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Archiv für Dezember, 2010

Silvesterausflug

Sternzeit 18:04-31.12.2010 – Logbuch der Enterprise: Haben heute zwei komische Kreaturen gesichtet die an Silvester nicht feiern sondern, bei für die Jahreszeit unüblichem Sonnenschein, eine ausgedehnte Spazierfahrt unternehmen. Sind uns nicht sicher ob diese Menschen ganz normal sind. Kapitän Kirk Ende.

…sind sie auch nicht :-) Denn während sich alle hier auf der Insel auf eine riesige Party vorbereiten, flitzen wir hier einfach nur ein wenig durch die Gegend. Endlich bin ich auch mal am Playa de las Teresitas. In den 70er Jahren hat man dort mit vielen Schiffsladungen mit Sand aus der Sahara einen einige hundert Meter langen Strand angelegt. Bis heute eines der beliebten Postkartenmotive dieser Insel.

Dort angekommen, machen wir ein paar Knipsbilder und fahren weiter am Meer entlang. So wirklich weit kommt man nicht, nach ein paar Kilometern endet die Straße an der Steilküste des Anaga-Gebirges. Aber es ist trotzdem ein schöner kleine Ausflug. Am Ende angekommen kehren wir um und nehmen Kurs auf Taganana am anderen Ende des Anaga-Gebirges. Dort war ich schon des Öfteren und ich freue mich auf eine Ladung Fisch mit Kanarischen Schrumpelkartoffeln (Pescado con Papas Arugadas) – lecker! Beim Restaurant “Los Roques de Anaga” gibt es dann auch genau das was wir uns wünschen. Brot, Mojo-Sauce, Gambas, Papas Arugadas und zwei Doraden – Wow! Auf dem Essen ist so viel Knoblauch wie wir ihn daheim in einem ganzen Jahr nicht verbrauchen – aber es schmeckt köstlich! Dazu je ein Bier – Cerveza Dorada – wunderbar!

Nach dem Essen geht es dann unter Stöhnen und Ächzen zurück zu unserer Finca. Uns trennen etwa 3000 Meter Höhenunterschied und gefühlte 1.000 Spitzkehren. Ich fahre langsam, sehr langsam! Alles was hinter uns ist lasse ich bei Gelegenheit passieren. Als wir auf der Umgehungsstraße bei La Laguna ankommen sind wir beide froh, dass wir es noch einmal ohne peinlichen Zwischenfall geschafft haben. Dann steht ein Auto am Straßenrand, die Türen offen, daneben ein Mann der sich “konzentriert” über die Leitplanke beugt – was er dort macht wollen wir lieber gar nicht sehen. Luft anhalten, Fenster öffnen und langsam weiterfahren… Sicher geht es heute vielen Menschen auf der Erde so wie uns von zwei Stunden. Aber wahrscheinlich aus komplett anderen Gründen :-)

Egal, wir schaffen es bis zu unserer kleinen Finca. Sandra nimmt sich erst einmal eine Mütze Schlaf, ich sichte während dessen die fotografische Beute des Tages.

Hier ein paar Beispiele:

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Buntes Treiben am Playa de las Teresitas, einige Schiffe warten draußen auf dem Meer bis sie in den Hafen dürfen um entladen zu werden. Sandra grinst mal für meine Kamera.

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Der Playa von ganz weit oben und die kleine Siedlung nebenan. Farbiges Wohnen auf Kanarisch…

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Der Strand mal unscharf und ein Fensterblick auf den nördlichen Zipfel der Insel.

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Ein kleines “Dreigestirn” und der Roque de Benijo bei dem kleinen Örtchen Las Palmas.

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Einer der Surfer am Strand von Taganana und eine einsame Felsenwohnung mitten in den Felsen des Anaga-Gebirges.

So das war es dann. 2010 ist nun praktische beendet. Jetzt ab unter die Dusche und dann um 22h im Hafen von Puerto de la Cruz mit Wolfgang und Karin zur großen Party treffen – ganze ohne geht es dann ja doch nicht :-)

Liebe Freunde, ich wünsche Euch allen eine gutes und gesundes Jahr 2011.


Noch einen Tag bis Silvester

Nur noch ein paar Stunden und dann geht es schon wieder zurück in den Schnee. Es ist Donnerstag der 30.12.2010. Nach dem Frühstück liegen wir faul am Pool, trinken Sekt und genießen das Leben. Kurz vor 12h treffen die ersten deutschen Wanderer ein. Einige kennen wir noch von unserer Silvesterwanderung im letzten Jahr. In diesem Jahr sind wir mit 225 Höhenmetern im Vorteil. Und als die verschwitzten Wanderer hier eintreffen bin ich sehr froh, dass wir heute mal nicht wandern müssen :-) Wir setzen uns noch ein wenig dazu und gehen dann wieder an den Pool. Später locken uns Salat und Pommes Frites wieder ins Restaurant.

Den Rest des Tages vertrödeln wir dann am Pool bis es um 19h ein schönes Menü gibt. Heute hat Caro typisch Kanarisch gekocht. Als Vorspeise gibt es Grabanzas mit Chorizo – ein Kichererbsen-Eintopf mit der typischen Paprikawurst. Danach dan Kabeljaufilet mit scharfer Sauce, dazu winzig kleine schwarze kanarische Kartoffeln und Salat. Zum Abschluss tauschen wir wieder den Nachtisch gegen zwei Ramazotti. Während Jo den Ramazotti zubereitet, Eis und Zitrone sind obligatorisch (Danke Fabian!), machen wir kleine Witze. “Wir werden Caro und Jo bestimmt als die beiden verrückten Deutschen in Erinnerung bleiben die ständig Ramazotti getrunken haben.” :-)

Später läuft dann ein Film Steven Segal auf VOX – ich muss innerlich grinsen, so schlecht ist der Film. Dabei muss ich an Fabian denken und die vielen Gespräche über gute und schlechte Filme. “Wie gefiel Dir Slumdog Millionaire?” “Total überschätzt!” “Und was denkst Du über Cocktail?” “Eigentlich gar kein schlechter Film!” – grinst…

Während Steven den Buddhisten gibt gehe ich mal raus und richte meine Nikon D300 samt 20 Jahre altem 55mm Macro-Objektiv nach Norden. Während ich begleitet von Steven Segal ein wenig an meinem BLOG schreibe, macht die D300 alle 31 Sekunden ein Bild mit ISO-200, 30s Belichtungszeit und Blende 4. Insgesamt macht sie das 300 Mal. Das wird also etwa 150 Minuten dauern. Leider sind inzwischen Wolken am Himmel, wahrscheinlich habe ich anschließend 16 GB Datenmüll auf der Festplatte. Aber mal abwarten, vielleicht ist ja auch was nettes dabei :-)

Update am Morgen:

Die Ausbeute der Sternenfotografie ist so schlecht gar nicht. Hier ein paar Beispiele:

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Beispiel Nr. 1 – Viele ISOs, lange Belichtungszeit, Blende 4, Weitwinkel, Kontrast stark reduziert – Es zogen Wolken vorbei…

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Beispiel Nr. 2: Auf den Polarstern gezielt (Google Skymap auf dem HTC hilft dabei!) Dann 9x 30 Sekunden belichtet mit kurzen Pausen. Alle Bilder im Modus “Aufhellen” übereinander gelegt – Voilá – Kein Bildrauschen und ein paar witzige Sternenbahnen :-)

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Beispiel Nr. 3: Oben Links liegt Betageuze 4 – nicht mehr als ein interstellarer Sternenhaufen, dennoch gut sichtbar, aber nur wenn man ein Handtuch dabei hat! ISO 800, 10s, Offene Blende, RAW-Modus, Kontrast stark vermindert, so kommen auch die sehr weit entfernten Sonnensysteme mit aufs Bild…

Witzig!

Sandra ist jetzt abmarschbereit – wir beginnen jetzt mit der Gestaltung unseres letzten “Jahrestages”.

Bis später!


Nichts tun in Santa Cruz

Nachdem um 7h30 aufgestanden sind, schauen Jo und Caro um 8h etwas überrascht, als wir schon beim Frühstück auflaufen. Eigentlich gibt es Frühstück ab 9h, wenn es früher sein muss, sollte man es am Vorabend bestellen. Haben wir natürlich nicht. Aber die zwei improvisieren uns in sekundenschnelle dann doch einen leckeren Auftakt für den Tag.

Auf dem Weg zu Wolfgang und Karin quatschen wir im Auto und prompt nehme ich in einem Kreisverkehr die falsche Ausfahrt und schon sind wir wieder auf der Autobahn. Wir fahren dann die nächste Ausfahrt raus, das klappt dann mit einigen Fehlversuchen bei der einen oder anderen Einbahnstraße dann doch ganz gut. Oben angekommen können wir kurz unsere E-Mails checken und dann sausen Sandra und Karin auch schon los zum Ausritt durch die Gebirgswelt von Teneriffa.

Wolfgang hat um 17h einen Zahnarzttermin, also haben wir eher keine Zeit für unsere Wanderung am Teide. Irgendwie habe ich auch keine Lust, das Wetter ist auch nicht so wirklich verheißungsvoll. Also fahren wir nach Santa Cruz de Tenerife. In der Nähe des SATURN suchen wir dann einen Parkplatz, Wolfgang schleust mich auf einen kleine nicht befestigte dreieckige Fläche auf der vielleicht 100 Autos parken. Mitten drin steht ein Typ mit einer neongrünen Warnweste. Er winkt uns weg. Als ich wieder runter vom Parkplatz fahren will sagt Wolfgang, dass der Typ hier gar nicht zu sagen hat und erklärt mir, dass die sich hier einfach so ein Weste überziehen und sich auf einen Parkplatz stellen um dann die ahnungslosen Touristen abzuzocken. Wir parken dann so, dass wir in Deutschland sofort abgeschleppt werden würden. Mit einem echt schlechten Gewissen lasse ich das Auto stehen und gehe mit Wolfgang rüber zum SATURN. Da bin ich überrascht von den vielen Geschäften die es dort außer dem SATURN noch gibt. Ein richtig schickes Einkaufszentrum ist es und voll dazu!

Im SATURN sind die Preise wie bei uns auch. Bei den iPads stehen viele Kinder und spielen Autorennen und andere “Eye-Catcher”. Das iPad 16GB/3G kostet hier 329€ – mit einem Vertrag des Mobilfunkers “Orange” dazu. Ohne Vertrag sind die Preise die gleichen wie bei uns. Bei den Fernsehern usw. ist es genauso. In der Fotoecke steht ein Auswahl von Kameras die vor einem Jahr halbwegs neu waren. Inzwischen gibt es fast überall Nachfolgemodelle. Warum noch eine Nikon D90 kaufen wenn es in Deutschland schon eine Nikon D7000 für das gleiche Geld gibt? Kurzum, das Angebot ist wirklich uninteressant. Zumal man ja alles auch irgendwie nach Hause transportieren müsste.

