Alles über Fotografie, Autos, Motorräder…

Archiv für Mai, 2011

Feierabendtour





Am Wochenende gibt es in meiner Heimatstadt die Erstkommunion meiner kleinen Nichte. Dementsprechend fallen die kulinarischen Köstlichkeiten recht überschwänglich aus. Gegen 17h geht es mit Sandra und meinem Sohn wieder los. Erst bringen wir Sandra nach Hause, dann wird mein Sohn bei der Mama abgesetzt, anschließend geht es zu mir nach Haus. Dort werden schnell ein paar Anziehsachen zusammen gepackt und um 20h30 bin ich dann unterwegs auf der blauen BMW in Richtung Süden. Es geht nach Mainz. Noch 50 Minuten, dann wird es dunkel, vor mir liegen etwa 150 Kilometer. Der Bordcomputer zeigt eine “Restlaufzeit” von 289 Kilometern an, das sollte reichen. Dort wo es geht gebe ich auf der Autobahn kräftig Gas. Die Nadel tanzt zwischen 180 und 230 Km/h. Ohne Gehörschutz wäre da nichts zu machen! Nach etwa 70 Kilometern sind von den ursprünglich errechneten 289 Kilometern nur noch etwa 70 Kilometer übrig, das könnte wirklich eng werden. Fährt man nicht im “Schleichgang” durch die Gegend, so steigt der Spritverbrauch von ca. 5 Liter auf knapp 9 Liter/100 Km!! Also muss ich doch noch tanken. An der Tankstelle muss ich dringend die vielen toten Fliegen vom meinem Visier waschen. Als ich bezahlt habe und wieder startklar bin, ist die Sonne untergegangen.

Das neue getönte Visier an meinem Schuberth S1 Pro schließt nicht vernünftig und so zieht es im Helm wie verrückt. Klappt man die im Helm zusätzlich eingebaute Sonnenblende vor die Augen, so zieht es nicht mehr auf die Augen, aber es ist dann echt finster. Pest oder Cholera, freie Sicht oder eine Bindehautentzündung? Ich entscheide mich gegen die gute Sicht und fahre die letzen Kilometer mit 80 km/h hinter einem LKW her. So komme ich auch ohne große Fernsicht heil in Mainz an. Aber es ist schon spät und der Tag war lang und anstrengend. Hinter mir liegen etliche Stunden im Auto und auf dem Motorrad – ich bin ziemlich platt.

Da ich der einzige Gast bin, gibt es am Montagmorgen kein Frühstück und so kann ich schon um kurz vor 8h im Büro sein, ganz praktisch! Etwa 10 Stunden später geht es kurz zu meinem Physiotherapeuten, meine verspannten Schultern freuen sich und es vertreibt die ständigen Kopfschmerzen. Danach dann ab zu Louis. Mal sehen, ob die nicht ein klares Visier für meinen Helm haben. Das Visier haben sie und es gibt auch eine neue Visier-Mechanik. Am neuen getönten Visier sind schon wieder zwei ganz winzig kleine Plastik-Ecken abgebrochen und so springt es immer gleich aus der Führung wenn man es versehentlich komplett öffnet. Überaus blöd ist das wenn man an einer Ampel steht, das Visier öffnet und es dann plötzlich in der Hand hat. Doof, wirklich doof!

Das neue Visier passt dann auch besser und es zieht hoffentlich nicht mehr so doll in den Helm. Ich kaufe mir noch ein Reinigungsspray für die Innenpolster, inzwischen ist das wirklich mal wieder nötig. Vor dem Verlassen des Ladens fallen mir dann noch zwei Spiegel auf. Sie kosten 39 Euro pro Stück und sind deutlich kleiner und windschnittiger als die großen “Fliegenklatschen” an meiner K1200. Gesehen, gekauft. Weil ich kein Werkzeug habe, nehme ich gleich noch ein paar Schraubenschlüssel mit, davon kann man(n) eh nie genug haben :-) Vor der Montage gibt es an der ESSO Tankstelle gegenüber von Louis noch schnell einen Hotdog und einen Muffin. Dann werden die Spiegel montiert. Gut sieht das aus, da muss man doch gleich eine kleine Tour machen :-) Gesagt getan, rein in die Klamotten und rauf auf den “Bock”.

Es geht über B9 nach Nierstein, dann in Richtung Süd-Westen. Das Thermometer zeigt 30°C – es ist krachig warm, da tut der Fahrtwind richtig gut. Schräg vor mit bahnt sich ein traumhafter Sonnenuntergang an. Zwischendurch halte ich kurz mal an und nehme mit dem Handy ein paar kurze Video-Sequenzen auf. Das Thermometer zeigt nun entspannte 25°C, ich genieße die Landschaft in vollen Zügen. Es geht durch kleine Weindörfer rüber zum Rhein und wieder zurück nach Mainz. Unten am Rhein sind es dann wieder 28°C – hui – der Sommer ist da! In Mainz angekommen bin ich wieder ziemlich platt, was für ein schöner Tag.


Mein Leben mit dem iPad

Manch einer mag es vielleicht schon einmal gedacht haben, ausgesprochen wird es jedoch nur höchst selten. Aber ich will es dennoch hier schreiben – Steve Jobbbbs is GOD – So, nun ist es raus! Dieser Man hat es tatsächlich geschafft, vielen Millionen Männern einen Teil ihrer Kindheit zurück zu geben! Endlich können sich erwachsene Menschen wieder wie Kinder fühlen. Statt der Märklin Lokomotive gibt es endlich einen adäquaten Ersatz, das iPad! Was wäre unser Leben ohne diese Produkte, kaum mehr als ein trauriges dunkles Jammertal :-)

Heute ist dann endlich der Tag der Tage, mein neues iPad II ist da!! Brauchen tue ich es eigentlich nicht, aber dennoch bin ich gespannt auf das kleine flache Zauberding. Ob da nun ein Wecker drin ist, der mich künftig zuverlässig wecken kann? Ob ich damit Excel Sheets werde öffnen können, ob ich meine Magic Maus werde verbinden können, ob es mit meiner Apple Tastatur funktionieren wird – 1000 Frage stehen im Raum, diese gilt es nun zu beantworten.

Also rein ins Auto und ab zu UPS. Wieder daheim schnappe ich mir die P7000 und die D7000 um ein kleines Video zu erstellen. “Unboxing the iPad II” – das wird ein Spaß! Eine Weile Später ist das Video dann auch schon fertig geschnitten und auf die Festplatte meines kleinen MacBooks exportiert. Ich habe es mal in einer Auflösung von 720p aufgenommen. Das Video hat 17 Minuten und ist 1,46GB groß – hui…



Über meinen “Hausfrauen-DSL” – so nennen das die meine Arbeitskollegen – versuche ich das Ding dann bei YouTube zu veröffentlichen. Damit es besser klappt nehme ich den Java-Uploader. Der soll zuverlässiger funktionieren. Etwas sechs Stunden später sind sogar schon 25% dieses kleinen Videos auf den Google-Servern angekommen. Als Restzeit werden 1047 Minuten angezeigt – hallo? Eine weitere Stunde später sind es immer noch 25% – das kann echt nicht wahr sein. Diese 720p Auflösung macht mich fertig, was wenn man in voller HD Auflösung arbeiten will? Dann gehen sicher das Notebook und alles was daran hängt völlig in die Knie. Mich beschleicht der Eindruck, dass dieser ganze Krams noch in den Kinderschuhen steckt.

Ich breche den Upload also ab, das wird eh nichts mehr – auch nicht mit einem kleinen Java-Applet – oder vielleicht gerade deshalb?

Ich starte also einen neuen Versuch, diesmal direkt via iMovie. Diesmal komme ich nicht sehr weit. Mein Film ist länger als 15 Minuten, daher verweigert iMovie den Upload an Youtube… Okay… Also exportiere ich den Film ein zweites Mal in der zweitkleinsten Auflösung. Schauen wir mal ob das vielleicht bei YouTube publiziert werden kann. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Telekom die Anschlüsse der Youtube-nutzenden Kunden drosselt? Mich beschleicht da fast so ein Gefühl, gelesen habe ich während der vergangenen Tage viel darüber..

Nach mehreren fehlgeschlagenen Upload-Versuchen ist es am Samstag um 11:11 dann endlich geschafft – mein Unboxing-Video ist online! Zwar nur in einer krass reduzierten Auflösung, aber mehr kriege ich einfach nicht durch die heimische Leitung “gepumpt” – I’m so sorry…

Ok, ich hoffe Ihr erkennt meine überschwängliche Freud ob dieses neuen Spielzeugs – sorry, es ist ein ‘Gadget’ (englisch für Apparat, technische Spielerei oder auch Schnickschnack). Leute dieses Gerät wird Euer Leben verändern! Es weckt zwar immer noch nicht, das mit der Maus war ein Fehlschlag und es hat schon die ersten Schrammen auf der Unterseite – aber es ist so unendlich cool. Nun gehe ich noch zu meinem Augenoptiker und kaufe mir ein Sonnenbrille, die man besonders gut im Haar tragen kann. Danach melde ich mich im örtlichen Fitnessstudio an und suche kurz ein Sonnenstudio auf. Eines ist sicher, dann bin ich endlich auf dem richtigen Weg zu einem wahren Apple-User, fast so cool wie die Verkäufer in diesen Tempeln des Apple-Designs. Wow, was für ein Leben, nun wird alles gut – endlich – danke Steve Jobbbbs!!

Erwähnen sollte ich vielleicht noch, dass alle 71 iPad Anwendungen die sich im iTunes meines Notebook verborgen hatten aktualisiert werden mussten. Via iPad klappte das nur für einige wenige Anwendungen – sorry – die Dinger heißen ja jetzt APPs. Danach hagelte es erst einmal Fehlermeldungen. Ich konnte die APPs aber via iTunes aktualisieren und dann erneut auf das iPad kopieren. Ist alles doch ganz einfach und klappt immer wie von selbst – eben Apple – eben (fast) perfekt – wie so vieles im Leben…

Ach sorry ich habe doch noch etwa vergessen, meinen alten Peugeot sollte ich noch gegen einen schicken Mini Cooper eintauschen der in einer modernen Trendfarbe lackiert ist, sonst passt das alles nicht zum fabelhaften neuen iPad…

Aber vorher geht es noch schnell zur Erstkommunion meiner kleinen Nichte Nina :-)

Es gibt noch so vieles zu entdecken…


Mit der Nikon D7000 am Rhein entlang





Kurz bevor die Peugeot Werkstadt in Mainz Hechtsheim schließt, flitze ich vom Büro rüber zu meinem kleinen Peugeot 207 SW. Beim Starten des Motors vergesse ich wieder die Kupplung zu treten, an eine Automatik gewöhnt man sich wirklich schnell… Beim zweiten Versuch klappt es dann auf Anhieb :-) Kurz drauf bin ich bei der Werkstadt. Der Kofferraumdeckel bei meinem 407 Coupé läßt sich nun wieder öffnen, es musste ein Teil des Kabelbaumes ersetzt werden. Am Vorabend habe ich ein wenig gegoogelt, was die Ursache sein könnte und bin auf mehrere Diskussions-Threads gestoßen, innerhalb derer andere Peugeot-Fahrer vom gleichen Problem berichtet haben. Eigentlich ist es ein Konstruktionsfehler, wenn man ein Stück Kabelbaum von der festen Karosserie zum Kofferraumdeckel führen muss. Aber egal, jetzt klappt es wieder und die Reparatur liegt mit 228 Euro noch halbwegs im Rahmen.

