Alles über Fotografie, Autos, Motorräder…

Archiv für Juli, 2011

Heimweh nach der Schweiz

Ich kann mich noch gut erinnern wie ich im Dezember 1999 in meine Wohnung eingezogen bin. Wochenlang habe ich Kartons ausgepackt, war im Baumarkt, bei IKEA, wieder Kartons, Bohrmaschine, Akku-Schrauber, Pinsel, Säge, Baumarkt, IKEA – was für ein krasser Monat. In der Woche vor Weihnachten wurde dann die Küche geliefert. Als alles (fast) fertig war, hatte ich noch ein 60er Tür übrig. Hm, neben der Spüle war noch ein riesiges Loch, ich hatte vergessen die Spülmaschine zu bestellen. Deshalb war das so preiswert!! Aber Expert Bielinsky konnte helfen, an Heiligabend kam die Spülmaschine. Am ersten Weihnachtstag dann der Einbau des Kühlschranks, war das ein Krampf. Einige Woche später war längst nicht alles fertig und dann geht an einem Mittwoch abends um 20h das Telefon. Am anderen Ende Kollegin Sylvia aus der Schweiz. Sie braucht am Freitag “Support bei einem Meeting mit Oracle” – im Worldtrade Center in Zürich – ok…

Am Donnerstag bekomme ich spät abends noch eine E-Mail mit einem fast 150 Seiten starken Angebot. Ab in den Laserdrucker und dann endlich nach Hause. Am Freitag dann zum Köln-Bonner Flughafen. Der Flug dauer etwa 90 Minuten und ich habe endlich Zeit das Angebot zu lesen. Auf einer der letzten Seiten stehen dann Namen von Mitarbeitern, ihre Tagessätze und ihre Verfügbarkeit. Hinter meinem Namen steht ein hoher Tagessatz und bei der Verfügbarkeit steht: 100% Hui, ich bin der EINZIGE angebotene Berater mit einer Verfügbarkeit von 100%!! Langsam wird mir klar, dass ich wohl zu einem neuen Projekt anreise. Das Meeting mit Oracle ist dann schnell abgehandelt und ich bin von der Schweizer Geschäftsstelle sehr angetan. Während ich im großen Besprechungszimmer sitze, öffnet sich die Türe, jemand kommt herein und macht eine Geste wie ein Fußballtrainer nach dem 7:6 im Elfmeter-Schießen: “Ja, wir haben das Projekt!” Dann ist er schon wieder weg, ich habe gerade den Jürg kennen gelernt, der Chef der Schweizer Niederlassung. Ok, hier ist irgendwie alles anders.

Am Abend geht es heim und am Montag bin ich dann schon wieder dort. Mit einem Mietwagen geht es abends nach Luzern zur SUVA. Ich bin das erste Mal in meinem Leben am Vierwaldstädter See. Was für ein Panorama und was für eine großartige Stadt. Vielleicht die schönste Stadt der Schweiz und hier werde ich eine Weile arbeiten. Dass dieses Projekt dann 1,5 Jahre dauern wird und dass noch viele Monate bei der SUVA verbringen werde, ist mir an diesem Tag noch nicht bewußt!

Nach einigen Wochen in Luzern wird dann ein Projektbüro in Cham bezogen. Nun wohne ich in Bonn, arbeite in einem Projekt für die Schweizer Kollegen in Zürich, für einen Kunden in Luzern in einem Büro im Kanton Zug. Ok…

Wohnen tue ich von Anfang an im Hotel zum Rebstock in Luzern. Ein grandioses Hotel und die Menschen dort wachsen mir schnell an Herz. Die Chefin Frau Moser ist einfach nur großartig. Eine ältere Dame die mit Pablo Picasso bekannt war. Sie ist cool und trägt jeden Tag rote Schuhe. Alle Zimmer sind individuell eingerichtet, hier hat vor einigen Jahren ein damals noch wenig bekannter Designer mit Namen Philippe Starck geholfen. Eines Tages sitze ich nach einem Meeting auf dem Beifahrersitz von Jürg’s Audi S6. Auf der Autobahn sind 120 km/h erlaubt und Jürg hält sich auch daran. Doch hin und wieder läßt er den Audi auf 100 km/h zurückfallen, um dann mit einem Kick-Down auf 140 zu beschleunigen und den gewaltigen Sound zu genießen. Mich presst es dabei in die Polster und es entwickelt sich Achtung vor diesem Fahrzeug. Als ich ihn bitte mich bei SIXT am Flughafen abzusetzen, kommt das Gespräch darauf, was ein Golf bei SIXT als Mietwagen pro Monat kostet. “Aber das können wir doch billiger haben!” Er greift zum Telefon und ruft seinen Spezi Mauro an. Sie tauschen ein paar Floskeln aus und dann fragt er mich “Willst an Audi oder an Jaguar?” “Natürlich einen Jaguar!” “Ok, er nimmt den Jaguar!” Ich denke noch “Hey, der verarscht Dich jetzt aber ganz köstlich!” Als ich eine Stunde später bei Mauro aus dem Taxi steige, steht da tatsächlich ein Jaguar! Ein dunkelblauer Jaguar XJ – Daimler Double Six. Dann die Probefahrt gemeinsam mit Mauro. “Ja gib halt mal Gas! Ja, jetzt einen Kick-Down!” Die zwölf Zylinder schöpfen aus 6 Litern Hubraum ganze 300 PS, was für ein Gerät!

Während der nächsten Monate sieht mein Tagesablauf immer wieder gleich aus. Montags früh aufstehen, mit dem Taxi zum Köln-Bonner Flughafen fahren, mit Lufthansa, Swiss-Air oder Cross-Air nach Zurück fliegen, mit dem Taxi zum World-Trade-Center, in der Tiefgarage in meinen Jaguar umsteigen und nach Luzern fahren. Freitags dann alles in umgekehrter Reihenfolge! Wie cool! Mit Glück bekomme ich immer mal das Zimmer 164. Es ist im Rebstock ganz oben unter dem Dach und hat eine kleine Dachterrasse mit Blick auf den Vierwaldstädter See. Was für ein Projekt, was für ein Land!

Nachdem das Projektbüro in Cham am Zuger See eingerichtet ist, geht es morgens und abends mit dem Jaguar am See entlang. Nach und nach kommen weitere Kollegen ins Projekt und wir alle haben trotz der vielen Arbeit eine Menge Spaß. Abends gibt es im Restaurant Lamm Entrecôte mit Wellen-Pommes-Frites. Dazu ein Kloster-Bier und als Nachtisch ein Stück Schokoladenkuchen mit Rahm. Was für ein Leben! Nach vier Monaten passt keiner meiner Anzüge mehr und erstmals zeigt über 100 Kilogramm. Hui…

Am Pfingst-Montag bringe ich dann meine rote BMW R80-RT nach Luzern. Nun brechen andere Zeiten an und das Körpergewicht geht auch wieder zurück. Die Kollegen lasse ich allein mit dem Jaguar nach Cham fahren, ich bin ja nicht ihr Chauffeur. Während sie sich am 12-Zylinder-Sound erfreuen genieße ich Tag für Tag den überirdischen Frieden auf meiner einsamen Fahrt zum Büro. Nach der Arbeit geht es durch die Berge, rund um den See, viele Wochenenden verbringe ich in der Schweiz. Meine Freundin Nina kommt mich immer mal wieder besuchen und wir fahren über den Klausenpass, Sustenpass, Pragelpass, Grimsel, Furka und und und… Es gibt Barbeque-Fahrten mit dem Schaufelraddampfer und abendliche Spaziergänge zum IMAX-Kino im Verkehrshaus der Schweiz. Ich liebe dieses Land!

Im Winter sehe ich dann früh morgens ein Alpenglühen und kurz danach ist schon wieder Karneval. Die Zeit vergeht im Flug.

Daheim in meiner Wohnung herrscht während dessen totaler Stillstand. Es dauert noch Jahre bis alle Umzugskartons aus der Ecke im Wohnzimmer verschwunden sind. Als das Projekt dann beendet ist und ich meine rote BMW wieder heim bringe, keimt Wehmut auf. Doch ein paar Jahre später gibt es wieder ein Projekt in der Schweiz. Diesmal lasse ich die rote BMW daheim und fahre statt dessen mit dem roten Peugeot 406 Coupé nach Luzern. Der Peugeot spult fahrt Fahrt um Fahrt ab. Oft geht es mitten in der Nacht auf die Autobahn, zum Sonnenaufgang bin ich am Vierwaldstädter See, um 8h im Büro. Der Peugeot fährt und fährt, über 100.000 Kilometer kommen so zusammen. Je Kilometer gibt es 30 Cent Spritgeld. Damit ist das Auto schnell komplett bezahlt – alles im “Dienste des Herren” – wie cool…

Viele Jahre später bin ich nun ein großer Fan der Schweiz. Ich könnte dort immer wieder dort hin fahren, denn es ist einfach wunderschön. Während des ersten Projektes war die “Matrix” in aller Munde. Wir haben oft Scherze darüber gemacht, dass wir sicherlich auch innerhalb einer Matrix sein müssen, denn es ist einfach alles zu schön und zu perfekt um wirklich wahr zu sein. Aber es ist wahr!

Warum schreibe ich eigentlich all das hier? Na, weil ich eben bei YouTube über dieses geniale kleine GoPro-Video gestolpert bin. Meine “zweite Heimat” sieht man hier mal aus der schönsten aller Perspektiven, aus der Vogel-Perspektive!

Enjoy it…

 

Hier habe ich noch einige Fotos die ich damals in der Schweiz gemacht habe. Aller Fotos sind mit einer Nikon F4s auf Fuji Velvia 50 oder Kodak Extra-Colour 100 gemacht. Gescannt habe ich die Bilder mit einem Nikon Coolscan ED. Wer die Bilder anklickt bekommt sie in der 1000er Auflösung zu sehen.

Ein paar Jahre später habe ich dann viel mit der Nikon D2x  und der Nikon D300 fotografiert.

Aber auch meine Nikon F5 wurde dort viel benutzt…

Zuletzt war ich mit einer Mamiya 645 Pro und einigen Rollen Fuji Velvia 50  in der Schweiz…

Was für ein traumhaftes kleines Land…


Die Nikon D5100 ist da…

 

Als ich vor einigen Wochen sehr früh morgens mit dem Motorrad nach Mainz gefahren bin war es wirklich kalt. Unterwegs habe ich noch gedacht “Na, ob das mal gut geht?”. Es ging nicht gut, am nächsten Tag stellte sich schon ein Hustenreiz ein. Seit Wochen huste ich nun wie wild in der Gegend herum und bin ziemlich kurzatmig. Ein paar Tage auf Teneriffa wären jetzt gut, dann wäre alle schnell vergesse, aber es sind noch etwa 120 Tage bis ich meine Lieblingsinsel wieder sehe. Irgendwas muss also geschehen!

Am Freitag schaue ich kurz nach dem Aufstehen mal bei Google nach welche Lungenfachärzte es in Bonn gibt. Ich werde gleich fündig. Vor gut 10 Jahren war ich das letzte Mal beim Lungenfacharzt. Dieser Dr. Rost war damals schon recht alt und wie ich es fast gedacht habe, praktiziert er nicht mehr. Aber es gibt einen Nachfolger an gleicher Stelle, prima! Ab ins Auto und los. Während ich mich über die B9 vorarbeite läuft im Radio meine derzeitige Lieblings-CD von Joe Satriani. Ich lege aus Spaß mal mein HTC Desire HD auf den Beifahrersitz und nehme die Musik samt alle Straßengeräusche auf. Vielleicht kann ich damit ja später eines meiner bei YouTube gesperrten “Fahrvideos” ganz stilecht neu vertonen, mal sehen.

Beim Arzt heißt es dann, dass es heute nicht mehr klappt. Ich verabschiede mich und sage den beiden wirklich netten Ladies am Empfang, dass ich mir dann wohl einen anderen Arzt suchen muss der einen Privatpatienten auch ohne einen Vorlauf von mehreren Wochen untersuchen kann. “Halt warten Sie doch kurz, wo sind sie denn privat versichert?” – Na, geht doch… Ich kann ein wenig in der GEO stöbern und bekomme dann meine Audienz. Der Doc läßt sich kurz die Krankengeschichte erzählen, horcht die Lunge ab und schickt mich zum Lungenfunktionstest. Kurz drauf gibt es eine Nachbesprechung, eine Rezept und schon bin ich fertig. In der Apotheke dann wieder das übliche Spiel. “Ich hätte gern was von dem ich denke, dass sie das nicht haben, haben sie das?” “Hä?” Haben sie natürlich nicht! Aber der Bote kann es um 18h vorbeibringen, was für ein toller Service!

