danach startet der Motor ganz sofort und hat ein sauberes Standgas. Ähnlich ist es bei meinen K1200r Sport wenn man nach dem Winter die Batterie wieder eingebaut hat. Die Motorelektronik hat nach Monaten ohne Strom alles vergessen was sie über das Motorrad einst wusste. Und dementsprechend ist die oben beschriebene Aktion in jedem Frühjahr einmalig notwendig.

Bei der F800r scheint es ähnlich zu sein, denn danach läuft sie problemlos. Doch Sandra ist trotzdem ziemlich enttäuscht. Die Sitzposition gefällt ihr nicht, der Krawall den der kleine Zweizylinder macht geht ihr auf den Keks und irgendwie hat sie eher das Gefühl auf einer kleinen 125er als auf einem richtigen Motorrad zu sitzen.

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Später beim Kaffee an den Resten der Brücke von Remagen ist wieder Gelegenheit über dieses Motorrad zu diskutieren. Ich finde sie eigentlich ganz cool. Der kleine Motor röhrt in meinen Ohren ganz passabel und hält man ihn zwischen 3.000 und 5.000 U/min so ist man mit dem leichten Motorrad auch wirklich flink unterwegs. Wer ein Motorrad wie meine alte BMW K1200RS die vollgetankt mit Koffern mehr als 300 Kilogramm wiegt gewohnt ist, der hat auf der F800r wirklich das Gefühl auf einem Fahrrad zu sitzen, auf einem höllisch schnellen Fahrrad. Hat man sich damit angefreundet, so kann diese leichte Maschine eine Menge Spaß vermitteln. Vor Kurven bremst man später, denn es man muss ja viel weniger kinetische Energie in Wärme umwandeln und nach der Kurve ist man auch schneller wieder am Gas. Das Fahrwerk vermittelt einen sehr sicheren Eindruck und die Bremsen verzögern sehr gut und lassen sich toll dosieren.

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Doch meine Sandra kann dieses Motorrad nicht überzeugen. Im Vergleich zu ihrer alten Yamaha YZF-750r oder meinen BMWs ist dieses kleine Motorrad überhaupt nicht ihr Ding. Sie fühlt sich unsicher und hat das Gefühl auf einem rasenden Fahrrad zu sitzen.

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Am nächsten Morgen will ich wissen ob Sandras Bedenken wirklich berechtigt sind. Zu zweit geht es mit der F800r hinauf auf den Petersberg. Dort wollen wir es uns mit Blick auf den Drachenfels und die Eifel bei einem leckeren Frühstück richtig gut gehen lassen.

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Die Straße hinauf zum Petersberg kenne ich gut und sie hat viele schöne Kurven und Spitzkehren zu bieten. Aber wirklich auskosten kann ich sie leider heute nicht. Die Reifen sind noch nicht eingefahren, wegen der sehr warmen sommerlichen Temperaturen tragen wir beide ausnahmsweise nur eine Jeans und so hat Sandra große Angst, dass wir uns mit der ungewohnten BMW F800r auf die Nase legen könnten.

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Als wir oben eintreffen sind wir für ein “richtiges” Frühstück leider ein paar Minuten zu spät. Ich muss kurz an die Szene aus “Falling Down” denken in der Michael Douglas zwei Minuten zu spät für ein Frühstück ist und er darauf den ganzen McDonalds mit einem Gewehr (versehentlich) in Schutt und Asche legt. Aber die Kellnerin kann ja auch nichts dafür und so gibt es ein echtes Biker-Frühstück. Bei einem leckeren großen alkoholfreien Bier lassen wir uns Frikadellen mit Kartoffelsalat schmecken. Weil wir wegen des Frühstücks so enttäuscht waren, bringt uns sie super nette Kellnerin noch ein Körbchen mit frischen Brötchen und dazu etwas Kräuterquark. Das Leben kann soooo schön sein :-)

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Danach ist Zeit für eine ausführliche Probefahrt. Es geht kreuz und Quer durch das Siebengebirge und das Bergische Land. Schließlich landen wir in Eitorf und lassen es uns dort in einer tollen Eisdiele ein zweites Mal ziemlich gut gehen.

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Auf dem Weg zur Bonner Motorradniederlassung meldet sich dann der Bordcomputer. Unser Sprit geht zur Neige, aber es scheint nicht akut zu sein und wir schaffen es ganz locker bis zur Tankstelle am Bonner Verteilerkreis. Unser “Testverbrauch” betrug 4,7 Liter pro 100 Kilometer, das ist nicht wirklich wenig, kann sich aber trotzdem sehen lassen.

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An der Tankstelle suche ich für einen kurzen Augenblick den Tankdeckel. Bei der F800r ist der “Tank” nur eine Attrappe unter der sich die ganze Motorelektronik usw. verbirgt. Der eigentliche Tank liegt unterhalb der Sitzbank und dementsprechend wird das Benzin rechts neben der Sitzbank eingefüllt. Ziemlich dumm ist es dabei, dass ich genau verkehrt herum an der Zapfsäule geparkt habe. Aber man(n) kann ja nicht immer an alles denken :-)

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Zurück bei der Werkstatt ist dort echt was los. Die Sonne scheint und alle Biker strömen nach den langen Wochen mit fiesem Winter und dunklen Regenwolken auf die Straßen. Doch viele Motorräder sind nicht ganz so unproblematisch wie ein normaler Großserien-PKW. Auch sind die Inspektionsintervalle bei Motorrädern viel kürzer und so haben die Mitarbeiter der Werkstatt immer wieder das Problem regelrecht von den Kunden überrannt zu werden. Wirklich erfreulich ist dabei, dass Frau Nussbaum, Herr Strasburger und die vielen anderen Mitarbeiter trotz des großen Andrangs immer hilfsbereit und überaus freundlich sind.

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Mein blau/weißes Duo ist auch schon fertig und so geht es kurz darauf los zu einer kleinen Tour durch die Eifel. Unser Ziel ist das Café Fahrtwind in der Nähe von Ahrbrück. Doch auf halbem Wege meldet sich an der weißen BMW der Bordcomputer. Das ABS ist ausgefallen… Ich denke nur “Scheiße, das wird teuer…” Unseren Freitag beschließen wir mit einer kleinen Diskussion zur Ursache der ABS-Probleme.

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Nach einer unruhigen Nacht bin ich am nächsten Morgen nicht sicher ob samstags bei der Werkstatt jemand erreichbar ist. Trotzdem stehen wir recht früh auf und fahren ohne Frühstück gleich zur Bonner BMW Motorradwerkstatt. Dort sind tatsächlich die Türen geöffnet und Herr Strasburger begrüßt uns sehr freundlich. Einige Augenblicke später steht meine weiße BMW auch schon in der Werkstatt und es wird der Inhalt des Fehlerspeichers ausgelesen. Eine Pumpe die mit dem ABS zusammenhängt hat gemeldet, dass sie zu wenig Strom hatte. Ein Grund dafür ist nicht wirklich ersichtlich. Also löschen wir zunächst nur den Fehlerspeicher.

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Während der Prozedur habe ich Gelegenheit mir eine “ausgezogene” K1200 GT anzuschauen, die meiner alten K1200RS sehr ähnlich ist. Hier sieht man sehr schön den relativ hässlichen Motor. Die Konstruktion des liegenden Reihenvierzylinders ist ja schon wirklich pfiffig und ich mag dieses Motorrad wirklich gern. Aber Motor sieht für mein Empfinden einfach komisch aus…

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Nachdem der Fehlerspeicher gelöscht ist drehe ich eine kleine Proberunde, doch die ABS-Warnleuchte meldet sich kurz darauf schon wieder. Ich halte an, Zündung aus, warten, Zündung an, warten, starten, Mist sie leuchtet dauerhaft. Aber vielleicht liegt es auch an der Batterie? Bei den modernen Motorrädern werden die Batterien immer kleiner und die elektrischen Anlagen immer komplexer. Also geht es mit der weißen K1200 wieder heimwärts. Während meine Sandra für das Sonntagsfrühstück einkauft, tausche ich die Batterien zwischen der weißen und der blauen BMW.

Das dauert nur ein paar Minuten und bei der ersten Probefahrt muss ich leider feststellen, dass auch diese Aktion nichts gebracht hat. So schnell es geht fahre ich zurück zur Werkstatt und bin überrascht Herrn Strasburger dort um 12h45 noch anzutreffen. Diese Mitarbeiter sind wirklich engagiert und setzen sich sehr für ihre Kunden ein. Viele Biker halten eben doch irgendwie zusammen.

Erneut wird der Fehlerspeicher ausgelesen, das Ergebnis ist das gleiche wie zuvor. Leicht gefrustet lasse ich mein weißes “Mädchenmotorrad” also in der Werkstatt zurück und rufe meine Sandra an, ob sie mich mit ihrem ebenfalls frisch reparierten Cabrio abholen kann. Mit offenem Verdeck genießen wir den Rest des Tages. Es geht am Rhein entlang und ich bin sehr froh, dass ich endlich mal nicht selbst fahren muss. Einfach zurücklehnen, die Augen schließen und den Wind in den Haaren genießen. Das Leben kann so schön sein.

Wie der Zufall es will, landen wir wieder an der Laubachsmühle im Wiedtal. Die Kellnerin erkennt uns wieder und wir halten ein nettes kleines Schwätzchen. Dabei sind wir uns alle drei nicht sicher ob wir einen oder zwei Tage zuvor dort waren…

Auf dem Heimweg zieht sich dann der Himmel zu und wir müssen das Verdeck schließen. Daheim angekommen sind die Nachbarn dabei alles zu befestigen und in Sicherheit zu bringen. Es sieht aus als würde ein schweres Unwetter auf uns zukommen. Sandra ist nicht ganz wohl dabei, die Reparatur war teuer und ihr Auto ist jetzt blitzblank poliert. Also tun wir es den Nachbarn gleich und parken Autos und Motorräder so, dass alles in Sicherheit ist. Das Gewitter kommt dann auch wirklich heftig, aber der befürchtete Hagel bleibt aus. Es ist alles nochmal gut gegangen…

Für den Sonntag verheißt der Wetterbericht nur wenig gutes. Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen und um 11h30 bin ich schon wieder unterwegs nach Mainz. Weil es in Bonn wegen des Gewitters vom Vorabend schon wieder schwül warm ist, ziehe ich nur eine Jeans an, die richtige Motorradhose habe ich aber in einem der beiden großen Koffer dabei. Ich entscheide mich für die B9, hier kann ich bei einem Gewitter ggfs. schnell mal halten und mich unterstellen, falls es ganz schlimm kommen sollte. Aber ich habe Glück, erst kurz vor Koblenz setzt der Regen ein. Mit nasser Jeans steige ich bei der Shell-Tankstelle an der B9 ab und bin wirklich froh, als ich auf der Herrentoilette die trockene warme Motorradhose anziehen kann.

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Kurz bevor ich wieder aufbreche unterhalte ich mich kurz mit der Kassiererin über den Zustand der B9. Sie ist sich sicher, dass auf der Höhe der Loreley noch ein weiter Abschnitt gesperrt ist. Also nehme ich den Abzweig in Richtung A61. Bei Hermeskeil geht es dann auf die A61. Meine leichten perforierten Sommerhandschuhe aus strapazierfähigem Känguru-Leder fühlen sich nun an wie zwei nasse Schwämme. Mein Halstuch ist nass und langsam aber sicher läuft mir das Wasser zwischen den Schulterblättern den Rücken hinab. Sehen kann ich auch nicht viel, aber es geht schon irgendwie. Der neue SHOEI GT-Air liegt toll im Wind und dank der Ohrenstöpsel ist auch die Geräuschkulisse ganz erträglich. Das Regenwasser perlt gut vom Visier ab und so kann ich halbwegs sicher fahren.

Ziemlich ärgerlich sind aber die rücksichtslosen Autofahrer. Als die Fahrbahn sich irgendwo im Hunsrück von drei auf zwei Fahrspuren verengt, zieht auf den letzten Zentimetern ein weißer Audi A6 Avant direkt vor mir auf meine Fahrspur. Das Wasser spritz hoch und ich bin praktisch blind. “Hätte dieser Scheißkerl sich nicht einfach hinter mir einsortieren können?” – schießt es mir in den Kopf. Dann sehe ich Lichter hinter mir, sooo dicht dass es mir Angst macht. Ein BMW X5 ist das, er scheint sich mit dem Fahrer des Audi eine ordentliche Pimmelfechterei geliefert zu haben und nun hänge ich mitten zwischen den beiden Testosteron-Trotteln. Der BMW versucht uns beide rechts zu überholen, der Audi-Fahrer fummelt an der Lichthupe und ich versuche bei all dem Wind und Regen nicht von ihnen gerammt und getötet zu werden. Nach ein paar Kilometern ist der Spuk dann endlich vorbei. Der Audi Fritze hat gewonnen, der BMW Fahrer hat die kleineren Eier und ist irgendwo von der A61 abgefahren. Mir kommt wieder eine Spruch eines Freundes in den Sinn: “Manchen Autofahren müsste man ab und zu einfach mal die Fresse polieren damit sie merken wie bescheuert sie sich verhalten haben.” Recht hat er, leider tut es niemand…

Der Regen hat endlich aufgehört und nach gefühlten 30 Kilometern fährt der weiße Audi endlich auf die gähnend leere rechte Fahrspur. Ein kurzer Ruck am Gashahn meiner alten BMW lässt die LED-Tagfahrlichter seines Audi schnell in den Rückspiegeln kleiner werden. Am liebsten hätte ich im Vorbeifahren eine Delle in seine Tür getreten…

Als ich in Mainz eintreffe klart der Himmel auf und es scheint sogar ein wenig die Sonne. Schnell parke ich meine alte blaue BMW in der Tiefgarage und bin erschüttert als ich auf die Anzeige des Hygrometers blicke, das ich ein paar Tage zuvor dort aufgehängt habe. 99% Luftfeuchtigkeit, mehr geht nicht und das in einer Garage in der so viele Autos parken. Was hier nicht verrostet wird verschimmeln, das ist Gewiß.

Der Hausverwalter stellt auf seiner Webseite ein paar Tipps zur Auswahl eines Eigenheimes usw. bereit. Leider fehlt dort der Tipp “Suchen sie sich eine Hausverwaltung die sich auch kümmert wenn es Probleme mit ihrem Haus gibt!”

DIESE HAUSVERWALTUNG scheint sich jedenfalls nicht zu kümmern! Schon mehrfach habe ich sie angeschrieben, Fotos des Hygrometers per E-Mail geschickt. Gerührt hat sich bislang niemand! Vor dem Winter sah meine schöne alte K1200 RS noch fast aus wie neu. Nun ist der gesamte Hauptständer total verrostet und viele Schrauben haben ebenfalls Rost angesetzt. In dieser Tiefgarage kann man eigentlich nichts parken, wenn man nicht will, dass es einem unter den Händen verschimmelt…

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Mich wundert nur, dass den Nachbarn scheinbar total egal ist, dass ihre Autos hier bei 99% Luftfeuchtigkeit langsam verrotten…

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Während ich mich über den unfähigen Hausverwalter ärgere, scheint in meinem kleinen Garten schon die Sonne und ich kann Handschuhe und Motorradjacke zum Trocknen aufhängen. Das stimmt etwas versöhnlich und während ich diesen Artikel schreibe überlege ich wie ich dieses verrückte Bikerwochenende würdig abschließen kann…

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Nikon 1 V1 – DX-Objektive mit FT-1 Adapter benutzen

Nikon 1 V1 - FT-1 - Nikkor AF-S VR 18-200mm

Eines der herausragendsten Merkmale in der Geschichte von Nikon Spiegelreflexkameras ist das bereits im Jahr 1959 konstruierte Bajonett der Nikon-F. Diese legendäre erste Spiegelreflexkamera hat dem Bajonett-System ihren Namen vererbt – seit mehr als 50 Jahren verwenden Fotografen in aller Welt Objektive mit einem Anschluss für das Nikon F-Bajonett. Nikon hat diese ursprüngliche Konstruktion immer weiter verfeinert, dabei aber stets um Features wie Autofokus-Übertragung und elektrische Kontakte ergänzt. Das ursprüngliche Konzept wurde also niemals komplett über den Haufen geworfen. Mit einigen Einschränkungen können daher Objektive für das Nikon F-Bajonett bis heute an vielen Nikon Spiegelreflexkameras genutzt werden.

Mit der Vorstellung der Nikon 1 hat man jedoch mit dieser Tradition gebrochen. Um die Kamera klein und kompakt zu halten, wurde neben dem neuen CX-Chipformat auch eine neue Generation von Objektiven mit einem neuen Bajonett eingeführt. Doch Nikon wäre nicht Nikon wenn es nicht ein Möglichkeit zur Adaption älterer Objektive an dieses neue Bajonett geben würde. Der Adapter mit dem schönen Namen FT-1 ist allerdings nicht ganz preiswert. Canon bietet für seine neuen Spiegellosen Systemkameras einen ähnlichen Adapter an, nur ist er bei Canon mehr als 100 Euro preiswerter!

Der Nikon FT-1 spielt mit einem Listenpreis von mehr als 250 Euro eigentlich eher in der Oberliga, als im Amateur-Segment. Dieser Preis ist aus meiner Perspektive mehr als ärgerlich, eröffnet sich doch mit diesem Adapter für alle Besitzer “erwachsener” Nikon-Objektive eine völlig neue Welt. Bedingt durch die kleinen Abmessungen des neuen CX-Chips ist die Diagonale des Chips um den Faktor 2,7 kleiner als bei einem herkömmlichen Kleinbild-Dia (24 x 36mm). Damit wird sofort aus jedem kleinen 100mm Teleobjektiv ein lichtstarkes 270mm Supertele.

(Alle Bilder sind 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

Nikon 1 V1 - FT-1 - Nikkor AF-S VR 18-200mm

Aber mutiert mein Nikon AF-S VR 18-200mm “Deppenzoom” mit dem FT-1 Adapter an der Nikon 1 V1 wirklich zu einem leistungsfähigen Superteleobjektiv? Nach den verregneten Tagen der letzten Wochen scheint heute endlich mal wieder ein wenig die Sonne. Das Auto meiner Freundin ist seit einer Weile hier in Bonn in einer Werkstatt und damit sie nicht immer mit dem Zug unterwegs sein muss, habe ich ihr meine Dieselrakete ausgeliehen. Nach der ersten Woche mit dem ungewohnt großen Auto mit Automatikgetriebe usw. hat meine Sandra sich aber an dieses Auto gewöhnt. Aber nun ist auch der Tank leer und bevor sie am Sonntagmorgen nach dem Frühstück die Heimreise antreten kann braucht das Auto frische Energie.

Gemeinsam geht es also zur Tankstelle um die Ecke. Gestern hat der Liter Diesel dort noch 134,9 Eurocent gekostet. Wir haben spekuliert, dass der Preis heute etwas niedriger sein könnte. Aber weit gefehlt, nach dem langen Wochenende trifft sich halb Deutschland heute wieder zum kollektiven Staustehen auf der Autobahn und da kann man den Sprit ja ruhig etwas teurer machen, denn eine echte Alternative haben viele Autofahrer heute nicht. Wir staunen nicht schlecht, dass der Preis für einen Liter Diesel über Nacht von 134,9 Eurocent auf 141,9 Eurocent geklettert ist. Das Leben ist eine einzige Abzocke, egal ob an der Tankstelle oder beim FT-1 Adapter. Damit werden wir uns wohl abfinden müssen.

Da mir der FT-1 Adapter viel zu teuer erschien, habe ich mir eine billige Version via amazon.de aus China kommen lassen. Das Ding kostet 29,90 Euro und ist wirklich toll verarbeitet. Alles passt prima, die Objektive sitzen fest und spielfrei an der Nikon 1. Leider hat aber eben diese billige Version keine Kontakte die eine Kommunikation zwischen Kamera und CPU im Objektiv ermöglichen. Ganz gleich was man auch anstellt, mit dem billigen FT-1-Nachbau aus China funktioniert an der Nikon 1 fast nichts. Im manuellen Modus kann man an der Kamera die Belichtungszeit einstellen, die Blende muss am Objektiv variiert werden. Eine Hilfe für die Fokussierung gibt es nicht, man kann nicht einmal das Live-Bild auf dem Display vergrößern.

Kurzum, der billige China-Nachbau des FT-1 ist für Arbeiten im Makrobereich und Experimente mit ungewöhnlichen Objektiven wie Lensbaby & Co. ganz brauchbar, einen “echten” FT-1 kann er aber nicht ersetzen!

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Nachdem wir gemeinsam meine Dieselrakete vollgetankt und uns verabschiedet haben, macht sich Sandra auf den Heimweg. Ich blicke ihr ein wenig wehmütig an der Tankstelle hinterher und hebe instinktiv die schnellste Kamera im westlichen Universum. Klickediklick und schon hat diese Nikon 1 Fotos gemacht bevor ich überhaupt daran gedacht habe zu fotografieren. Ok, so verspricht es die Werbung! In der Realität habe ich versehentlich einen “Bewegten Schnappschuss” aufgenommen, weil ich mal wieder mit meinen dicken Fingern an dem kleinen Modus-Rädchen gedreht habe, das oben rechts an der Rückseite der Nikon 1 angebracht ist. Die ganze Werbung ist also eher Unsinn! Keine Kamera schießt Fotos bevor man daran denkt zu fotografieren und ein wirklich gutes Foto entsteht auch nicht “zufällig”, nur weil die Kamera schon mal losknipst… Slogans wie “Verpassen Sie keinen Moment” sind also eher Blödsinn…

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Auch mit der Nikon 1 V1 muss man sich darum kümmern, dass die Kamera korrekt eingestellt ist, der Bildausschnitt passt, korrekt scharf gestellt ist und die Belichtung stimmt. Alles andere sind flache Werbeslogans. Was mich an der Nikon 1 V1 wirklich stört, sind aber eben genau diese “Features”. Ich will keine bewegten Schnappschüsse machen und ich will nicht “das beste Foto” von der Kamera aussuchen lassen! Doch immer wieder verdrehe ich versehentlich dieses Einstellrad und schon habe ich die entscheidende Situation wieder einmal verpasst.

Nachdem Sandra hinter der nächsten Kurve verschwunden ist nehme ich mir einen Augenblick um alle Einstellungen der Nikon 1 V1 zu checken. Danach mache ich mich zu Fuß auf den Weg nach Hause. Vorbei an der HARIBO-Zentrale und der Sportanlage Wasserland bin ich mit meiner winzigen Kamera und dem 540mm Supertele (200mm x 2,7) auf der Suche nach Motiven.

Am neu gestalteten Eingangsbereich der HARIBO-Zentrale kann ich gleich ein erstes Testfoto aufnehmen. Und siehe da, wie erwartet gibt es hier praktisch keinerlei Verzeichnung. Bedingt durch den kleinen CX-Sensor verwendet man mit dem FT-1 Adapter nur die “dicke Mitte” der großen Objektive. Chromatische Aberration und andere Abbildungsfehler treten hier kaum auf. Ein Vorteil den auch Besitzer von “Crop-Kameras” zu schätzen wissen, die mit Objektiven wie dem Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm fotografieren. Während bei der Nikon D800 mit diesem Objektiv eine leichte Randunschärfe sichtbar wird, ist es an einer Nikon D7100 und ähnlichen Kameras ein perfektes Telezoom-Objektiv.

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Einen Polfilter habe ich heute leider nicht dabei, aber auch so macht der freundlich grinsende Goldbär Lust auf einen Besuch der Konzernzentrale.

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Ein Blick nach oben und schon treffen harte Kontraste aufeinander. Aber dank der Reserven die der RAW-Modus auch bei einem kleinen CX-Sensor in sich birgt, sind die dunklen Bildbereich klar strukturiert und die hellen Wolken nicht “ausgefressen”. Das klappt auch mit diesem langen Zoomobjektiv sehr gut.

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Sehr praktisch ist hier der lange Zoombereich. Der Chip der Nikon 1 ist ohne Objektiv völlig schutzlos den Staubpartikeln dieser Welt ausgeliefert. Ständiges Wechseln unterschiedlicher Objektiv in freier Natur ist hier also eher ein “Husarenstück” als ein sinnvoller Vorgang. Daher bin ich ganz froh, dass ich mit dem 11-fachen Zoombereich viel Flexibilität habe.