Als ich losfahren will meldet sich ersteinmal wieder der Bordcomputer “Einparkhilfe defekt”… ich ignoriere das mit aller Tapferkeit und fahre in Richtung Autobahn. Der Motor ist noch kalt und die Dieselrakete ruckt immer mal wieder “Fehler im Abgassystem” – irgendwann ist das Abgasrückführungsventil wohl doch noch fällig…

Auf der Autobahn geht dann gar nichts. Im Radio wird durchgesagt, dass bei Mainz Finten Gegenstände auf der Fahrbahn liegen, ich fahre irgendwann entnervt wieder runter in Richtung Innenstadt. Das ist auch nicht viel besser, aber ich schaffe es schließlich auf die andere Rheinseite. Es geht auf der B42 am rechten Ufer des Rheins entlang. Immer wieder sehe ich im krassen Gegenlicht die ein oder andere Burg am gegenüberliegenden Ufer. Dann hält mich nichts mehr, ich fahre an den Straßenrand, krame die neue D7000 aus dem Kofferraum, montiere das AF-S 2.8/70-200 samt B&W Polfilter und schieße einen ganzen Haufen RAW-Bilder diverser Burgen.

Daheim angekommen ist es dann auch schon fast 20h, was für ein Tag!

Beim Kaisers gibt es noch ein letztes Roggenbrot. Fingerdick mit Nutella bestrichen ist das der Hammer schlechthin – sowas von lecker!

Dann kommt die D7000 auf ein Stativ und nun darf sie den Posttower filmen wie er sich langsam vor dem blauen Nachthimmel schlafen legt. Während desssen schaue ich mir meine Beute an. Es ist nicht viel dabei, das Gegenlicht war wirklich fies, die Farben sind flau es gibt kaum Kontraste – es war definitiv kein Fotowetter. Aber in den RAW-Bildern stecken doch noch allerlei Reserven. Was Nikon Capture da noch herausholt ist überaus erstaunlich!

Aber seht selbst – hier ein JPG sowie es die Kamera geliefert hat und gleich danach ein konvertiertes RAW-Bild.

Hier drei der vielen schönen Burgen die man im “Westen” zu sehen bekommt.

Hier habe ich noch ein HDR, das vorgestern an der Mainzer Theodor-Heuss-Brücke zusammen mit Tobias entstanden ist.

Und nun schaue ich mir mal die Videos an, die ich parallel mit der D7000 während des Sonnenuntergangs aufgenommen habe. :-)


Kloster Eberbach

Es ist 18h und die “Externen” haben langsam Hunger. Wie sieht die Abendplanung aus? Wir stimmen uns kurz ab, um 18h30 sitzen wir in meinem Mietwagen, ein Peugeot 207 SW. Es geht in Richtung Kloster Eberbach. Für einige Kollegen ist es noch neu und auf dem Weg durch die Weinberge gibt es heimlich den einen oder anderen staunenden Blick – Deutschland ist schön :-) Als wir am Kloster Eberbach eintreffen, steht die Sonne tief, aber es sind noch lässige 22°C. Morgen soll sich das Wetter wenden, es soll erst krass warm und dann schlagartig kalt werden. Also geniessen wir den schönen Sommerabend. Das Essen ist super und die Themen deftig wie das Essen. Man merkt sofort, wenn keine Kolleginnen zugegen sind – Nicoletta Du fehlst…

Als es dunkel wird geht es gut gesättigt mit dem kleinen Peugeot zurück nach Mainz. Was für ein schöner Tag :-)

Fotoquatsch mit den Bierflaschen der “anderen” :-)

Während meine Dieselrakete in der Werkstatt auf einen neuen Kabelbaum wartet, fahre ich mal Peugeot 207 SW – eigentlich kein schlechtes Auto. Er hat Platz, ist komfortabel und braucht laut Bordcomputer etwa 6,5 Liter Super auf 100 Kilometern. Witzig ist, dass er wirklich hagelneu ist. Bei der Abfahrt stand der Tacho bei 163 Km. Irgendwann habe ich den Scheibenwischer betätigt – vielleicht das erste Mal? Der 1.4 Liter Motor ist nicht die Offenbarung wenn es um Beschleunigung geht, aber das Auto fährt damit und wenn man ganz ganz ehrlich ist, braucht man eigentlich auch nicht mehr…


HDR mit der Nikon D7000

Es ist wieder ein langer Tag im Büro. Draußen ist es sonnig warm und nach der Arbeit geht es mit den Kollegen zum Mosch Mosch, einer wirklich guten Japanischen Nudelsuppen-Bar in der Mainzer Innenstadt. Nach der Nudelsuppe gibt es noch ein Eis am Schillerplatz. Danach fällt uns das Laufen nicht mehr so leicht wie noch eine Stunde zuvor. In der Tiefgarage angekommen will Tobias etwas aus dem Kofferraum meiner Dieselrakete holen. Während er die 0 im 407 drückt um den Kofferraum zu öffnen, drücke ich versehentlich zeitgleich auf den Entriegelungsknopf an meiner Fernbedienung. Wir sind nicht schlecht erstaunt, als sich die Klappe danach gar nicht mehr öffnen lässt. So ein Mist, nun muss ich morgen schon wieder mal zur Werkstadt. Wieder mit dem Taxi hin und her fahren, wieder spät im Büro sein, wieder ärgern. Es geht mir langsam auf den Keks, dieses Auto kommt nach 5 Jahren nun langsam aber sicher in die Phase in der die viele kleinen fiesen Probleme beginnen. Aber mal abwarten, vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm…

Nachdem wir eine Weile ratlos vor dem verschlossenen Heck meines Peugeot stehen kommt mir die Idee, wie ich doch noch an den Fotorucksack kommen kann um ein paar HDRs mit der neuen D7000 zu machen. Es geht los zum östlichen Ufer der Theodor-Heuss-Brücke. Dort angekommen klappen wir die Rücksitzbank um und fischen den Fotorucksack samt Stativ aus dem Kofferraum. Es kann los gehen. Tobias und ich wandern ein wenig an der Strandbar entlang und suchen einen geeigneten Punkt für ein paar nette Fotos. Der Abendhimmel sieht ganz schön aus und wir probieren mal aus, was die D7000 so hergibt.

Schnell fällt auf, wenn man sie mit dem Infrarot-Auslöser (ML-L3) bedient, macht sie im Gegensatz zur P7000 tatsächlich eine Belichtungsreihe. Während man bei der P7000 bis zu 5 unterschiedliche Bilder machen kann, sind es bei der D7000 nur 3 Bilder, aber immerhin… Man drückt den Auslöser dreimal nach einander, kurz warten, die D7000 piepst und schon löst sie aus. Für die Wahl des Ausschnittes verwenden wir den praktischen Live-View. Scharfstellen tun wir manuell in der vergrößerten Live-View-Ansicht.

Wir nehmen etliche Bilder mit Blende 11, ISO 100, 3-fach Bracketing und 1.0 EV Schrittweite auf. Irgendwann wechseln wir das neue 16-85 VR gegen mein geliebtes 2.8/17-55, denn dafür habe ich einen 8x Graufilter und einen Polfilter. Als es dann so dunkel ist, dass der Live-View praktisch nichts mehr anzeigen kann, nehmen wir die beiden Filter wieder runter.

Während der Live-View aktiv ist drücke ich mal die Info-Taste und bin ganz überrascht, dass die D7000 dann einen künstlichen Horizont anzeigt. Drückt man nochmals bekommt man ein Gitter zu sehen, drückt man erneut, wird ein 16:9 Ausschnitt für Video-Aufzeichnungen angezeigt – alles wirklich durchdacht und praktisch. Beim Wühlen in den vielen Menüs finde ich dann auch den Menüpunkt für die Feinabstimmung des Autofokussystems. Prima, das geht also auch!!

Später in meinem Appartement zaubere ich an meinem MacBook mit Photomatix Pro 4.0 schnell ein paar kleine HDR-Bilder aus den kleinen JPGs die wir aufgenommen haben. Das geht blitzschnell und die Qualität ist für die fotocommunity & Co. völlig ausreichend.

Hier nun meine ersten drei HDR-Fotos mit der D7000…

Hier zum Vergleich ein konvertiertes RAW-Bild aus der 3-er Belichtungsreihe.

Hier habe ich das gleiche Bild in einer anderen Version. Es ist nicht ganz so krass und das Wasser ist mit einem Bewegungseffekt “glattgebügelt”. Auch habe ich einen anderen Weißabgleich gewählt.

Man sieht hier wieder einmal sehr schön “HDR ist nicht HDR” – es kommt einfach darauf an, was man mit der HDR Software anstellt. Setzt man sie dezent ein, ist das Ergebnis oft sehr ansprechend. Meist merkt dann niemand, dass es überhaupt ein HDR ist. Macht man es wie Jimi Hendrix einst mit der “Britischen Einstellung” bei seinen Gitarren-Verstärkern (Die flache Handkante von oben auf die Drehregler legen und dann langsam nach rechts streichen – ggf. wiederholen!!), dann erhält man oft unwirkliche zumeist polarisierende Ergebnisse. Ich persönlich mag das eigentlich ganz gern, eben weil es polarisiert. Derart “krassifizierte” Fotografien sind ja eher eine besondere Spielart der Bearbeitung. Klar war das Ausgangsmaterial mal eines oder mehrere Fotos, aber was daraus wird wäre im analogen Zeitalter ohne Scanner usw. eben nicht möglich gewesen.

Mich interessiert Eure Meinung, was denkt Ihr über diese “krassifizierten” HDR-Spielarten?


Nikon D7000 vs. Nikon D300

Nun habe ich die D7000 seit drei Tagen und will kurz schreiben, was mit im Vergleich zur D300 aufgefallen ist.

Autofokus

Am Wochenende hatte ich ja schon kurz geschrieben, dass der Umschalter für den Autofokus bei der D7000 nur die beiden Stellungen AF/M kennt. Bei der D300 kann man zwischen AF-S/AF-S/M wählen. Schaut man sich die D7000 genauer an fällt auf, dass man nun auf den Einstellhebel drücken kann. Tut man das, so kann man mit dem hinteren Einstellrad zwischen AF-A/AF-S/AF-C wählen. Mit dem vorderen Einstellrad kann man zwischen der automatischen und der manuellen Auswahl des aktiven Autofokus-Messfelds umschalten. Hat man die manuelle Auswahl eingestellt, so kann man mit der “Wippe” auf der Rückseite oder dem Joystick des (optionalen) MB-D11 Batteriegriffs das aktive Autofokus-Messfeld verschieben. Drückt man den OK-Knopf bzw. den Joystick am Batteriegriff, so springt das aktive Messfeld zurück in die Mitte. Alles in allem sehr praktisch und anders aber nicht schlechter als bei der D300. Benutzt man den Auslöser passt der Autofokus eigentlich immer sehr gut. Einen Menüpunkt zur Korrektur des Autofokus habe ich auch gefunden, dies aber noch nicht ausprobiert. Letztlich bin ich mit dem was die D7000 hier im Vergleich zur D300 bietet sehr zufrieden. Der Autofokus der D7000 ist deutlich besser als der D60, die nur drei AF-Meßfelder kennt und auch ein wenig moderner als bei der D2x. Wirklich gut!

