Zu Besuch in Schwetzingen

Das schöne an meinem Beruf ist, dass ich Abends immer mal wieder – sofern es das Wetter zuläßt – eine kleine Runde mit dem Motorrad drehen kann. In der letzten Woche war ich mal mit dem Motorrad in Schwetzingen bei Heidelberg.

Schaut man in der Wikipedia nach, findet man viele Infos zur Geschichte dieser schönen Stadt:

Schwetzingen wurde erstmals am 21. Dezember 766 im Lorscher Codex als „suezzingen“ erwähnt[5]. Siedlungsspuren existieren aber bereits aus der Jungsteinzeit, darunter viele Bandkeramik-Funde. 803 wird „Suezzingen Superiore“ genannt (soviel wie „Oberschwetzingen“). Ursprünglich gab es zwei Siedlungen, Ober- und Unterschwetzingen, die erst im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts zu einem Dorf zusammenwuchsen. Gehörte das Gebiet anfangs zum Bistum Worms, so gelangte es bereits im 12. Jahrhundert unter die Herrschaft der Pfalzgrafen. Aus dem Jahr 1439 stammt die erste bekannte Einwohnerzahl: 230 Seelen.

Nördlicher Schlossplatz
Das Schwetzinger Wasserschloss wird erstmals 1350 erwähnt, als der Pfalzgraf bei Rhein Rudolf II. das Wohnrecht im Schloss erhielt. Im Dreißigjährigen Krieg und im Pfälzer Erbfolgekrieg wurde das Schloss zerstört und von Kurfürst Johann Wilhelm bzw. dessen Vorgänger wieder aufgebaut. Ab 1720 diente es Kurfürst Carl Philipp nach seinem Auszug aus Heidelberg zunächst zeitweise als Ausweichresidenz; ab 1742 ließ er es zur Sommerresidenz ausbauen. 1750 wurde die „Neuen Stadt“ mit Schlossplatz geplant und angelegt, die das Ober- und Unterdorf miteinander verband. 1752 eröffnete das Schlosstheater.

1759 erhielt Schwetzingen das Marktrecht und wurde im 18. Jahrhundert im Barockstil ausgebaut. 1803 fiel der Ort mit der gesamten rechtsrheinischen Kurpfalz an Baden und wurde zum Amtssitz erhoben. 1833 erhielt die Gemeinde durch Großherzog Leopold die Stadtrechte. Ab 1850 setzte die Industrialisierung ein. Schwetzingen wurde unter anderem Sitz von Zigarren- und Konservenfabriken. Auch der Spargelanbau gewann an Bedeutung.

1924 wurde das Bezirksamt Schwetzingen aufgehoben und sein Gebiet mit dem Bezirksamt Mannheim vereinigt, aus welchem 1938 der Landkreis Mannheim entstand. 1930 erhielt die Stadt Schwetzingen einen erheblichen Gebietszuwachs durch Aufteilung des Hardtwalds.

Im Zuge der Kreisreform wurde der Landkreis Mannheim zum 1. Januar 1973 aufgelöst und die Stadt Schwetzingen dem neu gebildeten Rhein-Neckar-Kreis zugeordnet. Im Jahr 1992 überschritt die Einwohnerzahl die 20.000-Grenze. Daraufhin stellte die Stadt Schwetzingen den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung zum 1. April 1993 beschloss.

Ich selbst mag Schwetzingen immer wieder richtig gern und habe hier noch ein paar Handy-Knipsbilder die ich kurz vor dem großen Regen gemacht habe. Während der Regenpause gab es in einem der vielen Restaurants rund um den Schloßplatz etwas zu Essen. Später ging es dann tatsächlich trockenen Fußes wieder zurück nach Mainz.

Eine Tour die Ihr auch mal machen könntet 🙂

Hier noch schnell die versprochenen Fotos…

Lost Weeks

 

Gibt man beim „Übersetzungdienst“ von dict.leo.org das Wörtchen „Lost“ ein, so erhält man Übersetzungen wie diese hier:

  • abhanden gekommen
  • ausgestorben
  • dahin
  • tot
  • untergegangen
  • vergeudet
  • verloren
  • verlorengegangen
  • verschollen
  • verschwunden

Während meine Kindheit geprägt war durch die drei verfügbaren Fernsehprogramme und Sendungen wie Daktari, Flipper, Bonanza, Rauchende Colts, Tarzan, A-Team und was alles noch, so begann spätestens mit Tutti-Frutti und Erika Berger der Verfall der deutschen Fernsehkultur. Für mich ein Grund seit mehr als 10 Jahren nicht mehr „Fern zu sehen“. Vielleicht ist es auch einfach das Streben nach Selbstbestimmung und die Abneigung gegenüber vorgefertigten Programmen die einzig dazu dienen Werbebotschaften zu transportieren?

