Alles über Fotografie, Autos, Motorräder…

Archiv für März, 2009

Home Sweet Home – Oder: Deutschland ist auch schön!

Kaum bin ich mit meinem Extremeblogging auf dem wunderschönen Teppichboden am Flughafen in Las Vegas durch, da wird auch schon der Schalter am Gate 6 geöffnet. Kurz drauf bin ich im Flieger auf Platz 8D neben einem sehr netten Ehepaar aus Idstein. Der Flug startet pünktlich, als es etwas zu trinken gibt ordere ich mir zwei Gläser Weißwein. “Wollen Sie schlafen?” Ja, das will ich und es klappt eine Weile auch ganz gut. Doch der Flug ist echt lang und anstrengend. Um 16h deutscher Zeit sind wir dann alle wieder in Frankfurt. Kurz bei den Koffern noch ein paar Visitenkarten austauschen, dann voll bepackt zum Taxi. Nach einem kurzen Wortwechsel der an das Hupen des hinteren Taxis mit den Worten anschließt: “Ehh, Du bist ja voll Banane eh, sowas von Banane Du bist…”, saust der Taxifahrer dann auch schon mit Lichtgeschwindigkeit über die Deutsche Autobahn. Ich bin es nicht mehr gewohnt und bei Tempo 200 wird mir fast Angst und Bange. Aber er hat alles im Griff und erzählt mir von seinem letzten Familienurlaub. In den Staaten war er auch noch nie. Ich lobe es über den grünen Klee – vielleicht wirkt es ja.

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Die Fahrt nach Mainz kostet 43 Euro. Ich habe wieder deutschen Boden unter den Füßen! Gleich heißt es erst einmal etwas wirklich leckeres zu Essen zu organisieren. Endlich wieder RICHTIGES ESSEN :-) Vielleicht ein Steak im El Chico? Dazu ein Ofenkartoffel und ein Glas kaltes Bier? Hey klingt das nach einem Plan?

Danach Koffer auspacken und alles für den ersten Arbeitstag zurechtlegen. Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei – das sangen schon die Toten Hosen.

Lessons Learned:

  • Zuviel Gepäck: Ich habe gestern beim Kofferpacken etliche unbenutzte Kleidungsstücke gefunden!
  • Mindestens eine Kamera zu viel – die schwere F5 fast unbenutzt. Die F100 tut’s auch.
  • Dias sind ja nett, aber alles doppelt zu knipsen ist aufwändig. Man kann von digitalen Bildern auch Dias ausbelichten lassen. Das spart ggf. Gewicht und macht manches leichter.
  • Einbeinstativ: Fast unbenutzt
  • Teures neues Carbonstativ: Fast unbenutzt
  • Die vielen Objektive sind nicht wirklich nötig. Praktisch unbenutzt: 2.8/24mm, 2.8/20, Lensbaby II
  • Wer Platz und Gewicht sparen will beschränkt sich vielleicht auf ein gutes Weitwinkel: Tokina 11-16 oder 12-24 und ggf. Nikon 18-200 VR – das ist für die meisten Wanderungen schon schwer genug!
  • Ein Ladegerät für Mignon-Akkus reicht aus!
  • Zahnpasta und den ganzen Krams kann man überall kaufen – das Gewicht kann man sparen
  • Das zweite Paar Trekkingschuhe hat nur rumgestanden – kann man sich sparen, im Zweifel kauft man sich ein paar billige Turnschuhe für die Zeit
  • Wissen ist Macht – nichts wissen macht nichts – Je besser die Vorbereitung desto ungefährlicher sind die Wanderungen!
  • Beim Mieten des Autos darauf achten, dass ein “Temporary Permit” nicht mitten im Urlaub ausläuft, dann muss man auch keinen Stress mit der Polizei fürchten…
  • 15 Meilen zu viel kosten 107 Dollar! Man sollte sich genau an die Speedlimits halten. Die Wege sind weit und monoton. Die Sheriffs stehen immer da wenn man gerade nicht an sie denkt. Tickets verteilen sie gern, einige in Mesquite bis zu 6 Tickets pro Stunde!
  • Don’t drink and drive! Da verstehen sie keinen Spaß!
  • Rundflüge kann man schlecht planen und sollte man morgens bei gutem Wetter machen. Sonst wird einem vielleicht total übel und das was danach kommt kostet gegebenenfalls 25 Dollar!
  • Im Winter ist es in der Wüste kalt, in den meisten Motels ebenfalls, Schlafanzüge sind uncool aber nützlich.
  • Ein “Free Continental Breakfast” bezieht sich auf die französische Variante von Kaffee und Croissant! Hier modifiziert zu Donuts und Kaffe aus Styroporbechern! Kann man sich sparen!
  • Die zusätzlichen Versicherungen beim Autovermieter gegen Reifenschaden & Co. kann man sich sparen! Wichtig sind nur die Haftpflicht und die (Voll-)Kasko!
  • Amerikanische Steckdosen ist fast überall eine echt wacklige Angelegenheit!
  • Einen Fön gibt es nicht überall, man kann ihn aber für 10 Dollar kaufen.
  • Einen Fön wirft man nicht in die gefüllte Badewanne!
  • Wüsten sind eine staubige Angelegenheit! Objektive wechselt man am besten im Auto oder im Hotel! Wenn es schon mehrere unterschiedliche schwere Objektive sein müssen, dann am besten auch mit bspw. zwei Bodies.
  • Die Kombination aus D300 mit 2.8/17-55 und F100 mit 2.8/70-200 ist nicht verkehrt. Alternativ zwei digitale Bodies oder eben das “Deppenzoom” (Wortschöpfung: Woici – fotocommunity)
  • Die Batterien der D300 halten fast immer den ganzen Tag durch. Das Batteriepack ist auf langen Wanderungen überflüssig. Lieber statt dessen ein GPS und WASSER mit nehmen!

Und, last but not least:

  • Wenn man am Flughafen schon teure Features über Annie Leibowitz kauft, sollte man sie nicht im Flieger liegen lassen…
  • Ahornsirup ist echt klebrig!

So, der Urlaub ist jetzt rum, er war viel zu kurz! Trotzdem freue ich mich nun auf meine Lieben daheim in Wachtberg und Bonn.


Abreise – Oder: Please exit for all domestic flights

Gut ausgeruht werde ich um 7h wach. Es ist total praktisch, dass man auch bei diesem Motel das Auto direkt vor der Türe parken kann. Abends habe ich noch alles ins Zimmer geholt, das Auto ist jetzt leer und das Zimmer ein Schlachtfeld! Nach dem Duschen brauche ich ganze zwei Stunden um alles so zu verpacken, das beide Koffer ähnlich schwer erscheinen. Wolfgang hat mir geraten gut darauf zu achten! Die Gewerkschaften haben durch gesetzt, dass die Flughafenarbeiter in den USA keine Koffer heben dürfen die mehr als 23 KG wiegen! Nach einigem hin und her muss eine Wasserflasche draußen bleiben, ich hänge sie an den Rucksack. Dieser ist seit Beginn der Reise übersät mit griffigen großen Karabinerhaken. Die sind total praktisch, was ich da schon alles drangehängt habe! Nun hängt da die SIGG, die Goretex Wanderjacke, die Windstopper-Weste, der graue Pulli mit dem Reißverschluss. Handgepäck ist das eigentlich keines mehr :-) Sieht aber wichtig aus!

Die Notebook-Tasche ist fast doppelt so dick wie bei der Anreise. Es sind die ganzen Broschüren drin, ein paar Hefte, dünne Fotobücher. Aber sie geht noch zu!

Um 10h ist alles verstaut und es kann losgehen. Aber mein BLOG ist noch nicht online, also suche ich nach einem WLAN. Vor der Tankstelle gegenüber habe ich Empfang. Ich kann kurz in die Mails schauen, aber das Hochladen des BLOGs dauert elendig lang und schlägt dreimal fehl. Also gebe ich um 11h auf – Extremeblogging….

Es geht nach Las Vegas! Das Wetter ist toll, die Autobahn ist frei es geht gut vorwärts. Langweilig ist die Fahrt! Dann ein Warnschild – “Dust Hazard Ahead” – Prima jetzt einen Sandsturm, das passt gut zum Heimflug… Ein paar Kilometer später ist wirklich ein kleiner Sandsturm. Aber der ist bald vorbei und ich wundere mich sehr wie es kommt, dass er sich auf so kleinem Gebiet abgespielt hat.

Kurz vorm Flughafen dann Stau. Las Vegas die die am schnellsten wachsende Stadt in Nevada. Der Intersate ist eine Dauerbaustelle. Überall um mich herum stehen Baukräne, man sieht die Skelette neuer Kasinos. Hier geht echt was ab. Der Stau ist halbwegs harmlos und ich kann ein wenig die protzigen Kasinos filmen. Die Car Rental Station ist leicht zu finden. Es ist alles toll ausgeschildert, man darf nur die Abfahrt 34 nicht verpassen! Die Abgabestelle für Alamo Autos finde ich auch sofort, alle ist sehr übersichtlich. Kaum habe ich angehalten steht auch schon jemand mit einem Barcodescanner vor mir und zielt auf die Windschutzscheibe, Sekunden später habe ich eine Rückgabequittung in der Hand – das ist Routine! Ich erkläre kurz, dass das Auto ok ist und ich wirklich gar nichts beschädigt habe! Er ist total nett und erzählt, dass er das gleiche Auto hat und dass er es liebt! Wir verstehen uns, es gibt ein Schwätzchen. Er kommt aus Brasilien und lobt mein gutes Englisch. Mir ist das fast peinlich – aber wenn es aus dem Bauch kommt und unüberlegt ist, dann ist es nach den vielen Smalltalk-Situationen inzwischen vielleicht doch ganz gut.

Dann alles zusammenschnallen, den Rest Waschmittel, die Kekse und was noch übrig ist lasse ich einfach im Auto. Das ist schon ok so – sagt er! Es braucht ohnehin eine Grundreinigung.

Dann zum Shuttlebus. Der ist leicht zu finden, ich laufe einfach den anderen hinterher. Bei uns Deutschen funktioniert das immer ganz gut, wenn wir einen Führer haben können wir das Hirn abschalten und tun einfach das was alle tun. Klappt auch prima – kurz drauf sitze ich im Bus. Der Fahrer ist ein schwarzer Bär von einem Mann. Kurze graue Haare im Gesicht und auf dem Kopf, eine ultracoole Sonnenbrille auf der Nase. Die Schultern so breit wie ein Kleiderschrank, die Stimme fast so tief wie bei Ivan Rebrov. Ein cooler Typ. Er hievt mit Schwung alle Koffer in den Bus, dann geht es los. Er stellt coole Musik an, nimmt das Mikro und wird zum Entertainer. Wir erfahren, dass es in Las Vegas den besten Jazz der Welt gibt! Dann fragt er wer denn alles am Strip war? Einige zeigen brav auf. Dann die Frage ob wir denn auch wissen was der Strip ist? Alle überlegen, dann sagt jemand “Business!” Ok, das ist es auch, aber das meint er nicht. Es traut sich keiner mehr, eine Situation wie beim Abfragen der Hausaufgaben in der 4. Klasse. Dann die Lösung, der Strip ist ein Touristenfalle! Will man dort ein Bier zahlt man 10 Dollar. Da wo er hin geht kriegt er für 10 Dollar fünf Gläser Bier :-) Die Stimmung ist ausgelassen, kurz drauf kommen wir am Terminal an.

