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Archiv für 2011/11/08

Energie

Schon als kleiner Bub hat mich elektrischer Strom fasziniert. Ich erinnere mich noch gut an die ersten Experimente mit einer 9Volt Batterie an der feuchten Zungenspitze :-) Nach meiner Ausbildung zum Elektroanlagen-Installateur und dem anschließenden Studium der Elektrotechnik wurde aus Faszination Leidenschaft. Das hat sich bis heute gehalten. Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin und Hochspannungsmasten sehe, sind das für mich kleine Kunstwerke. An der Länge der Isolatoren vermag ich abzulesen welche Spannungen dort transportiert werden. Ein 100cm langer Isolator isoliert 100.000 Volt! Und 100.000 Volt kann man etwa 100 Kilometer weit transportieren, danach kommt am anderen Ende irgendwann einfach nichts mehr an. Ziemlich blöd, wenn man Strom in einem Solarkraftwerk in der Sahara produziert…

Oft denke ich dabei an die Weltverbesserer die einfach mal so sagen, dass man die Leitungen doch unter der Erde verlegen sollte. Innerlich muss ich dann grinsen, denn dieser Vorschlag ist genauso klug wie die Idee Energie aus der “Abwärme in einem Kühlturm” gewinnen zu wollen. Es gibt Dinge auf dieser Welt, die funktionieren anders als sie aussehen!

Während ich das hier schreibe kommt mir gerade in den Sinn, dass es im 18. Jahrhundert einen Wettstreit der Hersteller von Gleichstrom mit den Herstellern von Wechselstrom gab. Damals wurden öffentlich Tiere mit Gleichstrom getötet um den verängstigten Menschen zu demonstrieren was das “Arithmetische Mittel” beim Wechselstrom bedeutet. Verrückte Zeiten waren das. Heute kommt der Strom einfach aus der Steckdose, wer denkt noch darüber nach wie er erzeugt wird? Den meisten Menschen die ein Atomkraftwerk sehen ist sicher unklar wie dort aus Atomen Strom gemacht wird. Dabei besteht unsere Welt doch bis ins kleinste Detail aus Atomen? Dass sich dort auch Turbinen drehen die Synchrongeneratoren antreiben, ist sicher den meisten Menschen fremd. Auch was es eigentlich bedeutet, dass wir eine konstante Netzfrequenz von 50 Hz haben ist den meisten Menschen zwar bewusst, aber zu schätzen wissen sie es nicht.

Als nach der Wende ab 1989 versucht wurde, Strom zwischen West-Deutschland nach Ost-Deutschland auszutauschen wurde schnell klar, dass das nicht geht! Im Osten hatte man damals keine stabile 50Hz Netzfrequenz. Daher gingen Radiowecker in der DDR stets ein kleines bisschen nach, sie hatten kein kontinuierliches “Zeitnormal”. Erst mit riesigen Gleichstromzwischenkreisen und ausgebufften netzgeführten Wechselrichtern wurde es möglich Energie von Ost nach West und umgekehrt zu transportieren.

Hier in meinem Appartement hängt über dem Bett ein prähistorisch anmutende Glühlampe. Wie oft habe ich sie schon ein und ausgeschaltet. Wie oft habe ich sie schon gesehen, bin mit ihr zusammen gestoßen oder habe mir beim Anziehen die Finger daran verbrannt. Energie, der Motor unser Zivilisation, wir alle nutzen sie, fast alle verkennen sie…

Dieses Foto habe ich eben mit meiner Nikon D7000 und dem Nikon AF-S VR 2.8/70-200 bei 200mm gemacht. Der “Mond” im Hintergrund ist eben diese Lampe, als Spiegelung in meinem schrulligen Kleiderschrank. Es gibt Dinge die sind ebenso perfekt wie einfach. Ein Draht glüht auf und spendet Wärme und Licht, was für ein einfaches Prinzip – wunderbar!

Wie kalt und unpersönlich sind dagegen doch die “Energiespar-Lampen”. Sie zerhacken den Netzstrom und produzieren Oberwellen dritter Ordnung. Sie verbiegen uns den sinusförmigen Netzstrom, sie erhöhen den Klirrfaktor. Wirklich fies denn die Energieversorger müssen den Strom in Kompensationsalagen mühsam wieder “glatt bügeln”. Dabei geht ein Großteil der Energie verloren den die Verbraucher einsparen. Das alles ist notwendig, damit unsere Computer nicht gleich abstürzen wenn sie nicht mit Batterien betrieben werden und unsere Fernseher kein flimmerndes Bild anzeigen.