Als wir zurück zum Auto kommen bin ich wirklich froh, dass es noch dort steht!! Als wir ins Auto einsteigen kommt der Typ dann angehastet um will wahrscheinlich für eine Leistung kassieren die er nicht erbracht hat und für die er auch gar nicht legitimiert ist. Wir fahren schnell weg und ich sehen in fluchend im Rückspiegel die Faust heben. Glück gehabt, am Loro Parque lassen diese Typen einem gern auch mal die Luft aus einem Reifen. Wolfgang kennt sich da bestens aus!

Wir haben Hunger und wollen zu einem Chinesen. Als wir auf der Höhe des Restaurants sind halte ich Ausschau nach einem Parkplatz den es hier nicht gibt, wieder einmal. Hier zu parken geht eigentlich gar nicht. Ein Problem ist, dass es keine Parkuhren gibt. Wer hier parkt der parkt und das beliebig lange! Wir kurven und kurven durch die Gegend, das Chinesische Restaurant ist inzwischen locker 2-3 Kilometer weit weg. Ich kurve durch enge Gassen und habe ständig Angst, dass ich den Mietwagen beschädigen könnte. Wie hoch die Eigenbeteiligung ist weiß ich gar nicht genau, üblicherweise sind es mindestens 1.000 Euro!

Aber es geht alles gut und schließlich finden wir sogar einen total legalen Parkplatz – es geschehen noch Wunder – sogar in Santa Cruz!

Beim Chinesen ist das Essen halbwegs ok. Wir werden jedenfalls satt. Danach wollen wir auf der anderen Straßenseite ein Eis essen, aber der Laden hat geschlossen. Heute ist nicht unser Glückstag. Wir wandern also wieder zum Auto und fahren nach El Sauzal. Dort ist ein schöner Mirador mit einer ganz tollen Open Air Eisdiele. Dort angekommen hat diese natürlich auch geschlossen, ist doch klar, wir haben Mittwoch! Wir fahren also weiter, Wolfgang kommt noch eine Eisdiele in den Sinn die er schon oft im Vorbeifahren gesehen hat. Dort angekommen ist diese dann auch geschlossen. Die Kneipe nebenan hat aber geöffnet und es ist sogar ein Gast dort. Wir fragen nach Eis und siehe da, die beiden Läden gehören zusammen. An einer kleinen mobilen Eis-Theke mit sechs Sorten suchen wir uns dann die Sorten aus die uns halbwegs frisch erscheinen. Der Typ holt sogar noch eine Dose Sprühsahne aus der Kühlung. Sieht eigentlich gar nicht so schlecht aus, aber es schmeckt nicht wirklich. Entweder ist das einfach ganz komisches Eis oder es ist uralt. So etwas habe ich wirklich noch nie gegessen.

Als wir zurück bei Wolfgang und Karin sind serviert Wolfgang mit dann “richtiges” Schokoladeneis mit Sahne und Schoko-Sauce. Das schmeckt richtig gut und ich habe das Gefühl, dass er es jetzt wirklich braucht um den Glauben an das “Schokoladeneis” nicht zu verlieren. Da klingelt auch schon das Handy, Sandra und Karin sind mit dem Reiten fertig. Wir flitzen runter zum Restaurant in dem sie sich was zum Mittag geordert haben. Da tauschen wir die Autos, ich kriege noch ein Bier, Wolfgang fährt zum Zahnarzt. Dann bringen wir Karin wieder nach Oben und fahren zu unserer Finca in San Juan de la Rambla – was für ein Tag :-)

Dort angekommen gibt es einen Ramazotti für jeden von uns, den haben wir jetzt echt nötig! Um kurz nach 19h sitzen wir dann erledigt auf dem Sofa. Sandra hat einen schönen Ausritt hinter sich und ich bin heute einfach nur in der Gegend herum gefahren und habe vor verschlossenen Eisdielen gestanden. Das macht doch Mut für den Rest der Tage hier auf Teneriffa.

Do Fr Sa So sind noch übrig. Am So(nntag) geht es dann auch schon wieder heim. Zahnschmerzen habe ich inzwischen auch. Nun ist Sandra halbwegs gesund, da geht es bei mir los. Morgen muss ich mal meinen Kieferchirurgen anrufen und einen Termin erbetteln.

Gute Nacht :-]


Di Mi Do Fr Sa So

Es ist Dienstag, es ist der 28. Dezember und es scheint die Sonne! Am Mittwoch geht es mit Wolfgang an der westlichen Seite des Pico del Teide hoch zu einem kleinen Vulkankrater. Eine einfache Wanderung, 300 Höhenmeter sind es laut der topografischen Karte.

Die Karte kommt von cloudmadetopo.com und kann kostenlos beispielsweise mit GAIA GPS auf dem iPad, iPhone oder einem Android Telefon – sorry DEVICE – geladen werden. Ganz Teneriffa ist in der höchsten Detailstufe allerdings etwa 1.6 GB groß und daher kann man die Karte via Handy nur in kleineren Portionen herunterladen. Man sollte also einen vernünftigen Internetzugang haben, dann kann man bevor man eine Wanderung plant das zum Areal passende Kartenmaterial herunter laden.

Das sieht dann auf dem iPad etwa so aus:

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Die blauen Pins sind Wegpunktmarkierungen. Diese Punkte kann man exportieren und dann ggf. in ein “richtiges” GPS wie das Colorado 300 überspielen. Dafür braucht man allerdings eine Internetverbindung und die gibt es hier leider nur zu horrenden Preisen via Data-Roaming.

Mit den üblichen iPad Gesten kann man schieben und zoomen.

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Hier sieht man eine Handerung hoch Pico Viejo. Das ist der Vulkan der hier zuletzt aktiv war. Schaut man sich die Höhenlinien an erkennt man schnell, dass es etwa 900 Höhenmeter Unterschied sind. Die gesamte Strecke hat etwa 6 Kilometer – One Way! Es würde also etwa 1800 Meter rauf und runter gehen und das auf einer Länge von rund 10 Kilometern in loser schwarzer Lava Asche. Nicht wirklich zu schaffen, jedenfalls für mich nicht :-(

Also eine kleinere Runde:

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Der Montana de la Botja ist auch ganz nett und von der Höhenstraße recht gut zu erreichen. Oben am Kraterrand gibt es ein paar schöne Skulpturen aus Lavagestein, das haben Wolfgang und ich uns für den Mittwoch vorgenommen. Während wir wandern werden Sandra und Karin mit zwei Hengsten durch die Wälder oberhalb von La Orotava galoppieren – auch nicht schlecht, wenn ich nur reiten könnte…

Die Anzeige unten links ist meine derzeitige Höhe – 235 Meter über dem Meer. Oben in der Mitte sieht man den Kompasse, das iPad zeigt gerade nach Westen.

Eigentlich keine schlechte Sache, doch für eine Wanderung zu groß und zu unhandlich. Überhaupt ist diese ganze Handynavigation meiner Meinung nach eher ein Gimmick und nicht wirklich ernsthaft zu gebrauchen. Ein Problem ist in der Regel das Display. Scheint die Sonne muss man die Hintergrundbeleuchtung auf Maximum stellen um überhaupt noch irgendetwas schemenhaft erkennen zu können. In einem Auto mag das noch gehen, aber oben auf einem Berg ist das blöd weil dann die Batterien nach wenigen Stunden leer sind.

Das Garmin Colorado 300 hat für mich viele Vorteile, es ist weitgehend Wasserdicht, es funktioniert mit einfachen AA-Batterien die man überall kaufen und leicht wechseln kann. Alternativ läuft es mit 2.500 mAh Akkus etwa 14 Stunden wenn diese korrekt geladen sind. Der Garmin-Empfänger ist deutlich empfindlicher, das Display reflektiert das Sonnenlicht so geschickt, dass man es bei hellem Sonnenschein ohne Hintergrundbeleuchtung sehr gut ablesen kann. Es gibt sowohl Luftlinien-Routing als auch “echtes” Routing, sofern das Kartenmaterial dies unterstützt. Topografische Karten unterstützen in der Regel KEIN Routing. Man kann sich in diesem Fall mit Garmin Mapsource aus einzelnen Trackpoints sehr schön eine Route erstellen, diese an das GPS übertragen und kann dann immer sehen wie weit es bis zum nächsten Trackpoint ist usw. Es gibt ein Barometer, ein Thermometer und viele andere Features die man bei einem Android Telefon oder einem iPhone nicht hat.

Kurz, daheim im Hotel kann man auf dem iPad sehr schön schauen wo es lang gehen soll, für die Wanderung nimmt man besser etwas mit, das speziell dafür gemacht wurde.

Was machen wir heute?

Bislang noch nichts außer Essen und Faulenzen :-) Später wollen wir mal ein wenig mit dem Auto los, irgendwo hin wo man den Sonnenuntergang schön sehen kann. Vielleicht zum Mirador oberhalb von Chirche? Mal sehen – ich werde berichten.

Am Mittwoch soll es wie oben beschrieben eine Wanderung geben. Am Donnerstag kommt das gesammelte deutsche Wandervolk zum Brunch hier hoch auf die Finca von Jo und Caro. Mal sehen ob wir da noch was auf die Beine stellen können außer Essen und Faulenzen :-) Am Freitag ist Sylvester, dafür und für den Neujahrstag haben wir noch keine Planung. Am Sonntag geht es dann mit Germanwings zurück in die Kälte nach Köln Bonn. Da heißt es dann schnell Wäsche waschen, Koffer packen und Montags gleich wieder los zur Arbeit. Klingt alles ganz einfach, oder? Ich bin gespannt ob der Schnee uns einen Strich durch die Rechnung macht oder nicht… Wir werden sehen!

Update um 20:43 Ortszeit

Nun ist auch der Dienstag schon vorbei! Nach der morgendlichen Bloggerei geht es über die Autobahn in Richtung La Laguna. Eigentlich wollen wir noch mal hoch zum Pico del Teide, auch wenn es schon fast Mittag ist. Aber egal, das Wetter ist schön! natürlich verpassen wir wieder einmal die Ausfahrt nach Agua Garcia. Wir nehmen die nächste Ausfahrt und kurven erfolglos eine Weile durch die Gegend. Das Navigon ist überhaupt nicht hilfreich, zu alt sind die Karten. Wir sollen irgendwo links abbiegen, da ist aber direkt neben uns eine Leitplanke und die Autobahn, das ist fast kriminell was das Ding so vorschlägt. Also wieder weg damit! Schließlich landen wir sogar an einem Hinweis nach La Esperanza, das ist super! Kurz drauf sind wir auch wieder im Spiel. Die Zwischenstopps mit Blick auf den Teide nutzen wir alle samt, zu schon ist die Aussicht.