“Please exit here for all domestic flights!” – Domestic flights, das sind Inlandsflüge!!! Bin ich falsch?? Ich bleibe bis zum Schluss im Bus und frage dann, ob er weiter zum Terminal 2 fährt. Auf dem Hinweg hatten wir einen Zwischenstopp! Wenn ich mich recht entsinne… Nein das geht leider nicht, aber er zeigt mir den Weg. Nicht so richtig aber grob. Ich wandere los, mit zwei Koffern, dem riesigen Fotorucksack, der Wasserflasche und den Jacken dran, der Laptoptasche… Es ist warm, das Klima erinnert mich an Teneriffa oder Gran Canaria. Am Ende des gegenüberliegenden Gebäudes kehre ich kurz ein in der Hoffnung, dass es einen Verbindungsgang gibt. Es scheint keinen zu geben! Von den Schaltern ist einer frei und es sitzt dort eine nette Dame. Ich lasse meine Koffer stehen und gehe kurz zu ihr um mal zu fragen wo es den lang geht. Sie erklärt es mit kurz und bündig, es sind ein paar hundert Meter zu laufen. Als ich mich umdrehe stehe ich vielleicht 6 oder 7 Meter von meinen Koffern entfernt. Und wer steht neben den Koffern? Zwei Sicherheitsbeamte! Entweder haben sie Angst ich könnte versuchen was zu sprengen oder sie wollen verhindern, dass sich jemand die Koffer unter den Nagel reißt. Ich denke es ist Letzteres – ich liebe Amerika!

Und weiter geht es, nach einigen anstrengenden Metern bin ich dann am richtigen Terminal. Drinnen ist komisch weicher blau grau gemusterter Teppichboden. Die Koffer lassen sich nur schwer darauf rollen. Fast wie in den Motel-Zimmern. Warum ist das so?

Nach einigem Hin und Her habe ich dann den Condor-Schalter gefunden. Es ist 13h, es sind noch vier Stunden bis Abflug – ich bin viel zu früh! Eine ältere Dame mit gelbem Condor-Tuch um den Hals fragt mich auf Englisch ob ich ein Business- oder Firstclass-Ticket habe. Ich antworte brav auf Englisch, dass ich nur den Schalter für den Flug nach Frankfurt suche und dass ich einer dieser Premium-Economy-Typen bin. In feinstem Deutsch weist sie mir dann den Weg zum Ende der sicher 50 Meter langen Schlange… Doch kein Early Bird…

Nach einer Stunde bewegt sich die Schlange dann. Um etwa 14h bin ich bei der Sicherheitskontrolle. Alles ausziehen, ok, fast alles! Schuhe, Gürtel, Uhr, Laptop auspacken und so weiter. Die Flasche sieht gefährlich aus, sie wird separat kontrolliert! Ich fingere die Müller-Drogerietüte aus dem Fotorucksack. Drinnen sind 29 Filme (einen habe ich wohl verloren) und sie sind in transparenten Melitta Gefrierbeuteln mit “Zipper” zu jeweils fast 10 Filmen verpackt. 10x Velvia 50, 9x Velvia 100, 10x Ektar 100… Ich bitte darum die Filme manuell zu kontrollieren. “Is this high speed material?” Nein ist es nicht, aber es war schon viermal in diesen Maschinen! Das ist natürlich voll gelogen, die Filme sind noch jungfräulich – aber wer will das jetzt kontrollieren? Der Trick funktioniert – die Filme werden wirklich Stück für Stück einzeln kontrolliert. Am Ende gibt er mir eine dieser großen Plastikschalen, drinnen liegen 29 Deckel, 29 Plastikdosen, 29 Filmdosen und vier Plastiktüten – Ich liebe Amerika! :-)

Dann geht es zum Gate 6. Der Flughafen ist nicht größer als der auf Teneriffa – alles ist ganz einfach hier. Ich schleiche suchend um die Ecken, aha – dort ist sogar eine Steckdose! Den Adapter habe ich vorsorglich in der Notebook-Tasche – es ist sogar Strom drauf! Der Stecker hängt zwar gefährlich locker in der Wand, aber es klappt.

So sitze ich nun hier auf dem Boden des Flughafens in Las Vegas. Vor mir blau grauer Teppichboden mit roten Dreiecken – schick! Das WLAN funktioniert super gut – mein BLOG von gestern konnte ich eben schon hochladen.


Scenic Flight – Oder: Der Abschied fällt schwer

Gut erholt und ausgeschlafen beginnt mein Tag heute erst um kurz nach acht. Es wird herumgetrödelt was das Zeug hält, schließlich beginnt mein Rundflug erst um 13h – falls das Wetter heute mitspielt! Also kurz in die E-Mails schauen – das geht mal wieder nicht weil der Router wieder streikt. Kurz Gegenprobe mit dem iPOD – der kriegt es auch nicht hin – es liegt also nicht an Windows Vista! Irgendwann klappt es dann doch, scheinbar hat einer der Angestellten die missliche Lage bemerkt und den Router neu gebootet.

Während ich noch in Unterhose herum turne und dabei bin meine Koffer zu packen, bin ich erstaunt welches Maß an Chaos ich in der Lage bin in nur vier Tagen zu verbreiten :-) Plötzlich klopft es heftig an der Türe, dann öffnet sie sich auch schon und das Zimmermädchen gibt mir zu verstehen, dass ich mich doch bitte beeilen soll. Es ist schon 9h und sie will endlich das Zimmer aufräumen. “Ok, give me some minutes please!” Sie geht wieder und schüttelt den Kopf, keine Ahnung warum – Die Unterhose ist weitgehend weiß und kommt ohne florale Muster daher und Comics sind auch keine drauf. Diese unseeligen Zeiten sind Gott sei Dank lange vorbei :-)

Jedenfalls spornt solch ein Kopfschütteln ungemein an. Das möchte man(n) nicht öfter als einmal pro Tag erleben. Also den Turbogang einlegen. 15 Minuten später ist alles im Auto verpackt, es gibt noch einen Kaffee in der Lobby – natürlich aus einem Styropor-Becher! Aber dafür mit Kuhmilch aus einer Gallonenplastikflasche. Natürlich ist das voll das Geplempere und ich muss erst einmal den halben Frühstücksbereich trockenlegen. Diesmal schütteln die Anwesenden nicht den Kopf, sie grinsen von einem Ohr zum anderen. Ein Tag der so beginnt kann nur gut werden!

Nach dem zweiten Kaffe verabschiede ich mich und fahre mal rüber zum Staudamm. Vielleicht komme ich ja runter auf den Damm und kann dort eine paar schöne Fotos machen! Die Reise ist kurz, 10 Minuten später stehe ich wieder bei der Sicherheitskontrolle. Alles neue Gesichter – prima! Ich muss meine Kamera in eine weiße Plastikschale legen – das passt irgendwie gar nicht und mir rutscht ein “Oh, the box is too small!” heraus. Der Sicherheitsbeamte findet das gar nicht witzig und entgegnet mit tiefer bestimmter Stimme “Your camera ist too big!” – Ok, die Fronten wären damit geklärt. Ich greife links in die Weste und angle das Fisheye-Objektiv heraus. Dann in die rechte Innentasche, das 12-24mm Weitwinkel ist dran. Die Blicke verdüstern sich. Dann noch das Portemonnaie und ab durch die Schleuse. Die piepst richtig laut los. –> Leibesvisitation – schon wieder! Ich muss den Gürtel aus der Hose nehmen, den Klick für das GPS abmachen, die Schuhe ausziehen und mein Gürteltäschchen mit den Traveller Cheques und den Kreditkarten ausräumen. Irgendwann glauben sie mir, dass ich nichts böses im Schilde führe und den Damm auch nicht mit meiner Kamera in die Luft sprengen will. Ich darf eintreten! Im Kino gibt es zwei tolle Filme die ich noch nicht kenne und ich bin total beeindruckt welche Leistung die Erbauer dieses Dammes vor mehr als 50 Jahren erbracht haben!

Nach dem zweiten Film ist es ungefähr 10h45 und ich habe noch reichlich Zeit. Der Himmel ist wolkenlos und es gibt nur mäßig viel Wind – wahrscheinlich perfekte Bedingungen für meinen Scenic Flight! Ratlos stehe ich vor dem Aufzug. Kein Knopf zum Drücken nichts. Nur ein Schloss! Es schwant mir, dass man da nicht allein runter darf sondern nur in Begleitung Erwachsener! Eine kurze Frage beim nächsten Security-Employee bestätigt diese Vermutung. Ich muss mich der “Tour” anschließen. Die nächste Tour geht aber erst um 12h15 – das ist zu spät! Also schnell ein paar Knipsbilder an der Mauer der Rückseite des Visitor Centers und ab zum Safeways. Dort angekommen ist es nach Zwölf und der Hunger meldet sich. Die Roastbeef-Sandwiches sind lecker und es gibt auch was zu trinken!

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Nach einem kleinen Spaziergang und einer Auseinandersetzung mit einem mir bislang unbekannten Geldautomaten trudle ich um 12h50 beim Page Airport ein. Ich werde schon erwartet und es gibt ein nettes kleines Schwätzchen. Dann die Frage wo ich denn rumfliegen möchte. Ich habe keine Ahnung! Ok, der Pilot geht mit mir zu einer großen Karte und erklärt mir seinen Vorschlag. Starten, Runde über den Lake Powell, dann den Staudamm anschauen, Horseshoe Bend, Lees Ferry, dann weiter zum Grand Canyon. Hier ein Stück an der südlichen Kante entlang fliegen, nicht alles, der Canyon ist mehrere hundert Kilometer lang! Dann wenden und wieder zurück zum Navajo Mountain, die Rainbow Bridge anschauen und dann noch ein paar alte Häuser die in Höhlen im Fels hinein gebaut sind.

Das klingt nach einem Plan!

Ok, wir gehen raus auf den “Parkplatz” Dort gibt es ein kleine Einweisung, dann wir der Stopper für das Seitenfenster demontiert, damit ich es jederzeit zum Fotografieren öffnen kann. Die Kameras werden klar gemacht! Die Hosentaschenkamera für eine paar kurze Video-Sequenzen, die F5 mit 28-70mm für Dias mit Velvia 50, die F100 mit 60er Macro für Negative mit Ektar 100 und die D300 mit 70-200mm Telezoom. Nach einer kurzen Pflichteinweisung weiß ich, dass ich keine Bratwurst essen darf und was sonst alles nicht erlaubt ist. Der Pilot war früher während seiner Militärzeit in Traben Trabach stationiert. Er spricht ein paar Worte Deutsch. Sein liebstes Wort ist “Schätzchen”. Ich kriege einen speziellen Kopfhörer mit Mikrophon aufgesetzt, damit können wir uns dann über die Gegensprechanlage unterhalten. Der Fotorucksack liegt geöffnet und griffbereit auf den linken Sitz hinter uns. Die D300 auf dem Boden, die F5 habe ich um den Hals und mit der S600 wird gefilmt. Das alles muss einen echt skurrilen Eindruck machen, aber der Pilot lässt sich nichts anmerken! Kurzer Plausch mit dem Tower, ich kann alles mithören. Ich habe sogar einen Steuerknüppel und eigene Pedale. Nur anfangen könnte ich damit nichts!