Belichtungsmesser

Bei der D300 hat man an der Rückseite ein Rädchen mit dem man schnell zwischen Spotmessung, mittenbetonter Messung und Matrixmessung umschalten kann. Dieser Knopf fehlt bei der D7000. Statt dessen findet sich aber an der Stelle an der bei der D300 der “Mode”-Taster ist ein Taster der in Verbindung mit dem hinteren Rad die gleiche Umschaltung ermöglicht. Es ist also alles da, es wird nur etwas anders bedient. Zusätzlich kann man über die sehr frei konfigurierbare Fn-Taste an der Vorderseite schnell mal auf Spotmessung umschalten. Die Spotmessung basiert dann auf den aktiven Autofokus-Messfeldern. Auch hier ist alles wie bei der D300.

Sonstige Bedienelemente

Die Knöpfe neben dem Display sind im Prinzip genauso belegt wie bei der D300, man findet sich spontan zurecht. Unterhalb des Knopfes mit dem das Blitzlicht ausgeklappt werden kann gibt des den BKT-Knopf. In Verbindung mit dem hinteren und vorderen Einstellrad kann man hier schnell zwischen drei möglichen Varianten für das Bracketing (Belichtungsreihen) umschalten. Im Gegensatz zur D300 sind viel weniger Kombinationen möglich, auch gibt es nur maximal drei unterschiedlich belichtete Bilder. Aber die Schrittweite kann bis +/- 2.0 EV eingestellt werden. Will man nicht gerade direkt in die Mittagssonne knipsen, so sollte man hier alles haben was man so braucht. Ein ganz ganz harter HDR-Freak würde hier vielleicht die D300 oder die D2x bevorzugen. Ich werde in den nächsten Tagen mal schauen was im Punkto HDR mit der D7000 geht und was nicht. Das wird sicher ein gesonderter Artikel.

Batteriegriff

Heute ist der MB-D11 Batteriegriff angekommen. Das gute Stück kostet etwa 240 Euro, dazu für etwa 60 Euro ein zweiter Akku, damit wären wir bei rund 300 Euro. Zusätzlich kann man die D7000 mit sechs Batterien oder Akkus im AA-Format betreiben, sehr praktisch. Hier ist also auch alles so ähnlich wie bei der D300, wobei diese 8 statt nur 6 Batterien benötigt. Im Gegensatz zur D300 kann in den Batteriegriff der D7000 kein großer Akku wie der Akku aus der D2x eingesetzt werden. Das ist schade, denn dann hätte ich nur ein einziges Ladegerät. Aber sie funktioniert mit “normalen” Batterien, so dass man auf Reisen ggf. auch mal auf Batterien ausweichen kann. Sehr praktisch! Insgesamt halte ich den MB-D11 für ein praktisches Zubehörteil, das allerdings im Vergleich zur Kamera viel zu teuer ist. Gut gefällt mir, dass man den Batteriegriff montieren kann, ohne die eingebaute Batterie herausnehmen zu müssen. Das ist auch wie bei der D300 und so hat man ggf. eine doppelte Akkuladung dabei. Ich würde die D7000 nicht mehr ohne Batteriegriff verwenden wollen, es seit denn, dass es bei einer krassen Wanderung wirklich auf jedes Gramm ankommt. Dann ginge es auch mal ohne. Im Gegensatz zur D2x kann man die D7000 also im Zweifel “abspecken” – vielleicht ganz praktisch. Allerdings merkt man auch, dass dieser Batteriegriff, so gut er auch ist, kein fester Teil des Gehäuses ist. Hier fühlt sich eine D2 oder D3 einfach wesentlich satter an. Aber eben auch deutlich schwerer!

Performance

Die Geschwindigkeit der D7000 geht für mein Empfinden völlig in Ordnung. Sie ist genauso schnell wie die D3x für 7000 Euro. Hier ist die D300 nur im 12-Bit-RAW-Modus oder JPG-Modus überlegen. Und dies auch nur wenn man den MB-D300 Batteriegriff mit dem großen Akku oder acht AA-Zellen verwendet! Stellt man die D300 auch auf 14-bit ein, ist sie genauso schnell wie die D7000. Hier kann das kleine Ding also auch punkten. Gut gefällt mir, dass man über das neu gestaltete Wählrad oben links an der Kamera einen “Quit-Mode” einstellen kann. Damit löst die D7000 dann ganz langsam und ganz leise aus. Wenn man mal ungestört fotografieren will, ist das großartig. Auch wird ein ggf. eingeschalteter Signalton gleich mit abgestellt. Auch hier hat ein Ingenieur mitgedacht! Dann kann man noch einen Modus anwählen, in dem man die Kamera mit dem Infrarot-Auslöser ML-L3 auslösen kann. Das ist bei der D300 so gar nicht möglich. Im Gegensatz kann man den Kabelauslöser der D300 nicht für die D7000 verwenden, was ich persönlich schade finde. Aber irgendwas muss man ja machen, damit der Nachfolger der D300 eine Existenzberechtigung haben wird.

Live-View

Über einen Hebel an der Rückseite kann man jetzt ganz schnell zum Live-View wechseln. Bei der D2x gibt es so etwas gar nicht und bei der D300 kann man es nur über das Einstellrad oben links aktivieren. Das ist bei der D7000 besser gelöst! In der Mitte dieses Hebels ist ein roter Knopf. Drückt man drauf, beginnt die Video-Aufzeichnung. Nochmals drücken und der Spaß ist wieder abgeschaltet. Drückt man den Hebel erneut zur Seite ist der Live-View wieder deaktiviert. Sehr einfach und sehr praktisch, Pluspunkt für die D7000. Drückt man den Info-Knopf während der Live-View aktiviert ist, kann man wahlweise den künstlichen Horizont oder ein Gitternetz einblenden. Eine 16:9 Vorschau für Videoaufnahmen gibt es auch, hier waren die Konstrukteure wirklich kreativ!

Info-Modus

Über den Info-Knopf kann man alle wichtigen Settings auf dem großen rückwärtigen Display ablesen, das ist so wie bei der D300, prima! Zusätzlich können wichtige Parameter schnell und ohne Menü-Gefummele geändert werden – super!

Kamerainterne Bildbearbeitung

Die D7000 beherrscht ein paar wirklich coole Features wie die automatische Korrektur der chromatischen Aberration und der Verzeichnung, was mir sehr gut gefällt. Außerdem kann innerhalb der Kamera die Perspektive korrigiert werden. Zusätzlich kann man einen Miniatureffekt und Sternchen etc. in seine Fotos einfügen. All das ist “nicht destruktiv”, denn es werden stets Kopien der bearbeiteten Bilder erzeugt. All das ist eine Softwaregeneration weiter als bei der D300. Fein!

Sucher

Der Sucher zeigt alles an, was man von der D300 kennt. Ich sehe hier keinen großen Unterschied. Lediglich die D2x hat seitlich ein paar zusätzliche Infos zu bieten. Das Sucherbild ist systembedingt etwas kleiner als bei den “großen” Schwestern D700 und D3, D3s bzw. D3x. Für mich ist es ok, ich kann damit leben. Schließlich sieht man den Fotos ja später nicht an, wie groß das Sucherbild vor und während der Aufnahme war :-)

Verarbeitung

Im Vergleich zur D300 oder der D2x wirkt diese Kamera ein wenig schmächtig. Aber es ist ok, besonders mit montiertem Batteriegriff hat man was in der Hand und eigentlich ist es ganz ok. Besonders auf Reisen wird man das kleinere leichtere Gehäuse vielleicht mal zu schätzen wissen. Abgesehen davon ist alles genauso hochwertig verarbeitet wie bei den großen Schwestern.

Speicherkarten

Die D7000 arbeitet nicht mehr mit CF-Karten, sondern hat nun zwei Steckplätze für SD-Karten. Ich habe mir zusammen mit dem Batteriegriff zwei 32-GB SD-HC Karten geordert. Damit lassen sich über 1000 RAW-Bilder machen bevor man sie “abtanken” muss. Wer mag kann auch zwei 64-GB Karten einsetzen. Das passt ggf. eine komplette Reise drauf. Wer will, kann die Karten auch konfigurieren. Also eine Karte für JPGs, eine für RAW-Bilder. Oder eine Karte als 1:1 Kopie der andern Karte. Sicher ist sicher! Oder beide Karten werden der Reihe nach beschrieben. Sobald Karte 1 voll ist landen die neuen Fotos auf Karte 2. Alles sehr durchdacht und sehr flexibel. Schade nur, dass meine großen teuren CF-Karten nicht mehr passen. Aber irgendwie ist es auch ok, denn mein MacBook hat einen eingebauten SD-Kartenleser.

Ok, soweit mein kleiner Vergleich zwischen der D7000 und der D300.

Wer eine semi-professionelle Kamera sucht, ist mit der D300 nach wie vor gut bedient. Die D7000 kann praktisch alles was die D300 auch kann. Der einzige wirklich nennenswerte Unterschied der mir aufgefallen ist, sind Größe & Gewicht sowie das Handling von Belichtungsreihen. Wer ein paar Euro sparen will und mit weniger Gewicht unterwegs sein möchte, der wird sicher mit der D7000 glücklich werden. Wer mehr will, sollte noch ein halbes Jahr warten, bis die Nachfolger der D300 und der D700 vorgestellt werden. Wer nicht abwarten kann, der sollte so schnell wie möglich zuschlagen, denn in ein paar Tagen wird es in Deutschland aufgrund des Erdbebens in Japan erst einmal eng werden.


Die D7000 und das Reflex Nikkor F/8 500mm

Vor einigen Jahren habe ich im Bonner Cityfotocenter ein praktisch neuwertiges 500mm Spiegeltele gekauft, das Reflex Nikkor F/8 500mm.

Es ist ein überaus krasses und zugleich ungewöhnliches Objektiv. Eine variable Blende gibt es nicht, es ist immer Blende 8. Ein paar Filter sind dabei, sie werden auf die Rückseite des Objektivs geschraubt. Will man als bspw. einen Gelbfilter montieren, so muss man das Objektiv von er Kamera nehmen. Die Naheinstellgrenze liegt bei etwa 1,5 Metern, so dass Nahaufnahmen mit krassester Hintergrundunschärfe und enorm großem Maßstab möglich sind. Das Bokeh dieses Objektives ist sehr interessant. Bedingt durch die Konstruktion werden kleine helle Bildbereiche im Bokeh als Kreise dargestellt. Das sieht speziell bei Nachtaufnahmen wirklich witzig aus. An der D7000 entspricht es einem 750mm Teleobjektiv!

Gebaut wurde dieses “Ding” in verschiedenen Varianten bis etwa 2002.

Hier gibt es viele interessante Infos rund um dieses ungewöhnliche Objektiv.

Aber wie schlägt sich dieser Dinosaurier an der nagelneuen D7000? Besonders hat mich da zunächst interessiert wie es wohl aussieht wenn man mit diesem Objektiv eine kurze Videosequenz erstellt.

Hier ist mein allererster Test, seht selbst…





Damit Ihr eine Idee davon bekommt, wie stark die Vergrößerung ist die man mit diesem Objektiv erzielen kann, habe ich hier noch ein Foto, das ich vor zwei Jahren vom gleichen Standpunkt aus mit einem leichten Weitwinkel gemacht habe.