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Echte Weitwinkel-Perspektiven darf man sich von einem via FT-1 adaptierten DX-Zoom an der Nikon 1 nicht erwarten. Diese Kombination ist eher etwas für Telefans, hier geht es mehr um witzige Details als um schier unendlich weite Landschaften…

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Der Zaun des HARBIO-Werkes lässt sich schön in die Komposition einzelner Details integrieren. Im folgenden Foto ergibt sich durch Zaun und Hecke am unteren Bildrand ein schöner Helligkeitsverlauf. Trotz der langen Brennweite sind die Bildergebnisse selbst bei 200 bzw. umgerechneten 540mm recht akzeptabel. Wichtig ist auch hier statt der Superautomatik den Kopf einzuschalten. Für wirklich scharf Fotos muss auch das 18-200mm im Telebereich um 2-3 Stufen abgeblendet werden. Damit kommt man schnell in Bereiche in denen man die Kamera wegen der langen Belichtungszeiten nicht mehr ruhig halten kann. Hier hilft also ggfs. die ISO-Automatik. Aber wie fast immer, sind sowohl die ISO-Automatik als auch ein aktivierter VR nur ein schlechter Ersatz für ein gutes Stativ!!

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Hier der Klassiker – HAns RIgel BOnn -> HARIBO – dieser Schriftzug ziert noch heute das Dach einer der ersten Betriebssporthallen auf deutschem Grund und Boden!

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Gleich gegenüber steht ein uralter Citroen 2CV – eine Ente! Beim Blick in das “Cockpit” bin ich überrascht wie sehr der Besitzer dieses alte Fahrzeug gegen potentielle Autodiebe gesichert hat. Ohne eine ISO-Automatik könnte man Fotos wie dieses nicht freihändig realisieren. Und auch wenn ich die ISO-Automatik nicht mag und sie von vielen anderen Fotografen regelrecht verteufelt wird, manchmal ist sie tatsächlich sehr hilfreich :-)

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Noch ein Blick auf die bunte Fassade der Erich-Kästner-Grundschule auf der anderen Straßenseite und schon geht es wieder weiter…

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Hier habe ich einen Vergleich 18mm (x 2,7) versus 200mm (x 2,7). Man sieht ganz deutlich welche enormen Reserven der große Zoombereich des Nikon AF-s VR 18-200mm in sich birgt.

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Vom Rand des Spielfeldes habe ich ein paar Minuten die Freizeitfußballer durch den elektronischen Sucher der Nikon 1 V1 verfolgt. An der Kamera habe ich den “Brust-Mode” mit irre schnellen 30 Bildern pro Sekunde eingestellt. Die Kamera kann sogar noch mehr, selbst 60 Bilder/s sind möglich. Aber bei meinen ersten Tests musste ich feststellen, dass die Verarbeitung der gewaltigen Datenmengen diese kleine Kamera schnell für einige Minuten außer Gefecht setzt sobald der schnelle interne Speicher voll ist und das Bildmaterial auf die deutlich langsameren SD-Karten ausgelagert werden muss.

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Mit sagenhaften 30 Bildern pro Sekunde sollte man keinen Moment verpassen, denkt man sich so. Ich verpasse ihn trotzdem, denn immer wieder passiert es mir, dass ich mit meinen dicken Fingern irgendwelche Kameraparameter versehentlich verstelle. Diese Kamera ist wirklich klein und das ist manchmal auch ihr großer Vorteil. Aber wenn es um Action bspw. bei einem Fußballspiel geht, so kann sie eine Nikon D4 in keiner Weise ersetzen. Auch wenn man beim Lesen der Werbung zunächst denkt – Wahnsinn, 60 Bilder/s – Hammer!! Das alles ist Makulatur sobald der Kamerapuffer voll ist. Auch ist es mehr als störend, dass die Kamera grundsätzlich jedes Foto kurz im elektronischen Sucher oder auf dem rückwärtigen Display anzeigt. Man kann es nicht abschalten und das nervt total. Kaum hat man ein Foto gemacht und war einen Tick zu früh, kann man nicht auslösen weil die Kamera das Bildergebnis anzeigt.

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In der Werbung zur Nikon 1 V1 wird immer wieder der sagenhafte neue Autofokus hervorgehoben. Der ist auch wirklich toll, solange man nicht mit dem Nikon FT-1 Adapter fotografiert! Denn mit diesem Adapter funktioniert nur noch ein einziges zentrales Autofokusmessfeld. Man kommt sich vor wie mit einer Nikon F4 in den 90er Jahren. Wenn man sich daran gewöhnt hat, kann man damit auch tolle Fotos schießen. Aber es ist ein “ungerechte Kastration” eines grundsätzlich guten Kamerakonzeptes. Bringt man die Kamera dann noch in den schnellen Burst-Mode, so wird die ISO-Automatik für den Bereich 100-3200 aktiviert. Ein Shiften der Programmautomatik oder ähnliche Einflussnahme auf die Kombination von Blende oder Zeit ist nicht mehr möglich. Ok, die Nikon 1 ist jetzt “sauschnell” aber sie macht auch was sie will. Wenigstens lässt sich noch der RAW-Modus nutzen. So kann man leichte Fehlbelichtungen später in gewissen Grenzen korrigieren.

Ich hatte mir allerdings wirklich mehr erhofft. Auf der Rückseite der Nikon 1 V1 gibt es einen kleinen Knopf mit der Aufschrift [F]. Dieser Knopf ermöglicht den schnellen Zugriff auf viele Parameter. So kann man beispielsweise schnell zwischen dem mechanischen und elektronischen Verschluss umschalten. Aber die echte Bildfolgezahl kann man nur über das Menü einstellen. Das ist total inkonsequent und betrifft alle Kamerafunktionen deren Umschaltung der “[F] Knopf” erlaubt. So sehr ich auch hinter den Produkten dieser Marke stehe, so sehr geht es mir jedoch auf den Keks, dass scheinbar aus Marketinggründen tolle Konzepte immer wieder fies zusammengestrichen werden. Die Nikon P7100 hat einen deutlich kleineren Sensor, rauscht mehr und ist bei hohen ISO-Werten der Nikon 1 V1 deutlich unterlegen. Aber die P7100 beherrscht einen eingebauten HDR-Modus und kann für “externes HDR” bis Belichtungsreihen mit bis zu 5 Bildern aufnehmen. Außerdem sind Mehrfachbelichtungen möglich die bei der P7100 in Verbindung mit hohen ISO-Werten das Rauschverhalten der Kamera bei statischen Motiven ganz sichtbar verbessern können.

Die Marketingstrategen haben all diese sinnvollen tollen Features bei der Nikon 1 V1 einfach wegdefiniert. Der Prospekt liest sich noch toll und die Werbesports sind aufwändig produziert. Aber was diese tolle Kamera leider alles nicht kann, das erkennt man erst wenn man sie für teures Geld gekauft hat (oder regelmäßig meinen BLOG liest) :-)

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Doch genug gemeckert, in Verbindung mit dem AF-S VR 18-200mm ist trotz des kleinen Sensors der Nikon 1 die Arbeit mit selektiver Schärfe kein Problem. Es muss einfach genügend Abstand zwischen den bildwichtigen Inhalten sein. Dann kann man wie im  folgenden Bild die Zielscheibe im Vordergrund sehr schön mit dem unscharfen Bogenschützen im Hintergrund “erklären”.

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Fazit

Der FT-1 Adapter ist eine mehr als sinnvolle Ergänzung für alle Besitzer die ein Nikon 1 und eine Reihe “erwachsener” Objektive besitzen. Leider ist dieses Zubehörteil viel zu teuer und die passiven Nachbauten aus China relativ nutzlos. Ärgerlich ist die ständige Beschneidung vieler Funktionen dieser eigentlich sehr guten durchdachten Kamera. Dass der Autofokus mit DX oder FX Objektiven nur eingeschränkt arbeitet ist dabei nur ein Aspekt. Auch andere Kamerafunktionen arbeiten mit dem FT-1 nicht vollständig oder eben gar nicht!

Mir fehlt die Möglichkeit einzelne Bedienelemente gegen unbeabsichtigte Verstellung zu schützen, also zu verriegeln. Dies konnte schon vor vielen Jahren ein Nikon F80, warum baut man das nicht mehr ein?

Dass mit der Nikon 1 grundsätzlich weder Mehrfachbelichtungen noch Belichtungsreihen (für HDR) möglich sind ist für mich unverständlich und ärgerlich. Statt den ohnehin winzigen Chip mit zusätzlichen unnötigen 4.000.000 Pixeln zu bestücken, hätte man diese mehr als wichtigen Features bei der neueren Nikon 1 V2 integrieren sollen…

Dass Videos nur mit 1080/60i bzw. 1080/30p oder 720/24p aufgenommen werden können empfinde ich ebenfalls als ärgerlich. Jeder der diese Kamera als Ergänzung zu anderen Kameras nutzen möchte unterliegt dadurch nicht notwendigen Einschränkungen, die bei der Videobearbeitung nur mühsam ausgeglichen werden können.


Nikon 1 V1 – Time-Lapse-Videos erstellen

Nikon 1 V1 - Nikkor AF-S VR 18-200mm - FT-1 Adapter

Mit fast 250,- Euro ist der Nikon FT-1 Adapter fast so teuer wie eine komplette Nikon 1 V1. Aber mit diesem Adapter können moderne AF-S Objektive an der Nikon 1 V1 mit leichten Einschränkungen genutzt werden. Gestern habe ich die Probe aufs Exempel gemacht und mit der Nikon 1 V1 und dem Nikon AF-S VR 18-200mm einige Testfotos und Zeitraffer-Sequenzen aufgenommen.

Daraus habe ich für Euch ein kleines Video erstellt. Damit sich nicht wieder alle möglichen YouTuber über ein Video in deutscher Sprache beschweren, habe ich das Video und alle Texteinblendungen in Englisch gehalten. Mein kleiner Mac hat allerdings ein deutsches OS-X, somit sind einige Screenshots eben auch auf Deutsch. Ich hoffe die Zuschauer aus den USA usw. werden mir dies nachsehen :-)

Noch ein paar Hinweise zur Technik. Das Nikon AF-S VR 18-200mm ist besonders im Tele-Bereich, also bei 200mm Brennweite, nicht so scharf wie es sich viele Fotofans wünschen würden. Blendet man es aber auf Blende 8 oder gar Blende 11 ab, so lassen sich damit recht brauchbare Ergebnisse erzielen und man hat zugleich ein leistungsstarkes Supertele, das einer FX-Brennweite von satten 540mm entspricht!

Besonders bei Zeitraffer-Videos lassen sich so recht coole Effekte erzielen, weil man selbst weit entfernte Motive damit sehr einfach und halbwegs preiswert extrem groß abbilden kann. Dass man dafür ein stabiles Stativ braucht, dass erklärt sich wohl von selbst. Ansonsten fokussiert man auf das was man ablichten möchte und schaltet danach am Objektiv den Autofokus ab. Den VR kann man auch gleich abschalten, den braucht man nicht. Im Menü der Nikon 1 V1 wählt man anschließend seine Settings so aus wie es einem gefällt. Im oben verknüpften Beispiel habe ich als Fotomodus “Standard” ausgewählt und dabei die Schärfe und Sättigung auf +1 gestellt. Danach habe ich das Delithing aktiviert und den kleinsten JPG-Modus eingestellt. Mehr braucht man für ein Zeitraffervideo ohnehin nicht. Danach startet man eine Intervall-Aufnahme mit bspw. 999 Bildern und einem Zeitintervall von 10 Sekunden. Das Display kann man nach dem Start der Bilderserie getrost abschalten. Das spart Strom und dank des großen Akkus, der bspw. auch in der Nikon D7000 oder D800 verwendet wird, nimmt die kleine Nikon 1 V1 hunderte Fotos mit nur einer Batterieladung auf.

Wer etwas faul ist, der kann alternativ die kleine Kamera auch einfach jeweils 20 Minuten am Stück filmen lassen und die Videosequenzen danach mit seiner Video-Bearbeitungssoftware beliebig beschleunigen.

Das hat aber zwei Nachteile:

  1. Es können nur 20 Minuten pro Sequenz aufgenommen werden.
  2. Bei wenig Licht wird das Bildrauschen im Videomodus sehr störend sichtbar.

Wer es ganz perfekt machen will, der kann auch im RAW-Modus arbeiten und in Verbindung mit Adobe Lightroom und der Software LRTimelapse von Gunther Wegner selbst das letzte Quäntchen “Flicker” aus seinen Videos heraus rechnen lassen, aber das ist oft gar nicht notwendig.

Die Arbeit mit Einzelbildern und der erhöhte Aufwand für die Nachbearbeitung haben mehrere Vorteile:

  1. Sehr lange Zeiträume zwischen den Einzelbildern
  2. Sehr lange Gesamtzeiträume
  3. Gute Bildqualität auch bei wenig Licht
  4. Wahlweise JPG oder RAW-Modus
  5. Deflickering bspw. mit LRTimelapse möglich
  6. Sichtbar bessere Qualität und Auflösung

In der Mac-Welt gibt im App-Store zum Preis von 4,49 Euro es ein kleines Programm mit dem sich schöne Zeitraffervideos aus hunderten oder tausenden von Einzelbildern sehr einfach und schnell erstellen lassen. Das Programm heißt einfach “Time-Lapse” und man sieht es auch im oben verknüpften Beispielvideo.

Das Schöne an der Nikon 1 V1 ist ihr überaus kompaktes Format. Wer seine Zeitraffer-Videos mit sanften Fahrten auf einem teuren “Slider” aufwerten will, der wird sich über das geringe Gewicht und die lange Laufzeit des Akkus sehr freuen.

Wenn Ihr Fragen habt, könnt Ihr mir gern eine E-Mail schicken oder die Kommentarfunktion hier im BLOG verwenden.


Nikon 1 V1 – Erste Testergebnisse

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Meine Nikon 1V1 habe ich nun ein paar Tage lang intensiv ausprobieren können und möchte hier kurz meine Eindrücke zusammenfassen.

Diese Kamera ist sehr hochwertig verarbeitet und fühlt sich in der Hand wie ein kleines Schmuckstück an. Das Fotografieren mit der Nikon 1V1 macht viel Spaß und die Ergebnisse können sehr gut sein, wenn man alles richtig macht! Aber es gibt neben viel Licht auch viel Schatten.

Zubehörpolitik

Was mich massiv an der gesamten Kameraserie stört sind allerdings die Preise für das Zubehör. Die Preise der Objektive liegen fast auf dem Niveau vergleichbarer FX-Objektive. Mit dem FT-1 Objektiv-Adapter eröffnen sich dieser tollen Kamera ungeahnte neue Möglichkeiten, ganz besonders in der Fotografie mit Teleobjektiven. Doch dieser unscheinbare kleiner Adapter kostest mit knapp 250,- Euro genauso viel wie die gesamte Kamera ohne Objektiv. Dabei ist nicht viel mehr drin als in einem “normalen” Zwischenring. Nur, dass eine Seite etwas kleiner ist. Einen guten Satz mit drei Zwischenringen für das Nikon F-Bajonett kann man via amazon.de NEU für unter 80,- Euro kaufen. Wer sich eine preiswerte Variante bestellt die NICHT von Nikon stammt, der erhält für etwa 30,- Euro ein Bauteil das ganz ähnlich ist, aber keine Kontakte hat. Damit funktionieren weder Autofokus noch der VR mit irgendeinem Objektiv. Damit die Kamera mit diesem “Fremdzubehör” überhaupt auslösen kann muss ein Firmware-Update eingespielt werden. Meine Exemplar der Nikon 1 hat dieses Update noch nicht und daher ist der erst gestern gelieferte Adapter derzeit von völlig sinnfrei.

Der kleine Handgriff GR-N1000 verbessert das Handling ganz entscheidend, aber er kostet laut Listenpreis satte 99,- Euro. Dafür bekommt man in der FX Welt schon einen gute gemachten Batteriegriff für die D800 mit drei unterschiedlichen Batteriehaltern und einem  Hochformatauslöser! Der GR-N1000 nichts von dem, es ist nur ein kleines Ding das unter die Kamera geschraubt wird und Menschen mit großen Händen das Handling dieser kleinen Kamera vereinfacht. Auch bei einem “Straßenpreis” von ca. 75,- Euro ist dieses sinnvolle Zubehörteil meiner Meinung nach viel zu teuer.

Die kleine HB-N101 Streulichtblende kostet fast 30,- Euro. Die Nachbauten aus China gibt es inkl. Porto für 5,95 Euro bei eBay.

Unter der Typenbezeichnung CB-N1000SA gibt es eine passende schöne Ledertasche für die Nikon 1V1 mit 10-30mm Objektiv. Der Preis ist wieder sehr hoch, das Ding kostet knapp 90,- Euro.

Die Nikon 1 V1 hat keinen normalen Blitzschuh mehr. Es sind die Blitzlichter SB-N7 und SB-N5 zum Preis von ca. 150,- Euro bzw. 200,- Euro verfügbar. Diese Blitzlichter können fast nichts und haben eine winzige Leitzahl. Für 300,- Euro kann man aber schon ein Metz MB 58 AF-2N mit sagenhafter Leitzahl 58 erhältlich. Eine echte Profimaschine die selbst große Räume adäquat auszuleuchten vermag.

Bei vielen kleinen Kameras von Panasonic & Co. ist bereits ein GPS-Empfänger eingebaut. Für die Nikon 1 V1 gibt es den GP-N100 zum Preis von etwa 150,- Euro.

Fazit – Zubehör

So cool die Nikon V1 auf den ersten Blick auch ist, wer plant sich um diese kleine Kamera herum eine komplette Fotoausrüstung aufzubauen muss mit hohen Folgekosten rechnen. Mag die Preispolitik bei Nikon D800 mit einigen Objektiven ja noch in Ordnung gehen, so halte ich die Zubehörpreise für dieses kleine Kamerasystem für überzogen.

Nikon 1 versus Nikon D60

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Nikon_1_V1_versus_Nikon_D60

Vor mehreren Jahren habe ich bei der Nikon D60 zugeschlagen als es sie mal preiswert zu kaufen gab. Der APS-C Sensor der Nikon D60 hat auf dem Papier etwa die gleiche Auflösung wie der CX-Sensor der Nikon 1 V1, ist aber deutlich größer. Die folgende Grafik veranschaulicht dies sehr schön.

Sensorgrößen im Vergleich

Aber die Entwicklung der Kamera-Sensoren hat während der letzten Jahre rasant Fortschritte erzielt. Schauen wir uns zwei Vergleichsbilder aus diesen beiden Kameras an. Hier habe ich einen kleinen Kaktus in meiner Küche bei einer Mischung aus Lampenlicht und Tageslicht mit Stativ und Selbstauslöser bei ISO-100 aufgenommen. An der D60 habe ich das früher sehr populäre AF-S DX 3,5-4,5/18-70mm verwendet. Dieses Objektiv gibt es via amazon.de in gut gebrauchten Zustand schon ab ca. 150,- Euro.

Nikon_1V1_Testimage

Nikon 1 V1 – Testbild – Volle Auflösung

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Nikon D60 – Testbild – Volle Auflösung

Schaut man die Bilder in voller Auflösung und im direkten Vergleich an, so ist die Qualität der Nikon 1 V1 nur minimal schlechter. Hier haben sie die Jahre der Entwicklung und Miniaturisierung bezahlt gemacht. Allerdings wurden beide Bilder mit der niedrigsten ISO-Empfindlichkeit aufgenommen. Bei höheren ISO-Werten hat die Nikon D60 ganz klar die Nase vorn.

Hier noch ein Foto aus der Nikon 1 V1 in voller Größe. (Einfach anklicken)

Nikon_1V1_Testimage_D60

Fazit

Auf dem Gebrauchtmarkt ist die hier gezeigte Nikon D60 zum gleichen Preis zu haben wie die Nikon 1 V1 inkl. 10-30mm Objektiv. Beide Kameras sind außerordentlich kompakt und liefern eine überwiegend vergleichbare Bildqualität.

Vorzüge der Nikon 1V1

  • Live View
  • Video Aufzeichnung
  • Anschlussmöglichkeit für GPS
  • Extrem hohe Geschwindigkeit bei Serienbildern
  • Sehr guter moderner Autofokus (Nur mit Objektiven der 1-Serie)

Vorzüge der Nikon D60

  • Eingebautes Blitzlicht
  • Direkter Zugriff auf Motivprogramme
  • Funktioniert mit fast allen normalen AF-S Objektiven
  • Deutlich größerer Sensor
  • Hellers klarers Sucherbild
  • Blitzschuh und iTTL

Zusammenfassend könnte man sagen, dass sich die Nikon D60 besser anfühlt und mir beim Fotografieren mehr Spaß macht als die Nikon 1 V1. Ein großer Vorzug der kleinen Nikon 1 V1 sind aber der Live-View und die extrem hohe Geschwindigkeit bei Serienbildern. Zusätzlich punktet sie mit sehr guter Video-Qualität in voller HD-Auflösung, leider nur mit 30 Bildern/s. Diese Framerate ist etwas schade, denn viele andere Kameras wie bpsw. die Nikon P7000 filmen fest mit 24 Bildern/s. Das erschwert den Schnitt eines Videos das mit unterschiedlichen Kameras aufgenommen wurde. Ich selbst hätte mich gefreut, wenn die Nikon 1 V1 auch mit 25 Bildern/s filmen könnte. Damit wäre sie kompatibel zu fast allen anderen Video-Kameras aus meinem “Arsenal”. So muss ich  genau überlegen mit welcher Kamera ich sie beispielsweise auf einer längeren Reise sinnvoll kombinieren kann.

Was total nervt ist der fehlende Anschluss für ein “richtiges” Blitzlicht an der Nikon 1 V1. Hier haben Kameras wie die Nikon P7100 trotz des nochmals kleineren Sensor-Formates deutlich die Nase vorn. Ärgerlich sind auch die leichten Randabschattungen bspw. bei Nutzung eines 40,5 mm Polfilters. Allerdings gibt es an der Nikon P7100 keine einfache Möglichkeit zur Verwendung eines Polfilters.

Trotz allem ist die Nikon P7100 eine gute Alternative zur Nikon 1 V1. Die aktuellen Preise liegen auf dem gleichen Niveau und die Nikon P7100 punktet Beispielsweise mit einem sehr leistungsfähigen 5-fach Bracketing. Die Nikon 1V1 beherrscht keine Belichtungsreihen (Bracketing) und scheidet damit (fast) für alle aus die gerne HDR-Fotos machen. Alternativ kann man unterschiedlich dichte Cokin-Graufilter vor das Objektiv halten und die Nikon 1 V1 mit dem ML-L3 Infrarot-Auslöser erschütterungsfrei bedienen.

Die Bedienung der Nikon P7100 orientiert sich spürbar mehr an herkömmlichen Spiegelreflexkameras aus dem Hause Nikon. Die vielen Bedienelemente ermöglichen den schnellen Zugriff auf viele wichtige Kamerafunktionen, was mir persönlich wichtiger ist als das schicke Design der Nikon 1 Serie.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der Selbstauslöser der Nikon 1 V1. Er funktioniert tadellos und ist eine sehr gute Hilfe bei der Arbeit mit einem Stativ wenn es darum geht völlig erschütterungsfrei auszulösen. Aber nach jedem Bild muss man ihn umständlich neu aktivieren, was mir echt auf die Nerven geht! Hier sollte man unbedingt in einen ML-L3 Fernauslöser investieren!

Zusammenfassung

Man kann nicht alles haben und die Nikon 1 V1 ist der beste Beweis dafür, dass sinnvolle Features wie Belichtungsreihen usw. bei leistungsfähigen preiswerten Kameras gern gestrichen werden, um mehr Distanz zu den teureren Kameras zu schaffen.

Die Nikon 1 V1 ist zweifellos eine tolle Kamera, aber die Preispolitik für das Zubehör erinnert mich an Mercedes und Co. Sehr schade ist auch, dass man kein normales Blitzlicht mit der Nikon 1 V1 verwenden kann, für mich als Besitzer von Nikon SB-600, SB-800, SB-900 usw. eine echte Einschränkung.