Dann rollen wir zum Start, der Pilot ist sowas von lässig – das kann man nicht in Worte fassen. Dann wie Wende, ein paar Hebel ziehen und es geht vorwärts, einige Sekunden später sind wir auch schon in der Luft. Der Flug macht Spaß und ich darf das Seitenfenster zum Fotografieren öffnen wann immer ich will, prima! Als wir am Horeshoe Bend vorbei sind  ist der Diafilm in der F5 schon voll. Also versuchen wir es jetzt mal mit der D300 und dem Tele. Das Ding ist nicht wirklich lang, aber in dieser Situation doch zu lang! Das Fenster flattert im Wind und selbst ohne Gegenlichtblende kann man kaum fokussieren weil der Wind so heftig an diesem dicken Rohr arbeitet. Also weg damit und das geliebte 17-55er drangemacht! Das nette Live-View-Feature kann man auch vergessen – ich bräuchte dafür einen 90° Spiegel! Mit dem kurzen Zoomobjektiv bin ich aber gut ausgestattet. Die F5 liegt jetzt hinten, ich habe die F100 und die D300 um den Hals. Bei der Einweisung hat mich der Pilot noch drauf hingewiesen bloß keine Kamera aus dem Fenster zu werfen!

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In der Maschine wird es langsam unerträglich warm. Auch habe ich den Eindruck, dass die Atemluft mit Abgasen angereichert ist. Es riecht echt fies und muffig und beim ständigen Blick durch den Sucher passiert genau das was der Pilot schon vor Tagen vorhergesagt hat “Some people get crazy in their stomach!” Mir wird übel – richtig übel! Wir sind gerade 20 Minuten in der Luft – ich werde gefragt ob wir umkehren sollen – NEIN BLOSS NICHT! GEHT SCHON… Dann nochmal der Hinweis des Piloten, dass oben rechts in der Verkleidung im blauen Umschlag ein Kotztüte steckt! Dann der sagt “Try to avoid it, I will cost you 25 bucks! That’s we pilots life from!” Aha, also lieber nicht kotzen – ich nehme die Tüte trotzdem mal in die Hand und versuche tief durch zu atmen und mich auf den gut sichtbaren Horizont zu konzentrieren. Doch der Pilot zeigt mir ein tolles Ding nach dem anderen. Ich knipse doch wieder drauf los. Danach mit schwitzigen Händen an der Kotztüte festhalten. Solange ich nicht durch den Sucher schaue geht es einigermaßen. Zwischendurch muss ich das Fenster mal ein wenig öffnen, es hat sich schon angemeldet… Aber alles geht gut, irgendwann liegt dann leider die Kotztüte unter dem Sitz und genau in diese Augenblick die Ansage “It’ll get a little bumpy now!” Oh je was mache ich bloß, dann kommen wir an dem kleinen Überhang mit den Häusern darunter vorbei. Ich versuche ein paar Bilder zu machen, es geht aber nicht mehr. Beide springen wir auf den Sitz bei jedem Luftloch ein wenig rauf und runter. Der Pilot zieht seinen Gurt strammer. Mir geht es dreckig ich fingere unter dem Sitz herum, irgendwo muss diese blöde Tüte doch sein. Dann die Frage ob ich alle Fotos habe oder ob er die Runde nochmal drehen soll? “Well, I feel a little seasick – can we fly home to the page airport, please?” “Ya shure!” Ich bin also bald erlöst. Kurz das Fenster öffnen, durchatmen, ein paar Fotos machen, mit dem Brechreitz kämpfen, nach der Tüte fingern, Fenster auf, Knipsen, fingern…. Nach zwei Stunden sind wir wieder am Boden. War das ein Erlebnis! Beim Zusammenpacken meiner Fotosachen ist mir immer noch schlecht.

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Später beim Bezahlen bin ich froh, dass es dort eine kalte Pepsi aus dem Automaten gibt! Der Spaß war nicht billig, aber ich habe drei Filme belichtet und etwa 1100 digitale Knipsbilder gemacht. Ich bin gespannt ob ein oder zwei schöne Bilder darunter sind! Es muss immer ganz schnell gehen, das Flugzeug kann nicht anhalten sonst fällt es runter. Alles ist in Bewegung, es windet wie die Hölle, das Fenster flattert im Wind und die Turbulenzen machen es fast unmöglich die Kamera parallel zum Horizont zu halten. Außerdem ist ständig das rechte Rad oder ein Flügel im Bild!

Nach der Bezahlerei gibt es noch einen netten Plausch, wir tauschen E-Mail-Adressen aus und ich kann auf meinem iPOD kurz die Bilder zeigen die ich in den letzten Wochen in der FC hochgeladen haben. Der Sonnenaufgang über den La Sal Mountains kommt gut an und macht Eindruck. Danach ist meine Stimmung wieder gut! Es war das Erlebnis des Urlaubs! Ohne den Brechreiz wäre es genial gewesen, so war es eine echt coole neue Erfahrung :-)

Wieder im Auto geht es dann los. Wohin? Keine Ahnung? Las Vegas, Zion? Mal sehen… Um 20h lande ich dann in einem kleinen Motel in Mesquite. Es sind noch zwei Zimmer frei, alle anderen Hotels und Motels bei denen ich es versucht habe waren ausgebucht. Das Zimmer ist nett, riecht aber voll total fies nach Jahrzehnte altem Zigarettenqualm! Echt schwer eklig! Das WLAN-Problem gibt es auch hier. Das Motel hat kein eigenes WLAN. Schließlich finde ich ein WLAN, das wir aber kurz drauf abgeschaltet. So blogge ich erst einmal in Blaue hinein und hoffe, dass ich es irgendwann doch noch veröffentlichen kann. So ganz gelöst ist das mit dem “Überallnetzwerk” noch nicht…

Morgen geht es dann die letzten 100 Kilometer nach Las Vegas, direkt zum Flughafen. Das Geld das ich heute beim Hotel und im Casino gespart habe kann ich dann im Sommerurlaub ausgeben :-) Das Zimmer muss bis 11h geräumt sein. Der Flieger geht um 16h50 – ich habe also alle Zeit der Welt! Trotzdem bin ich ein wenig frustig, dass die fünf Wochen so schnell vergangen sind. Ich muss echt noch mal wieder hierher kommen. Vielleicht im Herbst?

Hier die Trackanalyse:

3D Höhenmodell des Rundfluges – das Fähnchen markiert den Airport:

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Im 2D Höhenmodell sieht man in der ersten Hälfte zwischen den beiden Fähnchen das Profil des Fluges. Danach dann ein paar alte Wegpunkte an denen ich mit dem Auto auf dem Weg in Richtung Las Vegas vorbei gekommen bin.

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Ja, da habe ich heute in der Zeit in der das GPS eingeschaltet war ganze 746 Kilometer zurück gelegt. Morgen werde ich das toppen! Die Akkus sind im Ladegerät und ich bin sehr gespannt ob das GPS in der Boing in der Lage ist den kompletten Track nach Hause aufzuzeichnen…

Ok, eine gute Nacht erstmal!

Update vom Flughafen in Las Vegas um 14h45

Hier ist die Diashow!


Die letzte Nacht in Page – Oder: Die Stunden sind gezählt…

Heute ist mein letzter Morgen im Rodeway Inn in Page. Eben habe ich in meine E-Mails geschaut und es ist eine kleine Flutwelle. Durch die Wahl meines Fotos, vom Sonnenaufgang am Mesa Arch in die Galerie der Fotocommunity , klicken richtig viele Leute dieses Bild an. In der kurzen Zeit haben es schon über 6000 Fotofans angeschaut. Es gefällt nicht jedem, aber das ist ja auch ganz normal. Wie dem auch sei, es schön so viel Zuspruch zu erhalten und es zeigt einmal mehr, dass es sich lohnt früh aufzustehen!

Damit habe ich es nicht so sehr, heute ist es schon wieder 7:05 – Arizona Time – also eigentlich 8:05 Utah Time – in Deutschland ist es jetzt gerade irgendwas mit 14:05 denke ich. Nachschauen kann ich es nicht, weil der Router hier im Rodeway Inn sowas wie einen Wackelkontakt zu haben scheint. Die Internetverbindung kommt und geht jedenfalls wie sie gerade lustig ist. Das erinnert mich fast an den heimischen DSL-Light-Anschluss und das Gehampel das wir oft daheim haben wenn es mal wieder nicht funktioniert :-)

Gleich werde ich wieder meine Sachen zusammen packen, alles in Auto tragen und dann gemütlich frühstücken – sicher wieder bei Denny’s. Auch wenn ich vorgestern mit anschauen durfte wie ein LKW das “Convenience Food” angeliefert hat, es schmeckt doch ganz gut und die Menschen Dort sind sehr nett. Danach könnte ich vieleicht noch einmal ohne Taschenmesser die paar Hundert Meter zum Carl Hayden Visitor Center rüberfahren und mich diesmal vielleicht mit dem Aufzug hinunter zum Damm “abseilen”. Die Ausblicke dort sind sicher nicht von schlechten Eltern!

Um 13h habe ich dann meinen Flugtermin am Page Airport. Hoffentlich ist es nicht zu stürmisch. Dieser Abschluss der Reise wäre wirklich großartig – es bleibt zumindest spannend. Wenn es nicht klappen sollte könnte ich noch einmal zum Zion National Park fahren oder mir vielleicht auch ein wenig Las Vegas anschauen. Da fällt mir wieder George Fono ein der mich gestern auf dem Schiff gefragt hat “Have you been to Las Vegas!” “Well, I’ve seen the airport, the car rental station, and the highway to page.” “Oh, so you’ve seen the most beautiful things of Las Vegas!!” Dabei grinst er unter der großen Sonnenbrille über beide Backen. Seine Frau hat mir dann erzählt, dass ihr Mann solche Städte überhaupt nicht leiden kann. Irgendwas hat ihn dann doch beeindruckt und er hat danach ein wenig von diesem Kasino geschwärmt das im venezianischen Stil gebaut ist. Es ist dort also nicht alles hässlich…

Ich stehe jetzt mal auf. Abschied nehmen ist immer wieder blöd. Seit Jahren heißt es am Freitagmorgen den Koffer zu packen und die Heimreise anzutreten. Nur ist es diesmal keine Arbeitswoche die hinter mir liegt sondern eine großartige Zeit ein einem beeindruckenden Land mit wirklich tollen Leuten. Besonders die Menschen hier haben es mir angetan. Der Mix aus Besuchern, Indianern, zugereisten, das macht es eben aus. Man kommt schnell ins Gespräch, alle sind hilfsbereit und wenn man will ist man hier nie wirklich allein.

Falls nichts schief geht sitze ich dann morgen um 16h50 in einer startenden Boing 767. Der Flug wird wohl 13 Stunden dauern. Ankommen werde ich in Frankfurt am Montag morgen. Sicher bin ich da erst einmal ziemlich außer Gefecht gesetzt. Aber 20 Stunden Schlaf werden es schon richten :-) Am Dienstag geht dann der Alltag wieder los.

