Alles über Fotografie, Autos, Motorräder…

Archiv für Mai, 2010

Die ersten Arbeitstage…

Kaum zurück geht es nach kurzer Gnadenfrist gleich wieder an die Arbeit. Aber die vielen schönen Fotos und Erinnerungen bleiben :-)

 

Hier ist ein Link zur Diashow die Sandra zur “Classic Cars Convention” in Moab erstellt hat.

Hier habe ich einen kleinen Film der aus mehreren hundert Einzelbilden zusammen gesetzt ist und einen mehrstündigen Rundgang durch mehrere Casinos zusammenfasst.


Ein Abend in Oppenheim

Das Jetlag hat mich noch ein wenig mi Griff, die halbe Nacht konnte ich nicht schlafen und den Tag über half nur viel Kaffee. Aber es normalisiert sich so langsam aber sicher :-) Heute kurz vor Sonnenuntergang war ich dann mal kurz mit der neune gebrauchten D2x aus der eBay-Bucht in den Weinbergen bei Oppenheim. Aus Spaß an der Freude habe ich mal einen dichten Orangefilter auf das 1.4/85mm geschraubt und die D2x im SW-Modus mit kräftigen Kontrasten betrieben. Die Ergebnisse sind teilweise ganz witzig. Als Objektiv hatte ich ausschließlich das Nikon AF-D 1.4(85mm dabei. Eine tolle Linse mit sehr sehr wenig Tiefenschärfe! Mit diesem Objektiv lassen sich einzelne Objekte sehr schön betonen und aus dem Zusammenhang hervorheben.

Ganz witzig finde ich dieses Schild hier. Ob damit gemeint ist, dass man auf dem Friedhof jetzt nur noch als Kurzzeitparker beerdigt wird und vielleicht nach 2-3 Wochen sein Grab wieder zu verlassen hat?

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Hier ist der Link zur kompletten Diashow:

http://cid-eab5c6b74ac48440.skydrive.live.com/play.aspx/Oppenheim%20in%20SW%20mit%20D2x?ref=1


Ende gut, alles gut – Oder: Der Autobahnschock

Nach langem Warten am McCarren Airport in Las Vegas trifft mit etwa vier Stunden Verspätung unsere Ersatzmaschine ein. Nun kann es nicht mehr lange dauern – denkt man! Aber falsch gedacht. Bist die Maschine geprüft, gereinigt und wieder startklar ist vergeht locker eine Stunde. Dann irgendwann beginnt das Einstiegsprozedere. Wir haben Reihe 40 – fast ganz hinten und dürfen gleich nach den Rollstuhlfahrern und den Familien mit Kindern einsteigen. Sandra möchte gern am Fenster sitzen. Es ist eh schon dunkel und bei der Ankunft in Frankfurt erwarten uns Wolken und Regen. Also sitze ich am Gang. Ist gar nicht so schlecht, da kann man zwischendurch mal aufstehen und sie recken. In der Premium-Economy war nichts mehr frei, daher sitzen wir in der richtigen ‘Holzklasse’. Der Service ist praktisch der Gleich, aber die Sitzreihen sind verdammt eng beieinander. Wenn ich gerade und aufrecht sitze, etwa so wie bei der praktischen Führerscheinprüfung, sind zwischen den Knien und dem Vordersitz 2 Zentimeter Luft – nicht wirklich viel. Das kann ja was werden.

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Nach endlos lang erscheinendem Herumstehen auf der Startbahn geht es um 21h20 endlich los. Geplant war 16h35, aber so konnte ich noch ein paar Fotos eines gigantischen Sonnenuntergangs machen :-)

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Bei der ersten ‘Getränkelieferung’ bestelle ich mir zwei klein e Flaschen Weißwein zu je 187ml. Ein Grauburgunder, gar nicht schlecht und er macht richtig schön müde. Ich setze mir den neuen BOSE Quit-Comfort 15 auf die Ohren, starte Café del Mar 1-14 oder so und versinke im Reich der Träume, leider nur für kurze Zeit. Dann werde ich wach weil mir übel ist, den Wein habe ich wohl zu schnell herunter gekippt. Aber es gibt auch schon was zu Essen. Ein paar Nudeln mit Zubehör, auch ganz ok. Danach überlege ich kurz ob ich zu Kotzen auf Klo gehen oder weiterschlafen soll, ich entscheide mich für Letzteres :-)

Als ich total verspannt wieder wachwerde habe ich höllische Halsschmerzen, sicher habe ich die ganze Zeit wie ein leicht Schwachsinniger mit weit geöffnetem Mund laut schnarchend die Crew amüsiert. Egal, so ist das eben. Ein paar Schluck aus der 3,37 Dollar teuren kleinen Flasche Cola helfen gegen das ausgetrocknete Gefühl. Übel ist mir nicht mehr und es sind noch 2,5 Stunden restliche Flugzeit. Die werden dann doch ganz schön lang, aber die meisten Fluggäste haben ihre Fenster verdunkelt und fast alles versuchen ein wenig zu schlafen.

Ich setze mir meinen neuen Kopfhörer wieder auf und es gibt das neue Album von Dredge zu hören. Danach Cafe del Mar Klassik 1-3 und irgendwelchen anderen belanglosen Chill-Out-Krams, aber es vertreibt die Zeit.

Die Landung in Frankfurt ist sauber und ich wundere mich wie sein ein tonnen schwerer Flieger fast 11h in der Luft bleiben kann, fast 1000 Km/h schnell und in gut 10.000 Metern Höhe fliegen kann – Wunder der Technik. Als gerade alle aufspringen als gäbe es bei ALDI ein 3 GHz Quadcore Notebook für 299,- Euro kommt die Durchsage des Flugkapitäns, wir sind bei den Frachtmaschinen abgestellt worden – sicher wegen der Verspätung. Eine Treppe ist nicht da, alle stehen herum als wäre es 7:45 und als sei es innen im ALDI noch dunkel… Dann geht das Licht an – endlich… Alle stürmen los, dann die Passkontrolle, wir wählen die rechte Seite – großer Fehler. Die Familien mit Kindern werden vorgezogen, doch die amerikanische Familie mit den beiden Kindern hat zwar vier Ausweise, aber nur zwei Ausweise haben ein Lichtbild. Es dauert ewig… Auf der anderen Seite sind die tollen Automaten die ich von der Bundesdruckerei kenne. Man legt selbst seinen modernen E-Pass auf einen Scanner, geht  danach in eine Schleuse und wird fotografiert. Ein Computerprogramm vergleicht dann das auf dem Pass gespeicherte und via RFID ausgelesene Passbild mit dem nur wenige tausendstel Sekunden alten Schnappschuss. Eine Frau muss die Brille abnehmen, sie geht hin und her, ein Bild, noch ein, und noch eines, dann öffnet sich das Gatter. Sie ist erleichtert, dann muss sie noch den kritischen Blick der Aussichtsbeamtin ertragen – sie hat es geschafft. Haben wir doch die richtige Seite gewählt?

Schließlich sind wir auch an der Reihe und es gibt meine Probleme. Dann warten wir noch einmal 30 Minuten auf die Koffer. Dann zum Taxi – super – es ist riesig und die Heckklappe ist schon geöffnet – doch der Fahrer winkt ab, nach links hinter der Baustelle. Ok, wir wandern los. Der Flughafen ist irgendwie schmuddelig, die Gehwegplatten sind kaputt, viele sind heraus gerissen und notdürftig repariert. In Las Vegas ist vielleicht das Muster des Teppichs wenig geschmackvoll, aber so sieht es dort nicht aus! Willkommen daheim!

Dann finden wir einen Taxifahrer. Eine Mercedes E-Klasse – unsere Koffer passen nicht hinein – da war der Jeep irgendwie geräumiger… Die Sitzbank wird zur Hälfte umgeklappt, Sandra sitzt zwischen den Koffern ich mit den letzten 55 Euro auf dem Beifahrersitz. Es geht los, in der ersten Kurve bin ich verängstigt, in der zweiten bekomme ich Angst. Der Typ fährt als ginge es um sein Leben. Vollgas, bremsen, rechts überholen, Vollgas, bremsen… Das sind wir nicht mehr gewöhnt, ich kriege schwitzige Hände…

Dann fragt er etwas und ich verstehe kein Wort. Er fragt nochmal, ich verstehe gar nichts, welche Sprache spricht er? In den USA war das einfacher, da haben wir eigentlich jeden verstanden. Schließlich kommen wir ins Mainz an. Ich parke mein Auto um, am Wochenende gibt es einen Marathon. Dann einen kurzen Schwartz mit Familie Schreeb und es geht mit Sandras Auto weiter nach Norden. Es ist kalt, bewölkt und regnerisch. Als wir gerade von der A60 auf die A61 gewechselt haben rammt uns von links fast ein Volvo mit holländischem Kennzeichen. Sandra kann noch ausweichen und bremsen, das war knapp. Dann vor uns die Hölle, ein paar Wahnsinnige in schwarzen Kombis und ein Mercedes SL-600 überprüfen die Drehmomentkurven der Hersteller. Dann testen sie die Bremsen und führen den nächsten Test durch, wie das alles nervt. Anfangs ging es mir in den USA alles zu langsam auf der Autobahn. Doch wir haben uns daran gewöhnt. Niemand drängelt dort, die Lichthupe benutzt niemand und hupen tut im Südwesten auch niemand. Die Leute fahren diszipliniert, denn die Polizisten verstehen keinen Spaß! Nun bin ich fast 6.000 Kilometer durch die USA gefahren und es gab nicht ein kritische Situation und ich habe mich nicht einmal über Drängler und andere Menschen mit der ‘Freude am Fahren’ geärgert. Da sind wir gerade eine Stunde in Deutschland und schon geht das Generve wieder los. Willkommen zuhause!