Abgesehen von diesen “Haaren in der Suppe” geht für mich die Nikon 1 sehr in Ordnung. Die Bildqualität kann sich sehen lassen und die Einschränkungen beim Bedienungskomfort muss man eben hinnehmen. Dann ist die Nikon 1 V1 ein toller Begleiter für wunderbare schnelle Schnappschüsse.

Wer auf der Suche nach einer Kamera für die “ernsthafte” Fotografie ist, dem würde ich aktuell zu einem anderen System raten. Hier lohnt ein Blick auf die famose Fuji X-E1 oder eine gute gebrauchte Nikon D300s. Spätestens mit der D300s hat man eine reinrassige “Fotografiermaschine” in der Hand die bis zur Vorstellung der Nikon D3 selbst von vielen Reportern und Kriegsberichterstattern intensiv verwendet wurde. Wer es noch größer, fetter und robuster mag, der bekommt mit ein wenig Glück zum Preis einer aktuellen Nikon 1 V3 schon eine guterhaltene Nikon D2x, eine reinrassige Profimaschine die vor 5 Jahren noch weit über 4.000 Euro gekostet hat.

Wer leichte Einbußen bei der Bildqualität hinnehmen kann, der sollte sich vielleicht auch die Nikon AW-100 anschauen. Alle die gern Kameras mit vielen Rädchen haben, sollten sich ggfs. auch die Nikon P7100 oder die P7700 anschauen.

Als unauffälliger schicker Begleiter für immer dabei ist die Nikon 1 V1 jedoch eine echte Empfehlung.

Update

Eben habe ich die neueste Firmware installiert und kann jetzt mit alten Nikon AiS Objektiven an der Nikon 1 V1 fotografieren. Leider gibt es dabei dann weder eine Belichtungsautomatik, noch irgendwelche Hilfen für die korrekte Fokussierung.

Hier habe ich ein erstes Testfoto das ich gerade eben mit Stativ und Nikon ML-L3 Infrarot-Auslöser gemacht habe. Die RAW-Datei habe ich mit Photoshop CS6 konvertiert. Auffällig ist, dass bei meiner Belichtungsreihe die Bilder bei Blende 4 und Blende 5,6 schöne satte Farben aufwiesen. Je kleiner die Blende und damit die Belichtungszeiten länger, umso blasser und flauer werden aber die Bildergebnisse.

Man kann also festhalten, dass das Fotografieren mit alten Nikkoren in Verbindung mit einem billigen China-Adapter (Amazon, 29,95 Euro) zwar funktioniert, aber eher was für die geruhsame Fotografie ist. Man muss alles selbst manuell einstellen, was aber relativ gut funktioniert. Um die korrekte Belichtung zu ermitteln helfen nur Probebilder. Für die Fokussierung öffnet man die Blende vollständig und versucht sich durch hin- und herbewegen des Fokusringes der korrekten Einstellung anzunähern. Danach schließt man das Objektiv auf Blende 8. Nur so gibt es brauchbare Farben und ausreichend scharfe Bilder. Der kleine Chip und die winzigen Pixel fordern dem verwendeten Objektiv übrigens die DOPPELTE Auflösung im Vergleich zu einer Nikon D800E ab!! Bei offener Blende reicht die Auflösung der alten Objektive nicht wirklich aus. Die Ergebnisse sind sehr unscharf und nicht wirklich zu gebrauchen. Allerdings sind Verzeichnung und Chromatische Aberration hier überhaupt kein Thema mehr, weil man nur “das Gute dicke Glas” aus dem Zentrum der schönen alten Objektive verwendet.

Mit dem kleinen Zoom-Hebel oben rechts an der Kamera kann man die Belichtungszeiten in 1/3 EV-Werten ändern. Bewegt man den Blendenring des Objektives bspw. von Blende 4 auf Blende 5.6, so muss man diesen Hebel DREIMAL nach unten drücken bis man die kleinere Blende kompensiert hat. Hier wäre es ganz praktisch wenn es ein Rädchen wie beispielsweise bei der Nikon P7100 geben würde. Aber das gibt es leider nicht…

Hier nun das Testbild. Da es 6,8 MB groß ist und mir hier im BLOG langsam aber sicher der Platz knapp wird, habe ich es bei flickr.com hochgeladen. Dort kann man es im Vollbild anschauen und auch in Originalgröße herunterladen.

Viel Spaß beim Pixelpeepen :-)

NIkon 1 V1 - Testimage

Hier habe ich noch einen zweiten Test mit einem alten Nikkor AiS 5.6/100-300mm Schiebezoom. Weil das Fokussieren damit mehr als schwierig ist und weil dieses Objektiv nicht besonders lichtstark ist, habe ich hier Blende 11 statt Blende 8 gewählt. Inzwischen hat hier die Dämmerung eingesetzt, daher sind die Farben anders als beim oberen Foto. Das liegt also nicht an der Kamera oder dem Objektiv :-) Schaut man sich das Bild in voller Auflösung an so fällt auf, dass es bei der Nikon 1 V1 endgültig an seine Grenzen stößt. War es an der Nikon D800E bei Blende 8 – 11 noch ganz brauchbar, so ist es jetzt eher keine Empfehlung mehr. Aber diese Bilder zeigen auch was möglich ist. Eine 300mm FX-Brennweite entspricht im CX-Format sagenhaften 810mm. Solche Objektive bekommt man bei eBay & Co. inzwischen sehr preiswert. Mein Exemplar ist noch wie neu und ich habe es im letzten Jahr für etwa 150,- Euro via eBay erworben.

Für das eine oder andere kleine Experiment ist dieses Objektiv wegen des niedrigen Preises also gar nicht so verkehrt.

Nikon 1 V1 - Testimage

Leider sind mit diesem passiven Adapter keine Videosequenzen möglich. Wer also gehofft hatte für wenig Geld seine Nikon 1 V1 zur “Super-Tele-Video-Kamera” aufrüsten zu können, den muss ich leider enttäuschen…


Nikon 1 V1 – Erste Testbilder

In meinem letzten Artikel habe ich ja schon erwähnt, dass ich seit zwei Tagen auch mit einer Nikon 1 V1 fotografieren kann. Kurz nach der Vorstellung dieser Kamera haben mich immer wieder YouTube-Abonnenten und BLOG-Leser gefragt, ob ich nicht auch mal ein Video oder einen Artikel zur Nikon 1 erstellen kann. Trotz mehrerer Anfragen war ein Testexemplar leider nicht zu bekommen. Und angesichts des anfangs noch sehr hohen Preises habe ich den Kauf dieser Kamera nicht in Erwägung gezogen.

Vor ein paar Tagen konnte ich sie im Bonner Cityfotocenter mal genauer unter die Lupe nehmen. Aber der Kaufpreis von 359,- Euro hat mich immer noch nicht überzeugt. Am Pfingstsonntag fiel mit dann ein Angebot bei amazon.de ins Auge. Für nur 270,- Euro gab es da eine Nikon 1 V1 mit 10-30mm Zoom-Objektiv. Die Kamera war ein praktisch unbenutztes Vorführexemplar, neuwertig und mit allem Zubehör, das war mir dann eine 1-Click Bestellung wert. Der Verkäufer hat sie noch am Pfingstmontag via Packstation versendet. Zwei Tage später habe ich eine DHL-Benachrichtigung erhalten, super – dachte ich…

Nikon_1_V1_Front_10_30mm

Am nächsten Tag war ich dann bei meiner Postfiliale in der Nähe von Mainz um das neue Schmuckstück abzuholen. Aber es war nicht dort. Ziemlich gefrustet und leicht verärgert bin ich am nächsten Tag ein zweites Mal zu dieser Postfiliale gefahren. Dort wurde ich mit den Worten empfangen “Ich habe ihr Päckchen nicht , wenn ich hier wäre hätte ich schon angerufen!” “Können Sie nicht noch einmal schauen ob es nicht doch hier ist?” “Nein das werde ich nicht, es ist nicht hier, wenn ich ihnen das sagen können sie mir das auch glauben!!!” Sie wurde langsam zickig, ich auch… “Und was kann ich jetzt tun, gibt es ein Formular das ich ausfüllen muss?” “Nein, sie können bei der Hotline anrufen, die Sendungsnummer haben sie ja!” “Ok, jetzt soll ich versuchen diese Hotline zu erreichen und stundenlang in einer bescheuerten Warteschleife darauf warten, dass mir gesagt wird, dass mein Paket hier bei ihnen ist? Ist es das was ich jetzt tun soll?” “Mehr kann ich auch nicht tun!”

Total verärgert bin ich kurz darauf mit meinem Auto unterwegs zu meiner kleinen Mainzer Wohnung. Ein wenig habe ich die Hoffnung, dass einer der Nachbarn doch dieses Paket angenommen haben könnte. Laut DHL-Sendungsverfolgung sollte mein Paket aber bei der Postfiliale auf mich warten…

Fast angekommen, sehe ich einen DHL-Transporter wie er mir entgegen kommt. Schnell wende ich und nehme die “Verfolgung” auf. Der Transporter fährt zur Postfiliale in der ich schon mehrfach war und in dem mein Paket ja nicht sein kann. Auf dem Parkplatz schnappe ich mir den sehr netten Fahrer, zeige ihm meinen Benachrichtigungsschein und frage ihn was denn schief gegangen sein kann. Er durchsucht seinen Wagen, leider vergeblich. Er hat das Paket ausliefern wollen, daran kann er sich noch erinnern. Ich bitte ihn nochmals seine Kollegin zu bitten nach meinem Paket zu suchen. Leider wieder vergeblich, sie fertigt auch ihn wie einen kleinen Schuljungen ab. Der Fahrer rät mir mit allen Nachbarn zu sprechen, vielleicht hat es ein Nachbar entgegengenommen, nachdem er den Benachrichtigungszettel eingeworfen hat. “Das passiert ab und zu…”

Also fahre ich wieder zurück zu meiner kleinen Wohnung, als ich gerade aussteigen will klingelt mein Telefon. “Hallo, wir haben ihr Paket gefunden…” verkündet mir da eine etwas kleinlaute weibliche Stimme. Also wieder rein ins Auto und wieder zurück. Dort kommt mir schon der DHL-Bote mit einem recht großen Paket unter dem Arm entgegen. Ihr war es wohl zu peinlich…

Gestern konnte ich dann endlich einen ersten kleinen Test mit der neuen Nikon 1 V1 unternehmen.

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Die Nikon 1 V1 und ihre “kleine Schwester” die Nikon 1 J1, sind mit einem neu entwickelten CMOS-Bildsensor ausgestattet, der auf einer Grundfläche von 13,2 mm x 8,8 mm (Nikon bezeichnet dies als CX-Format) 10,1 Megapixel auflöst und eine Lichtempfindlichkeit zwischen ISO 100 und ISO 3.200 abdeckt (Boost bis ISO 6.400). Beide Kameras können Fotos sowohl im JPEG- als auch im RAW-Format aufnehmen. Im Serienbildmodus ist die Bildfolge ähnlich schnell wie bei einer Nikon D4.

Der neue Bildsensor verfügt über ein integriertes Hybrid-Autofokussystem mit extrem vielen Fokusmessfeldern: Bei Motiven in Bewegung aktiviert das System den Phasenerkennungs-AF mit 73 Messfeldern, bei unbeweglichen Motiven oder wenig Licht den Autofokus mit Kontrasterkennung und 135 Fokusmessfeldern. Ebenfalls neu ist Bildprozessor vom Typ Expeed 3, der über zwei Engines verfügt und Bilddaten mit bis zu 600 Megapixeln pro Sekunde verarbeiten kann. Damit gehören diese unscheinbaren Kameras zu den schnellsten Kameras der Welt! Nikon verspricht bis zu 60 Bilder pro Sekunde bei voller Auflösung. Videos können in Full HD aufgezeichnet werden. Während des Filmens können parallel Fotos in voller Auflösung aufgenommen werden, das ist richtig cool!!

Die Konstrukteure haben sich für diese neue Kamerageneration ein neues Sensorformat mit dem Namen CX ausgedacht. Das auch gern als Vollformat bezeichnete Format des Sensors bspw. der Nikon D800 ist so groß wie ein Diapositiv, dass man schon 1959 mit der Nikon F aufnehmen konnte. Sogenannte DX-Sensoren sind etwa halb so groß. Das CX-Format ist nochmals deutlich kleiner.

In der Wikipedia gibt es eine schöne Grafik welche die unterschiedlichen Chipgrößen sehr schön darstellt.

Sensorgrößen im Vergleich

Schauen wir mal die Größe von FX und CX im Vergleich an.

  • Nikon D800 - 35,9 mm × 24 mm = 861,6 qmm
  • Nikon 1 - 13,2 mm × 8,8 mm = 116,16 qmm

Rechnen wir mal nach: 861,6 / 116,16 = 7,417

Das Ergebnis ist schon krass, der Chip der Nikon 800 ist fast 7,5 fach größer als der Chip der Nikon 1. Schauen wir mal was das für die Anzahl der Pixel bedeutet.

  • Nikon D800 - 7.360 × 4.912 = 36.152.320 Pixel
  • Nikon 1V1 – 3.872 × 2.592 = 10.036.224 Pixel

Das sind dann:

  • Nikon D800 – 36.152.320 / 861,6 = 41.960 Pixel pro Quadratmillimeter
  • Nikon 1V1 – 10.036.224 / 116,16 = 86.400 Pixel pro Quadratmillimeter

Damit ist die Packungsdichte der Pixel bei der Nikon 1V1 um den Faktor 2,059 höher als beim bereits extrem dicht gepackten Chip der Nikon D800.

Haben viele Objektive bereits an der D800 (und noch viel mehr bei der D800E) Probleme diesen extrem hochauflösenden Chip wirklich auszureizen, so wird es bei einem Chip mit der doppelten theoretischen Auflösung so richtig eng. Ohne die allerbesten Objektive lassen sich mit diesen relativ kleinen Chips keine Bilder erzielen bei denen die Netto-Dateigröße annähernd der theoretisch möglichen Dateigröße entspricht.

Aber schauen wir mal wie sich die kleine Nikon bei den ersten Testbildern schlägt. Hier habe ich ein Testbild, das ich auf 1920 Pixel Kantenlänge verkleinert habe. Klickt es mal an und schaut kritisch drüber. Ich finde das Ergebnis ganz ansprechend und mehr braucht man für eine elektronische Präsentation aktuell eigentlich nicht.

Nikon_1V1_Testimage_04_1920px

Schauen wir uns die obere Ecke genauer an. Hier zeigt das 10-30mm Zoom-Objektiv eine ganz leichte Chromatische Aberration – also Farbsäume an kontrastreichen Bildelementen.

Nikon_1V1_Testimage_04_Chromatic_Aberation

Weiter hin zur Bildmitte sind sie kaum noch sichtbar, jedoch ist ein leichtes Bildrauschen erkennbar. Aber es hält sich durchaus im Rahmen und sieht auch nicht fies aus.

Wer sich schon mit dem Scannen von Dias oder Negativen beschäftigt hat, der kennt den Effekt, dass man mit steigender Auflösung des Scanners irgendwann in Regionen kommt, in denen man die einzelnen Filmkörner immer besser hervorhebt, aber letztlich kein besseres Gesamtergebnis zu erzielen vermag. An dieser Stelle lernt man das Filmkorn zu hassen oder es zu akzeptieren. Ein Film besteht eben aus vielen winzigen Partikeln die mit Licht interagieren und bei der Entwicklung ihre Farbe bekommen. Schaut man ein traditionelles Stück Filmmaterial unter dem Mikroskop an, so gibt es keine stufenlosen Farb- und Helligkeitsverläufe. Alles was wir im Mikroskop sehen sind unterschiedliche helle Farbpartikel. Nur in ihrer Summe und mit einem gewissen Abstand betrachtet wird daraus ein Foto mit Farben und Helligkeitsverläufen.

Grundsätzlich ist es vollkommen korrekt, wenn ein digital aufgenommenes Foto ähnliche Strukturen aufweist, wie man sie von traditionellen Fotos kennt. Wer vom Chip einer Digitalkamera Bilder erwartet die keinerlei Korn aufweisen, der hat sich wahrscheinlich nie mit der traditionellen Fotografie beschäftigt und ist vielleicht auch nicht in der Lage ein Bild mit gewissem Abstand zu betrachten. Wer mit der Nase unmittelbar vor einem Monet oder Van Gogh herumschleicht, der wird dort Risse in der Farbe finden und die Strukturen von Pinsel, Farbe und Leinwand erkennen. Für mich ist nichts schlimmes daran, aber in vielen Fotografie-Foren wird dieser Effekt verteufelt. Viele Bilder werden inzwischen weniger nach Aussage und Inhalt beurteilt als vielmehr nach technischer Perfektion.

Wer diese Perfektion sucht, dem muss aber klar sein, dass sie bei einer Kamera die etwa 300 Euro kostet kaum erreichbar ist. Angesichts des Preises der Nikon 1 V1 geht für mich die Bildqualität mehr als in Ordnung.

Nikon_1V1_Testimage_04_Noise

Hier habe ich einen 100% Bildausschnitt der mehr Struktur aufweist. Hier sehen wir, dass das kleine preiswerte Objektiv den extrem dicht gepackten Chip der Nikon 1 V1 tatsächlich weitgehend auszureizen vermag.

Nikon_1V1_Testimage_04_Sharpness

Hier ein Foto das ich freihändig bei vollständig geöffneter Blende mit ISO-200 aufgenommen habe. Schaut man sich die Kopfzeile der Speisekarte an, so ist die Schrift fast noch erkennbar. Insgesamt ist die Abbildungsqualität überraschend harmonisch und detailreich. (Bild anklicken und in der 1000er Auflösung anschauen!!)

Nikon_1V1_Testimage_05_Available_Light

Den kleinen Pixel des Chips der Nikon 1 V1 habe ich keinen wirklich hohen Dynamikumfang zugetraut. Aber tatsächlich schlägt sich dieser kleine Chip recht tapfer und vermag selbst krasse Helligkeitsunterschiede recht gut abzubilden. Überraschend selten sind helle Lichter völlig ausgefressen und dunkle Bildbereiche einfach nur noch schwarz.

Nikon_1V1_Testimage_06_Dynamic_Range

Um extreme Helligkeitsunterschiede in den kleinen Farbraum einer JPG-Datei pressen zu können, haben sich die Nikon Software-Ingenieure schon vor einigen Jahren das sogenannte “Delithing” ausgedacht. Es funktioniert ähnlich wie ein Tonemapping. Helle Bildbereiche werden etwas abgedunkelt und dunkle Bereiche etwas aufgehellt. Das Ergebnis ist oft ein etwas homogenerer Bildeindruck.

Hier habe ich für Euch ein Bild als “Original-JPG” einer RAW-Datei gegenübergestellt die ich mit Photoshop CS-6 konvertiert habe. Achtet mal auf die Unterseite der Bäume rechts im Bild. Diese sind im JPG sehr schön dargestellt. Alles in allem erstellt die Nikon 1 V1 überraschend gute JPG-Dateien. Selbst mit einer aufwändigen RAW-Entwicklung wird man hier nur selten noch bessere Bildergebnisse erzielen.

Nikon_1V1_Delithing_vs_RAW

Auf der Suche nach bösen Moiré-Mustern habe ich diverse kleinteilige Fassaden aus unterschiedlichen Perspektiven fotografiert. Aber die Moiré-Muster halten sich in Grenzen. Im folgenden Bild habe ich es geschafft ein sichtbares Moiré-Muster zu erzeugen. Normalerweise wird man solche Effekte aber nicht sehen.

Nikon_1V1_Testimage_03_Moiree

Kameras mit extrem kleinen Chips wird nicht zu unrecht vorgeworfen, dass die Bildgestaltung aufgrund der großen Tiefenschärfe eingeschränkt wird. Freunde selektiver Schärfe haben es mit kleinen Chips und den damit zwangsläufig verbundenen kurzen Brennweiten der Objektive, tatsächlich nicht so leicht. Aber es geht, wie das folgende Bild beweist. Wer mit einer CX-Kameras mit selektiver Schärfe arbeiten möchte, der muss versuchen die bildwichtigen Motivelemente möglichst nah an die Kamera zu holen. Ist der Hintergrund dann etwas weiter weg, so ist sogar mit der Nikon 1 V1 eine brauchbare Hintergrundunschärfe realisierbar.

Nikon_1V1_Testimage_02

Die Nikon 1 V1 bietet einen einzigartige Aufnahmemodus. Diese Kamera kann (wenn man es will) gleich 5 Bilder machen wenn man einmal den Auslöser drückt. Die Software kann bei der JPG-Entwicklung Gesichter erkennen und dann automatisch ein Bild auswählen, auf dem möglichst viele Gesichter lächeln und möglichst wenige Augen geschlossen sind.

Hier habe ich dieses Feature an einem Motiv ausprobiert in dem niemand lächelt. Tatsächlich hat die Kamera das zweite Bild dieser Serie als das “Beste Bild” vorgeschlagen. Wie dieses Ergebnis erzielt wurde ist mir allerdings unklar :-) Aus den 5 Einzelbildern habe ich hier für Euch eine kleine Montage erstellt. Hier könnt Ihr sehen wie schnell diese Kamera einen Zug ablichten kann der mit etwa 100 km/h an mit vorbei gebraust kam.

Nikon_1V1_Speedtest

Beim Überqueren des Bahnübergangs habe ich noch ein schnelles Testbild aus dem Handgelenk schießen können. Dieses Foto habe ich hier in voller Originalgröße eingebunden. Einfach anklicken und in einem neuen Tab öffnen :-)

Nikon_1V1_Testimage_01

Fazit

Die Nikon 1 V1 fühlt sich überraschend gut an. Das Gehäuse ist hochwertig verarbeitet, der elektronische Sucher liefert ein tolles helles Bild, dass man fast mit dem Sucherbild der Nikon D7100 oder ähnlichen Kameras vergleichen kann. Die Bildqualität kann nicht mit der Nikon D800E konkurrieren, aber das habe ich auch nicht erwartet. Die Bildfolge ist hoch und sehr gut gefällt mir, dass diese Kamera das gleiche Akku-System wie die Nikon D7000, D7100 oder auch die D800 verwendet.

In den nächsten Tagen wird die Nikon 1 V1 zeigen können was sie im Video-Modus zu bieten hat. Außerdem wird es einen Bericht über die Erfahrungen mit dem FT-1 Bajonett-Adapter geben. Dieser Adapter ermöglicht den Anschluss “normaler” moderner AF-S Objektive an die Nikon 1. Sehr gespannt bin ich auf die Bildergebnisse mit dem Nikon AF-S VR 4/200-400mm.

Bedingt durch das neue CX-Format ist die Diagonale des Chips um den Faktor 2.7 kleiner als beim FX-Format. (Siehe hierzu auch: Satz des Pythagoras) Aus einem 400mm Teleobjektiv wird mit dem FT-1 Adapter an der Nikon 1 V1 ein sagenhaftes 1080mm Objektiv!

Es bleibt also spannend. Wenn Ihr besondere Testbilder sehen wollt oder Fragen habt, dann schreibt das einfach weiter unten in die Kommentare oder schickt mir eine E-Mail: Ansgar.Hillebrand@googlemail.com


Nikon D800E – Fazit nach dem ersten Jahr

Nikon D800E - Nikon AF-S VR 4/16-35mm

Als Nikon im Vorfeld der CES in Las Vegas im Februar 2012 die neue Nikon D4 und die D800 bzw. D800E ankündigte hat dies die Nikon-Welt ziemlich durchgerüttelt. Die Nikon D4 ist mit 11 Bildern/Sekunde DIE pfeilschnelle Maschine für alle Sportfotografen dieser Welt. Nie zuvor hat es eine derart schnelle digitale Spiegelreflexkamera gegeben. Mit der D4 entgeht einem geübten Sportfotografen nun praktisch (fast) nichts mehr.

Im Vergleich zur D4 sind die 4 Bilder/Sekunde der D800/D800E eher “gemächlich” – aber diese Kamera hat andere Qualitäten. Befürchtungen, dass die Dynamik des neuen Chips  aufgrund der winzigen Pixel sichtbar gering ausfallen könnte, haben sich nicht bestätigt. Und die ISO-Performance liegt auf dem Niveau der bereits sehr guten Nikon D700. Verkleinert man die Bilder aus der D800 auf das Format der Fotos die man mit einer D700 machen kann, so hat die D800 bei der ISO-Performance sogar die Nase vorn.