Das Fernsehen wurde in Deutschland sehr früh genutzt um die Propaganda-Botschaften Adolf Hitlers und seiner NAZI-Partei zu verbreiten.

In der Wikipedia findet man dazu:

… Ab dem 22. März 1935 wurde in Deutschland das erste regelmäßige Fernsehprogramm der Welt in hochauflösender Qualität ausgestrahlt (s. Fernsehsender Paul Nipkow, Berlin). …

…Ihren Höhepunkt erlebten die Sendungen im Dritten Reich, die nur wenige tausend Zuschauer in so genannten Fernsehstuben und Großbildstellen in Berlin und später Hamburg erreichten, mit den umfangreichen Übertragungen von den Olympischen Sommerspielen 1936…

Heute im Jahr 2011 ist das wieder ganz ähnlich, nur sind hier keine NAZIs mehr am Werk sondern Menschen die für Geld einfach nur richtig blödes Fernsehen machen. Der Anspruch ist egal, Hauptsache die Anzahl der Zuschauer stimmt und die Werbeblöcke lassen sich verkaufen.

Das alles geht mir wirklich zutiefst gegen den Strich und daher gehe ich ins Kino oder schaue mir einen Film auf DVD oder BlueRay an wenn ich ihn wirklich sehen will.

Was hat all das mit LOST zu tun?

Ok, vor etlichen Wochen hat mir mein Freund Fabian von einer Fernsehserie vorgeschwärmt, die ich mir unbedingt anschauen soll: „LOST“ Als guter Freund habe ich natürlich getan was er mir empfohlen hat. „…und da gibt es sooo coole Cliffhanger!“ – hat er mir prophezeit…

Also habe ich die erste Staffel gekauft und Sandra und ich haben begonnen LOST anzuschauen. Woche für Woche, wieder und wieder, eine Folge nach der anderen, eine DVD nach der anderen, eine Staffel nach der anderen…

Heute haben wir es endlich geschafft – die 6. und letzte Staffel ist durch den DVD-Player gerattert. 6 Staffeln, mit jeweils etwa 5 DVDs mit jeweils etwa 4 Folgen zu je 45 Minuten = 6 * 5 * 4 *45 = 5400 Minuten = 90 Stunden = 3,75 Tage LOST…

Fabian hatte mich ja schon ein wenig „gespoilert“ und mir verraten, dass das Ende wirklich blöd sei und er hat Recht behalten. Irgendjemand hat wohl mal dazu gesagt „Wenn meine Mutter mich heute angerufen hätte um mir zu sagen, dass ich adoptiert wurde, hätte ich mich nicht schlechter fühlen können.“ Wie recht er doch hatte…

Da schenke ich dieser Serie fast 100 Stunden meines Lebens und es gibt ein Ende, das unverständlich ist, das Fragen offen läßt und das auf mich letztlich so wirkt als hätte man es einfach nur irgendwie beenden wollen. Ok, die Kameraführung war toll, die Schauspieler super und die Musik herrlich pathetisch, aber letztlich waren nun viele Stunden meines Lebens

LOST:

  • abhanden gekommen
  • vergeudet
  • verloren

Bis zur vierten Staffel war es noch ganz unterhaltsam, dann kam der große Streik der amerikanischen Drehbuchautoren. Spätestens damit war die Serie „LOST/verloren“. Wie passend doch der Titel gewählt war. Gut gefallen hat mir während er letzten Minuten eine Sequenz innerhalb derer der Hauptdarsteller Jack gefragt wird „Und was geschieht dann?“ und er antwortet „Dann ist es zu Ende!“ Wie treffend! An dieser Stelle musste ich grinsen, denn mir kam es vor als wären sie alle müde gewesen und hätten nur noch auf das Ende der Dreharbeiten und den Abschluß der Serie gehofft.

Sandra und ich sind nun seit etwa zwei Stunden fertig mit „LOST“ – ob die Zeit nun vergeudet oder verloren ist weiß ich nicht, aber irgendwie ist sie in jedem Falle „LOST“ – einfach nur eine Frage der Übersetzung…

Sehr schön wie Hurley hier die gesamte Geschichte für seine Mutter zusammenfaßt und wie sie reagiert:

 

Ok, das war es nun, das war LOST, endlich können wir nun „versuchen zum Alltag zurück zu finden…“ (Zitat: N-TV bei jeder beliebigen Katastrophe…)