Daheim angekommen wird erst einmal alles hoch geschleppt und die Hütte durchgelüftet. Es gibt eine richtige Wohnung mit Fenstern zu beiden Seiten. Wasserhähne aus denen richtig viel Wasser kommt und ein Bett das wir selbst beziehen müssen. Home sweet home, hier ist es auch schön. Und zwei eBay-Päckchen sind auch schon da :-) Tirili…


Der letzte Tag – Oder: Lange Stunden am McCarran International Airport

Gestern haben wir noch eine kleine Rundreise durch Las Vegas unternommen und eine Autowaschanlage gesucht. Schließlich haben wir in der Nähe der Autovermietungszentrale eine vollautomatische Anlage gefunden die unseren Jeep für ganz 6 Dollar von Außen wieder auf Hochglanz gebracht hat. Auf dem Rückweg sehe ich die Brücke die den Las Vegas Boulevard in Richtung Fry’s überspannt. Instinktiv biege ich nach links ab und ein paar Minuten später sind wir im MediaMarkt². Hier gibt es für Computer & Co. so ziemlich alles was man sich denken kann. Das Angebot ist super, die Auswahl groß. Die Preise entsprechen etwa dem was wir daheim in Euro bezahlen würden. Beim derzeitigen Dollarkurs nicht so interessant. Bevor es um Griechenland richtig ernst wurde und man für einen Euro 1,5 Dollar bekommen hat wäre es wirklich super gewesen. Aber egal, unsere Koffer sind eh voll und eigentlich haben wir ja alles.

Eigentlich wollte ich nach der Wanderung durch den Fry’s Superstore noch ein paar Bilder im Excalibur schießen. Das was ich im Internet gesehen habe sah ganz schön aus. Aber wir haben Hunger, es ist schon fast 21h und wir sind fast bei COCO’s Restaurant. Also verkneife ich mir die nächtliche Fotosession zumal Sandra nicht mehr laufen kann. Aber ins Restaurant. Das Essen ist wieder gut, ich bestelle mir meinen vielleicht letzten Burger auf diesem Trip. Dazu gibt es ein Glas Bier: Samuel Adams ein dunkles Lager – schmeckt super – meine Bierempfehlung für Las Vegas!

Als wir mit unserem Essen fertig sind habe ich überhaupt keine Lust mehr allein im Dunkeln am Excalibur herumzuschleichen. Wir bestellen uns noch zwei Gläser Fetzer Cabernet Sauvignon – meine Weinempfehlung für die USA!

Nach dem Wein sind wir so angeschlagen, dass eigentlich nichts weiter passiert außer, dass wir verschwitzt und todmüde ins Bett fallen.

Der letzte Tag beginnt

Es ist noch keine 8h als uns die Sonne wachkitzelt. Die Nacht war warm und unruhig aber wir sind doch halbwegs ausgeschlafen. Duschen, anziehen und alle sieben Sachen zusammenpacken. Als alles gepackt ist gehen wir ein letztes mal rüber zu COCO’s Restaurant. Den Laden finden wir richtig gut, das Essen schmeckt und es kostet viel weniger als in einem der Casinos am Las Vegas Boulevard. Es gibt zwei Rühreier und vier Kartoffelpuffer mit Speck und Gemüse. Denver Pancake nennen die das hier. Ich schaffe das alles wieder nur zur Hälfte. Wer hier jeden Tag bei allen Mahlzeiten seinen Teller leer isst muss mittelfristig total aus den Fugen gehen.

Dann zurück, das Zimmer noch einmal kontrollieren. Unsere Kühlbox, die restlichen Flaschen, Dosen, Pappteller, Plastikbecher, Plastikbesteck – wir lassen alles in einer großen Mülltüte zurück. Nach einem Abstecher durch das Excalibur und das Luxor geht es über den Las Vegas Boulevard in südlicher Richtung. Nach ein paar Minuten biegen wir links ab und sind schon fast beim Rental Car Return angekommen. Dort geht alles wie im letzten Jahr. Wir folgen der Beschilderung ALAMO. Dann fahre ich ganz vorsichtig über die ‘Wegfahrsperre’. Das ist eine Art Sägezahn der in Fahrtrichtung einklappt. Fährt man entgegen der Fahrrichtung drüber werden  zwangsläufig alle Reifen der Reihe nach aufgeschlitzt. So kommt hier kein Mietwagen weg :-)

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Es werden hunderte von Autos zurück gegeben. In etwa fünf Reihen stehen vielleicht je 20 Autos, es ist wie bei der Anfahrt zur Kranger Kirmes in Herne. Als wir ausgepackt haben kommt ein Alamo-Mitarbeiter. Es setzt sich in das Auto und fängt an ewig lang am Bordcomputer herum zu fummeln. Mir wird klar, er hat ein Problem damit, dass ich die Maßeinheiten von US-Units auf Metric umgestellt habe. Er würde gern die Meilen bei Abholung und Rückgabe erfassen. Irgendwann hat er alles zurück gestellt und wir bekommen unsere Rückgabequittung.

Nach einem kurzen Fußweg durch das Rental Car Center warten wir auf den Bus der uns zum Terminal 2 bringen soll. Nach kurzer Zeit ist er da und der Fahrer lädt unsere Koffer ein. Es ist noch ein Mitarbeiter von Hertz mit im Bus, es geht los – fast leer! Der Hetz-Mitarbeiter trägt ein gelbes Poloshirt und eine kurze schwarze Hose. “It’s freezy!!” Ja, der Bus ist fast so kalt wie ein Eisschrank :-)

Am Terminal angekommen krame ich meinen letzten einzelnen Dollar raus und drücke ihn dem netten Busfahrer nach dem Ausladen der Koffer in die Hand. Wir gehen durch die Eingangstüre und stehen direkt vor der Condor-Schlange. Es ist 12:45 – der Check-In soll um 13:30 beginnen. Ich habe Durst und wandere mal los. Ein paar Meter weiter finde ich drei Automaten. Links gibt es Getränke, ich stecke einen 10 Dollar Schein hinein – er kommt aber gleich wieder heraus. Ich muss den Automaten mit 1 Dollar Scheinen füttern. Ok, ich habe noch einen 10er, zwei 20er und einen 50er – war tun? An der nächsten Eingangstüre ist eine Art Pizzastand – nur gibt es dort statt Pizza Devisen. Eine kleine Wechselstube – wer hätte das gedacht. Die Dame ist nett und gibt mir für meinen 10 Dollar-Schein einen 5er und fünf 1er. Ich gehe zurück zum Automaten. Sandra hat mich gebeten etwas zu holen ‘was auch ihr schmeckt’ – also KEINE Dr. Pepper! Ich stecke einen Dollar in den Automaten und tippe C – 6 – Wasser ohne alles – etwa 0,33 Liter oder so – keine Ahnung wie viel OZ das hier sind. Der Automat macht nichts – absolut gar nichts. Dann lese ich, dass ein Wasser ohne alles DREI DOLLAR kostet – oups – ich schiebe noch zwei Dollar nach und habe ein kleine Flasche kaltes Wasser. Nun eine Cola? Leider reicht das Geld nicht, der 5er kommt wieder zurück und die beiden 1er reichen nicht aus – Blöd!