Haben anfangs noch viele Fotografen, die mit sündhaft teuren Mittelformatkameras arbeiten, die Nase über die neue D800 bzw. D800E gerümpft, so nehmen viele von ihnen diese neue Kamera inzwischen sehr ernst. Zwar kann auch die D800E trotz aller Innovation nicht mit einem 10-fach teureren Mittelformat-Rückteil mithalten, aber für die allermeisten Produktionen liefert sie genau die Auflösung die für einen überaus detailreichen hochwertigen Fine-Art-Print im Format bis etwa 150x100cm notwendig ist.

Selbst der international renommierte Fotograf Tom Till aus Moab in Utah lässt inzwischen seine Großformat-Kamera daheim und geht mit einer Nikon D800E und einigen Objektiven auf Fototour.

Ich selbst habe meine Nikon D800E im Februar 2012 im Bonner Cityfotocenter bestellt und musste tatsächlich bis zum Juni 2012 warten, bis das gute Stück endlich lieferbar war. Wer es noch nicht kennt, der kann in diesem Video sehen, welche Freude mir der “Tag der Abholung” dieser tollen neuen Kamera gemacht hat.

Sehr cool war es, als ich am letzten Samstag wieder einmal im Bonner Cityfotocenter stand und plötzlich einer der anderen Kunden zu mir sagte “Hallo, Du kennst mich nicht, aber ich kenne Dich!”. So habe ich Dominic aus St. Augustin kennengelernt. Er hatte das Video gesehen, das ich oben verknüpft habe und war im Cityfotocenter um sich mal eine Nikon D800 “live” anzuschauen. Leider war kein Exemplar vorrätig, denn angesichts der harten Konkurrenz von amazon, ebay & Co. macht es in Verbindung mit dem rasanten Preisverfall für die meisten Fotogeräte keinen Sinn sie “auf Halde” zu kaufen. Dominic muss sich also ein “Ansichtsexemplar” erst bestellen. Aber was soll ich sagen, ich musste ja auch viele Monate warten :-)

Heute ist der 24. Mai 2013 und ich habe diese Kamera jetzt fast ein Jahr lang viel intensiv genutzt. Und wie lautet mein Urteil?

Die Nikon D800E ist für mich die “ultimative Fotografiermaschine”. Nie zuvor hatte ich eine Kamera in der Hand deren Software und Bedienung so durchdacht und so praxisnah ist. Die Verarbeitungsqualität ist über alle Zweifel erhaben und die Bildqualität lässt meiner Meinung nach keine Wünsche offen. Diese Kamera ist einfach gut und macht echt viel Spaß!

Wenn mich jemand fragt welche Kamera ich ihm empfehlen würde, dann kommt meist sehr schnell das Gespräch auf die D800 bzw. die D800E. Diese Kameras kann ich uneingeschränkt jedem Fotofan empfehlen, der mit 4 Bildern/Sekunde leben kann. Wer eine schnelle Kamera braucht, der ist im preiswerten Segment mit der Nikon D7000 bzw. der neueren Nikon D7100 sehr gut bedient. Wenn es “unbedingt Vollformat sein soll”, dann sind auch die D600 und auch die ältere D700 wirklich großartige Kameras. Die absolute Powermaschine für Action und hohe ISO-Werte ist jedoch weiterhin die Nikon D4. Aber diese Kamera ist eben auch extrem teuer und Hand auf’s Herz – für die meisten Fotoamateure ziemlich “Over the top”.

Womit wir beim wichtigsten Thema sind. Nicht jeder Fotoamateur braucht eine reinrassige Profikamera. Die wenigsten Amateure fotografieren ständig bei Kunstlicht ein Basketballspiel mit ISO 6400 und wer muss schon einen Redakteur oder Galeristen tagtäglich mit atemberaubenden  Fine-Art-Prints beglücken?

Alle jene die damit klarkommen mit einer “kleinen Amateurkamera” durch die Gegend zu wandern können überlegen, ob sie nicht einen preiswerteren Kamerakorpus erwerben und das gesparte Geld in sinnvolles Zubehör investieren. Dann ist noch die Frage DX oder FX zu klären. Schaut man sie die Bildqualität der Nikon D7100 genau an, so lässt auch diese Kamera praktisch keine Wünsche offen. Sie kann alles was man sich wünschen kann und das zu einem sehr moderaten Preis. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Preisdifferenz zwischen DX und FX Objektiven. Zum Preis einer Nikon D4 mit EINEM AF-S 2.8/24-70mm bekommt man eine Nikon D7100 mit perfekten Objektiven zwischen 8 und 400 Millimetern Brennweise, dazu mehrere SB-910, Softboxen, Stative, Fotorucksäcke und ein schönes Notebook ist auch noch drin… Würde man all das in Profiqualität inkl. einer D4 erwerben, so kostet diese Fotoausrüstung schnell bis zu 20.000 Euro und mehr.

Besonders für Fotoamateure die gerade in dieses Thema einsteigen ist eine gute DX-Ausstattung meiner Meinung nach mehr als sinnvoll. Mit dem gesparten Geld kann man Workshops bezahlen, sich in Fotostudios einmieten, Models engagieren, schöne Fotoreisen machen und letztlich die besseren Fotos schießen. Für alle die nicht gerade im Geld schwimmen ist eine komplette teure Profiausrüstung aufgrund der finanziellen Belastung eher ein Fluch als ein Segen – meine Meinung.

Während der Zeit in der ich der Lieferung meiner Nikon D800E entgegen gefiebert habe hatte ich die Hoffnung, dass diese neue Kamera “mein Leben verändern wird”. Heute fast ein Jahr später muss ich sagen, dass ich die Erwartungen an diese neue Kamera überbewertet habe. Mein Leben ist auch mit der D800E eigentlich genauso wie zuvor. Meine Fotos sind nicht wirklich anders oder besser geworden und der Spaß am Fotografieren verharrt auf dem gleichen (hohen) Niveau. Klar ist die D800E eine “Überkamera” aber kann ich ihr Potential wirklich ausschöpfen?

Damit ich mich mit meiner Nikon D800E so richtig austoben kann, habe ich ein neues Notebook gekauft, dann noch etliche neue externe Festplatten um die gewaltigen Datenmengen speichern zu können. Außerdem neue größere stabile Stative, neue Objektive, das alles war echt kostspielig und spätestens seit dem Kauf der Fuji X100 bleibt diese teure schwere Ausrüstung immer wieder daheim zurück, während ich mich mit einem 23mm Objektiv und einem Chip im APS-C Format vergnüge.

Wenn Ihr also gerade so drauf sein solltet wie ich vor einem Jahr:

Bleibt ruhig und lasst Euch von der tollen Werbung nicht verrückt machen! Gute Fotos entstehen seit fast 200 Jahren und diese Bilder entstehen weniger in einer Kamera, als vielmehr in einem kreativen Kopf. 

Die Bildqualität der D800E

Für all jene die ich jetzt noch nicht verschreckt habe, gibt es nun einige Testfotos aus meiner D800E in voller Auflösung – einfach die Vorschaubilder anklicken (und warten bis die 10MB großen Bilder geladen werden…).

Nikon D800E - Example - Beispiel - Nikon AiS 2.8/55mm

Nikon D800E - Example - Beispiel - Nikon AiS 2.8/55mm

Nikon D800E - Example - Beispiel - Nikon AiS 2.8/55mm

Nikon D800E - Example - Beispiel - Nikon AiS 2.8/55mm

Nikon D800E - Example - Beispiel - Nikon AiS 2.8/55mm

Nikon D800E - Example - Beispiel - Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm

Nikon D800E - Example - Beispiel - Nikon AiS 2.8/55mm

Nikon D800E - Example - Beispiel - Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm

Nikon D800E - Example - Beispiel - Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm

Nikon D800E - Example - Beispiel - Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm

Hier eine “Videokostprobe” aus meiner Nikon D800E. Das Intro stammt aus einem HTC Desire HD Smartphone, die Szenen im Schmetterlingsgarten und bei der Paisaje Lunar habe ich mit der D800E gefilmt. Alles andere ist mit einer Panasonic HC-X909 gefilmt oder mit einer auf Infrarot 830nm umgebauten Nikon D300 fotografiert.

Fazit

Die Nikon D800E ist derzeit kaum zu schlagen. Abgesehen von der Serienbild-Geschwindigkeit, kann sie alles was man sich wünschen kann.

Doch trotz allem hat diese Kamera mein Leben viel weniger geändert als erwartet. In den 11 Monaten die ich diese Kamera benutzen durfte, habe ich wieder Spaß an der Benutzung billiger einfacher “Knipskisten” gewonnen. Statt die “Überkamera” einzupacken war oft die wunderbare Fuji X100 in einer sehr kleinen Fototasche. Machmal waren sogar meine geniale Nikon Fm3a oder die schnuckelige Nikon FA dabei. Aktuell freue ich mich auf eine ausgiebige Fototour mit meiner neuen Nikon F6!!!

Halten wir fest:

Für gute Fotos braucht man nicht unbedingt eine Nikon D800E. Aber wenn man eine hat, dann kann man damit wirklich gute Fotos machen. Doch diese Fotos entstehen nicht allein wegen der tollen Kamera, sondern genau dann wenn gutes Licht, interessante Motive und kluge Köpfe zueinander finden.

Ach ja, seit heute habe ich übrigens auch eine Nikon 1 :-)


Kauftipps für ambitionierte Fotoamateure

Für Fotoequipment kann man wirklich viel Geld ausgeben, wer weiß das besser als ich :-) Aber es muss nicht immer teuer sein. Leider entpuppen sich viele extrem preiswerte Produkte beim zweiten Hinsehen als teurer Flopp.

Der Vater einer guten Freundin hat mal gesagt “Um billigen Krempel zu kaufen habe ich zu wenig Geld!”

Eine Lebensweisheit die ich aus eigener Erfahrung unterstreichen kann und sie ist einer der Gründe, warum ich meist auf die “Originalprodukte” von Nikon & Co. zurückgreife. Aber preiswerte Produkte müssen nicht zwangsläufig billiger Schrott sein. Heute habe ich einige Fotoartikel für Euch herausgesucht die mir persönlich recht gut gefallen. Beginnen wir mit dem Blitzgerät von Yongnuo, das  YN-560 II. Der Name ist fast unaussprechlich und man darf sich keinen Artikel erhoffen der ein vielfach teureres Nikon SB-910 um Längen schlägt. Aber für den kleinen Geldbeutel gibt es hier ein durchaus brauchbares Blitzgerät zum kleinen Preis.

YONGNUO YN560 II Flashlight

Das “LOREO – Lens in a Cap” ist ein kleines billiges Plastikobjektiv das nicht viel mehr als ein Gehäusedeckel ist. Aber es liefert herrliche Retroaufnahmen mit flauen Kontrasten die sehr an gute alte Polaroid-Zeiten erinnern.

LOREO - Lens in a cap

In meinem Review zur Nikon D7000 habe ich auf Youtube eine preiswerte kleine Softbox des Herstellers DÖRR gezeigt. In den letzten Wochen gab es immer wieder Anfragen zu diesem Produkt. Das Ding ist echt preiswert und liefert wirklich schönes weiches Licht zum kleinen Preis.

ACHTUNG: Es gibt verschiedene Größen. Bei jeder Bestellung darauf achten, dass die Softbox auch wirklich zu eurem Blitzlicht passt!

DOERR Softbox Nikon SB-900 SB-910

Ein vernünftiges Stativ gehört zur Grundausstattung eines jeden Fotoamateurs. Wirklich gut gefällt mir das VANGUARD Alta Pro 263 AGH. Zu diesem Stativ und dem ziemlich genialen GH-100 Stativkopf habe ich ein ausführliches Review erstellt und aktuell ist es bei amazon.de wirklich extrem preiswert zu haben. Auf meiner letzten Reise habe ich es viel benutzt und kann es für etwas leichtere Kameras wie die Nikon D7000 usw. sehr empfehlen.

Vanguard GH-100 GH100 mit Alta Pro 263AGH

Ein wirklich nützliches kleines Ding ist der Pop-Up Flash Diffusor den man auf den Blitzschuh seiner Nikon D700, D7000 oder was auch immer steckt und der dann für ein schönes dezentes Fillflash sorgt. Das kleine Ding gibt es gleich in mehreren Farben und es kostet fast nichts. Ich denke, das sollte in keiner Fototasche fehlen.

Pop-Up Flash Diffusor

Wer beispielsweise in der Produktfotografie eine wirklich korrekte Farbdarstellung erzielen möchte, der kommt meiner Meinung nach um den X-Rite Colorchecker Passport nicht herum. Dieses nützliche kleine Tool habe ich bereits vor einigen Monaten bei YouTube vorgestellt. Das Video habe ich nach der Arbeit spät abends in einem Hotelzimmer aufgenommen. Daher ist die Tonspur nicht so ganz geglückt. Aber ich hoffe Ihr versteht mich trotzdem.

Hier ist mein Video zu diesem überaus praktischen kleinen Hilfsmittel:


Ausprobiert – Billig einkaufen in den USA

Nach der Vorstellung der neuen Nikon D4 im Januar 2012 fragten sich viele Fans ob es nicht sinnvoll sei, diese Kamera in den USA zu bestellen. Ich habe damals ein wenig recherchiert und meine Erkenntnisse in diesem Artikel niedergeschrieben:

Inzwischen sind wir schon wieder mehr als ein Jahr weiter und seit der Vorstellung der Nikon D7100 fragen mich immer wieder viele Leser ob sie diese Kamera in den USA bestellen sollen. Auf der Basis der oben genannten Infos habe ich immer wieder von einer “offiziellen Bestellung” in den USA abgeraten. Wer sich diese Kamera dort bspw. im Urlaub kauft und dann ohne Karton usw. nach Deutschland einführt, macht sich ohne Deklaration beim Zoll strafbar. Zollfrei dürfen nur Waren bis zu einem Wert von 430,- Euro eingeführt werden. Wer einen Fotohändler in den USA findet, der eine Rechnung für die neue Kamera über umgerechnet etwa 400,- Euro ausstellt hat damit etwas “geschummelt” ist aber relativ weit “auf der sicheren Seite”.

Vor ein paar Tagen habe ich überlegt ob ich nicht endlich den Traum von einem Shift & Tilt Objektiv wahr machen soll. Von Nikon ist ein 24mm Shift-Objektiv lieferbar. Aber es ist sündhaft teuer und man kann es nicht einfach um 90° an der Kamera drehen. Ein schneller Wechsel vom Quer- in das Hochformat ist damit eher nicht möglich. Dafür hat es eine CPU und kann somit auch an der Nikon D5100 usw. verwendet werden. Außerdem funktioniert damit die Matrix-Belichtungsmessung!

Der koreanische Hersteller SAMYANG hat bereits vor einigen Monaten ein ähnliches Objektiv angekündigt. Dieses neue Objektiv soll im Gegensatz zum teuren Nikon-Pendant soll die Möglichkeit bieten, das Objektiv an der Kamera um 90° zu drehen. In Verbindung mit der Shift & Tilt Funktion also ein sehr interessantes Objektiv. Im letzten Jahr habe ich bereits zwei SAMYANG Superweitwinkel Objektive gekauft und beide für gut befunden. Warum also nicht den Kauf dieses Objektives wagen, auch wenn es ggfs. keine eigene CPU hat und damit von der Kamera nicht automatisch erkannt wird?

In Deutschland vertreibt Foto Walser einige SAMYANG Produkte unter dem Laben “Walimex”. In den USA kann werden sie u.a. unter dem Namen “Rokinon” angeboten. Bei Foto Walser war dieses Objektiv aber in den letzten Wochen noch nicht lieferbar. Also habe ich mich in den USA umgesehen und bei ebay.com einige wenige lieferbare Exemplare gefunden. Da mir das Thema “Kaufen in den USA oder nicht” noch im Kopf sitzt, habe ich mich zu einem kleinen “Selbstversuch” entschlossen und ein Exemplar via ebay.com in den USA gekauft.

Hier ein Auszug aus diesem ebay-Angebot:

Rokinon_24mm_Shift_Tilt

This listing is for Rokinon’s brand new 24mm F3.5 Tilt Shift Lens. It has just arrived from Rokinon and it is in extremely rare supply. Rokinon was only able to ship us a few of them. Get one today before it is sold out!

SPECIFICATIONS:

  • 24mm focal length; maximum aperture f/3.5
  • angle of view: 83.5 degrees on full frame and 59.9 degrees on APS-C
  • Construction: 16 elements in 11 groups with 2 aspherical lenses
  • Maximum tilt amount of ±8.5°, Maximum shift amount of ±12mm; 90° right and left mount rotation with click stops for each 30° step; Manual focus
  • Constructed for full frame cameras but can also work on APS-C; Takes 82mm Filter Size

SHIPPING & HANDLING:

  • Shipping & handling is free to any location within the Continental US via FedEx.
  • We welcome international orders. International shipping charges are automatically calculated by ebay. Please be aware that your country may impose an import tax on this item and you would be responsible for paying it.

Die Abwicklung

Da der Händler in den USA die Abwicklung via PayPal akzeptiert, war die Bezahlung mehr als einfach. Einige Stunden später kam dann auch schon eine E-Mail mit einer FedEx Tracking-Nummer. Mein Objektiv war also unterwegs und nun hieß es geduldig zu sein. Mit der Sendungsnummer konnte ich den Status auf der FedEx-Webseite verfolgen und mich auch für eine E-Mail-Benachricthigung registrieren. Das sah dann etwa so aus…

Versanddatum          May 10, 2013
Bestimmungsort        BONN,
Voraussichtliche Zustellung          2013-05-16T18:00:00+02:00
Unterschrieben von
Service       FedEx International Economy-Zustellung am Wochentag

Ergebnisse der Sendungsverfolgung vom May 14, 2013 6:01 AM

Datum/Zeit          Standort/Tätigkeit
May 13, 2013 10:02 PM KOELN, NW/Im Transit
May 13, 2013 04:14 PM KOELN, NW/Bei FedEx Station eingetroffen
May 13, 2013 01:14 AM MEMPHIS, TN/Abgeschickt von FedEx Station
May 12, 2013 08:32 PM MEMPHIS, TN/Im Transit
May 12, 2013 07:45 PM MEMPHIS, TN/Im Transit
May 11, 2013 06:00 PM MEMPHIS, TN/Bei FedEx Station eingetroffen
May 11, 2013 12:24 AM NEWARK, NJ/Abgeschickt von FedEx Station
May 10, 2013 09:20 PM NEWARK, NJ/Bei FedEx Station eingetroffen
May 10, 2013 08:55 PM MOONACHIE, NJ/Hat FedEx-Herkunftseinrichtung verlassen
May 10, 2013 03:30 PM MOONACHIE, NJ/Abgeholt
May 10, 2013 12:44 PM , /Sendungsinformationen an FedEx geschickt

Am 14. Mai gab es schließlich einen Anruf einer FedEx-Mitarbeiterin aus Kelsterbach bei Frankfurt. Mein Objektiv war am Kölner Flughafen bereit zur Verzollung. Selbst kann man das aber nicht erledigen und man kann es auch nicht selbst abholen. Der einzige Weg an das Objektiv zu kommen ist einen Auftrag zur Zollabwicklung per E-Mail an FedEx zu senden. In dieser E-Mail muss man der Übernahme aller anfallenden Kosten zustimmen und sich zur Barzahlung beim FedEx-Zusteller bereit erklären. Außerdem kann man telefonisch einen Liefertermin abstimmen.

Die Lieferung

Heute war es dann soweit. Das Objektiv sollte bis 13h geliefert werden. Umso größer war die Überraschung, als es recht früh am Morgen an der Haustüre klingelt. Damit hatte ich nicht gerechnet und ich lag daher auch noch im Bett. Also schnell hinein in den Morgenmantel und ab zur Haustüre. Ein wenig peinlich war es dann schon, aber der FedEx Zusteller war supernett und hat über meinen Schlaflook großzügig hinweg gesehen. Zu zahlen hatte ich 228,49 Euro – Wechselgeld hatte der Bote leider nicht dabei. Mein letztes Kleingeld hatte ich in den Tagen zuvor in verschiedenen Automaten deponiert und dafür Kaffee oder Parktickets erhalten. Was tun, es fehlen 2,59 Euro…

Da trifft es sich gut, dass ich in einem alten Senfglas ein wenig “überflüssiges” Kleingeld gehortet habe. Cent um Cent kommen wir schließlich auf den fehlenden Betrag. Uff, geschafft und eigentlich war alles wirklich problemlos!

Der erste Test

Nach dem Auspacken der neuen Linse bin ich von der Verarbeitungsqualität recht angetan. Es ist mehr als solide gefertigt und die Verstellung funktioniert sehr gut. Hier ein paar Handy-Fotos meiner neuen Errungenschaft…

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Ein paar Minuten später macht mein kleiner Mac dann wieder dieses “Geräusch” – es ist eine neue E-Mail eingegangen – die Zustellung ist nun offiziell abgeschlossen und Tom Hanks, der Held aus “Cast Away” wäre sicher stolz auf seine “FedEx Kollegen” gewesen :-)

Sendung_Zugestellt

Einfuhrzoll und Steuern

Hier habe ich für Euch die komplette Aufstellung aller Kosten die bei der Einfuhr am Zollamt im Flughafen Köln/Bonn entstanden sind. Ach ja, das Dokument ist leicht “anonymisiert”, Rechnungsnummern usw. habe ich geändert, die gehen schließlich niemanden außer mir etwas an :-)

Abrechnung Zoll Einfuhrsteuer Gebühren

Abgerechnet wird zum Schluss

Schauen wir mal was das alles gekostet hat:

  • 999,- US Dollar für das Objektiv (773,04 Euro)
  • 58,- US Dollar FedEx Versandgebühren (44,90 Euro)
  • 228,49 Euro Mehrwertsteuer, Einfuhrzoll und FedEx-Gebühren

Unter dem Strich betragen die Kosten: 1046,43 Euro

Eben habe ich kurz bei amazon.de nachgeschaut und siehe da – nun ist das gleiche Objektiv unter anderem Namen inkl. einer vollwertigen Deutschen Garantie und vollem Rückgaberecht bei amazon.de erhältlich…

Die Lieferung ist übrigens kostenlos…

Fazit

Auch wenn der Kauf von Fotozubehör aufgrund des relativ niedrigen Dollarkurses günstig erscheint, wird man bei einem “offiziellen Kauf” in den USA in der Regel mehr bezahlen als bei einem deutschen Händler. Ausnahmen sind hier nur extrem preiswerte kleine Dinge die der Zoll nicht beachtet und die gleich an den Endkunden weitergereicht werden. Das habe ich schon mit dem einen oder anderen kleinen Zubehörteil aus Hongkong probiert, es hat immer gut funktioniert. Aber es waren auch stets Beträge unter 30 Euro!

Meine eingangs genannten Recherchen kann ich mit diesem Selbstversuch bestätigen. Auch wenn das neue Objektiv einen guten Eindruck macht und ich mich auf die ersten Fototouren damit sehr freue, einfacher wäre es gewesen noch zwei Wochen zu warten und es via amazon.de oder ebay.de bei Foto Walser zu bestellen.

Alternativ hätte ich auch noch ein paar Tage länger warten können, im Juni wird dieses Objektiv unter dem offiziellen Label SAMYANG  beim Bonner Citiyfotocenter erhältlich sein. Als “Großkunde” ist dort für mich ein Rabatt in Höhe von ca. 50 Euro realistisch. Somit hätte ich mit etwas Geduld bei meinem örtlichen Händler insgesamt etwa 100,- Euro sparen können!

Aber dann hätte es auch diesen aufschlussreichen Artikel nicht gegeben :-)


Honda CB 1100 – Ein moderner Klassiker 2013

Honda CB 1100 - Model 2013

(Quelle: www.honda.de)

Mit der CB 750 Four hat Honda in den 70er Jahren einen modernen Klassiker auf den Markt gebracht. Weltweit mehr als 555.000 mal verkauft, ist diese Maschine ist für viele begeisterte Motorradfahrer bis heute das erste “Superbike”. Ich erinnere mich noch gut wie ich im zarten Alter von 16 Jahren die ersten Kilometer auf meiner kleinen Zündapp GTS-50 abgespult habe. Damals lief der erste Teil von Mad Max im Kino. Ein Endzeit-Streifen aus Australien mit dem Mel Gibson praktisch über Nacht zum Superstar avancierte. Dass seine Textpassagen für die Aufführung in US-Kinos wegen seines krassen Australischen Akzents neu synchronisiert werden musste, ist hier ein witziges Detail.