Wieder am Auto hole ich die kleine Nikon P7000 aus dem Kofferraum. Eigentlich habe sie vor einer Weile via amazon.de gekauft. Während der letzten USA-Reise hat sich dann wohl ein wenig Staub in den Verschlußmechanismus des Objektivs eingeschlichen. Die Lamellen welche die Frontlinse schützen öffnen sich nicht mehr vollständig. Bei Weitwinkelaufnahmen gibt es am oben links und unten rechts einen dunklen Schatten. Im Internet habe ich gelesen, dass das eigentlich ein Konstruktionsfehler ist, dass Nikon meist das gesamte Objektiv austauscht und dass die Probleme meist nach einigen Monaten wieder auftreten. Man muss diesen Verschluß wirklich behandeln wie ein rohes Ei!

Dass ich diese Kamera NICHT beim Fotohändler meines Vertrauens gekauft habe ist kein Problem. Der Chef schreibt mir einfach eine neue Rechnung. “Wann haben wir die Kamera gekauft? Am 2. Mai, oder? Ich habe am 1. Mai Geburtstag, dann ist der 2. Mai ein guter Tag!” Ein witziger Laden ist das! Dann wird meine F3-HP heraus gekramt. Sie war zur Reparatur, aber der Monteur hat gar nicht verstanden was er reparieren sollte. Vor etwa einem Jahr ist ihm der kleine Knopf für den Belichtungsspeicher abhanden gekommen. Er hat die Kamera dann viele Monate in seiner Werkstatt gehabt und schließlich einen kleinen dunklen Metallknopf  . Das sieht zunächst gut aus, aber nun ist der Knopf für den Belichtungsspeicher ständig gedrückt. Somit funktioniert der Belichtungsmesser nicht und die Kamera ist nicht wirklich brauchbar. Der Chef hat nach dem nun über ein Jahr anwährenden hin und her auch die Nase voll. Er meldet sich wenn mal eine F3 rein kommt und dann wird einfach der Korpus ausgetauscht. Das ist doch ein Wort!

Da fällt mir ein goldener Karton ins Auge, das Nikon AF-S VR 55-300 steht im Regal und gleich daneben eine Nikon D5100. Das wäre genau das was bei meiner Freundin Sandra für wirklich große Augen sorgen würde. Mit ihrer D3000 ist sie ja ganz glücklich aber sie hätte auch gern ein Teleobjektiv und die Möglichkeit kleine Filme aufzeichnen zu können. Ok, wir kungeln eine Runde und als sein Schmerz auf dem Höhepunkt ist, gebe ich ihm den Zuschlag. Mit zwei Kameras und einem Objektiv geht es wieder heim. Es läuft wieder Joe Satriani und das Handy zeichnet wieder alles auf. Ich bin wirklich gespannt wie sich das anhören wird!

Daheim ist die Küche schön aufgeräumt. Warum die heißen Kameras nicht auf dem Kochfeld vor der Rückwand aus Aluminium präsentieren? Die D7000 steht noch vom letzten Video bereit, der Akku hat noch Strom, auf der Speicherkarte ist noch Platz. Nach ein paar Minuten ist das Video fertig. Nun versuche ich es mal unter Windows 7 mit Magix Video Deluxe 17 zu schneiden. Das klappt recht gut. iMovie auf dem Mac ist zwar viel einfacher zu bedienen, aber die Magix Software ist “erwachsener” und hat einfach mehr Möglichkeiten. Aber es fehlen auch die schönen Vorlagen für die Titel und die vielen witzigen iLive Musikclips vermisse ich auch. Ja, so ist das im Leben, man kann nicht alles haben! Dafür habe ich im Vergleich zum Mac auf meinem Windows 7 Notebook fast die doppelte Auflösung, das ist gerade beim Videoschnitt wirklich hilfreich.

Und hier ist es nun, mein neues Unboxing:

 

Hier habe ich noch einen kleinen ersten Video-Test in voller HD-Auflösung. Beim Anschauen des Videos fällt sofort auf, dass man für saubere Kamera-Schwenks einen anderen Stativkopf benötigt. Auch ist es eine echte Herausforderung während der Aufzeichnung manuell zu zoomen. Das wackelt einfach wie die Hölle, trotz VR und Stativ. Hier fährt man in der Regel besser, wenn man darauf verzichtet und nach einem Schnitt mit einer anderen Einstellung fortfährt. Alles in allem bin ich aber auf den ersten Blick von Kamera und Objektiv ziemlich begeistert. Wer eine wirklich kleine leichte Ausrüstung sucht, die tolle Bildergebnisse liefert, wird mit der D5100 eine Menge Spaß haben.

 


Nikon History – Teil 2

Vor etwa 14 Tagen habe ich euch meinen ersten Teil von “Nikon History” vorgestellt. Heute soll es um die Nikon F3 gehen.

Ich kann mich noch ganz gut daran erinnern, wie ich im Jahr 2002 meinen ersten kurzen Projekteinsatz in Mainz hatte. Damals war ich noch als Berater bei der Hamburger Unternehmensberatung Mummert + Partner angestellt. Das beste Hotel der Welt, das Quartier 65 hatte damals gerade neu eröffnet und war natürlich prompt ausgebucht. Ich habe dann ein Zimmer in einer ziemlichen Absteige gegenüber des Mainzer Bahnhofs bekommen. Da ich in Mainz noch absolut niemanden kannte, bin ich abends ein wenig spazieren gegangen und habe dabei das Ladenlokal von Foto Oehling in der Nähe des Schillerplatzes entdeckt. Zu dieser Zeit gab es gerade die ersten digitalen Spiegelreflex-Kameras und viele begeisterte Amateure mit prall gefüllten Portemonnaies haben ihre “analoge” Fotoausrüstung bei Foto Oehling in Zahlung gegeben. Dementsprechend war das Schaufenster mit den gebrauchten Fotogeräten mehr als prall gefüllt. Heute ist davon nur noch ein Bruchteil übrig. Da hat scheinbar ein Generationenwechsel stattgefunden. Alle Leute die schon immer von einer analogen Profikamera geträumt haben, konnten sie sich nun leisten und so haben diese vielen schönen Dinge dann die “Bevölkerungsschicht” gewechselt. All die schönen Mittelformatkameras, Hasselblads, Canons, Nikons und was auch immer scheinen nun ein ruhiges Dasein in den Vitrinen der Sammler dieser Welt zu fristen.

Sehr gut erinnere ich mich daran, wie mir damals eine Nikon F4s und ein krass großes Nikon Teleobjektiv ins Auge gestochen sind. Während ich mir sicher länger als eine Stunde die Nase am Schaufenster platt gedrückt habe, stand plötzlich ein anderer Fotofan neben mir. Ich habe ihn erst gar nicht registriert, aber schließlich sind wir doch ins Gespräch gekommen. Ich habe ihm von der F4 aus dem Schaufenster vorgeschwärmt und er hat mir damals gesagt, dass er von der F4 nichts halten würde. Es gäbe zu viele Exemplare die Probleme mit der Mechanik innerhalb des Spiegelkastens hätten und bei denen die Blende der Objektive nicht korrekt gesteuert würde. Ich habe damals erfahren, dass eine Nikon F4 eine Seriennummer haben sollte, die mit 24 beginnt. Bei diesen und späteren Modellen sei die Schwachstelle behoben.

Dann begann er mit von den Vorzügen der F3 vorzuschwärmen. Er sei Mitglied eines Mainzer Fotoclubs und würde seit langem eine F3 benutzen und das sei einfach die beste Nikon die jemals gebaut worden sei. Nun ja, auch heutiger Sicht würde ich das nicht unterschreiben, aber damals wurde mir klar. Wenn es irgendwann eine F4 geben würde, dann müsste es auch irgendwann eine F3 geben. Unser Gesrpäch wurde dann jäh von seiner Frau beendet. Die Schuhgeschäfte hatten mittlerweile ihre Pforten geschlossen und sie wollte heim.

Das alles ist inzwischen rund 10 Jahre her und ich habe in der Zwischenzeit fast ein kleines Museum mit alten Nikons angehäuft. Jede einzelne Kamera ist mir ans Herz gewachsen, alle haben ihre Stärken und Schwächen und für mich ist jede Nikon etwas besonderes. Irgendwann kamen dann noch eine Praktica Super TL2 und eine Minolta XD5 dazu. Das waren meine allerersten Kameras. Die Praktica habe ich irgendwann verschenkt und meine XD-5 ist mir bei einem Wohnungseinbruch gestohlen worden. Irgendwie wollte ich sie zurück haben, auch wenn ich sie noch nie benutzt habe. So ist das eben wenn man an “Kollektivitis” leidet :-)

Der Wahn ging so weit, dass ich im Jahr 2006 ganze 5 Exemplare der Nikon F4 hatte. Meiner damaligen Freundin konnte ich deren Nutzen irgendwann nicht mehr vermitteln und so musste ich einiges via eBay wieder verkaufen. Aber eine F4, eine F4s und eine F4e sind mir geblieben – Gott sei Dank!!!

Hier möchte ich euch heute nun eine Nikon F3 vorstellen. Die Seriennummer ist leider nicht mehr zu erkennen und so kann ich nicht sagen wie alt sie wirklich ist. Aber sie funktioniert noch immer so perfekt wie am ersten Tag. Am Wochenende habe ich mit der Nikon D7000 dieses kleine Video aufgenommen und es gestern mitten in der Nacht mit iMovie auf meinem MacBook zusammen geschnitten. An mehreren Stellen habe ich mich ziemlich verhaspelt und Dinge wie “Blendenzeit” gesagt. Auch wenn mir das ein wenig peinlich ist, so habe ich es doch nicht herausgeschnitten. Da mich seit längerer Zeit ein heftiger Reizhusten plagt, musste ich mich an einigen Stellen wiederholen. Die Husterei klang fast nach kleinen Explosionen. Das habe ich dann alles weggeschnitten, also nicht wundern wenn es zwischen durch ein wenig “ruckt”.

Das Video ist trotzdem fast eine Stunde lang. Ich kann über diese schönen alten Kameras einfach wirklich viel erzählen. Der Upload der fast 1,8GB großen Videodatei hat mehr als einen halben Tag gedauert. Wer mag und kann, sollte es sich in 720p anschauen, damit sich die Mühe auch gelohnt hat :-)

Beim “Intro” habe ich mal ein Nikon AF-D 1.4/85mm benutzt und die D7000 auf  Blende 5,6 und ISO 320 eingestellt. Die damit bereits bei 720p erzielte Bildqualität finde ich schon ganz beachtlich. Und die D7000 könnte noch viel mehr!! Schade nur, dass YouTube das schöne Video erneut komprimiert. Aber ich hoffe, dass es dennoch gut aussieht und es euch beim Anschauen nicht langweilig wird :-)

 

Über Wünsche und Anregungen für künftige “Nikon Specials” würde ich mich sehr freuen.


Frust mit YouTube – Teil II

Nachdem deutsche Nutzer für die Mehrzahl meiner “Fahrvideos” durch YouTube ausgesperrt wurden, habe ich mir mal eines der gesperrten Videos vorgenommen und die Hintergrundmusik gelöscht und statt dessen am Mac mit iMovie mal einen “Voice-Over” Track versucht. Es ist gar nicht so einfach ein so langes Filmchen in den nicht wirklich was passiert halbwegs sinnvoll zu kommentieren. Während ich da von Burgen und Weinbergen erzähle, muss ich an die Fußballmoderatoren im Fernsehen denken. Viele Spiele sind da einfach auch nur gähnend langweilig und die Moderatoren müssen dennoch etwas halbwegs sinnvolles erzählen.

Ich habe also den Film erneut in iMovie importiert, die Tonspur separiert und dann gelöscht. Danach habe ich den Film mit iMovie abgespielt und über das in den Mac eingebaute Mikrofon kommentiert. Bei der späteren Kontrolle ist mir dann aufgefallen, dass ich einige Worte dann doch immer mal wiederhole und dass an zwei Stellen das Video kurz einfriert, danach aber dann doch weiter läuft, während die Tonspur aber keine Probleme hat. Wie das wohl kommt??

Egal, es war mein erster Versuch und hier ist das Ergebnis:

 

Am Wochenende habe ich mit beim Brunchen in einem inzwischen doch ziemlich herunter gekommenen Lokal den Magen verdorben. Daher konnte ich heute den halben Tag mit Tee und Zwieback im Bett verbracht. Da ist es dann doch ganz nett wenn man mit seinem kleinen Mac ein kleines Video basteln kann :-)


Frust mit YouTube

Wenigstens die hier funktioniert noch…

 

Zu den meist gehassten Fehlermeldungen im Internet gehört sicherlich “Dieses Video enthält Content der Blablabla und ist in Deutschland nicht verfügbar.” Vor ein paar Wochen habe ich mir meine erste GoPro Kamera gekauft und damit mehrere kleine Videos gedreht. Die kleinen Filme laufen bis zu 30 Minuten und länger und sind für jeden”Nicht-Biker” eher langweilig. Daher habe ich versucht sie mit ein wenig Hintergrundmusik aufzumöbeln. Die Musik habe ich leiser gestellt und in Mono mit 4% höherer Geschwindigkeit in die Video-Clips eingebettet. Die meisten Videos waren dann auch eine ganze Weile bei YouTube sichtbar, auch in Deutschland. Heute ist mir dann aufgefallen, dass ich sie nur sehen kann, wenn ich selbst bei YouTube angemeldet bin. Das war ich in den letzten Wochen eigentlich immer und daher habe ich auch nichts bemerkt. Irgendwie hat YouTube aber wohl doch ein paar Content-ID Treffer produziert und fast alle meine “Fahrvideos” in Deutschland geblockt. Sogar die Videos die ausschließlich mit kurzen Clips aus iMovie unterlegt sind.