Vom hochgiftigen Quecksilber in den tollen Energiespar-Lampen spricht auch niemand. Die Dinger sind Sondermüll und müssten einzeln demontiert werden. Aber geschieht das auch, oder landen und zerbersten sie einfach in einem Müllcontainer?

Früher war alles besser, fast alles :-)


Nikon P7100 at low light

Es ist schon ein paar Tage her, dass ich abends mit meinem Auto ins Rheinhessische gefahren bin um die neue Nikon P7100 einem kleinen Stresstest bei krassem Gegenlicht und einsetzender Dunkelheit zu unterziehen. Hier habe ich noch ein paar Fotos dieser Session die ich gerade etwas aufbereitet habe.

Beginnen wir mit krassem Gegenlicht. Das folgende Bild habe ich aus zwei Einzelbildern zusammen gefügt. Für die Aufnahme habe ich einmal direkt in die Sonne “geschossen” und beim zweiten mal die Sonne mit einem Finger vor dem Objektiv abgedeckt. So gibt es im Bild unten rechts keine “Blendeneffekte” durch Reflektionen der Sonne an den Linsenoberflächen innerhalb des Objektivs. Da wegen der abgedeckten Sonne weniger Streulicht innerhalb des Linsensystem herum vagabundiert, sind im unteren Bildbereich auch die Kontraste sehr schön.

Schwierig war der obere Bildbereich. Fotografiert man mit Kameras mit kleinem Chip direkt in die Sonne, so muss man immer beachten, dass der Dynamikumfang der kleinen Chips oft sehr klein ist. Das führt dann dazu, dass die Sonne sich kaum scharf konturiert abbilden lässt. In der Regel wird es nicht mehr als ein großer weißer Fleck sein. So war es auch hier. Damit das Foto halbwegs ansehnlich wird, habe ich den hellen “Sonnenfleck” komplett wegretuschiert. Danach habe ich die Ebene in Photoshop verdoppelt, via Strg+L das Histogramm geöffnet und die unsere Ebene sehr sehr hell eingestellt. Auf einer Ebenenmaske habe ich dann in der oberen Ebene mit einem Pinsel unterschiedlicher Härte und unterschiedlichen Durchmessers eine “künstliche Sonne freigelegt”.

Kommen wir zum nächsten Bild. Hier habe ich zunächst ein HDR aus 5 RAW-Bildern erstellt. Dieses Foto sah aber wirklich schlimm aus. Also habe ich im oberen Bereich eines der dunklem Bilder der 5-fach Belichtungsreihe darüber gelegt. Im unteren Bildbereich habe ich eines der helleren Fotos verwendet. Die beiden Ebenen habe ich auf etwa 50% Deckkraft gestellt. so ergibt sich ein Foto mit halbwegs natürlicher Anmutung. Man beachte, dass die Sonne nun scharf konturiert ist, aber doch einen recht großen roten “Hof” hat. Das ist ein Zeichen geringer Dynamik und es tritt trotz HDR & Co. bei Kameras mit kleinen Chips in krassen Gegenlicht-Situationen immer wieder auf.

Bild Nummer drei ist einfach aus zwei Bildern einer 5-fach Belichtungsreihe zusammen gesetzt. Bei solch einfachen Motiven klappt das recht gut. Wäre bspw. eine Person im Vordergrund oder ähnliches, so könnte man diesen Trick nicht anwenden. Bei beiden Bildern habe ich zunächst die RAW-Dateien mit Nikon Capture NX 2.2.8 geöffnet und die Bilder dort so korrigiert, dass sie farblich und bezüglich der Helligkeit gut zusammen passen. Ein sehr einfacher “Kniff” und das Ergebnis gefällt mir deutlich besser als das vorherige Bild. Es zeigt auch, dass es sich lohnt auf die “Blaue Stunde” zu warten. In den ersten Minuten direkt nach Sonnenuntergang ist der Abendhimmel oft sehr schön, die Kontraste sind mild und trotzdem ist noch so hell, dass kleine Kameras wie die P7000 oder die P7100 keine gewaltigen ISO-Werte für ein korrekt belichtetes Foto benötigen. Dementsprechend sind die Bilder meist recht brauchbar und weisen wenig Bildrauschen auf.

