Retten Sie Ihre Videocassetten

Wer hat sie nicht noch im Schrank stehen, die eine oder andere gute alte VHS-Videocassette! Nach meinem Umzug im Jahr 2009 war ich irgendwann am städtischen Bauhof in Bonn Bad-Godesberg um drei Umzugskartons mit alten Zeitungen zu entsorgen. Ich erinnere mich noch gut wie ich am Rande des großen Containers auf der rechten Rampe stand um den Inhalt des dritten Kartons auf seine letzte Reise zu schicken. Ohne einen letzten Blick in den Karton ging seine Fracht in den dunklen Schlund des Containers. Doch was war das, so ein Geräusch machen doch keine Zeitungen!?!?! Aber da war es schon zu spät, Jahrzehnte meiner Jugend lagen auf dem Grund des Müll-Containers, eine geballte Ladung wunderbarer VHS-Videocassetten war damit einem grausamen Schicksal übereignet.

Gegenüber auf der anderen Rampe eine junge Frau. Fast fassungslos schaute sie mich an und sagte entsetzt: „Aber die hätte man doch noch anschauen können!!“ Ja, hätte man, aber würde man es wirklich tun? Etwas frustriert fuhr ich damals heim, aber wenn ich ehrlich bin, habe ich diese Videos bis heute nicht vermisst. Und es sind ja auch noch ein paar Kisten übrig…

Dann ging im letzten Jahr der Video-Recorder meiner Mutter kaputt. Neu zu kaufen gibt es die Dinger kaum noch, warum auch? Sie hat schließlich noch ein Exemplar gefunden, aber auch die Tages dieses Gerätes scheinen nun gezählt zu sein.

Nach seinem Tode hat uns unser Vater eine stattliche Menge von Filmen auf Super-8 Filmen und VHS-Cassetten hinterlassen. Viele Erinnerungen aus unserer Kindheit sind da festgehalten, die ersten Schritte der Enkelkinder, Geburtstage, Taufen, Urlaubsreisen und was nicht alles. Doch all dieses Material wird man vielleicht bald nicht mehr anschauen können, weil es die notwendigen Abspielgeräte nur noch auf dem Schwarzmarkt oder bei eBay geben wird.

Was tun?

Vor einigen Wochen kam mir dann die Idee doch mal zu schauen, ob es bei amazon.de nicht etwas gibt womit man Videos ganz einfach digitalisieren kann. Und ich bin sofort fündig geworden! Die Firma Magix bietet einen kleinen USB-Wandler samt Kabeln und Software an. Der ganze Spaß kostet etwa 60,- Euro und die Kritiken bei amazon sind überwiegend positiv. Also habe ich das Ding vor einigen Wochen bestellt.

Nach langer Wartezeit will ich heute mal versuchen ob dieses kleine Ding hält was der Hersteller verspricht!

Also schnell die Software installieren, den USB-Wander einstöpseln und den fast unbenutzten Philips VHS HiFi Video-Recorder anschließen! Ich stecke mal eine Video-Cassette ein und muss grinsen als sie da langsam in diesem schwarzen Kasten verschwindet. Doch was dann? Es startet nichts, es spult nichts, es ist einfach irgendwie tot. Hm, was ist los?

Eine Weile später wird mir klar was los ist und  das empfinde ich als überaus ärgerlich!

Vor ein paar Jahren habe ich mal eine Weile in Wachtberg gewohnt. Während dieser Zeit habe ich meine komplette Wohnung mit allem Drum & Dran an mehrere Arbeitskollegen vermietet, nicht gleichzeitig, sondern der Reihe nach. Einer dieser Mieter hat sich an diesem Video-Recorder zu schaffen gemacht. Rund herum sind alle Schrauben verhunzt und eine steckt auch nur zur Hälfte im Gehäuse. Ob da jemand mit dem Mut der Verzweiflung eine Video-Cassette mit explizitem Inhalt aus dem Gerät entfernt hat?

Wie dem auch sei, mein Videorecorder ist kaputt! Und gleichzeitig ist das der Beweis, dass die Aktion „Retten Sie Ihre Video-Cassetten“ langsam notwendig wird!

Aber als guter Jäger und Sammler hat man natürlich ein Gerät in Reserve! Da ist noch ein ebenfalls fast neuwertiger, fast unbenutzter SONY Video-Recorder. Schnell alles umstöpseln und schon geht es los. Von der „verschwundenen Video-Cassette“ habe ich noch ein identisches zweites Exemplar – Jäger und Sammler!!

