Die iPad Kündigung

Kurz nachdem das super tolle neue iPad auf den Markt kam begab es sich, dass der Ansgar sich auch so ein Ding im Apple-Online-Store bestellte. Als kostenlose Zusatzoption gab es damals eine Micro-SIM von vodafone – also gleich mit bestellen – ist vielleicht ganz cool. Die Inbetriebnahme war sowas von einfach, die Karte in das iPad stecken, das iPad starten, http://www.vodafone.de aufrufen, persönliche Daten eingeben, Tarif buchen, fertig!

Der mobile Internetzugang mit dem iPad klappt auch wirklich ganz vorzüglich. vodafone hat in der Tat eines der besten Netze in Deutschland. Gebucht habe ich damals die 3GB Monatsflat für 24,95 Euro im Monat. Keine schlechte Sache, doch rückblickend muss ich sagen, dass ich sie fast gar nicht genutzt habe. Klar wäre es cool gewesen mal in der Bahn auf dem iPad online den Spiegel zu lesen – aber ich fahre meist mit dem Auto oder dem Motorrad. Wenn ich mal mit der  Bahn unterwegs bin, ist das iPad nie dabei. Ok, man könnte abends im Schwayer am Mainzer Volkspark zusammen mit den Kollegen YouTube-Videos anschauen – haben wir auch einmal gemacht – bis sich die anderen Gäste beschwert haben – fällt also auch aus.

Kurzum, was soll ich mit einer 3GB Flatrate machen die ich eigentlich gar nicht nutze? Eine Kündigung wäre da doch eine gute Alternative!!

Nach dem etwas frustrierenden Kündigungsversuch bei moobicent (ist ein vodafone Reseller!) versuche ich mich also mal auf dem iPad. Ein paar Minuten später bin ich dann auch schon wieder reichlich enttäuscht. Auf der vodafone Webseite kann man überall lesen wie man Kunde wird, nur nicht wie man diesen Zustand wieder ändern kann! Nach einigen Versuchen mit der integrierten Suchfunktion lande ich auf einer Seite die genau beschreibt wie ein FAX auszusehen hat und welche Sätze darin enthalten sein müssen. Irgendwie ganz weit hinten in meinem Langzeitgedächtnis regt sich aber was anderes. Wurde nicht beim Vertragsabschluss gelobt, dass man das alles total variablen hin und her switchen kann so wie man es benötigt?

Ich schnappe mir erneut das iPad und versuche http://ipad.vodafone.de – klappt nicht – dann http://www.vodafone.de/iPad – klappt auch nicht – Frust!

Dann kommt mir die Idee einfach bei meinem Windows 7 PC mal die Windows-Taste zu drücken und „vodafone“ einzutippen – schwupps habe ich eine Bestätigungsmail gefunden in der genau beschrieben ist wie man die Vertragsoptionen ändern kann.

Der Zauberlink lautet http://www.vodafone.de/mib

Warum mib? Man In Black??

Egal, ich kann kündigen und das klappt so was von gut, dass ich ein paar Screenshots machen muss. Während ich die Sceenshots mache muss ich an meine Versuche denken genau dasselbe auf dem schönen neuen Android Handy zu machen – es ist nicht ‚gerootet‘ also geht das nur wenn man auf einem PC oder Mac das Android SDK installiert hat!! Wie schön einfach ist doch manchmal das iPad.

Hier die Kündigung…

Dafür kann man vodafone eigentlich nur loben – oder?

Update nach 6 Monaten:

Leider musste ich erfahren, dass vodafone so toll doch nicht ist! Trotz meiner erfolgreichen und über das iPad einsehbaren Kündigung hat vodafone nun fast ein halbes Jahr lang monatlich weiterhin 25 Euro abgebucht. Die Hotline war überfüllt und somit kein Call-Agent erreichbar. Auf E-Mails wurde erst beim x-ten Anlauf reagiert und dann hiess es, dass sie mein Kundenpasswort brauchen, weil sie wegen des Datenschutzes sonst nicht in meine Vertragsdaten schauen können!!!

Hallo, geht’s noch??

Die Kündigung

Eine irgendwie geartete Dienstleistung zu buchen ist in dieser schönen Welt gar kein Problem. Nur los wird man sie in der Regel nicht wieder. Wer ist in seinem Leben noch nicht auf einen Zeitungsdrücker oder einen Werber eines Buchclubs hereingefallen? Manchmal geht es auch subtiler! Man erstellt ein online Angebebot und sorgt dafür, dass es in der Presse bejubelt wird. Voller Euphorie akzeptieren die neuen Kunden automatische Verlängerungen und hohe Laufzeiten bei den doch so billigen Verträgen.

Ein Jahr später sieht die Welt dann ganz anders aus. Die ach so tolle Flatrate wurde ganz heimlich auf 5GB begrenzt – Fairflat nennt man das jetzt. Obwohl Leistungen eingeschränkt wurden bleibt der Preis natürlich gleich. Ganz blöd, wenn man einen neuen Apple Mini-Mac hat, der sich gleich in den ersten Tagen des Monats gigabyteise ein Update nach dem anderen herunterlädt. Die Konkurrenten haben die Preise gesenkt und da muss man mithalten. So wird die im Jahr 2007 noch so preiswerte angebotene UMTS-Flatrate einfach zum halben Preis angeboten. Super! Nur den ‚Bestandskunden‘ die in ihrer Vertragsfalle festhängen sagt das vorsorglich niemend. Klar wäre es fair ihnen schon allein aufgrund ihrer ‚Treue‘ die laufenden Verträge umzustellen, aber vielleicht bemerkt es ja niemand. Wenn sie es dann doch bemerken macht man ihnen das Leben einfach mal ein wenig schwer, vielleicht kann man sie ja so dazu bringen nicht zu kündigen.

Wer von uns hat nicht schon auf den Webseiten eines Online-Anbieters das Formular für die Kündigung gesucht? Bei web.de gibt es gern mal Mitgliedschaften wie den web.de-Club total gratis und super kostenlos – zum Test – für drei Monate – sagt man ‚Ja‘ und vergisst zu kündigen haben sie wieder einen neuen Kunden ‚gewonnen‘. Will der kündigen, kein Problem, er schicht einfach ein Fax an eine Fax-Nummer die gut versteckt ist und die man lange suchen muss. Wer kein Fax hat und nicht dran denkt, dass er auch via Internet faxen könnte hat spätestens jetzt ein Problem. Ok, es gibt ja noch den ‚eingeschriebenen Brief‘, aber da muss man ersteinmal selbst was tippen, drucken, eintüten, zur Postfiliale wandern – die es natürlich inzwischen aus Kostengründen nicht mehr gibt – und dann bei einem Zeitschriftenladen mit ‚integrierter Postfiliale‘ das ganze Ding zum Selbstkostenpreis absenden. Klingt ganz einfach, ist es aber nicht…

Mein Versuch meine 39,95 Euro UMTS-Flatrate bei moobicent.de durch die seitlangem verfägbare 19,95 Euro Flatrate zu ersetzen will jedenfall auch so recht nicht klappen.

Wer versucht ein Formular zum Thema ‚Kündigung‘ zu finden wird auch hier wieder schwer entäuscht sein. Weill man eine E-Mail Anfrage stellen, gibt es einen fertigen Fragenkatalog – von Kündigung steht da nicht wirklich was. Also schicke ich mal eine E-Mail mit „Allgemeinen Vertragsfragen“ und einem kurzen Kündigungstext auf die Reise.

Mal sehen was daraus wird – ich werde berichten!