Im Juli steht dann eine “Vater & Kind”-Reise auf dem Programm. Mit dem Wohnmobil durch Dänemark nach Norwegen. Das wir sicher auch wunderbar! Und im Herbst bin ich dann vielleicht auch so fit, dass ich den Hike zur Subway lebendig überstehe :-) Vielleicht nehme ich dann auch mal die schöne alte Rolleiflex wieder mit!

Ok, es ist jetzt kurz nach 7 Uhr. Ich versuche jetzt mal mein Glück mit dem Upload über die wackelige Funkverbindung und dann starte ich zum letzten großen Event! Mehr dazu gibt es dann heute Abend, so denn irgendwo eine WLAN Verbindung möglich ist…

NACH NUR DREI VERSUCHEN HAT ES TATSÄCHLICH GEKLAPPT!


Rainbow Cruise – Oder: Ein perfekter Tag!

Vorweg ein paar Infos zum Tourziel.

Eigentlich brauche ich zur Beschreibung dieses Tages nur ein paar Fotos…

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Was gibt es da noch zu erzählen? Na vielleicht, dass ich eben noch kurz beim Airport war und es morgen um 13h – falls das Wetter mitspielt – einen ganz total privaten Scenic Flight nur für den Ansgar ganz allein geben könnte – I’m very excited!!!

Nachdem ich mich Abends noch mal versichert habe mich in der richtigen Zeitzone zu befinden und mir die Wecker in Handy, GPS und iPOD auf 7:00 gestellt habe – war ich dann schon um 06:58 wach. Genial – eine Weile ruhig im Bett liegen und dann denken “Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert!” (Zitat: Hannibal, A-Team) Nach ausgiebiger Körperpflege – man könnte es fast als Wellness-Pause bezeichnen, geht es dann kurz rüber zum Safeways ein Roastbeef-Sandwich kaufen. Danach dann ab zur Wahweap Marina. Die nette Dame mit dem Rangerhut heißt mich auch heute herzlich willkommen. “Do you want to have a broshure?” “Thanx, I already have a map, you gave me one yesterday!” “Oh, yes really – I did – Ya, I remember you! Have a nive day…” Die Leute sind hier so cool…

Pünktlich um viel zu früh bin ich dann bei den beiden kleinen Mädels am Boad Trip Desk. Eine der beiden ist neu im Job und die andere zeigt ihr wie alles geht. Sie ist total aufgeregt, dann sieht sie meinen Personalausweis und fragt mich “Are you from denmark?” Was haben die bloß immer alle mit Dänemark? Waren die Wikinger mal hier und haben hier für Zoff gesorgt – ich weiß es nicht – nein ich komme nicht aus Dänien, ich komme aus der Gegend zwischen Frankreich und Polen! Sie versteht es nicht – “Ok, I am from GERMANY!” Wer sagt es denn, schon gepunktet! Ich kriege mein Ticket – dafür werden dann nur 153 Dollar von der Kreditkarte abgebucht – das Reisen ist hier so einfach…

Mit meinem tollen Ticket geht es kurz zurück zum Auto die Kampfausrüstung ran schleppen! In der Lobby gibt es eine Ecke mit Kaffee und anderen Nettigkeiten. “Hello, how are you – can I get a coffee here?” “No Sir, we’ve no coffee today!!” Hm… Dann lacht er und fragt “What size do ya want?” Aha – kleiner Spaß am Morgen! “Well, I just wanna little WAKE ME UP", do ya have that?” “Sure we have that, sometimes I need it too. I always take this large one!” Dabei zeigt er auf einen Becher der mich an die große Portion Popkorn im Kino erinnert. “Thanx I think the small one will fit my needs! Can I get some milk please?” “Oh we’ve some sugar and coffee creamer over there!” “Thanx but I love milk, do you have some milk please!” “You want milk?? Cow milk?” “You’ve something else rather than cow milk?” “Ok…”

Dann holt er aus der Kühlung eine Gallone (!!) frische Milch und gießt etwas in den Kaffebecher bis ich STOP sage – Perfekt! Bereits drei Dollar später habe ich einen heißen Kaffee in der Hand und es geht den betonierten blitzblanken Weg runter zu den Ausflugsboten. Auf halbem Weg kommt mir eine Dame in einer Art Marineuniform in sowas wie einem Golfplatzvehikel entgegen. “Do ya wanna take the trip to rainbow bridge?” “Yes, I want!” “Do ya have a ticket!” “Yes I have a ticket!” “You’re an early bird – so wait down there we’ll be starting in 45 minutes!” Das ist ein Wort… Während sie das Essen und die Getränke holt schaue ich mir die Boote an. Das schicke große Schiff aus der Internetpräsentation der Tour ist verriegelt und menschenleer. Ein wenig weiter ist ein viel kleineres, viel älteres Schiff und dort putzt gerade jemand akribisch die Fenster. Es heißt Ethel G. – ob es das ist? Na für mich allein braucht es auch nicht mehr… Später erfahre ich dann, dass das Schiff nach der Frau des Wahweap-Gründers benannt ist.

Kurz drauf lerne ich das Ehepaar Fono aus Kanada kennen. Er hat auch ne Nikon, wir verstehen uns prächtig! Nach und nach kommen noch ein paar Leute hinzu und pünktlich um 9h startet die Tour!

Die Dame aus dem Golfplatzvehikel ist der Kapitän! Sie ist eine Navajo Indianerin und erzählt und eine Menge über den See, seine Geschichte, die Indianer, das Kohlekraftwerk, es ist richtig gut! Schließlich gibt sie uns sogar noch eine Kostprobe ihrer Muttersprache, das führt bei den Zuhörern zu fragenden Gesichtern und geöffneten Mündern – cool!

Die Fahrt zur Rainbow Bridge ist wunderbar. Es ist saukalt, der Wind bläst wie die Hölle das Schiff geht richtig ab und es riecht am hinteren Ende nach verbranntem Diesel! Der Stoff aus dem die Träume sind :-)

Nach drei Stunden werden die Wände des Canyons enger und wir kommen schließlich an einen schwimmenden Anleger. Nun haben wir 90 Minuten für die kurze Wanderung zur größten Natursteinbrücke der Welt. Die Zeit vergeht wie im Flug, schnell die Knipsbilder schießen und dann geht es auch schon wieder zurück, ich gehe als letzte an Bord – ich habe sicher die meisten Bilder geknipst…

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Dann gibt es Sightseeing! Frau Kapitän steuert das Schiff in verwegener Weise durch die engsten Schluchten. Zwischen die Felswände und das Boot passt vielleicht ein Fußball – mehr nicht! Irgendwann ist Schluss, der Canyon wird zu eng und man kann an dieser Stelle gut wenden. Der Weg raus ist dann etwas schwieriger, es passt einfach nicht! Das Schiff touchiert die Wände und der Bootsmann ist in Rettungsweste bemüht das Schiff von den Wänden wegzudrücken. Das sieht echt gefährlich aus und ich mag mir nicht vorstellen was passiert wenn er abrutscht und zwischen Schiff und Felswand gerät!

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Es passt nicht mehr – die Wände haben sich verschoben oder die Struktur des Schiffes hat sich mit der Richtung geändert! Also rückwärts zum Wendeplatz – zweiter Versuch! Frau Kapitän nimmt nun einen etwas anderen Kurs. Der Bootsmann hat sich mit einer Art Enterhaken aus Aluminium mit roten Gummipuffern bewaffnet. Er schaut sich alles gut an und gibt Anweisungen durch das geöffnete Fenster. Nun klappt es prima, der Enterhaken bleibt unbenutzt und er sagt schließlich den Menschen, die ihn da gerade fotografieren, etwas wie “Sie muss mir immer mal wieder zeigen, dass sie es besser kann als ich!”

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Um 17h sind wir wieder bei der Wahweap Marina. Das kleine Lunchpaket war ganz lecker, aber das versprochene im Preis enthaltene “Dinner” hatte ich mir anders vorgestellt…

Ok, es war ein genialer Tag, wir hatten viel Spaß, ich habe Leo Ma aus Taiwan und die beiden Fonos aus Kanada kennengelernt. Wir hatten echt viel Spaß zusammen und unsere E-Mail-Adressen haben wir auch getauscht!

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Um 17h15 bin ich dann wieder bei der netten Dame am Page Airport. Sie kennt mich schon richtig gut und wir halten ein Schwätzchen. Morgen um 7h30 startet der Pilot zum Rundflug mit Bodenkontakt in Monument Valley. Da war ich schon zweimal, es wäre nett was “individuelles” buchen zu können. Dieser Rundflug ist auch nicht billig, mit 250 Dollar muss man rechnen. Wenn man allein ist, hat man abhängig von der Anzahl der übrigen “Mitflieger” ggf. auch für ZWEI PERSONEN zu bezahlen! Die individuelle Variante ist also nicht wirklich viel teurer! Um 12h kommt die Truppe zurück, danach wird das Flugzeug eine Stunde lange gereinigt, betankt und gecheckt. Ich wäre also um 13h an der Reihe! Ok, abgemacht!

Gut gelaunt geht es zum Auto! Auf dem Weg zurück sehe ich es dann schon wieder! Jemand pflegt seinen Garten! “Genial!” denke ich mir. Statt den Rasen zu mähen, die Blumen zu gießen und das Unkraut auszuzupfen hat er ein Gerät mit dem schönen Namen STIEHL an der Schuler und pustet einfach den ganzen überflüssigen Dreck auf das Grundstück seines Nachbarn. So geht das hier und das macht nicht nur er, ich habe es jetzt schon oft beobachtet! Nur steht nicht auf allen “STAUBBLÄSERN” das schöne Wörtchen STIEHL…

Im Motel gibt es das letzte Eating Right Menü aus der Mikrowelle und während 21GB Bildmaterial hin und her gewälzt werden schreibe ich schnell mein BLOG…

Hier gibt es die Diashow des Tages.

Hier die Track-Auswertung:

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Hier das KMZ zum selber gucken.

Hier noch das nachgelieferte Video des Tages:


Rainbow Morning – Oder: It’s fu….. cold outside!

Nach einer eisigen Nacht mit ratternder Wandheizung bin ich ein wenig vor meinen Weckern aufgewacht. Ein wenig panisch war ich dann gleich wieder, weil ich seit gestern ständig das Gefühl habe in der falschen Zeit zu leben. Nein nicht das falsche Jahrhundert, das wäre vielleicht mal eine Maßnahme – nein der falsche Zeitzonenpartikel! Allerdings wo ich es gerade so schreibe, Mozart mit einem Solarladegerät und der D300 zu besuchen, das hätte was…

Ein Blick auf die örtliche Webseite beruhigt! Es ist 7h02 und ich habe noch eine gute Stunde. Allerdings gilt auch dort “First come first serve” – ich werde mich also rechtzeitig auf den Weg machen damit ich einen schönen Fotoplatz an Bord finde.

http://www.cityofpage.org

Eben habe ich dann gesehen, dass echt viele neue Mail im Posteingang sind. Der Vorschlag von Tilman war erfolgreich und ich habe nun ein neues Galeriebild. Das freut mich sehr und es ist ein schöner Teil des Abschlusses einer großartigen Reise. Wenn es heute noch mit der Rainbow Bridge klappt und morgen mit dem Flug über den Grand Canyon – dann ist alles perfekt!