Die heimlichen Stars des Films waren für mich ganz klar Motorräder im Stile der Kawasaki Z1000 oder eben der Honda CB 750 Four.

Die Motorräder haben sich im Laufe der Jahre enorm weiterentwickelt. Inzwischen leisten Motorräder wie die BMW S1000 RR fast serienmäßig fast 200PS und wiegen dabei deutlich unter 200 KG. Im Vergleich wäre das etwa ein Golf 1 mit dem 1000 PS Motor eines Bugatti Veyron. Nur um den “Nicht-Bikern” unter Euch  eine Idee davon zu vermitteln was in modernen Motorrädern drin steckt!

Aber so sehr diese modernen Motorräder auch begeistern, beim Anblick einer perfekt erhaltenen CB750 Four halten die meisten Biker meiner Generation kurz inne und denken an die längst vergangenen schönen Zeiten. Die enormen Leistungssteigerungen haben radikale Änderungen der Motorästhetik bedingt. Kein moderner Hochleistungs-Motorradmotor kommt mehr ausschließlich Luftgekühlt daher. Die Motorren sehen heutzutage eher aus wie futuristische Antriebsmaschinen. Vom Design der 70er Jahre ist praktisch nichts geblieben.

Da erscheint es fast mutig, dass Honda nun mit der CB 1100 ein Motorrad auf den Markt bringt, dass wieder einen wunderbaren zu 100% luftgekühlten Motor verwendet. Die Leistung dieses Triebwerks fällt indes mit “nur” 90 PS relativ moderat aus. Doch neben all dem Chrom und schönen Retro-Accessoires fügt er sich perfekt ins Bild des modernen Klassikers ein. Trotz der vielen Retro-Designelemente überzeugt die neue CB 1100 aber mit moderner Technik und aktuellen Sicherheitsstandards.

Aber seht selbst….

 

Hier habe ich einen schönen Vergleich Alt/Neu für Euch herausgesucht:

 

Dass diese neue Honda weniger zum Rasen als vielmehr zum genüsslichen Gleiten verführt zeigt auch dieses Video:

 

Ein schön gemachtes Review-Video aus dem kurvigen Österreich gibt es auch schon…

 

Zum Abschluss habe ich hier noch ein Video das im letzten Herbst entstanden ist. Ich war mit meiner BMW K1200R Sport zwischen Mainz und Bonn unterwegs und habe einen kleinen Umweg über Bernkastel an der Mosel gemacht. Insgesamt waren drei GoPro Kameras mit von der Partie. Bei der Abfahrt habe ich dann aber irgendwie die hintere GoPro nicht korrekt gestartet. Bei einem kurzen Check an einer Baustelle ist es mir dann aufgefallen. Die Szene in der die dritte Kamera hinzukommt ist dann auch ganz witzig :-)


Angetestet – SHOEI GT-Air

BMW_K1200RS_2001_04

Bikerglück während der ersten Ausfahrt mit dem neuen SHOEI GT-Air.

Mein erster Helm war vor etwa 33 Jahren eine “Mütze” des Herstellers LEM den es meines Wissens inzwischen nicht mehr gibt. Dieser Helm war aus Fiberglas und wog fast 2000 Gramm. Bei der Motorrad-Führerscheinprüfung gab es damals einige negative Kommentare meines Prüfers. Er sagte damals der Helm sei viel zu schwer und würde die träge Masse des Kopfes so stark erhöhen, dass man sich damit im Falle eines Auffahrunfalles schnell die Halswirbelsäule brechen könnte. Wo dieser Helm geblieben ist, das weiß ich heute leider nicht mehr, aber die Aussage des TÜV-Trüfers hat sich damals sehr eingeprägt. Bei jedem Kauf eines neuen Helms habe ich seitdem auf das Gewicht geachtet. Und tatsächlich sind die Helme im Laufe der Zeit deutlich leichter geworden. Besonders der HJC R-PHA 10, den ich im letzten Jahr gekauft habe, ist mit knapp 1200 Gramm extrem leicht. Aber dieser Helm ist auch extrem laut, zumindest auf meiner alten BMW mit der ich aktuell viel südlich von Mainz unterwegs bin.

Daheim in Bonn habe ich einen Schuberth S1 Pro sowie einen SHOEI XR-1100 zur Auswahl. Der Schuberth ist nach 6 Jahren ziemlich in die Jahre gekommen. Hier und da löst sich die Dichtung am Visier, es zieht damit manchmal etwas auf die Augen. Am Visier selbst ist mir jetzt schon zweimal während einer Tour eine kleine “Plastiknase” abgebrochen. Das hat dazu geführt, dass sich das Visier beim Öffnen einseitig aus der Verriegelung gelöst hat. Also anhalten, Helm abnehmen, Visier wieder “rein fummeln” und danach möglichst nicht mehr komplett öffnen, sonst springt es wieder heraus.

Wegen der Schwächen des Schuberth S1 Pro habe ich mir im vorletzten Jahr einen SHOEI XR-1100 gekauft. Dieser hat kein integriertes Sonnenvisier, aber es gibt ein einzigartiges Visier mit einem getönten Verlauf und das ist ziemlich genial. Auch ist die Aerodynamik des XR-1100 wirklich top. Während der Schuberth S1 Pro bei etwa 150 Km/h schnell beginnt zu pendeln, liegt der SHOEI XR-1100 ganz ruhig im Wind. Doch auch die Geräuschkulisse im XR-1100 ist sehr laut. Besonders wenn man im Hochsommer noch die vier Belüftungen öffnet beginnt dieser Helm zu pfeifen, dass man es kaum ertragen kann.

Aktuell habe ich also für Fahrten rund um Bonn auf meiner BMW K1200R Sport einen Schuberth S1 Pro und einen SHOEI XR-1100 zur Verfügung. Für die Ausritte nach Feierabend rund um Mainz auf der alten BMW K1200RS bislang einen HJC R-PHA 10.

Wirklich rundum glücklich war ich bislang mit keinem dieser Helme. Entweder sind sie laut, oder sie pendeln, oder das Innenfutter ist etwas kratzig. Perfekt war bislang kein Helm. In meinem “Archiv” habe ich übrigens noch einen 10 Jahre alten ARAI und einen 15 Jahre alten UVEX. Zur Probe bin ich auch schon wirklich viele andere Helme gefahren, zuletzt den Schuberth C3 und den SHOEI Quest. Wirklich begeistern konnten mich beide Helme allerdings nicht.

Man könnte also sagen, dass ich mich mit dem Thema “Welcher Helm ist perfekt” schon eine Weile auseinander gesetzt habe.

In der Fachpresse wurde im letzten Jahr der SHOEI Neotec ganz groß angekündigt. Es sollte der erste SHOEI mit einer integrierten Sonnenblende werden. Bei SHOEI hatte man bislang auf dieses praktische Detail verzichtet, weil es den Helm schwerer macht und die Sicherheit im besonders gefährdeten Stirnbereich verschlechtert. Bei Helmen des Herstellers ARAI geht Sicherheit über alles. Die Mehrzahl der Teilnehmer der Tourist Trophy und viele professionelle Rennfahrer schwören daher auf ihren ARAI. Diese Helme sind weder mit Ratschenverschlüssen am Kinnriemen noch mit einem integrierten Sonnenvisier ausgestattet. Bei ARAI weiß man warum!

Wer sich für einen Helm mit einem Sonnenvisier entscheidet, muss also ein erhöhtes Gewicht und Einbußen bei der Sicherheit in Kauf nehmen. Diese Helme sind also eher etwas für Tourenfahrer mit geringerem Risiko schwer zu stürzen. Auch ist bei den echten Rennhelmen des Herstellers ARAI die Visieröffnung relativ klein und damit das Gesichtsfeld eingeschränkt. Der Grund ist klar, das Visier ist eine große Schwachstelle bei einem Helm. Je kleiner die Öffnung für das Visier, umso geringer ist das Risiko, dass sich ein spitzer harter Gegenstand im Falle eines Unglücks durch das Visier in den Kopf bohren könnte.

Wer also einen Helm mit einem großen Gesichtsfeld fährt hat zwar ein tolles Gefühl und eine wirklich supergute Sicht zu allen Seiten, muss sich aber auch darüber im Klaren sein, dass ein großer Teil seines Gesichts im Falle eines Sturzes weniger gut geschützt ist als beispielsweise der Hinterkopf.

Der neue SHOEI Neotec ist nun lieferbar und ich konnte ihn in der letzten Woche kurz antesten. Nach der Testfahrt fiel mit dann auch der ebenfalls brandneue  SHOEI GT-Air in die Hände. Viele Designelemente wurden hier vom Neotec übernommen. Beide Helme haben erstmals ein integriertes Sonnenvisier, wobei der GT-Air etwas leichter ist als sein Klapphelm-Pendant. Also habe ich den GT-Air ebenfalls ausprobiert und war von diesem Helm wirklich so sehr angetan, dass ich ihn gekauft habe.

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Zum Preis von 579,- Euro bekommt man einen hoch entwickelten Helm mit sehr guter Aerodynamik und überraschend niedrigem Geräuschniveau. Dieser SHOEI ist für mein Empfinden sogar etwas leiser als der Schuberth S1 Pro und der gilt gemeinhin als leise. Ein Pin-Lock Visier ist ab Werk montiert, man muss nur die Schutzfolie entfernen. Bereits beim Probetragen im Laden fällt auf, dass man die obere Kante dieses Pin-Lock Visiers nicht sieht – Super!! Bei sehr vielen Helmen schaut man besonders wenn die Sonne am späten Abend tief steht und man den Kopf nach unten nehmen muss um nicht geblendet zu werden, immer gegen die obere Kante des Pin-Lock Visiers. Das nervt zumindest mich total und ich finde es mehr als erfreulich, dass SHOEI dieses Problem mit dem GT-Air so perfekt gelöst hat.

Die Belüfung in meinem Schuberth S1 Pro funktioniert sehr effizient, aber die drei Öffnungen leiten kalten Fahrtwind direkt von oben auf den Kopf. Das kann besonders wenn man leicht verschwitzt ist, schnell zu Kopfschmerzen führen und ist bei kühlen Ausfahrten manchmal eher unangenehm.

Der GT-Air leitet den Fahrtwind über einen recht breiten Spoiler von oben in das Innere des Helms. Die frische Luft wird im Helm stark verwirbelt und man merkt kaum ob die Belüftung geöffnet ist oder nicht. Auf der Rückseite gibt es einen kleinen Spoiler der für Unterdruck unter der Abrisskante sorgt und damit den Helm wieder entlüftet.

Bei ARAI hat man auf solche Dinge früher gänzlich verzichtet, jedes Loch in der Helmschale ist schließlich eine Schwachstelle. Dementsprechend hat mein ganz alter ARAI Helm auch keinerlei Lüftungsöffnungen, was mich im Hochsommer früher wirklich oft an den Rand meiner Belastungsgrenze gebracht hat. Das ist mit dem neuen SHOEI GT-Air nun anders. Sicherheit hin und her, ein klarer kühler Kopf ist auch ein Sicherheitsfaktor!

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Der GT-Air wiegt ohne Zubehör 1465 Gramm, ein für mich akzeptables Gewicht. Damit ist er längt nicht so federleicht wie der HJC R-PHA 10, aber er liegt auf dem Niveau des Schuberth S1 Pro und damit im guten Mittelfeld.

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Neu sind kleine rote Schlaufen an der Vorderseite der Wangenpolster. Im Falle eines Unfalls kann ein Helfer hier sehr einfach die Wangenpolster aus dem Helm ziehen und den Helm dann abnehmen OHNE die Wirbelsäule des Unfallopfers zusätzlich zu belasten. Das gefällt mir wirklich gut, hier hat jemand nachgedacht!

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Die integrierte Sonnenblende wird über einen kleinen Schieber an der linken Helmseite bedient. Das klappt mit etwas Übung auch mit Handschuhen sehr gut. Das Visier klappt sehr weit herunter und ich habe das Gefühl, dass es sogar meine Nasenspitze verdeckt. Im Schuberth S1 Pro schaut selbige immer hervor und ich hatte in den letzten Jahren im Sommer immer wieder einen Sonnenbrand auf der Nasenspitze. Schauen wir mal wie es mit dem GT Air wird.

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Im Kinnbereich gibt es einen großen Lufteinlass den man mit einem Schieber verriegeln kann. Das funktioniert recht gut und kann auch mit Handschuhen leicht bedient werden. Ist der Schieber geöffnet so strömt spürbar viel Fahrtwind nach oben am Visier entlang. Ist die Sonnenblende geöffnet, so zieht es ab ca. 50 km/h auf den Augen. Diesen Effekt kenne ich auch vom Schuberth S1 Pro, nur ist er dort stärker ausgeprägt. Schließt man das Sonnenvisier, so ist sowohl der S1 Pro als auch der GT-Air recht angenehm belüftet und das Visier beschlägt nicht.

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Im Internet war zum GT-Air zu lesen, dass der Helm pfeifen würde. Diesen Effekt kann man feststellen wenn das Visier bei höheren Geschwindigkeiten nicht korrekt geschlossen ist. Um es komplett zu schließen muss man ein kleine Nase die vorne links am Visier angebracht ist mit etwas Kraft in die Verriegelung drücken. Das Visier rastet dann mit einem deutlichen Geräusch ein und sitzt wirklich ganz perfekt. Bei langsamer Fahrt kann man es wieder öffnen und so die Belüftung des Helms verbessern. Leider kann man diese Nase nur mit der linken Hand bedienen. Steht man also an einer roten Ampel und hält die Kupplung gezogen ist es kaum möglich das Visier schnell zu öffnen. Das hat mich schon beim XR-1100 gestört. Der Schuberth S1 Pro kann auch sehr leicht mit der rechten Hand geöffnet werden.

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Hier sehen wir jetzt den GT-Air mit geschlossenem Visier von Vorne.

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Den mitgelieferten Atemabweiser muss man ordentlich fest andrücken, dann hält er sehr gut. Bei einigen Kundenbewertungen die ich im Vorfeld gelesen habe, wurde bemängelt, dass der Windabweiser immer wieder herausfällt. Ich denke, diese Kunden haben ihn einfach nicht richtig montiert.

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Das wirklich große Gesichtsfeld ist sehr auffällig. Wie gesagt ist das im Falle eines Sturzes ein Manko, aber die passive Sicherheit wird durch die große Öffnung sehr gut unterstützt weil man seine Umgebung einfach viel besser im Blick hat.

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Der GT-Air ist in vielen verschiedenen Designs lieferbar. Als ich im Laden war, gab es ihn in Größe L leider nur im Design das ihr hier sehen könnt. Es ist zwar nicht aufregend aber der Helm sieht damit auch nicht schlecht aus, irgendwie besser als in einfachem mattschwarz ist das schon. Und die weißen Applikationen leuchten in der Dunkelheit sehr schön, was wieder ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor ist.

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Hier sieht man jetzt den neuen Ratschenverschluss. Dieser ist recht weit vorn angebracht und drückt mir tatsächlich nicht auf den Kehlkopf! Bei vielen anderen Helmen hat mich der Ratschenverschluss bislang immer gestört und meine anderen Helme haben alle einen Doppel-D Verschluss. Dieser ist übrigens auf der Rennstrecke vorgeschrieben und bei ARAI gibt es nichts anderes!!

Im Bild sieht man hier noch den Windabweiser im Kinnbereich der sich sehr einfach entfernen lässt. Damit wird der Helm allerdings spürbar lauter und es zieht an den Augen!

SHOEI liefert ein nettes Zubehörteil mit dem Namen “Whisper-Strip”. Das ist ein Kragen aus hochwertigem weichen Leder mit einer etwa 10mm dicken Füllung aus Schaumstoff. Dieser Kragen kann in praktisch jeden Helm eingesteckt werden um den Lärmpegel im Helm zu senken. Aber: Der “Einstieg” in den Helm ist dann besonders in Verbindung mit dem Ratschenverschluss abenteuerlich eng. Der Whipser-Strip reduziert die Windgeräusche im Helm spürbar, aber das schnelle Entfernen der Kinnpolster klappt dann nicht mehr, so hat alles seine Vor- und Nachteile!

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Fazit:

Der SHOEI GT-Air ist ein toller Helm mit einer für meinen Kopf perfekten Passform. Das Geräuschniveau ist besonders in Verbindung mit dem Whisper-Strip erfreulich niedrig. Die Entlüftung funktioniert sehr unauffällig und im Gegensatz zum XR-1100 produziert sie keine störenden Pfeifgeräusche. Das Pin-Lock Visier ist perfekt positioniert und engt das Sichtfeld nicht störend ein. Die Aerodynamik ist sehr ausgewogen, der Helm pendelt auch bei 200 km/h praktisch nicht. Die integrierte Sonnenblende ist praktisch und lässt sich gut bedienen. Das Visier kann leicht gewechselt werden und der große Ratschenverschluss drückt nicht auf den Kehlkopf.

Der GT-Air ist damit ein ziemlich perfekter Helm für reinrassige Tourenfahrer.

Dieser Helm ist in unterschiedlichen Farben und Designs ab 499,- Euro erhältlich:


Teneriffa 2013 – Das Video

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Foto: Pico del Teide – Ostseite – Nikon D800E – AF-S 2.8/24-70 – HD-Format

Aktuell ist das Wetter ein Deutschland nach einem Temperatursturz um fast 10°C wieder einmal recht frostig. Da tut es gut wenn man sich an den Bildern der letzten Reise etwas aufwärmen kann. Die vielen deutschen Auswanderer die auf Teneriffa leben kann ich zu gut verstehen. Während in den beiden Wochen seit unserer Rückkehr fast alle Arbeitskollegen krank und schniefend durch die Gegend schleichen, genießen die Menschen auf Teneriffa das milde Meeresklima ohne Pollen und andere Dinge die hierzulande den Allergikern so sehr zu schaffen machen.

Die letzten Tage war ich wieder viel unterwegs und ich habe die Zeit abends im Hotel genutzt um auf dem frisch reparierten Mac mit Final Cut Pro X ein 19 Minuten langes Video zur letzten Reise zu erstellen. Eigentlich wollte ich noch ein paar kurze Kommentare aufnehmen, aber dann gefiel mir die Musik so gut, dass ich es gelassen habe. Anhand der kurzen Einblendungen sollte klar werden worum es in den einzelnen Sequenzen geht. Wer mehr wissen will, der kann die Schlagworte aus den Einblendungen auch hier in meinem BLOG im Suchfeld eingeben und wird dann viele Artikel und weitere Infos zu diesen Locations finden.

Ok Freunde, dann lehnt Euch mal zurück, schaltet auf FULL HD um und genießt die schönen Bilder. Ach ja, über einen “Daumen nach oben” oder den einen oder anderen Tweed bei Twitter oder ein Like bei Facebook und Co. würde ich mich natürlich sehr freuen :-)


Teneriffa 2013 – Tag 7 – Über den Wolken

Als Tag 7 beginnt bin ich ein wenig wehmütig, denn schon sehr bald werden wir diese grandiose Insel wieder verlassen müssen. Nach dem Frühstück entschließen wir uns erneut hinauf zum Pico del Teide zu fahren, wieder einmal. Diese Location zieht mich seit vielen Jahren immer wieder magisch an. Wahrscheinlich ist alles längst “abfotografiert” aber ich habe diesmal meine auf Infrarot 830nm umgerüstete Nikon D300 dabei. Die Klarheit der damit erzielbaren schwarz-weißen Infrarot-Fotografien zieht mich in ihren Bann und diese Kameras begeistert mich aktuell mehr als die supergute Nikon D800E. Klar ist die D800E moderner und besser. Sie filmt und ist noch immer der absolute Auflösungskönig. Aber eine Kamera wie die D800 oder die D800E wird schon bald zu Standardausrüstung gehören. Noch zwei Jahre und man wird kaum einen ambitionierten Fotoamateur sehen der keine Nikon D800 oder ein ähnliches Werkzeug benutzt.

Mich reizt seit jeher das Ungewöhnliche. Ich bin auf der Suche nach dem “anderen Foto”. Ich träume davon Landschaften die vielleicht schon millionenfach fotografiert wurden, anderes als alle anderen Fotografen vor mir zu fotografieren. Und aktuell ist meine umgebaute Nikon D300 dafür genau richtig.

Starten wir unsere kleine Infrarot-Serie mit meinem Favoriten dieses tollen Tages.

(Alle Bilder sind 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

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Meine Freundin Sandra hat sich regelrecht in das Vanguard Alta Pro 263 AGH und den GH-100 Kugelkopf verliebt. Das ist für mich sehr praktisch, denn so kann ich viel Platz in meinem Koffer sparen, da Sandra das Stativ transportiert. Auch heute haben wir das Alta Pro dabei und ich benutze es als Videostativ. Das klappt wirklich gut, denn auch ohne Fluidneiger gelingen mit diesem Stativ in Verbindung mit dem GH-100 Kameraschwenks wie aus dem Bilderbuch.

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An einem der Aussichtspunkte haben wir eine tolle Sicht auf Gran Canaria. In Verbindung mit der Infrarot-Kamera kann ich diese Insel trotz Dunst und der riesigen Entfernung ganz klar abbilden.

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Nach einer ausgiebigen Mittagspause und einem total leckeren Mittagessen landen wir schließlich am südlichen Hang des Teide. Hier bin ich vor etwa einem Jahr auf dem Wanderweg 17 durch eine atemberaubende vulkanische Landschaft gewandert. Heute entschließen wir uns gegen eine Wanderung, denn die Sonne brennt unbarmherzig auf uns nieder. Wir haben bereits einen satten Sonnenbrand und da wir bereits am nächsten Tag abreisen müssen, sind weder Sonnencreme noch zwei Hüte als Sonnenschutz im Gepäck. Also gibt es nur ein paar schnelle Fotos bevor wir uns wieder auf den Weg machen.

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Zwischendurch laufe ich noch schnell in den mit Asche gefüllten Krater eines alten Vulkankraters hinein. Von dort aus habe ich eine perfekte Sicht auf die beiden Vulkane von La Palma. Erneut bildet die Infrarotkamera diese wirklich weit entfernte Insel außergewöhnlich klar ab.

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Auf dem Rückweg zum Auto habe ich für Euch noch einen letzten Blick über die grandiose ungewöhnliche “Waldlandschaft” dieses schönen National Parks festgehalten. Wer genau hin schaut kann den Wanderweg 17 (Sendero 17) und die Straße erkennen, die sich durch die jungen erst etwa 100 Jahre alten Lavafelder windet.

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Hier noch ein farbiges Foto aus der Nikon D800E. Ich mag hier ganz besonders den langen schmalen Wolkenstreif der aussieht als würde der Gipfel des Pico del Teide Rauch in den Himmel blasen. Während ich dieses Foto aufgenommen habe, hat Sandra mit der Nikon D5100 und dem AF-S VR 55-300mm versucht einige der vielen Schwalben abzulichten. Aber trotz Sportprogramm war die Ausbeute nur sehr klein. Diese Vögel sind einfach zu klein und zu schnell um sie in der freien Wildbahn wirklich schön fotografieren zu können.

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Für alle die sich für das oben gezeigte Stativ interessieren, habe ich hier einen Link herausgesucht.


Teneriffa 2013 – Tag 6 – Buenavista Infrarot

El Burgado - Buenavista del Norte - Tenerife - Teneriffa

El Burgado – Landkarte anklicken für 100% Ansicht

Am 6. Tag unserer Reise bin ich von der Wanderung zur Pisaje Lunar noch ein klein wenig angeschlagen. Mir ist eher nach einem ruhigen Urlaubstag als nach der nächsten Wanderung. Sandra und ich halten nach dem Frühstück einen kurzen “Kriegsrat” und machen uns dann auf zu einem Restaurant das ich bislang nur aus der fotocommunity kenne. Letztlich landen wir in Buenavista del Norte im Restaurant El Burgado direkt am Meer.  Das Restaurant liegt wirklich ganz famos nah am Wasser. Gleich nebenan sind ein schönes Schwimmbad und der toll angelegt Golfplatz. Rechts neben dem Restaurant ist ein kleiner Wasserfall, das Wasser fließt dann durch eine Öffnung in der Wand in ein großes Wasserbecken innerhalb des Restaurants. Dann wieder über einen kleinen Wasserfall in einen kleinen künstlich angelegten Bachlauf durch das Restaurant und schließlich zwischen den Tischen hindurch über die wunderschön gelegenen Terrasse.