Sandra freut sich über etwas kaltes zu trinken…

Nach einer quälend langen Stunde sind wir irgendwann eingecheckt. Die Sicherheitskontrolle ist kein Problem und wir sitzen am Gate 4. Es ist etwa 14 Uhr und unsere Flieger startet voraussichtlich zum 20 Uhr – sechs Stunden warten – ätzend. Aber besser als zwei Wochen gar nicht fliegen zu können, das gab es ja vor kurzem noch…

Wir suchen uns einen Platz an dem es Steckdosen gibt. So können wir ein wenig bloggen. Doch die Steckdosen sind hier sowas von ausgeleiert, da bleibt praktisch kein Stecker wirklich drin. Es nervt total. Die Leute hier fliegen zum Mond, schicken Roboter zum Mars und haben so beschissene Steckdosen. Ahhhh…

Dann findet Sandra eine Doppelsteckdose hinter einer Sitzreihe. Wir sitzen mit dem Rücken zum Fenster und können kaum lesen was die Notebooks und zu sagen haben – ABER – wir haben STROM! Die beiden Notebook-Netzteile liegen zwischen uns auf der Sitzbank und die Netzkabel werden so gut von der Sitzbank gestützt, dass beide Stecker einen zwar wackeligen aber doch für den Transport elektrischer Energie geeigneten Übergangswiederstand besitzen. Super, wir können bloggen!

Am Flughafen gibt es ein kostenloses offenes WLAN und das funktioniert sogar recht gut.

Wenn ich da an Frankfurt denke. T-Online nimmt dort etwa 10 Euro pro Stunde…

Vielleicht sind die Amerikaner doch das fortschrittlicher Volk – wenn sie noch vernünftige Steckdosen hätten…

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Eben habe ich die letzten Bilder auf mein Notebook kopiert, da fällt mir ein Bild auf, dass ich gestern noch schnell gemacht habe. Vor etwa vier Wochen hatte ich geschrieben, dass ich das KFZ-Ladekabel für mein Garmin Colorado 300 daheim vergessen habe. Statt des Kabels für das Garmin habe ich ein KFZ-Ladekabel für ein Batterie-Ladegerät eingesteckt. Sie sehen sich recht ähnlich und ich war kurz vor der Abreise ein wenig konfus. Im Auto vernünftig zu navigieren war nicht möglich, da das Display bei Batteriebetrieb nicht wirklich hell wird. Beim Wandern ist es ok, da kann man das Gerät so in die Sonne halten, dass das spezielle LCD das Licht gut reflektiert und man auch ohne Beleuchtung alles sehr gut lesen kann. Im Auto an der Windschutzscheibe gegen das Licht – keine Chance!

Wir hatten ja überlegt nach St. George zu fahren um ein Kabel zu kaufen. In Page gab es leider nichts passendes. Dann hatte ich abends die Idee einfach ein Kabel bei www.amazon.com zu bestellen. Schließlich sind wir im Land von Amazon und UPS! Gedacht, getan – und drei Tage später war mein Kabel tatsächlich an der Rezeption im Rodway Inn in Page zur Abholung bereit. Der Karton war bis gestern in meinem Koffer – er war eigentlich zu schade für den Müll. Doch nun ist er weg – aber ein Foto habe ich noch gemacht…

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Hier gibt es die Diashow des Tages.


The Venetian – Oder: Klimaanlagen machen Gänsehaut

Es ist etwa acht Uhr als uns die ersten Sonnenstrahlen wecken. Und die haben es schon richtig in sich! Unser Zimmer liegt nach Osten und die Morgensonne macht es so schnell so warm, dass wir es ohne die ratternde alte Klimaanlage kaum aushalten können. Also schnell anziehen und ab zu COCO’s vorn an der Straße.

Es gibt ein Frühstück, dass sich hinter dem bei Denny’s nicht zu verstecken braucht. Der Spaß kostet inkl. Steuern und Trinkgeld etwa 25 Dollar – die Preise ähneln sich.

Danach die paar Meter zurück zum Motel, ins Auto und durch die morgendliche Wüstenhitze über den Las Vegas Boulevard nach Norden. Wir steuern das ‘The Venetian’ an. Ein riesiges Casino das im Stile von Venedig erbaut ist. Als wir aus dem (noch) fast leeren Parkhaus das Casino betreten fällt mir ein Geldautomat ins Auge. Er steht mitten im Casino – wie praktisch :-) Ich stecke meine Kreditkarte ein und kann ohne eine PIN oder ähnliches 200 Dollar abheben – so offeriert es jedenfalls der Automat. Dass fast 20 Dollar Gebühren anfallen verschweigt er nicht – Autsch. Egal, ich habe nur noch 25 Dollar und hier ist das Leben nicht so preiswert wie auf dem Dorf. Der Automat stellt sogar eine Quittung aus – großartig. Nur wo ist das Geld? Es gibt ein Cash-Fach aber das bleibt hartnäckig verschlossen! Hm, ich schaue mir die Quittung an, es sieht so aus als müsste ich mein Geld an einer Kasse abholen. Ich frage eine der netten Angestellten. Ich muss zum ‘Cashier’. Dort angekommen muss ich meine ID und meine Kreditkarte zeigen. Mit ID ist der Personalausweis gemeint. Sowas hat der Angestellt noch nicht gesehen, einen deutschen Personalausweis. Damit kann er so recht nichts anfangen. Er schiebt mir einen Block rüber und bittet mich meine Adresse aufzuschreiben. Komisch, die steht doch auf der Rückseite des Personalausweises – ok – ich schreibe meinen Namen und meine Adresse auf. Er kann meine Handschrift nicht lesen. Ich frage ihn ober noch nie einen deutschen Personalausweis gesehen hat. Hat er nicht! Leute gibt es und das in einem der größten Casinos am Ort :-) Ich erkläre ihm, dass bis auf den ZIP-Code (Postleitzahl) alles auf der Rückseite steht was er braucht. Dann kommt Sandra ‘Gibt es ein Problem?’ Er schaut komisch drein, dann vergleicht er akribisch meine Unterschriften auf Kreditkarte und Personalausweis. Er schaut sich die Fotos an, dann beginnt er etwas auf dem Computer zu tippen. Nach endlos erscheinenden Minuten erhebt er sich und geht wortlos weg. Als er zurück kommt muss ich einen Abholschein unterschreiben und erhalte eine Quittung. Ich bin verdutzt – und was jetzt? Dann endlich fragt er mich wie ich meine 200 Dollar haben will. Ich wähle vier 50er und bekomme sie sogar – geht doch! Aber so kompliziert hätte ich das nicht erwartet. In den Casinos ist die Straße des Geldes in die Tresore der Betreiber ein irre breiter echt gut geteerter 10 spuriger Highway! Der Weg des Geldes vom Tresor zu einer einfach unbedeutenden Privatperson ist dagegen eher eine steinige staubige Dirtroad. Aber damit kennen wir uns ja inzwischen aus, dumm nur, dass Kreditkarten keinen Allradantrieb haben…

Ok, das Casino: Es gibt einen kleinen Canale Grande und Touristen werden gegen harte Währung mit kleinen Gondeln spazieren gefahren. Einige der Gondolieros singen gern und geben in der großen Halle immer mal wieder ihre Können zum Besten. Die Halle quittiert dies immer wieder ohne Murren mit einem wirklich grandiosen Echo. Die Amerikaner haben es echt drauf, da ist eine ganze Stadt mit einem künstlichen Himmel überzogen und alles was darunter ist wird auf (für Männer) angenehme 20°C herunter gekühlt. Sandra ist nach etwa drei Stunden sowas von durch gefroren, dass sie sich nach Sonne und Wärme sehnt. Wir gehen zum Parkhaus. Leider ist es das Falsche! Es scheint mehrere Parkhäuser zu geben. Wir latschen und suchen und latschen und suchen. Nach einer halben Stunde haben wir den Abgang gefunden durch den wir gekommen sind. Diese Casinos sind einfach riesig groß. Kleine Städte für sich!

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Als wir im Auto sitzen ist Sandra ziemlich fertig. Mir tut auch alles weh. Die Teppiche sind so dick und weich, dass man die ganze Zeit das Gefühl hat man würde hier auf 5 cm dickem Moosgummi laufen. Das schlaucht zumindest mich :-)

Ein paar Minuten sind es bis zu COCO’s Restaurant. Es gibt Steaks mit Stampfkartoffeln und einseitig gebratenem Käsebrot – Lecker!

Danach werden die Bilder gesichtet, es ist schon 15h. Sandra geht eine Weile an den Pool, als ich ihr folge gibt es dort keinen Schatten und mir ist es dort viel zu warm. Also wieder zurück, die ratternde Klimaanlage anwerfen und den tollen neuen BOSE Kopfhörer genießen. Da kann rattern was will, sobald eine wenig Musik läuft höre ich von dem Getöse nicht’s mehr – großartig.

Es ist gleich 18h – wir machen uns jetzt mal auf und besuchen das Excalibur. Ich bin gespannt!

Die Diashow zum ‘The Venetian’ gibt es hier.