So, nun aber unter die Dusch und dann auf zur Wahweap Marina!

Mehr dann heute Abend! Stay tuned and have fun – wie man hier zu sagen pflegt!


Nix mit fliegen – Oder: I am sorry…

Es gibt Dinge im Leben die kann man nicht planen, dazu zählen zum Beispiel Softwareentwicklungsprojekte und Flüge mit kleinen Propellerflugzeugen. Dabei fing der Tag ja eigentlich ganz gut an. Ausgeschlafen und erholt lange duschen, dann in aller Ruhe noch ein kleinen Eintrag ins BLOG schreiben und dann zum Airport rüberfahren – er ist ja fast hinter dem Haus!

You’re very early!

Am Flughafen angekommen sagte mir die nette Dame bei der ich gestern den Flug für heute reserviert habe ich sei echt früh dran. Wir hätten doch 9h aus gemacht und es seit erst 7h52. “Are you shure? I have eight fifty two am!” “Maybe you’ve still your Moab time?”…

Mist, wieder reingefallen! Bei der Anreise von Moab nach Page habe ich nicht bedacht, dass Arizona sich aus Gründen die mir heute niemand erklären konnte und ich habe viele Leute gefragt, nicht bei der Sommerzeit mitmacht. Das hat den Vorteil, dass Page im Sommer die gleich Zeit hat wie Las Vegas, aber dennoch ist es oft verwirrend, da man hier ständig zwischen Utah und Arizona hin und her pendelt. Ok, ich war also echt eine ganze Stunde zu früh. “Ok, see you in sixty minutes! Bye…” und wieder zurück zum Auto. Was nun? Vielleicht schauen wir mal im Visitors Center am Glenn Damm vorbei! Gesagt getan! Dort angekommen bin ich überrascht, dass ich mich plötzlich in einer Leibesvisitation wieder finde. Das Visitors Center ist eine Hochsicherheitstrakt! Kann man vielleicht auch verstehen, wenn den Damm jemand sprengen würde hätten sie hier vor Jahre kein Trinkwasser mehr.

Einen richtig bösen Blick ernte ich dann als mein wunderschönes Schweizer Taschenmesser, mit Scherer, Flaschenöffner, Säge & Co. von der netten Sicherheitsdame ans Tageslicht befördert wird! Ich habe es hier eigentlich immer dabei, denn es ist total praktisch. Man kann Finger- und Fußnägel damit beschneiden, Bierflaschen öffnen, Brot schneiden und was weiß ich was man noch damit machen könnte. Jedenfalls war die Dame “Not amused” dass ich versucht habe dieses wirklich tödliche Mordinstrument heimlich in das Visitor Center zu schmuggeln! Also zurück zum Auto, Taschenmesser ablegen und den zweiten Anlauf starten! Brav wieder alles in Körbchen legen und wieder piepst die Sicherheitsschleuse! Wieder eine Leibesvisitation der inzwischen leicht ärgerlich wirkenden Dame in der blauen Uniform. Diesmal bin ich augenscheinlich clean, es scheinen die Schuhe zu sein. Ich darf passieren!

Im Visitors Center gibt es Filmvorführungen und viele schöne alte Bilder die sehr anschaulich die Dimensionen dieses mittlerweile fast 50 Jahre alten Bauwerks erklären. Der ganze Spaß hat 1963 – damals war ich –1 Jahr alt – 272.000.000 US-Dollar gekostet. Und damals war der Dollar mehr wert als heute! Wenn man dann auf einer der großen Tafeln die Luftbilder von 5 weiteren ebenso großen Staudämmen sieht wird klar, was die Ingenieure bereits vor 50 Jahren zu leisten imstande waren!

Nach gut 45 Minuten verlasse ich das Gebäude im zweiten Anlauf durch die richtige Tür! Der Eingang ist nämlich der Eingang und wer da raus will erntet echt strafende Blicke!

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Draußen vor dem Visitor Center ist es so windig, dass man kaum geradeaus gehen kann. Am Horizont haben sich dunkelgraue Wolkenberge aufgetürmt und es nieselt ein wenig. Auf dem Rückweg zum Flughafen windet es wie die Hölle, ich kann das Auto kaum dazu bewegen geradeaus zu fahren. In mir keimen die Zweifel ob die Wettervorhersage nicht doch korrekt gewesen sein könnte. Am Flughafen nimmt mich dann auch direkt der Pilot in Empfang. Er entschuldigt sich vielmals, aber es geht heute einfach nicht. Einer der anderen Piloten musste heute bereits nach einer “very dangerous situation” über dem Grand Canyon umkehren. “I’m shure you won’t get the photos you want today!” – das ist ein klare Ansage! Vielleicht hat er darüberhinaus auch Angst, dass sein schönes Flugzeug vollgekotzt werden könnte :-) Gemeinsam versuchen wir dann mit einem der Mitarbeiter vom Bodenpersonal die Situation zu sondieren. Er ruft via Internet mehrere Wetterberichte ab, alle decken sich mit den offiziellen Daten des Flughafens. Und es sieht so aus als würde alles noch viele schlimmer!

Ok, was tun. Morgen habe ich den Boat-Trip zur Rainbow Bridge gebucht. Samstag wäre noch eine Optionen. Ich könnte früh auschecken und mit komplett gepacktem Auto zum Flughafen kommen. Falls das Wetter dann besser ist den Rundflug machen und danach dann in Richtung Las Vegas aufbrechen. Ok, so machen wir das! Morgen stimmen wir uns nach dem Boattrip noch kurz ab und am Samstag machen wir einen zweiten Anlauf!

In diesem Augenblick springt dem Piloten meine Kamera ins Auge. Ich muss sieh mal seinem Kumpel an dem Computer zeigen. Der hat eine D70 und nimmt sie voll Ehrfurcht entgegen. Wenn er wüsste, dass er da bereits ein fast historisches Fotogerät mit nur 12.000.000 Bildpunkten in der Hand hat… “What is it?” Fragt der Pilot, dabei tut er so als würde es ihn gar nicht interessieren. Sein Kumpel beginnt zu schwärmen, das Ding hätte er auch gern. “What lens is it?” Der Pilot bekommt erklärt, dass es das beste Objektive ist das er sich für seine D70 wünschen würde. “Is it a good camera?” So geht das eine Weile weiter, Dann wollen beide wissen was ich sonst noch so im Rucksack mit mir herumschleppe. Andächtig nehmen sie das Teleobjektiv in die Hand. Dann springt ihnen die F5 mit dem 2.8/28-70 ins Auge. Wow, sie sind begeistert! “Do you process the pictures yourself?” Nein, Dias lässt man besser im Labor entwickeln, das geht sonst immer schief! Am Ende der Prozedur habe ich den Eindruck, dass der Pilot sich doch ein wenig interessiert, das aber nicht zeigen will und dass er zudem gern wissen möchte wie ernst es mir mit meinen Fotos ist. Ich habe ihn wohl überzeugt. So wie es aussieht würde er also wegen mir am Samstag früher als sonst aufstehen…

Mittlerweile hat sich die nette Dame dazu gesellt und wir verabschieden uns mit diversen Floskeln und Händedrücken. Als ich mich gerade umdrehen will sagt mir der Pilot mit Spitzbübischem Grinsen zwischen den weißen Bartstoppeln “Auf Wiedersehen!” ich bin platt! Er genießt es sichtlich. Ich glaube es sind die einzigen deutschen Worte die er beherrscht!

Draußen im Auto bin ich gefrustet und weiß erst einmal nichts mit mir anzustellen. Also rüber zu Denny’s und ein echtes Männerfrühstück bestellen. Das Aufgeben der Bestellung klappt inzwischen ganz prima. Ich weiß nun welche Gegenfragen kommen und habe bereits meine Antwort parat! So macht das Spaß. Der Kaffe und der O-Saft kommen mit Lichtgeschwindigkeit an den Tisch und kurz drauf auch die Rühreier mit Bacon und Hash Browns. Da hat der Wolfgang mir was gezeigt. Während ich esse überlege ich dann, dass ich den Trip der eigentlich für Samstag geplant war dann heute machen könnte.

Danach geht es über die Wahweap Marina in Richtung Kanab. Bei der Wahweap Marina gibt es eine mir überaus sympathische Tankstelle! Schaut man nach links sieht man putzige Wolkenformationen, schaut man nach rechts kriegt man das kalte Grausen. Über dem Kohlekraftwerk der Navajo Indianer direkt neben dem Antelope Canyon braut sich echt was zusammen!

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Nach dem Tanken geht es weiter nach Kanab. Dort angekommen geht es dann rechts in Richtung Zion National Park. Ein paar Meilen später dann ein Hinweisschild zur Moqui Cave. Hey das klingt nicht schlecht! Also anhalten, Kamera und Stativ auspacken, fünf Dollar bei der netten Dame bezahlen und dann – ist es gar keine Tropfsteinhöhle oder das was ich mir erwartet habe… Es ist mehr ein Museum in einem Berg. Die Exponate sind niedlich und die Dame erzählt mir, dass es früher mal die Kneipe der Großeltern ihres Mannes war. Es gibt dann doch ein paar witzige Dinge zu sehen. Und beim Kauf einiger Souvenirs komme ich mit der netten Dame ins Schwatzen. Sie stellt mir ihre älteste Tochter vor. Diese macht mich mit ihrem jüngsten Sohn bekannt. Dann bekomme ich Familienfotos gezeigt. So geht das hier, die Menschen sind einfach sowas von aufgeschlossen und freundlich – das ist einfach großartig!

Nachdem Bezahlen tauschen wir dann auch noch unsere E-Mail-Adressen aus. Meine Erzählungen wo ich in den letzten Wochen überall war haben Neugier ausgelöst!

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Es ist Mittag als ich die Höhle verlasse haben sich die Wolken weitgehend verzogen, dafür es ist jetzt richtig stürmisch. Man kann kaum die Autotüre öffnen, so heftig geht der Wind! Was soll das nur noch werden. Morgen bei dem Wind auf einem Schiff – da werde ich sicher seekrank…

Kurz drauf bin ich im Coral Pink Sand Dunes State Park angekommen. Der Ranger ist ein adretter Typ und er trägt voll im Ernst eine Pistole am Gürtel! Ich zahl meine sechs Dollar und darf mir einen Abschnitt aus einer Registrierkasse an die Windschutzscheibe kleben auf dem man fast nichts erkennen kann weil das Farbband wohl ausgedient hat… Am kleinen Visitor Center angekommen kann ich kaum aussteigen. Soll ich da echt meine Kamera mit rausnehmen? Egal, es ist alles versichert – auch gegen Blödheit und Sand! Also im Auto das Tele samt Konverter montieren und auf das Stativ schrauben. Dann geht es los. Der Wind ist so schneidend, ich kann kaum atmen. Überall in der Luft ist feiner Sand. Direkt neben mir steigt ein weibliches Paar aus dem gemeinsamen Wohnmobil. Sie können es nicht glauben, dass das kleine Toilettenhäuschen das Visitors Center sein soll. Als ich die Frage nach dem Visitors Center nicht gleich verstehe, winkt die Fragerin ab und macht einen Gesichtsausdruck als würde sie denken “Typisch Mann, die sind eh alle dämlich!” Dann geht es auf in den Sand. Die Dünen sind schön, aber längst nicht so groß wie ich es erhofft habe. Dennoch kommt man kauf vorwärts. Der Sand ist tief und lose. Durch den tosenden Wind kann man ein paar Quads hören. Später lese ich, dass hier in den 70er Jahren Leute mit Buggys ihren Spaß hatten und das ganze Areal täglich durch gepflügt haben. Inzwischen habt man einen Weg zur Koexistenz von Tieren und Spaß gefunden. Ein Teil wurde abgesperrt ein anderer für die Offroad-Freaks geöffnet. Am nett gemachten Campingplatz sehe ich später abenteuerlich umgebaute Autos, Quads und Crossmotorräder. Das macht sicher Spaß!