Wir bestellen uns zwei Steaks mit Fritten und Salat und sind von Preis und Qualität der Speisen mehr als angetan. Hier gefällt es uns und hier kann man ganz herrlich die Seele baumeln lassen.

Hier nun einige Fotos die ich mit der auf Infrarot umgebauten Nikon D300 und dem Nikon AF-S VR 16-85mm aufgenommen habe. (alle Fotos sind 1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken)

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Hier jetzt ein Foto das ich besonders beeindruckend finde. Es ist ein echtes Infrarot-Bild und es zeigt keinerlei Bewegungsunschärfe. Die Gischt der sich direkt neben dem Restaurant brechenden Welle ist bis in das letzte Tröpfchen scharf abgebildet. Mit einer herkömmlichen Kamera und einem Infrarotfilter wären diese ultrakurzen Belichtungszeiten niemals erreichbar.

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Hier einer meiner Favoriten dieser Serie. Der Horizont ist gerade wie mit dem Lineal gezogen. Und die beiden Bäume bilden einen tollen Kontrast zum blauen Himmel – der im Infrarot-Bereich natürlich fast Schwarz dargestellt wird.

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Und hier noch etwas Farbe für Eure mittlerweile “grauskalierten Augen”. Diese Fotos sind mit der Nikon D800E und dem superguten Nikon AF-S 2.8/24-70mm aufgenommen. Lieder habe ich hier nicht genug Speicherplatz um alles im Original hochzuladen. Aber vielleicht glaubt Ihr mir auch so, dass diese gewaltig großen Fotos irre fiele Details haben und hübsch groß gedruckt sehr gut aussehen würden.

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Teneriffa 2013 – Tag 5 – Paisaje Lunar

Mein Mac läuft wieder und so kann ich Euch noch kurz etwas zu den letzten Tagen der ersten Reise des Jahres 2013 schreiben – also los…

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Nachdem ich am Vortag hochgeschreckt bin und dachte, dass ich verschlafen habe, ist für den Mittwoch der Handywecker gleich mehrfach gestellt. Sandra hat ihr Handy auch auf Alarm getrimmt und so kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Ich bin ein ganz ganz schlechter Frühaufsteher, es bereitet mir regelrecht körperliche Qualen. Im Gegenzug kann ich meist nicht auf Kommando einschlafen, so dass es abends oft sehr spät wird. Am Abend VOR dem frühen Aufstehen ist das wieder einmal so. Die Nacht ist kurz und unruhig – “Bloß nicht verschlafen” geht es mir immer wieder durch den Kopf. Dann werde ich wach, draußen ist es noch dunkel und ich schaue prüfend auf die Uhrzeit an meinem Handy – ich bin 2 Minuten VOR der Weckzeit wach geworden!

Sandra will ich nicht unbedingt wecken also schleiche ich mich leise ins Badezimmer. Als ich dort fertig bin steht Sandra in der Küche. “Du weißt schon, dass Du eine Stunde zu früh bist?” Ohje, diese Zeitzonen und Sommer- und Winterzeiten machen mich echt fertig. Da habe ich bei meinem Handy alles richtig eingestellt – dachte ich. Doch irgendwas ist wieder falsch. Zwar kommt jetzt die korrekte Uhrzeit vom Netzbetreiber und die Zeitzone sollte auch korrekt sein aber die Option “Automatisch auf Sommerzeit umstellen” ist nicht aktiviert. Also bin ich irgendwie wieder falsch. Aber wie sagt man so schön “Better safe than sorry”…

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Pico del Teide bei Nacht – 2005 – Nikon D2x

Ich lege mich noch für 45 Minuten auf das Sofa im Wohnzimmer unserer tollen Hotelsuite. Wirklich schlafen kann ich nicht, zu groß ist die Angst wieder zu verschlafen – obwohl ich schon komplett startklar bin. Das wäre wirklich zu blöd…

Um 6h kommt dann Sandra aus dem Schlafzimmer und fragt mich ob ich denn nicht langsam mal los will. Ich will noch nicht, denn ich bin ja schon komplett angezogen und zum Abmarsch bereit. Da sollte es reichen um 6h30 aufzubrechen um pünktlich um 7h bei Wolfgang aufzuschlagen. Ich drehe mich auf dem Sofa um, aber zähle irgendwie doch die Minuten. Ziemlich genau um 7h bin ich dann bei Wolfgang. Er ist gerade beim Frühstück und wir können schon kurz darauf aufbrechen. Wir nehmen die Autobahn von Puerto de la Cruz in Richtung La Laguna. Bei Tacoronte verlassen wir die Autobahn und es geht über Agua Garcia und La Esperanza hinauf in die Canadas del Teide. Während ich den Mietwagen durch die zahllosen Kurven dirigiere geht bereits die Sonne auf. Insgeheim bin ich ziemlich enttäuscht. Ich hätte eine Stunde eher hier sein können, aber hätten wir das so ausgemacht, ich hätte es wahrscheinlich nicht geschafft. Als wir unseren ersten Fotospot erreichen ist die Sicht grandios, aber die Sonne steht schon recht hoch am Himmel.

Ich bin einfach nicht für Sonnenaufgänge gemacht. Wenn ich sie wirklich fotografieren will, dann muss ich an den Locations übernachten. Alles andere klappt bei mir einfach nicht, traurig aber wahr… Hier eines dieser Fotos das ich im Jahr 2005 nach einer langen kalten Nacht im Gebirge mit meiner Nikon D2x aufgenommen habe.

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Pico del Teide am Morgen – 2005 – Nikon D2x

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Pico del Teide kurz vor Sonnenaufgang – 2005 – Nikon D2x

Im Wechsel fotografiere ich mit der auf Infrarot umgebauten Nikon D300 und der famosen Nikon D800E. Später werde ich feststellen müssen, dass die D300 von der Timelapse-Aktion des letzten Abends noch auf ISO-1000 eingestellt ist. Die Fotos sind deutlich verpixelt, das hätte nicht sein müssen. Und wieder habe ich eine Lektion gelernt: Vorbereitung ist alles!

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Wir fahren weiter vor einem Aussichtspunkt zum nächsten. Es entstehen viele hundert Fotos des immer gleichen Motives. Dieser Vulkan zieht Wolfgang ebenso in seinen Bann wie er es auch bei mir schafft. Eigentlich würden ein paar Fotos ja ausreichen, aber wir versuchen uns immer wieder an diesem Motiv, denn es sieht immer wieder anders und stets majestätisch aus.

Irgendwann machen wir eine Pause und widmen uns den beiden Lunchpaketen. Später bei der Kaffeepause sehen wir dann die beiden Erlkönige wieder, von denen ich gestern schon berichtet habe.

Während wir unseren Kaffee trinken überlegen wir wie es weitergehen soll. Eigentlich habe ich hier schon alles vielfach abfotografiert, doch die Weiße Mondlandschaft, die Paisaje Lunar habe ich zuletzt im Jahr 2005 besucht. Dort könnten wir noch einmal hinfahren.

Eine Stunde später sind wir am Abzweig zur Paisaje Lunar. Die Offroad Piste ist inzwischen in recht gutem Zustand und man kann sie ohne schlechtes Gewissen mit einem Mietwagen recht gut befahren. Nach etwa 9 Kilometern endet die Huckelpiste an einem Campingplatz mitten in den Wäldern oberhalb des Dörfchens Vilaflor. Bei den Waldbränden sind vor einigen Jahren die Holzhütten zerstört wurden. Die neuen Häuser sind ins tollem Zustand und die Kinder eine großen Jugendgruppe beziehen gerade laut johlend ihre Hütten. Wolfgang und ich machen uns derweil fertig für den Aufstieg zur Paisaje Lunar. Vorsichtshalber nehme ich mein GPS mit und markiere den Standort unseres Autos mit einem Wegpunkt. Im Gepäck habe ich neben einer kleinen Flasche Wasser diesmal nur die Nikon D800E mit dem famosen AF-S 2.8/24-70mm und einem B&W Polfilter. Alles ist auf ein großes leichtes BENRO Carbonstativ montiert. Dieses Stativ habe ich Euch vor einigen Wochen in einem Video vorgestellt.

Wir starten unsere kleine Wanderung am rechten Ausgang des Parkplatzes und folgen kleinen Blechschildern die immer wieder an die herumliegenden Felsbrocken geschraubt sind. Hin und wieder gibt es auch einmal einen grünen Punkt. Sehr grob folgen wir dem Verlauf einer Wasserleitung und es geht fast stetig bergauf. Die Wanderung bringt mich an den Rand meiner Leistungsfähigkeit. Mein Asthma macht mir schwer zu schaffen und ich muss immer wieder kleine Pausen einlegen. Wolfgang ist etwa 19 Jahre älter als ich und er geht hier hinauf wie eine Bergziege. Für mich ist das frustrierend und anspornend zugleich. Dieser Kerl gibt mir immer wieder die Hoffnung auf ein entspanntes Leben als Rentner. Gemeinsam mit seiner Frau geht er jeden Donnerstag ein paar Stunden wandern, reist viel, lebt gesund und genießt das Leben in vollen Zügen. Für mich ein wirklich erstrebenswertes Ziel.

Nach etwa zwei Stunden Aufstieg hören wir plötzlich Stimmen. Irgendwer johlt und jauchzt da im Wald. Wir gehen weiter und es kommen die ersten Ausläufer der Paisaje Lunar in Sicht. Etwas später ist dann klar wer hier den Trubel veranstaltet. Es ist eine Gruppe von vier Frauen und zwei Männern. Alle sind scheinbar jenseits der 60 und benehmen sich trotzdem wie kleine Kinder. Ob ich auch einst so sein werde?

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Paisaje Lunar – 2005 – Nikon D2x

Als sie endlich weg sind wird es wirklich ruhig und wir können endlich unsere Fotos in aller Ruhe komponieren. Letztlich werde ich mit fast den gleichen Fotos zurückkehren die ich bereits im Jahr 2005 aufgenommen habe. Nur sind sie jetzt 300% größer. Na ja, wer’s braucht…

Der Rückweg ist nicht weniger anstrengend. Zwar geht es fast nur bergab, aber das lose Geröll erfordert alle Aufmerksamkeit. Wolfgang hat sich bereits vor mehr als einem Jahr von allen schweren Spiegelreflexkameras getrennt und fotografiert nur noch mit einer leichten Bridge-Kamera von Panasonic. Diese liefert immer wieder beeindruckende Bildergebnisse und ich habe den Eindruck, dass diese Fotoausrüstung sehr dazu beiträgt, dass er so unbeschwert die Berge hinauf und hinab wandern kann. Ich habe derweil die D800E von Stativ getrennt und versuche an den ganz abschüssigen Stellen den fehlenden Wanderstab so gut wie möglich mit dem Stativ zu ersetzen.

Immer wenn ich Wolfgang wieder ein Foto machen sehe bin ich ein wenig neidisch. Ich habe mehr als doppelt so viele Pixel, aber braucht man das? Der “Unbeschwerten Leichtigkeit des Seins” ist meine Fotoausrüstung jedenfalls nicht zuträglich…

Als wir zurück am Auto sind brennt die Sonne mächtig stark auf uns herab. Weil ich ziemlich geschafft bin wählen wir für den Rückweg die Autobahn. Das dauert fast genauso lang wie die tausend Kurven, aber es fährt sich etwas entspannter. Als wir bei Wolfgang und Karin eintreffen sind unsere Frauen auch schon dort. Ihre Laune ist gut, sie hatten einen tollen Tag auf Manolos kanarischem Reiterhof etwas oberhalb von Santa Ursula.

Später beim Versuch die Fotos des Tages auf meine neue externe Tunderbolt-Festplatte zu kopieren wird mir dann mein MacBook verrecken. Aber das ist ja jetzt auch schon wieder alles Geschichte. Was bleibt – zumindest bist zum nächsten Festplattencrash – sind die Fotos dieses schönen Tages. Hier eine kleine Auswahl… (1000 Pixel hoch oder breit – einfach anklicken…)

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BMW R1200 GT / RT – Modell 2013/2014

Mein kleiner Mac ist wieder heil und schon ist auch das erste Video der letzten Reise nach Teneriffa online. Die Aufnahmen entstanden am 5.  Tag als ich gemeinsam mit meinem Freund Wolfgang ganz früh am Morgen hoch in die Canadas del Teide gefahren bin. Nach unserem anstrengenden ersten Shooting haben wir eine kleine Pause etwas abseits der Straßen gemacht und uns unsere beiden Lunch-Pakete vorgeknöpft.  Diese Lunch-Pakete gibt es übrigens in fast allen Hotels für eilige Fotografen die morgens ganz früh los wollen! Im Las Aguilas in Puerto de la Cruz kosten sie 3,50 Euro – sie sind also echt preiswert. Im Lunch-Paket findet man vier Sandwitches, einen Apfel, eine Orange, eine Kiwi, einen Yoghurt, Besteck und eine kleine Flasche Mineralwasser. Das alles für 3,50 Euro – das ist nicht schlecht!

Während wir also über die Fotografie philosophieren und das Für und Wider schwerer großer Kameras diskutieren, höre ich ein fast vertrautes Geräusch, es kommt ein Motorrad. Hey und was für eines, ein getarnter Erlkönig kommt da angebraust. Im Vorbeifahren erkenne ich einen Kardan auf der linken Seite und einen Boxermotor, das muss die neue wassergekühlte BMW R1200 GT (vielleicht auch R1200 RT) sein. Ich selbst bin viele Jahren lang eine BMW R80 RT gefahren. Das ist sozusagen der “Ur-Vater” des deutschen Reisemotorrades. Ich habe sie geliebt und war mit ihr viele viele tausend Kilometer unterwegs. Nach all den Jahren hat es mich dann aber gestört immer hinter einer Scheibe zu sitzen. Ok, das war bequem, aber die Scheibe war zum Schluss stark verkratzt und ich hatte einfach Lust auf etwas neues. Die ganze Geschichte findet Ihr im Artikel “Meine Mopeds“.

Heute liebe ich meine BMW K1200 mit Reihenvierzylinder. Egal ob die neue oder das alte Modell, es sind tolle Motorräder. Erst heute habe ich die erste kleine Ausfahrt mit meiner alten K1200 RS Baujahr 2001 (131 PS) unternommen. Der Tacho steht inzwischen bei 103.900 Kilometer und sie läuft noch immer fast wie eine neues Motorrad. Hier habe ich ein Video in dem man sie sehen kann.

Und hier könnt Ihr sehen und vor allem hören wie sich das neuere Modell, meine K1200R Sport Baujahr 2007 mit 163 PS anfühlt. Eine hammergeile Rakete ist das :-)

Verglichen mit der K1200R Sport ist eine BMW R1200 GT eher ein gemütliches Reisemotorrad. Irgendwie ist es eine sehr konsequente Weiterentwicklung meiner alten R80 RT. Diese war damals bahnbrechend und gemeinsam mit der sportlicheren R100 RS eines der allerersten Motorräder mit einer Vollverkleidung. Noch heute werden diese Motorräder in vielen Ländern von der Polizei gefahren und dort wegen ihrer Robustheit und Zuverlässigkeit sehr geschätzt.

Die Abgasrichtlinien innerhalb der EU werden auch für Motorräder immer strenger. Mit einem luftgekühlten Boxermotor war da letztlich nichts mehr zu holen. Also hat man sich bei BMW entschlossen ein komplett neues Motorrad zu konstruieren. Der Motor sollte wassergekühlt sein. Doch wie baut man einen Boxermotor der noch halbwegs nach einem BMW Boxer aussieht, der aber eine Wasserkühlung verwendet? Meiner Meinung nach haben die BMW-Ingenieure diese Aufgabe sehr gut gelöst. Das neue Modell ist keine “Güllepumpe” wie die alte Honda CX500 geworden und das ist auch gut so! Dieser Motor war nämlich wirklich keine Schönheit. Der Trick beim neuen BMW Boxer ist, dass er nur zu etwa 35% auf die Wasserkühlung angewiesen ist. Den Rest besorgen weiterhin Kühlrippen an den Außenwänden der beiden Zylinder.

Die Wasserkühler sind zudem so gut versteckt, dass es eigentlich kaum auffällt, dass dieser Motor eine komplett neue Generation darstellt.

Sehr auffällig ist, dass die erst vor einigen Tagen vorgestellte neue BWM R1200 GS – also die Geländeversion –  den für BMW so typischen Kardanantrieb nun auf der linken Seite hat. Als diese getarnte neue BMW da oben im Gebirge auf Teneriffa an mir vorbei gerauscht ist, fiel mir dies sofort auf und es schoss mir durch den Kopf “Der Kardan ist links – der Wahnsinn – das muss die neue BMW R1200 GT sein!” (Vielleicht wird sie auch R1200 RT heißen – warten wir es mal ab…)

Einige Sekunden später dann das gleiche Geräusch, es gab noch einen zweiten identischen Erlkönig. Ich war da ein wenig aus dem Häuschen und habe mich geärgert, dass ich keinen Fotoapparat griffbereit hatte. Aber dann etwa eine Stunde später, als wir uns gemütlich auf etwa 2.000 Metern Höhe in der Sonne einen Kaffee (Barraquito) genehmigen, kommen die beiden Erlkönige wieder angefahren und parken sogar direkt vor unserer Nase. Schnell rüber zum Auto, die Videokamera holen, kurz warten bis die beiden Mädels auf dem Klo verschwunden sind die die Kerle sich einen Kaffee bestellen und schon kann ich zwei Motorräder filmen die es eigentlich noch gar nicht gibt.

Teneriffa ist nicht so wirklich groß und so habe ich diese beiden auffälligen Motorräder noch mehrmals wieder gesehen. Ganz witzig war übrigens, dass mir auch die Radfahrer des SKY-Teams immer wieder vor der Nase herum geflitzt sind, aber das ist eine andere Geschichte :-)


Teneriffa 2013 – Tag 5 – Der Mac ist kaputt

Eigentlich begann der Tag ganz ordentlich. Abgesehen davon, dass ich heute eine ganze Stunde zu frueh auf den Beinen war, klappte bis vor etwa einer Stunde soweit alles ganz gut. Zum Sonnenaufgang war ich mit meinem Freund Wolfgang oben am Teide und es gab viele schñne Fotos. Beim Kaffee danach habe wir zwei Erlkoenige gesehen und fotografiert. Zwei komplett mit Folie getarnte BMW R1200 GT werden aktuell hier auf Teneriffa zur Probe gefahren. Schoene Mopeds und ich habe Fotos davon :-)

Nach der Begegnung mit den Erlkoenigen ging es zusammen mit Wolfgang zur Paisaje Lunar, der weissen Mondlandschaft. Der Weg dahin ist weit und staubig. Zuletzt war ich 2005 dort, also war und dieses schoene Areal heute eine lange schweisstreibende Wanderung wert. Am Ende des Tages habe ich dann eben versucht die fotografische Beute an meinem schonen fast neuen MacBook Pro auf die ganz neue exteren Tunderbolt Festplatte zu kopieren.

Der Kopiervorgang blieb dann mitten drin stehen. Nichts geht mehr auf dem schoenen Mac, nur die Maus laesst sich noch bewegen. Nach etlichen langen Warteminuten halte ich den Ein/Ausschalter so lange fest bis das Ding neu startet. Aber er start nicht wirklich sondern schaltet sich nach einer Weile immer wieder ab. Ich versuche es mit der Reparaturkonsole. Dort sagt mir dann das Festplattendienstprogramm, dass die primaere Festplatte, eine schnelle SAMSUNG SSD mit 256 GB defekt ist und repariert werden muss. Diese Reparatur klappt aber nicht, ich solle alle Daten sichern und dann das Betriebssystem nach einer Formatierung der SSD neu installieren. Na super, das hat mir gerade noch gefehlt…

Es ist also Essig mit neuen Fotos und bloggen kann ich nur noch fuer einen Euro je 15 Minuten an einem der Computer die im Foyer des Hotels bereitstehen :-(

Liebe Freunde, ich versuche jetzt mal diesen Tag mit einer Muetze Schlaf zu beenden und mich nicht zu sehr zu aergern.

Am Wochenende bin ich wieder daheim und da gibt es ein ordentliches WLAN, Schraubendreher, jede Menge Reservefestplatten und hoffentlich eine Prise Glueck. Na schauen wir mal…

Bis Sonntag ist hier also leider Funkstille – frustig aber wahr…


Teneriffa 2013 – Tag 4 – Auditorio und Taganana

Als ich durch ein Geräusch hochschrecke scheint schon das erste Tageslicht in unser Schlafzimmer. Ich zucke zusammen und frage mich ob ich vielleicht verschlafen habe. Irgendwas wildes habe ich geträumt, was genau kann ich nicht mehr sagen, aber es muss wirklich wild gewesen sein. Mein Handy das mich wecken sollte, ist nicht auf der kleinen Kommode neben meinem Bett. Ob ich es überhört habe? Wie elektrisiert springe ich halb schlaftrunken aus meinem Bett und wanke ins Wohnzimmer. Wo ist das Handy, wo ist es bloss. Schließlich finde ich es in meinem Fotorucksack. Es ist im Flugmodus und es zeigt als Uhrzeit 8h51 – Oh Mist – Mist – Mist – ich habe verschlafen, ich wollte um 7h oben bei Wolfgang und Karin sein und dann wollte ich gemeinsam mit Wolfgang hinauf in die Canadas del Teide fahren um den höchsten Berg Spaniens im ersten Morgenlicht zu fotografieren.

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Ziemlich hektisch versuche ich das Telefon zu entriegeln. Endlich klappt es, schnell den Wolfgang anrufen und fragen ob er schon los ist oder ob er noch auf mich wartet. Es klingelt, und klingelt und klingelt – es klingelt ziemlich lang und dann ist Wolfgang dran. Mit sonorer Stimme sagt er „Guten Morgen!“ Ich lege sofort los „Hallo Wolfgang, Du es tut mir total leid, aber ich habe irgendwie verschlafen und jetzt ist es schon fast 9h. Ich ziehe mich schnell an und komme dann zu Euch hoch, ok?“ Am anderen Ende eine kurze Bedenkpause, das muss Wolfgang erst einmal sacken lassen. Und als er sich sicher ist, dass ich ihn nicht zum Narren halten will sagt er: „Mittwoch Ansgar, Mittwoch, wir wollen uns am Mittwoch treffen, das ist MORGEN! Komm leg‘ Dich wieder hin!“ Ich bin sprachlos, wie konnte ich mich so vertun. Ok, ich bin jetzt 49 Jahre alt, da lässt das Hirn langsam nach, aber um einen ganzen Tag? Das ist mir lange nicht passiert. Ich entschuldige mich kurz für meinen “Weckruf” und wanke samt Telefon zurück ins Schlafzimmer.

Sandra schaut mich an: „Was hat Dich denn gebissen, Du bist ja eben aus dem Bett gesprungen als hätte Dich eine Tarantel gebissen!“ Ich erzähle ihr wie ich mich vertan habe. Danach synchronisieren wir unsere Handy-Wecker. Mein Telefon ist so eingestellt, dass es die aktuelle Uhrzeit NICHT vom Telefon-Provider übernimmt. Das ist ein Fehler, denn es nicht kurz vor 9h wie gedacht sondern erst kurz vor 7h. Wolfgang muss mich für komplett verrückt halten. Na ja, morgen können wir das klären…

Also wieder rein ins Bett und noch ein bisschen weiterschlafen. Das ist auch gut, denn nach diesem Schreck bin ich ziemlich fertig mit den Nerven!