Hurricane nach Las Vegas

Der letzte Tag in Utah ist angebrochen, es ist 8:25 und die Sonne scheint durch einen Schlitz im Vorhang in unser geräumiges schönes Appartement. Eine Stunde später sind wir startklar. Dem Zimmermädchen legen wir ein paar Dollar hin, geben die Schlüssel ab und verabschieden uns vom netten Geschäftsführer. Es geht los in Richtung St. George zu Denny’s.

Das Frühstück ist wie gewohnt gut und preiswert. Danach brechen wir auf in Richtung Las Vegas. Das GPS hängt an der Windschutzscheibe und zeigt etwa 930 Höhenmeter. Auf dem Weg nach Las Vegas werden es beständig weniger Höhenmeter. Ich überlege ob ich nicht einfach den Leerlauf einlegen könnte. Oder mal ein Fahrrad mieten und nach Las Vegas rollen lassen? Na, vielleicht, muss man doch etwas gegen den Luftwiederstand tun – egal – es geht bergab – jedenfalls rein physikalisch gesehen.

Als wir an der Ausfahrt zum Valley of Fire ankommen zeigt das Thermometer schon 27°C. Gestartet sind wir bei 13°C – wir schauen uns tief in die Augen. “Hast Du Lust auf eine Wanderung in praller Sonne bei 30 Grad? In der Wüste ohne Schatten?” – Nein, haben wir nicht und so geht es einfach weiter. Wenig später sind wir in Las Vegas. Wir fahren in Richtung Flughafen, dann von der Autobahn runter und schauen mal ob wir ein preiswertes Motel in der Nähe des Strip finden. Schließlich landen wir im ‘America’s Best Value Inn’. Die beiden Nächte kosen etwa 100 Dollar. Das Zimmer nicht klein, muffig und echt spartanisch ausgestattet. Aber wir sind ja nicht lange hier. Und es gibt einen kleinen Pool.

Wir räumen das Auto leer und dann geht es zu Fuß Los zum “New York New York”. Sandra ist ganz begeistert. Nach all den Steinen tun Menschen und Häuser richtig gut! Es gibt Pizza und Pepsi – schmeckt super! Dann mal rüber ins MGM, dann Planet Hollywood und das Monte Carlo. Zwischendurch Geschäfte bis zum Abwinken. Nach ein paar Stunden sind wir pflastermüde und wollen nur noch auf die Couch. Es geht zurück ins Motel. Kurz alles ablegen und dann mit iPOD bzw. Badeanzug an den Pool. Während sich Sandra physikalisch abkühlt tue ich es auf mentale Weise. Es gibt Cafe del Mar bis zum Abwinken. Der neue BOSE Kopfhörer ist genial. Ich schließe die Augen und bin weg. Kein Flughafen mehr, keine Autos, keine Hubschrauberrundflüge – nur groovige Musik.

Als die Sonne hinter den Häusern versunken ist geht es zum Abendessen. Direkt vor der Türe ist ein kleine Restaurant. Die Speisekarte ist gut, die Bedienung freundlich und die Preise sind überaus zivil. Der Laden hat sogar 24 Stunden lang geöffnet. Es gibt Bier und Rotwein. Wir entscheiden uns für das Steak mit Stampfkartoffeln, Zwiebeln und geröstetem Käse-Baguette. Dazu einen Gartensalat mit Hausdressing. Alles zusammen mit einem Glas Rotwein und einer Flasche Bier kostet knapp 25 Dollar und es war sogar richtig lecker. Es macht sich bezahlt wenn man sich 500 Meter vom Strip entfernt :-)

Danach sind wir platt und sichten die Fotos des Tages.

Ich habe ein kleines Experiment gemacht. An die D300 habe ich das 10,5mm Fisheye montiert. Dann habe ich die Kamera in den JPG-Modus gestellt, auf ‘Unendlich’ fokussiert, den Autofokus abgeschaltet und 500 Intervallbilder mit einem Intervall von 5 Sekunden eingestellt. Innerhalb der Casinos stelle ich ISO-1600 und Blende 2.8 ein, außerhalb Blende 8 und ISO-200. So laufen wir stundenlang durch Las Vegas und die Kamera klickt und klickt. Weitgehend unbemerkt fotografiere ich hunderte von Passanten, alles ohne durch den Sucher zu schauen, die Kamera an der Schulter oder ganz platt vor dem Bauch.

Die Bilder sind witzig und spiegeln einen ungeschminkten Eindruck dieser Stadt wieder.

Ein paar ‘normale’ Fotos gibt es auch noch :-)

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Hier ist die Diashow des Tages.


Rund um Hurricane und Zion – Oder: Die letzte Rundreise?

Heute ist Montag, am Donnerstag geht es in den Flieger. Wir schlaf aus, gegen 10h geht es in Richtung St. George. Dann sehen wir den Walmart auf der rechten Straßenseite und biegen instinktiv ab :-) Wir kaufen ein paar Trauben, Sandwiches und Salat. Dann gibt es im Subway ein kleines Frühstück. Die Bestellprozedur ist durch mindestens genau so viele Rückfragen bestimmt wie in Deutschland. Kann man nicht einfach mal das bestellen was auf dem Plakat ist ohne zwischen Brotsorten die man nicht kennt, Eiervariationen die einem völlig fremd sind und anderen Zutaten wählen zu müssen? Egal, wir schaffen es! Stolz essen wir unser Frühstück und es schmeckt sogar.

Dann geht es in Richtung St. George. An der Ausfahrt Nr. 8 biegen wir vom Interstate 15 nach Westen ab und steuern den Snow-Canyon an. Dort angekommen zahlen wir 6 Dollar Eintritt und los geht es. Es ist schon 21°C warm, die Sonne steht hoch, es ist fast Mittag und eigentlich haben wir gar keine Lust auf eine anstrengende Wanderung. Wir fahren einfach langsam durch den Park und sind überrascht, als wir nach ein paar Minuten am nördlichen Ende angekommen sind. Egal und tschüss…

Es geht nach Norden. Dann ist rechts eine kleine Dirtroad, wir biegen mal ab. Es geht nach Osten, nach Süden und schon sind wir wieder auf dem Highway – wir waren ganz kurz im Diamond Valley ;-) Es geht wieder nach Norden, irgendwann biegen wir wieder rechts ab und nun geht es immer weiter. Wir finden kleine Seen, plätschernde Bäche, saftig grüne Wiesen, ein paar Bauernhöfe, Pferde, Kühe, Wälder, Schluchten – es ist richtig cool. Was mir nur Sorgen bereitet, die sehr gut befahrbare Dirtroad ist nicht im GPS zu sehen! Aber egal, solange man gut fahren kann. Dann ein Wegweiser – 28 Meilen bis Cedar City – also weiter geht die Reise.

Zwischen durch gibt es mal den Salat und die anderen Leckereien. In Cedar City tanken wir kurz und fahren dann in Richtung Cedar Breaks National Monument. Die Straße steigt auf über 3.000 Meter an und wir können irgendwann ein Schneeballschlacht machen. Es sind noch 11°C und ich spüre deutlich, dass ich hier oben ein wenig kurzatmig werde. Dann geht es wieder runter in Richtung Süd-Osten. Irgendwann biegen wir rechts ab in Richtung Zion Canyon. Um 18h20 kommen wir am Eingangshäuschen an und müssen tatsächlich so kurz vor Sonnenuntergang noch 25 Dollar bezahlen! Aber die lohnen sich! Sandra ist schwer beeindruckt und wir bleiben ständig stehen und machen jede Menge schöner Fotos.

Dann geht es zum Motel, kurz frisch machen, danach gegenüber zum JB’s. Dort gibt es ein leckeres Abend essen, danach im Motel die Bilder sichten, kurz bloggen und dann todmüde ins Bett fallen. Morgen geht es weiter nach Las Vegas.

So sah heute unser Track aus:

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Hier ist die Track-Auswertung:

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Hier ist das KMZ zum selbst anschauen mit Google Earth.

Hier ist die Diashow des Tages.


Rund um Oak Creek – Oder: Ein entspannter Tag in St. George

Es ist schon hell als wir heute morgen wach werden. Wir haben geschlafen wie zwei Steine, die Betten im Rodway Inn hier in Hurricane sind richtig gut. Das Zimmer ist nicht nur groß, es ist auch leise – Super!