Die D7000 und das Nikon AF-D 1.4/85mm

Seit einigen Jahren benutze ich für Portraits mit Begeisterung das Nikon AF-D 1.4/85mm. Dieses Objektiv ist der Kracher schlechthin. Es ist massiv wie ein Panzer und schwer wie Blei. Bis etwa Blende 5,6 hat es ein wirklich tolles Bokeh und ist dennoch bereits bei Blende 2.8 sehr scharf.

Wäre es ein Burger, man müsste einen Slogan wie – I’m lovin’ it – verwenden…

Welche Figur dieses Objektiv wohl an der D7000 machen wird? Hier sind ein paar erste Testbilder.

Nikon D7000 & Nikon AF-D 1.4/85mm
ISO Brennweite F1,4 F1,8 F2,8 F/4 F5,6 F8 F11 F16
100 85mm 5364 5365 5366 5367 5368 5369 5370 5371

Und was soll ich sagen, der kleine Chip der D7000 zeigt sich mit diesem Objektiv von seiner besten Seite. Das Objektiv entspricht hier knapp dem guten alten 135er Teleobjektiv und das mit einer Lichtstärke von 1,4!! Der kleine Chip sieht nur “das Beste” dieses Objektives. So ist praktisch keine Verzeichnung erkennbar, sogar bei offener Blende kann man selbst die feinsten Details des Test Charts erkennen. Randabschattungen gibt es praktisch nicht, auch hier ist der kleinere Chip gar nicht so verkeht.

Als nächstes schaue ich mal wie es sich bei Videoaufnahmen “anfühlt” – ich bin sehr gespannt auf einige Videosequenzen mit “selektiver Schärfe”!!


ISO12233 Testreihe mit der Nikon D7000

Motivation

Kann die D7000 meine D300 ablösen? Eine zumindest für mich wirklich spannende Frage. Nach dem ersten kleinen Hands-On muss ich feststellen, die D7000 kann fast alles was die D300 auch kann. Sie ist nicht ganz so schnell und das Bracketing beherrscht “nur” 3 statt 9 Stufen. Aber das sollte nicht das Killerkriterium sein. Die ersten Versuche mit den Videoeigenschaften liefern überraschend gute Ergebnisse. Sehr gut gefällt mir die Möglichkeit, während der Aufnahme manuell zu Zoomen und den Fokus zu verändern. Das ermöglicht im Vergleich zur wirklich guten P7000 völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten.

Aber zunächst drängt sich die Frage auf, was die D7000 in Verbindung mit dem neuen Objektiv leisten kann!

Nach dem Frühstück nehme ich mir also mal wieder mein ISO12233 Testchart und erstelle ein paar Testreihen mit der neuen D7000. Der Live-View Modus ist für die Ausrichtung des Stativs sehr gut geeignet. Ich benutze einen Manfrotto Getriebeneiger, damit ist eine recht exakte Ausrichtung der Kamera möglich. Draußen ist es bewölkt, also verwende ich zur Beleuchtung ich das sehr gleichmäßige natürliche Tageslicht. Eine Korrektur des Belichtungsmessers mache ich nicht. Es ist alles in der “Werkseinstellung”. Ich erstelle JPGs in voller Auflösung und parallel jeweils ein RAW-Bild. Die JPGs sind 4928 x 3264 Pixel groß, das sind 16084992 RGB Pixel – wow…

Da die JPGs eigentlich schon alles zeigen, habe sie zusammen auf meinem Fileserver abgelegt und in einem kleinen Excel-Sheet verknüpft. Anschließend habe ich alles als HTM-Seite gespeichert und die kleine Tabelle mal per Copy & Paste hier eingefügt – das sieht zwar noch nicht schön aus, aber man kann die Bilder darüber öffnen. Wer es “schön” haben will, öffnet einfach diese Webseite.

Ergebnis des Auflösungstests

Objektivtest nach ISO12233
Nikon D7000 & Nikon AF-S VR 18-85mm
© 2011 Ansgar Hillebrand
ISO Brennweite F3,5 F4,5 F5,6 F8 F11 F16 F22
100 85mm 5259 5260 5261 5262 5263
100 50mm 5286 5287 5289 5290 5291
100 35mm 5292 5293 5294 5295 5296
100 24mm 5297 5298 5299 5300 5301 5302
100 16mm 5303 5304 5305 5306 5307 5308
400 85mm 5254 5255 5256 5257 5258
800 85mm 5264 5265 5266 5267 5268
1600 85mm 5269 5270 5271 5272 5273
3200 85mm 5274 5275 5276 5277 5278
6400 85mm 5279 5280 5281 5282 5283

Vignettierungstest

Wichtig war mir auch heraus zu finden, bei welcher Blende sich eine gleichmäßige Ausleuchtung des gesamten Bildfeldes ergibt. Seit ich viel im Mittelformat und speziell mit der Hasselblad SWC fotografiere bin ich da stärker sensibilisiert als früher :-)

Brennweite 16mm: F3,5 – F5,6 – F8 – F11 – F16 – F22

Brennweite 50mm: F5,6 – F8 – F11 – F16 – F22

Brennweite 85mm: F5,6 – F8 – F11 – F16 – F22

Ok, das war mein erster kleiner Test mit der neuen Nikon D7000. Über Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge würde ich mich sehr freuen.


Unboxing the Nikon D7000

Kaum zurück wird die neue D7000 erst einmal unter die Lupe genommen. In der Verpackung findet sich ein Ladegerät, ein Akku, ein Tragegurt und die Kamera selbst. Der Akku kommt erst einmal für ein paar Stunden in das Ladegerät, die Speicherkarten hat Herr Severin versehentlich auf dem Tresen liegen lassen. Also kurz anrufen, er schickt sie mir mit der Post. Aber ich habe noch eine 16-GB Micro SD-Karte, die ursprünglich in meinem HTC Desire gesteckt hat. Mit einem kleinen Adapter passt sie prima in die D7000. Beim ersten Einschalten muss man wie gewohnt die Sprache wählen, die Uhr einstellen usw. Danach gehe ich kurz die Menüpunkte durch und möchte als Default für die Dateinamen D7000 einstellen, damit die Bilddateien D7000_0001.nef heißen. Aber das ist zu lang, es sind nur drei Zeichen möglich – also nehme ich D70 – das klingt so seltsam vertraut :-) Später fällt mir dann auf, dass ich scheinbar den Bildzähler aus Versehen auf irgendwas über 5158 eingestellt habe. So heißt mein erstes Bild dann auch gleich D70_5158.nef – ein wenig verwirrt mich das schon… Ob die Kamera schon mal ausgepackt war? Ein Vorführmodell?? Hm…

Egal, die neue D7000 fühlt sich gut an, auf den ersten Blick erinnert sie sehr an die D300, sie ist aber ein wenig kleiner. Die Augenmuschel und mein Winkelsucher sind austauschbar, das passt prima. Der Zusatzknopf mit dem ich bei der D300 immer das Bracketing einschalte ist jetzt an anderer Stelle, er hat seine Position mit dem Knopf für das probeweise Schließen der Blende getauscht. Das Rädchen links oben ist jetzt ein wenig komplexer, die D7000 hat nun Motivprogramme. Eigentlich mag ich die nicht, aber egal. Irgendwie fehlt mir der Batteriegriff. Ist schon blöd, da habe ich den MB-D300 und er passt nur an die D300 und die D700. Aber das ist sicher alles Absicht der Konstrukteure, denn das schafft neue Umsätze… Auch die Batterie hat mal wieder ein anderes Format. Inzwischen habe ich einen Zoo verschiedener Ladegeräte, Nikon F2, F3, F5, D2x, D300, P7000, D7000 – hört das denn nie auf? Am Hebel für den Autofokus fehlt mir die Unterscheidung zwischen S und C. Ich nutze das sehr ob um schnell zwischen kontinuierlichem Autofokus für bewegte Objekte (C) und einfachem Autofokus (S) für statische Motive umzuschalten. Die D7000 kennt nur Ein und Aus – schade eigentlich. Diese Umschaltung erfolgt nun unter der Haube, wenn man bspw. vom Portrait-Programm zum Sport-Programm wechselt. Wie gesagt, das brauche ich nicht und ich mag es auch nicht, weil die Kamera dann nur JPGs schießt. Für mich als RAW-Shooter sind diese ganzen Szenenprogramme eher eine Behinderung als eine Bereicherung.

Aber egal, darum geht es jetzt nicht – Ich setze mal das neue 14mm Objektiv an die D7000 und das SB-900 samt Yoghurtbecher oben drauf. Damit knipse ich mal aus Spaß ein Bild, das ich vor 11 Jahren gemalt habe – wie schnell doch die Zeit vergeht…

Anschließend öffne ich das RAW-Bild mit Nikon Capture NX 2.2.6 – das klappt prima! Ein Versuch mit Photoshop CS4 schlägt jedoch prompt fehl. Hier brauche ich ein Update. In Nikon Capture korrigiere ich kurz Weißabgleich und Randabschattungen die beim Blitzen mit dieser extrem kurzen Brennweite trotz des Yoghurtbechers kaum zu vermeiden sind. Danach wird das Bild mit Photoshop geöffnet. Nun versuche ich mal ob sich die sehr ausgeprägt tonnenförmige Verzeichnung korrigieren lässt. Schwierig wird es immer, wenn eine Verzeichnung nicht gleichmäßig, sondern wellenförmig ist. Dieses Objektiv verzeichnet recht linear, so lässt sie der “dicke Bauch” ziemlich einfach in Photoshop korrigieren. Nikon Capture kann das leider nicht, weil dieses Objektiv keine CPU hat und daher in den Bilddateien keine Infos zum Objektiv abgelegt werden können.

Urteilt selbst, hier sind die beiden Varianten – einfach anklicken, dann sieht man sie in der Original-Größe.

Danach montiere ich mal das neue AF-S VR 16-85 an die D7000 und fotografiere eines meiner anderen selbst gemalten Bilder. Dieses Objektiv hat eine eingebaute CPU, daher kann die D7000 das Objektiv erkennen und diese “Erkenntnis” an Nikon Capture weiterreichen. Damit ist Nikon Capture dann in der Lage Vignettierungen UND Verzeichnungen automatisch zu korrigieren, wenn man diese Option entsprechend einschaltet!!

Hier sind die unkorrigierte und die korrigierte Fassung des ersten Testbildes mit dem neuen AF-S VR 16-85:

Hier die Version bei der die Verzeichnung des Objektivs automatisch in Nikon Capture korrigiert wurde. Beide Bilddateien habe ich nach der Konvertierung NICHT nachbearbeitet. Alle weiteren Infos findet Ihr in den EXIF-Infos.

Wer sich die Bilder genauer anschauen möchte, klickt sie einfach an und kann sie sich dann in Originalgröße sehen. Sobald ich mehr Zeit habe, reiche ich ein paar Testreihen mit einem ISO-12233 Testchart nach.


Objektivreparatur

Im Februar 2010 habe ich mir im Vorfeld der langen USA-Reise ein Nikon AF-S VR 18-200mm Objektiv gekauft. Ziel der Übung war es, bei langen Wanderungen mit weniger Gewicht unterwegs zu sein. Irgendwie kam dann alles anders. Großartig weit sind wir nicht gewandert und als Sandra das Objektiv erst einmal an ihrer Kamera hatte, war die Liebe schnell so groß, dass sie es nicht mehr hergeben wollte.