Oben am Teide angekommen kehren wir im einzigen Restaurant ein das heute geöffnet hat. Es gibt Fisch mit Pommes Frites, gar nicht übel! Danach geht es im Schneckentempo vorbei am Pico del Teide durch die Canadas del Teide. Eigentlich würde ich gern eine Stunde durch die Gegend wandern aber Sandra ist das zu kalt – hier oben sind es 15°C. Ok, dann fahren wir eben weitert, ist auch viel bequemer :-) Schließlich landen wir oberhalb von Chirche beim Mirador de Chirche der heute tatsächlich sogar geöffnet hat! Es gibt Kichererbseneintopf (Garbanzas) und einen gemischten Salat – lecker! Während wir essen klickt die Nikon D2x alle 10 Sekunden und hält das Grauen fest das da auf und zukommt – eine fiese Nebelbank umhüllt uns schließlich. Als wir bezahlt haben ist es sogar schon dunkel und es beginnt zu regnen. Vor uns liegen etwa 40 Kilometer Kurven Kurven Kurven und die sind zumeist in etwa 1000 Metern Höhe direkt am Abhang – urgs – wer da im Regen einen Fahrfehler macht stürzt schnell mal den Hang hinab. Aber ich kenne die Straße schon ganz gut und so bringt mich dort nichts mehr aus der Ruhe.

Um 20h sind wir dann auch ziemlich erledigt auf der Finca von Jo und Caro. Kurz alles auf die externe Festplatte kopieren, Akkus und die Ladegeräte, Zähne putzen und dann ab ins Bett. Der Wecker klingelt morgen um 7h30!

Den Vulkan den ich morgen mit Wolfgang erwandern möchte habe ich heute schon gesehen :-)

Hier noch ein Bild des derzeit für mich unerreichbar hohen Pico Viejo:

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Der jüngste Vulkan Teneriffas – gleich rechts neben der Spitze des Pico del Teide.

Unser Ziel für morgen sieht so aus – der kleine Pixelhaufen da oben rechts ist übrigens ein Wanderer!!

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So, nun aber ab ins Bett…

Update am Morgen

Der Wecker klingelt um 7h30 – um 7h55 bin ich startklar. Während Sandra im Bad ist wird noch schnell DIES HIER gebloggt. Sandra ist nicht gut drauf, gestern im Nebel am Mirador de Chirche war es wohl zu kalt, ein Rückfall. Der Hals tut weh und die Bronchen sind verstopft. Hoffentlich klappt es heute mit ihrem Ausritt.

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So sah es bei unserer Ankunft am Mirador aus.

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So sah es aus als wir den Mirador verlassen haben, wer da nicht krankt wird…

Mir geht es blendend, langsam setzt die Erholung ein, allerdings macht ein Zahn Probleme. Seit zwei Tagen pocht und tuckert er beim Einschlafen, das sind keine guten Vorboten. Wenn wir wieder daheim sind sollte ich schnell den Kieferchirurgen aufsuchen – das 3D Röntgenbild haben wir vor ein paar Tagen schon gemacht – und es geht mir in meinen Träumen derzeit ständig durch den Kopf. “Nachresektion der Wurzelspitze im Frontzahnbereich” – klingt schon so als würde es weh tun – wird es sicher auch… Aber jetzt im Augenblick ist alles ruhig, ein guter Zeitpunkt für ein leckeres Frühstück.

Dann hoch zu Karin und Wolfgang, die Mädels zum Pferdehof schicken und wir machen dann was “vernünftiges” – wie Wolfgang es immer mit einem Augenzwinkern zu sagen pflegt :-)

Bis später dann…


Weihnachten ist überstanden

Die Tage der christlichen Nächstenliebe und des Mitleids für den Einzelhandel liegen hinter uns – geschafft – wieder einmal :-) Es ist Montag, ein richtiger normaler Montag. Als ich wach werde ist es 8h29 – laut Handydisplay. Das tolle neue HTC Desire HD hat allerdings schon wieder einmal keinen Strom. Ein Blick auf die schlimmsten Stromverbraucher offenbart, dass die Anwendung Copilot den Akku entleert hat. Abends zuvor habe ich es wohl versehentlich gestartet. Navigiert hat das Programm nichts und niemanden, Kartenmaterial für die Kanarischen Inseln habe ich auch keine und dennoch ist der Akku leer. So ist das eben in der schönen neuen Android-Welt :-)

Nach der Körperpflege gibt es Frühstück, gemeinsam mit den üblichen Verdächtigen, man kennt sich inzwischen. Der Himmel ist ein wenig bedeckt, dennoch ist es angenehm warm. Zwischen Sekt und frisch gepresstem Organgensaft denke ich ein wenig wehmütig daran, dass wir schon bald wieder zurück müssen. Zurück in das Schneechaos, zurück zu den hustenden Nachbarn und den erkälteten Arbeitskollegen. Na hoffentlich geht das gut!

Aber noch sind wie ha eine Woche lang hier auf der Insel der Glückseeligen!

Gleich geht es in das deutsche Viertel von Puerto de la Cruz – nach La Paz. Es ist Montag und montags erscheint der “Spiegel”. Ein Magazin, das auch hier auf den Kanaren seine Leser in der deutschsprachigen Bevölkerung findet. Und da man sich sowieso kennt, trifft man sich am Montag bei “Pepito” um am Kisok gegenüber den “Spiegel” zu kaufen und danach bei einer Tasse Kaffee über das zu diskutieren was daheim so alles geschehen ist. Sehr DEUTSCH – oder?

Beim Pepito um die Ecke ist ein Frisör – ein deutschsprachiger Frisör – vielleicht kann ich mich dort verständlich machen? Ich würde gern aussehen wie George Clooney – ob die das verstehen? Wenn ja, ob sie das auch hinbekommen? Vor ein paar Wochen hat mir bei der gleichen Aufgabenstellung ein deutscher Frisör geantwortet: “Ich kann zwar Haare schneiden aber nicht zaubern!” – was ich wohl später auf den Kanaren zu hören bekomme? Mal abwarten…

Sandra wird während dessen noch einmal den deutschen Arzt an der Plaza de Charco aufsuchen. Kontrolluntersuchung und nicht zu vergessen, dass Begleichen der Rechnung! Später wollen wir uns unten am Playa Jardín treffen und gegenüber chinesisch essen.

Ok, es geht jetzt mal los, bis später!

Update um 17:05

Ein entspannter Tag in Puerto de la Cruz. Etwas oberhalb der Plaza de Charco setze ich Sandra ab, so kann sie in Ruhe shoppen gehen, während ich mich in La Paz mit den deutschen Residenten treffe. Als ich bei der Bar “Pepito” ankomme gibt es lange Gesichter, der “Spiegel” ist noch nicht da. Den “Focus” gibt es, den “Spiegel” nicht. Als Anhänger von Verschwörungstheorien kommt es mir gleich in den Sinn, dass es eine rechts gerichtete Untergrundorganisation geben könnte, die möglicherweise baskischen Separatisten nahestehen könnte, welche die Lieferung des “Spiegel” nach Deutschland verzögert um so die potentiellen Leser dazu zu bringen auch mal einen Blick in den “Focus” zu riskieren. Aber wahrscheinlich ist der Grund ganz profan, vielleicht liegt in Hamburg einfach so viel Schnee, dass der “Spiegel” es nicht auf die Kanaren geschafft hat? Wäre zumindest denkbar :-)

Ich verweile nur kurz und gehe nebenan zum Deutschen Frisör! Dachte ich jedenfalls, aber meine Frisörin kennt nur ein paar wenige deutsche Worte. Vor allem das Wort “kurz?” ist ihr geläufig. Als sie fragt “kurz?” entgegne ich “Ja, so dass ich aussehe wie George Clooney!” “George Clooney??” – ok, sie kennt George Clooney nicht – also sage ich “Si, kurz!”

10 Minuten später bin ich frisch frisiert zurück bei den deutschen Residenten die immer noch auf den “Spiegel” warten. Vielleicht doch eine Verschwörung? Egal, ich musste beim Frisör nicht warten und der Haarschnitt hat auch nur 10,50 Euro gekostet. Als ich der Frau die George Clooney nicht kennt 15 Euro gebe strahlt sie über das ganze Gesicht – für mich immer noch preiswerter als ein Haarschnitt in der Heimat :-)

Nach einem Glas Bier wandern Wolfgang, Schröder und ich dann quer durch die Stadt rüber zum Playa Jardín. Dort wartet Sandra schon mit den Schnäppchen ihres Lebens auf uns. Es geht zum Chinesen. Eine Weile später stößt dann auch Karin dazu. Wir lassen es uns schmecken und sind um 16h ziemlich verschwitzt zurück in La Paz. Die vielen Treppenstufen hoch zum Mirador de la Paz sind ganz schön anstrengend wenn man die meiste Zeit seines Lebens am Schreibtisch verbringt. Den Weg zurück fahren wir schon wie im Schlaf. Nach all den Besuchen auf dieser Insel brauche ich das GPS eigentlich gar nicht mehr. Außerdem wird hier zum Einen so viel gebaut und sind zum Anderen die Karten so alt, dass das Navigon hier meist eher Verwirrung stiftet als für Hilfe zu sorgen.

Die Zeit bis zum Abendessen versüßen wir uns auf der Terrasse bei Jo und Caro bei einem Gläschen “Chandi” – Sprite & Cerveza – eine gute Kombination° ;-)

Prosit!

Hier noch ein kleiner Blick rüber zu unserem kleinen Häuschen (HTC Desire HD):

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Sodele, 18h31 – gleich gibt es ein leckeres Abendessen – heute steht “Lamm” auf der Speisekarte :-)


Weihnachten 2010

Es ist der erste Weihnachtstag, daheim in Deutschland geht wegen der Schneefälle fast gar nichts mehr. Die Fernsehbilder sind jedenfalls ernüchternd. Hier auf der “Insel der Glückseeligen” ist es wie jeden morgen einfach wunderschön. Wir schlafen aus und als wir um kurz vor 9h unser kleines Haus verlassen scheint die Sonne, die Vögel singen und über uns ist nichts als blauer Himmel – großartig!