Wir haben Hunger, also anziehen und los, nur wohin? Ich schlage vor, dass wir einfach mal nach St. George fahren, das ist nicht weit und es gibt dort viele Geschäfte und Restaurants. Es dauert vielleicht 15 Minuten und wir sind schon in St. George. Auf der linken Seite des Interstates sehe ich die Werbung von Best-Buy – blinken und rechts abbiegen. Dann zweimal links und schon sind wir beim Best-Buy auf dem Parkplatz. Warum ist hier so wenig los? Seltsam – hm… Ohje – es ist SONNTAG – da haben die Geschäfte sicher alle geschlossen – na prima! Aber es leuchtet Licht – mal sehen – hey cool – geöffnet ab 11h – auch am SONNTAG!! Die USA sind einfach das fortschrittlichere Land :-)

Also gibt es einen guten Burger mit Fritten zum Frühstück. Wie diese Kette heißt habe ich vergessen, aber es gibt sie seit 1948 und sie packen ihre Burger seit 1948 in Papier ein! Und es gibt auch fast nichts außer Burger in verschiedenen Varianten. Dafür sind sie gut, schnell und preiswert!

Nach dem ‘Frühstück’ geht es dann in den Best-Buy. Wir bleiben vor einem echt großen Fernseher stehen. Es läuft eine Demo-Bluy-Ray mit Zeitlupenaufnahmen eines fliegenden Papageis – nicht schlecht. Und der Fernseher ist vielleicht drei Zentimeter dick – wow. Ein Verkäufer kommt dazu und fragt ob er uns helfen kann. Ich erkläre, dass wir aus Deutschland kommen und diesen Fernseher daher eher nicht kaufen können weil wir nicht wissen wie wir ihn nach Hause kriegen sollen. Dann geht es los. Er war auch schon mal in Deutschland, im Süden, in Bayern. Und in Prag, eine der schönsten Städte der Welt und Bratislava und Wien und und und… Während 1989 Mauer fiel war er als Panzer-Kommandeur und Berlin. Nur hatten sie dort keine Panzer! Die Russen hatten 10 Bataillone in Ost-Berlin. Wenn man als ‘Tank-Commander’ keinen Tank hat, gehört man automatisch zur Infanterie – und da will man nicht wirklich sein. Er erzählt uns sein halbes Leben. Irgendwann kann ich kurz anbringen, dass meine Festplatte voll ist und dass ich eine neue 500er Platte kaufen möchte. Es gibt sogar eine externe 500er Platte. Sie kostet 99 Dollar zzgl. 6% Mehrwertsteuer und ist kleiner als jede externe Platte die ich je gesehen habe. Also ist sie schon fast gekauft.

Dann fällt mir ein BOSE Noise-Cancelling Demo-Set auf. Drückt man die Demo-Taste erzeugt ein großer Lautsprecher echten Flugzeuglärm. Man seht den Kopfhörer auf und der Lärm ist einfach weg! Statt dessen läuft nette akustische Musik und eine nette Frauenstimme trällert ein Liedchen dazu. Nicht schlecht! 299 Dollar – plus 6% Tax??? Ok, es funktioniert besser als alles was ich bislang ausprobiert habe.

Auf dem Hinweg hatte ich meine kleinen Sony-Stöpsel im Ohr. Da funktioniert das Noise-Cancelling schon sehr gut, aber mir tun nach einer Stunde die Ohren weh weil die Stöpsel drücken. Außerdem hört man jede Bewegung und das Schaben des Kabels an der Kleidung besonders laut. Fragt die Stewardess was man trinken möchte versteht man nichts und muss die Stöpsel rausnehmen oder am kleinen Batteriepack im Kabel die Monitor-Taste drücken. Die Stöpsel in die Ohren hinein zu bekommen ist gar nicht so einfach. Ich muss immer am Ohr ziehen und brauche pro Ohr beide Hände. Es braucht meist mehrere Anläufe bis sie richtig sitzen und dann kommt die Stewardess schon wieder zurück…

Dann habe ich mir mal bei Conrad Elektronik zwei Noise-Cancelling Ohrhörer von KOSS gekauft. Die waren nicht sehr teuer, aber ich konnte sie nicht ausprobieren und sie haben gar nicht in meine Ohren gepasst. Letztlich habe ich sie verschenkt. Dann habe ich im letzten Jahr in Wiesbaden beim Media-Markt einen ‘richtigen’ AKG Kopfhörer mit Batterien und Noise-Cancelling gekauft. Der klingt recht gut, aber das Noise-Cancelling funktioniert nicht wirklich. Außerdem drücken die kleinen Ohrmuscheln auf die Ohren. Die originalen Apple-Ohrhörer die bei meinem iPOD dabei waren klingen nicht sonderlich gut und ihm Flugzeug sind die Nebengeräusche so laut, dass man den iPOD echt laut einstellen muss, damit man mit diesen Ohrhörern die Musik hören kann. Davon bekomme ich nach kurzer Zeit Kopfschmerzen.

Der BOSE Kopfhörer schluckt praktisch alles an Umgebungsgeräuschen, es ist frappieren wie still es im Best-Buy ist sobald man ihn aufsetzt. Und die Musik klingt sogar richtig gut. Und wirklich bequem ist er auch – 299 Dollar – hm…

Wir schauen mal was es sonst noch so gibt! Sandra fällt eine kleine Kamera auf. Es gibt auch tolle Notebook-Taschen, schöne kleine Laptops und da ist ein iPAD – es ist lieferbar – in verschiedenen Ausbaustufen sogar! Ein Typ spielt gerade Guitar-Hero auf dem iPAD – cool! Als er fertig ist können wir auch mal probieren. Das Ding ist echt flach, sehr leicht, schnell und hat ein großartiges Display. Ich schaue mal kurz meine Fotos in der Fotocommuntiy an und bin richtig begeistert. 499 Dollar plus 6% Steuern soll die kleinste Version kosten. Bei der Einfuhr nach Deutschland kämen noch einmal 19% deutsche Mehrwertsteuer und irgendwas um 15% Einfuhrzoll dazu. Da kann man das Ding dann sicher auch bei Gravis kaufen. Aber der Kopfhörer… Hey, da gibt es eine Dose mit Druckluft – 5,99 Doller + 6% Tax – damit kriege ich bestimmt den ganzen Sand aus allen Kameraritzen gepustet – gekauft! Wir schauen weiter und finden noch so einiges was ganz praktisch ist und nicht so sehr teuer :-) Ich kann mit der Kreditkarte bezahlen, auch den Kopfhörer :-| Aber er ist wirklich gut :-)

Anschließend wandern wir durch den Sportsman. Hier hat Wolfgang im letzten Jahr sein neues GPS gekauft. Sandra ist total begeistert was es hier alles gibt. Camping, Trekking, Pistolen, Angeln, Flinten, Gewehre, Bücher, Schlafsäcke, Kanus, Zelte, Anhänger fürs Auto, Lesezeichen, Out-Door-Kaffee, Fertiggerichte, einfach alles gibt es hier…

Danach gibt es einen leckeren Kaffee gleich neben an. Danach volltanken und ein Stück die Straße hinunter. Da ist das Zion Outlet Center. Wow, hier gibt es Klamotten bis zum Abwinken. Drei T-Shirts für 15 Dollar! Wir kaufen richtig ein :-) Doch wie bekommen wir das alles nach Hause? Kein Problem, wir sind ja vier Wochen hier, da darf man pro Nase zwei Koffer zu je 23 Kilogramm mitnehmen. Auf dem Hinweg hatten wir viel weniger Gepäck dabei. Jeweils einen großen und einen kleinen Koffer. In einem der vielen Läden gibt es Koffer! Sandra kauft einen recht großen Koffer. Er sieht so aus, als würde er voll gepackt etwa 23 Kilo wiegen und er ist nicht teuer. Ab ins Auto damit. Dann haben wir Hunger, es gibt einen Salat mit gebratener Hähnchen Brust, er ist wirklich super!!

Dann ab zum Auto und zurück nach Hurricane. Kurz vor Hurricane dann ein Wegweiser – Oak Creek State Park – was das wohl ist? Ich biege einfach mal links ab. Hey da ist ja ein riesiger See!!! “Halt doch mal an, nein nicht hier, dahinten kannst Du bis ans Wasser fahren!” Kann man nicht, DAS ist der State Park! Nur mal ans Wasser zum gucken – das kostet schon Geld! Wir fahren ein paar Hundert Meter weiter und da gibt es das dann kostenlos. Ein paar Fotos und weiter. Wir fahren durch zwei kleine Tunnel unter dem Interstate hindurch und finden ‘Adams House’ und einen sehr idyllisch gelegenen Camping-Platz – schön ist es hier!! Direkt daneben der Oak Creek – Idylle pur! Aber es geht nicht weiter, also zurück. Dann links und schon sind wir in Leeds – Leeds in Utah!! Ein feiner Ort, viele schöne Häuser und vor allem viele Pferde. Sandra ist ganz aus dem Häuschen! Dann geht es wieder links unter dem Interstate hindurch. Es ist die Silver Riff Street – wunderbar. “Schau mal, was für ein schönes Haus!!” Und da, noch eines und noch eines und noch eines… Jedes zweite Haus steht zum Verkauf. Die Finanzkrise hat hier richtig heftig zugeschlagen! Es gibt eine Bonanza-Road – wirklich cool! Wir halten immer wieder an und machen Fotos von den Häusern die teilweise fast wie eine größere Ferienwohnanlage aussehen. Hier wird sich der eine oder andere Mitarbeiter von Lehman & Co. in Unkosten gestürzt haben…

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“Hey, fahr mal zurück – Schau mal nur 500.000 Dollar!” “Ja genau – für das Grundstück!!” – ohje – wenn schon das Grundstück so teuer ist, was werden dann die leer stehenden Villen kosten?