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Während ich durch den Sand stapfe sammelt sich langsam aber sicher der Sand in Mund, Ohren, Nase und Augenwinkeln. Das ist definitiv nicht witzig! Das Liebespaar im schwarz blauen Partnerlook kommt besser voran. Die haben ihren Spaß und fotografieren sich immer wieder gegenseitig. Ich nutze die ein oder andere Gelegenheit die beiden als “Maßstab” für die Große der Sanddünen zu verwenden. Gegen 15h bin ich total fertig wieder am Auto. Der Weg war nicht weit aber ich hatte zum Schluss echt Mühe die letzte Düne wieder hoch zu kommen ohne meine Kamera in den Sand zu werfen. Im Auto geht es dann in Richtung Süden, dort sollte laut Karte die Straße auf die Hauptstraße führen die mich dann über Kanab wieder nach Page bringen soll. Der Plan geht auf! Eine Stunde später, die Holperstrecke liegt endlich hinter mir bin ich sowas von müde. Ich muss mal anhalten. Es gibt Mittagessen, einen Apfel und eine Apfelsine. Im Kofferraum finde ich noch ein paar Erdnüsse. Dazu ein mit lebenswichtigen Vitaminen angereichertes Life Water in der Geschmacksrichtung Dragonfruit. 26g Zucker sind da drin! Von wegen Life Water, das ist höchstens für das Leben der Zahnärzte gut :-)

Kurz vor Page zweige ich dann kurz zum Aussichtspunkt oberhalb der Wahweap Marina ab. Von dort kann man das Hotel sehen in dem es morgen los gehen soll. Als ich aussteigen will habe ich ein Bein draußen, die Hälfte des Körpers ist noch im Auto als mir der Wind die Türe voll gegen den Kopf knall. Ich sehe kurzzeitig Sterne und muss mich zurückziehen. Ist das ein Sturm. Der Schädel brummt. Nee, da gehe ich jetzt nicht mehr raus! Ich mache ein paar Knipsbilder durch das geöffnete Seitenfenster. Dann fällt mir auf, dass noch drei weitere Autos da sind. Die Insassen filmen die Umgebung, sicher haben sie auch gefilmt wie ich mich fast K.O. geschlagen habe. Sie sind jedenfalls gleich im Auto sitzen geblieben, eine gute Entscheidung!

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Zurück in Page geht es noch kurz rüber zum Safeways. Diesen Supermarkt habe ich inzwischen richtig lieb gewonnen. Eine echt alte weißhaarige Dame bittet mich an der Kasse zu sich. Das ist auch Amerika, hier müssen viele Menschen auch mit 70 und älter noch arbeiten weil die Rente nicht reicht. Das steht uns auch noch bevor. Wer hier ist kann sich schon mal mit dem Gedanken anfreunden.

Im Hotel geht wieder das WLAN nicht. Ich schreibe mein BLOG also zunächst einmal offline – wann ich ihn veröffentlichen kann weiß ich noch nicht.

Update – 21:44 (Utah Zeit): Der freundliche Mitarbeiter an der Rezeption hat den WLAN-Router neu gebootet – nun klappt es auch mit dem Nachbarn…

Zeitzonenwirrwar

Gerade eben überlege ich wo denn nun eigentlich die Wahweap Marina liegt – in Utah oder in Arizona? Die Dame bei der Touristeninformation hat mir gesagt das Treffen sei morgen um 8h30 im Foyer des Hotels. Fein! Nur, wann ist denn 8h30?

Ok – Google Maps bringt Licht ins Dunkel – Die Wahweap Marina liegt in Arizona – aber gaaaanz knapp wie dieses Bild beweist! Utah ist oben – also im Norden. Wer sich den Maßstab anschaut sieht schnell, es sind ungefähr 600 Meter bis Utah!

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Also werde ich gleich mal alle Uhren umstellen! Las Vegas hat die gleiche Zeit, ich werde bis Sonntag nur in Arizona und Nevada sein. Ok, zwischen durch bin ich vielleicht mal ne halbe Stunde mit dem Auto in Utah – aber das lassen wir mal unter den Tisch fallen…

All Day Rainbow Bridge Cruise

Quite likely one of the most photographed geological wonder in the American West, Rainbow Bridge is a must-see during your Lake Powell visit. The tour is approximately 7 1/2 hours, with about 3 hours travel time to Rainbow Bridge, 1 to 1 1/2 hours walking to and exploring Rainbow Bridge, and 3 hours back to Wahweap Marina. You will enjoy the wonderful rock formations, beautiful painted walls, and travel through Forbidding Canyon on your way to Rainbow Bridge and a stop at Dangling Rope Marina.

The experienced Scenic Cruise Adventures crew will also give you an interpretive tour along your journey! Due to the current projected lake levels, a walk/hike (1 mile each way) is required both to and from Rainbow Bridge for optimum viewing (total walking distance = 2 miles).

Due to low lake level we are NO LONGER able to see Rainbow Bridge from the Tour Boats. A full 2 mile WALK/HIKE is involved round trip. We suggest you wear comfortable tennis or hiking shoes for the trail. All cruises include complimentary water, coffee, and lemonade. NPS ENTRY FEES NOT INCLUDED IN TOUR PRICES.  Restrooms/toilets are available on board all tour boats. (Smoking is allowed in designated areas only.) Child rates are from 3 to 12 yrs. old, 2 and under are free, but do require a boarding pass. 

Scenic Cruise departs on AZ Mountain Standard time. Please check your time with ours. 

Check in at Boat Tour desk 30 mins. prior to departure time to pick up COLORED boarding passes. We require a minimum of 10 ADULT FARES on all cruises.

Hier noch die Trackauswertung des heutigen Tages

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Das KMZ des Tages gibt es hier.


Es ist soweit – Oder: In einer Stunde habe ich meinen ersten Privatflug!

Bereit

Die Nacht war lang und gar nicht so kalt, ich hatte vergessen die Heizung abzuschalten –> Wärmender Alzheimer!

Nun frisch geduscht und voller Tatendrang muss ich noch ein wenig ausharren bevor es in einer halben Stunde in Richtung Page Airport losgeht. Vorher wieder der Stress mit der Fotoausrüstung! Andere Leute schießen ihre Fotos mit dem Handy und sind glücklich damit. Ich habe ernsthaft überlegt ob ich die F100 für Farbnegative mit dem neuen Kodak Ektar 100, die F5 für Dias und die D300 für digitales Bildmaterial verwenden soll. Aber das wäre dann doch übertrieben. Also habe ich mich entschlossen mit der S600 – der kleinen Hosentaschenkamera – ein paar kleine Videosequenzen zu filmen. Und dann die D300 und die F5 einzupacken. Die D300 ist mir dem zusätzlichen Batteriepaket bestückt. Drinnen stecken 8 Mignonzellen. Der normale Akku ist auch drinnen. Damit ist sie fast genauso schwer wie die F5. Warum das alles? Ich hoffe, dass sich die alte Fotografenweisheit “Masse gibt Ruhe” bewahrheitet und die Bilder vieleicht einen Tick schärfer werden weil die schweren Kameras einfach mehr Massenträgheitsmoment auf die Waage bringen und dadurch etwas weniger stark auf die Vibrationen des Flugzeugs reagieren.

Ob die Rechnung aufgeht? Wir werden es sehen, im wahrsten Sinne des Wortes :-)

Der Flug wird etwa zwei Stunden dauern. Lake Powell, Lake Mead und Grand Canyon sind derzeit geplant. Aber alles ist frei, alles ist möglich. Wenn ich genug Geld habe können wir auch den Tank leer fliegen! Das hat mir der Pilot in seiner unnachahmlichen Ausdrucksweise zu verstehen gegeben :-)

Wetterbericht

Beim Fliegen mit kleinen Maschinen ist das Wetter ein wichtiges Kriterium! Gestern habe ich noch lange auf den diversen Wetterseiten herumgesurft. Es sah nicht gut aus, Regen in Page genau im 9h am Morgen! Egal welche Wetterseite ich auch aufgerufen habe, sie sind sich einig! Entweder kaufen sie alle ihre Wetterdaten beim gleichen Anbieter oder es gibt heute wirklich Regen um 9h in der Frühe – mal sehen! Ich packe jedenfalls mal die Regenjacke ein. Bislang habe ich abgesehen vom Schnee in Escalante hier nicht einen Tropfen Regen gesehen – innerhalb von fünf Wochen!! Ein Blick aus dem Fenster zeigt derzeit einen schönen cyan & gelb farbigen Morgenhimmel. Die Bewölkung ist da, aber die Löcher sind riesig. Ich würde es als “Partly cloudy” bezeichnen. Vielleicht sogar ganz gut für schöne Fotos – mal sehen!

Die Stunden danach

Vielleicht wird nach dem Flug nichts mehr so sein wie es war – man weiß es nicht! Also habe ich erst einmal nichts geplant. “Sometimes People get crazy in the stomach!” – das ging mir den ganzen Tag über gestern im Kopf herum. Soll ich was frühstücken oder nicht. Ich denke ein Mörderbreakfeast vom Denny’s wäre falsch! Also eher nichts oder nur ein paar Kekse. Ich könnte also im Anschluss an die Fliegerei etwas essen gehen – falls ich es kann!

Danach vielleicht nach Kanab? ,Dort gibt es den Coral Pink Sand Dunes State Park. Vielleicht auf dem Rückweg noch das “Johnson Canyon Movie Set” anschauen – mal sehen!?!

So, es ist nun 8:22 – ich verstaue jetzt mal mein Notebook und ziehe dann so langsam aber sicher los…

Wir “sehen” und  – hoffentlich!


The day before tomorrow – Oder: “Some people get crazy in the stomach”

Überraschung am Morgen

Endlich mal wieder ein Tag ohne Sunrise-Stress :-) Ausschlafen bist der Arzt kommt, dann mit dem Notebook im Bett sitzen und in den E-Mails blättern – perfekt! Und dann die große Überraschung, der Tilman hat mein Foto vom Mesa Arch für die Galerie der Fotocommnity vorgeschlagen! Das freut mich sehr und ich muss gleich mal schauen was da so los ist. Bereits am Morgen haben schon über 600 Mitglieder das Foto angeschaut. Die Meinungen gehen wie immer auseinander, ich bin gespannt wie das Voting ausgeht, morgen oder übermorgen werden wir es wissen :-)

Endlich wieder Frühstück

Zum Frühstück bin ich diesmal allein bei Denny’s. Es schmeckt ganz gut und ich probiere mal die Variation mit den kleinen Würstchen! Während ich an meinem Kaffee schlürfe, der richtig heiß ist und der samt Milch in einer richtigen Tasse serviert wird, fällt mir auf, dass sogar hier die blauen Kunstledersitzpolster mit hellblauem Klebeband geflickt sind.