Sandra ist auch wieder halbwegs gesund, wir lassen uns das Frühstück schmecken. Am Heiligabend zuvor gab es ein Menü mit fünf Gängen! Der Höhepunkt war Filet vom Wildschwein – alles wirklich großartig! Vor diesem Hintergrund ist es verwunderlich, dass wir trotzdem schon wieder Hunger haben. Während wir die paar Meter zum Frühstück laufen überlege ich, ob ein Kausalzusammenhang bestehen könnte? Hat man morgens mehr Hunger wenn man Abends zuvor mehr als üblich gegessen hat? Hat unser Magen einen “Memory-Effekt”? Manchmal kommt es mir jedenfalls so vor ;-)

Ok, nach der morgendlichen Völlerei mit Sekt & Co. liegen wir ne Weile faul am Pool herum. Ich höre Musik mit meinem neuen HTC-Telefon. Vor ein paar Tagen habe ich das Ding noch schnell mit einer 16GB Micro-SD Karte aufgerüstet. Nun ist echt viel Musik drauf und ich benutze meinen iPod derzeit eigentlich gar nicht mehr. Der integrierte HTC-Audio-Player hat eine Sound-Einstellung mit dem Namen “SRS”. Aktiviert man das geht mit guten Kopfhörern eigentlich gar nichts mehr, es bumst und dröhnt dann nur noch. Aber mit den kleinen Ohrhörer von meinem iPod klingt das dann eigentlich ganz gut. Die kleinen Dinger hören sich dann fast wie “erwachsene” Lautsprecher an – mir gefällt das! Also liegen wir faul am Pool. Ich poste meinen Status bei Facebook, Sandra liest einen echt blutrünstigen Krimi über einen Serienmörder. Abends bekomme ich die Details erzählt. Das erinnert alles ein wenig an SAW 1-17 – oder gibt es schon 18 Teile? Egal, es erinnert mich daran. Während der ausführlichen Schilderung der Ereignisse kommt mir in den Sinn, dass Fabian mir neulich erklärt hat, dass es sich bei diesen Folter-Filmen und Geschichten um ein völlig neues Unterhaltungsgenre handelt: “Tourture-Porn” nennt man das jetzt! Sehr bildlich, sehr krass, sehr SAW…

Jedenfalls höre ich mit dem neuen Telefon die Musik die ich schon vor 30 Jahren gehört habe. Irgendwann komme ich bei LOGOS von Tangerine Dream an. Da hat mich bei meiner Schallplatte schon immer dieses Knacksen gestört. Heute im Jahr 2010 höre ich es via SRS auf einem Hightech Gerät als MP3 Datei und es knackst immer noch – es ist ein “RIP” von einer Schallplatte – das ist wahre Evolution! 30 Jahre später ist alles anders und doch immer noch gleich – alles bleibt anders könnte man sagen!

Es ist Weihnachten, die Sonne scheint bei 25°C und wir sind einfach nur faul – was für ein Urlaub!

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Knipsbild mit dem HTC Desire HD

So um 13h gibt es echte Belgische Pommes Frites von einer authentischen Belgischen Köchin – dementsprechend schmecken sie auch – einfach großartig. Danach fühle ich mich wie einer der bekannten Belgier aus Gallien, wo Obelix – nur ohne Superkräfte :-)

Um 14h machen wir uns langsam an die Tagesplanung. Es geht mir dem Auto zum westlichen Zipfel der Insel. Punta de Teno heißt das hier. Ich hoffe auf einen tollen Sonnenuntergang über La Gomera, die schweren Wolken haben sich ja über Nacht verzogen. Kurz vor Schluss müssen wir eine Straße passieren die bei Wind und Regen sehr gefährlich ist. Heute ist es aber sonnige und ruhig, es ist zwei Tage nach dem Sturm und ich hoffe drauf, dass die dicksten zuletzt abgestürzten Felsbrocken inzwischen weggeräumt sein werden. Das klappt auch alles ganz gut, nur Sandra hat echt Angst, dass da noch einer dieser 100 Kg schweren Brocken durch das Dach unseres Autos sausen und den Hebel der Handbremse verbiegen könnte. Aber es geht alles gut :-)

Wir halten ein paar hundert Meter vor dem kleinen Leuchtturm, parken unser Auto, packen alles zusammen und wandern ein wenig den Berg hinauf. Es sind nur 70 Höhenmeter und das geht alles ganz einfach. Auf dem Weg liegen allerdings viele lose runde Brocken und in der Dunkelheit wäre es wenig witzig hier zu stürzen! Aber wir haben eine kleine Taschenlampe dabei und im Zweifel muss man den Rückweg antreten bevor es wirklich finster ist.

Hier die Auswertung dieser winzig kleinen Wanderung ;-)

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An einem Punkt mit Blick über den Hang, den Leuchtturm und guter Sicht auf La Gomera machen wir dann Rast. Es sind noch zwei Stunden bis Sonnenuntergang. Sandra liest ihre blutige Geschichte und ich packe ganz in Ruhe meine Fotosachen aus. Es gibt ein paar kleine Videos mit dem neuen Telefon und ansonsten warten wir auf den Sonnenuntergang. Sandra wird es schließlich zu kalt, sie geht schon einmal zurück zum Auto. Das liest sie dann weiter. Als es dunkel wird wird ihr so allein da untern ganz mulmig. Sie verriegelt das Auto von innen, schaltet die Innenbeleuchtung ein und liest fleißig weiter.

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Noch ein Knipsbild mit HTC Desire HD – Unser Auto parkt unten an der linken Spitze der Plantage. Der rote Farbkleks ist Sandra.

Während dessen steht ich hinter zwei klickenden Kameras. Die D2x macht alle 10s ein Bild mit einem 20mm Weitwinkel und einem kräftigen Grauverlaufsfilter. Mit der D300 mache ich mit verschiedenen Objektiven eine Belichtungsreihe nach der Anderen. Schließlich kommen fast 16GB Bildmaterial zusammen, leider sind fast alle Bilder gleich. Und auch der Sonnenuntergang ist nicht wie erhofft. Es gibt keinen dramatisch roten Wolkenhimmel. Statt dessen versinkt die Sonne innerhalb von etwa 30 Sekunden einfach hinter den Wolken über La Gomera. Man kann nicht immer Glück haben.

Während ich meine Sachen zusammenpacke wird es dann dunkel. Der Himmel färbt sich violett, eigentlich ist es jetzt die beste Zeit für ein paar schöne Fotos. Aber Sandra wartet und ich habe dummerweise meine hohen Wanderschuhe nicht angezogen. Also geht es im letzten Tageslicht ein wenig wie auf rohen Eiern den Abhang hinunter zum Auto.

Sandra ist froh als ich endlich wieder zurück bin. Wir wenden unseren Opel und fahren zum Monasterio in Los Realejos. Es ist ein altes Kloster, das ein deutscher Wirt um- und zu einem Restaurant ausgebaut hat. Ich glaube er betreibt auch das Café de Paris und die Deutsche Bäckerei in Puerto de la Cruz. Jedenfalls ist es immer wieder witzig dort. Die Kellner sind ausgesprochen nett und freundlich. Als ich ein “Cerveza Grande” bestellt fragt mich der kanarische Kellner ob es zwei oder nur einen Liter groß sein soll :-) Sandra isst das legendäre Kaninchen. Es ist super und wir rätseln, ob es von der Insel oder aus einer Kaninchenzucht aus Polen stammt… Ich essen einen typische Kanarischen Eintopf aus Kichererbsen, der ist hier immer wieder wirklich gut. Danach gibt es eine Chorizo mit Zwiebeln, lecker. Das ist eine gut gewürzte Bratwurst mit Paprika etc. – wirklich gut!

Später auf der Finca sind wir dann todmüde und fallen einfach nur noch ins Bett. So entspannt kann Weihnachten sein!

Hier noch ein paar Exemplare meiner relativ mageren “Ausbeute”:

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5s vor Sonnenuntergang

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Ein paar Minuten nach Sonnenuntergang

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Und noch mal kurz vor “Abmarsch” als es begann noch einmal ganz kurz richtig schön zu werden.

Mein Fazit: Man kann nicht immer gewinnen und morgen kann man es ja erneut versuchen :-]


Heiligabend

Unser Heiligabend 2010 beginnt ganz entspannt. Nach dem Frühstück treffen wir uns in La Paz – dem “Deutschen Viertel von Puerto de la Cruz” – mit Wolfgang und Karin. Es gibt Kaffee und ein Schwätzchen und die neuesten Inselgeschichten. Dann hoch zum frisch renovierten Mirador Humboldt. Dort gibt es Hamburger und Bier – ungewöhnlich zubereitet, aber nicht schlecht.

Wolfgang spendiert uns danach noch für eine Weile den Zugang zu seinem tollen WLAN – DANKE :-)

Endlich kann ich mal meinen BLOG aktualisieren ;-)

Später gibt es dann bei Jo und Caro ein 5-Gänge Menü mit “Wildschwein” als Highlight!!

Das war er dann auch schon, der entspannte heilige Abend auf Teneriffa.


Der übliche Wahnsinn

Eigentlich wollten wir ihm ja entfliehen, dem üblichen weihnachtlichen Wahnsinn. Aber dann war das Angebot an Stiefeln, Handtaschen und sonstigen fraulichen Accessoires zu verlockend… Also nach dem Frühstück ab ins Auto und auf zum großen Einkaufszentrum bei Puerto de la Cruz. Dort angekommen ist alles noch ganz easy. Drinnen ist es aber ziemlich voll. Wir kaufen Wasser und ein paar Knabbereien, die ich gestern bei meiner einsamen Wanderung so sehr vermisst habe. Wenn man ziemlich ausgepowert nach einer mehrständigen Wanderung am Auto ankommt ist es schon nett wenn dort mehr als nur eine Flasche mit lauwarmem Wasser wartet :-)

Sandra findet auch ein paar Stiefel – und die sind sooooooooooooo preiswert ;-) Dann noch das ein oder andere Kleidungsstück, Läden gibt es hier ja wirklich genügend viele!