Nun zum letzten Bild der Serie. Wieder ein “einfaches Motiv”, so dass eine Montage aus zwei Bildern ganz einfach möglich ist. Wieder habe ich zwei RAW-Bilder einer 5-fach Belichtungsreihe mit Nikon Capture geöffnet und danach in Photoshop zusammen gefügt. Beim unteren Bild habe ich diesmal einen bewusst falschen Weißabgleich eingestellt. Der sehr helle obere Teil des Bildes war dadurch fast violett eingefärbt. Da ich nur den unteren Teil verwendet habe, schimmert mein Auto jetzt jetzt leicht violett. Trotzdem ist das Gras neben den Weinreben noch ein wenig grün. Alles in allem gefällt mir diese Variante besser als die HDR-Version die ich vor einigen Wochen erstellt habe.

 

Aber entscheidet selbst…

Letztlich muss man sagen, dass es nicht einfach ist mit der Nikon P7000 oder P7100 unter derart schwierigen Lichtverhältnissen brauchbare Ergebnisse zu erzielen. Die Nikon D700 ist das wesentlich “härter im Nehmen”. Irgendwie ist alles eine Frage der Dynamik und die nimmt mit kleiner werdenden Pixeln spürbar ab. Genau das ist auch der Grund warum ein betuchter Profi statt einer Nikon D3x eher zu einer Hasselblad mit digitalem Rückteil greifen würde. Hier ist die Sensorfläche nochmals mehr als doppelt so groß. Aufgrund der dafür notwendigen längeren Brennweiten sind die Möglichkeiten beim Spiel mit Schärfe und Unschärfe ausgeprägter als im Kleinbild Format. Bei einer Hasselblad entspricht ein 100mm Objektiv etwa einem 50mm Objektiv an der D3x. Wer mal ein 100mm Objektiv im Kleinbildformat verwendet hat, weiß dass hier das Spiel mit der Schärfe schon gut gelingt. An einer Hasselblad ist ein 200mm Tele eine tolle Portrait-Brennweite. Im Kleinbild ist das schon fast ein “Fernrohr” und bei Portraits weniger gut einsetzbar weil der Kontakt zum Model durch die notwendige Distanz leidet.

Und was lernen wir daraus? Man kann nicht alles haben :-) Eine Hasselblad ist groß, schwer und teuer. Eine Nikon D3x ist immer noch schwer und teuer, bezüglich der Dynamik unterlegen, aber dafür deutlich flexibler im krassen Weitwinkel- oder Teilbereich.

Eine kleine Nikon P7000 oder P7100 spielt in dieser Liga nicht mit und das merkt man auch bei den Bildern. Sie sind wirklich gut, aber eher bei gutem Licht! Wer sich von einer dieser kleinen Kameras erwartet auch nachts noch tolle Fotos machen zu können sollte die Kamera erst einmal irgendwo ausleihen und in Ruhe ausprobieren.

Die Bilder zeigen, dass es geht. Aber sie zeigen auch, dass meist eine ordentliche Portion Nacharbeit notwendig ist.

 


Nikon D4x mit Windows 8

Ich konnte nicht an mich halten und musste mich gerade mal selbst ein wenig mit Photoshop austoben :-) Entstanden ist ein Foto der seit Mai 2013 lieferbaren Nikon D4x in der Windows 8 Edition.

Die technischen Daten sprechen für sich!

  • ISO 25 – 125000
  • 14 Frames/s im Dual-RAW-Mode bei 33 Bildern in Folge
  • Three-Layer True-Color CMOS-CCD mit 3x 45 Megapixeln
  • Eingebautes GPS mit Worldmap und GPS-Tracking
  • 107% Sucher mit 1.35-facher Vergrößerung
  • Neuer AF-Sensor mit 4096 Kreuzsensoren von denen 512 gleichzeitig aktiv sein können
  • Vier Slots für SDHC-X2 Karten
  • Multi-Touch-Screen im Windows 8 Metro-Design
  • WLAN, Blue-Tooth, Fire-Wire und Dual-Thunderbolt
  • Full-HD Video-Recording mit 200 FPS bei 1920 x 1024
  • Onboard-Apps: Twitter, Facebook, google+, Nikon-Picture-Town, flickr, Photoshop CS8
  • 48v Lithium-Ionen-Akku EN-EL8 mit  5.678 mAh
  • Integrierter Crashdump für Windows 8
  • Eingebauter Subminiatur Kernreaktor
  • Neu entwickelter Tragegurt
Was für eine Maschine…

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