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Wir fahren mit einigen kleinen Umwegen ‘heim’ ins Rodway Inn. Mein Kopfhörer ist super, die kleine Festplatte funktioniert gut und Sandras neue Kamera macht tolle Videos im Format 16:9 und in HD-Qualität – sie ist begeistert! …ich auch :-)

Die Diashow des Tages gibt es hier.

Hier ist mein persönliches “Bild des Tages”.

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Hier ist der Track des Tages:

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Und hier gibt es das zugehörige KMZ zum selbst anschauen mit Google Earth.


Leaving Escalante – Oder: Die Überraschung am Abend

Es ist 04:30 als die Wecker läuten. Erst mein iPOD, kurz drauf fängt das GPS auch an zu quaken – Aufstehen – Sonnenaufgang im Bryce Canyon! Es fällt entsetzlich schwer…

Aber wir schaffen es!

05:00 – das Auto ist gepackt, alles Schubfächer sind noch einmal kontrolliert. Die Schlüssel lassen wir im Zimmer und ziehen einfach die Türe hinter und zu. Es ist unser Abreisetag in Escalante. Schweigend fahren wir durch die Nacht. Wir sind ganz allein, das Thermometer am Auto zeigt -3°C – es ist echt kalt. Ich habe mich wie eine Zwiebel angezogen – Unterhemd – Trekkinghemd – Fleece-Pullover, Fleece-Jacke, Fleece-Weste, Goretex-Jacke. Das sollte reichen! Auf dem Rücksitz liegen zwei Fleece-Handschuhe und eine Fleece-Mütze. Da muss man aufpassen nicht “weg zu fleecen” – kleiner Scherz :-)

Die Scheinwerfer unseres Jeeps leuchten die Straße gut aus, wir fahren mit Tempomat mit etwa 60 mph durch die Nacht. Keine Lichter im Rückspiegel, kein Gegenverkehr, wir sind völlig allein. Sandra schläft eigentlich noch, ich irgendwie auch, es ist eine sehr introvertierte Stimmung. Als wir durch Henrieville fahren steht tatsächlich ein geparktes Auto auf dem Seitenstreifen – ohne Licht. Es ist das einzige Auto das wir bis zum Bryce Canyon sehen werden – fast unwirklich das alles.

Als wir im Bryce Canyon ankommen ist es etwa 6 Uhr. Die Kassenhäuschen sind noch geschlossen, alles ist dunkel und menschenleer. Wir fahren am Kassenhäuschen vorbei und ich überlege welcher Punkt wohl der beste sein wird? Der Bryce Canyon ist fast völlig nach Osten gerichtet. Es gibt einen so genannten Sunset-Point. Eigentlich kann es den so richtig gar nicht geben, da der Canyon zum Sonnenuntergang eigentlich immer komplett im Schatten liegen müsste. Aber egal, am Sunset-Point startet der Navajo-Trail-Loop. Das ist vielleicht gar nicht schlecht. Sobald die Sonnen den Horizont überquert hat könnte ich in den Canyon hinabsteigen und so den Sonnenaufgang gleich mehrfach erleben, bzw. verlängern.

Wir halten auf dem Parkplatz. Ich schnappe mein Stativ und meinen Fotorucksack. Die Mütze auf dem Kopf und die Kapuze noch darüber marschiere ich die paar Meter zum Rand des Canyons. Ich bin ganz allein. Sandra ist müde und ihr ist kalt. Sie bleibt erst einmal im Auto. Ich baue alles auf. Im Wal*Mart in Page habe ich mir eine kleine schöne blaue MAG-LITE-Taschenlampe gekauft. Ich lege sie auf einen der gemauerten Begrenzungspfosten. Während die Lampe die Szenerie erhellt setze ich schnell alles zusammen und wundere mich insgeheim wie gut inzwischen eigentlich jeder Handgriff sitzt. Eigentlich bräuchte ich die Lampe gar nicht, das habe ich nun seit Jahren so oft gemacht, es geht wirklich mit geschlossenen Augen. Um 06:10 bin ich ‘schussbereit’. Ich mache ein paar ‘Orientierungsfotos’ um zu sehen ob der Ausschnitt stimmt. Er stimmt natürlich nicht! Ich wandere also ein wenig am Rand des Canyons auf und ab. Dann scheint es ganz gut zu sein. Das erste Morgenlicht erhellt bereits den Horizont. Hinter mir geht gerade der Vollmond unter. Schade, dass man das so selten zusammen auf ein Foto bekommt.

Der Wetterbericht hat die –3°C vorausgesagt. Es sollten ‘gefühlte’ -7°C sein – mir kommt es wie -14°C vor… Praktisch ist der Kabelauslöser. Ich stehe leicht wippend neben dem Stativ und warte. In der rechten Jackentasche die Hand im Handschuh mit dem Kabelauslöser. Ab und zu schieße ich eine kleine Belichtungsreihe. Dann um 06:43 schaut die Sonne endlich über den Horizont. Ich lasse die D300 vor sich hin klappern. Sie macht 9-fach Belichtungsreihen mit Variation der Belichtungszeit, ISO-100, Blende 11, 1/4000s als Startwert mit einer Blende Unterschied. Der so eingefangene Tonwertumfang ist gigantisch. Auf den kurz belichteten Bildern ist die Sonne ein klarer scharfer winziger Punkt. Auf dem lange belichteten Bild sind alle Strukturen im Vordergrund klar und deutlich zu erkennen. Später im Motel werde ich mal versuchen ein paar schöne Fotos daraus zusammen zu mixen.

Inzwischen sind viele andere Fotofreaks aufgetaucht. Es gibt alles von der alten Dame bis zum bärtigen “Mann aus den Bergen”. Kleine, große, billige, teure Kameras – man sieht alles was man sich vorstellen kann. Ein älterer Amerikaner will wissen wo der Wanderweg zu Thors Hammer ist – warum bin ich inzwischen besser informiert als die meisten Amerikaner? Ich zeige ihm den Weg und er wandert los.

Als die Sonne etwas höher steht wandere ich ihm hinterher hinab in den Canyon rüber zu Thors Hammer. Gleich links davon steht eine Wand mit zwei großen Löchern. Stellt man das Stativ geschickt auf so scheint die Sonnen hindurch und man bekommt Thors Hammer auch mit auf das Bild. Ich mache eine Belichtungsreihe nach der anderen. Irgendwann will ich mal schauen wie sie aussehen aber das Display zeigt nichts an. Hm, ich schalte die Kamera aus, ein, aus, ein, drücke hier und da, Batterien raus, rein, ein, aus, ein – nichts tut sich. Oh nein, die D2x ist nach dem Sturz schrottreif, nicht auch noch die D300. Ziemlich gefrustet mache ich kehrt und wandere hinauf zum Auto. An einer der Kehren versuche ich es noch einmal und sie geht wieder. Was war denn das? Die Kälte?? Egal, sie geht wieder und ich kann noch einige Bilder machen.

Oben am Rand des Canyons lerne ich dann Marilyn Brown und ihren Mann kennen. Sie fotografiert im Großformat mit einer 4×5” Kamera. Wow! Wir unterhalten uns eine ganz Weile. Dann fällt mir ein, dass ich meinen iPOD dabei habe. Da sind ein paar Bilder vom letzten Jahr drauf. Ich kann ihnen viel Tipps geben. Sie kommen aus Kalifornien und sind erst am Vortag angereist. Wir tauschen E-Mail-Adressen aus und ich bin sehr gespannt auf ihre Fotos.