Ich starte die Magix Software, wähle „Neues Projekt“ dann „Von USB-Wandler importieren“, drücke am Video-Recorder auf „Start“ und zucke fast erschrocken zusammen als ich sofort ein Bild sehen kann und viel zu lauten Ton höre. Es klappt!! Yeah!!

Als erste Tat werden die ersten 5 Minuten eines kleinen Lehrvideos von John Pattituci importiert.

Völlig überrascht werde ich später feststellen, dass es auch das schon bei YouTube gibt…

Aber egal, es ist ja nur ein Test und die ersten Schritte meines Sohnes gibt es bislang definitiv nur auf VHS-Video 🙂

UPDATE um 20h48:

Wir sind zurück von unserem kleinen Ausflug und nun ist auch mein allererster VHS-Video-Rip online. Die Qualitätsstufe ist „GUT“ – nicht „SEHR GUT“ – wer mit diesem kleinen USB-Wandler eine DVD erstellen will, sollte „SEHR GUT“ wählen. Im direkten Vergleich sieht dieses „selbst gerippte“ Video aber doch ganz gut aus, oder?

B54 die Aarstraße

 

Und wieder steht das Wochenende vor der Türe. Morgens bin ich noch zur Massage bei Hermann, meinem motorradfahrenden Physiotherapeuten. Wir unterhalten uns über die schönsten Routen und er schlägt mir für den Heimweg die Straße durch das Aartal vor. Nach der Arbeit geht es kurz zum Umziehen in mein Appartement. Der kleine Mac läuft noch. Super, da kann ich gleich die Route planen. Nach mehreren Anläufen gebe ich es aber auf. Der TomTom Routenplaner ist einfach für nichts zu gebrauchen. Die Touratech-Software läuft nicht auf dem Mac und mit Garmins BaseCamp kann man scheinbar keine Zwischenstopps einplanen. Vielleicht muss ich mich auch nur intensiver damit beschäftigten, aber dafür ist heute keine Zeit. Also muss der gute alte Grips ran!

Will sagen: Karte anschauen, einige wenige markante Wegpunkte ausgucken und das dann IM KOPF BEHALTEN!

Wenig später geht es los. Im Web habe ich gelesen, dass die Aarstraße aus Landes- und Bundesmitteln eine neue Straßendecke bekommt. Laut Zeitungsmeldung sollen die Arbeiten eigentlich schon abgeschlossen sein. Mal sehen… Es geht los und etwa 30 Kilometer später stehe ich kurz vor Adolsfseck dann vor der gleichen Straßensperre vor der ich schon bei der Tour mit Oli und Hauke stand. Aha, Oli wollte mit uns durch die Aarstraße fahren!!

Da hilft nichts, ich muss durch Bad Schwalbach fahren und einen kleinen Umweg nehmen. Meinen TomTom gebe ich als Ziel „Burg-Hohenstein“ ein und schon geht es los. Nach einigen schönen Kurven stehe ich dann am Abzweig zur B54. Ich habe die Aarstraße gefunden, endlich!

Nun stellen sich diese beiden Fragen:

  • Rechts abbiegen nach Burg-Hohenstein und dann alles wieder zurück???
  • Links auf direktem Weg nach Hause?

Ich entscheide mich für LINKS.

Die B54 ist toll, aber leider viel zu kurz! Nach ein paar Minuten echtem Fahrspaß geht es immer wieder von einer Ortschaft in die Nächste. Ok, die Orte sind ganz nett, aber ich will fahren nicht gucken!!

Ein Stück vor Limbug geht es dann nach links ab, mein Ziel ist das Gelbachtal. Auch hier ist es großartig, Kurven so weit das Auge reicht und niemand sonst unterwegs, echtes Bikerglück!! Irgendwann komme ich dann auch an die Schaumburg bei Balduinstein, ein GROSSARTIGES Panorama!! Es geht eine Weile an der Lahn entlang und dann hoch in die Berge und ab in Richtung Norden. Als ich daheim ankomme, ist Sandra überrascht wie schnell ich heute war. Tja so ist das wenn man nicht „am Rhein entlang schwuchtelt“ wie es einer meiner YouTube-Hasser zu nennen pflegt 🙂

Die drei kleinen GoPro-Kameras haben diesmal recht lange durchgehalten und es sind auch keine großen Insekten gegen die Objektive geklatscht. Später montiere ich dann mit „Magix Video de Luxe 17 HD“ (ist das ein geiler Name für eine Software…) einen meiner beliebten „TRUE 3D“ Filme zusammen. Die musikalische Untermalung stammt von Allround-Genie und Elektronik-Pionier Gereon M. Hillebrand.