Was für ein Mist, in meinem BLOG sind jetzt lauter Videos gelistet die sich nur Schweizer, Österreicher, Belgier, Holländer, Schweden, Dänen, Australier, Kanadier, Amerikaner usw. anschauen können. Allen deutschen BLOG-Lesern bleiben sie verborgen. Klar könnte man nun einen Web-Proxy wie hidemyass verwenden, aber dann kann man die Videos nicht in der höchsten HD Auflösung anschauen. Das ist alles blöd und richtig nervig.

Wie schön war es doch damals, als die Musik nicht mit der Hand gemacht wurde und die Kameras noch mechanisch waren. Das Video am Anfang dieses Artikel ist ein kleiner Auszug aus meinem letzten Versuch ein 3D Video zu erstellen. Ich habe inzwischen für eine Menge Geld zwei GoPro HD HERO 1080p und ein 3D Gehäuse gekauft. Die GoPro 3D Software ist installiert und eigentlich ist alles da was man braucht. Aber das Synchronkabel aus dem 3D Kit scheint einen Defekt zu haben. Es startet jedenfalls immer nur die rechte der beiden 3D-Kameras – wie blöd. Außerdem habe ich den 3D Kit auch noch via amazon.de gekauft und muss nun schauen wie ich ein funktionierendes Kabel bekomme. Eine Mail an den Verkäufer habe ich schon verschickt, mal sehen ob und wann er sich meldet.

Jeder Versucht die beiden GoPro Kameras manuell durch exakt gleichzeitiges Drücken der Auslöser synchron zu starten geht in die Hose. Und selbst wenn es halbwegs klappt, sind die Videos dann in der Regel nicht exakt gleich lang, man muss die Aufnahme ja auch stoppen. Die GoPro 3D Software kann keine Clips importieren die nicht gleich lang sind. Zeitlich gegeneinander verschieben kann man zwei Video-Spuren bei manuell aufgenommenen Clips auch nicht. Eigentlich ist das ja auch nicht notwendig, dafür gibt es ja das 3D Gehäuse und das Synchronkabel! Ach ja, das funktioniert übrigens bei zwei ganz nagelneuen Kameras auch nur dann, wenn man vorher ein Firmware-Update in die Kameras einspielt – ist klar!

Warum ist diese eigentlich so schöne bunte Computerwelt so oft so frustrierend?

Schön, wenn dann auch mal was wie von allein funktioniert…

 


OS-X Lion unter Windows 7

Vor ein paar Tagen habe ich Euch vorgestellt wie ich mein bereits im Jahr 2007 gekauftes DELL Inspiron 9400 Notebook ein wenig aufgemöbelt und mit Windows 7 in der 64-Bit Version ausgestattet habe. Ein paar Tage später läuft es immer noch wirklich gut. Die SSD und der zusätzliche Speicher haben das Ding ganz schön auf Trab gebracht.

Gestern habe ich dann bei YouTube durch Zufall ein Video gefunden in dem jemand gezeigt hat, wie er unter Windows 7 eine virtuelle Maschine mit dem brandneuen Apple OS-X Lion zum Fliegen bekommt. Das wollte ich auch mal ausprobieren. Also schnell das MacBook zuklappen und das renovierte Windows 7 Notebook starten. Unter dem im Video geposteten Link gibt es dann eine ZIP-Datei die etwa 6 GB groß ist. Der Download über mein DSL mit 6 MBit/s hat also mehrere Stunden gedauert. Aber dann war das Ding da!

Also via 7-Zip auspacken – klappt nicht – zu wenig Festplattenplatz! Ok, dann schauen wir mal… Im Arbeitszimmer kommt noch eine externe 1TB Platte mit USB und ESATA Anschlüssen zu Vorschein. Die habe ich vor einer Weile mal gekauft um im Büro in Mainz für eine Laptop-Umstellung ein Backup machen zu können. Seit dieser Zeit lag sie ungenutzt in meinem Arbeitszimmer herum. Schnell diese Platte formatieren und schon klappt es mit dem Auspacken der ZIP-Datei.

Anschließend wird die VMWare Workstation Software installiert. Danach ist ein Neustart fällig. Als nächstes braucht man einen Patch, damit eine virtuelle Maschine mit OS-X akzeptiert wird, die eigentlich nicht auf dem Speiseplan steht. Danach wird die virtuelle Maschine wieder auf die neue SSD des getunten Notebooks kopiert und kann sogar sofort gestartet werden. Es ist ein englisches OS-X Lion. Alles sieht aus wie auf meinem kleinen MacBook. Die Performance ist etwas schlechter und es steht weniger Speicherplatz zur Verfügung. Aber das ist ok. Will ich mit Photoshop arbeiten kann ich das auch unter Windows 7 erledigen. Unter Windows 7 funktioniert meine Logitech Quickcam 9000 auch ganz vorzüglich, ich kann damit also ganz wunderbar Skypen und kleine Videos für meinen BLOG aufzeichnen.

Dann kommt die Nagelprobe, wird die Apple Entwicklungsumgebung XCode in der virtuellen Maschine laufen? Ich starte also mal den eingebauten App-Store und siehe da, nachdem ich mich angemeldet habe kann ich XCode kostenlos herunterladen und installieren. Der Download hat wiederum etwa 4 GB, die Installation kann ich erst kurz vor Mitternacht ausführen. Aber es klappt alles prima. Das erste kleine Testprojekt lässt sich auf Anhieb kompilieren und der iPAD Simulator startet sogar in der “nativen” Auflösung. Das funktioniert, weil dieses schöne alte DELL Notebook ein geniales Display mit 1920 x 1200 Pixeln hat!! Das ist also mehr als FULL HD! Das iPad hat wenn es aufrecht steht eine Auflösung von 1024 Pixeln, ich bin also mit den horizontalen 1200 Pixeln des Notebook auf der sicheren Seite.

Nachdem Pages und einige weitere Programm via App-Store auch in der virtuellen Maschine installiert sind fahre ich sie herunter und kopiere die Files wieder auf die externe Festplatte. Damit geht es rüber ins Arbeitszimmer. Dort steht ein DELL 3.0 GHZ Quad-Core mit einem 30″ Display. Dieses riesige Ding hat 2560 x 1600 Pixel Auflösung, ob die virtuelle Maschine auch damit laufen wird? Also schnell VMWare Workstation installieren, Patch einspielen, neu starten und siehe da, es klappt. Nun macht die Arbeit mit XCode so richtig Spaß. Anders als auf dem kleinen MacBook habe ich nun ein riesiges Display. Alles ist gleichzeitig zu sehen und ich muss beim Programmieren nicht zwischen den Fenstern wechseln, das ist schon cool. Mit dem schnellen Quadcore läuft dann auch die virtuelle Maschine ganz flüssig. Safari spielt problemlos YouTube Videos ab ohne dass sie ruckeln oder stehen bleiben. Das Verschieben der Fenster ist ein klein wenig langsamer als auf dem “richtigen” Mac, hier merkt man dann doch, dass es kein “richtiger” Mac ist, aber man kann damit leben.

Wie cool wäre es, wenn jetzt noch das Apple Magic Trackpad funktionieren würde das hier seit fast einem Jahr im Schrank liegt? Also schnell zwei frische AA-Batterien hinein und los. Das Trackpad wird natürlich in der virtuellen OS-X Welt nicht erkannt. Warum nur? Vielleicht muss ich unter Windows 7 die Treiber installieren? Ich krame mal in meinem BLOG, da habe ich beschrieben wie es geht. Eine Stunde später sind zwar die Treiber installiert, das Trackpad wird unter Windows 7 erkannt, aber es funktioniert nicht. Das ist ärgerlich, aber ich versuche mich jetzt mal wieder an der virtuellen Maschine. Auch da wird es nicht erkannt. Es gibt auch gar kein Blue Tooth, was ist los?

Dann kommt mir die Erleuchtung, ich muss in den VMWare Einstellungen dafür sorgen, dass die virtuelle Maschine direkten Zugriff auf die Blue Tooth Komponenten erhält. Ein paar Klicks später wird das Trackpad dann erkannt, wie cool! Schnell zurück mit dem Magic Trackpad an das DELL Notebook – auch hier klappt es nach ein paar Minuten. Die Treiber für Windows sind gar nicht notwendig, super!

Hier noch zwei Screen Shots die ich eben auf dem Notebook gemacht habe. Sie sind 1920 x 1200 Pixel groß, also einfach anklicken um sie in der Originalgröße zu sehen.

Und so sieht es aus, wenn man ein paar Anwendungen gestartet hat und auf dem Magic Trackpad mit vier Fingern nach oben streicht.


Erste Gehversuche mit OS-X Lion

Bevor es am Mittwoch mit den Kollegen in die Sushi-Bar am Mainzer Südbahnhof geht, stoße ich auch meinem Mac-Mini und meinem Mac-Book noch den Download für das neue OS-X Lion am. Als ich um 23h nach einigen Nigiris, Takamis und Mojitos wieder in meinem Appartement bin, ist der Download immer noch nicht abgeschlossen. Kurz bevor es ins Bett geht sind dann beide Mac’s so weit, dass sie das OS-X Lion installieren können. Die Prozedur ist ganz einfach, aber sie dauert dann doch eine Weile. Das Mac-Book kommt zuletzt an die Reihe und so so schlafe ich über der Prozedur einfach ein…

Am nächsten Morgen ist das Mac-Book im Standby, aber es läßt sich aufwecken. Der Mac-Mini meldet bereits OS-X 10.7 als neue Betriebssystemversion. Auf dem Mac-Book ist es noch 10.6.8 – also nix mit Lion!! Ist das was schief gegangen?? Ich starte es mal neu, vielleicht klappt es ja dann. Aber nichts ist nach dem Neustart anders, von OS-X Lion ist nichts zu sehen. Ich starte mal den App-Store, aber es wird angezeigt, dass das OS-X Lion installiert wäre. Hm, nur wo ist es denn??

Nach ein paar Minuten fällt mir dann ein neues Icon in der Docking-Leiste auf. Aha, so kann ich die Installation starten, alles gar kein Problem wenn man weiß wie! Die Prozedur dauert auch hier etwa 30 Minuten. Zu lange, denn ich will zur Arbeit. Also muss das Notebook mit ins Auto. Als ich am frühen Abend mit der Arbeit fertig bin und heim nach Bonn fahren möchte, ist dann auch das neue OS-X Lion auf dem Mac-Book installiert. Prima! Mit laufender GoPro Kamera geht es über die A61 nach Bonn. Die Fahrt ist überaus ätzend, es ist viel los, überall sind Baustellen und ich verfluche die Heimfahrt. Aber ich sitze im Trockenen und kann Musik hören, auf dem Moped wäre es jetzt wirklich fies!!

Daheim angekommen will ich mir das aufgezeichnete Video-Material auf dem Mac-Book anschauen. Die kleine GoPro Kamera hat nur im 720P Modus gefilmt und innerhalb von zwei Stunden trotzdem knapp 7GB aufgezeichnet. Der Import in iMovie soll etwa zwei Stunden dauern, was für ein Wahnsinn. Während der Import läuft versuche ich die neuen Features zu erkunden. Aber der Mac ist fast tot, iMovie schluckt alle Ressourcen. Ich öffne mal die Aktivitätsanzeige um wie unter Windows die Prozesspriorität von iMovie ein wenig zu reduzieren. Aber das geht damit überhaupt nicht. Ich muss googeln, dann die Lösung, man muss dafür voll im ernst ein paar Unix-Befehle im Unix-Terminal eintippen (sudo, renice, blä blä blä). Ich bin vom fortschrittlichsten Betriebssystem der Welt wirklich schwer beeindruckt… Das ging sogar schon unter Windows NT 3.1 :-(

Egal, ich lassen den Mac vor sich hin ackern. Dann fällt mir auf, dass Spotlight meine externe fast volle 1,5 TB Festplatt indiziert. Ja sind die denn komplett wahnsinnig? Kurz googeln, dann ist klar wie man auch das abschaltet. Im neuen supertoll überarbeiteten Finder suche ich das Symbol für die interne Festplatte, es ist weg! Ein wenig Probieren und dann kann ich es bei den Favoriten wieder hinzufügen. Au Backe…

Die Navigation via Trackpad wurde überarbeitet. Nun funktioniert innerhalb des Finders das Zurückspringen zum übergeordneten Ordner über die drei-finger-nach-links Wisch-Geste nicht mehr. Bei Safari klappt es, hier kann ich zwischen mehreren aufgerufenen Webseiten chronologisch mit der Wisch-Geste hin und her navigieren. Im Finder geht das nicht mehr, wie blöd ist das denn?