Und etwa so sieht das dort aus (Handy-Knipsbild mit dem neuen HTC Desire HD):

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Schuhgeschäfte und Weihnachtsschmuck so weit das Auge reicht, ein Paradies für jede Frau :-)

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So weit so gut, blöd wird es kurz drauf als wir alles im Auto haben und in Richtung Candelaria fahren wollen. Ich lenke den Opel in Richtung “Santa Cruz” – bereits hinter dem Parkhaus geht dann einfach gar nichts mehr. Lauter kleine Straßen, Einbahnstraßen, bergauf, bergab, Stoppschilder und tausende kleiner Autos. Etwa eine Stunde stehen wir in der Gegend herum bis wir uns in die Nähe der Autobahnauffahrt gewartet haben. Dann mein fataler Fehler, der Kreisverkehr vor dem Kreisverkehr oberhalb der Autobahn hat eine zweispurige Zufahrt. Ich nehme instinktiv die rechte Spur, denn ich will ja sofort recht in Richtung Santa Cruz abbiegen. Meinen Fehler bemerke ich jedoch einige wenige Meter zu spät. So ein Mist, ich bin zu weit rechts und stehe nun wieder am Ender dieser ganzen Scheiße – sorry – aber anders kann man dieses Verkehrschaos wirklich nicht nennen. Noch einmal ganz weit hinten anstellen, wie blöd kann man eigentlich sein. Ich kriege die Oberkrise, statt ins Parkhaus fahre ich oben auf das Parkdeck, da kann man am schräg gegenüberliegenden Ende über eine Rampe herunter fahren, da haben wir mindestens 30 Minuten Stau gespart. Oben auf dem Parkdeck ist dann genau dieses Abfahrt gesperrt und wir werden hinunter ins Parkhaus geschleust. Dort ist genau die Ausfahrt die halbwegs günstig wäre auch gesperrt – ich bin kurz davor laut los zu schreien, schließlich fahren wir genau dort wo wir hinein gefahren sind wieder heraus und stehen so richtig blöd wieder ganz weit hinten – vor uns der weihnachtliche Autowahnsinn – wie ätzend…

Eine halbe Stunde später sind wir wieder kurz vor dem Kreisverkehr vor dem Kreisverkehr – meine Laune ist auf dem Tiefpunkt und die Kupplung des fast nagelneuen Opels riecht schwer verbrannt. Wir sind fast eine halbe Stunde lang immer wieder einen Meter am Berg angefahren um dann gleich wieder die Handbremse anzuziehen und zu warten bis es den nächsten Meter weiter geht. Das fordert seinen Preis, der Opel riecht echt verbannt, au Backe…

Es ist schon fast 15h und wir beschließen nicht mehr nach Candelaria zu fahren, statt dessen nehmen wir im Kreisverkehr über der Autobahn die dritte Ausfahrt und sind 20 Minuten später wieder auf der Finca bei Jo und Caro. Es gibt warmen Apfelkuchen mit Sahne und einen Kaffee mit Milch. Sandra hat endlich wieder Appetit und isst einen Salat. Dazu gibt es ein Radler – Cerveza con Sprite…

Als wir fertig sind kommen auch Jo und Caro zurück. Sie waren auch unterwegs. Jo erzählt uns, dass die hier seit Tagen so ausflippen und dass er die Einkaufszentren meidet wenn nur möglich. Caro erzählt uns ihren Trick – sie parkt einfach außerhalb und geht dann ein paar Meter zu Fuß – gar nicht so dumm :-)

Wir bestellen uns für den Abend die echt Spanische Paella – von zwei belgischen Köchinnen zubereitet und einem deutschen Chef serviert – was kann da noch schief gehen? Dazu werden wir heute mal eine Flasche Weißwein trinken – mal sehen was Jo uns empfehlen kann. Es ist jetzt kurz nach 18h – wir wandern gleich mal los. Publizieren können wir das hier dann alles morgen bei Wolfgang und Karin – gut wenn man jemanden kennt der ein WLAN hat ;-)

Ciao!


Vamos a la playa

Heute ist Sandra besser drauf, aber noch nicht wirklich gut. Also beschließen wir nach dem bekannt guten Frühstück, dass sie heute hier bleibt und ich auf eigene Faust los ziehe. Gesagt getan, um etwa 11h bin ich dann unterwegs. Mein Weg führt mich an die Nord-Westliche Küste. Vorbei an La Laguna geht es in Richtung Las Mercedes. Am kleinsten Kreisverkehr der Welt biege ich kurzerhand ab in Richtung “Bajamar” und “Punta del Hidalgo”. Eigentlich habe ich Bilder von netten kleinen Fischerdörfern im Kopf. Als ich dort ankomme bin ich dann ziemlich enttäuscht und steige nur kurz am Wendehammer am Punta del Hidalgo aus. Vielleicht würde man ja noch was nettes finden wenn man hier ein wenig die Gegend erkundet, aber es windet wie die Hölle und so steige ich wieder ein und fahre zurück zum kleinsten Kreisverkehr der Welt. Hier biege ich dann scharf links ab in Richtung Las Mercedes. Vor mir schleichen ein paar Touristen den Berg hinauf und ich bin froh als ich sie endlich überholen kann.

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Bei den üblichen Aussichtspunkten fahre ich einfach weiter, die habe ich während der letzten Jahre schon zur genüge “abfotografiert” :-)

Irgendwann geht es links in Richtung “Afur” – bei unserer Wanderung in Taborno haben Wolfgang und Karin im letzten Frühjahr so geschwärmt, dass die Wanderung von Afurt hinunter ans Meer so schön ist – warum nicht?

Die Straße ist abenteuerlich eng, aber es gibt fast keinen Gegenverkehr, alles kein Problem. Als ich in Afur ankomme ist der Parkplatz am Ende der Sackgasse wie leer gefegt, ich parke das einzige Auto hier :-) Der Weg hinunter an den “Strand” ist ausgeschildert, super! Schnell die Wanderstöcke auf die richtige Länge bringen, alle nicht notwendigen Kameras und Objektive im Kofferraum platzieren, die Wanderschuhe anziehen und eine warme Fleecejacke überziehen. dann geht es los!

Es stürmt wie verrückt und ich habe ein wenig Sorge, dass es einen heftigen Regenguss geben könnte, aber es bleibt bis zuletzt fast alles trocken ;-) Der Weg geht heftig auf und ab, aber ich habe den Ehrgeiz nicht umzukehren und wirklich bis zum Meer zu wandern. Zwischendurch passiere ich eine paar kleine Wasserfälle und einige beeindruckende “Mauerdurchbrüche”. Wer auch immer diese Mauern hier aufgestellt hat, er muss ein Künstler gewesen sein. Ob es doch einen Gott gibt?

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Kurz nach 14h komme ich dann am Strand an, oder an dem was man hier so Strand nennt :-) Das Meer tost wie verrückt und ich kann mich kaum auf den Füßen halten, was für ein Wetter. Der Knaller ist eine kleine Finca direkt unten am Meer. Es hängt ein Schild auf der Veranda – “Zu Verkaufen” – das ist der Hammer – wer hier wohnt hat keinen Strom, kein fließendes Trinkwasser und keine Garage für seinen Geländewagen, ok warum auch? Vielleicht könnte man sich ein Boot nehmen und ab und zu im Hafen von Puerto de la Cruz anlegen um Lebensmittel zu kaufen, aber da muss man ein echt menschenscheuer Aussteiger sein :-)

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Wie dem auch sei ich habe ein wenig Sorge, dass es auf meinem Heimweg dunkel werden könnte. Also schnell wieder zurück. Für den Hinweg habe ich über zwei Stunden gebraucht und nun muss ich deutlich mehr bergauf als bergab steigen. Und wie es bergauf geht! Die topografische Karte auf der ich mir morgens alles angeschaut haben offerierte mir 300 Höhenmeter Unterschied. Später bei der Track-Auswertung kann ich dann sehen, dass ich knapp 6 Kilometer gelaufen bin und dabei zweimal zusammen 821 Höhenmeter zurück gelegt habe. Absolut sind es wirklich nicht etwa 300 Meter, aber es geht ständig auf und ab und das schlaucht mich ungemein.

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Zurück am Auto fällt es schwer die Schuhe zu wechseln und ich bin froh, dass ich eine komplette zweite Montur dabei habe. Also schnell ein frisches Hemd und eine trockene Fleece-Jacke anziehen, dann zurück zur Finca San Juan. Der Rückweg fällt mir schwer, ich bin abgekämpft und müde. Als ich endlich “daheim” ankomme freue ich mich auf die Dusche und auf eine leckeres Abendessen.

Was für ein Tag :-)

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Nun aber ab ins Bett :-)


Dienstag morgen – Vierter Tag

Es ist erstaunlich wie schnell hier die Zeit vergeht, heute ist schon Dienstag und es ist der vierte Tag hier auf Teneriffa. Etwas unterhalb auf den Feldern werden Kartoffeln geerntet. In einer Zeitung habe ich gelesen, dass die letzten schweren Stürme vielfach die gesamte Ernte an Kartoffeln, Tomaten und anderem Gemüse vernichtet haben. Wenn man sich anschaut wie viel Arbeit diese Menschen investieren kann man kaum verstehen, dass Kartoffeln im Supermarkt um die Ecke so billig sind. Krass auch, dass ich im Vordergrund der Szenerie einen schönen Pool mit bunten Liegen für die Urlauber zu sehen bekomme…

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Und weil es so schön ist noch eines der ersten Bilder die ich hier mit der frisch reparierten D2x gemacht habe. Es sieht aus als würden die beiden Wolken “Händchen halten” :-)

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Sandra geht es immer noch nicht besser und beim Frühstück isst sie fast gar nichts. Sie kann kein Essen sehen und trinken mag sie auch nichts. Sie ist nur schlapp und müde. Wir beschließen in Puerto de La Cruz einen Arzt aufzusuchen. Der Doc hat mich schon mal gerettet als es mir so ging wie Sandra heute. Damals bin ich sogar im Flieger kurz vor dem Start ohnmächtig geworden. Es war wie im Film, als ich wach wurde hatte ich eine Sauerstoffmaske auf der Nase und die Stewardess rief “Ist hier ein Arzt, hallo? Haben wir hier einen Arzt an Bord?” Das kennt man ja nur aus amerikanischen Katastrophenfilmen oder “Der Reise im total verrückten Flugzeug”. Das mir das mal passieren würde hätte ich damals auch nicht gedacht.

In Puerto de La Cruz ist die Hölle los, Weihnachten steht vor der Tür! Wir finden keinen Parkplatz und müssen vom Playa de Jardin bis zum Plaza de Charco laufen. Sandra wird unterwegs immer langsamer, es fällt ihr richtig schwer. Beim Arzt angekommen ist dann alles ausgebucht. Aber sie darf doch bleiben. Während ich mich mit meinem Fotoapparat am Hafen herumdrücke bekommt sie eine Infusion und sieht zwei Stunden später auch schon deutlich besser aus. Das mag ich so an dieser Insel, man ist hier einfach gut aufgehoben, auch wenn es mal eng wird. Wie das in Mexico oder Guatemala wäre mag ich mir nicht ausmalen…

Im Hafen ist heftiger Seegang, es liegt kein Boot im Wasser. Aber ich finde einen wirklich todesmutigen Angler, was für ein Kerl!! Wenn der da abrutscht ist er hin, da bin ich mir ziemlich sicher!