Später gibt es dann Frühstück und gegen 11h sind wir endlich startklar. Keine Ahnung warum wir morgens immer so unglaublich lange brauchen bis wir endlich startklar sind, aber wir sind ja nicht auf der Flucht sondern haben Ferien! Unser Ziel ist das Auditorio in der Hauptstadt Santa Cruz. Dieses schöne Opernhaus hat es mir angetan und ich war schon einmal dort um es zur blauen Stunde zu fotografieren. Heute will ich mal versuchen einige abstrakte Details zu finden und das Spiel aus Licht, Schatten und geschwungenen Formen mit meiner auf Infrarot 830nm umgebauten Nikon D300 festzuhalten.

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Gleich neben dem Auditorio finden wir einen Parkplatz und sind nicht schlecht überrascht, dass das große schöne angelegte Schwimmbad gleich neben dem Auditorio fast leer ist.

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Am Opernhaus angekommen nehmen wir uns viel Zeit für unglaublich viele Fotos. Dieses Gebäude ist wirklich einzigartig. Zu meinem Erschrecken muss ich aber feststellen, dass sich auch hier die ersten baulichen Mängel zeigen. Scheinbar ist das hier so üblich. Die Mehrzahl der Häuser wird billig gebaut und dann versucht man sie teuer zu verkaufen. Findet sich ein Dummer, so wundert er sich nicht schlecht wenn er nach wenigen Jahren mit umfangreichen Sanierungsarbeiten beginnen darf. Beim Auditorio scheint das nicht anders zu sein. Mich stimmt das jedenfalls nachdenklich…

Nach unserer Fotosession geht es zurück zum Parkplatz. Dort ist der kleinste MacDonalds den wir je gesehen habe. Er gleicht ein wenig einer Wurstbude auf einem Weinfest oder einer Kirmes. Aber die Burger sind ganz frisch und schmecken lecker. Zwei Burger später geht es dann mit dem total aufgeheizten Mietwagen in Richtung Norden.

Am Morgen sind wir bei etwa 22°C gestartet, inzwischen sind die Temeraturen weitergeklettert. Die Klimaanlage läuft auf höchster Stufe, trotzdem schwitzen wir im Auto vor uns hin. Wenn man bedenkt, dass in Deutschland aktuell nachts noch Bodenfrost herrscht, dann ist das schon ein krasser Unterschied. Vorbei an den Hafenanlagen fahren wir in Richtung Playa de las Teresitas. Kurz vorher weist dann ein Schild nach links in Richtung Taganana. Die Straße ist toll ausgebaut und während ich unseren Opel Astra durch die Kurven schwinge wünsche ich mir hier mal ein paar Wochen Urlaub mit einem Motorrad zu machen. Bis Taganana sind es etwa 16 Kilometer. Eigentlich wollen wir auch gar nicht nach Taganana sondern etwas weiter bis nach Benijo. Dort gibt es schöne einsame Strände und hier könnte Sandra etwas schwimmen gehen während ich am nächsten Strand ein paar Fotos mache.

Gesagt getan, zwischen Taganana und Benijo setze ich Sandra am Strand ab und fahre ein paar Minuten weiter nach Benijo. Dort finde ich tatsächlich sofort einen Parkplatz, was dort wegen der super engen Straßen gar nicht selbstverständlich ist. Bepackt mit mehreren Objektiven, Kameras und einem großen Stativ geht es die vielen Stufen hinab bis zum felsigen „Strand“. Es ist heiß wie die Hölle und während mir die Sonne das Hirn grillt versuche ich ein paar vernünftige Fotos auf die Reihe zu bekommen. Bewegen kann ich mich kaum denn ich bin so verschwitzt, dass die Hose an den Beinen klebt.

Hier dreimal das gleiche Motiv. Einmal mit Nikon AF-S VR 16-85mm, dann mit Lens Baby II und dann mit Nikon AF-D 2.8/10,5mm Fisheye!

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Nach etwa einer Stunde gebe ich auf und sammle Sandra wieder am Strand ein. Beide haben wir einen Sonnenbrand. Bei mir ist es mal wieder die Nase, bei ihr der Rücken, Schultern, eigentlich ist fast die halbe Frau rot von der intensiven Sonne. In einem der vielen Restaurants gibt es ein großes Glas Bier mit Sprite – lecker! So gestärkt fahren wir die gefühlten 1.000 Kurven zurück zum Hotel. Am Mirador oberhalb von Las Mercedes springe ich kurz mit der D300 aus dem Auto um quer über die Insel hinweg ein Foto meines Lieblingsberges zu schießen. In den letzten Tagen und Wochen hat sich der Gute häufig in Wolken versteckt, nun ist er endlich einmal sehr schön klar zu sehen. Ein wenig dunstig ist es rund herum, aber die Infrarot-Kamera vermag das zu einem guten Stück zu durchdringen, so dass letztlich doch zwei ganz brauchbare Fotos entstehen.

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Alles in allem war es ein sehr schöner Tag, auch wenn die ungewohnt starke Sonne und heute ziemlich zugesetzt hat. Aber das wollten wir ja auch. Kalt und grau könnten wir es ja auch in Deutschland haben :-)

Obwohl ich die Videokamera und die Nikon D800E mit im Gepäck hatte, habe ich fast ausschließlich mit der ultracoolen Infrarot-Kamera fotografiert. Heute habe ich diese D300 mit langen Teleobjektiven benutzt (erstes Foto ganz oben), es war eine “Loreo Lens in a Cap” Lochblende mit Plastiklinse montiert, ich habe mit einem Lens Baby II experimentiert und nicht zuletzt habe ich am Auditorio etliche Infrarot-Fotos mit dem Nikon AF-D 2.8/10,5mm Fisheye geschossen.

Dieser Umbau hat sich für mich zu 100 Prozent gelohnt. Dass ich bei jedem Foto einige Staubkörner wegstempeln muss, die sich scheinbar zwischen dem neuen Infrarotfilter und dem Chip befinden, das ist lästig, aber man kann damit leben. Das geniale ist eben, dass ich nun Infrarot-Fotos mit praktisch allen Objektiven aufnehmen kann die sich an das Nikon F-Bajonett ansetzen lassen. Ob Lochblende oder Fisheye, es klappt so ziemlich alles an dieser Kamera und das hebt die Infrarot-Möglichkeiten auf ein vollkommen neues Niveau!

Hier noch drei Fotos die ich mit der Nikon D800E gemacht habe. Irgendwie ist sie auch ziemlich cool :-)

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Mein “Bild des Tages” ist dieses hier. Es ist mit der D800E und dem Nikon AF-S VR 4/16-35mm aufgenommen. Bei der Schwarz-Weiß-Konvertierung habe ich das Preset “Infrarot” verwendet. Damit bekommt das Bild einen ganz ähnlichen Touch wie die Bilder aus der D300. Nur sieht es für mein Empfinden noch etwas edler aus. Was mir hier ganz besonders gut gefällt sind die vielen diagonalen Linien die fast perfekt in den Bildecken auslaufen. Ich hätte es noch korrigieren können, aber ich wollte Euch auch mal ein Bild zeigen, bei den ich nur die Farben durch Graustufen ersetzt habe und das ansonsten unbearbeitet ist.

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Fazit

Beide Kameras machen Spaß, aber man kann eben nicht wirklich mit mehr als einer Kamera gleichzeitig fotografieren. Und morgen werde ich versuchen nicht zu verschlafen und ganz pünktlich um 7h bei Wolfgang vor der Türe zu stehen. Ob es geklappt hat, das könnt Ihr morgen Abend lesen :-)


Teneriffa 2013 – Tag 3 – Mein Geburtstag

Vor vielen Jahren habe ich mal einen Afrikaner aus Kenia kennengelernt. Sein Name war Cliff und wir haben uns irgendwann einmal darüber unterhalten wie er in Kenia früher seinen Geburtstag „begangen“ hat. Cliff hat mir damals erzählt, dass die Menschen in seinem Dorf ihren Geburtstag als einen Tag der Einkehr begangen haben. Dass sie allein hinaus in die Natur gegangen sind um dort diesen Tag allein mit ihren Gedanken zu verbringen. Mir war das damals sehr fremd, für mich gehörten eine Party und viele tolle Geschenke zu einem Geburtstag einfach dazu.

Inzwischen ist das bei mir grundlegend anders. Parties mag ich nicht mehr so richtig und als ich im Jahr 2010 meinen Geburtstag auf dem Weg nach Las Vegas erleben durfte und dieser unter Berücksichtigung der Zeitverschiebung mehr als 30 Stunden lang war, da setzte ein Umdenken ein. Inzwischen ist mir der Gedanke sehr vertraut an einem Tag im Jahr mal über das Leben, das Universum und den ganzen Rest nachzudenken. Heute hätte es so ein Tag werden können, aber dann kam alles ganz anders…

Nach dem ausgedehnten Frühstück erreiche ich meinen Freund Wolfgang am Telefon. Er sitzt unten in La Paz dem deutschen Stadtteil von Puerto de la Cruz bei „Pepito“. Dort treffen sich jeden Montag einige deutsche Residenten um den neuen Spiegel zu lesen und die politischen Ereignisse in aller Welt zu diskutieren. Als wir telefonieren löst sich die Runde gerade auf. Wir verabreden uns für 13h am Plaza de Charco, dem zentralen Platz im Herzen von Puerto de la Cruz. Von dort aus geht es zu einem sehr netten kleinen Thailändischen Restaurant. Später gibt es auf der Plaza eine tolles leckeres Eis und einen Barraquito con Vitaminas – lecker!!

Ich habe heute alle Kameras im Hotel gelassen, lediglich die um Infrarot umgebaute Nikon D300 mit dem 16-85mm Objektiv darf mit. „Less is More“ wie Ludwig Mies van der Rohe bereits im letzten Jahrhundert postulierte… Wir parken unser Auto am Playa de Jardín und schießen dort die ersten Fotos.

(Alle Fotos 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

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Unsere Frauen entschließen sich gemeinsam hoch zum Manolos Reiterhof zu fahren. Wolfgangs Frau Karin gibt dort eine Stunde Reitunterricht für ein kleines Mädchen. Sandra ist sowieso Feuer und Flamme für diesen Reiterhof und freut sich sehr die vielen Pferde wieder zu sehen. Also trennen sich kurz unsere Wege. Sandra, Karin und Wolfgang fahren schon einmal vor und ich nutze den Weg zum Auto für einige Infrarotfotos.

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Während sich unsere Mädels mit den Pferden beschäftigen, tun Wolfgang und ich etwas Vernünftiges, wir genießen den schönen warmen Tag bei Kaffee und Keksen auf seiner Terrasse mit Blick auf den höchsten Berg Spaniens, den Pico del Teide. Leider müssen wir heute wegen der dichten Wolken raten wo er gerade ist, aber er bewegt sich extrem langsam und daher steht er auch heute noch dort wo er bereits seit einigen tausend Jahren steht. Die Wolken sind also kein Problem, er ist ja da, wir wissen es…

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Als Karin und Sandra vom Reiten zurück sind plauschen wir noch ein Weile. Sandra und ich verabschieden uns gegen 19h und fahren rüber zum Monasterio in Los Realejos. Das ist ein schönes alten Kloster von dem ich hier schon oft berichtet habe. Ein deutscher Wirt hat hier eine Reihe toller Restaurants mit leckerem Essen und gutem Service etabliert.

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Als wir „unserer Restaurant“ betreten werden wir von Oberkellner D. Juan mit einem Handschlag begrüßt. Man kennt sich inzwischen und er scheint sich zu freuen, dass wir ihm und seinen Mitarbeitern immer wieder einen Besuch abstatten. Zuletzt waren wir dort an Heiligabend zu unsrem großen Weihnachtsessen. Heute gibt es gegrillte Fisch-Filets mit Kanarischen Schrumpelkartoffeln sowie roter und grüßer Mojo-Sauce. Das schmeckt supergut und wir spülen mit einem großen Radler nach, das man hier Shandy nennt.

Am den Nachbartischen sitzen mehrere deutsche Paare. Ich bekomme nur das Gehabe mit, verstehen tue ich bei all den Umgebungsgeräuschen fast nichts. Und das ist vielleicht auch besser so. Sandra spitzt jedenfalls die Ohren, verdreht die Augen und hat Mühe zu fassen wie sehr sich manch deutscher Tourist im Ausland daneben zu benehmen vermag. Zoff wegen der Bestellung am einen Tisch, am anderen Tisch eine Flasche Wein die er probiert, für gut befindet, die sie aber nicht trinken will weil sie der Meinung ist der Wein schmecke nach Kork. Ihm ist die Show irgendwie peinlich, er geht rüber zum Kellner und bittet um einen anderen Wein. Dieser kommt sofort aber dann lässt er sie kosten. Die Rache des kleinen Mannes könnte man es nennen. Ihr scheint das ein wenig peinlich zu sein, aber sie überspielt es so gekonnt, dass selbst wir es nicht bemerken. Erst riecht sie intensiv am Korken, dann am Wein im Glas, dann nochmals am Korken, dann wird der Wein hin und her geschwenkt, zweimal riechen, dreimal, viermal, ein Schlückchen, schlabbern zwischen den Backentraschen, schlucken riechen, ein neuer Schluck, riechen, dann das erlösende „Oh ja, der ist ganz ok!“ Au Backe denke ich nur und bin froh, dass ich nur das Gehabe erleben durfte und die passende Konversation nicht in voller Schönheit verfolgen musste.

Manchmal ist es gar nicht so verkehrt wenn man nicht alles hören kann :-)

Nach dem leckeren Essen geht es zurück ins Hotel. In der Stadt hat Sandra eine Flasche Ramazotti organisiert. Der ist hier schwer zu kriegen und ich bin froh, dass ich beim BLOGgen einen leckeren Schluck zu mir nehmen kann.

So einfach kann ein Geburtstag auch sein. Keine unzufriedenen Schwiegermütter, keine streitenden Kinder, alles erläuft in Harmonie und Frieden. Vielleicht war dieser Tag dem was mein Freund Cliff damals beschrieben hat gar nicht so unähnlich.

Ok, Freunde, jetzt werde ich mich meiner Geburtagspost widmen. Neben all den Anrufen habe ich fast 100 E-Mails, Grußkarten, Facbook-Messages usw. bekommen. An dieser Stelle schon einmal meinen ganz herzlichen Dank an meine Familie und Freund, sowie an alle treuen Leser und alle die mir bei meinen Reisen und Artikeln so oft mit Rat und Tat beiseite gestanden haben.

D*A*N*K*E


Teneriffa 2013 – Tag 2 – Infrarotfotografie im Paradies

Als ich wach werde schmerzen die Schultern wie die Hölle. Das Hotel ist wirklich gut, aber die Matratzen hart wie das Grün auf einem Billardtisch. Und dann die Kopfkissen, sie sind schmal und lang, dafür ziemlich dünn, alles nichts für Seitenschläfer. Dementsprechend bin ich beim Frühstück noch ziemlich zerknittert. Das Hotel ist ziemlich voll, beim Frühstück kommt es mir vor als wäre es nahezu ausverkauft. Wegen des etwas kühlen Wetters sitzt aber niemand draußen auf der Terrasse. Vielleicht traut sich auch niemand. Da es im Speisesaal brechend voll ist, machen wir den ersten Schritt und setzen uns raus unter die Wolken :-)

Vor uns liegt das Tal von La Orotava und ganz oben am Rand des Gebirgszuges kann ich die weißen Türme der Sternwarte sehen. Sandra nennt sie immer die Wetterstation. Ich muss jedes Mal grinsen, was haben Teleskope mit dem Wetter zu tun? Irgendwann sprechen wir darüber und jetzt ist es auch für mich nur noch die „Wetterstation“.

(Alle Fotos sind 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

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Da es gegen 10h nur etwa 19°C warm ist, beschließen wir mit unseren Kameras zum Schmetterlingsgarten in Icod de Los Vinos zu fahren. Natürlich fahren wir nicht wirklich mit unseren Kameras, sondern mit unserem Mietwagen, die Kameras liegen nur im Kofferraum – nur dass hier keine Missverständnisse passieren und Legenden geboren werden. „Ach der Ansgar, das ist doch der der immer mit seiner Nikon durch die Gegen fährt…“

In Icod angekommen fahren wir immer in Richtung „Drago Millenario“. Das ist ein mehrere hundert Jahre alter Drachenbaum der hier auf der Insel sehr verehrt wird. Kurz vor dem „Parque del Drago“ ist auf der linken Seite ein sehr modernes Parkhaus in den Felsen gebaut. Dort stellen wir unser Auto ab und laufen ein paar Meter zum „Mariposario“. Der Eintritt ist nicht teuer und in dem großen warmen Raum erwarten uns viele hundert wunderschöne Schmetterlinge. Eine Jacke braucht man hier nicht, die Schmetterlinge lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von etwa 27°C – Es ist also endlich warm – fast ein wenig zu warm – aber uns Deutschen kann man es ja eh nicht recht machen :-)

Statt zu fotografieren filme ich fast ausschließlich mit der Nikon D800E, dem AF-S VR 2.8/70-200mm und dem TC-17E II Telekonverter. Die Hintergrundunschärfe ist mit dieser Objektiv-Kombination noch bei Blende 8 wirklich schön. Und man kommt sehr nah an die Schmetterlinge heran. Das korrekte Fokussieren ist etwas schwierig und ich würde mir einen Getriebeneiger wünschen. Aber mit dem FLM 38FT Kugelkopf klappt es trotzdem recht gut. Als Stativ habe ich ein recht großes BENRO Carbonstativ dabei. Zum Stativ und Kugelkopf gibt es bei YouTube ein Video das ich vor einigen Wochen aufgenommen habe. Diese Kombination ist schön leicht, trotzdem stabil und funktioniert sehr gut.

Lediglich saubere Kameraschwenks sind damit schwierig oder gar nicht zu realisieren. Auch kann man nicht zoomen oder am Fokusring drehen ohne, dass die jeweilige Video-Sequenz völlig verwackelt ist. Hier wären einige Hilfsmittel angesagt, oder gleich eine „richtige Videokamera“.

Im Schmetterlingsgarten halten wir uns wirklich lange auf und als die Füße langsam weh tun und die Akkus fast leer sind geht zurück zum Auto. Die Parkgebühr beträgt 4,10 Euro, das ist ganz erträglich. Von Icod de Los Vinos geht es weiter in Richtung Buenavista del Norte. Dort zweigen wir dann in Richtung Masca ab und machen am Mirador oberhalb von Masca eine schöne Mittagspause. Es sind schwere Wolken am Himmel und es fällt das eine oder andere einsame Regentröpfchen traurig zwischen die noch eingedeckten Tische. Wir setzen uns trotzdem hinein, draußen ist es etwas windig und kühl. Bei Kanarischen Schrumpelkartoffeln und leckerem Bier lassen wir es es uns gut gehen. Zum Abschluss gibt es noch ein Eis von „Kalise“ – das schmeckt wie ein Magnum Mandel – sooo lecker…

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Frisch gestärkt wandern wir durch Masca. Der kleine Ort ist nach den schweren Brände vor einigen Jahren wieder völlig hergestellt. Nur die schwarzen Stämme der vielen Palmen erinnern noch an das Inferno. Nach unserer kleinen Wanderung genießen wir auf der Terrasse eines der Restaurants bei einem leckeren Barraquito con Vitaminas lassen wir es uns so richtig gut gehen.

Mit vielen Zwischenstopps geht es über Santiago del Teide über die Serpentinen an den südlichen Hängen hinauf in die Canadas del Teide. Kurz vor Sonnenuntergang sind wir dort. Es ist jetzt etwa 19h und die Sonne wird in etwa 60 Minuten untergehen. Wenn wir das abwarten bekommen wir im Hotel nichts mehr zu Essen. Außerdem haben wir dort auf 2.300 Metern im Schatten nur noch 4°C und und uns bläst ein strammer Wind ins Gesicht. Also gibt es nur noch wenige Zwischenstopps, wir geben Gas und fahren den weniger kurvenreichen weg über La Esperanza, Agua Garcia und Tacoronte zurück nach Puerto de la Cruz. Im Hotel angekommen bin ich froh als ich das Auto endlich abstellen kann. Wir sind nun seit fast 10 Stunden unterwegs und ich bin die vielen Kurven leid. Der Kopf tut weh und ich habe irgendwie ziemlich heftige Zahnschmerzen. All das kommt mir vor als wäre ich von der Fliegerei des Vortages noch etwas angeschlagen.

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Da kommt es gerade recht, dass meine liebe Sandra mit mit einer Kopfschmerztablette beiseite steht. Es werde noch kurz einige Fotos dieses tollen Tages gesichtet und schon bin ich im Reich der Träume. Während ich dort bin träume ich von vielen weiteren Infrarot-Fotos mit der umgebauten Nikon D300. Anfangs war ich etwas skeptisch, aber nachdem ich neue IR-Filterglas vor dem Chip einer gründlichen Reinigung unterzogen habe, bleiben je Foto aktuell vier kleine Staubkrümel die immer wieder weggestempelt werden müssen. Das ist etwas lästig, aber damit kann man andererseits auch recht gut leben.

Denn derart krasse Infrarot-Fotografien wären in dieser Einfachheit und diesem enormen Tempo anders nicht möglich. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich das erste Foto ganz oben mit dem Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm gemacht habe. Alle anderen Fotos habe ich mit dem famosen Nikon AF-S VR 16-85mm aufgenommen. Dieses Objektiv eignet sich für Infrarot wirklich ganz vorzüglich. Lediglich bei direktem Fotografieren in die Sonne sieht man sehr viele Lichtreflexe auf den Oberflächen der vielen Linsen. Hier ist ggf. ein Lensbaby oder etwas ähnlich primitives im Vorteil.

Fazit

Der Umbau der D300 war mit 529,- Euro nicht ganz billig, aber es war dennoch eine mehr als lohnenswerte Investition. Der Kamera merkt man nicht an, dass sie umgebaut wurde. Das gesamt Handling ist praktisch unverändert. Lediglich die Belichtungsmessung funktioniert nun etwas anders. Bei hellem Tageslicht muss man den Belichtungsmesser um +2EV korrigieren. Dann ist fast alles korrekt belichtet. Für die Kontrolle der Bilder habe ich mir die Kamera so eingestellt, dass sie eine Schwarz-Weiss-Konvertierung macht. Das Active-Delithing ist abgeschaltet, der Kontrast voll aufgedreht. Damit ergeben sich Vorschaubilder die dem “erstrebten Ziel” schon recht nahe kommen.

Hier noch einige Fotos dieses wunderbaren Tages…

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Teneriffa 2013 – Tag 1 – Infrarot mit der Nikon D300

Eigentlich hatten wir für meinen Geburtstag eine Tour mit dem Cabrio in den sonnigen Süden geplant. Wir wollten uns treiben lassen und mal schauen wohin es uns verschlägt. Erst einmal den Rhein hinauf, dann durch die Schweiz, vielleicht nach Italien oder Österreich? Doch dann kam alles anders…

(Alle Fotos 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Am vorletzten Wochenende soll der dunkelste und kälteste Winter der letzten Jahre endlich zu Ende gehen. Doch ein Hochdruckgebiet im Norden blockiert die warmen Luftströme die aus dem Norden Afrikas über Spanien hinweg warme Luft nach Deutschland bringen könnten. Statt dessen bläst ein unerbittlicher kalter Wind und obwohl es fast Ostern ist erfrieren den Bauern die Kartoffeln auf den Feldern. Keine guten Voraussetzungen für eine entspannte schöne „Oben-Ohne-Tour“ mit dem Cabrio. Als mir dies am Samstagabend klar wird, schläft meine Freundin Sandra neben mir bereits tief und fest. Was wäre eine schöne Alternative? Ich schaue hier und da, wende die Weltkarte bei Google-Earth hin und her und komme letztlich zu keinem Ergebnis.