Am Airport

Nach dem Frühstück schaue ich mir ein wenig Page an, ganz amerikanisch mit dem Auto bei 5 Meilen pro Stunde :-) Nachdem sich die konzentrischen Kreise am Flughafen verdichten stehe ich so um 11h am Schalter und habe einen ausgiebigen Schnack mit einem vielleicht 60 jährigen total netten Piloten. Er ist früher viel für National Geographic geflogen, kennt die Gegend wie seine Westentasche und rät mir am Morgen zu fliegen “It is much smoother in the morning!” Dann lobt er noch sein Flugzeug und ich erkläre ihm, dass ich noch nie mit sowas kleinem geflogen bin. Die Reservierung machen wir dann klar. Morgen um 9h treffen wir uns dann am Page Airport. Ich werde berichten!!

Cottonwood Road

Nach diesem schönen Erlebnis geht es gut gelaunt auf die Cottonwood Road. Dort will ich mir noch die “Narrows” anschauen. Der Weg dorthin ist weit und holprig. Aber ich bin inzwischen so an dieses Auto gewöhnt, es macht mir nichts mehr Angst. Wenn ich an die erste Erkundungsfahrt in Richtung Wave-Trailhead am 23 Februar denke – da bin ich noch wie eine lahme Ente durch die Schlaglöcher gekrochen. Damals habe ich mich gewundert warum mich die anderen Autos alle überholen. Inzwischen überhole ich die neu hinzugekommenen “Anfänger”. Heute war ich auf der üblen Cottonwood Road sicher nicht langsamer als ein Berufspendler aus Gelsenkirchen auf der A430 am Montagmorgen! :-)

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Die Wanderung im Canyon neben der Straße ist sehr schön, aber nicht überwältigend. Es gibt ein paar schöne Ecken, aber nichts was ein echtes Highlight wäre. Schön war es, nach ein paar hundert Metern gleich die Mieter des roten Geländewagens zu treffen neben dem ich kurz vorher geparkt hatte. Ein Ehepaar aus Banff in Kanada. Sie erzählen, dass sie gern hier her kommen und schon vor mehr als 30 Jahren ihre erste Raftingtour auf dem Colorado River gemacht haben! Alle Achtung – dagegen bin ich mit fast 45 Jahren ein echt junger Hüpfer! Nach gut einer Stunde entspannter Plauderei geht es dann weiter. In den Ohren stecken meine Bose Ohrhörer, in der Weste der iPOD. Der spielt gerade meinen neuesten iTUNES Download von Big & Rich im Repeat-All-Mode. Ist ganz witzig, ich habe meine Urlaubsmusik gefunden! Und hier ein ganz witziger Link zu meiner derzeit präferierten Wandermusik!

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_DSC6639 _DSC6742Als ich am Ende des Canyons angekommen bin finde ich sogar einen Trailhead. Gerade trudeln Peter und seine Frau ein. Sie sind gut im Training, wir schwatzen eine ganze Weile und gehen dann gemeinsam den Weg zurück den ich schon gekommen bin. So kann ich wenigstens nicht verloren gehen! Als wir unsere E-Mail Adressen austauschen wollen hat niemand was zu schreiben dabei. Erst später fällt mir ein, dass ich doch den iPOD in der Tasche gehabt hätte! Irgendwo in diesem verschlungenen Canyon trennen sich dann unsere Wege. Ich mache noch ein paar Fotos und die treten den Rückweg an. Als ich dann im Auto auf dem Rückweg nach Page bin kommen die beiden gerade an ihrem Auto an. Also kurz anhalten und doch noch die E-Mail Adressen austauschen! Es ist schon toll wie unkompliziert die Menschen hier sind. Manch wollen mich gleich adoptieren, so süß finden sie es, dass ein einsamer Wanderer aus der alten Heimat ganz allein hier unterwegs ist um Land und Leute ein wenig kennen zu lernen. Das macht langsam aber sicher richtig Spaß.

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Tipp

Wer kontaktfreudig ist und hier schnell viele Leute kennen lernen möchte, der hängt sich einfach einen Fotoapparat um den Hals, ziehst sich Trekkingklamotten an und setzt sich beispielsweise einfach im Arches Nationalpark oben am Delicate Arch hin. Wenn man dann noch einen Stapel Visitenkarten dabei hat, kennt man am Abend eine Menge neuer Leute! Alternativ kann man sich auch früh morgens an den bekannten Beauty Spots aufhalten – da lernt man dann Fotofreaks aus aller Welt kennen.Ich denke oft an Benedict Yang, den ich am Mesa Arch im Canyonlands NP kennengelernt habe. Er hat mir seine Karte gegeben und sich dafür entschuldigt, dass seine Webseite auf koreanisch ist. Ok, mein BLOG ist leider auch nur in Deutsch verfasst… Er hat dann aber den schönen Satz gesagt “Ok, you can take a look at my pictures. They are a kind of an universal language!” Ist doch nett, Fotografien sind eine “Universelle Sprache”. Das muss ich mir merken!Und damit die Menschen was von meinem BLOG haben, die mein Deutsch nicht verstehen, füge ich jetzt noch ein paar universell verständliche Sprachelemente ein :-)Eines dieser Sprach-Elemente ist beispielsweise dieses hier!

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Das Bild zeigt eine von drei (ehemals vier) Bierflaschen die ich eben aus meinem Kühlschrank geholt habe! Dieses Elektogerät hat es trotz einer fast lächerlichen Stromversorgung geschafft, zwei von vier Bierflaschen fast komplett einzufrieren! Das ist AMERIKA! Heute morgen beim Frühstück war schon die Klimaanlage eingeschaltet. Ich habe beim Frühstück gefroren, das muss man erst einmal nachmachen! Das erste Bier das ich mir eben geöffnet habe war eines der beidem gefrorenen Exemplare.

Das Leserrätsel

Ihr glaubt nicht was passiert ist, die Flasche ist sowas von übergeschäumt… Vielleicht kann mit einer der Leser erklären welcher physikalische Effekt dies bewirkt. Man nimmt also eine Flasche Corona und unterkühlt sie bis sich ein Eiskern gebildet hat, der in einer dünnen Schutzschicht aus noch flüssigem Bier schwimmt. Warum friert Flaschenbier eigentlich von Innen nach Außen ein? Eine zweite Frage! Ok, wenn man die so unterkühlte Bierflasche nun öffnen bilden sich viele kleine Bläschen am Eiskern und der Flasche entweicht dann ein Parfait aus Bierschaum. Warum ist das so?

Tipp für Frauen

Mein Tipp für alle Frauen die hier eine Restaurant aufsuchen wollen: Egal welche Jahreszeit es ist dort immer eiskalt! Also einen Pullover oder ein anderes wärmendes modisches Accessoire mitnehmen – unbedingt!Das war’s heute – “Good night and good luck!”


Rudelknipsen am Mesa Arch – Oder: Everybody is trying to get the perfect shot

Heute fiel das frühe Aufstehen nicht leichter als gestern. Um 6h15 war dann aber alles gepackt. Koffer, Fressalien, Knipsereien – alles im Auto! Und los geht’s. Dunkel ist es, nach ein paar Kilometern überhole ich einen Fahrradfahrer! Etwa auf Höhe des Eingangs zum Arches Nationalpark ist er bei 36° Fahrenheit mit Kopflampe auf dem Rennrad unterwegs. Es gibt nicht nur dicke und faule Amerikaner! 36° Fahrenheit sind etwa 2° Celsius – unausgeschlafen fühlt sich das bei Wind dann an wie -10°C – bibber. Den Weg zum Canyonlands National Park kenne ich inzwischen. Später werde ich überrascht feststellen, dass es einen zweiten Eingang gibt und der ist fast 80 Kilometer entfernt! Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! Dieser Park hat ZWEI Eingänge im Abstand von 80 Kilometern! Es gibt Leute die sich das in vier Stunden anschauen und dann denken sie hätten alles gesehen! Ich habe in den beiden Tagen nur ein wenig an der Oberfläche gekratzt. Diesen Park richtig zu erkunden würde sicher viele Wochen dauern. Aber man kann dort echt coole Off Road Touren machen! Die Adventure Company in Moab bietet Touren mit einem umgebauten echten Hummer an. Das Ding sieht aus wie eine Touristenfalle – da wo eigentlich die Ladefläche ist sind zwei Sitzreihen zu je 4 Personen montiert und davor dann noch die Kuschelecke für die beiden frisch Verliebten. Ob das Spaß macht weiß ich nicht – aber die Jungs die das veranstalten kennen sich sicher gut aus und um mal einen Überblick zu bekommen ist es vielleicht nicht schlecht. Danach kann man sich dann ein ATV (All-Terrain-Vehicle) mieten und selbst auf Entdeckungsreise gehen. Damit dabei nichts anbrennt sollte man sich ein Handy organisieren das auch im “Outback” funktioniert und ggf. zusätzlich eines der preiswerten Walkie-Talkies vom Walmart.

Jo, ich bin also rechtzeitig 10 Minuten vor Sonnenaufgang mit vollem Rucksack und großem Stativ am Mesa Arch. Wer ist vor mir da – eine ganze Horde fotosüchtiger Profis und Amateure – ich bin der letzte und werde ein wenig verspottet. Nix Early Bird und so – “You’re late!” grinsen sie mich an! Ich zeige stolz min GPS und präsentiere dessen Voraussage für den Sonnenaufgang an diesem Geopunkt zu diesem Tage – es kehrt andächtige Ruhe ein… Und, es stimmt perfekt! Auf die Minute genau erhebt sich die Sonne hinter den La Sal Mountains! Das Gerangel um die besten Plätze ist längst entschieden – ich habe verloren! Also versuche ich mir etwas längerer Brennweite zwischen den Rücken der Early Birds hindurch einen Blick auf den Mesa Arch zu erheischen. Rechts von mir steht ein bulliger Typ mit dicker Winterjacke, sein linker Ellenbogen ragt immer wieder ins Bild. Links ein etwas älteres sehr nettes Paar ganz aus der Nähe. Er links außen, sie direkt vor meinem linken Fuß. Beide haben eine Nikon D200 und ein original Nikon 12-24mm Weitwinkel. Die Stative sind die gleichen, die Kabelauslöser auch. Lustig ist. dass sie immer wieder überhaupt nicht klar kommt und ihr Mann total angenervt reagiert. Es klingt so als würde er denken “Warum hast Du das nicht daheim mal geübt und warum hinderst Du mich jetzt daran das Foto zu machen mit dem ich berühmt hätte werden können!” Die Situationen ähneln sich. Ich sitze oft daheim mit meinen Kameras auf dem Sofa und spiele solange damit herum, bis ich alles im Schlaf bedienen kann. Wenn es dann drauf ankommt muss schließlich jeder Handgriff sitzen.

Die meisten Frauen bringen für derart männliche Beschäftigungstherapie in der Regel wenig Verständnis auf. Mann und Frau sind da echt total verschieden. Während ER beim Spielen mit dem Equipment vom ultimativen Foto träumt sieht SIE den Staub in den Ecken und ärgert sich, dass die Mülltonne wieder überquillt. Beides ist sicher legitim – aber eben doch grundverschieden!