Nach vielen tausend Kilometern auf amerikanischen Straßen, nach Sandstürmen, Schnee und Regen traten dann vor einigen Wochen während der Reise durch Kalifornien die ersten Probleme auf. Ist das Objektiv voll auf 200mm ausgefahren, löst Sandras Kamera nicht mehr aus. Der Autofokus braucht Kontraste, so funktioniert das Prinzip. Zuerst kommt mir in den Kopf, dass Sandra einfach nur auf etwas fokussieren muss, was die Kontraste bietet die das Autofokussystem braucht. Aber das ist es nicht. Als ich es dann mal an meiner D300 versuche, stellt das Objektiv bis etwa 135mm scharf. Bei 200mm funktioniert die Fokussierung für Objekte die etwa 20 Meter entfernt sind. Alles was weiter weg ist bleibt unscharf.

Es ist also eine Reparatur fällig. Aber wo ist der Kassenzettel? Mir kommt in den Sinn, wie wir vor zwei Jahren mit mehreren Arbeitskollegen beim MediaMarkt in Mainz unsere fast neue “Projekt-Kaffeemaschine” OHNE Kassenzettel zur Reparatur gegeben haben. Damals hat Tobias im Web recherchiert und herausgefunden, dass nach gültiger Rechtslage der Kunde NICHT verpflichtet ist einen Kassenzettel vorzulegen. Vielmehr muss der VERKÄUFER in seinem Warenwirtschaftssystem hinterlegt haben, wann das Gerät zu welchem Preis verkauft wurde. In diesem Fall ist es also wirklich vorteilhaft, wenn man bspw. beim MediaMarkt mit Namen und Adresse registriert ist. Dann hat man quasi ein “Kundenkonto” und da steht dann immer schön alles drin. Wer also künftig ein Gerät kauft das ein wenig teurer ist, sollte sich ruhig von einem der Mitarbeiter eine ordentliche Rechnung mit voller Adresse ausstellen lassen. Es verbleibt eine elektronische Kopie beim Verkäufer und somit ist es ok, wenn der Kassenzettel irgendwann in einem Ordner beim Steuerberater oder sonst wo verschwunden bleibt.

Beim Fotohändler meine Vertrauens, dem Bonner Cityfoto-Center (www.cityfotobonn.de), ist das aber alles ein wenig anders! Ich werde mit Handschlag begrüßt und der Chef ruft zu seinem Mitarbeiter rüber “Hey, unser Umsatzbringer ist endlich mal wieder da!” Kurzum, unser Verhältnis ist offen und ehrlich. Ich bekomme gute Preise und bestelle in der Regel nicht bei amazon & Co. Bei der P7000 habe ich mal eine Ausnahme gemacht und die ist nun auch prompt ein Fall für eine Garantiereparatur. Das mit dem defekten Zoom-Objektiv ist alles ganz einfach. Ich habe noch den Karton, der Garantiezettel usw. ist auch noch drin. Es wird schnell ein Reparaturschein geschrieben und schon sind wir fertig.

Anschließend beichte ich, dass ich mit der P7000 bei amazon fremd gegangen bin… “Na, dann fragen sie mal den Herrn amazon ob er die Kamera zurück nimmt – Haha – Nee im Ernst, ist gar kein Problem, einfach vorbeibringen, wir berechnen 60 Euro Porto!” “Was, 60 Euro Porto!!!?!?!” “Ach komm, Spaß muss sein, es sind natürlich keine 60 Euro!” Ich bin erleichtert! Die P7000 bringe ich dann in den nächsten Tagen mal zur Reparatur…

Wir plauschen ein wenig und Herr Severin erzählt, dass es in den nächsten Tagen eng werden wird. Durch das Erdbeben in Japan haben alle relevanten Hersteller große Probleme neue Kameras zu fertigen. Teilweise liegt es nur an einzelnen Bauteilen die von einem Zulieferbetrieb kommen. Bislang hat die Welt noch nicht viel davon gemerkt, aber nun sind die Vorräte weltweit abverkauft. Jeder Container mit neuer Ware der nun aus Japan kommt wird in den Häfen in Rotterdam, Hamburg usw. mit einem Geigerzähler penibel geprüft. Es sind schon Lieferungen zurück gegangen. Japan steht vor der Krise nach der Krise. Es hat nicht nur die Autoindustrie getroffen, es sind nahezu alle Hersteller beliebiger Konsumgüter betroffen.

Auf der Webseite von fotointern.ch kann man nachlesen, wie krass es die gesamte Fotoindustrie getroffen hat, es ist schreckend.

Und es sind nicht nur Produkte betroffen die es schon “gab”. Es sind auch Produkte betroffen die sich noch in der Entwicklung befinden. Ich habe Berichte gelesen in denen Experten davon ausgehen, dass sich beispielsweise die Vorstellung der neuen Nikon D4 um ein halbes Jahr und ggf. auch länger verzögern könnte.

Harte Zeiten für Fotohändler! Aber vielleicht besinnen sich ja einzelne Besitzer völlig veralteter Kameras mal wieder dieser Geräte und kaufen ein paar Filme – wer weiß?? Allerdings kommen die ja auch zum größten Teil aus Japan…

Im Bonner Cityfoto-Center sind dementsprechend die Vorräte auch weitgehend erschöpft. Aber es gibt noch eine D7000. Eigentlich würde ich ja gern den Nachfolger der D300 kaufen oder das was Nikon an die Stelle der D700 setzen wird. Oder vielleicht auch eine D4, aber ob die in diesem Jahr noch kommen, ist angesichts der Schäden durch das verheerende Erdbeben ungewiss.

Also kungeln wir ein wenig herum. Letztlich verlasse ich den Laden mit einer D7000, einem AF-S VR 16-85mm und einem MF 2.8/14mm aus China. Diese Dinger werden unter dem Label Walimex von Foto Walser seit einiger Zeit via eBay vertrieben. Als ich es in der Hand habe wird mir klar, das Ding ist toll gemacht, sehr robust und kommt sicher sehr gut an einer “Vollformat-Kamera”. Das Ding reizt mich sehr und ich habe noch den ganzen Kühlschrank voller Filme. Also her damit…

Sobald die D7000 ausgepackt ist, werde ich mal ein paar Testbilder liefern. Gut, dass ich ein ISO 12233 Testchart habe :-)


Die Suche nach dem perfekten Objektiv

Jedes mal wenn ich wieder mit viel zu vielen, viel zu schweren Objektiven unterwegs bin frage ich mich, warum ich mir das schon wieder antue? Andere haben ein 500 Gramm leichtes 18-270 mm Zoom-Objektiv dabei und sind glücklich damit. Warum nur schleppe ich mich mit dem ganzen Zeugs ab?

Die Antwort ist eigentlich recht einfach. Wenn schon denn schon – ganz oder gar nicht :-) Wie oft im Leben kann man sechs Wochen und länger verreisen und dabei tun und lassen wozu man Lust hat? Wenn es dabei das primäre Ziel ist mit einem Haufen schöner Fotos zurück zu kommen, dann fällt es leichter die schweren Linsen zu “ertragen”.

Nur welche Objektive liefern die besten Bilder? Vor einigen Jahren habe ich begonnen im Vorfeld einer Reise Zeitungen an die Wand zu kleben und dann abzufotografieren. Einige Monate später hatte ich die Zeitungen nicht mehr und wenn ich ein neues Objektiv mit denen vergleichen wollte, die ich schon hatte musste eine neue Zeitung her und ich musste alle Bilder neu machen.

Irgendwann habe ich mir dann ein ISO-12233 Testchart besorgt und das mal abfotografiert. Nach vielen Zu- und Abgängen in meinem “Objektiv-Zoo” konnte ich dann schnell mal ein paar Testbilder mit dem neuen Objektiv “nachschießen” und es dann mit Objektiven vergleichen die schon Monate zuvor bei eBay verkauft worden waren. Wirklich praktisch! Dieses 60x90cm große Testchart steht bis heute neben meinem Kleiderschrank. Der ist 60cm tief und so passt das ganz ausgezeichnet :-)

Aus diesen vielen Tests habe ich gelernt welche meiner Objektive wie die besten Bilder liefern.

Ein Beispiel habe ich hier. Dieses Foto entstand vor einigen Wochen im Zion National Park in Utah mit der Nikon D300 und einem handverlesenen Nikon AF-D 2.8/60mm. Die Kamera stand auf einem stabilen Stativ, ich habe sie über einen Kabelauslöser ausgelöst und die Spiegelvorauslösung benutzt. Aus einer Belichtungsreihe mit 6 Bildern habe ich schließlich das am besten belichtete RAW-Bild herausgesucht und es mit Nikon Capture NX 2.2.6 in ein JPG konvertiert. Schaut man es in 1:1 Originalgröße an, wirkt es wenig verpixelt und sogar die Rinde der Bäume hat noch Zeichnung. Die Felswände haben Strukturen. Es gibt keine Farbsäume an den Bildrändern und auch keine Randabschattungen. Alle Ecken sind gleichmäßig scharf. So sollte es sein.

Einfach anklicken um es in Originalgröße anschauen zu können.

Bilder wie dieses sind der Grund, warum ich mich sicher auch auf der nächsten Reise wieder mit einigen Festbrennweiten und einer kleinen Auswahl wirklich guter Objektive abschleppen werde :-) Das Stativ ist dabei obligatorisch!

Weitere Infos zum Thema Objektiv-Test habe ich hier zusammen gestellt.


Mit Leon im Phantasialand

Es ist Freitag der 13. – eigentlich keine guten Vorboten für einen schönen Sommertag – aber es soll noch richtig schön werden. Der Wecker klingelt während Sandra mich telefonisch aus dem Reich der Träume zurück in das wirkliche Leben holt. Danach bin ich wach – es ist 7h und die Sonne scheint. Ab unter die Dusche und dann mal wieder zum Zahnarzt. Seit Wochen bin ich am Freitag ein Stammgast, es ist schon fast wie zuhause. Heute geht alles ganz schnell, ich hole nur zwei Schienen ab die verhindern sollen, dass ich mir nachts die Zähne kaputt knirsche. Eigentlich hatte ich schon zwei “Knirscher-Schienen” aber die passen nicht mehr, seit ich die neue Brücke habe. Warum zwei Schienen? Ganz einfach, weil ich ständig unterwegs bin und so habe ich ein Exemplar im Hotel und das andere daheim. Ganz praktisch!

Beim Zahnarzt gibt es für mich nicht gerade Kaffee und Kuchen, aber es ist kurz davor. Wirklich nett sind sie alle!

Um kurz nach 10h bin ich schon wieder daheim. Nun werden Belege sortiert. Die Steuererklärung für 2010 sollte irgendwann einmal fertig werden…

Als ich die kleinen Zettelchen schon fast nicht mehr sehen kann muss ich auch schon los. Die Schule ist um 13h20 zu Ende. Ab ins Auto uns los nach Ückesdorf. Dort angekommen bin ich fast 15 Minuten zu früh. Aber wie sagt man so schön: “Better safe than sorry”. Meinen Sohn habe ich lange nicht mehr gesehen. Zuletzt bei unserer kleinen Motorradtour nach Bad Münster Eifel und das war im April. Während ich warte erledigt eine Schulklasse den Hofdienst. Die Kids laufen mit Eimern und Zangen herum und sammeln den Müll ein, den sie und die anderen Kids zuvor achtlos weggeworfen haben. Eine gute Idee, finde ich jedenfalls! Dann kommen die ersten Schüler aus der Schule, es ist Punkt 13h20. Mein Leon findet mich ganz schnell und es geht sofort los zum Phantasialand in Köln Brühl. Wir sind beide echt hungrig und so freuen wir uns auf eine Portion Pommes Frites und einen Becher Coca Cola :-)

Im Phantasialand angekommen müssen wir zuerst einmal 54,50 Euro Eintritt berappen, billig ist das hier nicht! Das Parken kostet noch einmal 4 Euro. Eine Portion Pommes Spezial mit Zwiebeln schlägt mit 3,20 Euro zu Buche. Aber die Fritten schmecken toll und so verputzen wir gleich vier Portionen! Danach sind wir sowas von vollgestopft, dass wir kaum laufen können. Über uns in der Black Mamba schreien die Kids um die Wette. Das Wetter ist toll, die Musik super und die Stimmung großartig, was für ein schöner Tag.