Irgendwie kommt mir der ganz Mac nun auch langsamer vor. Vielleicht ist es Einbildung, aber ich habe ähnliches schon unter den ersten Kommentaren zum neuen OS-X Lion gelesen.

Aber dann finde ich ein schön gemachtes Video, das die neuen Gesten erklärt. Super gemacht ist das, sehr sparsam, sehr schick, nur fehlt mir eine der am meisten benutzten Gesten im Finder. Soll das der Fortschritt sein?


OS-X Lion ist da…

Was lange währt wird endlich gut! Apple hat Wort gehalten und seit heute gibt es im App-Store das neue Betriebssystem für den Mac. Und wieder ist es das fortschrittlichste Betriebssystem aller Zeiten! Die Liste der Features verschlägt einem glatt die Sprache. Endlich kann die weltweite Fangemeinde aufatmen, künftig wird man Fenster an allen Seiten mit der Maus anklicken und vergrößern können – Bingo!

Und siehe da, die eingebauten Web-Cams können nun sogar tatsächlich mit der nativen Auflösung aufzeichnen was man ihnen zuspricht – genial!

Das Beste ist aber, dass nun beim Kopieren von Ordnern ein vorhandener gleichnamiger Ordner nicht mehr versehentlich unwiderruflich gelöscht werden kann. Der Mac kann nun auch die Inhalte bestehender Ordner zusammenführen, wahrlich das modernste Betriebssystem aller Zeiten und mit Sicherheit das Beste seit der Erfindung des Commodore C64 – ich bin restlos begeistert!!!!!

Und es gibt noch 248 andere tolle neue Features. Und es sind sogar einige wenige Funktionen dabei, die es bei Windows 7 nicht schon seit Jahren gibt. Na dann mal los…

Über den App-Store kann man das Update ganz bequem bezahlen, es kostet 23,99 Euro. Dann startet der Download – Wow – 3,74 GB – Müsste ich das über meinen kleinen UMTS-Stick herunterladen wäre mit einem Schlag fast mein gesamtes “Monatsvolumen” verbraucht. Aber ich habe derzeit ein kostenloses WLAN, da heißt es nur ein paar Stunden zu warten.

Prima, da bleibt dann noch Zeit für den Ausstand meines lieben Kollegen Tobias. Gestärkt mit Sushi und einigen Cocktails werde ich dann so gegen Mitternacht das neue OS-X Lion bewundern können. Ob das auch beim Einschalfen hilft? Wir werden sehen…

Ok Freunde, ob in meinem Mac nach dem Mega-Update ein kleines Löwenherz schlägt wird sich zeigen. Ich werde berichten und das ganz objektiv und nicht so ironisch wie heute :-)


GoPro Motor-Kit

Am Wochenende ist die neue GoPro HD HERO 1080 samt Motor-Kit eingetrudelt. Am Montag um kurz vor 6h wird es dann ernst, ich versuche mich mal mit der neuen Autoscheiben-Halterung. Es klappt leider nicht wie erhofft, an meiner Diesel-Rakete steht die Windschutzscheibe sehr steil. Egal wie ich die Kamera auch drehe und wende, entweder schaut sie in den Himmel oder es ist das halbe Auto mit auf dem Bild. Das ist alles gar nicht so einfach, aber ich muss nach Mainz und daher geht es dann mit einer suboptimalen Kameraposition auf die Reise. Mal sehen was man daraus zaubern kann.

 

In Mainz angekommen hat die kleine GoPro knapp zwei Stunden ununterbrochen die gesamte Fahrt aufgezeichnet. Es zwei MP4-Dateien entstanden die zusammen etwa 7GB groß sind. Die Kamera hat sie automatisch bei ca. 4GB gesplittet. Am Abend soll der Import in iMovie auf dem Mainzer Mac Mini zwei Stunden dauern, kein Problem ich habe ja noch das MacBook dabei. Nach drei Stunden schaue ich mal wie weit es ist. Es ist bloß nichts da, keine importierten Files, hä?? Also erneut versuchen, stunden vergehen und es ist wieder nichts da! Dann kommt es mir in den Sinn, die Festplatte ist voll. 320GB sind einfach wenig wenn man mit diesen großen Videos hantiert. Also wird erst einmal aufgeräumt. Irgendwann klappt es dann, aber es ist schon nach Mitternacht. Am nächsten Abend dann die Bearbeitung. Das Video steht auf dem Kopf, aber mit iMovie kann man es ganz einfach drehen. Dann ist die Platte wieder voll, wieder aufräumen weil nichts mehr geht…

Am dritten Tag ist das Video dann auf einige wenige Minuten eingedampft und es ist ein bisschen Musik unterlegt. Die Musik ist 4% schneller, an Anfang und Ende ein- und ausgeblendet und die Lautstärke ist reduziert. Mal sehen, ob YouTube das Video wieder in Deutschland sperrt…

Ok hier ist es nun und jetzt auf zur Arbeit…

 


Ein Männertraum

Eigentlich hatte ich mir für den Abend so allerhand vorgenommen. Ich wollte einen Artikel für meinen BLOG schreiben, die letzten Videos schneiden die ich mit der neuen GoPro Kamera aufgenommen habe und und und… Doch dann kommt alles ganz anders! Zu fortgeschrittener abendlicher Stunde nagt der Hunger an der Physiognomie. Die Kollegen haben auch Hunger und zu trinken haben sie auch nichts mehr. Am Montag habe ich früh morgens gekniffen und bin statt mit dem Motorrad nach langer Zeit mal wieder mit dem Auto zur Arbeit nach Mainz gefahren. Ich bin also motorisiert und könnte doch mal etwas einkaufen! Die Kollegen wünschen sich ein paar Liter frisches Wasser, ich könnte mal schnell zum REWE fahren und ein wenig einkaufen. Danach wollen wir uns treffen und gemeinsam einen Spanier gegenüber des Mainzer Hauptbahnhofs ausprobieren. Also auf zum REWE.

Es gibt Wasser, Schokolade, Rotwein, Süßigkeiten und dann stehe ich vor einer Kiste Bier. Das wäre doch mal was! Eine ganze Kiste Bier. Einfach mal nicht das teure Sixpack an der Tankstelle kaufen sondern gleich 20 Flaschen in den Kühlschrank legen. Das hält dann eine Weile und wenn mich abends mal die Kollegen in meiner “kleinen Werkswohnung” besuchen, müssen sie mich nicht mit verdorrten Kehlen wieder verlassen.

Nach dem Einkauf werden die Kollegen vor dem Büro eingesammelt und es geht zum Spanier – super ist es da! Ein Geheimtipp, das werden wir sicher bald wiederholen!

Als Kollege Tobias und ich wieder “daheim” sind wird schnell das Auto leer geräumt und das Bier kaltgestellt. Nun habe ich heute meine 1112-te Übernachtung hier in Mainz und noch nie war mein kleiner “Projektkühlschrank” so wunderbar männermäßig gefüllt. Bier, Ramazotti, Jägermeister und ein Fuji Velvia 50 – na wenn das kein Männertraum ist :-)

Das erste Bier ist noch lauwarm – so richtig schmecken tut es nicht… Aber morgen könnte ich ein wirklich kaltes Bier trinken, aber da hat einer der Kollegen zum Ausstand eingeladen. Die “Besprechungsanfrage” kam via Outlook und der Termin geht bis 3:00 am nächsten Morgen – das ist ein Ansage! So wird das Bier bis Montag Zeit haben eine angenehm kalte Temperatur zu erreichen!

Danny Glover würde dazu sagen “Ich bin zu alt für diese Scheiße” – ich sage eher “Bis 3:00 am morgen, das schaffe ich ganz bestimmt nicht” :-) Mal sehen, aber ich werde wohl um 24h im Bett liegen, in ein paar Jahren werde ich ja schon 50!! Oh je, bin ich doch zu alt für diese Sch….?

Egal, wir werden es sehen und ich werde berichten – gute Nacht :-)


Nikon Showtime

Das Wochenende ist schon wieder vorbei und die ersten Gehversuche mit einem 3D Video waren frustrierend. Daher gibt es meine kleine Nikon Show nun im 2D Format. Mal schauen wie der nächste Versuch wird :-)

 

 

 


Die GoPro HD HERO 1080 ist da

Kurz vor 12h geht die Klingel, ein Bote von DPD ist an der Tür und bringt mir ein Päckchen. Als ich es auspacke finde ich ein LCD-BacPac für die neue GoPro HD HERO 1080 die leider noch nicht da ist. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass diese Kamera vielleicht auch heute noch eintrudelt. Und siehe da, kaum eine Stunde später ist das dann auch der Bote von DHL an der Türe und hat die Kamera dabei. Das schreit jetzt nach einem “Unboxing”. Bei YouTube packen ständig irgendwelche Typen etwas aus und tausende YouTuber schauen begeistert zu – das sollte ich vielleicht auch mal machen :-)

Als alles ausgepackt ist versuche ich die neue Kamera zusammen mit dem LCD-BacPac einzuschalten, aber es passiert nichts – absolut gar nichts! Ist das was kaputt? Schlechte Qualitätssicherung in China?? Mist, oder habe ich was falsch gemacht? Ich versuche es noch ein paar Mal, aber die Kamera bleibt tot. Hm, was tun? Ich frage mal bei Google nach und siehe da, die nagelneue Kamera braucht erst einmal ein Firmware-Update!! Wie sollte das auch anders sein. Hat irgendjemand von Euch schon mal einen Kaffeeautomaten sofort in Betrieb nehmen können ohne zunächst eine neue Firmware einzuspielen??

Die Prozedur ist aber ganz einfach und wird auf der GoPro-Webseite mit einem kleinen netten Video erklärt. Die Firmware ist eine 8,2MB große Datei. Für den Download muss man nur einen Namen und eine E-Mail-Adresse angeben. Dann wird die Firmware in den “Root” einer SD-Karte kopiert. Entweder via Card-Reader oder man steckt die Karte direkt in die Kamera und verbindet sie via USB-Kabel mit dem Computer. Dann taucht die SD-Karte als Wechselmedium auf und man kann die Firmware entsprechend kopieren.

Hier ist das Video zum Firmware-Update:

 

Ist doch alles ganz einfach, oder? Danach klappt es dann auch mit dem Nachbarn!

 

 


Zeitraffer mit GoPro HD HERO 960

Es ist Freitag, die Wohnung ist nun ein wenig aufgeräumt und gesaugt habe auch schon. Während das kleine MacBook im Hintergrund meinen neuen “Fahrfilm – Rüdesheim nach Bonn” bei YouTube hoch zu laden versucht, schaue ich mir mein “Werk” mal an. Die Zeitraffersequenz am Ende ist mir irgendwie zu langsam. Also lege ich ein neues Projekt an und ziehe nur die zweistündige “Wolkensequenz” hinein. Mit iMovie kann ich das um den Faktor 20 beschleunigen. Ohne weitere Änderungen mache ich einen Export auf die Festplatte und verwendet den Quicktime-Exportfilter. Bei der Kompression wähle ich die höchste Qualität, den Ton schalte ich ab, da gibt es eh nichts zu hören. Nach etwa 30 Minuten ist der Export abgeschlossen.

Nun importiere ich den um 2000% beschleunigte  Filmschnipsel. Schnell einen Titel und den üblichen Abspann einfügen und das Tempo erneut um den Faktor 5 beschleunigen. Nun ziehen die Wolken so richtig dramatisch schnell über die Bonner Museumsmeile. Leider hat die kleine GoPro Kamera mit der ich das Video aufgenommen habe ein krasses Weitwinkelobjektiv mit 170° Blickwinkel. Es sind sogar noch die Ränder des Fensterrahmens zu sehen und der Horizont ist krumm wie eine Wurst. Je dunkler es wird um so höher hat die Kamera den ISO-Wert geschraubt und parallel die Rauschunterdrückung hochgefahren. Zum Ende hin ist der Film dadurch ziemlich unscharf. Aber egal, es ist ja nur ein Experiment!  Mit iMovie kann man sehr leicht einen Ausschnitt wählen der den Fensterrahmen nicht enthält. Durch den Beschnitt reduziert sich die ohnehin geringe Auflösung leider nochmals um ca. 50%!!