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Das Tele mit Telekonverter ermöglicht interessante Einblicke in das Leben meiner Mitbürger. Hier scheint der linke Typ zu sagen “Und der Fisch den ich da gefangen habe war mindestens so groß, wirklich riesig war der!!!”

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Zum Vergleich was eine kleiner Chip und ein 1.7er Telekonverter an der D300 leisten kann hier die gleiche Szenerie mit einem Weitwinkelobjektiv. Die beiden Typen sind die beiden hellen Pixel da hinten auf der Mauer!

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Der Rückweg zum Auto fällt Sandra richtig schwer. Aber es scheint aufwärts zu gehen. Wir machen einen Zwischenstopp am Restaurant “La Terazza” oberhalb vom Casa de Dios in der Siedlung Romantica II – was für eine Ortsangabe :-) Es sieht auf den ersten Blick ziemlich geschlossen aus, aber es ist doch jemand zuhause. Wir erkennen uns auch gleich wieder, ich bin hier immer wieder gern. Der Sturm hat auch hier schlimm gewütet. Das Tor ist weg, die Sonnenschirme und einige Tische und Stühle hat es auch erwischt. Daher ist die schöne Terrasse heute wie leer gefegt.

Ich gönne mir einen warmen Apfelstrudel mit Sahne und Vanilleeis – der Klassiker hier! Dazu gibt es Deutschen Filterkaffee – endlich mal… Sandra trinkt ein alkoholfreies Bier und isst eine Ofenkartoffel, ohne “Zubehör” – das klappt relativ gut. Als wir später wieder im Auto sitzen zeigt das Thermometer 28°C – hui – wenn man bedenkt, dass wir bei -5°C in Bonn gestartet sind, ist das schon ein krasser Unterschied! Und hier ist Winter!

Wieder zurück auf der Finca geht Sandra gleich ins Bett und ich habe ein wenig Zeit mal meine Bilder zu sichten und ein bisschen was für mein BLOG zu schreiben. Es ist jetzt gleich 19h, eigentlich wäre heute eine schöne Vernissage in Puerto de la Cruz auf dem Programm. Aber allein mag ich nicht und Sandra geht es nicht gut. Leider haben wir morgens das Abendmenü abbestellt – ich gehe gleich mal schauen ob Caro mir trotzdem was nettes zaubern kann :-)

Wann ich das hier alles publizieren kann weiß ich noch nicht so recht – daher bitte nicht wundern wenn es irgendwann zeitlich nicht so recht zu einander passt!

Ciao!


Teneriffa 2010 – Start mit Schwierigkeiten

Am zweiten Abend ist Sandra ziemlich schlapp, sie ist richtig krank und es macht mir langsam Sorgen, dass es nicht wirklich besser werden will. Während sie im Bett liegt bewundere ich die Sternenklare Vollmondnacht. Auf meinem neuen HTC Desire HD habe ich mir Google Sky installiert. Das ist witzig und zeigt mir wo der Polarstern ist. Wenn ich eine Kamera mittig auf diesen Stern ausrichten und viele Stunden belichten könnte hätte ich eine krasse Spirale als Bild. Alles dreht sich um den Polarstern, jedenfalls aus unserer Perspektive! Aber ich habe leider “nur” digitale Kameras dabei. Ein “Testschuß” mit der D2x ergibt bei 30 Minuten Belichtungszeit kein wirklich schönes Ergebnis. Zwar kann man die Bahnen der Sterne schön erkennen, aber das Bildrauschen ist heftig und wegen des hellen Vollmonds sind die Kontraste wirklich schlecht. Das Mondlicht hat direkt auf das Objektiv geleuchtet. Das wird so nichts! Für diese Art von Fotos braucht man eine traditionelle “Filmkamera”. Da gibt es kein Rauschen und da erwärmt sich auch kein Chip.

Aber der Vollmond hat auch was Gutes, er beleuchtet den verschneiten Pico del Teide ganz wunderbar. Ich hole mir das AF-S 70-200 und den 1.7x Telekonverter. Das ganze dann an die D300 und auf ein stabiles Stativ. Auslösen tue ich die Kamera mit einem Kabelauslöser. Bei Belichtungszeigen von 30 Sekunden und Blende 8 ist auf dem Display ganz deutlich der verschneite Vulkan zu sehen, toll!

Später fällt mir dann auf, dass es ein paar echte blöde Hochspannungsleitungen gibt die langweilige vor dem Teide herum hängen, aber ich habe einen Kopierstempel und der lässt sie schnell verschwinden. Die waagerechten kleinen Striche sind die Sterne die an uns in nur 30 Sekunden vorbeigezogen sind. Bewegungsunschärfe ist das, wer hätte das gedacht ;-)

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Am Montag sind wir beim Verlassen unseres kleinen Häuschens überrascht wie warm es draußen schon ist. Das Frühstück schmeckt mir hier wie immer richtig gut. Sandra kann fast nichts essen weil sie immer noch heftige Magenschmerzen hat. Es geht ihr gar nicht gut. Nach dem Essen legt sie sich ein wenig in die Sonne an de Pool und ich mache mich allein auf den Weg. Mal sehen was ich so finde.

Kurz vor Mittag geht es mit dem neuen Auto los. Der Opel hat eine Weile in der Sonne gestanden und es riecht innen drin ganz übel nach neuem Kunststoff, nach Weichmachern und Chemie. Während ich auf kleinen Straßen mit geöffneten Fenstern im 3. Gang über die Insel fahre muss ich an meinen früheren Kollegen Karsten aus Köln denken. Er hatte vor ein paar Jahren mal einen nagelneuen Firmenwagen am Werk in Stuttgart abgeholt und ist dann damit gleich nach Italien in den Urlaub gefahren. Das Auto hat ihn regelrecht krank gemacht, es waren wohl auch die vielen fiesen Chemikalien die für die Herstellung der Kunststoffteile eingesetzt werden. Ich stelle mir vor, dass meine schöner neuer Opel wahrscheinlich genauso riecht. Wie dem auch sein, es ist fies!

Aber egal, die Sonne scheint, im Radio läuft Salsa-Musik, links oben kann ich immer wieder schöne Blicke auf den Pico del Teide erheischen, rechts unten rauscht das Meer vor sich hin. Es geht auf kleinen Straßen nach Westen, den Wolken entgegen. Als ich bei Santiago del Teide ankomme ist es nur noch eine einzige Waschküche. Nichts mehr mit Meer, Sonne und Vulkan. Sogar im Radio gibt es keine gescheite Musik mehr. Fast wie im letzten Jahr. Da sind wir hier auch bei Sturm und Regen angekommen.

Aber ich lasse mir die Laune nicht vermiesen :-) Irgendwann passiere ich den Mirador de Chirche und mache mich an den Aufstieg zum Pico del Teide. Die Pinienwälder sind in mystischen Nebel getaucht. Zwischendurch muss ich einfach mal anhalten, zu schön sieht das aus. Ich schnappe mir die D300 und das 12-24mm Weitwinkel. Dazu das Handy und dann geht es los. Ein Regenjacke habe ich vorsorglich angezogen und die werde ich auch brauchen :-)

Der letzte Ausbruch vor etwa 100 Jahren (vielleicht ist es auch schon 200 Jahre her? Kann ich gerade nicht nachschauen weil es keine Internet gibt…) hat eine große Mengen flüssigen Gesteins ausgeworfen. Hier überall sind eigenartige Formationen zu finden die im Nebel wie kleine Ungeheuer ausschauen. Aus einigen Felsbrocken wachsen gar Bäume! Ich frage mich wie das wohl funktioniert. An den Bäumen sind die Spuren der Waldbrände von 2006 noch genau zu erkennen. Vielfach löst sich aber die verkohlte Rinde und an einigen Stellen ist Harz auf die Rinde getropft. Es sieht aus wie gelbes Wachs, sehr bizarr.

Das Feuer hat fast alles Unterholz verbrannt, auf den Lavarocken liegt nur eine dünne Schicht aus den Kiefernnadeln der letzten paar Jahre. Dazwischen überall hellgrüne Pflanzen, wenn ich nur wüsste wie sie heißen…

Während ich ein Foto nach dem Anderen mache gibt es immer wieder kurz Regenschauer. Die Kamera wird richtig nass, aber es ist ein Nikon und das Gehäuse soll ja abgedichtet sein. Plötzlich sehe ich vor meinen Füßen ein Gewächs das aussieht wie ein kleines Herz. Darauf sind zwei Kiefernzapfen gefallen. Daneben liegt ein verkohlter Zweig. Ich lege den Zweig darauf und plötzlich lacht mich ein kleiner Smiley an – wie süß :-)

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Als der Regen immer stärker wird kehre ich um und stolpere zum Auto. Jetzt auf den nassen Nadeln ausrutschen und den Fuß verknacksen, das wäre echt blöd. Kaum gedacht haut es mich auch schon um. Aber ich kann mich noch abfangen und falle nur so halb. Die D300 baumelt an meinem Hals. Ich muss daran denken wie mir bei einer ähnlichen Aktion im Frühling die D2x im Canyonlands National Park einen Abhang hinunter gekugelt ist. Sie ist übrigens frisch repariert im Kofferraum und wartet auf die nächsten Einsätze! Nikon eben, man kann damit einen Nagel in die Wand schlagen und dann das Bild fotografieren das man an diesen Nagel gehängt hat :-)

Meine rechte Hand tut vom Abfangen des Sturzes weh und ein paar Stellen an Hintern sind auch lädiert, aber es ist nichts weiter passiert. Als ich am Auto ankommen ist die Regenjacke völlig nass und ich bin froh, als ich wieder im trockenen Auto sitze. Es geht hoch zum Teide. Da oben ist eine völlige Waschküche angesagt. Was für ein Wetter, man kann kaum etwas sehen, ich biege links ab in Richtung Parador, dann lichtet sich der Himmel. Der Teide ist eine echte Wetterscheide! Als ich am Parador ankomme scheint die Sonne und vor mir ist ein wunderschöner gewaltiger Regenbogen. Gern würde ich hier mal anhalten aber es gibt keine Gelegenheit, auch habe ich eben ein paar “Schleicher” überholt und die hätte ich dann vielleicht bis untern im Tal wieder vor mir. Also werden die schönen Bilder nur im Gedächtnis gespeichert!