So gibt es links neben mir jedenfalls fast einen Ehekrach während der Typ rechts neben mir mit rechteckigen Grauverlaufsfiltern experimentiert. Als sie ihm das zweite mal in den Sand fallen weil die Handschuhe so dick sind ist er auch leicht gereizt. Ich knipse derweil was das Zeugs hält. Jede Einstellung wird 18 Mal abgelichtet. Jeweils zwei 9-fache Belichtungsreihen von ganz dunkel bis ganz hell. Beim zweiten Mal halte ich einen Finger so vor das Objektiv, dass er die Sonne verdeckt. Ist die Sonne bspw. oben rechts im Bild würden sich sonst in der unteren linken Bildecke starke farbige Reflektionen an den Linsenoberflächen bemerkbar machen. So kann ich später mit Photoshop aus jeweils zwei Bildern eines machen – ein Bild dass das Beste aus beiden Welten enthält. Hat man das dann noch in unterschiedlichen Belichtungsstufen, kann man sich mit Photoshop ein Bild zusammen montieren in dem die Sonne ein weißer Punt statt eines riesigen weißen Kleckses ist und in dem es statt großer schwarzer Flächen wenn auch dunkle, so doch sichtbare Details gibt. Der Typ rechts neben mir ist total irritiert, dass ich immer so viele Bilder mache und dann noch einen Finger vor die Kamera halte. Das kann er überhaupt nicht verstehen. Nachdem er sich eine Weile gewundert hat fragt er schließlich was dieser Blödsinn soll. Ich zeige ihm einfach die 18 unterschiedlichen letzten Bilder und er versteht es sofort! “Ah, that’s a pretty cool trick!” Danach versucht er es auch – die Grauverlaufsfilter liegen kurz drauf wieder im Sand. Sein Finger ist zu dick – er hält ihn auch direkt an die Frontlinse. Es gibt eine kleine Einweisung – eine Minute später hat er es drauf und ist glücklich wieder was gelernt zu haben.

Rechts neben ihm sind derweil zwei total professionell aussehenden Asiaten zugange. Sie benutzen Großformatkameras. Nach jedem “Schuß” wird ein neues Stück Planfilm samt Aluminiumcassette in die Kamera geschoben. Die Fotorucksäcke der beiden sehen aus wie Kindersärge. Die beiden kommen mir bekannt vor, später erkennen wir, dass wir uns gestern am Delicate Arch schon mal gesehen haben.

Mit der Bewegung der Sonne kommt auch Bewegung in das Rudel der Sonnenanbeter. Stativ hin, her, hoch, runter, vor, zurück, mal stolpert einer über mein Stativ, mal über ein anderes. Es ist ganz witzig. Alle sind über 40 und benehmen sich wie die kleinen Kinder vor dem Weihnachtsbaum. Das muss was mit Glück zu tun haben!

Und hier sind die drei auf die schnelle groß zusammen geklickte Bilder vom morgendlichen Rudelknipsen. Sie sind fern ab von dem was ich mir wünschen würde – aber als erstes Ergebnis doch ganz ansprechend. Daraus kann man noch was zaubern! Wie fragte doch einer der beiden Koreaner – “Are you a Photoshopper?” – Ja, ich bin ein Photoshopper – auch wenn es nicht unbedingt dieses Programm zu Bildbearbeitung sein muss – Photoshopper ist eher ein Sammelbegriff für 95% der Leute die beispielsweise in der Fotocommunity ihre Bilder zeigen. Da ist fast alles geschummelt. Aber was soll’s, wenn es gut geschummelt ist, dann ist auch doch legitim.

Hier nun die Wanderung der Sonne zwischen 7h25 und 8h15…

Als das Schauspiel vorbei ist, sind nur noch die beiden Asiaten und ich übrig. Sie kommen aus Südkorea. Einer heißt Benedict Yang und spricht so gut englisch, dass wir uns fast fließend über Fotografie unterhalten können. Diese Vokabeln habe ich drauf, aber im Subway einen Sub des Tages zu ordern, das macht mich hier immer wieder total fertig! Statt dass sie mir einfach ein Stück  Brot belegen gibt es tausend Gegenfragen, welches Brot, welcher Käse, welche Sauce, welcher Salat, warm machen, mitnehmen… Das ist die Hölle! Mit einem Südkoreaner über Fotoequipment zu fachsimpeln ist da viel einfacher. Irgendwann ist raus, dass ich aus Deutschland komme. Ahh, Deutschland – er hat ein Berlebach Holzstativ – das kommt aus Deutschland! Ok, ich habe eine Carbonstativ aus China! Er hat ein Objektiv schon Scheider Kreuznach – das kommt auch aus Deutschland. Ok, meine Nikon kommt (vielleicht) aus Japan. So geht das weiter, schließlich holt er noch seine kleine Leica aus der Hosentasche – auch aus Deutschland. Wobei ich mir sicher bin, dass diese Leica nicht in Deutschland hergestellt wurde – aber das werde ich noch herausfinden :-)

Schließlich machen wir noch ein paar Gruppenfotos und er gibt mir seine Karte. www.betterpicture.net – dort gibt es seine Bilder – schön sind sie!!

Wieder am Parkplatz sind unsere Autos die beiden letzten. Kurz noch ein Abschiedsfoto mit meiner F5 die gerade auf der Rücksitzbank liegt und da sind sie auch schon weg. Sie haben sich einen echt riesigen schwarzen Allradwagen gemietet. Der Kofferraum ist brechend voll mit Alukisten, Stativen und sonstigem Zubehör – die Jungs geben alles! Das sind die echten Enthusiasten!

Ich mache mich auf in Richtung Süden. Vor mir liegen 7 Stunden einsamer Highway, Tempomat und Country Musik! Ein Lied spielen sie derzeit immer wieder. Es ist ganz witzig – im Refrain singt eine kernige Männercombo “Save a horse – ride a cowboy!” Was damit wohl gemeint ist? Und das im prüden UTAH! Die Zeiten ändern sich…

Zwischendurch halte ich immer mal wieder an weil es rechts des Weges einen schönen See gibt, der im Hintergrund von einem verschneiten Gebirge eingerahmt wird. Toll ist es hier! Einen Abstecher beim berühmten “Mexican Hat” gibt es auch noch.

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In Page angekommen steuere ich direkt das Rodeway Inn an – warum experimentieren wenn es dort ok ist? Das Zimmer kostet inkl. aller Steuern 45 Dollar pro Tag. Ich buche erst einmal zwei Nächte. Als alles ins Zimmer geschleppt ist gehe ich mal rüber zum Touristenbüro und frage nach einer Bootsfahrt zum Rainbow Arch, dem Heiligtum der Navajo Indianer. Die Touren gibt es nur Freitag, Samstag und Sonntag. Was tun? Ich entschließe mich nach kurzer Denkpause die verfügbare große Tour am Freitag zu buchen. 7,5 Stunden auf dem Lake Powell in einem richtigen Schiff. Dazu ein Dinner, hoffentlich schönes Licht und zwischendurch ein kurzer Fußmarsch zu einem der schönsten Natursteinbögen die Amerika zu bieten hat! Der Spaß kostet knapp 150 Dollar, ich kann am Freitag mit Kreditkarte zahlen. Um 8h30 ist das Treffen im Hotel an der Wahweap Marina. Da gibt es eine kurze Einweisung, da wird die Kohle eingestrichen und um 9h soll es dann losgehen. Prima!Zurück im Motel verlängere ich dann nochmal um zwei Tage! Ich bin also bis Samstag morgen in Page! Ich werde am Samstag versuchen so früh wie möglich loszukommen um am östlichen Eingang des Zion National Parks die Wanderung zu unternehmen die Wolfgang mir kurz vor seiner Abreise so wärmstens empfohlen hat. Danach geht es noch kurz ins Steakhouse unten an der Straße. Es ist 17h – ich bin der einzige Gast und alle sind total nett. Als ich erzähle, dass ich 7 Stunden lang extra aus Moab hergefahren bin um hier ein Steak zu essen bin ich die Sensation des Tages. Als ich dann noch erzähle wie sehr ich mich auf ein kaltes Bier freue gibt es Gelächter – die Leute in Arizona lachen sich gern mal schlapp darüber, dass es auf der anderen Seite der Grenze – und die ist ja nur ein paar Autominuten entfernt – Steakhäuser ohne Bier gibt! Mir kam das fast vor wie Schalke und Dortmund – oder Bayern und Ostfriesland…Heute ist Dienstag – Mittwoch & Donnerstag kann ich also hier in Page noch verplanen. Vielleicht ein Flug mit einer Cessna am Donnerstag? Mal sehen!Beim Kopieren der Bilder fällt dann auf, dass die neue 500 GB Urlaubsfestplatte fast voll ist! Ich bin wahnsinnig! Allein heute sind fast 20 GB Bildmaterial angefallen. Ich habe schon seit Tagen keine Zeit mehr das alles abends in Ruhe anzuschauen. Ich bin froh wenn es auf der Platte ist und ich die Karte in der Kamera neu formatieren kann. Sicher könnte man 95% löschen, weil verwackelt, falsch belichtet oder schlicht und ergreifend gähnend langweilig. Aber dazu ist keine Zeit. Also gleich mal rüber zum Walmart – neulich gab es da 320er Festplatten für knapp 90 Dollar.Das ist nicht weltbewegend – ich hatte mir da mehr erwartet – aber es ist ok. Überhaupt ist die Versorgung mit Elektronikartikeln in den Orten die ich bislang gesehen habe mager. Um für Wolfgang ein neues GPS zu kaufen mussten wir 500 Kilometer weit fahren! Zwischendurch habe ich mal überlegt, ob ich den schweren Fotokrams nicht durch die Anschaffung des in der Fotocommunity als “Deppenzoom” verschrienen 18-200mm VR erleichtern soll. Aber es gibt das Ding hier nirgends! Entweder ordert man es via Internet und hat einen festen Wohnsitz, oder man fährt nach Las Vegas. Viele Alternativen gibt es nicht!So – nun fahre ich mal zum Walmart…Hier noch schnell der Link zur täglichen Diashow.

Update um 23h46

Habe bei Walmart für umgerechnet 80 Euro eine 320er Platte gekauft – damit komme ich dann die nächsten Tage über die Runden…Ein erstes HDR habe ich auch schon zusammen gefrickelt und in der Fotocmmunity ausgestellt. Wer es mal sehen möchte klickt einfach hier.

Update um 9h38:

Bin eben aufgewacht – ganz ohne Wecker! Die Nacht war wieder kalt und zittrig. Ich hätte die Decke vom zweiten Bett gebraucht aber da liegen alle Fotosachen drauf. Das wegzuräumen wäre nachts zu aufwändig gewesen :-) Lieber frieren…Dann habe ich eben gesehen, dass TilmanF meinen Sonnenaufgang am Mesa Arch in der Fotocommunity für die Galerie vorgeschlagen hat. Nun können sich die Experten wieder streiten ob es ein gutes oder schlechtes Foto ist :-) Ich bin gespannt wie es ausgeht.An dieser Stelle noch ein Dankeschön an Tilman!!


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