Schnell noch eine passende musikalische Untermalung aus dem iMovie-Archiv heraussuchen und dann ab nach YouTube. Beim Upload wähle ich eine kleine 380p, mehr würde keinen Sinn machen, da einfach nicht mehr an Informationen “drin” sind.

Der Upload läuft parallel zum riesigen “Fahrfilm”. Über mein 6 MBit/s “Hausfrauen-DSL” ist der winzige Filmschnipsel nach etwa 30 Minuten schon online – wer hätte das gedacht :-)

Und hier ist es nun, mein neues Experiment:

 

Und pünktlich zu Kaffee und Kuchen ist dann auch das Monstervideo online – der Soundtrack stammt übrigens von Dredge!

UPDATE: Und genau dieser Soundtrack scheint das Problem zu sein! Obwohl die Musik in mono, leiser und 4% schneller unterlegt ist wird sie vom YouTube Content-Filter als BMG-Content erkannt. Daher ist das Video weltweit sichtbar, nur nicht in Deutschland. Ich habe jetzt mal via Audio-Swap irgendeinen belanglosen Title aus der Rubrik “Easy Listening” unterlegt – Dancing with desire – heißt der Song. Mal sehen wie lange die YouTube Server-Farm brauchen wird um das riesige Video einmal durch den Fleischwolf zu drehen…

 

 


Eine neue Woche in Mainz

Update am 12.08.2011:

Hier habe ich noch eine Version mit GEMA-freier Musik. Die sollte man sich hoffentlich auch in Deutschland ohne Probleme anschauen können :-)

 

Als mein Telefon klingelt ist es 5h morgens, es ist mein privater Weckruf und es ist schön am Morgen Sandras vertraute Stimme zu hören. Kurz drauf stehe ich unter der Dusche, dann schnell anziehen und das Motorrad satteln. Heute darf mal der Tankrucksack mit den ich noch nie benutzt habe, Kollege Hauke möchte ihn sich mal anschauen. Der Rucksack ist ganz praktisch, hätte ich gar nicht gedacht! Es passt sogar die Nikon D7000 hinein, endlich kann ich mal einen Fotoapparat auf dem Motorrad mitnehmen ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen – cool!

Als es losgeht ist es noch vor 6h – es ist Sommer und doch recht kalt – das Thermometer zeigt gerade einmal 15,5°C – ich trage nur eine Lederkombi und oben herum auch nur ein T-Shirt – nicht wirklich klug – damit hätte ich nicht gerechnet. Bei Bad Breisig fällt mir dann auf, dass die kleine GoPro Kamera wieder einmal im Fotomodus war und ich bei meiner Abfahrt nur ein Bild geknipst habe statt die Aufnahme zu starten. Aber das wird jetzt nach geholt. Kaum habe ich den Seitenstreifen verlassen kommt von hinten ein Typ in einem Porsche, Lichthupe, dicht auffahren, ganz plötzlich steht Pimmelfechten auf dem Programm. Also kurz den Gashahn aufreißen, 2. Gang, 3. Gang, wenige Sekunden vergehen und vom schweineteuren Porsche sind im Rückspiegel nur noch zwei kleine Lichter übrig. Aber da heißt es dann auch schon wieder vom Gas zu gehen. Erstens darf man hier noch gar nicht so schnell fahren und zweitens ist da auch ein Bus der die freie Sicht versperrt. Der Typ im Porsche hat es kapiert, da fährt keine voll bepackte 125er vor ihm, er hält Abstand und kurz drauf ist er dann auch hinter den überholten Autos verschwunden. 2KG/PS sind kein schlechtes Verhältnis :-)

Es geht über die B9 nach Mainz, das Wetter ist nicht so schön wie erwartet. Statt des erhofften grandios eingefärbten Morgenhimmels gibt es nur Nebel im Rheintal. Aber kurz nach Bingen klart es dann auf. In Mainz steuere ich kurz mein Appartement an. Schnell umziehen und dann ab ins Büro, die Arbeit wartet.

Später kopiere ich die Video-Dateien auf meinen Mac Mini. Der Import der Dateien soll mehrere Stunden dauern, da bleibt Zeit für einen Besuch auf der Kirmes gleich nebenan. Als ich zurück bin ist immer noch nicht alles konvertiert, was für eine Datensintflut…

Bis das Video geschnitten, exportiert und bei YouTube hochgeladen ist werden mehrere Tage vergehen!

Am Donnerstag starte ich um kurz nach 7h den Upload. Das Video läuft knapp 28 Minuten und ist etwa 1,8GB groß – wow… Am Abend ist es dann geschafft, das Video ist online – aber in einigen Ländern wegen der unterlegten Musik von Joe Satriani gesperrt. Also schnell das Einspruchsformular ausfüllen, die Songs sind krass zusammen gedampft und die Lautstärke ist reduziert, das wird sich wohl niemand heraus kopieren und auf eine CD brennen wollen.

Schnell noch diesen kurzen Artikel schreiben und dann geht es auch schon wieder zurück nach Bonn. Draußen scheint die Sonne, die Batterie der kleinen GoPro ist frisch geladen und ich überlege welchen Weg ich fahren und filmen soll. Na, schauen wir einfach mal…

Los geht’s – bis später :-)


Nikon History – Teil 1

 

Es ist Sonntagabend und ich würde gern mit dem Motorrad zur Arbeit nach Mainz fahren, aber es ist drückend schwül und gerade eben hat leichter Nieselregen eingesetzt. Das bringt keine Abkühlung sondern macht alles nur noch unangenehmer. Da hilft also nur eines, den Ventilator eine Stufe höher schalten, die Fenster schließen und abwarten bis es besser wird…

Nur was macht man mit der unfreiwillig “gewonnenen” Zeit? Eigentlich könnte ich mal ein kleines Video zum Thema “Nikon History” machen. das geht mir schon eine ganze Weile im Kopf herum, heute könnte ich es mal angehen. Es ist nichts vorbereitet, die Akkus sind alle leer, die Speicherkarten voll, aber egal, irgendwie wird es schon gehen. Gut drei Stunden später sind dann etwa zwei Stunden Videomaterial auf der Speicherkarte. Ich habe angefangen mit der kleinen Nikon P7000 zu filmen, dann war nach 20 Minuten der Akku leer. Also bin ich auf die Nikon D7000 umgestiegen. Da ist auch nach ein paar Minuten der Akku leer. Aber ich habe einen Einsatz für den Batteriegriff in den sechs Mignonzellen passen. Es gibt auch noch ein paar Batterien die in recht gutem Zustand sind. Also rein damit und weiter geht’s…

Nach der kleinen Anmoderation versuche ich mich an der Vorstellung von Bedienung und Besonderheiten der Nikon F. Zwischendurch verspreche ich mich immer mal wieder, aber das kann man später herausschneiden. Es ist eben alles live und ungeschminkt. Beim Schneiden wird mir später auffallen, dass ich ständig “So”, “Ok”, “Ähm” sage und versehentlich manches wiederhole was ich zuvor schon erzählt habe. Aber egal, ich bin kein Nachrichtensprecher und es geht ja auch darum authentische Infos zu einigen schönen alten Fotoapparten zu vermitteln.

Als ich fertig bin ist es schon fast Mitternacht. Schnell die Anziehsachen für die nächste Arbeitswoche in Mainz packen und dann noch den Tankrucksack auf die K1200 montieren. Er liegt seit Februar letzten Jahres in meiner Abstellkammer. Benutzt habe ich ihn noch nie, aber mein Kollege Hauke würde ich gern mal auf seiner K1200s ausprobieren. Als ich in der Tiefgarage bin, ist dann schon die Geisterstunde angebrochen. Während ich an den Halterungen für den Tankrucksack herum fummele höre ich ständig irgendwelche Geräusche. Ein wenig unheimlich ist das in der riesigen Tiefgarage schon. Was ist das nur, egal ich mache weiter. Die Geräusche hören aber nicht auf und mir kommen Bilder aus alten Vampir-Filmen in den Sinn. Was ist das bloß? Als es gar nicht mehr geht muss ich mal nachschauen oder besser nachhören was das ist. Und siehe da, es sind Vögel die sich in die Tiefgarage verirrt haben. Sie flattern durch die Gegend und machen einen ziemlichen Radau. Mitten in der Nacht klingt das schon ein wenig unheimlich.

Um 0h30 bin ich endlich im Bett, eigentlich ist es schon Montag! Der Wecker geht um 4h58, Sandra ruft zwei Minuten später an damit ich nicht wieder einschlafe. Unter der Dusche werde ich langsam wach und es geht um kurz vor 6h mit dem Motorrad auf nach Mainz. Meine kleine GoPro HD HERO 960 habe ich wieder montiert. Was sie wirklich filmen wird weiß ich nicht, sie hat ja auf der Rückseite kein Display. Kurz hinter Bad Godesberg ist der Ausblick auf das Siebengebirge wunderschön, also anhalten und ein paar Fotos machen! Das geht diesmal wirklich luxuriös, denn ich habe meine D7000 samt 16-85mm Objektiv in den Tankrucksack gepackt. Ein dickes Handtuch liegt noch darunter, damit sie nicht so viele schlimme Stöße abbekommt. Dieser Tankrucksack ist doch ganz praktisch :-)

Am Ortsausgang von Bad Breisig halte ich mal an um zu schauen, ob die kleine GoPro wirklich etwas aufzeichnet – tut sie natürlich nicht! Ich habe bei der Abfahrt übersehen, dass sie im Fotomodus war! So habe ich ein “Abfahrtsfoto” aber leider auch nicht mehr. Egal, der Weg von Bonn bis Bad Breisig ist ohnehin nur wenig spektakulär. Den Rest der Fahrt läuft sie dann ohne zu Murren. Als ich in Mainz eintreffe habe ich etwa 6 Gigabyte Videomaterial im MP4 Format und einer “kleinen HD Auflösung” von 720p aufgenommen. Der Import auf meinen Mainzer Mac dauert fast vier Stunden! Das Video zu schneiden wird noch viel länger dauern. Warum mache ich das eigentlich alles, es schaut sich eh fast niemand meine Videos an – oder doch? Ach egal, es macht Spaß und ohne das eine oder andere Experiment erfindet man(n) ja auch nichts neues!

Nach der Arbeit sind dann am Montagabend auch die Video-Schnipsel meines Videos “Nikon History Teil 1″ auf den Mac importiert. Um die chronologische Reihenfolge beizubehalten schneide ich also erst einmal mein Nikon-Video, der neue “Fahr-Film” muss warten. Um 20h30 ist dann Kirmes angesagt! In Mainz Weisenau gibt es jedes Jahr eine nette kleine Stadtteil-Kirmes. Die Anwohner nennen die “Weisenauer Kerb”. Mopedkumpel Hermann ist auch da, es gibt Steak-Brötchen und Weißbier. Das Wetter ist großartig und später kommen noch ein paar Freunde dazu. Als ich um 23h30 wieder in meinem Appartement bin, ist das Nikon-Video noch eine Großbaustelle. Um 0h55 ist es dann soweit, dass ich es auf die Festplatte exportieren kann. Das dauert wieder rund drei Stunden, das Video hat tatsächlich eine krasse Laufzeit von 57 Minuten!!

Kurz konnte ich mich noch nie fassen – ich hoffe es wird Euch nicht langweilig :-)

Nach ein paar Stunden Schlaf ist die Videodatei dann auch fertig, sie ist satte 1.7 GB groß!! Das liegt an der geringen Kompression und der hohen Auflösung – schließlich soll es ja auch gut aussehen :-) Später fällt mir dann auf, dass wegen der “romatischen” Beleuchtung die D7000 einen hohen ISO-Wert gewählt hat und die 720p doch ganz schön pixelig geworden sind. Aber egal, es ist authentisch – viel anderes sehen die Dogma-Filme die Lars von Trier macht auch nicht aus. Bevor es mit dem Moped zu Arbeit geht, wird noch schnell der Upload nach YouTube angestoßen. Rund 10 Stunden später ist das Video dann auch schon online – wer hätte das gedacht!

Ich habe also 2 Stunden lang erzählt, mehrere Stunden importiert, geschnitten und wieder exportiert und dann noch runde 10h lang den ganzen Spaß bei YouTube hoch geladen! Da kommen also fast 20 Stunden zusammen, ganz schön heftig! Aber ich denke es ist ein Spaß verglichen mit dem was Profis wie Chase Jarvis aufwenden um ein Video zu produzieren. Ok, die sind auch besser, aber jeder fängt mal klein an :-]

Ich hoffe Ihr könnt ein paar Infos mitnehmen und kommt vielleicht auch auf die Idee mal bei eBay & Co nach einer alten Nikon Ausschau zu halten und in aller Ruhe mal wieder ein paar SW-Filme zu belichten…


Die Nikon D4 und der Stand der Dinge in Japan

In einer Meldung des Tagesspiegels (www.tagespiegel.de) vom 23.06.2011 gibt es folgendes zu lesen:

In Japan sind die nördlichen Provinzen Aomori und Iwate am Donnerstagmorgen (Ortszeit) von einem schweren Erdbeben der Stärke 6,7 erschüttert worden. Nach Angaben der japanischen Wetterbehörde lag das Epizentrum des Bebens rund 50 Kilometer vor der Küste von Miyako in der Präfektur Iwate. Das Beben ereignete sich demnach um 06.51 Uhr (Ortszeit, 23.51 Uhr MESZ). Für die Küste Iwates wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben, die allerdings bereits nach rund einer Stunde wieder aufgehoben wurde. Berichte über mögliche Schäden oder Verletzte gab es zunächst nicht.