Als wir unsere fahrt mit einer Indoor-Bahn machen wird es mir echt übel. Die Fritten waren wirklich fettig und die Achterbahn fährt in völliger Dunkelheit. Man ahnt nicht wohin es geht und wird ordentlich durchgeschaukelt. Danach bin ich richtig seekrank. Es geht eigentlich gar nichts mehr. Wir trinken eine Cola, aber das hilft nur begrenzt. Nur gut, dass wir schon mehrere Sachen ausprobiert haben, denn ich bin nicht mehr so richtig “handlungsfähig”.

Kurz bevor das Phantasialand um 18h die Pforten schließt machen wir uns dann auf den Weg zum Auto. Ich bringe Leon heim und fahre dann zu mir nach Hause. Dort warten schmutzige Wäsche und noch ganz viele Belege für das Finanzamt. Während ich die Zettelchen aufklebe und nach Datum sortiere, schaue ich mir den ersten Teil der Matrix an. Eine Blue Ray, Fabian hat sie mir ausgeliehen. Ich lasse mal den Originalton laufen und schalte mir die englischen Untertitel ein. Zwischendurch schaue ich mal kurz hoch und bin immer wieder erstaunt was die Schauspieler eigentlich gesagt haben. Manche Szenen sind so schnell gesprochen, da scheint die Hälfte zu fehlen. Machen wir das auch??

Um 0:30 liege ich dann mit meinem MacBook im Bett und schreibe diesen kurzen Artikel. Morgen geht es bewaffnet mit einer Reihe von Teleobjektiven zu Sandra nach Marl. Es steht ein Reitturnier auf dem Programm. Am Sonntag soll es dann gleich wieder in Richtung Mainz gehen, so stehe ich am Montag nicht im Stau und kann gleich früh morgens die Arbeit aufnehmen – das zerstört zwar den Sonntag, aber ob ich nun 150 oder 300 Kilometer fahre ist eigentlich auch egal.

Abends beim Entwickler-Seminar in Stuttgart habe ich via Handy bei amazon.de ein Kubb-Spiel bestellt. Es ist schon nach Mainz geliefert worden und wartet in meinem Appartement auf mich – prima. Hoffentlich haben wir am Montag schönes Wetter, dann kann ich mit den Kollegen im Mainzer Volkspark eine Runde Kubb spielen :-)


Entwicklerseminar

Es ist Sonntag, das Wochenende war sommerlich warum und Sandra und ich sind wirklich schöne Strecken mit den Motorrädern kreuz und quer durch die Eifel gefahren. Doch nun heißt es Wäsche waschen, Koffer packen und wieder aufbrechen. Sandra ist schon Mittags zur Abreise bereit. Um 13h geht es los nach Hause. Ihr Pferd wartet und es gibt noch so viel zu tun!

Ich selbst habe auch noch so vieles zu erledigen. Ein Brief an das Finanzamt und was noch alles… Um kurz nach 16h bin ich dann endlich startklar. Ich sitze in meiner Dieselrakete und starte den Bi-Turbo. Die Kolben des großen Selbstzünders klappern um die Wette und im Display steht schon wieder einmal “Fehler im Abgassystem” – ja hört das denn nie auf? Wie oft haben die jetzt den Fehlerspeicher schon ausgelesen und zurück gesetzt? Danach der zweite Piepser “Einparkhilfe Defekt” – mein Peugeot hat doch erst 95.000 Kilometer gelaufen und nun beginnen schon wieder die vielen kleinen fiesen Fehler? Ich ignoriere alle Meldungen, er war je erst vor ein paar Tagen in der Werkstadt und beim TÜV. Knapp 1.000 Euro hat das gekostet und den “Fehler im Abgassystem” haben sie angeblich repariert…

Auf der Autobahn gibt es dann neugierige Blicke rüber zu den anderen Autos. Eine ganze Weile konnte ich mich ja schon daran freuen, dass dieses Auto völlig unauffällig seine Dienste versah, aber ist nun ein neues Auto fällig? Mit seinem Vorgänger ging es auch eine Weile gut und dann war er nur noch in der Werkstatt. Der Citroen davor hatte von Anfang an seine Probleme. Über die Jahre habe ich eine Allergie gegenüber Autos entwickelt die immer wieder ein Zipperlein haben und dann von ratlosen Monteuren für viel Geld nicht so repariert werden können wie man es beim Anblick der Rechnungen eigentlich erwarten könnte. Brauche ich ein neues Auto? Hm, ich schalte den Tempomaten ein und gleite mit 140 km/h dahin. Lange geht das nicht gut, vielleicht 1000 Meter weit, dann zieht ein Sonntagsfahrer mit 80 km/h auf die Überholspur – ich bremse – der Tempomat schaltet sich ab – gut so! Als sich der Opa vor dem überholten LKW einfädelt drücke ich das Knöpfchen am Tempomaten um ihn wieder zu aktivieren. Doch es passiert einfach nichts. Ich drücke erneut, wieder nichts, im Display blinkt [ ------ km/h ] Was hat er jetzt schon wieder? Tempomat aus, an, aus an, drücken, Reset, an, aus, nix – ahhhh Brauche ich eine neues Auto?? Nach ein paar Kilometern versuche ich es erneut, und siehe da, es klappt perfekt – bis zum nächsten Sonntagsfahrer – bremsen und das war es dann wieder. Ein paar Minuten später klappt es wieder, dann wieder nicht mehr… Was ist denn da wieder los? Ob ich irgendwann doch einen VW fahren muss, weil da einfach alles so funktioniert wie es soll?

Hey Leute – welches Auto fahrt Ihr eigentlich und was nervt Euch da am meisten? Gibt es überhaupt ein Auto über das man sich NICHT ständig ärgern muss? Stimmt es, dass deutsche Autos grundsätzlich besser funktionieren als Autos aus Frankreich? Hier würde mich Eure Meinung wirklich mal interessieren!

Wie dem auch sei, ich komme nach vielen nervtötendem Staus in den späten Abendstunden in Stuttgart Möhringen am Hotel Gloria an. Ich bin trotz allem noch einer der Ersten und bekomme eines der renovierten Zimmer!! An der Rezeption erfahre ich auch, dass einige Kollegen schon da sind und ein paar Meter die Straße hinauf im “Olivenbaum” auf mich warten. Ein komischer Name für ein Restaurant denke ich noch und dann kommt mir auf der Straße auch schon Roland entgegen! Der Olivenbaum ist wirklich nicht weit weg. Tobias und Hauke sind schon da, Tobias hat dicke weiße Bohnen in Tomatensauce auf dem Teller – das sieht gut aus! Ich ordere das auch – und es ist lecker! Aber, es ist eine Vorspeise! Ich bin eigentlich schon satt, aber egal eine Portion Chevapchichi passt immer noch hinein! Der Abend wird noch lustig, nach und nach trudeln weitere Kollegen ein.

Am Montag geht es nach einem ganz guten Frühstück dann mit der Straßenbahn zum Seminar in Stuttgart Vaihingen. Ein Ticket zu ziehen ist gar nicht so einfach! Auf dem Plan am Automaten muss man schauen bis wohin man fahren möchte. Vaihingen hat die Nummer 230 – das tippt man dann ein. Danach drückt man noch die 1 – keine Ahnung warum, vielleicht weil man EIN Ticket kaufen möchte? Egal, für zwei Euro druckt der Automat ein Ticket! Die Straßenbahn erstaunt uns alle, sie ist UNGLAUBLICH SAUBER! Wir sind im Land der Schwaben! Während viele Amerikaner denken, Deutschland bestünde aus “Bayern und Sachsen” denken viele Deutsche, dass es nur den “Westen” und “Dunkeldeutschland” gibt. Mir wird an diesem Tag klar, dass ich im Baden Württemberg bin und dass dies das Land der Perfektionisten von Mercedes und Porsche ist. Und genauso sieht es hier aus! Alles ist hübsch sauber, keine Obdachlosen auf dem Bahnsteig, keine zerkratzten Scheiben, keine fiesen Graffitis, diese Straßenbahn ist geradezu klinisch rein! So muss es in der Kantine bei Mercedes aussehen… Und das beste, die Leute sind freundlich! Ok, sie sprechen komisch, aber sie können eben alles – außer Hochdeutsch…

Das Seminar ist lang und anstrengend, ein Vortrag reiht sich an den anderen aber die Mittagspause in der Kantine sorgt für ein wenig Abwechslung. Als wir abends mit allen Vorträgen durch sind, geht es zurück zum Bahnhof. Die Straßenbahn kommt noch bevor ich den richtigen Code für das Ticket ermitteln kann, ich steige ohne Ticket ein und bin dann überrascht, dass es in diesen Zügen keine Fahrkartenautomaten gibt. Das im Bonner “Telekom-Express” anders. So schmierig er auch ist, ein Ticket bekommt man da! Ist hier doch nicht alles perfekt? Wie dem auch sei, mein schlechtes Gewissen ist grenzenlos und ich muss daran denken, dass wir am Wochenende in der Polizeikontrolle unser blödes Reifengutachten nicht dabei hatten. Als wir in Möhringen ankommen bin ich wirklich froh, dass mir eine überaus peinliche Kontrolle der Fahrkarte erspart geblieben ist…

Das großartige Dessert – und ein farblich perfekt abgestimmter Fabian!