Ihre Web-Seite ist vielversprechend: http://www.marilynbrownphotography.com

Um 07:55 steht die Sonne so hoch, das wir den Park verlassen. Als wir am Kassenhäuschen vorbei fahren wird es gerade aufgeschlossen, wir haben wieder ein paar Dollar gespart :-)

Es geht nach Tropic im Osten des Canyons. Dort gibt es ein nettes Restaurant das ich letztes Jahr zusammen mit Wolfgang entdeckt habe. Dort gibt es einen Blaubeer-Pancake für mich und ein Omelette mit Hash-Browns für Sandra. Alles sehr lecker! Danach geht es im frisch voll getankten Jeep in Richtung Süden. Kurze Zeit später merke ich, dass wir falsch sind! Die Cottonwood Road mündet nicht in Tropic auf den Highway 12 sondern in Henrieville! Egal, wir haben eine kleine Offroad Strecker erkundet. In Henrieville biegen wir ab nach Süden. Eine halbe Stunde später sind wir im Kodachrome Basin Statepark. Der Eintritt kostet 6 Dollar und wir bekommen eine kleine Karte. Es geht kreuz und quer durch den kleinen Park. Schön ist es hier und wir beginnen zu verstehen warum hier früher so viele Western gedreht wurden. Es ist ein Basin – also eine Senke. Egal wo man ist, man hat nie einen langweiligen Hintergrund. Überall sind Felswände, Gesteinsformationen und Bäume. Richtig cool ist das! Man schwenkt um 90 Grad zur Seite und niemand im Kino wird bemerken, dass John Wayne gar nicht 100 Meilen weit durch die staubige Wüste geritten ist – Genial!!

Gegen Mittag fahren wir zum Grosvenor Arch. Dort gibt es nicht nur viele viele Fotos sondern auch etwas zu Essen und zu trinken. Dann geht es weiter über die Cottonwood Road in Richtung Süden zum Highway 89. Diese Strecke kenne ich aus der anderen Richtung und sie ist heute wunderbar. Der Himmel ist übersät mit kleinen Wölkchen und die Cottonwood-Bäume leuchten in saftigem frischen Grün. So hatte ich es mir erhofft – genau SO!

Am Highway 89 angekommen rauschen wir am Toadstool Hoodoo vorbei in Richtung Kanab. Diesen Hoodoo wollte ich auch noch besuchen, egal man schafft einfach nicht alles. Ein paar Meilen biegen wir statt dessen rechts in Richtung Paria Movie Set ab. Der Weg ist anfangs sehr gut, wird aber sehr schnell echt schwierig, sehr holprig, schmal und sandig. Wolfgang hatte es mir ja im letzten Jahr schon erzählt. Er hatte mal wieder recht! Irgendwann ist die Dirtroad zu Ende, vor uns liegt ein kleiner Flusslauf und der hat richtig viel Wasser. Hier soll das Movieset sein – hä?? Dann sehen wir weit weg auf der anderen Seite EIN verfallenes kleines Häuschen, das scheint es zu sein. Movieset – eine maßlose Übertreibung – wir sind enttäuscht. Es geht zurück, den Rundweg können wir nicht nehmen, das geht nur mit dem Pferd weil man den Bach mehrfach kreuzen muss.

Am Highway angekommen geht es weiter in Richtung Kanab und dann später in Richtung Hurricane. Dort wollen wir uns ein Motel suchen. Unterwegs schlafe ich fast ein, ich sitze nun fast 13 Stunden am Lenkrad. Sandra quatscht mich wach – ich erfahre alles was ich noch nicht über Pferde, ihre Aufzucht, Pflege und Haltung wusste! DAS HÄLT ECHT WACH :-)

In Hurricane angekommen kann sich Sandra an nichts mehr erinnert. Klar doch, sie hat es auf dem Hinweg verschlafen :-) Ich bin ja der Fahrer ;-] Im Zentrum sehen wir das Rodway Inn, Sandra springt kurz raus um zu fragen ob wir zwei Tage bleiben können. Klar doch, gar kein Thema. Inkl. aller Steuer kostet das 131 Dollar. Wir haben ein riesiges Zimmer, mit Küche, Kühl-Gefrierkombi, E-Herd, Mikrowelle und zwei gewaltigen Betten. Ein Tisch zwei Stühle und viel viel Platz. Hier könnte man es länger aushalten!

Wir packen schnell das Auto leer und d ann geht es nach nebenan, dort haben wir auf der Durchfahrt einen Mexikaner gesehen.

http://www.baristasdiner.com

Drinnen angekommen gibt es keine Speisekarte. Es gibt einen gut trainierten Kellner der uns erklärt was wir essen könnte. Mann ist das schwierig, mir fällt mal wieder auf, dass mein technisches Englisch viel besser ist als das ‘alltägliche’. Als er anfängt die Sorten an Fisch, Gewürzen, Salaten, Nüssen und Früchten aufzuzählen komme ich echt ins schleudern. Irgendwann haben wir es aber. Sandra bekommt ein großes Lachssteak das in einem Salat liegt. Obendrauf sind in Honig gebratene Früchte und Nüsse, das sieht alles sehr gut aus. Ich esse nur einen einfachen Burger mit Curly Fries. Der Burger ist super und Sandra schwärmt von ihrem Salat. An den Wänden haben andere Gäste mit einem dicken Filzstift kleine Sprüche hinterlassen. Dort stehen Dinge wie “Best Burger I ever had – Brad 2009-04-05”

Als der Kellner meine Dr. Pepper auffüllen will frage ich ihn aus Spaß ob er uns nachdem Sandra aufgegessen hat einen Filzstift geben kann, damit sie auch auf die Wand schreiben kann wie gut ihr Salat war. Eigentlich war es als Witz gemeint. Aber meine Witze versteht nicht jeder. Der Kellner bringt uns tatsächlich einen dicken Filzschreiber :-) Nun muss Sandra einen Platz an der Wand aussuchen und einen Spruch aufschreiben. Sie schreibt auf Deutsch und Englisch. Der Inhaber kommt dazu, er staunt, das ist der erste Spruch an einer seiner Wände den er nicht lesen kann. Die Handschrift lobt er sehr. Dann fällt ihm auf, dass wir mit ihm seine Sprache sprechen er aber kein einziges Wort Deutsch spricht. So ist das eben, ich spreche auch kein Türkisch :-]

Dann die Frage ob wir noch Eis oder Espresso möchten. Wir sind völlig am Ende uns wollen nur noch auf den Arm, also frage ich nach der Rechnung. Die Rechnung kommt auch prompt und ich staune nicht schlecht. Mit ein paar Dollar Trinkgeld sind es 80 Dollar. Für einen Salat, einen Burger mit Fritten, zwei Dr. Pepper und eine Mexikanische Cola – hoppla!

Damit hatte ich nicht gerechnet – wir bezahlen und gehen. Hui, das kann man sich nicht jeden Tag leisten.

Im Motel dann kurz bloggen und danach nur noch schlafen…

Hier noch schnell die Track-Auswertung – Man beachte die Höhendifferenzen!!

Hier gibt es das KMZ zum selbst anschauen mit Google-Earth.

Und hier ist die Diashow des Tages.

Und mein ganz persönlicher Favorit :-)


Escalante Sunrise – Oder: Frühaufstehen und raus in die Kälte…

Um 05:25 ist die Nacht zu Ende. Kurz wachwerden, dann schnell anziehen, Fotosachen einpacken, alles ins Auto schleppen und dann los. Es geht über den Highway 12 von Escalante in Richtung Boulder. Am ersten Scenic View Point halte ich an und baue schnell mein Stativ und die D300 auf. Der Himmel ist schon hell und es sind nur noch wenige Minuten bis zum Sonnenaufgang. Ein zweiter Wagen hält. Der Fahrer schaut was ich da mache und dann holt er auch seine Kamera und sein Stativ aus dem Auto. Er macht ein paar Bilder und fährt weiter bevor es überhaupt richtig los geht.

Blaue Stunde über dem Capitol Reef Nationalpark

Dann kommt die Sonne heraus. Das Schauspiel dauer nur wenige Augenblicke. Der Himmel leuchtet in tollen Farben und die weißen Felswände der Schluchten von Escalante River und Calf Creek leuchten kurz rot auf.

Sonnenaufgang über dem Capitol Reef National Park

Es ist einfach nur saukalt – das Thermometer im Auto hat -3°C angezeigt. Die Kälte kriecht in alle Ritzen und ich bin froh als ich etwa um halb acht wieder im Motel bin. Sandra ist nochmal eingeschlafen. Eine Stunde später ist sie fertig angezogen und ich bin wieder aufgetaut. Es gibt Frühstück im Restaurant des Circle-D Motels. Diesmal für mich den Frühstücks-Burrito, aber heute ohne Hash Browns. Die schmecken zwar gut, aber ich kann sie nicht mehr sehen. Statt dessen gibt es Toast und Marmelade – fast wie daheim :-)

Danach unsere Lagebesprechung für den Tag. Es ist der letzte Tag in Escalante, morgen geht es weiter in Richtung Bryce Canyon – wenn das Wetter mitspielt! Heute ist also die letzte Gelegenheit unsere Anziehsachen zu waschen. Ich frage mal bei Robert vom Motel nach. Es gibt nebenan am Campingplatz öffentliche Waschmaschinen und Wäschetrockner. Man braucht dafür ne Menge Quarter Dollars. Die Maschinen haben einen witzigen Schieber mit etlichen Schlitzen. Will man etwas waschen steckt man in jeden Schlitz einen Quarter und dann kann es losgehen. Da die Sonne scheint und es relativ windstill ist würde ich gern noch einmal zum Peek-A-Boo Canyon fahren und mit der Hasselblad SWC ein paar Foto machen. Sandra hat keine Lust auf anstrengende Wanderungen. Wir beschließen, dass sie die Waschmaschinen betankt und während sie laufen einen Bummel durch Escalante macht. Ich fahre los zum Peek-A-Boo Canyon. Nachmittags will ich zurück sein.