Iwate war am 11. März von dem schweren Beben der Stärke 9,0 und dem Jahrhundert-Tsunami heimgesucht worden, der den Nordosten des Landes schwer zerstört hatte. Mehr als 23.000 Menschen starben oder gelten als vermisst. Beben und Tsunami lösten am Atomkraftwerk Fukushima zudem die größte Nuklearkatastrophe seit Tschernobyl vor 25 Jahren aus.

Am 10.07.2011 um 8:08 meldet der Tagesspiegel dies:

Bei dem neuen Beben vor der Ostküste der Hauptinsel Honshu habe es auch keine Schäden gegeben. Nach Angaben der japanischen Meteorologiebehörde hatte das Beben eine Stärke von 7,3. Zunächst war die Stärke mit 7,1 angegeben worden. Das Epizentrum habe in einer Tiefe von zehn Kilometer gelegen.

Nur ein paar Minuten später um 9:15 erscheint dieser Artikel: (Auszüge)

Kein Joghurt, verseuchte Erde im Sandkasten, die U-Bahn ohne Licht: Wie sich der Alltag in Tokio seit Fukushima verändert hat. Viele Japaner sind entsetzt und enttäuscht, wie schnell die Verantwortlichen im Land bereit sind, Dinge zu vertuschen.

(…) Auf den ersten Blick ist das Leben in Japans Hauptstadt, rund 240 Kilometer vom zerstörten Atomkraftwerk Fukushima-Daichi entfernt, zur Normalität zurückgekehrt. Doch unter der Oberfläche brodelt es. Noch mehr als die nahezu täglichen Erdbeben beschäftigt die Menschen das Thema Radioaktivität, auch wenn nur wenige darüber reden. In Lebensmitteln wie Spinat, Pilzen, Bambussprossen, Tee, Pflaumen, Fisch und Milch aus Fukushima und angrenzenden Regionen wurden unzulässig hohe Radioaktivitätswerte gemessen.

Anfang Juli erst gaben die Tokioter Behörden bekannt, dass erstmals seit April wieder niedrige Dosen radioaktives Cäsium-137 im Kranwasser der Hauptstadtbewohner enthalten sind. Davor war es verseuchtes Weideland, 60 Kilometer von Fukushima entfernt, auch verseuchter grüner Tee aus der Präfektur Shizuoka wurde kürzlich entdeckt, die noch südlich von Tokio liegt. Die Regierung behauptet, verstrahlte Produkte kämen nicht mehr in den Handel. Doch es gibt erhebliche Zweifel daran, dass das stimmt. Die Nachrichtenagentur Bloomberg etwa zitiert unwidersprochen einen Offiziellen der japanischen Sicherheitsbehörden mit Namen Taku Ohara. Er sagt, es gebe kein zentrales Prüfsystem, kleine Farmen würden überhaupt nicht getestet. „Es sind einfach zu viele.“

Tokio, ein Moloch mit etwa 17 Millionen Einwohnern, liegt in diesen Tagen unter einer feuchten Dunstglocke versteckt, die viel Regen bringt, aber wenig Abkühlung. Das Thermometer zeigt 32 Grad bei 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Bereits kurze Wege im Anzug oder im Kostüm werden zur Qual. Das sind Japaner gewöhnt. Aber dieses Jahr ist alles anders.

In den U-Bahnen beginnt bereits die Fassade der Normalität zu bröckeln. Die Klimatisierung ist heruntergefahren, die früher extreme Abkühlung fehlt. Tokio muss Strom sparen, denn der bevorstehende Sommer droht in Teilen des Landes die Kapazitäten der Kraftwerke zu überfordern. Nicht nur die Meiler in Fukushima wurden nach dem Super-Gau heruntergefahren. Insgesamt liegen zurzeit 35 der 54 Kernkraftwerke still. Es gibt Streit zwischen Zentralregierung und lokalen Politikern, ob die Meiler sicher genug sind, um wieder hochgefahren zu werden.

Um Abhilfe gegen die Hitze zu schaffen, hat die Regierung mittlerweile die Zeit des „Super Cool Biz“ ausgerufen. Wer will, darf nun auch in Poloshirt und Sneakers ins Büro kommen, dafür werden Räume und Bahnen nur noch auf 28 Grad heruntergekühlt. Kaum jemand in der von Konformität lebenden japanischen Gesellschaft wagt sich jedoch an dieses staatlich erlaubte Entkleiden.

Doch wenn es um die Sorge vor radioaktiver Verstrahlung geht, nehmen sie das nicht mehr hin. In der Präfektur Chiba, an der Grenze zu Tokio, haben besorgte Eltern vor kurzem angefangen, ihre eigenen Messungen durchzuführen, berichtet die japanische Zeitung „Yomiuri“. Hier hat auch die Japanerin Yuki Sasaki ihre Tochter im Kindergarten. Dort haben die Verantwortlichen kurzerhand die Erde abgetragen, weil sie mit 0,52 Microsievert pro Stunde oder 4,55 Millisievert pro Jahr weit über dem für Menschen zulässigen Jahreslevel von einem Millisievert lag. In der Präfektur Saitama ist mittlerweile das einzige ausleihbare Strahlen-Messgerät bis Ende August ausgebucht.

Seit dem Super-GAU sind Importe aus aller Herren Länder nach oben geschnellt. Japan, das sowieso das Gros aller Lebensmittel importiert, führt nun noch mehr ein. Fleisch, Gemüse aus Amerika, Meerestiere aus Südostasien. Ausgerechnet die Region um das Atomkraftwerk galt als Gemüse-, Reis- und Kornkammer Japans. Auch die Fischerei dort ist ruiniert, seit der Kraftwerksbetreiber Tepco tausende Tonnen radioaktiv verseuchtes Kühlwasser ins Meer leitete.

(…) Japan verzeichnet im Tourismus-Geschäft momentan einen Rückgang um etwa 50 Prozent, viele Flieger sind nicht ausgebucht. Die Hotels haben reihenweise Zimmer frei.Hysterie oder berechtigte Sorgen? Nach Ansicht vieler japanischer Familien ist Tokio selbst für Japaner derzeit keine sichere Stadt.

Abends leuchtet die Hauptstadt weniger grell als früher. An vielen Bahnhöfen, in vielen Geschäften ist jede zweite Neonröhre herausgeschraubt. Die allgegenwärtigen Getränkemaschinen funktionieren, aber sie blinken nicht mehr aufgeregt, ihre Drinks sind nicht mehr eiskalt. Aber über all das klagen die Japaner nicht, auch nicht leise, im kleinen Kreis. Über solche Dinge kommen sie mit dem ihnen eigenen Fatalismus hinweg. „Shikataganai“, sagen sie dann – da kann man nichts machen.

Wann kommt die Nikon D4?

Liest man diese Schreckensmeldungen so sollte jedem klar werden, wie verheerend es Japan in den letzten Monaten getroffen hat. Kann man unter diesen Umständen überhaupt noch mit neuen Superkameras von Canon oder Nikon rechnen? Die Mehrzahl der Kameras die für den Consumer-Markt bestimmt sind werden inzwischen in Korea und China produziert, doch die Top-Modelle kommen traditionell aus Japan. Wenn die Menschen in Japan keine Wunder vollbringen können, so wird wohl alles was die Ingenieure vor dem Erdbeben im Mai “nur” fast fertig hatten und was komplett in Japan gefertigt wird, noch eine Weile auf sich warten lassen.

Das ist bedeutsam, weil den Japanern dadurch wirklich wichtige Devisen nicht zufließen. Doch es gibt ja noch Kameras die lieferbar sind und die eigentlich genau können das was ein “Otto-Normalverbraucher wie John Doe” so braucht. Warum also auf das ultimative Superdingsbums warten, wenn es im Laden um die Ecke zum Bruchteil des Preises zum Beispiel eine ziemlich perfekte Nikon D7000 gibt?

Leute, kauft eine D7000 und unterstützt damit die Japaner beim Wiederaufbau! Irgendwann im nächsten Jahr wird dann auch eine D4 lieferbar und jeder der sich dann mit diesen “ultimativen Profihammer” (Zitat aus einer beliebigen Fotozeitung) bewaffnet, kann sich die kleine D7000 zur Reserve in die Fototasche stecken.

Alles wird gut – hoffentlich immer…

Und zur Not kann man ja auch heute mit der D3 noch das eine oder andere coole Foto machen, egal wie garstig die Bedingungen auch sein mögen…

Egal wie fies es auch wird, die D3 lässt ihre Herren nicht im Stich...

 

 

 


La Luna

Es ist mitten in der Nacht und eigentlich wollen wir schlafen gehen. Doch der Durst treibt mich noch einmal kurz an den Kühlschrank. Was ist das, im Wohnzimmer steht die Türe noch weit offen. Wenn es nachts regnet steht morgens alles unter Wasser. Also will ich die Türe schließen und da sehe ich ihn – Vater Mond steht klar und hell fast zum Greifen nah vor mir am Himmel. Meist ist es im Sommer dunstig und der Blick auf den Mond verschleiert, aber in diesem Augenblick sieht er echt gut aus! Nun schnell handeln bevor eine Wolke den tollen Blick eintrübt. Die D7000 steht griffbereit auf dem Stativ, ich schraube schnell das Spiegeltele Nikkor 8/500mm dran. ISO-100, 1/20s, RAW-Modus, Spiegelvorauslösung – alles ist schnell und wie im Schlaf eingestellt.

Das Stativ wird auf dem Balkon in Position gebracht, hoffentlich merken die Nachbarn nicht, dass ich nur mit T-Shirt und Unterhose bekleidet bin! Der Getriebe-Neiger hilft bei der exakten Positionierung, der Mond soll oben links im Bild sein, weil das Licht von rechts kommt. Ich drücke den Auslöser, der Spiegel klappt hoch und ich warte 30s bis auch der Verschluss der D7000 ganz leise und praktisch ohne Erschütterungen auslöst – Voilà – La Luna!

Am nächsten Tag wird das RAW-Bild konvertiert und der Bildausschnitt noch ein wenig enger gewählt. Die Streiflichter machen die Krater des Mondes erst so richtig sichtbar. Hätte ich solches Licht doch bei meinem Besuch des Racetracks im Death Valley gehabt :-)

Einfach anklicken für 1000er Auflösung…

Und so sieht das Fotogerät aus:


Happy Weekend

 

Es ist der letzte Arbeitstag dieser Woche. Aufstehen, duschen, anziehen, frühstücken und auf ins Büro. Ein Tag wie jeder Andere. Am späten Nachmittag geht es mit dem Motorrad zurück in mein Appartement. Ich muss an das gemeinsame Abendessen vom Dienstag denken. Am 18. Juli werde ich die buchhalterisch gesehen 1111-te Übernachtung in Mainz haben. Einige der Kollegen haben auch ein Jubiläum und so waren wir alle am Dienstag im Rheingau bei Eltville zum Essen eingeladen. Hier habe ich die Homepage des überragend guten Gutsausschanks Baiken verknüpft. Ein wirklicher Geheimtipp!!

Im Appartement heißt es dann die schmutzige Wäsche zusammen zu packen, kurz die Zähne zu putzen und dann in die Motoradkleidung zu steigen. Als ich “richtig” startklar bin, sind es 28°C und es geht leichter Nieselregen – was für ein Wetter. Auf dem Handy habe ich einen Stau-Melder. Dieses nützliche kleine Programm hat mir verraten, dass die A61 in beiden Richtungen gesperrt ist und dass auf er A60 auch 10 Kilometer Stau sind. Also geht es durch die Mainzer Innenstadt, über den Rhein und dann in Richtung Autobahn. Als die Autobahn in Sichtweite ist sehe ich in Richtung Norden einen krassen Stau, wie fies ist das denn? Also fahre ich in der anderen Richtung auf, jetzt bloß nicht wieder eine Stunde im Stau herumstehen, ich gehe fast ein vor Hitze. Während ich langsam zwischen den LKW in Richtung Frankfurt fahre, programmiere ich das TomTom Urban Rider um. Es lässt sich auch während der Fahrt ganz gut mit Handschuhen bedienen. Kurze Zeit später bin ich dann auf der A3. Hier ist es ziemlich voll, aber der Verkehr fließt wenigstens.