Statt der Tour mit dem Cabrio könnte es auch eine schöne Reise sein, kurz und knackig sollte sie sein, nicht zu teuer und ganz spontan zu buchen. Es sollte etwas sein wofür es keine Impfung braucht, kein Visum und keinen Reisepass, denn der ist wieder einmal nicht mehr dort wo ich ihn glaubte zuletzt sorgfältig abgelegt zu haben.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Irgendwann lande ich wieder bei den Kanarischen Inseln. La Palma wäre eine Option, vielleicht auch mal La Gomera, oder Gran Canaria? Das Angebot der Last-Minute-Reisen ist gewaltig. Es gibt 7 Tage All-Inclusive für bspw. 347,- Euro pro Nase. Aber schaut man genauer hin, so kommen entweder weitere Gebühren hinzu oder die Hotels haben zusätzlich zu den zwei Sternen (Landeskategorie) noch mehrere hundert durchwachsene bis schlechte Bewertungen. Wenn schon eine Geburtstagsreise in die Sonne, dann nicht in einen alten verschimmelten Hotelbunker aus den 70er Jahren, da muss nicht sein… Und wie das immer ist, ich finde nichts obwohl das Angebot riesengroß ist. Die Nacht ist unruhig und am nächsten Morgen halten meine Freundin und ich „Urlaubs-Kriegsrat“. Am Ende sind wir der Meinung, dass es nichts schändliches ist nur einige Wochen nachdem wir zuletzt auf Teneriffa waren erneut dorthin zu fliegen. Gleiches Hotel, Halbpension, Air Berlin, Abflug von Köln Bonn und alles zusammen kostet für zwei Personen 1.400,- Euro. Beschlossen verkündet und gebucht – kaum zwei Wochen später geht es wieder einmal nach Teneriffa und wieder einmal in das Las Aguilas in Puerto de la Cruz. Bei Cicar habe ich einen „Neuen Opel Astra“ gebucht. Der kostest für 8 Tage 174,- Euro – All Inclusive – das ist drastisch billiger als daheim bei uns in Deutschland…

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Als die Reise vor der Türe steht bin ich irgendwie unruhig. Zwar fliege ich seit vielen Jahren beruflich und privat durch die Gegend, doch das Reisefieber kommt immer wieder auf wenn es eine Reise ist bei der man nichts vergessen sollte. Und ich habe schon wieder einiges vergessen. Der Reisepass ist nicht aufzufinden, sicher steckt er noch in einem Fotorucksack oder eine Notebooktasche, ich werde ihn finden, dessen bin ich mir sicher, aber wann wird das sein? Mein schönes kompaktes kleines Manfrotto Carbonstativ – es ist verschollen. Habe ich es meiner Freundin geliehen, liegt es in meinem Appartement in Mainz, im Auto im Kofferraum, wo nur? Alles nichts weltbewegendes, aber ich bin doch unruhig. Der Flieger geht am Samstagmorgen um 4h30 und als ich am Vorabend versuche um 20h wie auf Kommando einzuschlafen, klappt das natürlich nicht. Sandra kann das irgendwie, ich nicht. Während sie an der Matratze lauscht sitze ich in meinem Wohnzimmer und höre via Kopfhörer Musik. Auf dem Wohnzimmertisch liegt seit dem letzten Wochenende das Notebook meines Sohnes. Es ist irgendwie hingefallen, vorne links ist das Plastik etwas beschädigt und die Buchse für den Stromanschluss ist so geschickt herausgebrochen, dass sie beim Versuch das Ding mit Energie zu versorgen im Inneren dieses DELL Notebooks verschwindet. Mein Sohn war ratlos und da ich ja eigentlich alles kann, habe ich sein Notebook natürlich schnell mal zerlegt. Fast bis auf die letzte Schraube, denn erst dann kann man diese Buchse mit Klebstoff fixieren. Das habe ich gemacht und der Klebstoff hatte eine Woche lang Zeit wirklich gut auszuhärten. Ob ich dieses China-Plastik-Dings jemals wieder zusammen bekomme?

Nach einer Weile beschließe ich doch etwas gegen meine Schlaflosigkeit zu unternehmen und siehe da, eine Stunde später funktioniert nach dem zweiten Anlauf das Notebook meines Juniors wieder ganz vorzüglich. Es sind drei kleine Schrauben übrig, aber gefühlte 100 Schrauben habe ich wieder zurück geschraubt. Und trotz aller Sorgfalt kann ich die Gewinde nicht finden in die ich diese drei Schrauben drehen könnte. Die Uhr rückt langsam weiter, während ich auf dem Sofa Musik höre und darauf warte endlich einzuschlafen ist es dann plötzlich schon 1h am Morgen. Zeit aufzustehen, wirklich geschlafen habe ich indes nicht. Unter der Dusche versuche ich langsam wach zu werden. Eine Stunde später sind wir mit dem Auto unterwegs zum Flughafen. Es ist eine introvertierte ruhige Fahrt. Am Flughafen Köln/Bonn stellen wir das Auto kurz ab, wir sind mehr als gut in der Zeit. Schnell die Koffer raus und etwa 50 Meter weiter ist schon der Check-In von Air Berlin – das ist mehr als praktisch! Kurz darauf sind unsere Koffer aufgegeben, ich parke mein Auto im Parkhaus 3, Sandra bewacht unterdessen meine Fotoausrüstung, meinen Mac und meine Videokamera. Was Männer alles mitschleppen…

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Vom P3 zum Terminal sind es ein paar hundert Meter Fußweg, das geht schnell und als wir pünktlich um 4h30 abheben kommt langsam die Müdigkeit in mir auf. Auf meinem iPad habe ich die komplette zweite Staffel von Game Of Thrones. Aber ich schaffe nicht einmal eine Folge, da fallen mir schon die Augen zu. Als ich wach werde hänge ich total verdreht zwischen den engen Sitzen. Alles tut weh und die Leute die neben mir auf dem Gang darauf warten, dass sie endlich die Toilette benutzen dürfen versuchen zu überspielen, dass sie sich darüber amüsiert haben, dass ich mit offenem Mund neben ihnen in meinem Sitz wahrscheinlich lautstark geschnarcht habe.

Das Hochdruckgebiet im Norden hat heute endlich einen positiven Effekt, wir sind fast 30 Minuten schneller als geplant – Rückenwind ist ein effizientes Energiesparmittel. Warum baut Porsche nicht einfach Autos mit Rückenwind, die wären schneller und würden weniger Benzin verbrauchen…

Am Flughafen Teneriffa Süd angekommen bin ich ziemlich neben der Spur. Die Schultern tun weh, ich kann einfach nicht im sitzen schlafen. Während sich Sandra um die Koffer kümmert organisiere ich den Mietwagen. Alles klappt wie immer problemlos und zügig. Unser neuer Opel Astra ist dann aber ein paar Jahre alt, auf dem Tacho stehen 78.000 Kilometer. In Deutschland wäre dieses Auto längst ausgemustert, aber wir sind rein geografisch gesehen in Afrika und das Ding kostet eben für 8 Tage ganze 174 Euro! Also los zum Hotel. Den Weg fahre ich schon wie im Schlaf, das ist auch gut so denn langsam beginne ich gegen selbigen anzukämpfen. Als wir nach etwa einer Stunde am Hotel eintreffen ist es gerade mal 9h am Morgen. Unser Zimmer ist noch nicht fertig. Kein Problem, wir können die Koffer im Büro hinter der Rezeption abstellen. Es geht zum Frühstück und das ist eine Wucht. Während wir auf das Tal von La Orotava schauen bin ich froh, dass wir hier am Morgen bei 18°C draußen sitzen und gemütlich einen Kaffee trinken können. Diese Insel ist begnadet, das denke ich mir immer wieder. Gegen 11h ist das Zimmer fertig und wir beziehen unser neues Zuhause. Diesmal sind wir auf der anderen Seite, unser Balkon weist nicht nach Nord zum Meer, sondern nach Süden auf die Berge. Kein Problem, hier ist es wärmer, denn in diese Zimmer scheint den ganzen Tag die Sonne. Im Hochsommer eher ein Nachteil, so ist es im Frühjahr hier einfach etwas wärmer. Auf den Einbau einer Heizung wird auf den „Inseln des ewigen Frühlings“ gern verzichtet. Mich stört das nicht so sehr, aber vielen Frauen ist es hier im Winter dann oft doch ein wenig zu kalt. Im Dezember hatten wir im Zimmer auf der anderen Seite des Korridors einen kleinen Heizlüfter den uns mein Freund Wolfgang ausgeliehen hatte.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Derlei Gerät ist im April auf der Südseite des Hotels nicht mehr von Nöten. Während ich mein Notebook anwerfe nimmt meine Panasonic Videokamera bereits die erste kleine Zeitraffersequenz auf. Das macht sie wirklich gut und es ist soooo einfach. Nichts klappert, nichts klickt und nichts muss nachbearbeitet werden. Einfach im Menü einstellen, dass man eine Zeitraffersequenz aufnehmen möchte, das Zeitintervall einstellen und los geht‘s – sehr praktisch diese kleine Kamera!

Das WLAN wurde scheinbar umgebaut oder aufgestockt, auf dem Balkon klappt es sehr gut und 24 WiFi-Zeitstunden kosten 5 Euro. Surft man täglich 3 Stunden lang im Web, so kommt man damit eine Woche lang über die Runden. Damit kann ich gut leben. Im letzten Jahr haben 5 Tage WiFi in Hotel Rigiblick in der Schweiz 69,- Euro gekostet! Das ist hier deutlich preiswerter und sorgt für weniger Verdruss.

So gegen 12h machen wir uns auf den Weg ins Einkaufszentrum auf der anderen Seite der Autobahn unterhalb des Hügels auf dem unser Hotel thront. Im „Alcampo“ besorgen wir uns Shampoo, Kekse, Wasser, Bier und was man sonst noch alles braucht. Danach geht es zur Finca San Juan zu Jo Schlichting. Wir waren nun schon ein paar Wochen nicht mehr dort und irgendwie haben wir „Heimweh“. Natürlich interessiert es uns auch wie es dort mit der Bewirtung des Restaurants weiter geht. Auf der Finca angekommen ist die Freude groß als wir Jo und seine Frau Karo dort antreffen. Zusammen mit Koch Helmut schmeißt sie jetzt dort den Laden. Und der geht scheinbar richtig gut. Heute sind mehrere Gesellschaften dort, alles zusammen fast 75 Gäste. Am letzten Sonntag waren es 150 Gäste – Qualität zahlt sich aus und wir hoffen sehr, dass wir noch oft zum Brunchen oder Abendessen auf dieser tollen FInca sein dürfen. Gegen 15h verabschieden wir uns wieder und ich habe endlich Zeit ein par Fotos mit der auf Infrarot umgebauten Nikon D300 aufzunehmen. Später im Hotel bin ich dann echt hingerissen von den Ergebnissen. Und alles ist so einfach! Nichts Stativ, Filter ab – dran – ab – dran – ab – 30 Sekunden belichten – Rauschunterdrückung trallala – einfach ISO-200 einstellen, Blende 8 und „Klick“. Bei einer 1/250s gelingen scharfe Infrarot-Fotos aus dem Handgelenk – das ist mehr als cool!!
Während ich mich an den tollen Infrarot-Fotos freue und überlege warum ich mich mit der D800E und all den Objektiven abschleppe, holt die mich die vergangene Nacht dann doch noch ein.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Als Sandra mich weckt ist es fast 18h. Ich habe etwa zwei Stunden geschlafen – endlich – geholfen hat es allerdings nur begrenzt. Ich fühle mich als hätte mich ein Pferd getreten. Etwas später wandern wir durch die weitläufigen Außenanlagen des Hotels und ich versuche langsam wieder wach zu werden. Um, kurz vor 19h gibt es dann ein echt tolles Abendessen. Die Qualität der Speisen hat sich seit meinem ersten Besuch im Jahre 2008 sehr gebessert. Es gibt eine riesige Auswahl und das Angebotene schmeckt zumeist sehr gut. Bei Spanferkel mit Reis und Kürbis-Gemüse genieße ich ein großes Glas kaltes frisches Bier. Ich bin angekommen!

Gegen 20h sind wir wieder im Hotel. Ich kann nun mit dem Mac im Bett sitzen, neben mir ein Radler aus dem Alcampo und im Geiste lasse ich einen langen schönen Tag Revue passieren. Diese Insel hat mich in ihren Bann gezogen und ich werde wohl zu Weihnachten wieder hier sein. Es ist einfach zu schön hier. Die Menschen sind freundlich und das Leben als Urlauber ist hier mehr als unkompliziert. In der Werbung würde man es „I am loving it“ nennen :-)

Zum Abschluss noch ein Foto mit dem 10,5mm Fisheye vom Balkon unserer Suite. Das sieht übrigens wilder aus als es ist. Schließt man die Türen ist es ziemlich ruhig hier oben.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-D 2.8/10,5mm

Gute Nacht liebe Freunde, morgen geht der Wettstreit “neu fett und teuer” gegen “alt abgewetzt und cool” weiter. Was für ein Wettstreit soll das denn sein fragt ihr euch jetzt vielleicht? Ganz einfach, es ist der Wettstreit – nehme ich die D800E oder die umgebaute D300 mit? Wie er ausgeht – wir werden es sehen…


Nikon D300 – Infrarotumbau auf 830nm

Bereits vor einigen Tagen habe ich euch in diesem Artikel “Nikon D300 – Die ersten Infrarotfotos” vom Umbau meiner Nikon D300 auf Infrarot 830nm berichtet. In den kommenden Tagen werde ich diese Kamera sehr ausgiebig auf Teneriffa testen können. Während der Reisevorbereitungen habe ich eben den Chip gereinigt und einige Testbilder aufgenommen. Wer noch nicht weiß wie man den Chip einer Kamera reinigt, der kann es sich in diesen Videos anschauen.



Welches Objektiv darf mit auf die Reise? Da schon die D800E mit diversen Linsen den Fotorucksack ausfüllt und die schöne Panasonic HC-X909 auch wieder mit auf die Reise geht, sollte die D300 mit einem Objektiv bestückt sein, das sowohl klein als auch leicht ist und sich für die Infrarotfotografie gut eignet.

Hier habe ich jetzt ein Testfoto das ich eben mit dem Nikon AF-D 2.8/24mm aufgenommen habe. Es ist hier in voller Größe abgelegt und wer mag kann es sich mal mit der Lupe anschauen. :-)

Nikon D300 - IR830nm - AF-D 2.8/24mm

Nikon D300 – IR830nm – Nikkor AF-D 2.8/24mm

An der D300 entspricht ein 24mm Weitwinkel etwa einem 36mm Objektiv. Das ist etwa das was bspw. auch in die Fuji X100 eingebaut ist. Hat man nur eine einzige Brennweite, so ist ein leichtes Weitwinkelobjektiv in der Regel die beste Wahl. Und ich denke, dass das oben gezeigte Ergebnis sehr überzeugend ist und “Appetit” auf mehr macht.

In den nächsten Tagen könnt Ihr hier dann täglich die neuesten Infrarotfotos aus der D300 anschauen. Ich bin sehr gespannt und freue mich auf Euer Feedback!


Der perfekte Telekonverter – Teil 2

Nach meinem ersten Artikel zum Thema “Der perfekte Telekonverter” war das Echo wirklich groß und mein Facebook-Freund Karsten Reder hat mir ein paar Tage später einen Kendo Teleplus Pro 300 1.4x für Nikon AF-D zugeschickt. Diesen Konverter habe ich ein wenig getestet und bin vom Ergebnis wirklich überrascht. Im Video gibt es ein paar Worte zum Konverter von Kenko sowie einen Konverter von Sigma und den guten alten Nikon TC-17E II.

Beginnen wir mit den drei Testkandidaten. Das Foto ist 1000 Pixel breit – einfach anklicken…

Nikon D800E - Sigma EX DG 105mm - Kenko Teleplus Pro 300 - Sigma EX 1.4 - Nikon TC-17E II

Hier habe ich nun einige Testfotos die ich eben mit der Nikon D800E aufgenommen habe. Alle Fotos sind komplett umkorrigiert, das Testchart habe ich selbst erstellt und im Format DIN A3+ auf einem EPSON 2880 auf Semigloss Photopapier gedruckt. Ich habe lediglich den Weißabgleich und die Helligkeit so angepasst, dass sie weitgehend identisch sind. Am Ende dieses Artikels findet Ihr dann noch ein komplett korrigierte Version des Testbildes das ich mit dem Nikon AF-S 1.4/50mm und der Nikon D800E gemacht habe in kompletter Originalgröße!!

Hier die Liste der Testbilder – Einfach auf die kleinen Vorschaubilder klicken um die großen Originale im JPG-Format anzuschauen.

  1. Nikon AF-S 1.4/50mm
  2. Nikon AF-S 1.4/50mm + Kenko 1.4x (Gleiche Entfernung)
  3. Nikon AF-S 1.4/50mm + Kenko 1.4x (100%, größere Entfernung)
  4. Nikon AF-S 2.8/70-200mm
  5. Nikon AF-S 2.8/70-200mm + Kenko 1.4x (Gleiche Entfernung)
  6. Nikon AF-S 2.8/70-200mm + Kenko 1.4x (100%, kürzere Zoom-Brennweite)
  7. Nikon AF-S 2.8/70-200mm + Sigma 1.4x (100%, kürzere Zoom-Brennweite)
  8. Nikon AF-S 2.8/70-200mm + Nikon 1.7x (Gleiche Brennweite)
  9. Nikon AF-S 2.8/70-200mm + Nikon 1.7x (100%, kürzere Zoom-Brennweite)
D800E_7644_AFS_14_50mm

1. Nikon AF-S 1.4/50mm

D800E_7646_AFS_14_50mm_Kenko_14

2. Nikon AF-S 1.4/50mm + Kenko 1.4x (Gleiche Entfernung)

D800E_7647_AFS_14_50mm_Kenko_14

3. Nikon AF-S 1.4/50mm + Kenko 1.4x (Gleicher Ausschnitt, größere Entfernung)

D800E_7649_AFS_70_200

4. Nikon AF-S 2.8/70-200mm

D800E_7651_AFS_70_200_Kenko_14

5. Nikon AF-S 2.8/70-200mm + Kenko 1.4x (Gleiche Entfernung)

D800E_7652_AFS_70_200_Kenko_14

6. Nikon AF-S 2.8/70-200mm + Kenko 1.4x (100%, kürzere Zoom-Brennweite)

D800E_7653_AFS_70_200_Sigma_14

7. Nikon AF-S 2.8/70-200mm + Sigma 1.4x (100%, kürzere Zoom-Brennweite)

D800E_7654_AFS_70_200_Nikon_17

8. Nikon AF-S 2.8/70-200mm + Nikon 1.7x (Gleiche Brennweite)

D800E_7655_AFS_70_200mm_Nikon_17

9. Nikon AF-S 2.8/70-200mm + Nikon 1.7x (100%, kürzere Zoom-Brennweite)

Hier nun die vollständig korrigierte Version des ersten Testfotos. Meiner Meinung nach ist es wirklich beeindruckend was dieses Objektiv an der D800E bei Blende 8 leistet. Und ebenfalls beachtlich ist wie unglaublich gut Nikon Capture NX die Verzeichnung des Objektives korrigiert und sämtliche Farbsäume entfernt hat.

D800E_7644_AFS_14_50mm_All_Corrections

Nikon D800E mit Nikon AF-S 1.5/50mm bei Blende 8 – Vollständig korrigiert

Fazit

Alle getesteten Teleconverter sind mehr als brauchbar. Der Kenko Teleplus Pro 300 1.4x ist etwas weicher als der Sigma EX 1.4x, im Gegenzug aber unglaublich flexibel. Dieser Konverter passt praktisch an alle Objektive für das Nikon F-Bajonett und lädt wirklich dazu ein, die eine oder andere Spielerei zu versuchen. Man sollte jedoch bei aller Euphorie beachten, dass die Abbildungsqualität besonders an den Bildrändern leidet und dass sich nicht jedes Objektiv für die Nutzung mit diesem Telekonverter eignet. Stößt ein Objektiv wie beispielsweise das Nikon AF-S VR 18-200 im langen Teilbereich ohnehin an seine Grenzen, so ist es in Verbindung mit dem Kenko Telekonverter nicht mehr so richtig zu gebrauchen. Besonders an den neuen hochauflösenden Kameras wie Nikon D7000 oder gar D7100 ist eine derartige Kombination nicht sinnvoll.

Der Sigma Konverter besticht durch sehr gute Bildqualität, funktioniert aber nur mit wenigen ausgesuchten Objektiven. Außerdem werden nur AF-S Objektive vollständig unterstützt.

Der Nikon TC-17E II ist mein Favorit. Die Bildqualität leidet in vertretbarem Maße und die Lichtstärke bleibt auf einem Niveau bei dem der Autofokus in praktisch allen Situationen noch korrekt arbeitet. Sowohl mit dem AF-S VR 2.8/70-200mm als auch mit dem extrem guten AF-S VR 4/200-400 ist der Nikon Telekonverter eine echte Bereicherung.

Hier habe ich für Euch eine kleine Liste dieser Telekonverter bei amazon.de zusammen gestellt:


Nikon D100 – Preiswerter Youngtimer II

Nach dem gestrigen Artikel zur neuen/alten Nikon D100 habe ich heute noch einige Fotos aus dieser schönen alten Kamera die gestern auf der “Suche nach dem Licht” entstanden sind.

Unsere Reise führt uns leider nicht mit den Motorrädern zum Café Fahrtwind bei Ahrbrück in der Eifel. Bei selbst gebackenem Mamorkuchen und heißem Kaffee geht es mit den wenigen anderen Gästen um Motorräder, die vor uns liegende Saison und immer wieder um das schlechte Wetter. Am späten Mittag verabschieden wir uns und ich bin erstaunt, dass heute nur Autos auf dem Parkplatz vor diesem schönen Bikertreff stehen. Im Schneetreiben geht es auch einsamen kleinen Straßen weiter in Richtung Bad Münstereifel. Zwischendurch sieht Sandra auf der rechten Seite ein großes UFO zwischen den Bergen. Es ist das Radioteleskop bei Effelsberg, das ist uns einen Abstecher wert.

Hier ein “Testbild” das die Qualitäten des billigen Nikon AF-S VR 18-55mm Objektivs zeigt. Die kahlen Äste des Baums im Hintergrund sind ganz klar abgebildet, es gibt keine Farbsäume, das ist überraschend gut!

(Alle Fotos 1000 Pixel breit oder hoch – Einfach anklicken)

Nikon D100 - AF-S VR 18-55mm

Auf halbem Weg bringt der kalte Wind unsere Augen zum tränen, die Schneeflocken hängen mir im Haar, ich habe nicht einmal eine Kaputze oder Mütze dabei. Ohne das gewaltige Teleskop gesehen zu haben kehren wir um und gehen zurück zum Auto. Mir ist kalt und ich verfluche innerlich alle Wettergötter, aber meine Sandra hat trotzdem gute Laune. Das ist mir ein Foto wert. Wieder einmal ist das kleine eingebaute Blitzlicht ein überaus praktischer kleiner Helfer.

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Später bei nach der RAW-Konvertierung bin ich überrascht wie viele Details diese mehr als 10 Jahre alte Kamera doch zum Vorschein zu bringen vermag. Nach einer “sanften” Schwarz-Weiss-Konvertierung gewinnt das Foto meiner gut gelaunten “Motorradbraut” zusätzlich an Ausstrahlung,

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Als wir schließlich in Bad Münstereifel eintreffen sind wir nicht schlecht überrascht, dass hier am Ostersonntag die Geschäfte geöffnet haben. In einem Outdoor-Laden finde ich drei farbenfrohe Hemden und ein paar richtig gute Wanderschuhe zum gemäßigten Preis. Zwischendurch gibt es trotz des Schneetreibens noch das eine oder andere Foto in diesem schönen kleinen Ort.

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Fazit

Letztlich war es doch noch ein schöner Oster-Ausflug, auch wenn die Motorräder weiterhin in der Garage auf den Frühling warten.

Meine neue/alte Nikon D100 war wieder ein leichter unauffälliger Begleiter. Im Outdoor-Laden fragte mich sogar ein älterer Mann “Ist die schon digital?” Ja ist sie und um einfach mal das eine oder andere Foto zu schießen ist sie völlig ok. Man kann sie immer im Auto dabei haben und muss ich keine Gedanken machen, dass man sie verlieren könnte oder zum Opfer eines Diebstahls wird. Und wenn es doch einmal passieren sollte, dann sind eben 150 Euro weg, was soll’s… Das ist billiger als jede Kameraversicherung und im Vergleich zu den Tagen an denen ich einen schweren Rucksack durch die Gegend geschleppt habe, entstehen trotzdem nette Fotos und ich bin am Ende des Tages deutlich entspannter.


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