Im Hotel geht es gleich in den kleinen netten Biergarten. Ein paar Gläser Bier und ein Abendessen später bin ich dann in meinem Zimmer. Es gibt eine Flasche Wasser – gratis. Das Essen war so gut gewürzt, da ist Wasser nicht verkehrt. Ich lasse die halb volle Flasche neben meinem Bett stehen und schalte das Licht aus. Die Nacht ist stickig und unruhig. Irgendwann drehe ich mich um und erwische mit der Hand die Flasche. Was für eine Getöse, nun sind sicher alle wach. Und der Teppich steht auch unter Wasser… Ich bin viel zu verschlafen und schaffe es nur die Flasche wieder aufzurichten, es ist nichts passiert – hoffentlich…

Am nächsten Morgen ist der Teppich unter den nackten Füßen dann doch unangenehm feucht… Unter der Dusche ist das schnell vergessen…

Frühstück, Straßenbahn, Vorträge, Kantine, Vorträge, Straßenbahn, Bier, Abendessen, Ramazotti, Ramazotti, Ramazotti, Ramazotti, Wasser, rumms alles wieder nass – täglich grüßt das Murmeltier (Groundhog Day)…

Am Mittwoch dann der letzte Tag! Zusammen mit Fabian geht es im Auto durch die verstopften Straßen von Stuttgart. Fehler im Abgassystem, Einparkhilfe defekt – wieder ein “Groundhog Day”…

Nachmittags sind dann alle froh als wir es geschafft haben. Es geht zusammen mit Fabian nach Mainz. Wir wollen schlau sein und die vielen langen ewigen Baustellen umfahren. Also soll es über Heilbronn und die A6 nach Mainz gehen. Das Navi in meiner Dieselrakete funktioniert, kurz vor Heilbronn empfiehlt es eine Stauumfahrung. Wir geben nach und quälen uns hinter einem LKW im Schritttempo bei hochsommerlichen Temperaturen durch eine eigentlich sehr schöne Landschaft. Immer wenn wir die Autobahn sehen können fließt dort alles prima. Ob die Navigon-Programmierer auch mal ein Entwicklerseminar brauchen? Als wir endlich wieder auf der Autobahn sind, dann ein herrlicher Stau, er wird sogar im Radio angesagt als wir schon mitten drin stehen. Fehler im Abgassystem… Während Fabian mit der Müdigkeit kämpft und immer wieder bedrohlich nach vorn nickt, quäle ich mich von einem Stau in den nächsten. Irgendwas läuft falsch, wir haben die Baustellen auf der A8 gegen eine endlose Baustelle auf der A6 getauscht… Als wir in Mainz ankommen setze ich Fabian daheim ab und fahre erst einmal in die Waschanlage in der Nähe. Mein Auto ist voller Blütenstaub und eine Familie offensichtlich ausgewachsener Vögel hat das Dach meines Autos drei Tage lang als Toilette missverstanden. Gut, dass es kein Cabrio ist…

Im Appartement angekommen gibt es eine 5-Minuten Terrine – Spaghetti Bolognese – das Beraterleben kann so schön sein…

Danach dann an den Mac und mal schauen was die USA-Dias noch so hergeben, die seit langem drauf warten in ein Magazin einsortiert zu werden.

Und siehe da, ich finde sogar etwas :-)

Fuji Velvia 50 & Nikon Coolscan V ED – was für eine tolle Kombination!


Tour Eif(f)el

Es ist Freitag, die Sonne scheint und Sandra und ich haben einen gemeinsamen freien Tag. Als die Mopeds gesattelt sind können wir es kaum noch erwarten. Es geht wieder los… Ein wirkliches Ziel haben wir nicht, aber darauf kommt es beim Biken auch nicht an, hier ist der Weg das Ziel! Es geht über die B9 am Rhein entlang. Sandra fährt vor, unser Ziel ist Bad Breisig. Kurz hinter Bad Breisig biegen wir dann rechts ab und genießen die vielen Kurven. Das TomTom haben wir nicht dabei, nach der Routenplanung habe ich es im Wohnzimmer auf dem Tisch liegen lassen. Aber es geht heute auch mal ohne. Es geht kreuz und quer durch die Eifel, die meisten Orte hatte ich mir vorher schon bei Google-Maps angeschaut, vieles kenne ich auch schon recht gut. Am Nürburgring machen wir am Burg-Café direkt unterhalb der Nürburg eine kleine Pause. Es gibt etwas kaltes zu trinken und für die Ohren die Geräusche des Porsche Sport Cups ein paar hundert Meter weiter westlich auf der Grand Prix Strecke.

Nach unserer kleinen Mittagspause wollen wir weiter über Adenau in Richtung Café Fahrtwind – wieder einmal! Weit kommen wir aber nicht. Nach wenigen hundert Metern steht ein Polizist mitten auf der Straße. “Mist!!” es durchzuckt mich, muss ich ein schlechtes Gewissen haben, waren wir zu schnell, ist etwas nicht ok?? Der Polizist winkt uns auf einen unbefestigten kleinen Platz neben der Straße. Dort stehen mehrere Polizeifahrzeuge und eine ganze Reihe seiner Kollegen. “Allgemeine Verkehrskontrolle, Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte!” Ich nehme den Helm ab und krame alles aus der Geldbörse hervor. Gut, dass ich vor vor einigen Tagen die Fahrzeugscheine der beiden Motorräder eingesteckt habe! Im letzten Jahr sind wir immer ohne Papiere gefahren, aber auch nie angehalten worden! “Mein” Polizist hat keine Ahnung, ich erkläre nur kurz, dass beide Mopeds mir gehören und dass wir eine kleine “Feierabendtour” machen. Der Polizist der sich die weiße BMW anschaut auf der Sandra heute wieder unterwegs ist, ist ein wenig gründlicher. Dass beide Motorräder einen Superbike-Lenker haben bemerkt er nicht, aber die 190er Hinterreifen fallen ihm auf. Beide Reifen wurden zum letzten Saisonende im Motorradhaus Senger in Rüsselsheim frisch montiert. Für die Reifen habe ich ein Gutachten, eingetragen sind bei beiden Motorrädern die schmaleren 180er Serien-Reifen.

Der Polizist triumphiert, er hat etwas gefunden! Und wir haben das Gutachten nicht dabei. Später fällt mir ein, dass ich sie mal fotokopiert und zur Bedienungsanleitung gesteckt habe. Vielleicht ist beides zusammen unter der Sitzbank? Aber im Angesicht der Polizei fällt mir das nicht ein. Es gibt eine kurze Demonstration der Allmacht der Polizisten. Als sie ihren Spaß gehabt haben werden sie wieder ganz nett und lassen uns weiter fahren. Beim nächsten Mal sollen wir darauf achten, dass wir das Gutachten dabei haben. Uff, das ging ja noch einmal gut. Während mir die alten Zeiten mit der frisierten 50er und der ständigen Angst vor der Polizei durch den Kopf gehen, machen wir uns wieder abfahrbereit. Da werden auch schon drei Biker mit gelben Kennzeichen heraus gewunken – Holländer! Na, dann viel Spaß…

Es geht weiter über Adenau bis wir schließlich wieder einmal im Café Fahrtwind landen. Zwischendurch sehen wir die Polizei noch mehrfach. Ist heute der Tag der “offenen Polizeikelle oder was”?? Egal, es ist heiß, die Sonne scheint und es gibt etwas kaltes zu trinken, Benzingespräche und ein  Stück Apfelkuchen – vom Chef persönlich gebacken – lecker! Wieder daheim freuen wir uns auf die Dusche, der Sommer ist schon da und es ist erst Anfang Mai!! Später zaubert Sandra Rouladen aus Putenschnitzeln mit weißem und grünem Spargel. Dazu gibt es kleine Pellkartoffeln, lecker!!

Am nächsten Tag scheint die Sonne noch ein wenig heller und es ist noch ein wenig wärmer. Sandra ist aber noch k.o. vom Vortag. Aber egal, sie würde mitfahren und so kann ich dann auch mal wieder meine weiße K1200 bewegen, die blaue Schwester bleibt zurück in der dunklen kühlen Garage, wie ich sie später darum beneiden werde…

Heute habe wir mein TomTom Urban Rider dabei. Aber die aktive Halterung an der BMW war vorher zwei Jahre lang an meinem “alten” 850er Boxer montiert. Zusammen haben sie viele Tage und Nächte unter freiem Himmel, bei Schnee, Regen und Sonne verbracht. Das hat Spuren hinterlassen. Einer der vier kleinen vergoldeten Stifte scheint ein wenig korrodiert zu sein und steckt inzwischen so tief innen im Halter, dass das TomTom während der Fahrt nicht mehr geladen wird. Egal, die interne Batterie ist voll und ich schalte es einfach gar nicht erst ein. Für den Fall der Fälle haben wir es dabei, aber auch heute wird es komplett ohne Navi funktionieren.

Es geht in Richtung Bad Godesberg, dann weiter in Richtung Meckenheim. In Pech biegen wir links an und fahren über Berkum. Es geht vorbei an der Radarstation und weiter in Richtung Remagen. Im Wald dann wieder rechts in Richtung Straußenfarm, vorbei am Golfplatz, immer weiter in Richtung Süden… In Ahrweiler biegen wir heute mal nicht in Richtung Römervilla ab, sondern eine Ausfahrt später. Es geht kurz durch die Stadt, dann vorbei am Kletterpark und ab in den Wald. Die Straße ist grandios, vor uns ist ein Biker mit einer BMW R1200. Wir fahren ihm einfach hinterher. Er hat es auch nicht eilig und so schwingen wir uns gemeinsam durch die Kurven, was für ein Spaß.

An jedem Abzweig fahren in in Richtung Nürburg-Ring bis wir am Abzweig “Ahrbrück” ankommen. Mir kommt die Polizei wieder in den Sinn und mir kommt auch in den Sinn, dass wir auch heute kein Gutachten für die 190er Hinterreifen dabei haben! Also warum nicht mal wieder über Ahrbrück zum Café Fahrtwind? Gedacht, geblinkt, es geht durch schöne Wälder und es ist wunderschön. Sandra ist eine tolle Beifahrerin. Sie achtet auf die Straße und ahnt immer ob wir gleich bremsen werden oder nicht. Beim Bremsen stützt sie sich vor meinem Bauch am Tank ab. So muss ich nicht immer beide “Oberkörper” stemmen. Beim Beschleunigen krallt sie sich so gut fest, dass ich sie auch dann nicht verliere wenn wir die 163 Pferde mal richtig laufen lassen. Super!

Auf dem Rückweg fahren wir mal durch Bonn Röttgen und über den Venusberg, Abwechslung muss sein! Abends gibt es wieder Spargel. Dazu Hähnchenfilet – lecker!

Am nächsten Tag ist das Wochenende dann schon fast Geschichte. Es ist Sonntag und ich muss nach Stuttgart. Für Montag bis Mittwoch steht ein Entwicklerseminar auf dem Programm. Den Sonntag verbringen wir also damit die Wohnung ein wenig aufzuräumen, Wäsche zu waschen, Hemden zu bügeln und den Koffer zu packen. Um 13h macht sich Sandra auf den Heimweg. Ich schreibe noch kurz diesen kleinen  Artikel und freue mich nachträglich noch an den beiden schönen Tagen in der Eifel.

Am nächsten Wochenende wird es ein Reitturnier  im Ruhrgebiet geben. Endlich mal wieder “richtig” fotografieren. Was dabei herauskommt, wir werden es sehen :-)


Siegerland, Eifel und andere Thorheiten

Es ist Samstag, das Wetter ist grandios. Aufstehen, duschen, schnell frühstücken, kurz vor 9h sind wir schon unterwegs. Es soll an der Sieg entlang gehen, vielleicht durch das Brohltal? Wirklich geplant ist nichts, aber wir haben das TomTom Rider dabei. Bei Hennef Ost verlassen wir die A560 und biegen nach links auf die B478 ab. Es geht durch das Brohltal bis zur ersten Tankstelle. Sandra hat mit der weißen BMW wieder mehr Sprit verbraucht als ich, kann das sein? Die Mopeds sind bis auf die Farbe identisch. Allerdings schaltet Sandra in der Regel alle Gänge so durch wie sich das eigentlich gehört. Ich fahre oft im 1. Gang an und schalte dann gleich in den 3. Gang. Aber 60 km/h dann sofort in den 6. Gang. Ob das der Grund ist, oder ob ich einfach ein wenig mehr Sprit in den Tank einfülle? Jedenfalls zeigt mein Bordcomputer oft eine “Restlaufzeit” von etwa 100 Kilometern an, wenn Sandra auf der weißen BMW noch etwa 50 Kilometer “im Tank” hat. Das ist schon seltsam…

Aber heute soll uns das egal sein, wir tanken beide Mopeds voll. Super Plus kommt hinein, damit laufen sie einfach besser, aber das ist auch inzwischen eine wirklich teurer Spaß. Die K1200 brauchen bei unserer doch ziemlich gemäßigten Fahrweise zwischen 5 und 5,5 Litern auf 100 Kilometern. Das erscheint zunächst erst einmal viel. Beide Motorräder brauchen zusammen also zwischen 10 und 11 Liter. Wenn man aber bedenkt, dass sie zusammen 326PS haben, so ist das eigentlich auch schon wieder ok. Ein aktueller BMW 330ci hat 271PS und braucht kombiniert auch etwa 11 Liter/100km.