Irgendwo hinter der Black&Decker-Stadt Idstein ist dann etwas mehr Platz. Am Vorabend habe ich mir bei Polo in Mainz einen neuen Gehörschutz gekauft. Die kleinen Silikonstöpsel habe ich in den Ohren. Sie dämpfen die Fahrtgeräusche recht gut, aber jenseits der 100 km/h ist es mir trotzdem noch viel zu laut. An einer Raststätte halte ich kurz an und tausche die neuen Stöpsel gegen das gute alte Ohropax. Während ich an den Ohren herumfuchtele spricht mich ein älterer Herr an und möchte wissen, wie viel PS mein Motorrad hat. “Wow, 163 PS, das ist aber viel. Ich hatte früher mal eine Horex, die hatte so ungefähr 30 PS, das war damals die schwerste Maschine im Dorf und ich weiß noch wie ich die Mädchen damit beeindrucken konnte!” Er grinst :-) “Wie schnell fährt denn solch ein Motorrad?” “Tja, das kann ich ihnen gar nicht sagen, ich habe sie noch nie ausgefahren. Immer wenn ich mal kurz vor der Höchstgeschwindigkeit war ist irgendein Auto das viel langsamer war vor mir auf die Überholspur gewechselt. Aber ich denke sie schafft so etwa 260 km/h.” Der ältere Herr ist beeindruckt und geht seinen Diesel bezahlen.

Ich stülpe meinen Schuberth S1 pro über und fahre wieder los. Das Visier ist nach dem ganzen hin und her endlich so dicht wie es früher einmal war. Einen neuen Helm brauche ich eigentlich nicht – super! Nach ein paar Kilometern kommt eine kurze Strecke ohne Geschwindigkeitsbeschränkung, hier könnte ich mal versuchen den Top-Speed zu erreichen. Ich schalte also die kleine GoPro Kamera ein, richte sie aus und schaue mal was geht. Immer wenn ich bei 240 km/h bin zieht irgend eine olle Gurke mit 120 km/h auf die linke Spur. Also vom Gas gehen, abwarten und den nächsten Versuch starten. So geht das eine Weile. Trotz der völlig zugestopften Ohren höre ich das Gekreische des Vierzylinders der mit 9.000 U/min und mehr zwischen meinen Beinen werkelt. Ich muss mich ganz klein machen, sonst ist der Windruck unerträglich. Direkt vor mir die Gopro-Kamera und das TomTom. Wegen der schwül warmen Luft habe ich vor der Abfahrt alle Lüftungsschlitze von Jacke und Hose geöffnet. Nun flattert die Jacke wie verrückt. Ziemlich affig muss das aussehen wie ich da so mit über 200 über die A3 schieße. Aber es macht Spaß, allerdings wäre es für mich ohne Gehörschutz nicht denkbar.

Schuberth macht Werbung damit, dass mein Helm bei 100 km/h “nur leise” 85 dB(A) erzeugen soll. Wenn man sich mal ein wenig damit beschäftigt was das bedeutet findet man schnell heraus, dass ab 85 dB(A) in einem gewerblichen Umfeld ein Gehörschutz zwingend vorgeschrieben ist! Und diese 85 dB(A) haben wir bei nur 100 km/h!! Wie sieht es bei 240 km/h aus? Gefühlt würde ich sagen, dass das so laut ist wie die Turbine einer 747 kurz vor dem Start in 50 Metern Entfernung. Keine Ahnung wie andere “Helden der Landstraße” das ohne Gehörschutz aushalten. Aber egal, ich bin eben ein Weichei und meine Ohren sind von der jahrelangen Heizerei ohnehin schon krass geschädigt.

Wegen der vielen Schnarch-Nasen schaffe ich es wieder nicht den Top-Speed zu erkunden. Dann haben wir auch schon wieder ein Tempolimit auf 120 km/h, eine Baustelle, 130 km/h, Limbug, 100 km/h… Wenn das die Amerikaner wüssten! Viele denken, dass wir hier in Deutschland immer und überall so schnell fahren können wie wir das möchten. Aber das ist ein Irrtum! Manchmal denke ich, dass ich trotz der strengen Speed-Limits in den USA dort eine wesentlich höhere Durchschnittsgeschwindigkeit fahren kann als hier im total überfüllten Deutschland. In den USA gibt es einfach so unvergleichlich viel mehr “Platz”. Das ist wohl das was mich dort am meisten beeindruckt.

Aber egal, bei Siegburg verlasse ich die A3 und fahre quer durch das Siebengebirge nach Hause. Dort angekommen bin ich ziemlich erledigt und freue mich auf eine laaaaaaaaaange Zeit unter der Dusche :-)

Das Wochenende kann beginnen!!


Lord Helmchen – Schuberth S1 pro versus Shoei Qwest

 

Der Wecker geht um 6h55 – ich bin platt – das Hechtsheimer Weinfest steckt mir noch in den Knochen. Ab unter die Dusche, danach geht es schon besser. Rüber zum besten Frühstück der Welt und schon ist alles wieder ok. Wenig später sitze ich wieder auf meinem blauen BMW und fahre zum Büro. Ein Gehörschutz ist nicht eingestöpselt und ich achte penibel auf alle Geräusche und das sind echt viele…

Später am Abend geht es zu Polo, ich will mal den Shoei Qwest zur Probe fahren. Bei meinem Schuberth passt seit dem Visier-Wechsel nichts mehr so richtig, es zieht in den Augen und sie sind ständig nur noch gerötet und brennen. Im Internet habe ich nur Lobeshymnen auf den Qwest gelesen. Es soll der ultimative leise Tourenhelm von Shoei sein, das will ich genauer wissen!

Der Verkäufer bei Polo hat mit einer Probefahrt gar kein Problem. Ich muss nur meinen Personalausweis abgeben und schon kann es losgehen. Vorher montiert er mir noch das Visier mit der Verlaufstönung – da stehe ich ja voll drauf! Den Windabweiser für das Kinnteil findet er leider nicht. Also geht es mit einem nagelneuen serienmäßigen Helm der 449 Euro kosten soll auf Probefahrt. (Plus 65 Euro für das Visier!!)

Nach den ersten Metern wird mir klar, es gibt keinen Helm auf der Welt der so leise ist wie ich es mir wünschen würde. Ich rufe mir die Geräusche der Anfahrt in Erinnerung und muss sagen, bereits auf den ersten Metern wirkt der Shoei Qwest lauter als mein mittlerweile fünf Jahre alter  Schuberth S1 pro. Wenn ich das Kinnteil mit der Hand abdecke ist es viel besser, der Windabweiser ist ein MUST!! Es geht über die B9 ein Rhein entlang, es ist viel los und ich kann nicht so schnell fahren wie ich gern würde. Aber das muss auch sein, das gehört zum Biker-Leben einfach dazu. Kurz vor Nierstein wende ich und fahre zurück. Nun kann ich mal ein Stück auf etwa 180 km/h beschleunigen. Der Shoei liegt überaus ruhig im Wind, seine Aerodynamik ist wirklich gut. Aber im Nacken zieht es, da deckt der Schubert den Kopf besser ab. Und die Geräusche sind höllisch. Es zieht von unten in das offene Kinnteil und es ist als würde man mit einem Auto mit offenen Scheiben mit 100 km/h über die Autobahn fahren. Ich probiere ein wenig mit den Lüftungsschlitzen. Die Belüftung ist recht gut, aber die Aufbauten erzeugen unangenehme hohe Pfeifgeräusche.

Das war also nix, kein Helm für mich, da ist der Schuberth eher mein Ding. Er sitzt irgendwie bequemer und ist doch ein wenig leiser – wenn man 85 dB bei 100 km/h auf einem unverkleideten Motorrad leise nennen kann!!

Kurz vor dem Quartier 65 dann ein Stau. Auf der Straße liegt ein total zerdeppertes kleines Motorrad, vielleicht ein 125er oder eine 80er. Was genau geschehen ist kann ich nicht erkennen, aber es sind Rettungswagen da und überall sind Gaffer und Polizisten. Ich muss daran denken, dass ich noch nie mit dem Motorrad gestürzt bin – toi toi toi – so soll das auch bleiben! Als Jugendlicher habe ich mich mal mit einer 50er auf die Klappe gelegt – das hat mir gereicht!!

Am Hotel hole ich kurz die Koffer und dann geht es zurück zu Polo. Den Helm kann ich einfach zurückgeben. Er wird geputzt, das Visier wird wieder eingeschweißt und dann wartet er auf den nächsten Probefahrer. Ein toller Service. Bei Louis hätte ich den Helm komplett bezahlen müssen und hätte danach das Geld erstattet bekommen – was soll das?? Vielleicht sind die Jungs bei Polo doch cooler als bei Louis :-}

Egal, ich kaufe noch Pflegemittel für die Motorradjacke, einen kleinen Trox-Schlüssel um das Visier meines Schuberth S1 pro justieren zu können und noch zwei neue Ohrenstöpsel für 25 Euro. Mal sehen wie die sind! Die beiden Stöpsel die ich in der letzten Woche bei Louis gekauft habe, benutzt jetzt meine Freundin Sandra. In meinen Ohren halten die kleinen Dinger nicht, erst bekomme ich sie nicht hinein und dann fallen sie nach einigen Minuten von allein wieder heraus. HEAROS heißen die Dinger, leider auch nichts für mich…

Zurück im Hotel habe ich Hunger und es gibt Rettung – Herr Schreeb macht mir einen Teller mit Makrele, Tomaten und Vollkornbrot – genial!

Frisch gestärkt probiere ich mal meine “gute” Logitech QuickCm 9000 Pro an meinem MacBook aus. Sie wird auf Anhieb erkannt und ich kann ein bisschen Quatsch mit Photo Booth machen. Leider ist die Auflösung dieser Kamera in Photo Booth nur 640×480 Pixel. Die Kamera kann volle 1080p – also Full HD! Doch das fortschrittlichste Betriebssystem aller Zeiten hat noch nichts an Bord was HD kann und Logitech liefert auch nichts – ziemlich blöd! Im Apple App-Store finde ich das Programm “Vision HD” – es kostet nur 3,99 € – aber es ist totaler Schrott. Also probiere ich es mal mit Moso HD – das kostet 11,99 € und der Download ist 75,3 MB groß. Das Programm funktioniert und verspricht HD – aber bei meinen ersten Tests sieht es nach allem aus – aber nicht nach HD – aber mal abwarten…

Wie einfach ist das doch unter Windows 7 – aber das ist ja von der “Bösen Macht” und total veraltet – zumindest wenn man den stets gut gestylten Verkäufern im Apple-Store glauben darf – aber Design ist eben nicht alles…

Letztlich entsteht nur dieses kleine spaßige Filmchen…


Nikon D4 – Features

Kommt sie noch in diesem Jahr? Welche Features wird sie haben? Was wird sie kosten? Wann wird sie lieferbar sein? Wird es eine “kleine Schwester” geben? Fragen – Fragen – Fragen – nur leider derzeit keine Antworten! Nikon hat bislang nichts aber auch gar nichts zum Nachfolger der Nikon D3s bzw. D3x verlautbaren lassen.

Was es gibt sind Spekulationen und kistenweise gefakte Fotos des neuen Profihammers.

Da niemand wirklich weiß, welche Features die neue D4 mitbringen wird, habe ich mir einfach mal eine kleine Wunschliste ausgedacht. Sobald die D4 da ist werde ich mal schauen, welche Wünsche Nikon mit dem neuen Top-Modell erfüllen konnte. Habt Ihr auch Wünsche? Dann schreibt sie doch mal unten in das Kommentarfeld hinein.

Hier nun meine Top 15:

  1. Etwas weniger Gewicht bei gleichen Abmessungen wie D3.
  2. 10 Bilder/s in voller Auflösung und 20 RAW-Bilder in Folge.
  3. Nicht unbedingt mehr Pixel, lieber weniger Rauschen bei höheren ISO-Werten, also eine D3s mit 24 MPix.
  4. Eingebauter GPS-Empfänger.
  5. HD-Video im Format 1080p mit variablen Bildraten zwischen 60 Bilder/s (Zeitlupe) und 1 Bild/60s (Zeitraffer).
  6. Eingebautes Sensor-Cleaning wie bei D300 usw.
  7. Programmierbare Fokuspunkte für HD Video mit geringer Tiefenschärfe.
  8. Hybridsucher mit Infos die sich zusätzlich einblenden lassen (Virtueller Horizont etc.)
  9. Integrierte HDR-Funktion.
  10. Support für Infrarot UND Kabelauslöser.
  11. Support für USB 3.0
  12. Support für 2x 64GB CF-Card PLUS 2x SD-Card
  13. Toll wäre wenn es nicht schon wieder ein gänzlich neues Akku-System geben würde.
  14. Eine Spiegel-Vorauslösung mit einstellbarer Vorlaufzeit würde mir gefallen.
  15. Endlich mal Gummis für das Sucherokular die nicht mehr verloren gehen können…
Was würdet Ihr Euch wünschen?