Es geht wieder los in Richtung Boulder. Während der Autofahrt muss ich dran denken was ich immer wieder überall gelesen habe “Don’t die out there!”. Ich hatte von einem beleibten Wanderer gelesen, der unbedingt in den Spooky-Canyon wollte. Er hat sich mit aller Macht zwischen den Felswänden hindurch zwängen wollen und ist schließlich stecken geblieben. Es ging nicht vor und nicht zurück. Drei Tage später haben ihn andere Wanderer halb tot gefunden. Er hat es überlebt und wird sicher nie wieder solch einen Blödsinn machen. Ich muss dran denken wie ich im Vorjahr im Spooky Canyon direkt neben dem Peek-A-Boo war und abends von Spinnen und Schlangen las die sich gern in der kühlen engen Schlucht aufhalten. Fast ein wenig gruselig das Ganze.

Hier ist ein Foto das 2009 im Spooky Canyon entstanden ist. Einfach anklicken um es in der Originalgröße zu sehen – Achtung: 5,6 MB!!

Einfack anklicken um es in Originalgröße zu schauen.

An der Hole in the rock road (HITRR) geht es wieder rechts ab und dann etliche Meilen über die staubige Piste bis zum Abzweig zum ‘Dry Fork Trailhead’. Im Abzweig stehen zwei große Autos und überall laufen Kinder herum. Na Prima, das sind die Leute vom Frühstück. Sie blockieren die Dirt Road und merken eigentlich gar nichts. Zwei Männer sind auch dabei, sie tragen Badeschlappen! Es sind inzwischen etwa +6°C – Badeschlappen?? Irgendwann bemerken sie mich und gehen ein wenig beiseite. Scheinbar halten sie Kriegsrat weil sie nicht wissen wo es lang geht. Ich muss halb durch die Sträucher fahren und mein Auto bleibt fast im Sand stecken – ich bin echt begeistert…

Es geht weiter, bis zum Trailhead sind es noch etwa 2000 Meter. Dann ein Geländewagen der in langsamem Schritttempo durch die Gegend schaukelt. Das kann ja lustig werden wenn die alle zum Peek-A-Boo wollen! Dann kann ich überholen. Am Trailhead angekommen baue ich die Leiter zusammen und packe alle Objektive aus die ich nicht brauche. Das 12-24m Zoom und das 55er Macro dürfen zusammen mit der D300 in den Rucksack. Dann noch die SWC und ein par Filmrollen.

Als ich zum Abmarsch bereit bin kommt der Geländewagen auch schon an…

Ich flitze den Abhang runter, vielleicht kann ich einen kleinen Vorsprung herausholen bevor die mir alle staunend vor die Kamera latschen.

Unten am Canyon angekommen sind schon drei ältere Herren im Canyon. Sie staunen nicht schlecht als ich mit Wolfgangs cooler ‘Wanderleiter’ dort ankomme und mühelos in den Canyon einsteige. “Yeah, that is a cool tool!” – das ist es! Da ich nur am Anfang des Canyons fotografieren möchte lasse ich die Leiter draußen stehen.

Nach einem kurzen Plausch machen sich die Drei auf den Weg. Es fällt ihnen sichtlich schwer durch den Canyon zu krabbeln. Aber sie helfen sich gegenseitig uns sind nach 10 Minuten außer Sichtweite. Es kann losgehen! In der SWC ist ein Fuji Provia 100. Ich kann also die Belichtung direkt mit der D300 “messen”. Ich mache ein paar Testbilder und 1/4s bei Blende 16 scheinen ganz ok zu sein. Schnell ist der erste Film voll. Als ich den zweiten Film gerade eingelegt hat höre ich schreiende Kinder. Prima, die Nachbarn haben die Leiter gesehen und stürmen den Peek-A-Boo. Nach 20 Minuten ist der Spuk vorbei. Sie haben kein Wasser dabei, keine Wandersachen und die beiden Typen tragen immer noch ihre Badeschlappen. Perfekte Vorbereitung! Ich bin ja auch oft schlecht vorbereitet, aber so??

Als der zweite Film voll ist kommt das nächste Pärchen. Alle wollen wissen ob ich schon mal hier war, wie lang der Canyon ist und wo sie den Spooky Canyon finden. Ich erzähle was ich weiß und schicke sie nachdem sie den Ausgang des Peek-A-Boo erreicht haben hart rechts rüber zum Spooky. Dass es dort echt kompliziert wird sage ich dazu und gebe ihnen den Tipp den Spooky Canyon notfalls an einer der Seiten oberhalb bis zum ‘Haupteingang’ zu umgehen.

Dann ist wieder Ruhe. Ich montiere die D300 auf das Stativ und mache ein paar Detailfotos von den Canyon-Wänden. Es ist schon witzig was man alles sieht wenn man sich mal in Ruhe umschaut. Etwa eine Stunde später kommt die ganze Meute dann schreien durch den Peek-A-Boo zurück. Als sie endlich weg sind packe ich zusammen und mache mich auf den Heimweg.

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An einem Felsbrocken fängt sich mein GPS die erste tiefe Schramme auf dem Display ein – Mist! Am Auto packe ich schnell zusammen und fahre zurück nach Escalante, Sandra wird schon warten. Die HITRR ist recht gut zu befahren. Die meiste Strecke kann ich zwischen 40 und 60 mph fahren. Das ist Warp-Geschwindigkeit! Fährt man langsamer rappelt das Auto über Querrillen, dass es einem fast die Plomben aus den Zähnen fallen. Fährt man schneller wir es etwa ruhiger, aber das Auto dröhnt und rappelt wie Verrückt. Man muss sehr aufpassen, dass bei dem Tempo das Auto nicht die Bodenhaftung verliert! Und bloß nicht über einen dicken Stein donnern oder eine Kuh platt fahren! Ich bin sehr angespannt, doch dann sehe ich eine tiefe Bodenwelle viel zu spät. Ich kann mich nur noch am Lenkrad festklammern und dann tut es einen höllischen Schlag. Die Federung des vorderen linken Rades schlägt voll durch. Autsch…

Ich halte kurz an, ein wenig mulmig ist mir im Bauch. Ich muss daran denke wie Wolfgang von großen Steinen und platten Reifen auf der HITRR berichtet hat. Aber ich habe Glück, es ist noch alles ganz ok. Das Auto fährt auch noch sauber gerade aus, es ist nicht einmal die Spur verstellt. Die Jeeps sind eben für solche Strecken konstruiert.

Eine Stunde später bin ich zurück. Im Zimmer wartet Sandra, überall liegen kleine Haufen mit gut riechender frisch gewaschener Wäsche – zauberhaft!!

Ich ziehe mir schnell ein frisches Hemd an und dann geht es gegen 15 Uhr in die Circle-D Eatery. Sandra isst einen kleinen Salat aus Spinat mit gegrillten Hühnchen. Ich gönne mir Blaubeerkuchen mit Sahne, dazu gibt es Kaffee bis zum Abwinken. Wir entspannen uns ein wenig und überlegen wie es morgen weiter gehen soll.

Wir beschließen sehr früh aufzustehen, vielleicht ist das Wetter gut und wir bekommen am Bryce Canyon einen schönen Sonnenaufgang zu sehen! Der Bryce Canyon ist fast komplett nach Osten ausgerichtet, eine echte Sunrise-Location. Sonnenuntergänge sind dort eher langweilig. Als wir zurück im Zimmer sind packe ich Wolfgangs tolle ‘Wanderleiter’ zusammen, lege die neuen Reserve-Schrauben dazu und gebe sie wieder an der Rezeption ab. Nun kann sie sich ein anderer Wanderer ausleihen :-)

Gleich werden wir unsere Sachen schon einmal grob zusammen packen und dann geht es morgen wieder los.

Ich werde berichten was wir erleben und wo wir schließlich landen werden :-]

Hier ist die Diashow des Tages.


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