Nach unserem Tankstopp geht es weiter. Der Bordcomputer verheißt uns nun wieder etwa 350 Kilometer “Restlaufzeit”, das beruhigt nicht nur Sandras Nerven. Ein paar Meter nach der Tankstelle halten wir kurz an und ich gebe einfach mal Siegen als Ziel ein, als Routenführungsoption wähle ich “Kurvenreiche Strecke”. Dann geht es los, gleich nach der Tankstelle sagt das TomTom eine kurvenreiche Landstraße an. Also Blinker rechts und los geht der Spaß. Bis kurz vor Siegen geht das dann so weiter. Das TomTom führt uns auf verschlungenen Pfaden durch wundervolle Landschaften. Leider sind viele der Straßen nach dem strengen Winter in schlechtem Zustand. Blöd wird es, wenn hinter uns ein Autofahrer glaubt mal zeigen zu müssen, dass er mit seiner Kiste besonders dicht auffahren kann, während wir uns zwischen teilweise abenteuerlich tiefen Schlaglöchern hindurch schlängeln. Da gibt es dann Augenblicke, da möchte ich einfach mal mitten auf der Straße das Motorrad anhalten, absteigen und den hirnlosen “Lenkern” eine kräftige Beule in die Türe treten. Aber ich habe ein gute Erziehung genossen, bin überaus friedfertig und scheue die anschließende Diskussion mit meiner Haftpflichtversicherung…

In Siegen angekommen sind wir überrascht wie schön, aber auch bergig diese Stadt gelegen ist. Direkt in der Innenstadt ist die Mehrzahl der Parkpläze entweder belegt oder so schräg, dass wir die Motorräder nicht wirklich sicher abstellen können. Aber nach einer längeren Suche finden wir dann doch noch eine offizielle “ordentliche” Parklücke. Sandra geht kurz bei Rossmann einkaufen und danach finden wir auf der Terrasse eines kleinen Bistros tatsächlich einen freien Tisch mit Blick auf den Wochenmarkt. Schön ist es hier!

Hier ist ein Foto dies netten Bistros:

Für den Heimweg wünscht sich Sandra dann gut geteerte Straßen ohne Schlaglöcher und ohne Idioten die ständig dicht auffahren müssen. Ich wähle die Routenführungsoption “Autobahn vermeiden”. So fahren wir auf gut ausgebauten Bundesstraßen und müssen nicht ständig mörderische Schlaglöcher umfahren. Als wir wieder im Brohltal sind übernimmt Sandra mal die Führung. Das ist leider sehr selten und ich bin immer ganz froh, wenn ich sie im Blick habe. So muss ich nicht ständig im Spiegel schauen wer da gerade wieder von hinten drängelt. Und es macht Spaß Sandra anzuschauen wie sie um die Kurven flitzt und auch schon mal die 163 PS mobilisiert und gleich eine ganze Autokolonne überholt.

Daheim in Bonn schaue ich im Programm “My Tracks” auf dem HTC Desire nach was wir denn so gefahren sind:

  • Enfernung – 208 Kilometer
  • Max. Geschwindigkeit: 204,30 km/h
  • Durschnittsgeschwindigkeit: 60,32 km/h
  • Zeit in Bewegung: 3h27
  • Gesamtzeit: 4h55
Danach sind wir ziemlich erledigt und freuen uns auf das Sofa. Und es gibt auch noch ein Blue Ray – wir versuchen uns ein zweites Mal an “John Boorman’s Excalibur” Es ist ein alter Phantasy-Streifen aus dem Jahr 1981. Es gibt ein paar bekannte Gesichter wie bspw. Helen Mirren oder Gabriel Byrne zu sehen. Der Film ist echt schwer in die Jahre gekommen und einige der Action-Szenen wirken aus heutiger Sicht fast ein wenig albern. Aber ich bin doch beeindruckt von einige Stilmitteln die John Boorman in diesem Film verwendet hat. Ganz krass fallen mir die grünen Scheinwerfer auf mit denen Boorman praktisch alle Szenen die in einem Wald spielen in unwirklich grünes Licht getaucht hat. Dann gibt es einige wenige Überblendungen die man heute mit geilen CGI-Tricks umsetzen würde. Aber es ist irgendwie ganz nett mal zu sehen, wie man das “früher” gemacht hat. Witzig auch die blitzblanken Rüstungen der Ritter in denen sich die krassen bunten Scheinwerfer spiegeln. Oder die Burg Camelot die man nie komplett und aus der Nähe zu sehen bekommt. In vielen Einstellungen sieht es aus, als wären die Burgzinnen aus Sperrholz zusammen genagelt und danach mit Alufolie beklebt worden. Alles irgendwie ganz witzig und wenn man bedenkt, dass dieser Streifen eine ganze Riege von Phantasy-Filmemachern beeinflusst hat, ist es auch egal, dass der Ton nur in Mono ist.
Hier ist unsere Runde in der Google-Earth-Ansicht:
Am Sonntag geht es dann weiter mit dem schönen Wetter. Wieder sind wir kurz nach 9h unterwegs. Diesmal geht es am Rhein entlang nach Süden. Bei Brohl Lützing biegen wir von der B9 in Richtung Maria Laach ab. Die Straße ist toll, die Landschaft wunderbar und das Feeling einfach gut. Während wir am Kloster Maria Laach vorbei fahren muss ich an die E-Mail von Angenie und Peter denken. Hier hätten Sie sicher großen Spaß mit ihren Mountain Bikes. Ich bin wirklich gespannt wann wir uns mal in Deutschland treffen :-)
Eine Weile später finden wir einen kleinen Gasthof, es ist erst kurz nach 11h aber es scheint schon geöffnet zu sein. Der Chef steht vor der Türe und bittet uns die Motorräder nicht auf dem Gehweg abzustellen, damit wir keine Anzeige bekommen. Es gibt einen Kaffee und einen Plausch mit ihm und einem seiner Freunde. Sein Kumpel spricht einen krassen Rheinischen-Dialekt. Ich habe echt Mühe ihn zu verstehen. Er erzählt von seiner Jugend, als er noch Motorrad gefahren ist. Wie das damals war auf dem Nürburgring und von seinen Touren durch Südfrankreich und die Alpen in Norditalien. Ich muss an die Tour mit Nina denken. Damals 1999 als es mit der alten BMW R-80 RT zwei Wochen lang über die Alpen und dann von einem norditalienischen See zum nächsten ging. Am Largo del Garda haben wir mehrere Tage verbracht und ich muss bis heute oft an die großartige Landschaft und die grandiosen Berge denken. Irgendwann möchte ich da mal wieder hin. Ob es vielleicht in diesem Jahr klappt??
In der Nähe von Adenau füllen wir dann mal wieder die Tanks unserer BMWs auf. Diesmal tanken wir 102 Oktan Sprit – Weltmeister-Benzin – mal sehen ob die weiße BMW damit besser läuft. Sandra sagt sie würde bei niedrigen Geschwindigkeiten und niedrigen Drehzahlen oft ziemlich “stottern” – mal sehen ob es am Sprit liegt. Dieser 102 Oktansprit kostet sage und schreibe 1.79 Euro pro Liter. Nach dem die blaue BMW voll ist gebe ich Sandra die Zapfpistole in die Hand. Als die weiße BMW auch voll ist stehe ich an der Kasse um zu bezahlen. Der Tankwart traut seinen Augen nicht. Dass so viel Sprit in nur ein Motorrad passen soll kann er kaum glauben. Er kann Sandra hinter der großen Zapfanlage nicht sehen und ist dann beruhigt, dass es doch zwei Motorräder sind die wir gerade für über 50 Euro betankt haben.
Nach den vielen Kurven und Spitzkehren schmerzt Sandra das linke Handgelenk. Wir beschließen einfach die Straße in Richtung Norden zu fahren und beim Café Fahrtwind eine kleine Pause zu machen. Dort lernen wir dann einen jungen Soldaten aus Euskirchen kennen, der davon träumt eine Weile an einem Fliegerhorst der Bundeswehr in den USA stationiert zu sein. Sandra und ich erzählen ihm eine Menge von unseren Erlebnissen in den USA. Dann brechen wir wieder auf. Kurz vor Bonn nehme ich dann mal eine etwas andere Route und bin ganz überraschst, als wir gegenüber von Unkel den Rhein erreichen. Das ist einen kleinen Fotostopp wert!
Daheim gibt es die zweite Hälfte unserer “Garbanzas” die Sandra am Samstag gekocht hat. Beim Einkaufen kam es mir am Freitag kurzfristig in den Sinn, dieser kanarische Kichererbsen-Eintopf wäre mal wieder große Klasse! Und als ich dann im Supermarkt auch noch die Shorizo finde, ist es eigentlich schon geritzt…
Später am Nachmittag geht es dann nach Bonn Bad Godesberg. Es steht ein 3D Film auf dem Programm. Die Karten haben wir schon bei einem kurzen Zwischenstopp mit dem Motorrad abgeholt – es gibt THOR.
Am Donnerstag habe ich im Auto auf dem Heimweg eine Filmkritik gehört. Regie hat Kenneth Branagh geführt und er soll seine Arbeit gar nicht schlecht gemacht haben. Ich mag diesen Typen sehr gern und erinnere mich immer wieder gern an seine Rolle in “Wild Wild West”. Also bin ich gespannt auf den Film. Es gibt Desperados und Popkorn! Das passt zu diesem Film wirklich ganz ausgezeichnet :-) Der Film ist wie im Radio beschrieben, eine typische Comic-Verfilmung. Auf Hochglanz polierte Action, bei der die Trick-Effekte die Hauptrolle spielen. Während des Films muss ich immer wieder an “John Boorman’s Excalibur” denken und bin wirklich beeindruckt wie sich die Filmwelt doch in den letzten 30 Jahren weiterentwickelt hat. Ok, die Filme sind nicht zwangsläufig besser geworden, aber es sieht inzwischen doch alles irgendwie cooler aus.
Nach dem Kino gibt es eine Pizza im Bistro gegenüber des Kinos. Wir setzen noch einmal unsere albernen 3D Brillen auf und machen ein paar Fotos mit meinem HTC-Telefon. Echt “Nerdig” sieht das aus :-)
Als ich dann später diesen Post schreibe gibt es “Batman – The Dark Knight” – auch coole Trickeffekte, ich denke wieder an den alten Excalibur. Irgendwie fand ich ihn gar nicht so schlecht – vielleicht gerade weil es keine CGI-Tricks gab…
Und zuletzt noch unsere heutige Runde aus der Vogelperspektive:

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 493 Followern an