GoPro Montage

Es ist Sonntag und das Wochenende ist schon wieder mal vorbei. Sandra ist mit der weißen K1200 um 15h in Richtung Heimat aufgebrochen. Ihre Yamaha ist beim Schrauber und ihrem Auto geht es auch nicht gut. Also ist sie am Freitag mit dem Zug angereist. Der Großbrand in Minden hat diese Fahrt zu einem unschönen Abenteuer werden lassen, das will sie sich heute ersparen. Am Samstag waren wir noch kurz beim Louis in Koblenz. Von dem was wir kaufen wollten haben wir nichts bekommen, aber statt dessen hat Sandra jetzt einen neuen Helm – einen richtig schicken SHOEI – und ich überlege ob ich diesen Helm nicht auch einmal zur Probe fahren soll. Mein Schubert geht mir inzwischen auf die Nerven. Alles fing mit dem kaputten Visier an. Nun ist das dritte Visier montiert, es gibt neue Scharniere, ein neues Anti-Beschlag-Visier, aber irgendwie passt das alles einfach nicht so recht. Es zieht in den Augen und beim Öffnen und Schließen löst sich das Anti-Beschlag-Visier immer mal wieder. Das ist alles sehr unbefriedigend und zudem ist der Helm bei meiner Körpergröße und Sitzposition mit dem AC-Schnitzer Superbike-Lenker laut wie die Hölle. Aber 150 km/h kann man den Kopf kaum noch gerade halten, da hilft nur eine geduckte ziemlich unbequeme Sitzposition. Na, vielleicht probiere ich am Montag mal Sandras neuen SHOEI aus :-)

Aber eigentlich geht es in diesem Post ja um die Montage der neuen GoPro Kamera :-) Bei meinem vorletzten Besuch beim Louis in Mainz habe ich mir eine GoPro Rohrhalterung für 25 Euro gekauft. Dieser Halter ist für ein Fahrrad grundsätzlich ok, aber an einem Motorrad ist es doch eine wacklige Angelegenheit.

So sieht der GoPro Rohrhalter aus:

Da ich dieser Konstruktion von Anfang an nicht wirklich getraut habe und da noch ein kompletter zweiter RAM-Mount-Satz für ein TomTom Rider daheim liegt, habe ich mir zusätzlich gleich eine M-8 Haltekugel für die Gabelbrücke gekauft. Zusammen mit der Kopfplatte und dem Arm des RAM-Mount-Systems ergibt sich so ein wirklich toller Halter. Die obere Platte habe ich gründlich entfettet und dann den flachen Klebehalter aufgeklebt den GoPro zur Kamera mit geliefert hat. Das ganze wird noch mit einer kleinen Kordel gesichert, damit ich die nicht ganz preiswerte kleine Kamera nicht mal aus Versehen verliere :-)

Hier sind die Einzelteile:

Und so sieht es fertig montiert aus:

Ok, nun aber auf nach Mainz – den neuen Halter testen :-)


Wenn der Vater mit dem Sohne

 

Ich glaube so hieß mal ein alter Film mit Heinz Rühmann – wie dem auch sei – heute wollen mein Sohn und ich eine kleine Motorradtour machen. Er hat um 13h20 die Schule aus und ich will ihn um 14h bei der Mama abholen. Ein Stunde vorher werfe ich noch einen Blick auf mein Telefon, da ist eine SMS von Leon. “Hi Papa, es ist 7:17 und ich bin gerade aufgestanden. Es regnet, sollen wir nicht heute lieber etwas anderes machen?” Ein kurzer Blick aus dem Fenster, der Himmel ist schwer bewölkt aber vielleicht haben wir doch Glück. Ich antworte ihm per SMS, dass wir es doch versuchen sollten.

Kaum ist die SMS raus, da fängt es an zu regnen. Was für ein Mist. Während ich überlege was wir statt einer Motorradtour machen könnten, hört es nach einigen Minuten schon wieder auf und die Sonne kommt durch. Na wer sagt es denn! Es ist Juli und das Wetter ist wie im April. Ok, doch schnell in die Mopedklamotten steigen und los. Als ich bei Leon ankomme ist er schon abfahrbereit. Schnell den Helm auf den kleinen Kopf, den “Sicherheitsgurt” um den Papa geschlungen und schon geht es los.

Wir wollen zum Café Fahrtwind und dort eine große Portion Fritten mit Ketchup und Mayonnaise essen. Ich habe die neue kleine GoPro Kamera an meinem Motorrad montiert, schnell aktivieren das Ding und den Auslöser drücken, schon geht es los. Wir fahren ein Stückchen Autobahn und dann bei Grafschaft ab in die hügelige Landschaft der Voreifel. Etwa 30 Minuten später sind wir schon am Café Fahrtwind. Es ist nicht viel los auf den Straßen und am Café Fahrtwind sind wir die einzigen Gäste, so kenne ich das gar nicht. Es gibt einen kleinen Plausch mit dem supernetten Chef und die Fritten bereitet er uns höchst persönlich zu – prima :-)

Als wir uns mit unserem Malzbier draußen hinsetzen wollen gibt es ein paar Regentropfen. Ob wir besser reingehen? Gedacht getan! Doch die Regentropfen hatten sich irgendwie verirrt, es bleibt alles trocken! Als wir unsere Fritten aufgegessen haben, geht es wieder weiter. Schnell die GoPro starten, das TomTom anwerfen und los. Eigentlich würde ich gern in Richtung Mosel fahren und dann am Rhein entlang zurück nach Bonn. Aber im Süden ist der Himmel so tief schwarz, das sieht aus als wäre der Weltuntergang nicht weit weg. Wir fahren zurück nach Ahrbrück und nehmen dann ein paar Straßen die ich gut kenne, die ich aber schon eine Weile nicht mehr gefahren bin. Für mich ist es in Heimspiel und während wir durch verwunschene Wälder düsen hoffe ich, dass es meinem Leon auch ein wenig Spaß macht.

In der Nähe von Ahrweiler machen wir noch eine kleine Pause und sind dann irgendwann zwischen 17h und 18h wieder in Bonn bei seiner Mama. Eine schöne Tour war das, leider hatten wir nicht so viel Zeit uns etwas zu erzählen. Beim nächsten Mal gehen wir vielleicht mal wieder zum Shoppen in die Stadt :-)

Auf dem Rückweg bin ich der Meinung, dass die kleine GoPro Kamera eingeschaltet ist. Später stelle ich dann fest, dass ich statt einer Video-Sequenz lediglich ein paar blöde Snapshots gemacht habe – schade – so ist die Runde nicht ganz vollständig. Das ist aus meiner Sicht der große Nachteil dieser kleinen Kamera, man kann während der Fahrt nicht sehen ob sie wirklich eingeschaltet ist. Das Display ist sehr klein und nicht beleuchtet. Die Bedienung mit den beiden Tastern ist ein wenig kryptisch und die blinkende kleine Leuchtdiode sieht man einfach nicht. Wäre sie auf der Oberseite, so hätte man eine gewisse Kontrolle. So kann man immer nur hoffen, dass alles ok ist. Später kommt dann die große Überraschung – oder eben auch nicht…

Man stelle sich vor, dass jemand mit dem Ding einen Fallschirmsprung macht, vielleicht sogar zusammen mit Kumpels und in toller Formation. Alles aufwändig, lange geübt und nicht ganz preiswert. Abends am Computer stellt man dann fest, dass die Kamera nicht richtig eingestellt war und es nur ein paar verwackelte JPGs gibt – ist doch blöd – oder?

Hier habe ich noch eine zweite Version des Videos, die ich mal auf die 20-fache Geschwindigkeit gebracht habe. So richtig gefällt sie mir aber nicht, ich finde sie einfach zu schnell. Die obige Version ist 8-fach beschleunigt, das gefällt mir besser und man ist beim Anschauen auch nicht ganz so knapp vor einem epileptischen Anfall :-)


Bonn nach Mainz im Zeitraffer

 

Es ist 17h am Donnerstag und ich kann schon ins Wochenende starten. Zuerst geht es vom Büro zum Appartement, umziehen, die sieben Sachen zusammenpacken und dann rauf aufs Motorrad. Über die Route habe ich mir keine großartigen Gedanken gemacht, ich will erst einmal raus aus Mainz und dann vielleicht mal Rhein entlang, aber mal sehen.

Die ersten paar hundert Meter ist noch alles gut. Es ist etwa 17:30 und es sind angenehme 25 °C, vor mir liegen ca. 150 Kilometer Fahrspaß – denke ich – doch es soll noch ganz anders kommen…

Kaum auf der Autobahn ist da ein riesiger Stau weil kurz vor dem Mainzer Tunnel ein Auto liegen geblieben ist. Als das durchgestanden ist will ich weiter bis Bingen auf der Autobahn fahren. Doch dann wieder ein Stau, nicht ganz so groß, aber auch nervig. Ich entschließe mich die Autobahn zu verlassen, doch diese Ausfahrt ist gesperrt. “Meine” Fahrbahn wird gerade neu asphaltiert. Es zwängen sich vier enge Fahrspuren auf endlosen Kilometern über die gegenüberliegende Seite der Autobahn. Die Zeit vergeht im Zeitraffer. Neben mir stehen dicke LKW und pusten mir den Ruß auf das Visier. Nach einer halben Stunde kann ich die Kupplung kaum noch ziehen, ich stehe jetzt insgesamt schon fast eine Stunde im Stau herum. Dann die Erlösung, es ist ein Auto liegen geblieben, ein Polizist steht daneben und winkt damit die Gaffer weiterfahren und den Stau nicht noch länger machen.

Endlich bin ich an einer Ausfahrt, es ist schon kurz vor Bingen. Also runter von der Autobahn, wer weiß was mich noch erwarten würde. Es geht über die B9 in Richtung Rhein. Bei Bingen muss ich anhalten. Der Gehörschutz, den ich mir kurz vor der Abfahrt noch schnell bei LOUIS für 5,95 Euro gekauft habe, ist schon wieder heraus gerutscht. Diese kleinen Silikon-Dinger sind ja nett, aber erst bekommt man sie in die Ohren nicht hinein und dann fallen sie von allein wieder heraus. Kann das im Sinne des Erfinders sein? Ich muss mal bei Hein Gericke schauen, ob die nicht etwas haben was in meinen Ohren besser funktioniert.

Nachdem die guten alten Ohropax in die Ohren gestopft sind geht es wieder weiter. Als ich um kurz vor 21h daheim ankomme bin ich fix und fertig. Fast vier Stunden hat die Fahrt ins Wochenende gedauert. Kurz lüften, etwa trinken und dann auf dem MacBook mal schauen wie die Video Sequenzen mit der neuen GoPro geworden sind.

Die Verarbeitung dauert ewig lang. Während dessen spiele ich mal ein wenig mit Photo-Booth herum. Das Ergebnis lade einfach mal so wie es ist bei YouTube hoch und verlinke es in einem kurzen Artikel. Als ich das Video dann anschaue sind Bild und Ton in keiner Weise synchron – was ist denn da schon wieder schief gelaufen?

Also alles löschen und ab ins Bett – meine Abonnenten werden sich fragen was das denn wohl ist – aber heute werden sie ja aufgeklärt :-)

Am nächsten Tag steht eine Motorradtour mit meinem Sohn auf dem Programm, um 14h soll es losgehen. Es ist also noch etwas Zeit um das Video zu schneiden und in den Wartezeiten mal den Staubsauger zu benutzen. Während die Reinigung der Wohnung schnell gute Formen annimmt, geht es mit dem Video nur schleppend voran. Die Datenmengen sind gewaltig. Der Film ist relativ schnell geschnitten, aber der Export ist langwierig. Das kleine MacBook arbeitet zwei Stunden vor sich hin um dann irgendwie abzubrechen, es ist kein Video auf der Festplatte. Ich starte neue und versuche allerhand, bis es schließlich klappt. Das Video hat in guter Qualität bei einer Auflösung von 720p satte 4,43GB !!!

Also eine zweite Version erstellen, doch es ist schon 13h und ich muss langsam los um meinen Sohn abzuholen. Das Video muss also noch warten.

Als ich spät am Abend wieder daheim bin, geht es weiter. In iMovie wähle ich “Exportieren mit Quicktime” und schraube so lange an den Einstellungen bis letztlich eine etwa 0,45GB große Datei entsteht. 10% der Originalgröße – das ist doch was – aber man sieht auch den Unterschied! Leider kann ich alles andere in diesem Leben wohl nicht mehr bei YouTube abladen :-) Also hoch damit.

Am nächsten Morgen ist es dann endlich geschafft – mein neues Video ist online :-)


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 493 Followern an