Beim Verlassen der Canadas schalte ich mal das neue Navigon ein. Mal sehen woher es mich schicken möchte. Das was dann kommt ist für mich witzig, aber für den unerfahrenen Nutzer nicht ganz ungefährlich. Das Navigon will immer wieder in kleine Fußwege abbiegen, an vielen Stellen ist gar keine Straße. Alle paar hundert Meter soll ich links oder rechts abbiegen, was für ein Wahnsinn. Ich lasse mich nicht beirren und bleibe einfach auf der Hauptstraße. Unten in La Orotava angekommen geht es auf die Autobahn und ein paar Minuten später bin ich auch schon wieder bei Jo und Caro.

Den Trip habe ich mit meinem Garmin Colorado 300 “aufgezeichnet” – hier ist er:

Erste-Rundreise

Es ist etwa 17h und ich habe Lust auf ein Stück Kuchen. Jo hat warmen Apfelkuchen im Angebot. Dazu einen Kaffee – lecker. Abends gibt es wieder ein tolles Menü, Caro übertrifft sich jeden Tag aufs Neue! Das Dessert schaffe ich, der Kuchen war zu gut :-) Um 22h liegen wir beide todmüde im Bett. Ich habe “Augenmuskelkater” und Sandra ist einfach noch krank.

Hier habe ich eine kleine Auswahl meiner “Nebelfotos”

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Der zweite Abend

Viel erlebt haben wir heute nicht, aber es war trotzdem schön bei warmem Wetter mit eingeschalteter Klimaanlage zum Einkaufszentrum zu fahren und alles zu kaufen was wir die nächsten Tage hier so brauchen.

Während ich hier im T-Shirt auf der Terrasse sitze geht vor uns über dem Meer die Sonne unter, traumhaft!!!

Eben haben wir erfahren, dass es hier vor kurzem einen schlimmen Sturm gab. Die kaputten Stühle liegen schön auf einem großen Schrotthaufen. Caro und Jo haben während der letzten Tage schon alles wieder aufgeräumt. Was für eine Leistung. Hätten sie uns nichts erzählt, wir hätten nichts bemerkt.

So, nun geht es so langsam aber sicher zum Abendessen. Es gibt wieder ein tolles Menü, der Hauptgang ist heute eine Ente!!


Der erste Morgen

Sandra hat sich langsam wieder aufgerappelt. 12h “gesunder natürlicher Schlaf” kann Wunder bewirken! Als ich das erste Mal die Augen aufschlage, liegt Sie regungslos neben mir. Ein wenig erschrocken greife ich nach ihrer Hand, sie noch warm, Gott sei es gedankt.

Beim Frühstück weiß ich gar nicht was ich zuerst nehmen soll, so gut ist das hier alles. Es gibt frische Säfte, Rührei mit Speck, selbst gebackene Brötchen und und und…

Großartig!!!

Während Sandra am Pool liegt bloggen ich dann auf dem neuen HTC Desire HD. Hier im Freien habe ich sogar 3G Empfang :-)


Glücklich angekommen

Der Flug war lang und anstrengend, aber wir haben es geschafft!! Unser Mietwagen ist nagelneu, gerade mal 1500 km stehen auf dem Tacho. Den Weg finden wir wie im Schlaf. Die Begrüßung ist herzlich wie immer und das Abendmenü ist der Hit. Kurz vor 23h müssen die Kids von Jo und Caro ins Bett, kein schlechter Zeitpunkt auch zu gehen. Schnell noch mit dem kleinen Androiden ein wenig bloggen und dann ab ins Bett. Was für ein Tag ;-)


Bloggen am Flughafen CGN

Pünktlich um 12h steht das Taxi vor der Tür. Die Fahrt zum Flughafen ist problemlos, inkl. Trinkgeld kostet der Spass 50 Euro – Autsch… Für das Geld kann man hier auch problemlos zwei Wochen parken, denke ich jedenfalls ;-)

Dann das Warten in der Schlange mit den üblichen Verdächtigen. Viele alte Leute, Sandra nennt es “Pflegestufe 3″. Witzig ist damit anzuschauen wie immer wieder gut gestylte Reisende durch die Türe kommen und mit Entsetzen die lange Schlange sehen. Einige wollen sich dazwischen mogeln, werden aber von den anderen Reisenden mit teilweise rüdem Tonfall auf das weit entfernte Ende der Schlange verwiesen. Warum sind die nur alle so????

Etwa eine Stunde vor Abflug sind wir dann am Gate D40 und haben jetzt alle Zeit der Welt. Sandra schnappt sich mein iPad und bietet noch schnell bei einem Sat-Receiver mit. Dann bin ich an der Reihe und kann auf dem iPad noch schnell ein bisschen was bloggen, das Ding ist sowas von cooool ;-)

Noch 45 Minuten bis wir in den Flieger können, wenn alles gut geht. Draussen auf dem Rollfeld sind die Räumfahrzeuge ohne Unterlass unterwegs. Mal abwarten ob die das hier besser im Griff haben als die Düsseldorfer….

So, nun weiter mit ein paar aktuellen Fotozeitungen ;-)


Aufstehen und los

6h am Morgen, Sandra ist besser drauf, aber nicht wirklich gut. Es gibt als erst einmal einen Tee und eine Banana, das hilft hoffentlich. Abends habe ich noch Cola und Salzstangen eingekauft, was für ein Start in den Urlaub.

Während Sandra hustet sitze ich mit dem Mac im Bett und suche eine leere Festplatte. Externe Festplatten habe ich mehrere, aber im Grunde genommen sind sie alle voll. Früher hat man seine Filme in Schränken, Schubläden und Schuhkartons gehortet, heute sammelt man Festplatten. Die Zeiten ändern sich…

Mein Resümee: Entweder sind alle Platten weitgehend voll oder so klein, dass es sich gar nicht mehr lohnt sie mit zu nehmen. Also werden wir wohl heute Abend im Einkaufszentrum im Puerto de La Cruz für etwa 75 Euro mal wieder eine 500er Festplatte kaufen. Da soll noch mal jemand sagen, dass die Digitale Fotografie nichts kostet. Manchmal bezweifle ich, dass die Fotografen die früher mit Filmen, Chemie und dem ganzen Tam Tam gearbeitet haben vergleichsweise mehr Geld ausgegeben haben als ein heutiger durchschnittlich ambitionierter Hobbyfotograf :-)

Aber das ist eben der Fortschritt und wenn man ehrlich ist, macht der ja auch Spaß. Wie habe ich mich im letzten Jahr geärgert, als ich die vielen Diafilme vom Labor abgeholt habe, die ich während der USA-Reise im März/April belichtet habe. Fast alle Filme sind mit langen Schrammen überzogen. Beim Anschauen der Dias mit meinem schönen Rollei Überblend-Projektor konnte daher selbst ein Glas Rotwein den Schmerz nicht lindern. So ein heiliger Mist, Diafilme für über 200 Euro und fast alle sind mit meterlangen Telegrafendrähten “geschmückt” – da doch lieber ein bisschen Staub auf dem Sensor, denn den kann man wegpusten…

Allerdings denke ich auf der anderen Seite, dass ich diese Dias noch haben werde wenn auch die letzte Festplatte ihren Dienst eingestellt haben wird. Klar, man kann alle paar Jahre immer mal alle Bilder auf neue Datenträger kopieren, aber es sind jetzt schon so inflationär viele Bilddateien, wenn man ehrlich ist macht das doch eh niemand. Statt dessen leben wir mit der Gewissheit, dass die vielen schönen Fotos bald alle weg sein werden. Aber so ist das eben, vielleicht ist es ja auch ganz gut so. Wenn ich mir meine Fotos anschaue, die ich 1983 gemacht habe – hui – da wäre es nicht schlimm sie alle zu verlieren. Sie haben heute allenfalls einen privaten Wert, schöne Andenken, mehr aber auch nicht. Also einfach mal abwarten was passiert, vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm. :-)

Update um 10h

Die Koffer sind gepackt und ich bin verwundert wie viele Kofferbänder sich in meiner Wohnung finden lassen :-) Um kurz nach 8h bin ich noch schnell los gewandert um ein Mittel gegen Durchfall zu besorgen. Draußen ist alles weiß eingeschneit, niemand war vor mit vor unserer Haustüre. Der frische Schnee knirscht unter den groben Sohlen der Wanderschuhe, alles ist ganz still. In meiner Winterjacke ist es schön kuschelig warum und ich geniesse den kleinen Marsch zur Apotheke. Als ich auf die erste etwas größere Straße einbiege sehe ich den ersten Menschen. Ein älterer Herr mit Schubkarre, Besen und Schneeschieber. Er hat schon fast 100 Meter Gehweg vom Schnee befreit. Warum nur? Ist das der Stadtteilhausmeister? Auf wirklich akkurat geräumten Wegen geht es weiter in Richtung Apotheke. Ich kreuze die Hauptstraße und hier ist der Gehweg wieder voller Schnee, das knirscht einfach wunderschön. Fast schade, dass wir gleich weg müssen. Mir kommt in den Kopf, dass der Schnee und die Kälte vielleicht einfach nur total nerven wenn man zur Arbeit muss und im Nahverkehr einfach nichts funktionieren will. Hat man Zeit das alles in Stille zu genießen ist es wunderschön.

An der Art und Weise wie die Gehwege geräumt werden kann man ablesen wie die Leute so drauf sind die hier wohnen. Neulich hat mich Tobias mal erwischt als ich gerade im Büro die Toilette verließ und mich gefragt ob ich ein “Knüller” oder ein “Falter” sei. Hä? “Ich habe mal gelesen, dass ein Hersteller von Toilettenpapier mal eine Untersuchung gemacht hat weil er wissen wollte wie die Kunden die Produkte des Unternehmens benutzen. Heraus kam -> Es gibt Knüller und Falter!”

Okay…

Während ich ein passables Doppelhaus kreuze kommt mir in den Sinn, dass es auch bei den “Schneeräumern” ein Pendant zu Knüllern und Faltern geben könnte. Der Weg hier ist eher gewedelt, mit einem Besen mit weichen Borsten. Vielleicht gibt es Wedler, Stampfer, Schrubber, Schieber, Längs- und Querräumer – wer weiß… Vor dem Doppelhaus ist ganz exakt nur die eine Seite geräumt. Vielleicht kann man am Verhalten der “Schneeschieber” sogar ablesen wie sich die Familien verstehen? Ist wie hier nur eine Seite geräumt könnte es sein, dass sie heftigen Zoff miteinander haben. Sind beide Seiten geräumt, aber unterschiedlich, so leben sie vielleicht in friedlicher Koexistenz. Ist gar nicht geräumt sind sie vielleicht im Urlaub, oder ihr Hausmeister hat verschlafen? Welche skurrile Gedanken am frühen Morgen…

Die Apotheke hat natürlich noch geschlossen. Ich gehe weiter nur nächsten Apotheke, auch zu! Dann auf die Hausdorfstraße zur dritten Apotheke. Ich habe Glück, eine junge Frau stellt gerade die ganzen Wagen mit Mitteln gegen Erkältungen nach draußen. Ich bekomme ein Paket Immodium Akut lingual und ein normales Paket – jeweils 12 Stück – das sollte unseren Flug retten!

Zurück geht es über unterschiedlich gut geräumte Wege, ich denke wieder an die Leute die das hier gemacht haben. Knüller und Falter, ein breites Grinsen erhellt mein Gesicht.

Der alte Mann hat inzwischen das halbe Stadt-Viertel vom Schnee befreit, welche eine Energie am frühen Morgen!

Ich biege auf die kleine Seitenstraße ab, eine alte Dame mit einem kleinen Hund kommt mir entgegen. Der Hund hat so wenig Fell, dass er einen Pullover tragen muss :-) Sie geht ganz vorsichtig, unter dem Schnee ist alles vereist. Ein paar Meter weiter haut es mich dann beinahe von den Beinen. Adrenalin schießt durch die Adern, mir wird heiß. Es geht noch einmal gut. Das wäre es jetzt auch noch, einen Arm brechen. Das wäre dann keine Urlaubsreise sondern ein Krankentransport. Die alte Dame macht es richtig, schön vorsichtig! Besser ist das.

Es ist jetzt 10h10 und alles ist soweit fertig. Obgleich noch ein paar Filme im Kühlschrank lagern habe ich mich entschlossen diesmal keine analoge Kamera mehr mitzuschleppen. Vielleicht wenn es im Februar nach Las Vegas geht, mal sehen…

Ich mache jetzt mal den Koffer zu und dann gibt es noch ein kleines Frühstück – für mich allein…

Gegen Mittag dann ein Taxi rufen und hoffen, dass wir gut und pünktlich zum Flughafen kommen.

Bis später….


Die letzten Stunden in Deutschland

Es ist Freitagmorgen als ich um 9h mit einem irren Brummschädel wach werde. Was ist das nur wieder, ich werde echt nicht jünger. Den ganzen Tag schleiche ich in der Bude herum, suche meine sieben Sachen zusammen und packe so mehr schlecht als recht meinen Koffer.

Kurz vor 18h dann schnell in die Stadt um Sandra am Bahnhof abzuholen. Sie ist nur ein Schatten ihrer selbst. Als letzte Amtshandlung des Jahres hat sie noch an der Verabschiedung einiger Kollegen teilgenommen und sich dabei ganz heftig den Magen verdorben. Die Fahrt mit dem Zug nach Bonn war ihre kleine private Hölle. Als wir dann endlich um kurz nach 18h im Auto sitzen wollen wir nur noch weg. Raus aus dem ganzen erkälteten fiesen Matsch und Schnee. Man kann es kaum in Worte fassen wie wir uns auf Jo und Caro freuen. Zwei Wochen Sonne, Meer, Gebirge, Wandern und Fotografieren, Yeah!!

Einmal noch schlafen, dann geht es los zum Flughafen. Hoffentlich geht es Sandra morgen wieder besser. 2008 bin ich auf dem Weg nach Teneriffa kurz vor dem Start im Flieger ohnmächtig geworden. Gleiches Ding, Abends noch schnell zum McDonalds auf einen Burger mit Fritten und Mayo. 60 Minuten später dann Durchfall, Kotzen bis zur totalen Erschöpfung – was ätzend.

Hoffentlich geht es Sandra morgen wieder besser.

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Hier noch eine kleine Urlaubsvorfreudenimpression – der Pico dle Teide mit Weitwinkel :-)

März 2010 – Hasselblad SWC und Fuji Velvia 50

 

Moment, einen habe ich noch – weil es so schön ist :-)

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Teneriffa–Immer wieder…

Ich glaube es war wohl 2003 als ich das erste Mal die größte der kanarischen Inseln besucht habe. Im Jahr darauf war ich auf Gran Canaria, auch schön, aber Teneriffa hat mich in ihren Bann geschlagen. Als im Winter 2005 neuen Jahre Unternehmensberatung bei Mummert + Partner zu Ende gingen, habe ich diese Insel allein besucht. Mein erster Urlaub in dem ich gaaaanz allein war. Manchmal war es frustig, aber ich habe viele lustige Leute kennen gelernt und ich erinnere mich noch heute gern an die Abende mit Pepe an der Rezeption im Hotel Marte in Puerto de la Cruz.

“Una botella de vino tinto por favor” (Ich hätte gern eine Flasche Rotwein)

“Quiero un gran vaso de cerveza fría” (Ein kaltes Bier wäre jetzt nicht schlecht)

Gebloggt habe ich damals noch nicht, jedenfalls nicht so richtig – ein wenig aber doch… Praktisch jeden Abend habe ich meine Fotos durchgeschaut, ein oder zwei Bilder ausgeguckt und sie dann auf einen USB-Stick kopiert. Mit diesem Stick bin ich dann in das Foyer des Hotels gewandert und habe dort für 4 Euro die Stunde meinen “Blog” live in die fotocommunity geschrieben. Das war witzig und es gab so viel Feedback, dass ich gar nicht wirklich allein war.

So sah das damals aus:

http://www.fotocommunity.de/pc/pc/pcat/165591

Schon damals habe ich mich mit mehreren Kameras abgeschleppt. Meine D2x war noch ganz ganz neu und die F5 war mir schon sehr ans herz gewachsen. Wenn man heute darüber nachdenkt was ich da alles so durch die Gegen geschleppt habe :-)

Aber es war witzig und Dias wie dieses hier haben für die Mühe entschädigt.

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Wasser auf dem Mond – Mensch war ich damals aus dem Häuschen! All die Jahre später war alles immer nur trocken. Aber damals im Winter 2005 gab es einen Tropensturm – DELTA – und der hatte es in sich! Nicht nur, dass er Wasser auf den Mond gebracht hat, er hat auch die gesamte Stromversorgung des südlichen Teils der Insel lahm gelegt. War das ein Chaos!

So wie hier sah das damals aus: http://www.fotocommunity.de/pc/pc/extra/egallery/pcat/165591/display/4574510

Im letzten Winter gab es wieder einen schweren Sturm und damals gab es wieder Wasser auf dem Mond. Ich erinnere mich noch gut daran. Zwei meiner Fotos wurden sogar in einer Zeitung abgedruckt.

http://issuu.com/clevercomunicacion/docs/megawelle_issue_02-2010_web

An diesem Abend waren Sandra und ich fast allein dort oben am Pico del Teide. Viele Fotografen waren seit dem dort oben auf der “Jagt nach einem See den es nicht mehr gibt” – wir haben ihn gesehen – was für ein glücklicher Zufall :-)

Ich kann mich noch recht gut daran erinnern wie es langsam dunkel wurde, das Licht von Minute zu Minute schöner wurde und Sandra frierend und mosernd zum Auto marschiert ist. Ich glaube inzwischen hat sie meine Euphorie verstanden. Hier zwei Bilder zum Vergleich, zwischen denen etwa 60 Minuten verstrichen sind.

Mondsee

Ist dieses Foto hier nicht viel cooler?

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Nun im Winter 2010 ist heute mein letzter Arbeitstag für dieses Jahr und das ist auch gut so – es war alles ziemlich anstrengend. Nun freue ich mich nur noch auf ein paar Tage auf der Finca von Jo und Caro, auf das gute Essen, den tollen Wein, die warme Sonne und die entspannten Leute.

http://www.finca-san-juan.com

Das Haus La Palma haben wir ja schon im Frühjahr kennen gelernt. Und dort dürfen wir nun die nächsten beiden Wochen verbringen. Das ist so cool…

http://www.finca-san-juan.com/casas/palma.php

Eben habe ich mal kurz das neue Handy in das Badezimmer gehalten – eine “kleine Hemdenparade” – morgen ist alles trocken und kommt dann zum Teil in den Koffer. Viele Hemden mit langen Ärmeln werde ich nicht brauchen, auf Teneriffa haben wir zwischen 18 und 25°C

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Ein wenig erinnert mich das alles an die Vorbereitungen für meine USA Reise im Februar 2009. Damals wollte der Koffer nicht so recht zu gehen. Ich habe alles gebügelt, denn so hat das alles ein bisschen weniger Raum im Koffer benötigt. Auch wenn ich das Bügeln von Hemden echt hasse, damals hat es Spaß gemacht. Mal sehen ob es morgen notwendig wird ;-)

Damals im Winter 2005 habe ich morgens um kurz nach 6h immer fast allein zusammen mit einer echt netten alten Dame gefrühstückt. Sie hat mir damals erzählt, dass sie schon seit 17 Jahren immer wieder im Winter in dieses Hotel kommt. Inzwischen leider allein, weil ihr Mann seit ein paar Jahren keine Lust mehr hat. Sie ist jeden Morgen schräg gegenüber des Hotels am Busbahnhof zu einem Wandertreff gegangen. Dann mit dem Bus ins Anaga-Gebirge, oder was anderes was schön war. Dort ist sie den ganzen Tag bergauf und bergab gewandert um sich damit ihren Lebensabend zu verschönern.

Ich habe sie damals ob ihrer Konsequenz bewundert und beschlossen es ihr vielleicht einmal gleich zu tun wenn es nur finanzierbar ist. Im Winter im T-Shirt im Gebirge wandern gehen und dabei die Meeresluft des Atlantiks atmen, was kann es schöneres geben?

Ein paar Jahre danach habe ich dann über die FC Edith, Karin, Wolfgang, Jeannette, Günther und die vielen anderen Residenten kennen gelernt. Die machen das genau richtig!!

Was für ein Lebenstraum.

Aber vor den Urlaub haben die Götter das Kofferpacken gesetzt und dazu gehört auch seine sieben Sachen zusammen zu suchen. Damit fange ich jetzt einfach mal an.

Hier noch ein par Impressionen früherer Reisen:

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Die Spitze des Pico del Teide mit 600er Teleobjektiv und Masca am Morgen.

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Eine Schildkröte beim Sonnenbad im Jardin Botanico und ein paar Felsen bei Puerto de la Cruz.

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Nachts im Anaga-Gebirge am Pico del Ingles – sehr cool war das!!

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Abends im Hafen von Puerto de la Cruz.

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Die Weisse Ondlandschaft und ein Blick vom Pico del Teide rüber nach La Gomera und La Palma.

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Zu Weihnachten gibt es in Puerto de la Cruz eine schöne Kirmes. Und noch ein Sonnenuntergang an der Westseite des Pico de Teide mit Blick auf La Gomera – etwa 2000m hoch über dem Meer – wunderbar!

Hier habe ich eine kleine Diashow angelegt.


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